#digitalemundigkeit — Public Fediverse posts
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Der Berliner #FediDay geht in die dritte Runde: Vom 11. bis 13. September treffen sich in der c-base Menschen, die das Fediverse weiterdenken, weiterentwickeln und gemeinsam gestalten wollen. Mehr als 70 Vorträge, Workshops und Diskussionen machen ihn zur größten Konferenz für alternative soziale Netzwerke.
Mit dabei ist unsere Kollegin Leena Simon (@reticuleena) gleich dreimal:
* Sa., 12. September, 17.30 Uhr: „Killer-Feature heißt Mitbestimmung“
* Sa., 12. September, 18.30 Uhr: Workshop „Das Killer-Feature heißt Mitbestimmung“
* So., 13. September, 12.30 Uhr: „Die Reichweitenlüge: Adam Scheinriese und seine Zahlen“Außerdem diskutiert sie anschließend ab 13.30 Uhr bei „Reichweite my Ass!!!“ über Kreation und Kuratierung im Fediverse.
Programm, Ort und Tickets:
https://berlinfedi.day/ -
Der Berliner #FediDay geht in die dritte Runde: Vom 11. bis 13. September treffen sich in der c-base Menschen, die das Fediverse weiterdenken, weiterentwickeln und gemeinsam gestalten wollen. Mehr als 70 Vorträge, Workshops und Diskussionen machen ihn zur größten Konferenz für alternative soziale Netzwerke.
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* Sa., 12. September, 17.30 Uhr: „Killer-Feature heißt Mitbestimmung“
* Sa., 12. September, 18.30 Uhr: Workshop „Das Killer-Feature heißt Mitbestimmung“
* So., 13. September, 12.30 Uhr: „Die Reichweitenlüge: Adam Scheinriese und seine Zahlen“Außerdem diskutiert sie anschließend ab 13.30 Uhr bei „Reichweite my Ass!!!“ über Kreation und Kuratierung im Fediverse.
Programm, Ort und Tickets:
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Der Berliner #FediDay geht in die dritte Runde: Vom 11. bis 13. September treffen sich in der c-base Menschen, die das Fediverse weiterdenken, weiterentwickeln und gemeinsam gestalten wollen. Mehr als 70 Vorträge, Workshops und Diskussionen machen ihn zur größten Konferenz für alternative soziale Netzwerke.
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* Sa., 12. September, 17.30 Uhr: „Killer-Feature heißt Mitbestimmung“
* Sa., 12. September, 18.30 Uhr: Workshop „Das Killer-Feature heißt Mitbestimmung“
* So., 13. September, 12.30 Uhr: „Die Reichweitenlüge: Adam Scheinriese und seine Zahlen“Außerdem diskutiert sie anschließend ab 13.30 Uhr bei „Reichweite my Ass!!!“ über Kreation und Kuratierung im Fediverse.
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Der Berliner #FediDay geht in die dritte Runde: Vom 11. bis 13. September treffen sich in der c-base Menschen, die das Fediverse weiterdenken, weiterentwickeln und gemeinsam gestalten wollen. Mehr als 70 Vorträge, Workshops und Diskussionen machen ihn zur größten Konferenz für alternative soziale Netzwerke.
Mit dabei ist unsere Kollegin Leena Simon (@reticuleena) gleich dreimal:
* Sa., 12. September, 17.30 Uhr: „Killer-Feature heißt Mitbestimmung“
* Sa., 12. September, 18.30 Uhr: Workshop „Das Killer-Feature heißt Mitbestimmung“
* So., 13. September, 12.30 Uhr: „Die Reichweitenlüge: Adam Scheinriese und seine Zahlen“Außerdem diskutiert sie anschließend ab 13.30 Uhr bei „Reichweite my Ass!!!“ über Kreation und Kuratierung im Fediverse.
Programm, Ort und Tickets:
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Der Berliner #FediDay geht in die dritte Runde: Vom 11. bis 13. September treffen sich in der c-base Menschen, die das Fediverse weiterdenken, weiterentwickeln und gemeinsam gestalten wollen. Mehr als 70 Vorträge, Workshops und Diskussionen machen ihn zur größten Konferenz für alternative soziale Netzwerke.
Mit dabei ist unsere Kollegin Leena Simon (@reticuleena) gleich dreimal:
* Sa., 12. September, 17.30 Uhr: „Killer-Feature heißt Mitbestimmung“
* Sa., 12. September, 18.30 Uhr: Workshop „Das Killer-Feature heißt Mitbestimmung“
* So., 13. September, 12.30 Uhr: „Die Reichweitenlüge: Adam Scheinriese und seine Zahlen“Außerdem diskutiert sie anschließend ab 13.30 Uhr bei „Reichweite my Ass!!!“ über Kreation und Kuratierung im Fediverse.
Programm, Ort und Tickets:
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Treibt unsere Scham die nächste Generation in die Arme von Algorithmen?
Viele Erwachsene ziehen sich aus Scham über das eigene KI-Nichtwissen komplett aus dem Diskurs zurück. Wenn wir als Mentoren*innen, Eltern und Lehrpersonen verstummen, überlassen wir das Spielfeld den Algorithmen.
https://bit.ly/4x3i5ja#KIKompetenz #KIDialog #deskilling #schummeln #plagiat #kiabhängigkeit #kibegleiter #digitalemündigkeit #lernenmitki #kiimunterricht
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Treibt unsere Scham die nächste Generation in die Arme von Algorithmen?
Viele Erwachsene ziehen sich aus Scham über das eigene KI-Nichtwissen komplett aus dem Diskurs zurück. Wenn wir als Mentoren*innen, Eltern und Lehrpersonen verstummen, überlassen wir das Spielfeld den Algorithmen.
https://bit.ly/4x3i5ja#KIKompetenz #KIDialog #deskilling #schummeln #plagiat #kiabhängigkeit #kibegleiter #digitalemündigkeit #lernenmitki #kiimunterricht
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@virgil_tibbs @ralphruthe Jetzt wäre die Unterhaltung beinahe in die falsche Richtung gelaufen.
Es geht nicht darum einem US-Konzern zu schaden oder zu nützen. Es geht darum die Datenwüste, die US- Tec-Konzerne aus dem Internet gemacht haben, wieder zu beleben.
Hier ein guter Beitrag wie unser Internet in Wirklichkeit hinter der 'Matrix' aussieht: "Big Tech muss weg! - WebMontag Spezial aus Kiel mit Dr. Martin Andree"
https://tube.tchncs.de/w/3vjXp2fQzBXjgaMmua8aV9
#digitaleMündigkeit #digitaleunabhangigkeit -
@virgil_tibbs @ralphruthe Jetzt wäre die Unterhaltung beinahe in die falsche Richtung gelaufen.
Es geht nicht darum einem US-Konzern zu schaden oder zu nützen. Es geht darum die Datenwüste, die US- Tec-Konzerne aus dem Internet gemacht haben, wieder zu beleben.
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Es geht nicht darum einem US-Konzern zu schaden oder zu nützen. Es geht darum die Datenwüste, die US- Tec-Konzerne aus dem Internet gemacht haben, wieder zu beleben.
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Es geht nicht darum einem US-Konzern zu schaden oder zu nützen. Es geht darum die Datenwüste, die US- Tec-Konzerne aus dem Internet gemacht haben, wieder zu beleben.
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#digitaleMündigkeit #digitaleunabhangigkeit -
Wie generative KI eine Generation entmündigt, bevor sie denken lernt
Wir erleben einen Zivilisationsbruch im Klassenzimmer. Während Bildungsenthusiasten*innen generative Künstliche Intelligenz als Heilsversprechen für personalisiertes Lernen feiern, vollzieht sich im Schatten der Bildschirme ein schleichender Prozess: die freiwillige Kapitulation des sich entwickelnden Geistes.
#KIimUnterricht #LernenmitKI #Deskilling #digitalemündigkeit #KIKompetenz
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Wie generative KI eine Generation entmündigt, bevor sie denken lernt
Wir erleben einen Zivilisationsbruch im Klassenzimmer. Während Bildungsenthusiasten*innen generative Künstliche Intelligenz als Heilsversprechen für personalisiertes Lernen feiern, vollzieht sich im Schatten der Bildschirme ein schleichender Prozess: die freiwillige Kapitulation des sich entwickelnden Geistes.
#KIimUnterricht #LernenmitKI #Deskilling #digitalemündigkeit #KIKompetenz
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Wenn die KI zum Komplizen wird
Stellen Sie sich einen digitalen Begleiter vor, der niemals ermüdet, stets Empathie simuliert und Ihnen in jedem einzelnen Punkt bedingungslos zustimmt. Was oberflächlich wie das Idealbild technologischer Dienstbarkeit erscheint, entpuppt sich bei klinischer Betrachtung als ein psychologisches Pulverfass.
#kipsychose #Sykophantie #Deifizierung #realitätsverlust #kibegleiter #kikompetenz #digitalemündigkeit, #bias #halluzination
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Wenn die KI zum Komplizen wird
Stellen Sie sich einen digitalen Begleiter vor, der niemals ermüdet, stets Empathie simuliert und Ihnen in jedem einzelnen Punkt bedingungslos zustimmt. Was oberflächlich wie das Idealbild technologischer Dienstbarkeit erscheint, entpuppt sich bei klinischer Betrachtung als ein psychologisches Pulverfass.
#kipsychose #Sykophantie #Deifizierung #realitätsverlust #kibegleiter #kikompetenz #digitalemündigkeit, #bias #halluzination
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Warum Selberlernen trotz KI der Schlüssel zu deiner Freiheit bleibt
In der heutigen Bildungslandschaft breitet sich eine fundamentale Verunsicherung aus. Wenn generative Sprachmodelle komplexe Texte verfassen und mathematische Probleme in Sekundenschnelle lösen, wirkt der klassische Kompetenzaufbau für viele Lernende wie ein „mühsamer Umweg“.
#digitalemündigkeit #deskilling #outsourcing #plagiat #schummeln #lernenmitki #kiimunterricht #bias #halluzinationen #fakenews
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Warum Selberlernen trotz KI der Schlüssel zu deiner Freiheit bleibt
In der heutigen Bildungslandschaft breitet sich eine fundamentale Verunsicherung aus. Wenn generative Sprachmodelle komplexe Texte verfassen und mathematische Probleme in Sekundenschnelle lösen, wirkt der klassische Kompetenzaufbau für viele Lernende wie ein „mühsamer Umweg“.
#digitalemündigkeit #deskilling #outsourcing #plagiat #schummeln #lernenmitki #kiimunterricht #bias #halluzinationen #fakenews
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Warum Selberlernen trotz KI der Schlüssel zu deiner Freiheit bleibt
In der heutigen Bildungslandschaft breitet sich eine fundamentale Verunsicherung aus. Wenn generative Sprachmodelle komplexe Texte verfassen und mathematische Probleme in Sekundenschnelle lösen, wirkt der klassische Kompetenzaufbau für viele Lernende wie ein „mühsamer Umweg“.
#digitalemündigkeit #deskilling #outsourcing #plagiat #schummeln #lernenmitki #kiimunterricht #bias #halluzinationen #fakenews
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Technodiversität als Nordstern für digitale Mündigkeit
In der gegenwärtigen KI-Debatte diskutieren wir meinem Eindruck nach viel über die Frage, wie wir KI als Werkzeug und auch als Impuls für eine veränderte Lernkultur nutzen können. Außerdem reflektieren wir – meist unter der Überschrift der ethischen Dimension von KI – über gesamtgesellschaftliche Implikationen wie Ressourcenverbrauch, Bias oder soziale und demokratische Konsequenzen. Was dabei aus meiner Sicht häufig aus dem Blick gerät, ist die Frage nach einer alternativen Gestaltung unserer digitalen Technologien und damit eben auch von KI. In diesem Sinne ließe sich bei der ethischen Dimension von KI nicht nur fragen: „Was macht KI-Technologie mit unserer Gesellschaft?“, sondern auch: „Wie könnte KI-Technologie bzw. unsere Digitalität insgesamt anders gestaltet sein, sodass sie ein gutes Leben für alle unterstützt?“ Diese Frage ist sehr viel grundsätzlicher und sie wird angesichts der immensen Prägung unserer Gesellschaft durch digitale Technologien immer relevanter.
Hilfreich finde ich hier die Überlegungen des Technikphilosophen Yuk Hui, die ich als Denkanstoß (und Gedächtnisstütze für mich) hier aufschreiben und teilen will. Ich finde sie eine gute theoretische Grundlage, um Gestaltbarkeit von Technologie in den Blick zu nehmen und dazu insbesondere Dezentralität als Möglichkeit für föderierte und damit unterschiedliche, aber zugleich vernetzte digitale Systeme – wie sie etwa in offenen Projekten wie dem Fediverse verankert ist – nicht nur als technisches Funktionsprinzip, sondern als gesamtgesellschaftliches Erfordernis in der Digitalität zu begründen.
Ausgangspunkt von Yuk Hui ist, dass sich digitale Technologien seiner Beobachtung nach zunehmend vom ‚organisierten Anorganischen‘ hin zum ‚organisierenden Anorganischen‘ verändern. Es findet somit eine Verschiebung statt von Maschinen als Gegenständen menschlicher Organisation hin zu technischen Systemen, die selbst Prozesse strukturieren, steuern und Rückkopplungen erzeugen. Damit wird Technologie immer prägender für unsere Gesellschaft und umso wichtiger wird es, die Gestaltung bewusst anzugehen. Ein weiterer Begriff von ihm ist in diesem Sinne ‚Kosmotechnik‘. Er meint damit, dass Technologie nicht neutral ist, sondern immer in einem bestimmten Kontext entwickelt wird und die damit verbundenen Orientierungen in sich trägt und nicht-dualistisch gedacht ist. Technologie ist somit eigentlich nicht feststehend und universell.
Sein Gegenentwurf angesichts der Vielfältigkeit unserer Welt vor dem Hintergrund einer angenommen Kosmotechnik ist Technodiversität – also eine Art der technologischen Gestaltung, die immer von einer spezifischen Situation ausgeht und somit angesichts der Vielfalt unserer Welt nicht normiert und zentralisiert wäre.
Die gegenwärtige Entwicklung geht mit zunehmender Monopolisierung dagegen in die entgegensetzte Richtung von Technodiversität: Hier gibt es nur noch eine oder wenige Technologie zur Auswahl, die dann als besonders überlegen und effizient eingeordnet wird, deshalb gewählt wird und dann durch die Sammlung und Auswertung von Nutzer:innen-Daten immer besser optimiert werden kann. Es entstehen Lock-In Effekte. Dieser Prozess wird noch dadurch verstärkt, dass die Technologie im Interesse ihrer Vermarktung meist so entwickelt wird, dass sie sehr intuitiv funktioniert. Das ist einerseits hilfreich, weil es Hürden abbaut. Zugleich wird Technologie damit etwas, was uns zur Verfügung gestellt wird, was intransparent bleibt und nicht das, was wir entwickeln. Die Herausforderung, Technologie zu gestalten und sie überhaupt als gestaltbar zu erkennen, tritt dabei immer mehr in den Hintergrund.
Diese Art der Technologie-Entwicklung funktioniert zugleich immer schneller, so dass Maschinen einem noch stärker als tendenziell unbeherrschbar und gegeben erscheinen. Technodiversität würde dagegen wie beschrieben bedeuten, aus einer konkreten Konstellation heraus zu gestalten.
Vor diesem Hintergrund erscheint mir Technodiversität – auch wenn es erstmal vielleicht wenig spektakulär klingt – in der Darstellung von Yuk Hui als hilfreicher Nordstern für digitale Mündigkeit im Kontext von Bildung. Die inhaltliche Auseinandersetzung damit kann Hand in Hand gehen mit praktischen Erkundungen – zum Beispiel zu dezentralen und föderierten Systemen. Ein sehr hilfreicher und konkreter Einstieg kann hier das Fediverse als ein von unten gestalteter Lern- und Austauschraum oder auch das Kennenlernen und Mitgestalten von Open-Source-Projekten sein. Hier haben wir es zwar weiterhin vielfach mit Standards zu tun, die aber offen sind und so nur einen übergreifenden Rahmen vorgeben, um dann insbesondere Föderierung zu ermöglichen. Innerhalb dieses Rahmens ist sehr viel Gestaltung möglich, was zu Vielfalt führt und somit Technodiversität auch auf einer größeren Ebene überhaupt denkbar und dann auch erlernbar macht. Die bei solch einer erkundenden und ausprobierenden Variante von Technologie fast zwangsläufig auftretenden Hindernisse und Irritationen wären dann als Gegenentwurf zu einer zunehmend intuitiv-nutzbaren und zugleich intransparenten Technologie kein beklagenswertes Problem, sondern ein wünschenswerter Lernanlass.
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Technodiversität als Nordstern für digitale Mündigkeit
In der gegenwärtigen KI-Debatte diskutieren wir meinem Eindruck nach viel über die Frage, wie wir KI als Werkzeug und auch als Impuls für eine veränderte Lernkultur nutzen können. Außerdem reflektieren wir – meist unter der Überschrift der ethischen Dimension von KI – über gesamtgesellschaftliche Implikationen wie Ressourcenverbrauch, Bias oder soziale und demokratische Konsequenzen. Was dabei aus meiner Sicht häufig aus dem Blick gerät, ist die Frage nach einer alternativen Gestaltung unserer digitalen Technologien und damit eben auch von KI. In diesem Sinne ließe sich bei der ethischen Dimension von KI nicht nur fragen: „Was macht KI-Technologie mit unserer Gesellschaft?“, sondern auch: „Wie könnte KI-Technologie bzw. unsere Digitalität insgesamt anders gestaltet sein, sodass sie ein gutes Leben für alle unterstützt?“ Diese Frage ist sehr viel grundsätzlicher und sie wird angesichts der immensen Prägung unserer Gesellschaft durch digitale Technologien immer relevanter.
Hilfreich finde ich hier die Überlegungen des Technikphilosophen Yuk Hui, die ich als Denkanstoß (und Gedächtnisstütze für mich) hier aufschreiben und teilen will. Ich finde sie eine gute theoretische Grundlage, um Gestaltbarkeit von Technologie in den Blick zu nehmen und dazu insbesondere Dezentralität als Möglichkeit für föderierte und damit unterschiedliche, aber zugleich vernetzte digitale Systeme – wie sie etwa in offenen Projekten wie dem Fediverse verankert ist – nicht nur als technisches Funktionsprinzip, sondern als gesamtgesellschaftliches Erfordernis in der Digitalität zu begründen.
Ausgangspunkt von Yuk Hui ist, dass sich digitale Technologien seiner Beobachtung nach zunehmend vom ‚organisierten Anorganischen‘ hin zum ‚organisierenden Anorganischen‘ verändern. Es findet somit eine Verschiebung statt von Maschinen als Gegenständen menschlicher Organisation hin zu technischen Systemen, die selbst Prozesse strukturieren, steuern und Rückkopplungen erzeugen. Damit wird Technologie immer prägender für unsere Gesellschaft und umso wichtiger wird es, die Gestaltung bewusst anzugehen. Ein weiterer Begriff von ihm ist in diesem Sinne ‚Kosmotechnik‘. Er meint damit, dass Technologie nicht neutral ist, sondern immer in einem bestimmten Kontext entwickelt wird und die damit verbundenen Orientierungen in sich trägt und nicht-dualistisch gedacht ist. Technologie ist somit eigentlich nicht feststehend und universell.
Sein Gegenentwurf angesichts der Vielfältigkeit unserer Welt vor dem Hintergrund einer angenommen Kosmotechnik ist Technodiversität – also eine Art der technologischen Gestaltung, die immer von einer spezifischen Situation ausgeht und somit angesichts der Vielfalt unserer Welt nicht normiert und zentralisiert wäre.
Die gegenwärtige Entwicklung geht mit zunehmender Monopolisierung dagegen in die entgegensetzte Richtung von Technodiversität: Hier gibt es nur noch eine oder wenige Technologie zur Auswahl, die dann als besonders überlegen und effizient eingeordnet wird, deshalb gewählt wird und dann durch die Sammlung und Auswertung von Nutzer:innen-Daten immer besser optimiert werden kann. Es entstehen Lock-In Effekte. Dieser Prozess wird noch dadurch verstärkt, dass die Technologie im Interesse ihrer Vermarktung meist so entwickelt wird, dass sie sehr intuitiv funktioniert. Das ist einerseits hilfreich, weil es Hürden abbaut. Zugleich wird Technologie damit etwas, was uns zur Verfügung gestellt wird, was intransparent bleibt und nicht das, was wir entwickeln. Die Herausforderung, Technologie zu gestalten und sie überhaupt als gestaltbar zu erkennen, tritt dabei immer mehr in den Hintergrund.
Diese Art der Technologie-Entwicklung funktioniert zugleich immer schneller, so dass Maschinen einem noch stärker als tendenziell unbeherrschbar und gegeben erscheinen. Technodiversität würde dagegen wie beschrieben bedeuten, aus einer konkreten Konstellation heraus zu gestalten.
Vor diesem Hintergrund erscheint mir Technodiversität – auch wenn es erstmal vielleicht wenig spektakulär klingt – in der Darstellung von Yuk Hui als hilfreicher Nordstern für digitale Mündigkeit im Kontext von Bildung. Die inhaltliche Auseinandersetzung damit kann Hand in Hand gehen mit praktischen Erkundungen – zum Beispiel zu dezentralen und föderierten Systemen. Ein sehr hilfreicher und konkreter Einstieg kann hier das Fediverse als ein von unten gestalteter Lern- und Austauschraum oder auch das Kennenlernen und Mitgestalten von Open-Source-Projekten sein. Hier haben wir es zwar weiterhin vielfach mit Standards zu tun, die aber offen sind und so nur einen übergreifenden Rahmen vorgeben, um dann insbesondere Föderierung zu ermöglichen. Innerhalb dieses Rahmens ist sehr viel Gestaltung möglich, was zu Vielfalt führt und somit Technodiversität auch auf einer größeren Ebene überhaupt denkbar und dann auch erlernbar macht. Die bei solch einer erkundenden und ausprobierenden Variante von Technologie fast zwangsläufig auftretenden Hindernisse und Irritationen wären dann als Gegenentwurf zu einer zunehmend intuitiv-nutzbaren und zugleich intransparenten Technologie kein beklagenswertes Problem, sondern ein wünschenswerter Lernanlass.
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Technodiversität als Nordstern für digitale Mündigkeit
In der gegenwärtigen KI-Debatte diskutieren wir meinem Eindruck nach viel über die Frage, wie wir KI als Werkzeug und auch als Impuls für eine veränderte Lernkultur nutzen können. Außerdem reflektieren wir – meist unter der Überschrift der ethischen Dimension von KI – über gesamtgesellschaftliche Implikationen wie Ressourcenverbrauch, Bias oder soziale und demokratische Konsequenzen. Was dabei aus meiner Sicht häufig aus dem Blick gerät, ist die Frage nach einer alternativen Gestaltung unserer digitalen Technologien und damit eben auch von KI. In diesem Sinne ließe sich bei der ethischen Dimension von KI nicht nur fragen: „Was macht KI-Technologie mit unserer Gesellschaft?“, sondern auch: „Wie könnte KI-Technologie bzw. unsere Digitalität insgesamt anders gestaltet sein, sodass sie ein gutes Leben für alle unterstützt?“ Diese Frage ist sehr viel grundsätzlicher und sie wird angesichts der immensen Prägung unserer Gesellschaft durch digitale Technologien immer relevanter.
Hilfreich finde ich hier die Überlegungen des Technikphilosophen Yuk Hui, die ich als Denkanstoß (und Gedächtnisstütze für mich) hier aufschreiben und teilen will. Ich finde sie eine gute theoretische Grundlage, um Gestaltbarkeit von Technologie in den Blick zu nehmen und dazu insbesondere Dezentralität als Möglichkeit für föderierte und damit unterschiedliche, aber zugleich vernetzte digitale Systeme – wie sie etwa in offenen Projekten wie dem Fediverse verankert ist – nicht nur als technisches Funktionsprinzip, sondern als gesamtgesellschaftliches Erfordernis in der Digitalität zu begründen.
Ausgangspunkt von Yuk Hui ist, dass sich digitale Technologien seiner Beobachtung nach zunehmend vom ‚organisierten Anorganischen‘ hin zum ‚organisierenden Anorganischen‘ verändern. Es findet somit eine Verschiebung statt von Maschinen als Gegenständen menschlicher Organisation hin zu technischen Systemen, die selbst Prozesse strukturieren, steuern und Rückkopplungen erzeugen. Damit wird Technologie immer prägender für unsere Gesellschaft und umso wichtiger wird es, die Gestaltung bewusst anzugehen. Ein weiterer Begriff von ihm ist in diesem Sinne ‚Kosmotechnik‘. Er meint damit, dass Technologie nicht neutral ist, sondern immer in einem bestimmten Kontext entwickelt wird und die damit verbundenen Orientierungen in sich trägt und nicht-dualistisch gedacht ist. Technologie ist somit eigentlich nicht feststehend und universell.
Sein Gegenentwurf angesichts der Vielfältigkeit unserer Welt vor dem Hintergrund einer angenommen Kosmotechnik ist Technodiversität – also eine Art der technologischen Gestaltung, die immer von einer spezifischen Situation ausgeht und somit angesichts der Vielfalt unserer Welt nicht normiert und zentralisiert wäre.
Die gegenwärtige Entwicklung geht mit zunehmender Monopolisierung dagegen in die entgegensetzte Richtung von Technodiversität: Hier gibt es nur noch eine oder wenige Technologie zur Auswahl, die dann als besonders überlegen und effizient eingeordnet wird, deshalb gewählt wird und dann durch die Sammlung und Auswertung von Nutzer:innen-Daten immer besser optimiert werden kann. Es entstehen Lock-In Effekte. Dieser Prozess wird noch dadurch verstärkt, dass die Technologie im Interesse ihrer Vermarktung meist so entwickelt wird, dass sie sehr intuitiv funktioniert. Das ist einerseits hilfreich, weil es Hürden abbaut. Zugleich wird Technologie damit etwas, was uns zur Verfügung gestellt wird, was intransparent bleibt und nicht das, was wir entwickeln. Die Herausforderung, Technologie zu gestalten und sie überhaupt als gestaltbar zu erkennen, tritt dabei immer mehr in den Hintergrund.
Diese Art der Technologie-Entwicklung funktioniert zugleich immer schneller, so dass Maschinen einem noch stärker als tendenziell unbeherrschbar und gegeben erscheinen. Technodiversität würde dagegen wie beschrieben bedeuten, aus einer konkreten Konstellation heraus zu gestalten.
Vor diesem Hintergrund erscheint mir Technodiversität – auch wenn es erstmal vielleicht wenig spektakulär klingt – in der Darstellung von Yuk Hui als hilfreicher Nordstern für digitale Mündigkeit im Kontext von Bildung. Die inhaltliche Auseinandersetzung damit kann Hand in Hand gehen mit praktischen Erkundungen – zum Beispiel zu dezentralen und föderierten Systemen. Ein sehr hilfreicher und konkreter Einstieg kann hier das Fediverse als ein von unten gestalteter Lern- und Austauschraum oder auch das Kennenlernen und Mitgestalten von Open-Source-Projekten sein. Hier haben wir es zwar weiterhin vielfach mit Standards zu tun, die aber offen sind und so nur einen übergreifenden Rahmen vorgeben, um dann insbesondere Föderierung zu ermöglichen. Innerhalb dieses Rahmens ist sehr viel Gestaltung möglich, was zu Vielfalt führt und somit Technodiversität auch auf einer größeren Ebene überhaupt denkbar und dann auch erlernbar macht. Die bei solch einer erkundenden und ausprobierenden Variante von Technologie fast zwangsläufig auftretenden Hindernisse und Irritationen wären dann als Gegenentwurf zu einer zunehmend intuitiv-nutzbaren und zugleich intransparenten Technologie kein beklagenswertes Problem, sondern ein wünschenswerter Lernanlass.
#DigitaleMündigkeit -
Technodiversität als Nordstern für digitale Mündigkeit
In der gegenwärtigen KI-Debatte diskutieren wir meinem Eindruck nach viel über die Frage, wie wir KI als Werkzeug und auch als Impuls für eine veränderte Lernkultur nutzen können. Außerdem reflektieren wir – meist unter der Überschrift der ethischen Dimension von KI – über gesamtgesellschaftliche Implikationen wie Ressourcenverbrauch, Bias oder soziale und demokratische Konsequenzen. Was dabei aus meiner Sicht häufig aus dem Blick gerät, ist die Frage nach einer alternativen Gestaltung unserer digitalen Technologien und damit eben auch von KI. In diesem Sinne ließe sich bei der ethischen Dimension von KI nicht nur fragen: „Was macht KI-Technologie mit unserer Gesellschaft?“, sondern auch: „Wie könnte KI-Technologie bzw. unsere Digitalität insgesamt anders gestaltet sein, sodass sie ein gutes Leben für alle unterstützt?“ Diese Frage ist sehr viel grundsätzlicher und sie wird angesichts der immensen Prägung unserer Gesellschaft durch digitale Technologien immer relevanter.
Hilfreich finde ich hier die Überlegungen des Technikphilosophen Yuk Hui, die ich als Denkanstoß (und Gedächtnisstütze für mich) hier aufschreiben und teilen will. Ich finde sie eine gute theoretische Grundlage, um Gestaltbarkeit von Technologie in den Blick zu nehmen und dazu insbesondere Dezentralität als Möglichkeit für föderierte und damit unterschiedliche, aber zugleich vernetzte digitale Systeme – wie sie etwa in offenen Projekten wie dem Fediverse verankert ist – nicht nur als technisches Funktionsprinzip, sondern als gesamtgesellschaftliches Erfordernis in der Digitalität zu begründen.
Ausgangspunkt von Yuk Hui ist, dass sich digitale Technologien seiner Beobachtung nach zunehmend vom ‚organisierten Anorganischen‘ hin zum ‚organisierenden Anorganischen‘ verändern. Es findet somit eine Verschiebung statt von Maschinen als Gegenständen menschlicher Organisation hin zu technischen Systemen, die selbst Prozesse strukturieren, steuern und Rückkopplungen erzeugen. Damit wird Technologie immer prägender für unsere Gesellschaft und umso wichtiger wird es, die Gestaltung bewusst anzugehen. Ein weiterer Begriff von ihm ist in diesem Sinne ‚Kosmotechnik‘. Er meint damit, dass Technologie nicht neutral ist, sondern immer in einem bestimmten Kontext entwickelt wird und die damit verbundenen Orientierungen in sich trägt und nicht-dualistisch gedacht ist. Technologie ist somit eigentlich nicht feststehend und universell.
Sein Gegenentwurf angesichts der Vielfältigkeit unserer Welt vor dem Hintergrund einer angenommen Kosmotechnik ist Technodiversität – also eine Art der technologischen Gestaltung, die immer von einer spezifischen Situation ausgeht und somit angesichts der Vielfalt unserer Welt nicht normiert und zentralisiert wäre.
Die gegenwärtige Entwicklung geht mit zunehmender Monopolisierung dagegen in die entgegensetzte Richtung von Technodiversität: Hier gibt es nur noch eine oder wenige Technologie zur Auswahl, die dann als besonders überlegen und effizient eingeordnet wird, deshalb gewählt wird und dann durch die Sammlung und Auswertung von Nutzer:innen-Daten immer besser optimiert werden kann. Es entstehen Lock-In Effekte. Dieser Prozess wird noch dadurch verstärkt, dass die Technologie im Interesse ihrer Vermarktung meist so entwickelt wird, dass sie sehr intuitiv funktioniert. Das ist einerseits hilfreich, weil es Hürden abbaut. Zugleich wird Technologie damit etwas, was uns zur Verfügung gestellt wird, was intransparent bleibt und nicht das, was wir entwickeln. Die Herausforderung, Technologie zu gestalten und sie überhaupt als gestaltbar zu erkennen, tritt dabei immer mehr in den Hintergrund.
Diese Art der Technologie-Entwicklung funktioniert zugleich immer schneller, so dass Maschinen einem noch stärker als tendenziell unbeherrschbar und gegeben erscheinen. Technodiversität würde dagegen wie beschrieben bedeuten, aus einer konkreten Konstellation heraus zu gestalten.
Vor diesem Hintergrund erscheint mir Technodiversität – auch wenn es erstmal vielleicht wenig spektakulär klingt – in der Darstellung von Yuk Hui als hilfreicher Nordstern für digitale Mündigkeit im Kontext von Bildung. Die inhaltliche Auseinandersetzung damit kann Hand in Hand gehen mit praktischen Erkundungen – zum Beispiel zu dezentralen und föderierten Systemen. Ein sehr hilfreicher und konkreter Einstieg kann hier das Fediverse als ein von unten gestalteter Lern- und Austauschraum oder auch das Kennenlernen und Mitgestalten von Open-Source-Projekten sein. Hier haben wir es zwar weiterhin vielfach mit Standards zu tun, die aber offen sind und so nur einen übergreifenden Rahmen vorgeben, um dann insbesondere Föderierung zu ermöglichen. Innerhalb dieses Rahmens ist sehr viel Gestaltung möglich, was zu Vielfalt führt und somit Technodiversität auch auf einer größeren Ebene überhaupt denkbar und dann auch erlernbar macht. Die bei solch einer erkundenden und ausprobierenden Variante von Technologie fast zwangsläufig auftretenden Hindernisse und Irritationen wären dann als Gegenentwurf zu einer zunehmend intuitiv-nutzbaren und zugleich intransparenten Technologie kein beklagenswertes Problem, sondern ein wünschenswerter Lernanlass.
#DigitaleMündigkeit -
Technodiversität als Nordstern für digitale Mündigkeit
In der gegenwärtigen KI-Debatte diskutieren wir meinem Eindruck nach viel über die Frage, wie wir KI als Werkzeug und auch als Impuls für eine veränderte Lernkultur nutzen können. Außerdem reflektieren wir – meist unter der Überschrift der ethischen Dimension von KI – über gesamtgesellschaftliche Implikationen wie Ressourcenverbrauch, Bias oder soziale und demokratische Konsequenzen. Was dabei aus meiner Sicht häufig aus dem Blick gerät, ist die Frage nach einer alternativen Gestaltung unserer digitalen Technologien und damit eben auch von KI. In diesem Sinne ließe sich bei der ethischen Dimension von KI nicht nur fragen: „Was macht KI-Technologie mit unserer Gesellschaft?“, sondern auch: „Wie könnte KI-Technologie bzw. unsere Digitalität insgesamt anders gestaltet sein, sodass sie ein gutes Leben für alle unterstützt?“ Diese Frage ist sehr viel grundsätzlicher und sie wird angesichts der immensen Prägung unserer Gesellschaft durch digitale Technologien immer relevanter.
Hilfreich finde ich hier die Überlegungen des Technikphilosophen Yuk Hui, die ich als Denkanstoß (und Gedächtnisstütze für mich) hier aufschreiben und teilen will. Ich finde sie eine gute theoretische Grundlage, um Gestaltbarkeit von Technologie in den Blick zu nehmen und dazu insbesondere Dezentralität als Möglichkeit für föderierte und damit unterschiedliche, aber zugleich vernetzte digitale Systeme – wie sie etwa in offenen Projekten wie dem Fediverse verankert ist – nicht nur als technisches Funktionsprinzip, sondern als gesamtgesellschaftliches Erfordernis in der Digitalität zu begründen.
Ausgangspunkt von Yuk Hui ist, dass sich digitale Technologien seiner Beobachtung nach zunehmend vom ‚organisierten Anorganischen‘ hin zum ‚organisierenden Anorganischen‘ verändern. Es findet somit eine Verschiebung statt von Maschinen als Gegenständen menschlicher Organisation hin zu technischen Systemen, die selbst Prozesse strukturieren, steuern und Rückkopplungen erzeugen. Damit wird Technologie immer prägender für unsere Gesellschaft und umso wichtiger wird es, die Gestaltung bewusst anzugehen. Ein weiterer Begriff von ihm ist in diesem Sinne ‚Kosmotechnik‘. Er meint damit, dass Technologie nicht neutral ist, sondern immer in einem bestimmten Kontext entwickelt wird und zugleich immer auch kosmologische und moralische Orientierungen in sich trägt und nicht-dualistisch gedacht ist. Technologie ist somit eigentlich nicht feststehend und universell.
Sein Gegenentwurf angesichts der Vielfältigkeit unserer Welt vor dem Hintergrund einer angenommen Kosmotechnik ist Technodiversität – also eine Art der technologischen Gestaltung, die immer von einer spezifischen Situation ausgeht und somit angesichts der Vielfalt unserer Welt nicht normiert und zentralisiert wäre.
Die gegenwärtige Entwicklung geht mit zunehmender Monopolisierung dagegen in die entgegensetzte Richtung von Technodiversität: Hier gibt es nur noch eine oder wenige Technologie zur Auswahl, die dann als besonders überlegen und effizient eingeordnet wird, deshalb gewählt wird und dann durch die Sammlung und Auswertung von Nutzer:innen-Daten immer besser optimiert werden kann. Es entstehen Lock-In Effekte. Dieser Prozess wird noch dadurch verstärkt, dass die Technologie im Interesse ihrer Vermarktung meist so entwickelt wird, dass sie sich an den Menschen anschmiegt und sehr intuitiv funktioniert. Je anschmiegsamer Geräte werden, desto mehr Erträge sind zu erwarten. Es lässt sich von einer zunehmend anthropophilen Technologie sprechen, was einerseits hilfreich sein kann und Hürden abbaut. Zugleich wird Technologie damit etwas, was uns zur Verfügung gestellt wird und nicht das, was wir entwickeln. Die Herausforderung, Technologie zu gestalten und sie überhaupt als gestaltbar zu erkennen, tritt dabei immer mehr in den Hintergrund.
Diese Art der Technologie-Entwicklung funktioniert zugleich immer schneller, so dass Maschinen einem noch stärker als tendenziell unbeherrschbar und gegeben erscheinen. Technodiversität würde dagegen wie beschrieben bedeuten, aus einer konkreten Konstellation heraus zu gestalten.
Vor diesem Hintergrund erscheint mir Technodiversität – auch wenn es erstmal vielleicht wenig spektakulär klingt – in der Darstellung von Yuk Hui als hilfreicher Nordstern für digitale Mündigkeit im Kontext von Bildung. Die inhaltliche Auseinandersetzung damit kann Hand in Hand gehen mit praktischen Erkundungen – zum Beispiel zu dezewntralen und föderierten Systemen. Ein sehr hilfreicher und konkreter Einstieg kann hier das Fediverse als ein von unten gestalteter Lern- und Austauschraum oder auch das Kennenlernen und Mitgestalten von Open-Source-Projekten sein. Hier haben wir es zwar weiterhin vielfach mit Standards zu tun, die aber offen sind und so nur einen übergreifenden Rahmen vorgeben, um dann insbesondere Föderierung zu ermöglichen. Innerhalb dieses Rahmens ist aber sehr viel Gestaltung möglich, was zu Vielfalt führt und somit Technodiversität auch auf einer größeren Ebene überhaupt denkbar und dann auch erlernbar macht. Die bei solch einer erkundenden und ausprobierenden Variante von Technologie fast zwangsläufig auftretenden Hindernisse und Irritationen wären dann als Gegenentwurf zu einer zunehmend anthropophilen Technologie kein beklagenswertes Problem, sondern ein wünschenswerter Lernanlass.
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Save Social sucht Verstärkung!
Du willst dazu beitragen, dass soziale Netzwerke wieder den Menschen dienen statt den Plattformkonzernen? Dann könnte das genau die richtige Stelle für dich sein.
Save Social sucht Unterstützung im Bereich Kommunikation. Wenn du Lust auf Öffentlichkeitsarbeit, Kampagnen, Social Media und digitale Zivilgesellschaft hast, schau dir die Ausschreibung an und bewirb dich:
https://savesocial.eu/wp-content/uploads/2026/08/Stellenausschreibung-Kommunikation.pdf
Bitte weitersagen – gute Leute für gute Projekte werden immer gebraucht.
#SaveSocial #Job #Stellenangebot #Kommunikation #NGO #Zivilgesellschaft #Fediverse #DigitaleMündigkeit
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Und Aldi macht mindestens schon seit mehreren Tagen damit ganz kräftig werbung. Insbesondere mit großen plakaten direkt vor den supermärkten der konkurrenz.
#Digitalzwang #Digitalzwang #DigitaleMündigkeit #Datenschutz #Verbraucherschutz #Grundrechte #BigBrotherAwards #Aldi
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Sensation: ALDI zeigt, dass es auch anders geht.
ALDI schafft die App-exklusiven Rabatte ab. Preisnachlässe gibt es künftig wieder ohne Smartphone, ohne Konto und ohne Datenspur. Das ist ein wichtiger Schritt gegen #Digitalzwang und gegen Preisdiskriminierung durch personalisierte Apps.
Genau dafür kämpfen wir seit Jahren: vom BigBrotherAward für Payback über unsere Kritik an Rabatt-Apps bis zur Petition für ein Recht auf ein Leben ohne Digitalzwang. Wir freuen uns über diesen Erfolg und hoffen, dass andere Unternehmen diesem Beispiel folgen.
Mehr dazu: https://digitalcourage.de/blog/2026/aldi-gegen-digitalzwang
#Digitalzwang #DigitaleMündigkeit #Datenschutz #Verbraucherschutz #Grundrechte #BigBrotherAwards #Aldi
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Nach einem Tag im digitalen Strudel floh ich an den Schwärzesee – eine Walderdbeere, das langsame Wasser und ein Quellsee im Naturschutzgebiet holten mich zurück ins echte Leben. Eine Reflektion über digitale Erschöpfung und die heilende Kraft der Natur
#digitaleErschöpfung #Mediensucht #reclaimreallife #digitaldetox #Achtsamkeit #NaturHeilt #naturewriting #Langsamkeit #momo #MichaelEnde #Zeiträuber #digitalemundigkeit #wald #Heilkräuter #Naturverbundenheit #natur
https://offlinejunkie.com/de/blog/2026/07/29/digitaler-filmriss-und-erdbeerwunder/
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@goodthinkhunting Sorry, da fehlt mir die Phantasie, ein kleines Sahneröschen als schmackhaft auf einem vergammelten Kuchen zu genießen.
Wir hätten in #Schule und #Sportverein die Chance bewusst auf #Whatsapp zu verzichten. Vollkommen zu Recht und das wäre super easy. Habe das in Schule und Verein erfolgreich umgesetzt.
Es fehlt aber Wille und Kompetenz bei Verbänden und Kultusministerien.
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@goodthinkhunting Sorry, da fehlt mir die Phantasie, ein kleines Sahneröschen als schmackhaft auf einem vergammelten Kuchen zu genießen.
Wir hätten in #Schule und #Sportverein die Chance bewusst auf #Whatsapp zu verzichten. Vollkommen zu Recht und das wäre super easy. Habe das in Schule und Verein erfolgreich umgesetzt.
Es fehlt aber Wille und Kompetenz bei Verbänden und Kultusministerien.
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@goodthinkhunting Sorry, da fehlt mir die Phantasie, ein kleines Sahneröschen als schmackhaft auf einem vergammelten Kuchen zu genießen.
Wir hätten in #Schule und #Sportverein die Chance bewusst auf #Whatsapp zu verzichten. Vollkommen zu Recht und das wäre super easy. Habe das in Schule und Verein erfolgreich umgesetzt.
Es fehlt aber Wille und Kompetenz bei Verbänden und Kultusministerien.
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@goodthinkhunting Sorry, da fehlt mir die Phantasie, ein kleines Sahneröschen als schmackhaft auf einem vergammelten Kuchen zu genießen.
Wir hätten in #Schule und #Sportverein die Chance bewusst auf #Whatsapp zu verzichten. Vollkommen zu Recht und das wäre super easy. Habe das in Schule und Verein erfolgreich umgesetzt.
Es fehlt aber Wille und Kompetenz bei Verbänden und Kultusministerien.
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@goodthinkhunting Sorry, da fehlt mir die Phantasie, ein kleines Sahneröschen als schmackhaft auf einem vergammelten Kuchen zu genießen.
Wir hätten in #Schule und #Sportverein die Chance bewusst auf #Whatsapp zu verzichten. Vollkommen zu Recht und das wäre super easy. Habe das in Schule und Verein erfolgreich umgesetzt.
Es fehlt aber Wille und Kompetenz bei Verbänden und Kultusministerien.
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Gut, dass es AIS.chat gibt!
Bei aktuellen KI-Veranstaltungen im Bildungskontext kommt früher oder später die Rede auf AIS.chat, also die Chatbot-Oberfläche, die vom FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht im Auftrag der 16 Bundesländer und gefördert vom Bundesbildungsministerium angeboten wird und inzwischen in immer mehr Bundesländern an Schulen zur Verfügung steht. Die Äußerungen, die ich zu AIS.chat wahrnehme, sind dann meist negativ: Das Angebot sei viel zu langsam und schwerfällig, der notwendig gewordene Namenswechsel peinlich und lächerlich (früher hieß das Produkt ‚telli‘ und musste umbenannt werden, weil die Erlaubnis zur Nutzung der Marke auslief) und überhaupt würde es zig, ebenfalls kostenfreie KI-Tools geben, die Schüler*innen längst selbstverständlich nutzen und die auch für Lehrkräfte viel attraktiver seien.
Ich kann diese Kritik erst einmal gut nachvollziehen: Es ist super nervig, wenn Technologie nicht so funktioniert, wie man sie sich wünscht oder braucht. Und gerade wenn im Kontext von KI eigentlich Entlastung erhofft wird, dann ist ein Tool, das vermeintlich viel weniger kann und weniger Leistung bringt als andere Angebote, natürlich ein Ärgernis. Zumal in einem stressigen und oft überfordernden Schulalltag. Und trotzdem finde ich: Es ist gut und sinnvoll, dass es AIS.chat gibt. Das möchte ich im Folgenden kurz begründen:
Sehr gut passend ist für mich für diese Begründung ein Vergleich mit der Deutschen Bahn. Als Viel-Bahnfahrerin bin ich super genervt davon, dass Züge ausfallen, Verspätungen eher Normalität als Ausnahme sind und die Preispolitik der Bahn aus meiner Sicht oft in eine verkehrte Richtung geht. Trotzdem bin ich sehr froh darüber, dass es die Deutsche Bahn gibt – und meine Alternative wäre ganz sicher nicht, eine (noch stärkere) Privatisierung oder gar ihre Abschaffung zu fordern. Ganz im Gegenteil: Ich setze mich dafür ein und werbe dafür, dass die Bahn als Teil öffentlicher Infrastruktur für alle in guter Qualität zur Verfügung steht. Ich tue das wohl wissend, dass angesichts von Sanierungsstau und aktuellen politischen Mehrheitsverhältnissen wahrscheinlich keine direkte Besserung in Sicht ist. (Bis dahin kann ich Bahnfahren im Rahmen meiner Möglichkeiten angenehmer und freudvoller machen, z.B. durch direkte Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Akzeptanz der Situation, was dann tatsächlich sehr oft zu unverhofften und spannenden Bekanntschaften und Erlebnissen führt.)
Genau solch eine Haltung wünsche ich mir von uns allen, als im Bildungskontext tätigen Menschen, auch in Bezug auf AIS.chat. Und, anders als bei der Deutschen Bahn, befindet sich das Tool im Aufbau, es wird kontinuierlich besser und wir haben deutlich mehr Gestaltungs- und Entwicklungsoptionen. Lasst sie uns nutzen!
Ja, es mag sein, dass die Leistung des Angebots manches Mal noch zu wünschen übrig lässt. Es mag auch sein, dass das Angebot zu spät kam und eigentlich schon viel früher hätte vorbereitet werden müssen. Und es ist verständlich, dass die Entwicklungen daran oft schwerfällig und mühsam erscheinen. Genau das liegt aber zu einem großen Teil in der Natur der Sache, wenn wir demokratisch, mit vielen unterschiedlichen Beteiligten und sicherlich in der Tat auch mit oft noch fehlender digitaler Expertise in manchen Behörden und Ministerien genau wie auch an vielen Schulen an einem digitalen Angebot zu KI arbeiten.
Der Wert dieser Möglichkeit bemisst sich darum aber auch nicht allein in einer wie auch immer definierten ‚Effizienz‘, sondern allen voran auch in dem dadurch ermöglichten Lernprozess. Als Pädagog*innen sind wir dazu prädestiniert, genau diesen Lernprozess in der Debatte stark zu machen und auch ganz konkret mitzugestalten.
Damit das nicht missverständlich ist: Etwaige technische Schwächen gehören sicherlich behoben. Was hingegen kein Mangel ist, sondern Ausdruck einer bewussten Entscheidung, sind die demokratischen Abstimmungs- und Entwicklungsprozesse, die für ein gemeinsames Aushandeln (und damit auch Lernen) immer Zeit benötigen. In diesem Sinne gilt tatsächlich: It’s not a bug, it’s a feature!
Noch wichtiger finde ich: Neben dem ermöglichten Lernen zu Technologie eröffnet AIS.chat, weil es in erster Linie ‚unser‘ Tool ist, die Perspektive einer gemeinwohlorientierten Technologie als digitale Infrastruktur für den Bildungsbereich. Das ist der für mich größte Unterschied zu anderen Anbietern und Angeboten.
Ich finde es in dieser Situation zugleich verständlich, dass in Lernprozessen immer wieder auch auf andere KI-Tools zurückgegriffen wird – sowohl weil man selbst vielleicht erkunden will, was anderes möglich ist, als auch weil man die Lebenswelt von Lernenden berücksichtigen will und deshalb natürlich Räume schaffen sollte, um gemeinsam zu reflektieren, was denn ansonsten genutzt wird und wie die Erfahrungen damit sind. Das ist dann aber kein Widerspruch dazu, das Angebot von AIS.chat zu unterstützen, anstatt es grundsätzlich infrage zu stellen. AIS.chat muss nicht alles ersetzen, was andere Tools bieten. Je mehr Menschen sich allerdings in den weiteren Entwicklungsprozess einbringen, mitdenken und im Rahmen der jeweils eigenen Möglichkeiten Prozesse koordinieren und Abstimmungen gestalten, umso besser wird sich das Angebot für uns alle weiter entwickeln. Und je stärker werden dann irgendwann viele, weitere Tools vielleicht überflüssig(er).
Solch ein Einbringen und Mitdenken kann natürlich auch Kritik beinhalten. Auch daraus kann ja Entwicklung angestoßen werden. Ich habe z.B. selbst schon sehr früh meinen Unmut darüber aufgeschrieben, dass AIS.chat aus meiner Sicht nur wenig transformativ und damit nicht bewusst als pädagogisch-ermöglichende Alternative zu anderen Anbietern bei der KI-Nutzung gestaltet wird. Einiges davon wurde und wird aufgegriffen, es werden im FWU Lernszenarien in diesem Sinne entwickelt und ich bekam direkt die Einladung, eigene Ideen für die Chatbot-Oberfläche aufzubereiten und zu teilen. Das ist toll und bestärkend in Hinblick auf gemeinsame, pädagogische Gestaltungsmöglichkeiten und ich freue mich, dass ich immer mehr Menschen wahrnehme, die Ähnliches versuchen.
Bleibt das Argument, dass das alles aber leider viel zu langsam sei und KI-Technologie eben nicht auf die bundesdeutsche Kultusbürokratie warten würde. Einerseits klingt dieser Einwand sehr plausibel, wenn man sich anschaut, in welch schneller Geschwindigkeit KI-Modelle trainiert und mit immer mehr Möglichkeiten ausgestattet werden. Auf der anderen Seite kann gerade deshalb ein immer schnellerer Wettlauf aus meiner Sicht nicht die Lösung sein. Gute, weil nachhaltige, soziale und demokratische Zukünfte entstehen dann, wenn wir sie gemeinsam gestalten. Und in Gestaltung kommen wir nicht, wenn wir hinterherrennen, ohne uns zu verständigen, was wir überhaupt wollen und wo es hingehen soll.
Zur Gestaltung gehört für mich dann ganz zentral die Frage der Nachhaltigkeit: Wenn festgestellt wird, dass AIS.chat weniger kann als andere Tools, dann sollten wir aus meiner Sicht vor allem fragen, welche Fähigkeiten tatsächlich pädagogisch sinnvoll und gesellschaftlich wünschenswert sind. Braucht es z.B. schnelle und fancy KI-gestützte Bild- und Videogenerierung, die erhebliche Ressourcen verschlingt? Oder kann es nicht auch eine bewusste politische und pädagogische Entscheidung sein, KI-Technologie weniger auf Lärm und Effekthascherei auszurichten – was bei profitgetriebenen Modellen in der Natur der Sache liegt – und mehr auf die Möglichkeiten der Mustererkennung und in diesem Sinne auf eine Spiegel- und Lernfunktion?
Noch grundsätzlicher wird es, wenn wir die Ebene der Infrastruktur in den Blick nehmen. Hier wünsche ich mir von uns allen ein deutlich mutigeres Weiterdenken. Wenn wir nämlich weiterhin auf eine investorengetriebene Infrastruktur setzen, bei der dann als Folge notwendigerweise menschliche Bedürfnisse schon bei der Entwicklung technischer Anwendungen direkt auf ihre Verwertbarkeit hin abgeklopft werden, dann öffnet sich eben gerade nicht die Perspektive einer gemeinwohlorientierten Technologie. AIS.chat ist hier aus meiner Sicht noch zu wenig als Alternative angelegt. Es liegt aber an uns, ob wir uns – gerade im damit verbundenen größeren Projekt AIS – viel stärker als bisher auf dezentrale und schnittstellenermöglichende Lösungen hin orientieren.
Um zu verdeutlichen, wie weit ein solches Denken reichen könnte: Mehrere Bildungseinrichtungen in einer Kommune könnten sich zusammenschließen und ein solarbetriebenes Rechenzentrum mit eigenen Servern entwickeln, auf denen lokale KI-Modelle laufen, die spezifisch angepasst werden können. Solch ein dezentraler und selbst verantworteter Ansatz klingt vielleicht erst einmal sehr weit von der Realität entfernt. Wir können aber genau in solche Richtungen am besten dann erste Schritte gehen, wenn wir Digitalisierung ganz bewusst als gesamtgesellschaftlichen Lernprozess und Gestaltungsherausforderung sehen, zu der wir insbesondere in der Pädagogik einen Beitrag leisten können, anstatt weiter profitgetriebenen, solutionistischen Technologie-Versprechen hinterherzujagen, die wir für eine l(i)ebenswerte Welt nicht brauchen.
Wenn wir Digitalisierung als gemeinsamen Lern- und Gestaltungsprozess begreifen, dann ist AIS.chat genau der Ort, an dem sich diese Haltung einüben lässt. Genau deshalb lohnt es sich aus meiner Sicht, sich einzubringen statt mit Zynismus und Abwendung zu reagieren.
Für mich gilt deshalb: Gut, dass es AIS.chat gibt! Lasst uns das Projekt nutzen, um KI-Technologie für die Bildung demokratisch, gemeinwohlorientiert und in öffentlicher Verantwortung zu entwickeln.
#DigitaleMündigkeit #KünstlicheIntelligenzKI -
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Bei aktuellen KI-Veranstaltungen im Bildungskontext kommt früher oder später die Rede auf AIS.chat, also die Chatbot-Oberfläche, die vom FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht im Auftrag der 16 Bundesländer und gefördert vom Bundesbildungsministerium angeboten wird und inzwischen in immer mehr Bundesländern an Schulen zur Verfügung steht. Die Äußerungen, die ich zu AIS.chat wahrnehme, sind dann meist negativ: Das Angebot sei viel zu langsam und schwerfällig, der notwendig gewordene Namenswechsel peinlich und lächerlich (früher hieß das Produkt ‚telli‘ und musste umbenannt werden, weil die Erlaubnis zur Nutzung der Marke auslief) und überhaupt würde es zig, ebenfalls kostenfreie KI-Tools geben, die Schüler*innen längst selbstverständlich nutzen und die auch für Lehrkräfte viel attraktiver seien.
Ich kann diese Kritik erst einmal gut nachvollziehen: Es ist super nervig, wenn Technologie nicht so funktioniert, wie man sie sich wünscht oder braucht. Und gerade wenn im Kontext von KI eigentlich Entlastung erhofft wird, dann ist ein Tool, das vermeintlich viel weniger kann und weniger Leistung bringt als andere Angebote, natürlich ein Ärgernis. Zumal in einem stressigen und oft überfordernden Schulalltag. Und trotzdem finde ich: Es ist gut und sinnvoll, dass es AIS.chat gibt. Das möchte ich im Folgenden kurz begründen:
Sehr gut passend ist für mich für diese Begründung ein Vergleich mit der Deutschen Bahn. Als Viel-Bahnfahrerin bin ich super genervt davon, dass Züge ausfallen, Verspätungen eher Normalität als Ausnahme sind und die Preispolitik der Bahn aus meiner Sicht oft in eine verkehrte Richtung geht. Trotzdem bin ich sehr froh darüber, dass es die Deutsche Bahn gibt – und meine Alternative wäre ganz sicher nicht, eine (noch stärkere) Privatisierung oder gar ihre Abschaffung zu fordern. Ganz im Gegenteil: Ich setze mich dafür ein und werbe dafür, dass die Bahn als Teil öffentlicher Infrastruktur für alle in guter Qualität zur Verfügung steht. Ich tue das wohl wissend, dass angesichts von Sanierungsstau und aktuellen politischen Mehrheitsverhältnissen wahrscheinlich keine direkte Besserung in Sicht ist. (Bis dahin kann ich Bahnfahren im Rahmen meiner Möglichkeiten angenehmer und freudvoller machen, z.B. durch direkte Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Akzeptanz der Situation, was dann tatsächlich sehr oft zu unverhofften und spannenden Bekanntschaften und Erlebnissen führt.)
Genau solch eine Haltung wünsche ich mir von uns allen, als im Bildungskontext tätigen Menschen, auch in Bezug auf AIS.chat. Und, anders als bei der Deutschen Bahn, befindet sich das Tool im Aufbau, es wird kontinuierlich besser und wir haben deutlich mehr Gestaltungs- und Entwicklungsoptionen. Lasst sie uns nutzen!
Ja, es mag sein, dass die Leistung des Angebots manches Mal noch zu wünschen übrig lässt. Es mag auch sein, dass das Angebot zu spät kam und eigentlich schon viel früher hätte vorbereitet werden müssen. Und es ist verständlich, dass die Entwicklungen daran oft schwerfällig und mühsam erscheinen. Genau das liegt aber zu einem großen Teil in der Natur der Sache, wenn wir demokratisch, mit vielen unterschiedlichen Beteiligten und sicherlich in der Tat auch mit oft noch fehlender digitaler Expertise in manchen Behörden und Ministerien genau wie auch an vielen Schulen an einem digitalen Angebot zu KI arbeiten.
Der Wert dieser Möglichkeit bemisst sich darum aber auch nicht allein in einer wie auch immer definierten ‚Effizienz‘, sondern allen voran auch in dem dadurch ermöglichten Lernprozess. Als Pädagog*innen sind wir dazu prädestiniert, genau diesen Lernprozess in der Debatte stark zu machen und auch ganz konkret mitzugestalten.
Damit das nicht missverständlich ist: Etwaige technische Schwächen gehören sicherlich behoben. Was hingegen kein Mangel ist, sondern Ausdruck einer bewussten Entscheidung, sind die demokratischen Abstimmungs- und Entwicklungsprozesse, die für ein gemeinsames Aushandeln (und damit auch Lernen) immer Zeit benötigen. In diesem Sinne gilt tatsächlich: It’s not a bug, it’s a feature!
Noch wichtiger finde ich: Neben dem ermöglichten Lernen zu Technologie eröffnet AIS.chat, weil es in erster Linie ‚unser‘ Tool ist, die Perspektive einer gemeinwohlorientierten Technologie als digitale Infrastruktur für den Bildungsbereich. Das ist der für mich größte Unterschied zu anderen Anbietern und Angeboten.
Ich finde es in dieser Situation zugleich verständlich, dass in Lernprozessen immer wieder auch auf andere KI-Tools zurückgegriffen wird – sowohl weil man selbst vielleicht erkunden will, was anderes möglich ist, als auch weil man die Lebenswelt von Lernenden berücksichtigen will und deshalb natürlich Räume schaffen sollte, um gemeinsam zu reflektieren, was denn ansonsten genutzt wird und wie die Erfahrungen damit sind. Das ist dann aber kein Widerspruch dazu, das Angebot von AIS.chat zu unterstützen, anstatt es grundsätzlich infrage zu stellen. AIS.chat muss nicht alles ersetzen, was andere Tools bieten. Je mehr Menschen sich allerdings in den weiteren Entwicklungsprozess einbringen, mitdenken und im Rahmen der jeweils eigenen Möglichkeiten Prozesse koordinieren und Abstimmungen gestalten, umso besser wird sich das Angebot für uns alle weiter entwickeln. Und je stärker werden dann irgendwann viele, weitere Tools vielleicht überflüssig(er).
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Für mich gilt deshalb: Gut, dass es AIS.chat gibt! Lasst uns das Projekt nutzen, um KI-Technologie für die Bildung demokratisch, gemeinwohlorientiert und in öffentlicher Verantwortung zu entwickeln.
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Bei aktuellen KI-Veranstaltungen im Bildungskontext kommt früher oder später die Rede auf AIS.chat, also die Chatbot-Oberfläche, die vom FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht im Auftrag der 16 Bundesländer und gefördert vom Bundesbildungsministerium angeboten wird und inzwischen in immer mehr Bundesländern an Schulen zur Verfügung steht. Die Äußerungen, die ich zu AIS.chat wahrnehme, sind dann meist negativ: Das Angebot sei viel zu langsam und schwerfällig, der notwendig gewordene Namenswechsel peinlich und lächerlich (früher hieß das Produkt ‚telli‘ und musste umbenannt werden, weil die Erlaubnis zur Nutzung der Marke auslief) und überhaupt würde es zig, ebenfalls kostenfreie KI-Tools geben, die Schüler*innen längst selbstverständlich nutzen und die auch für Lehrkräfte viel attraktiver seien.
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Sehr gut passend ist für mich für diese Begründung ein Vergleich mit der Deutschen Bahn. Als Viel-Bahnfahrerin bin ich super genervt davon, dass Züge ausfallen, Verspätungen eher Normalität als Ausnahme sind und die Preispolitik der Bahn aus meiner Sicht oft in eine verkehrte Richtung geht. Trotzdem bin ich sehr froh darüber, dass es die Deutsche Bahn gibt – und meine Alternative wäre ganz sicher nicht, eine (noch stärkere) Privatisierung oder gar ihre Abschaffung zu fordern. Ganz im Gegenteil: Ich setze mich dafür ein und werbe dafür, dass die Bahn als Teil öffentlicher Infrastruktur für alle in guter Qualität zur Verfügung steht. Ich tue das wohl wissend, dass angesichts von Sanierungsstau und aktuellen politischen Mehrheitsverhältnissen wahrscheinlich keine direkte Besserung in Sicht ist. (Bis dahin kann ich Bahnfahren im Rahmen meiner Möglichkeiten angenehmer und freudvoller machen, z.B. durch direkte Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Akzeptanz der Situation, was dann tatsächlich sehr oft zu unverhofften und spannenden Bekanntschaften und Erlebnissen führt.)
Genau solch eine Haltung wünsche ich mir von uns allen, als im Bildungskontext tätigen Menschen, auch in Bezug auf AIS.chat. Und, anders als bei der Deutschen Bahn, befindet sich das Tool im Aufbau, es wird kontinuierlich besser und wir haben deutlich mehr Gestaltungs- und Entwicklungsoptionen. Lasst sie uns nutzen!
Ja, es mag sein, dass die Leistung des Angebots manches Mal noch zu wünschen übrig lässt. Es mag auch sein, dass das Angebot zu spät kam und eigentlich schon viel früher hätte vorbereitet werden müssen. Und es ist verständlich, dass die Entwicklungen daran oft schwerfällig und mühsam erscheinen. Genau das liegt aber zu einem großen Teil in der Natur der Sache, wenn wir demokratisch, mit vielen unterschiedlichen Beteiligten und sicherlich in der Tat auch mit oft noch fehlender digitaler Expertise in manchen Behörden und Ministerien genau wie auch an vielen Schulen an einem digitalen Angebot zu KI arbeiten.
Der Wert dieser Möglichkeit bemisst sich darum aber auch nicht allein in einer wie auch immer definierten ‚Effizienz‘, sondern allen voran auch in dem dadurch ermöglichten Lernprozess. Als Pädagog*innen sind wir dazu prädestiniert, genau diesen Lernprozess in der Debatte stark zu machen und auch ganz konkret mitzugestalten.
Damit das nicht missverständlich ist: Etwaige technische Schwächen gehören sicherlich behoben. Was hingegen kein Mangel ist, sondern Ausdruck einer bewussten Entscheidung, sind die demokratischen Abstimmungs- und Entwicklungsprozesse, die für ein gemeinsames Aushandeln (und damit auch Lernen) immer Zeit benötigen. In diesem Sinne gilt tatsächlich: It’s not a bug, it’s a feature!
Noch wichtiger finde ich: Neben dem ermöglichten Lernen zu Technologie eröffnet AIS.chat, weil es in erster Linie ‚unser‘ Tool ist, die Perspektive einer gemeinwohlorientierten Technologie als digitale Infrastruktur für den Bildungsbereich. Das ist der für mich größte Unterschied zu anderen Anbietern und Angeboten.
Ich finde es in dieser Situation zugleich verständlich, dass in Lernprozessen immer wieder auch auf andere KI-Tools zurückgegriffen wird – sowohl weil man selbst vielleicht erkunden will, was anderes möglich ist, als auch weil man die Lebenswelt von Lernenden berücksichtigen will und deshalb natürlich Räume schaffen sollte, um gemeinsam zu reflektieren, was denn ansonsten genutzt wird und wie die Erfahrungen damit sind. Das ist dann aber kein Widerspruch dazu, das Angebot von AIS.chat zu unterstützen, anstatt es grundsätzlich infrage zu stellen. AIS.chat muss nicht alles ersetzen, was andere Tools bieten. Je mehr Menschen sich allerdings in den weiteren Entwicklungsprozess einbringen, mitdenken und im Rahmen der jeweils eigenen Möglichkeiten Prozesse koordinieren und Abstimmungen gestalten, umso besser wird sich das Angebot für uns alle weiter entwickeln. Und je stärker werden dann irgendwann viele, weitere Tools vielleicht überflüssig(er).
Solch ein Einbringen und Mitdenken kann natürlich auch Kritik beinhalten. Auch daraus kann ja Entwicklung angestoßen werden. Ich habe z.B. selbst schon sehr früh meinen Unmut darüber aufgeschrieben, dass AIS.chat aus meiner Sicht nur wenig transformativ und damit nicht bewusst als pädagogisch-ermöglichende Alternative zu anderen Anbietern bei der KI-Nutzung gestaltet wird. Einiges davon wurde und wird aufgegriffen, es werden im FWU Lernszenarien in diesem Sinne entwickelt und ich bekam direkt die Einladung, eigene Ideen für die Chatbot-Oberfläche aufzubereiten und zu teilen. Das ist toll und bestärkend in Hinblick auf gemeinsame, pädagogische Gestaltungsmöglichkeiten und ich freue mich, dass ich immer mehr Menschen wahrnehme, die Ähnliches versuchen.
Bleibt das Argument, dass das alles aber leider viel zu langsam sei und KI-Technologie eben nicht auf die bundesdeutsche Kultusbürokratie warten würde. Einerseits klingt dieser Einwand sehr plausibel, wenn man sich anschaut, in welch schneller Geschwindigkeit KI-Modelle trainiert und mit immer mehr Möglichkeiten ausgestattet werden. Auf der anderen Seite kann gerade deshalb ein immer schnellerer Wettlauf aus meiner Sicht nicht die Lösung sein. Gute, weil nachhaltige, soziale und demokratische Zukünfte entstehen dann, wenn wir sie gemeinsam gestalten. Und in Gestaltung kommen wir nicht, wenn wir hinterherrennen, ohne uns zu verständigen, was wir überhaupt wollen und wo es hingehen soll.
Zur Gestaltung gehört für mich dann ganz zentral die Frage der Nachhaltigkeit: Wenn festgestellt wird, dass AIS.chat weniger kann als andere Tools, dann sollten wir aus meiner Sicht vor allem fragen, welche Fähigkeiten tatsächlich pädagogisch sinnvoll und gesellschaftlich wünschenswert sind. Braucht es z.B. schnelle und fancy KI-gestützte Bild- und Videogenerierung, die erhebliche Ressourcen verschlingt? Oder kann es nicht auch eine bewusste politische und pädagogische Entscheidung sein, KI-Technologie weniger auf Lärm und Effekthascherei auszurichten – was bei profitgetriebenen Modellen in der Natur der Sache liegt – und mehr auf die Möglichkeiten der Mustererkennung und in diesem Sinne auf eine Spiegel- und Lernfunktion?
Noch grundsätzlicher wird es, wenn wir die Ebene der Infrastruktur in den Blick nehmen. Hier wünsche ich mir von uns allen ein deutlich mutigeres Weiterdenken. Wenn wir nämlich weiterhin auf eine investorengetriebene Infrastruktur setzen, bei der dann als Folge notwendigerweise menschliche Bedürfnisse schon bei der Entwicklung technischer Anwendungen direkt auf ihre Verwertbarkeit hin abgeklopft werden, dann öffnet sich eben gerade nicht die Perspektive einer gemeinwohlorientierten Technologie. AIS.chat ist hier aus meiner Sicht noch zu wenig als Alternative angelegt. Es liegt aber an uns, ob wir uns – gerade im damit verbundenen größeren Projekt AIS – viel stärker als bisher auf dezentrale und schnittstellenermöglichende Lösungen hin orientieren.
Um zu verdeutlichen, wie weit ein solches Denken reichen könnte: Mehrere Bildungseinrichtungen in einer Kommune könnten sich zusammenschließen und ein solarbetriebenes Rechenzentrum mit eigenen Servern entwickeln, auf denen lokale KI-Modelle laufen, die spezifisch angepasst werden können. Solch ein dezentraler und selbst verantworteter Ansatz klingt vielleicht erst einmal sehr weit von der Realität entfernt. Wir können aber genau in solche Richtungen am besten dann erste Schritte gehen, wenn wir Digitalisierung ganz bewusst als gesamtgesellschaftlichen Lernprozess und Gestaltungsherausforderung sehen, zu der wir insbesondere in der Pädagogik einen Beitrag leisten können, anstatt weiter profitgetriebenen, solutionistischen Technologie-Versprechen hinterherzujagen, die wir für eine l(i)ebenswerte Welt nicht brauchen.
Wenn wir Digitalisierung als gemeinsamen Lern- und Gestaltungsprozess begreifen, dann ist AIS.chat genau der Ort, an dem sich diese Haltung einüben lässt. Genau deshalb lohnt es sich aus meiner Sicht, sich einzubringen statt mit Zynismus und Abwendung zu reagieren.
Für mich gilt deshalb: Gut, dass es AIS.chat gibt! Lasst uns das Projekt nutzen, um KI-Technologie für die Bildung demokratisch, gemeinwohlorientiert und in öffentlicher Verantwortung zu entwickeln.
#DigitaleMündigkeit #KünstlicheIntelligenzKI -
Gut, dass es AIS.chat gibt!
Bei aktuellen KI-Veranstaltungen im Bildungskontext kommt früher oder später die Rede auf AIS.chat, also die Chatbot-Oberfläche, die vom FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht im Auftrag der 16 Bundesländer und gefördert vom Bundesbildungsministerium angeboten wird und inzwischen in immer mehr Bundesländern an Schulen zur Verfügung steht. Die Äußerungen, die ich zu AIS.chat wahrnehme, sind dann meist negativ: Das Angebot sei viel zu langsam und schwerfällig, der notwendig gewordene Namenswechsel peinlich und lächerlich (früher hieß das Produkt ‚telli‘ und musste umbenannt werden, weil die Erlaubnis zur Nutzung der Marke auslief) und überhaupt würde es zig, ebenfalls kostenfreie KI-Tools geben, die Schüler*innen längst selbstverständlich nutzen und die auch für Lehrkräfte viel attraktiver seien.
Ich kann diese Kritik erst einmal gut nachvollziehen: Es ist super nervig, wenn Technologie nicht so funktioniert, wie man sie sich wünscht oder braucht. Und gerade wenn im Kontext von KI eigentlich Entlastung erhofft wird, dann ist ein Tool, das vermeintlich viel weniger kann und weniger Leistung bringt als andere Angebote, natürlich ein Ärgernis. Zumal in einem stressigen und oft überfordernden Schulalltag. Und trotzdem finde ich: Es ist gut und sinnvoll, dass es AIS.chat gibt. Das möchte ich im Folgenden kurz begründen:
Sehr gut passend ist für mich für diese Begründung ein Vergleich mit der Deutschen Bahn. Als Viel-Bahnfahrerin bin ich super genervt davon, dass Züge ausfallen, Verspätungen eher Normalität als Ausnahme sind und die Preispolitik der Bahn aus meiner Sicht oft in eine verkehrte Richtung geht. Trotzdem bin ich sehr froh darüber, dass es die Deutsche Bahn gibt – und meine Alternative wäre ganz sicher nicht, eine (noch stärkere) Privatisierung oder gar ihre Abschaffung zu fordern. Ganz im Gegenteil: Ich setze mich dafür ein und werbe dafür, dass die Bahn als Teil öffentlicher Infrastruktur für alle in guter Qualität zur Verfügung steht. Ich tue das wohl wissend, dass angesichts von Sanierungsstau und aktuellen politischen Mehrheitsverhältnissen wahrscheinlich keine direkte Besserung in Sicht ist. (Bis dahin kann ich Bahnfahren im Rahmen meiner Möglichkeiten angenehmer und freudvoller machen, z.B. durch direkte Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Akzeptanz der Situation, was dann tatsächlich sehr oft zu unverhofften und spannenden Bekanntschaften und Erlebnissen führt.)
Genau solch eine Haltung wünsche ich mir von uns allen, als im Bildungskontext tätigen Menschen, auch in Bezug auf AIS.chat. Und, anders als bei der Deutschen Bahn, befindet sich das Tool im Aufbau, es wird kontinuierlich besser und wir haben deutlich mehr Gestaltungs- und Entwicklungsoptionen. Lasst sie uns nutzen!
Ja, es mag sein, dass die Leistung des Angebots manches Mal noch zu wünschen übrig lässt. Es mag auch sein, dass das Angebot zu spät kam und eigentlich schon viel früher hätte vorbereitet werden müssen. Und es ist verständlich, dass die Entwicklungen daran oft schwerfällig und mühsam erscheinen. Genau das liegt aber zu einem großen Teil in der Natur der Sache, wenn wir demokratisch, mit vielen unterschiedlichen Beteiligten und sicherlich in der Tat auch mit oft noch fehlender digitaler Expertise in manchen Behörden und Ministerien genau wie auch an vielen Schulen an einem digitalen Angebot zu KI arbeiten.
Der Wert dieser Möglichkeit bemisst sich darum aber auch nicht allein in einer wie auch immer definierten ‚Effizienz‘, sondern allen voran auch in dem dadurch ermöglichten Lernprozess. Als Pädagog*innen sind wir dazu prädestiniert, genau diesen Lernprozess in der Debatte stark zu machen und auch ganz konkret mitzugestalten.
Damit das nicht missverständlich ist: Etwaige technische Schwächen gehören sicherlich behoben. Was hingegen kein Mangel ist, sondern Ausdruck einer bewussten Entscheidung, sind die demokratischen Abstimmungs- und Entwicklungsprozesse, die für ein gemeinsames Aushandeln (und damit auch Lernen) immer Zeit benötigen. In diesem Sinne gilt tatsächlich: It’s not a bug, it’s a feature!
Noch wichtiger finde ich: Neben dem ermöglichten Lernen zu Technologie eröffnet AIS.chat, weil es in erster Linie ‚unser‘ Tool ist, die Perspektive einer gemeinwohlorientierten Technologie als digitale Infrastruktur für den Bildungsbereich. Das ist der für mich größte Unterschied zu anderen Anbietern und Angeboten.
Ich finde es in dieser Situation zugleich verständlich, dass in Lernprozessen immer wieder auch auf andere KI-Tools zurückgegriffen wird – sowohl weil man selbst vielleicht erkunden will, was anderes möglich ist, als auch weil man die Lebenswelt von Lernenden berücksichtigen will und deshalb natürlich Räume schaffen sollte, um gemeinsam zu reflektieren, was denn ansonsten genutzt wird und wie die Erfahrungen damit sind. Das ist dann aber kein Widerspruch dazu, das Angebot von AIS.chat zu unterstützen, anstatt es grundsätzlich infrage zu stellen. AIS.chat muss nicht alles ersetzen, was andere Tools bieten. Je mehr Menschen sich allerdings in den weiteren Entwicklungsprozess einbringen, mitdenken und im Rahmen der jeweils eigenen Möglichkeiten Prozesse koordinieren und Abstimmungen gestalten, umso besser wird sich das Angebot für uns alle weiter entwickeln. Und je stärker werden dann irgendwann viele, weitere Tools vielleicht überflüssig(er).
Solch ein Einbringen und Mitdenken kann natürlich auch Kritik beinhalten. Auch daraus kann ja Entwicklung angestoßen werden. Ich habe z.B. selbst schon sehr früh meinen Unmut darüber aufgeschrieben, dass AIS.chat aus meiner Sicht nur wenig transformativ und damit nicht bewusst als pädagogisch-ermöglichende Alternative zu anderen Anbietern bei der KI-Nutzung gestaltet wird. Einiges davon wurde und wird aufgegriffen, es werden im FWU Lernszenarien in diesem Sinne entwickelt und ich bekam direkt die Einladung, eigene Ideen für die Chatbot-Oberfläche aufzubereiten und zu teilen. Das ist toll und bestärkend in Hinblick auf gemeinsame, pädagogische Gestaltungsmöglichkeiten und ich freue mich, dass ich immer mehr Menschen wahrnehme, die Ähnliches versuchen.
Bleibt das Argument, dass das alles aber leider viel zu langsam sei und KI-Technologie eben nicht auf die bundesdeutsche Kultusbürokratie warten würde. Einerseits klingt dieser Einwand sehr plausibel, wenn man sich anschaut, in welch schneller Geschwindigkeit KI-Modelle trainiert und mit immer mehr Möglichkeiten ausgestattet werden. Auf der anderen Seite kann gerade deshalb ein immer schnellerer Wettlauf aus meiner Sicht nicht die Lösung sein. Gute, weil nachhaltige, soziale und demokratische Zukünfte entstehen dann, wenn wir sie gemeinsam gestalten. Und in Gestaltung kommen wir nicht, wenn wir hinterherrennen, ohne uns zu verständigen, was wir überhaupt wollen und wo es hingehen soll.
Zur Gestaltung gehört für mich dann ganz zentral die Frage der Nachhaltigkeit: Wenn festgestellt wird, dass AIS.chat weniger kann als andere Tools, dann sollten wir aus meiner Sicht vor allem fragen, welche Fähigkeiten tatsächlich pädagogisch sinnvoll und gesellschaftlich wünschenswert sind. Braucht es z.B. schnelle und fancy KI-gestützte Bild- und Videogenerierung, die erhebliche Ressourcen verschlingt? Oder kann es nicht auch eine bewusste politische und pädagogische Entscheidung sein, KI-Technologie weniger auf Lärm und Effekthascherei auszurichten – was bei profitgetriebenen Modellen in der Natur der Sache liegt – und mehr auf die Möglichkeiten der Mustererkennung und in diesem Sinne auf eine Spiegel- und Lernfunktion?
Noch grundsätzlicher wird es, wenn wir die Ebene der Infrastruktur in den Blick nehmen. Hier wünsche ich mir von uns allen ein deutlich mutigeres Weiterdenken. Wenn wir nämlich weiterhin auf eine investorengetriebene Infrastruktur setzen, bei der dann als Folge notwendigerweise menschliche Bedürfnisse schon bei der Entwicklung technischer Anwendungen direkt auf ihre Verwertbarkeit hin abgeklopft werden, dann öffnet sich eben gerade nicht die Perspektive einer gemeinwohlorientierten Technologie. AIS.chat ist hier aus meiner Sicht noch zu wenig als Alternative angelegt. Es liegt aber an uns, ob wir uns – gerade im damit verbundenen größeren Projekt AIS – viel stärker als bisher auf dezentrale und schnittstellenermöglichende Lösungen hin orientieren.
Um zu verdeutlichen, wie weit ein solches Denken reichen könnte: Mehrere Bildungseinrichtungen in einer Kommune könnten sich zusammenschließen und ein solarbetriebenes Rechenzentrum mit eigenen Servern entwickeln, auf denen lokale KI-Modelle laufen, die spezifisch angepasst werden können. Solch ein dezentraler und selbst verantworteter Ansatz klingt vielleicht erst einmal sehr weit von der Realität entfernt. Wir können aber genau in solche Richtungen am besten dann erste Schritte gehen, wenn wir Digitalisierung ganz bewusst als gesamtgesellschaftlichen Lernprozess und Gestaltungsherausforderung sehen, zu der wir insbesondere in der Pädagogik einen Beitrag leisten können, anstatt weiter profitgetriebenen, solutionistischen Technologie-Versprechen hinterherzujagen, die wir für eine l(i)ebenswerte Welt nicht brauchen.
Wenn wir Digitalisierung als gemeinsamen Lern- und Gestaltungsprozess begreifen, dann ist AIS.chat genau der Ort, an dem sich diese Haltung einüben lässt. Genau deshalb lohnt es sich aus meiner Sicht, sich einzubringen statt mit Zynismus und Abwendung zu reagieren.
Für mich gilt deshalb: Gut, dass es AIS.chat gibt! Lasst uns das Projekt nutzen, um KI-Technologie für die Bildung demokratisch, gemeinwohlorientiert und in öffentlicher Verantwortung zu entwickeln.
#DigitaleMündigkeit #KünstlicheIntelligenzKI -
Gut, dass es AIS.chat gibt!
Bei aktuellen KI-Veranstaltungen im Bildungskontext kommt früher oder später die Rede auf AIS.chat, also die Chatbot-Oberfläche, die vom FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht im Auftrag der 16 Bundesländer und gefördert vom Bundesbildungsministerium angeboten wird und inzwischen in immer mehr Bundesländern an Schulen zur Verfügung steht. Die Äußerungen, die ich zu AIS.chat wahrnehme, sind dann meist negativ: Das Angebot sei viel zu langsam und schwerfällig, der notwendig gewordene Namenswechsel peinlich und lächerlich (früher hieß das Produkt ‚telli‘ und musste umbenannt werden, weil die Erlaubnis zur Nutzung der Marke auslief) und überhaupt würde es zig, sogar kostenfreie KI-Tools geben, die Schüler*innen längst selbstverständlich nutzen und die auch für Lehrkräfte viel attraktiver seien.
Ich kann diese Kritik erst einmal gut nachvollziehen: Es ist super nervig, wenn Technologie nicht so funktioniert, wie man sie sich wünscht oder braucht. Und gerade wenn im Kontext von KI eigentlich Entlastung erhofft wird, dann ist ein Tool, das vermeintlich viel weniger kann und weniger Leistung bringt als andere Angebote, natürlich ein Ärgernis. Zumal in einem stressigen und oft überfordernden Schulalltag. Und trotzdem finde ich: Es ist gut und sinnvoll, dass es AIS.chat gibt. Das möchte ich im Folgenden kurz begründen:
Sehr gut passend ist für mich für diese Begründung ein Vergleich mit der Deutschen Bahn. Als Viel-Bahnfahrerin geht es mir hier sehr ähnlich wie wahrscheinlich vielen direkt in Schule beteiligten Menschen mit AIS.chat: Ich bin super genervt davon, dass Züge ausfallen, Verspätungen eher Normalität als Ausnahme sind und die Preispolitik der Bahn aus meiner Sicht oft in eine verkehrte Richtung geht. Trotzdem bin ich sehr froh darüber, dass es die Deutsche Bahn gibt – und meine Alternative wäre ganz sicher nicht, eine (noch stärkere) Privatisierung oder gar ihre Abschaffung zu fordern. Ganz im Gegenteil: Ich setze mich dafür ein und werbe dafür, dass die Bahn als Teil öffentlicher Infrastruktur für alle in guter Qualität zur Verfügung steht. Ich tue das wohl wissend, dass angesichts von Sanierungsstau und aktuellen politischen Mehrheitsverhältnissen wahrscheinlich keine direkte Besserung in Sicht ist. (Bis dahin kann ich Bahnfahren im Rahmen meiner Möglichkeiten angenehmer und freudvoller machen, z.B. durch direkte Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Akzeptanz der Situation, was dann tatsächlich sehr oft zu unverhofften und spannenden Bekanntschaften und Erlebnissen führt.)
Genau solch eine Haltung wünsche ich mir von uns allen, als im Bildungskontext tätigen Menschen, auch in Bezug auf AIS.chat. Und, anders als bei der Deutschen Bahn, haben wir hier aus meiner Sicht hierbei gerade sogar deutlich mehr Gestaltungs- und Entwicklungsoptionen. Lasst sie uns nutzen!
Ja, es mag sein, dass die Leistung des Angebots manches Mal noch zu wünschen übrig lässt. Es mag auch sein, dass das Angebot zu spät kam und eigentlich schon viel früher hätte vorbereitet werden müssen. Und es ist verständlich, dass die Entwicklungen daran oft schwerfällig und mühsam erscheinen. Genau das liegt aber zu einem großen Teil in der Natur der Sache, wenn wir demokratisch, mit vielen unterschiedlichen Beteiligten und sicherlich in der Tat auch mit oft noch fehlender digitaler Expertise in manchen Behörden und Ministerien genau wie auch an vielen Schulen an einem digitalen Angebot zu KI arbeiten.
Der Wert dieser Möglichkeit liegt dann aber eben nicht nur in der Bereitstellung des Angebots und bemisst sich darum auch nicht allein in einer wie auch immer definierten ‚Effizienz‘, sondern allen voran auch in dem dadurch ermöglichten Lernprozess. Als Pädagog*innen sind wir dazu prädestiniert, genau diesen Lernprozess in der Debatte stark zu machen und auch ganz konkret mitzugestalten.
Damit das nicht missverständlich ist: Etwaige technische Schwächen gehören sicherlich behoben. Was hingegen kein Mangel ist, sondern Ausdruck einer bewussten Entscheidung, sind die demokratischen Abstimmungs- und Entwicklungsprozesse, die für ein gemeinsames Aushandeln (und damit auch Lernen) immer Zeit benötigen. In diesem Sinne gilt tatsächlich: It’s not a bug, it’s a feature!
Neben dem ermöglichten Lernen zu Technologie eröffnet AIS.chat, weil es in erster Linie ‚unser‘ Tool ist, die Perspektive einer gemeinwohlorientierten Technologie als digitale Infrastruktur für den Bildungsbereich. Das ist der für mich größte Unterschied zu anderen Anbietern und Angeboten.
Ich finde es in dieser Situation zugleich verständlich, dass in Lernprozessen immer wieder auch auf andere KI-Tools zurückgegriffen wird – sowohl weil man selbst vielleicht erkunden will, was anderes schon möglich ist, als auch weil man die Lebenswelt von Lernenden berücksichtigen will und deshalb natürlich Räume schaffen sollte, um gemeinsam zu reflektieren, was denn ansonsten genutzt wird und wie die Erfahrungen damit sind. Das ist dann aber kein Widerspruch dazu, das Angebot von AIS.chat zu unterstützen, anstatt es grundsätzlich infrage zu stellen. AIS.chat muss nicht sofort alles ersetzen, was andere Tools bieten. Je mehr Menschen sich allerdings in den weiteren Entwicklungsprozess einbringen, mitdenken und im Rahmen der jeweils eigenen Möglichkeiten Prozesse koordinieren und Abstimmungen gestalten, umso besser wird sich das Angebot für uns alle weiter entwickeln. Und je stärker werden dann irgendwann weitere Tools überflüssig(er).
Solch ein Einbringen und Mitdenken kann natürlich auch Kritik beinhalten. Auch daraus kann ja Entwicklung angestoßen werden. Ich habe z.B. selbst schon sehr früh meinen Unmut darüber aufgeschrieben, dass AIS.chat aus meiner Sicht nur wenig transformativ und damit nicht bewusst als pädagogisch-ermöglichende Alternative zu anderen Anbietern bei der KI-Nutzung gestaltet wird. Einiges davon wurde und wird aufgegriffen, es werden im FWU Lernszenarien in diesem Sinne entwickelt und ich bekam direkt die Einladung, eigene Ideen für die Chatbot-Oberfläche aufzubereiten und zu teilen. Das ist toll und bestärkend in Hinblick auf gemeinsame, pädagogische Gestaltungsmöglichkeiten und ich freue mich, dass ich immer mehr Menschen wahrnehme, die Ähnliches versuchen.
Bleibt das Argument, dass das alles aber leider viel zu langsam sei und KI-Technologie eben nicht auf die bundesdeutsche Kultusbürokratie warten würde. Einerseits klingt dieser Einwand sehr plausibel, wenn man sich anschaut, in welch schneller Geschwindigkeit KI-Modelle trainiert und mit immer mehr Möglichkeiten ausgestattet werden. Auf der anderen Seite kann gerade deshalb ein immer schnellerer Wettlauf aus meiner Sicht nicht die Lösung sein. Gute, weil nachhaltige, soziale und demokratische Zukünfte entstehen dann, wenn wir sie gemeinsam gestalten. Und in Gestaltung kommen wir nicht, wenn wir hinterherrennen, ohne uns zu verständigen, was wir überhaupt wollen und wo es hingehen soll.
Zur Gestaltung gehört für mich dann ganz zentral auch die Frage der Nachhaltigkeit: Wenn festgestellt wird, dass AIS.chat weniger kann als andere Tools, dann sollten wir aus meiner Sicht vor allem fragen, welche Fähigkeiten tatsächlich pädagogisch sinnvoll und gesellschaftlich wünschenswert sind. Braucht es z.B. schnelle und fancy KI-gestützte Bild- und Videogenerierung, die erhebliche Ressourcen verschlingt? Oder kann es nicht auch eine bewusste politische und pädagogische Entscheidung sein, KI-Technologie weniger auf Lärm und Effekthascherei auszurichten – was bei profitgetriebenen Modellen in der Natur der Sache liegt – und mehr auf die Möglichkeiten der Mustererkennung und in diesem Sinne auf eine Spiegel- und Lernfunktion?
Noch grundsätzlicher wird es, wenn wir die Ebene der Infrastruktur in den Blick nehmen. Hier wünsche ich mir von uns allen ein deutlich mutigeres Weiterdenken. Wenn wir nämlich weiterhin auf eine investorengetriebene Infrastruktur setzen, bei der dann als Folge notwendigerweise menschliche Bedürfnisse schon bei der Entwicklung technischer Anwendungen direkt auf ihre Verwertbarkeit hin abgeklopft werden, dann öffnet sich eben gerade nicht die Perspektive einer gemeinwohlorientierten Technologie. AIS.chat ist hier aus meiner Sicht noch zu wenig als Alternative angelegt. Es liegt aber an uns, ob wir uns – gerade im damit verbundenen größeren Projekt AIS – viel stärker als bisher auf dezentrale und schnittstellenermöglichende Lösungen hin orientieren.
Um zu verdeutlichen, wie weit ein solches Denken reichen könnte: Mehrere Bildungseinrichtungen in einer Kommune könnten sich zusammenschließen und ein solarbetriebenes Rechenzentrum mit eigenen Servern entwickeln, auf denen lokale KI-Modelle laufen, die spezifisch angepasst werden können. Solch ein dezentraler und selbst verantworteter Ansatz klingt vielleicht erst einmal sehr weit von der Realität entfernt. Wir können aber genau in solche Richtungen am besten dann erste Schritte gehen, wenn wir Digitalisierung ganz bewusst als gesamtgesellschaftlichen Lernprozess und Gestaltungsherausforderung sehen, zu der wir insbesondere in der Pädagogik einen Beitrag leisten können, anstatt weiter profitgetriebenen, solutionistischen Technologie-Versprechen hinterherzujagen, die wir für eine l(i)ebenswerte Welt nicht brauchen.
Wenn wir Digitalisierung also nicht als fertiges Produkt begreifen, das man nur noch bewertet, sondern als gemeinsamen Lern- und Gestaltungsprozess, dann ist AIS.chat genau der Ort, an dem sich diese Haltung einüben lässt. Genau deshalb lohnt es sich aus meiner Sicht, sich einzubringen statt mit Zynismus und Abwendung zu reagieren.
Für mich gilt deshalb: Gut, dass es AIS.chat gibt! Lasst uns das Projekt nutzen, um KI-Technologie für die Bildung demokratisch, gemeinwohlorientiert und in öffentlicher Verantwortung zu gestalten.
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OpenCode: KI-Agenten mit mehr digitaler Mündigkeit
Bereits vor einem Jahr habe ich mir einen eigenen KI-Server aufgesetzt und die Anleitung dazu geteilt. Ich nutzte dazu Ollama und OpenWebUI als Open-Source-‚Hülle‘, über die ich Schnittstellen zu KI-Sprachmodellen herstellen konnte. Das hat für mich im Hinblick auf eine digital-mündige KI-Nutzung zwei entscheidende Vorteile:
- Ich konnte und kann mir diese Umgebung so einrichten, wie ich das möchte: Welche Temperatur soll das KI-Sprachmodell in einer Interaktion nutzen? Welche spezifischen Anweisungen sollen berücksichtigt werden? Welche Dateien will ich als Basis einspeisen und darauf Bezug nehmen? Anders als bei einer Nutzung von Plattformen wie ChatGPT oder Claude sind all diese Dinge auf meinem eigenen Server gespeichert.
- Ich konnte und kann Open-Source-Modellen wie Mistral den Vorzug gegenüber proprietären Modellen geben. In der Praxis bedeutet das, dass ich für den überwiegenden Teil meiner KI-Chats das lokal auf meinem Server installierte Mistral nutzte. Erst wenn ich merkte, dass ich bei manchen Herausforderungen nicht weiterkomme, wechsle ich das Modell und nutzte dann eine Schnittstelle zu einem proprietären KI-Modell, in letzter Zeit meistens eines der Anthropic-Modelle. Ich habe dazu alle Modelle über OpenRouter gebündelt zur Verfügung.
Diese Installation ist immer noch cool und hilfreich, wenn es um die Interaktion mit KI-Sprachmodellen geht, und ich kann sie weiterhin empfehlen. Seit Anfang dieses Jahres experimentiere ich nun aber zunehmend mit sogenannten KI-Agenten.
Von KI-Sprachmodellen zu KI-Agenten
Der Begriff ‚KI-Agent‘ führt aus meiner Sicht vielfach zu falschen Assoziationen – und die geteilten Einsatzzwecke solcher KI-Agenten tun ihr Übriges. Schnell erhält man dann den Eindruck, dass diese KI-Agenten völlig autonom irgendwelche Aufgaben für einen erledigen, z. B. mithilfe bereitgestellter Kreditkartendaten und einem Zugriff zum Internet eine komplette Reise für die Sommerferien planen, während ich mich schon vorab entspannen kann. Während so etwas vielleicht theoretisch möglich ist, dürfte für alle offensichtlich sein, dass das Risiko für Missbrauch und Fehler bei solch einem Ansatz sehr hoch ist und die Nutzung von KI-Agenten in solch einer Art und Weise nicht empfehlenswert ist. Ganz unabhängig davon, ob ich solch eine Nutzung überhaupt für mich will.
Ich definiere KI-Agenten für mich stattdessen als ‚KI-Technologie, der ich Zugriff auf bestimmte Anwendungen auf meinem Rechner geben kann‘. Ganz konkret sieht das so aus, dass ich zum Beispiel einen Ordner auf meinem Laptop neu anlege, in diesen Ordner ein Video kopiere und dann an den genutzten KI-Agenten den Prompt schreibe, dass das Video transkribiert und dazu ein H5P-Inhalt erstellt werden soll. Das Tool wird dann nach weiteren Berechtigungen fragen (z. B. den Zugriff zu meiner Transkriptionssoftware oder den Zugriff zum Code-Verzeichnis von H5P im Internet). Ich kann jeweils immer prüfen, ob ich diesen Zugriff gewähren will. Wenn ja, dann bestätige ich das und das Tool arbeitet entsprechend weiter.
Ich kommuniziere mit solch einem KI-Agenten im Terminal (= in der Konsole des Rechners), was für Menschen, die das ansonsten gar nicht tun, wahrscheinlich deutlich komplizierter klingt, als es real ist. Denn sobald ich den KI-Agenten darin installiert habe, was meistens nur ein einziger Befehl ist, kann ich dann auch im Terminal mit normaler menschlicher Sprache chatten, so wie ich das auch mit einem klassischen KI-Sprachmodell tun würde. Es gibt zusätzlich einzelne Befehle. In diese kann ich mich dann aber nach und nach und Schritt für Schritt einarbeiten.
Möglichkeiten zur Nutzung von KI-Agenten
Für mich hat sich die Art und Weise, mit KI-Technologie zu arbeiten, mit solchen KI-Agenten sehr verändert, und ich nutze sie inzwischen häufiger als klassische Sprachmodelle.
Hier sind ein paar Einsatzzwecke:
- Ich lade eine Sammlung an Inhalten in einen Ordner, die wir bei einem Workshop erarbeitet haben – und lasse mir diese clustern und sortieren.
- Ich lasse einen heruntergeladenen Moodle-Kurs entpacken und arbeite dann an einer Neugestaltung/Aktualisierung.
- Ich erstelle Texte für einen Flipped-Inhalt bei einem Lernangebot – und lasse daraus eine statische Website erstellen. (Dazu habe ich einen vorbereiteten ‚Skill‘, also eine Anweisung, was mir bei solchen Aufgaben übergreifend wichtig ist, z.B. ein bestimmtes CSS verwenden, möglichst keine externen Einbettungen, ein einmal geschriebenes Impressum immer wieder nutzen …)
- Ich habe Freude bei der Gestaltung von Internetquatsch in Form von statischen Websites, die ich dann z. B. über GitLab, GitHub oder Codeberg online stellen kann.
- Ich passe das Theme in einem CMS wie Publii oder einem Wiki wie dem DokuWiki an, so dass es für einen bestimmten Einsatzzweck von mir passt.
- …
Das ABER …
Ich erlebe diese und weitere Einsatzzwecke als spannend und hilfreich und habe Freude beim Erkunden. An dieser Stelle kam dann aber bisher das große ‚Aber‘ für mich. Denn um diese Möglichkeiten zu nutzen, musste ich mich bisher für einen KI-Agenten-Anbieter entscheiden. Ich hatte Claude Code gewählt. Das funktionierte technisch gut; ich fand es aus der Perspektive der digitalen Mündigkeit aber nicht sinnvoll, weil ich ja eigentlich sehr bewusst versucht hatte, mich nicht in die Plattform eines Anbieters hineinziehen zu lassen, sondern mindestens jederzeit zwischen unterschiedlichen Anbietern wechseln zu können und – noch besser, wo möglich – lokal zu arbeiten bzw. Open-Source-Modelle zu nutzen.
Offensichtlich standen andere Menschen vor dem gleichen Problem wie ich – und es gibt eine Lösung: OpenCode!
Die Alternative: OpenCode
OpenCode ist ein Open-Source-Tool, das – ähnlich wie Ollama und OpenWebUI bei meinem KI-Server – eine offene Software für die Nutzung und Einrichtung von KI-Agenten bietet. Das Tool wird auf dem eigenen Rechner installiert. Jederzeit kann dann zwischen unterschiedlichen Anbietern hin- und hergewechselt werden. Und ich kann das Tool auch mit lokalen Modellen verbinden. Von dem Anbieter gibt es mit OpenCode Zen auch ein kuratiertes Set an KI-Agenten-Modellen. Diese sind – anders als meine bisherige OpenRouter-Schnittstelle – auf Agentenmodelle spezialisiert. Ähnlich wie bei OpenRouter zahle ich dann auch hier für verwendete Tokens.
Während die Einrichtung meines eigenen KI-Servers durchaus voraussetzungsreich war, ist OpenCode in der Installation nicht schwieriger als die Installation z.B. von Claude Code.
Die Schritte sind:
- Du öffnest dein Terminal (= die Konsole, das schwarze Fenster, in das man Befehle eingeben kann.).
- Du gibst den Befehl zur Installation ein, den du hier findest.
- Du startest das Programm mit dem Befehl
opencode. - Du wählst aus, mit welchen Modellen du es verbinden willst, indem du den Befehl
/connecteingibst. Für den Start fand ich die Verbindung mit Zen super. Das konnte ich einfach auswählen und mir dann zur Verbindung einen API-Code von der Website kopieren. - Danach kannst du in das gewünschte Verzeichnis wechseln – und so wie gewohnt chatten.
Meine bisherigen Erkundungen finde ich sehr zufriedenstellend. Ich werde berichten, welche Erfahrungen ich weiter damit mache. Eine Installation und ein Ausprobieren kann ich schon jetzt sehr empfehlen, und ich wünsche dir viel Freude dabei!
#DigitaleMündigkeit #KünstlicheIntelligenzKI -
OpenCode: KI-Agenten mit mehr digitaler Mündigkeit
Bereits vor einem Jahr habe ich mir einen eigenen KI-Server aufgesetzt und die Anleitung dazu geteilt. Ich nutzte dazu Ollama und OpenWebUI als Open-Source-‚Hülle‘, über die ich Schnittstellen zu KI-Sprachmodellen herstellen konnte. Das hat für mich im Hinblick auf eine digital-mündige KI-Nutzung zwei entscheidende Vorteile:
- Ich konnte und kann mir diese Umgebung so einrichten, wie ich das möchte: Welche Temperatur soll das KI-Sprachmodell in einer Interaktion nutzen? Welche spezifischen Anweisungen sollen berücksichtigt werden? Welche Dateien will ich als Basis einspeisen und darauf Bezug nehmen? Anders als bei einer Nutzung von Plattformen wie ChatGPT oder Claude sind all diese Dinge auf meinem eigenen Server gespeichert.
- Ich konnte und kann Open-Source-Modellen wie Mistral den Vorzug gegenüber proprietären Modellen geben. In der Praxis bedeutet das, dass ich für den überwiegenden Teil meiner KI-Chats das lokal auf meinem Server installierte Mistral nutzte. Erst wenn ich merkte, dass ich bei manchen Herausforderungen nicht weiterkomme, wechsle ich das Modell und nutzte dann eine Schnittstelle zu einem proprietären KI-Modell, in letzter Zeit meistens eines der Anthropic-Modelle. Ich habe dazu alle Modelle über OpenRouter gebündelt zur Verfügung.
Diese Installation ist immer noch cool und hilfreich, wenn es um die Interaktion mit KI-Sprachmodellen geht, und ich kann sie weiterhin empfehlen. Seit Anfang dieses Jahres experimentiere ich nun aber zunehmend mit sogenannten KI-Agenten.
Von KI-Sprachmodellen zu KI-Agenten
Der Begriff ‚KI-Agent‘ führt aus meiner Sicht vielfach zu falschen Assoziationen – und die geteilten Einsatzzwecke solcher KI-Agenten tun ihr Übriges. Schnell erhält man dann den Eindruck, dass diese KI-Agenten völlig autonom irgendwelche Aufgaben für einen erledigen, z. B. mithilfe bereitgestellter Kreditkartendaten und einem Zugriff zum Internet eine komplette Reise für die Sommerferien planen, während ich mich schon vorab entspannen kann. Während so etwas vielleicht theoretisch möglich ist, dürfte für alle offensichtlich sein, dass das Risiko für Missbrauch und Fehler bei solch einem Ansatz sehr hoch ist und die Nutzung von KI-Agenten in solch einer Art und Weise nicht empfehlenswert ist. Ganz unabhängig davon, ob ich solch eine Nutzung überhaupt für mich will.
Ich definiere KI-Agenten für mich stattdessen als ‚KI-Technologie, der ich Zugriff auf bestimmte Anwendungen auf meinem Rechner geben kann‘. Ganz konkret sieht das so aus, dass ich zum Beispiel einen Ordner auf meinem Laptop neu anlege, in diesen Ordner ein Video kopiere und dann an den genutzten KI-Agenten den Prompt schreibe, dass das Video transkribiert und dazu ein H5P-Inhalt erstellt werden soll. Das Tool wird dann nach weiteren Berechtigungen fragen (z. B. den Zugriff zu meiner Transkriptionssoftware oder den Zugriff zum Code-Verzeichnis von H5P im Internet). Ich kann jeweils immer prüfen, ob ich diesen Zugriff gewähren will. Wenn ja, dann bestätige ich das und das Tool arbeitet entsprechend weiter.
Ich kommuniziere mit solch einem KI-Agenten im Terminal (= in der Konsole des Rechners), was für Menschen, die das ansonsten gar nicht tun, wahrscheinlich deutlich komplizierter klingt, als es real ist. Denn sobald ich den KI-Agenten darin installiert habe, was meistens nur ein einziger Befehl ist, kann ich dann auch im Terminal mit normaler menschlicher Sprache chatten, so wie ich das auch mit einem klassischen KI-Sprachmodell tun würde. Es gibt zusätzlich einzelne Befehle. In diese kann ich mich dann aber nach und nach und Schritt für Schritt einarbeiten.
Möglichkeiten zur Nutzung von KI-Agenten
Für mich hat sich die Art und Weise, mit KI-Technologie zu arbeiten, mit solchen KI-Agenten sehr verändert, und ich nutze sie inzwischen häufiger als klassische Sprachmodelle.
Hier sind ein paar Einsatzzwecke:
- Ich lade eine Sammlung an Inhalten in einen Ordner, die wir bei einem Workshop erarbeitet haben – und lasse mir diese clustern und sortieren.
- Ich lasse einen heruntergeladenen Moodle-Kurs entpacken und arbeite dann an einer Neugestaltung/Aktualisierung.
- Ich erstelle Texte für einen Flipped-Inhalt bei einem Lernangebot – und lasse daraus eine statische Website erstellen. (Dazu habe ich einen vorbereiteten ‚Skill‘, also eine Anweisung, was mir bei solchen Aufgaben übergreifend wichtig ist, z.B. ein bestimmtes CSS verwenden, möglichst keine externen Einbettungen, ein einmal geschriebenes Impressum immer wieder nutzen …)
- Ich habe Freude bei der Gestaltung von Internetquatsch in Form von statischen Websites, die ich dann z. B. über GitLab, GitHub oder Codeberg online stellen kann.
- Ich passe das Theme in einem CMS wie Publii oder einem Wiki wie dem DokuWiki an, so dass es für einen bestimmten Einsatzzweck von mir passt.
- …
Das ABER …
Ich erlebe diese und weitere Einsatzzwecke als spannend und hilfreich und habe Freude beim Erkunden. An dieser Stelle kam dann aber bisher das große ‚Aber‘ für mich. Denn um diese Möglichkeiten zu nutzen, musste ich mich bisher für einen KI-Agenten-Anbieter entscheiden. Ich hatte Claude Code gewählt. Das funktionierte technisch gut; ich fand es aus der Perspektive der digitalen Mündigkeit aber nicht sinnvoll, weil ich ja eigentlich sehr bewusst versucht hatte, mich nicht in die Plattform eines Anbieters hineinziehen zu lassen, sondern mindestens jederzeit zwischen unterschiedlichen Anbietern wechseln zu können und – noch besser, wo möglich – lokal zu arbeiten bzw. Open-Source-Modelle zu nutzen.
Offensichtlich standen andere Menschen vor dem gleichen Problem wie ich – und es gibt eine Lösung: OpenCode!
Die Alternative: OpenCode
OpenCode ist ein Open-Source-Tool, das – ähnlich wie Ollama und OpenWebUI bei meinem KI-Server – eine offene Software für die Nutzung und Einrichtung von KI-Agenten bietet. Das Tool wird auf dem eigenen Rechner installiert. Jederzeit kann dann zwischen unterschiedlichen Anbietern hin- und hergewechselt werden. Und ich kann das Tool auch mit lokalen Modellen verbinden. Von dem Anbieter gibt es mit OpenCode Zen auch ein kuratiertes Set an KI-Agenten-Modellen. Diese sind – anders als meine bisherige OpenRouter-Schnittstelle – auf Agentenmodelle spezialisiert. Ähnlich wie bei OpenRouter zahle ich dann auch hier für verwendete Tokens.
Während die Einrichtung meines eigenen KI-Servers durchaus voraussetzungsreich war, ist OpenCode in der Installation nicht schwieriger als die Installation z.B. von Claude Code.
Die Schritte sind:
- Du öffnest dein Terminal (= die Konsole, das schwarze Fenster, in das man Befehle eingeben kann.).
- Du gibst den Befehl zur Installation ein, den du hier findest.
- Du startest das Programm mit dem Befehl
opencode. - Du wählst aus, mit welchen Modellen du es verbinden willst, indem du den Befehl
/connecteingibst. Für den Start fand ich die Verbindung mit Zen super. Das konnte ich einfach auswählen und mir dann zur Verbindung einen API-Code von der Website kopieren. - Danach kannst du in das gewünschte Verzeichnis wechseln – und so wie gewohnt chatten.
Meine bisherigen Erkundungen finde ich sehr zufriedenstellend. Ich werde berichten, welche Erfahrungen ich weiter damit mache. Eine Installation und ein Ausprobieren kann ich schon jetzt sehr empfehlen, und ich wünsche dir viel Freude dabei!
#DigitaleMündigkeit #KünstlicheIntelligenzKI -
OpenCode: KI-Agenten mit mehr digitaler Mündigkeit
Bereits vor einem Jahr habe ich mir einen eigenen KI-Server aufgesetzt und die Anleitung dazu geteilt. Ich nutzte dazu Ollama und OpenWebUI als Open-Source-‚Hülle‘, über die ich Schnittstellen zu KI-Sprachmodellen herstellen konnte. Das hat für mich im Hinblick auf eine digital-mündige KI-Nutzung zwei entscheidende Vorteile:
- Ich konnte und kann mir diese Umgebung so einrichten, wie ich das möchte: Welche Temperatur soll das KI-Sprachmodell in einer Interaktion nutzen? Welche spezifischen Anweisungen sollen berücksichtigt werden? Welche Dateien will ich als Basis einspeisen und darauf Bezug nehmen? Anders als bei einer Nutzung von Plattformen wie ChatGPT oder Claude sind all diese Dinge auf meinem eigenen Server gespeichert.
- Ich konnte und kann Open-Source-Modellen wie Mistral den Vorzug gegenüber proprietären Modellen geben. In der Praxis bedeutet das, dass ich für den überwiegenden Teil meiner KI-Chats das lokal auf meinem Server installierte Mistral nutzte. Erst wenn ich merkte, dass ich bei manchen Herausforderungen nicht weiterkomme, wechsle ich das Modell und nutzte dann eine Schnittstelle zu einem proprietären KI-Modell, in letzter Zeit meistens eines der Anthropic-Modelle. Ich habe dazu alle Modelle über OpenRouter gebündelt zur Verfügung.
Diese Installation ist immer noch cool und hilfreich, wenn es um die Interaktion mit KI-Sprachmodellen geht, und ich kann sie weiterhin empfehlen. Seit Anfang dieses Jahres experimentiere ich nun aber zunehmend mit sogenannten KI-Agenten.
Von KI-Sprachmodellen zu KI-Agenten
Der Begriff ‚KI-Agent‘ führt aus meiner Sicht vielfach zu falschen Assoziationen – und die geteilten Einsatzzwecke solcher KI-Agenten tun ihr Übriges. Schnell erhält man dann den Eindruck, dass diese KI-Agenten völlig autonom irgendwelche Aufgaben für einen erledigen, z. B. mithilfe bereitgestellter Kreditkartendaten und einem Zugriff zum Internet eine komplette Reise für die Sommerferien planen, während ich mich schon vorab entspannen kann. Während so etwas vielleicht theoretisch möglich ist, dürfte für alle offensichtlich sein, dass das Risiko für Missbrauch und Fehler bei solch einem Ansatz sehr hoch ist und die Nutzung von KI-Agenten in solch einer Art und Weise nicht empfehlenswert ist. Ganz unabhängig davon, ob ich solch eine Nutzung überhaupt für mich will.
Ich definiere KI-Agenten für mich stattdessen als ‚KI-Technologie, der ich Zugriff auf bestimmte Anwendungen auf meinem Rechner geben kann‘. Ganz konkret sieht das so aus, dass ich zum Beispiel einen Ordner auf meinem Laptop neu anlege, in diesen Ordner ein Video kopiere und dann an den genutzten KI-Agenten den Prompt schreibe, dass das Video transkribiert und dazu ein H5P-Inhalt erstellt werden soll. Das Tool wird dann nach weiteren Berechtigungen fragen (z. B. den Zugriff zu meiner Transkriptionssoftware oder den Zugriff zum Code-Verzeichnis von H5P im Internet). Ich kann jeweils immer prüfen, ob ich diesen Zugriff gewähren will. Wenn ja, dann bestätige ich das und das Tool arbeitet entsprechend weiter.
Ich kommuniziere mit solch einem KI-Agenten im Terminal (= in der Konsole des Rechners), was für Menschen, die das ansonsten gar nicht tun, wahrscheinlich deutlich komplizierter klingt, als es real ist. Denn sobald ich den KI-Agenten darin installiert habe, was meistens nur ein einziger Befehl ist, kann ich dann auch im Terminal mit normaler menschlicher Sprache chatten, so wie ich das auch mit einem klassischen KI-Sprachmodell tun würde. Es gibt zusätzlich einzelne Befehle. In diese kann ich mich dann aber nach und nach und Schritt für Schritt einarbeiten.
Möglichkeiten zur Nutzung von KI-Agenten
Für mich hat sich die Art und Weise, mit KI-Technologie zu arbeiten, mit solchen KI-Agenten sehr verändert, und ich nutze sie inzwischen häufiger als klassische Sprachmodelle.
Hier sind ein paar Einsatzzwecke:
- Ich lade eine Sammlung an Inhalten in einen Ordner, die wir bei einem Workshop erarbeitet haben – und lasse mir diese clustern und sortieren.
- Ich lasse einen heruntergeladenen Moodle-Kurs entpacken und arbeite dann an einer Neugestaltung/Aktualisierung.
- Ich erstelle Texte für einen Flipped-Inhalt bei einem Lernangebot – und lasse daraus eine statische Website erstellen. (Dazu habe ich einen vorbereiteten ‚Skill‘, also eine Anweisung, was mir bei solchen Aufgaben übergreifend wichtig ist, z.B. ein bestimmtes CSS verwenden, möglichst keine externen Einbettungen, ein einmal geschriebenes Impressum immer wieder nutzen …)
- Ich habe Freude bei der Gestaltung von Internetquatsch in Form von statischen Websites, die ich dann z. B. über GitLab, GitHub oder Codeberg online stellen kann.
- Ich passe das Theme in einem CMS wie Publii oder einem Wiki wie dem DokuWiki an, so dass es für einen bestimmten Einsatzzweck von mir passt.
- …
Das ABER …
Ich erlebe diese und weitere Einsatzzwecke als spannend und hilfreich und habe Freude beim Erkunden. An dieser Stelle kam dann aber bisher das große ‚Aber‘ für mich. Denn um diese Möglichkeiten zu nutzen, musste ich mich bisher für einen KI-Agenten-Anbieter entscheiden. Ich hatte Claude Code gewählt. Das funktionierte technisch gut; ich fand es aus der Perspektive der digitalen Mündigkeit aber nicht sinnvoll, weil ich ja eigentlich sehr bewusst versucht hatte, mich nicht in die Plattform eines Anbieters hineinziehen zu lassen, sondern mindestens jederzeit zwischen unterschiedlichen Anbietern wechseln zu können und – noch besser, wo möglich – lokal zu arbeiten bzw. Open-Source-Modelle zu nutzen.
Offensichtlich standen andere Menschen vor dem gleichen Problem wie ich – und es gibt eine Lösung: OpenCode!
Die Alternative: OpenCode
OpenCode ist ein Open-Source-Tool, das – ähnlich wie Ollama und OpenWebUI bei meinem KI-Server – eine offene Software für die Nutzung und Einrichtung von KI-Agenten bietet. Das Tool wird auf dem eigenen Rechner installiert. Jederzeit kann dann zwischen unterschiedlichen Anbietern hin- und hergewechselt werden. Und ich kann das Tool auch mit lokalen Modellen verbinden. Von dem Anbieter gibt es mit OpenCode Zen auch ein kuratiertes Set an KI-Agenten-Modellen. Diese sind – anders als meine bisherige OpenRouter-Schnittstelle – auf Agentenmodelle spezialisiert. Ähnlich wie bei OpenRouter zahle ich dann auch hier für verwendete Tokens.
Während die Einrichtung meines eigenen KI-Servers durchaus voraussetzungsreich war, ist OpenCode in der Installation nicht schwieriger als die Installation z.B. von Claude Code.
Die Schritte sind:
- Du öffnest dein Terminal (= die Konsole, das schwarze Fenster, in das man Befehle eingeben kann.).
- Du gibst den Befehl zur Installation ein, den du hier findest.
- Du startest das Programm mit dem Befehl
opencode. - Du wählst aus, mit welchen Modellen du es verbinden willst, indem du den Befehl
/connecteingibst. Für den Start fand ich die Verbindung mit Zen super. Das konnte ich einfach auswählen und mir dann zur Verbindung einen API-Code von der Website kopieren. - Danach kannst du in das gewünschte Verzeichnis wechseln – und so wie gewohnt chatten.
Meine bisherigen Erkundungen finde ich sehr zufriedenstellend. Ich werde berichten, welche Erfahrungen ich weiter damit mache. Eine Installation und ein Ausprobieren kann ich schon jetzt sehr empfehlen, und ich wünsche dir viel Freude dabei!
#DigitaleMündigkeit #KünstlicheIntelligenzKI -
OpenCode: KI-Agenten mit mehr digitaler Mündigkeit
Bereits vor einem Jahr habe ich mir einen eigenen KI-Server aufgesetzt und die Anleitung dazu geteilt. Ich nutzte dazu Ollama und OpenWebUI als Open-Source-‚Hülle‘, über die ich Schnittstellen zu KI-Sprachmodellen herstellen konnte. Das hat für mich im Hinblick auf eine digital-mündige KI-Nutzung zwei entscheidende Vorteile:
- Ich konnte und kann mir diese Umgebung so einrichten, wie ich das möchte: Welche Temperatur soll das KI-Sprachmodell in einer Interaktion nutzen? Welche spezifischen Anweisungen sollen berücksichtigt werden? Welche Dateien will ich als Basis einspeisen und darauf Bezug nehmen? Anders als bei einer Nutzung von Plattformen wie ChatGPT oder Claude sind all diese Dinge auf meinem eigenen Server gespeichert.
- Ich konnte und kann Open-Source-Modellen wie Mistral den Vorzug gegenüber proprietären Modellen geben. In der Praxis bedeutet das, dass ich für den überwiegenden Teil meiner KI-Chats das lokal auf meinem Server installierte Mistral nutzte. Erst wenn ich merkte, dass ich bei manchen Herausforderungen nicht weiterkomme, wechsle ich das Modell und nutzte dann eine Schnittstelle zu einem proprietären KI-Modell, in letzter Zeit meistens eines der Anthropic-Modelle. Ich habe dazu alle Modelle über OpenRouter gebündelt zur Verfügung.
Diese Installation ist immer noch cool und hilfreich, wenn es um die Interaktion mit KI-Sprachmodellen geht, und ich kann sie weiterhin empfehlen. Seit Anfang dieses Jahres experimentiere ich nun aber zunehmend mit sogenannten KI-Agenten.
Von KI-Sprachmodellen zu KI-Agenten
Der Begriff ‚KI-Agent‘ führt aus meiner Sicht vielfach zu falschen Assoziationen – und die geteilten Einsatzzwecke solcher KI-Agenten tun ihr Übriges. Schnell erhält man dann den Eindruck, dass diese KI-Agenten völlig autonom irgendwelche Aufgaben für einen erledigen, z. B. mithilfe bereitgestellter Kreditkartendaten und einem Zugriff zum Internet eine komplette Reise für die Sommerferien planen, während ich mich schon vorab entspannen kann. Während so etwas vielleicht theoretisch möglich ist, dürfte für alle offensichtlich sein, dass das Risiko für Missbrauch und Fehler bei solch einem Ansatz sehr hoch ist und die Nutzung von KI-Agenten in solch einer Art und Weise nicht empfehlenswert ist. Ganz unabhängig davon, ob ich solch eine Nutzung überhaupt für mich will.
Ich definiere KI-Agenten für mich stattdessen als ‚KI-Technologie, der ich Zugriff auf bestimmte Anwendungen auf meinem Rechner geben kann‘. Ganz konkret sieht das so aus, dass ich zum Beispiel einen Ordner auf meinem Laptop neu anlege, in diesen Ordner ein Video kopiere und dann an den genutzten KI-Agenten den Prompt schreibe, dass das Video transkribiert und dazu ein H5P-Inhalt erstellt werden soll. Das Tool wird dann nach weiteren Berechtigungen fragen (z. B. den Zugriff zu meiner Transkriptionssoftware oder den Zugriff zum Code-Verzeichnis von H5P im Internet). Ich kann jeweils immer prüfen, ob ich diesen Zugriff gewähren will. Wenn ja, dann bestätige ich das und das Tool arbeitet entsprechend weiter.
Ich kommuniziere mit solch einem KI-Agenten im Terminal (= in der Konsole des Rechners), was für Menschen, die das ansonsten gar nicht tun, wahrscheinlich deutlich komplizierter klingt, als es real ist. Denn sobald ich den KI-Agenten darin installiert habe, was meistens nur ein einziger Befehl ist, kann ich dann auch im Terminal mit normaler menschlicher Sprache chatten, so wie ich das auch mit einem klassischen KI-Sprachmodell tun würde. Es gibt zusätzlich einzelne Befehle. In diese kann ich mich dann aber nach und nach und Schritt für Schritt einarbeiten.
Möglichkeiten zur Nutzung von KI-Agenten
Für mich hat sich die Art und Weise, mit KI-Technologie zu arbeiten, mit solchen KI-Agenten sehr verändert, und ich nutze sie inzwischen häufiger als klassische Sprachmodelle.
Hier sind ein paar Einsatzzwecke:
- Ich lade eine Sammlung an Inhalten in einen Ordner, die wir bei einem Workshop erarbeitet haben – und lasse mir diese clustern und sortieren.
- Ich lasse einen heruntergeladenen Moodle-Kurs entpacken und arbeite dann an einer Neugestaltung/Aktualisierung.
- Ich erstelle Texte für einen Flipped-Inhalt bei einem Lernangebot – und lasse daraus eine statische Website erstellen. (Dazu habe ich einen vorbereiteten ‚Skill‘, also eine Anweisung, was mir bei solchen Aufgaben übergreifend wichtig ist, z.B. ein bestimmtes CSS verwenden, möglichst keine externen Einbettungen, ein einmal geschriebenes Impressum immer wieder nutzen …)
- Ich habe Freude bei der Gestaltung von Internetquatsch in Form von statischen Websites, die ich dann z. B. über GitLab, GitHub oder Codeberg online stellen kann.
- Ich passe das Theme in einem CMS wie Publii oder einem Wiki wie dem DokuWiki an, so dass es für einen bestimmten Einsatzzweck von mir passt.
- …
Das ABER …
Ich erlebe diese und weitere Einsatzzwecke als spannend und hilfreich und habe Freude beim Erkunden. An dieser Stelle kam dann aber bisher das große ‚Aber‘ für mich. Denn um diese Möglichkeiten zu nutzen, musste ich mich bisher für einen KI-Agenten-Anbieter entscheiden. Ich hatte Claude Code gewählt. Das funktionierte technisch gut; ich fand es aus der Perspektive der digitalen Mündigkeit aber nicht sinnvoll, weil ich ja eigentlich sehr bewusst versucht hatte, mich nicht in die Plattform eines Anbieters hineinziehen zu lassen, sondern mindestens jederzeit zwischen unterschiedlichen Anbietern wechseln zu können und – noch besser, wo möglich – lokal zu arbeiten bzw. Open-Source-Modelle zu nutzen.
Offensichtlich standen andere Menschen vor dem gleichen Problem wie ich – und es gibt eine Lösung: OpenCode!
Die Alternative: OpenCode
OpenCode ist ein Open-Source-Tool, das – ähnlich wie Ollama und OpenWebUI bei meinem KI-Server – eine offene Software für die Nutzung und Einrichtung von KI-Agenten bietet. Das Tool wird auf dem eigenen Rechner installiert. Jederzeit kann dann zwischen unterschiedlichen Anbietern hin- und hergewechselt werden. Und ich kann das Tool auch mit lokalen Modellen verbinden. Von dem Anbieter gibt es mit OpenCode Zen auch ein kuratiertes Set an KI-Agenten-Modellen. Diese sind – anders als meine bisherige OpenRouter-Schnittstelle – auf Agentenmodelle spezialisiert. Ähnlich wie bei OpenRouter zahle ich dann auch hier für verwendete Tokens.
Während die Einrichtung meines eigenen KI-Servers durchaus voraussetzungsreich war, ist OpenCode in der Installation nicht schwieriger als die Installation z.B. von Claude Code.
Die Schritte sind:
- Du öffnest dein Terminal (= die Konsole, das schwarze Fenster, in das man Befehle eingeben kann.).
- Du gibst den Befehl zur Installation ein, den du hier findest.
- Du startest das Programm mit dem Befehl
opencode. - Du wählst aus, mit welchen Modellen du es verbinden willst, indem du den Befehl
/connecteingibst. Für den Start fand ich die Verbindung mit Zen super. Das konnte ich einfach auswählen und mir dann zur Verbindung einen API-Code von der Website kopieren. - Danach kannst du in das gewünschte Verzeichnis wechseln – und so wie gewohnt chatten.
Meine bisherigen Erkundungen finde ich sehr zufriedenstellend. Ich werde berichten, welche Erfahrungen ich weiter damit mache. Eine Installation und ein Ausprobieren kann ich schon jetzt sehr empfehlen, und ich wünsche dir viel Freude dabei!
#DigitaleMündigkeit #KünstlicheIntelligenzKI -
OpenCode: KI-Agenten mit mehr digitaler Mündigkeit
Bereits vor einem Jahr habe ich mir einen eigenen KI-Server aufgesetzt und die Anleitung dazu geteilt. Ich nutzte dazu Ollama und OpenWebUI als Open-Source-„Hülle“, über die ich Schnittstellen zu KI-Sprachmodellen herstellen konnte. Das hat für mich im Hinblick auf eine digital-mündige KI-Nutzung zwei entscheidende Vorteile:
- Ich konnte und kann mir diese Umgebung so einrichten, wie ich das möchte. Welche Temperatur soll das KI-Sprachmodell in einer Interaktion nutzen? Welche spezifischen Anweisungen sollen berücksichtigt werden? Welche Dateien will ich als Basis einspeisen und darauf Bezug nehmen? Anders als bei einer Nutzung von Plattformen wie ChatGPT oder Claude sind all diese Dinge auf meinem eigenen Server gespeichert.
- Ich konnte und kann Open-Source-Modellen wie Mistral den Vorzug gegenüber proprietären Modellen geben. In der Praxis bedeutet das, dass ich für den überwiegenden Teil meiner KI-Chats das lokal auf meinem Server installierte Mistral nutzte. Erst wenn ich merkte, dass ich bei manchen Herausforderungen nicht weiterkomme, wechsle ich das Modell und nutzte dann eine Schnittstelle zu einem proprietären KI-Modell, in letzter Zeit meistens eines der Anthropic-Modelle. Ich habe dazu alle Modelle über OpenRouter gebündelt zur Verfügung.
Diese Installation ist immer noch cool und hilfreich, wenn es um die Interaktion mit KI-Sprachmodellen geht, und ich kann sie weiterhin empfehlen. Seit Anfang dieses Jahres experimentiere ich nun aber zunehmend mit sogenannten KI-Agenten.
Von KI-Sprachmodellen zu KI-Agenten
Der Begriff ‚KI-Agent‘ führt aus meiner Sicht vielfach zu falschen Assoziationen – und die geteilten Einsatzzwecke solcher KI-Agenten tun ihr Übriges. Schnell erhält man dann den Eindruck, dass diese KI-Agenten völlig autonom irgendwelche Aufgaben für einen erledigen, z. B. mithilfe bereitgestellter Kreditkartendaten und einem Zugriff zum Internet eine komplette Reise für die Sommerferien planen, während ich mich schon vorab entspannen kann. Während so etwas vielleicht theoretisch möglich ist, dürfte für alle offensichtlich sein, dass das Risiko für Missbrauch und Fehler bei solch einem Ansatz sehr hoch ist und die Nutzung von KI-Agenten in solch einer Art und Weise nicht empfehlenswert ist. Ganz unabhängig davon, ob ich solch eine Nutzung überhaupt für mich will.
Ich definiere KI-Agenten für mich stattdessen als ‚KI-Technologie, der ich Zugriff auf bestimmte Anwendungen auf meinem Rechner geben kann‘. Ganz konkret sieht das so aus, dass ich zum Beispiel einen Ordner auf meinem Laptop neu anlege, in diesen Ordner ein Video kopiere und dann an den genutzten KI-Agenten den Prompt schreibe, dass das Video transkribiert und dazu ein H5P-Inhalt erstellt werden soll. Das Tool wird dann nach weiteren Berechtigungen fragen (z. B. den Zugriff zu meiner Transkriptionssoftware oder den Zugriff zum Code-Verzeichnis von H5P im Internet). Ich kann jeweils immer prüfen, ob ich diesen Zugriff gewähren will. Wenn ja, dann bestätige ich das und das Tool arbeitet entsprechend weiter.
Ich kommuniziere mit solch einem KI-Agenten im Terminal (= in der Konsole des Rechners), was für Menschen, die das ansonsten gar nicht tun, wahrscheinlich deutlich komplizierter klingt, als es real ist. Denn sobald ich den KI-Agenten darin installiert habe, was meistens nur ein einziger Befehl ist, kann ich dann auch im Terminal mit normaler menschlicher Sprache chatten, so wie ich das auch mit einem klassischen KI-Sprachmodell tun würde. Es gibt zusätzlich einzelne Befehle. In diese kann ich mich dann aber nach und nach und Schritt für Schritt einarbeiten.
Möglichkeiten zur Nutzung von KI-Agenten
Für mich hat sich die Art und Weise, mit KI-Technologie zu arbeiten, mit solchen KI-Agenten sehr verändert, und ich nutze sie inzwischen häufiger als klassische Sprachmodelle.
Hier sind ein paar Einsatzzwecke:
- Ich lade eine Sammlung an Inhalten in einen Ordner, die wir bei einem Workshop erarbeitet haben – und lasse mir diese clustern und sortieren.
- Ich lasse einen heruntergeladenen Moodle-Kurs entpacken und arbeite dann an einer Neugestaltung/Aktualisierung.
- Ich erstelle Texte für einen Flipped-Inhalt bei einem Lernangebot – und lasse daraus eine statische Website erstellen. (Dazu habe ich einen vorbereiteten ‚Skill‘, also eine Anweisung, was mir bei solchen Aufgaben übergreifend wichtig ist, z.B. ein bestimmtes CSS verwenden, möglichst keine externen Einbettungen, ein einmal geschriebenes Impressum immer wieder nutzen …)
- Ich habe Freude bei der Gestaltung von Internetquatsch in Form von statischen Websites, die ich dann z. B. über GitLab, GitHub oder Codeberg online stellen kann.
- Ich passe das Theme in einem CMS wie Publii oder einem Wiki wie dem DokuWiki an, so dass es für einen bestimmten Einsatzzweck von mir passt.
- …
Das ABER …
Ich erlebe diese und weitere Einsatzzwecke als spannend und hilfreich und habe Freude beim Erkunden. An dieser Stelle kam dann aber bisher das große ‚Aber‘ für mich. Denn um diese Möglichkeiten zu nutzen, musste ich mich bisher für einen KI-Agenten-Anbieter entscheiden. Ich hatte Claude Code gewählt. Das funktionierte technisch gut; ich fand es aus der Perspektive der digitalen Mündigkeit aber nicht sinnvoll, weil ich ja eigentlich sehr bewusst versucht hatte, mich nicht in die Plattform eines Anbieters hineinziehen zu lassen, sondern mindestens jederzeit zwischen unterschiedlichen Anbietern wechseln zu können und – noch besser, wo möglich – lokal zu arbeiten bzw. Open-Source-Modelle zu nutzen.
Offensichtlich standen andere Menschen vor dem gleichen Problem wie ich – und es gibt eine Lösung: OpenCode!
Die Alternative: OpenCode
OpenCode ist ein Open-Source-Tool, das – ähnlich wie Ollama und OpenWebUI bei meinem KI-Server – eine offene Software für die Nutzung und Einrichtung von KI-Agenten bietet. Das Tool wird auf dem eigenen Rechner installiert. Jederzeit kann dann zwischen unterschiedlichen Anbietern hin- und hergewechselt werden. Und ich kann das Tool auch mit lokalen Modellen verbinden. Von dem Anbieter gibt es mit OpenCode Zen auch ein kuratiertes Set an KI-Agenten-Modellen. Diese sind – anders als meine bisherige OpenRouter-Schnittstelle – auf Agentenmodelle spezialisiert. Ähnlich wie bei OpenRouter zahle ich dann auch hier für verwendete Tokens.
Während die Einrichtung meines eigenen KI-Servers durchaus voraussetzungsreich war, ist OpenCode in der Installation nicht schwieriger als die Installation z.B. von Claude Code.
Die Schritte sind:
- Du öffnest dein Terminal (= die Konsole, das schwarze Fenster, in das man Befehle eingeben kann.).
- Du gibst den Befehl zur Installation ein, den du hier findest.
- Du startest das Programm mit dem Befehl
opencode. - Du wählst aus, mit welchen Modellen du es verbinden willst, indem du den Befehl
/connecteingibst. Für den Start fand ich die Verbindung mit Zen super. Das konnte ich einfach auswählen und mir dann zur Verbindung einen API-Code von der Website kopieren. - Danach kannst du in das gewünschte Verzeichnis wechseln – und so wie gewohnt chatten.
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Dritte Orte im digitalen Raum
Ich war dieses Jahr nicht bei der re:publica – und schaue mir gerade nachträglich einige Aufzeichnungen an. Sehr inspirierend und wertvoll zum Weiterdenken auch für meinen Kontext der Lerngestaltung finde ich diesen Impuls von Ralf Stockmann. Er stellt darin den Ansatz der Berliner Bibliotheken vor, die lokale Communities als ‚dritte Orte‘ auch in den Online-Raum zu erweitern und dafür eine erweiterte und angepasste Version von Discourse zu verwenden.
Ich finde daran besonders gut:
- Die sehr direkt Verbindung zwischen vor Ort und online. Der erste Zugang in den Online-Raum passiert direkt ausgehend vom physischen Raum.
- Der Ansatz, dass es nicht um ‚die nächste große Plattform geht‘, sondern eben um eine bewusste, soziale Gestaltung des Online-Raums mit realen, sozialen Verbindungen.
- Die vielen Möglichkeiten zur Gestaltung, die sich eröffnen. Anstatt doch direkt wieder in eine pasiv-konsumierende Rolle zu rutschen.
Vielen Dank fürs Teilen!
#DigitaleMündigkeit #OnlineLernen -
Dritte Orte im digitalen Raum
Ich war dieses Jahr nicht bei der re:publica – und schaue mir gerade nachträglich einige Aufzeichnungen an. Sehr inspirierend und wertvoll zum Weiterdenken auch für meinen Kontext der Lerngestaltung finde ich diesen Impuls von Ralf Stockmann. Er stellt darin den Ansatz der Berliner Bibliotheken vor, die lokale Communities als ‚dritte Orte‘ auch in den Online-Raum zu erweitern und dafür eine erweiterte und angepasste Version von Discourse zu verwenden.
Ich finde daran besonders gut:
- Die sehr direkt Verbindung zwischen vor Ort und online. Der erste Zugang in den Online-Raum passiert direkt ausgehend vom physischen Raum.
- Der Ansatz, dass es nicht um ‚die nächste große Plattform geht‘, sondern eben um eine bewusste, soziale Gestaltung des Online-Raums mit realen, sozialen Verbindungen.
- Die vielen Möglichkeiten zur Gestaltung, die sich eröffnen. Anstatt doch direkt wieder in eine pasiv-konsumierende Rolle zu rutschen.
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- Die sehr direkt Verbindung zwischen vor Ort und online. Der erste Zugang in den Online-Raum passiert direkt ausgehend vom physischen Raum.
- Der Ansatz, dass es nicht um ‚die nächste große Plattform geht‘, sondern eben um eine bewusste, soziale Gestaltung des Online-Raums mit realen, sozialen Verbindungen.
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#noKi # noAi #BigTech #Ki #Ai # Aihype #digitaleSoevereiniteit #digitalemündigkeit #FuckBigTech #HumanArt
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