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#faschismus — Public Fediverse posts

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  1. Leo Löwenthal: #Faschismus als umgekehrte Psychoanalyse.

    "Deutlich wird, dass die Agitatoren durchaus real existierende Ängste und Sorgen der von ihnen Adressierten aufgreifen, sie politisch für ihre eigenen Zwecke nutzbar machen und dem Publikum bestimmte Reaktionsweisen nahelegen. „Umgekehrte Psychoanalyse“, nennen Löwenthal und Guterman das, weil die Agitatoren nicht die Ängste der Einzelnen aufklären, um sie mündiger zu machen, wie es die Psychoanalyse tut – sondern weil sie, im Gegenteil, unbewusste Sehnsüchte der Zuhörer bedienen und ihre Triebimpulse in eine bestimmte Richtung lenken."

    versorgerin.stwst.at/artikel/0

  2. Wenn Sarah Wagenknecht versucht zu erklären, was demokratisch ist und dabei die faschistische noafd unterstützt, die die Demokratie abschaffen will.
    Mehr Fascho- geht nicht.

    #bsw
    #Wagenknecht

    #Faschismus

  3. @derpostillon
    Mehr Wahrheit, als man es in den #aktuellekamera-Verschnitten names #Tagesschau oder #zdfheute derzeit mitbekommt.
    @tagesschau
    @ZDF
    Unter der Forderung #niewiederfaschismus verstehe ich eigentlich etwas anderes, als einen #israel'ischen #Faschismus zu tollerieren!
    In Zahlen:
    #GAZA
    ziv. Tote pro 1000 Einwohner: 57-75
    ...pro Kriegsmonat: 3.500-4.600
    #Ukraine
    ziv. Tote pro 1000 Einwohner: 0,4-0,5
    ...pro Kriegsmonat 320-380
    Und Deutschland tut nichts!!!
    #Genozid
    #Krieg
    #Massenmord

  4. @angeldruckt

    Danke der Nachfrage: Die neu übernommene „Berliner Zeitung“ ist zu unterscheiden von der von „Berliner Illustrirte Zeitung“ (BIZ), die #onthisday am 21. August 1919 das fatale „Badebild“ abdruckte, das Friedrich Ebert (SPD) am Tag seiner Vereidigung als (erster & letzter…) demokratischer Reichspräsident der jungen Republik diffamierte.

    Diese wurde nach einer letzten Blüte bis in die 1930er Jahre gleich 1933 von den Nazis gleichgeschaltet & erlosch dann 1945.

    Der von den Nazis entlassene Chefredakteur Kurt Korff hatte bei Ebert übrigens noch um Entschuldigung wegen des „Badefotos“ gebeten und versichert, es sei gegen seine Absicht während seines Urlaubs abgedruckt worden.

    Auch die Wissenschaft konnte bisher die genaueren Umstände zu dieser fatal falschen Entscheidung aus der Publikative gegen die junge Republik nicht mehr aufklären.

    #Medien #Mediengeschichte #Berlin #BIZ #Badebild #Badefoto #Ebert #Korff #Republik #Faschismus #Publikative

    de.wikipedia.org/wiki/Berliner

  5. orf.at/stories/3439718/

    "Er sei dankbar für die „Auszeit-WG“, in welcher in der Zweimillionenstadt Wien derzeit ein Kind untergebracht ist und der Einzug eines zweiten Kindes vorbereitet wird. Die Erfahrungen damit sollen in die Entwicklung ähnlicher Modelle in anderen Städten für unter 14-jährige Täter und Täterinnen einfließen. „Es ist notwendig, dass auch Kinder eine gewisse Zeit weggesperrt werden können“, sagte Karner."

    Ich hab jetzt ein Schütteltrauma vom Kopfschütteln.

    #faschismus

  6. Antifaschismus ist die Grundeinstellung eines jeden demokratischen Menschen, es ist fester Bestandteil unseres Grundgesetzes. Wer Antifa Shirts verbietet und Leute rauswirft der zeigt nur eins: Er ist ein Faschist & Verfassungsfeind.

    #depol #faschismus

  7. Ein Beispiel, das Schule machen sollte - gerne auch bei nicht-kirchlichen Arbeitgebern: Wer für menschenverachtende Faschisten kandidiert, sollte beruflich kein Bein mehr auf den Boden bekommen.
    #noafd #afdverbotjetzt #rechtsextremismus #faschismus #stopfascism

    deutschlandfunk.de/kandidatur-

  8. Philipp Stölzl – „Schachnovelle“ (2021)

    Philipp Stölzl inszeniert das Innere eines Mannes als Schlachtfeld und Ort der Zersetzung durch Macht und Isolation. Die Geschichte kennen Sie vermutlich noch. Denn in jedem Fall gehört die literarische Vorlage von Stefan Zweig zum Kanon der europäischen Selbstbefragung nach dem Faschismus. Doch dieser Film interessiert sich weniger für die historische Spezifität als für die psychologische Verdichtung eines Ausnahmezustands. Das funktioniert leider nur teilweise. Mit Oliver Masucci, Albrecht Schuch und Rolf Lassgård. (3Sat, Wh.)

    Zum Blog: nexxtpress.de/mediathekperlen/
  9. @robo_k Warum dann nicht in die Kompromissfindung außer den Parteiprogrammen auch die Gesamtsituation einbeziehen? Im aktuellen Fall: Die Gefahr einer Regierung aus #AfD und ggf. #BSW (!) in #SachsenAnhalt?

    #Rechtsextremismus #Faschismus

  10. "Die #AfD wird nicht stark, weil zu wenige Menschen klug wählen. Sie wird stark, weil soziale Verunsicherung, Deindustrialisierung, der Kahlschlag öffentlicher Infrastruktur in Ostdeutschland und das Fehlen einer überzeugenden progressiven Antwort auf diese Verunsicherung ein Vakuum geschaffen haben, das die extreme Rechte füllt. Aber eine ähnliche Kampagne zur Sicherung von Industriearbeitsplätzen im Osten werden wir wohl trotzdem nicht erleben."

    jacobin.de/taktisch-waehlen-af

    🧵 3/3

    #Faschismus

  11. "Taktisches Wählen ist die Kapitulationserklärung des progressiven Lagers, das nicht mehr glaubt, Menschen für etwas gewinnen zu können, sondern nur noch, sie von etwas fernhalten zu müssen.

    [...]

    Solche Kampagnen disziplinieren Wählerverhalten im Sinne des Status quo, während sie sich selbst als alternativlose Notwehr gegen den #Faschismus inszenieren.

    [...]

    Sie wollen ein Ergebnis verhindern, ohne die Politik zu benennen, die es hervorbringt."

    jacobin.de/taktisch-waehlen-af

    🧵 2/3

    #AfD

  12. #Staiy kann's nicht glauben! Die #bpb, Bundeszentrale für politische Bildung, hält Benjamin Blümchen für problematisch!
    Man sieht die "Gefahr politischer Einflussnahme auf Kinder von Links" !

    Der Umbau der Gesellschaft in Richtung #Faschismus hat Fahrt aufgenommen!
    Kulturkampf und Diskreditiert.

    youtube.com/watch?v=uyJdIa0XNJ4

  13. 🔥 Der #Faschismus wird oft als Gegenpol zum Liberalismus erzählt – eine bequeme Legende. Max #Horkheimer beschrieb schon 1939, wie er aus ihm hervorwächst: "Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen."
    🎧 Der Podcast #WohlstandfürAlle bespricht, dass Markt und autoritärer Staat kein Widerspruch sind: podbean.com/media/share/dir-cq
    In der Krise greift der Staat als Sachwalter des Kapitals ein, um Profite zu sichern. Wer wirklich gegen Faschismus kämpfen will, kommt deshalb nicht an der Systemfrage vorbei. #Antikapitalismus#Antifaschismus #FrankfurterSchule

  14. Polizei und Geheimdienst

    Was bei einer Machtübernahme durch Rechtsextreme droht

    Würde die AfD ein Bundesland regieren, hätte sie eine Reihe von Möglichkeiten, den Sicherheitsapparat in ihrem Sinne neu auszurichten. Doch Demokrat*innen stehen dem nicht hilflos gegenüber. Wir haben mit dem Rechtswissenschaftler Markus Thiel darüber gesprochen, welche Gefahren eine potenzielle Machtübernahme birgt und was man dagegen tun kann.

    Von 41 auf 42, dann auf 43 Prozent. So entwickelten sich die Umfrageergebnisse für die AfD in den jüngsten drei Befragungen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Dort können die Menschen am 6. September wählen, wer ihre Gesetze machen soll und wer über den Landeshaushalt entscheidet.

    Den sachsen-anhaltischen Landesverband der AfD stuft der dortige Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein. Viele haben die Sorge, dass Menschen aus dieser Partei die nächste Landesregierung stellen könnten.

    Dass es so kommt, ist noch nicht entschieden. Viel wird davon abhängen, wie Menschen am Wahltag wirklich abstimmen, denn Umfragen vor den Wahlen sind immer mit Unsicherheiten behaftet. Es wird auch darauf ankommen, welche anderen Parteien es über die Fünfprozenthürde in den Landtag schaffen, vor allem bei Grünen und BSW ist der Einzug ins Parlament unsicher.

    Doch auch wenn es in Sachsen-Anhalt vielleicht noch eine Mehrheit ohne Rechtsextremist:innen geben kann, drängt eine Frage: Wie schnell geht es, ein Bundesland zu einem autoritären Überwachungsstaat umzubauen und Polizei und Verfassungsschutz zu willfährigen Gehilfen autoritärer Macht zu machen? Und welche Schutzmechanismen gibt es dagegen?

    Der Spitzenkandidat der sachsen-anhaltischen AfD hat angekündigt, bis zu 200 Beamt:innen austauschen zu wollen. Gerade in einer Alleinregierung wären die Minister:innen-Posten einer Regierung schnell mit den eigenen Leuten besetzt. Doch bei vielen Positionen im Verwaltungs-Unterbau stehen der Beamtenstatus und strenge Kündigungsfristen vor einem umfassenden Austausch.

    Hohes Drangsalierungspotenzial

    „In den meisten Bundesländern gibt es an den Spitzen etwa der Polizeipräsidien nur noch wenige politische Beamte“, sagt Markus Thiel. Thiel ist Professor für Öffentliches Recht mit Schwerpunkt Polizeirecht an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster. Politische Beamte, das sind solche, die eine Regierung ohne reguläres Einstellungsverfahren einsetzen und auch schneller wieder loswerden kann. In Sachsen-Anhalt sind die politischen Beamten im Landesbeamtengesetz aufgezählt. Es sind nur wenige Stellen: die Staatssekretär:innen, Präsident:in und Vizepräsident:in des Landesverwaltungsamtes, die Leitung des Presse- und Informationsamts sowie die Leitung des Landesverfassungsschutzes.

    Den Chef des Verfassungsschutzes auszutauschen, ist für eine Regierung also verhältnismäßig einfach. In Sachsen-Anhalt besetzt diese Position seit 14 Jahren Jochen Hollmann. Ginge es nach der AfD, wäre er wohl nicht mehr lange im Amt. Denn in seiner Amtszeit, im Jahr 2023, stufte der Landesverfassungsschutz den Landesverband der AfD als gesichert rechtsextremistisch ein. Brandenburgs ehemaliger Verfassungsschutzpräsident Jörg Müller nannte die AfD-Übernahme des Landesgeheimdiensts ein „Worst-Case-Szenario“ für alle Verfassungsschützer in Deutschland.

    Schwieriger wird es, das Personal der Polizei auszutauschen. Der Leiter der Landespolizei ist in Sachsen-Anhalt – wie in den meisten anderen Ländern – kein politischer Beamter. Doch ein direkter Austausch ist – gerade bei Personal unterhalb der Spitzenebene – nicht die einzige Option. „Bei Führungs- und Leitungspositionen kann man mittel- und langfristig gezielt Beschäftigte befördern. Es können auch Versetzungen vorgenommen oder Disziplinarverfahren eingeleitet werden“, sagt Thiel.

    All das könnten die Betroffenen zwar vor Verwaltungsgerichten anfechten. Aber das dauert, selbst wenn die Justiz unabhängig bliebe. „Das heißt, man kann aus den Ministerien solche Personalentscheidungen nach und nach so steuern, dass zunehmend regimetreue Beamtinnen und Beamten an den wichtigen Stellen tätig werden“, so Thiel. Er sieht hier auch ein hohes „Drangsalierungspotenzial“.

    Möglich sei zudem, dass sich Beamt:innen freiwillig aus dem Dienst verabschieden, weil sie die Arbeit unter einer autoritären Regierung schlichtweg nicht mehr ertragen. Das führe dann eventuell zu einer „weiteren Ausdünnung demokratischer Kräfte“.

    Hinschauen und Wegschauen

    Und wie viel Einfluss hat die Regierung – auch ohne Austausch von Personal – auf die Arbeit der Polizei? Klar ist: Die Polizei muss ermitteln, wenn sie von einer möglichen Straftat erfährt. Das nennt man Legalitätsprinzip. Aber wo die Polizei genau hinschaut und mit wie viel Engagement sie bestimmte Straftaten verfolgt, ist ein anderes Thema. Eine autoritäre Regierung könnte also bestimmte Schwerpunkte für die Polizeiarbeit ausrufen. Oder andere Schwerpunkte einstellen.

    Dass eine Straftat gar nicht mehr verfolgt wird, geht also nicht. Zumindest, wenn man nicht „alle rechtsstaatlichen Grundsätze über Bord werfen wollte“, sagt Thiel. Aber für ihn ist es denkbar, dass etwa politische Straftaten aus dem rechten Spektrum nicht mehr mit demselben Nachdruck verfolgt werden könnten. Und wenn es um Vorwürfe gegen Regierungsmitglieder oder auch Mitarbeiter geht, gebe es Stellschrauben. „Zum Beispiel die Frage, ob man Aussagegenehmigungen für Beamtinnen und Beamte erteilt oder nicht“, so Thiel.

    Ein weiteres Thema sind präventive Angebote. Heute beispielsweise beteiligen sich die Polizei und der Verfassungsschutz an Aussteigerprogrammen für Rechtsextremist:innen. In Sachsen-Anhalt gibt es beispielsweise seit 2014 das Programm „EXTRA“ für Menschen aus der rechtsextremistischen Szene und frühere „Reichsbürger und Selbstverwalter“, das der Landesverfassungsschutz anbietet.

    Solche Programme könnten eingestellt werden, ebenso die Förderung für nicht-staatliche Angebote. Schon jetzt sind Demokratieinitiativen wegen des Umbaus von Förderprogrammen wie „Demokratie Leben!“ stark unter Druck.

    „Das Problem ist nicht mehr kleinzureden“

    Thiel war lange kein Freund des Arguments, dass man schon bei aktuellen Gesetzen für Sicherheitsbehörden darauf achten solle, potenziellen künftigen autoritären Regierung den Werkzeugkasten nicht schon fertig zu übergeben. Etwa beim Polizeigesetz in Sachsen-Anhalt, das noch in diesem März ausgeweitet wurde. Es gibt der Landespolizei unter anderem die Befugnis, Big-Data-Analysen durchzuführen und präventiv Kennzeichen zu erfassen.

    „Ich bin seit jeher ein Verfechter davon, dass man die Regelungen, die als praktisch notwendig erscheinen und die man verfassungsrechtlich zulässig treffen kann, auch trifft“, sagt Thiel. Dass die Befugnisse in falsche Hände geraten können, hielt er immer für ein sehr hypothetisches Argument. „Weil ich immer der Auffassung gewesen bin, dass wir eigentlich hinreichende demokratische Kontrollinstanzen und Verfahren haben.“

    Doch diese Einschätzung hat sich für den Polizeirechtler geändert: „Ich will ganz offen gestehen, dass ich das inzwischen ein bisschen anders sehe.“ Die Entwicklungen in den USA und anderen Staaten, in denen ein autoritärer Umbau im Gange ist, würden zeigen, dass das als Problem „nicht mehr kleinzureden ist“.

    Ganz von neuen Befugnissen Abstand nehmen würde er jedoch nicht, sondern sich stattdessen mehr auf Schutzvorkehrungen konzentrieren. Polizeibefugnisse könnten außerdem auch gegen diejenigen helfen, die eine Demokratie angreifen wollen.

    Eine Landespolizei ist keine Insel

    Ein ganz praktisches Problem ist, dass Landespolizeien auf Daten von Bund und anderen Ländern zugreifen können. In Berlin etwa hatten dazu berechtigte Polizist:innen im Jahr 2020 Zugriff auf fast 40 übergreifende Datenbestände, darunter auch die DNA-Analysedatei, die Rechtsextremismusdatei oder das Ausländerzentralregister.

    Wenn nun in einem Bundesland Rechtsextreme die Kontrolle übernehmen, Personal in der Polizei austauschen und missbräuchlich auf derartige Informationen zugreifen, um etwa politische Gegner:innen zu identifizieren und zu verfolgen, ist das ein mit aktuellen Mitteln kaum beherrschbares Problem. „Dann wäre natürlich denkbar, dass ein solches Land auch Informationen an Parteiorganisationen in anderen Ländern weitergibt“, sagt Thiel.

    Ein Land aus den Informationsverbünden auszuschließen, ist bislang nicht vorgesehen. Thiel kann sich das aber vorstellen, in engen Grenzen. In einem Gastbeitrag für Verfassungsblog schreibt er, dass man beispielsweise das BKA-Gesetz darum ergänzen könnte, „bestimmte teilnahmeberechtigte Behörden für einen begrenzten, jeweils verlängerbaren Zeitraum vom Zugriff auf das Verbundsystem auszuschließen“ – als letztes Mittel, unter strikten sachlichen Voraussetzungen und nach einem strengen Verfahren.

    Ähnlich wie bei der Polizei gibt es gemeinsame Datensammlungen auch beim Verfassungsschutz. Hier hat der Bundesverfassungsschutz eine zentrale Funktion für das „Nachrichtendienstliche Informationssystem“ NADIS, in dem Bundes- und Landesverfassungsschutzämter Informationen teilen. Im kürzlich vorgestellten Entwurf für eine Neuregelung des Bundesverfassungsschutzgesetzes ist von möglichen Schutzvorkehrungen gegen einzelne Landesämter jedoch nichts zu sehen.

    In Sachsen-Anhalt ist die Gefahr, dass eine potenzielle rechtsradikale Regierung Verfassungsschutz-Informationen missbrauchen könnte, inzwischen sehr konkret. Thiel sagt: „Ich denke, dass wir uns überlegen sollten, wie wir mit diesen Fragen umgehen und sie nicht erst dann angehen, wenn es soweit ist.“ Er würde eine zeitlich begrenzte und streng kontrollierte Einschränkung des Informationsaustausches für einen „gangbaren Weg“ halten.

    „Härtere Gangart von Seiten des Bundes“

    Aber bei all den Szenarien: Was könnte man dagegen tun? Landesrechtlich sieht Thiel keine großen Chancen. „Alles was man jetzt gesetzlich regelt, kann von einem Parlament mit den entsprechenden Mehrheiten problemlos geändert werden“, so der Polizeirechtler. Das heißt: Gesetze sind schnell andere. Und selbst wenn sie verfassungswidrig sind, dauert es vor Gerichten lange, sie wieder korrigieren zu lassen.

    Er glaubt, dass es Schutzvorkehrungen vor allem „im tatsächlichen Bereich“ braucht. Eine Stärkung der Justiz, eine gute personelle Ausstattung für Verwaltungsgerichte und interne Kontrollstellen bei der Polizei. All das kann auch angegriffen werden, das ist klar. Wenn alles schiefgeht, bliebe am Ende vor allem eine „härtere Gangart von Seiten des Bundes“. Was heißt das?

    Das hat GdP-Vize Sven Hüber in der aktuellen Ausgabe des Mitgliedermagazins unter dem Titel „Steht ein Elefant im Raum“ beschrieben. In seinem Text erinnert er an Artikel 91 des Grundgesetzes. Der besagt, dass die Bundesregierung Landespolizeien ihren Weisungen unterstellen und die Bundespolizei einsetzen kann, wenn ein Land Gefahren für die freiheitlich-demokratische Grundordnung nicht selbst bekämpfen kann oder will. Laut Hüber sei das vorstellbar, wenn „eine Landesregierung die verfassungsmäßige Ordnung untergräbt oder die sie tragende Partei verboten wird“.

    Für seinen Beitrag, in dem er Polizist:innen dazu aufruft, die AfD weder zu wählen, zu unterstützen oder Mitglied zu sein, bekam Hüber eine Menge Gegenwind. Mehrere GdP-Mitglieder und der Landesverband NRW distanzierten sich, Bild und andere gruben in der DDR-Vergangenheit Hübers.

    Der Ausgabe des Mitgliedermagazins beigelegt war auch ein How-To zur Remonstration in Scheckkartengröße. Denn für Beamt:innen – nicht nur bei der Polizei – gibt es das Recht zu remonstrieren. Das heißt, sie dürfen – oder müssen sogar – ihre Bedenken äußern, wenn sie annehmen, dass eine Anweisung unrechtmäßig ist. Zwei Ebenen von Vorgesetzten müssen sie durchlaufen, bevor sie bei der Ausführung von Anweisungen von ihrer persönlichen Verantwortung für die Rechtmäßigkeit befreit sind. Doch wenn die Anweisung die Würde des Menschen verletzt oder die Beamt*innen sich bei der Ausführung offensichtlich strafbar machen oder eine Ordnungswidrigkeit begehen, bleiben sie in jedem Fall haftbar. „Aber auch dann kann es problematisch sein, eine Anweisung zu verweigern, weil die Remonstrierenden mit disziplinarischen Maßnahmen rechnen müssen“, so Thiel. „Denn wenn am Ende der Vorgesetzte sagt ‚Es wird so gemacht, wie ich es gesagt habe’, sind die Möglichkeiten als Beamtin oder Beamter begrenzt.“ Wie auch bei anderen Optionen: Der Weg über die Gerichte existiert, dauert aber im Ernstfall viel zu lange.

    Wie relevant Remonstrationen in der Praxis sind, ist schwer einzuschätzen. Auswertbare Zahlen dazu und aussagekräftige Auswertungen etwaiger Effekte fehlen.

    Ein Diskurs über den Schutz der Demokratie

    „Unsere gesamte Rechts- und Verfassungsordnung ist darauf angelegt, dass alle sich an die Regeln halten“, sagt Thiel. Wie verletzlich derartige Systeme sind, zeigt sich auch, wenn sich in der EU Mitgliedstaaten nicht an vereinbarte Regeln halten. Zwar gibt es Sanktionsmechanismen wie Vertragsverletzungsverfahren. Doch bei der früheren Orban-Regierung in Ungarn beispielsweise führten zahlreiche dieser Verfahren nicht dazu, dass die Regierung ihren Kurs änderte.

    Thiel sagt: „Wir brauchen einen öffentlichen Diskurs darüber, wie wir unsere Demokratie schützen können.“ Dass ein solcher nicht leicht zu führen sein wird, ist dem Polizeirechtler klar. Die Kluft zwischen denen, die zur AfD neigen, und denen mit einer klaren Gegnerschaft sei groß, so Thiel. „Ich fürchte, dass leider ein nicht geringer Anteil der Bevölkerung die Notwendigkeit eines Diskurses überhaupt nicht anerkennt. Und das macht es natürlich unglaublich schwierig“, sagt er. In den verbleibenden drei Wochen, die im schlimmsten Fall bis zum Ernstfall bleiben, wird das nicht gelingen. Doch das solle nicht dazu führen, dass Bund und andere Länder das Thema gar nicht angehen.

    Eine Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit der Bedrohung hätte es etwa bei der letzten Innenministerkonferenz im Juni gegeben. „Letzte Innenministerkonferenz ohne AfD?“ titelte dazu etwa der Tagesspiegel. Doch auf die Liste der öffentlichen Beschlüsse hat das Thema es nicht geschafft. Es helfe nicht, „ein Schreckgespenst an die Wand zu malen“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt.

    Anna Biselli ist Co-Chefredakteurin bei netzpolitik.org. Sie interessiert sich vor allem für staatliche Überwachung und Dinge rund um digitalisierte Migrationskontrolle. Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Telefon: +49-30-5771482-42 (Montag bis Freitag jeweils 8 bis 18 Uhr). Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

  15. Die aktuelle Ausgabe vom Jacobin-Magazin hat als Schwerpunktthema #Faschismus und ich empfehle ganz doll, sich die zu holen.

    Wenn man den Faschismus aufhalten will, muss man verstehen, mit was man es da eigentlich zu tun hat: ein sich in Krisen radikalisierender Liberalismus.

    Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Text "Liberalismus mit Haken" vom Wirtschaftshistoriker Pavlos Roufous.

    brumaireverlag.myshopify.com/p

    #Klassismus #Arbeit #Armut #Rechtsextremismus #Klassismus

  16. Das Gleiche bei dem Video von TitosLeftLung in dem er am Beispiel von #Marcant erklärt, was der Unterschied zwischen Linken und Linksliberalen und was die Ursache von #Faschismus ist.

    youtube.com/watch?v=bONWBBDMOAo

    Von den Marcant-Fans kommt nur: "Aber immerhin macht Marcant was und deswegen hast du unrecht". Es ist so dumm.

    Wenn ich Benzin ins Feuer kippe, mache ich auch was. Wäre aber besser mal zuzuhören, wenn mich jemand dafür kritisiert und empfiehlt, lieber mit Wasser zu löschen.

    🧵 3/3

  17. #Faschismus vom feinsten. Drei Leute heute abgesägt, weil sie etwas gegen den Krieg mit Ukraine gesagt haben.

  18. RE: mastodon.social/@404mediaco/11

    Moderne Bücherverbrennung: Diesmal ist es egal, ob das Buch selber zensiert werden muss oder nicht, die Zensur findet erst später im faschistischen KI-Modell statt. Zensur-as-a-Service sozusagen...

    Geschichte wiederholt sich halt nicht exakt gleich, aber sie reimt sich schon extrem.

    #KI #AI #FCKAI #amazon #faschismus #Zensur #Bücher #Books

  19. Nach einer kurzen "Entnazifizierungsphase" wurde die Bundesrepublik zum verlässlichen US-Verbündeten. Der gemeinsame Feind hieß nun wieder Kommunismus, nicht mehr Faschismus.
    Das KPD-Verbot war Signal und Vorwand zugleich: Signal, wo der eigentliche Feind steht, und Vorwand für Repressionen gegen die gesamte Linke.

    spiegel.de/geschichte/70-jahre

    #depol #kpd #dkp #faschismus #kapitalismus