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#kolonialismus — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #kolonialismus, aggregated by home.social.

  1. Was einen dritten #Weltkrieg angeht, ist #China sicherlich gefährlicher als #Russland oder die #USA.

    China ist ein gefräßiger Staat. Um Stabilität im Inneren zu halten, muss er Rohstoffe außerhalb plündern, Abhängigkeiten erzeugen und viele Ländern, insb. Inselstaaten kolonisieren.

    Die Seidenstraße ist nichts anderes als ein imperialisitisches Projekt, nicht um sich dort anzusiedeln, sondern um die kolonisierten Staaten auszusaugen. #Kolonialismus

  2. Griff nach Gold

    Das Buch “Griff nach Gold – Die andere Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft” wird am Do., 28. Mai um 19.30 h von den Autoren Carlo Gomes und Glenn Jäger im “Beueler Buchladen” vorgestellt. Im Folgenden die Vorveröffentlichung ihres Vorwortes, freundlicherweise von Autor Jäger zur Verfügung gestellt.

    Vorab

    Was gäben wir für ihre Trikots: José Leandro Andrade, José Leônidas da Silva, Just ›Justo‹ Fontaine oder Eusébio. Oder Zinedine Zidane. Weltstars zu ihrer Zeit, die der Geschichte der Fußball-WMs ihren Stempel aufdrückten. Der eine, mutmaßlicher Erfinder des Scherenschlags, führte Uruguay 1930 zum Titel. Die nächsten drei jeweils Torschützenkönig: 1938 sieben Treffer für Brasilien, 1958 unerreichte 13 für Frankreich, 1966 neun für Portugal. Und Zidane, Weltmeister von 1998, ist Zidane. Was diese Spieler noch an Geschichte mitbringen? Dafür mag ihre Herkunft stehen: Sie waren Nachfahren von Sklaven, stammten aus Französisch-Marokko oder Portugiesisch-Ostafrika. Oder aus Algerien, die Eltern früh genug aufgebrochen, um dem Kolonialkrieg Frankreichs zu entrinnen. Bis heute schürft der Norden auch im Fußball das Gold.

    Die Geschichte des Kolonialismus ist dem Fußball eingeschrieben – wie auch die des Neokolonialismus, nachdem in den 1950er und 60er Jahren mehr und mehr Länder ihre politische Unabhängigkeit erstritten. Und während der Zweite Weltkrieg eine zwölfjährige Unterbrechung der WMs bedeutete, hinterließen auch die Kriege seit den 1950er Jahren ihre Spuren im Weltfußball: Korea, Suez, Vietnam, Falkland etc. pp. Spuren indes, die vor allem in den Qualifikationen zu suchen sind. Gerade in den 1950er, 60er und 70er Jahren spiegelten sich dort die globalen Verwerfungen weit mehr als in jenen wenigen Sommerwochen, die für das größte Fest des Fußballs stehen. Die FIFA, mit Sitz im Herzen Westeuropas, war stets Ausdruck der Verhältnisse. Auch wenn bei der ersten WM, ›Uruguay 1930‹, als der noch junge Weltfußballverband alle Mitgliedsverbände zum Turnier einlud, noch etwas von einem Gedanken der Völkerverständigung zu erkennen war, wurde das oft beschworene Ideal künftig vielfach mit Füßen getreten.

    Abgesehen von der politischen Schlagseite, siehe nur Italien 1934 unter Mussolini, war bei den WMs schon die zahlenmäßige Dominanz Europas lange Zeit erdrückend, oder besser: der Idee einer ›Welt‹meister­schaft kaum würdig. Jahrzehntelang beschränkte sich das Turnier im Wesentlichen auf zwei Kontinente. Für ›Schweden 1958‹ war ein einziger Platz für Afrika/Asien vorgesehen, der nach einer Reihe boykottierter Partien und einem außerplanmäßigen K.o.-Spiel an, ja richtig: Wales ging. Vier Jahre später, ›Chile 1962‹, war für die beiden Erdteile noch nicht einmal der eine direkte Startplatz vorgesehen, sodass jeweils nur europäische und amerikanische Teilnehmer antraten. Gerne wurde die Gemengelage mit der mangelnden Reife des asiatischen bzw. afrikanischen Fußballs gegenüber den arrivierten Ländern begründet.

    Und in der Tat: In dieser Hinsicht klafften Welten zwischen den Kontinenten. 1938 bestritt Niederländisch-Indien ein einziges Spiel bei der Endrunde, das mit 0:6 an Ungarn ging. Südkorea packte 1954 nach einem 0:9 gegen Ungarn und einem 0:7 gegen die Türkei die Koffer, Zaire erging es 1974 ähnlich. Sehr viel mehr war bis dahin nicht, außer vielleicht der knappen Niederlage Ägyptens gegen Ungarn von 1934 (2:4), einem Punktgewinn Marokkos 1970 oder der Sensation Nordkoreas mit dem Einzug ins Viertelfinale 1966. Doch lagen die Gründe für den Entwicklungsstand gerade des afrikanischen Fußballs nicht in Europa selbst? Hatte der Kolonialismus nicht zur Folge, dass nationale Fußballverbände überhaupt erst mit der formalen Unabhängigkeit vieler Länder entstanden? Warum sonst maßen sich beim ersten Africa-­ Cup 1957 nur drei Mannschaften – Südafrika wurde apartheidsbedingt ausgeschlossen – in nur zwei Spielen? Und mehr noch: Wer griff eigentlich auf die Ressourcen eines Fontaine, eines Eusébio zu? Erst unter dem Druck eines zunehmenden antikolonialen Selbstbewusstseins bewegte sich die FIFA schließlich: Im Vorfeld von ›England 1966‹ hatte der afrikanische Kontinentalverband seine Drohung wahr gemacht, die WM zu boykottieren, wenn man nicht wenigstens einen direkten Startplatz bekäme.

    Die WM-Qualifikationen sind weit weniger im kollektiven Fußballgedächtnis als die Endrunden selbst. Manche verdienen es, etwas ausführlicher gewürdigt zu werden, insofern sich daran weltpolitische Bruchlinien spiegeln – zwischen West und Ost wie zwischen Nord und Süd. Die Qualifikation zur WM 1958: geprägt vom Suezkrieg; die zur WM 1962: von einer ausgefallenen Partie, bei der die Niederlande der DDR-Auswahl die Einreise verweigerten; die zur WM 1974: von der Weigerung der Sowjetunion, in jenem Nationalstadion Chiles anzutreten, in dem unter Pinochet gerade noch massenhaft politische Gefangene interniert waren. Zuvor war das Estadio Nacional von FIFA-Funktionären, vor Ort empfangen von Vertretern der US-gestützten Militärjunta, für bedenkenlos erklärt worden. Mitunter waren es auch die Weltmeisterschaften selbst, die – siehe ›Argentinien 1978‹ oder ›Katar 2022‹ – zur politischen Nagelprobe wurden.

    Und die Frage von Krieg und Frieden? Sie wurde 2022 in Bezug auf Russland von der FIFA anders beantwortet als in den Jahrzehnten zuvor. Ganz unabhängig davon, wie der Ukrainekrieg samt Vorgeschichte zu bewerten ist, und auch abgesehen davon, was von Ausschlüssen allgemein zu halten ist: Vergleichbare Maßnahmen wurden im Fall eines verheerenden Korea-, Vietnam- oder Irakkrieges genauso wenig auch nur in Betracht gezogen wie bei den Kriegen gegen Jugoslawien, Afghanistan oder Libyen. Vom Abessinien-, Algerien- oder Falklandkrieg ganz zu schweigen. Oder vom Griff nach Venezuela im WM-Jahr 2026. Zweierlei Maß? Weil die FIFA stets fest auf dem Boden einer westlich dominierten Weltordnung stand? Die Frage kriegerischer Auseinandersetzungen wird auf den folgenden Seiten wiederkehren. Nicht nur weil sie allgemein von überragender Bedeutung ist: An ihr muss sich auch ein Weltfußball messen lassen, der – ähnlich wie die Olympischen Spiele – die Völkerverständigung zu einem seiner Leitmotive erhoben hat.

    Doch was tun? Mitunter waren es die Spieler selbst, die Antworten gaben: Ein Diego Maradona, ein Sócrates, ein Carlos Caszely oder ein Rachid Mekhloufi, der freiwillig auf einen WM-Einsatz für Frankreich verzichtete, um sich stattdessen der algerischen Unabhängigkeitsauswahl anzuschließen. Ihre Bedeutung weist über den Tag hinaus. Ihre Haltung gibt auch Hinweise auf die von Sehnsucht getriebene Frage vieler Fans, wie sich der Fußball in Zeiten galoppierender Kommerzialisierung ›zurückholen‹ lässt. Kurz: Frage nach den Verhältnissen, die diese hervorbringen. Sie wären zu ändern. Entsprechend bleibt, wo von der WM-Historie die Rede ist, weltweiten Bedingungen nachzugehen. Demnach sei hier der Versuch unternommen, eine Geschichte des Turniers zu erzählen, in der eine Globalgeschichte des 20. und des bisherigen 21. Jahrhunderts zumindest aufscheint.

    Zur Ausgangslage gehört: Die WM-Geschichte an sich ist weitgehend auserzählt. Neue Schätze lassen sich bis auf wenige Ausnahmen – siehe hier: einen seltenen Fund aus Chile oder die Neudeutung einer Spielabsage Taiwans 1957 in der Qualifikation – kaum noch heben. Es bleibt, das vorhandene, teils verzweigte Material zu arrangieren. Zu dem Vorgehen, Entwicklungen in Fußball und Politik miteinander zu verknüpfen, mögen andere Bücher angeregt haben, etwa die Bände von Bernd-M. Beyer (›71/72. Die Saison der Träumer‹), Dietrich Schulze-Marmeling / Hubert Dahlkamp (›1974. Die WM der Genies‹), Burkhard Rierling (›Sommer 1954‹) oder Ronald Reng (›1974. Eine deutsche Begegnung‹). Oder des unerreichten Eduardo Galeano (›Der Ball ist rund‹).

    Teils mögen sich dabei inhaltliche Vorzeichen unterscheiden, die Methode hingegen kaum. Und auch in großen WM-Darstellungen sind meist politische Einordnungen des Zeitgeschehens oder gesellschaftliche Hintergründe zum Gastgeberland zu finden. Das gilt für die vielbändigen WM-Chroniken der Süddeutschen Zeitung und des AGON Verlags ebenso wie für die große Fußball-WM-Enzyklopädie von Hardy Grüne und andere Kompendien aus dem Verlag Die Werkstatt. Neben Fußballlektüre haben wir Literatur zur Einordnung politischer Hintergründe herangezogen. Wer etwa die kleinen Beben rund um die WM 1966 verstehen will, stöbere in dem Band ›Neo-­Colonialism‹. Der Autor, Kwame Nkrumah, war der erste Präsident Ghanas und galt als Initiator des WM-Boykotts afrikanischer Länder.

    In Diskussionen über Wohl und Wehe der Boykottkampagne zu Katar 2022 hörten wir bisweilen: Und was ist mit der WM 2026 in Nordamerika? Wo werden dann Proteste gegen eine westliche Führungsmacht bleiben? Gegen eine Politik, die stets auch mithilfe von Kriegen, mit der Unterstützung von Staatsstreichen durchgesetzt wurde, mit Militärbasen in Ländern wie Katar? Jahrzehntelang im Schulterschluss mit Ländern wie Saudi-­Arabien, gegen das zur WM 2034 der Zeigefinger zu erheben bleibt. Könnte zu alldem nicht mal ein Buch rausspringen?

    Carlos Gomes / Glenn Jäger: Griff nach Gold – Die andere Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft; ISBN 978-3-89438-867-6; 415 Seiten; Hardcover; 28,- Euro [D]

    Alle Links wurden nachträglich eingefügt.

  3. "Hinter Europas Abschiebepolitik steckt eine Wiener Denkfabrik

    Europas Migrationspolitik wird in konservativen Denkfabriken wie dem ICMPD entworfen. Wer nur Abschiebungen kritisiert, aber diese Institute ignoriert, kämpft gegen Symptome statt gegen die neokoloniale Logik dahinter, sagen Sofian Naceur und Farid Hafez.

    [...]

    [... Es] steht unter österreichischer #ÖVP-naher Führung."

    jacobin.de/artikel/migration-i

    🧵 1/4

    #Migration #Rassismus #Kolonialismus #Imperialismus #Armut #Klassismus

  4. 81 Prozent halten den "Wohlstand" für ungerecht verteilt.

    In diesem Land!

    Dass dieser "Wohlstand" unverdient ist und von 1/3 der Menschheit auf dem Rücken von 2/3 der Weltbevölkerung aufgebaut wurde, bleibt natürlich unerwähnt.

    Aufgebaut auf Ausbeutung und #Kolonialismus und Raubkapitalismus. Bis heute.

    #Imperialismus #Klassenkampf #makeclasswargreatagain #einewelt

  5. Vom Verbündeten zum Gegner

    Transatlantischer Stresstest

    Einem Göttinger Alumnus wird der Satz zugeschrieben: „Staaten haben keine Freunde, Staaten haben Interessen“. (Otto von Bismarck). Thesen zur Diskussion Future of Transatlantic Relations an der Universität Göttingen am 22.04.2026

    1 Welt im Umbruch: Es gibt keinen Hegemon mehr.

    Seit zwei Jahrzehnten wächst die Zahl von Kriegen zwischen Staaten wieder. Es scheint, als kehrt die Großmachtpolitik zurück. Jedoch, die hat es immer gegeben – in Vietnam, in Grenada, im Irak, in Afghanistan wie in der CSSR. Neu ist die Abwesenheit jedes Hegemons, der in weiten Teilen der Welt seine Ordnung durchsetzen konnte.

    1.1 Die Hegemonie der Sowjetunion endete 1990, die der USA im Irak.

    Es war ein Irrtum, dass 1990 nur der eine Hegemon zusammengebrochen ist. Mit dem Zerfall der Sowjetunion wurde auch das Ende der USA als Hegemon eingeleitet. Die Überdehnung der Hegemonie der USA zeigte sich im Irak und Afghanistan.

    1.2 Der demokratische Kapitalismus als globales Leitbild erodiert.

    Hegemonie beruht nicht nur auf militärischer und wirtschaftlicher Macht. Sie ruht auch auf Kultur und Konsens. Das war im Kalten Krieg so. Der endete mit einem Sieg des demokratischen Kapitalismus. Dieses Leitbild erodiert. Autoritäre Systeme erfreuen sich weltweit wachsender Popularität sogar im Mutterland der Demokratie, den USA. Ein politisch gesteuerter Staatskapitalismus wie in China gilt vielen Gesellschaften des globalen Südens als Entwicklungsmodell.

    1.3 Der Westen ist an sein Ende gekommen.

    Das Versprechen des demokratischen Kapitalismus von Wohlstand in Freiheit wurde durch die Realität des Kolonialismus konterkariert. „Der Westen“ ist im globalen Süden Synonym für Ausbeutung und Unfreiheit. In Lateinamerika und im südlichen Afrika wurden Freiheit und Wohlstand gegen Europa und die USA erkämpft. Europa muss sich vom Begriff des Westens verabschieden.

    2 Der neue Imperialismus ist ein Imperialismus der Schwäche

    Der Imperialismus der Kolonialzeit beruhte auf der überlegenen ökonomischen, technologischen und militärischen Macht des alten Westens. Der neue Imperialismus von Trump und Putin ist ein Imperialismus der Schwäche.

    2.1 Russland ist eine ökonomische Mittelmacht mit Atomwaffen

    Russland lebt fast ausschließlich von – fossilen – Rohstoffexporten. Es hat ein Bruttosozialprodukt ähnlich Spanien oder Italien. Statt 50 oder 60 Millionen Menschen leben in Russland aber über 140 Millionen Menschen. Seine Schwäche kompensiert Russland mit Nationalismus nach innen und Aggression nach außen – abgesichert durch die Fähigkeit zum nuklearen Zweitschlag.

    2.2 Trump ist leader oft the pack.

    Unter Bush und Obama konnten die USA nicht mehr Hegemon sein. Trump will es nicht mehr. Er möchte Anführer der stärksten Gang im globalen Bandenkrieg sein. Die USA unter Trump erfahren gerade, dass sie jeden Gegner militärisch schlagen können – aber keinen Krieg politisch gewinnen.

    2.3 Der Abstieg der USA ist der Aufstieg Chinas.

    Die amerikanische wirtschaftliche Macht ist geschwächt – trotz der US-Vorherrschaft auf den Finanzmärkten. China hat in Asien, Afrika und Lateinamerika die USA als wichtigster Handelspartner abgelöst. China ist dabei seinen Rückstand in der Informationstechnologie aufzuholen.

    3 Es gibt eine neue Blockkonfrontation: Elektrostaaten vs. Petrostaaten.

    Für Russland und die USA kommt es noch schlimmer. Über zwei Jahrhunderte war die Entwicklung der Industriegesellschaft untrennbar mit dem Verbrennen von Kohle, Öl und Gas verbunden. Das führte in die Klimakrise. Wohlstand beruhte lange auf Fossilen. Nun beginnt sich die Welt davon abzuwenden. Wohlstand wird erneuerbar.

    3.1 Erneuerbare gewinnen das Rennen.

    Weltweit werden Verbrennungsprozesse durch die Nutzung von erneuerbarem Strom ersetzt. In den letzten zwei Jahren waren gut 90 Prozent der neuen Stromerzeugungskapazitäten erneuerbar. Kohle, Öl, Gas und Atom teilten sich zusammen eine Nische von 10 Prozent. Innerhalb von fünf Jahren überholte China mit seinen E-Autos erst die USA, dann Japan und dann Deutschland und wurde zum größten Autoexporteur.

    3.2 Fossile Macht erodiert – die Kriegsgefahr wächst.

    Öl und Gas waren lange Grundlage geopolitischer Macht. Russlands Volkswirtschaft hängt fast vollständig am Export von Kohle, Öl und Gas. Die USA sind fossil autark und verstanden es lange besser als die OPEC die globalen Öl und Gaspreise zu ihrem Vorteil zu steuern. Diese Macht schwindet. Deshalb wächst die Kriegsgefahr. Trump sagt offen, dass er Grönland wegen der Rohstoffe will, dass ihm Demokratie und Menschenrechte in Venezuela und Iran wenig, deren Öl aber viel interessiert.

    3.3 China ist uns näher als Russland und die USA.

    China will nicht länger von Öl und Gas abhängig sein. Die Hälfte der rund 800 Mrd. globalen Investitionen in Erneuerbare fand in China statt, zuzüglich von dreistelligen Milliardeninvestitionen in Netze, Speicher und Elektrifizierung.

    4 Europa: Lost in Transformation

    Europa sollte von China lernen. Es hat kein Öl. Es kann nur Elektrostaat werden oder bleibt von Trump und Putin abhängig. Doch Europa verharrt zwischen Anspruch und Appeasement. Besonders Deutschland wirkt wie Lost in Transformation.

    4.1 Der größte Binnenmarkt der Welt macht sich klein

    Während sich Brasilien und China Trumps Zollkrieg erfolgreich widersetzten, knickte der größte Binnenmarkt der Welt ein. Trump erhielt zollfrei Zugang nach Europa, die EU muss fünfzehn bis 50 Prozent Zoll zahlen. Als Morgengabe versprach von der Leyen noch, Frackinggas im Wert von 750 Mrd. zu importieren.

    4.2 Europäische Souveränität schaffen .

    Europa darf von Souveränität nicht nur reden, sondern muss heute die Grundlage dafür legen. Es muss sich unabhängig von Energieimporten machen, eine europäische Rüstungsindustrie aufbauen und Steuerprivilegien für US-Plattformen beenden.

    4.3 Bündnis der Mittelmächte verträgt keine doppelten Standards

    Die transatlantischen Beziehungen mit Kanada sind intakt und müssen gestärkt werden. Kanadas Premierminister Mark Carney fordert zurecht ein Bündnis der Mittelmächte. Nur so kann dem Recht des Stärkeren begegnet werden. Nur so können Regeln des Völkerrechts gesichert werden. Zu diesen Regeln muss man auch im Konflikt stehen – vor Grönland, in der Ukraine, in Venezuela wie im Iran. Ohne Angst vor einem „transatlantischen Stresstest“ (Merz).

    5 Der transatlantische Stresstest hat schon lange begonnen

    Nachzulesen in Trumps Nationaler Sicherheitsstrategie. Oder man hört ihrem Autor zu. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz bekannte sich Merz klar zu Europas Souveränität. Der erteilte Marco Rubio einen Tag später eine beinharte Absage. Worauf sich Boris Pistorius und Johann Wadephul brav erhoben und dem US-Außenminister dafür stehend applaudierten.

    5.1 Vom Alliierten zum Gegner – das neue transatlantische Verhältnis.

    Die Europäische Union wird von der US-Administration – anders als Russland oder China – als Gegner beschrieben. Sie soll geschwächt und gespalten werden. Einzelne Staaten lassen sich besser abhängig machen. Damit ist klar: Die Zeiten, in denen Deutschland und Europa unter dem Schutzschirm der USA auf offenen Märkten weltweit gute Geschäfte machen konnten, sind vorbei.

    5.2 Ein Bündnis der Mittelmächte für eine regelbasierte Ordnung.

    Sollen in der multipolaren Welt Regeln gelten und durchgesetzt werden, braucht Europa Bündnispartner. Partner mit denen freier und fairer Handel möglich ist. Partner, die Konflikte regelbasiert austragen. Das werden viele, aber nicht nur Demokratien sein. Aber alle Gesellschaften, deren Interessen in einer solchen Welt besser aufgehoben sind, als unter dem Recht des Stärkeren sind willkommen.

    5.3 „Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit“ (Kurt Schumacher)

    Dazu muss Deutschland sich von seinem lange gepflegten romantischen Transatlantizismus verabschieden.

    Dieser Beitrag ist eine Übernahme von der Homepage des Autors, mit seiner freundlichen Genehmigung. Einige Links wurden nachträglich eingefügt.

    Über Jürgen Trittin:

    Unter der Kennung "Gastautor:innen" fassen wir die unterschiedlichsten Beiträge externer Quellen zusammen, die wir dankbar im Beueler-Extradienst (wieder-)veröffentlichen dürfen. Die Autor*innen, Quellen und ggf. Lizenzen sind, soweit bekannt, jeweils im Beitrag vermerkt und/oder verlinkt.

  6. #UN Resolution #Sklaverei

    Die von der Generalversammlung der #VereintenNationen am 25. März 2026 verabschiedete Resolution fordert die Anerkennung des transatlantischen Sklav*innenhandels als “schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit”. Dies ermöglicht breitere Definition von Verbrechen gegen die #Menschlichkeit im #Völkerrecht und #Rückerstattungsansprüche gegen Täter*innen.

    - emrawi.org/?Warum-die-UN-Erkla

    #Rassismus #Kolonialismus #Reparations #Wiedergutmachung #Ghana #AfricanUnion #USA #EU

  7. #UN Resolution #Sklaverei

    Die von der Generalversammlung der #VereintenNationen am 25. März 2026 verabschiedete Resolution fordert die Anerkennung des transatlantischen Sklav*innenhandels als “schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit”. Dies ermöglicht breitere Definition von Verbrechen gegen die #Menschlichkeit im #Völkerrecht und #Rückerstattungsansprüche gegen Täter*innen.

    - emrawi.org/?Warum-die-UN-Erkla

    #Rassismus #Kolonialismus #Reparations #Wiedergutmachung #Ghana #AfricanUnion #USA #EU

  8. #UN Resolution #Sklaverei

    Die von der Generalversammlung der #VereintenNationen am 25. März 2026 verabschiedete Resolution fordert die Anerkennung des transatlantischen Sklav*innenhandels als “schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit”. Dies ermöglicht eine breitere Definition von Verbrechen gegen die #Menschlichkeit im #Völkerrecht und #Rückerstattungsansprüche gegen Täter*innen.

    emrawi.org/?Warum-die-UN-Erkla

    #Rassismus #Kolonialismus #Reparations #Ghana #AfricanUnion #USA #EU

  9. Wer schafft Wissen?
    Kritische Auseinandersetzung mit Wissen(schaft) in Hebammenarbeit und Gynäkologie

    Wissenschaft ist unabdingbar, das steht außer Frage. Dennoch fragen wir uns, worauf die Wissenschaft und unser Handwerk beruhen: Welches Wissen zählt und wessen Erfahrungen bleiben unsichtbar?

    Gemeinsam wollen wir uns kritisch mit Wissen(schaft) in Hebammenarbeit und Gynäkologie auseinandersetzen. Dabei werden wir historische und aktuelle Machtverhältnisse in Bezug auf Sexismus, Rassismus, Kolonialismus und Klassismus in den Blick nehmen.

    Dies soll in Form einer Werkstattarbeit stattfinden. Werkstatt bedeutet: Wir sind selbst keine Expert*innen für das Thema, haben aber verschiedene Quellen gesammelt, die wir mit euch bearbeiten wollen. Es wird kein Vorwissen benötigt!

    Wann? 14.4., 12-17 Uhr
    Wo? Keimzelle, Magdeburger Straße 28, 06112 Halle/Saale
    Kosten? umsonst, gerne eine Spende für die Raumnutzung

    Anmeldung unter [email protected]

    Wir sind eine Hebammenpolitgruppe aus Berlin/Leipzig/Halle und reflektieren kritisch unsere Arbeit in Bezug auf Machtstrukturen und Diskriminierungsverhältnisse.

    hebflexion.qsdf.org/
    instagram.com/hebflexion_berli

    #Halle #HalleSaale #Feminismus #Kolonialismus #Antirassismus #Antira #Klassismus

  10. Wer schafft Wissen?
    Kritische Auseinandersetzung mit Wissen(schaft) in Hebammenarbeit und Gynäkologie

    Wissenschaft ist unabdingbar, das steht außer Frage. Dennoch fragen wir uns, worauf die Wissenschaft und unser Handwerk beruhen: Welches Wissen zählt und wessen Erfahrungen bleiben unsichtbar?

    Gemeinsam wollen wir uns kritisch mit Wissen(schaft) in Hebammenarbeit und Gynäkologie auseinandersetzen. Dabei werden wir historische und aktuelle Machtverhältnisse in Bezug auf Sexismus, Rassismus, Kolonialismus und Klassismus in den Blick nehmen.

    Dies soll in Form einer Werkstattarbeit stattfinden. Werkstatt bedeutet: Wir sind selbst keine Expert*innen für das Thema, haben aber verschiedene Quellen gesammelt, die wir mit euch bearbeiten wollen. Es wird kein Vorwissen benötigt!

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    #Halle #HalleSaale #Feminismus #Kolonialismus #Antirassismus #Antira #Klassismus

  11. Wer schafft Wissen?
    Kritische Auseinandersetzung mit Wissen(schaft) in Hebammenarbeit und Gynäkologie

    Wissenschaft ist unabdingbar, das steht außer Frage. Dennoch fragen wir uns, worauf die Wissenschaft und unser Handwerk beruhen: Welches Wissen zählt und wessen Erfahrungen bleiben unsichtbar?

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  12. Wer schafft Wissen?
    Kritische Auseinandersetzung mit Wissen(schaft) in Hebammenarbeit und Gynäkologie

    Wissenschaft ist unabdingbar, das steht außer Frage. Dennoch fragen wir uns, worauf die Wissenschaft und unser Handwerk beruhen: Welches Wissen zählt und wessen Erfahrungen bleiben unsichtbar?

    Gemeinsam wollen wir uns kritisch mit Wissen(schaft) in Hebammenarbeit und Gynäkologie auseinandersetzen. Dabei werden wir historische und aktuelle Machtverhältnisse in Bezug auf Sexismus, Rassismus, Kolonialismus und Klassismus in den Blick nehmen.

    Dies soll in Form einer Werkstattarbeit stattfinden. Werkstatt bedeutet: Wir sind selbst keine Expert*innen für das Thema, haben aber verschiedene Quellen gesammelt, die wir mit euch bearbeiten wollen. Es wird kein Vorwissen benötigt!

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    #Halle #HalleSaale #Feminismus #Kolonialismus #Antirassismus #Antira #Klassismus

  13. Unterrichtsbeispiel der Woche: Rassismus im Schulbuch?

    Die SchülerInnen kennen eine Definition von Rassismus und häufige Erscheinungsformen kolonialrassistischer Darstellungen in Schulbüchern. Sie wenden dieses Wissen in einer fragengeleiteten Analyse von Schulbuchausschnitten an. Sie beurteilen die Bildungsmaterialien aus einer rassismuskritischen Perspektive.

    Dauer: 2 Unterrichtseinheiten
    Schulstufe: ab der 7. Schulstufe
    Methoden: Kleingruppendiskussion, Schulbuchanalyse, Präsentation

    Materialien und Ablaufbeschreibung finden Sie hier:
    politik-lernen.at/rassismusims

    #schule #unterricht #beispiel #rassismus #diskriminierung #kolonialismus #analyse #PolitischeBildung #FediLZ

  14. Bille August – „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ (1997)

    Geständnis: Mit dem „Fräulein Smilla“ hatte ich eine leidenschaftliche literarische Affäre. Ich kann mich zwar beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, wo ich das Buch von Peter Høeg gelesen habe. Doch daran, wie ich es an einem Stück aufgesogen habe, erinnere ich mich, als wäre es erst gestern gewesen. Merkwürdig ist das schon, oder..? (ARD, Wh.)

    Zum Blog: nexxtpress.de/mediathekperlen/
  15. Francis Ford Coppola – „Apocalypse Now – Final Cut“ (1979)

    Der Wahnsinn begann mit einem Befehl. „Terminate with extreme prejudice.“ Die Mission: einen amerikanischen Offizier zu liquidieren, weil er sich der Logik des Krieges in Vietnam entzogen hat. Ausgestiegen. Oder aufgestiegen? In einen Zustand, in dem Vernunft nicht mehr messbar ist. „Apocalypse Now“ ist kein Antikriegsfilm. Er ist ein Dokument des imperialen Wahns. Er glaubt nicht an Erlösung. Auch nicht an Erkenntnis. (ARD, Wh)

    Zum Blog: nexxtpress.de/mediathekperlen/
  16. Cord Jefferson – „Amerikanische Fiktion“ (2023)

    Der Literaturbetrieb liebt das Elend, solange es sich gut verkauft. Hier wird diese Obsession nicht nur verspottet, sondern seziert. Präzise, Boshaft, und mit einem Lächeln, das schmerzt. Regisseur und Drehbuchautor Cord Jefferson adaptiert den Roman Erasure von Percival Everett und verwandelt ihn in eine bitterkomische Abrechnung mit einem Kulturbetrieb, der Schwarze Erfahrung normiert, verengt und kolonisiert. (ARD, Free-TV-Premiere!)

    Zum Blog: nexxtpress.de/mediathekperlen/
  17. David Lean – „Lawrence von Arabien“ (1962)

    Die Wüste als eine fast „grenzenlose“ Projektionsfläche, Männlichkeit als ein Mythos und das britische Imperium als Fiebertraum. Hier sehen wir keinen „Abenteuerfilm“, sondern eine Obsession in 70 Millimeter. Das vielleicht widersprüchlichste Werk in der Filmografie von David Lean. Ein Epos, mit dem er das Empire zugleich gefeiert und gnadenlos seziert hat. In einem Film, der gleichzeitig eine große antikoloniale Sehnsucht inszeniert und doch an kolonialen Blickregimen festhält. Mit Peter O’Toole, Alec Guinness, Anthony Quinn, Omar Sharif und Claude Rains. (3Sat, Wh.)

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  18. David Lean – „Lawrence von Arabien“ (1962)

    Die Wüste als eine fast „grenzenlose“ Projektionsfläche, Männlichkeit als ein Mythos und das britische Imperium als Fiebertraum. Hier sehen wir keinen „Abenteuerfilm“, sondern eine Obsession in 70 Millimeter. Das vielleicht widersprüchlichste Werk in der Filmografie von David Lean. Ein Epos, mit dem er das Empire zugleich gefeiert und gnadenlos seziert hat. In einem Film, der gleichzeitig eine große antikoloniale Sehnsucht inszeniert und doch an fest kolonialen Blickregimen festhält. Mit Peter O’Toole, Alec Guinness, Anthony Quinn, Omar Sharif und Claude Rains. (3Sat, Wh.)

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  19. David Lean – „Lawrence von Arabien“ (1962)

    Die Wüste als eine fast „grenzenlose“ Projektionsfläche, Männlichkeit als ein Mythos und das britische Imperium als Fiebertraum. Hier sehen wir keinen „Abenteuerfilm“, sondern eine Obsession in 70 Millimeter. Das vielleicht widersprüchlichste Werk in der Filmografie von David Lean. Ein Epos, mit dem er das Empire zugleich gefeiert und gnadenlos seziert hat. In einem Film, der gleichzeitig eine große antikoloniale Sehnsucht inszeniert und doch an fest kolonialen Blickregimen festhält. Mit Peter O’Toole, Alec Guinness, Anthony Quinn, Omar Sharif und Claude Rains. (3Sat, Wh.)

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  20. David Lean – „Lawrence von Arabien“ (1962)

    Die Wüste als eine fast „grenzenlose“ Projektionsfläche, Männlichkeit als ein Mythos und das britische Imperium als Fiebertraum. Hier sehen wir keinen „Abenteuerfilm“, sondern eine Obsession in 70 Millimeter. Das vielleicht widersprüchlichste Werk in der Filmografie von David Lean. Ein Epos, mit dem er das Empire zugleich gefeiert und gnadenlos seziert hat. In einem Film, der gleichzeitig eine große antikoloniale Sehnsucht inszeniert und doch an fest kolonialen Blickregimen festhält. Mit Peter O’Toole, Alec Guinness, Anthony Quinn, Omar Sharif und Claude Rains. (3Sat, Wh.)

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  21. David Lean – „Lawrence von Arabien“ (1962)

    Die Wüste als eine fast „grenzenlose“ Projektionsfläche, Männlichkeit als ein Mythos und das britische Imperium als Fiebertraum. Hier sehen wir keinen „Abenteuerfilm“, sondern eine Obsession in 70 Millimeter. Das vielleicht widersprüchlichste Werk in der Filmografie von David Lean. Ein Epos, mit dem er das Empire zugleich gefeiert und gnadenlos seziert hat. In einem Film, der gleichzeitig eine große antikoloniale Sehnsucht inszeniert und doch an fest kolonialen Blickregimen festhält. Mit Peter O’Toole, Alec Guinness, Anthony Quinn, Omar Sharif und Claude Rains. (3Sat, Wh.)

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  22. Giacomo Abbruzzese – „Disco Boy“ (2023)

    Europa spricht so gern von „Freiheit“ und definiert damit doch nur seine Grenzen. Dieser Film beginnt genau dort, wo diese semantische Verschiebung blutig wird: an der Außengrenze im Osten, im Schlamm, im Atem von Körpern, die rennen müssen. Ein junger Mann, aus Belarus geflohen, will zur Fremdenlegion. Die verspricht die Staatsbürgerschaft als Belohnung für fünf Jahre Gehorsam. Zugehörigkeit gegen Waffendienst. Das ist kein individueller Traum, das ist neoliberale Migrationspolitik im Tarnanzug. Mit Franz Rogowski und Laetitia Ky. (ARTE, Neu)

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  23. Giacomo Abbruzzese – „Disco Boy“ (2023)

    Europa spricht so gern von „Freiheit“ und definiert damit doch nur seine Grenzen. Dieser Film beginnt genau dort, wo diese semantische Verschiebung blutig wird: an der Außengrenze im Osten, im Schlamm, im Atem von Körpern, die rennen müssen. Ein junger Mann, aus Belarus geflohen, will zur Fremdenlegion. Die verspricht die Staatsbürgerschaft als Belohnung für fünf Jahre Gehorsam. Zugehörigkeit gegen Waffendienst. Das ist kein individueller Traum, das ist neoliberale Migrationspolitik im Tarnanzug. Mit Franz Rogowski und Laetitia Ky. (ARTE, Neu)

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  24. Giacomo Abbruzzese – „Disco Boy“ (2023)

    Europa spricht so gern von „Freiheit“ und definiert damit doch nur seine Grenzen. Dieser Film beginnt genau dort, wo diese semantische Verschiebung blutig wird: an der Außengrenze im Osten, im Schlamm, im Atem von Körpern, die rennen müssen. Ein junger Mann, aus Belarus geflohen, will zur Fremdenlegion. Die verspricht die Staatsbürgerschaft als Belohnung für fünf Jahre Gehorsam. Zugehörigkeit gegen Waffendienst. Das ist kein individueller Traum, das ist neoliberale Migrationspolitik im Tarnanzug. Mit Franz Rogowski und Laetitia Ky. (ARTE, Neu)

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  25. Giacomo Abbruzzese – „Disco Boy“ (2023)

    Europa spricht so gern von „Freiheit“ und definiert damit doch nur seine Grenzen. Dieser Film beginnt genau dort, wo diese semantische Verschiebung blutig wird: an der Außengrenze im Osten, im Schlamm, im Atem von Körpern, die rennen müssen. Ein junger Mann, aus Belarus geflohen, will zur Fremdenlegion. Die verspricht die Staatsbürgerschaft als Belohnung für fünf Jahre Gehorsam. Zugehörigkeit gegen Waffendienst. Das ist kein individueller Traum, das ist neoliberale Migrationspolitik im Tarnanzug. Mit Franz Rogowski und Laetitia Ky. (ARTE, Neu)

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  26. Giacomo Abbruzzese – „Disco Boy“ (2023)

    Europa spricht so gern von „Freiheit“ und definiert damit doch nur seine Grenzen. Dieser Film beginnt genau dort, wo diese semantische Verschiebung blutig wird: an der Außengrenze im Osten, im Schlamm, im Atem von Körpern, die rennen müssen. Ein junger Mann, aus Belarus geflohen, will zur Fremdenlegion. Die verspricht die Staatsbürgerschaft als Belohnung für fünf Jahre Gehorsam. Zugehörigkeit gegen Waffendienst. Das ist kein individueller Traum, das ist neoliberale Migrationspolitik im Tarnanzug. Mit Franz Rogowski und Laetitia Ky. (ARTE, Neu)

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  27. Oliver Stone – „Platoon“ (1986)

    Dschungel, Schlamm und konstante Paranoia. Absolut keine Helden, kein Happy End. Ein Film, wie schweres Fieber. Und ein Film von Oliver Stone. Es ist tatsächlich spürbar, dass er dabei war, in Vietnam. Der Schweiß, die Mücken, die Schreie in der Nacht – nichts davon wirkt erfunden. Schon die erste Szene lässt das Publikum jede Hoffnung verlieren. Keine Hollywood-Kriegs-Glorie, sondern nur eine Schilderung des Überlebens von Stunde zu Stunde. Tag zu Tag. (ARD, Wh.)

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  28. Steve McQueen – „Small Axe“ (2020)

    Vermutlich ist er der profilierteste schwarze Filmemacher Europas, in jedem Fall aber Großbritanniens, sicher der prominenteste und der bisher einzige, der für einen seiner wenigen Filme einen Oscar mit nach Hause nehmen durfte. Wenn Sie sich an „12 Years a Slave“ (2013) noch erinnern, dann sollten Sie keine weitere Erklärung brauchen, warum Sie die fünf Filme der „Small Axe“ (2020) unter gar keinen Umständen verpassen dürfen! (ARTE, Neu)

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  29. Dev Patel, Alicia Vikander – „The Green Knight“ (2021)

    Erinnern Sie sich noch an das UK des Boris Johnson? In einem Land, in dem der Premierminister, Post-Brexit, im Covid-Lockdown, mit imperialem Pathos herumgefuchtelt und versucht hat, Diversität etwa als „Woke-Problem“ abzutun und damit Menschen mit Migrationshintergrund für seine Abschreckungsrhetorik zu missbrauchen, hat dieser Fantasy-Film das kulturelle Klima aufgerissen. Eine schallende Ohrfeige für jede britische Identitätsnostalgie. (ARD, Neu!)

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  30. Dev Patel, Alicia Vikander – „The Green Knight“ (2021)

    Erinnern Sie sich noch an das UK des Boris Johnson? In einem Land, in dem der Premierminister, Post-Brexit, im Covid-Lockdown, mit imperialem Pathos herumgefuchtelt und versucht hat, Diversität etwa als „Woke-Problem“ abzutun und damit Menschen mit Migrationshintergrund für seine Abschreckungsrhetorik zu missbrauchen, hat dieser Fantasy-Film das kulturelle Klima aufgerissen. Eine schallende Ohrfeige für jede britische Identitätsnostalgie. (ARD, Neu!)

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  31. Dev Patel, Alicia Vikander – „The Green Knight“ (2021)

    Erinnern Sie sich noch an das UK des Boris Johnson? In einem Land, in dem der Premierminister, Post-Brexit, im Covid-Lockdown, mit imperialem Pathos herumgefuchtelt und versucht hat, Diversität etwa als „Woke-Problem“ abzutun und damit Menschen mit Migrationshintergrund für seine Abschreckungsrhetorik zu missbrauchen, hat dieser Fantasy-Film das kulturelle Klima aufgerissen. Eine schallende Ohrfeige für jede britische Identitätsnostalgie. (ARD, Neu!)

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  32. Dev Patel, Alicia Vikander – „The Green Knight“ (2021)

    Erinnern Sie sich noch an das UK des Boris Johnson? In einem Land, in dem der Premierminister, Post-Brexit, im Covid-Lockdown, mit imperialem Pathos herumgefuchtelt und versucht hat, Diversität etwa als „Woke-Problem“ abzutun und damit Menschen mit Migrationshintergrund für seine Abschreckungsrhetorik zu missbrauchen, hat dieser Fantasy-Film das kulturelle Klima aufgerissen. Eine schallende Ohrfeige für jede britische Identitätsnostalgie. (ARD, Neu!)

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  33. RE: mstdn.social/@ntv/115575867975

    Clara Pfeffer vom ntv #Klimalabor über #Merz verächtliche Äußerung über #Belém :

    "[…] dieser eine Satz zeigt geradezu exemplarisch, worum es bei der #Klimakonferenz eigentlich geht: um Gerechtigkeit zwischen dem globalen Norden und Süden. Oder auch zwischen ehemaligen Kolonialisten und ehemaligen Kolonien. Zwischen jenen, die sich jahrzehntelang an Ressourcen bereichert haben, und jenen, von denen man heute erwartet, den Planeten bewohnbar zu halten - indem sie den Wald im #Amazonasgebiet nicht abholzen."

    #Klimagerechtigkeit #COP30 #Kolonialismus #ImperialeLebensweise

  34. Greta Thunberg braucht keinen Nobelpreis, sie macht das aus, was der Preis vergessen hat

    In einer Welt, in der der Friedensnobelpreis an Leute geht, die Washingtons geopolitische Agenda unterstützen, ist es vielleicht an der Zeit, dass wir aufhören, ihn als den Gipfel der Gerechtigkeit zu sehen. Hört auf, Greta #Thunberg für einen Preis vorzuschlagen, der moralische Legitimität mit liberalem Applaus verwechselt. Greta und alle intersektionalen Feministinnen, die sich weigern, sich der Macht zu beugen, verdienen viel Besseres als diese koloniale Trophäe.

    Das #Nobelkomitee hat schon lange nichts mehr mit Frieden zu tun, es ist zu einer Bühne geworden, auf der der Westen sich selbst für die Gewalt gratuliert, die er als Tugend tarnt. Vom #Drohnenkrieg​skönig Barack #Obama über Aung San Suu Kyi, deren Hände mit dem Blut der #Rohingya befleckt sind, bis hin zu Maria Corina Machado – der Preis dient immer als vergoldetes Siegel der moralischen Überlegenheit des Westens.

    Machado ist keine Heldin der Demokratie.

    Sie ist eine Funktionärin des US-Imperialismus, nimmt über das Súmate-Projekt amerikanisches Geld an, plant Staatsstreiche und fordert ausländische Interventionen, um ihre Regierung zu stürzen. Ausländische Hilfe sollte niemals mit imperialen Bedingungen verbunden sein; die globale Hilfsindustrie wird seit langem als Fortsetzung der „zivilisatorischen Mission” des #Kolonialismus kritisiert. Bei der Entgegennahme des Preises dankte sie Donald Trump und der #MAGA-Bewegung für ihre Unterstützung und zeigte damit deutlich, wo ihre Loyalitäten liegen. Die Anerkennung legitimen Widerstands ist etwas ganz anderes als die Würdigung einer ungefährlichen #Opposition, die sich an die imperialistischen Regeln hält.

    In diesem imperialistischen Moraltheater erinnert uns Gretas Widerstand daran, dass #Frieden nicht von denen herbeigeführt werden kann, die vom #Krieg profitieren, sondern von denen, die es wagen, seine Akteure zu entlarven. Ihre Macht misst sich nicht in Medaillen oder Applaus, sondern in dem Beben, das sie durch eine Welt schickt, die auf Verleugnung aufgebaut ist.

    In dem Moment, als sie den Zusammenhang zwischen ökologischem Kollaps und imperialistischer Ausbeutung herstellte, wurde sie für die westlichen Medien plötzlich zu unbequem. Dieselben Medien, die sie einst als „globale Ikone” und Gewissen einer Generation feierten, diffamieren sie jetzt als spaltend und sogar gefährlich. Forbes beklagte, dass ihr „Stand With Gaza” die „Neutralität” gefährde und „ein Problem für die Klimabewegung” darstelle.

    Aber Greta hat verstanden, was sie am meisten fürchten: dass alle #Unterdrückung​en miteinander verbunden sind und man den Planeten nicht retten kann, ohne sich dem Imperium zu stellen. Ihre Weigerung, planetarische Gerechtigkeit von menschlicher Gerechtigkeit zu trennen, macht ihren Feminismus ganzheitlich und kraftvoll.

    Der Friedensnobelpreis als koloniale Trophäe

    Der #Friedensnobelpreis, der aus einer eurozentrischen, kolonialen Weltanschauung entstanden ist, war nie für die Befreiung gedacht. Er belohnt diejenigen, die Dissens für das Imperium verdaulich machen, nicht diejenigen, die es abschaffen. Barack #Obama bekam ihn, während er den Drohnenkrieg in Westasien und Nordafrika ausweitete. Die Europäische Union wurde inmitten ihrer militarisierten Grenzen und der Todesfälle von Flüchtlingen auf See gefeiert. Henry #Kissinger wurde für seine „diplomatischen“ Bemühungen gelobt, von der Unterstützung von Staatsstreichen in #Chile und #Argentinien über die Führung von Kriegen in #Kambodscha, #Vietnam und #Bangladesch bis hin zum Schutz der israelischen Besatzung in #Palästina. Und sollen wir wirklich denselben Preis würdigen, für den auch Präsident #Trump und Daniella #Weiss, eine Siedlerführerin, die die Apartheidgewalt in Palästina schürt, nominiert waren?

    Dann kommt Malala #Yousafzai, die Friedensnobelpreisträgerin von 2014. Wer hätte gedacht, dass das junge Mädchen, das wegen seines Wunsches nach Bildung brutal misshandelt wurde, schließlich in die Choreografie der Tugend des Imperiums umgeschrieben werden würde? Hinter dem Image der US-#Entwicklungshilfe als Wohltäter verbirgt sich ein ausbeuterisches System, das Ausbeutung mit Mitgefühl maskiert und die Brutalität des Imperiums mildert, ohne es jemals in Frage zu stellen. Hilfe und Imperium sind schließlich symbiotisch – jedes erhält die Illusion der Wohltätigkeit des anderen aufrecht. Als also moralischer Mut gefragt war, als #Gaza brannte, als die imperiale Maschine sich gegen andere braune Körper richtete, sagte Malala kein einziges Wort; erst als sie schließlich sah, dass sich das Blatt wendete, während sie weiterhin die Hand des Imperiums küsste.

    Wie Chandra #Mohanty (in Feminism without Borders) und María #Lugones (in Coloniality of Gender) uns erinnern, verallgemeinert der westliche Feminismus allzu oft die Weiblichkeit und blendet dabei die kolonialen Hierarchien aus, die unser Leben prägen. Er fordert Fortschritt ohne #Dekolonialisierung. Homi #Bhabha nennt dieses Verhalten „koloniale Mimikry“; dass die Untergebenen Schmerz und Widerstand zeigen dürfen, aber nur so weit, wie es den westlichen Fantasien von Befreiung schmeichelt. Nach dieser Logik wird die „befreite“ Frau zu einem Symbol für die Zivilisiertheit des Imperiums; ein Beweis dafür, dass das System funktioniert, wenn man sich an seine Regeln hält.

    In ihrer Kritik der „postkolonialen Performance” erklärt Judith #Butler, wie das Imperium „akzeptable” Frauen aus besetzten Nationen des Globalen Südens hochjubelt und sie zu Aushängeschildern des Fortschritts macht. Von Malala in Pakistan bis Maria Corina #Machado in #Venezuela werden diese Figuren kuratiert und nicht ausgewählt, weil sie die Macht herausfordern, sondern weil sie sie wohlwollend erscheinen lassen.

    (...)

    Weiterlesen in meiner Übersetzung des Beitrages "Greta Thunberg does not need a Nobel Prize, she is everything it has forgotten" von Aisya A. Zaharin

    #Feminismus #Antifeminismus #Nobelpreis

    @israel @gaza @palestine @feminism

  35. Gareth Edwards – „The Creator“ (2023)

    Ein ziemlich großartiges postkoloniales SciFi-Märchen über Macht, Angst und das Scheitern menschlicher Hybris. Eine Zukunftsvision, die aussieht wie eine Erinnerung an den alten Westen: erschöpft, imperial, sentimental. Zwischen Los Angeles und Neu-Asien kämpft der Mensch gegen die eigene Erfindung – eine künstliche Intelligenz - und verliert dabei alles, was ihn menschlich machen könnte. (ZDF, Neu)

    nexxtpress.de/author/mediathek

  36. Gareth Edwards – „The Creator“ (2023)

    Ein ziemlich großartiges postkoloniales SciFi-Märchen über Macht, Angst und das Scheitern menschlicher Hybris. Eine Zukunftsvision, die aussieht wie eine Erinnerung an den alten Westen: erschöpft, imperial, sentimental. Zwischen Los Angeles und Neu-Asien kämpft der Mensch gegen die eigene Erfindung – eine künstliche Intelligenz - und verliert dabei alles, was ihn menschlich machen könnte. (ZDF, Neu)

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  37. Gareth Edwards – „The Creator“ (2023)

    Ein ziemlich großartiges postkoloniales SciFi-Märchen über Macht, Angst und das Scheitern menschlicher Hybris. Eine Zukunftsvision, die aussieht wie eine Erinnerung an den alten Westen: erschöpft, imperial, sentimental. Zwischen Los Angeles und Neu-Asien kämpft der Mensch gegen die eigene Erfindung – eine künstliche Intelligenz - und verliert dabei alles, was ihn menschlich machen könnte. (ZDF, Neu)

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  38. Gareth Edwards – „The Creator“ (2023)

    Ein ziemlich großartiges postkoloniales SciFi-Märchen über Macht, Angst und das Scheitern menschlicher Hybris. Eine Zukunftsvision, die aussieht wie eine Erinnerung an den alten Westen: erschöpft, imperial, sentimental. Zwischen Los Angeles und Neu-Asien kämpft der Mensch gegen die eigene Erfindung – eine künstliche Intelligenz - und verliert dabei alles, was ihn menschlich machen könnte. (ZDF, Neu)

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  39. Anerkennung, Widerstand, Reparationen – Jeden Kolonialismus beenden!
    Vom 02. bis 05. Oktober 2025 findet der BUKO 40 in Kassel statt! Beim Kongress wollen wir über verschiedene Aspekte des Kampfes gegen Kolonialismus diskutieren, vernetzen und streiten. Seid auch ihr dabei, disk
    girahh.noblogs.org/post/2025/0
    #deutsch #english #espaol #Termineventfecha #BUKO #Internationalismus #Kassel #Kolonialismus #Kongress

  40. Steve McQueen – „Small Axe“ (2020)

    Vermutlich ist er der profilierteste schwarze Filmemacher Europas, in jedem Fall aber Großbritanniens, sicher der prominenteste und der bisher einzige, der für einen seiner wenigen Filme einen Oscar mit nach Hause nehmen durfte. Wenn Sie sich an „12 Years a Slave“ (2013) noch erinnern, dann sollten Sie keine weitere Erklärung brauchen, warum Sie die fünf Filme der „Small Axe“ (2020) unter gar keinen Umständen verpassen dürfen! (ARTE, Neu)

  41. Camille Lou, Constance Labbé, Claire Romain – „Cat’s Eyes“ (Serie, 2024)

    Eine französische Live-Action-Serie, die sich traut, das leichtfüßigste Diebestrio der 80er aus dem japanischen Fernsehen in die Pariser Gegenwart zu holen – oder zumindest eine ziemlich coole Version davon. Das Original hieß bei uns „Ein Supertrio“, lief im Nachmittagsprogramm auf RTL2(?), wenn es schon zu spät war für die Hausaufgaben und noch zu früh, um mit den Kindern ernsthaft über Feminismus zu reden. Drei Schwestern, Kunstraub, Stilettos, Lichter der Großstadt. Damals animiert, jetzt in Fleisch und Blut. Und plötzlich ist es ernst. (ZDFneo)

  42. Die Selbstauflösung der PKK verstehen: Was bedeutet das für den Nahen Osten?

    Am 12. Mai 2025 gab die Kurdische Arbeiterpartei (Partiya Karkerên Kurdistanê, PKK) nach mehr als vier Jahrzehnten bewaffnetem Kampf gegen die türkische Regierung ihre Auflösung bekannt. Dies geschah unmittelbar nach einem Aufruf des inhaftierten #PKK-Führers Abdullah #Öcalan, die Organisation aufzulösen. Am 11. Juli nahmen PKK-Kämpfer an einer Zeremonie teil, die die Entwaffnung symbolisierte. Was bedeutet dies für die kurdischen Befreiungsbewegungen und für den Nahen Osten im Allgemeinen?

    In der folgenden #Analyse geht eine kurdische feministische Aktivistin auf der Grundlage ihrer über zehnjährigen politischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der kurdischen Befreiungsbewegung diesen Fragen nach. Die Autorin Soma.r wuchs im Iran auf und lebt in der kurdischen Diaspora. Sie steht in engem Kontakt zu weiblichen Aktivistinnen und ist weiterhin aktiv in der Bewegung engagiert.

    Einleitung Eine Gruppe von PKK-Kämpferinnen hat sich am 11. Juli 2025 in der Jasna-Höhle in der autonomen kurdischen Region des Irak symbolisch entwaffnet. Der Ort hat eine tiefe historische und politische Bedeutung: 1923 diente er als Zufluchtsort und Kommandozentrale während der britischen Kolonialangriffe. Im selben Jahr wurde die Jasna-Höhle zu einer geheimen Druckstätte für Bangî Haq („Ruf der Wahrheit“), die erste revolutionäre kurdische Zeitung, die vom Journalisten Ahmad #Khwaja gegründet wurde. Diese Tat verband antikolonialen Widerstand, politischen Kampf und Untergrundjournalismus miteinander.

    Ein Jahrhundert später ist die Entwaffnung an diesem Ort keine #Kapitulation, sondern eine politische Aussage, die durch die Jahrhunderte hallt. Sie zieht eine Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart und nutzt Erinnerung als Strategie. Mit der Wahl von #Jasna erinnern uns die Kämpfer daran: #Revolutionen mögen ihre Form ändern, aber ihre Wurzeln reichen tief. Wo einst das Imperium Schweigen forderte, druckten kurdische Stimmen die Wahrheit. Wo nun die #Waffen niedergelegt werden, könnten neue Kämpfe entstehen – verwurzelt in derselben Erde, aber geprägt von neuen Vorstellungen.

    Dieser Akt gewinnt angesichts der jüngsten Ereignisse noch mehr an Bedeutung. Nur zwei Tage zuvor war Abdullah Öcalan, der legendäre PKK-Führer, in einer Videobotschaft wieder aufgetaucht – seiner ersten seit 1999 –, in der er das Ende des bewaffneten Kampfes forderte und einen endgültigen Wandel hin zu einer demokratischen Politik drängte. Dieser Moment lädt nicht nur zum Gedenken ein, sondern auch zur Interpretation: Wie vollzieht eine #Guerillabewegung, die einst gleichbedeutend mit bewaffnetem Widerstand war, durch symbolische Akte einen politischen Wandel?

    Um die Selbstauflösung der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) zu verstehen, muss man sich die Breite ihrer sozialen Basis vor Augen führen, die mehrere Millionen Menschen umfasst. Seit Öcalans Inhaftierung im Jahr 1999 hat sich die kurdische Bewegung in der Türkei über ihre Guerilla-Wurzeln hinaus zu einem komplexen politischen Projekt entwickelt, das in verschiedenen städtischen und ländlichen, säkularen und religiösen, kurdischen und nicht-kurdischen Bevölkerungsgruppen verwurzelt ist – wobei das #Proletariat nach wie vor eine zentrale Rolle spielt. Sie agiert heute über eine hybride Struktur, die einen bewaffneten Flügel in #Qandil mit einem breiten zivilen Netzwerk aus Gewerkschaften, Kommunen, legalen Parteien, #Frauenorganisationen, Medien und transnationalen Solidaritätsplattformen verbindet. Ihre politische Praxis ist gleichzeitig territorial und transnational, legal und illegal, militarisiert und zutiefst sozial. Zu den transformativsten Veränderungen zählt der Aufstieg der kurdischen Frauenbefreiungsbewegung (KWLM), die die Emanzipation der Geschlechter als symbolischen und strategischen Kern neu positioniert hat. In Öcalans Briefen werden das #Rojava-Projekt und die wachsende Rolle der #KWLM durchweg als die bedeutendsten Errungenschaften der PKK in der Gegenwart hervorgehoben.

    In einer bedeutenden Entwicklung für die kurdische politische Landschaft kündigte die PKK nach ihrem 12. Kongress ihre Auflösung an. Diese Entscheidung wurde durch eine Reihe von Dialogen geprägt, die im Oktober 2024 unter Beteiligung von Abdullah Öcalan (über seinen Neffen und die Delegation der Partei für Gleichheit und Demokratie der Völker) initiiert wurden und durch Äußerungen des Vorsitzenden der Nationalistischen Aktionspartei (Milliyetçi Hareket Partisi, #MHP), Devlet #Bahçeli, einer rechtsextremen, ultranationalistischen Partei in der #Türkei, ausgelöst wurden. Öcalan betonte die Notwendigkeit, die Kurdenfrage von einem bewaffneten Kampf zu einer demokratischen Politik zu überführen, und erklärte, er sei in der Lage, diesen Wandel zu führen, wenn die Bedingungen dies zuließen.

    Als Reaktion darauf begann die PKK interne Konsultationen und erklärte sich bereit, unter der Leitung von Öcalan einen Kongress einzuberufen. Am 27. Februar 2025 veröffentlichte Öcalan einen offiziellen „Aufruf zu Frieden und einer demokratischen Gesellschaft“, in dem er die PKK aufforderte, ihre bewaffneten Aktivitäten einzustellen und Verantwortung für eine friedliche Lösung zu übernehmen. Daraufhin erklärte die PKK am 1. März einen einseitigen Waffenstillstand. Darauf folgte der 12. Kongress der Organisation, auf dem die Entscheidung zur Auflösung der PKK und zur Beendigung ihres bewaffneten Kampfes offiziell verabschiedet wurde. aus der Führung sowohl der PKK als auch der Partei Freier Frauen in Kurdistan (#PAJK).1

    Öcalans strategische Vision wurde in der Mai-Ausgabe (Nr. 521) von #Serxwebûn, der offiziellen Monatszeitschrift der PKK, näher ausgeführt. Diese letzte Ausgabe enthielt das vollständige 20-seitige Dokument, das Öcalan dem Kongress vorgelegt hatte, sowie einen vier Punkte umfassenden Brief an die Delegierten, in dem er den politischen Rahmen für den Übergang zu einer friedlichen und demokratischen Phase der kurdischen Bewegung skizzierte. Mit der Ankündigung des Endes ihrer ununterbrochenen 44-jährigen Geschichte erklärte die Zeitschrift: „Alles ist bereit für einen neuen und stärkeren Anfang.“

    In seinem Brief vom 27. April skizziert Abdullah Öcalan eine transformative Vision für die Zeit nach der PKK, die sich auf demokratische Nation, ökologische und kommunale Ökonomie und demokratische Modernität als Alternative sowohl zum kapitalistischen #Nationalstaat als auch zum realen #Sozialismus konzentriert. Er schlägt eine demokratische Gesellschaft als politisches Programm für die neue Ära vor – eine Gesellschaft, die nicht darauf abzielt, den Staat zu erobern, sondern autonome, basisdemokratische Strukturen wie Kommunen zu schaffen. In diesem Rahmen werden Konzepte wie demokratischer Sozialismus, #Kommunalismus und regionaler #Konföderalismus sowohl für die kurdische Befreiung als auch für einen umfassenderen regionalen Wandel von zentraler Bedeutung. Öcalan bezeichnet dies als eine neue Form des Internationalismus und fordert alle Akteure auf, Verantwortung für dessen Verwirklichung zu übernehmen, da ein Erfolg in Kurdistan seiner Meinung nach Auswirkungen auf die gesamte Türkei, Syrien, den Irak und den Iran haben könnte.2 Die Texte in dieser Ausgabe – darunter Reden, Resolutionen und Kongressdokumente – spiegeln den Versuch wider, den strategischen Horizont der Bewegung neu zu definieren.

    Öcalans jüngster Aufruf zur Auflösung ist nicht ohne Präzedenzfälle, da die PKK seit langem zwischen bewaffnetem Kampf und Verhandlungen schwankt. Dieser Moment signalisiert jedoch einen tieferen ideologischen Wandel: Seit 2004 hat sich die Bewegung über die Kurdistan Democratic Communities Union (#KCK) – ein Dachverband, der die PKK umfasst, aber in dem aktuellen Auflösungsplan auffällig fehlt – um den „demokratischen Konföderalismus“ herum neu strukturiert.

    Die Bedeutung des Begriffs „Auflösung“ bleibt höchst unklar. Bedeutet er das Ende der PKK, eine bloße Umbenennung oder einen taktischen Wandel im Rahmen einer längerfristigen politischen Anpassung? Noch entscheidender ist die Frage, was die Auflösung einer Struktur, die historisch gesehen bewaffneten #Widerstand und #Mobilisierung an der Basis miteinander verflochten hat, für die antistaatlichen und antikolonialen Kämpfe in der Region bedeutet.

    Selbst innerhalb der PKK gibt es unterschiedliche Interpretationen. Zagros #Hiwa, Sprecher für Außenbeziehungen der KCK, erklärte im Sterk TV, dass die Resolutionen ein Ende des bewaffneten Konflikts – nicht die Entwaffnung – fordern, und stellte die Durchführbarkeit angesichts der 100 Meter Entfernung zwischen türkischen #Soldaten und Guerillakämpfern in Frage. Andere sind anderer Meinung. Amir Karimi vom iranisch-kurdischen Ableger der PKK erklärte: „Diejenigen, die am härtesten gekämpft und am meisten erlitten haben, haben das größte Recht, über #Frieden zu sprechen.“ Der Sprecher des türkischen Parlaments, Numan #Kurtulmuş, stellte den Prozess hingegen als Teil einer nationalen Anstrengung dar, sich gegen imperialistische Zersplitterung zu wehren:

    „Der Irak und Syrien sind zersplittert, der Libanon ist unregierbar geworden. Libyen, Sudan und Somalia wurden geteilt. Diese Länder sind zu Schlachtfeldern geworden, die von Stammes-, ethnischen und religiösen Spaltungen angeheizt werden, und einige wurden durch terroristische Organisationen zerschlagen. Wir hätten passiv wie eine „gelbe Kuh“ darauf warten können, dass wir als Nächste auseinandergerissen werden, oder wir Türken, Kurden und alle anderen hätten uns vereinen können, um diese imperialistische Agenda zu besiegen. Wir haben uns für den zweiten Weg entschieden und sind entschlossen, gemeinsam voranzuschreiten.“
    Es überrascht nicht, dass dieser Aufruf zu Spaltungen, Unsicherheit und einem breiten Spektrum an Reaktionen unter kurdischen Aktivist*innen geführt hat. Hier werden wir diese Fragen aufgreifen, indem wir die historische Entwicklung der PKK im Zusammenhang mit Friedensprozessen analysieren und die weiterreichenden Auswirkungen ihrer Auflösung für zeitgenössische antistaatliche, antikapitalistische und dekoloniale Bewegungen untersuchen.

    Wir beginnen mit einem kurzen Überblick darüber, wie revolutionäre Gewalt durch den bewaffneten Kampf in der kurdischen Bewegung entstand und wie dieser Verlauf mit einer Reihe gescheiterter Friedensinitiativen verflochten war, die oft neue Kriegszyklen hervorbrachten. Dann wenden wir uns der Kernfrage zu: Warum hat die PKK eine einseitige Entwaffnung beschlossen? Wir werden diese Entscheidung im Zusammenhang mit den sich wandelnden politischen Dynamiken auf regionaler, nationaler und globaler Ebene untersuchen. Abschließend werden wir über die Risiken, Unsicherheiten und strategischen Kalküle nachdenken, die mit diesem Schritt verbunden sind, und mit einer geschlechterspezifischen Lesart schließen, die die Rolle der kurdischen Frauenbefreiungsbewegung bei der Gestaltung sowohl der Grenzen als auch der Möglichkeiten dieses Prozesses in den Vordergrund stellt.

    Die kurdische Tortur von staatlicher Gewalt und Staatenlosigkeit

    Wie die PKK am 12. Mai 2025 erklärte:

    "Die PKK entstand als Befreiungsbewegung gegen die Politik der Leugnung des kurdischen Volkes, die im Vertrag von Lausanne und in der türkischen Verfassung von 1924 verankert war."
    Von einer anerkannten imperialen „Nation“ wurden die Kurden zu „ethnischen Minderheiten“ in Staaten, die sie unterdrückten, assimilierten und auslöschten. Obwohl sie fast 40 Millionen Menschen stark sind – 20 % der Bevölkerung der Türkei – sind die #Kurden nach wie vor das größte staatenlose Volk der Welt, das von politischer und kultureller Anerkennung ausgeschlossen ist. Die staatliche Unterdrückung hat oft genozidale Formen angenommen: Bei der #Anfal-Kampagne im Irak (1987–1988) wurden 180.000 Kurden getötet; die Entnationalisierungspolitik #Syriens in den 1960er Jahren machte Zehntausende staatenlos; Der #Iran stellt militärische Angriffe auf kurdische Regionen als „#Dschihad“ dar, und die Türkei verbot lange Zeit die Begriffe „Kurde“ und „#Kurdistan“ und bezeichnete Kurden als „Bergtürken“. Allein der Krieg zwischen der PKK und dem türkischen Militär hat über 40.000 Menschenleben gefordert, in einem größeren Kontext kurdischer Konflikte, in denen seit den 1960er Jahren mehr als 250.000 Menschen getötet wurden.

    Die türkische Republik wurde auf dem Völkermord an den #Armenier​n und der Leugnung der kurdischen Identität aufgebaut, die beide dazu dienten, ein homogenisierendes nationalistisches Projekt durchzusetzen. Die PKK entstand in den 1970er Jahren als direkte Reaktion auf dieses ausgrenzende Regime. Ihre Opposition war nicht nur militärischer, sondern auch kultureller und politischer Natur, wie Leyla #Zana​s parlamentarischer Eid von 1991 symbolisiert („Ich leiste diesen Eid für die Brüderlichkeit des türkischen und kurdischen Volkes“) – auf Kurdisch –, für den sie zehn Jahre im Gefängnis verbrachte.

    Heute verbindet der türkische #Imperialismus internen #Kolonialismus mit regionaler neoimperialer Expansion. Seit 2016 setzt #Ankara islamistische Milizen wie die „Syrische Nationalarmee“ (#SNA) in #Nordsyrien (#Afrin, al-Bab, #Azaz, #Jarablus, #Idlib) ein. Diese Milizen ermöglichen es der Türkei, Krieg zu führen und gleichzeitig eine neo-osmanistische Agenda der Zwangsarabisierung, #Islamisierung und demografischen Manipulation voranzutreiben. Mit Versprechungen von Gehältern bis zu 2500 Dollar werden junge Menschen angelockt, die von nur wenigen Dutzend Dollar leben, wodurch Krieg zu einer prekären Beschäftigung wird.

    Seit 2015 hat die Türkei mehrere Operationen gestartet – #Euphrat-Schild, #Olivenzweig, Friedensquelle –, um kurdische Gebiete zu besetzen, die Bevölkerung zu vertreiben und #Plünderungen, #Massengewalt und ethnopolitische Umgestaltungen zu ermöglichen. Die Luftangriffe im #Irak auf #Qandil und #Sinjar haben sich intensiviert, ohne dass die internationale Gemeinschaft nennenswert reagiert hätte. Dieses Kriegsmodell – privatisiert, prekär und transnational – hat sich auf #Libyen (2019–2020), #Aserbaidschan (2020), #Jemen, #Niger und #Pakistan ausgeweitet. Mit dem türkischen Geheimdienst verbundene paramilitärische Netzwerke wie die Sultan-Murad-Brigade operieren aus kurdischen Dörfern wie #Sinara in der Nähe von #Afrin.

    (...)

    Weiterlesen in meiner Übersetzung des Beitrages Making Sense of the PKK’s Self-Dissolution von Soma.r, 13. Juli 2025 bei @CrimethInc @crimethinc_de

    #CapitalismIsADeathCult #Anarchismus