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#anarchismus — Public Fediverse posts

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  1. Als die AFD zur größten Partei in Sachsen-Anhalt wurde, stellten wir fest, dass während der Anarchisten-Tage unbekannte Personen in der Stadt anti-anarchistische Aufkleber rund um die Veranstaltungsorte und an einigen anderen Orten in der Stadt angebracht hatten.

    #Dresden #Anarchismus #Antifa

  2. Jenseits von Klimaoptimismus und Klimapessimismus oder: Ausgehend von der Annahme, dass wir am Arsch sind

    Ich hatte recht mit dem Klimawandel, was seine Schwere und seine Dringlichkeit angeht.

    Ich habe mir noch nie in meinem ganzen Leben so sehr gewünscht, mich in einer Sache zu irren.

    Aber wir dürfen nicht in einfache Fallen wie Optimismus tappen. Oder Pessimismus. Wir dürfen nicht zulassen, dass „wir sind am Arsch“ das Ende der Diskussion ist, aber wir können auch nicht so tun, als wären wir nicht auch, nun ja, irgendwie in Schwierigkeiten. Wir stecken irgendwie in der Scheiße. Das muss einfach der Anfang der Diskussion sein, nicht ihr Ende. Dieser Sommer war verheerend und könnte in den Geschichtsbüchern (falls wir noch da sind, um Geschichtsbücher zu schreiben) als der Sommer in die Geschichte eingehen, in dem die globale Erwärmung wirklich und wahrhaftig zu einer gegenwärtigen Bedrohung wurde und nicht nur zu einer zukünftigen.

    Dieser Sommer war verheerend, aber wenn wir die Überschwemmungen in Nepal sehen, wenn wir aus tausend Meilen oder zehn Meilen Entfernung am Rauch von Waldbränden ersticken, während wir zusehen, wie sich der Ozean erwärmt, und lesen, dass Korallenriffe wahrscheinlich der Vergangenheit angehören, müssen wir uns daran erinnern: Das ist nicht die neue Normalität. Das ist das Beste, was es geben wird.

    Dieser Sommer war verheerend, aber er ist nicht die neue Normalität. Vielleicht erreichen wir nie eine neue Normalität. Es wird nie wieder eine Normalität geben, es sei denn, wir stoppen die alles vernichtenden Wahnsinnigen, die wissentlich und willentlich jeden Menschen, jedes Tier, jede Pflanze und jedes Ökosystem auf dem Planeten zerstören. Solange wir die Infrastruktur für fossile Brennstoffe nicht stilllegen, wird es nie eine neue Normalität geben. Wir können unsere Gesellschaft und unser Leben an eine veränderte Welt anpassen, aber es ist viel schwieriger, sich an eine sich ständig verändernde Welt anzupassen.

    Irgendwann wird die Erwärmung natürlich aufhören. Entweder wir stellen die klimawandelverursachende Infrastruktur ab, oder das Klima wird diese Infrastruktur irgendwann für uns zerstören. Da ich das Leben schätze - sowohl mein eigenes als auch das der Menschen, Tiere und Pflanzen um mich herum - ziehe ich es bei weitem vor, auf Ersteres hinzuarbeiten, anstatt Letzteres einfach hinzunehmen. Die UN gab letzte Woche zu, dass es unmöglich ist, die Erwärmung innerhalb der von ihr erhofften Schwelle von 1,5 Grad Celsius zu halten, und das Internet füllte sich daraufhin mit Meinungsbeiträgen. Ich wäre ein Heuchler, wenn ich mich darüber aufregen würde, dass Leute Kommentare schreiben. Ich bin lieber ein Typ, der erst mal einen kühlen Kopf bewahrt, als einer, der sofort heißläuft - also habe ich mir etwas Zeit gelassen und ein paar Gespräche geführt.

    Die meisten Gespräche führten allerdings zu nichts, denn nichts bringt ein höfliches Gespräch schneller zum Erliegen als das Thema Klimawandel.

    Die UN gab letzte Woche zu, dass es unmöglich ist, die Erwärmung innerhalb der erhofften 1,5-Grad-Celsius-Grenze zu halten, und die Leute sagten: „Wie können sie es wagen, aufzugeben?“, und die Leute sagten: „Da kann man nichts mehr tun“, und die Leute sagten: „Ist schon okay, sie haben einen guten, soliden Plan vorgelegt, um die Erwärmung zu senken, und ich bin sicher, dass er funktionieren wird“ - und mir gefällt keine dieser Reaktionen.

    Ich habe eigentlich kein Problem mit dem Bericht selbst. Man kann ein Problem nicht lösen, ohne es nüchtern zu betrachten, ohne die Realität der Situation zu akzeptieren. Arrogante Selbstüberschätzung wird jeden Krieg verlieren. Wir werden die 1,5-Grad-Grenze sehr bald überschreiten (und der einzige Grund, warum wir das noch nicht getan haben, ist, dass sie auf der Grundlage von 20-Jahres-Durchschnittswerten berechnet wird, nicht für jedes einzelne Jahr). Das ist die Wahrheit.

    Es ist auch die Wahrheit, dass die Regierungen und Konzerne dieser Welt ihre Verantwortung nicht ernst nehmen und die meisten von ihnen keinerlei Anzeichen dafür gezeigt haben, dass sie es jemals tun werden. Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass der derzeitige Status quo zu etwas anderem als einem Untergang unvorstellbaren Ausmaßes führen wird.

    Weder naiver Optimismus noch fatalistischer Pessimismus werden uns retten, und beides sind Formen der Verleugnung, die, ehrlich gesagt, genauso peinlich sind wie die regelrechte Leugnung des Klimawandels.

    Naiver Optimismus ist der Glaube, dass sich die Lage bereits verbessert. Nicht, dass sich die Erde abkühlt, sondern dass wir auf dem besten Weg sind, die Schäden zu verlangsamen und umzukehren. Davon gibt es verschiedene Varianten: Manche glauben, dass die Infrastruktur für fossile Brennstoffe weltweit abgebaut wird (während fossile Brennstoffe jedes Jahr einen geringeren Anteil an der gesamten Stromerzeugung ausmachen, steigt die tatsächlich verbrannte Menge an Kohle und Gas, weil die Gesamtstromerzeugung zunimmt); manche glauben, sobald ihre Kandidaten an der Macht sind, wird es eine ausreichend große Verschiebung nach links geben, ohne dass die politischen und wirtschaftlichen Systeme grundlegend verändert werden müssen; manche glauben, dass uns die Kalte Fusion bald unbegrenzte saubere Energie liefern wird (seit Jahrzehnten heißt es schon, das stünde kurz bevor) und sich alles von selbst lösen wird.

    Naiver Optimismus ist der Glaube, dass das Problem in den Griff bekommen wird. Es ist eine Art, die Verantwortung für die Schaffung einer besseren Welt abzuschütteln.

    Fatalistischer Pessimismus ist die logische Folge davon. Der oft verspottete „Doomerismus“ ist eine weitere Art, Verantwortung abzuschieben. Wenn man nichts tun kann, kann man einfach die Hände in die Luft werfen und sich vom Problem abwenden. Wenn man nichts tun kann, kann man genauso gut tun, was man will.

    Wir müssen gemeinsam die Verantwortung dafür übernehmen, dieses Chaos zu beseitigen. Und damit meine ich nicht, Glühbirnen gegen LEDs auszutauschen und so zu tun, als würde Recycling tatsächlich funktionieren (fast überall, wo ich je gelebt habe, kann man zusehen, wie das Recycling in demselben LKW abtransportiert wird wie der Müll). Systemische Probleme löst man nicht mit individuellen Lösungen, und die Besessenheit vom eigenen CO₂-Fußabdruck war eine Idee, die uns von British Petroleum aufgezwungen wurde.

    (...)

    Weiterlesen in meiner Übersetzung des Textes Beyond Climate Optimism, Beyond Climate Pessimism or: Starting From the Position That We’re Fucked von Margaret Killjoy / @margaret vom 11. September 2026.

    #Kilmakatastrophe #CapitalismIsADeathCult #Anarchismus

  3. Jenseits von Klimaoptimismus und Klimapessimismus oder: Ausgehend von der Annahme, dass wir am Arsch sind

    Ich hatte recht mit dem Klimawandel, was seine Schwere und seine Dringlichkeit angeht.

    Ich habe mir noch nie in meinem ganzen Leben so sehr gewünscht, mich in einer Sache zu irren.

    Aber wir dürfen nicht in einfache Fallen wie Optimismus tappen. Oder Pessimismus. Wir dürfen nicht zulassen, dass „wir sind am Arsch“ das Ende der Diskussion ist, aber wir können auch nicht so tun, als wären wir nicht auch, nun ja, irgendwie in Schwierigkeiten. Wir stecken irgendwie in der Scheiße. Das muss einfach der Anfang der Diskussion sein, nicht ihr Ende. Dieser Sommer war verheerend und könnte in den Geschichtsbüchern (falls wir noch da sind, um Geschichtsbücher zu schreiben) als der Sommer in die Geschichte eingehen, in dem die globale Erwärmung wirklich und wahrhaftig zu einer gegenwärtigen Bedrohung wurde und nicht nur zu einer zukünftigen.

    Dieser Sommer war verheerend, aber wenn wir die Überschwemmungen in Nepal sehen, wenn wir aus tausend Meilen oder zehn Meilen Entfernung am Rauch von Waldbränden ersticken, während wir zusehen, wie sich der Ozean erwärmt, und lesen, dass Korallenriffe wahrscheinlich der Vergangenheit angehören, müssen wir uns daran erinnern: Das ist nicht die neue Normalität. Das ist das Beste, was es geben wird.

    Dieser Sommer war verheerend, aber er ist nicht die neue Normalität. Vielleicht erreichen wir nie eine neue Normalität. Es wird nie wieder eine Normalität geben, es sei denn, wir stoppen die alles vernichtenden Wahnsinnigen, die wissentlich und willentlich jeden Menschen, jedes Tier, jede Pflanze und jedes Ökosystem auf dem Planeten zerstören. Solange wir die Infrastruktur für fossile Brennstoffe nicht stilllegen, wird es nie eine neue Normalität geben. Wir können unsere Gesellschaft und unser Leben an eine veränderte Welt anpassen, aber es ist viel schwieriger, sich an eine sich ständig verändernde Welt anzupassen.

    Irgendwann wird die Erwärmung natürlich aufhören. Entweder wir stellen die klimawandelverursachende Infrastruktur ab, oder das Klima wird diese Infrastruktur irgendwann für uns zerstören. Da ich das Leben schätze - sowohl mein eigenes als auch das der Menschen, Tiere und Pflanzen um mich herum - ziehe ich es bei weitem vor, auf Ersteres hinzuarbeiten, anstatt Letzteres einfach hinzunehmen. Die UN gab letzte Woche zu, dass es unmöglich ist, die Erwärmung innerhalb der von ihr erhofften Schwelle von 1,5 Grad Celsius zu halten, und das Internet füllte sich daraufhin mit Meinungsbeiträgen. Ich wäre ein Heuchler, wenn ich mich darüber aufregen würde, dass Leute Kommentare schreiben. Ich bin lieber ein Typ, der erst mal einen kühlen Kopf bewahrt, als einer, der sofort heißläuft - also habe ich mir etwas Zeit gelassen und ein paar Gespräche geführt.

    Die meisten Gespräche führten allerdings zu nichts, denn nichts bringt ein höfliches Gespräch schneller zum Erliegen als das Thema Klimawandel.

    Die UN gab letzte Woche zu, dass es unmöglich ist, die Erwärmung innerhalb der erhofften 1,5-Grad-Celsius-Grenze zu halten, und die Leute sagten: „Wie können sie es wagen, aufzugeben?“, und die Leute sagten: „Da kann man nichts mehr tun“, und die Leute sagten: „Ist schon okay, sie haben einen guten, soliden Plan vorgelegt, um die Erwärmung zu senken, und ich bin sicher, dass er funktionieren wird“ - und mir gefällt keine dieser Reaktionen.

    Ich habe eigentlich kein Problem mit dem Bericht selbst. Man kann ein Problem nicht lösen, ohne es nüchtern zu betrachten, ohne die Realität der Situation zu akzeptieren. Arrogante Selbstüberschätzung wird jeden Krieg verlieren. Wir werden die 1,5-Grad-Grenze sehr bald überschreiten (und der einzige Grund, warum wir das noch nicht getan haben, ist, dass sie auf der Grundlage von 20-Jahres-Durchschnittswerten berechnet wird, nicht für jedes einzelne Jahr). Das ist die Wahrheit.

    Es ist auch die Wahrheit, dass die Regierungen und Konzerne dieser Welt ihre Verantwortung nicht ernst nehmen und die meisten von ihnen keinerlei Anzeichen dafür gezeigt haben, dass sie es jemals tun werden. Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass der derzeitige Status quo zu etwas anderem als einem Untergang unvorstellbaren Ausmaßes führen wird.

    Weder naiver Optimismus noch fatalistischer Pessimismus werden uns retten, und beides sind Formen der Verleugnung, die, ehrlich gesagt, genauso peinlich sind wie die regelrechte Leugnung des Klimawandels.

    Naiver Optimismus ist der Glaube, dass sich die Lage bereits verbessert. Nicht, dass sich die Erde abkühlt, sondern dass wir auf dem besten Weg sind, die Schäden zu verlangsamen und umzukehren. Davon gibt es verschiedene Varianten: Manche glauben, dass die Infrastruktur für fossile Brennstoffe weltweit abgebaut wird (während fossile Brennstoffe jedes Jahr einen geringeren Anteil an der gesamten Stromerzeugung ausmachen, steigt die tatsächlich verbrannte Menge an Kohle und Gas, weil die Gesamtstromerzeugung zunimmt); manche glauben, sobald ihre Kandidaten an der Macht sind, wird es eine ausreichend große Verschiebung nach links geben, ohne dass die politischen und wirtschaftlichen Systeme grundlegend verändert werden müssen; manche glauben, dass uns die Kalte Fusion bald unbegrenzte saubere Energie liefern wird (seit Jahrzehnten heißt es schon, das stünde kurz bevor) und sich alles von selbst lösen wird.

    Naiver Optimismus ist der Glaube, dass das Problem in den Griff bekommen wird. Es ist eine Art, die Verantwortung für die Schaffung einer besseren Welt abzuschütteln.

    Fatalistischer Pessimismus ist die logische Folge davon. Der oft verspottete „Doomerismus“ ist eine weitere Art, Verantwortung abzuschieben. Wenn man nichts tun kann, kann man einfach die Hände in die Luft werfen und sich vom Problem abwenden. Wenn man nichts tun kann, kann man genauso gut tun, was man will.

    Wir müssen gemeinsam die Verantwortung dafür übernehmen, dieses Chaos zu beseitigen. Und damit meine ich nicht, Glühbirnen gegen LEDs auszutauschen und so zu tun, als würde Recycling tatsächlich funktionieren (fast überall, wo ich je gelebt habe, kann man zusehen, wie das Recycling in demselben LKW abtransportiert wird wie der Müll). Systemische Probleme löst man nicht mit individuellen Lösungen, und die Besessenheit vom eigenen CO₂-Fußabdruck war eine Idee, die uns von British Petroleum aufgezwungen wurde.

    (...)

    Weiterlesen in meiner Übersetzung des Textes Beyond Climate Optimism, Beyond Climate Pessimism or: Starting From the Position That We’re Fucked von Margaret Killjoy / @margaret vom 11. September 2026.

    #Kilmakatastrophe #CapitalismIsADeathCult #Anarchismus

  4. Jenseits von Klimaoptimismus und Klimapessimismus oder: Ausgehend von der Annahme, dass wir am Arsch sind

    Ich hatte recht mit dem Klimawandel, was seine Schwere und seine Dringlichkeit angeht.

    Ich habe mir noch nie in meinem ganzen Leben so sehr gewünscht, mich in einer Sache zu irren.

    Aber wir dürfen nicht in einfache Fallen wie Optimismus tappen. Oder Pessimismus. Wir dürfen nicht zulassen, dass „wir sind am Arsch“ das Ende der Diskussion ist, aber wir können auch nicht so tun, als wären wir nicht auch, nun ja, irgendwie in Schwierigkeiten. Wir stecken irgendwie in der Scheiße. Das muss einfach der Anfang der Diskussion sein, nicht ihr Ende. Dieser Sommer war verheerend und könnte in den Geschichtsbüchern (falls wir noch da sind, um Geschichtsbücher zu schreiben) als der Sommer in die Geschichte eingehen, in dem die globale Erwärmung wirklich und wahrhaftig zu einer gegenwärtigen Bedrohung wurde und nicht nur zu einer zukünftigen.

    Dieser Sommer war verheerend, aber wenn wir die Überschwemmungen in Nepal sehen, wenn wir aus tausend Meilen oder zehn Meilen Entfernung am Rauch von Waldbränden ersticken, während wir zusehen, wie sich der Ozean erwärmt, und lesen, dass Korallenriffe wahrscheinlich der Vergangenheit angehören, müssen wir uns daran erinnern: Das ist nicht die neue Normalität. Das ist das Beste, was es geben wird.

    Dieser Sommer war verheerend, aber er ist nicht die neue Normalität. Vielleicht erreichen wir nie eine neue Normalität. Es wird nie wieder eine Normalität geben, es sei denn, wir stoppen die alles vernichtenden Wahnsinnigen, die wissentlich und willentlich jeden Menschen, jedes Tier, jede Pflanze und jedes Ökosystem auf dem Planeten zerstören. Solange wir die Infrastruktur für fossile Brennstoffe nicht stilllegen, wird es nie eine neue Normalität geben. Wir können unsere Gesellschaft und unser Leben an eine veränderte Welt anpassen, aber es ist viel schwieriger, sich an eine sich ständig verändernde Welt anzupassen.

    Irgendwann wird die Erwärmung natürlich aufhören. Entweder wir stellen die klimawandelverursachende Infrastruktur ab, oder das Klima wird diese Infrastruktur irgendwann für uns zerstören. Da ich das Leben schätze - sowohl mein eigenes als auch das der Menschen, Tiere und Pflanzen um mich herum - ziehe ich es bei weitem vor, auf Ersteres hinzuarbeiten, anstatt Letzteres einfach hinzunehmen. Die UN gab letzte Woche zu, dass es unmöglich ist, die Erwärmung innerhalb der von ihr erhofften Schwelle von 1,5 Grad Celsius zu halten, und das Internet füllte sich daraufhin mit Meinungsbeiträgen. Ich wäre ein Heuchler, wenn ich mich darüber aufregen würde, dass Leute Kommentare schreiben. Ich bin lieber ein Typ, der erst mal einen kühlen Kopf bewahrt, als einer, der sofort heißläuft - also habe ich mir etwas Zeit gelassen und ein paar Gespräche geführt.

    Die meisten Gespräche führten allerdings zu nichts, denn nichts bringt ein höfliches Gespräch schneller zum Erliegen als das Thema Klimawandel.

    Die UN gab letzte Woche zu, dass es unmöglich ist, die Erwärmung innerhalb der erhofften 1,5-Grad-Celsius-Grenze zu halten, und die Leute sagten: „Wie können sie es wagen, aufzugeben?“, und die Leute sagten: „Da kann man nichts mehr tun“, und die Leute sagten: „Ist schon okay, sie haben einen guten, soliden Plan vorgelegt, um die Erwärmung zu senken, und ich bin sicher, dass er funktionieren wird“ - und mir gefällt keine dieser Reaktionen.

    Ich habe eigentlich kein Problem mit dem Bericht selbst. Man kann ein Problem nicht lösen, ohne es nüchtern zu betrachten, ohne die Realität der Situation zu akzeptieren. Arrogante Selbstüberschätzung wird jeden Krieg verlieren. Wir werden die 1,5-Grad-Grenze sehr bald überschreiten (und der einzige Grund, warum wir das noch nicht getan haben, ist, dass sie auf der Grundlage von 20-Jahres-Durchschnittswerten berechnet wird, nicht für jedes einzelne Jahr). Das ist die Wahrheit.

    Es ist auch die Wahrheit, dass die Regierungen und Konzerne dieser Welt ihre Verantwortung nicht ernst nehmen und die meisten von ihnen keinerlei Anzeichen dafür gezeigt haben, dass sie es jemals tun werden. Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass der derzeitige Status quo zu etwas anderem als einem Untergang unvorstellbaren Ausmaßes führen wird.

    Weder naiver Optimismus noch fatalistischer Pessimismus werden uns retten, und beides sind Formen der Verleugnung, die, ehrlich gesagt, genauso peinlich sind wie die regelrechte Leugnung des Klimawandels.

    Naiver Optimismus ist der Glaube, dass sich die Lage bereits verbessert. Nicht, dass sich die Erde abkühlt, sondern dass wir auf dem besten Weg sind, die Schäden zu verlangsamen und umzukehren. Davon gibt es verschiedene Varianten: Manche glauben, dass die Infrastruktur für fossile Brennstoffe weltweit abgebaut wird (während fossile Brennstoffe jedes Jahr einen geringeren Anteil an der gesamten Stromerzeugung ausmachen, steigt die tatsächlich verbrannte Menge an Kohle und Gas, weil die Gesamtstromerzeugung zunimmt); manche glauben, sobald ihre Kandidaten an der Macht sind, wird es eine ausreichend große Verschiebung nach links geben, ohne dass die politischen und wirtschaftlichen Systeme grundlegend verändert werden müssen; manche glauben, dass uns die Kalte Fusion bald unbegrenzte saubere Energie liefern wird (seit Jahrzehnten heißt es schon, das stünde kurz bevor) und sich alles von selbst lösen wird.

    Naiver Optimismus ist der Glaube, dass das Problem in den Griff bekommen wird. Es ist eine Art, die Verantwortung für die Schaffung einer besseren Welt abzuschütteln.

    Fatalistischer Pessimismus ist die logische Folge davon. Der oft verspottete „Doomerismus“ ist eine weitere Art, Verantwortung abzuschieben. Wenn man nichts tun kann, kann man einfach die Hände in die Luft werfen und sich vom Problem abwenden. Wenn man nichts tun kann, kann man genauso gut tun, was man will.

    Wir müssen gemeinsam die Verantwortung dafür übernehmen, dieses Chaos zu beseitigen. Und damit meine ich nicht, Glühbirnen gegen LEDs auszutauschen und so zu tun, als würde Recycling tatsächlich funktionieren (fast überall, wo ich je gelebt habe, kann man zusehen, wie das Recycling in demselben LKW abtransportiert wird wie der Müll). Systemische Probleme löst man nicht mit individuellen Lösungen, und die Besessenheit vom eigenen CO₂-Fußabdruck war eine Idee, die uns von British Petroleum aufgezwungen wurde.

    (...)

    Weiterlesen in meiner Übersetzung des Textes Beyond Climate Optimism, Beyond Climate Pessimism or: Starting From the Position That We’re Fucked von Margaret Killjoy / @margaret vom 11. September 2026.

    #Kilmakatastrophe #CapitalismIsADeathCult #Anarchismus

  5. Jenseits von Klimaoptimismus und Klimapessimismus oder: Ausgehend von der Annahme, dass wir am Arsch sind

    Ich hatte recht mit dem Klimawandel, was seine Schwere und seine Dringlichkeit angeht.

    Ich habe mir noch nie in meinem ganzen Leben so sehr gewünscht, mich in einer Sache zu irren.

    Aber wir dürfen nicht in einfache Fallen wie Optimismus tappen. Oder Pessimismus. Wir dürfen nicht zulassen, dass „wir sind am Arsch“ das Ende der Diskussion ist, aber wir können auch nicht so tun, als wären wir nicht auch, nun ja, irgendwie in Schwierigkeiten. Wir stecken irgendwie in der Scheiße. Das muss einfach der Anfang der Diskussion sein, nicht ihr Ende. Dieser Sommer war verheerend und könnte in den Geschichtsbüchern (falls wir noch da sind, um Geschichtsbücher zu schreiben) als der Sommer in die Geschichte eingehen, in dem die globale Erwärmung wirklich und wahrhaftig zu einer gegenwärtigen Bedrohung wurde und nicht nur zu einer zukünftigen.

    Dieser Sommer war verheerend, aber wenn wir die Überschwemmungen in Nepal sehen, wenn wir aus tausend Meilen oder zehn Meilen Entfernung am Rauch von Waldbränden ersticken, während wir zusehen, wie sich der Ozean erwärmt, und lesen, dass Korallenriffe wahrscheinlich der Vergangenheit angehören, müssen wir uns daran erinnern: Das ist nicht die neue Normalität. Das ist das Beste, was es geben wird.

    Dieser Sommer war verheerend, aber er ist nicht die neue Normalität. Vielleicht erreichen wir nie eine neue Normalität. Es wird nie wieder eine Normalität geben, es sei denn, wir stoppen die alles vernichtenden Wahnsinnigen, die wissentlich und willentlich jeden Menschen, jedes Tier, jede Pflanze und jedes Ökosystem auf dem Planeten zerstören. Solange wir die Infrastruktur für fossile Brennstoffe nicht stilllegen, wird es nie eine neue Normalität geben. Wir können unsere Gesellschaft und unser Leben an eine veränderte Welt anpassen, aber es ist viel schwieriger, sich an eine sich ständig verändernde Welt anzupassen.

    Irgendwann wird die Erwärmung natürlich aufhören. Entweder wir stellen die klimawandelverursachende Infrastruktur ab, oder das Klima wird diese Infrastruktur irgendwann für uns zerstören. Da ich das Leben schätze - sowohl mein eigenes als auch das der Menschen, Tiere und Pflanzen um mich herum - ziehe ich es bei weitem vor, auf Ersteres hinzuarbeiten, anstatt Letzteres einfach hinzunehmen. Die UN gab letzte Woche zu, dass es unmöglich ist, die Erwärmung innerhalb der von ihr erhofften Schwelle von 1,5 Grad Celsius zu halten, und das Internet füllte sich daraufhin mit Meinungsbeiträgen. Ich wäre ein Heuchler, wenn ich mich darüber aufregen würde, dass Leute Kommentare schreiben. Ich bin lieber ein Typ, der erst mal einen kühlen Kopf bewahrt, als einer, der sofort heißläuft - also habe ich mir etwas Zeit gelassen und ein paar Gespräche geführt.

    Die meisten Gespräche führten allerdings zu nichts, denn nichts bringt ein höfliches Gespräch schneller zum Erliegen als das Thema Klimawandel.

    Die UN gab letzte Woche zu, dass es unmöglich ist, die Erwärmung innerhalb der erhofften 1,5-Grad-Celsius-Grenze zu halten, und die Leute sagten: „Wie können sie es wagen, aufzugeben?“, und die Leute sagten: „Da kann man nichts mehr tun“, und die Leute sagten: „Ist schon okay, sie haben einen guten, soliden Plan vorgelegt, um die Erwärmung zu senken, und ich bin sicher, dass er funktionieren wird“ - und mir gefällt keine dieser Reaktionen.

    Ich habe eigentlich kein Problem mit dem Bericht selbst. Man kann ein Problem nicht lösen, ohne es nüchtern zu betrachten, ohne die Realität der Situation zu akzeptieren. Arrogante Selbstüberschätzung wird jeden Krieg verlieren. Wir werden die 1,5-Grad-Grenze sehr bald überschreiten (und der einzige Grund, warum wir das noch nicht getan haben, ist, dass sie auf der Grundlage von 20-Jahres-Durchschnittswerten berechnet wird, nicht für jedes einzelne Jahr). Das ist die Wahrheit.

    Es ist auch die Wahrheit, dass die Regierungen und Konzerne dieser Welt ihre Verantwortung nicht ernst nehmen und die meisten von ihnen keinerlei Anzeichen dafür gezeigt haben, dass sie es jemals tun werden. Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass der derzeitige Status quo zu etwas anderem als einem Untergang unvorstellbaren Ausmaßes führen wird.

    Weder naiver Optimismus noch fatalistischer Pessimismus werden uns retten, und beides sind Formen der Verleugnung, die, ehrlich gesagt, genauso peinlich sind wie die regelrechte Leugnung des Klimawandels.

    Naiver Optimismus ist der Glaube, dass sich die Lage bereits verbessert. Nicht, dass sich die Erde abkühlt, sondern dass wir auf dem besten Weg sind, die Schäden zu verlangsamen und umzukehren. Davon gibt es verschiedene Varianten: Manche glauben, dass die Infrastruktur für fossile Brennstoffe weltweit abgebaut wird (während fossile Brennstoffe jedes Jahr einen geringeren Anteil an der gesamten Stromerzeugung ausmachen, steigt die tatsächlich verbrannte Menge an Kohle und Gas, weil die Gesamtstromerzeugung zunimmt); manche glauben, sobald ihre Kandidaten an der Macht sind, wird es eine ausreichend große Verschiebung nach links geben, ohne dass die politischen und wirtschaftlichen Systeme grundlegend verändert werden müssen; manche glauben, dass uns die Kalte Fusion bald unbegrenzte saubere Energie liefern wird (seit Jahrzehnten heißt es schon, das stünde kurz bevor) und sich alles von selbst lösen wird.

    Naiver Optimismus ist der Glaube, dass das Problem in den Griff bekommen wird. Es ist eine Art, die Verantwortung für die Schaffung einer besseren Welt abzuschütteln.

    Fatalistischer Pessimismus ist die logische Folge davon. Der oft verspottete „Doomerismus“ ist eine weitere Art, Verantwortung abzuschieben. Wenn man nichts tun kann, kann man einfach die Hände in die Luft werfen und sich vom Problem abwenden. Wenn man nichts tun kann, kann man genauso gut tun, was man will.

    Wir müssen gemeinsam die Verantwortung dafür übernehmen, dieses Chaos zu beseitigen. Und damit meine ich nicht, Glühbirnen gegen LEDs auszutauschen und so zu tun, als würde Recycling tatsächlich funktionieren (fast überall, wo ich je gelebt habe, kann man zusehen, wie das Recycling in demselben LKW abtransportiert wird wie der Müll). Systemische Probleme löst man nicht mit individuellen Lösungen, und die Besessenheit vom eigenen CO₂-Fußabdruck war eine Idee, die uns von British Petroleum aufgezwungen wurde.

    (...)

    Weiterlesen in meiner Übersetzung des Textes Beyond Climate Optimism, Beyond Climate Pessimism or: Starting From the Position That We’re Fucked von Margaret Killjoy / @margaret vom 11. September 2026.

    #Kilmakatastrophe #CapitalismIsADeathCult #Anarchismus

  6. #brd #israel #palästina : #gaza / #westjordanland / #opt / #linke / #buch / #rezension

    „Der Sammelband über das Verhältnis von #Anarchismus und #Antisemitismus lässt Raum für Fragen und Zweifel und lädt zur Diskussion ein.“

    Siehe auch:

    Gerhard Hanloser:
    »LINKER ANTISEMITISMUS«
    Zur Kritik eines Kampfbegriffs

    ISBN: 978399136-525-9
    Erschienen: März 2026
    mandelbaum.at/buecher/gerhard-

    xn--untergrund-blttle-2qb.ch/b

  7. @breakdownthewalls

    Danke, 🙏 aber es geht mir da wirklich nicht um die Doktortitel, sondern inhaltlich um die Medienpsychologie, die im 21. Jahrhundert wichtiger denn je ist: Wir Menschen nehmen die Welt zunehmend (!) durch Medien wahr, auch unseren Dialog.

    Das - die Bedeutung der #Publikative - nicht zu erkennen war, wenn Sie mir den Hinweis gestatten, auch das Problem des #Anarchismus des 19. Jahrhunderts & führte Bakunin in katastrophale Verschwörungsmythen. Meine Hinweise zur politischen Psychologie des 21. Jahrhunderts sind also nicht akademisch-autoritär, sondern ernsthaft dialogisch (und ein bissel in Sorge) gemeint:

    scilogs.spektrum.de/natur-des-

  8. Mit der Initiative „FAU sucht Frau“ versuchte die anarcho-syndikalistische Gewerkschaft Freie Arbeiter*innen-Union Anfang der 2000er Jahre, mehr Frauen* in den eigenen Reihen zu organisieren. Vera Bianchi stellt die die Initiative vor und diskutiert die Bedeutung linker Geschichte.

    Ihr Buchbeitrag erschien 2025 im Sammelband „Making History, Zur Geschichte von links und zur Geschichte von Linken“.

    FAU sucht Frau – Making History am Beispiel einer Initiative der 2000er Jahre

    Vortrag und Diskussion mit Vera Bianchi

    Freitag, 18 Uhr, Raum 1

    » abm26.anarchie-mannheim.de/de/

    #abm2026 #Anarchismus #Mannheim #AnarchistischeBuchmesse #FAU #Frauen #Rückblick #MakingHistory #Anarchosyndicalismus #VeraBianchi

  9. #FrancescSabatéLlopart – “ #ElQuico” † 5. Januar 1960. Anarchistischer Militanter im spanischen Bürgerkrieg & legendärer Kämpfer gegen das #Franco -Regime. Fotos (2016): Zufluchtsort in den #Pyrenäen, Hostal de la Muga, unmittelbar an der spanisch-französischen Grenze. #Katalonien #Anarchismus

  10. Nepalesische #Anarchisten über den Sturz der Regierung: Ein Interview mit Black Book Distro

    In Nepal eskalierte Anfang September 2025 eine #Protestbewegung als Reaktion auf #Polizeigewalt zu einem spontanen #Aufstand, der mit der #Brandstiftung des #Parlament​s und einer Reihe von #Regierungsgebäude​n, #Polizeistation​en, #Parteizentrale​n und #Villen von #Politiker​n gipfelte. Innerhalb von anderthalb Tagen war #Premierminister Khadga Prasad Oli geflohen und die Regierung war zusammengebrochen. Aber der Sturz einer Regierung ist nur die erste Phase eines viel längeren Kampfes; inmitten dieser #Unruhen konkurrieren #Monarchisten, #Neoliberale und #Radikale um die Zukunft Nepals. Um ein klareres Verständnis für den #Hintergrund des Aufstands und die Dynamik innerhalb desselben zu bekommen, haben wir Black Book Distro interviewt, ein anarchistisches #Kollektiv und eine #Bibliothek in #Kathmandu.

    Der Aufstand in Nepal ist Teil einer Reihe von Aufständen, die Asien in den letzten Jahren erschüttert haben. Wir können die Spuren der Funken vom Sturz des Präsidenten von Sri Lanka im Jahr 2022 bis zum Aufstand in #Bangladesch im Jahr 2024 und dem Aufstand in #Indonesien im August 2025 verfolgen, ganz zu schweigen vom anhaltenden Bürgerkrieg in #Myanmar.

    Seit dem Sturz der nepalesischen Regierung sind auch auf den #Philippinen heftige #Proteste ausgebrochen. All dies ist eine Reaktion auf die weit verbreitete wirtschaftliche Not und das Versagen der Versprechen der Politiker. Die #Komplizenschaft der institutionellen kommunistischen Parteien bei dem #Massaker, das den Aufstand ausgelöst hat, sollte alle angehenden Revolutionäre daran erinnern, dass es unmöglich ist, die Probleme des #Kapitalismus allein durch die Gewalt des Staates zu lösen – selbst wenn man „kommunistisch” im Namen seiner Partei hat.

    Die Herausforderungen, die der Kapitalismus für die Menschen mit sich bringt, erfordern radikalere Veränderungen, als sie mit #Polizeiausrüstung und politischen Vorschlägen in den Machtzentralen erreicht werden können.

    Ebenso sollte dieser Aufstand Politikern und #Polizisten auf der ganzen Welt zu denken geben, die glauben, sie könnten ungestraft plündern und terrorisieren. Heute mag das Geld, das sie erhalten, sie vor den Folgen ihrer Handlungen schützen – aber morgen ist alles möglich.

    Keine dieser Revolten hat bisher alle ihre Ziele erreicht, aber während Menschen auf der ganzen Welt mit #Oligarchie und staatlicher #Unterdrückung zu kämpfen haben, bietet jede von ihnen Lehren.

    Wie ein Kommentator in den sozialen Medien es ausdrückte: „Nur ein junger Mann, der die Haut des Feindes trägt.“

    Stell dein Projekt vor. Wer bist du und was machst du?

    Wir sind Black Book Distro, ein anarchistisches Kollektiv und eine Bibliothek mit Sitz in Kathmandu, Nepal, die sich der Radikalisierung durch Aufklärung über die Geschichte der #Linke​n sowie der aktiven Beteiligung an Volkskämpfen und Bewegungen widmet, die wir für mit unseren Zielen vereinbar halten (die Proteste der Generation Z, die Meter-Byaj-Bewegung,1 die Guthi-Bewegung2). Wir sprechen zu euch als anarchistische Bewegung, die unter der Unterdrückung eines gescheiterten und korrupten kommunistischen #Regime​s und #Kongress​es steht.

    Gib uns einen kurzen Überblick über die sozialen Bewegungen und Kämpfe in Nepal in den letzten ein oder zwei Jahrzehnten. Was waren die wichtigsten Anliegen, die zu den Unruhen in der #Bevölkerung geführt haben?

    Nach der maoistischen Revolution hat Nepal mehrere Wellen sozialer, wirtschaftlicher, geografischer und politischer Umbrüche erlebt. Zu den wichtigsten Problemen gehören die weit verbreitete #Kasten​diskriminierung, eine tödliche Epidemie des #Menschenhande​ls mit #Wanderarbeiter​n, die durch den Mangel an Möglichkeiten im eigenen Land angeheizt wird, regelmäßige #Grenzkonflikte mit unseren atomar bewaffneten Nachbarn und eine politische #Korruption, die so dreist ist, dass sie zu einem erschreckend starken Wiederaufleben monarchistischer Gefühle im Land geführt hat.

    Zu den #Volksbewegung​en für Veränderungen gehörten der Kampf der #Madhesh um Rechte und Würde, Proteste gegen die Korruption in der #COVID-Ära unter dem Motto „Enough Is Enough” (Genug ist genug), nationalistische Streitigkeiten über Grenzgebiete wie #Lipulekh, die #Hungerstreik​s von Dr. KC für eine bessere #Gesundheitsinfrastruktur, der Widerstand gegen räuberische #Hypothekenzinsen und die Verteidigung der #Gemeinschaftsflächen des Volkes der #Newar.

    Diese Kämpfe werden von einem komplexen sozialen Gefüge angetrieben, das immer noch von #Patriarchat, #Kastenwesen und #Religion geprägt ist, während gleichzeitig verfassungsrechtliche Bemühungen um Repräsentation, #Meinungsfreiheit, wirtschaftliche Freiheit und #Föderalismus unternommen werden. Die wichtigsten politischen Organisationen sind die #Kongresspartei, maoistische und marxistisch-leninistische Parteien sowie royalistische Fraktionen. Darunter gibt es unabhängige Jugendgruppen, linke Räume und indigene Gemeinschaftsgruppen.

    Historisch gesehen wurden die meisten Proteste von den großen politischen Parteien angeführt oder beeinflusst, obwohl spontane Jugend- und #Basisinitiativen zunehmend unabhängig agieren (einschließlich des jüngsten Aufstands der „Generation Z“).

    Heute wurden scharfe Munition gegen #Zivilisten, darunter auch #Kinder eingesetzt. Wir waren an vorderster Front. Wir haben gesehen, wie viele Menschen erschossen wurden.“

    (...)

    Weiterlesen in meiner Übersetzung des Interviews mit Black Book Distro, 22.09.2025, bei @CrimethInc

    #Insurrection #Nepal #Uprising #Revolt #CapitalimsIsADeathCult #Maoismus #Anarchismus

  11. ANA: Was waren die Gründe für diese Verhaftungen in Belgien und Frankreich? Hast du viel Zeit im Gefängnis verbracht?

    Octavio Alberola: In Belgien wurden meine Partnerin Ariane und ich im Februar 1968 aufgrund einer Anzeige der franquistischen #Polizei verhaftet. Die Anklage lautete auf Besitz von zwei Pistolen und gefälschten Dokumenten, da sie die ursprüngliche Anschuldigung, die Entführung eines spanischen Diplomaten bei der EU geplant zu haben, nicht aufrechterhalten konnten. Ich wurde zu fünf Monaten Haft verurteilt, meine Partnerin zu zwei Monaten.

    In Frankreich wurden wir im Mai 1974 verhaftet, nach der Freilassung des Direktors der Bilbao Bank in Paris, der entführt worden war, um die Hinrichtung des jungen katalanischen Anarchisten Salvador Puig Antich in Spanien anzugeprangern und die Hinrichtung zweier weiterer MIL-Militan (Iberische Befreiungsbewegung) zu verhindern. Sie verhafteten zehn unserer Genossen (Spanier und Franzosen) und beschuldigten mich, die Entführung organisiert zu haben (die Genossen, die sie durchgeführt hatten, konnten sie nie finden oder verhaften). Ich war derjenige, der am längsten inhaftiert war: neun Monate. Dann wurden wir zehn vorläufig freigelassen und mussten uns in Paris aufhalten. 1981, nach Francos Tod, gab es einen einwöchigen Strafprozess gegen uns, und wir wurden freigesprochen, weil die französische Polizei ihre Anschuldigungen nicht beweisen konnte.

    ANA: Und du bist ohne Probleme nach Kuba eingereist? Hattest du keine Angst, ins Gefängnis zu kommen, da du wegen deiner Kritik an Fidel und dem Regime wahrscheinlich vom kubanischen Geheimdienst gesucht wurdest?

    Octavio Alberola: Ich war bis Anfang der 1980er Jahre nicht mehr in Kuba... Aber ich war auf dem Weg nach #Peru und #Bolivien, um mich für die Wiederherstellung und Bewahrung des kollektiven Gedächtnisses in #Lateinamerika zu engagieren, unterstützt vom Amsterdamer Institut für Geschichte, der #Feltrinelli-#Bibliothek in #Mailand, der Bibliothek für internationale zeitgenössische Dokumentation in# Nanterre (Paris) und der #CIDA in Spanien. Dann, 1989 und 1992, habe ich eine ikonografische Ausstellung über den Einfluss der Französischen Revolution in Lateinamerika und eine weitere über 500 Jahre Kampf für Menschenrechte in Lateinamerika vorbereitet, anlässlich des 200. Jahrestags der Französischen Revolution und des 500. Jahrestags der Entdeckung Amerikas. Bei diesen Reisen wurde ich von europäischen Hochschuleinrichtungen unterstützt. Das letzte Mal war Ende der 1990er Jahre anlässlich des Gipfeltreffens der iberoamerikanischen Staatschefs in Havanna. Ich war dort, um Kontakte zu #Dissidentengruppen zu knüpfen, damit ein #Europaabgeordneter an einer Demo von Frauen von Gefangenen teilnehmen konnte... Wir hatten keine Probleme, reinzukommen oder Kontakte zu knüpfen, weil das Regime damals keinen Skandal wollte... Aber die Frauen und mehrere Dissidenten waren in der Nacht zuvor vorläufig festgenommen worden, sodass die Demo nicht stattfinden konnte und der Europaabgeordnete sich darauf beschränkte, eine Pressekonferenz mit den auf der Insel anwesenden europäischen Journalisten abzuhalten. Am Flughafen wurde ich für ein paar Stunden von der Staatssicherheit festgehalten, die mir mitteilte, dass ich während meines dreitägigen Aufenthalts auf der Insel überwacht worden war... Sie sagten mir, dass sie über meine Vergangenheit Bescheid wüssten, als wir gemeinsam gegen Batista gekämpft hatten... und schließlich ließen sie mich das Flugzeug zurück nach Paris nehmen. Es war klar, dass sie keinen Skandal verursachen wollten, solange die iberoamerikanischen Staatschefs noch auf der Insel waren.

    ANA: Gibt es derzeit Raum für libertäre Debatten und Aktionen in Kuba? Wie siehst du die libertäre Landschaft in diesem Land?

    Octavio Alberola: Es gibt „Räume“, insofern als die Kubaner ihre Angst, sich zu äußern, verlieren und das Regime (wie am Ende der Franco-Diktatur) nicht mehr so offen wie früher unterdrücken kann.

    Das passiert auch mit den „Damas en Blanco” und anderen Oppositionsgruppen... Ich sehe die libertäre Perspektive ziemlich optimistisch, weil die Genossinnen, mit denen wir in Kontakt stehen (Mitglieder des Critical Observatory), sehr fähig und sich der Chance für Anarchistinnen bewusst sind, den falschen #Castro-Sozialismus zu entlarven und das revolutionäre Potenzial des libertären Sozialismus zu zeigen.

    ANA: Stimmt es, dass ihr in den 1960er Jahren zwei Attentate auf General Franco organisiert habt? Was ist passiert?

    Octavio Alberola: Das ist eine sehr lange Geschichte, aber ich werde versuchen, sie so kurz wie möglich zu machen. 1961 wurde auf dem CNT-Kongress in Limoges, Frankreich, die spanische libertäre Bewegung (MLE), die seit 1945 in zwei Flügel gespalten war, wieder vereint. Auf diesem Kongress wurde in einer geschlossenen Sitzung beschlossen, eine konspirative Organisation für den Kampf gegen die Franco-Diktatur zu gründen. Diese Organisation hieß Defensa Interior (DI) und sollte aus sieben Aktivisten der CNT, der #FAI und der FIJL bestehen. Anfang 1962 ernannte die Verteidigungskommission der #MLE die sieben Mitglieder der DI, und ich wurde als Vertreter der #FIJL (Libertäre Jugend) ausgewählt. Aus diesem Grund verließ ich Mexiko und schloss mich heimlich der DI in Frankreich und Spanien an. Die DI beschloss, Aktionen gegen die Franco-Diktatur zu starten, um die brutale Repression der Franco-Anhänger anzuprangern und Solidarität mit den in Spanien inhaftierten Gefangenen zu zeigen. Es wurde auch beschlossen, den Diktator zu töten, und zu diesem Zweck wurde eine erste Aktion gegen Franco vorbereitet. Diese Aktion fand im Sommer 1962 in San Sebastián statt, war aber wegen technischer Probleme (Batterie des Empfängers) und Informationsproblemen (Franco verzögerte seine Ankunft) erfolglos. Die Aktion sorgte für großes Aufsehen, und die Presse bezeichnete sie als gescheiterten Anschlag auf Francos Leben. Die Polizei von Franco nahm viele Leute aus baskischen Unabhängigkeitskreisen fest, musste sie aber wieder freilassen, weil sie die libertären DI-Mitglieder hinter dem Anschlag nicht identifizieren konnte. Im Sommer 1963 wurde eine weitere Aktion gegen Franco in Madrid geplant, als er auf dem Weg vom #Prado-Palast zum #Oriente-Palast war, um die Ernennungsschreiben der neuen Botschafter in Madrid entgegenzunehmen. Allerdings führten Umstände, die bis heute nicht ganz geklärt sind, zur Verhaftung von zwei Genossen aus der Gruppe, die den Anschlag auf Franco vorbereitet hatte, und zum Verlust des gesamten Materials, das für diese Aktion bestimmt war. Das Franco-Regime reagierte brutal und verurteilte innerhalb von 17 Tagen diese beiden Genossen, Francisco Granado und Joaquín Delgado, zum Tode und richtete sie hin. Außerdem nahm es wahllos zahlreiche Libertäre in Spanien und sogar in Frankreich fest, wo die französischen Behörden auf Anweisung des Franco-Regimes fast hundert junge Libertäre und einige alte Militante in verschiedenen Städten verhafteten. Diese Repression führte zur Lähmung der DI, und von da an setzte nur noch die FIIJL die Aktionen gegen die Franco-Diktatur fort. Weitere Informationen findest du in dem Buch „El anarquismo español y la acción revolucionaria (1961-1974)” und in Dokumentarfilmen auf TVE und dem europäischen Sender ARTE über die Anschläge auf Franco.

    ANA: Wechseln wir das Thema. Wie beurteilst du die Tatsache, dass die Finanzkrise der letzten Jahre keine größeren Proteste in Europa ausgelöst hat?

    Octavio Alberola: Die jüngste Finanzkrise hat in Europa keine größeren Proteste ausgelöst, obwohl sie erhebliche Folgen für die Beschäftigung hat, und zwar aus dem einfachen Grund, dass die meisten europäischen Arbeitnehmer ein hohes Kaufkraftniveau erreicht hatten und das Wirtschaftssystem diese Kaufkraft und damit ihre Konsumfähigkeit nicht drastisch eingeschränkt hat.

    Ich glaube nicht, dass sich diese Situation in naher Zukunft ändern wird, und deshalb denke ich, dass das Kräfteverhältnis zugunsten des Kapitalismus bestehen bleiben wird ... bis sich die andere Krise, die ökologische, verschärft und der Mehrheit der Arbeitnehmer bewusst wird, welche Gefahr die Fortsetzung des kapitalistischen Systems für ihr Überleben darstellt. Dieses Bewusstsein könnte die Entstehung einer selbstverwalteten globalen Bewegung fördern, um den Planeten und die Menschheit vor allen Gefahren zu retten, die von der kapitalistischen und autoritären Verwaltung der menschlichen Gesellschaften ausgehen.

    ANA: Gibt es einen Ort, an dem du mehr anarchistische Hoffnung, einen lebendigeren und inspirierenderen #Anarchismus siehst? Wird er von den jüngsten Ereignissen in #Griechenland beeinflusst?

    Octavio Alberola: Was ich derzeit am hoffnungsvollsten finde, ist der Konsens vieler #Libertärer und #Marxisten in ihrer Kritik am #Autoritarismus und ihrer Wertschätzung von #Autonomie und #Selbstverwaltung. Dies ist ein spontanes und globales Phänomen, das dank des Internets und durch Netzwerke der Solidarität, des Dialogs und der Reflexion miteinander verbunden ist.

    Es ist ein entschlossen undogmatischer Anarchismus, der außerhalb streng anarchistischer Kreise seinen größten Vertreter im französischen Philosophen Michel #Onfray gefunden hat (dessen Bücher in mehr als 15 Sprachen übersetzt wurden und dessen Auflagen sich auf Hunderttausende belaufen). Was in Griechenland passiert, kommt mir nicht wie eine besonders konsequente Manifestation anarchistischer Ideologie vor, da es mir so vorkommt, als würde die Konfrontation mit den Ordnungskräften um der Konfrontation willen überbetont, ohne dass eine echte Infragestellung der autoritären Ordnung stattfindet. Dieser Eindruck könnte allerdings auch daran liegen, dass wir nicht so leicht an ihre Texte kommen…

    ANA: Zum Abschluss des Interviews, wenn du auf dein bisheriges Engagement zurückblickst, was waren deine größten anarchistischen Freuden?

    Octavio Alberola: Meine größte Freude war es zu sehen, dass all die Anstrengungen und Opfer, die zwischen 1962 und 1967 von den jungen Libertären (#Spanier, #Franzosen, #Italiener, #Engländer, die in Spanien, aber auch in Frankreich, #Italien und #England unterdrückt wurden) unternommen wurden, um den anarchistischen revolutionären Aktivismus wiederzubeleben, nicht umsonst waren... Und zwar, weil sie entscheidend zu den Ereignissen vom Mai 1968 in Frankreich und anderen Ländern beigetragen haben, die von der anarchistischen Idee geprägt waren, alle Formen von Macht und #Dogmatismus in Frage zu stellen. Diese Infragestellung scheint mir ein wichtiger Beitrag zu dem hartnäckigen Streben nach einer egalitären und libertären Utopie zu sein, das die Menschheit seit Beginn der menschlichen Geschichte als ihr Ziel verfolgt, seitdem das Gehorchen und Befehlen die treibende Kraft der Menschheitsgeschichte geworden ist.

    Joselito, 27. Juli via @freedomnews freedomnews..org.uk

    Übersetzung, Bearbeitung und Korrektur: Thomas Trueten #Revolution #Aragon #Olot #Mexiko #Jugendbewegung #Oliver #Castro #Diaspora #Guerillakampf #Batista #Regime #Sowjetunion #Amerika #CNT #Limoges #Di #Franco #Leval #Katalonien #Andalusien #Madrid #GARI #Perpignan #Spanien #CGT #COJRA #Radio #Libertaire #Delgado #Granado #GALSIC #Kuba #ANA #Repression #Jalapa #Veracruz #Barcelona #Girona #Streik #Alayor #Menorca #Fraga #Kulturminister #Frankreich #Cervantes #Sozialismus #Institutionalisierung #Staatskapitalismus #Diktatur #Paris #Gewerkschaften #Buchhandlungen #Havanna #SAC #Schweden #Gewerkschaftsbewegung #Caudillismus #Betancourt #Trujillo

  12. Wie man lebt, als würde die Welt untergehen oder: über das Pflanzen von Bäumen

    Die Welt könnte untergehen. Es gibt ein weit verbreitetes anarchistisches Volkskunstwerk, das mir sehr viel bedeutet. Ich weiß nicht, wer es gezeichnet hat. Es ist die Zeichnung eines Baumes mit einem überlagerten Ⓐ. Der Text lautet: „Selbst wenn die Welt morgen untergehen würde, würde ich heute noch einen Baum pflanzen.”

    Ich bin mit diesem Kunstwerk in der Anarchie aufgewachsen. Es wurde als Aufnäher und Poster gedruckt und war auf Hoodies und an den Wänden von Kollektivhäusern zu sehen. Es wurde mit Schablonen als #Graffiti gesprüht und in Zines kopiert. Es ist eine #Paraphrase eines Zitats, das fälschlicherweise Martin Luther zugeschrieben wird (dem ursprünglichen protestantischen Martin Luther, nicht Martin Luther King Jr., obwohl viele Leute das Zitat auch ihm zuschreiben). Das Originalzitat lautet in etwa: „Selbst wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich noch meinen Apfelbaum pflanzen.“ Die früheste Erwähnung, die man finden kann, stammt aus der Deutschen Bekennenden Kirche, einer christlichen Bewegung innerhalb des nationalsozialistischen Deutschlands, die sich gegen die Macht der #Nazis stellte. Das Zitat wurde verwendet, um Hoffnung zu wecken und Menschen zum Handeln zu inspirieren. Ich habe erfahren, dass es sich um eine Paraphrase eines #Hadith handelt: „Wenn die Auferstehung über einen von euch kommen würde, während er einen Setzling in der Hand hält, dann soll er ihn pflanzen.“

    Das ist etwas, hinter dem ich stehen kann.

    Es gibt ein Buch, das mir sehr viel bedeutet: „On the Beach“ von Nevil Shute. Ich habe es nie gelesen. Ich bringe es nicht über mich. Trotzdem denke ich ziemlich oft darüber nach.

    Der Roman handelt von einem #Atomkrieg, der alles Leben auf der Erde vernichten wird, und beschreibt die letzten Tage der Menschen in #Australien, die auf den unvermeidlichen Tod aller Lebewesen warten. Er beschreibt, wie sie ihr Leben leben und wie sie in der #Apokalypse einen Sinn finden. Es ist ein Buch darüber, wie man ohne Hoffnung leben kann. Es ist ein Buch der Resignation.

    Das ist mir zu viel, zumindest im Moment.

    Die Welt könnte untergehen.

    Viele Leute werden mir da widersprechen. Sie werden zu Recht darauf hinweisen, dass für viele Menschen auf der ganzen Welt, vor allem in den Teilen der Welt, die lange vom westlichen Imperialismus heimgesucht wurden, die Welt schon lange untergeht. Sie werden zu Recht darauf hinweisen, dass die Welt selbst nicht untergeht, dass Veränderung etwas Konstantes ist und dass selbst #wenn nach der Klimakatastrophe und dem #Krieg nur eine verbrannte Wüste übrig bleibt, das Leben wahrscheinlich weitergehen wird. Das Leben der Menschen, der Tiere und der Pflanzen wird in irgendeiner Form all das überleben.

    Die Leute werden wieder richtig sagen, dass fast jede Generation geglaubt hat, dass die Welt untergeht. Das Maschinengewehrgemetzel des Ersten Weltkriegs, der #Völkermord des Zweiten #Weltkrieg​s, die Weltuntergangsuhr des Kalten Krieges, die #AIDS-Epidemie – all das muss sich wie die #Apokalypse angefühlt haben. Für ganze Völker war es das auch. Und doch sind einige von uns heute hier und leben.

    Keines dieser Argumente ändert etwas an der Tatsache, dass es sich definitiv so anfühlt, als würde die Welt untergehen.

    Berge werden gesprengt, um Kohle abzubauen und Gift in die Luft zu pumpen, Pipelines roden die letzten Überreste der Wildnis, damit wir noch mehr Gift in die Luft pumpen können. Ozeane verschlingen Inseln, hundertjährige Stürme kommen jedes Jahr vor, und es fühlt sich an, als würden wir jeden Tag neue #Klimarekorde brechen. Das Gefühl der Dringlichkeit einer bevorstehenden Katastrophe schürt einen Anstieg des „Ich hab meins, scheiß auf euch”-#Nationalismus, und #Klimawissenschaftler werden in unzumutbarem Maße ignoriert.

    Die Welt geht unter.

    Sie geht immer unter, aber gerade jetzt geht sie besonders schnell unter. Für mich und die Menschen, die mir nahestehen, geht sie dramatischer unter als vor 37 Jahren, als ich geboren wurde.

    Das ist verdammt lähmend.

    Die Nachrichten sind voll von Aussterben und #Faschismus und Tod und Tod und Tod.

    Und von uns wird erwartet, dass wir morgens aufstehen und zur Arbeit gehen.

    Eine Zeit lang habe ich mich mit einem Kreislauf aus Verleugnung und Panik zurechtgefunden. Die potenzielle Apokalypse war im Grunde genommen ein zu großes Problem. Ich konnte sie und ihre Auswirkungen nicht begreifen, also tat ich so, als würde sie nicht stattfinden. Bis natürlich ein schreckliches Ereignis oder eine Erinnerung an die Apokalypse eine bestimmte Schwelle überschritt und mich in eine Spirale der #Verzweiflung stürzte. Dann übernahm wieder die Taubheit und der Kreislauf begann von vorne.

    Das hat mir nicht viel geholfen.

    Vor etwa einem Jahr habe ich beschlossen, vier verschiedene, oft widersprüchliche Prioritäten für mein Leben zu setzen. Ich überprüfe alle meine Entscheidungen anhand dieser #Prioritäten und versuche, sie im Gleichgewicht zu halten.

    Verhalte dich, als würden wir sterben. Verhalte dich, als würden wir vielleicht nicht sofort sterben. Verhalte dich, als hätten wir vielleicht eine Chance, das zu verhindern. Verhalte dich, als würde alles gut werden.

    Weiterlesen im von mir übersetzten Beitrag Wie man lebt, als würde die Welt untergehen oder: über das Pflanzen von Bäumen von @margaret Killjoy

    #Anarchismus #Perspektive #Essay

  13. Via Anarchistisches Kollektiv #Hannover (AKH):
    Umsonst Flohmarkt
    Sonntag 29.06.25, 13 UHR
    UJZ Korn
    Kornstraße 28-30
    30167 Hannover

    #umsonst #flohmarkt #freeshop #solidarität #anarchismus #KornHannover

  14. Interview zur politischen Theorie des Anarchismus

    radio.nrdpl.org/2024/10/21/int

    In welche Begriffe lassen sich anarchistische Gedanken fassen? Welche Merkmale und Kriterien haben anarchistische Theorien? Welchen Nutzen können wir aus Theorie in Verbindung mit anarchistischer Ethik un (...)

    #RadioNordpol #Buchvorstellung #Dortmund #Gesprch #Kln #Sozialpolitik #Anarchie #Anarchismus #Autonomie #dortmund #Kln #Revolution #Theorie

  15. Merkwürdig und befremdlich! Im letzten Jahr - und in den Monaten davor - in vielen Medien diverse Beiträge über die geschichtliche Entwicklung der #ukrainischen Nation mit besonderen Blick auf das Verhältnis zu Russland/UdSSR gehört und gesehen - in keinem einzigen fand die #Machnowschtschina auch nur mit einem Wort eine Erwähnung! Mit Absicht aus der kollektiven Erinnerung getilgt?
    #Machno #Anarchismus #Ukraine

    (jewiki.net/wiki/Machnowschtsch)

    @ukraine