#bangladesch — Public Fediverse posts
Live and recent posts from across the Fediverse tagged #bangladesch, aggregated by home.social.
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1. Mai in #Düsseldorf. Wir sammeln u.a. Unterschriften für ausgebeutete Textilarbeiter*innen in #Bangladesch und #Indien. #DUS0105
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#Indien will seine Grenze zu #Bangladesch mit Krokodilen und Giftschlangen gegen Migranten sichern
Why is India turning to crocodiles and snakes to ‘fence’ Bangladesh border? | Wildlife News | Al Jazeera
https://www.aljazeera.com/features/2026/4/30/why-is-india-turning-to-crocodiles-and-snakes-to-fence-bangladesh-border -
Heute ist 13. Jahrestag der Rana Plaza-Katastrophe. Strukturell hat sich nicht viel verbessert für die Textilarbeiter*innen in #Bangladesch. Deshalb: Es geht nicht ohne ein starkes #Lieferkettengesetz...
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https://www.europesays.com/at/113283/ Auch in Europa droht Knappheit von Plastik und Mikrochips #100312362 #Asien #Bangladesch #China #EU #Europa #Europe #Iran #IranKrieg #Lieferkette #Produktknappheit #Textilfabrik
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Welthaus Fürth setzt Zeichen gegen textile Verschwendung
https://fuerthaktuell.de/?p=9968
#welthausfürth #fürth #bangladesch #fashionrevolutionweek #textilverschwendung #fastfashion #nachhaltigemode #rana #plaza #lieferkettengesetz #konsumkultur #kleiderkreislauf #fairfashion #reparieren #slowfashion #franken #mittelfranken #bayern #news
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Welthaus Fürth setzt Zeichen gegen textile Verschwendung
https://fuerthaktuell.de/?p=9968
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Welthaus Fürth setzt Zeichen gegen textile Verschwendung
https://fuerthaktuell.de/?p=9968
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Für den Südnordfunk auf @RDL habe ich mich etwas intensiver mit dem Wahlergebnis in Bangladesch auseinandergesetzt. Es war die erste demokratische Wahl nach den "Gen Z" Protesten vor zwei Jahren, welche die Regierung gestürzt haben. Hier geht es zum Beitrag in Audio & Text: https://www.iz3w.org/artikel/ein-schritt-vorwarts-erste-demokratische-wahlen-in-bangladesch
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Mindestens 250 Vermisste nach Bootsunglück im Indischen Ozean
Nach einem Bootsunglück in der Andamanensee im Indischen Ozean werden viele Tote befürchtet. Mindestens 250 Menschen werden laut UN vermisst. Die meisten von ihnen waren Rohingya, die zuvor aus Myanmar nach Bangladesch geflohen waren.
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Ein erster Schritt vorwärts? Erste demokratische Wahlen in Bangladesch
English below | Deutsches Audio → Es war einer der ersten erfolgreichen großen Proteste welche unter dem Label „Gen Z“... mehr
https://radiocorax.de/ein-erster-schritt-vorwaerts-erste-demokratische-wahlen-in-bangladesch/
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Der 1. Mai kommt näher: Wie schon die vergangenen Jahre haben sich unterschiedliche kämpferische #Gewerkschaft|en weltweit zusammen geschlossen um an diesem Tag ein Band der gemeinsamen Solidarität zu weben, u.a. aus den #USA, #Kanada, #Pakistan, #Frankreich, #Deutschland, #Myanmar, #Brasilien, #Island, #Bangladesch, #SriLanka, #Schweden, #Philippinen, #Schweiz, #GroßBritanien und Spanien.
Der diesjährige Aufruf richtet sich im besonderen gegen die weltweite Militarisierung und die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Hier findet ihr den Aurfruf: https://globalmayday.net/2026/03/16/aufruf-gmd26/
Ein besonderes Anliegen ist in diesem Jahr der Forderungskatalog der Teearbeiter:innen in Bangladesch: https://globalmayday.net/2025/07/22/twtuc-conference/
Schließt euch dem Bündnis und dem weltweiten Aufruf an und macht den #GlobalMayDay auch in eurer Stadt sichtbar!
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Der 1. Mai kommt näher: Wie schon die vergangenen Jahre haben sich unterschiedliche kämpferische #Gewerkschaft|en weltweit zusammen geschlossen um an diesem Tag ein Band der gemeinsamen Solidarität zu weben, u.a. aus den #USA, #Kanada, #Pakistan, #Frankreich, #Deutschland, #Myanmar, #Brasilien, #Island, #Bangladesch, #SriLanka, #Schweden, #Philippinen, #Schweiz, #GroßBritanien und Spanien.
Der diesjährige Aufruf richtet sich im besonderen gegen die weltweite Militarisierung und die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Hier findet ihr den Aurfruf: https://globalmayday.net/2026/03/16/aufruf-gmd26/
Ein besonderes Anliegen ist in diesem Jahr der Forderungskatalog der Teearbeiter:innen in Bangladesch: https://globalmayday.net/2025/07/22/twtuc-conference/
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Der 1. Mai kommt näher: Wie schon die vergangenen Jahre haben sich unterschiedliche kämpferische #Gewerkschaft|en weltweit zusammen geschlossen um an diesem Tag ein Band der gemeinsamen Solidarität zu weben, u.a. aus den #USA, #Kanada, #Pakistan, #Frankreich, #Deutschland, #Myanmar, #Brasilien, #Island, #Bangladesch, #SriLanka, #Schweden, #Philippinen, #Schweiz, #GroßBritanien und Spanien.
Der diesjährige Aufruf richtet sich im besonderen gegen die weltweite Militarisierung und die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Hier findet ihr den Aurfruf: https://globalmayday.net/2026/03/16/aufruf-gmd26/
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Der 1. Mai kommt näher: Wie schon die vergangenen Jahre haben sich unterschiedliche kämpferische #Gewerkschaft|en weltweit zusammen geschlossen um an diesem Tag ein Band der gemeinsamen Solidarität zu weben, u.a. aus den #USA, #Kanada, #Pakistan, #Frankreich, #Deutschland, #Myanmar, #Brasilien, #Island, #Bangladesch, #SriLanka, #Schweden, #Philippinen, #Schweiz, #GroßBritanien und Spanien.
Der diesjährige Aufruf richtet sich im besonderen gegen die weltweite Militarisierung und die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Hier findet ihr den Aurfruf: https://globalmayday.net/2026/03/16/aufruf-gmd26/
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Der 1. Mai kommt näher: Wie schon die vergangenen Jahre haben sich unterschiedliche kämpferische #Gewerkschaft|en weltweit zusammen geschlossen um an diesem Tag ein Band der gemeinsamen Solidarität zu weben, u.a. aus den #USA, #Kanada, #Pakistan, #Frankreich, #Deutschland, #Myanmar, #Brasilien, #Island, #Bangladesch, #SriLanka, #Schweden, #Philippinen, #Schweiz, #GroßBritanien und Spanien.
Der diesjährige Aufruf richtet sich im besonderen gegen die weltweite Militarisierung und die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Hier findet ihr den Aurfruf: https://globalmayday.net/2026/03/16/aufruf-gmd26/
Ein besonderes Anliegen ist in diesem Jahr der Forderungskatalog der Teearbeiter:innen in Bangladesch: https://globalmayday.net/2025/07/22/twtuc-conference/
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Mehrere Tote nach Zusammenstoß von Zug mit Bus in Bangladesch
#Bahnübergang #Bangladesch #Bus #Unfall #Zug
https://bahnblogstelle.com/251037/mehrere-tote-nach-zusammenstoss-von-zug-mit-bus-in-bangladesch/
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Textilarbeiter*innen in #Bangladesch, #Indien, #Pakistan und #SriLanka leiden unter Ausbeutung und schlechten Arbeitsbedingungen. Zudem werden ihre Rechte auf #Meinungsfreiheit und #Versammlungsfreiheit missachtet, wenn sie versuchen sich zur Wehr zu setzen. Setz Dich für ihre Rechte ein! ✍️📧
#Frauenrechte
https://www.amnesty.de/petition/textilarbeiterinnen-rechte-menschenwuerdige-arbeitsbedingungen -
Weltweit sind wir und unsere Genoss:innen heute auf der Straße gegen patriarchale Zustände. Manche von uns sind im Schützengraben wie in #Myanmar oder in #Syrien, andere müssen für ihre Aktionen mit Knast rechnen, wie in #Bangladesch oder der #Türkei. Gemein ist uns, dass wir einen Kampf für Gleichberechtigung, gegen Dominanz und Ausbeutung kämpfen. Für eine Welt, in der echte, wertvolle Beziehungen möglich sind, in denen wir uns stützen und weiterentwickeln, statt uns zu unterjochen und klein zu machen. Antifeminismus, Late-Stage-#Kapitalismus, religiöser #Fundamentalismus und #Autoritarismus haben heute eine Allianz aus Regimen, #Techkonzerne|n und anderen Ekeln geformt. Unsere Allianz will und muss sie alle überwinden. Ökologische, antifaschistische, feministische und antikapitalistische Kämpfe sind untrennbar verbunden - ob in den kleinen, täglichen Auseinandersetzungen im #Betrieb oder den großen Revolten unserer Zeit.
Wir sind dabei an eurer Seite!
#politischerstreik #streikrecht #gewerkschaft #queerpride #jinjiyanazadi #zanzendegiazadi #frauenstreik #frauenstreik2026 #ohneunsstehtallesstill
#8maerz #9maerz #260308 #FeministischerKampftag #womenstrike #globalwomenstrike #toechterkollektiv #enoughgenug #enough2026 #enough #womensmarch #stillgelegt #intersektionalerfeminismus -
Weltweit sind wir und unsere Genoss:innen heute auf der Straße gegen patriarchale Zustände. Manche von uns sind im Schützengraben wie in #Myanmar oder in #Syrien, andere müssen für ihre Aktionen mit Knast rechnen, wie in #Bangladesch oder der #Türkei. Gemein ist uns, dass wir einen Kampf für Gleichberechtigung, gegen Dominanz und Ausbeutung kämpfen. Für eine Welt, in der echte, wertvolle Beziehungen möglich sind, in denen wir uns stützen und weiterentwickeln, statt uns zu unterjochen und klein zu machen. Antifeminismus, Late-Stage-#Kapitalismus, religiöser #Fundamentalismus und #Autoritarismus haben heute eine Allianz aus Regimen, #Techkonzerne|n und anderen Ekeln geformt. Unsere Allianz will und muss sie alle überwinden. Ökologische, antifaschistische, feministische und antikapitalistische Kämpfe sind untrennbar verbunden - ob in den kleinen, täglichen Auseinandersetzungen im #Betrieb oder den großen Revolten unserer Zeit.
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Weltweit sind wir und unsere Genoss:innen heute auf der Straße gegen patriarchale Zustände. Manche von uns sind im Schützengraben wie in #Myanmar oder in #Syrien, andere müssen für ihre Aktionen mit Knast rechnen, wie in #Bangladesch oder der #Türkei. Gemein ist uns, dass wir einen Kampf für Gleichberechtigung, gegen Dominanz und Ausbeutung kämpfen. Für eine Welt, in der echte, wertvolle Beziehungen möglich sind, in denen wir uns stützen und weiterentwickeln, statt uns zu unterjochen und klein zu machen. Antifeminismus, Late-Stage-#Kapitalismus, religiöser #Fundamentalismus und #Autoritarismus haben heute eine Allianz aus Regimen, #Techkonzerne|n und anderen Ekeln geformt. Unsere Allianz will und muss sie alle überwinden. Ökologische, antifaschistische, feministische und antikapitalistische Kämpfe sind untrennbar verbunden - ob in den kleinen, täglichen Auseinandersetzungen im #Betrieb oder den großen Revolten unserer Zeit.
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Weltweit sind wir und unsere Genoss:innen heute auf der Straße gegen patriarchale Zustände. Manche von uns sind im Schützengraben wie in #Myanmar oder in #Syrien, andere müssen für ihre Aktionen mit Knast rechnen, wie in #Bangladesch oder der #Türkei. Gemein ist uns, dass wir einen Kampf für Gleichberechtigung, gegen Dominanz und Ausbeutung kämpfen. Für eine Welt, in der echte, wertvolle Beziehungen möglich sind, in denen wir uns stützen und weiterentwickeln, statt uns zu unterjochen und klein zu machen. Antifeminismus, Late-Stage-#Kapitalismus, religiöser #Fundamentalismus und #Autoritarismus haben heute eine Allianz aus Regimen, #Techkonzerne|n und anderen Ekeln geformt. Unsere Allianz will und muss sie alle überwinden. Ökologische, antifaschistische, feministische und antikapitalistische Kämpfe sind untrennbar verbunden - ob in den kleinen, täglichen Auseinandersetzungen im #Betrieb oder den großen Revolten unserer Zeit.
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Weltweit sind wir und unsere Genoss:innen heute auf der Straße gegen patriarchale Zustände. Manche von uns sind im Schützengraben wie in #Myanmar oder in #Syrien, andere müssen für ihre Aktionen mit Knast rechnen, wie in #Bangladesch oder der #Türkei. Gemein ist uns, dass wir einen Kampf für Gleichberechtigung, gegen Dominanz und Ausbeutung kämpfen. Für eine Welt, in der echte, wertvolle Beziehungen möglich sind, in denen wir uns stützen und weiterentwickeln, statt uns zu unterjochen und klein zu machen. Antifeminismus, Late-Stage-#Kapitalismus, religiöser #Fundamentalismus und #Autoritarismus haben heute eine Allianz aus Regimen, #Techkonzerne|n und anderen Ekeln geformt. Unsere Allianz will und muss sie alle überwinden. Ökologische, antifaschistische, feministische und antikapitalistische Kämpfe sind untrennbar verbunden - ob in den kleinen, täglichen Auseinandersetzungen im #Betrieb oder den großen Revolten unserer Zeit.
Wir sind dabei an eurer Seite!
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Rahman als neuer Premierminister in Bangladesch vereidigt
Bangladesch steht vor einem politischen Neuanfang: Nach heftigen Protesten gegen seine Vorgängerin und jahrelanger politischer Stagnation will der neue Regierungschef Rahman das Land einen und die Demokratie stärken.
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Bangladeschs Wähler stimmen für Stabilität
Der Aufstand in Bangladesch hat das Land verändert. Anderthalb Jahre nach dem Sturz der autoritären Regierung zeigt der Ausgang der Parlamentswahl: Jetzt dominiert der Wunsch nach politischer Entspannung. Von F. Amler.
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Wahl in Bangladesch: BNP mit absoluter Mehrheit
Die Nationalistische Partei Bangladeschs hat bei der Parlamentswahl einen eindeutigen Sieg errungen. Damit wird Parteichef Rahman wohl der neue Premierminister. Erst im Dezember kehrte er nach 17 Jahren Exil in das Land zurück.
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Parlamentswahl in Bangladesch: Nationalistische Partei liegt vorne
In Bangladesch zeichnet sich ein Sieg der Nationalistischen Partei (BNP) bei der Parlamentswahl ab. Bereits vor dem Ende der Auszählung erklärte sich der voraussichtlich neue Regierungschef Rahman zum Wahlgewinner.
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Neuanfang in Südasien: Schicksalswahl in Bangladesch
Bangladesch wählt ein neues Parlament - zum ersten Mal seit dem Sturz von Regierungschefin Sheikh Hasina. Nach Jahren autoritärer Herrschaft zwangen sie Massenproteste, das Land zu verlassen. Von F. Amler.
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Die „Juli-Revolution“ setzte der langjährigen autoritären Herrschaft in #Bangladesch 2024 ein Ende. Nun wird das Parlament neu gewählt. Gelingt dem 170-Mio.-Land der Übergang zu demokratischen Verhältnissen oder droht der Rückfall in den Autoritarismus? 👇
https://www.rosalux.de/news/id/54445 -
„Die Wahl ist eine sehr wichtige“
In Bangladesch, südlich von Nepal am Golf von Bengal gelegen, finden die ersten Wahlen seit dem Sturz der vorherigen Regierung statt - und wer diese Wahlen gewinnen wird, ist heute noch kaum absehbar. Die Wahlen sind aber dabei ganz besondere, denn sie sind die Konsequenz aus den ersten erfolgreichen sogenannten Gen Z Protesten...
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Viele geflüchtete #Rohingya aus Myanmar wurden in #Bangladesch mit falschen Versprechungen auf die entlegene Insel Bhasan Char gelockt. Sie sitzen nun dort fest wie auf einer Gefängnis-Insel...
https://www.fortifyrights.org/bgd-inv-2026-01-21/ -
Morgen um 20 Uhr treffen wir uns wieder online, um 5 Fällen von Verletzung der #Menschenrechte zu gedenken und für Wandel zu beten. Im Januar haben wir Fälle aus #Belarus, #Iran, #Vietnam, #Bangladesch und #Medienschaffende weltweit
Ihr seid herzlich eingeladen. Für Zugangsdaten bitte PN.
Hier weitere Details: https://acat-deutschland.de/aktuell/
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👑Gestern durften wir die #Sternsinger bei uns begrüßen – mit #Liedern, #Segensspruch und Kreidezeichen haben sie den traditionellen #Segen „20*C+M+B+26“ („Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“) in unsere Räume gebracht. 💫
Wir freuen uns, Teil dieser schönen Aktion zu sein, die #Kinder weltweit unterstützt und #Hoffnung schenkt. 💛
„Segen bringen, Segen sein – Gemeinsam für Kinder in #Bangladesch und weltweit!“ 🌍👑
#Sternsinger2026 #SegenBringenSegenSein #katholikentag #katholikentag2026 #würzburg
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👑Gestern durften wir die #Sternsinger bei uns begrüßen – mit #Liedern, #Segensspruch und Kreidezeichen haben sie den traditionellen #Segen „20*C+M+B+26“ („Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“) in unsere Räume gebracht. 💫
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👑Gestern durften wir die #Sternsinger bei uns begrüßen – mit #Liedern, #Segensspruch und Kreidezeichen haben sie den traditionellen #Segen „20*C+M+B+26“ („Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“) in unsere Räume gebracht. 💫
Wir freuen uns, Teil dieser schönen Aktion zu sein, die #Kinder weltweit unterstützt und #Hoffnung schenkt. 💛
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#Sternsinger2026 #SegenBringenSegenSein #katholikentag #katholikentag2026 #würzburg
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Bangladesch: Hoffnungsträger Rahman vor Wahl aus Exil zurück
Bangladesch wird derzeit von einer Übergangsregierung geführt, doch im Februar stehen wichtige Wahlen an. Nun ist mit Tarique Rahman der wohl aussichtsreichste Kandidat nach vielen Jahren im Ausland zurückgekehrt - Tausende Anhänger empfingen ihn.
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Dreckiges Leder für Deutschland
Im ost-indischen Kolkata wird Leder unter schlimmen Bedingungen für Mensch und Umwelt gegerbt. Deutsche Unternehmen sind die zweitgrößten Einkäufer, weil das Leder aus diesem Grund billig ist.
Weit über mir fliegt ein Zug Wildvögel und erinnert daran, dass ich mich in den östlichen Feuchtgebieten Kolkatas befinde. Seit 2002 sind sie durch die internationale Ramsar-Konvention geschützt. Die Männer auf den Bänken neben mir, in ihren verdreckten Hosen und Lungis (Wickelrock), albern miteinander herum, in diesem für Bengalen typisch lauten Tonfall, als wollten sie die 15,8 Millionen Bewohner im 20 Km entfernten Kolkata an den Gesprächen teilhaben lassen. Auch die Gemüse- Fleisch- und Fischstände aus Bambus auf der anderen Straßenseite nähren den Eindruck in einem Dorf zu sein, umgeben von intakter Natur.
Doch der intensive süß-saure Chemiegestank lässt keinen Zweifel, dass dies hier der Marktplatz des größten Gerbereiparks Asiens ist: Der Bantala Leder-Komplex.
Dann spaziere ich zwei Stunden über das 4,5 km² große Gelände mit seinen etwa 500 Gerbereien und Lederverarbeitungsbetrieben – jedes Jahr werden es mehr.
Seitdem die Behörden im südlichen Bundesstaat Tamil Nadu, eine ehemalige Lederhochburg, verstärkt gegen die dreckigen Gerbereien vorgeht. wirbt die Chief Ministerin von West Bengalen, dass diese nach Bantala umsiedeln.
Auch die Gerbereien aus Kanpur im Bundesstaat Uttar Pradesh folgten. Dort regiert seit 2017 ein radikaler Hindu-Priester als Chief Minister, mit dem Künstlernamen Yogi Adityanath. Geboren als Herr Ajay Mohan Singh Bisht. Er hatte den Ledergerbereien in Kanpur aus einem Grund den Kampf angesagt: dort arbeiten vorwiegend Muslime. Offiziell tat „Yogi“ so, als wolle er damit die Umwelt schützen. Doch wie auch ich in einer Reportage aufzeigte, wurden die dreckigen Industrien in der Stadtmitte Kanpurs nicht geschlossen, denn sie wurden von Hindus geführt. Ihr kupfergefärbten Abwasser wurde ungefiltert über die Felder in einen Kanal geleitet.
Auch heute blubbert auf dem Bantala Leder-Komplex das chromverseuchte Abwasser in Kilometer langen Gräben vor sich hin. Es sickert auch aus den Gerbereien direkt auf die Wege, oder schießt aus kaputten Abwasserrohren.
Bei meinem letzten Besuch im Februar waren fast alle Wege und Straßen des Komplexes mit stinkenden Abwässern überschwemmt. Beim Reinigen der Kanalisation auf dem Gelände war einiges schief gegangen. Die Behörden warfen den Gerbereien vor, dass sie trotz der Kanalisationsarbeiten weiter Abwasser einleiteten. Drei Arbeiter starben in den Abwasserrohren. Am 25. November kam es zu einem Brand auf dem Gelände – sechs Arbeiter wurden verletzt. Vor drei Jahren geriert eine Gerberei in Brand. Die hauseigene Feuerwehr war völlig überfordert, so dass ihre Kollegen aus Kolkata anrücken mussten.
Als ich den Sektor 2 des Leder-Komplexes erreiche, bin ich schockiert: Es sieht noch schlimmer aus, als im letzten Jahr: Alle Wege sind mit toxischem Abwasser überschwemmt – die Stimmung unter den Arbeitern ist gereizt. Eine Gasse weiter steht ein Laster schräg auf der Kreuzung. Ein Reifen steckt in einem Straßenloch – Achsenbruch. Chemikalien laufen aus den beschädigten Fässern auf die ungepflasterte Straße. Nach Angaben der bengalischen Regierung hat sie 150.000 Millionen Euro in den Lederkomplex und in ein neues Abwassersystem investiert. Im September 2024 hieß es, die Arbeiten seien bald abgeschlossen – in wenigen Tagen beginnt das Jahr 2026.
“Warum fotografiserst du hier?”
Als ich ein Foto vom verunglückten Laster mache, kommt ein wütender Vorarbeiter auf mich zu: „Warum fotografierst du hier? Der Fahrer ist selber schuld. Der Sektor ist gesperrt, denn wegen Kanalisationsarbeiten, stehen auch die Gerbereien still.“ Ich gebe vor, zu einer Gerberei zu wollen, um mir Leder anzuschauen, das beruhigt ihn ein wenig: „Wir leiden gerade alle hier. Aber bald sieht alles wie neu aus“, sagte er nun gelassener. Ich lächle in mich hinein. Aus den Gerbereien in diesem Sektor läuft weiter das Abwasser heraus. An allen Mauern hängen Lederhäute in Massen zum Trocknen. Alles wie letztes Jahr, nur viel schlimmer.
Plötzlich lacht mich in Sektor 1 von einem Teestand ein bekanntes Gesicht an. Doch nach wenigen Augenblicken wechselt das Strahlen in ein leicht enttäuschtes Schmunzeln. Der 40-Jährige Kunal dachte wohl, er hätte einen potentiellen Kunden für seine Gerberei entdeckt. Ich setzte mich neben ihn. Mit einem Seufzer sagt er: „Ja, sieht immer noch böse aus“, in einem Ton, als hätten wir uns gestern gesehen. Auch die Straße hinter uns ist mit chemischen Abwassern überschwemmt. Kunal weiß, dass der wachsende Gerbereipark nicht gut für die Umwelt ist, aber ebenfalls, dass der dringend nötige Arbeitsplätze schafft. Alleine in und um Bantala sollen etwa 250.000 Menschen in der Lederindustrie beschäftigt sein. Kunal ist bewusst, dass das eigentlich ungefährliche Chrom III sich während des Gerbens oft genug in das giftige Chrom VI wandelt. Weil dieser Prozess nur aufwendig und teuer zu verhindern wäre, hat der Westen das Ledergerben ausgelagert. Deutschland ist seit Jahren der zweitgrößte Einkäufer von Lederprodukten aus Kolkata. Die EU als Verbund kauft aktuell 60 Prozent der hiesigen Lederprodukte, seitdem Trump die Einfuhrzölle auf Waren aus Indien massiv erhöht hat.
Aber Kunal kennt auch die alten Gerbereien inmitten Kolkatas in Tangra (New Chinatown). In Bantala stehen die Arbeiter in der Regel zumindest nicht mehr knöcheltief in einer chemischen Brühe. Trotzdem tragen immer noch viele Hauterkrankungen und andere Leiden von der Arbeit davon. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft die berufsbedingte Exposition alleine durch Lederstaub als krebserregend für den Menschen ein. Laut der IARC haben Arbeiter in Ledergerbereien ein erhöhtes Risiko, Atemwegserkrankungen, Hauterkrankungen und verschiedene Krebsarten zu entwickeln, darunter Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren-, Blasen- und Hautkrebs .
Die 10 verseuchtesten Orte der Erde
Bis 2014 kauften die deutschen Einkäufer noch in Dhaka/Hazaribagh Bangladesch. Jahrzehntelang hatten vorwiegend deutsche Aktivisten und Umweltschützer über die schlimmen Zustände berichtet. Dazu wurde Hazaribagh im Jahr 2013 auch noch unter die 10 verseuchtesten Orte der Erde gewählt. Unter Druck gekommen wechselten die deutschen Einkäufer verstärkt nach Indien. Auch in Pakistan äußerten sich damals die Wirtschaftsmedien lobend über die hohen Wachstumszahlen Bangladeschs, ohne die Nebenwirkungen zu erwähnen. Also nicht anders als in Deutschland, wo bei Medien wie der Handelszeitung, oder der FAZ (Paywall) einzig schöne Zahlen aus Bangladesch zählen. So schrieb ich für die pakistanische Zeitung The Dawn eine Reportage aus Hazariabagh – 2013 war das in Pakistan noch möglich. Bei „uns“ hatte „nur“ das Luxemburger Wort Interesse.
Dafür kaufen nun verstärkt die Chinesen das Leder in Bangladesch und lassen es dann in Vietnam weiter verarbeiten – auch Peking achtet mittlerweile mehr auf die Umwelt und lagert die dreckigen Industrien langsam aus.
Über die andauernden Versicherungen der Leder-Komplex Betreiber, dass das Abwasser gereinigt wird, brauche ich mit Kunal nicht mehr sprechen. Auch laut einer aktuellen Studie übersteigen die Chromwerte der aus Bantala in den Kanal geleiteten Abwasser die Grenzwerte in Indien um das 70-fache.
In der gleichen Studie gaben in einer Umfrage unter 30 Arbeitern und Standbesitzern 22 an, dass sie sauberes gefiltertes Trinkwasser auf dem Gelände des Lederkomplexes in Plastikflaschen selber kaufen müssen. Auch das sehen wir beide hier an den Tee- und Essensständen.
Milch mit Chemikalien gepanscht
Auch wenn Kunal mit 40.000 Rupien im Monat (etwa 400 Euro) drei bis vier Mal so viel verdient wie ein Arbeiter in den Gerbereien, hat auch er es immer schwerer über die Runden zu kommen. Auch in Indien sind die Lebensmittelpreise seit Corona stark angestiegen. Ein Liter Milch von Nestle kostet zum Beispiel ungerechnet etwa einen Euro. Ein Liter auf dem Markt 60 bis 80 Cent. Doch obwohl es nur wenige Kontrollen gibt, kommen regemäßig Fälle ans Licht, in denen die Milch auf dem Markt zu 100 Prozent mit Chemikalien zusammen gepanscht wurde.
Vor sieben Jahren wurde das Vertrauen der Kunden Kolkatas bis ins Mark erschüttert: Auf dem Raja-Basar beschlagnahmte die Polizei 20 Tonnen Fleisch, das von Kadavern von Hunden und Katzen stammte. Laut der Behörden wurde das verrottete Fleisch mit Formalin gewaschen und gegen den Gestank mit einer Mischung aus Aluminium-Sulfat und Blei-Sulfat eingesprüht.
Da wundert es nicht, dass Nestlé India and Hindustan Unilever (HUL) auch in Indien schon den Lebensmittel- und Getränkemarkt kontrollieren. Also Tochterunternehmen eines börsenorientierten schweizer- und eines britischen Konzerns, die Wachstum brauchen, da ihre Aktionäre auf die Quartalszahlen starren. Da landet dann auch extra viel Zucker in indischen Nestle Produkten für Babynahrung. Unter den jungen, gebildeten Menschen Indiens heißt es scherzhaft: Nestle Produkte bestehen nur aus Milchpulver und Zucker. So gab Nestle nach dem „Zuckerskandal“ im Wirtschaftsjahr 2024/25 eben 25 Prozent mehr für Werbung in Indien aus: Insgesamt knapp 100 Millionen Euro.
Der 24 ha grosse Müllberg
Als ich mich auf der Rückfahrt im Rumpelbus nach Kolkata befinde, erscheint zwischen den Teichen, Gemüsefeldern und den Gräben mit pechschwarzem Abwasser die vertrauten Berge – eingehüllt in Nebelschwaden. Doch auch sie sind nur ein Trugbild. Es ist der 24 Hektar große Müllberg der Metropole der ständig am Kokeln ist. Das rotgefärbte Sickerwasser, das vom „Berg“ in die umliegenden Gemüsefelder fließt, enthält extrem hohe Konzentrationen von Chrom, Blei, Kadmium, Kupfer und Zink und verunreinigt das Grundwasser.
Seit Jahren sucht die Metropole nach einem neuen Ort für eine Müllhalde, aber sie findet keinen Platz.
Überall um Kolkata werden neue Hochhäuser und Industrien aus der Erde gestampft, auch „aus“ den geschützten Feuchtgebieten.
Doch ist es wirklich nur der Wahnsinn der politischen Verantwortlichen Kolkatas? Auch in Deutschland „schreien“ wirtschaftsfreundliche Medien im Namen der Industrie: Deutschland kann die Welt nicht alleine retten – wie aktuell verstärkt, wenn es um das Lieferkettengesetzt geht. Jede Verantwortung für billiges Leder, Textilien und Medikamente wird geleugnet. Dabei macht es die österreichische Firma Waldviertler vor: Lederschuhe aus heimischer und umweltfreundlicher Produktion. Wählt der Kunde dann noch einen mit austauschbarer Sohle hat er einen Schuh fürs Leben. Dazu gibt es seit langem pflanzliche Alternativen wie Tannine aus Eichenrinde zu chemischen Gerbmitteln wie Chrom.
Modi und der neoliberale Weltmarkt im Nacken
Die Chief Ministerin Mamata Banerjee des Bundesstaates West Bengalen, in dem Kolkata liegt, braucht Wachstum, wenn sie wieder gewählt werden möchte. Narendra Modi liegt ihr im Nacken und dem der neoliberale Weltmarkt. Die Gerbereien bringen Wachstum. Für eine anständige Wasserinfrastruktur ist dagegen kein Geld da. Wenn dann doch mal investiert wird, fehlt es an Zeit: Kolkata wächst wie der Gerberei-Komplex schneller als die Infrastruktur. Auch die Gerbereien Bantalas legen keine Pause ein, die Arbeiten an der Infrastruktur enden im Chaos und noch mehr Umweltverschmutzung.
Auf die katastrophalen Zukunftsfolgen für Kolkata und seine 15,8 Millionen Einwohner werde ich noch genauer eingehen. Die Frage ist nämlich nicht, ob die bengalische Mega-Metropole kollabiert, sondern wann.
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Dreckiges Leder für Deutschland
Im ost-indischen Kolkata wird Leder unter schlimmen Bedingungen für Mensch und Umwelt gegerbt. Deutsche Unternehmen sind die zweitgrößten Einkäufer, weil das Leder aus diesem Grund billig ist.
Weit über mir fliegt ein Zug Wildvögel und erinnert daran, dass ich mich in den östlichen Feuchtgebieten Kolkatas befinde. Seit 2002 sind sie durch die internationale Ramsar-Konvention geschützt. Die Männer auf den Bänken neben mir, in ihren verdreckten Hosen und Lungis (Wickelrock), albern miteinander herum, in diesem für Bengalen typisch lauten Tonfall, als wollten sie die 15,8 Millionen Bewohner im 20 Km entfernten Kolkata an den Gesprächen teilhaben lassen. Auch die Gemüse- Fleisch- und Fischstände aus Bambus auf der anderen Straßenseite nähren den Eindruck in einem Dorf zu sein, umgeben von intakter Natur.
Doch der intensive süß-saure Chemiegestank lässt keinen Zweifel, dass dies hier der Marktplatz des größten Gerbereiparks Asiens ist: Der Bantala Leder-Komplex.
Dann spaziere ich zwei Stunden über das 4,5 km² große Gelände mit seinen etwa 500 Gerbereien und Lederverarbeitungsbetrieben – jedes Jahr werden es mehr.
Seitdem die Behörden im südlichen Bundesstaat Tamil Nadu, eine ehemalige Lederhochburg, verstärkt gegen die dreckigen Gerbereien vorgeht. wirbt die Chief Ministerin von West Bengalen, dass diese nach Bantala umsiedeln.
Auch die Gerbereien aus Kanpur im Bundesstaat Uttar Pradesh folgten. Dort regiert seit 2017 ein radikaler Hindu-Priester als Chief Minister, mit dem Künstlernamen Yogi Adityanath. Geboren als Herr Ajay Mohan Singh Bisht. Er hatte den Ledergerbereien in Kanpur aus einem Grund den Kampf angesagt: dort arbeiten vorwiegend Muslime. Offiziell tat „Yogi“ so, als wolle er damit die Umwelt schützen. Doch wie auch ich in einer Reportage aufzeigte, wurden die dreckigen Industrien in der Stadtmitte Kanpurs nicht geschlossen, denn sie wurden von Hindus geführt. Ihr kupfergefärbten Abwasser wurde ungefiltert über die Felder in einen Kanal geleitet.
Auch heute blubbert auf dem Bantala Leder-Komplex das chromverseuchte Abwasser in Kilometer langen Gräben vor sich hin. Es sickert auch aus den Gerbereien direkt auf die Wege, oder schießt aus kaputten Abwasserrohren.
Bei meinem letzten Besuch im Februar waren fast alle Wege und Straßen des Komplexes mit stinkenden Abwässern überschwemmt. Beim Reinigen der Kanalisation auf dem Gelände war einiges schief gegangen. Die Behörden warfen den Gerbereien vor, dass sie trotz der Kanalisationsarbeiten weiter Abwasser einleiteten. Drei Arbeiter starben in den Abwasserrohren. Am 25. November kam es zu einem Brand auf dem Gelände – sechs Arbeiter wurden verletzt. Vor drei Jahren geriert eine Gerberei in Brand. Die hauseigene Feuerwehr war völlig überfordert, so dass ihre Kollegen aus Kolkata anrücken mussten.
Als ich den Sektor 2 des Leder-Komplexes erreiche, bin ich schockiert: Es sieht noch schlimmer aus, als im letzten Jahr: Alle Wege sind mit toxischem Abwasser überschwemmt – die Stimmung unter den Arbeitern ist gereizt. Eine Gasse weiter steht ein Laster schräg auf der Kreuzung. Ein Reifen steckt in einem Straßenloch – Achsenbruch. Chemikalien laufen aus den beschädigten Fässern auf die ungepflasterte Straße. Nach Angaben der bengalischen Regierung hat sie 150.000 Millionen Euro in den Lederkomplex und in ein neues Abwassersystem investiert. Im September 2024 hieß es, die Arbeiten seien bald abgeschlossen – in wenigen Tagen beginnt das Jahr 2026.
“Warum fotografiserst du hier?”
Als ich ein Foto vom verunglückten Laster mache, kommt ein wütender Vorarbeiter auf mich zu: „Warum fotografierst du hier? Der Fahrer ist selber schuld. Der Sektor ist gesperrt, denn wegen Kanalisationsarbeiten, stehen auch die Gerbereien still.“ Ich gebe vor, zu einer Gerberei zu wollen, um mir Leder anzuschauen, das beruhigt ihn ein wenig: „Wir leiden gerade alle hier. Aber bald sieht alles wie neu aus“, sagte er nun gelassener. Ich lächle in mich hinein. Aus den Gerbereien in diesem Sektor läuft weiter das Abwasser heraus. An allen Mauern hängen Lederhäute in Massen zum Trocknen. Alles wie letztes Jahr, nur viel schlimmer.
Plötzlich lacht mich in Sektor 1 von einem Teestand ein bekanntes Gesicht an. Doch nach wenigen Augenblicken wechselt das Strahlen in ein leicht enttäuschtes Schmunzeln. Der 40-Jährige Kunal dachte wohl, er hätte einen potentiellen Kunden für seine Gerberei entdeckt. Ich setzte mich neben ihn. Mit einem Seufzer sagt er: „Ja, sieht immer noch böse aus“, in einem Ton, als hätten wir uns gestern gesehen. Auch die Straße hinter uns ist mit chemischen Abwassern überschwemmt. Kunal weiß, dass der wachsende Gerbereipark nicht gut für die Umwelt ist, aber ebenfalls, dass der dringend nötige Arbeitsplätze schafft. Alleine in und um Bantala sollen etwa 250.000 Menschen in der Lederindustrie beschäftigt sein. Kunal ist bewusst, dass das eigentlich ungefährliche Chrom III sich während des Gerbens oft genug in das giftige Chrom VI wandelt. Weil dieser Prozess nur aufwendig und teuer zu verhindern wäre, hat der Westen das Ledergerben ausgelagert. Deutschland ist seit Jahren der zweitgrößte Einkäufer von Lederprodukten aus Kolkata. Die EU als Verbund kauft aktuell 60 Prozent der hiesigen Lederprodukte, seitdem Trump die Einfuhrzölle auf Waren aus Indien massiv erhöht hat.
Aber Kunal kennt auch die alten Gerbereien inmitten Kolkatas in Tangra (New Chinatown). In Bantala stehen die Arbeiter in der Regel zumindest nicht mehr knöcheltief in einer chemischen Brühe. Trotzdem tragen immer noch viele Hauterkrankungen und andere Leiden von der Arbeit davon. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft die berufsbedingte Exposition alleine durch Lederstaub als krebserregend für den Menschen ein. Laut der IARC haben Arbeiter in Ledergerbereien ein erhöhtes Risiko, Atemwegserkrankungen, Hauterkrankungen und verschiedene Krebsarten zu entwickeln, darunter Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren-, Blasen- und Hautkrebs .
Die 10 verseuchtesten Orte der Erde
Bis 2014 kauften die deutschen Einkäufer noch in Dhaka/Hazaribagh Bangladesch. Jahrzehntelang hatten vorwiegend deutsche Aktivisten und Umweltschützer über die schlimmen Zustände berichtet. Dazu wurde Hazaribagh im Jahr 2013 auch noch unter die 10 verseuchtesten Orte der Erde gewählt. Unter Druck gekommen wechselten die deutschen Einkäufer verstärkt nach Indien. Auch in Pakistan äußerten sich damals die Wirtschaftsmedien lobend über die hohen Wachstumszahlen Bangladeschs, ohne die Nebenwirkungen zu erwähnen. Also nicht anders als in Deutschland, wo bei Medien wie der Handelszeitung, oder der FAZ (Paywall) einzig schöne Zahlen aus Bangladesch zählen. So schrieb ich für die pakistanische Zeitung The Dawn eine Reportage aus Hazariabagh – 2013 war das in Pakistan noch möglich. Bei „uns“ hatte „nur“ das Luxemburger Wort Interesse.
Dafür kaufen nun verstärkt die Chinesen das Leder in Bangladesch und lassen es dann in Vietnam weiter verarbeiten – auch Peking achtet mittlerweile mehr auf die Umwelt und lagert die dreckigen Industrien langsam aus.
Über die andauernden Versicherungen der Leder-Komplex Betreiber, dass das Abwasser gereinigt wird, brauche ich mit Kunal nicht mehr sprechen. Auch laut einer aktuellen Studie übersteigen die Chromwerte der aus Bantala in den Kanal geleiteten Abwasser die Grenzwerte in Indien um das 70-fache.
In der gleichen Studie gaben in einer Umfrage unter 30 Arbeitern und Standbesitzern 22 an, dass sie sauberes gefiltertes Trinkwasser auf dem Gelände des Lederkomplexes in Plastikflaschen selber kaufen müssen. Auch das sehen wir beide hier an den Tee- und Essensständen.
Milch mit Chemikalien gepanscht
Auch wenn Kunal mit 40.000 Rupien im Monat (etwa 400 Euro) drei bis vier Mal so viel verdient wie ein Arbeiter in den Gerbereien, hat auch er es immer schwerer über die Runden zu kommen. Auch in Indien sind die Lebensmittelpreise seit Corona stark angestiegen. Ein Liter Milch von Nestle kostet zum Beispiel ungerechnet etwa einen Euro. Ein Liter auf dem Markt 60 bis 80 Cent. Doch obwohl es nur wenige Kontrollen gibt, kommen regemäßig Fälle ans Licht, in denen die Milch auf dem Markt zu 100 Prozent mit Chemikalien zusammen gepanscht wurde.
Vor sieben Jahren wurde das Vertrauen der Kunden Kolkatas bis ins Mark erschüttert: Auf dem Raja-Basar beschlagnahmte die Polizei 20 Tonnen Fleisch, das von Kadavern von Hunden und Katzen stammte. Laut der Behörden wurde das verrottete Fleisch mit Formalin gewaschen und gegen den Gestank mit einer Mischung aus Aluminium-Sulfat und Blei-Sulfat eingesprüht.
Da wundert es nicht, dass Nestlé India and Hindustan Unilever (HUL) auch in Indien schon den Lebensmittel- und Getränkemarkt kontrollieren. Also Tochterunternehmen eines börsenorientierten schweizer- und eines britischen Konzerns, die Wachstum brauchen, da ihre Aktionäre auf die Quartalszahlen starren. Da landet dann auch extra viel Zucker in indischen Nestle Produkten für Babynahrung. Unter den jungen, gebildeten Menschen Indiens heißt es scherzhaft: Nestle Produkte bestehen nur aus Milchpulver und Zucker. So gab Nestle nach dem „Zuckerskandal“ im Wirtschaftsjahr 2024/25 eben 25 Prozent mehr für Werbung in Indien aus: Insgesamt knapp 100 Millionen Euro.
Der 24 ha grosse Müllberg
Als ich mich auf der Rückfahrt im Rumpelbus nach Kolkata befinde, erscheint zwischen den Teichen, Gemüsefeldern und den Gräben mit pechschwarzem Abwasser die vertrauten Berge – eingehüllt in Nebelschwaden. Doch auch sie sind nur ein Trugbild. Es ist der 24 Hektar große Müllberg der Metropole der ständig am Kokeln ist. Das rotgefärbte Sickerwasser, das vom „Berg“ in die umliegenden Gemüsefelder fließt, enthält extrem hohe Konzentrationen von Chrom, Blei, Kadmium, Kupfer und Zink und verunreinigt das Grundwasser.
Seit Jahren sucht die Metropole nach einem neuen Ort für eine Müllhalde, aber sie findet keinen Platz.
Überall um Kolkata werden neue Hochhäuser und Industrien aus der Erde gestampft, auch „aus“ den geschützten Feuchtgebieten.
Doch ist es wirklich nur der Wahnsinn der politischen Verantwortlichen Kolkatas? Auch in Deutschland „schreien“ wirtschaftsfreundliche Medien im Namen der Industrie: Deutschland kann die Welt nicht alleine retten – wie aktuell verstärkt, wenn es um das Lieferkettengesetzt geht. Jede Verantwortung für billiges Leder, Textilien und Medikamente wird geleugnet. Dabei macht es die österreichische Firma Waldviertler vor: Lederschuhe aus heimischer und umweltfreundlicher Produktion. Wählt der Kunde dann noch einen mit austauschbarer Sohle hat er einen Schuh fürs Leben. Dazu gibt es seit langem pflanzliche Alternativen wie Tannine aus Eichenrinde zu chemischen Gerbmitteln wie Chrom.
Modi und der neoliberale Weltmarkt im Nacken
Die Chief Ministerin Mamata Banerjee des Bundesstaates West Bengalen, in dem Kolkata liegt, braucht Wachstum, wenn sie wieder gewählt werden möchte. Narendra Modi liegt ihr im Nacken und dem der neoliberale Weltmarkt. Die Gerbereien bringen Wachstum. Für eine anständige Wasserinfrastruktur ist dagegen kein Geld da. Wenn dann doch mal investiert wird, fehlt es an Zeit: Kolkata wächst wie der Gerberei-Komplex schneller als die Infrastruktur. Auch die Gerbereien Bantalas legen keine Pause ein, die Arbeiten an der Infrastruktur enden im Chaos und noch mehr Umweltverschmutzung.
Auf die katastrophalen Zukunftsfolgen für Kolkata und seine 15,8 Millionen Einwohner werde ich noch genauer eingehen. Die Frage ist nämlich nicht, ob die bengalische Mega-Metropole kollabiert, sondern wann.
Über Gilbert Kolonko aus Kolkata:
Unter der Kennung "Gastautor:innen" fassen wir die unterschiedlichsten Beiträge externer Quellen zusammen, die wir dankbar im Beueler-Extradienst (wieder-)veröffentlichen dürfen. Die Autor*innen, Quellen und ggf. Lizenzen sind, soweit bekannt, jeweils im Beitrag vermerkt und/oder verlinkt.
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Dreckiges Leder für Deutschland
Im ost-indischen Kolkata wird Leder unter schlimmen Bedingungen für Mensch und Umwelt gegerbt. Deutsche Unternehmen sind die zweitgrößten Einkäufer, weil das Leder aus diesem Grund billig ist.
Weit über mir fliegt ein Zug Wildvögel und erinnert daran, dass ich mich in den östlichen Feuchtgebieten Kolkatas befinde. Seit 2002 sind sie durch die internationale Ramsar-Konvention geschützt. Die Männer auf den Bänken neben mir, in ihren verdreckten Hosen und Lungis (Wickelrock), albern miteinander herum, in diesem für Bengalen typisch lauten Tonfall, als wollten sie die 15,8 Millionen Bewohner im 20 Km entfernten Kolkata an den Gesprächen teilhaben lassen. Auch die Gemüse- Fleisch- und Fischstände aus Bambus auf der anderen Straßenseite nähren den Eindruck in einem Dorf zu sein, umgeben von intakter Natur.
Doch der intensive süß-saure Chemiegestank lässt keinen Zweifel, dass dies hier der Marktplatz des größten Gerbereiparks Asiens ist: Der Bantala Leder-Komplex.
Dann spaziere ich zwei Stunden über das 4,5 km² große Gelände mit seinen etwa 500 Gerbereien und Lederverarbeitungsbetrieben – jedes Jahr werden es mehr.
Seitdem die Behörden im südlichen Bundesstaat Tamil Nadu, eine ehemalige Lederhochburg, verstärkt gegen die dreckigen Gerbereien vorgeht. wirbt die Chief Ministerin von West Bengalen, dass diese nach Bantala umsiedeln.
Auch die Gerbereien aus Kanpur im Bundesstaat Uttar Pradesh folgten. Dort regiert seit 2017 ein radikaler Hindu-Priester als Chief Minister, mit dem Künstlernamen Yogi Adityanath. Geboren als Herr Ajay Mohan Singh Bisht. Er hatte den Ledergerbereien in Kanpur aus einem Grund den Kampf angesagt: dort arbeiten vorwiegend Muslime. Offiziell tat „Yogi“ so, als wolle er damit die Umwelt schützen. Doch wie auch ich in einer Reportage aufzeigte, wurden die dreckigen Industrien in der Stadtmitte Kanpurs nicht geschlossen, denn sie wurden von Hindus geführt. Ihr kupfergefärbten Abwasser wurde ungefiltert über die Felder in einen Kanal geleitet.
Auch heute blubbert auf dem Bantala Leder-Komplex das chromverseuchte Abwasser in Kilometer langen Gräben vor sich hin. Es sickert auch aus den Gerbereien direkt auf die Wege, oder schießt aus kaputten Abwasserrohren.
Bei meinem letzten Besuch im Februar waren fast alle Wege und Straßen des Komplexes mit stinkenden Abwässern überschwemmt. Beim Reinigen der Kanalisation auf dem Gelände war einiges schief gegangen. Die Behörden warfen den Gerbereien vor, dass sie trotz der Kanalisationsarbeiten weiter Abwasser einleiteten. Drei Arbeiter starben in den Abwasserrohren. Am 25. November kam es zu einem Brand auf dem Gelände – sechs Arbeiter wurden verletzt. Vor drei Jahren geriert eine Gerberei in Brand. Die hauseigene Feuerwehr war völlig überfordert, so dass ihre Kollegen aus Kolkata anrücken mussten.
Als ich den Sektor 2 des Leder-Komplexes erreiche, bin ich schockiert: Es sieht noch schlimmer aus, als im letzten Jahr: Alle Wege sind mit toxischem Abwasser überschwemmt – die Stimmung unter den Arbeitern ist gereizt. Eine Gasse weiter steht ein Laster schräg auf der Kreuzung. Ein Reifen steckt in einem Straßenloch – Achsenbruch. Chemikalien laufen aus den beschädigten Fässern auf die ungepflasterte Straße. Nach Angaben der bengalischen Regierung hat sie 150.000 Millionen Euro in den Lederkomplex und in ein neues Abwassersystem investiert. Im September 2024 hieß es, die Arbeiten seien bald abgeschlossen – in wenigen Tagen beginnt das Jahr 2026.
“Warum fotografiserst du hier?”
Als ich ein Foto vom verunglückten Laster mache, kommt ein wütender Vorarbeiter auf mich zu: „Warum fotografierst du hier? Der Fahrer ist selber schuld. Der Sektor ist gesperrt, denn wegen Kanalisationsarbeiten, stehen auch die Gerbereien still.“ Ich gebe vor, zu einer Gerberei zu wollen, um mir Leder anzuschauen, das beruhigt ihn ein wenig: „Wir leiden gerade alle hier. Aber bald sieht alles wie neu aus“, sagte er nun gelassener. Ich lächle in mich hinein. Aus den Gerbereien in diesem Sektor läuft weiter das Abwasser heraus. An allen Mauern hängen Lederhäute in Massen zum Trocknen. Alles wie letztes Jahr, nur viel schlimmer.
Plötzlich lacht mich in Sektor 1 von einem Teestand ein bekanntes Gesicht an. Doch nach wenigen Augenblicken wechselt das Strahlen in ein leicht enttäuschtes Schmunzeln. Der 40-Jährige Kunal dachte wohl, er hätte einen potentiellen Kunden für seine Gerberei entdeckt. Ich setzte mich neben ihn. Mit einem Seufzer sagt er: „Ja, sieht immer noch böse aus“, in einem Ton, als hätten wir uns gestern gesehen. Auch die Straße hinter uns ist mit chemischen Abwassern überschwemmt. Kunal weiß, dass der wachsende Gerbereipark nicht gut für die Umwelt ist, aber ebenfalls, dass der dringend nötige Arbeitsplätze schafft. Alleine in und um Bantala sollen etwa 250.000 Menschen in der Lederindustrie beschäftigt sein. Kunal ist bewusst, dass das eigentlich ungefährliche Chrom III sich während des Gerbens oft genug in das giftige Chrom VI wandelt. Weil dieser Prozess nur aufwendig und teuer zu verhindern wäre, hat der Westen das Ledergerben ausgelagert. Deutschland ist seit Jahren der zweitgrößte Einkäufer von Lederprodukten aus Kolkata. Die EU als Verbund kauft aktuell 60 Prozent der hiesigen Lederprodukte, seitdem Trump die Einfuhrzölle auf Waren aus Indien massiv erhöht hat.
Aber Kunal kennt auch die alten Gerbereien inmitten Kolkatas in Tangra (New Chinatown). In Bantala stehen die Arbeiter in der Regel zumindest nicht mehr knöcheltief in einer chemischen Brühe. Trotzdem tragen immer noch viele Hauterkrankungen und andere Leiden von der Arbeit davon. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft die berufsbedingte Exposition alleine durch Lederstaub als krebserregend für den Menschen ein. Laut der IARC haben Arbeiter in Ledergerbereien ein erhöhtes Risiko, Atemwegserkrankungen, Hauterkrankungen und verschiedene Krebsarten zu entwickeln, darunter Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren-, Blasen- und Hautkrebs .
Die 10 verseuchtesten Orte der Erde
Bis 2014 kauften die deutschen Einkäufer noch in Dhaka/Hazaribagh Bangladesch. Jahrzehntelang hatten vorwiegend deutsche Aktivisten und Umweltschützer über die schlimmen Zustände berichtet. Dazu wurde Hazaribagh im Jahr 2013 auch noch unter die 10 verseuchtesten Orte der Erde gewählt. Unter Druck gekommen wechselten die deutschen Einkäufer verstärkt nach Indien. Auch in Pakistan äußerten sich damals die Wirtschaftsmedien lobend über die hohen Wachstumszahlen Bangladeschs, ohne die Nebenwirkungen zu erwähnen. Also nicht anders als in Deutschland, wo bei Medien wie der Handelszeitung, oder der FAZ (Paywall) einzig schöne Zahlen aus Bangladesch zählen. So schrieb ich für die pakistanische Zeitung The Dawn eine Reportage aus Hazariabagh – 2013 war das in Pakistan noch möglich. Bei „uns“ hatte „nur“ das Luxemburger Wort Interesse.
Dafür kaufen nun verstärkt die Chinesen das Leder in Bangladesch und lassen es dann in Vietnam weiter verarbeiten – auch Peking achtet mittlerweile mehr auf die Umwelt und lagert die dreckigen Industrien langsam aus.
Über die andauernden Versicherungen der Leder-Komplex Betreiber, dass das Abwasser gereinigt wird, brauche ich mit Kunal nicht mehr sprechen. Auch laut einer aktuellen Studie übersteigen die Chromwerte der aus Bantala in den Kanal geleiteten Abwasser die Grenzwerte in Indien um das 70-fache.
In der gleichen Studie gaben in einer Umfrage unter 30 Arbeitern und Standbesitzern 22 an, dass sie sauberes gefiltertes Trinkwasser auf dem Gelände des Lederkomplexes in Plastikflaschen selber kaufen müssen. Auch das sehen wir beide hier an den Tee- und Essensständen.
Milch mit Chemikalien gepanscht
Auch wenn Kunal mit 40.000 Rupien im Monat (etwa 400 Euro) drei bis vier Mal so viel verdient wie ein Arbeiter in den Gerbereien, hat auch er es immer schwerer über die Runden zu kommen. Auch in Indien sind die Lebensmittelpreise seit Corona stark angestiegen. Ein Liter Milch von Nestle kostet zum Beispiel ungerechnet etwa einen Euro. Ein Liter auf dem Markt 60 bis 80 Cent. Doch obwohl es nur wenige Kontrollen gibt, kommen regemäßig Fälle ans Licht, in denen die Milch auf dem Markt zu 100 Prozent mit Chemikalien zusammen gepanscht wurde.
Vor sieben Jahren wurde das Vertrauen der Kunden Kolkatas bis ins Mark erschüttert: Auf dem Raja-Basar beschlagnahmte die Polizei 20 Tonnen Fleisch, das von Kadavern von Hunden und Katzen stammte. Laut der Behörden wurde das verrottete Fleisch mit Formalin gewaschen und gegen den Gestank mit einer Mischung aus Aluminium-Sulfat und Blei-Sulfat eingesprüht.
Da wundert es nicht, dass Nestlé India and Hindustan Unilever (HUL) auch in Indien schon den Lebensmittel- und Getränkemarkt kontrollieren. Also Tochterunternehmen eines börsenorientierten schweizer- und eines britischen Konzerns, die Wachstum brauchen, da ihre Aktionäre auf die Quartalszahlen starren. Da landet dann auch extra viel Zucker in indischen Nestle Produkten für Babynahrung. Unter den jungen, gebildeten Menschen Indiens heißt es scherzhaft: Nestle Produkte bestehen nur aus Milchpulver und Zucker. So gab Nestle nach dem „Zuckerskandal“ im Wirtschaftsjahr 2024/25 eben 25 Prozent mehr für Werbung in Indien aus: Insgesamt knapp 100 Millionen Euro.
Der 24 ha grosse Müllberg
Als ich mich auf der Rückfahrt im Rumpelbus nach Kolkata befinde, erscheint zwischen den Teichen, Gemüsefeldern und den Gräben mit pechschwarzem Abwasser die vertrauten Berge – eingehüllt in Nebelschwaden. Doch auch sie sind nur ein Trugbild. Es ist der 24 Hektar große Müllberg der Metropole der ständig am Kokeln ist. Das rotgefärbte Sickerwasser, das vom „Berg“ in die umliegenden Gemüsefelder fließt, enthält extrem hohe Konzentrationen von Chrom, Blei, Kadmium, Kupfer und Zink und verunreinigt das Grundwasser.
Seit Jahren sucht die Metropole nach einem neuen Ort für eine Müllhalde, aber sie findet keinen Platz.
Überall um Kolkata werden neue Hochhäuser und Industrien aus der Erde gestampft, auch „aus“ den geschützten Feuchtgebieten.
Doch ist es wirklich nur der Wahnsinn der politischen Verantwortlichen Kolkatas? Auch in Deutschland „schreien“ wirtschaftsfreundliche Medien im Namen der Industrie: Deutschland kann die Welt nicht alleine retten – wie aktuell verstärkt, wenn es um das Lieferkettengesetzt geht. Jede Verantwortung für billiges Leder, Textilien und Medikamente wird geleugnet. Dabei macht es die österreichische Firma Waldviertler vor: Lederschuhe aus heimischer und umweltfreundlicher Produktion. Wählt der Kunde dann noch einen mit austauschbarer Sohle hat er einen Schuh fürs Leben. Dazu gibt es seit langem pflanzliche Alternativen wie Tannine aus Eichenrinde zu chemischen Gerbmitteln wie Chrom.
Modi und der neoliberale Weltmarkt im Nacken
Die Chief Ministerin Mamata Banerjee des Bundesstaates West Bengalen, in dem Kolkata liegt, braucht Wachstum, wenn sie wieder gewählt werden möchte. Narendra Modi liegt ihr im Nacken und dem der neoliberale Weltmarkt. Die Gerbereien bringen Wachstum. Für eine anständige Wasserinfrastruktur ist dagegen kein Geld da. Wenn dann doch mal investiert wird, fehlt es an Zeit: Kolkata wächst wie der Gerberei-Komplex schneller als die Infrastruktur. Auch die Gerbereien Bantalas legen keine Pause ein, die Arbeiten an der Infrastruktur enden im Chaos und noch mehr Umweltverschmutzung.
Auf die katastrophalen Zukunftsfolgen für Kolkata und seine 15,8 Millionen Einwohner werde ich noch genauer eingehen. Die Frage ist nämlich nicht, ob die bengalische Mega-Metropole kollabiert, sondern wann.
Über Gilbert Kolonko aus Kolkata:
Unter der Kennung "Gastautor:innen" fassen wir die unterschiedlichsten Beiträge externer Quellen zusammen, die wir dankbar im Beueler-Extradienst (wieder-)veröffentlichen dürfen. Die Autor*innen, Quellen und ggf. Lizenzen sind, soweit bekannt, jeweils im Beitrag vermerkt und/oder verlinkt.
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Dreckiges Leder für Deutschland
Im ost-indischen Kolkata wird Leder unter schlimmen Bedingungen für Mensch und Umwelt gegerbt. Deutsche Unternehmen sind die zweitgrößten Einkäufer, weil das Leder aus diesem Grund billig ist.
Weit über mir fliegt ein Zug Wildvögel und erinnert daran, dass ich mich in den östlichen Feuchtgebieten Kolkatas befinde. Seit 2002 sind sie durch die internationale Ramsar-Konvention geschützt. Die Männer auf den Bänken neben mir, in ihren verdreckten Hosen und Lungis (Wickelrock), albern miteinander herum, in diesem für Bengalen typisch lauten Tonfall, als wollten sie die 15,8 Millionen Bewohner im 20 Km entfernten Kolkata an den Gesprächen teilhaben lassen. Auch die Gemüse- Fleisch- und Fischstände aus Bambus auf der anderen Straßenseite nähren den Eindruck in einem Dorf zu sein, umgeben von intakter Natur.
Doch der intensive süß-saure Chemiegestank lässt keinen Zweifel, dass dies hier der Marktplatz des größten Gerbereiparks Asiens ist: Der Bantala Leder-Komplex.
Dann spaziere ich zwei Stunden über das 4,5 km² große Gelände mit seinen etwa 500 Gerbereien und Lederverarbeitungsbetrieben – jedes Jahr werden es mehr.
Seitdem die Behörden im südlichen Bundesstaat Tamil Nadu, eine ehemalige Lederhochburg, verstärkt gegen die dreckigen Gerbereien vorgeht. wirbt die Chief Ministerin von West Bengalen, dass diese nach Bantala umsiedeln.
Auch die Gerbereien aus Kanpur im Bundesstaat Uttar Pradesh folgten. Dort regiert seit 2017 ein radikaler Hindu-Priester als Chief Minister, mit dem Künstlernamen Yogi Adityanath. Geboren als Herr Ajay Mohan Singh Bisht. Er hatte den Ledergerbereien in Kanpur aus einem Grund den Kampf angesagt: dort arbeiten vorwiegend Muslime. Offiziell tat „Yogi“ so, als wolle er damit die Umwelt schützen. Doch wie auch ich in einer Reportage aufzeigte, wurden die dreckigen Industrien in der Stadtmitte Kanpurs nicht geschlossen, denn sie wurden von Hindus geführt. Ihr kupfergefärbten Abwasser wurde ungefiltert über die Felder in einen Kanal geleitet.
Auch heute blubbert auf dem Bantala Leder-Komplex das chromverseuchte Abwasser in Kilometer langen Gräben vor sich hin. Es sickert auch aus den Gerbereien direkt auf die Wege, oder schießt aus kaputten Abwasserrohren.
Bei meinem letzten Besuch im Februar waren fast alle Wege und Straßen des Komplexes mit stinkenden Abwässern überschwemmt. Beim Reinigen der Kanalisation auf dem Gelände war einiges schief gegangen. Die Behörden warfen den Gerbereien vor, dass sie trotz der Kanalisationsarbeiten weiter Abwasser einleiteten. Drei Arbeiter starben in den Abwasserrohren. Am 25. November kam es zu einem Brand auf dem Gelände – sechs Arbeiter wurden verletzt. Vor drei Jahren geriert eine Gerberei in Brand. Die hauseigene Feuerwehr war völlig überfordert, so dass ihre Kollegen aus Kolkata anrücken mussten.
Als ich den Sektor 2 des Leder-Komplexes erreiche, bin ich schockiert: Es sieht noch schlimmer aus, als im letzten Jahr: Alle Wege sind mit toxischem Abwasser überschwemmt – die Stimmung unter den Arbeitern ist gereizt. Eine Gasse weiter steht ein Laster schräg auf der Kreuzung. Ein Reifen steckt in einem Straßenloch – Achsenbruch. Chemikalien laufen aus den beschädigten Fässern auf die ungepflasterte Straße. Nach Angaben der bengalischen Regierung hat sie 150.000 Millionen Euro in den Lederkomplex und in ein neues Abwassersystem investiert. Im September 2024 hieß es, die Arbeiten seien bald abgeschlossen – in wenigen Tagen beginnt das Jahr 2026.
“Warum fotografiserst du hier?”
Als ich ein Foto vom verunglückten Laster mache, kommt ein wütender Vorarbeiter auf mich zu: „Warum fotografierst du hier? Der Fahrer ist selber schuld. Der Sektor ist gesperrt, denn wegen Kanalisationsarbeiten, stehen auch die Gerbereien still.“ Ich gebe vor, zu einer Gerberei zu wollen, um mir Leder anzuschauen, das beruhigt ihn ein wenig: „Wir leiden gerade alle hier. Aber bald sieht alles wie neu aus“, sagte er nun gelassener. Ich lächle in mich hinein. Aus den Gerbereien in diesem Sektor läuft weiter das Abwasser heraus. An allen Mauern hängen Lederhäute in Massen zum Trocknen. Alles wie letztes Jahr, nur viel schlimmer.
Plötzlich lacht mich in Sektor 1 von einem Teestand ein bekanntes Gesicht an. Doch nach wenigen Augenblicken wechselt das Strahlen in ein leicht enttäuschtes Schmunzeln. Der 40-Jährige Kunal dachte wohl, er hätte einen potentiellen Kunden für seine Gerberei entdeckt. Ich setzte mich neben ihn. Mit einem Seufzer sagt er: „Ja, sieht immer noch böse aus“, in einem Ton, als hätten wir uns gestern gesehen. Auch die Straße hinter uns ist mit chemischen Abwassern überschwemmt. Kunal weiß, dass der wachsende Gerbereipark nicht gut für die Umwelt ist, aber ebenfalls, dass der dringend nötige Arbeitsplätze schafft. Alleine in und um Bantala sollen etwa 250.000 Menschen in der Lederindustrie beschäftigt sein. Kunal ist bewusst, dass das eigentlich ungefährliche Chrom III sich während des Gerbens oft genug in das giftige Chrom VI wandelt. Weil dieser Prozess nur aufwendig und teuer zu verhindern wäre, hat der Westen das Ledergerben ausgelagert. Deutschland ist seit Jahren der zweitgrößte Einkäufer von Lederprodukten aus Kolkata. Die EU als Verbund kauft aktuell 60 Prozent der hiesigen Lederprodukte, seitdem Trump die Einfuhrzölle auf Waren aus Indien massiv erhöht hat.
Aber Kunal kennt auch die alten Gerbereien inmitten Kolkatas in Tangra (New Chinatown). In Bantala stehen die Arbeiter in der Regel zumindest nicht mehr knöcheltief in einer chemischen Brühe. Trotzdem tragen immer noch viele Hauterkrankungen und andere Leiden von der Arbeit davon. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft die berufsbedingte Exposition alleine durch Lederstaub als krebserregend für den Menschen ein. Laut der IARC haben Arbeiter in Ledergerbereien ein erhöhtes Risiko, Atemwegserkrankungen, Hauterkrankungen und verschiedene Krebsarten zu entwickeln, darunter Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren-, Blasen- und Hautkrebs .
Die 10 verseuchtesten Orte der Erde
Bis 2014 kauften die deutschen Einkäufer noch in Dhaka/Hazaribagh Bangladesch. Jahrzehntelang hatten vorwiegend deutsche Aktivisten und Umweltschützer über die schlimmen Zustände berichtet. Dazu wurde Hazaribagh im Jahr 2013 auch noch unter die 10 verseuchtesten Orte der Erde gewählt. Unter Druck gekommen wechselten die deutschen Einkäufer verstärkt nach Indien. Auch in Pakistan äußerten sich damals die Wirtschaftsmedien lobend über die hohen Wachstumszahlen Bangladeschs, ohne die Nebenwirkungen zu erwähnen. Also nicht anders als in Deutschland, wo bei Medien wie der Handelszeitung, oder der FAZ (Paywall) einzig schöne Zahlen aus Bangladesch zählen. So schrieb ich für die pakistanische Zeitung The Dawn eine Reportage aus Hazariabagh – 2013 war das in Pakistan noch möglich. Bei „uns“ hatte „nur“ das Luxemburger Wort Interesse.
Dafür kaufen nun verstärkt die Chinesen das Leder in Bangladesch und lassen es dann in Vietnam weiter verarbeiten – auch Peking achtet mittlerweile mehr auf die Umwelt und lagert die dreckigen Industrien langsam aus.
Über die andauernden Versicherungen der Leder-Komplex Betreiber, dass das Abwasser gereinigt wird, brauche ich mit Kunal nicht mehr sprechen. Auch laut einer aktuellen Studie übersteigen die Chromwerte der aus Bantala in den Kanal geleiteten Abwasser die Grenzwerte in Indien um das 70-fache.
In der gleichen Studie gaben in einer Umfrage unter 30 Arbeitern und Standbesitzern 22 an, dass sie sauberes gefiltertes Trinkwasser auf dem Gelände des Lederkomplexes in Plastikflaschen selber kaufen müssen. Auch das sehen wir beide hier an den Tee- und Essensständen.
Milch mit Chemikalien gepanscht
Auch wenn Kunal mit 40.000 Rupien im Monat (etwa 400 Euro) drei bis vier Mal so viel verdient wie ein Arbeiter in den Gerbereien, hat auch er es immer schwerer über die Runden zu kommen. Auch in Indien sind die Lebensmittelpreise seit Corona stark angestiegen. Ein Liter Milch von Nestle kostet zum Beispiel ungerechnet etwa einen Euro. Ein Liter auf dem Markt 60 bis 80 Cent. Doch obwohl es nur wenige Kontrollen gibt, kommen regemäßig Fälle ans Licht, in denen die Milch auf dem Markt zu 100 Prozent mit Chemikalien zusammen gepanscht wurde.
Vor sieben Jahren wurde das Vertrauen der Kunden Kolkatas bis ins Mark erschüttert: Auf dem Raja-Basar beschlagnahmte die Polizei 20 Tonnen Fleisch, das von Kadavern von Hunden und Katzen stammte. Laut der Behörden wurde das verrottete Fleisch mit Formalin gewaschen und gegen den Gestank mit einer Mischung aus Aluminium-Sulfat und Blei-Sulfat eingesprüht.
Da wundert es nicht, dass Nestlé India and Hindustan Unilever (HUL) auch in Indien schon den Lebensmittel- und Getränkemarkt kontrollieren. Also Tochterunternehmen eines börsenorientierten schweizer- und eines britischen Konzerns, die Wachstum brauchen, da ihre Aktionäre auf die Quartalszahlen starren. Da landet dann auch extra viel Zucker in indischen Nestle Produkten für Babynahrung. Unter den jungen, gebildeten Menschen Indiens heißt es scherzhaft: Nestle Produkte bestehen nur aus Milchpulver und Zucker. So gab Nestle nach dem „Zuckerskandal“ im Wirtschaftsjahr 2024/25 eben 25 Prozent mehr für Werbung in Indien aus: Insgesamt knapp 100 Millionen Euro.
Der 24 ha grosse Müllberg
Als ich mich auf der Rückfahrt im Rumpelbus nach Kolkata befinde, erscheint zwischen den Teichen, Gemüsefeldern und den Gräben mit pechschwarzem Abwasser die vertrauten Berge – eingehüllt in Nebelschwaden. Doch auch sie sind nur ein Trugbild. Es ist der 24 Hektar große Müllberg der Metropole der ständig am Kokeln ist. Das rotgefärbte Sickerwasser, das vom „Berg“ in die umliegenden Gemüsefelder fließt, enthält extrem hohe Konzentrationen von Chrom, Blei, Kadmium, Kupfer und Zink und verunreinigt das Grundwasser.
Seit Jahren sucht die Metropole nach einem neuen Ort für eine Müllhalde, aber sie findet keinen Platz.
Überall um Kolkata werden neue Hochhäuser und Industrien aus der Erde gestampft, auch „aus“ den geschützten Feuchtgebieten.
Doch ist es wirklich nur der Wahnsinn der politischen Verantwortlichen Kolkatas? Auch in Deutschland „schreien“ wirtschaftsfreundliche Medien im Namen der Industrie: Deutschland kann die Welt nicht alleine retten – wie aktuell verstärkt, wenn es um das Lieferkettengesetzt geht. Jede Verantwortung für billiges Leder, Textilien und Medikamente wird geleugnet. Dabei macht es die österreichische Firma Waldviertler vor: Lederschuhe aus heimischer und umweltfreundlicher Produktion. Wählt der Kunde dann noch einen mit austauschbarer Sohle hat er einen Schuh fürs Leben. Dazu gibt es seit langem pflanzliche Alternativen wie Tannine aus Eichenrinde zu chemischen Gerbmitteln wie Chrom.
Modi und der neoliberale Weltmarkt im Nacken
Die Chief Ministerin Mamata Banerjee des Bundesstaates West Bengalen, in dem Kolkata liegt, braucht Wachstum, wenn sie wieder gewählt werden möchte. Narendra Modi liegt ihr im Nacken und dem der neoliberale Weltmarkt. Die Gerbereien bringen Wachstum. Für eine anständige Wasserinfrastruktur ist dagegen kein Geld da. Wenn dann doch mal investiert wird, fehlt es an Zeit: Kolkata wächst wie der Gerberei-Komplex schneller als die Infrastruktur. Auch die Gerbereien Bantalas legen keine Pause ein, die Arbeiten an der Infrastruktur enden im Chaos und noch mehr Umweltverschmutzung.
Auf die katastrophalen Zukunftsfolgen für Kolkata und seine 15,8 Millionen Einwohner werde ich noch genauer eingehen. Die Frage ist nämlich nicht, ob die bengalische Mega-Metropole kollabiert, sondern wann.
Über Gilbert Kolonko aus Kolkata:
Unter der Kennung "Gastautor:innen" fassen wir die unterschiedlichsten Beiträge externer Quellen zusammen, die wir dankbar im Beueler-Extradienst (wieder-)veröffentlichen dürfen. Die Autor*innen, Quellen und ggf. Lizenzen sind, soweit bekannt, jeweils im Beitrag vermerkt und/oder verlinkt.
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Demonstranten stecken Medienhäuser in Bangladesch in Brand
In Bangladesch sind erneut gewaltsame Proteste aufgeflammt: Nach der Ermordung eines Aktivisten legten Demonstranten Feuer in zwei Medienhäusern, denen sie eine Nähe zu Indien vorwerfen. Dorthin sollen die Attentäter geflüchtet sein.
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Mindestens neun Tote bei Erdbeben in Bangladesch
Dhaka ist eine der am dichtesten besiedelten Städte der Welt. Nur wenige Kilometer entfernt davon lag das Epizentrum des Erdbebens, das Bangladesch erschüttert hat. Mindestens neun Menschen starben, Hunderte wurden verletzt.
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Ex-Regierungschefin von Bangladesch zum Tode verurteilt
Im Sommer 2024 waren in Bangladesch Proteste gegen eine umstrittene Quotenregelung blutig niedergeschlagen worden - es gab Hunderte Tote. Nun wurde Ex-Ministerpräsidentin Hasina, die sich im Ausland aufhält, dafür zum Tode verurteilt.
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Kurienkardinal Michael Czerny hat das Flüchtlingslager Cox’s Bazar in #Bangladesch besucht. Dort leben #Rohingya, die vor acht Jahren vor Gewalt und Terror aus dem benachbarten #Myanmar geflohen sind: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2025-11/bangladesch-kardinal-czerny-vatikan-fluechtlinge-rohingya-coxs.html
Wir helfen den Geflüchteten mit deiner Spende 🔗 https://www.missio-hilft.de/online-spenden/projekte-foerdern/asien/bangladesch/hilfe-fuer-kinder-und-jugendliche-der-rohingya/?utm_source=mastodon&utm_medium=social
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Greta Thunberg braucht keinen Nobelpreis, sie macht das aus, was der Preis vergessen hat
In einer Welt, in der der Friedensnobelpreis an Leute geht, die Washingtons geopolitische Agenda unterstützen, ist es vielleicht an der Zeit, dass wir aufhören, ihn als den Gipfel der Gerechtigkeit zu sehen. Hört auf, Greta #Thunberg für einen Preis vorzuschlagen, der moralische Legitimität mit liberalem Applaus verwechselt. Greta und alle intersektionalen Feministinnen, die sich weigern, sich der Macht zu beugen, verdienen viel Besseres als diese koloniale Trophäe.
Das #Nobelkomitee hat schon lange nichts mehr mit Frieden zu tun, es ist zu einer Bühne geworden, auf der der Westen sich selbst für die Gewalt gratuliert, die er als Tugend tarnt. Vom #Drohnenkriegskönig Barack #Obama über Aung San Suu Kyi, deren Hände mit dem Blut der #Rohingya befleckt sind, bis hin zu Maria Corina Machado – der Preis dient immer als vergoldetes Siegel der moralischen Überlegenheit des Westens.
Machado ist keine Heldin der Demokratie.
Sie ist eine Funktionärin des US-Imperialismus, nimmt über das Súmate-Projekt amerikanisches Geld an, plant Staatsstreiche und fordert ausländische Interventionen, um ihre Regierung zu stürzen. Ausländische Hilfe sollte niemals mit imperialen Bedingungen verbunden sein; die globale Hilfsindustrie wird seit langem als Fortsetzung der „zivilisatorischen Mission” des #Kolonialismus kritisiert. Bei der Entgegennahme des Preises dankte sie Donald Trump und der #MAGA-Bewegung für ihre Unterstützung und zeigte damit deutlich, wo ihre Loyalitäten liegen. Die Anerkennung legitimen Widerstands ist etwas ganz anderes als die Würdigung einer ungefährlichen #Opposition, die sich an die imperialistischen Regeln hält.
In diesem imperialistischen Moraltheater erinnert uns Gretas Widerstand daran, dass #Frieden nicht von denen herbeigeführt werden kann, die vom #Krieg profitieren, sondern von denen, die es wagen, seine Akteure zu entlarven. Ihre Macht misst sich nicht in Medaillen oder Applaus, sondern in dem Beben, das sie durch eine Welt schickt, die auf Verleugnung aufgebaut ist.
In dem Moment, als sie den Zusammenhang zwischen ökologischem Kollaps und imperialistischer Ausbeutung herstellte, wurde sie für die westlichen Medien plötzlich zu unbequem. Dieselben Medien, die sie einst als „globale Ikone” und Gewissen einer Generation feierten, diffamieren sie jetzt als spaltend und sogar gefährlich. Forbes beklagte, dass ihr „Stand With Gaza” die „Neutralität” gefährde und „ein Problem für die Klimabewegung” darstelle.
Aber Greta hat verstanden, was sie am meisten fürchten: dass alle #Unterdrückungen miteinander verbunden sind und man den Planeten nicht retten kann, ohne sich dem Imperium zu stellen. Ihre Weigerung, planetarische Gerechtigkeit von menschlicher Gerechtigkeit zu trennen, macht ihren Feminismus ganzheitlich und kraftvoll.
Der Friedensnobelpreis als koloniale Trophäe
Der #Friedensnobelpreis, der aus einer eurozentrischen, kolonialen Weltanschauung entstanden ist, war nie für die Befreiung gedacht. Er belohnt diejenigen, die Dissens für das Imperium verdaulich machen, nicht diejenigen, die es abschaffen. Barack #Obama bekam ihn, während er den Drohnenkrieg in Westasien und Nordafrika ausweitete. Die Europäische Union wurde inmitten ihrer militarisierten Grenzen und der Todesfälle von Flüchtlingen auf See gefeiert. Henry #Kissinger wurde für seine „diplomatischen“ Bemühungen gelobt, von der Unterstützung von Staatsstreichen in #Chile und #Argentinien über die Führung von Kriegen in #Kambodscha, #Vietnam und #Bangladesch bis hin zum Schutz der israelischen Besatzung in #Palästina. Und sollen wir wirklich denselben Preis würdigen, für den auch Präsident #Trump und Daniella #Weiss, eine Siedlerführerin, die die Apartheidgewalt in Palästina schürt, nominiert waren?
Dann kommt Malala #Yousafzai, die Friedensnobelpreisträgerin von 2014. Wer hätte gedacht, dass das junge Mädchen, das wegen seines Wunsches nach Bildung brutal misshandelt wurde, schließlich in die Choreografie der Tugend des Imperiums umgeschrieben werden würde? Hinter dem Image der US-#Entwicklungshilfe als Wohltäter verbirgt sich ein ausbeuterisches System, das Ausbeutung mit Mitgefühl maskiert und die Brutalität des Imperiums mildert, ohne es jemals in Frage zu stellen. Hilfe und Imperium sind schließlich symbiotisch – jedes erhält die Illusion der Wohltätigkeit des anderen aufrecht. Als also moralischer Mut gefragt war, als #Gaza brannte, als die imperiale Maschine sich gegen andere braune Körper richtete, sagte Malala kein einziges Wort; erst als sie schließlich sah, dass sich das Blatt wendete, während sie weiterhin die Hand des Imperiums küsste.
Wie Chandra #Mohanty (in Feminism without Borders) und María #Lugones (in Coloniality of Gender) uns erinnern, verallgemeinert der westliche Feminismus allzu oft die Weiblichkeit und blendet dabei die kolonialen Hierarchien aus, die unser Leben prägen. Er fordert Fortschritt ohne #Dekolonialisierung. Homi #Bhabha nennt dieses Verhalten „koloniale Mimikry“; dass die Untergebenen Schmerz und Widerstand zeigen dürfen, aber nur so weit, wie es den westlichen Fantasien von Befreiung schmeichelt. Nach dieser Logik wird die „befreite“ Frau zu einem Symbol für die Zivilisiertheit des Imperiums; ein Beweis dafür, dass das System funktioniert, wenn man sich an seine Regeln hält.
In ihrer Kritik der „postkolonialen Performance” erklärt Judith #Butler, wie das Imperium „akzeptable” Frauen aus besetzten Nationen des Globalen Südens hochjubelt und sie zu Aushängeschildern des Fortschritts macht. Von Malala in Pakistan bis Maria Corina #Machado in #Venezuela werden diese Figuren kuratiert und nicht ausgewählt, weil sie die Macht herausfordern, sondern weil sie sie wohlwollend erscheinen lassen.
(...)
Weiterlesen in meiner Übersetzung des Beitrages "Greta Thunberg does not need a Nobel Prize, she is everything it has forgotten" von Aisya A. Zaharin
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Greta Thunberg braucht keinen Nobelpreis, sie macht das aus, was der Preis vergessen hat
In einer Welt, in der der Friedensnobelpreis an Leute geht, die Washingtons geopolitische Agenda unterstützen, ist es vielleicht an der Zeit, dass wir aufhören, ihn als den Gipfel der Gerechtigkeit zu sehen. Hört auf, Greta #Thunberg für einen Preis vorzuschlagen, der moralische Legitimität mit liberalem Applaus verwechselt. Greta und alle intersektionalen Feministinnen, die sich weigern, sich der Macht zu beugen, verdienen viel Besseres als diese koloniale Trophäe.
Das #Nobelkomitee hat schon lange nichts mehr mit Frieden zu tun, es ist zu einer Bühne geworden, auf der der Westen sich selbst für die Gewalt gratuliert, die er als Tugend tarnt. Vom #Drohnenkriegskönig Barack #Obama über Aung San Suu Kyi, deren Hände mit dem Blut der #Rohingya befleckt sind, bis hin zu Maria Corina Machado – der Preis dient immer als vergoldetes Siegel der moralischen Überlegenheit des Westens.
Machado ist keine Heldin der Demokratie.
Sie ist eine Funktionärin des US-Imperialismus, nimmt über das Súmate-Projekt amerikanisches Geld an, plant Staatsstreiche und fordert ausländische Interventionen, um ihre Regierung zu stürzen. Ausländische Hilfe sollte niemals mit imperialen Bedingungen verbunden sein; die globale Hilfsindustrie wird seit langem als Fortsetzung der „zivilisatorischen Mission” des #Kolonialismus kritisiert. Bei der Entgegennahme des Preises dankte sie Donald Trump und der #MAGA-Bewegung für ihre Unterstützung und zeigte damit deutlich, wo ihre Loyalitäten liegen. Die Anerkennung legitimen Widerstands ist etwas ganz anderes als die Würdigung einer ungefährlichen #Opposition, die sich an die imperialistischen Regeln hält.
In diesem imperialistischen Moraltheater erinnert uns Gretas Widerstand daran, dass #Frieden nicht von denen herbeigeführt werden kann, die vom #Krieg profitieren, sondern von denen, die es wagen, seine Akteure zu entlarven. Ihre Macht misst sich nicht in Medaillen oder Applaus, sondern in dem Beben, das sie durch eine Welt schickt, die auf Verleugnung aufgebaut ist.
In dem Moment, als sie den Zusammenhang zwischen ökologischem Kollaps und imperialistischer Ausbeutung herstellte, wurde sie für die westlichen Medien plötzlich zu unbequem. Dieselben Medien, die sie einst als „globale Ikone” und Gewissen einer Generation feierten, diffamieren sie jetzt als spaltend und sogar gefährlich. Forbes beklagte, dass ihr „Stand With Gaza” die „Neutralität” gefährde und „ein Problem für die Klimabewegung” darstelle.
Aber Greta hat verstanden, was sie am meisten fürchten: dass alle #Unterdrückungen miteinander verbunden sind und man den Planeten nicht retten kann, ohne sich dem Imperium zu stellen. Ihre Weigerung, planetarische Gerechtigkeit von menschlicher Gerechtigkeit zu trennen, macht ihren Feminismus ganzheitlich und kraftvoll.
Der Friedensnobelpreis als koloniale Trophäe
Der #Friedensnobelpreis, der aus einer eurozentrischen, kolonialen Weltanschauung entstanden ist, war nie für die Befreiung gedacht. Er belohnt diejenigen, die Dissens für das Imperium verdaulich machen, nicht diejenigen, die es abschaffen. Barack #Obama bekam ihn, während er den Drohnenkrieg in Westasien und Nordafrika ausweitete. Die Europäische Union wurde inmitten ihrer militarisierten Grenzen und der Todesfälle von Flüchtlingen auf See gefeiert. Henry #Kissinger wurde für seine „diplomatischen“ Bemühungen gelobt, von der Unterstützung von Staatsstreichen in #Chile und #Argentinien über die Führung von Kriegen in #Kambodscha, #Vietnam und #Bangladesch bis hin zum Schutz der israelischen Besatzung in #Palästina. Und sollen wir wirklich denselben Preis würdigen, für den auch Präsident #Trump und Daniella #Weiss, eine Siedlerführerin, die die Apartheidgewalt in Palästina schürt, nominiert waren?
Dann kommt Malala #Yousafzai, die Friedensnobelpreisträgerin von 2014. Wer hätte gedacht, dass das junge Mädchen, das wegen seines Wunsches nach Bildung brutal misshandelt wurde, schließlich in die Choreografie der Tugend des Imperiums umgeschrieben werden würde? Hinter dem Image der US-#Entwicklungshilfe als Wohltäter verbirgt sich ein ausbeuterisches System, das Ausbeutung mit Mitgefühl maskiert und die Brutalität des Imperiums mildert, ohne es jemals in Frage zu stellen. Hilfe und Imperium sind schließlich symbiotisch – jedes erhält die Illusion der Wohltätigkeit des anderen aufrecht. Als also moralischer Mut gefragt war, als #Gaza brannte, als die imperiale Maschine sich gegen andere braune Körper richtete, sagte Malala kein einziges Wort; erst als sie schließlich sah, dass sich das Blatt wendete, während sie weiterhin die Hand des Imperiums küsste.
Wie Chandra #Mohanty (in Feminism without Borders) und María #Lugones (in Coloniality of Gender) uns erinnern, verallgemeinert der westliche Feminismus allzu oft die Weiblichkeit und blendet dabei die kolonialen Hierarchien aus, die unser Leben prägen. Er fordert Fortschritt ohne #Dekolonialisierung. Homi #Bhabha nennt dieses Verhalten „koloniale Mimikry“; dass die Untergebenen Schmerz und Widerstand zeigen dürfen, aber nur so weit, wie es den westlichen Fantasien von Befreiung schmeichelt. Nach dieser Logik wird die „befreite“ Frau zu einem Symbol für die Zivilisiertheit des Imperiums; ein Beweis dafür, dass das System funktioniert, wenn man sich an seine Regeln hält.
In ihrer Kritik der „postkolonialen Performance” erklärt Judith #Butler, wie das Imperium „akzeptable” Frauen aus besetzten Nationen des Globalen Südens hochjubelt und sie zu Aushängeschildern des Fortschritts macht. Von Malala in Pakistan bis Maria Corina #Machado in #Venezuela werden diese Figuren kuratiert und nicht ausgewählt, weil sie die Macht herausfordern, sondern weil sie sie wohlwollend erscheinen lassen.
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Weiterlesen in meiner Übersetzung des Beitrages "Greta Thunberg does not need a Nobel Prize, she is everything it has forgotten" von Aisya A. Zaharin
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Greta Thunberg braucht keinen Nobelpreis, sie macht das aus, was der Preis vergessen hat
In einer Welt, in der der Friedensnobelpreis an Leute geht, die Washingtons geopolitische Agenda unterstützen, ist es vielleicht an der Zeit, dass wir aufhören, ihn als den Gipfel der Gerechtigkeit zu sehen. Hört auf, Greta #Thunberg für einen Preis vorzuschlagen, der moralische Legitimität mit liberalem Applaus verwechselt. Greta und alle intersektionalen Feministinnen, die sich weigern, sich der Macht zu beugen, verdienen viel Besseres als diese koloniale Trophäe.
Das #Nobelkomitee hat schon lange nichts mehr mit Frieden zu tun, es ist zu einer Bühne geworden, auf der der Westen sich selbst für die Gewalt gratuliert, die er als Tugend tarnt. Vom #Drohnenkriegskönig Barack #Obama über Aung San Suu Kyi, deren Hände mit dem Blut der #Rohingya befleckt sind, bis hin zu Maria Corina Machado – der Preis dient immer als vergoldetes Siegel der moralischen Überlegenheit des Westens.
Machado ist keine Heldin der Demokratie.
Sie ist eine Funktionärin des US-Imperialismus, nimmt über das Súmate-Projekt amerikanisches Geld an, plant Staatsstreiche und fordert ausländische Interventionen, um ihre Regierung zu stürzen. Ausländische Hilfe sollte niemals mit imperialen Bedingungen verbunden sein; die globale Hilfsindustrie wird seit langem als Fortsetzung der „zivilisatorischen Mission” des #Kolonialismus kritisiert. Bei der Entgegennahme des Preises dankte sie Donald Trump und der #MAGA-Bewegung für ihre Unterstützung und zeigte damit deutlich, wo ihre Loyalitäten liegen. Die Anerkennung legitimen Widerstands ist etwas ganz anderes als die Würdigung einer ungefährlichen #Opposition, die sich an die imperialistischen Regeln hält.
In diesem imperialistischen Moraltheater erinnert uns Gretas Widerstand daran, dass #Frieden nicht von denen herbeigeführt werden kann, die vom #Krieg profitieren, sondern von denen, die es wagen, seine Akteure zu entlarven. Ihre Macht misst sich nicht in Medaillen oder Applaus, sondern in dem Beben, das sie durch eine Welt schickt, die auf Verleugnung aufgebaut ist.
In dem Moment, als sie den Zusammenhang zwischen ökologischem Kollaps und imperialistischer Ausbeutung herstellte, wurde sie für die westlichen Medien plötzlich zu unbequem. Dieselben Medien, die sie einst als „globale Ikone” und Gewissen einer Generation feierten, diffamieren sie jetzt als spaltend und sogar gefährlich. Forbes beklagte, dass ihr „Stand With Gaza” die „Neutralität” gefährde und „ein Problem für die Klimabewegung” darstelle.
Aber Greta hat verstanden, was sie am meisten fürchten: dass alle #Unterdrückungen miteinander verbunden sind und man den Planeten nicht retten kann, ohne sich dem Imperium zu stellen. Ihre Weigerung, planetarische Gerechtigkeit von menschlicher Gerechtigkeit zu trennen, macht ihren Feminismus ganzheitlich und kraftvoll.
Der Friedensnobelpreis als koloniale Trophäe
Der #Friedensnobelpreis, der aus einer eurozentrischen, kolonialen Weltanschauung entstanden ist, war nie für die Befreiung gedacht. Er belohnt diejenigen, die Dissens für das Imperium verdaulich machen, nicht diejenigen, die es abschaffen. Barack #Obama bekam ihn, während er den Drohnenkrieg in Westasien und Nordafrika ausweitete. Die Europäische Union wurde inmitten ihrer militarisierten Grenzen und der Todesfälle von Flüchtlingen auf See gefeiert. Henry #Kissinger wurde für seine „diplomatischen“ Bemühungen gelobt, von der Unterstützung von Staatsstreichen in #Chile und #Argentinien über die Führung von Kriegen in #Kambodscha, #Vietnam und #Bangladesch bis hin zum Schutz der israelischen Besatzung in #Palästina. Und sollen wir wirklich denselben Preis würdigen, für den auch Präsident #Trump und Daniella #Weiss, eine Siedlerführerin, die die Apartheidgewalt in Palästina schürt, nominiert waren?
Dann kommt Malala #Yousafzai, die Friedensnobelpreisträgerin von 2014. Wer hätte gedacht, dass das junge Mädchen, das wegen seines Wunsches nach Bildung brutal misshandelt wurde, schließlich in die Choreografie der Tugend des Imperiums umgeschrieben werden würde? Hinter dem Image der US-#Entwicklungshilfe als Wohltäter verbirgt sich ein ausbeuterisches System, das Ausbeutung mit Mitgefühl maskiert und die Brutalität des Imperiums mildert, ohne es jemals in Frage zu stellen. Hilfe und Imperium sind schließlich symbiotisch – jedes erhält die Illusion der Wohltätigkeit des anderen aufrecht. Als also moralischer Mut gefragt war, als #Gaza brannte, als die imperiale Maschine sich gegen andere braune Körper richtete, sagte Malala kein einziges Wort; erst als sie schließlich sah, dass sich das Blatt wendete, während sie weiterhin die Hand des Imperiums küsste.
Wie Chandra #Mohanty (in Feminism without Borders) und María #Lugones (in Coloniality of Gender) uns erinnern, verallgemeinert der westliche Feminismus allzu oft die Weiblichkeit und blendet dabei die kolonialen Hierarchien aus, die unser Leben prägen. Er fordert Fortschritt ohne #Dekolonialisierung. Homi #Bhabha nennt dieses Verhalten „koloniale Mimikry“; dass die Untergebenen Schmerz und Widerstand zeigen dürfen, aber nur so weit, wie es den westlichen Fantasien von Befreiung schmeichelt. Nach dieser Logik wird die „befreite“ Frau zu einem Symbol für die Zivilisiertheit des Imperiums; ein Beweis dafür, dass das System funktioniert, wenn man sich an seine Regeln hält.
In ihrer Kritik der „postkolonialen Performance” erklärt Judith #Butler, wie das Imperium „akzeptable” Frauen aus besetzten Nationen des Globalen Südens hochjubelt und sie zu Aushängeschildern des Fortschritts macht. Von Malala in Pakistan bis Maria Corina #Machado in #Venezuela werden diese Figuren kuratiert und nicht ausgewählt, weil sie die Macht herausfordern, sondern weil sie sie wohlwollend erscheinen lassen.
(...)
Weiterlesen in meiner Übersetzung des Beitrages "Greta Thunberg does not need a Nobel Prize, she is everything it has forgotten" von Aisya A. Zaharin
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Greta Thunberg braucht keinen Nobelpreis, sie macht das aus, was der Preis vergessen hat
In einer Welt, in der der Friedensnobelpreis an Leute geht, die Washingtons geopolitische Agenda unterstützen, ist es vielleicht an der Zeit, dass wir aufhören, ihn als den Gipfel der Gerechtigkeit zu sehen. Hört auf, Greta #Thunberg für einen Preis vorzuschlagen, der moralische Legitimität mit liberalem Applaus verwechselt. Greta und alle intersektionalen Feministinnen, die sich weigern, sich der Macht zu beugen, verdienen viel Besseres als diese koloniale Trophäe.
Das #Nobelkomitee hat schon lange nichts mehr mit Frieden zu tun, es ist zu einer Bühne geworden, auf der der Westen sich selbst für die Gewalt gratuliert, die er als Tugend tarnt. Vom #Drohnenkriegskönig Barack #Obama über Aung San Suu Kyi, deren Hände mit dem Blut der #Rohingya befleckt sind, bis hin zu Maria Corina Machado – der Preis dient immer als vergoldetes Siegel der moralischen Überlegenheit des Westens.
Machado ist keine Heldin der Demokratie.
Sie ist eine Funktionärin des US-Imperialismus, nimmt über das Súmate-Projekt amerikanisches Geld an, plant Staatsstreiche und fordert ausländische Interventionen, um ihre Regierung zu stürzen. Ausländische Hilfe sollte niemals mit imperialen Bedingungen verbunden sein; die globale Hilfsindustrie wird seit langem als Fortsetzung der „zivilisatorischen Mission” des #Kolonialismus kritisiert. Bei der Entgegennahme des Preises dankte sie Donald Trump und der #MAGA-Bewegung für ihre Unterstützung und zeigte damit deutlich, wo ihre Loyalitäten liegen. Die Anerkennung legitimen Widerstands ist etwas ganz anderes als die Würdigung einer ungefährlichen #Opposition, die sich an die imperialistischen Regeln hält.
In diesem imperialistischen Moraltheater erinnert uns Gretas Widerstand daran, dass #Frieden nicht von denen herbeigeführt werden kann, die vom #Krieg profitieren, sondern von denen, die es wagen, seine Akteure zu entlarven. Ihre Macht misst sich nicht in Medaillen oder Applaus, sondern in dem Beben, das sie durch eine Welt schickt, die auf Verleugnung aufgebaut ist.
In dem Moment, als sie den Zusammenhang zwischen ökologischem Kollaps und imperialistischer Ausbeutung herstellte, wurde sie für die westlichen Medien plötzlich zu unbequem. Dieselben Medien, die sie einst als „globale Ikone” und Gewissen einer Generation feierten, diffamieren sie jetzt als spaltend und sogar gefährlich. Forbes beklagte, dass ihr „Stand With Gaza” die „Neutralität” gefährde und „ein Problem für die Klimabewegung” darstelle.
Aber Greta hat verstanden, was sie am meisten fürchten: dass alle #Unterdrückungen miteinander verbunden sind und man den Planeten nicht retten kann, ohne sich dem Imperium zu stellen. Ihre Weigerung, planetarische Gerechtigkeit von menschlicher Gerechtigkeit zu trennen, macht ihren Feminismus ganzheitlich und kraftvoll.
Der Friedensnobelpreis als koloniale Trophäe
Der #Friedensnobelpreis, der aus einer eurozentrischen, kolonialen Weltanschauung entstanden ist, war nie für die Befreiung gedacht. Er belohnt diejenigen, die Dissens für das Imperium verdaulich machen, nicht diejenigen, die es abschaffen. Barack #Obama bekam ihn, während er den Drohnenkrieg in Westasien und Nordafrika ausweitete. Die Europäische Union wurde inmitten ihrer militarisierten Grenzen und der Todesfälle von Flüchtlingen auf See gefeiert. Henry #Kissinger wurde für seine „diplomatischen“ Bemühungen gelobt, von der Unterstützung von Staatsstreichen in #Chile und #Argentinien über die Führung von Kriegen in #Kambodscha, #Vietnam und #Bangladesch bis hin zum Schutz der israelischen Besatzung in #Palästina. Und sollen wir wirklich denselben Preis würdigen, für den auch Präsident #Trump und Daniella #Weiss, eine Siedlerführerin, die die Apartheidgewalt in Palästina schürt, nominiert waren?
Dann kommt Malala #Yousafzai, die Friedensnobelpreisträgerin von 2014. Wer hätte gedacht, dass das junge Mädchen, das wegen seines Wunsches nach Bildung brutal misshandelt wurde, schließlich in die Choreografie der Tugend des Imperiums umgeschrieben werden würde? Hinter dem Image der US-#Entwicklungshilfe als Wohltäter verbirgt sich ein ausbeuterisches System, das Ausbeutung mit Mitgefühl maskiert und die Brutalität des Imperiums mildert, ohne es jemals in Frage zu stellen. Hilfe und Imperium sind schließlich symbiotisch – jedes erhält die Illusion der Wohltätigkeit des anderen aufrecht. Als also moralischer Mut gefragt war, als #Gaza brannte, als die imperiale Maschine sich gegen andere braune Körper richtete, sagte Malala kein einziges Wort; erst als sie schließlich sah, dass sich das Blatt wendete, während sie weiterhin die Hand des Imperiums küsste.
Wie Chandra #Mohanty (in Feminism without Borders) und María #Lugones (in Coloniality of Gender) uns erinnern, verallgemeinert der westliche Feminismus allzu oft die Weiblichkeit und blendet dabei die kolonialen Hierarchien aus, die unser Leben prägen. Er fordert Fortschritt ohne #Dekolonialisierung. Homi #Bhabha nennt dieses Verhalten „koloniale Mimikry“; dass die Untergebenen Schmerz und Widerstand zeigen dürfen, aber nur so weit, wie es den westlichen Fantasien von Befreiung schmeichelt. Nach dieser Logik wird die „befreite“ Frau zu einem Symbol für die Zivilisiertheit des Imperiums; ein Beweis dafür, dass das System funktioniert, wenn man sich an seine Regeln hält.
In ihrer Kritik der „postkolonialen Performance” erklärt Judith #Butler, wie das Imperium „akzeptable” Frauen aus besetzten Nationen des Globalen Südens hochjubelt und sie zu Aushängeschildern des Fortschritts macht. Von Malala in Pakistan bis Maria Corina #Machado in #Venezuela werden diese Figuren kuratiert und nicht ausgewählt, weil sie die Macht herausfordern, sondern weil sie sie wohlwollend erscheinen lassen.
(...)
Weiterlesen in meiner Übersetzung des Beitrages "Greta Thunberg does not need a Nobel Prize, she is everything it has forgotten" von Aisya A. Zaharin
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Greta Thunberg braucht keinen Nobelpreis, sie macht das aus, was der Preis vergessen hat
In einer Welt, in der der Friedensnobelpreis an Leute geht, die Washingtons geopolitische Agenda unterstützen, ist es vielleicht an der Zeit, dass wir aufhören, ihn als den Gipfel der Gerechtigkeit zu sehen. Hört auf, Greta #Thunberg für einen Preis vorzuschlagen, der moralische Legitimität mit liberalem Applaus verwechselt. Greta und alle intersektionalen Feministinnen, die sich weigern, sich der Macht zu beugen, verdienen viel Besseres als diese koloniale Trophäe.
Das #Nobelkomitee hat schon lange nichts mehr mit Frieden zu tun, es ist zu einer Bühne geworden, auf der der Westen sich selbst für die Gewalt gratuliert, die er als Tugend tarnt. Vom #Drohnenkriegskönig Barack #Obama über Aung San Suu Kyi, deren Hände mit dem Blut der #Rohingya befleckt sind, bis hin zu Maria Corina Machado – der Preis dient immer als vergoldetes Siegel der moralischen Überlegenheit des Westens.
Machado ist keine Heldin der Demokratie.
Sie ist eine Funktionärin des US-Imperialismus, nimmt über das Súmate-Projekt amerikanisches Geld an, plant Staatsstreiche und fordert ausländische Interventionen, um ihre Regierung zu stürzen. Ausländische Hilfe sollte niemals mit imperialen Bedingungen verbunden sein; die globale Hilfsindustrie wird seit langem als Fortsetzung der „zivilisatorischen Mission” des #Kolonialismus kritisiert. Bei der Entgegennahme des Preises dankte sie Donald Trump und der #MAGA-Bewegung für ihre Unterstützung und zeigte damit deutlich, wo ihre Loyalitäten liegen. Die Anerkennung legitimen Widerstands ist etwas ganz anderes als die Würdigung einer ungefährlichen #Opposition, die sich an die imperialistischen Regeln hält.
In diesem imperialistischen Moraltheater erinnert uns Gretas Widerstand daran, dass #Frieden nicht von denen herbeigeführt werden kann, die vom #Krieg profitieren, sondern von denen, die es wagen, seine Akteure zu entlarven. Ihre Macht misst sich nicht in Medaillen oder Applaus, sondern in dem Beben, das sie durch eine Welt schickt, die auf Verleugnung aufgebaut ist.
In dem Moment, als sie den Zusammenhang zwischen ökologischem Kollaps und imperialistischer Ausbeutung herstellte, wurde sie für die westlichen Medien plötzlich zu unbequem. Dieselben Medien, die sie einst als „globale Ikone” und Gewissen einer Generation feierten, diffamieren sie jetzt als spaltend und sogar gefährlich. Forbes beklagte, dass ihr „Stand With Gaza” die „Neutralität” gefährde und „ein Problem für die Klimabewegung” darstelle.
Aber Greta hat verstanden, was sie am meisten fürchten: dass alle #Unterdrückungen miteinander verbunden sind und man den Planeten nicht retten kann, ohne sich dem Imperium zu stellen. Ihre Weigerung, planetarische Gerechtigkeit von menschlicher Gerechtigkeit zu trennen, macht ihren Feminismus ganzheitlich und kraftvoll.
Der Friedensnobelpreis als koloniale Trophäe
Der #Friedensnobelpreis, der aus einer eurozentrischen, kolonialen Weltanschauung entstanden ist, war nie für die Befreiung gedacht. Er belohnt diejenigen, die Dissens für das Imperium verdaulich machen, nicht diejenigen, die es abschaffen. Barack #Obama bekam ihn, während er den Drohnenkrieg in Westasien und Nordafrika ausweitete. Die Europäische Union wurde inmitten ihrer militarisierten Grenzen und der Todesfälle von Flüchtlingen auf See gefeiert. Henry #Kissinger wurde für seine „diplomatischen“ Bemühungen gelobt, von der Unterstützung von Staatsstreichen in #Chile und #Argentinien über die Führung von Kriegen in #Kambodscha, #Vietnam und #Bangladesch bis hin zum Schutz der israelischen Besatzung in #Palästina. Und sollen wir wirklich denselben Preis würdigen, für den auch Präsident #Trump und Daniella #Weiss, eine Siedlerführerin, die die Apartheidgewalt in Palästina schürt, nominiert waren?
Dann kommt Malala #Yousafzai, die Friedensnobelpreisträgerin von 2014. Wer hätte gedacht, dass das junge Mädchen, das wegen seines Wunsches nach Bildung brutal misshandelt wurde, schließlich in die Choreografie der Tugend des Imperiums umgeschrieben werden würde? Hinter dem Image der US-#Entwicklungshilfe als Wohltäter verbirgt sich ein ausbeuterisches System, das Ausbeutung mit Mitgefühl maskiert und die Brutalität des Imperiums mildert, ohne es jemals in Frage zu stellen. Hilfe und Imperium sind schließlich symbiotisch – jedes erhält die Illusion der Wohltätigkeit des anderen aufrecht. Als also moralischer Mut gefragt war, als #Gaza brannte, als die imperiale Maschine sich gegen andere braune Körper richtete, sagte Malala kein einziges Wort; erst als sie schließlich sah, dass sich das Blatt wendete, während sie weiterhin die Hand des Imperiums küsste.
Wie Chandra #Mohanty (in Feminism without Borders) und María #Lugones (in Coloniality of Gender) uns erinnern, verallgemeinert der westliche Feminismus allzu oft die Weiblichkeit und blendet dabei die kolonialen Hierarchien aus, die unser Leben prägen. Er fordert Fortschritt ohne #Dekolonialisierung. Homi #Bhabha nennt dieses Verhalten „koloniale Mimikry“; dass die Untergebenen Schmerz und Widerstand zeigen dürfen, aber nur so weit, wie es den westlichen Fantasien von Befreiung schmeichelt. Nach dieser Logik wird die „befreite“ Frau zu einem Symbol für die Zivilisiertheit des Imperiums; ein Beweis dafür, dass das System funktioniert, wenn man sich an seine Regeln hält.
In ihrer Kritik der „postkolonialen Performance” erklärt Judith #Butler, wie das Imperium „akzeptable” Frauen aus besetzten Nationen des Globalen Südens hochjubelt und sie zu Aushängeschildern des Fortschritts macht. Von Malala in Pakistan bis Maria Corina #Machado in #Venezuela werden diese Figuren kuratiert und nicht ausgewählt, weil sie die Macht herausfordern, sondern weil sie sie wohlwollend erscheinen lassen.
(...)
Weiterlesen in meiner Übersetzung des Beitrages "Greta Thunberg does not need a Nobel Prize, she is everything it has forgotten" von Aisya A. Zaharin
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#Bangladesch ist von der #Klimakrise besonders bedroht: Dürren, Zyklone, Überflutungen, extreme Hitze. Arme Menschen, die in der Abwasser- und Abfallentsorgung arbeiten sind durch diese Phänomene direkt betroffen und zusätzlich auch durch gesellschaftliche Diskriminierung. Besonders Frauen leiden darunter.
https://www.amnesty.org/en/latest/news/2025/10/bangladesh-invisible-sanitation-workers/?utm_source=BLUESKY-IS&utm_medium=social&utm_content=18475789150&utm_campaign=Amnesty&utm_term=-No -
#Kinderarbeit in #Bangladesch? #PFAS in #Indien? #SelteneErden aus #Afrika?
Kein Problem mehr für deutsche Unternehmen.
Das #Wirtschaftsministerium hat die Kontrolle eingestellt.
Globales Gewissen? #Lieferkettengesetz abgemeldet.