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#geheimdienste — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #geheimdienste, aggregated by home.social.

  1. Auch deutsche #Geheimdienste drängen auf eine #Zeitenwende. Der Behördenspiegel übernimmt mit einer Konferenz den Steigbügelhalter. Auf der Agenda: Überwachung aus dem Weltraum und "KI-gestützte Echtzeit-Datenauswertung".
    nd-konferenz.de/

  2. Andreas Dresen – „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ (2022)

    Ein junger Mann aus Bremen wird nach 9/11 aus Pakistan in das illegale US-Lager nach Guantánamo verschleppt. Für ihn gibt es keinen Prozess, statt dessen erlebt er Folter und Isolation. Sein einziges Verbrechen: Er wurde geboren in Deutschland, ist Muslim und war zur falschen Zeit am falschen Ort. Während die Welt noch diskutiert, ob der „Krieg gegen den Terror“ überhaupt zu gewinnen ist, kämpft Rabiye Kurnaz, seine Mutter, für das Offensichtliche: Dass ihr Sohn Murat ein Mensch ist und Rechte hat. Ein besonderer Film von Andreas Dresen. (ARD, Wh.)

    Zum Blog: nexxtpress.de/mediathekperlen/
  3. Johannes Naber – „Curveball – Wir machen die Wahrheit“ (2020)

    Ein guter Indikator für den Wahrheitsgehalt eines Films, welcher, nur mal zum Beispiel, etwa die Arbeit von deutschen Geheimdiensten zum Gegenstand hat, ist darauf zu schauen, wer sich anschließend darüber beschwert. Und wenn die „Beschwerde“ etwa vom „Gesprächskreis Nachrichtendienste in Deutschland“ stammt, dann ist das ziemlich sicher ein Zeichen, dass der Film sich lohnt! Mit: Sebastian Blomberg und Dar Salim. (ARTE, Wh.)

    Zum Blog: nexxtpress.de/mediathekperlen/
  4. #Geheimdienstreform:

    #Zeitenwende für #Spione

    #Bundesnachrichtendienst und #Verfassungsschutz sollen „echte“ #Geheimdienste werden, sagt #Innenminister #Dobrindt. Jetzt zeigt der Entwurf für die Komplettreform, was das heißt: Zurückhacken, Abschnorcheln, Kameras anzapfen – und das mit weniger öffentlicher Kontrolle als zuvor.

    netzpolitik.org/2026/geheimdie

  5. Die Welt von Palantir und Alex Karp – „Watching you“ (2024)

    Als hätte „Minority Report“ in deutschen Amtsstuben das Denken ersetzt. Der Dokumentarfilm von Klaus Stern stellt den Menschen vor, der diese Vision verkauft – und mit ihr eine technoide Version der Totalüberwachung salonfähig macht. Dass der Film dabei selbst ein Teil dieser Normalisierung wird, ist die bittere Pointe. Er zeigt, was er nicht kritisiert. Das ist sein größtes Problem. (ARD, Wh.)

    Zum Blog: nexxtpress.de/mediathekperlen/
  6. Gavin Hood – „Official Secrets“ (2019)

    Ein wichtiger Film, denn: „Das erste Opfer des Krieges ist immer die Wahrheit.“ – Und wer, sich traut sie auszusprechen, wird bekämpft. Mit Keira Knightley, Ralph Fiennes und Rhys Ifans. (ZDF, Wh.)

    Zum Blog: nexxtpress.de/mediathekperlen/
  7. Die Welt von Palantir und Alex Karp – „Watching you“ (2024)

    Als hätte „Minority Report“ in deutschen Amtsstuben das Denken ersetzt. Der Dokumentarfilm von Klaus Stern stellt den Menschen vor, der diese Vision verkauft – und mit ihr eine technoide Version der Totalüberwachung salonfähig macht. Dass der Film dabei selbst ein Teil dieser Normalisierung wird, ist die bittere Pointe. Er zeigt, was er nicht kritisiert. Das ist sein größtes Problem. (ARD, Wh.)

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  8. Iraner*innen – auch nicht dümmer als wir

    Deutsche Kriegsdienstverweigerer und -innen wollen nicht töten. Und natürlich auch nicht sterben. Iraner*innen – entgegen der herrschenden Medienpropaganda – auch nicht. Ganz im Gegensatz zu den freiheitskämpfenden Ukrainer*innen. Obwohl: viele von ihnen wollen auch nicht sterben, es ist nur teurer als bei uns. Aber zurück zu den Iraner*innen, die auch nicht für die Guten und ihr Herzensanliegen sterben wollen.

    Es mag sein, dass es die tranhumanistischen IT-Multimilliardäre, die all ihre neuen Erfindungen durch die US-Army und die IDF Israels ausprobieren lassen, es nicht verstehen, weil sie keine Zeit zum Lesen haben. Das soll ja auch ein grosses Problem deutscher Parlamentarier*innen sein, keine Zeit zum Lesen, z.B. diese Erinnerung des alten heise-Sacks Detlef Borchers: Missing Link: Wir suchen Terroristen (m/w/d) – Das Bundeskriminalamt und der Bundesnachrichtendienst feiern Jubiläen – und fordern zum Geburtstag weitreichende neue Kompetenzen für die digitale Welt.” Komisch, von der heise-Startseite ist es wieder verschwunden, aber über den Link noch erreichbar. Sicher eine dumme Panne … 😉 Aber ich schweife ab.

    Iraner*innen also, die wollen auch nicht sterben. Das jedenfalls behauptet allen Ernstes Saman Mahdevar/Jacobin: Nein, »die Iraner« wollen keinen Krieg – Monarchistische und kriegstreiberische Exil-Iraner wurden im Westen zu Stimmen der Zivilgesellschaft stilisiert. Dabei wissen viele Menschen vor Ort besser, dass nicht Krieg und Tod, sondern Frieden und Leben die Grundlage für Demokratie und Freiheit sind.”

    Dä. Die also auch nicht. Wo finden wir denn jetzt noch Doofe für unsere “Kriegstüchtigkeit”?

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  9. Die Welt von Palantir und Alex Karp – „Watching you“ (2024)

    Als hätte „Minority Report“ in deutschen Amtsstuben das Denken ersetzt. Der Dokumentarfilm von Klaus Stern stellt den Menschen vor, der diese Vision verkauft – und mit ihr eine technoide Version der Totalüberwachung salonfähig macht. Dass der Film dabei selbst ein Teil dieser Normalisierung wird, ist die bittere Pointe. Er zeigt, was er nicht kritisiert. Das ist sein größtes Problem. (ARD, Wh.)

    Zum Blog: nexxtpress.de/mediathekperlen/
  10. Andreas Dresen – „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ (2022)

    Ein junger Mann aus Bremen wird nach 9/11 aus Pakistan in das illegale US-Lager nach Guantánamo verschleppt. Kein Prozess, statt dessen Folter und Isolation. Sein einziges Verbrechen: Er wurde geboren in Deutschland, ist Muslim und war zur falschen Zeit am falschen Ort. Während die Welt noch diskutiert hat, ob der „Krieg gegen den Terror“ überhaupt zu gewinnen ist, kämpft Rabiye Kurnaz, seine Mutter, für das Offensichtliche: Dass ihr Sohn Murat ein Mensch ist und Rechte hat. Ein Film von Andreas Dresen. (ARD, Wh.)

    Zum Blog: nexxtpress.de/mediathekperlen/
  11. Gavin Hood – „Official Secrets“ (2019)

    Ein wichtiger Film, denn: „Das erste Opfer des Krieges ist immer die Wahrheit.“ – Und wer, sich traut sie auszusprechen, wird bekämpft. Mit Keira Knightley, Ralph Fiennes und Rhys Ifans. (ZDF, Wh.)

    Zum Blog: nexxtpress.de/mediathekperlen/
  12. Clint Eastwood, Wolfgang Petersen – „In the Line of Fire“ (1993)

    Für mich war dieser Thriller, angesiedelt im politischen Washington, eigentlich eine Fortsetzung des amerikanischen Western. Eastwood, dessen Dekonstruktion des Mythos in "Erbarmungslos" kurz zuvor gleich viermal einen Oscar gewann, überließ dem Deutschen Wolfgang Petersen die Regie. Für den einen war es eine seiner letzten Action-Rollen, für den anderen sein Durchbruch in Hollywood. (ZDF, Wh)

    nexxtpress.de/author/mediathek

  13. Keira Knightley – „Official Secrets“ (2019)

    Ein wichtiger Film, denn: „Das erste Opfer des Krieges ist immer die Wahrheit.“ – Und wer, sich traut sie auszusprechen, wird bekämpft. Mit Keira Knightley, Ralph Fiennes und Rhys Ifans. (ZDF, WH)

  14. Andreas Dresen – „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ (2022)

    Ein junger Mann aus Bremen wird nach 9/11 aus Pakistan in das illegale US-Lager nach Guantánamo verschleppt. Kein Prozess, statt dessen Folter und Isolation. Sein einziges Verbrechen: Er wurde geboren in Deutschland, ist muslimisch und war zur falschen Zeit am falschen Ort. Während die Welt noch diskutiert hat, ob der „Krieg gegen den Terror“ überhaupt zu gewinnen ist, hat Rabiye Kurnaz, seine Mutter, für das Offensichtliche gekämpft: Dass ihr Sohn Murat ein Mensch ist und ebensolche Rechte hat. (ARD)

  15. Digitaler Wochenrückblick 34. KW 2025

    Palantir – das mag der talentierte Laie für ein neues Palmfett aus der Dose beim Dicounter halten, ein wenig schmierig, aber im Grunde völlig harmlos. Anderen stellen sich allein beim Wort die Nackenhaare hoch, sehen die Gesellschaft und Demokratie in Gefahr.

    Es ist nur ein Stückchen Software, entwickelt für den Geheimdienst der USA von einem genialen Kopf: Alexander Karp. Der hat gefragt, was habt ihr, was wollt ihr.

    Wer einmal in die Tiefen des eigenen Computers hinabgestiegen ist mit dem heroischen Ziel, Ordnung zu schaffen, ist sicherlich nicht nur einmal gescheitert. Das fängt damit an überzählige Kopien zu löschen, alte Bilder (unscharf, überbelichtet, zu klein, falscher Ausschnitt etc.) auszusortieren, das Grab der überalterten Backup-Dateien von irgendwelchen Programmen zu sichten, ja besser gleich löschen und viele andere nutzlose Dinge zu entsorgen. Auch ein ansehnlicher Platzfresser sind die unvollendeten Versuche gescheiterter Neuordnungen. Wer es allerdings schafft, atmet auf und findet mit einem Klick die gewünschten Dokumente.

    Der Geheimdienst der Nordamerikaner hat zwangsläufig ganz andere Datenhalden zu durchdringen, weltweit zusammengeklaubt und abgelegt. Einen Überblick hatten die genauso wenig und jeder Auftrag endete bei der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

    Alexander Karp erkannte das Potential des Heuhaufens an sich, die gesuchten Nadeln fallen nebenbei mit ab. Und so ein Start-Up braucht einen Sponsor, Peter Thiel erkannte die milliardenschwere Verlockung und stieg ein.

    In Alexander Karp sah er den hochbegabten Linksintellektuellen, der rechtzeitig scharf rechts abgebogen ist und ähnlich durchdrungen von einer Weltherrschaft, die nur zwischen Gut und Böse unterscheiden muss. Um zu sehen, wie effektiv der Teufel arbeitet, ist Alexander Karp, der jüdische Wurzeln hat, nach Deutschland gereist, hat hier Philosophie – noch bei Habermas – studiert und ist nach seiner Promotion zurück in seine Heimat, USA. Ein Podcast von NZZ Akzent beschreibt ihn mit „Die umstrittene Macht des CEOs Karp

    Palantir wurde die Chance. Sehr viel und teure Entwicklungsarbeit, aber einen Zugriff auf unendliches Datenmaterial. Allein das ist eine Herausforderung, gesteigert durch das, was zusätzlich im Internet greifbar ist und frei verfügbar. Angereichert mit Social-Media-Perlen – ein breites Feld intimste und berufliche Details abzugreifen und dem Datenschatz beizugeben.

    Und wenn KI sinnvoll einzusetzen ist, dann in diesem Umfeld. Muster zu erkennen, ist eine Sache. Die möglichen Schlüsse daraus mit Wahrscheinlichkeiten zu berechnen und konkrete Vorhersagen zu treffen, das Meisterstück. Alexander Karp sagt über seine Software, dass sie Menschen töten kann, ganz ohne Gerichtsverfahren. Gerne wird kolportiert, dass Osama bin Laden auf das Konto von Palantir geht, aber sie kommentieren grundsätzlich keine Gerüchte.  Sie kommentieren nichts, was sicherlich besser ist. Sie müssen in dem Fall auch nichts sagen, wenn die Falschen gemeuchelt wurden. In der ARD-Mediathek empfehle ich einen Beitrag der die Welt von Palantir und Alexander Karp näher beleuchtet.

    Wir müssen uns darauf verlassen, dass Palantir richtig arbeitet. Und weil die Software brandgefährlich ist, verkauft sie Alexander Karp nur an die Guten der Welt – die sprechen zuvörderst englisch, aber definitiv kein russisch oder chinesisch. Weil Alexander Karp auch deutsch spricht, haben wir das Privileg und dürfen Palantir einsetzen – und bezahlen.

    Wie Peter Thiel sieht auch Alexander Karp einen Zielkonflikt zwischen Freiheit und Demokratie, was aber die verantwortlichen Politiker nicht hindert, wahrscheinlich noch beflügelt, Palantir zur Polizeiarbeit einzusetzen.

    An diesem Punkt trifft der Himmel auf die Hölle, wenn der zur Genialität neigende hochbegabte Alexander Karp mit einem milliardenschweren Unternehmen im Rücken auf deutsche Beamtenseelen und unsere politische Elite trifft, die sich mit dem intellektuellen Charme einer halben Bockwurst zum Brot macht.

    Alexander Dobrindt, Chefkomiker des Innenministeriums, möchte – über Widerstände hinweg – Palantir bundesweit einführen, weil es konkurrenzlos sei. Bleibt die Frage, was macht Palantir, was wir nicht können? Aus einem Heuhaufen unterschiedlicher Datensätze Informationen extrahieren. P20 war unser Versuch mit unseren Daten selbst zu arbeiten. „Durch das Programm P20, auch bekannt unter dem Namen ‘Polizei 20/20’, erhalten die Polizeibehörden in Deutschland im Rahmen der Digitalisierung eine harmonisierte und einheitliche IT-Architektur. Dies soll eine beschleunigte und effektivere Polizeiarbeit mit besseren Erfolgschancen ermöglichen.“ lesen wir bei egovernment.de

    Um das abzutöten, musste Dobrindt nicht viel tun, einfach die Fördermittel streichen. Ich schätze, Alexander Karp hätte es nicht weit gebracht, wenn Peter Thiel ihm die „Fördermittel“ für Palantir gestrichen hätte.

    Um mögliche Konkurrenz zu Palantir komplett vom Tisch zu wischen, ist nur ein Wort notwendig! In der Ausschreibung für die Polizeisoftware steht, dass nur markterprobte“ Software zum Einsatz kommen darf, berichtet auch die Tagesschau zu Palantir

    Wenn die Nordamerikaner eine Ausschreibung machen, so kommen bei Regierungsaufträgen nur Firmen mit Sitz in den Staaten zum Zug, egal, wie „markterprobt“ die Software ist.

    Es sind die grauen Schatten, die hinter Poltergeistern wie Trump stehen und mit ihrem Geld die Macht steuern, im Sinne einer Freiheit, die nichts mit Demokratie zu tun hat. Mit ihren digitalen Speeren durchdringen sie skrupellos politische Archiktekturen.

    Europa ist in der Rolle von „Jean Pormanove“ alias „JP“, der sein Geld damit verdienen musste, sich auf der Reality-Plattform Kick übel beleidigen und schlagen zu lassen, natürlich vor laufender Kamera, finden wir im Feuilleton der NZZ.

    Seine Zuschauerzahlen schnellten regelmäßig in die Höhe, je brutaler er zugerichtet wurde. Dennoch beteuerte er stets, er mache es freiwillig. Ich nehme an, der letzte Auftritt, den er mit dem Leben bezahlte, war auch freiwillig – bis zur letzten Sekunde, live.

    Kann sein, dass wir so etwas auch als Freiheit verstehen sollen.

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  16. Digitaler Wochenrückblick 34. KW 2025

    Palantir – das mag der talentierte Laie für ein neues Palmfett aus der Dose beim Dicounter halten, ein wenig schmierig, aber im Grunde völlig harmlos. Anderen stellen sich allein beim Wort die Nackenhaare hoch, sehen die Gesellschaft und Demokratie in Gefahr.

    Es ist nur ein Stückchen Software, entwickelt für den Geheimdienst der USA von einem genialen Kopf: Alexander Karp. Der hat gefragt, was habt ihr, was wollt ihr.

    Wer einmal in die Tiefen des eigenen Computers hinabgestiegen ist mit dem heroischen Ziel, Ordnung zu schaffen, ist sicherlich nicht nur einmal gescheitert. Das fängt damit an überzählige Kopien zu löschen, alte Bilder (unscharf, überbelichtet, zu klein, falscher Ausschnitt etc.) auszusortieren, das Grab der überalterten Backup-Dateien von irgendwelchen Programmen zu sichten, ja besser gleich löschen und viele andere nutzlose Dinge zu entsorgen. Auch ein ansehnlicher Platzfresser sind die unvollendeten Versuche gescheiterter Neuordnungen. Wer es allerdings schafft, atmet auf und findet mit einem Klick die gewünschten Dokumente.

    Der Geheimdienst der Nordamerikaner hat zwangsläufig ganz andere Datenhalden zu durchdringen, weltweit zusammengeklaubt und abgelegt. Einen Überblick hatten die genauso wenig und jeder Auftrag endete bei der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

    Alexander Karp erkannte das Potential des Heuhaufens an sich, die gesuchten Nadeln fallen nebenbei mit ab. Und so ein Start-Up braucht einen Sponsor, Peter Thiel erkannte die milliardenschwere Verlockung und stieg ein.

    In Alexander Karp sah er den hochbegabten Linksintellektuellen, der rechtzeitig scharf rechts abgebogen ist und ähnlich durchdrungen von einer Weltherrschaft, die nur zwischen Gut und Böse unterscheiden muss. Um zu sehen, wie effektiv der Teufel arbeitet, ist Alexander Karp, der jüdische Wurzeln hat, nach Deutschland gereist, hat hier Philosophie – noch bei Habermas – studiert und ist nach seiner Promotion zurück in seine Heimat, USA. Ein Podcast von NZZ Akzent beschreibt ihn mit „Die umstrittene Macht des CEOs Karp

    Palantir wurde die Chance. Sehr viel und teure Entwicklungsarbeit, aber einen Zugriff auf unendliches Datenmaterial. Allein das ist eine Herausforderung, gesteigert durch das, was zusätzlich im Internet greifbar ist und frei verfügbar. Angereichert mit Social-Media-Perlen – ein breites Feld intimste und berufliche Details abzugreifen und dem Datenschatz beizugeben.

    Und wenn KI sinnvoll einzusetzen ist, dann in diesem Umfeld. Muster zu erkennen, ist eine Sache. Die möglichen Schlüsse daraus mit Wahrscheinlichkeiten zu berechnen und konkrete Vorhersagen zu treffen, das Meisterstück. Alexander Karp sagt über seine Software, dass sie Menschen töten kann, ganz ohne Gerichtsverfahren. Gerne wird kolportiert, dass Osama bin Laden auf das Konto von Palantir geht, aber sie kommentieren grundsätzlich keine Gerüchte.  Sie kommentieren nichts, was sicherlich besser ist. Sie müssen in dem Fall auch nichts sagen, wenn die Falschen gemeuchelt wurden. In der ARD-Mediathek empfehle ich einen Beitrag der die Welt von Palantir und Alexander Karp näher beleuchtet.

    Wir müssen uns darauf verlassen, dass Palantir richtig arbeitet. Und weil die Software brandgefährlich ist, verkauft sie Alexander Karp nur an die Guten der Welt – die sprechen zuvörderst englisch, aber definitiv kein russisch oder chinesisch. Weil Alexander Karp auch deutsch spricht, haben wir das Privileg und dürfen Palantir einsetzen – und bezahlen.

    Wie Peter Thiel sieht auch Alexander Karp einen Zielkonflikt zwischen Freiheit und Demokratie, was aber die verantwortlichen Politiker nicht hindert, wahrscheinlich noch beflügelt, Palantir zur Polizeiarbeit einzusetzen.

    An diesem Punkt trifft der Himmel auf die Hölle, wenn der zur Genialität neigende hochbegabte Alexander Karp mit einem milliardenschweren Unternehmen im Rücken auf deutsche Beamtenseelen und unsere politische Elite trifft, die sich mit dem intellektuellen Charme einer halben Bockwurst zum Brot macht.

    Alexander Dobrindt, Chefkomiker des Innenministeriums, möchte – über Widerstände hinweg – Palantir bundesweit einführen, weil es konkurrenzlos sei. Bleibt die Frage, was macht Palantir, was wir nicht können? Aus einem Heuhaufen unterschiedlicher Datensätze Informationen extrahieren. P20 war unser Versuch mit unseren Daten selbst zu arbeiten. „Durch das Programm P20, auch bekannt unter dem Namen ‘Polizei 20/20’, erhalten die Polizeibehörden in Deutschland im Rahmen der Digitalisierung eine harmonisierte und einheitliche IT-Architektur. Dies soll eine beschleunigte und effektivere Polizeiarbeit mit besseren Erfolgschancen ermöglichen.“ lesen wir bei egovernment.de

    Um das abzutöten, musste Dobrindt nicht viel tun, einfach die Fördermittel streichen. Ich schätze, Alexander Karp hätte es nicht weit gebracht, wenn Peter Thiel ihm die „Fördermittel“ für Palantir gestrichen hätte.

    Um mögliche Konkurrenz zu Palantir komplett vom Tisch zu wischen, ist nur ein Wort notwendig! In der Ausschreibung für die Polizeisoftware steht, dass nur markterprobte“ Software zum Einsatz kommen darf, berichtet auch die Tagesschau zu Palantir

    Wenn die Nordamerikaner eine Ausschreibung machen, so kommen bei Regierungsaufträgen nur Firmen mit Sitz in den Staaten zum Zug, egal, wie „markterprobt“ die Software ist.

    Es sind die grauen Schatten, die hinter Poltergeistern wie Trump stehen und mit ihrem Geld die Macht steuern, im Sinne einer Freiheit, die nichts mit Demokratie zu tun hat. Mit ihren digitalen Speeren durchdringen sie skrupellos politische Archiktekturen.

    Europa ist in der Rolle von „Jean Pormanove“ alias „JP“, der sein Geld damit verdienen musste, sich auf der Reality-Plattform Kick übel beleidigen und schlagen zu lassen, natürlich vor laufender Kamera, finden wir im Feuilleton der NZZ.

    Seine Zuschauerzahlen schnellten regelmäßig in die Höhe, je brutaler er zugerichtet wurde. Dennoch beteuerte er stets, er mache es freiwillig. Ich nehme an, der letzte Auftritt, den er mit dem Leben bezahlte, war auch freiwillig – bis zur letzten Sekunde, live.

    Kann sein, dass wir so etwas auch als Freiheit verstehen sollen.

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  17. Digitaler Wochenrückblick 34. KW 2025

    Palantir – das mag der talentierte Laie für ein neues Palmfett aus der Dose beim Dicounter halten, ein wenig schmierig, aber im Grunde völlig harmlos. Anderen stellen sich allein beim Wort die Nackenhaare hoch, sehen die Gesellschaft und Demokratie in Gefahr.

    Es ist nur ein Stückchen Software, entwickelt für den Geheimdienst der USA von einem genialen Kopf: Alexander Karp. Der hat gefragt, was habt ihr, was wollt ihr.

    Wer einmal in die Tiefen des eigenen Computers hinabgestiegen ist mit dem heroischen Ziel, Ordnung zu schaffen, ist sicherlich nicht nur einmal gescheitert. Das fängt damit an überzählige Kopien zu löschen, alte Bilder (unscharf, überbelichtet, zu klein, falscher Ausschnitt etc.) auszusortieren, das Grab der überalterten Backup-Dateien von irgendwelchen Programmen zu sichten, ja besser gleich löschen und viele andere nutzlose Dinge zu entsorgen. Auch ein ansehnlicher Platzfresser sind die unvollendeten Versuche gescheiterter Neuordnungen. Wer es allerdings schafft, atmet auf und findet mit einem Klick die gewünschten Dokumente.

    Der Geheimdienst der Nordamerikaner hat zwangsläufig ganz andere Datenhalden zu durchdringen, weltweit zusammengeklaubt und abgelegt. Einen Überblick hatten die genauso wenig und jeder Auftrag endete bei der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

    Alexander Karp erkannte das Potential des Heuhaufens an sich, die gesuchten Nadeln fallen nebenbei mit ab. Und so ein Start-Up braucht einen Sponsor, Peter Thiel erkannte die milliardenschwere Verlockung und stieg ein.

    In Alexander Karp sah er den hochbegabten Linksintellektuellen, der rechtzeitig scharf rechts abgebogen ist und ähnlich durchdrungen von einer Weltherrschaft, die nur zwischen Gut und Böse unterscheiden muss. Um zu sehen, wie effektiv der Teufel arbeitet, ist Alexander Karp, der jüdische Wurzeln hat, nach Deutschland gereist, hat hier Philosophie – noch bei Habermas – studiert und ist nach seiner Promotion zurück in seine Heimat, USA. Ein Podcast von NZZ Akzent beschreibt ihn mit „Die umstrittene Macht des CEOs Karp

    Palantir wurde die Chance. Sehr viel und teure Entwicklungsarbeit, aber einen Zugriff auf unendliches Datenmaterial. Allein das ist eine Herausforderung, gesteigert durch das, was zusätzlich im Internet greifbar ist und frei verfügbar. Angereichert mit Social-Media-Perlen – ein breites Feld intimste und berufliche Details abzugreifen und dem Datenschatz beizugeben.

    Und wenn KI sinnvoll einzusetzen ist, dann in diesem Umfeld. Muster zu erkennen, ist eine Sache. Die möglichen Schlüsse daraus mit Wahrscheinlichkeiten zu berechnen und konkrete Vorhersagen zu treffen, das Meisterstück. Alexander Karp sagt über seine Software, dass sie Menschen töten kann, ganz ohne Gerichtsverfahren. Gerne wird kolportiert, dass Osama bin Laden auf das Konto von Palantir geht, aber sie kommentieren grundsätzlich keine Gerüchte.  Sie kommentieren nichts, was sicherlich besser ist. Sie müssen in dem Fall auch nichts sagen, wenn die Falschen gemeuchelt wurden. In der ARD-Mediathek empfehle ich einen Beitrag der die Welt von Palantir und Alexander Karp näher beleuchtet.

    Wir müssen uns darauf verlassen, dass Palantir richtig arbeitet. Und weil die Software brandgefährlich ist, verkauft sie Alexander Karp nur an die Guten der Welt – die sprechen zuvörderst englisch, aber definitiv kein russisch oder chinesisch. Weil Alexander Karp auch deutsch spricht, haben wir das Privileg und dürfen Palantir einsetzen – und bezahlen.

    Wie Peter Thiel sieht auch Alexander Karp einen Zielkonflikt zwischen Freiheit und Demokratie, was aber die verantwortlichen Politiker nicht hindert, wahrscheinlich noch beflügelt, Palantir zur Polizeiarbeit einzusetzen.

    An diesem Punkt trifft der Himmel auf die Hölle, wenn der zur Genialität neigende hochbegabte Alexander Karp mit einem milliardenschweren Unternehmen im Rücken auf deutsche Beamtenseelen und unsere politische Elite trifft, die sich mit dem intellektuellen Charme einer halben Bockwurst zum Brot macht.

    Alexander Dobrindt, Chefkomiker des Innenministeriums, möchte – über Widerstände hinweg – Palantir bundesweit einführen, weil es konkurrenzlos sei. Bleibt die Frage, was macht Palantir, was wir nicht können? Aus einem Heuhaufen unterschiedlicher Datensätze Informationen extrahieren. P20 war unser Versuch mit unseren Daten selbst zu arbeiten. „Durch das Programm P20, auch bekannt unter dem Namen ‘Polizei 20/20’, erhalten die Polizeibehörden in Deutschland im Rahmen der Digitalisierung eine harmonisierte und einheitliche IT-Architektur. Dies soll eine beschleunigte und effektivere Polizeiarbeit mit besseren Erfolgschancen ermöglichen.“ lesen wir bei egovernment.de

    Um das abzutöten, musste Dobrindt nicht viel tun, einfach die Fördermittel streichen. Ich schätze, Alexander Karp hätte es nicht weit gebracht, wenn Peter Thiel ihm die „Fördermittel“ für Palantir gestrichen hätte.

    Um mögliche Konkurrenz zu Palantir komplett vom Tisch zu wischen, ist nur ein Wort notwendig! In der Ausschreibung für die Polizeisoftware steht, dass nur markterprobte“ Software zum Einsatz kommen darf, berichtet auch die Tagesschau zu Palantir

    Wenn die Nordamerikaner eine Ausschreibung machen, so kommen bei Regierungsaufträgen nur Firmen mit Sitz in den Staaten zum Zug, egal, wie „markterprobt“ die Software ist.

    Es sind die grauen Schatten, die hinter Poltergeistern wie Trump stehen und mit ihrem Geld die Macht steuern, im Sinne einer Freiheit, die nichts mit Demokratie zu tun hat. Mit ihren digitalen Speeren durchdringen sie skrupellos politische Archiktekturen.

    Europa ist in der Rolle von „Jean Pormanove“ alias „JP“, der sein Geld damit verdienen musste, sich auf der Reality-Plattform Kick übel beleidigen und schlagen zu lassen, natürlich vor laufender Kamera, finden wir im Feuilleton der NZZ.

    Seine Zuschauerzahlen schnellten regelmäßig in die Höhe, je brutaler er zugerichtet wurde. Dennoch beteuerte er stets, er mache es freiwillig. Ich nehme an, der letzte Auftritt, den er mit dem Leben bezahlte, war auch freiwillig – bis zur letzten Sekunde, live.

    Kann sein, dass wir so etwas auch als Freiheit verstehen sollen.

    Über Christian Wolf:

    Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)

  18. John Le Carré – „Verräter wie wir“ (2016)

    Alles, was ich über Geheimdienste weiß, habe ich von John Le Carré gelernt. Also, das meiste. Der Richard Burton Film „Der Spion der aus der Kälte kam“ (1965) war sozusagen der Schlüssel und die BBC Serie „Smiley’s Leute“ (1982), mit Sir Alec Guinness, vollendete meine Grundausbildung. (ZDF, Wh)

  19. John Le Carré – „Verräter wie wir“ (2016)

    Alles, was ich über Geheimdienste weiß, habe ich von John Le Carré gelernt. Also, das meiste. Der Richard Burton Film „Der Spion der aus der Kälte kam“ (1965) war sozusagen der Schlüssel und die BBC Serie „Smiley’s Leute“ (1982), mit Sir Alec Guinness, vollendete meine Grundausbildung… (ZDF)

  20. John Le Carré – Verräter wie wir (2016)

    Das ist bestes, klassisches, ja, konservatives Action-Kino! Äusserst gutaussehende Darsteller:innen, tolle Locations. Es wird geschossen, Sachen fliegen in die Luft, Autoverfolgungsjagden vor spektakulären Hintergründen. Und Stellan Skarsgård. (Über den gibt es morgen mehr an dieser Stelle!)