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#targetedadvertising — Public Fediverse posts

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  1. ICYMI: Explaining actalike: Actalike is Pinterest's name for a lookalike audience, modelled from a seed list of known users. How the percentage works and where the targeting rules bite. ppc.land/actalike/ #DigitalMarketing #SocialMedia #PinterestMarketing #LookalikeAudience #TargetedAdvertising

  2. Aufrüstung der Geheimdienste

    Innenministerium lässt Datenkäufe in der Grauzone

    Die Bundesregierung verrät nicht, ob deutsche Geheimdienste bei Databrokern Daten aus der Werbeindustrie kaufen. Vieles spricht dafür, doch auch die neue Geheimdienst-Reform soll keine klare Rechtsgrundlage schaffen. Kritiker:innen wie die Bundesdatenschutzbeauftragte haben verfassungsrechtliche Bedenken.

    Das Haus von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat gerade einen Entwurf für eine tiefgreifende Geheimdienstreform vorgelegt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz und der Bundesnachrichtendienst sollen weitreichende neue Befugnisse bekommen und auch technisch aufrüsten, etwa bei staatlichem Hacking, KI und Videoüberwachung.

    Nach einer anderen Form der Überwachung sucht man im Gesetzestext jedoch vergeblich: Die Überwachung mit kommerziell gehandelten Daten. Insbesondere Daten, die angeblich nur für Werbezwecke gesammelt werden, sind inzwischen zur Handelsware geworden. Databroker haben beispielsweise metergenaue Standortdatenvon Smartphones im Angebot. Auch Informationen zu Vorlieben von Personen oder ihrem Online-Verhalten lassen sich erwerben.

    Der Fachbegriff für Überwachung auf Grundlage von Werbedaten ist ADINT. Der Begriff steht für Advertising-Based Intelligence, also werbebasierte Aufklärung, und taucht lediglich in der Begründung für das neue BND-Gesetz auf. Expert*innen sehen darin den Hinweis, dass deutsche Dienste durchaus ADINT nutzen könnten – allerdings ohne saubere Rechtsgrundlage.

    Staatliche Überwachung mit kommerziellen Daten

    Recherchen von netzpolitik.org und dem Bayerischen Rundfunk zeigen seit 2024, dass sich mit Standortdaten aus der Werbeindustrie auch hochrangige Beamte der Bundesregierung und der EU-Kommission, NATO-Militärstützpunkte und sogar Mitarbeitende von Geheimdiensten ausspionieren lassen.

    Seit Längerem ist bekannt, dass US-Behörden wie das FBI oder die Abschiebe-Miliz ICEADINT einsetzen. Zuletzt hatten Recherchen aufgedeckt, dass auch die ungarische und die österreichische Regierung Produkte eines ADINT-Dienstleisters erworben haben. Die Bundesregierung hatte Fragen von Journalist:innen dazu in der Vergangenheit nicht beantwortet.

    Strittig ist, ob die Nutzung von ADINT-Daten durch deutsche Geheimdienste legal wäre. Ein Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages weckte daran Zweifel. Auch die Bundesdatenschutzbeauftragte Louisa Specht-Riemenschneider und andere Expert:innen hatten wiederholt betont, dass es dafür eine ausdrückliche Grundlage im Gesetz brauche. Staatliche Stellen könnten sich nicht auf allgemeine Generalklauseln stützen, die es ihnen erlauben, Daten zu erheben.

    Eingeständnis durch die Hintertür?

    Eine klare Regelung für Datenkäufe konnte auch die Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (BfDI) im neuen Gesetzentwurf nicht finden. Behördensprecher Karsten Füllhaase erklärt auf Anfrage von netzpolitik.org:

    Der aktuelle Gesetzesentwurf enthält weder für das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) noch für den Bundesnachrichtendienst (BND) eine explizite Rechtsgrundlage für den Ankauf und die Nutzung kommerzieller Daten, insbesondere von Werbedatenbanken. Die Bundesregierung stützt bereits nach der aktuell geltenden Rechtslage den Datenkauf auf die Generalklauseln nach § 8 Bundesverfassungsschutzgesetz bzw. § 5 BND-Gesetz. Diese Normen werden durch den vorgelegten Gesetzentwurf nur unwesentlich geändert.

    Dennoch taucht das Wort „ADINT“ im Gesetzentwurf auf, und zwar in den Erläuterungen zu Paragraf 88 des neuen BND-Gesetzes. Dort geht es darum, unter welchen Bedingungen der deutsche Auslandsgeheimdienst Daten an andere Stellen weitergeben darf. Zitat: „Unter diese Norm fällt auch die Übermittlung von angekauften Datensammlungen z.B. von umfänglichen Werbedaten (sog. ADINT-Daten), oder von im Internet verfügbaren Datenleaks.“

    Solche Daten können dem Entwurf zufolge auch automatisiert und in Gänze an andere übermittelt werden. Die Vermutung liegt nahe: Darf der BND solche Daten weitergeben, dann geht die Bundesregierung offenbar auch davon aus, dass er sie haben kann – und möglicherweise auch erwerben.

    Auch an anderen Stellen taucht Ankauf von Daten in der Begründung des Gesetzes auf. „Damit wird deutlich, dass es sich um einen üblichen modus operandi des BND handelt“, schlussfolgert der Jurist Peter Schantz. Der ehemalige Ministerialdirektor im Bundesjustizministerium hat eine Stellungnahme zum Gesetzentwurf verfasst und kritisiert darin das Fehlen einer gesetzlichen Regelung. Für notwendig hält er sie unter anderem deshalb, weil Dienste auch sensible Daten kaufen könnten.

    Bundesdatenschutzbeauftragte kritisiert Entwurf

    „Hätte der Staat diese Daten auch selbst erheben dürfen?“ Diese Frage nach dem sogenannten “hypothetischen Ersatzeingriff“ müsse sich der Gesetzgeber stellen, so Schantz. Dabei müsse berücksichtigt werden, ob die Verkäufer die Daten selbst überhaupt rechtmäßig verarbeiten.

    Im Fall von Werbedaten bezweifeln viele Fachleute – von Datenschutzbehörden über Jurist*innen bis hin zum Verbraucherschutzministerium –, dass deren Verarbeitung und Verkauf durch Databroker legal ist. Ursprünglich wurden die Daten in der Regel für Werbezwecke erhoben, nicht für Datenhandel oder Überwachung; die Einwilligung der Betroffenen kann allein deshalb nicht wirksam sein.

    Auch die Bundesdatenschutzbeauftragte ist der Auffassung, „dass die Nutzung kommerzieller Werbedaten einer inhaltlich bestimmten und normenklaren gesetzlichen Ermächtigungsgrundlage bedarf“, erklärt deren Sprecher. Er weist auf das „potentiell sehr hohe Eingriffsgewicht“ der Überwachung mit Werbedaten hin. Das erfordere nach Auffassung der BfDI „verfassungsrechtlich neben erhöhten Anforderungen an Zweckbindung und Dokumentation auch ausreichende Kontrollmechanismen“. Schließlich würden die Maßnahmen heimlich erfolgen und betroffenen Menschen wäre eine nachträgliche Rechtsverfolgung kaum möglich. Der vorgelegte Gesetzentwurf erfülle diese Anforderungen nicht.

    Ähnlich argumentiert Jurist Schantz: Kontrolle und Rechtsschutz müssten gewährleistet sein. Ihm zufolge müsse einbezogen werden, welcher Personenkreis betroffen ist, schließlich enthalten Pakete von Databrokern oft Daten über Millionen Menschen. Es drohe „die Umgehung der gesetzlichen und verfassungsrechtlichen Eingriffsvoraussetzungen, die an die staatliche Datenerhebung zu stellen wären“, warnt er.

    In Großbritannien werden Datenkäufe kontrolliert

    Politikwissenschaftler Thorsten Wetzling von der Stiftung Interface kritisiert den Gesetzentwurf mit Blick auf ADINT ebenso als unzureichend. Er und sein Co-Autor Corbinian Ruckerbauer gehörten zu den ersten, die in Deutschland den Blick auf die „Informationsbeschaffung mit der Kreditkarte“ gelenkt haben.

    „Die Regierung pocht weiterhin auf größtmögliche Beinfreiheit bei ihren Datenkäufen“, kommentiert Wetzling heute. Andere Länder würden das anders handhaben. Ein Beispiel sei das Vereinigte Königreich, „wo zumindest ein Genehmigungsverfahren unter Beteiligung der unabhängigen Rechtskontrolle erforderlich wird, wenn ein Nachrichtendienst dort gekaufte Daten in seine eigenen IT-Systeme einverleiben will.“

    In Deutschland hingegen sei bisher nicht geplant, dass der Unabhängige Kontrollrat auch bei der kommerziellen Datenbeschaffung tätig wird. Die Bundesbehörde soll bei der Kontrolle der Geheimdienste künftig grundsätzlich wichtiger werden – aber nicht im Bereich ADINT. Wetzling zufolge müsste der Kontrollrat eigentlich Verträge mit privaten Dienstleistern vor Kaufentscheidungen sichten dürfen oder die Nutzung gekaufter Daten in den Systemen des BND genehmigen.

    Der Staat müsse nachrichtendienstliche Datenkäufe stärker begrenzen und wirksamer kontrollieren, sagt der Forscher. Dafür sprächen „gewichtige Argumente des Grundrechtsschutzes, aber auch der nationalen Sicherheit“, so Wetzling mit Blick auf das Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages. Sie hätten hervorgehoben, dass „beim Ankauf von Daten aus Werbedatenbanken eine besondere Gefahr von Eingriffen in den Kernbereich der privaten Lebensgestaltung“ besteht und das „Erfordernis ausdrücklicher gesetzlicher Schutzvorkehrungen“ ins Spiel gebracht.

    Keine harmlosen Daten

    Kritik haben die Fachleute an einem weiteren Aspekt: In der Begründung für das Gesetz stellt das Innenministerium ADINT in Zusammenhang mit „allgemein zugänglichen Quellen“. Forscher Wetzling und Jurist Schantz finden das nicht überzeugend.

    „Offenbar werden die Daten als wenig sensibel eingestuft, weil fälschlich angenommen wird, sie seien allgemein zugänglich“, schreibt Jurist Schantz in seiner Stellungnahme. Dies sei erstens nicht zutreffend, weil sie zwar käuflich seien, aber nicht frei abrufbar. Zweitens seien auch allgemein zugängliche Daten nicht per se schutzlos.

    „Unverfroren“ findet das Thorsten Wetzling von Interface. Einerseits gebe es „den millionenfachen Ankauf von Datensätzen mit erstaunlich granularen personenbezogenen Daten“, andererseits offen zugängliche Infos wie Presseveröffentlichungen. Die Bundesregierung setze das gleich. ADINT stelle jedoch einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der nachrichtendienstlichen Informationsbeschaffung dar. Dass dieser „verzwergt“, also kleingeredet werden soll, ist Wetzling zufolge „nicht vertrauensfördernd“.

    Ingo Dachwitz ist Journalist und Kommunikationswissenschaftler. Seit 2016 ist er Redakteur bei netzpolitik.org und u.a. Ko-Host des Podcasts Off/On. Seine Themen sind Daten, Macht und die digitale Öffentlichkeit. Ingos Veröffentlichungen wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem European Press Prize, dem Alternativen Medienpreis, dem Datenschutz-Medienpreis und zwei Grimme-Online-Awards. Sein Buch “Digitaler Kolonialismus: Wie Tech-Konzerne und Großmächte die Welt unter sich aufteilen” war für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert und wurde als eines der Wissensbücher des Jahres 2025 geehrt. Ingo ist Mitglied des Vereins Digitale Gesellschaft, der Evangelischen Kirche und des Netzwerk Recherche. Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Bluesky, FragDenStaat. Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

  3. Papa Johns Taps Data to Target Hungry Shoppers

    By teaming up with Instacart, NBCUniversal, and Carat, Papa Johns successfully reached hungry shoppers at the perfect moment - when their fridges were running low on essentials. This clever approach used data to target consumers when they were most likely to crave a delicious pizza.

    osintsights.com/papa-johns-tap

    #TargetedAdvertising #DataDrivenMarketing #ConsumerBehavior #GroceryDelivery #StreamingMedia

  4. Gibt es 1 einzige Person auf der Welt, die sich über „gezielte Werbung“ freut, ah cool, dieses Zeug brauche ich gar nicht und will eigentlich den Online-Artikel über Doro Bär lesen, aber jetzt, wo ich im Artikel dieses Fußpilz-Video angezeigt bekomme, will ich unbedingt diesen Fußpilznagellack haben, schließlich war ich gestern im Schwimmbad??? #Werbetracking #TargetedAdvertising #Datensammelscheiß

  5. Instagram Targets

    I remember a brief period shortly after Instagram introduced in-feed advertisements when I was getting mostly travel ads that consisted of well-composed scenic landscape, cityscapes and nature photos. Which was fine! Of course it didn't last.

    journal.kvibber.com/2026/05/in

  6. MinnPost: Minnesota House passes social media protections for minors, drawing opposition from tech industry group. “Some of the safety features in the bill include requiring parental consent for children signing up for social media accounts; setting privacy settings to the strongest levels by default; prohibiting targeted ads; and limiting addictive features such as infinite scrolling and video […]

    https://rbfirehose.com/2026/05/18/minnpost-minnesota-house-passes-social-media-protections-for-minors-drawing-opposition-from-tech-industry-group/
  7. Courthouse News Service: Meta can’t duck majority of Android advertising tracking claims. “A federal judge ruled Monday that Meta must face claims brought by Android users who say the tech giant exploited vulnerabilities in Android smartphones to match users’ browsing activity to their Meta social media accounts in an attempt to create more detailed advertising profiles.”

    https://rbfirehose.com/2026/05/12/courthouse-news-service-meta-cant-duck-majority-of-android-advertising-tracking-claims/
  8. Was tut sich aktuell eigentlich an der Targeted Adversising-Front?

    Die Amis ware ja kurzfristig ziemlich aufgeregt - aber gehört habe ich nix weiter, oder?

    Frage für einen Freund?
    #targetedadvertising #datenschutz #media #digitalmarketing

  9. ICYMI: LLM visibility tools, agentic buying, and the slow death of precision targeting: ExchangeWire's MadTech podcast, published April 3, 2026, breaks down LLM visibility tool credibility, agent-to-agent buying timelines, and the end of hyper-targeted advertising. ppc.land/llm-visibility-tools- #LLM #DigitalMarketing #AdTech #Podcast #TargetedAdvertising

  10. The Register: ICE knocks on ad tech’s data door to see what it knows about you

    . “It’s not enough to have its agents in streets and schools; ICE now wants to see what data online ads already collect about you. The US Immigration and Customs Enforcement last week issued a Request for Information (RFI) asking data and ad tech brokers how they could help in its mission.”

    https://rbfirehose.com/2026/02/01/the-register-ice-knocks-on-ad-techs-data-door-to-see-what-it-knows-about-you/
  11. University of Exeter: Move away from focus on data value could support international efforts to stop social media giants collecting excessive personal information. “Legal efforts to tackle excessive personal information collection by social media giants could transcend international boundaries if nations moved away from a focus on assessing competition using the value of data, a new study […]

    https://rbfirehose.com/2026/01/30/university-of-exeter-move-away-from-focus-on-data-value-could-support-international-efforts-to-stop-social-media-giants-collecting-excessive-personal-information/
  12. TechSpot: TikTok quietly expands location tracking and ad targeting for US users. “TikTok has introduced an extensive update to its terms of service and privacy policy for American users, significantly broadening the app’s ability to serve targeted ads and gather location data from people who grant permission.”

    https://rbfirehose.com/2026/01/29/techspot-tiktok-quietly-expands-location-tracking-and-ad-targeting-for-us-users/
  13. Praktisch jedes Handy

    ADINT: Überwachungsfirmen können Menschen mit „anonymen“ Werbe-IDs ausspionieren

    Meist im Verborgenen bereiten Unternehmen Daten aus der Online-Werbung für Geheimdienste auf. Manche prahlen damit, praktisch jedes Handy verfolgen zu können. Eine Recherche von Le Monde gewährt seltene Einblicke in eine Branche, die auch europäische Sicherheitsbehörden umwirbt.

    Überwachungsfirmen, die auf Daten aus der Online-Werbeindustrie zurückgreifen, umwerben offenbar offensiv europäische Sicherheitsbehörden. Das geht aus einer am 22. Januar veröffentlichten Recherche von Le Monde (€) hervor. Die französische Zeitung konnte mehreren vertraulichen Werbe-Präsentationen unterschiedlicher Hersteller beiwohnen und Gespräche mit französischem Sicherheitspersonal führen.

    Die Recherche zeigt, wie aktiv mehrere sogenannte ADINT-Firmen auch in Europa für ihre Dienste werben. Die Abkürzung steht für advertising-based Intelligence, werbebasierte Erkenntnisse. Es geht um einen anscheinend wachsenden Zweig der globalen Überwachungsindustrie, der sich darauf spezialisiert hat, Daten aus dem Ökosystem der Online-Werbung für staatliche Akteure aufzubereiten. Insbesondere für Handy-Standortdaten ist die Online-Werbebranche wohl eine Goldgrube, wie nicht zuletzt unsere Databroker-Files-Recherchen gezeigt haben.

    Le Monde gibt nun neue Einblicke in die Selbstvermarktung einer sonst verschlossenen Branche. „Jedes Gerät, jederzeit, überall“, so lautet beispielsweise der Slogan einer ADINT-Firma. „Wir sammeln permanent Daten“, rühmt sich der Vertreter einer anderen. Mindestens eine Person aus französischen Sicherheitsbehörden hat das dem Bericht zufolge beeindruckt.

    Von wegen anonym: Daten sammeln, Menschen finden

    Für ADINT machen sich Firmen und Behörden zunutze, dass die Online-Werbeindustrie in den vergangenen Jahrzehnten den wohl größten Überwachungsapparat der Menschheitsgeschichte aufgebaut hat. Im Mittelpunkt stehen populäre Handy-Apps. Von dort fließen Standortdaten und andere Informationen in einem unübersichtlichen Ökosystem aus hunderten bis tausenden Firmen, für die Betroffenen weitgehend unkontrolliert. Tracking-Unternehmen, Datenhändler und ADINT-Dienstleister sammeln diese Daten auf unterschiedlichen Wegen ein und gründen darauf ihr Geschäft.

    Insgesamt habe LeMonde um die 15 Firmen gezählt, die ADINT-Dienstleistungen anbieten. Darunter mehrere Anbieter mit Sitz in Israel oder den USA wie Penlink, Rayzone, Cognyte und Wave Guard. Doch auch das italienische RCS Lab biete mit seinem Produkt Ubiqo laut Bericht ADINT-Services an. Die genannten Anbieter ließen eine Presseanfrage von netzpolitik.org unbeantwortet.

    Eine Vertriebsperson von RCS Lab soll dem Bericht zufolge in einer vertraulichen Präsentation damit geprahlt haben, man könne mit hoher Trefferquote Personen hinter pseudonymen Werbe-IDs identifizieren. Das sind einzigartige Kennungen, die mobile Betriebssysteme von Apple und Google ihren Nutzer*innen verpassen. Apps schicken diese Kennungen ins Werbe-Ökosystem, oftmals gemeinsam mit Standortdaten. Gelegentlich werden solche IDs als „anonym“ bezeichnet.

    Laut Le Monde wolle RCS Lab mithilfe von Werbedaten angeblich 95 Prozent der italienischen Handys de-anonymisieren können. Die Zeitung bezieht sich dabei auf Aussagen eines Verkäufers. Auf offizielle Anfrage habe das Unternehmen das gegenüber Le Monde jedoch „vehement“ bestritten.

    Durchwachsene Datenqualität

    Wie leicht es möglich ist, konkrete Personen mithilfe von Standortdaten aus der Werbe-Industrie zu identifizieren, zeigen die Databroker-Files-Recherchen von netzpolitik.org, dem Bayerischem Rundfunk und Partnermedien. Mit verhältnismäßig einfachen Mitteln und kostenlosen Vorschaudatensätzen ist das mehrfach gelungen. Welcher Aufwand notwendig wäre, um dies im großen Stil zu machen, lässt sich nur schätzen.

    Laut Le Monde haben jedoch auch andere Firmen mit ihren Fähigkeiten geworben, Personen gezielt zu identifizieren. Auf der Fachmesse für innere Sicherheit Milipol habe etwa das Unternehmen Wave Guard im Jahr 2025 seine „ADINT-Deanonymisierungsplattform“ vorgestellt. Auch Rayzone und Cognyte hätten demnach ähnliche Fähigkeiten versprochen. Penlink wiederum solle Ermittlern gesagt haben, es nutze gehackte und geleakte Daten aus dem Internet, um Standortdaten und Werbe-IDs echten Personen zuzuordnen.

    Im Widerspruch zu vollmundigen Marketing-Versprechen der Branche steht die mangelhafte Qualität der Daten aus der Online-Werbeindustrie. Einer Studie des NATO-Forschungszentrums Stratcom aus 2021 zufolge könnten wohl nur 50 bis 60 Prozent der kursierenden Werbe-Daten als präzise angesehen werden. Die Vertriebsperson eines israelischen Unternehmens habe gegenüber Le Monde geschätzt, dass sogar 80 bis 85 Prozent der Daten, die sie sammeln, unbrauchbar seien.

    Realistischerweise könne man weltweit etwa zehn oder 15 Prozent der Handys mit ADINT überwachen, soll eine andere anonyme Quelle geschätzt haben, wie Le Monde berichtet. Für Strafverfolgung eigne sich das weniger, für Geheimdienste jedoch mehr.

    Zur Zielgruppe zählt offenbar auch der private Sektor

    Beworben werden solche Überwachungsprodukte offenbar auch als Werkzeuge, um Migrant:innen ins Visier zu nehmen. So berichtet Le Monde aus einer vertrauliche Präsentation des Unternehmens Rayzone, das sein ADINT-Produkt als Waffe im „Kampf gegen illegale Migration“ angepriesen haben soll. Durch das gezielte Sammeln von Werbe-IDs an bekannten Grenzübergängen für Geflüchtete sollen Behörden demnach in die Lage versetzt werden, Telefone zu identifizieren, die dort regelmäßig auftauchen. So könnten etwa Schleuser gefunden werden. Gegenüber Le Monde habe Rayzone mitgeteilt, Kund:innen streng zu prüfen. Das Produkt könne nur für bestimmte Zwecke eingesetzt werden, etwa um Kriminalität oder Terror zu verhindern.

    Bekannt ist, dass in den USA die paramilitärische ICE-Truppe bereits ADINT-Dienstleister nutzt, um Menschen für die Deportation aufzuspüren. Neu ist hingegen, dass ADINT-Firmen ihre Produkte offenbar nicht nur an staatliche Abnehmer verkaufen. Dem Bericht von Le Monde zufolge soll beispielsweise Wave Guard seine Dienste auch als Werkzeug für Finanzinstitute vermarkten – für „verbesserte Sicherheit und Betrugsprävention“.

    Ob auch deutsche Behörden ADINT-Produkte beziehen, ist nicht öffentlich bekannt. Expert:innen halten das für wahrscheinlich, da diese Praxis in anderen europäischen Ländern wie Norwegen und den Niederlanden bereits belegt ist. Erst im Dezember verweigerte die Bundesregierung jedoch der Bundestagsabgeordneten Donata Vogtschmidt (Die Linke) eine Antwort auf diese Frage.

    Ingo Dachwitz ist Journalist und Kommunikationswissenschaftler. Seit 2016 ist er Redakteur bei netzpolitik.org und u.a. Ko-Host des Podcasts Off/On. Er schreibt häufig über Datenmissbrauch und Datenschutz, Big Tech, Plattformregulierung, Transparenz, Lobbyismus, Online-Werbung, Wahlkämpfe und die Polizei. 2024 wurde er mit dem Alternativen Medienpreis und dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet. Ingo ist Mitglied des Vereins Digitale Gesellschaft sowie der Evangelischen Kirche. Seit 02/2025 ist sein Buch erhältlich: “Digitaler Kolonialismus: Wie Tech-Konzerne und Großmächte die Welt unter sich aufteilen”. Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Bluesky, FragDenStaat. Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

  14. BBC: The women taking Meta to task after their baby loss. “For Sammi Claxon, it was no different. Soon after she started searching for answers, algorithms picked up that she was pregnant, and began targeting her with adverts. But when she lost her baby due to a miscarriage, the adverts didn’t stop.”

    https://rbfirehose.com/2025/10/15/bbc-the-women-taking-meta-to-task-after-their-baby-loss/

  15. This was always the endgame, wasn't it? Meta is officially closing the loop by using conversations with its AI to fuel targeted ads. For years the focus was on metadata and public activity, but this crosses a new line into the substance of what people are discussing with a supposedly helpful assistant. Making it mandatory, with no opt-out, removes any pretense of user control. It’s a reminder that when you're using a "free" AI, you're not just the customer, you're the training data and the target... in other words, you're the product.

    TL;DR
    💬 New Ad Data: Your chats with Meta's AI are now being analyzed to decide which ads you see across their platforms.
    🔒 No Opt-Out: Users in most regions cannot prevent Meta from using their AI chat history for ad targeting.
    💰 Data as the Product: This move further commoditizes user interactions, turning private queries into direct ad revenue.
    🤔 Privacy Implications: This raises significant questions about the expected confidentiality of AI conversations and user trust.

    arstechnica.com/tech-policy/20
    #Privacy #Meta #AIethics #DataPrivacy #TargetedAdvertising #security #cloud #infosec #cybersecurity #AI

  16. Reach 4M+ tech professionals monthly on HackerNoon with targeted campaigns, curated tags, and high-performing ad formats. hackernoon.com/how-aws-bosch-a #targetedadvertising

  17. The Register: Meta used Flo menstruation app data to sell ads, jury finds . “A jury has unanimously found Meta guilty of violating the California Invasion of Privacy Act by using data from menstruation and fertility app Flo to sell advertising to the social network.”

    https://rbfirehose.com/2025/08/06/the-register-meta-used-flo-menstruation-app-data-to-sell-ads-jury-finds/

  18. ID5 partners with Future Today for CTV advertising addressability: Digital advertising identity provider teams with streaming publisher to enhance targeting capabilities across billion ad impressions. ppc.land/id5-partners-with-fut #DigitalAdvertising #CTV #AdTech #TargetedAdvertising #Streaming

  19. NEW VIDEO: I was honored to address the European Parliament on Tuesday 3rd June at invitation of the Special committee on the European Democracy Shield on 'Regulation of Political Advertising in the EU... or How to Avoid It?' (My contribution starts: 16:34:00 - panel begins 16:24:00) I talked about how #ChatGPT is suggesting ways for advertisers to skirt around #GDPR protections & target us on the basis of anxiety. multimedia.europarl.europa.eu/ #disinformation #targetedadvertising #cambridgeanalytica

  20. NC Newsline: House bill would allow NC consumers to opt out of targeted online ads. “House Bill 462 would allow consumers to confirm whether companies, called ‘controllers’ in the bill, have their personal data. Consumers would be able to obtain their data, have it corrected, or have it deleted. Companies would have to tell consumers what third parties have their personal information. […]

    https://rbfirehose.com/2025/04/30/nc-newsline-house-bill-would-allow-nc-consumers-to-opt-out-of-targeted-online-ads/

  21. Engadget: Perplexity is building a browser in part to collect customer data for targeted ads. “AI company Perplexity announced in February that it was building its own browser called Comet. In a recent interview with the TBPN podcast, CEO Aravind Srinivas gave some insight as to why the business appeared to be branching out from its artificial intelligence focus: It’s to collect user data and […]

    https://rbfirehose.com/2025/04/27/engadget-perplexity-is-building-a-browser-in-part-to-collect-customer-data-for-targeted-ads/

  22. @data @datadon 🧵

    In its judgment, the General Court of the European Union strengthened the conciliation and regulatory powers of the European Data Protection Board.

    "The DPC will have to continue its investigations into Meta unless it chooses to refer the matter to the European Court of Justice. Given the timeline of the original investigation, which began in 2018, it may still take several years before a final determination is made regarding the GDPR compliance of Meta’s business model, particularly in relation to behavioural advertising."

    dpoblog.eu/cjeu-and-the-powers by Christina Etteldorf, Institut of European #Media #Law, Saarbrücken (Germany)

    #advertising #GDPR #Meta #WhatsApp #instagram #CJEU #DPC #EDPB #Etteldorf #networkPolitics #targetedAdvertising #targetedAdvertisement #dataProtection #dataMining #dataDon #dataCapture #dataGovernance #retaliation

  23. @freakonometrics “The constituencies where the far-right AfD won the most votes mapped closely to the boundaries of the former East Germany.” I only have one question: as citizens how can we inspect in our countries of #GDPR what kind of messages are sent and what personal attributes are targeted during and before political elections? #targetedadvertising #AfD

  24. Are you tired of being bombarded by targeted advertisements a/k/a targeted marketing a/k/a remarketing? I wrote a blog post about how I flushed all of that trash from my life. You can do it too.

    cheerfulcurmudgeon.com/2025/02

    #privacy #remarketing #targetedadvertising #targetedads #targetedmarketing #firefox #privacybadger #duckduckgo #google #chrome #facebook #android

  25. @FinchHaven @shonin

    I have a real problem with their new "approach". The countering of misinformation by community requires community is aware that misinformation needs to be countered in the first place.

    A lot of the problem is that people are isolated. They're seeing targeted ads that reach specifically them. They're talking to bots in private. They're in a cult or other closed community not predisposed to admit is is ridden with lies.

    Free speech ought be more than a right to drown someone in lies.

    One simple idea I've pondered is that we should just make it illegal to do targeted advertising without registering the ad somewhere publicly viewable and saying what demographic it is targeted at, so that paid advertising is publicly inspectable and possible to mount a response to. That was an accidental property of early advertising that we've lost in the modern world. I don't know if it would work, but it has the right feel to me because it has the property that one could objectively tell whether a violation had occurred, not by characterizing the content but just checking the registry.

    I also think it wouldn't hurt to have to declare which forums allow bots/AI, and possibly which entities are such non-human tech. We are social critters, easily influenced by wanting to go along with peers, more than by logic, but artificial entities are not peers and it's too easy to create the illusion that a lone human is surrounded by disapproving humans.

    The following essay by me is not recent but is still quite relevant in how it breaks down free speech, analyzing why it's core to a democracy and what aspects of it really need protecting. (It probably needs to be updated for the post-truth world of bots and generative AI, but even without that, I think it gets the basic ideas right.)

    The Freedom to Hear
    netsettlement.blogspot.com/200

    #FreeSpeech #Privacy #Advertising #TargetedAdvertising #Democracy #Censorship #rights #FirstAmendment #Constitution #propaganda #ContentModeration #moderation

  26. When companies get caught #spying on people they put #TargetedAdvertising because they think that this is something people will want enough to be okay with the #privacy violations?

  27. I still don't understand targeted ads.

    Why am I - a monolingual - getting ads and suggested posts etc in Spanish and Slavic languages?

    Like I get ads that are scarily related to searchs messages etc. But then they throw my something I can't understand or think I'd like some obvious lgbt hate posts.

    #facebook #ads #ad #advert #targetedadvertising

  28. Ugh. And now frickin' United wants to turn the entertainment system into targeted ads based on the personal information it has collected about you.

    Opt out instructions at the link below.

    #enshittification #United #UnitedAirlines #Advertising #TargetedAdvertising

    fastcompany.com/91138450/unite

  29. More of this, please! [Apologies for the Fox News link -- I'll try to find another one]

    High school bans use of phones next academic year to address student mental health concerns

    By Jodi Long, KCCI via CNN Newsource

    Published: May. 29, 2024 at 11:44 AM EDT

    foxcarolina.com/2024/05/29/hig

    #Smartphones #TargetedAdvertising #SmartphonesAreMakingUsDumb

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