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#plattformen — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #plattformen, aggregated by home.social.

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  1. Am 09.12.2026 um 19:00 Uhr diskutiert #AmnestyInternational im Haus am Dom in #Frankfurt über die Bedrohung der #Menschenrechte durch #BigTech. Auf dem Podium unter anderem der Medienwissenschaftler Martin Andree und der #CCC Frankfurt.

    Beispiel aus der Ankündigung: Die USA verhängten Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof, daraufhin sperrte #Microsoft das Mailkonto des Chefanklägers. Ein #Gericht verlor seine Arbeitsmittel, weil ein US-Konzern den Schalter umlegte. Wer #Cloud und #Plattformen aus den USA bezieht, ist erpressbar.

    Meine Konsequenz: #FreieSoftware, europäische Anbieter, #Fediverse. Jeder Wechsel entzieht ihnen Macht.

    #Datenschutz #Demokratie #FOSS #OpenSource

    amnesty-digital.de/2026/10/bed

  2. Das, was einmal #Kultur war, liegt wohl immer noch im tiefen Schlummer darüber. Die Kriminalisierung schreitet voran. | US-#Musiker erhält 18 Monate Haft für manipulierte Streams | bild.de/leben-wissen/digital/u #Recht #Betrug # #Musik #Streaming #Plattformen #Spotify

  3. #ukraine greift erfolgreich Russische Datenzentren an, und #socialmedia wird plötzlich wieder lesbar.

    Epischer Win. Die Nutzer-Erfahrung ist plötzlich eine ganz andere. Man sieht jetzt, wie verseucht diese #Plattformen bislang waren - und wie wenig die #Betreiber dagegen unternommen haben.

    Ein kleiner Funke Hoffnung für die anstehenden #midterms ohne breite #Manipulation durch #Russland.

    #UkraineWar #botnetz #BotnetDisruption

  4. Wir feiern weiter. 🥳
    Und jetzt sind wir auch hier. 🤝

    #funk #Geburtstag #Plattformen

  5. *Sony schraubt wieder an der PS5 Slim – und nennt es Fortschritt*
    Sony hat die PlayStation 5 Slim offenbar erneut überarbeitet. Die Änderungen fallen unspektakulär aus und betreffen vor allem die Fertigung: Die Konsole soll leiser, günstiger und robuster werden.
    { #Games #Sony #Gaming #Playstation #Plattformen }
    >> nydus.org/news/136610-sony-sch

  6. Wer #digitaleInfrastruktur nutzt, sollte verstehen, wie sie funktioniert.

    Nicht, weil jede:r #Serveradmin werden muss – sondern weil Wissen über #DNS, #Backups, #Migration, #Sicherheit und #Wiederherstellung nicht in den Händen weniger Spezialist:innen bleiben darf.

    Lerne es. Brich es. Bau es wieder auf. Und bring es jemand anderem bei.

    Je mehr Menschen diese Skills beherrschen, desto weniger abhängig sind wir von einzelnen #Plattformen, #Providern, #Maschinen – oder Personen.

    Das ist (...)

  7. E-Commerce: Neue EU-Regeln müssen jetzt konsequent umgesetzt werden, Südwesttextil e.V., Story

    Südwesttextil begrüßt die Reform des EU-Zollrahmens – spricht sich in einem zweiten Positionspapier zu E-Commerce Plattformen angesichts weiterhin…
    #EuropeSays #EU #Europa #Bearbeitungsgebühr #E-Commerce #EuropäischeUnion #Kleinsendungen #Marktüberwachung #Onlinehandel #Pauschalzoll #Plattformen #Sanktionen #Textilindustrie #Wettbewerb #Zollkontrollen #Zollreform
    europesays.com/europa/106268/

  8. Digital duty of care. #Australien will #Plattformen stärker regulieren. Die USA sind verärgert. Der Autor sagt, daß Gesetzesvorhaben erinnert an den #DSA, ginge aber weiter. Mein Eindruck ist: hier wird der Versuch unternommen, normative Kriterien an die Gestaltung von #Öffentlichkeit zu legen. Wie es einst mit Presse, Radio und TV der Fall war. Das ist gebau richtig!

    Kein Zwang zum Algorithmus: Australiens Vorstoß gegen Big Tech verärgert die USA | heise online
    heise.de/news/Kein-Zwang-zum-A

  9. Substack: Neuer Hype, alte Probleme

    Ist Substack gerade der Ort für Menschen, die sich längere Aufmerksamkeitsspannen, Kontext und gute Gespräche wünschen? Die Plattform scheint dafür geeignet. Aber sie hat ein Problem.

    „Wechseln grade alle von LinkedIn und Insta zu Substack?“, fragt die Journalistin Anne-Kathrin Gerstlauer in einem Beitrag auf LinkedIn. Sie selbst ist dort seit über vier Jahren mit ihrem Newsletter vertreten. Nun hat auch Luisa Neubauer auf Substack einen Newsletter gestartet. Sie sehne sich nach mehr Kontext, Durchatmen und kommunikativer Ausgeglichenheit, erklärt sie bei LinkedIn. Bob Blume, „Netzlehrer“ und Bildungsinfluencer, beschreibt in seiner Kolumne auf Web.de, warum ihm Substack Hoffnung macht. Er erwähnt das Nazi-Problem der Plattform, bleibt aber bei seinem positiven Fazit. Anne-Kathrin Gerstlauer antwortete auf meine Frage zu diesem kritischen Punkt, dass sie mit den Betreibern darüber im Gespräch sei.

    Das Nazi-Problem von Substack

    Mich hat doch erstaunt, wie nebensächlich das sogenannte Nazi-Problem in der aktuellen Begeisterung thematisiert wird. Für die Publizistin Ingrid Brodnig war es dagegen ein Grund, eine Alternative zu suchen und ihren Newsletter auf der deutschen Plattform Steady statt auf Substack zu veröffentlichen, wie sie im August vergangenen Jahres dort berichtete.

    Ich möchte niemanden in seiner Entscheidung bewerten. Dafür sitzen wir alle zu sehr im gleichen Boot, die wir die Kommunikationsangebote der Big Tech weiterhin nutzen, obwohl wir wissen, wie sie (nicht) funktionieren. Aber ich möchte anregen, intensiver über Alternativen zu diskutieren und die Probleme deutlicher zu benennen, die mit den US-Plattformen für die Kommunikation verbunden sind – gerade dann, wenn es mal wieder einen Hype gibt.

    Was genau ist das Problem? Auf Substack erscheinen Newsletter, die nationalsozialistische Ideologie, Holocaustleugnung, Antisemitismus und die Ideologie weißer Vorherrschaft verbreiten. Eine Recherche des Guardian von Februar 2026 zeigt, dass einige dieser Newsletter kostenpflichtig sind. Substack verdient an den Abonnements mit. Einem Testkonto des Guardian wurden nach dem Abonnement eines solchen Newsletters weitere einschlägige Profile empfohlen. Wer es sich antun möchte, muss nur den Begriff „Holocaust“ auf Substack suchen und findet schnell die entsprechenden Beiträge.

    Die Vorwürfe sind nicht neu. Schon 2023 berichtete The Atlantic über solche Accounts. Substack entfernte danach einzelne Veröffentlichungen, führte aber auch in der Aktualisierung der Richtlinien im Juli dieses Jahre keinen expliziten Ausschluss von NS-Propaganda und Holocaustleugnung ein. 

    Moderation oder Zensur?

    Mitgründer Hamish McKenzie hatte sich nach Erscheinen des Artikels in The Atlantic  2023 von nationalsozialistischen Ansichten distanziert. Eine Löschung oder Demonetarisierung entsprechender Publikationen bezeichnete er jedoch als „Zensur“. Substack wolle die Meinungsfreiheit schützen, auch wenn es schmerze. Mehr war dann nicht mehr zu hören, zur Recherche des Guardian gab es keine Rückmeldung. Auch die Bestimmungen der Plattformen wurden nicht geändert.

    Sein Statement offenbart ein problematisches Verständnis von Zensur. Eine Löschung wäre eine private Moderationsentscheidung und kein staatliches Verbot. Holocaustleugnung ist in den USA als solche grundsätzlich nicht strafbar. Daraus folgt aber nicht, dass Substack sie verbreiten oder an ihr verdienen müsste. Unabhängig davon können Nutzer:innen konkrete Inhalte, die sie nach deutschem Recht für rechtswidrig halten, über das Meldeverfahren nach dem Digital Services Act bei Substack melden.

    Diskussion über Alternativen

    Die Lobgesänge auf Substack waren für mich Anlass, mich zu fragen, warum ich bei dieser Plattform eine deutlichere Abwehr spüre als etwa bei LinkedIn. Auch dort gibt es rechtsextreme Inhalte und Hassrede. LinkedIn untersagt solche Inhalte und Holocaustleugnung allerdings ausdrücklich. Ob die Regeln zuverlässig durchgesetzt werden, ist eine andere Frage.

    Wir sollten die Nachteile der Plattformen, auf denen unsere öffentliche Kommunikation stattfindet, nicht unter den Teppich kehren. Ihre Betreiber bestimmen Regeln und Empfehlungen. Sie können sie ändern, wie wir beim Wandel von Twitter zu X erlebt haben – oder der Besitzer ändert sich. Und sie können mit Inhalten Geld verdienen, die Menschen ausgrenzen und in Summe und auf Dauer eine reale Gefahr für unsere demokratischen Gesellschaften sind.

    Wenn wir über neue Plattformen reden, sollten wir deshalb auch über wirkliche Alternativen sprechen. Man findet sie im Fediverse. Sie erscheinen vielen weniger eingängig und bieten oft nicht die gleiche Reichweite. Aber Reichweite ist ohnehin eine diskussionswürdige Größe. Die Entscheidung für eine Alternative kann auch eine Frage der Haltung sein. Je mehr Menschen sich dort engagieren, desto attraktiver werden diese Orte. Dazu Inge Brodnig:

    Als einzelne Person kann man nicht beeinflussen, welche Regeln Substack (oder andere große Plattformen) festlegen. Man kann aber beeinflussen, auf welchen Plattformen man selbst aktiv ist. Und gerade weil es Alternativen zu Substack gibt, erscheint es mir sinnvoll, stärker diese Alternativen sichtbar zu machen.
    (Aus: „Wir müssen über Substack – und seinen Umgang mit Nazis – sprechen“, 3.8.2025)

    Im Fediverse funktionieren nicht alle Alternativen reibungslos. Für mich ist ein aktueller Kompromiss deshalb die +1-Strategie: Ich versuche, alles, was ich an Inhalten teile, mindestens auch auf einer alternativen, offenen Plattform zu posten. Das ist für mich vorrangig Mastodon. Und ich bin sehr positiv gestimmt, wenn ich viele wichtige Stimmen dort inzwischen schon lesen und mich mit ihnen austauschen kann.

    Zum Weiterlesen und Hören:

    Die Initiative „Save Social“ empfiehlt, am Di.Day, also jeden ersten Sonntag im Monat, Wechselmöglichkeiten, um sich von den Big Tech zu verabschieden. Hier gibt es eine sehr einfache Anleitung für den Wechsel zu Mastodon.

    Der Tech-Reporter Karl Bode hat wenig Verständnis für Autor:innen, die noch auf Substack publizieren: „Why is Naomi Klein Funding Substack’s Hate Machine? Writers of good conscience should not be building new media companies on the back of a platform that opportunistically coddles white supremacy.“ (15. Juli 2026)

    Ein positives und anregendes Gespräch von Andreas Sator mit Leonhard Dobusch als Podcast: „Erklär mit das Fediverse, Leonhard Dobusch“ – vom 30. Juni 2026.

    Whitepaper: Reinvent Social Platforms. Journalismus into the Fediverse! Media Lab Bayern/SWR X-Lab

    #Plattformen #Steady #Substack
  10. EU Kids Act: Brüssel will Kinder unter 13 aus sozialen Netzwerken verbannen

    Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte den „EU Kids Act“ erstmals in ihrer Rede zur Lage der Union…
    #EuropeSays #EU #Europa #EU-Vorschlag #EuropäischeUnion #Kommissions #Plattformen #UrsulavonderLeyen #Vorschlag
    europesays.com/europa/104044/

  11. Europe Today: Trump drängt auf IStGH-Austritt, EU-Verteidigungschef bei Euronews

    In der heutigen Sendung: Shona Murray erklärt, warum immer mehr EU-Mitgliedstaaten mit Palantir zusammenarbeiten. Das US-Unternehmen entwickelt Plattformen…
    #EuropeSays #EU #Europa #AndriusKubilius #EU-Kommissar #EU-Mitgliedstaaten #EuropäischeUnion #KünstlicheIntelligenz #Plattformen
    europesays.com/europa/103576/

  12. Wie will die EU Kinder vor den Gefahren sozialer Medien schützen?

    Die EU will sich nicht länger darauf verlassen, dass Techkonzerne sich selbst kontrollieren. Kinder im Netz sind durch…
    #EuropeSays #EU #Europa #EuropäischeUnion #Kinder #Plattformen
    europesays.com/europa/101874/

  13. Von der Leyen kündigt EU Kids Act an: Strenge Altersregeln für Plattformen

    Die Europäische Kommission will die Nutzung sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche grundlegend beschränken. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der…
    #EuropeSays #EU #Europa #Act #Altersregeln #EuropäischeUnion #Kids #Konten #Leyen #Nutzer #Plattformen #strenge #umsetzung #Unter-13-Jährige
    europesays.com/europa/99651/

  14. Kids Act: EU verbietet Kindern unter 13 Jahren Social Media

    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union vor dem EU-Parlament in…
    #EuropeSays #EU #Europa #Act #EU-Kommission #EuropäischeUnion #Gesetzesentwurf #Jahren #Kids #Kinderkonten #Media #Pflicht #Plattformen #Social
    europesays.com/europa/99617/

  15. #EAuto #Plattformen einfach erklärt | #Unter_Strom – Einfach #Elektromobilität #ADAC

    In dieser Folge von „ #UnterStrom “ geht es um zwei grundlegende Konstruktionsansätze bei #Elektroautos: Purpose Design und Conversion Design. Marie spricht mit #ADAC-Experte Matthias darüber, wie die technische Basis Platzangebot, Bedienung und Alltag beeinflusst.

    youtube.com/watch?v=iAGFs2z4UT4

  16. @coba

    Hallo Corinna,

    schön, dass wir uns hier gleich wieder treffen. Die Frage kam ja von uns und ich würde mich sehr freuen, wenn Du hilfst diese ## zu stärken.

    Mit #FediverseFirst oder #FediverseOnly verdeutlicht man, dass es diesen Post hier früher oder sogar nur im #Fediverse gibt.

    Das halten wir für einen starken Anreiz für andere Menschen, den Weg ins Fediverse zu nehmen.

    Wie heute schon bei @berlinfediday erzählt, hat @marcuwekling das bei der Hörbuchaufnahme der #KänguruRebellion gemacht und nur deshalb konnten wir dabei sein.

    Und @SheDrivesMobility macht das sogar ganz regelmäßig, sodass man bestimmte Inhalte von ihr einfach schon früher hat.

    Wir und andere User können nun Freunden und Bekannten zumindest guten Gewissens sagen, kommt erstmal +1 ins Fedviverse. Hier gibt es Sachen, die hat man bei #BigTech nicht und kann diese so nach und nach den #Broligarchen und ihren #Demokratie gefährdenden #Plattformen entziehen.

    Je mehr Leute mitmachen, desto besser!

  17. *GOG druckt die Vergangenheit aus und trifft damit einen wunden Punkt*
    GOG verkauft jetzt alte PC-Spiele und ihr Äußeres. Zu ausgewählten Klassikern liefert die Plattform 3D-Modelle der originalen Big Boxes und Druckvorlagen zum Selberbasteln.
    { #Games #Gaming #Playstation #Plattformen #PCSpiele }
    >> nydus.org/news/136489-gog-druc

  18. 18 Milliarden für Ruhe: Wie Meta den Jugendschutz selbst geschrieben hat

    Es war als einer der größten Kinderschutzprozesse gegen einen Tech-Konzern angelegt. Seit 2023 klagten die Generalstaatsanwaltschaften fast aller US-Bundesstaaten gegen Meta: Instagram und Facebook seien gezielt dafür gebaut, Kinder und Jugendliche zu binden, vielleicht sogar süchtig zu machen. Endloses Scrollen, personalisierte Empfehlungen, Push-Benachrichtigungen. Meta habe die eigenen Erkenntnisse über die Folgen gekannt, öffentlich das Gegenteil behauptet und dazu Daten von Unter-13-Jährigen gesammelt.

    Zu einem Urteil kam es nicht. Mitten im laufenden Verfahren, einen Tag nachdem Instagram-Chef Adam Mosseri im Zeugenstand hatte einräumen müssen, wie wenige Jugendliche die 2021 gefeierte Pausenfunktion überhaupt genutzt hatten, einigte sich Meta mit 52 Generalstaatsanwaltschaften von Bundesstaaten und Territorien.

    Der Katalog von Einschränkungen, der dabei herauskam, klingt beachtlich. Zwei Stunden Instagram und Facebook am Tag für Minderjährige, Nachtmodus von null bis sechs, ausgeblendete Likes, gesperrte Schönheits-OP-Filter, stummgeschaltete Benachrichtigungen während der Schulzeit, private Konten als Standard und ein Feed ohne Algorithmus als Option. Man würde sich so etwas für Deutschland wünschen.

    Beim zweiten Hinsehen bleibt weniger übrig. In unserer aktuellen Folge #9vor9 haben Lars Basche und ich uns durch die Vereinbarung gearbeitet und die Brücke zur deutschen Verbotsdebatte geschlagen. Mein Fazit nach 33 Minuten Gespräch: Der Vergleich ist vor allem ein Erfolg für Metas Rechtsabteilung.

    https://9vor9.podigee.io/214-social-media-verbot-meta-einigung

    Portokasse mit zehn Jahren Laufzeit

    Zur finanziellen Seite. Meta zahlt bis zu 18 Milliarden Dollar über zehn Jahre. Garantiert sind davon 12,7 Milliarden, die restlichen 5,3 hängen an Bedingungen. Macht rund 1,2 Milliarden im Jahr. Bei einem Gewinn von etwa 60 Milliarden Dollar im Jahr 2025 sind die Zahlungen Peanuts. Portokasse. Gefordert hatten die Bundesstaaten bis zu 1,4 Billionen. Zudem räumt Meta kein Fehlverhalten ein, das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe weiterhin. Tausenden Klagen von Einzelpersonen und Schulbezirken fehlt damit das Schuldeingeständnis, auf das sie sich stützen könnten. Metas Aktie stieg.

    Und weil es ein ausgehandelter Vergleich ist, konnte Meta die Regeln mitschreiben, denen es sich künftig unterwirft — und verkauft sie nun als Branchenstandard.

    Die Bedingung für die restlichen 5,3 Milliarden ist ein besonderer Schachzug. Das Geld fließt nur, wenn YouTube und TikTok nachziehen. Erst dann greift auch bei Meta die schärfere Variante: eine Stunde pro App, Nachtruhe von 22 bis 7 Uhr. Selbst die Laufzeit hängt daran. Zeitlimit und Nachtmodus gelten zunächst fünf Jahre und verlängern sich nur auf zehn, wenn die Konkurrenz der Vereinbarung beitritt. Meta koppelt den eigenen Jugendschutz an das Verhalten seiner Wettbewerber. Gute Anwälte, muss man konstatieren.

    Der Fehler steckt in der Voreinstellung

    Die kalifornische Vizegeneralstaatsanwältin hat das Geschäftsmodell im Prozess in vier Verben zusammengefasst: „anfixen, festhalten, Daten ernten, Wahrheit verstecken“. An diesem Modell ändert die Einigung nichts. Der eigentliche Konstruktionsfehler steckt nicht in der Summe, sondern in der Voreinstellung. Die Eltern sind für die Einstellungen verantwortlich, und das im sogenannten Opt-out-Modus. Lars hat das im Gespräch schärfer formuliert, als ich es getan hätte: „Wenn die Eltern entweder nicht wollen, nicht können, zu doof sind, was auch immer“, das Ganze einzustellen, dann ändert sich für die Kinder nichts.

    Hinzu kommen eklatante Lücken. Direktnachrichten sind von Zeitlimit, Nachtmodus und Schulmodus ausdrücklich ausgenommen, WhatsApp sowieso — und vor allem dort wird sozialer Druck ausgeübt, der den Jugendlichen wirklich zusetzt. Auch der Schulmodus klingt härter, als er ist: Instagram wird zwischen 8 und 15 Uhr nicht wirklich gesperrt, Direktnachrichten laufen weiter. Es hört sich sinnvoll an, und dann stellt man fest: „es ist eher ein Schweizer Käse“.

    Papabär Lars macht im Podcast darauf aufmerksam, dass die Sache nicht ganz so einfach ist: Direktnachrichten sind für Elf- oder Zwölfjährige das, was für uns das Telefonieren war. Wer sie einschränkt, schneidet Kinder von ihrer Kommunikation ab, nicht von einem Suchtmechanismus. „Aber daran sieht man auch wieder, wie schwierig eine smarte Regulierung ist.“

    Schutzoption gegen Schutzmechanismus

    Wir haben uns für die Folge eine Vergleichstabelle mit NotebookLM bauen lassen, weil an dieser Stelle der Unterschied zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Zugriff sichtbar wird. Sie gehört in diesen Beitrag:

    Die Leitbilder

    DimensionMeta-Vergleich USA (August 2026)EU: Digital Services ActLeitbildSchutzoption: Eltern und Jugendliche schalten abSchutzmechanismus: Safety by Design und by DefaultVerantwortungBei Eltern und Jugendlichen, die riskante Voreinstellungen selbst ändern müssenBeim Plattformbetreiber, der systemische Risiken ermitteln und wirksam mindern mussRechtlicher StatusAusgehandelter Vergleich, von Meta mitverhandelt, kein SchuldeingeständnisUnmittelbar geltendes EU-Recht mit behördlicher Aufsicht und Bußgeldrisiko

    Die Mechanismen

    MechanismusMeta-Vergleich USAEU-RegulierungBildschirmzeit2 Stunden täglich kumuliert für Facebook und Instagram, von Jugendlichen nicht wegklickbar, mit Elternfreigabe schon. Zunächst 5 Jahre bindendKeine starre Stundenvorgabe; Kommission nennt Metas Zeitwerkzeuge zu leicht wegzuklicken (vorläufige Feststellung, 10.07.2026)NachtmodusSperre zentraler App-Teile von 0 bis 6 Uhr, durch Eltern aufhebbar. Schärfere Variante 22 bis 7 Uhr nur, wenn Konkurrenz mitziehtWirksame, nicht umgehbare Nachtruhe gefordert (Leitlinie, nicht bindend)Algorithmischer FeedBleibt Standard. Unpersonalisierte Variante nur als Option, die Eltern erzwingen könnenDie großen Plattformen müssen mindestens eine Empfehlungsoption ohne Profiling anbieten (Art. 38, verbindlich)Autoplay, Endlos-ScrollenBleibt aktiv, lediglich abschaltbarKommission fordert standardmäßige Deaktivierung für Minderjährige (vorläufige Feststellung, nicht bindend)DirektnachrichtenAusdrücklich ausgenommen von Zeitlimit, Nachtmodus und Schulmodus. WhatsApp nicht erfasstSichere Standardeinstellungen für Interaktion, strenge Prüfung von KontaktrisikenSchulmodus8 bis 15 Uhr Push stumm. Keine Sperre, DMs und Sicherheitsmeldungen laufen weiterKeine Schulzeitregel, aber Verbot manipulativer Push-MechanikWerbung und ProfilingPersonalisierte Werbung für Jugendliche wird nicht grundsätzlich umgebautVerbot von Werbung auf Basis von Profiling Minderjähriger (Art. 28, verbindlich)Likes und Beauty-FilterLikes standardmäßig verborgen, Filter für Schönheits-OPs deaktiviertGegenstand der Risikoprüfung unter Gesundheitsschutz und SelbstbildNutzungshinweiseErinnerung nach 15 Minuten und bei bestimmten Tageswerten. Der Mechanismus dahinter bleibtVerbot manipulativer Oberflächen (Art. 25, verbindlich)AltersverifikationMeta prüft in Eigenregie und fordert, App Stores sollen verifizierte Altersdaten liefernEmpfehlung datensparsamer Verfahren auf Geräteebene, etwa EUDI-Wallet mit Zero-Knowledge-Proof

    Markus Beckedahl bringt den Unterschied auf eine Formel: Ein Autoplay, das Eltern deaktivieren können, ist etwas anderes als ein Autoplay, das für Minderjährige von vornherein aus ist.

    Der Druck kam nicht aus Washington

    Bemerkenswert ist, woher der Druck kam: nicht vom Gesetzgeber. Senat und Repräsentantenhaus liefern seit Jahren nichts. Es waren Klagen aus der Bevölkerung, Gerichte und die Drohkulisse von 1,4 Billionen Dollar. In New Mexico hatte ein Gericht Meta bereits konkrete Regeln vorgeschrieben: höchstens 90 Stunden im Monat für Minderjährige, Push-Nachrichten aus zwischen 22 und 7 Uhr, verborgene Like-Zahlen, alles unter gerichtlicher Aufsicht. Genau davor hat sich Meta freigekauft.

    Europa hat die Regeln. Wendet es sie an?

    Ein Ergebnis nimmt der Vergleich der europäischen Debatte allerdings ab: Meta kann Zugang zeitlich begrenzen, nachts sperren, Benachrichtigungen abschalten und einen unpersonalisierten Feed ausliefern. Technisch ist all das möglich. Genau das ist Anschauungsmaterial für die EU-Kommission, die im April vorläufig festgestellt hat, dass Meta zu wenig gegen Konten von Unter-13-Jährigen unternimmt, und am 10. Juli nachgelegt hat: Instagram und Facebook verstoßen womöglich wegen süchtig machenden Designs gegen den Digital Services Act. Das Argument der technischen Unmöglichkeit ist damit erledigt.

    Bleibt die Frage, ob Europa seine eigenen Regeln anwendet. Der DSA sieht Bußgelder von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor. Nur steht die Kommission unter Druck aus Washington. Die US-Regierung in Person von Donald Trump droht mit Zöllen, wenn die EU gegen amerikanische Plattformen vorgeht, und Lars hat im Podcast zugespitzt, was dabei sonst noch im Paket liegt: Sicherheitsgarantien, NATO, Unterstützung für die Ukraine. Ein Rechtsrahmen, den man aus außenpolitischer Rücksicht nicht anwendet, ist kein Rechtsrahmen. Er ist eine Absichtserklärung.

    Und bei uns wird übers Verbot geredet

    Und wie sieht es in Deutschland aus? Bundeskanzler Merz findet ein Verbot bis 16 sympathisch, die SPD-Fraktion hat ein gestaffeltes Modell vorgelegt: unter 14 gar kein Zugang, darüber Jugendversionen der Dienste. Lars hält weiter an seiner Prognose von Anfang des Jahres fest: „Ich glaube immer noch, dass das Social-Media-Verbot kommen wird. Einfach auch, weil es eine sehr schöne und leicht einzuführende Symbolpolitik ist.“

    Dagegen steht eine breite Front aus Wissenschaft und Kinderschutz, vom Deutschen Ethikrat über UNICEF bis zum Deutschen Lehrerverband. Ihr stärkstes Argument liefert Australien. Dort gilt seit Ende 2025 ein Verbot unter 16 Jahren, und die Bilanz ernüchtert: Ein großer Teil der Jugendlichen nutzt die Plattformen weiter, VPN-Apps kletterten in die Download-Charts. Wer ausweicht, landet nicht im Nichts, sondern in den unregulierten Ecken des Netzes. Solange es keine funktionierende, EU-weite, zuverlässige und datensparsame Altersprüfung gibt, ist eine Social-Media-Regulierung für Jugendliche Schall und Rauch.

    Was die Jugendlichen selbst sagen

    Zudem sollten wir die anhören, um die es hier eigentlich geht. Eine aktuelle Umfrage der Techniker Krankenkasse zeigt, dass 55 Prozent der 12- bis 17-Jährigen für Beschränkungen sind, 47 Prozent für eine Altersgrenze bei durchschnittlich 14 Jahren — doch 80 Prozent sagen, Social Media tue ihnen gut. Für Leute meines Alters ist „verbiete das“ die bequeme Antwort. Sie bildet nur nicht ab, wie Jugendliche heute leben.

    Anfang oder Ende?

    Bleibt die Frage, die Lars am Ende gestellt hat: Ist dieser Vergleich der Anfang oder das Ende? Er zieht die Parallele zur Tabakindustrie, wo auf jahrzehntelanges Leugnen erst ein Zugeständnis und dann echte Regulierung folgte. Ich bin skeptischer: Meta hat sich Ruhe gekauft, gestreckt über zehn Jahre. Was der Vergleich allerdings unwiderruflich erledigt hat: Meta & Co. können den Zugang zeitlich begrenzen und auch einen Feed ohne Personalisierung ausliefern. Technisch geht das alles. Es geht nur nicht ohne Druck.

    Vielleicht sollte Europa daraus keine Altersgrenze ableiten, sondern eine Designpflicht: riskante Mechanismen für Minderjährige standardmäßig aus. Dazu eine Alterserkennung, die auf dem Gerät bleibt und keine biometrischen Daten an die Plattformen liefert. Und einen Gedanken hat Markus Beckedahl noch in seinen Stellungnahmen angehängt: Endlos-Scrollen und Autoplay prägen das Produkt für alle, auch für Erwachsene. Wenn Instagram nur für Unter-18-Jährige sicherer gebaut wird, bleibt das Problem für den Rest von uns bestehen. Wir müssen die Maschine zähmen, nicht die Kinder aussperren. Und dabei schon jetzt weiterdenken. Die nächste Bedrohung ist schon da: Generative Chatbots und KI-Begleiter werden von Jugendlichen als emotionale Anlaufstelle genutzt, bei Einsamkeit, bei Liebeskummer, in Krisen. Wie gehen wir damit um?

    https://youtu.be/6Rk9J9HAMwQ

    Shownotes

    #9vor9 #DigitaleSouveränität #DSA #Europa #Instagram #Jugendliche #Jugendschutz #Meta #Plattformen #SocialMedia #USA
  19. Liebes #Fediverse

    oft ist von Unternehmen, Künstlern und sogar Vereinen zu lesen, dass #Mastodon & Co sich nicht lohnen und man deshalb auf den #Plattformen von #BigTech bleiben müsse, um online die erforderlich Reichweite zu bekommen, um seinen #SocialMedia-Auftritt auch wirtschaftlich erfolgreich zu gestalten.

    Ob das mit der Reichweite bei #Instagram #LinkedIn & Co überhaupt stimmt, wissen wir nicht genau. Das könnt Ihr besser bei Menschen mit entsprechender Expertise wie

    @digitalcourage

    digitalcourage.de/blog/2025/di

    oder @ueckueck

    media.ccc.de/v/froscon2026-362

    nachlesen bzw. anschauen.

    Was wir aber sagen können: 262 Follower und etwas Herzblut für die Sache genügen, um aus der hiesigen Community als #Steuerberater und #Rechtsanwalt angefragt zu werden!

    #Danke für dieses tolle Feedback!

    Wenn Ihr also mal wieder über den wirtschaftlichen Nutzen des Fediverse mit einem Skeptiker diskutieren müsst, dürft Ihr uns gern als Gegenbeispiel anführen.

  20. Das Internet ist eine Geisterstadt — und wir sind alle im Einkaufscenter

    Ich blogge und publiziere seit über siebzehn Jahren. Doch für wen eigentlich? Der Kölner Medienwissenschaftler Martin Andree hat in seinem neuen Buch „Die Vermessung der digitalen Welt“ nachgezählt: 17,7 Millionen registrierte .de-Domains stehen im Register. 99,6 Prozent davon hatten im Messzeitraum exakt null Traffic. Nicht wenig. Gar keinen.

    Das Bild dazu sitzt: eine Metropole mit Millionen Gebäuden, fast alle vernagelt, Schaufenster blind — und die gesamte Bevölkerung drängt sich auf drei, vier Plätzen. Technisch erreichbar zu sein heißt eben nicht, wahrgenommen zu werden, gelesen zu werden, publizistisch zu existieren. Wer veröffentlicht und sendet, aber niemanden erreicht, ist im Netz nicht vorhanden. Wir – Lars und ich – sprechen bei #9vor9 nach einer längeren Sommerpause über Buch und Thema.

    https://9vor9.podigee.io/212-vermessung-digitale-welt-macht-plattformen

    Endlich gemessen statt abgefragt

    Was ist das Besondere an der Vermessung? Die meisten Studien arbeiten mit Befragungen. Menschen füllen Fragebögen aus, in denen sie angeben, was sie tun. Andree hat wirklich gemessen, was sie tun. Im dritten Quartal 2025 lief bei rund 8.000 repräsentativ ausgewählten Personen eine GfK-Software direkt auf den Geräten. Sie protokolliert, welche Domain aufgerufen wird und wie lange jemand dort verweilt.

    Besonders bemerkenswert: Die Daten der Vermessung stehen auf der Begleitseite zum Buch online, samt Aktualisierungen und Korrekturen. Wer die Konzentration im Netz messen will, muss laufend nachmessen — gerade bei den KI-Diensten verschieben sich die Anteile im Quartalstakt.

    Die gewonnenen Zahlen räumen mit dem Rest der Netz-Romantik auf. Die Top 500 Angebote bündeln 86 Prozent der Aufmerksamkeit. Zehn Angebote fressen über 61 Prozent der digitalen Zeit, YouTube allein fast zwanzig. Ich muss an meinen Freund Jannis denken. Auf die Frage, worauf er im Netz am wenigsten verzichten könne, hatte er eine klare Antwort: YouTube. Dort finde man quasi alles, von der handwerklichen Anleitung bis zu TED-Vorträgen.

    Meta und Alphabet – der Google-Konzern – kontrollieren zusammen rund 40 Prozent der Zeit, die wir online verbringen. Die Ungleichheit misst Andree mit dem sogenannten Gini-Koeffizienten, dem Werkzeug der Volkswirte: 0 heißt Gleichverteilung, 1 heißt totale Konzentration. Die deutsche Online-Nutzungszeit verteilt sich mit einem Gini von 0,987, nicht auf Millionen Webseiten, sondern auf eine Handvoll Konzerne. Google, YouTube, Facebook, Instagram, WhatsApp. Bei diesem Wert redet kein Ökonom mehr von einem Markt. Der ursprüngliche dezentrale Gedanke des Internets ist nicht geschwächt. Er ist tot.

    Der Installateur, den niemand mehr findet

    Mein Wasserhahn tropft. Früher tippte ich das bei Google ein, landete auf der Seite eines Installateurs aus dem Odenwald, las seine Anleitung, sah seine Telefonnummer. Vielleicht rief ich an. Heute steht die Antwort direkt KI-generiert über den Suchergebnissen. Dichtung wechseln, Schritt eins bis vier, fertig. Der Installateur hat die Anleitung geschrieben. Besucht hat ihn niemand, und von Google hat er nichts, rein gar nichts dafür bekommen.

    Die Sekunden, die Aufmerksamkeit, die er verliert, gewinnt Google. Die monatliche Nutzungszeit dort hat sich von 58 Minuten auf fast drei Stunden verdreifacht. Google ist nicht mehr das Tor zum World Wide Web. Der Konzern hat die traditionelle Google-Suche zum Aufenthaltsraum umgebaut, in dem die Leute bleiben.

    Andree nennt das Ergebnis den Zero-Click-Tod. Die Arbeit von Handwerkern, Journalisten und Wissenschaftlern wird als kostenloser Rohstoff abgesaugt, der Besucher kommt nie bei ihnen an. Beim Spiegel lässt sich das im Ranking ablesen: von Platz 46 auf 99. ChatGPT und die anderen Textmaschinen binden inzwischen 77 Prozent der KI-Nutzungsdauer.

    Und (fast) alle machen mit, weil es so bequem ist. Niemand klickt sich gern durch fünf Seiten, weg mit dem Cookie-Banner, weiter zum nächsten Tab, zurück, noch mal von vorn. Die eine fertige Antwort ist bequemer, und Bequemlichkeit gewinnt jeden Streit gegen vermeintliche Prinzipien. Es ist ein Spiegelbild menschlicher Psychologie. In dieser überkomplexen Welt suchen die Menschen nach Komfort, nach dem einen Aggregator. Das ist eine Realität, die man durch bloße Gesetze kaum umkehren kann. Die leeren Häuser stehen leer, weil niemand mehr Lust hat, von Tür zu Tür zu gehen. Und die Mehrzahl der Nutzer schert das alles ganz offensichtlich einen …

    Ähnlich perfide wie Google geht Amazon vor und punktet mit Auswahl, Zuverlässigkeit und Komfort: Aber rund 30 Prozent aller Hersteller auf dem Marktplatz verdienen dort kein Geld mehr. Die Plattformgebühren fressen die Marge — ein Wegezoll, wie ihn im Mittelalter der Landesherr an der Brücke kassierte. Gleichzeitig analysiert Amazon die Daten seiner Partner und sieht, welches Ladekabel läuft, und ersetzt es, schwups, durch eines von über 140 Eigenmarken. Den Algorithmus, der die Eigenmarke nach oben sortiert, kontrolliert der Konzern gleich mit. Erst kommt die Bequemlichkeit, dann verhungern die Produzenten, Amazon kassiert. Bezos mietet halb Venedig für seine Hochzeit.

    Empörung ist das Geschäftsmodell

    Andree bleibt nicht bei der Ökonomie stehen. Sein Befund heißt Digitalokratie: wirtschaftliche und politische Macht verklumpen. Algorithmen haben kein Gewissen, sie haben ein Ziel — Verweildauer. Verweildauer entsteht durch Wut, Empörung, Angst. Die Plattformen inszenieren sich ja gerne als Verteidiger der Meinungsfreiheit, aber eigentlich geht es um Verweildauer.

    Also belohnen die Algorithmen Hetze und Polarisierung mit Sichtbarkeit und machen den differenzierten Gedanken unsichtbar. Der bringt weniger Klicks, oft gar keine. Die verständigungsorientierte Mitte wird einfach zum Verstummen gebracht. Die Allianzen zwischen Tech-Milliardären und populistischen Bewegungen prangert Andree offen an, in den USA wie hierzulande.

    Wenn ich Drogen im Regal habe, steht morgen die Polizei im Laden

    Stellen wir uns vor, ich betreibe einen Supermarkt und lege zwischen Cornflakes und Kaffee ein paar Tüten Kokain ins Regal. Am nächsten Tag steht die Polizei im Laden und nimmt mich fest. Niemand akzeptiert die Ausrede, ich hätte das Zeug ja nicht selbst hergestellt, ich hätte es nur ins Regal gestellt. Verbreiten reicht — ich wäre damit ein krimineller Dealer.

    Auf Plattformen gilt diese Regel nicht. Dort laufen Volksverhetzung, Verleumdung und Betrug durch den Feed, und die Betreiber wehren sich mit Händen und Füßen und vielen Anwälten gegen jede Haftung. Ein Verlag haftet für seine Titelseite, ein Sender für sein Programm — nur Meta stellt angeblich weiterhin bloß eine Plattform zur Verfügung. Wer auswählt, gewichtet und Millionen Menschen in den Feed drückt, transportiert nicht mehr nur. Er ist verantwortlich. Dass es anders geht, hat die Musikindustrie vorgemacht. Beim Urheberrecht haften die Plattformen längst für hochgeladene Inhalte.

    Plattformen wehren sich gegen Strafen – und Trump steht hinter ihnen

    Nicht so bei den genannten „Inhalten“. Die Konzerne wehren sich bisher erfolgreich, und die EU setzt Strafen nicht durch oder verhängt sie nicht — aus Angst vor dem Zoll-Hammer eines Donald Trump, der seine Buddies schützt. Schließlich finanzieren die ihm den Wahlkampf. Dabei könnte die Strafe weh tun. Der Digital Services Act erlaubt bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Solange Brüssel diese Spanne nicht ausschöpft, bleibt jedes Bußgeld eine Betriebsausgabe, die im Quartalsbericht der Konzerne untergeht.

    Andree nennt weitere Hebel, an denen man ansetzen könnte und müsste. Offene Standards und Interoperabilität — so wie ich vom kleinen regionalen Mailanbieter aus problemlos an eine Gmail-Adresse schreibe. Die Outlink-Flucht: Plattformen dürfen externe Links nicht länger algorithmisch abstrafen. Und die Trennung von Infrastruktur und Inhalten, wie damals bei der Telekom. Das Netz war Infrastruktur, das Telefonieren der Dienst, und der Monopolist musste für Arcor und Alice öffnen. Warum soll für Meta etwas anderes gelten?

    Wir könnten Monopole viel stärker regulieren, wir haben mit DMA und DSA sogar schon erste Werkzeuge. Die Ohnmacht und Angst vor Trump, die wir spüren, ist kein Naturgesetz, sondern ein Lobbyerfolg. Also schreibe ich und podcasten wir weiter in unserem leeren Haus, auf unseren Seiten, die kaum jemand findet, liest oder hört. Wie gerne hätten wir die Straße zurück, die zu unseren Häusern führt.

    https://youtu.be/L-AWN_wUvrk

    Quellen & Leseempfehlungen

    • Martin Andree: Die Vermessung der digitalen Welt (2026)
    • Begleitseite zum Buch — laufende Updates und Korrekturen der Daten
    • Martin Andree / Timo Thomsen: Atlas der digitalen Welt — die Vorgängerstudie
    • Martin Andree Home Page

    Zur Ergänzung die Präsentation

    Wir haben unseren Podcast wieder mit Google Gemini Notebook vorbereitet. Auf Basis dieses Textes hat die KI die unten angezeigte Präsentation erstellt.

    Digital_Ghost_TownsHerunterladen #9vor9 #Amazon #DigitaleSouveränität #DSA #Google #KI #Meta #Plattformen
  21. Kinder und das Smartphone: Braucht Europa eine digitale Hausordnung?

    Europa Kinder Social­Media Alters­grenze: Alters­grenzen für soziale Medien, strengere Platt­form­regeln, digitale Alters­nach­weise: Europa versucht, Kinder vor den Risiken der Smart­phone-Welt zu schützen. Eine neue Unter­su­chung liefert dafür zusätz­liche Argumente – zeigt aber auch, warum Verbote allein nicht reichen. – Analyse.

    Europa im Blickpunkt
    Wiegand wills wissen

    🇪🇺 Ab welchem Alter sollten Minderjährige soziale Medien nutzen?

    Von Wolf Achim Wiegand (Bilder: KI)

    Europa Kinder Social­Media Altersgrenze

    Hamburg / Brüssel (waw) – Für Millionen europäi­scher Kinder beginnt nach den Sommer­ferien nicht nur ein neues Schuljahr. Auch ihr digitales Leben könnte sich verändern. In Frank­reich soll ab 1. September 2026 ein Verbot sozialer Medien für Kinder unter 15 Jahren gelten. Öster­reich hat Ende Juli einen Gesetz­entwurf für eine Zugangs­sperre zu bestimmten algorith­mus­ba­sierten Platt­formen für Unter-14-Jährige vorgelegt. Betroffen wären unter anderem TikTok, Instagram, YouTube und Snapchat.

    Damit wird aus einer Erzie­hungs­frage zunehmend eine europäische Regulierungspolitik.

    Drei Wochen ohne Smartphone – und was danach passiert

    Wie berechtigt die Sorge ist, zeigt ein ungewöhnlich großes Smart­phone-Experiment des öster­rei­chi­schen Anton-Proksch-Instituts gemeinsam mit dem ORF. Rund 46.000 Kinder und Jugend­liche aus Öster­reich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol wurden wissen­schaftlich ausge­wertet. Rund 32.000 reduzierten ihre Smart­phone-Nutzung für drei Wochen stark oder verzich­teten vollständig darauf; etwa 14.000 bildeten eine Vergleichs­gruppe mit unver­än­derter Nutzung.

    Das Ergebnis ist bemer­kenswert: Nach den drei Wochen berich­teten die Teilnehmer von einem um rund 18 Prozent höheren psychi­schen Wohlbe­finden. Die Symptome leichter bis mittel­gra­diger Depres­sionen gingen nach Angaben der Unter­su­chung um rund zehn Prozent zurück. Bei den Symptomen schwerer Depres­sionen sank der Anteil von 2,9 auf 1,7 Prozent. Zudem berich­teten 23 Prozent derje­nigen, die ihre Handyzeit reduziert hatten, von besserem Einschlafen und Durchschlafen.

    Auch der Umfang des Experi­ments ist bemer­kenswert: Die Teilnehmer sparten nach Angaben der Studi­en­macher insgesamt mehr als 7,3 Millionen Stunden Smart­phone-Nutzung ein. Zwei Dritteln gelang es, die 21 Tage tatsächlich durchzuhalten.

    Das klingt zunächst nach einem klaren Befund. Wissen­schaftlich muss man aller­dings vorsich­tiger formu­lieren. Die Unter­su­chung beruht auf anonymen Selbst­aus­künften und belegt keinen eindeu­tigen Ursache-Wirkungs-Zusam­menhang. Bewegung, Ernährung, soziale Kontakte oder andere Verän­de­rungen könnten ebenfalls eine Rolle gespielt haben.

    Inter­essant ist deshalb weniger die Botschaft „Smart­phone macht krank“ als eine andere Erkenntnis: Weniger Smart­phone kann Kindern offenbar guttun – zumal junge Nutzer oft recht ahnungslos mit Online-Inhalten umgehen.

    Und dafür gibt es weitere wissen­schaft­liche Hinweise.

    Eine 2025 veröf­fent­lichte Studie der LIFE-Child-Kohorte unter­suchte 1.113 Kinder und Jugend­liche zwischen zehn und 17 Jahren über den Zeitraum 2018 bis 2024. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass proble­ma­tische Smart­phone-Nutzung und längere Nutzungs­dauer mit einer gerin­geren Lebens­qua­lität verbunden sind. Gleich­zeitig nahm proble­ma­tische Nutzung in diesem Zeitraum zu.

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    The illustration depicts a young child sitting on the floor with a worried, anxious expression. Surrounding the child are glowing green digital frames containing various ominous icons such as a skull, flaming exclamation marks, a fist labeled 'ERROR', and a devilish face with red eyes and sharp teeth. Speech bubbles near the edges display alarming messages like 'ACCESS DENIED!', 'system error', and 'VIRUS DETECTED'. The background resembles a cluttered room with shelves filled with toys, books, and boxes, rendered in a dark, muted color palette. The overall mood conveys a sense of threat and vulnerability in the face of digital dangers or cyber attacks.

    " data-image-caption data-large-file="i0.wp.com/european.expert/wp-c" src="i0.wp.com/european.expert/wp-c" alt="Young child sitting with worried expression surrounded by digital warnings including skull, flame exclamation marks, error fist, devil face, access denied and virus detected messages" class="wp-image-47566" srcset="i0.wp.com/european.expert/wp-c 1024w, i0.wp.com/european.expert/wp-c 300w, i0.wp.com/european.expert/wp-c 768w, i0.wp.com/european.expert/wp-c 816w, i0.wp.com/european.expert/wp-c 143w, i0.wp.com/european.expert/wp-c 1320w, i0.wp.com/european.expert/wp-c 1376w, i0.wp.com/european.expert/wp-c 1232w" sizes="auto, (max-width: 616px) 100vw, 616px">

    Eine andere experi­men­telle Unter­su­chung mit 619 Erwach­senen zeigte bereits zuvor, dass sowohl ein vollstän­diger Smart­phone-Verzicht als auch eine Reduzierung der täglichen Nutzung depressive und Angst­sym­ptome senken sowie Lebens­zu­frie­denheit und körper­liche Aktivität erhöhen können. Bemer­kenswert: Eine dauer­hafte Total­abs­tinenz war dafür gar nicht notwendig.

    Das spricht gegen eine simple Schwarz-Weiß-Debatte. Das Problem ist nicht das Smart­phone als techni­sches Gerät. Proble­ma­tisch wird die Kombi­nation aus sehr früher Nutzung, hoher Nutzungs­dauer, sozialen Platt­formen und deren Geschäftsmodellen.

    Nicht das Handy ist das Problem – sondern was dahintersteckt

    Genau hier beginnt die eigent­liche politische Herausforderung.

    Kinder werden online nicht nur mit Gewalt, Porno­grafie oder Cyber­mobbing konfron­tiert. Hinzu kommen Glücks­spiel­ele­mente, sexua­li­sierte Inhalte, gefähr­liche Challenges, Desin­for­mation und manipu­lative Mecha­nismen, die darauf angelegt sind, Aufmerk­samkeit möglichst lange zu binden.

    Die Europäische Kommission hat deshalb bereits im Juli 2025 Leitlinien zum Schutz Minder­jäh­riger im Rahmen des Digital Services Act veröf­fent­licht. Darin geht es ausdrücklich um Grooming, schäd­liche Inhalte, Cyber­mobbing und proble­ma­ti­sches oder sucht­ar­tiges Verhalten. Platt­formen sollen unter anderem automa­tische Wiedergabe, Push-Benach­rich­ti­gungen und andere Funktionen, die exzessive Nutzung fördern, für Minder­jährige standard­mäßig einschränken. Auch Empfeh­lungs­al­go­rithmen sollen so verändert werden, dass Kinder weniger leicht in proble­ma­tische „Rabbit Holes“ geraten.

    Das ist ein wichtiger Punkt: Die EU will nicht nur Kinder vom Internet fernhalten. Sie will auch das Internet für Kinder verändern.

    Das ist grund­sätzlich der bessere Ansatz.

    Denn ein 13-Jähriger in Bordeaux nutzt dieselben globalen Platt­formen und algorith­mi­schen Systeme wie ein Gleich­alt­riger in Berlin, Wien oder Madrid. Warum sollte deshalb der Schutz eines Kindes davon abhängen, auf welcher Seite einer europäi­schen Grenze es lebt?

    Europa hat bisher keinen einheitlichen digitalen Kinderschutz

    Hier liegt das politische Problem.

    Frank­reich geht mit der Alters­grenze von 15 Jahren weit. Öster­reich plant 14 Jahre. Das Europäische Parlament hat Ende 2025 sogar einen EU-weiten digitalen Mindest­zugang von 16 Jahren für soziale Medien, Video-Sharing-Platt­formen und KI-Begleiter gefordert – aller­dings mit der Möglichkeit eines Zugangs für 13- bis 16-Jährige mit Zustimmung der Eltern. Der Beschluss ist politisch bedeutsam, aber kein unmit­telbar geltendes EU-Gesetz.

    Damit entsteht ein europäi­scher Flickenteppich.

    Und der hat praktische Konse­quenzen: Wenn ein Dienst in mehreren Ländern verfügbar ist, muss technisch festge­stellt werden, wie alt sein Nutzer ist und welche Regeln an seinem Aufent­haltsort gelten. Genau deshalb wird die Alters­über­prüfung zur Schlüs­sel­frage der gesamten Debatte.

    Die Europäische Kommission arbeitet bereits an einer gemein­samen techni­schen Lösung. Im April 2026 wurde eine einsatz­be­reite Version eines EU-Ansatzes zur Alters­über­prüfung vorge­stellt. Sie soll es ermög­lichen, beispiels­weise nachzu­weisen, dass ein Nutzer älter als 18 Jahre ist, ohne dabei zwangs­läufig seine gesamte Identität gegenüber der Plattform offenzulegen.

    Das Prinzip ist entscheidend: Die Plattform muss wissen, ob jemand alt genug ist – sie muss nicht zwingend wissen, wer diese Person ist.

    Genau darin liegt die Chance für einen europäi­schen Weg.

    Kinderschutz darf nicht zum Überwachungsstaat führen

    Denn Alters­kon­trolle hat eine Kehrseite.

    Wer den Zugang zu sozialen Medien alters­ab­hängig regulieren will, muss das Alter zuver­lässig feststellen. Ein System, das dafür flächen­de­ckend Ausweise, biome­trische Daten oder andere persön­liche Infor­ma­tionen bei Platt­formen hinterlegt, würde ein neues Daten­schutz­problem schaffen.

    Die EU-Kommission verspricht deshalb eine möglichst daten­sparsame Lösung. Ihr Alters­nachweis soll nach dem Prinzip funktio­nieren, lediglich die notwendige Infor­mation zu bestä­tigen. Die Kommission betont ausdrücklich, dass Alters­über­prüfung „accurate, reliable, robust, non-intrusive and non-discri­mi­natory“ sein müsse.

    Das ist die richtige Messlatte.

    Denn Kinder­schutz und digitale Freiheit sind keine Gegen­sätze. Kinder haben ein Recht auf Schutz – Erwachsene aber auch auf Privatsphäre.

    Deshalb wäre es falsch, die gesamte Bevöl­kerung für den Schutz Minder­jäh­riger einer perma­nenten digitalen Identi­fi­zierung zu unterwerfen.

    Europa sollte nicht nur Grenzen setzen, sondern Plattformen in die Pflicht nehmen

    Noch wichtiger ist eine zweite Frage: Wer trägt eigentlich die Verantwortung?

    Die Versu­chung ist groß, Eltern und Kindern die Verant­wortung zuzuschieben: weniger Bildschirmzeit, keine sozialen Medien vor einem bestimmten Alter, mehr Medienkompetenz.

    Das ist notwendig – aber nicht ausreichend.

    Denn hinter TikTok, Instagram, YouTube & Co. stehen milli­ar­den­schwere Platt­form­un­ter­nehmen, deren Geschäfts­mo­delle wesentlich auf Aufmerk­samkeit, Daten und möglichst langer Nutzung beruhen. Wenn ein Produkt so konstruiert ist, dass ein Kind immer weiter scrollt, ist es wenig überzeugend, allein dem Kind mangelnde Selbst­kon­trolle vorzuwerfen.

    Die EU-Kommission setzt deshalb im Digital Services Act bereits bei der Gestaltung der Platt­formen an. Ihre Leitlinien empfehlen unter anderem private Konten für Minder­jährige, bessere Blockier- und Melde­mög­lich­keiten, Einschrän­kungen bei perso­na­li­sierten Empfeh­lungen und die Deakti­vierung bestimmter Engagement-Funktionen.

    Das Europäische Parlament geht noch weiter. Es fordert unter anderem ein Verbot besonders schäd­licher Sucht­me­cha­nismen, Einschrän­kungen von auf Engagement ausge­rich­teten Empfeh­lungs­al­go­rithmen und strengere Regeln gegen manipu­lative Gestal­tungs­ele­mente wie Infinite Scrolling, Autoplay und Dark Patterns.

    Das ist der entschei­dende Perspektivwechsel:

    Nicht nur das Kind muss lernen, mit dem Smart­phone umzugehen. Auch die Plattform muss lernen, mit Kindern verant­wor­tungsvoll umzugehen.

    Die digitale Hausordnung sollte europäisch sein

    Europa steht damit vor einer Grundsatzentscheidung.

    Es kann jedem Mitglied­staat überlassen bleiben, eigene Alters­grenzen und Kontroll­ver­fahren einzu­führen. Dann entstehen 27 digitale Hausord­nungen – für ein Internet, das längst keine Grenzen mehr kennt.

    Oder die EU schafft einen gemein­samen Rahmen: einheit­liche Alters­ka­te­gorien, einen daten­spar­samen europäi­schen Alters­nachweis, verbind­liche Schutz­stan­dards für Minder­jährige und klare Pflichten für Plattformbetreiber.

    Der zweite Weg wäre konsequenter.

    Dabei sollte Brüssel aller­dings nicht den Fehler machen, aus Kinder­schutz eine möglichst umfas­sende staat­liche Kontrolle des Internets zu machen. Eine europäische Lösung muss wirksam, verhält­nis­mäßig und daten­schutz­freundlich sein.

    Die neue Smart­phone-Studie liefert dafür einen wichtigen Denkanstoß. Sie beweist nicht, dass jedes Kind ohne Handy glück­licher wäre. Sie zeigt aber, dass weniger digitale Dauer­be­schallung mit besserem Schlaf, weniger depres­siven Symptomen und höherem Wohlbe­finden einher­gehen kann.

    Die politische Konse­quenz sollte deshalb nicht lauten: „Handys weg!“

    Sie sollte lauten: „Kinder schützen, Platt­formen begrenzen und Europas digitale Regeln vereinheitlichen.“

    Fazit:

    Das Internet kennt keine Landes­grenzen. Der Kinder­schutz sollte deshalb auch grenz­über­schreitend wirken.

    Quellen und weiterführende Informationen

    Wolf Achim Wiegand is an experi­enced journalist in Hamburg, Germany. He is specia­lized in European affairs, the Middle East, and defense / inter­na­tional crises. IMPORTANT: Opinions expressed in this blog are strictly his personal views.

    ☕ Du kannst meine journa­lis­tische Arbeit unter­stützen. Spende mir den Gegenwert einer Tasse heißen Kaffees (oder einer kühlen Limo). Hier klicken: https://buymeacoffee.com/european.expert

    Europa Kinder Social­Media Altersgrenze

    Europa Kinder Social­Media Altersgrenze

    Ganz klar gefragt: Sind Sie für Smart­phone- und Social­Media-Verbote für Kids und Jugend­liche? Schreiben Sie Ihre Meinung in die Kommentare – disku­tieren Sie mit der European-Expert-Community! ⤵️

    #Altersüberprüfung #Altersgrenze #Datenschutz #DigitalServicesAct #digitalisierung #eu #europa #instagram #Jugendliche #Jugendschutz #Kinder #kinderschutz #Plattformen #Smartphone #SocialMedia #sozialeMedien #TikTok #WolfAchimWiegand #YouTube
  22. Meta und TikTok: EU wirft Plattformen Mitverantwortung für Ceuta-Krise vor

    Die EU-Kommission wirft Meta und TikTok vor, durch unzureichende Kontrolle von Falschinformationen zur Eskalation der Migrationslage in Ceuta…
    #EuropeSays #EU #Europa #Brüssel #Ceuta-Krise #EuropäischeUnion #Falschmeldungen #Frühwarnsysteme #Maßnahmen #Mitverantwortung #Plattformen #TikTok
    europesays.com/europa/80606/

  23. 📌 Polizeianfrage: Kein Gerichtsweg für Plattformen
    LG Hannover: Anbieter müssen Bestandsdaten an die Polizei herausgeben und können die Anfrage nicht per Beschwerde angreifen. Für Dienste heißt das: Verweigerung kann teuer werden, eine schnelle rechtliche Prüfung bleibt sinnvoll. #Strafrecht #Mastodon #Datenschutz #Plattformen

    strafrechtsiegen.de/polizeilic

  24. Was steckt hinter der EU-Regelung „Chat Control“? Euronews KI-Chatbot erklärt

    In der EU wird darüber gestritten, wie weit Online-Plattformen beim Durchsuchen privater digitaler Nachrichten und Unterhaltungen gehen dürfen.…
    #EuropeSays #EU #Europa #ChatControl #EuropäischeUnion #Online-Plattformen #Plattformen #Unterhaltungen
    europesays.com/europa/75808/

  25. Die #Plattformen haben es ohnehin längst zu weit getrieben ... | Remonetize Mr Newberger - Closing Statement from Mr. #Newberger to YouTube - YouTube youtube.com/watch?v=rLyEOvRRrkg #Trump #Satire #Zensur

  26. Plattform-Regulierung - Sorge vor Trumps Reaktion auf EU-Strafe gegen Google

    Die EU-Kommission verhängt eine Strafe in Höhe von 890 Millionen Euro gegen Google. Es ist gut, dass etwas passiert, sagt Digitalexperte Markus Beckedahl.#Google #MarkusBeckedahl #EU #USA #Regulierung #Plattformen #Trump #Strafe
    Sorge vor Trumps Reaktion auf die EU-Strafe gegen Google

  27. Warum, zum Henker, werden #Weltreiterspiele, die auf deutschem bzw. EU Boden stattfinden, nur bei chinesischen oder Oligarchen "Social Media" #Plattformen zum Folgen angeboten?
    #FEI Zahlen die ein paar Millionen Dollar Sponsoring dafür?

  28. Smart Glasses - Schutz vor Voyeuren mit Datenbrillen ist schwer zu regeln

    Smart Glasses kommen häufig heimlich zum Einsatz. Die Juristin Indra Spiecker erläutert die Rechtslage und gibt Rat, wie man sich davor schützen kann.#SmartGlasses #Datenbrille #DigitaleGewalt #Recht #Plattformen #Internet
    Heimlich gefilmt mit Smart Glasses und plötzlich stehen Bilder im Netz: Was kann man dagegen tun?

  29. #Cybersecurity ist Chefsache: Reden statt totschweigen, wie wir #Kinder vor digitaler #Gewalt schützen.

    Im Gespräch geht es um:

    Was „#digitaleGewalt" alles umfasst und warum sie eine ganz andere Dynamik hat als #Mobbing früher.

    Warum das Netz nichts vergisst und was das für Betroffene bedeutet
    Wie #KI missbräuchliche Bilder und geklonte Stimmen ermöglicht, und warum #Prävention damit kaum Schritt hält.

    Warum Verbote und #Bildschirmzeit-Regeln allein ins Leere laufen.

    Weshalb #Kinder Selbstbewusstsein brauchen und #Eltern befähigt werden müssen, statt nur zu kontrollieren.

    Wie Peer-#Education an einer Kölner #Schule zum Selbstläufer wurde
    #Cybergrooming: woran man riskante #Plattformen und Kontaktversuche erkennt.

    Warum sich nichts zu 100 Prozent verhindern lässt, und wie man trotzdem vorbereitet ist.

    Konkrete Elternfragen: Warnsignale erkennen, das Gespräch suchen, ohne dass das Kind „dichtmacht"

    Webseite der Episode: cybersecurity-ist-chefsache.ca

    Mediendatei: episodes.captivate.fm/episode/

    #FediLZ
    #Lehrer

  30. Das Quellen-Dilemma – wenn Belege einfach verschwinden

    Warum online zitierte Quellen verschwinden, sich verschieben oder verändern – und wie ich mit einem eigenen Belegarchiv gegensteuere.
    ingo.lantschner.name/post/2026

    #Urheberrecht #Zitatrecht #Datenschutz #Pressefreiheit #Journalismus #Desinformation #Demokratie #Plattformen #PeerTube #Archiv #Fediverse #re:publica

  31. @verfassungsblog

    So richtig verstehe ich das Problem nicht. Wir diskutieren das Übergewicht von #bigtech und Algorithmen, die erhebliche gesellschaftliche Probleme erzeugen fake news doom scrolling politische Manipulation und wenn das #haftungsprivileg jetzt eingeschränkt wird schreien viele #Meinungsfreiheit in Gefahr.

    lNicht jeder Empfehlungsalgorithmus muss im Interesse der Anbieter sein. Z.b könnten die Nutzer selber die Inhalte festlegen. Es gibt auch #Plattformen ohne algorithmus

  32. Wie frei ist das #Internet? Die #Plattformen der US- #TechBros saugen den größten Teil des Online-Traffics auf. Die Monopolisten bestimmen also immer mehr die politische Agenda unserer Demokratie. Wir leben in einer vollständig durchmonopolisierten digitalen Welt. Meldet Euch ab bei #Bezos, #Zuckerberg, #Musk und Co. mitmachen.savesocial.eu/civicr

  33. Empfehlungen der Expert*innen-Kommission »Kinder- und #Jugendschutz in der digitalen Welt«:

    👉 bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/expert

    Co-Vorsitzende Nadine Schön:

    > #Familien brauchen frühe Beratung, #Schulen verlässliche Konzepte, #Jugendliche sichere Angebote und erreichbare Hilfen und #Plattformen klare Pflichten. Sichere Voreinstellungen, altersgerechte Angebote und wirksame Meldestrukturen schaffen konkrete Entlastung für #Kinder #Eltern & Fachkräfte.

    #Familienministerium #Bildung #Pädagogik #bmbfsfj

  34. #news ⚡ Weimer will Plattformen für Jugendschutz in die Pflicht nehmen: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) will die Plattbetreiber stärker in die Verantwortung für den Jugendschutz im Netz nehm... hubu.de/?p=332612 | #jugendschutz #pflicht #plattformen #

  35. Das Zitat oben ist aus der Matrix Serie und lässt nachdenken, wie abhängig wir uns von #KI #Plattformen & #Anbietern bereits gemacht haben, oder dabei sind. #DigitalBewusstHandeln wird auch dieses Jahr - mit neuen Erfahrungen und praktischen Tipps - mein Thema sein.
    Teaser: Digitale Souveränität ist kein "Ziel", es ist eine Haltung die es zu entwickeln gilt, eine Lernreise, die es zu gehen gilt und eine Reihe von Aktionen, die Risiken minimieren und uns selbstbestimmter werden lässt.
    #loscon26

  36. #news ⚡ Grüne fordern hohe Strafen für Plattformen bei Antisemitismus: Die Grünen fordern empfindliche Strafen für Online-Plattformen, die nicht konsequent gegen Antisemitismus vorgehen.Antisemitismus sei... hubu.de/?p=331391 | #antisemitismus #gruene #plattformen #s

  37. @Columba_Livia Man darf nie vergessen, bzw. man muss sich bewusst machen, dass alle #Streaming/ #Spiele-#Plattformen einfach nur #Mietangebote sind.
    Wenn Anbieter X beschließt, Produkt Y von jetzt auf gleich nicht mehr anzubieten, dann ist man der Gelackmeierte.
    Um mir die gekaufte DVD/ Bluray wegzunehmen, müssen sie bei mir einbrechen.

  38. Neben unserem Fokusthema, der digitalen #Souveränität, haben wir uns auch mit einer Verbandspositionierung der @bundjugend zum von der #CDU und #SPD Regierung diskutierten #SocialMedia Verbot befasst:

    Wir lehnen ein Verbot ab und fordern stattdessen die großen #Plattformen zu regulieren und zur Verantwortung zu ziehen!
    Zudem die Förderung unabhängiger Netzwerke wie dem #Fediverse!

    bundjugend.net/static/A7_Socia

    #BUND #BUNDjugend

  39. Schöne neue TikTok-Demokratie: Wer kurz bei einem Video über hohe Mieten hängenbleibt, landet Sekunden später bei „Überfremdung" und „Genderwahn". Algorithmen als Weltanschauungsberater — unbezahlt, rund um die Uhr, hochpersonalisiert. Nina Kolleck analysiert das Geschäftsmodell in den Blättern. #TikTokDemokratie #Plattformen #Algorithmen
    blaetter.de/ausgabe/2026/juni/

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