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#entfremdung — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #entfremdung, aggregated by home.social.

  1. Die Technik entleert die Welt – und uns selbst. Heideggers These vom ‚Gestell‘, wie wir Natur und Mensch zum Bestand machen und warum digitale Selbstinszenierung uns von uns selbst entfremdet. ⬇️

    #Philosophie #AI #Technikkritik #Heidegger #Digitalisierung #Entfremdung

    bildung.hypotheses.org/9406

  2. Hier gelingt Christiane Heil ein prägnantes Sittengemälde unserer Zeit auf engstem Raum. Es ist zugleich ein gefundenes Fressen für postmarxistische Entfremdungstheoretiker. Die "Entfremdung" von der Familie ist nur der individuelle Ausdruck komplett durchökonomisierter menschlicher Beziehungen.

    #okonomie #gesellschaft #entfremdung #marx #beckham #kultur

    faz.net/aktuell/gesellschaft/s

  3. 2/2

    In einer zunehmend reizüberfluteten, entfremdeten Welt ging [...] Sicherheit verloren, während Inflation und Arbeitslosigkeit nicht nur die Arbeiterschaft, sondern Menschen bis in das mittlere Bürgertum in ihrer Existenz gefährdeten."

    Willi Kulke, Mit Ecken und Kanten, 2024

    Willi Kulke über die Architektur, den Backsteinexpressionismus und die gesellschaftlichen Veränderungen in den 1920er Jahren.

    #arbeitslosigkeit #entfremdung #gesellschaft #inflation #architektur

  4. Wenn Blut nicht dicker ist

    Familie gilt als Inbegriff von Liebe, Geborgenheit und Rückhalt. Doch was, wenn sie genau das Gegenteil bedeutet? Im Gespräch mit sieben Personen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft wird deutlich, dass Entfremdung von der eigenen Familie viele Gründe haben kann. Doch immer ist sie ein Schritt, um sich selbst zu schützen.

    von Caroline Alberta Glabacs

    stuz.de/2026/01/12/wenn-blut-n

    #Gesellschaft #Familie #Entfremdung

  5. Ich kann mich nicht erinnern, in einem Buch so viel unterstrichen zu haben wie in diesem: Hartmut Rosas „#Beschleunigung und #Entfremdung“ (2013, Suhrkamp)

    #Resonanz #Entkopplung

  6. ... Als die Forscher die Studienteilnehmer in drei Gruppen entsprechend ihrer Kontaktdichte einteilten, zeigte sich, dass diejenigen im Drittel mit den meisten Kontakten die Menschen im unteren Drittel um durchschnittlich neun Monate überlebten."

    #Risikofaktoren #Entfremdung #Einsamkeit #Sinnlosigkeit

  7. @heiseonline
    Ich werde garantiert keine KI-genrierten Posts schreiben und auch keine KI-generierten Artikel auf meinem Blog. Und auch sonst nirgendwo.

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie gern sich Menschen von ihrer Herkunft und dem, was sie sind, entfremden.
    Erst haben sich die meisten völlig abgekoppelt von der Natur und nun entfremden sie sich von ihrem eigenen Wesen.
    Wer die eigene Sprache und den eigenen kreativen Ausdruck verliert, verliert sich selbst.
    Und die Großkonzerne, die mit KI viel Geld verdienen, werden irgenwann ihren Traum von hörigen Konsumenten-Massen erfüllen können und die Macht über sie endgültig übernehmen
    Scheint nicht mehr lange zu dauern.
    Doch noch hat es jeder einzelne Mensch für sich in der Hand.

    #KI #Entfremdung #Konsum #Macht #Sprache

  8. @Khakie
    Wir haben uns unseren Lebensgrundlagen so weit entfremdet, dass wir Agrarwüsten als "natürlich" empfinden und Windräder als schlimmeren Eingriff in die Landschaft als den Tagebau.
    Das Pflanzen Wasser zum Wachsen brauchen, ist uns gerade noch bewusst - aber das fehlender Regen ein Problem sein könnte, schon nicht mehr, denn für uns kommt Wasser aus der Leitung.

    #Verdrängung #Klimakatastrophe #Dürre #Entfremdung #Ignoranz

  9. Klima im Lande: Viele fürchten Spaltung – Muslime zunehmend politisch entfremdet
    Gegendemonstranten bei Parteiveranstaltungen, Streit im Bekanntenkreis – der Meinungsstreit hat viele Gesichter. Auch Muslime fühlen sich politisch entfremdet.

    Berlin (dpa, iz). Vier von fünf Bundesbürgern nehmen eine Spaltung der
    islamische-zeitung.de/politisc
    #WahlkampfBTW2025 #Community #Deutschland #Politik #DEZIM #entfremdung #klima #muslime #Polarisierung

  10. #Natur #Entfremdung #Essay

    Käfer zählen und Bäumen winken

    Unsere Entfremdung von der Natur zählt zu den Hauptursachen der planetaren Krisen. Höchste Zeit, dass wir uns wieder annähern – mit Erlebnissen, Empathie und den richtigen Worten.

    steadyhq.com/de/treibhauspost/

  11. Feiert mit uns das Linke Zentrum und Liselotte Herrmann!

    Das 2010 gegründete Zentrum in Stuttgart-Heslach ist ein selbstverwaltetes und politisches #Hausprojekt mit Veranstaltungsräumen, Büros, Wohnungen und einem Café.

    Das Haus bietet eine #Infrastruktur für alle Menschen, Gruppen und Initiativen, die für eine #Perspektive jenseits des #Kapitalismus aktiv sind, sich an sozialen Kämpfen beteiligen oder sich gegen rassistische und patriarchale Diskriminierung engagieren. Es stellt unter anderem #GewerkschaftsaktivistInnen, Bündnissen gegen #Aufrüstung und #Krieg, #UmweltschützerInnen, #Flüchtlingsinitiativen, sowie antifaschistischen und revolutionären Gruppen Räume für Treffen, Veranstaltungen und sonstige Aktivitäten zur Verfügung. Je nach Bedarf fest zur Miete oder kurzzeitig und kostenlos.

    Das #Kulturprogramm im Hausprojekt und das #Café basieren nicht auf kommerziellen Interessen und #Konsumzwang. Stattdessen laden sie zum gemeinsamen Austausch, Diskutieren und Feiern in lockerer und solidarischer Atmosphäre, sowie zur Beteiligung und #Selbstorganisierung ein. Die Räume stehen für verschiedene #Veranstaltungen, #Filmabende, #Buchvorstellungen, #Workshops, #Partys und #Konzerte zur Verfügung.

    Mit dem Zentrum soll ein #Freiraum geschaffen werden, in dem ein solidarischer und konstruktiver Umgang herrscht, #Egoismus und #Konkurrenzdenken außen vor bleiben und der Ablauf kollektiv und selbstverwaltet organisiert wird. Die Struktur ist offen und transparent gestaltet, Eigeninitiative und Beteiligung sind möglich und erwünscht. Dem kapitalistischen #Mainstream, der im Alltag auch #Individualisierung und #Entfremdung bedeutet, setzen wir kollektives #Organisieren und# Partizipation entgegen. Anfragen zur Nutzung und Beteiligung, sowie Anregungen und Kritik sind daher willkommen.
    Eine Ablehnung rassistischer und sexistischer Positionen und Verhaltensweisen, sowie einer Politik, die imperialistische Kriege und #Sozialabbau beinhaltet, setzen wir als Grundkonsens zur Nutzung der Räume voraus.

    Das Hausprojekt wird von all denen getragen, finanziert und organisiert, die es nutzen und unterstützen. Es ist unabhängig von staatlichen Institutionen und Parteien. Die formalen Strukturen, die das Haus gekauft haben und verwalten, die ISZ-Heslach GmbH und die Initiative für ein Soziales Zentrum e.V., richten sich nach den demokratisch getroffenen Entscheidungen der Haustreffen.

    Zu Liselotte „Lilo“ Herrmann: Sie wird am 23. Juni 1909 in #Berlin geboren. Ab Ende der 1920er Jahre ist sie politisch aktiv, zunächst im Sozialistischen Schülerbund. 1929 beginnt sie an der Technischen Hochschule in #Stuttgart ein Chemie-Studium. Sie arbeitet zu dieser Zeit in der Roten Schülergruppe und im Kommunistischen Jugendverband (#KJVD). 1931 bricht sie ihr Chemie-Studium ab und zieht nach Berlin um dort ein Biologie-Studium zu beginnen. Am 1. November 1931 tritt sie in die Kommunistische Partei Deutschlands (#KPD) ein und beteiligt sich dort insbesondere an der# Bildungsarbeit. Da sie 1933 in Berlin einen Aufruf zur Verteidigung demokratischer Rechte und Freiheiten an der #Universität unterschreibt, wird sie mit 110 weiteren StudentInnen von der Universität ausgeschlossen. Sie arbeitet fortan als #Kinderpflegerin und ist im illegalen antifaschistischen Widerstand aktiv. Am 15. Mai 1934 wird ihr Sohn Walter geboren. Der Vater, der Stuttgarter #Kommunist Fritz #Rau bekommt ihn nie zu sehen, da er am 20. Dezember 1933 bei einem #Gestapo-Verhör erschlagen wird.
    #Gedenkstein auf dem Gelände der #Universität #Stuttgart

    1934 zieht Lilo Herrmann wieder nach Stuttgart und arbeitet dort im Ingenieursbüro ihres Vaters als Sekretärin. Sie ist auch hier im Widerstand aktiv und überbringt u.a. Nachrichten über #Rüstungsprojekte der Nazis an #KPD-Strukturen in der #Schweiz. Am 7. Dezember 1935 wird sie in Stuttgart von der Gestapo verhaftet und bei ihr der Lageplan einer Munitionsfabrik gefunden. Sie wird bis zu ihrem Prozess inhaftiert. Trotz zahlreicher Verhöre und erschwerten Haftbedingungen verrät sie ihre GenossInnen nicht. Vom 8. bis zum 12. Juni 1937 wird ihr vor dem #Volksgerichtshof in Stuttgart der Prozess gemacht. Sie wird wegen „#Landesverrat und Vorbereitung zum #Hochverrat“ zum Tode verurteilt, anschließend nach Berlin verlegt und dort am 20. Juni 1938 hingerichtet.

    trueten.de/archives/13247-Feie

  12. #Asteroiden|einschläge, so hieß es neulich am #Deutschlandfunk, sind schlecht fürs Bankgeschäft. Ich finde, das ist eine sehr bemerkenswerte Illustration für das Konzept der #Entfremdung im Sinne von #Marx:
    blog.tfiu.de/asteroideneinschl
    #zuengeln

  13. Ziemlich großartig solche Gäste zu haben. Auch so ein Punkt, wo mensch merkt wie viel Miteinander, weil Aufeinander-Angewiesen-Sein, das Auto für Reisende von uns entfernt hat. #entfremdung

  14. Was für ein Anachronismus, dass der letzte #SilentSunday auf den wohl lautesten Tag des Jahres fällt.

    Ich wünschte, ich wäre heute
    (und immerfort)
    an einen anderen Ort.

    #Weltschmerz #Melancholie #Entfremdung

  15. Wer arm ist, hat weniger Vertrauen in die demokratischen Institutionen, auch weil die Interessen von Armen strukturell ignoriert werden. Das führt zu politischer #Entfremdung und #Resignation – ein Dilemma. #Armut nd-aktuell.de/artikel/1177494.

  16. K wie Karl!

    Warum versetzt das kommunistische Manifest bis heute die Reichen in Schrecken? Was meint #KarlMarx mit #Entfremdung und #Ausbeutung? Auf 🔻L!NX🔺 erklärt euch Paul Mason in fünf Kurzfilmen zentrale Begriffe von #Marx.

    linx.rosalux.de/k-wie-karl

  17. Die westliche Philosophie und der auf ihr aufgebaute „moderne“ Blick auf die Welt rühmt sich des rationalen Denkens, der Vernunft und der konzeptionellen Fähigkeiten der Menschen: Berechnungen, Entwürfe, Theorien und Maschinen machen uns zu dem, was wir sind, und erheben uns über die „einfache“ Natur. Mit der Hilfe der Sprache, der Mathematik und der experimentellen Wissenschaften haben wir es dieser Ansicht nach geschafft, uns zu emanzipieren und müssen uns nun nicht mehr den Regeln der Natur unterwerfen.

    Mal abgesehen davon, dass diese vorgebliche
    Kontrolle eine Illusion ist, steht diese Perspektive aus globaler Perspektive keineswegs alternativlos dar. So zieht Jeremy Lent in seinem Buch The Web of Meaning das Fazit, dass der Westen es falsch herum denkt. Während der christliche Schöpfungsmythos das „Wort“ an den Anfang aller Existenz stellt, nimmt beispielsweise der Taoismus eine grundlegend anderen Blickpunkt ein:

    Language, in their view, was anathema to the Tao. In fact, the very first words of the Tao Te Ching read, paradoxically, ‘The Tao that can be spoken of is not the true Tao.’
    Unter „Tao“ wird dabei der Fluss der Natur verstanden, ein harmonisches Prinzip, das allem zugrunde liegt und alles durchwirkt. Dabei gibt es keine grundlegenden dualistischen Trennungen zwischen Natur und Mensch oder Körper und Geist. Das Tao ist überall und die Einheit und Differenz von allem. Aus westlicher Perspektive ist dieses Konzept auf den ersten Blick nur schwer verständlich, Lent bringt aber ein intuitives – wenn auch vermutlich grob vereinfachendes – Beispiel:
    Animals, plants and other living beings spontaneously act according to their te, and because of that they flow with the way of nature– with the Tao. The Taoists called this type of activity wu-wei, or effortless action.
    Wenn wir dieses _wu-wei_ auch nur mal als Gedankenspiel als den „Naturzustand“ im wörtlichen Sinne verstehen ( ... weiter lesen ... )

    #WeltenkreuzerBloggt #Philosophie #Entfremdung

  18. Je länger der Fan-Ausschluss wegen der Corona-Pandemie dauert, umso unwichtiger wird Bundesliga-Fußball für viele Anhänger. Die Debatte über die Werte des Fußballs und seine Über-Kommerzialisierung verstärken den Effekt.
    Verlieren die Bundesliga-Klubs ihre Fans? | DW | 06.01.2021 #Bundesliga #Fußball-Bundesliga #Fans #Entfremdung #Corona-Pandemie #Bindung #Mitsprache #Kommerzialisierung #DFL #Fankultur #HaraldLange #Bayer04Leverkusen #1FCUnionBerlin
  19. Über alles wächst Gras

    Intellektuell hervorragende Menschen glauben in ihrer großen Mehrheit nicht an die christliche Religion, aber in der Öffentlichkeit und in der Politik halten sie diese Tatsache geheim, weil sie Angst haben, ihr Einkommen zu verlieren.

    Bertrand Russell

    Fremde Ware — Als ein Mensch, der zwar (wann immer er sich Tabak leisten kann) raucht, aber kaum kifft, kenne ich dennoch die Hanfpflanze sehr genau, während ich kaum etwas über die Tabakpflanze weiß. Denn viele Menschen aus meinem Umfeld wurden durch die Kriminalisierung dieser Pflanze dazu gedrängt, selbst in aller Heimlichkeit ein paar Pflänzchen für ihren Bedarf zu kultivieren, um nicht die überhöhten Schwarzmarktpreise für ein dope von oft zweifelhafter Qualität zu zahlen — zumal dieses Geld auch nicht gerade in die Schaffung ewiger Blumenkraft fließt. In der Folge weiß ich sehr genau und aus direkter Anschauung, wie Hanf aussieht, wie sich seine Blätter und Stängel anfühlen, wie er riecht und wie seine Blüten gebildet sind, dies sind alles Dinge, die ich über den von mir recht regelmäßig konsumierten Tabak nicht weiß. Wie doch das völlig unsinnige Verbot einer Pflanze dazu führen kann, dass der entfremdete, zum Fetisch gewordene Charakter aller gehandelter Ware zum Gegenstand der direkten Erfahrung wird!

    Von Gott — Zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit zählt mit Sicherheit der Schlafmohn. Schon aus der Jungsteinzeit (vor rund 8000 Jahren) gibt es archäologisch erschlossene Spuren eines systematischen Anbaus der hübschen Blumen mit ihren lila Blüten; die frühesten bekannten schriftlichen Überlieferungen der Mohnkultur finden sich in 6000 Jahre alten Keilschrifttafeln der Sumerer. Der Mohn hatte auch einen Namen in diesen Tafeln, er war die „Freudenpflanze“. Der getrocknete, milchige Saft, der durch Anritzen der Samenkapsel gewonnen wurde (und der immer noch auf diese Weise gewonnen wird), er war in der Tat eine Freude. Er gewährte dem Schlaflosen Schlaf und dem Kranken Schmerzfreiheit; er wird wohl auch als frühestes bekanntes Narkotikum viele schmerzhafte medizinische Eingriffe erst ermöglicht haben. Kaum abzusehen, wie viele Leben diese Blume während der größten Zeit ihrer zivilisatorischen Verwendung wohl erhalten und wie viele sie wohl erträglich gemacht hat. Gewiss, auch als Droge fand das Opium Verwendung, denn noch verdammte keine lustfeindliche Moral die Freude am Rausch. Im Jahre 214 unserer Zeitrechnung wurde eine Inventur des kaiserlichen Palastes zu Rom erstellt, bei der unter anderem siebzehn Tonnen Opium entdeckt wurden. Beendet wurde die große zivilisatorische Errungenschaft des Opiumbaus erst durch ein Christentum, das jede Krankheit als eine Strafe Gottes betrachtete, die der Mensch hinzunehmen habe — und das deshalb die Anwendung von schmerzstillenden Mitteln zunächst für die eigenen Gläubigen und später für ganze Kulturkreise verbot und das dieses Verbot zunehmend mit staatlicher Gewalt durchsetzen konnte (und es bis heute mit Gewalt durchsetzt). Der einst so freudevolle Saft des Mohnes galt unter der Lebensverachtung dieser Lichtverneiner als ein Werk des Satans, und der Schmerz wurde stattdessen als ein Gesandter Gottes angesehen. Unter Karl dem Großen wurde das einst christliche, später staatsreligiös römische Verbot im Jahre 810 unserer Zeitrechnung erneut zum Gesetz für alle Menschen im hl. römischen Reich deutscher Nation, und es gilt bis heute für alle Menschen, auch für solche, die dem lebensverachtenden Irrsinn der christlichen Religion nicht anhängen. Es gilt selbst für Menschen mit schweren Schmerzen, denn die bürokratischen Anforderungen an die Verschreibung von Morphium zur Bekämpfung schwerer Schmerzen sind in der christlichen Welt derart hoch, dass viele Ärzte den Aufwand scheuen. Wenn heute schwer kranke Menschen unter unzureichend behandelten, höllischen Schmerzen verrecken müssen, denn ist dies direkt auf die kulturellen Wirkungen einer Religion zurückzuführen, die sich selbst in satanischer Schamlosigkeit als eine „Religion der Liebe“ vermarktet. Wer das Opium oder sein heute leichter illegal erhältliches Derivat Heroin unter der Herrschaft dieser „Liebe“ hingegen als Droge benutzt, wird in einem kriminellen und skrupellosen Schwarzmarkt gestoßen und kann noch froh darüber sein, wenn er sich neben dem gewünschten Stoff nur so verhältnismäßig „harmlose“ Substanzen wie Waschmittel in die Vene pumpt und keine wirklich gefährlichen Gifte. Die erbärmliche Verelendung der junkies ist die sich in der „Streckung“ der Droge selbst erfüllende Falschprophetie vom Schlafmohn als Werk des Teufels — und das wirklich Teuflische im Prozess, der über die Gesellschaften abläuft, versteht es immer wieder prächtig, sich als fromm zu tarnen.

    Ein Prost auf das Blut des Herrn — Und der Industrielle betete, nachdem er die Zahlen aus dem Controlling mit sichtbarem Gefallen überflogen hatte, voller Dank vor seinen Brauereien und Schnapsbrennereien und sprach: „Mein Herr Jesus, ich danke dir dafür, dass du am Abend deines Todes etwas Alkohol in der Form von Wein getrunken hast und dass du dies auch in die Bibel hast schreiben lassen. Ich danke dir dafür, dass du dafür gesorgt hast, dass der Alkohol in einem zentralen Ritual einer sich auf dich berufenen Religion unverzichtbar geworden ist. Ich danke dir, dass ich deshalb gesellschaftliche Anerkennung, den Schutz des Staates und deiner Kirchen und ein sicheres Einkommen von den ganzen Trinkern habe, und dass ich nicht so ein Krimineller bin wie dieser verkommene, sündige Haschdealer da hinten in der Ecke am Rande der Gesellschaft, verflucht und verknastet sei er.“ Seine Fabriken, der Segen seines Reichtums, sie standen auf einem Berg von Säuferlebern, höher als der Hügel Golgata. Im Geweih des Hirsches, den die Werber auf den Leberkleister drucken lassen, erscheint ein Kreuz, den Pfaffen und Bankern ein Wohlgefallen. Auf der linken Seite des Kreuzes das elende Siechen der vom Suff zerrütteten Familien, auf der rechten Seite das leise Wimmern der verängstigten, für Nichtigkeiten zu Brei geschlagenen Kinder, deren Zukunft schon beendet ist, bevor ein selbstbestimmtes Leben nur begonnen hätte. Im alkoholischen Atem, der die Luft durchsetzt, dünstelt Freitod. Dahinter der Glockenturm, laut in den Abend bimmelnd, weil da einer am Altar steht, der mit neurotischer Sorgfalt und gut geübter Feierlichkeit die Worte abliest, die einen Becher Wein in das Blut Christi verwandeln sollen. Und über alles, über diesen ganzen durch die Jahrhunderte hindurch gepflügten Gottesacker, wächst Gras.

    Für „Menne“

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    #Alkohol #Barbarei #Cannabis #Christentum #Droge #Entfremdung #Gewalt #Heroin #Herrschaft #Kirche #Lebensverachtung #Lustfeindlichkeit #Opium #Prozess #Religion #Staat #Tabak #Teufel #Todeskult #Verbot #Wahnsinn #Werbung #Zynismus