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#resonanz — Public Fediverse posts

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  1. Ein halbes Jahrhundert also. War gar nicht so klar, dass ich das erleben würde. Habe ja an dieser Stelle immer wieder drüber geschrieben. Was gibt es also zu sagen? Alles und Nichts. Mir ist nicht nach Resume ziehen und doch denke ich diese Tage viel über das Leben nach, schließlich drehe ich mich jetzt schon eine Weile auf diesem Erdklumpen im Raum. Verrückter Gedanke. Wir sind so in […]

    https://blog.hamdorf.org/50-2/
  2. Ein halbes Jahrhundert also. War gar nicht so klar, dass ich das erleben würde. Habe ja an dieser Stelle immer wieder drüber geschrieben. Was gibt es also zu sagen? Alles und Nichts. Mir ist nicht nach Resume ziehen und doch denke ich diese Tage viel über das Leben nach, schließlich drehe ich mich jetzt schon eine Weile auf diesem Erdklumpen im Raum. Verrückter Gedanke. Wir sind so in […]

    https://blog.hamdorf.org/50-2/
  3. Die Dummheit hat aufgehört sich zu schämen, so könnte man meinen, wenn man sich anschaut was heute gesagt werden darf ohne dass es größeren Widerspruch gibt. Mein subjektiver Eindruck der graduellen Verschiebung im Spektrum des sagbaren in den letzten 10 Jahren lässt mich glauben, dass die Zeiten neue Dynamiken möglich machen, die früher nicht denkbar waren. Woher kommen nun aber diese […]

    https://blog.hamdorf.org/zeichen-der-zeit/
  4. Die Dummheit hat aufgehört sich zu schämen, so könnte man meinen, wenn man sich anschaut was heute gesagt werden darf ohne dass es größeren Widerspruch gibt. Mein subjektiver Eindruck der graduellen Verschiebung im Spektrum des sagbaren in den letzten 10 Jahren lässt mich glauben, dass die Zeiten neue Dynamiken möglich machen, die früher nicht denkbar waren. Woher kommen nun aber diese […]

    https://blog.hamdorf.org/zeichen-der-zeit/
  5. … von Zuständigkeiten statt Gefühlen, Gedenktagen statt Aufarbeitung und der Frage, ob Demokratie noch Neupatienten aufnimmt …

    Und vielleicht von der Frage, ob meine Texte tatsächlich immer länger werden.

    Ein Essay:

    „Deutschland braucht einen Therapieplatz“ habe ich die Tage irgendwo gelesen und kicherte spontan:

    „Aber sowas von.“

    Also entstand daraus folgender Text:

    Deutschland braucht einen Therapieplatz.

    Dringend.

    Nicht so einen für acht probatorische oder probiotische Sitzungen, drei Atemübungen und ein laminiertes Arbeitsblatt mit der Überschrift:

    „Meine persönlichen Kraftquellen.“

    Deutschland braucht Langzeittherapie, Bro.

    Tiefenpsychologisch fundiert. Traumatherapeutisch begleitet. Systemisch aufgestellt. Mit Familienbrett und Familienbett, Genogramm und einer Therapeutin, die sehr gut darin ist, Schweigen auszuhalten.

    Außerdem braucht es eine freundliche Person am Empfang, die bei jedem Anruf ruhig erklärt:

    „Nein, Herr Deutschland, Sie können Ihre Kindheit nicht einfach abhaken, nur weil Sie inzwischen eine funktionierende Einbauküche besitzen.“

    Die Symptome sind schließlich kaum zu übersehen.

    Ungelöste Konflikte. Autonome Komplexe. Unreife Abwehrmechanismen. Zerrüttete interne Familiensysteme. Scham. Schuld. German Angst.

    Dazu eine schwer behandelbare Form emotionaler Vermeidung, bei der jedes existenzielle Problem zunächst in einen Verwaltungsvorgang umgewandelt wird.

    Andere Länder haben Gefühle.

    Deutschland hat Zuständigkeiten.

    Andere Länder verzweifeln.

    Deutschland richtet einen interministeriellen Arbeitskreis ein, der bis zum Ende der Legislaturperiode prüft, ob Verzweiflung künftig als förderfähige psychosoziale Sonderlage anerkannt werden kann.

    Vorausgesetzt, das Formular wurde korrekt ausgefüllt.

    Bitte nur in Druckbuchstaben.

    Deutschland nimmt Platz

    Deutschland sitzt also auf der Couch.

    Die Arme verschränkt. Das Kinn leicht angehoben. Den Blick immer wieder auf die Uhr gerichtet. Das rechte Bein wippt, unbewusst, aber merklich, auf und ab.

    Staubpartikel tanzen unbemerkt im einfallenden Sonnenlicht.

    Deutschland atmet scharf ein.

    „Eigentlich weiß ich gar nicht, warum ich hier bin.“

    Die Therapeutin blättert durch die Akte.

    Zwei Weltkriege. Nationalsozialismus. Holocaust. Teilung. Wiedervereinigung. Militarismus. Autoritäre Erziehungstraditionen. Ausgeprägter Hang zum Patriarchat. Gehorsam. Leistungskult. Kollektives Schweigen. Rassismus. Ost-West-Verletzungen. Ein gespaltenes Verhältnis zu nachhaltiger Freude, Gesundheit und Mitgefühl. Ein bis heute emotional auffälliges Verhältnis zu Automobilen.

    „Ihre Freunde machen sich Sorgen.“

    Deutschland richtet sich auf.

    „Wer genau?“

    „Europa.“

    „Europa ist selbst nicht stabil.“

    Das ist korrekt.

    Das ist allerdings auch eine der ältesten Abwehrstrategien der Welt.

    Wenn jemand sagt: „Ich mache mir Sorgen um dich“, und du antwortest: „Du hast selber eine hässliche Frisur“, bist du therapeutisch noch nicht vollständig auf dem Weg zur Selbstverantwortung angekommen.

    Deutschland möchte ohnehin nicht über seine Vergangenheit sprechen.

    Deutschland möchte aus seiner Vergangenheit gelernt haben.

    Das klingt ähnlich, ist aber etwas völlig anderes.

    Über etwas zu sprechen bedeutet, es anzuschauen. Nicht nur die historischen Daten, sondern auch die Gefühle, die Verstrickungen, die Scham, die Schuld und die Kontinuitäten. Die alten Muster in neuen Begriffen, neuen Uniformen und neu gestalteten Parteiprogrammen.

    Aus etwas gelernt zu haben bedeutet dagegen in Deutschland häufig, dass man einen Gedenktag eingerichtet hat.

    Einmal im Jahr stehen dann wichtige Politiker im Beisein ebenso wichtiger Presse mit ernsten Gesichtern vor Kränzen, sagen „Nie wieder“ und gehen anschließend zurück in ihre Büros, um zu diskutieren, welche Menschen man an den europäischen Außengrenzen besser davon abhalten könnte, überhaupt bis hierher zu gelangen.

    So schnell kann ein historisches Versprechen an einer Zuständigkeitsfrage scheitern.

    Das Verdrängte kommt wieder

    Ich würde C. G. Jung in den Raum einladen.

    Nicht, weil ich glaube, ein Schweizer Tiefenpsychologe mit einer lustigen Pfeife könne dieses Land an einem verlängerten Wochenende innerlich aufräumen.

    Aber Jung war überzeugt:

    Was verdrängt wird, verschwindet nicht.

    Es wirft Schatten.

    Es wirkt weiter. In Sprache, Institutionen, Körpern, Familien und politischen Sehnsüchten. In der plötzlichen Erleichterung, endlich wieder hart sein zu dürfen.

    Eine Gesellschaft kann sich für aufgeklärt halten und trotzdem von unbewussten Kräften gesteuert werden.

    Sie kann Denkmäler bauen und gleichzeitig Menschen entmenschlichen.

    Sie kann „Nie wieder“ sagen und dennoch bei jedem neuen „Die gehören nicht zu uns“ kurz prüfen, ob man damit vielleicht nicht doch Wahlen gewinnen könnte.

    „Deutschland hat seinen Schatten nicht vollständig integriert“, würde die spirituelle Beraterin Esther Shamina Baumwipfel sagen.

    Schattenarbeit nennt man das heute.

    Aber irgendwie, ja: Deutschland hat seinen Schatten in den Keller getragen, eine Brandschutztürmauer davorgezogen und ein Schild aufgehängt:

    „Zutritt nur für autorisiertes Personal.“

    Links und rechts der Tür befinden sich kleine Überwachungskameras. Die darüber hängende Neonröhre flackert und summt nervös.

    Leider hält sich der Schatten nicht an deutsche Sicherheitsbestimmungen.

    Wer hätte damit gerechnet?

    Deutschland ist ein Land mit fundamentalen Abwehrmechanismen

    Psychologisch betrachtet besitzt Deutschland ein beeindruckendes Repertoire an Abwehr.

    Zwar nicht militärisch.

    „ABER DAS ÄNDERN WIR JETZT!!!“

    Ja, Volker. Machen wir. YEAH!

    Nein, psychologisch.

    Da wäre zunächst die Verdrängung.

    Rechtsextremismus existiert in Deutschland grundsätzlich erst dann zweifelsfrei, wenn jemand mit Springerstiefeln, Glatze, einer brennenden Fackel und einem laminierten Rechtsextremistenausweis vor dem Reichstag steht.

    Vorher handelt es sich um Protest. Um Frust. Um Sorgen. Um Menschen, die sich nicht mehr gehört fühlen.

    Jaaaa – was erschreckend oft sogar stimmt.

    Manchmal aber halt eben auch überhaupt nicht.

    Interessant ist dabei, dass diejenigen, vor denen andere Angst haben müssen, regelmäßig besonders viel gesellschaftliches Verständnis erhalten.

    Während diejenigen, die Angst vor ihnen haben, gern gebeten werden, die Debatte nicht unnötig zu emotionalisieren.

    Dann gibt es die Projektion.

    Was man an sich selbst nicht ertragen kann, schreibt man anderen zu.

    Man selbst ist nicht rassistisch. Die anderen integrieren sich nur falsch.

    Man selbst hat kein Problem mit Armut. Die Armen sind bloß nicht eigenverantwortlich genug.

    Man selbst fürchtet sich nicht vor Veränderung. Die Klimabewegung, Feministinnen, Migranten, queere Menschen, junge Leute, Arbeitslose, Radfahrer und Menschen mit Wärmepumpen sind einfach gleichzeitig zu linksradikal geworden.

    Das kann natürlich passieren.

    Wenn aber plötzlich sämtliche gesellschaftlichen Gruppen um einen herum das eigentliche Problem darstellen, könnte man kurz prüfen, ob sich vielleicht doch ein Anteil des Problems im eigenen Wohnzimmer befindet.

    Deutschland prüft das nicht.

    Deutschland verschärft das Strafrecht.

    Dann wäre da noch die Rationalisierung.

    Wir kürzen nicht bei Armen, weil uns Arme egal sind.

    Wir setzen Anreize.

    Wir lassen Menschen an Grenzen nicht leiden, weil wir ihr Leid für politisch verkraftbar halten.

    Wir schützen die Akzeptanz des Asylsystems.

    Wir verhindern Klimaschutz nicht, weil mächtige Lobbyisten aus eigenem Interesse seit Jahrzehnten jede Veränderung bekämpfen.

    Wir bewahren Technologieoffenheit.

    Wir retten Konzerne nicht vor den Folgen eigener Fehlentscheidungen.

    Wir sichern Arbeitsplätze.

    Mit dem richtigen Begriff klingt selbst institutionalisierte Verantwortungslosigkeit wie ein innovativer Lösungsansatz.

    Deutschland besitzt dafür offenbar ein hervorragend gewartetes Etikettiergerät.

    Ich mag dieses Wort.

    Etikettiergerät.

    Ich mag Sprache so, so gerne!

    Das ist die große Stärke aktueller deutscher Politik:

    Sie kann dir das Bein wegziehen und gleichzeitig erklären, dies diene der Aktivierung deiner unteren Extremitäten.

    Dann wäre da das Familiensystem Deutschland

    Systemisch betrachtet ist Deutschland eine zerrüttete Großfamilie, die weiterhin gemeinsam Weihnachten feiert, weil niemand den Mut hat, die Familiengruppe bei WhatsApp zu verlassen.

    Der Westen sitzt am Kopfende und erklärt, wie Demokratie funktioniert.

    Der Osten sitzt daneben und hört seit 1990, er müsse sich nun wirklich etwas mehr anstrengen, demokratisch aufzuholen.

    Die reichen Bundesländer räumen demonstrativ die Spülmaschine ein und erwähnen währenddessen mehrfach, wer den Länderfinanzausgleich bezahlt.

    Bayern hat sein eigenes Bier mitgebracht und behauptet, ohne Bayern hätte die Familie weder Tradition noch Zukunft.

    Berlin hat kein Geld, aber ein Konzept.

    Das Ruhrgebiet erzählt von früher.

    Und irgendwo versucht Schleswig-Holstein seit zwei Stunden, etwas über Windenergie zu sagen, aber niemand hört zu, weil Nordrhein-Westfalen gerade eine weitere Autobahnspur plant.

    Dazwischen sitzen die Kinder dieser Familie.

    Menschen mit Migrationsgeschichte, die teilweise seit Generationen dazugehören und trotzdem bei jeder Gelegenheit gefragt werden, wo sie eigentlich wirklich herkommen.

    Junge Menschen, denen man einen beschädigten Planeten, kaputte Schulen, unbezahlbare Wohnungen und eine brüchige soziale Infrastruktur übergibt.

    Danach erklärt man ihnen, sie seien nicht belastbar genug.

    Auch die Armen sitzen mit am Tisch.

    Über sie wird viel gesprochen.

    Mit ihnen eher selten.

    Meistens wird festgestellt, was ihnen fehlt: Bildung, Disziplin, Motivation, Eigenverantwortung.

    Nie fehlen Strukturen.

    Strukturen sind in Deutschland grundsätzlich unschuldig.

    Man kann sie nicht sanktionieren.

    Sie haben keinen Briefkasten.

    Scham ist keine Verantwortung

    Deutschland verwechselt bis heute Scham und Schuld.

    Schuld sagt:

    Ich habe etwas getan. Ich muss Verantwortung übernehmen.

    Scham sagt:

    Mit mir stimmt grundsätzlich etwas nicht. Ich darf nicht gesehen werden.

    Schuld kann zu Handlung führen.

    Scham führt häufig zu Abwehr. Zu Schweigen, Aggression, moralischer Selbstinszenierung oder dem dringenden Wunsch, jetzt müsse aber auch mal Schluss sein.

    Deutschland pendelt zuverlässig zwischen zwei Positionen:

    „Wir sind für immer das schlimmste Land der Welt! Holt mich hier raus! Ich wandere aus! Ich geh hier weg! Nirgendwo sonst ist es so schlimm wie hier.“

    Und:

    „Jetzt muss man die Vergangenheit auch irgendwann ruhen lassen.“

    Beides verhindert Reife.

    Die reife Position wäre komplizierter.

    Sie würde sagen:

    Ja, dieses Land hat unermessliche Verbrechen begangen.

    Ja, in diesem Land ist gerade so einiges fett am Kochen.

    Ja, daraus entsteht Verantwortung.

    Nein, Verantwortung bedeutet nicht ewige Selbstverachtung.

    Und nein, Verantwortung ist nicht erledigt, nur weil man in der neunten Klasse ein Referat über Anne Frank gehalten und später einmal eine Stolpersteinführung besucht hat.

    Eine erwachsene Gesellschaft könnte ihre Geschichte tragen, ohne sich selbst darin aufzulösen und ohne sie zu verleugnen.

    Sie könnte sagen:

    Das war Teil von uns.

    Es wirkt bis heute.

    Und gerade deshalb schauen wir genau hin, wenn Menschen erneut entmenschlicht, markiert, entrechtet und aus dem Kreis des Mitgefühls gedrängt werden.

    Sie könnte das sagen.

    Stattdessen diskutieren wir darüber, ob man Rechtsextreme vielleicht dadurch schwächen könne, dass man ihre Forderungen übernimmt, aber in einer seriöseren Schriftart veröffentlicht.

    Therapeutisch nennt man das vermutlich nicht Aufarbeitung.

    Eher Identifikation mit dem Aggressor bei gleichzeitigem Sonntagsinterview.

    German Angst

    Und dann wäre da natürlich die German Angst.

    Diese nationale Spezialität, bei der jede Veränderung gleichzeitig völlig überstürzt und seit drei Jahrzehnten überfällig ist.

    Deutschland hat Angst vor Kontrollverlust.

    Das ist historisch nicht schwer zu verstehen.

    Bedauerlicherweise hat dieses Land daraus nicht gelernt, Kontrolle kritisch zu betrachten.

    Es hat gelernt, sie effizienter zu organisieren.

    Wir kontrollieren Arbeitslose, Geflüchtete, Kinder, Lehrer, Pflegekräfte, Bürgergeldempfänger, Krankmeldungen, Gartenhecken und Abfalltrennung.

    Bei Vermögen, Erbschaften, Steuervermeidung und Lobbyismus setzt Deutschland dagegen stärker auf Eigenverantwortung.

    Man darf Menschen schließlich nicht unter Generalverdacht stellen.

    Jedenfalls keine Menschen mit Vermögensberater.

    German Angst ist auch deshalb so wirkungsvoll, weil sie sich gern als Vernunft verkleidet.

    Sie trägt Jackett.

    Sie besitzt Diagramme.

    Sie sagt nicht:

    „Ich habe Angst.“

    Sie sagt:

    „Das ist leider nicht realistisch.“

    „Dafür fehlen uns die Kapazitäten.“

    „Das können wir den Menschen nicht zumuten.“

    Mit „den Menschen“ sind dabei meistens diejenigen gemeint, denen man bereits seit Jahrzehnten besonders wenig zumuten möchte.

    German Angst fürchtet den Abstieg, die Fremden, die Zukunft, Russland, Amerika, zu viel Staat, zu wenig Staat, die Wärmepumpe und die vage Möglichkeit, dass irgendjemand irgendwann das Schnitzel verbieten könnte.

    Niemand weiß, wer diese Person ist.

    Niemand weiß, über welche schnitzelrechtlichen Kompetenzen sie verfügt.

    Aber man sollte frühzeitig wachsam bleiben.

    Das falsche Selbst eines funktionierenden Landes

    Ich würde Erich Fromm anrufen.

    Fromm wusste, dass ganze Gesellschaften pathologisch sein können. Dass Normalität kein Beweis für Gesundheit ist. Dass ein Mensch perfekt angepasst und trotzdem innerlich zerstört sein kann.

    Vielleicht sogar gerade deshalb.

    Wer in einer verrückten Ordnung tadellos funktioniert, ist nicht automatisch vernünftig.

    Er ist möglicherweise nur sehr zuverlässig.

    Deutschland ist hervorragend im Funktionieren.

    Es baut Maschinen, optimiert Prozesse und erstellt Berichte über Berichte, in denen geprüft wird, ob die Berichterstattung künftig effizienter dokumentiert werden kann.

    Es hält Funktionalität für Gesundheit.

    Pünktlichkeit für Charakter.

    Leistung für Wert.

    Und Erschöpfung für einen individuellen Mangel an Resilienz.

    Wer zusammenbricht, hat sich offenbar nicht gut genug selbst optimiert.

    Das System selbst bleibt selbstverständlich gesund.

    Es hat schließlich ein betriebliches Gesundheitsmanagement.

    Ein kranker Mensch in einem kranken System gilt als behandlungsbedürftig.

    Ein angepasster Mensch in einem kranken System wird befördert.

    Vielleicht liegt die eigentliche Krise deshalb nicht nur darin, dass dieses Land an manchen Stellen schlecht funktioniert.

    Vielleicht funktioniert es an vielen Stellen erschreckend gut – nur für etwas, das längst kein lebenswertes Gemeinwesen mehr ergibt.

    Wir sprechen von Gesellschaft, als wäre sie eine Maschine.

    Sie soll funktionieren. Wachsen. Leisten. Wettbewerbsfähig sein.

    Aber eine Gesellschaft ist keine Maschine.

    Sie ist ein Beziehungsgeflecht.

    Ein verletzliches, widersprüchliches Gewebe aus Erinnerungen, Hoffnungen, Körpern, Erzählungen, Bedürfnissen und Macht.

    Wenn genügend Fäden reißen, hilft es nicht, das Bruttoinlandsprodukt neu zu lackieren.

    Dann zerfällt das Muster.

    Die Banalität der Zuständigkeit

    Ich würde Hannah Arendt rufen.

    Sie könnte uns erneut erklären, dass das Böse nicht immer brüllt.

    Es trägt nicht immer Uniform.

    Es sieht nicht immer aus wie ein Monster.

    Manchmal trägt es ein Hemd, sitzt in einem Büro und erklärt, es habe lediglich Vorschriften umgesetzt.

    Manchmal sagt es:

    „Dafür bin ich nicht zuständig.“

    Dieser Satz gehört zu den mächtigsten Sätzen der deutschen Sprache.

    Er schafft Distanz zwischen Handlung und Verantwortung.

    Niemand entscheidet.

    Alle bearbeiten.

    Niemand ist verantwortlich.

    Alle haben ihre Aufgabe erfüllt.

    Das Leid entsteht dann scheinbar von selbst.

    Wie Schimmel.

    Oder ein Softwarefehler.

    Möglicherweise ist Bürokratie deshalb nicht nur eine Verwaltungsform.

    Sie ist auch ein emotionales Schutzsystem.

    Sie erlaubt es Menschen, an Vorgängen mitzuwirken, ohne sich als Teil ihrer Folgen erleben zu müssen.

    Das Formular kennt keine Schuld.

    Nur fehlende Anlagen.

    Wen wir noch brauchen

    Ich würde bell hooks rufen.

    Damit Liebe endlich aufhört, als sentimentaler Privatkram behandelt zu werden.

    Liebe ist keine Duftkerze.

    Liebe ist keine Wohlfühltechnik für Menschen mit Yogamatte.

    Liebe ist eine politische Praxis.

    Sie zeigt sich darin, welche Leben wir schützen, wem wir zuhören, wer dazugehören darf und wessen Schmerz wir für zumutbar erklären, weil die Alternative unsere Bequemlichkeit stören würde.

    Und natürlich würde ich Hartmut Rosa rufen.

    Seine Resonanzthese wohnt ohnehin längst irgendwo in mir.

    Er könnte uns erklären, weshalb wir immer schneller werden und trotzdem nirgends mehr ankommen.

    Warum wir uns die Welt verfügbar machen und dabei die Beziehung zu ihr verlieren.

    Warum ein Land wirtschaftlich wachsen kann, während seine Menschen innerlich vertrocknen.

    Warum wir alles erreichen und uns nichts mehr erreicht.

    Und ich würde Albert Camus rufen.

    Gegen den Zynismus.

    Denn Zynismus ist oft nur verletzter Idealismus, der sich eine Lederjacke angezogen hat und nun behauptet, ihm sei alles egal.

    Zynismus schützt vor Enttäuschung.

    Aber er baut nichts.

    Er webt keinen einzigen gerissenen Faden zurück.

    Er steht nur daneben und erklärt, dass Stoff ohnehin eine bürgerliche Illusion sei.

    Und dann brauchen wir die Dichter.

    Nicht unbedingt als vollständige Leseliste mit Bildungsnachweis.

    Sondern als Menschen, die Sprache nicht benutzen, um Wirklichkeit zu verwalten, sondern um sie wieder fühlbar zu machen.

    Wir brauchen sie, weil eine Gesellschaft, die nur noch in Kennzahlen, Sicherheitslagen, Belastungsgrenzen, Standortfaktoren und Migrationsbewegungen spricht, irgendwann keine Menschen mehr erkennt.

    Sie sieht Fälle.

    Kosten.

    Risiken.

    Quoten.

    Kapazitäten.

    Aber keine Gesichter.

    Sprache kann Wirklichkeit öffnen.

    Sie kann sie aber auch versiegeln.

    Ein Mensch wird zur „illegalen Migration“.

    Ein Kind wird zum „Förderfall“.

    Ein Arbeitsloser wird zum „Leistungsbezieher“.

    Ein Toter wird zum „Kollateralschaden“.

    Und plötzlich ist alles korrekt bezeichnet.

    Nur nichts mehr lebendig.

    Ich vermisse das beseelte Gemeinwesen

    Wir brauchen große Geister.

    Keine der üblichen großen Gestalten, die auf Bühnen stehen und verkünden, sie allein könnten wieder Ordnung schaffen.

    Von denen hatten und haben wir genug.

    Wir brauchen Menschen mit einem Blick fürs Ganze.

    Dichter. Antizyniker. Unangepasste. Menschen, die Komplexität nicht als Schwäche empfinden.

    Menschen, die Widersprüche aushalten können, ohne sofort einen Feind daraus zu bauen.

    Menschen, die verstehen, dass Vernunft ohne Mitgefühl kalt wird.

    Und Mitgefühl ohne Haltung wirkungslos.

    Menschen, die die gelösten Fäden des Seins aufnehmen und beginnen, sie zurückzuweben.

    Nicht zur alten Ordnung.

    Die war für viele nie lebenswert.

    Sondern zu einer Materie, die wieder kohärent wird.

    Lebendig.

    Bewohnbar.

    Beseelt.

    Was ist also der Therapieauftrag?

    Die Frage jeder Therapie lautet irgendwann:

    Was soll sich verändern?

    Deutschland würde vermutlich antworten:

    „Die anderen.“

    Die Therapeutin würde schweigen.

    Deutschland würde unruhig.

    „Ist das jetzt diese Gesprächstechnik?“

    Ja.

    Denn vielleicht müsste dieses Land lernen, nicht jeden Schmerz sofort zu relativieren, zu lösen, abzuwehren oder in eine Talkshow zu verwandeln.

    Vielleicht müsste es lernen, Ambivalenz auszuhalten.

    Dass Wohlstand und Ausbeutung nebeneinander existieren können.

    Demokratie und autoritäre Sehnsucht.

    Erinnerungskultur und Rassismus.

    Fortschritt und Regression.

    Mitgefühl und Überforderung.

    Vielleicht müssten wir aufhören, jede Veränderung als Angriff auf unsere Identität zu erleben.

    Ein Tempolimit ist keine Kastration.

    Eine Wärmepumpe ist keine kommunistische Umerziehungsmaßnahme.

    Ein Pronomen ist nicht der Untergang des Abendlandes.

    Und ein Mensch, der Hilfe braucht, hat nicht automatisch einen moralischen Defekt.

    Vielleicht müssten wir neu lernen, was Stärke bedeutet.

    Stärke heißt nicht, nichts zu fühlen.

    Grenzen sind nicht dasselbe wie Mauern.

    Sicherheit entsteht nicht dadurch, dass wir immer mehr Menschen zu Bedrohungen erklären.

    Und Verantwortung ist kein Zustand, den man irgendwann erreicht und dann besitzt.

    Verantwortung ist eine Praxis.

    Wie Demokratie.

    Wie Liebe.

    Erwachsen ist keine Gesellschaft ein für alle Mal.

    Sie muss es immer wieder werden.

    Die Diagnose

    Natürlich kann man einen Staat nicht therapieren.

    Ein Staat besitzt kein einheitliches Bewusstsein.

    Er besteht aus Institutionen, Machtverhältnissen, Geschichten, Milieus und Millionen Menschen, die sich widersprechen.

    Aber vielleicht ist genau das der Punkt.

    Deutschland liegt nicht irgendwo außerhalb von uns auf einer Couch.

    Deutschland steht am Stammtisch.

    Sitzt im Bundestag.

    Arbeitet im Jobcenter.

    Lehrt im Klassenzimmer.

    Entscheidet in Behörden.

    Leitet Unternehmen.

    Schreibt Kommentare.

    Wählt.

    Schweigt.

    Widerspricht.

    Hilft.

    Schaut weg.

    Deutschland sind auch wir.

    Und das ist schon irgendwie unangenehm, oder?

    Denn dann können wir nicht mehr einfach sagen:

    „Dieses Land müsste dringend etwas tun.“

    Dann müssten wir möglicherweise selbst beginnen.

    Hinsehen. Zuhören. Widersprechen. Trauern. Uns entschuldigen. Macht abgeben. Unsicherheit aushalten.

    Den eigenen Schatten nicht sofort dem Nachbarn ins Gesicht kleben.

    Und gelegentlich anerkennen, dass Empathie keine psychische Störung ist.

    Deutschland braucht einen Therapieplatz.

    Die Wartezeit beträgt aktuell ungefähr 18 Monate.

    In akuten Fällen wenden Sie sich bitte an Ihre Mitmenschen.

    Oder an die Demokratie.

    Die ist ebenfalls chronisch überlastet.

    Aber sie nimmt noch Neupatienten auf.

    be a rebel – widersprich dem Etikettiergerät.

    Heiko aka den sie "die Textmaschine" nennen

    #Deutschland #Demokratie #Gesellschaft #Psychologie #SystemischesDenken #Soziologie #Empathie #Haltung #Sprache #Resonanz #Essay #beARebel

  6. Wir schaffen es noch nicht, Schwung in #mastodon zu bekommen - für mich ein Grund: es gibt so wenig sichtbare #Relevanz und #Resonanz
    Scrolle ich durch die föderierte Timeline finde ich nicht einen Post mit 2-stelligen interaktions-Hinweisen … würde bedeuten hier sind bisher nur #Sender*innen unterwegs.

    #Hilfe

  7. Wir schaffen es noch nicht, Schwung in #mastodon zu bekommen - für mich ein Grund: es gibt so wenig sichtbare #Relevanz und #Resonanz
    Scrolle ich durch die föderierte Timeline finde ich nicht einen Post mit 2-stelligen interaktions-Hinweisen … würde bedeuten hier sind bisher nur #Sender*innen unterwegs.

    #Hilfe

  8. 2/2

    "Was wäre, wenn ... Rosas Resonanz das Zeug hätte, die Große Beschleunigung des Anthropozäns einzudämmen - und auf diese Weise die Chronik einer angekündigten Apokalypse zu umgehen?"

    Aus Beschleunigen wir die Resonanz! [2024], Interview des frz. Erziehungswissenschaftlers Nathanaël Wallenhorst mit dem dt. theoretischen Soziologen Hartmut Rosa.

    #HartmutRosa #Resonanz #Anthropozän #bookstodon #rebcommendations

  9. 2/2

    "Was wäre, wenn ... Rosas Resonanz das Zeug hätte, die Große Beschleunigung des Anthropozäns einzudämmen - und auf diese Weise die Chronik einer angekündigten Apokalypse zu umgehen?"

    Aus Beschleunigen wir die Resonanz! [2024], Interview des frz. Erziehungswissenschaftlers Nathanaël Wallenhorst mit dem dt. theoretischen Soziologen Hartmut Rosa.

    #HartmutRosa #Resonanz #Anthropozän #bookstodon #rebcommendations

  10. Rosa sagt, Resonanz braucht Unverfügbarkeit. Mein Home Assistant macht gerade alles verfügbar: Licht, Heizung, Zahnbürste. Die Entfremdung läuft stabil.

    #soziologie #homeassistant #resonanz #hartmutrosa #schicksalsjahreeineskaisers

  11. Rosa sagt, Resonanz braucht Unverfügbarkeit. Mein Home Assistant macht gerade alles verfügbar: Licht, Heizung, Zahnbürste. Die Entfremdung läuft stabil.

    #soziologie #homeassistant #resonanz #hartmutrosa #schicksalsjahreeineskaisers

  12. #PodcastLiebe: Ich höre das Gespräch von Matze Hielscher mit Hartmut Rosa und bin fasziniert. Was für ein inspirierender, wertschätzender Austausch zweier kluger Menschen. 🥰

    Warum bleiben wir erschöpft?
    hotelmatze.podigee.io/541-hart

    #PraktischePhilosophie #AngewandteSoziologie #Philosophie #Soziologie #Humanismus #Lebenswelten #IdeenGeschichte #Konstellation #Situation #Resonanz #Unverfügbarkeit #Kreativität -- so viel steckt drin. Ich kann gar nicht alles aufzählen (ohne, dass es nervig wird).

  13. #PodcastLiebe: Ich höre das Gespräch von Matze Hielscher mit Hartmut Rosa und bin fasziniert. Was für ein inspirierender, wertschätzender Austausch zweier kluger Menschen. 🥰

    Warum bleiben wir erschöpft?
    hotelmatze.podigee.io/541-hart

    #PraktischePhilosophie #AngewandteSoziologie #Philosophie #Soziologie #Humanismus #Lebenswelten #IdeenGeschichte #Konstellation #Situation #Resonanz #Unverfügbarkeit #Kreativität -- so viel steckt drin. Ich kann gar nicht alles aufzählen (ohne, dass es nervig wird).

  14. Vor einiger Zeit schrieb ich auf diesem Blog darüber was wir unseren Eltern schulden. Mich interessiert jetzt noch der andere Blickwinkel, selber Eltern sein und auf die Dinge schauen, die jetzt anders sind. Ich schrieb damals: „Ich habe eine eigene Geschichte, aber auch eine mit meinen Kindern. Unvollendete Erzählungen. Und sie werden es bleiben bis es zu spät ist. Die eigene befindet sich […]

    https://blog.hamdorf.org/was-schulden-wir-unseren-kindern/
  15. Ist Freundschaft nicht eine vollwertige Beziehung, bloß ohne das körperliche halt, oder gibt es da einfach Abstufungen? Ist es ein fluides Spektrum irgendwo zwischen zufälligem Treffen, Bekanntschaft und bestem Freund dem ich meine dunkelsten Geheimnisse anvertraue? Natürlich ist es das. Freundschaften muss man gar nicht unbedingt genau definieren, entweder sie gibt einem ein positives […]

    https://blog.hamdorf.org/freundschaft/
  16. Ist Freundschaft nicht eine vollwertige Beziehung, bloß ohne das körperliche halt, oder gibt es da einfach Abstufungen? Ist es ein fluides Spektrum irgendwo zwischen zufälligem Treffen, Bekanntschaft und bestem Freund dem ich meine dunkelsten Geheimnisse anvertraue? Natürlich ist es das. Freundschaften muss man gar nicht unbedingt genau definieren, entweder sie gibt einem ein positives […]

    https://blog.hamdorf.org/freundschaft/
  17. "Viele Menschen glauben, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, weil sie ihrem eigenen Gehirn glauben. Und ein Gehirn, das einen von Wärme geprägten Respekt nicht gewohnt ist, glaubt entweder, dass mit ihm selbst etwas nicht stimmt oder dass mit allen anderen etwas nicht stimmt.

    Glauben Sie, dass Sie zu viel sind? Zu laut, zu groß, zu empfindlich? Glauben Sie, dass Sie nicht genug sind? Nicht zäh genug, nicht schlau genug, nicht stark genug?

    Haben Sie eine dieser Überzeugungen? Falls ja, wie gehen Sie mit ihr um? Versuchen Sie, nicht an sie zu denken? Sind Sie immer mit etwas beschäftigt, um Ihre automatischen Gedanken ruhig zu halten? Nehmen Sie Substanzen oder lenken Sie sich ab, um die Überzeugung in den Hintergrund zu drängen?

    Egal, ob Sie diese Überzeugung oder eine andere wenig angenehme Vorstellung von sich selbst haben, es gibt Möglichkeiten, Ihr Gehirn zu einem Ort zu machen, der sich leichter bewohnen lässt. Eigentlich ist Ihr Gehirn in der Lage, Wärme und Zuneigung für Sie zu empfinden – es gilt nur, klein anzufangen.“

    […]

    "Wenn Menschen das erste Mal zum Zählen ihrer Atemzüge aufgefordert werden, kommen sie häufig nicht einmal bis zwei. Selbst bis eins zählen kann ein Grauen davor hervorrufen, innezuhalten und das Innere seines Gehirns erleben zu müssen. Denn dieses kann ein steiniger, ungastlicher Ort sein, an dem das Selbst nicht willkommen ist. Ohne die Möglichkeit, Selbstwärme zu empfinden, kämpfen sich viele Menschen vermutlich voller Anspannung durch geführte Meditationen und geißeln sich selbst, dass sie alles falsch machen. Ständig beginnen sie wieder mit dem Zählen und verurteilen sich für ihr fehlendes Konzentrationsvermögen.

    Für diese Menschen fühlt es sich an, als blieben sie bei einer Atemmeditation mitten in ihrer Gesteinslawine aus Scham, Selbstverachtung, Grauen, Depression und Verwirrung hängen. Erst wenn man sie eigens dazu auffordert, ihre Aufmerksamkeit mit Wärme und Sanftheit zu ihrem Atem zurückzubringen – wie in der eben durchgeführten Meditation –, schaffen sie es vielleicht, beim Zählen bis zwei oder sogar drei zu kommen, ohne in ihre ganz persönliche Hölle zu stürzen. […]"

    -- Sarah Peyton: Selbstresonanz: Erkenntnisse aus Neurobiologie, #GFK und Traumaforschung.

    junfermann.de/titel/selbstreso

    #bookstodon #resonanz

  18. "Viele Menschen glauben, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, weil sie ihrem eigenen Gehirn glauben. Und ein Gehirn, das einen von Wärme geprägten Respekt nicht gewohnt ist, glaubt entweder, dass mit ihm selbst etwas nicht stimmt oder dass mit allen anderen etwas nicht stimmt.

    Glauben Sie, dass Sie zu viel sind? Zu laut, zu groß, zu empfindlich? Glauben Sie, dass Sie nicht genug sind? Nicht zäh genug, nicht schlau genug, nicht stark genug?

    Haben Sie eine dieser Überzeugungen? Falls ja, wie gehen Sie mit ihr um? Versuchen Sie, nicht an sie zu denken? Sind Sie immer mit etwas beschäftigt, um Ihre automatischen Gedanken ruhig zu halten? Nehmen Sie Substanzen oder lenken Sie sich ab, um die Überzeugung in den Hintergrund zu drängen?

    Egal, ob Sie diese Überzeugung oder eine andere wenig angenehme Vorstellung von sich selbst haben, es gibt Möglichkeiten, Ihr Gehirn zu einem Ort zu machen, der sich leichter bewohnen lässt. Eigentlich ist Ihr Gehirn in der Lage, Wärme und Zuneigung für Sie zu empfinden – es gilt nur, klein anzufangen.“

    […]

    "Wenn Menschen das erste Mal zum Zählen ihrer Atemzüge aufgefordert werden, kommen sie häufig nicht einmal bis zwei. Selbst bis eins zählen kann ein Grauen davor hervorrufen, innezuhalten und das Innere seines Gehirns erleben zu müssen. Denn dieses kann ein steiniger, ungastlicher Ort sein, an dem das Selbst nicht willkommen ist. Ohne die Möglichkeit, Selbstwärme zu empfinden, kämpfen sich viele Menschen vermutlich voller Anspannung durch geführte Meditationen und geißeln sich selbst, dass sie alles falsch machen. Ständig beginnen sie wieder mit dem Zählen und verurteilen sich für ihr fehlendes Konzentrationsvermögen.

    Für diese Menschen fühlt es sich an, als blieben sie bei einer Atemmeditation mitten in ihrer Gesteinslawine aus Scham, Selbstverachtung, Grauen, Depression und Verwirrung hängen. Erst wenn man sie eigens dazu auffordert, ihre Aufmerksamkeit mit Wärme und Sanftheit zu ihrem Atem zurückzubringen – wie in der eben durchgeführten Meditation –, schaffen sie es vielleicht, beim Zählen bis zwei oder sogar drei zu kommen, ohne in ihre ganz persönliche Hölle zu stürzen."

    -- Sarah Peyton: Selbstresonanz: Erkenntnisse aus Neurobiologie, GFK und Traumaforschung.

    junfermann.de/titel/selbstreso

    #bookstodon #resonanz

  19. In letzter Zeit habe ich mich was meine Internet-Aktivitäten auf Mastodon konzentriert. Ich wollte für eine Zeit mal etwas mehr Interaktion, schauen, wo Kommunikation angeregter von Statten gehen kann. Ich wusste natürlich, dass das Format dort letztendlich nicht zu einer Tiefe führt die viele Themen eigentlich benötigen, aber am Ende gibt es auch da Immer die Möglichkeit auf Menschen zu […]

    https://blog.hamdorf.org/kompromisse/
  20. In letzter Zeit habe ich mich was meine Internet-Aktivitäten auf Mastodon konzentriert. Ich wollte für eine Zeit mal etwas mehr Interaktion, schauen, wo Kommunikation angeregter von Statten gehen kann. Ich wusste natürlich, dass das Format dort letztendlich nicht zu einer Tiefe führt die viele Themen eigentlich benötigen, aber am Ende gibt es auch da Immer die Möglichkeit auf Menschen zu […]

    https://blog.hamdorf.org/kompromisse/
  21. Ostern 2026. Mir geht es gut. Ich habe angefangen zu arbeiten, vier Wochen Hamburger Modell liegen hinter mir, ab Dienstag dann wieder „ganz normal“. Eine lange Phase des „wieder in die Spur kommen“ liegt hinter mir. Jetzt bin ich wieder aktiv, gehe zum Sport, lebe das Leben wieder mit einer neuen Normalität.

    Es ist nicht lange her, aus der Reha kommend, jeder Tag war eine kleine […]

    https://blog.hamdorf.org/herzinfarkt-v/
  22. Ostern 2026. Mir geht es gut. Ich habe angefangen zu arbeiten, vier Wochen Hamburger Modell liegen hinter mir, ab Dienstag dann wieder „ganz normal“. Eine lange Phase des „wieder in die Spur kommen“ liegt hinter mir. Jetzt bin ich wieder aktiv, gehe zum Sport, lebe das Leben wieder mit einer neuen Normalität.

    Es ist nicht lange her, aus der Reha kommend, jeder Tag war eine kleine […]

    https://blog.hamdorf.org/herzinfarkt-v/
  23. @mialikescoffee ich finde, du hast das so formuliert, dass ich es gut nachvollziehen kann. Einsam fühle ich mich, wenn ich keine #Resonanz zur mich umgebenden Welt spüre.

  24. @mialikescoffee ich finde, du hast das so formuliert, dass ich es gut nachvollziehen kann. Einsam fühle ich mich, wenn ich keine #Resonanz zur mich umgebenden Welt spüre.

  25. Häufig äußern meine Klienten #Wünsche wie:

    "Ich möchte nicht mehr abgelehnt werden."
    "Ich möchte gemocht werden."
    "Ich möchte geliebt werden."
    "Ich möchte dazugehören."
    "Ich möchte eine Partnerschaft."

    All diese Wünsche haben einen bit.ly/3Y7P0o7 #Abgrenzung #psychotHHerapie #Resonanz #Wachstum

  26. Es gibt Gespräche, die man führt und danach das Gefühl hat, gar nicht wirklich anwesend gewesen zu sein. Man hat Worte gesagt, Gedanken geordnet, vielleicht sogar präzise formuliert, und trotzdem ist das Wesentliche irgendwo auf der Strecke geblieben. Nicht aus Nachlässigkeit. Nicht aus Schweigen. Sondern weil zwischen dem, was man ist, und dem, was man von sich übermitteln kann, eine […]

    https://blog.hamdorf.org/unvermittelbar/
  27. Moin zum #Thankgoditsmonday mit

    📌 Vorbereitung einer Veranstaltung mit #HartmutRosa, die ich moderieren darf - es geht um #Resonanz in #Schule
    📌 Moderation einer #Zukunftswoche für einen Jugendhilfeträger
    📌 dem Auftakt eines OE-Prozesses für ein #Jugendamt
    📌 einem Trip nach Münster

    #Jugendhilfe #Organisationsentwicklung #Strategie #Moderation #SozialeArbeit #HartmutRosa

  28. Moin zum #Thankgoditsmonday mit

    📌 Vorbereitung einer Veranstaltung mit #HartmutRosa, die ich moderieren darf - es geht um #Resonanz in #Schule
    📌 Moderation einer #Zukunftswoche für einen Jugendhilfeträger
    📌 dem Auftakt eines OE-Prozesses für ein #Jugendamt
    📌 einem Trip nach Münster

    #Jugendhilfe #Organisationsentwicklung #Strategie #Moderation #SozialeArbeit #HartmutRosa

  29. Ein funktionierender Staat entsteht nicht aus Ideologie, sondern aus einem universellen Betriebssystem, das überall anwendbar ist. #Governance #Society #SystemThinking #PublicPolicy #StateModel #GlobalDesign #Resonanz

  30. Musik macht uns seit Jahrhunderten vor, woran Sprache und Theorie oft scheitern… Sie bringt Nervensysteme in Resonanz, lange bevor wir überhaupt wissen, was wir fühlen.

    youtu.be/ZTmspJxshEg?si=QtSdnd

    #Musik #Resonanz #Affektregulation #Nervensystem #SoundtrackDesLebens #Psychologie #SozialeArbeit #Care #Embodiment

  31. Hallo Mastodon 👋
    Ich habe Instagram & Facebook bewusst verlassen und freue mich auf echten, resonanten Austausch hier.

    Wenn Euch das anspricht: Lasst uns vernetzen & voneinander lernen


  32. Anfang 2026 ging ein Projekt durch die Tech-Welt, das binnen weniger Tage über 100.000 GitHub-Stars sammelte – eine außergewöhnliche Popularität für ein Open-Source-Projekt. OpenClaw, ursprünglich als Clawdbot gestartet, ist ein KI-Agent, der auf dem eigenen Computer läuft und über Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Telegram gesteuert wird. Was zunächst wie ein weiteres digitales […]

    https://blog.hamdorf.org/openclaw-und-die-verantwortung/
  33. Anfang 2026 ging ein Projekt durch die Tech-Welt, das binnen weniger Tage über 100.000 GitHub-Stars sammelte – eine außergewöhnliche Popularität für ein Open-Source-Projekt. OpenClaw, ursprünglich als Clawdbot gestartet, ist ein KI-Agent, der auf dem eigenen Computer läuft und über Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Telegram gesteuert wird. Was zunächst wie ein weiteres digitales […]

    https://blog.hamdorf.org/openclaw-und-die-verantwortung/
  34. Habe es übrigens letztes Jahr auch mal mit einer beruflichen #Pressemitteilung versucht, Titel:

    Blume warnt: #Iran & #Russland nicht weiterhin fossil finanzieren!

    Gab praktisch keine #Resonanz, auch nicht aus #Qualitätsmedien & #ÖRR. Aber spätestens ab #Venezuela merken doch langsam auch einige "Experten" aus den #Medien, das das Thema erneuerbare #Friedensenergien vielleicht doch was für sich hat... Hoffe ich! 🌞🖖

    @balkonsolar @BrennpunktUA

    scilogs.spektrum.de/natur-des-

  35. Habe es übrigens letztes Jahr auch mal mit einer beruflichen #Pressemitteilung versucht, Titel:

    Blume warnt: #Iran & #Russland nicht weiterhin fossil finanzieren!

    Gab praktisch keine #Resonanz, auch nicht aus #Qualitätsmedien & #ÖRR. Aber spätestens ab #Venezuela merken doch langsam auch einige "Experten" aus den #Medien, das das Thema erneuerbare #Friedensenergien vielleicht doch was für sich hat... Hoffe ich! 🌞🖖

    @balkonsolar @BrennpunktUA

    scilogs.spektrum.de/natur-des-

  36. Häufig äußern meine Klienten #Wünsche wie:

    "Ich möchte nicht mehr abgelehnt werden."
    "Ich möchte gemocht werden."
    "Ich möchte geliebt werden."
    "Ich möchte dazugehören."
    "Ich möchte eine Partnerschaft."

    All diese Wünsche haben einen bit.ly/3Y7P0o7 #Abgrenzung #psychotHHerapie #Resonanz #Wachstum

  37. Was ich echt traurig finde, sind alle, die sich über die Kampagne #DUT #DIT aufregen. Ja, wir sollten konstruktiv kritisch sein. Doch bevor Ihr die Ideen anderer einfach nur schlecht macht:

    Macht's besser! Entwickelt Eure eigene Idee, bringt sie auf die Straße, begeistert andere. Hier ein kleiner Stubbs, wo und wie Ihr damit starten könnt. Danke!

    #Sinnkopplung
    arbeitswelten-lebenswelten.de/

    #Resonanz
    arbeitswelten-lebenswelten.de/

  38. Was ich echt traurig finde, sind alle, die sich über die Kampagne #DUT #DIT aufregen. Ja, wir sollten konstruktiv kritisch sein. Doch bevor Ihr die Ideen anderer einfach nur schlecht macht:

    Macht's besser! Entwickelt Eure eigene Idee, bringt sie auf die Straße, begeistert andere. Hier ein kleiner Stubbs, wo und wie Ihr damit starten könnt. Danke!

    #Sinnkopplung
    arbeitswelten-lebenswelten.de/

    #Resonanz
    arbeitswelten-lebenswelten.de/

  39. Ich kann mich nicht erinnern, in einem Buch so viel unterstrichen zu haben wie in diesem: Hartmut Rosas „#Beschleunigung und #Entfremdung“ (2013, Suhrkamp)

    #Resonanz #Entkopplung

  40. Ich kann mich nicht erinnern, in einem Buch so viel unterstrichen zu haben wie in diesem: Hartmut Rosas „#Beschleunigung und #Entfremdung“ (2013, Suhrkamp)

    #Resonanz #Entkopplung

  41. In 2025/12 Ausgabe des Kulturmagazins #null41 :

    VON DER KUNST, SICH IN EINER UNENDLICHEN BLACK BOX EINSZUSPERREN

    Über Was mit geschieht, wenn wir Chatbots als Vertraute betrachten? Und warum manche dabei in die Spirale einer existenziellen Zerrütung geraten.

    #KI #LLM #Sprache #psychologie #psychotherapie #Resonanz #Alterität

    null41.myshopify.com/products/

  42. In 2025/12 Ausgabe des Kulturmagazins #null41 :

    VON DER KUNST, SICH IN EINER UNENDLICHEN BLACK BOX EINSZUSPERREN

    Über Was mit geschieht, wenn wir Chatbots als Vertraute betrachten? Und warum manche dabei in die Spirale einer existenziellen Zerrütung geraten.

    #KI #LLM #Sprache #psychologie #psychotherapie #Resonanz #Alterität

    null41.myshopify.com/products/

  43. Nummer zwei der ungewöhnlichen Empfehlungen für #Bildung ist:

    Mehr Verbindung zur #Natur einerseits für mehr #Resilienz gegen den Stress und andererseits für mehr Interesse an ihrem Schutz.

    Bei @Wohlleben #FraukeFischer oder #UteScheub könnt ihr nachlesen, dass der Aufenthalt im #Wald, den Bergen oder anderen natürlichen Umgebungen die Motivation und das Bewusstsein für #Naturschutz und die Bewahrung von #Biodiversität erhöhen können. Und wenn #HartmutRosa|s Theorie zur #Resonanz richtig ist schafft ihr damit auch wieder mehr Verbindung zu Euch selbst. Bildung ist eben nicht nur #Lernen von #Wissen, sondern auch Formung des Bewusstseins und der Emotionen.

    Und so schlagen wir erfolgreich den Bogen zu @waldcoach, der in #Dresden #Sachsen und Umgebung Wanderungen und Übungen in der Natur anbietet, um Euch zu helfen #Beruf #Familie und zivilgesellschaftliches #Engagement in einen besseren Ausgleich zu bringen.

    hanjo-meinhardt.de/veranstaltu

  44. Nummer zwei der ungewöhnlichen Empfehlungen für #Bildung ist:

    Mehr Verbindung zur #Natur einerseits für mehr #Resilienz gegen den Stress und andererseits für mehr Interesse an ihrem Schutz.

    Bei @Wohlleben #FraukeFischer oder #UteScheub könnt ihr nachlesen, dass der Aufenthalt im #Wald, den Bergen oder anderen natürlichen Umgebungen die Motivation und das Bewusstsein für #Naturschutz und die Bewahrung von #Biodiversität erhöhen können. Und wenn #HartmutRosa|s Theorie zur #Resonanz richtig ist schafft ihr damit auch wieder mehr Verbindung zu Euch selbst. Bildung ist eben nicht nur #Lernen von #Wissen, sondern auch Formung des Bewusstseins und der Emotionen.

    Und so schlagen wir erfolgreich den Bogen zu @waldcoach, der in #Dresden #Sachsen und Umgebung Wanderungen und Übungen in der Natur anbietet, um Euch zu helfen #Beruf #Familie und zivilgesellschaftliches #Engagement in einen besseren Ausgleich zu bringen.

    hanjo-meinhardt.de/veranstaltu

  45. 🕯️🕯️ Zweites Adventstraktat ist da. Ein Essay über Pfeile, Erwartungsräume und die Kunst, Richtung zu verweigern. Advent ohne Teleologie – ein kleines theoretisches Störfeuer gegen die Jahresendlogistik.

    Wer sich traut: 👉 https://www.nimmermehr.rip/posts/2Advent2025

    „Vielleicht wartet der Advent gar nicht auf Gott, sondern auf die Abwesenheit unserer Pfeile.“

    #Advent #Infologie #Theorie #Philosophie #Kulturkritik #Teleologie #Semiotik #MetaWissen #Partisanenepistemologie #NimmermehrRip #Wissenschaft #Resonanz #Kultur #Essays #ZwockelCore

  46. 2 intensive Tage mit (u.a.) Reden in #Lörrach & #BadWildbad sowie 1 Talk mit #BarbaraTraub & #MichaelRubinstein in #Esslingen liegen hinter mir. & wenn ich nun auch tief erschöpft bin, so wollte ich doch einfach für das enorme, dialogische #Interesse und die inhaltliche #Resonanz danken. Ohne die vielen, die für #Bildung , #Dialog , #Demokratie, gegen jeden #Antisemitismus & feindseligen #Dualismus einstehen, ginge es längst nicht mehr. Auch hier im #Fediversum - Dank! 🙏 scilogs.spektrum.de/natur-des-

  47. Advent war nie als Vorhof des Weihnachtsmarktes gedacht. Advent war der Riss im Jahr — eine liturgische Unterbrechung.

    Ursprünglich: Fastenzeit, Stille, Erwartung, kosmische Ordnung. Heute: Zimtfilterblase, stimmungsoptimierter Feed, Geräuschkulisse.

    Weihnachtsmärkte funktionieren wie analoge Feeds: kuratierte Stimuli, Duftalgorithmen, stimmungssteuernde Reize. Sie erzeugen Nähe ohne Resonanz — Wärme ohne Beziehung.

    Der ursprüngliche Advent war eine epistemische Gegenform: Reibung statt Glättung, Stille statt Dauerinput, Erwartung statt Erledigung.

    Das Traktat rekonstruiert die vier Teile: — Advent als liturgischer Neubeginn — Driftgeschichte vom Fastenraum zur Erlebnisökonomie — Weihnachtsmarkt als Filterblase — Infologische Konsequenzen: Stille als Politik

    Dazu ein Blinddarm-Appendix: Massenveranstaltungen als Risikoarchitektur (Corona, Crowd Dynamics, Angriffe).

    PDF/DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.17623626

    #Infologie #Advent #Resonanz #Medienökologie #Weihnachtsmarkt #Dorfzwockel #Filterblasen