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#lizenzccby40int — Public Fediverse posts

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  1. Was kostet (mich) offene Lehre?

    Open Educational Resources (OER) haben den Vorteil, dass damit Lehrenden und Lernenden Lehr- und Lernmaterialien kostenfrei zur Verfügung stehen. OER realisieren so unter anderem Open Access für Lehr- und Lernmaterialien (vgl. eleraningph 2016). Gleichzeitig spielen bei OER Nachnutzung und Anpassung für eigene Zwecke eine vergleichsweise große Rolle: Texte, Präsentationen, Erklärvideos bis hin zu ganzen Kursen können nicht nur heruntergeladen, sondern auch im eigenen Bildungsangebot verwendet, angepasst und weitergegeben werden, ohne dass dafür eine Erlaubnis erworben oder eine Lizenzgebühr gezahlt werden muss.

    Das bedeutet jedoch auch für OER nicht, dass die Erstellung und Nutzung gänzlich unabhängig von Budgets ist. Insbesondere die Entwicklung offener Bildungsmaterialien und deren Bereitstellung kann finanzielle, personelle und zeitliche Ressourcen und Aufwände für Institutionen und Bildungspersonal bedeuten.

    Diese oft versteckten Kosten sollten bei der Planung und Durchführung eines OER-Projekts nicht vernachlässigt werden (vgl. OER FAQ o.J.).

    OER in der Bildungspraxis etablieren

    Die bildungspolitische Zielsetzung, den Einsatz von OER umfassend in der Bildungspraxis zu etablieren, kann nicht allein im Rahmen von ehrenamtlichem Engagement verfolgt werden. Anfallende Kosten im OER-Prozess machen somit auch unterschiedliche Geschäfts- und Finanzierungsmodelle unerlässlich (vgl. Fahrer o.J., OER FAQ o.J.).

    In diesem Blogbeitrag zur Open Access Week 2026 geht es um die Frage, welche Investitionen bei Infrastruktureinrichtungen, Bildungsanbieter:innen und Lehrpersonal notwendig sind, um Lehr- und Lernmaterialien unter einer offenen Lizenz bereitzustellen. Darüber hinaus zeigen wir, was die TIB leistet, um diese Kosten zu reduzieren und gerechter zu verteilen.

    Die Kosten für Infratrukturanbieter:innen

    Unter Lehrmaterialien werden zunächst oft Lehrbücher verstanden. Aufgrund der „überdurchschnittlichen Nutzung“ und dem Bedarf an „aktualisierten Neuauflagen“ im Vergleich zu anderer Forschungsliteratur waren Lehrbücher für Verlage schon länger von Interesse. Gleichzeitig stellen Lehrbücher aber „auch eine besondere Herausforderung hinsichtlich der Umstellung zu Open Access [dar]“ (vgl. Lange & Wiese 2025), die hier aber nicht im Fokus stehen sollen.

    Dienstleistungsportfolio von „twilloHUB“

    Betrachtet werden soll hier hingegen die vergleichsweise jüngere Entwicklung der Infrastrukturen für offene Lehr- und Lernmaterialien aus der Hochschullehre und all ihren weiteren Formen.

    In Deutschland startete mit der Hamburg Open Online University (HOOU) im Jahr 2014 die erste deutsche Initiative, die explizit die Bereitstellung von OER umfasste (vgl. Universität Hamburg 2025). 2017 folgte das ZOERR für Baden-Württemberg (vgl. ZOERR o.J.) und twillo im Frühjahr 2020 für Niedersachsen (vgl. twillo 2026).

    Seitdem folgten und folgen noch immer OER-Repositorien in weiteren Bundesländern.

    Während Föderalismus die gesamte deutsche Forschungs- und Bildungslandschaft prägt, ist dieser bei OER-Infrastrukturen in der Hochschullehre besonders sichtbar. Damit besteht das Risiko von kostspieligen Mehrfachentwicklungen mit fragwürdiger Langlebigkeit.

    Hier setzt die TIB mit dem Dienstleistungsangebot twilloHUB an, ihre OER-Infrastrukturen länderübergreifend bereitzustellen. Eine seit 2024 laufende Kooperation mit ORCA.nrw soll hier eine Alternative aufzeigen. Durch die Kooperation können Hochschullehrende in Nordrhein-Westfalen die OER-Infrastrukturen und Repositorien, die an der TIB bereitgestellt werden, mitnutzen (vgl. Stöllger, Krause & Plank 2025).

    Die Infrastrukturen umfassen dabei neben dem OER-Repositorium für das Land Niedersachsen twillo, auch das TIB AV-Portal für wissenschaftliche Film und Audioinhalte, die als OER lizenziert sind und über das Fächerspektrum der TIB als Deutsche Zentrale Fachbibliothek für Technik und Naturwissenschaften hinausgehen. Es folgten weitere Dienste der TIB, wie die TIB-Moodle Plattform TOERN für interaktive Moodle-Inhalte und ConRec für die professionelle Produktion von wissenschaftlichen Videoprojekten, darunter eben auch OER.

    Lehrende für offene Bildung begeistern

    Die Kosten der OER-Bereitstellung beschränken sich nicht nur auf die Bereitstellung und bedarfsorientierte Weiterentwicklung von Hard- und Software der Front- und Backends. Nutzende haben auch den berechtigten Anspruch, relevante Lehr- und Lernmaterialien für ihre fachspezifischen und didaktischen Bedarfe vorzufinden. Damit sind OER-Repositorien gefordert, neue und aktuelle Materialien zu akquirieren. Größte Aufgabe ist es Lehrende zu animieren, ihre Lehre offen lizenziert zu teilen. twillo ist gerade in Niedersachsen, aber auch darüber hinaus aktiv, noch mehr Lehrende für offene Bildung zu begeistern.

    Weiterhin müssen offene Bildungsmaterialien über Repositorien- und Ländergrenzen hinweg auffindbar sein. Die TIB hat dazu mit dem hbz den Open Educational Resources Search Index (oersi.org) im Open Source entwickelt. Dieser ist nicht nur auf twillo, sondern auch auf allen deutschen OER-Repositorien und darüber hinaus als globale OER-Suche eingebunden.

    Diese Aufgaben müssen nachhaltig und je nach Bedarf finanzierbar sein und finanziert werden. In vielen Bundesländern haben sich Universitäten und Hochschulen, wie durch die OER-Portale sichtbar, bereits zusammengefunden, um diese Kosten miteinander zu teilen. Länderübergreifende Kooperationen können hier weitere Synergien schaffen. Aber auch durch die Bereitstellung der OER-Infrastruktur für einzelne Projekte, die Lehrmaterialien erstellen, trägt twilloHUB dazu bei, diese Kosten auf möglichst viele Schultern zu verteilen und dadurch Ersparnisse und Synergien zu erzielen.

    Aufwendungen für Hochschulen und Lehrende

    Auch Hochschulen tragen Kosten, um ihren Mitarbeiter:innen die Entwicklung von OER zu ermöglichen. Datunter fallen technische Ausstattung, insbesondere geeignete Hard- und Software, Speicherkapazitäten und ein zuverlässiger Internetzugang. Dabei zeigt sich aber, dass diese Aufwände bezogen auf OER kaum von denen für geschlossenen Bildungsmaterialien unterscheiden. Vielmehr lässt sich die Offenheit von OER sehr gut mit Open Source verbinden.

    Das stäkt nicht nur digitiale Souveränität, sondern kann mit sinkender Abhängigkeit zu propritären Big-Tech-Lösungen auch finanzielle Einsparnisse mitbringen.

    Einen weiterhin wesentlichen Faktor im OER-Prozess stellt jedoch sowohl für Hochschulen als auch für Lehrende der zeitliche Arbeitsaufwand dar, der für die Aufbereitung von Lehr- und Lernmaterialien als OER gegebenenfalls noch erforderlich ist.

    Für die Entwicklung von offenen Bildungsmaterialien sind fundierte Kenntnisse des Urheber- und Lizenzrechts sowie Kompetenzen im Bereich der (offenen) Medienproduktion unerlässlich (vgl. Plank/Beutnagel 2022), die das Personal ggf. zunächst im Rahmen von Schulungen oder Workshops erwerben und/oder ausbauen muss. Auch Ressourcen für die Inanspruchnahme (rechtlicher) Beratungsangebote sind in der Planung eines OER-Projekts zu berücksichtigen (OER FAQ o.J.).

    Webpräsenz des OER-Portals twillo.de

    Neben den internen Einrichtungen der jeweiligen Hochschulen, die oft die erste Anlaufstelle für Lehrende sind, unterstützt twillo aktiv als Beratungs- und Kompetenzzentrum. Neben Informationen zu aktuellen Themen rund um offene Lehre (zum Beispiel zu KI und offener Lehre) veranstaltet twillo regelmäßig vielseitige Workshops und bietet persönliche Support- und Beratungsangebote, wie zum Beispiel die wöchentliche Sprechstunde, den twillo-Thursday.

    Alle Angebote sind Dank der Föderung durch das niedersächische Ministerium für Wissenschaft und Kultur kostenlos.

    Um OER in der Hochschule sichtbarer zu machen und gleichzeitig ein ausdrucksstarkes Zeichen für Bildungsgerechtigkeit zu setzen, kann eine OER-Policy an Hochschulen, gerade auch als expliziter Teil einer Open Science-Policy, hilfreich sein. Eine OER-Policy kann Lehrende darin bestärken, ihre Lehre offen und einfach nachnutzbar zu gestalten. Auch hier setzt sich twillo für die Implemntierung von OER-Policies ein, indem es – naturlich offen lizensiert – nützliche Ressourcen zur Erstellung und Verabschiedung und Beratungsangebote anbietet (vgl. twillo o.J.).

    Die größten Ersparnisse nicht nur finanzieller, sondern auch zeitlicher Ressourcen werden sich wohl erst einstellen, wenn Offenheit auch für Lehr- und Lernmaterialien zur Selbstverständlichkeit wird: Wenn Lehre gleich von Beginn an offen gedacht und konzipiert wird und Lehrende sicher mit offenen Lizenzen umgehen können, entfällt nicht nur der übliche Aufwand zuvor geschlossenes Lehrmaterial im Nachhinein als OER zu öffnen.

    Ein offenes Ökosystem der Nachnutzung von Lehrmaterialien erlaubt es außerdem, dass gleiche oder sehr ähnliche Lehrmaterialien nicht immer wieder neu erstellt werden müssen. So wird Zeit frei, Bestehendes zu aktualisieren, zu verbessern und an eigene Lehrbedarfe anzupassen. Gleichzeitig profitieren Infrastrukturen von Skalierungseffekten und gemeinsamen Entwicklungen.

    Fazit

    Wie beschrieben, ist die Entwicklung und Bereitstellung von Open Educational Resources mit Kosten und Aufwänden für Infrastruktureinrichtungen, Bildungsinstitutionen und Bildungspersonal verbunden. Gleichzeitig verspricht der Einsatz von OER aber auch „die Effizienz und Produktivität dieser Investitionen zu steigern, indem er neue Wege zur Entwicklung besserer Angebote, Kurse und Materialien eröffnet“ (OER FAQ o.J.).

    Gerade der Blick auf die zunehmend erfolgreiche Etablierung von Open Access lässt hoffen, dass für Open Educational Resources ein ähnlicher Paradigmenwechsel angestoßen werden kann.

    #OERSI #OpenAccessWeek2026 #OpenAccess #LizenzCCBY40INT #TIBAVPortal #twillo #OpenEducationalResources
  2. Creative-Commons-Lizenzen verstehen leicht gemacht mit unseren Selbstlernkursen

    Sprechen wir über Open Access, dominiert in den letzten Monaten immer wieder ein Thema: „Wie kann ich verhindern, dass meine Forschung falsch oder ohne Literaturangaben von Chatbots widergegeben wird?“

    Die Sorge von vermeintlich unrechtmäßiger Nutzung beschäftigt Wissenschaftler:innen weltweit. Und damit beschäftigt sie auch uns in unserer Arbeit bei open-access.network und der TIB, die Openess in der Wissenschaft seit Jahren ins Zentrum ihrer Mission rückt (siehe Open Science).

    Creative-Commons-Lizenzen aus einer anderen Zeit

    Dabei macht Creative Commons selbst darauf aufmerksam, dass alle Versionen ihrer offenen Lizenzen aus einer Zeit stammen, in der es um einfaches Teilen und Verwenden von Inhalten von und für Menschen ging: 

    „[T]hat guidance was developed for a world of reuse by people, a premise that doesn’t fit as neatly in a world of widespread machine use of content through AI.“

    (Creative Commons auf ihrer Website)

    Wie sehr sich dieses Gefüge um (Nach-)Nutzung gerade auch rechtlich wandelt, ist heute noch nicht absehbar und die diesjährige Open Access Week 2026 unter dem Motto „The Cost of Knowledge“ wird sich sicher damit beschäftigen.

    Um diesen Hintergrund besser zu verstehen, den Ursprung und die praktischen Nutzen der Creative-Commons-Lizenzen für die Vermittlung aufzubereiten, hat open-access.network jetzt einen neuen online Selbstlernkurs (deutsch und englisch) veröffentlicht:

    Creative-Commons-Lizenzen verstehen (Link zum Kursraum auf deutsch)

    Understanding Creative Commons Licenses (Link zum Kursraum auf englisch)

    Der Kurs beschäftigt sich mit den Creative-Commons-Lizenzen im Kontext wissenschaftlicher Publikationsprozesse. Ziel der fünf Module ist es, ein prinzipielles Verständnis für den Nutzen, die Anwendungsarten und die Konsequenzen für Urheber:innen und Nutzende eines Werkes aufzubauen. Dieser Kurs richtet sich an Publizierende, Studierende und junge Wissenschaftler:innen, aber auch wissenschaftsnahe Verbände, Vereine und außerhochschulische Akteure.

    Screenshot aus dem neuen Kursraum auf TOERN (13.10.2026)

    Freie Lernressourcen auf TOERN

    Auf TOERN stellt die TIB seit 2023 kostenlose und frei zugängliche digitale Bildungsangebote zu den Themengebieten Open Science, Open Access und Künstliche Intelligenz in Wissenschaft und Bibliothek zur Verfügung. Die Plattform richtet sich zwar vor allem an Lehrende und Lernende an Hochschulen und in Bibliotheken, aber steht auch allen anderen Personen offen, die sich für eine offene Wissenschafts- und Lehrpraxis interessieren. TOERN wird von der TIB betrieben, diese stellt auch den Datenschutz aller Inhalte und Nutzerdaten sicher. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer allerdings die Übungen machen möchte, muss sich ein Nutzerkonto anlegen und kann dann in den meisten Fällen auch ein personalisierte Teilnahmebscheinigung bekommen.

    Warum es sich lohnt, sich jetzt mit Creative-Commons-Lizenzen zu beschäftigen

    In der Arbeit unseres Projekts sind Nutzungsrechte und Lizenzen ein Dauerthema in unseren Workshops und Webinaren. Und Informationen zu diesem Thema gibt es viele. Infografiken und Videos stellen die Unterschiede der Lizenzen dar. Gleichzeitig tun sich viele Wissenschaftler:innen schwer damit, die Lizenzbestimmung von Creative Commons zu lesen, weil es um juristische Themen geht. Dass es dabei nicht genügt, eines der inzwischen diversen Large Language Modelle zu befragen, welche Lizenz es empfiehlt, ist naheliegend. Diesen Bedarf sollen unsere Fortbildungsangebote, von Menschen gemacht und geprüft, erfüllen. In ihnen wird das Thema aufbereitet, strukturiert und mit Übungen und Reflexionsfragen verbunden, sodass eine in sich abgeschlossene Lerneinheit entsteht. Und: sie werden laufend aktualisiert und geprüft.

    Spätestens, wenn sie selbst eine Lizenz auswählen sollen, zögern viele Publizierende diese Entscheidung oftmals hinaus, weil sie sie vielleicht nicht uninformiert treffen wollen. Die beste Lizenz für eine Publikation ist schließlich die, die man selbst versteht. Unsere Kurse sollen genau dazu beitragen und das für alle, kostenlos und auch ohne Anmeldung.Nutzen Sie alle Kurse auch gerne für Ihre Arbeit weiter, für Ihre Zielgruppen, passen Sie Übungen an und geben Sie uns gerne Feedback zu den Kursen – menschliches Feedback interessiert uns nämlich immer noch am meisten. Auf https://open-access.network/fortbilden/onlinekurse finden Sie eine Zusammenstellung aller Selbstlernkurse aus dem Projekt.

    Beitragsbild: Jonas Hauss, Open Science-/ Open Access-Grafikpaket, https://doi.org/10.5281/zenodo.20702894, CC BY 4.0, adaptiert

    #OpenAccess #LizenzCCBY40INT #OER #CCLizenzen #OpenAccessWeek2026
  3. The Cost of Knowledge: Eindrücke von der OASPA Conference und den Open-Access-Tagen 2026

    Das Thema der Open Access Week 2026 ist „The Cost of Knowledge“. In der Tat ist das Thema „Kosten“ sehr präsent und wird in vielen Kontexten diskutiert. Zum einen ist da der Zwang zu Einsparungen, der nicht nur deutsche Einrichtungen trifft. Zum anderen aber auch ein erhöhter Kostendruck, zum Beispiel durch steigende APCs. Daneben stellt sich für viele die Frage, wie Diamond Open Access nachhaltig finanziert werden kann.

    Eine Idee zur Finanzierung von Diamond OA, die im Rahmen einer der Poster Sessions auf der OASPA Conference in Zagreb vorgestellt wurde, stammt aus Norwegen: Die Arctic University of Norway (UiT) nutzt Mittel, die aus dem Nichtzustandekommen eines Vertrags mit Wiley und Ersparnissen aus einem Vertrag mit Elsevier resultieren – insgesamt circa 400.000 Euro – zur Förderung ihres Diamond-Programms.

    Die Eröffnungskeynote auf den Open-Access-Tagen in Linz, Österreich, beleuchtete ökonomische Implikationen von Open Science unter dem Titel Offen, aber um welchen Preis? Die Politische Ökonomie von Open Science. Auch bei diesem Vortrag waren Kosten ein zentrales Thema. Allerdings weniger die konkreten Kosten für Forschung, Literaturerwerb usw., sondern die Feststellung, dass die kapitalistische Profitlogik zunehmend auf das Hochschulsystem ausgeweitet wird. Als Beispiele dieser zunehmenden Ökonomisierung wurden unter anderem der nationale Wettbewerb zwischen den Hochschulen und kompetitive Drittmittelvergabe genannt. Auch die Oligopolstellung einiger großer profitorientierter Verlage, ihre hohen Gewinnmargen und die damit einhergehenden steigenden Kosten wurden thematisiert.

    Auf den beiden Konferenzen wurden aber auch viele andere Themen diskutiert, von denen ich einige, bei Weitem nicht alle, ansprechen möchte:

    Die diesjährige OASPA Conference fand in Zagreb, Kroatien, statt. Folgerichtig wurde die Konferenz mit Einblicken in die kroatische Open-Access-Landschaft eröffnet. Es wurde hervorgehoben, dass Diamond Open Access das in Kroatien vorherrschende Publikationsmodell ist, das sich in einer diversen Landschaft kleiner, institutionell getragener und oft multilingualer Zeitschriften ausdrückt.

    Vom Wert des offenen Wissens für die Gesellschaft, KI und Forschungsbewertung

    In einer anderen der Sessions der OASPA Conference wurde diskutiert, inwieweit offenes Wissen einen Beitrag zur Gesellschaft leistet. Hat die lokale Bevölkerung etwas von der Forschung, die in ihrer Region durchgeführt wird? Gibt es überhaupt die Übersetzungsleitung, Wissenschaft in die Politik oder andere Sphären der Gesellschaft einfließen zu lassen? Hierzu gab es durchaus unterschiedliche Meinungen.

    Das Thema „künstliche Intelligenz“ spielte auf beiden Konferenzen eine große Rolle. So wurde in Zagreb zum Beispiel erörtert, ob Open Access in einer Welt der generativen KI noch eine Rolle spielt. In Linz war die Diskussion zum Thema KI mehr „hands on“ – das Team vom Open Gender Journal berichtet in einer Präsentation und auf einem Poster über seine Erfahrungen mit KI in der Redaktionsarbeit. Dabei kamen sowohl problematische Aspekte (KI-Nutzung durch Autor:innen unter Missachtung der KI-Policy des Journals) als auch positive Aspekte (KI-Tools zur Erleichterung arbeitsintensiver Prozesse) zur Sprache. Auf beiden Konferenzen wurden Forschungsarbeiten der ZBW zum Thema „AI in open-access scholarly publishing“ vorgestellt.

    Besonders interaktiv wurde es auf der OASPA Conference in der „Interactive session: Coordinated Reform: linking „What Counts“ within Research Assessment to the Future of Open Publishing“ die zum Teil im Fish-Bowl-Format, zum Teil in Kleingruppendiskussionen durchgeführt wurde. Dass das Thema Forschungsbewertung nach wie vor ein zentraler Punkt in Diskussionen um die weitere Entwicklung des Forschungssystems und die wissenschaftliche Kommunikation ist, wurde ob dieses lebhaften Austausches mehr als deutlich. Ludo Waltman hat die Ergebnisse der Diskussionen in Form von Aufrufen, besonders an die anwesenden Verlage, zusammengefasst:

    1. Treten Sie der Aktionsgruppe „Beyond the Article“ bei.
    2. Entfernen Sie Impact-Faktoren von Ihren Websites und setzen Sie Ihre DORA-Verpflichtungen um.
    3. Sorgen Sie für Offenheit des Peer-Review-Verfahrens.
    4. Verbessern Sie die Qualität Ihrer Metadaten und stellen Sie diese offen zur Verfügung.
    5. Räumen Sie der Reform der Forschungsbewertung in Ihrer strategischen Agenda Priorität ein.

    Weitere Themen, die vorgestellt bzw. diskutiert wurden, waren unter anderem rechtliche Aspekte von Journal-Titeln, alternative Publikationspraktiken wie zum Beispiel Präregistrierung und offene Infrastrukturen. Zu letzteren wurde noch einmal festgehalten, dass offen nie mit kostenlos gleichgesetzt werden sollte.

    Auch wenn „Kosten“ bei fast allen Vorträgen und Diskussion explizit oder implizit thematisiert wurden, rückte das Thema zum Abschluss der OASPA Conference noch einmal zentral in den Fokus. Unter dem Thema Co-creating the next generation of OA agreements wurde der Auftakt für eine neue OASPA-Arbeitsgruppe diskutiert: Wie können die derzeit bestehenden, auf Transaktionen ausgereichten Vereinbarungen zur Finanzierung von Open Access in gemeinsam entwickelte Rahmenwerke umgewandelt werden?

    #OpenAccessWeek2026 #OpenAccess #LizenzCCBY40INT #OpenAccessFinanzierung
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