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#lizenzccby40int — Public Fediverse posts

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  1. Creative-Commons-Lizenzen verstehen leicht gemacht mit unseren Selbstlernkursen

    Sprechen wir über Open Access, dominiert in den letzten Monaten immer wieder ein Thema: „Wie kann ich verhindern, dass meine Forschung falsch oder ohne Literaturangaben von Chatbots widergegeben wird?“

    Die Sorge von vermeintlich unrechtmäßiger Nutzung beschäftigt Wissenschaftler:innen weltweit. Und damit beschäftigt sie auch uns in unserer Arbeit bei open-access.network und der TIB, die Openess in der Wissenschaft seit Jahren ins Zentrum ihrer Mission rückt (siehe Open Science).

    Creative-Commons-Lizenzen aus einer anderen Zeit

    Dabei macht Creative Commons selbst darauf aufmerksam, dass alle Versionen ihrer offenen Lizenzen aus einer Zeit stammen, in der es um einfaches Teilen und Verwenden von Inhalten von und für Menschen ging: 

    „[T]hat guidance was developed for a world of reuse by people, a premise that doesn’t fit as neatly in a world of widespread machine use of content through AI.“

    (Creative Commons auf ihrer Website)

    Wie sehr sich dieses Gefüge um (Nach-)Nutzung gerade auch rechtlich wandelt, ist heute noch nicht absehbar und die diesjährige Open Access Week 2026 unter dem Motto „The Cost of Knowledge“ wird sich sicher damit beschäftigen.

    Um diesen Hintergrund besser zu verstehen, den Ursprung und die praktischen Nutzen der Creative-Commons-Lizenzen für die Vermittlung aufzubereiten, hat open-access.network jetzt einen neuen online Selbstlernkurs (deutsch und englisch) veröffentlicht:

    Creative-Commons-Lizenzen verstehen (Link zum Kursraum auf deutsch)

    Understanding Creative Commons Licenses (Link zum Kursraum auf englisch)

    Der Kurs beschäftigt sich mit den Creative-Commons-Lizenzen im Kontext wissenschaftlicher Publikationsprozesse. Ziel der fünf Module ist es, ein prinzipielles Verständnis für den Nutzen, die Anwendungsarten und die Konsequenzen für Urheber:innen und Nutzende eines Werkes aufzubauen. Dieser Kurs richtet sich an Publizierende, Studierende und junge Wissenschaftler:innen, aber auch wissenschaftsnahe Verbände, Vereine und außerhochschulische Akteure.

    Screenshot aus dem neuen Kursraum auf TOERN (13.10.2026)

    Freie Lernressourcen auf TOERN

    Auf TOERN stellt die TIB seit 2023 kostenlose und frei zugängliche digitale Bildungsangebote zu den Themengebieten Open Science, Open Access und Künstliche Intelligenz in Wissenschaft und Bibliothek zur Verfügung. Die Plattform richtet sich zwar vor allem an Lehrende und Lernende an Hochschulen und in Bibliotheken, aber steht auch allen anderen Personen offen, die sich für eine offene Wissenschafts- und Lehrpraxis interessieren. TOERN wird von der TIB betrieben, diese stellt auch den Datenschutz aller Inhalte und Nutzerdaten sicher. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer allerdings die Übungen machen möchte, muss sich ein Nutzerkonto anlegen und kann dann in den meisten Fällen auch ein personalisierte Teilnahmebscheinigung bekommen.

    Warum es sich lohnt, sich jetzt mit Creative-Commons-Lizenzen zu beschäftigen

    In der Arbeit unseres Projekts sind Nutzungsrechte und Lizenzen ein Dauerthema in unseren Workshops und Webinaren. Und Informationen zu diesem Thema gibt es viele. Infografiken und Videos stellen die Unterschiede der Lizenzen dar. Gleichzeitig tun sich viele Wissenschaftler:innen schwer damit, die Lizenzbestimmung von Creative Commons zu lesen, weil es um juristische Themen geht. Dass es dabei nicht genügt, eines der inzwischen diversen Large Language Modelle zu befragen, welche Lizenz es empfiehlt, ist naheliegend. Diesen Bedarf sollen unsere Fortbildungsangebote, von Menschen gemacht und geprüft, erfüllen. In ihnen wird das Thema aufbereitet, strukturiert und mit Übungen und Reflexionsfragen verbunden, sodass eine in sich abgeschlossene Lerneinheit entsteht. Und: sie werden laufend aktualisiert und geprüft.

    Spätestens, wenn sie selbst eine Lizenz auswählen sollen, zögern viele Publizierende diese Entscheidung oftmals hinaus, weil sie sie vielleicht nicht uninformiert treffen wollen. Die beste Lizenz für eine Publikation ist schließlich die, die man selbst versteht. Unsere Kurse sollen genau dazu beitragen und das für alle, kostenlos und auch ohne Anmeldung.Nutzen Sie alle Kurse auch gerne für Ihre Arbeit weiter, für Ihre Zielgruppen, passen Sie Übungen an und geben Sie uns gerne Feedback zu den Kursen – menschliches Feedback interessiert uns nämlich immer noch am meisten. Auf https://open-access.network/fortbilden/onlinekurse finden Sie eine Zusammenstellung aller Selbstlernkurse aus dem Projekt.

    Beitragsbild: Jonas Hauss, Open Science-/ Open Access-Grafikpaket, https://doi.org/10.5281/zenodo.20702894, CC BY 4.0, adaptiert

    #OpenAccess #LizenzCCBY40INT #OER #CCLizenzen #OpenAccessWeek2026
  2. The Cost of Knowledge: Eindrücke von der OASPA Conference und den Open-Access-Tagen 2026

    Das Thema der Open Access Week 2026 ist „The Cost of Knowledge“. In der Tat ist das Thema „Kosten“ sehr präsent und wird in vielen Kontexten diskutiert. Zum einen ist da der Zwang zu Einsparungen, der nicht nur deutsche Einrichtungen trifft. Zum anderen aber auch ein erhöhter Kostendruck, zum Beispiel durch steigende APCs. Daneben stellt sich für viele die Frage, wie Diamond Open Access nachhaltig finanziert werden kann.

    Eine Idee zur Finanzierung von Diamond OA, die im Rahmen einer der Poster Sessions auf der OASPA Conference in Zagreb vorgestellt wurde, stammt aus Norwegen: Die Arctic University of Norway (UiT) nutzt Mittel, die aus dem Nichtzustandekommen eines Vertrags mit Wiley und Ersparnissen aus einem Vertrag mit Elsevier resultieren – insgesamt circa 400.000 Euro – zur Förderung ihres Diamond-Programms.

    Die Eröffnungskeynote auf den Open-Access-Tagen in Linz, Österreich, beleuchtete ökonomische Implikationen von Open Science unter dem Titel Offen, aber um welchen Preis? Die Politische Ökonomie von Open Science. Auch bei diesem Vortrag waren Kosten ein zentrales Thema. Allerdings weniger die konkreten Kosten für Forschung, Literaturerwerb usw., sondern die Feststellung, dass die kapitalistische Profitlogik zunehmend auf das Hochschulsystem ausgeweitet wird. Als Beispiele dieser zunehmenden Ökonomisierung wurden unter anderem der nationale Wettbewerb zwischen den Hochschulen und kompetitive Drittmittelvergabe genannt. Auch die Oligopolstellung einiger großer profitorientierter Verlage, ihre hohen Gewinnmargen und die damit einhergehenden steigenden Kosten wurden thematisiert.

    Auf den beiden Konferenzen wurden aber auch viele andere Themen diskutiert, von denen ich einige, bei Weitem nicht alle, ansprechen möchte:

    Die diesjährige OASPA Conference fand in Zagreb, Kroatien, statt. Folgerichtig wurde die Konferenz mit Einblicken in die kroatische Open-Access-Landschaft eröffnet. Es wurde hervorgehoben, dass Diamond Open Access das in Kroatien vorherrschende Publikationsmodell ist, das sich in einer diversen Landschaft kleiner, institutionell getragener und oft multilingualer Zeitschriften ausdrückt.

    Vom Wert des offenen Wissens für die Gesellschaft, KI und Forschungsbewertung

    In einer anderen der Sessions der OASPA Conference wurde diskutiert, inwieweit offenes Wissen einen Beitrag zur Gesellschaft leistet. Hat die lokale Bevölkerung etwas von der Forschung, die in ihrer Region durchgeführt wird? Gibt es überhaupt die Übersetzungsleitung, Wissenschaft in die Politik oder andere Sphären der Gesellschaft einfließen zu lassen? Hierzu gab es durchaus unterschiedliche Meinungen.

    Das Thema „künstliche Intelligenz“ spielte auf beiden Konferenzen eine große Rolle. So wurde in Zagreb zum Beispiel erörtert, ob Open Access in einer Welt der generativen KI noch eine Rolle spielt. In Linz war die Diskussion zum Thema KI mehr „hands on“ – das Team vom Open Gender Journal berichtet in einer Präsentation und auf einem Poster über seine Erfahrungen mit KI in der Redaktionsarbeit. Dabei kamen sowohl problematische Aspekte (KI-Nutzung durch Autor:innen unter Missachtung der KI-Policy des Journals) als auch positive Aspekte (KI-Tools zur Erleichterung arbeitsintensiver Prozesse) zur Sprache. Auf beiden Konferenzen wurden Forschungsarbeiten der ZBW zum Thema „AI in open-access scholarly publishing“ vorgestellt.

    Besonders interaktiv wurde es auf der OASPA Conference in der „Interactive session: Coordinated Reform: linking „What Counts“ within Research Assessment to the Future of Open Publishing“ die zum Teil im Fish-Bowl-Format, zum Teil in Kleingruppendiskussionen durchgeführt wurde. Dass das Thema Forschungsbewertung nach wie vor ein zentraler Punkt in Diskussionen um die weitere Entwicklung des Forschungssystems und die wissenschaftliche Kommunikation ist, wurde ob dieses lebhaften Austausches mehr als deutlich. Ludo Waltman hat die Ergebnisse der Diskussionen in Form von Aufrufen, besonders an die anwesenden Verlage, zusammengefasst:

    1. Treten Sie der Aktionsgruppe „Beyond the Article“ bei.
    2. Entfernen Sie Impact-Faktoren von Ihren Websites und setzen Sie Ihre DORA-Verpflichtungen um.
    3. Sorgen Sie für Offenheit des Peer-Review-Verfahrens.
    4. Verbessern Sie die Qualität Ihrer Metadaten und stellen Sie diese offen zur Verfügung.
    5. Räumen Sie der Reform der Forschungsbewertung in Ihrer strategischen Agenda Priorität ein.

    Weitere Themen, die vorgestellt bzw. diskutiert wurden, waren unter anderem rechtliche Aspekte von Journal-Titeln, alternative Publikationspraktiken wie zum Beispiel Präregistrierung und offene Infrastrukturen. Zu letzteren wurde noch einmal festgehalten, dass offen nie mit kostenlos gleichgesetzt werden sollte.

    Auch wenn „Kosten“ bei fast allen Vorträgen und Diskussion explizit oder implizit thematisiert wurden, rückte das Thema zum Abschluss der OASPA Conference noch einmal zentral in den Fokus. Unter dem Thema Co-creating the next generation of OA agreements wurde der Auftakt für eine neue OASPA-Arbeitsgruppe diskutiert: Wie können die derzeit bestehenden, auf Transaktionen ausgereichten Vereinbarungen zur Finanzierung von Open Access in gemeinsam entwickelte Rahmenwerke umgewandelt werden?

    #OpenAccessWeek2026 #OpenAccess #LizenzCCBY40INT #OpenAccessFinanzierung
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