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Freie Meinungsbildung braucht freien Zugang zu Wissen
Woche der Meinungsfreiheit 2026: Was ist wahr?
Vom 3. bis 10. Mai 2026 findet zum sechsten Mal die Woche der Meinungsfreiheit statt. Unter dem Motto „Was ist wahr?“ geht es in der bundesweiten Aktionswoche um Fakten, Meinungen und Wahrhaftigkeit. In Demokratien ist Meinungsfreiheit ein hohes Gut. Doch was passiert, wenn Menschen nachweislich falsche Informationen verbreiten?
Als Bibliothek und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtung steht die TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek für freien Zugang zu Wissen, digitale Souveränität und faktenbasierte Informationen – grundlegende Pfeiler einer demokratischen Gesellschaft. Denn nur wer Zugang zu verlässlichen Informationen hat, kann sich eine freie Meinung bilden. In den kommenden Tagen zeigen wir in Beiträgen im TIB-Blog, wie wir als TIB, die Meinungsfreiheit stärken: mit Citizen-Science-Projekten, mit dem freien Zugang zu Informationen, die eine objektive Meinungsbildung ermöglichen, und mit Forschungsansätzen im Bereich der Erkennung von Desinformation.
„Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“ So lautet Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Dank Internet ist es heute auch recht einfach, sich ungehindert zu informieren, möchte man meinen – so lange, bis man, ausgerechnet bei der Suche nach seriösen und wissenschaftlich fundierten Informationen, vor einer Paywall steht.
Nathan J. Robinson hat es mit der Aussage „The truth is paywalled, but the lies are free“ auf den Punkt gebracht: Während man abstrusen Verschwörungstheorien, dubiosen Finanztipps oder fragwürdigen KI-Videos auf vielen Plattformen kaum entkommen kann, sind seriöse journalistische oder wissenschaftliche Inhalte oft hinter Bezahlschranken versteckt. Bei journalistischen Inhalten ist das noch nachvollziehbar, bei wissenschaftlichen Ergebnissen weniger.
Anders als Journalist:innen müssen Wissenschaftler:innen nicht von ihren Veröffentlichungen leben und tatsächlich sehen die meisten auch keinen Cent dafür, ebensowenig wie die Gutacher:innen. Wissenschaftliche Forschung wird zum Großteil von den Steuerzahler:innen finanziert und die Öffentlichkeit sollte damit auch Zugang zu den Ergebnissen erhalten.
Grafik: Jonas Hauss, https://doi.org/10.5281/zenodo.10973225, CC BY 4.0Open Access: Mehr Wissenstransfer in die Gesellschaft und größere Diversität der Nutzer:innen
Die Antwort lautet Open Access: Damit ist nicht nur der kostenlose und ungehinderte Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen gemeint, sondern auch die Möglichkeit, die Inhalte nachzunutzen und weiterzuverbreiten. Die Wirkungen von Open Access liegen auf der Hand und sind auch nachgewiesen. So führt es unter anderem zu mehr Wissenstransfer in die Gesellschaft und zu einer einer größeren Diversität unter den Nutzenden – auch Personen außerhalb des Wissenschaftsbetriebs oder im Globalen Süden haben dadurch einfachen Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Leider wurde auch Open Access zum Geschäftsmodell. Dafür, dass die Inhalte frei gelesen werden können, müssen in vielen Fällen die Autor:innen bzw. ihre Einrichtungen für das Publizieren bezahlen. Das wurde inzwischen auch von der Politik erkannt, und so fordern zum Beispiel Bund und Länder in ihren gemeinsamen Leitlinien zu Open Access: „Der immer stärkeren Kommerzialisierung von öffentlich finanzierten wissenschaftlichen Publikationen ist daher gezielt entgegenzutreten.“
Diamond Open Access bedeutet, dass weder Autor:innen noch Leser:innen bezahlen müssen, weil die Kosten von Forschungseinrichtungen oder Bibliothekskonsortien getragen werden. In der Regel handelt es sich dabei um nicht gewinnorientierte, aus der Wissenschaft kommende Zeitschriften und Plattformen.
Fake Science, Predatory Journals und Paper Mills
Es ist für die Meinungsbildung also gut, wenn nicht nur fragwürdige Inhalte, sondern auch wissenschaftliche Publikationen frei zugänglich sind. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass nicht alles, was einen wissenschaftlichen Anschein hat, auch uneingeschränkt vertrauenswürdig ist. Auch in renommierten Zeitschriften wird mitunter „Fake Science“ publiziert, Predatory Journals unterlaufen die üblichen verlegerischen Standards wie ein rigoroses Peer Review und sogenannte Paper Mills produzieren dank KI zehntausende gefälschte wissenschaftliche Artikel und Bücher pro Jahr.
Schuld daran sind in vielen Fällen falsche Anreize im Wissenschaftssystem, wie sie unter anderem kürzlich in der Stockholm Declaration aufgezeigt wurden. Daher sollten auch wissenschaftliche Publikationen im Zweifelsfall kritisch betrachtet und miteinander abgeglichen werden. Dafür ist Open Access wichtig, reicht aber nicht aus. Nicht nur die Ergebnisse, sondern auch Methoden, Daten und Code müssen im Sinne von Open Science offen geteilt werden, damit der Forschungsprozess transparent wird und problematische Praktiken erkannt werden können. An der TIB setzen wir uns in vielfältiger Weise dafür ein. Um das auch in die breite Öffentlichkeit zu tragen, braucht es eine gute Wissenschaftskommunikation in verschiedenen Formaten und für verschiedene Zielgruppen sowie einen fundierten und seriösen Wissenschaftsjournalismus.
Beitragsbild: Screenshot aus Carolin Becklas Dorow & Jonas Hauss: Demokratie stärken durch Open Access, TIB/open-access.network, https://doi.org/10.5446/72193, CC BY 3.0 DE.
#OpenAccess #OpenScience #FakeScience #wochedermeinungsfreiheit2026 #LizenzCCBY30DE -
Freie Meinungsbildung braucht freien Zugang zu Wissen
Woche der Meinungsfreiheit 2026: Was ist wahr?
Vom 3. bis 10. Mai 2026 findet zum sechsten Mal die Woche der Meinungsfreiheit statt. Unter dem Motto „Was ist wahr?“ geht es in der bundesweiten Aktionswoche um Fakten, Meinungen und Wahrhaftigkeit. In Demokratien ist Meinungsfreiheit ein hohes Gut. Doch was passiert, wenn Menschen nachweislich falsche Informationen verbreiten?
Als Bibliothek und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtung steht die TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek für freien Zugang zu Wissen, digitale Souveränität und faktenbasierte Informationen – grundlegende Pfeiler einer demokratischen Gesellschaft. Denn nur wer Zugang zu verlässlichen Informationen hat, kann sich eine freie Meinung bilden. In den kommenden Tagen zeigen wir in Beiträgen im TIB-Blog, wie wir als TIB, die Meinungsfreiheit stärken: mit Citizen-Science-Projekten, mit dem freien Zugang zu Informationen, die eine objektive Meinungsbildung ermöglichen, und mit Forschungsansätzen im Bereich der Erkennung von Desinformation.
„Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“ So lautet Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Dank Internet ist es heute auch recht einfach, sich ungehindert zu informieren, möchte man meinen – so lange, bis man, ausgerechnet bei der Suche nach seriösen und wissenschaftlich fundierten Informationen, vor einer Paywall steht.
Nathan J. Robinson hat es mit der Aussage „The truth is paywalled, but the lies are free“ auf den Punkt gebracht: Während man abstrusen Verschwörungstheorien, dubiosen Finanztipps oder fragwürdigen KI-Videos auf vielen Plattformen kaum entkommen kann, sind seriöse journalistische oder wissenschaftliche Inhalte oft hinter Bezahlschranken versteckt. Bei journalistischen Inhalten ist das noch nachvollziehbar, bei wissenschaftlichen Ergebnissen weniger.
Anders als Journalist:innen müssen Wissenschaftler:innen nicht von ihren Veröffentlichungen leben und tatsächlich sehen die meisten auch keinen Cent dafür, ebensowenig wie die Gutacher:innen. Wissenschaftliche Forschung wird zum Großteil von den Steuerzahler:innen finanziert und die Öffentlichkeit sollte damit auch Zugang zu den Ergebnissen erhalten.
Grafik: Jonas Hauss, https://doi.org/10.5281/zenodo.10973225, CC BY 4.0Open Access: Mehr Wissenstransfer in die Gesellschaft und größere Diversität der Nutzer:innen
Die Antwort lautet Open Access: Damit ist nicht nur der kostenlose und ungehinderte Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen gemeint, sondern auch die Möglichkeit, die Inhalte nachzunutzen und weiterzuverbreiten. Die Wirkungen von Open Access liegen auf der Hand und sind auch nachgewiesen. So führt es unter anderem zu mehr Wissenstransfer in die Gesellschaft und zu einer einer größeren Diversität unter den Nutzenden – auch Personen außerhalb des Wissenschaftsbetriebs oder im Globalen Süden haben dadurch einfachen Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Leider wurde auch Open Access zum Geschäftsmodell. Dafür, dass die Inhalte frei gelesen werden können, müssen in vielen Fällen die Autor:innen bzw. ihre Einrichtungen für das Publizieren bezahlen. Das wurde inzwischen auch von der Politik erkannt, und so fordern zum Beispiel Bund und Länder in ihren gemeinsamen Leitlinien zu Open Access: „Der immer stärkeren Kommerzialisierung von öffentlich finanzierten wissenschaftlichen Publikationen ist daher gezielt entgegenzutreten.“
Diamond Open Access bedeutet, dass weder Autor:innen noch Leser:innen bezahlen müssen, weil die Kosten von Forschungseinrichtungen oder Bibliothekskonsortien getragen werden. In der Regel handelt es sich dabei um nicht gewinnorientierte, aus der Wissenschaft kommende Zeitschriften und Plattformen.
Fake Science, Predatory Journals und Paper Mills
Es ist für die Meinungsbildung also gut, wenn nicht nur fragwürdige Inhalte, sondern auch wissenschaftliche Publikationen frei zugänglich sind. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass nicht alles, was einen wissenschaftlichen Anschein hat, auch uneingeschränkt vertrauenswürdig ist. Auch in renommierten Zeitschriften wird mitunter „Fake Science“ publiziert, Predatory Journals unterlaufen die üblichen verlegerischen Standards wie ein rigoroses Peer Review und sogenannte Paper Mills produzieren dank KI zehntausende gefälschte wissenschaftliche Artikel und Bücher pro Jahr.
Schuld daran sind in vielen Fällen falsche Anreize im Wissenschaftssystem, wie sie unter anderem kürzlich in der Stockholm Declaration aufgezeigt wurden. Daher sollten auch wissenschaftliche Publikationen im Zweifelsfall kritisch betrachtet und miteinander abgeglichen werden. Dafür ist Open Access wichtig, reicht aber nicht aus. Nicht nur die Ergebnisse, sondern auch Methoden, Daten und Code müssen im Sinne von Open Science offen geteilt werden, damit der Forschungsprozess transparent wird und problematische Praktiken erkannt werden können. An der TIB setzen wir uns in vielfältiger Weise dafür ein. Um das auch in die breite Öffentlichkeit zu tragen, braucht es eine gute Wissenschaftskommunikation in verschiedenen Formaten und für verschiedene Zielgruppen sowie einen fundierten und seriösen Wissenschaftsjournalismus.
Beitragsbild: Screenshot aus Carolin Becklas Dorow & Jonas Hauss: Demokratie stärken durch Open Access, TIB/open-access.network, https://doi.org/10.5446/72193, CC BY 3.0 DE.
#FakeScience #LizenzCCBY30DE #OpenAccess #OpenScience #wochedermeinungsfreiheit2026 -
Freie Meinungsbildung braucht freien Zugang zu Wissen
Woche der Meinungsfreiheit 2026: Was ist wahr?
Vom 3. bis 10. Mai 2026 findet zum sechsten Mal die Woche der Meinungsfreiheit statt. Unter dem Motto „Was ist wahr?“ geht es in der bundesweiten Aktionswoche um Fakten, Meinungen und Wahrhaftigkeit. In Demokratien ist Meinungsfreiheit ein hohes Gut. Doch was passiert, wenn Menschen nachweislich falsche Informationen verbreiten?
Als Bibliothek und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtung steht die TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek für freien Zugang zu Wissen, digitale Souveränität und faktenbasierte Informationen – grundlegende Pfeiler einer demokratischen Gesellschaft. Denn nur wer Zugang zu verlässlichen Informationen hat, kann sich eine freie Meinung bilden. In den kommenden Tagen zeigen wir in Beiträgen im TIB-Blog, wie wir als TIB, die Meinungsfreiheit stärken: mit Citizen-Science-Projekten, mit dem freien Zugang zu Informationen, die eine objektive Meinungsbildung ermöglichen, und mit Forschungsansätzen im Bereich der Erkennung von Desinformation.
„Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“ So lautet Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Dank Internet ist es heute auch recht einfach, sich ungehindert zu informieren, möchte man meinen – so lange, bis man, ausgerechnet bei der Suche nach seriösen und wissenschaftlich fundierten Informationen, vor einer Paywall steht.
Nathan J. Robinson hat es mit der Aussage „The truth is paywalled, but the lies are free“ auf den Punkt gebracht: Während man abstrusen Verschwörungstheorien, dubiosen Finanztipps oder fragwürdigen KI-Videos auf vielen Plattformen kaum entkommen kann, sind seriöse journalistische oder wissenschaftliche Inhalte oft hinter Bezahlschranken versteckt. Bei journalistischen Inhalten ist das noch nachvollziehbar, bei wissenschaftlichen Ergebnissen weniger.
Anders als Journalist:innen müssen Wissenschaftler:innen nicht von ihren Veröffentlichungen leben und tatsächlich sehen die meisten auch keinen Cent dafür, ebensowenig wie die Gutacher:innen. Wissenschaftliche Forschung wird zum Großteil von den Steuerzahler:innen finanziert und die Öffentlichkeit sollte damit auch Zugang zu den Ergebnissen erhalten.
Grafik: Jonas Hauss, https://doi.org/10.5281/zenodo.10973225, CC BY 4.0Open Access: Mehr Wissenstransfer in die Gesellschaft und größere Diversität der Nutzer:innen
Die Antwort lautet Open Access: Damit ist nicht nur der kostenlose und ungehinderte Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen gemeint, sondern auch die Möglichkeit, die Inhalte nachzunutzen und weiterzuverbreiten. Die Wirkungen von Open Access liegen auf der Hand und sind auch nachgewiesen. So führt es unter anderem zu mehr Wissenstransfer in die Gesellschaft und zu einer einer größeren Diversität unter den Nutzenden – auch Personen außerhalb des Wissenschaftsbetriebs oder im Globalen Süden haben dadurch einfachen Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Leider wurde auch Open Access zum Geschäftsmodell. Dafür, dass die Inhalte frei gelesen werden können, müssen in vielen Fällen die Autor:innen bzw. ihre Einrichtungen für das Publizieren bezahlen. Das wurde inzwischen auch von der Politik erkannt, und so fordern zum Beispiel Bund und Länder in ihren gemeinsamen Leitlinien zu Open Access: „Der immer stärkeren Kommerzialisierung von öffentlich finanzierten wissenschaftlichen Publikationen ist daher gezielt entgegenzutreten.“
Diamond Open Access bedeutet, dass weder Autor:innen noch Leser:innen bezahlen müssen, weil die Kosten von Forschungseinrichtungen oder Bibliothekskonsortien getragen werden. In der Regel handelt es sich dabei um nicht gewinnorientierte, aus der Wissenschaft kommende Zeitschriften und Plattformen.
Fake Science, Predatory Journals und Paper Mills
Es ist für die Meinungsbildung also gut, wenn nicht nur fragwürdige Inhalte, sondern auch wissenschaftliche Publikationen frei zugänglich sind. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass nicht alles, was einen wissenschaftlichen Anschein hat, auch uneingeschränkt vertrauenswürdig ist. Auch in renommierten Zeitschriften wird mitunter „Fake Science“ publiziert, Predatory Journals unterlaufen die üblichen verlegerischen Standards wie ein rigoroses Peer Review und sogenannte Paper Mills produzieren dank KI zehntausende gefälschte wissenschaftliche Artikel und Bücher pro Jahr.
Schuld daran sind in vielen Fällen falsche Anreize im Wissenschaftssystem, wie sie unter anderem kürzlich in der Stockholm Declaration aufgezeigt wurden. Daher sollten auch wissenschaftliche Publikationen im Zweifelsfall kritisch betrachtet und miteinander abgeglichen werden. Dafür ist Open Access wichtig, reicht aber nicht aus. Nicht nur die Ergebnisse, sondern auch Methoden, Daten und Code müssen im Sinne von Open Science offen geteilt werden, damit der Forschungsprozess transparent wird und problematische Praktiken erkannt werden können. An der TIB setzen wir uns in vielfältiger Weise dafür ein. Um das auch in die breite Öffentlichkeit zu tragen, braucht es eine gute Wissenschaftskommunikation in verschiedenen Formaten und für verschiedene Zielgruppen sowie einen fundierten und seriösen Wissenschaftsjournalismus.
Beitragsbild: Screenshot aus Carolin Becklas Dorow & Jonas Hauss: Demokratie stärken durch Open Access, TIB/open-access.network, https://doi.org/10.5446/72193, CC BY 3.0 DE.
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Freie Meinungsbildung braucht freien Zugang zu Wissen
Woche der Meinungsfreiheit 2026: Was ist wahr?
Vom 3. bis 10. Mai 2026 findet zum sechsten Mal die Woche der Meinungsfreiheit statt. Unter dem Motto „Was ist wahr?“ geht es in der bundesweiten Aktionswoche um Fakten, Meinungen und Wahrhaftigkeit. In Demokratien ist Meinungsfreiheit ein hohes Gut. Doch was passiert, wenn Menschen nachweislich falsche Informationen verbreiten?
Als Bibliothek und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtung steht die TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek für freien Zugang zu Wissen, digitale Souveränität und faktenbasierte Informationen – grundlegende Pfeiler einer demokratischen Gesellschaft. Denn nur wer Zugang zu verlässlichen Informationen hat, kann sich eine freie Meinung bilden. In den kommenden Tagen zeigen wir in Beiträgen im TIB-Blog, wie wir als TIB, die Meinungsfreiheit stärken: mit Citizen-Science-Projekten, mit dem freien Zugang zu Informationen, die eine objektive Meinungsbildung ermöglichen, und mit Forschungsansätzen im Bereich der Erkennung von Desinformation.
„Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“ So lautet Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Dank Internet ist es heute auch recht einfach, sich ungehindert zu informieren, möchte man meinen – so lange, bis man, ausgerechnet bei der Suche nach seriösen und wissenschaftlich fundierten Informationen, vor einer Paywall steht.
Nathan J. Robinson hat es mit der Aussage „The truth is paywalled, but the lies are free“ auf den Punkt gebracht: Während man abstrusen Verschwörungstheorien, dubiosen Finanztipps oder fragwürdigen KI-Videos auf vielen Plattformen kaum entkommen kann, sind seriöse journalistische oder wissenschaftliche Inhalte oft hinter Bezahlschranken versteckt. Bei journalistischen Inhalten ist das noch nachvollziehbar, bei wissenschaftlichen Ergebnissen weniger.
Anders als Journalist:innen müssen Wissenschaftler:innen nicht von ihren Veröffentlichungen leben und tatsächlich sehen die meisten auch keinen Cent dafür, ebensowenig wie die Gutacher:innen. Wissenschaftliche Forschung wird zum Großteil von den Steuerzahler:innen finanziert und die Öffentlichkeit sollte damit auch Zugang zu den Ergebnissen erhalten.
Grafik: Jonas Hauss, https://doi.org/10.5281/zenodo.10973225, CC BY 4.0Open Access: Mehr Wissenstransfer in die Gesellschaft und größere Diversität der Nutzer:innen
Die Antwort lautet Open Access: Damit ist nicht nur der kostenlose und ungehinderte Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen gemeint, sondern auch die Möglichkeit, die Inhalte nachzunutzen und weiterzuverbreiten. Die Wirkungen von Open Access liegen auf der Hand und sind auch nachgewiesen. So führt es unter anderem zu mehr Wissenstransfer in die Gesellschaft und zu einer einer größeren Diversität unter den Nutzenden – auch Personen außerhalb des Wissenschaftsbetriebs oder im Globalen Süden haben dadurch einfachen Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Leider wurde auch Open Access zum Geschäftsmodell. Dafür, dass die Inhalte frei gelesen werden können, müssen in vielen Fällen die Autor:innen bzw. ihre Einrichtungen für das Publizieren bezahlen. Das wurde inzwischen auch von der Politik erkannt, und so fordern zum Beispiel Bund und Länder in ihren gemeinsamen Leitlinien zu Open Access: „Der immer stärkeren Kommerzialisierung von öffentlich finanzierten wissenschaftlichen Publikationen ist daher gezielt entgegenzutreten.“
Diamond Open Access bedeutet, dass weder Autor:innen noch Leser:innen bezahlen müssen, weil die Kosten von Forschungseinrichtungen oder Bibliothekskonsortien getragen werden. In der Regel handelt es sich dabei um nicht gewinnorientierte, aus der Wissenschaft kommende Zeitschriften und Plattformen.
Fake Science, Predatory Journals und Paper Mills
Es ist für die Meinungsbildung also gut, wenn nicht nur fragwürdige Inhalte, sondern auch wissenschaftliche Publikationen frei zugänglich sind. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass nicht alles, was einen wissenschaftlichen Anschein hat, auch uneingeschränkt vertrauenswürdig ist. Auch in renommierten Zeitschriften wird mitunter „Fake Science“ publiziert, Predatory Journals unterlaufen die üblichen verlegerischen Standards wie ein rigoroses Peer Review und sogenannte Paper Mills produzieren dank KI zehntausende gefälschte wissenschaftliche Artikel und Bücher pro Jahr.
Schuld daran sind in vielen Fällen falsche Anreize im Wissenschaftssystem, wie sie unter anderem kürzlich in der Stockholm Declaration aufgezeigt wurden. Daher sollten auch wissenschaftliche Publikationen im Zweifelsfall kritisch betrachtet und miteinander abgeglichen werden. Dafür ist Open Access wichtig, reicht aber nicht aus. Nicht nur die Ergebnisse, sondern auch Methoden, Daten und Code müssen im Sinne von Open Science offen geteilt werden, damit der Forschungsprozess transparent wird und problematische Praktiken erkannt werden können. An der TIB setzen wir uns in vielfältiger Weise dafür ein. Um das auch in die breite Öffentlichkeit zu tragen, braucht es eine gute Wissenschaftskommunikation in verschiedenen Formaten und für verschiedene Zielgruppen sowie einen fundierten und seriösen Wissenschaftsjournalismus.
Beitragsbild: Screenshot aus Carolin Becklas Dorow & Jonas Hauss: Demokratie stärken durch Open Access, TIB/open-access.network, https://doi.org/10.5446/72193, CC BY 3.0 DE.
#OpenAccess #OpenScience #FakeScience #wochedermeinungsfreiheit2026 #LizenzCCBY30DE -
Freie Meinungsbildung braucht freien Zugang zu Wissen
Woche der Meinungsfreiheit 2026: Was ist wahr?
Vom 3. bis 10. Mai 2026 findet zum sechsten Mal die Woche der Meinungsfreiheit statt. Unter dem Motto „Was ist wahr?“ geht es in der bundesweiten Aktionswoche um Fakten, Meinungen und Wahrhaftigkeit. In Demokratien ist Meinungsfreiheit ein hohes Gut. Doch was passiert, wenn Menschen nachweislich falsche Informationen verbreiten?
Als Bibliothek und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtung steht die TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek für freien Zugang zu Wissen, digitale Souveränität und faktenbasierte Informationen – grundlegende Pfeiler einer demokratischen Gesellschaft. Denn nur wer Zugang zu verlässlichen Informationen hat, kann sich eine freie Meinung bilden. In den kommenden Tagen zeigen wir in Beiträgen im TIB-Blog, wie wir als TIB, die Meinungsfreiheit stärken: mit Citizen-Science-Projekten, mit dem freien Zugang zu Informationen, die eine objektive Meinungsbildung ermöglichen, und mit Forschungsansätzen im Bereich der Erkennung von Desinformation.
„Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“ So lautet Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Dank Internet ist es heute auch recht einfach, sich ungehindert zu informieren, möchte man meinen – so lange, bis man, ausgerechnet bei der Suche nach seriösen und wissenschaftlich fundierten Informationen, vor einer Paywall steht.
Nathan J. Robinson hat es mit der Aussage „The truth is paywalled, but the lies are free“ auf den Punkt gebracht: Während man abstrusen Verschwörungstheorien, dubiosen Finanztipps oder fragwürdigen KI-Videos auf vielen Plattformen kaum entkommen kann, sind seriöse journalistische oder wissenschaftliche Inhalte oft hinter Bezahlschranken versteckt. Bei journalistischen Inhalten ist das noch nachvollziehbar, bei wissenschaftlichen Ergebnissen weniger.
Anders als Journalist:innen müssen Wissenschaftler:innen nicht von ihren Veröffentlichungen leben und tatsächlich sehen die meisten auch keinen Cent dafür, ebensowenig wie die Gutacher:innen. Wissenschaftliche Forschung wird zum Großteil von den Steuerzahler:innen finanziert und die Öffentlichkeit sollte damit auch Zugang zu den Ergebnissen erhalten.
Grafik: Jonas Hauss, https://doi.org/10.5281/zenodo.10973225, CC BY 4.0Open Access: Mehr Wissenstransfer in die Gesellschaft und größere Diversität der Nutzer:innen
Die Antwort lautet Open Access: Damit ist nicht nur der kostenlose und ungehinderte Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen gemeint, sondern auch die Möglichkeit, die Inhalte nachzunutzen und weiterzuverbreiten. Die Wirkungen von Open Access liegen auf der Hand und sind auch nachgewiesen. So führt es unter anderem zu mehr Wissenstransfer in die Gesellschaft und zu einer einer größeren Diversität unter den Nutzenden – auch Personen außerhalb des Wissenschaftsbetriebs oder im Globalen Süden haben dadurch einfachen Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Leider wurde auch Open Access zum Geschäftsmodell. Dafür, dass die Inhalte frei gelesen werden können, müssen in vielen Fällen die Autor:innen bzw. ihre Einrichtungen für das Publizieren bezahlen. Das wurde inzwischen auch von der Politik erkannt, und so fordern zum Beispiel Bund und Länder in ihren gemeinsamen Leitlinien zu Open Access: „Der immer stärkeren Kommerzialisierung von öffentlich finanzierten wissenschaftlichen Publikationen ist daher gezielt entgegenzutreten.“
Diamond Open Access bedeutet, dass weder Autor:innen noch Leser:innen bezahlen müssen, weil die Kosten von Forschungseinrichtungen oder Bibliothekskonsortien getragen werden. In der Regel handelt es sich dabei um nicht gewinnorientierte, aus der Wissenschaft kommende Zeitschriften und Plattformen.
Fake Science, Predatory Journals und Paper Mills
Es ist für die Meinungsbildung also gut, wenn nicht nur fragwürdige Inhalte, sondern auch wissenschaftliche Publikationen frei zugänglich sind. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass nicht alles, was einen wissenschaftlichen Anschein hat, auch uneingeschränkt vertrauenswürdig ist. Auch in renommierten Zeitschriften wird mitunter „Fake Science“ publiziert, Predatory Journals unterlaufen die üblichen verlegerischen Standards wie ein rigoroses Peer Review und sogenannte Paper Mills produzieren dank KI zehntausende gefälschte wissenschaftliche Artikel und Bücher pro Jahr.
Schuld daran sind in vielen Fällen falsche Anreize im Wissenschaftssystem, wie sie unter anderem kürzlich in der Stockholm Declaration aufgezeigt wurden. Daher sollten auch wissenschaftliche Publikationen im Zweifelsfall kritisch betrachtet und miteinander abgeglichen werden. Dafür ist Open Access wichtig, reicht aber nicht aus. Nicht nur die Ergebnisse, sondern auch Methoden, Daten und Code müssen im Sinne von Open Science offen geteilt werden, damit der Forschungsprozess transparent wird und problematische Praktiken erkannt werden können. An der TIB setzen wir uns in vielfältiger Weise dafür ein. Um das auch in die breite Öffentlichkeit zu tragen, braucht es eine gute Wissenschaftskommunikation in verschiedenen Formaten und für verschiedene Zielgruppen sowie einen fundierten und seriösen Wissenschaftsjournalismus.
Beitragsbild: Screenshot aus Carolin Becklas Dorow & Jonas Hauss: Demokratie stärken durch Open Access, TIB/open-access.network, https://doi.org/10.5446/72193, CC BY 3.0 DE.
#LizenzCCBY30DE #OpenAccess #OpenScience #FakeScience #wochedermeinungsfreiheit2026 -
Demokratisierung der Wissenschaft – Citizen Science und Meinungsfreiheit
Woche der Meinungsfreiheit 2026: Was ist wahr?
Vom 3. bis 10. Mai 2026 findet zum sechsten Mal die Woche der Meinungsfreiheit statt. Unter dem Motto „Was ist wahr?“ geht es in der bundesweiten Aktionswoche um Fakten, Meinungen und Wahrhaftigkeit. In Demokratien ist Meinungsfreiheit ein hohes Gut. Doch was passiert, wenn Menschen nachweislich falsche Informationen verbreiten?
Als Bibliothek und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtung steht die TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek für freien Zugang zu Wissen, digitale Souveränität und faktenbasierte Informationen – grundlegende Pfeiler einer demokratischen Gesellschaft. Denn nur wer Zugang zu verlässlichen Informationen hat, kann sich eine freie Meinung bilden. In den kommenden Tagen zeigen wir in Beiträgen im TIB-Blog, wie wir als TIB, die Meinungsfreiheit stärken: mit Citizen-Science-Projekten, mit dem freien Zugang zu Informationen, die eine objektive Meinungsbildung ermöglichen, und mit Forschungsansätzen im Bereich der Erkennung von Desinformation.
Citizen Science, auch Bürgerwissenschaft genannt, ermöglicht es Forscher:innen, über ihre Expertise Bürger:innen einen Einblick in wissenschaftliche Arbeitsweisen zu geben. Es ist ein inklusiver Ansatz, bei dem wissenschaftliche Erkenntnisse von Personen gewonnen werden, die nicht hauptberuflich in der Wissenschaft tätig sind. Sie steht in einem spannenden Verhältnis zur Meinungsfreiheit, da sie einerseits den Zugang zu Forschung demokratisiert, andererseits aber auch die Deutungshoheit der Wissenschaft herausfordert.
Bürger:innen arbeiten zusammen an Projekten. Foto: thumprchgo über PixabayVerbindung von Citizen Science und Meinungsfreiheit
Citizen Science wird oft als Teil von Open Science verstanden und zielt darauf ab, die Wissensproduktion zu demokratisieren. Sie ermöglicht Bürger:innen, aktiv an der Forschung teilzunehmen, sei es durch Datenerhebung oder Mitgestaltung. Citizen Science fördert den Kulturwandel in der Wissenschaft hin zu mehr Transparenz und Inklusivität. Indem Bürger:innen zum Beispiel Daten sammeln und auswerten, können sie eigene Perspektiven in den wissenschaftlichen Diskurs einbringen und somit an der öffentlichen Meinungsbildung teilnehmen.
Citizen Science ist somit eine Möglichkeit, die freiheitlich-demokratische Gesellschaft zu stärken, indem sie Bürger:innen direkt in die Produktion von Wissen einbindet und so die Kluft zwischen Wissenschaft und Gesellschaft überbrückt.
Grafik: https://zenodo.org/record/1285575#.W09yZH59jOR von Melanie Imming, John Tennant, CC0)Wie Citizen Science die Meinungsfreiheit stärkt
Traditionell kontrollieren Universitäten, Unternehmen oder Staaten, welche Daten gesammelt und wie sie interpretiert werden. Citizen Science bricht dieses Monopol auf – und zwar über:
- Transparenz: Bürger:innen können selbst Daten erheben und auswerten.
- Kritische Perspektiven: Bürgerinitiativen können eigene Untersuchungen durchführen und Ergebnisse öffentlich machen.
- Bildung für alle: Durch die Teilnahme an Forschungsprojekten lernen Menschen, wie Wissenschaft funktioniert.
Stärkung der Zivilgesellschaft
Meinungsfreiheit lebt davon, dass Menschen informiert, kritisch und handlungsfähig sind. Citizen Science fördert genau das:
- Empowerment: Wer selbst forscht, traut sich auch zu, eigene Positionen zu vertreten.
- Lokale Lösungen: Bürger:innen kennen die Probleme ihrer Community am besten.
- Politik und Wirtschaft: Wenn Bürger:innen belegbare Daten vorlegen, müssen Verantwortliche reagieren. Das stärkt die Verhandlungsmacht der Zivilgesellschaft.
Beispiele: Citizen-Science-Projekte an der TIB
„Gestapo.Terror.Orte“: gemeinsam Orte des Gestapoterrors dokumentieren
Projekt: „Gestapo.Terror.Orte“
Ziel: Bürger:innen recherchieren und dokumentieren Orte des Gestapoterrors (zum Beispiel Gestapo-Gefängnisse).
Beitrag zur Meinungsfreiheit:
Mechanismuskonkrete Wirkungmögliches BeispielGegen GeschichtsverdrängungSichtbarmachung von Verbrechen: Viele Orte des Gestapoterrors sind heute unbekannt oder vergessen. Das Projekt regt die Öffentlichkeit an, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.Dokumentation des Arbeitserziehungslager Pelikanwerke Hannover.Empowerment von NachkommenAngehörige von Opfern können ihre Familiengeschichten einbringen – und so offizielle Schweige-Kultur durchbrechen.Interviews mit Nachkommen von Opfern des Nationalsozialismus.Aktivismus durch DatenDie gesammelten Daten können für Gedenkinitiativen, Ausstellungen oder politische Forderungen genutzt werden.Nutzung der Daten für Stolperstein-Verlegungen oder Mahnwachen.Kritische Auseinandersetzung mit AutoritätDas Projekt zeigt, wie Staatsterror funktioniert – und regt zur Reflexion über heutige Überwachungsstrukturen an.Parallelen zu heutiger Praxis werden in Begleitveranstaltungen diskutiert.„Orte erzählen Demokratie“: gemeinsam Orte der Demokratiegeschichte dokumentieren
Projekt: „Orte erzählen Demokratie“
Ziel: Bürger:innen dokumentieren Orte der Demokratiegeschichte in ihrem Umfeld (zum Beispiel Versammlungsorte, Widerstandsorte, Orte der Friedlichen Revolution 1989).
Beitrag zur Meinungsfreiheit:
Mechanismuskonkrete Wirkungmögliches BeispielStärkung demokratischer KulturDas Projekt zeigt, dass Demokratie kein Selbstläufer ist, sondern erkämpft werden musste.Dokumentation der Proteste gegen die Notstandsgesetze 1968 in Hannover.Lokale Identifikation mit WertenBürger:innen lernen, dass Demokratie und Meinungsfreiheit auch in ihrer Stadt eine Rolle spielen.Recherche und Dokumentation zu Demokartieorten im eigenen Umfeld.Aktuelle politische BezügeDie Projekte regen zur Reflexion über heutige Bedrohungen der Demokratie an.Diskussionen über heutige Einschränkungen von Demokratie und Meinungsfreiheit.Partizipative StadtentwicklungDie Ergebnisse fließen in offizielle Gedenkkonzepte ein – und geben Bürger:innen Mitgestaltungsmacht.Integration der Ergebnisse von Recherchen in Museen.
#OpenScienceLab #CitizenScience #OpenScience #wochedermeinungsfreiheit2026 #LizenzCCBY40INT