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  1. Frauen in der Wissenschaft: Dr. Sabina Auhunas

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    Die Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ stellt Frauen aus der TIB vor, die Einblicke in ihre Wege und ihre persönlichen Erfahrungen in der Wissenschaft geben.

    Dr. Sabina Auhunas

    Dr. Sabina Auhunas studierte Pharmazie an der Bogomolets National Medical University und promovierte in Pharmazeutischen Wissenschaften an der Shupyk National Healthcare University of Ukraine in Kiew (Ukraine). Heute arbeitet sie im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative als Stipendiatin im Open Science Lab der TIB.

    Ihre Forschung bezieht sich auf Metadatenmodelle für wissenschaftliche Instrumente und deren Integration in Forschungsinformationssysteme. Arbeitsschwerpunkte sind dabei die Verbesserung der Qualität von Metadaten, die Interoperabilität und die Sichtbarkeit von Daten zur wissenschaftlichen Infrastruktur, um zu belastbareren und nachhaltigeren Forschungsinfrastrukturen beizutragen.

    In diesem Interview spricht sie darüber, wie Diversität die Wissenschaft bereichert, über Richtungswechsel in der Wissenschaft und warum Wissenschaft ein Marathon und kein Sprint ist.

    Was fasziniert dich an der Arbeit in der Wissenschaft?

    In der Wissenschaft fasziniert mich vor allem die Tatsache, dass Wissen nicht isoliert existiert, sondern an Wert gewinnt, wenn es geteilt, miteinander verbunden, neu entdeckt und von anderen wiederverwendet wird. Dieses Verständnis führte mich von den pharmazeutischen Wissenschaften zur Open Science, zu Forschungsinformationssystemen und Forschungsinfrastrukturen.

    Heute inspirieren mich nicht nur die wissenschaftlichen Entdeckungen selbst, sondern auch die Systeme, die Forschung sichtbar und zugänglich machen. Meine Arbeitsschwerpunkte liegen auf der Verbesserung von Metadaten und Forschungsinfrastrukturen, was dazu beiträgt, dass wissenschaftliche Erkenntnisse über einen längeren Zeitraum auffindbar, wieder nutzbar und nachhaltig bleiben.

    Ich arbeite sehr gerne am Schnittpunkt verschiedener Disziplinen, an dem Zusammenarbeit, Technologie und Wissenschaft aufeinandertreffen, um Lösungen zu schaffen, von der ganze Forschungsgemeinschaften profitieren können.

    Ein sehr bereichernder Aspekt meiner Arbeit ist die Zusammenarbeit mit Menschen aus verschiedenen Disziplinen, Ländern und mit unterschiedlichen Vorgeschichten.

    Jeder Bereich bietet seine eigene Perspektive und einige der besten Ideen entstehen, wenn unterschiedliche Kompetenzen zusammenkommen. Die Wissenschaft fordert mich ständig heraus, zu lernen, mich weiterzuentwickeln und Probleme aus neuen Perspektiven zu betrachten, und das ist etwas, was mir sehr gut gefällt.

    Was hättest du als Frau in der Wissenschaft gerne früher gewusst?

    Ich hätte gerne früher gewusst, dass es absolut in Ordnung ist, wenn man keinem strikten Berufsweg folgt. Zu Beginn meiner Karriere habe ich mich häufig unter Druck gesetzt gefühlt, alles im Voraus zu planen. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, dass sich einige der besten Gelegenheiten ganz unerwartet ergeben und dass ein Richtungswechsel nicht gleich bedeutet, dass man sein Ziel aus den Augen verliert. Wenn ich zurückblicke, so hat jeder Schritt meiner Reise – von der Pharmazie und der medizinischen Forschung bis hin zur Open Science und zu den Forschungsinfrastrukturen – dazu beigetragen, was mich heute als Forscherin ausmacht.

    Auch hätte ich gerne früher gewusst, dass Erfolg in der Wissenschaft nicht auf Kosten des eigenen Wohlergehens erstrebt werden sollte. Nachwuchswissenschaftlerinnen denken häufig, sie müssten immer härter arbeiten, mehr veröffentlichen, mehr machen. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, dass Wissenschaft ein Marathon ist und kein Sprint. Gut auf sich zu achten, die Balance zu halten und sich Zeit außerhalb der Arbeit einzuräumen, sind keine Hindernisse für den Erfolg; sie sind entscheidend für eine nachhaltige Karriere.

    Eine weitere Lektion, die ich gelernt habe, ist die, dass man keinem bestimmten Klischee entsprechen muss, um zur Wissenschaft zu gehören. Vor allem zu Beginn einer Karriere kann es einem manchmal schwierig erscheinen, Gehör zu finden. Ich wünschte, ich hätte meinen eigenen Fähigkeiten und Ideen mehr vertraut und eher verstanden, dass einfach man selbst zu sein keine Schwäche, sondern eine Stärke ist.

    Welchen Rat würdest du Mädchen und jungen Frauen geben, die eine wissenschaftliche Laufbahn anstreben?

    Bleibt neugierig, vertraut euch selbst und habt keine Angst, selbstbewusst aufzutreten. Stellt Fragen, teilt eure Ideen und glaubt an eure Fähigkeiten, auch wenn ihr euch unsicher fühlt. Ihr braucht nicht alles zu wissen, bevor ihr anfangt. In der Wissenschaft geht es darum, zu lernen, zu erforschen und stetig zu wachsen.

    Habt keine Angst, zu scheitern. In der Wissenschaft gelingt nicht jedes Experiment, nicht jeder Antrag wird gefördert und nicht jedes Paper wird veröffentlicht. Solche Erfahrungen sind keine Zeichen dafür, dass du auf dem falschen Weg bist; sie sind Teil des Prozesses. Es ist nicht das Ziel, Fehler zu vermeiden, sondern aus ihnen zu lernen und weiterzumachen.

    Ich möchte junge Frauen auch dazu ermutigen, sich Mentor:innen zu suchen und Kontakte mit Menschen zu knüpfen, die sie inspirieren. Einige der bereicherndsten Erfahrungen in meiner Karriere sind durch die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Ländern, Disziplinen und mit unterschiedlichen Vorgeschichten entstanden.

    Denkt gleichzeitig auch daran, dass eure Karriere nur ein Teil eures Lebens ist. Familie, Freunde, Gesundheit und persönliche Interessen sind auch wichtig. Schützt eure Energie, lasst euch Zeit für die Dinge, die euch wichtig sind, und habt kein schlechtes Gewissen, wenn ihr Grenzen setzt.

    Ein Wunsch für die Zukunft von Frauen und Mädchen in der Wissenschaft …

    Ich hoffe, dass Frauen und Mädchen in der Wissenschaft in Zukunft ihre Karriere ohne Hindernisse oder Klischees verfolgen können – und auch ohne ständig beweisen zu müssen, dass sie dorthin gehören. Ich wünsche mir, dass mehr Frauen in Führungspositionen, in Entscheidungsgremien und in wissenschaftlichen Gemeinschaften vertreten sind – und das in allen Fächern.

    Am meisten hoffe ich jedoch, dass zukünftige Generationen von Frauen in der Wissenschaft sie selbst sein können und erfolgreiche Karrieren aufbauen können, ohne ihre Individualität oder ihr Privatleben zu opfern. Ich wünsche mir auch eine wissenschaftliche Kultur, die neben der Leistung die Zusammenarbeit und neben der Produktivität die Qualität schätzt.

    Diversität sollte nicht als Ausnahme gesehen werden, sondern als eine natürliche Stärke der Wissenschaft. Die besten Lösungen für globale Herausforderungen entstehen, wenn Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Perspektiven und Kompetenzen zusammenarbeiten.

    Frauen in der Wissenschaft – eine Blogreihe

    In der Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ werden Frauen an der TIB vorgestellt, die Einblicke in ihre wissenschaftlichen Wege, Rollenbilder und ihre Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag geben. Sie alle teilen ihre Perspektive und ihre Wünsche für die Zukunft der Wissenschaft und ermutigen andere Frauen, ihren Platz selbstbewusst einzunehmen.

    #FrauenInDerWissenschaft #OpenSciene #LizenzCCBY40INT #ForschungUndEntwicklung #OpenScienceLab #FrauenAnDerTIB
  2. Frauen in der Wissenschaft: Dr. Jennifer D’Souza

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    Die Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft” stellt Frauen aus der TIB vor, die Einblicke in ihre Wege und ihre persönlichen Erfahrungen in der Wissenschaft geben. Dr. Jennifer D’Souza studierte Natural Language Processing an der University of Texas in Dallas, USA, und arbeitet jetzt als KI/NLP Group Lead an der TIB.

    An der TIB führt sie die Forschungsgruppe „NLP for Scientific Information” im Rahmen des Open Research Knowledge Graph (ORKG) an, einer Plattform, die sich der besseren Strukturierung, Maschinenlesbarkeit und Zugänglichkeit wissenschaftlicher Kenntnisse widmet. Die Forschung der Gruppe untersucht, wie Sprachmodelle und andere KI-Technologien die Organisation wissenschaftlicher Kenntnisse unterstützen kann, und erforscht dabei auch die Bewertung und Grenzen generativer KI-Systeme.

    In diesem Interview verrät sie, was sie an einer Karriere in der Wissenschaft als besonders bereichernd erachtet, welche Erkenntnisse sie auf ihrem Weg gewonnen hat und was sie sich für die nächste Generation von Wissenschaftlerinnen erhofft.

    Was fasziniert dich an der Arbeit in der Wissenschaft?

    Dazu fallen mir drei Dinge ein. Erstens bietet die Wissenschaft einen systematischen Ansatz, um Fragen zu untersuchen und die Welt um uns herum zu verstehen. Sie liefert klar definierte Methoden, um komplexe Probleme und die große Menge an Informationen, die ständig produziert wird, anzugehen. Dieser Aspekt ist eng mit meiner eigenen Arbeit verbunden, in der es um die Verarbeitung und Organisation wissenschaftlicher Kenntnisse geht.

    Dr. Jennifer DʻSouza // Foto: TIB/C. Bierwagen

    Zweitens arbeite ich sehr gerne mit gleichgesinnten Menschen zusammen, damit wir gemeinsam neue Systeme und Ideen entwickeln. Durch Teamwork und den Austausch von Perspektiven werden viele wissenschaftliche Fortschritte erzielt.

    Drittens schätze ich die Möglichkeit, wissenschaftliche Ideen an die nächste Generation zu vermitteln und zu kommunizieren. Sein Wissen weiterzugeben und anderen dabei zu helfen, ihr eigenes wissenschaftliches Denken zu entwickeln, ist ein besonders bereichernder Aspekt wissenschaftlicher Arbeit.

    Was hättest du als Frau in der Wissenschaft gerne früher gewusst?

    Die Bedeutung des Aufbaus eines Forschungsnetzwerks. Die Menschen messen dem Networking unterschiedliche Bedeutung bei, aber die interessantesten Projekte, an denen ich gearbeitet habe, entstanden durch Gespräche mit anderen – entweder bei Workshops, Konferenzen, Forschungsprojekten oder informellen Diskussionen.

    Im Laufe der Zeit habe ich immer mehr zu schätzen gelernt, wie wertvoll es ist, mit der breiten wissenschaftlichen Community ins Gespräch zu kommen, Menschen zu treffen, die an ähnlichen Problemen arbeiten, und Ideen auszutauschen. Schon die einfache Teilnahme an Workshops und Veranstaltungen zu Themen, die einen interessieren, kann unerwartete Möglichkeiten für Zusammenarbeit und Lernen eröffnen.

    Welchen Rat würdest du Mädchen und jungen Frauen geben, die eine wissenschaftliche Laufbahn anstreben?

    Frauen neigen häufig dazu, zu sehr an sich selbst zu zweifeln. Ich stimme vielen anderen zu, die die Bedeutung von Selbstvertrauen hervorgehoben haben. Frauen sollten ihren Fähigkeiten vertrauen und anerkennen, dass sie genauso in die Wissenschaft gehören wie jeder andere auch.

    Ich würde auch junge Frauen ermutigen, ihre Ideen offen zu teilen, sich an Diskussionen zu beteiligen, und nicht zu zögern, sich Gelegenheiten zu verschaffen, wenn es diese nicht schon gibt. Die Wissenschaft profitiert von verschiedensten Perspektiven und wir brauchen mehr Frauen, die sich in wichtigen wissenschaftlichen Diskussionen zu Wort melden.

    Ein Wunsch für die Zukunft von Frauen und Mädchen in der Wissenschaft …

    Ich würde sehr gerne in eine Zukunft blicken, in der Frauen, die in die Wissenschaft gehen, sich nicht länger am falschen Ort fühlen. Vor allem hoffe ich, dass bereits in den Schulklassen Mädchen und Jungen in ingenieurwissenschaftlichen und technischen Disziplinen ausgeglichener vertreten sind. Ich denke, auch das gehört zum Thema dazu. Die Wissenschaft zeigt ihre ganze Stärke, wenn sie die Diversität der gesamten Gesellschaft widerspiegelt und wenn talentierte Menschen unterschiedlichster Herkunft sich aufgefordert fühlen, mitzumachen.

    Es freut mich außerordentlich, dass wir bereits in vielen Forschungsumgebungen Anzeichen dafür sehen können, darunter auch in der TIB, in der verschiedene Teams und Perspektiven immer mehr Teil der alltäglichen wissenschaftlichen Arbeit werden. Ich freue mich auf eine Zukunft, in der solch eine Diversität schlicht und einfach die Norm ist.

    Frauen in der Wissenschaft – eine Blogreihe

    In der Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ werden Frauen an der TIB vorgestellt, die Einblicke in ihre wissenschaftlichen Wege, Rollenbilder und ihre Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag geben. Sie alle teilen ihre Perspektive und ihre Wünsche für die Zukunft der Wissenschaft und ermutigen andere Frauen, ihren Platz selbstbewusst einzunehmen.

    #FrauenInDerWissenschaft #LizenzCCBY40INT #ORKG #Forschung #OpenResearchKnowledgeGraph #FrauenAnDerTIB
  3. No #EngineeringIntelligence without us!

    Women have always played a part in engineering and designing intelligent systems. Starting with early pioneers like Ada Lovelace, the mother of programming languages, over NASA’s Fortran expert Dorothy Vaughan, whose code sent people into space, to the many women working on computer science and AI today, women’s contributions continue to shape the world of interconnected knowledge. However, often these contributions go unnoticed or are attributed to men instead. Time to change that! As we celebrate this year’s International Women in Engineering Day under the theme of #EngineeringIntelligence, let’s take a look at what our female researchers and software developers have accomplished to make the Open Research Knowledge Graph an intelligent system.

    Who we are and what we do

    The Open Research Knowledge Graph, our lighthouse in the publication flood, is a non-profit platform for machine-actionable scholarly knowledge, combining semantic technologies, AI and human expertise to provide researchers with structured scientific knowledge from publications. Our system helps to find answers to research questions, compare publications, reproduce scientific findings and make research information findable, accessible, interoperable and reusable.

    ORKG’s success paved the way for many satellite systems, most notably the TIB Knowledge Loom for truly reproducible and reusable scientific knowledge and the TIB AIssisant, an AI agent supporting scientists throughout the whole research lifecycle.

    Many components interconnect to make an ecosystem like this possible, from data ingestion over quality control to displaying results. A team of more than 30 researchers, software developers and curation specialists work together to bring in diverse expertise and realize these components. With roughly one third of our team members, the ORKG team has a relatively high share in female researchers compared to the national average in Germany. In this article, we take a look at the contributions of eight women specifically from our team and their perspectives on the ORKG.

    Getting Data In

    The knowledge in the ORKG ecosystem has to come from somewhere and while AI extractions can be a good starting point, they do not replace human expertise. Crowd-sourced curation done by domain experts plays a huge role. The challenge is to structure this often unorganized knowledge, especially since domain experts are often not data curation experts. Human-machine collaboration is required. A large part of our PhD student Lena John’s research focuses on Human-In-The-Loop workflows to data curation. With ExtracTable, she developed a tool that creates a scientific corpus of literature, extracts knowledge and compiles it into structured comparisons, while providing user-friendly tabular interfaces for human validation and correction.

    Another of her tools, SciMantify turns already existing CSV files into structured knowledge with a guided semantification workflow.

    Learning Structure

    Dr. Jennifer D’Souza leads an NLP research group at TIB focused on scientific knowledge organization. Together with her team, she develops AI-supported tools and workflows for structuring, aligning, and publishing scientific knowledge. Among these tools are schema-miner, a tool for mining templates from large collections of research papers, making it easier to describe them in a structured, consistent format in the ORKG, as well as OntoAligner and OntoLearner, two libraries for AI-based workflows for ontology alignment across multiple scientific domains and ontology engineering. Together, these tools help make scientific knowledge more aligned and interconnected by using the same vocabulary and schema.

    Ensuring Quality

    “An application is only as good as the underlying data. As we move toward structured, human- and machine-readable knowledge, ensuring the quality of our knowledge graphs becomes increasingly important.“

    Lena John

    The SciKGDash Curation Dashboard provides a comprehensive overview of knowledge graph quality through interactive visualizations and supports curation workflows that help identify, track, and resolve quality issues. Its goal is to enable continuous improvement of the ORKG’s data quality and reliability.

    Getting Data Out

    As our PhD student Golsa Heidari states:

    “Good research has little impact if people cannot find it.”

    Her work focuses on making research more accessible through intelligent retrieval and knowledge organization. In one of her projects, she built a unit conversion system, allowing harmonization across different studies. By integrating third-party tools for systematic reviews, she makes ORKG even more useful. Additionally, she developed the basis for a dynamic multi-level faceted search for scientific knowledge.

    Mutahira Khalid, also a PhD student in the ORKG team, builds on this work with her smart filters, a context-aware filtering service that is proven to effectively reduce search noise.

    Making Science Reproducible

    “Scientific publishing should not be seen as the final product of research. Rather, it is the beginning of a new cycle where scientific findings contribute to solving complex environmental and social challenges.”

    Dr Lauren Snyder

    Science lives by exchange and collaboration. One researcher picks up another’s findings, continues their work, proves or disproves their theories, brings in their own perspective or uses old knowledge in a new context. For that, scientific statements need to be reusable, reproducible and open. The TIB Knowledge Loom, co-founded by Dr Lauren Snyder, tackles this challenge. With her background in ecology and biology, Lauren brings her experience with research workflows outside of computer science to enable a seamless integration.

    Venturing Into New Projects

    Our newest addition to our research projects is the TIB AIssistant, an AI tool that supports researchers throughout the whole scientific process. PhD student Farhana Keya focuses on the very first steps. Her work assists with idea generation, building an environment for researchers to brainstorm based on existing publications. To later on find more material, users can then use her federated research artifact search.

    Building A Frontend

    As a research web engineer, Qurat-ul Ain Aftab does more than just design a good-looking interface. She engineers the fronted data architectures that make Open Science accessible, bridging the gap between backend systems and seamless user experiences. The template graph view in ORKG is built on her work.

    Using The ORKG

    Dr Sanju Tiwari earned our curation grant several times by now and used it to prove that ORKG can advance her research on hallucination detection and mitigation in large language models. She already wrote several papers using the ORKG and got a lot of journal acceptances for them. Congratulations!

    Why This Matters

    Without the work of our many female researchers and developers, the ORKG would not be the system it is today. Just as a machine depends on every component working together, science and innovation thrive when we value and include the contributions of all researchers.

    Especially in the age of machine-learning and AI, it is necessary to include diverse perspectives to combat issues like the gender data gap and build systems for everyone.

    Only by recognizing and empowering intelligence in all people, we can truly start #EngineeringIntelligence.

    For further reading, we reccomend also our blog series Women in Science, featuring interviews with Lena John, Dr Lauren Snyder and many more women at TIB!

    #Forschung #FrauenAnDerTIB #WomenInScience #LizenzCCBY40INT #ResearchAndDevelopment #ORKG
  4. Frauen in der Wissenschaft: Lena John

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    Ein Interview über Vielfalt in der wissenschaftlichen Arbeit, Gleichberechtigung und Verbündete
    Die Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ stellt Frauen aus der TIB vor, die Einblicke in ihre Wege und ihre persönlichen Erfahrungen in der Wissenschaft geben. Lena John studierte Informatik an der Leibniz Universität Hannover und arbeitet heute als Doktorandin im Bereich Data Science & Digital Libraries an der TIB. Dort beschäftigt sie sich mit der Kuratierung von Forschungswissensgraphen und der Evolution von Wissensrepräsentation.

    Im Interview spricht sie über die spannende Mischung ihrer Arbeit als Doktorandin, über Verbündete und die gemeinsame Verantwortung aller in der Wissenschaft tätigen Personen für Gleichberechtigung.

    Lena John // Foto: privat

    Was fasziniert dich an der Arbeit in der Wissenschaft?

    Jeder Tag kann anders aussehen. Es tun sich immer neue Gelegenheiten oder Ansätze auf, die ich wahrnehmen oder ausprobieren möchte. Meine Arbeit reicht vom Publizieren wissenschaftlicher Artikel über die Betreuung von Studierenden bis hin zu Teamarbeit oder die Entwicklung eines Software-Dienstes.

    Mir gefällt, dass es bei allen Bereichen darum geht, Probleme zu lösen und dabei auch die Freiheit zu haben, unkonventionelle Methoden zu testen. Dabei sind auch Soft Skills relevant, zum Beispiel bei der Präsentation von Forschungsergebnissen oder beim Anleiten von Studierenden. Besonders spannend finde ich diese Mischung aus fachlicher Tiefe, Zusammenarbeit und der Möglichkeit, sowohl wissenschaftlich als auch persönlich etwas dazuzulernen.

    Was hättest du als Frau in der Wissenschaft gerne früher gewusst?

    Speziell in der Informatik sind Frauen* immer noch unterrepräsentiert und herrschende Strukturen tragen zu diesem Ungleichgewicht weiter bei. Ich habe von Kolleginnen gehört, die auf Konferenzen mit sexistischen Kommentaren konfrontiert wurden, und ich habe auch im Studium selbst negative Erfahrungen gemacht haben. Ich denke, hier ist noch viel Handlungsbedarf für Veränderung und das erfordert den Beitrag von allen Menschen.

    Es gibt viele Verbündete da draußen, wir müssen sie nur finden. Ich habe das Glück, in einem sehr offenen, fortschrittlichen Team zu arbeiten, wo Sexismus keinen Platz hat. Es ist ein sehr angenehmes Umfeld, wenn sich auch Männer aktiv an Gleichberechtigung beteiligen. Das zeigt mir, dass es auch anders geht und wie wichtig es ist, dass alle gemeinsam Verantwortung übernehmen, um solche Räume zu schaffen.

    Welchen Rat würdest du Mädchen und jungen Frauen geben, die eine wissenschaftliche Laufbahn anstreben?

    Traut euch. Frauen werden leider oft so sozialisiert, sich eher zurückzuhalten. Deshalb ist mein Rat, sich mehr zuzutrauen und den eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Die Wissenschaft wirkt zunächst oft einschüchternd, doch einiges ist auch Fassade, da es viel darum geht, sich und die eigene Forschung gut darzustellen.

    Außerdem kann ich nur empfehlen, sich früh ein Netzwerk mit Gleichgesinnten aufzubauen. Das erleichtert vieles und ermöglicht einen ehrlichen Austausch in herausfordernden Situationen. Es kann auch sehr hilfreich sein, sich Vorbilder zu suchen oder Mentor*innen zu finden, die einen auf dem eigenen Weg begleiten und bestärken.

    Ein Wunsch für die Zukunft von Frauen und Mädchen in der Wissenschaft …

    Im Grunde genommen wünsche ich mir das für die Wissenschaft, was ich mir auch gesamtgesellschaftlich wünsche: Gleichberechtigung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Abbau von Vorurteilen.

    Gleichzeitig würde ich mir wünschen, dass wir langfristig gar nicht mehr so stark zwischen „Frauen in der Wissenschaft“ und anderen unterscheiden müssen, sondern Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht als selbstverständlichen Teil der Wissenschaft sehen. Gerade in Bereichen wie der Informatik würde das auch bedeuten, dass es nichts Ungewöhnliches mehr ist, eine Frau zu sein, sondern einfach normal.

    Frauen in der Wissenschaft – eine Blogreihe

    In der Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ werden Frauen an der TIB vorgestellt, die Einblicke in ihre wissenschaftlichen Wege, Rollenbilder und ihre Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag geben. Sie alle teilen ihre Perspektive und ihre Wünsche für die Zukunft der Wissenschaft und ermutigen andere Frauen, ihren Platz selbstbewusst einzunehmen.

    #FrauenInDerWissenschaft #LizenzCCBY40INT #DataScience #Forschung #FrauenAnDerTIB
  5. Frauen in der Wissenschaft: Dr. Esther Tobschall

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    Die Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ stellt Frauen aus der TIB vor, die Einblicke in ihre Wege und ihre persönlichen Erfahrungen in der Wissenschaft geben. Dr. Esther Tobschall studierte Chemie an der Universität Hannover und forschte für ihre Dissertation zur NMR-, Impedanz- und Infrarot-Spektroskopie an nanokristallinem und glasigem Lithiummetaborat LiBO2 an einem festkörperphysikalischen Thema. Heute ist sie Fachreferentin für Physik an der TIB und ist dort vor allem für die Informationsversorgung von Physiker:innen verantwortlich. Im Interview spricht sie über die Ermutigung, Fragen zu stellen, das eigene Selbstverständnis und die Freude an der Forschung.

    Dr. Esther Tobschall // Foto: TIB/C. Bierwagen

    Was fasziniert dich an der Arbeit in der Wissenschaft?

    Besonders gereizt hat mich an der wissenschaftlichen Arbeit, dass ich mich in ein Thema mit all seinen Aspekten einarbeiten und dabei in die Tiefe gehen durfte. Als ich mich für meine Dissertation mit nanokristallinen Substanzen beschäftigt habe, war die Forschung an Nanokristallen ein relativ neues Gebiet und wir konnten ausprobieren, mit welchen Messmethoden sich Wesen und Eigenschaften dieser Substanzen am besten erfassen und charakterisieren lassen.

    Das Auswerten und Vergleichen der Messergebnisse unterschiedlicher Verfahren hat mir besonders viel Freude gemacht, weshalb mir meine Kolleg:innen dann auch ein Universalspektrometer für meinem Doktorhut gebastelt haben (in der Astronomie nennt man das heute Multi-Messenger-Beobachtung).

    Auch mein Interesse an umfassender Literaturarbeit, den Recherchen und der Auswertung relevanter Paper sowie das Zusammenführen der Erkenntnisse, habe ich dabei entdeckt. Deshalb habe ich mir schon früh während meiner Promotionszeit den Weg ins Fachreferat an einer wissenschaftlichen Bibliothek als berufliche Perspektive vorgestellt.

    Was hättest du als Frau in der Wissenschaft gerne früher gewusst?

    Ich hätte mehr Ermutigung gebraucht: Die Ermutigung, dass ich Fragen nicht nur an mein zu untersuchendes Material oder Literatur stellen darf, sondern auch an erfahrene Forschende. Damals habe ich meine Zurückhaltung eher als Persönlichkeitsmerkmal gesehen und sie nicht auf Rollenmodelle zurückgeführt. Heute würde ich doch sagen, dass sich das größere Selbstbewusstsein meiner überwiegend männlichen Kollegen daraus gespeist hat, dass Männer seit Generationen selbstverständlich einen Platz im Wissenschaftsbetrieb hatten und Kommunikation in der Regel unter Männern stattfand, während wir wenigen jungen Frauen in der Physikalischen Chemie doch irgendwie noch Exotinnen waren. Ich muss betonen, dass es keine offene oder verdeckte Diskriminierung gab, der Faktor war schlichtweg die Selbstverständlichkeit.

    Dieses Selbstverständnis ist auch heute noch in den Regeln für die Schlagwortkatalogisierung (RSWK) verankert: Ich ärgere mich jedes Mal, wenn ich regelkonform das Schlagwort „Physiker“ für Werke über Physiker und Physikerinnen vergeben muss. Das Schlagwort „Physikerin“ dagegen ist den Werken vorbehalten, die sich explizit mit Frauen in der Physik beschäftigen – was ist eigentlich mit Werken, die sich ausschließlich mit Männern in der Physik befassen? Immer dann, wenn es sich halbwegs vertreten lässt, vergebe ich natürlich beide Begriffe!

    Welchen Rat würdest du Mädchen und jungen Frauen geben, die eine wissenschaftliche Laufbahn anstreben?

    Es ist euer selbstverständliches Recht, Teil des Wissenschaftsbetriebes zu sein. Stellt das auch bei widrigen Bedingungen nie in Frage. Ich freue mich, dass es inzwischen in der Physik (auch mathematisch gesehen) unendlich mehr Professorinnen gibt, als zu meiner aktiven Zeit in der Forschung und diese mit ihrer Arbeit und ihrem Auftreten zum Vorbild werden. Ihr seid nur wirklich gut in dem, was euch Freude macht und wenn euch wissenschaftliches Arbeiten begeistert, werdet ihr – allen eventuellen Widrigkeiten zum Trotz – darin gut und erfolgreich sein. Folgt eurer Freude!

    Ein Wunsch für die Zukunft von Frauen und Mädchen in der Wissenschaft …

    Ich war die erste schwangere Forscherin an unserem Institut, habe meine Dissertation kurz vor der Geburt unserer Tochter eingereicht und die Prüfung wenige Monate danach absolviert. Ich wünsche mir also, dass für Wissenschaftlerinnen das Muttersein in Zukunft nicht mit so viel zusätzlichen Anstrengungen und starkem Durchsetzungsvermögen verbunden ist, wie es heute offenbar im Wissenschaftsbetrieb immer noch der Fall ist und damit zum Karrierekiller werden kann.

    Interessant ist ja, dass forschende Männer in höheren Positionen häufig auch Väter sind, während bei forschenden Frauen Mutterschaft meinen Beobachtungen nach doch noch seltener ist. Dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch viel zu häufig als Thema von Frauen gesehen wird und nicht als Thema von Eltern, ist zwar ein allgemeines gesellschaftliches Problem, aber gerade unsere öffentlich geförderte Wissenschaftsstruktur hat das Potential, hier etwas vom Entweder-oder hin zum Sowohl-als-auch zu ändern. Wie stellte ich in einem Bewerbungsgespräch fest, als ich nach meiner Tochter und meinen Verpflichtungen als Mutter gefragt wurde: „Das Kind hat auch einen Vater!“

    Frauen in der Wissenschaft – eine Blogreihe

    In der Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ werden Frauen an der TIB vorgestellt, die Einblicke in ihre wissenschaftlichen Wege, Rollenbilder und ihre Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag geben. Sie alle teilen ihre Perspektive und ihre Wünsche für die Zukunft der Wissenschaft und ermutigen andere Frauen, ihren Platz selbstbewusst einzunehmen.

    #FrauenInDerWissenschaft #LizenzCCBY40INT #Physik #Fachreferat #FrauenAnDerTIB
  6. Frauen in der Wissenschaft: Prof. Dr. Ina Blümel

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    Die Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ stellt Frauen aus der TIB vor, die Einblicke in ihre Wege und ihre persönlichen Erfahrungen in der Wissenschaft geben.

    Prof. Dr. Ina Blümel // Foto: TIB/C. Bierwagen

    Dieses Mal: Prof. Dr. Ina Blümel. Sie studierte Architektur in Braunschweig, Mailand und Helsinki und promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft.

    Heute ist sie Leiterin des Joint Labs Future Libraries and Research Data sowie Co-Leiterin des Open Science Labs an der TIB und Professorin an der Fakultät III – Medien, Information und Design der Hochschule Hannover.

    Im Interview spricht sie darüber, wie sie mit ihrer Arbeit Dinge gemeinsam mit anderen sichtbar machen kann, dass Wege in der Wissenschaft nicht gradlinig sein müssen und dass von offener, vernetzter und fairer Forschung am Ende alle profitieren.

    Was fasziniert dich an der Arbeit in der Wissenschaft?

    Mich fasziniert, dass ich mit Forschung Dinge in Bewegung bringen kann, die sonst unsichtbar bleiben: Daten, Modelle, Bilder, Videos – all das wird unter anderem durch gute Metadaten, Linked Data und offene Infrastrukturen auffindbar und nachnutzbar.

    Ich komme ursprünglich aus der Architektur und habe mich früh für digitale Werkzeuge und den Sprung von 2D zu 3D interessiert. Heute reizt mich genau diese Schnittstelle aus Technik, Kultur und Wissen besonders. Mir ist dabei wichtig, dass Forschung nicht im Elfenbeinturm stattfindet, sondern gemeinsam mit und in Communities – zum Beispiel rund um Wikimedia – intuitiv bedienbare Werkzeuge, Workflows und offene Ressourcen entstehen.

    Was hättest du als Frau in der Wissenschaft gerne früher gewusst?

    Ich hätte gern früher gewusst, wie normal Umwege sind – und dass interdisziplinäre Biografien keine Abweichung, sondern oft ein Vorteil sind. Außerdem: Man darf und sollte sich Verbündete suchen, sichtbar Netzwerke aufbauen und Mentoring aktiv einfordern – das ist kein Luxus, sondern Teil professioneller Arbeit. Und ich hätte mir früher öfter erlaubt, prototypisch zu arbeiten: Mutig Dinge zu testen, auch wenn sie noch nicht perfekt sind.

    Welchen Rat würdest du Mädchen und jungen Frauen geben, die eine wissenschaftliche Laufbahn anstreben?

    Sucht euch Themen, die euch wirklich packen – dann trägt euch die Neugier durch Phasen, in denen es zäh wird. Lernt, eure Arbeit sichtbar zu machen – auch in offenen Formaten. Übt früh, klar über Ressourcen zu sprechen: Zeit, Geld, Zugang, Betreuung. Traut euch, in Communitys zu gehen: Wissenschaft wird besser, wenn wir sie vernetzt und offen denken und wenn unterschiedliche Perspektiven aktiv in die Gestaltung einfließen.

    Ein Wunsch für die Zukunft von Frauen und Mädchen in der Wissenschaft …

    Ich wünsche mir eine Wissenschaft, in der Zugehörigkeit nicht erklärt werden muss: gleiche Chancen, gleiche Sicherheit, gleiche Sichtbarkeit – unabhängig vom Geschlecht. Und ich wünsche mir Strukturen, die Kooperation, Offenheit und nachhaltige Entwicklungen belohnen, statt nur kurzfristige Leuchttürme zu produzieren. Wenn wir Forschung offener, vernetzter und fairer organisieren, profitieren am Ende alle – und besonders jene, die heute noch zu oft ausgebremst werden.

    Frauen in der Wissenschaft – eine Blogreihe

    In der Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ werden Frauen an der TIB vorgestellt, die Einblicke in ihre wissenschaftlichen Wege, Rollenbilder und ihre Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag geben. Sie alle teilen ihre Perspektive und ihre Wünsche für die Zukunft der Wissenschaft und ermutigen andere Frauen, ihren Platz selbstbewusst einzunehmen.

    #LizenzCCBY40INT #OpenScienceLab #OpenScience #FrauenAnDerTIB #HochschuleHannover #FrauenInDerWissenschaft
  7. Frauen in der Wissenschaft: Dr. Anna-Lena Lorenz

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    Die Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ stellt Frauen aus der TIB vor, die Einblicke in ihre Wege und ihre persönlichen Erfahrungen in der Wissenschaft geben. Dr. Anna-Lena Lorenz studierte Physik an der Universität Bielefeld und arbeitet heute als Community-Managerin an der TIB. Dort ist sie für den Open Research Knowledge Graph (ORGK) und den Service ORKG Ask verantwortlich. Im Interview spricht sie über die Vielfalt des wissenschaftlichen Arbeitens, die Bedeutung von Austausch und Zusammenarbeit und warum es wichtig ist, sich nicht von Rollenbildern einschränken zu lassen.

    Dr. Anna-Lena Lorenz // Foto: TIB/C. Bierwagen

    Was fasziniert dich an der Arbeit in der Wissenschaft?

    Arbeit in der Wissenschaft ist keine stumpfe Routine. Die Aufgaben sind so vielfältig und ich habe so viel Freiraum, interessanten Themen nachzugehen und eigene Ideen und Lösungsansätze zu entwickeln. In der Wissenschaft habe ich viele nette Menschen mit ähnlichen Interessen kennengelernt und durch den internationalen Kontext Kontakt zu Kulturen und Perspektiven gehabt, mit denen ich mich sonst nie beschäftigt hätte.

    Was hättest du als Frau in der Wissenschaft gerne früher gewusst?

    Ich hätte gerne früher gewusst, dass es okay ist, Fragen zu stellen und es sogar dazugehört. Beim Gedanken an einen „Wissenschaftler“ habe ich früher immer das Klischeebild eines einsamen, meist männlichen, einzelgängerischen Genies gehabt, das die Antworten auf jede Frage selbst ergründen kann. Aber in Wirklichkeit ist Wissenschaft ganz viel Zusammenarbeit, sie lebt vom Austausch und unterschiedlichen Expertisen.

    Ich habe lange geglaubt, mich zwischen Weiblichkeit und Wissenschaft entscheiden zu müssen, weil mich meine eher weiblich gelesenen Interessen wie eine schlechtere Wissenschaftlerin wirken lassen würden und mein naturwissenschaftliches Interesse zu männlich wirken würde. Dabei spielt es für mein Verständnis von Daten gar keine Rolle, ob ich gerne Kleider trage und in meiner Freizeit gerne backe. Genauso wenig, wie es mich weniger zu einer Frau macht, dass ich Elementarteilchen und künstliche Intelligenz spannend finde.

    Welchen Rat würdest du Mädchen und jungen Frauen geben, die eine wissenschaftliche Laufbahn anstreben?

    Zweifelt niemals euren Platz an! Egal, ob es um einen Studienplatz, eine Stelle oder einen Vortrag bei einer renommierten Konferenz geht – ihr seid nicht hier, weil ihr eine Frau seid, sondern weil ihr gute Arbeit geleistet habt.

    Verbündet euch! Austausch mit Gleichgesinnten ist so wichtig. Freundinnen, die ebenfalls in der Wissenschaft arbeiten, sind natürlich super, aber auch sonst gibt es viele Möglichkeiten, sich auszutauschen, zum Beispiel über die vielen Netzwerke, die an Unis angeboten werden.

    Ein Wunsch für die Zukunft von Frauen und Mädchen in der Wissenschaft …

    Ich wünsche mir, dass der Spruch „Das ist aber ungewöhnlich für ein Mädchen“ ausstirbt. Es wäre schön, wenn in Büchern, Filmen und Serien öfter Frauen als Wissenschaftlerinnen, Hackerinnen oder Mechanikerinnen vorkommen würden, aber trotzdem nicht „männlich“ sein müssen.

    Frauen in der Wissenschaft – eine Blogreihe

    In der Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ werden Frauen an der TIB vorgestellt, die Einblicke in ihre wissenschaftlichen Wege, Rollenbilder und ihre Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag geben. Sie alle teilen ihre Perspektive und ihre Wünsche für die Zukunft der Wissenschaft und ermutigen andere Frauen, ihren Platz selbstbewusst einzunehmen.

    #LizenzCCBY40INT #ForschungUndEntwicklung #ORKG #Interview #FrauenAnDerTIB #ORKGAsk
  8. Each for Equal – der Internationale Frauentag 2025

    Der erste Internationale Frauentag wurde 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich, Bulgarien, der Schweiz und den USA begangen, nachdem er im Jahr zuvor auf der II. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen ins Leben gerufen wurde. Die Idee zu einem Frauen(streik)-Tag kam durch die US-amerikanische Sozialistin May Wood-Simons nach Europa. Clara Zetkin und Käte Duncker setzten sich auf dem Kongress dafür ein, dass dieser Tag auch in Europa Fuß fassen sollte.

    Anders als heute wurde dieser Tag jedoch nicht am 8. März begangen, sondern zunächst am 19. März. Die Wahl dieses Datums sollte den revolutionären Charakter des Frauentags unterstreichen, denn der nahegelegene 18. März war der Gedenktag für die in Berlin Gefallenen während der Revolution von 1848. In den Folgejahren fand der Frauentag an keinem festen Datum, sondern an wechselnden Daten statt, 1918 beispielsweise am 5. Mai, dem 100. Geburtstag von Karl Marx.

    Clara ZetkinKäte Duncker

    Erst 1921 erfolgte die endgültige Festlegung auf den 8. März zu Ehren der Rolle der Frauen in der Februarrevolution (Hinweis: der 23. Februar im julianischen Kalender entspricht dem 8. März im gregorianischen Kalender). In den Anfangsjahren wurde dieser Tag vor allem von der Sozialdemokratie und den Gewerkschaften getragen. Das beherrschende Thema war die Forderung nach dem freien, geheimen und gleichen Frauenwahlrecht.

    Mit der Erklärung des freien, geheimen aktiven und passiven Wahlrechtes für Männer und Frauen hatten Clara Zetkin und ihre Mitstreiterin ihr Ziel am 12. November 1918 erreicht. Im Januar 1919 konnten Frauen das erste Mal in Deutschland wählen und gewählt werden. Doch schnell stellte sich heraus, dass das Wahlrecht allein viele Probleme nicht lösen konnte. Vor allem das Thema Frauenarbeit rückte nun in die Aufmerksamkeit. Zentrale Forderungen waren unter anderem Arbeitsschutzgesetze, gleicher Anspruch auf Bildung, ausreichender Schutz für Mütter und Kinder, gleicher Lohn für gleiche Arbeit oder legaler Schwangerschaftsabbruch.

    Mit Hitlers Machtergreifung kam der Internationale Frauentag ab 1933 zum Erliegen und wurde umgehend verboten. Stattdessen gewann der schon in der Weimarer Republik begangene Muttertag an Bedeutung. Doch trotz des offiziellen Verbotes wurde der Frauentag auch in der Zeit des Nationalsozialismus weiter begangen, wenn auch nur im Privaten. Man lud sich an diesem Tag zu Kaffeekränzchen ein oder hing rote Stoffe oder Kleidungsstücke zum Lüften aus den Fenstern und an Wäscheleinen.

    Nach dem zweiten Weltkrieg änderten sich Durchführung und Thematik des Internationalen Frauentages erneut. In der DDR wurde er in Form staatlich gelenkter Feiern als „Tag der Frau“ begangen. Die Staats- und Parteiführung verlieh dabei jährlich die Clara-Zetkin-Medaille zur Würdigung von Initiativen und des Fleißes der Frauen.

    In der BRD hatte der Frauentag aufgrund seiner sozialistischen Geschichte einen schweren Stand. Er wurde nur von einer kleinen Minderheit begangen, die sich vor allem für Frieden und gegen die Wiederaufrüstung Westdeutschlands engagierte und geriet so gut wie in Vergessenheit. Erst in den 1980er Jahren gewann er durch die neue Frauenbewegung wieder an Bedeutung. Er wurde zunehmend zum Tag der feministischen Solidarität unter Frauen verschiedener Schicht, Herkunft und Generation. Doch es dauerte noch bis 1994, bis der Frauentag wieder als Protesttag (Frauenstreiktag) begangenen wurde – damals vor dem Hintergrund hoher Frauenarbeitslosigkeit und dem Abbau der Kinderbetreuung im Osten.

    Heute wird der Internationale Frauentag – auch Weltfrauentag – von Frauen unterschiedlicher politischer Richtungen gefeiert und ist ein gesetzlicher Feiertag in 28 Staaten (in Deutschland nur in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern). Seit die UN-Generalversammlung 1977 mit einer Resolution alle Staaten dazu aufforderte, einen Tag im Jahr zum „Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ zu erklären, steht er unter jährlich wechselnden Schwerpunktthemen. So lag der Fokus in den letzten Jahren auf besserer Bildung für Mädchen, mehr Beteiligung von Frauen an politischen Entscheidungsprozessen oder besseren Lebensverhältnissen für Frauen in ländlichen Regionen.

    Aus Anlass des 114. Internationalen Frauentages haben wir an verschieden TIB-Standorten Themenregale erstellt. Dort präsentieren wir jeweils ausgewählte Titel zum Thema, die auch ausgeliehen werden können. Die Zusammenstellung wird sich daher im Lauf der Zeit immer wieder ändern.

    Am Standort TIB Conti-Campus präsentieren wir im Lesesaal des 1. OG ein gemeinsames Themenregal des Fachbestandes Wirtschaft (FBW) und des Fachbestandes Rechtswissenschaften (FBR).

    Im 4. OG befindet sich das Themenregal des Fachbestandes Literaturwissenschaften (FBL), im 5. OG das Themenregal der Erziehungswissenschaften (FBE).

    Themenregal der ErziehungswissenschaftenThemenregal des Fachbestandes WirtschaftThemenregal des Fachbestandes Literaturwissenschaften

     

    Für die eigene Recherche zum Thema Frauenwelttag bzw. Frauenrecht, Gender Studies unter weiterer verwandter Themen empfehlen unsere Fachreferent:innen folgende Systemstellen in unseren Fachbeständen:

    TIB-StandortThemengebietTIB Conti-Campus FBWoek 1559 (Frauen, Genderforschung) oek 1580 (Diskriminierung in der Arbeitswelt) oek 1620 (Lohn einzelner Arbeitnehmergruppen)TIB Conti-Campus FBESoz 682-694 (Frauenforschung. Gender Studies) The 946.5  (Feministische Theologie)TIB Conti-Campus FBRjur 267 (Reproduktionsmedizin – Bioethik) jur 019 (feministische Rechtswissenschaft) jur 068.9 (Völkerrecht – Menschenrechte) jur 874.8 (Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung)TIB Conti-Campus FBLCR 367 (Frauen, Weiblichkeit) GL 495 (Frauen in der Literatur) FE 321 (Frauen, Feminismus)TIB SozialwissenschaftenP (Frauenforschung, Männerforschung, Gender Studies)TIB Philosophie/GeschichteHist 6260-6269 (Soziale Gruppen und Beziehungen, Geschlechter)

    Die Standorte TIB Sozialwissenschaften und TIB Philosophie/Geschichte haben ihre Themenregale ebenfalls anlässlich des Internationalen Frauentages neu bestückt.

    Themenregal am TIB-Standort Sozialwissenschaften

    Ein ebenfalls zu diesem Tag passender Literaturtipp ist die Geschichte zweier Bibliothekarinnen der Bibliothek der Technischen Hochschule Hannover, einer Vorgänger-Institution der heutigen TIB. Das sehr gut recherchierte Werk stellt eindrucksvoll die Karrierewege von Elisabeth Boedeker und Dr. Elisabeth Weber in der Zeit zwischen Weimarer und Bonner Republik dar und ist mit der Signatur Hist N 8829/145 am Standort TIB Philosophie/Geschichte zu finden.

    Und wer jetzt noch mehr wissen möchte: Die TIB sie engagiert sich mit ihrem Dienst „Preservation-as-a-Service“ für den Erhalt und die Langzeitarchivierung des Digitalen Deutschen Frauenarchivs (DDF). Die verschiedenen Sammlungen des DDF werden darüber hinaus in mehreren Beiträgen der TIB-Blogreihe „Feministische Geschichte langfristig bewahren“ vorgestellt.

     

    #LizenzCCBY40INT #DigitalesDeutschesFrauenarchiv #FrauenAnDerTIB #InternationalerFrauentag

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