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#forschungundentwicklung — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #forschungundentwicklung, aggregated by home.social.

  1. :GermanZero: Schaue dir das an! So geht Forschung und Entwicklung! Das ist Technologieoffenheit! Warum dauert das bei uns so lang?
    :GermanZero:
    Na ja, dem Klima ist es eigentlich egal, wer es rettet :GermanZero:

    Wäre nur schön gewesen, das hier alles auch bei uns zu vereinen:
    - Unabhängigkeit von autokratischen Staaten
    - günstige, nachhaltige, saubere Energie
    - Arbeitsplätze
    :GermanZero:

    spiegel.de/mobilitaet/auto/cat

    #CATL #VerkehrsWende #Elektromobilität #ForschungUndEntwicklung #Forschung #Entwicklung #Speicher #Batterien #CDU #CSU #Verbrenner_Aus #ErneuerbareEnergie

  2. Students @ TIB: Theorie trifft Praxis – neue spannende Themen für Qualifizierungsarbeiten an der TIB

    Die TIB ist nicht nur Universitätsbibliothek, sondern auch Forschungseinrichtung mit fachlichen Schwerpunkten wie Data Science & Digital Libraries, Scientific Data Management, Visual Analytics, nicht-textuellen Materialien und Open Science. Studierende einschlägiger Fachbereiche haben die Möglichkeit, ihre Qualifikationsarbeiten oder Praktika mit direktem Bezug zu aktuellen Forschungsprojekten der TIB zu absolvieren. Die aktualisierte Seite Students @ TIB gibt einen strukturierten Überblick möglicher Themen, die TIB-Mitarbeiter:innen für Studierende dort eingestellt haben.

    Bei der Überarbeitung der Seite wurde sichergestellt, dass sie klar verständlich und gegliedert, auf mobilen Endgeräten nutzbar ist sowie aktuelle Themenvorschläge der TIB-Mitarbeiter:innen enthält. Außerdem wird die Seite fortan zweisprachig geführt: auf Deutsch und Englisch.

    Anlass der Überarbeitung war, dass das Joint Lab Future Libraries & Research Data, die Einrichtung an der Schnittstelle zwischen der TIB und der Hochschule Hannover (HsH) die Pflege der Seite übernommen hat. Auch wenn das Joint Lab primär die Schnittstelle zur HsH betreut, sind ausdrücklich auch Studierende der Leibniz Universität Hannover (LUH) und anderer Hochschulen und Universitäten eingeladen, das Angebot zu nutzen.

    Haus-, Bachelor-, Masterarbeit, Promotion oder ein Praktikum an der TIB

    Studierende, die eine Haus-, Bachelor-, Masterarbeit, Promotion oder ein Praktikum planen, können sich eines der beschriebenen Angebote aussuchen und die angegebenen Kontaktpersonen anschreiben. Neben den auf der Seite skizzierten Ideen sind auch eigene Themen willkommen. Ein Blick auf die Webseiten der Forschungsgruppen und Labs kann helfen, relevante Ansprechpersonen zu finden.

    Der Neustart der Seite fördert die bessere Vernetzung zwischen Hochschulen sowie zwischen Studierenden, Lehrenden und Forschenden. Die Mitarbeiterinnen des Joint Labs und die gesamte TIB freuen sich, wenn das Angebot (weiterhin) rege genutzt wird und auf diesem Wege interessante studentische Arbeiten entstehen. In der Vergangenheit haben sich so auch schon längerfristige Zusammenarbeiten ergeben.

    Ein Aufruf an TIB-Mitarbeiter:innen

    Mitarbeiter:innen der TIB, die eine Idee für eine Qualifikationsarbeit oder ein Praktikumsangebot haben, können diese jederzeit eigenständig auf der Students-@-TIB-Wiki-Seite eintragen. Das Template für Angebote ist am Seitenende zu finden. Bei Fragen können die Mitarbeiterinnen des Joint Labs kontaktiert werden.

    Kontakt

    Joint Lab Future Libraries & Research Data

    Dr. Nina Düvel, Hochschule Hannover: [email protected]

    Franziska Altemeier, TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek: [email protected]

    Joint Lab Future Libraries & Research Data

    #Studium #studentsTib #Abschlussarbeit #LizenzCCBY40INT #ForschungUndEntwicklung #Ausbildung #Themensammlung
  3. Frauen in der Wissenschaft: Prof. Dr. Maria-Esther Vidal

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    Die Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ stellt Frauen aus der TIB vor, die Einblicke in ihre Wege und ihre persönlichen Erfahrungen in der Wissenschaft geben. Prof. Dr. Maria-Esther Vidal studierte Informatik an der Universidad Simón Bolívar in Caracas (Venezuela). Heute leitet sie die Forschungsgruppe Scientific Data Management an der TIB und ist Professorin an der Leibniz Universität Hannover sowie Mitglied des Forschungszentrums L3S. Im Interview spricht sie über das Privileg, junge Wissenschaftler:innen auf ihrem Weg begleiten zu dürfen, über Neugierde in der Wissenschaft und Vielfalt als Stärke.

    Prof. Dr. Maria-Esther Vidal // Foto: TIB/C. Bierwagen

    Was fasziniert dich an der Arbeit in der Wissenschaft?

    Was mich an der Wissenschaft fasziniert, ist die Möglichkeit, Neugierde in Wissen mit echter Wirkung umzuwandeln. Ich finde es spannend, Ideen aus verschiedenen Disziplinen miteinander zu verbinden und zu sehen, wie abstrakte Konzepte letztendlich dazu beitragen können, das Leben der Menschen zu verbessern.

    Abgesehen von den wissenschaftlichen Entdeckungen selbst ist für mich einer der lohnendsten Aspekte der Wissenschaft, dass ich mit vielen Nachwuchswissenschaftler:innen zusammenarbeiten und sie bei ihrer Entwicklung  die Begleitung ihrer Entwicklung zu unabhängigen Forschern begleiten kann.

    Was hättest du als Frau in der Wissenschaft gerne früher gewusst?

    Ich hätte gerne früher gewusst, dass Grenzen selten feststehen. Viele von ihnen verschwinden in dem Moment, in dem man aufhört, sie als real zu betrachten.

    Welchen Rat würdest du Mädchen und jungen Frauen geben, die eine wissenschaftliche Laufbahn anstreben?

    Folgt eurer Neugier und vertraut auf eure Denkweise. Glaubt an euch selbst und kämpft für eure Träume. Wartet nicht darauf, dass man euch erlaubt, Raum einzunehmen, Fragen zu stellen und euren eigenen Weg zu gehen – die Wissenschaft braucht vielfältige Perspektiven.

    Ein Wunsch für die Zukunft von Frauen und Mädchen in der Wissenschaft …

    Mein Wunsch ist eine Zukunft, in der Frauen und Mädchen ohne unsichtbare Barrieren Wissenschaft betreiben können, in der Ideen und Talent wichtiger sind als Erwartungen und in der Vielfalt als Stärke angesehen wird.

    Frauen in der Wissenschaft – eine Blogreihe

    In der Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ werden Frauen an der TIB vorgestellt, die Einblicke in ihre wissenschaftlichen Wege, Rollenbilder und ihre Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag geben. Sie alle teilen ihre Perspektive und ihre Wünsche für die Zukunft der Wissenschaft und ermutigen andere Frauen, ihren Platz selbstbewusst einzunehmen.

    #Forschung #ScientificDataManagement #Interview #LizenzCCBY40INT #ForschungUndEntwicklung #DataScience
  4. Frauen in der Wissenschaft: Dr. Anna-Lena Lorenz

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    Die Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ stellt Frauen aus der TIB vor, die Einblicke in ihre Wege und ihre persönlichen Erfahrungen in der Wissenschaft geben. Dr. Anna-Lena Lorenz studierte Physik an der Universität Bielefeld und arbeitet heute als Community-Managerin an der TIB. Dort ist sie für den Open Research Knowledge Graph (ORGK) und den Service ORKG Ask verantwortlich. Im Interview spricht sie über die Vielfalt des wissenschaftlichen Arbeitens, die Bedeutung von Austausch und Zusammenarbeit und warum es wichtig ist, sich nicht von Rollenbildern einschränken zu lassen.

    Dr. Anna-Lena Lorenz // Foto: TIB/C. Bierwagen

    Was fasziniert dich an der Arbeit in der Wissenschaft?

    Arbeit in der Wissenschaft ist keine stumpfe Routine. Die Aufgaben sind so vielfältig und ich habe so viel Freiraum, interessanten Themen nachzugehen und eigene Ideen und Lösungsansätze zu entwickeln. In der Wissenschaft habe ich viele nette Menschen mit ähnlichen Interessen kennengelernt und durch den internationalen Kontext Kontakt zu Kulturen und Perspektiven gehabt, mit denen ich mich sonst nie beschäftigt hätte.

    Was hättest du als Frau in der Wissenschaft gerne früher gewusst?

    Ich hätte gerne früher gewusst, dass es okay ist, Fragen zu stellen und es sogar dazugehört. Beim Gedanken an einen „Wissenschaftler“ habe ich früher immer das Klischeebild eines einsamen, meist männlichen, einzelgängerischen Genies gehabt, das die Antworten auf jede Frage selbst ergründen kann. Aber in Wirklichkeit ist Wissenschaft ganz viel Zusammenarbeit, sie lebt vom Austausch und unterschiedlichen Expertisen.

    Ich habe lange geglaubt, mich zwischen Weiblichkeit und Wissenschaft entscheiden zu müssen, weil mich meine eher weiblich gelesenen Interessen wie eine schlechtere Wissenschaftlerin wirken lassen würden und mein naturwissenschaftliches Interesse zu männlich wirken würde. Dabei spielt es für mein Verständnis von Daten gar keine Rolle, ob ich gerne Kleider trage und in meiner Freizeit gerne backe. Genauso wenig, wie es mich weniger zu einer Frau macht, dass ich Elementarteilchen und künstliche Intelligenz spannend finde.

    Welchen Rat würdest du Mädchen und jungen Frauen geben, die eine wissenschaftliche Laufbahn anstreben?

    Zweifelt niemals euren Platz an! Egal, ob es um einen Studienplatz, eine Stelle oder einen Vortrag bei einer renommierten Konferenz geht – ihr seid nicht hier, weil ihr eine Frau seid, sondern weil ihr gute Arbeit geleistet habt.

    Verbündet euch! Austausch mit Gleichgesinnten ist so wichtig. Freundinnen, die ebenfalls in der Wissenschaft arbeiten, sind natürlich super, aber auch sonst gibt es viele Möglichkeiten, sich auszutauschen, zum Beispiel über die vielen Netzwerke, die an Unis angeboten werden.

    Ein Wunsch für die Zukunft von Frauen und Mädchen in der Wissenschaft …

    Ich wünsche mir, dass der Spruch „Das ist aber ungewöhnlich für ein Mädchen“ ausstirbt. Es wäre schön, wenn in Büchern, Filmen und Serien öfter Frauen als Wissenschaftlerinnen, Hackerinnen oder Mechanikerinnen vorkommen würden, aber trotzdem nicht „männlich“ sein müssen.

    Frauen in der Wissenschaft – eine Blogreihe

    In der Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ werden Frauen an der TIB vorgestellt, die Einblicke in ihre wissenschaftlichen Wege, Rollenbilder und ihre Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag geben. Sie alle teilen ihre Perspektive und ihre Wünsche für die Zukunft der Wissenschaft und ermutigen andere Frauen, ihren Platz selbstbewusst einzunehmen.

    #LizenzCCBY40INT #ForschungUndEntwicklung #ORKG #Interview #FrauenAnDerTIB #ORKGAsk
  5. Innovationsprojekte geplant? 2026 wird die Forschungszulage zum Wachstumsbooster: höhere Fördersummen dank angehobener Bemessungsgrundlage, 20 % Pauschale für Gemein- und Betriebskosten und besser vergütete Eigenleistungen. Besonders spannend auch für KMU, die in Forschung und Entwicklung investieren.

    Mehr im Artikel von Mario Rembold: laborjournal.de/editorials/342

    #Forschungszulage #ForschungUndEntwicklung #SteuerlicheForschungsförderung #Innovation #KMU #LifeSciences #Laborjournal

  6. Kennt Ihr schon unsere MEZIS Faktenblätter aus der Reihe „Märchen der Pharmaindustrie“?

    „Sind neue Arzneimittel wirklich so teuer, weil die Kosten für Forschung und Entwicklung (F&E) so hoch sind?“

    So wird es gerne und oft erklärt. Aber stimmt das tatsächlich? Wir haben nachgefragt und nachgedacht.

    So viel sei verraten, Abbvie hat in den Jahren 2013-2018 für F&E etwa 2,5 Mrd. US-Dollar ausgegeben, für Marketing 4,4 Mrd. US-Dollar und für Dividenden sowie Aktienrückkäufe 50 Mrd. US-Dollar... Noch Fragen?

    Dann gerne mehr dazu in unserem Faktenblatt: MEZIS-Faktenblatt_Teure-Arzneimittel-wegen-Kosten-FE_2023.pdf

    #mezisfaktenblatt arzneimittelpreise #arzneimittel #pharmaindustrie #forschungundentwicklung #medikamente

  7. Frag die Quantenphysik – KI auf der Suche nach Antworten in physikalischer Literatur

    Die Quantenphysik ist eines der faszinierendsten Forschungsfelder unserer Zeit. So ist es nicht verwunderlich, dass auch einhundert Jahre nach ihrer Begründung weiter viel publiziert wird. Von Grundlagenforschung bis zur Anwendung, von Quantenverschränkung bis Qbits: Allein im Quantenjahr 2025 verzeichnet arXiv bislang über 6.000 Veröffentlichungen zur Quantenphysik.

    Während die Forschung in den letzten hundert Jahren gewaltige Fortschritte gemacht hat, hat sich die Art, neue Erkenntnisse zu kommunizieren kaum verändert. Noch immer wird Wissen in Artikeln festgehalten eine Kommunikationsform von Menschen für Menschen, die nur wenig Raum für maschinelle Unterstützung lässt. Die Nachteile dieses dokumentenzentrierten Informationsflusses sind deutlich spürbar. Gesucht wird Wissen, gefunden werden Dokumente. Der Open Research Knowledge Graph (ORKG) schafft auf verschiedenen Ebenen Abhilfe.

    ORKG Ask – schneller Einstieg in ein neues Forschungsthema

    Einen besonders nutzerfreundlichen Zugang ermöglicht der KI-Assistent ORKG Ask. Forschenden können ihre Fragen in natürlicher Sprache stellen und erhalten eine Antwort aus fast 80 Millionen Open-Access-Veröffentlichungen. Zusätzlich zur synthetisierten Kurzzusammenfassung zeigt ORKG Ask eine tabellarische Übersicht der relevantesten Veröffentlichungen an.

    Auf die Frage „How can hybrid classical-quantum algorithms be optimized for performance on NISQ devices?“ antwortet Ask beispielsweise folgendermaßen:

    ORKG Ask gibt eine drei bis fünf Sätze umfassende Kurzantwort auf gestellte Fragen.

    Tabellenansicht in ORGK Ask

    Detailansicht in ORKG Ask

    Die Detailansicht beinhaltet eine Tabelle mit den wichtigsten Veröffentlichungen und deren Inhalten. Anschließend können Forschende nach Erscheinungsjahr, Anzahl der Zitierungen oder nach bestimmten Autor:innen filtern.

    Derzeit arbeiten wir an einer mehrsprachlichen Ausgabe sowie an einer Anpassung der Antwort an das Vorwissen der Nutzenden. So können zukünftig nicht nur Forschende, sondern auch die interessierte Öffentlichkeit ihre Fragen an die Quantenphysik und viele weitere wissenschaftliche Themen stellen.

    Wissensgraphen – maschinenlesbare Informationen

    Während ORKG Ask einen guten Einstieg in ein Forschungsthema darstellt, geht der Wissensgraph den nächsten Schritt. Hier können Forschende das Wissen relevanter Publikationen aus den Artikeln in PDF-Form befreien und in eine maschinenlesbare Form übersetzen. Kernideen, Methoden, Datensätze und Ergebnisse werden dabei nicht nur erfasst, sondern präzise miteinander in Beziehung gesetzt. So wird sichtbar, welche Paper ähnliche Fragestellungen behandeln, wo methodische Unterschiede bestehen oder welche Experimente vergleichbare Resultate erzielt haben.

    Der ORKG macht es möglich, komplexe Inhalte semi-automatisch zu vergleichen und anschließend nachzunutzen. Ein Beispiel dafür ist der folgende Vergleich, den ein Nutzer zum Thema „Transition energies of highly charged ions (HCI) produced in an electron beam ion trap (EBIT), for the purpose of Quantum Electrodynamic (QED) studies“ angelegt hat: https://orkg.org/comparison/R221781. Hier wurden insgesamt 13 Forschungsbeiträge verglichen. Die entstandene Tabelle kann nun beispielsweise mit dem ORKG Pythonpaket abgerufen und für eigene Arbeiten verwendet werden.

    Die Inhalte des Wissensgraphen werden von Forschenden selbst eingebracht und kollaborativ bearbeitet.

    Mithilfe gesucht – Aufbau einer Wissensbasis für die Quantenphysik

    Im Quantenjahr 2025 hoffen wir, die Wissensbasis des ORKG auf dem Gebiet der Physik weiter ausbauen zu können. Dafür hoffen wir auf die Mithilfe interessierter Physiker:innen bei der Kuratierung von Inhalten. Wer sich intensiver mit dem ORKG auseinandersetzen möchte, hat derzeit noch bis zum 11. Mai 2025 die Gelegenheit, sich auf unsere Curation Grants zu bewerben. Aber auch darüber hinaus sind wir immer an einer Zusammenarbeit interessiert. Zu erreichen ist das Team des ORKG unter [email protected]

    #ORKG #Wissensgraph #KI #ORKGAsk #LizenzCCBY40INT #ForschungUndEntwicklung

  8. Dr. Ricardo Perez-Alvarez über den Einklang von Landwirtschaft und Natur

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    Ein Landschaftsökologe an der Universität Gießen lässt seine Neugier auf die Natur in seine Forschung einfließen.

    „Ich bin fasziniert davon, wie die Natur funktioniert“, sagt Perez-Alvarez. „für mich ist sie eine Art Puzzle, bei dem man versucht, die Teile zusammenzusetzen.“

    Derzeit arbeitet Dr. RicardoPerez-Alvarez an der Lösung eines der kniffligsten Rätsel unserer Zeit. Nämlich: Wie können wir genug Lebensmittel produzieren, um eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, ohne die natürlichen Systeme, die uns erhalten, zu schädigen? Um diese Frage anzugehen, versucht Perez-Alvarez die verschiedenen Rollen zu verstehen, die Insekten auf Farmen spielen. Obwohl sie klein sind, haben sie einen unverhältnismäßig großen Einfluss auf die Lebensmittelproduktion.

    Perez-Alvarez bei der Probenahme von Schadinsekten in einem Kohlfeld. Foto: Ricardo Perez-Alvarez

    „[Insekten] sind von entscheidender Bedeutung, insbesondere in landwirtschaftlichen Systemen, nicht nur als Lieferanten nützlicher Prozesse wie der Bestäubung, sondern auch, weil sie Schädlinge sind“, erklärt Perez-Alvarez. „Und der vielleicht bekannteste Schaden für Landwirt:innen sind Ernteschäden durch Schadinsekten.“

    Schädlinge können mehr als ein Drittel der jährlich produzierten Ernte vernichten, und diese Verluste werden voraussichtlich zunehmen, wenn sich unser Klima weiter erwärmt. Insektizide sind der vorherrschende Ansatz zur Bekämpfung dieser Schädlinge, aber sie stellen eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar und können mit der Zeit an Wirksamkeit verlieren. Aus diesem Grund erforschen Wissenschaftler:innen wie Perez-Alvarez nachhaltige Strategien zur Insektenbekämpfung, die sowohl den Landwirt:innen als auch der Umwelt zugutekommen.

    Das Gesamtbild betrachten

    Der Schlüssel zur Entwicklung solcher Strategien liegt darin, über einzelne Felder hinauszuschauen und zu verstehen, wie Agrarlandschaften in einem größeren Maßstab organisiert sind. „Wenn man an ein landwirtschaftliches Feld denkt, ist dieses Feld von anderen Lebensräumen umgeben“, sagt Perez-Alvarez. ”Die verschiedenen Lebensräume, die ein landwirtschaftliches Feld umgeben, beeinflussen in gewisser Weise die Prozesse, die auf diesem Feld ablaufen.“ Sobald wir verstehen, wie Agrarlandschaften Schädlinge in der Landwirtschaft beeinflussen, haben wir die Möglichkeit, sie so zu gestalten, dass die Schädlingspopulationen reduziert werden.

    Die Forschung nach Hause bringen

    Perez-Alvarez und ein mitwirkender Landwirt besprechen die Durchführung eines Feldversuchs. Foto: Ricardo Perez-Alvarez

    Derzeit bemüht sich Perez-Alvarez um die Finanzierung eines Großprojekts in seinem Heimatland Kolumbien, um diese Fragen in Viehzuchtsystemen zu untersuchen. Um Platz für Nutztiere zu schaffen, werden einheimische Wälder oft in Weideflächen umgewandelt. Dieser Prozess ist einer der Hauptgründe für die Entwaldung in den Tropen, aber die Nutztierhaltung ist auch eine wichtige Lebensgrundlage für viele Kleinbauern und -bäuerinnen in Kolumbien. Um die Viehzucht in Kolumbien nachhaltiger zu gestalten, gibt es eine wachsende Bewegung, Bäume wieder auf Viehweiden einzuführen.

    Die Umgestaltung von Weiden mit Bäumen bietet den Rindern dringend benötigten Schatten und kann auch verschiedene Arten von Vegetation für die Beweidung unterstützen. Die Bäume können auch als Trittsteine für die Tierwelt dienen und dabei helfen, verschiedene Lebensräume in einer Landschaft miteinander zu verbinden. Das von Perez-Alvarez vorgeschlagene Projekt soll untersuchen, ob und wie diese verbesserte Vernetzung gesündere Weiden für das Vieh schaffen und gleichzeitig die Biodiversität und natürliche Lebensräume wie Wälder schützen kann. Er hofft, dass seine Forschung Landwirt:innen Mittel an die Hand gibt, um ihre Lebensgrundlagen nachhaltiger und profitabler zu gestalten.

    „Meine Forschung ist nicht nur ein Spielplatz für mich, sondern kann auch wirklich dazu beitragen, unsere Welt zu einer besseren Welt zu machen. Natürlich nur im Kleinen. Aber wenn ich meine Zeit und mein Fachwissen einbringen kann, um unsere Welt zu einem besseren Ort zu machen, würde mich das wirklich glücklich machen.“

    [Dieser Artikel ist Teil einer gelegentlichen Serie, in der wir Forschende vorstellen, die uns dabei helfen, reborn Artikel zu entwickeln, die wissenschaftliche Erkenntnisse für Menschen und Maschinen nutzbar machen. Hier können Sie den reborn Artikel von Ricardo Perez-Alvarez über die Wiedergeburt einsehen: https://doi.org/10.48366/a8z1y877]

    Drei Fragen zu Reborn-Articles

    Was hat dich zur Beschäftigung mit Reborn-Artikeln motiviert?

    Als ich zum ersten Mal von Reborn Articles hörte, arbeitete ich gerade an einer Metaanalyse. Nachdem ich selbst erlebt hatte, wie schwierig es ist, große Datenmengen zu finden und zu extrahieren, wollte ich unbedingt erfahren, wie dieser Ansatz diese Prozesse optimieren könnte. Außerdem scheint die Idee, einen neuen Standard für wissenschaftliche Veröffentlichungen zu setzen, nicht nur wichtig zu sein, um sicherzustellen, dass die Wissenschaft transparent und reproduzierbar ist, sondern auch in einer Zeit, in der es so viele Informationen und wenig Zeit gibt, all diese Informationen zu verarbeiten und zu verdauen, von entscheidender Bedeutung zu sein.

    Wie könnte der Ansatz deine zukünftige Forschung beeinflussen?

    Ich sehe zwei Auswirkungen auf meine Arbeit. Erstens kann ich meine eigene Forschung der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung stellen und dazu beitragen, die Wissenschaft transparenter und reproduzierbarer zu machen. Und zweitens, als jemand, der Informationen aus veröffentlichten Artikeln neu analysiert, um allgemeine oder globale Muster zu erforschen, wird mir ein Tool, das die Erfassung dieser Informationen einfacher und zuverlässiger macht, dabei helfen, mich auf die wichtigen ökologischen Fragen zu konzentrieren, anstatt meine Zeit mit der Qualitätskontrolle der von mir gesammelten Informationen zu verbringen.

    Wie können wir deiner Meinung nach den „Reborn-Ansatz“ verbessern und die Verbreitung in der Wissenschaftscommunity fördern?

    Die Umsetzung dieses Ansatzes erfordert Verhaltensänderungen in der wissenschaftlichen Gemeinschaft, was immer schwer zu erreichen ist. Die wissenschaftliche Gemeinschaft kann überraschend zögerlich sein, wenn es um Veränderungen geht. Ein deutliches Beispiel dafür ist, dass wir Artikel immer noch auf die gleiche Weise veröffentlichen wie vor 200 Jahren. Ich denke jedoch, dass Wissenschaftler:innen immer mehr die Notwendigkeit von Reproduzierbarkeit und Transparenz erkennen.

    Daher halte ich es für einen notwendigen ersten Schritt, mehr Beispiele für den Ansatz zu zeigen, der in Artikeln aus verschiedenen Forschungsbereichen umgesetzt wird. Je mehr Reborn-Artikel es gibt, desto nützlicher wird das Tool. Neue Autor:innen davon zu überzeugen, Reborn-Artikel zu veröffentlichen, wird ein wichtiger Schritt in diese Richtung sein. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, mit den Herausgebenden von Fachzeitschriften zusammenzuarbeiten, um die Standards für Veröffentlichungen zu erhöhen. Auch wenn einige Fachzeitschriften bereits von den Autor:innen verlangen, ihre Daten und ihren Code zu veröffentlichen, gibt es immer noch eine beträchtliche Anzahl von Veröffentlichungen ohne Daten oder Code, oder der bereitgestellte Code ist nicht vollständig reproduzierbar.

    Quelle

    Stocker, M., Snyder, L., Anfuso, M., Ludwig, O., Thießen, F., Farfar, K. E., Haris, M., Oelen, A., & Jaradeh, M. Y. (2024). Rethinking the production and publication of machine-reusable expressions of research findings (Version 1). arXiv. https://doi.org/10.48550/ARXIV.2405.13129 (pre-print)

    #LizenzCCBY40INT #ForschungUndEntwicklung #ORKG #openness #rebornArticle

  9. Leibniz Data Manager (LDM): Wie sich Forschungsdaten effektiv managen lassen

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    Wissenschaftliche Entdeckungen basieren auf gut strukturierten, leicht zugänglichen und wiederverwendbaren Forschungsdaten. Forschende stehen jedoch häufig vor Herausforderungen wie nicht miteinander verbundenen Datensätzen, inkonsistenten Metadaten und zeitaufwändiger Datenaufbereitung.

    Der Leibniz Data Manager (LDM) bietet eine leistungsstarke, FAIR-konforme Plattform für das Forschungsdatenmanagement. Durch die Nutzung von Wissensgraphen (Knowledge Graphs, KGs) strukturiert und verknüpft der LDM Forschungsdaten, sodass sie auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar (FAIR) sind. Zudem integriert er KI-gestützte Methoden zur Anreicherung von Metadaten und zur Wissenserschließung, wodurch der Wert von Forschungsdaten gesteigert und deren Nutzung erleichtert wird.

    Warum sollten Forschende den LDM nutzen?

    Angesichts des steigenden Bedarfs an maschinenlesbaren, interoperablen und strukturierten Forschungsdaten bietet der LDM eine leistungsstarke Lösung für Forschende, Datenmanager:innen und Institutionen. Ob es um die Exploration von Datensätzen, die Anreicherung von Metadaten oder die Verknüpfung von Wissen über verschiedene Disziplinen hinweg geht – der LDM macht das Forschungsdatenmanagement intelligenter und effizienter.

    Was macht den LDM einzigartig?

    LDM ermöglicht es Forschern, über rein statische Repositories hinauszugehen, und zwar durch:

    • Strukturierung von Forschungsdaten mit Wissensgraphen: Im Gegensatz zu traditionellen Datenbanken stellen Wissensgraphen Daten und deren Bedeutungszusammenhänge als Knoten und Verbindungen dar. Dies ermöglicht intelligentere und flexiblere Such- und Explorationsmöglichkeiten.
    • Integration der FAIR Data Principles: Der LDM gewährleistet, dass Datensätze standardisierte Metadatenmodelle nutzen, wodurch sie leichter auffindbar, verknüpfbar und interdisziplinär wiederverwendbar sind.
    • Unterstützung von KI-gestützter Metadatenanreicherung

    Mithilfe von Entity-Linking-Techniken verbindet der LDM Datensätze automatisch mit externen Wissensquellen wie Wikidata oder dem Open Research Knowledge Graph (ORKG). Dadurch verbessert sich die Vollständigkeit und Auffindbarkeit der Daten erheblich.

    Hauptmerkmale des LDM

    • FAIR-konformes Metadatenmanagement: Durch die Anwendung strukturierter Vokabulare wie DCAT und DataCite stellt der LDM sicher, dass Datensätze mit klar definierten Metadaten versehen sind.
    • Federated Search Across Knowledge Graphs: Forschende können Datensätze über verschiedene Quellen wie ORKG und Wikidata hinweg durchsuchen und verknüpfen.
    • Entity Linking & Metadatenanreicherung: Der LDM erkennt automatisch relevante Begriffe und Konzepte, wodurch Metadaten erweitert und Datensätze besser beschrieben werden.
    • Vergleich und Visualisierung von Datensätzen: Unterschiede zwischen Datensätzen werden hervorgehoben, sodass Forschende Zusammenhänge zwischen verschiedenen Quellen analysieren können.
    • Live Code Execution: Dank der Integration von Jupyter Notebooks können Daten direkt innerhalb der Plattform analysiert und verarbeitet werden.
    • Open Source und skalierbare Bereitstellung: Der LDM ist als Open-Source-Lösung verfügbar und kann flexibel per Docker-Container implementiert werden.
    • Anpassbare Instanzen: Forschungseinrichtungen und Projekte können den LDM individuell an ihre spezifischen Arbeitsabläufe und Anforderungen anpassen.

    LDM ist öffentlich zugänglich unter Leibniz Data Manager

    Das LDM-Team

    Entwickler und Forscher: Mauricio Brunet, Enrique Iglesias, Dr. Ariam Rivas, Philipp D. Rohde, Dr. Ahmad Sakor, Samer Sakor
    Projektverantwortliche: Dr. Angelina Kraft, Prof. Dr. Maria-Esther Vidal
    LDM-Instanzen und Bereitstellung: Susanne Arndt, Mathias Begoin
    Medien und Grafiken: Gabriela Ydler

    #ForschungUndEntwicklung #DataScience #Forschungsdatenmanagement #Forschungsdaten #LeibnizDataManager

  10. Ein Meeresbiologe richtet seinen Blick gen Himmel

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    Alberto Piñas Engagement für die Forschung zum Schutz von Seevögeln in seinem Heimatland Mexiko erforderte Durchhaltevermögen. Sein Rat für die nächste Generation von Naturschützenden: „Gebt nicht auf.“

    Alberto Piña hält das Küken eines Rotschnabel-Tropikvogels während einer Feldexpedition auf der Peña Blanca Islet, Colima (Mexiko). Foto: Alberto Piña Ortiz

    Als Bachelorstudent der Meeresbiologie an der Universidad del Mar in Mexiko war Alberto Piña von Seevögeln fasziniert:

    „Ich entdeckte, wie unglaublich vielfältig diese Gruppe ist. Vögel findet man in so vielen Lebensräumen – im Meer, in Küstenregionen, Wüsten, Bergen – und sie unterscheiden sich enorm in Farbe und Größe. Selbst wenn man nur über Seevögel spricht: Sie sind in den Ozeanen von den Polen bis zu den Tropen weltweit verbreitet. Es ist erstaunlich, wie vielfältig und beeindruckend diese Tiere sind.“

    Seine akademischen Betreuer teilten seine Begeisterung für Seevögel jedoch nicht und bestanden darauf, dass diese nicht als Meereslebewesen gelten. Doch Piña konnte sich nicht mehr von ihnen lösen.

    Obwohl er gerade erst am Anfang seiner wissenschaftlichen Laufbahn stand, war er überzeugt, dass Seevögel eine wichtige Rolle in marinen Ökosystemen spielen, und war fest entschlossen, Forschende zu finden, die seine Sichtweise teilten.

    Im Jahr 2010 führte seine Suche ihn zu Professor Guillermo Fernández an der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM), dessen Labor Wasservögel untersucht. Dort traf Piña auf Dr. Alfredo Castillo-Guerrero, einen der wenigen mexikanischen Forscher, die sich mit Seevögeln beschäftigen. „Im Grunde war er wie ein Mentor, den man früh in seiner Karriere findet“, sagt Piña.

    Während Piñas Bachelor- und Masterstudium arbeiteten die drei an mehreren Forschungsprojekten zusammen, die sich dem Schutz von Wasservögeln im Nordwesten Mexikos widmeten. Besonders interessierte sich Piña für den Rotschnabel-Tropikvogel, einen beeindruckenden Seevogel, der für seine akrobatischen Flugmanöver bekannt ist. Durch die Untersuchung der genetischen Vielfalt und Bewegungsmuster dieser und anderer Wasservogelarten entlang des mexikanischen Pazifiks wollten die Forschenden bedeutende Meeresschutzgebiete identifizieren. „Wenn man sie schützen will, muss man zunächst wissen, welche Räume oder Gebiete sie nutzen. Wenn Fischerboote oder Schiffe dieselben Gebiete befahren, müssen wir die Bereiche, die [die Boote] nutzen, abgrenzen oder einschränken“, erklärt Piña.

    Ein Rotschnabel-Tropikvogel kehrt von der Nahrungssuche zurück. Foto: Sandy Castañeda

    Die Forschung des Teams zeigte, dass die lokale Rotschnabel-Tropikvogel-Population eine geringere genetische Vielfalt aufweist als bisher angenommen. Das bedeutet, dass gezielte Schutzmaßnahmen erforderlich sind, um einen Rückgang der Population zu verhindern. Dr. Castillo-Guerrero bot Piña eine Promotionsstelle an, um diese Fragen weiter zu vertiefen, doch Piña fühlte, dass es an der Zeit war, das Nest zu verlassen. „Ich wollte mich selbst herausfordern und mit den, wie wir im Spanischen sagen, vacas sagradas arbeiten – also mit den Besten der Besten“, sagt Piña.

    Piña wusste, dass eine Promotion bei den führenden Seevogel-Forschenden internationale Kontakte erfordern würde, und dass er dafür zunächst sein Englisch verbessern musste. Auf den Rat seiner Eltern, die er als „Vorbilder in seinem Leben“ beschreibt, meldete er sich für Englischkurse in Mexiko an. Doch schnell stellte er fest, dass diese nur begrenzt weiterhelfen würden. „Ich habe die Kurse abgeschlossen und hatte das Gefühl, dass es nicht genug war. Man muss wirklich üben, mit Leuten sprechen“, sagt Piña.

    Ein kleiner Umweg

    Im Jahr 2018 entschied er sich, nach Irland zu ziehen, einem erschwinglichen, englischsprachigen Land, das Ausländer:innen willkommen heißt. Für anderthalb Jahre legte er seine Forschung auf Eis und arbeitete in der Gastronomie, um seine immersive Englisch-Erfahrung zu finanzieren. „Zuerst ging ich jeden Tag nur zum Englischunterricht, dann begann ich nachmittags und abends, im Restaurant zu arbeiten. Ich habe viele wirklich nette Menschen kennengelernt und habe immer noch Kontakz zu ihnen“, sagt Piña.

    Während seine akademischen Mentoren besorgt waren, dass ih das von seiner Forschungskarriere ablenken würde, sah Piña diesen Schritt als strategische, langfristige Investition in seine Ausbildung. Wie er beschreibt: „Meine Eltern haben mir immer gesagt: ‚Unser Erbe für dich wird deine Ausbildung sein. Du musst verstehen, dass Bildung ein mächtiges Werkzeug für dich sein kann.‘“

    Mit guten Englischkenntnissen begann Piña, potenzielle PhD-Betreuer zu kontaktieren. Anstatt nach Möglichkeiten zu suchen, in ein bestehendes Projekt einzutreten, präsentierte Piña hartnäckig seine eigene Forschungsagenda, die sich auf den Schutz von Seevögeln in Mexiko konzentrierte. „Ich wollte mein eigenes Projekt machen, weil dies auch mein Beitrag für mein Land ist, würde ich sagen. Ich möchte weiterhin mit Seevögeln in Mexiko arbeiten … Es ist die Art und Weise, wie ich mit meinen Wurzeln und den Menschen dort in Kontakt sein kann. Ich möchte die Brücke sein zwischen dem Ort, an dem ich landen werde, und Mexiko. Ich weiß, wie hart der Weg ist.“

    Aller guten Dinge sind drei

    Trotz der Begeisterung für seine vorgeschlagene Forschung hatte Professor Quillfeldt keine Mittel für eine Doktorandenstelle. Piña ließ sich jedoch nicht von fehlender Finanzierung abhalten. Seine Antwort war: „Okay, das ist kein Problem. Ich werde mir mein eigenes Stipendium besorgen.“

    Er fand ein Förderprogramm – das Consejo Nacional de Humanidades, Ciencias y Tecnologías –, das Stipendien für mexikanische Forscher:innen bietet, um ein PhD-Programm im Ausland zu absolvieren. Leider war eine Bewerbung nur einmal im Jahr möglich und Piñas ersten beiden Bewerbungen waren erfolglos. Doch Piña gab nicht auf und reichte 2021 eine dritte Bewerbung ein, die schließlich erfolgreich war.

    Mitglieder der Arbeitsgruppe Vögel suchen nach Küstenvögeln in Santa Maria Bay, Sinaloa. Foto: José Alfredo Castillo Guerrero

    Glücklicherweise sprang Dr. Castillo-Guerrero ein, Piñas Seevogel-Mentor, und unterstützte Piña, indem er ihm vorübergehend eine bezahlte Stelle als Forschungstechniker anbot. Dadurch konnte Piña mit seiner Feldforschung beginnen, während er auf eine Förderzusage wartete.

    Als Piñas Stipendienbewerbung angenommen wurde, befand er sich bereits mitten in einem vierjährigen deutschen PhD-Programm. Trotz der intensiven Anforderungen, Feldforschung zu betreiben und gleichzeitig als Techniker zu arbeiten, war Piña in seinem Element. „Im Feld bin ich wie ein Hund ohne Leine. Ich laufe einfach herum, entdecke und bin super glücklich“, sagt er.

    Piña verteidigte in diesem Jahr seine Doktorarbeit und bewirbt sich nun für mehrere Postdoktorandenprogramme in Europa. Wenn er über seine Motivation spricht, die Biologie des Naturschutzes zu verfolgen, sagt er: „Ich möchte all das Geld und die Mühe, die mein Land in mich investiert hat, zurückzahlen, indem ich mit Forschung und Wissen etwas zurück gebe.

    In diesem Fall möchte ich, dass meine Taten dazu beitragen, unsere Biodiversität und Lebensräume zu bewahren und das Bewusstsein unter jungen Menschen für die Verbindungen, die wir mit der Natur haben, zu schärfen.“

    Piñas Engagement, die Naturschutzforschung in Mexiko zu stärken, prägt weiterhin seinen Karriereweg. „Pionierforschung zum Thema Seevogelschutz in Mexiko wurde von Menschen aus anderen Ländern gemacht. Die meisten dieser Menschen kamen aus den USA oder aus Deutschland. Das ist nicht schlecht, damit bin ich einverstanden, aber für mich ist es irgendwie traurig, und ich frage mich: Warum müssen Menschen von anderswo kommen und unsere Aufgaben oder Pflichten übernehmen?“

    „Gib nicht auf“

    Obwohl ihn seine akademische Reise weit von seiner Heimat entfernt hat, bleibt Piñas Forschung fest in Mexiko verwurzelt. Er möchte ein Beispiel setzen, das die mexikanische Jugend dazu motiviert, Hüter:innen ihres Landes zu werden. „Mein Motto, oder ich würde sagen, mein Ziel, ist genau das: Den neuen Generationen die Möglichkeit oder den Raum zu geben, die richtigen Dinge zu tun. Es gibt Möglichkeiten, wenn du Naturschutz betreiben möchtest. Gib nicht auf.“

    [Dieser Artikel ist Teil einer gelegentlichen Serie, in der wir Forschende vorstellen, die uns dabei helfen, reborn Artikel1 zu entwickeln, die wissenschaftliche Erkenntnisse für Menschen und Maschinen nutzbar machen.]

    Drei Fragen zu „Reborn-Artikeln

    Was hat dich zur Beschäftigung mit Reborn-Artikeln motiviert?“

    Meine Entscheidung war zunächst durch Neugier motiviert. Ich bin ein überzeugter Befürworter davon, dass Wissenschaft und Forschung für alle zugänglich sein sollten. Als ich von „Reborn-Artikeln“ las und wie sie wissenschaftliche Erkenntnisse maschinenlesbar machen, dachte ich, dass dies ein wichtiger Schritt in diese Richtung sein könnte. Letztlich wollte ich mehr über den Ansatz lernen und die Initiative unterstützen.

    Wie könnte der Ansatz deine zukünftige Forschung beeinflussen?

    Ich denke, die Anwendung des Ansatzes auf meine wissenschaftlichen Veröffentlichungen könnte die Reichweite meiner Forschung erweitern und sie für andere Forschende nutzbar machen. Und zurück zu meinem Glauben, dass Wissenschaft offen zugänglich und transparent sein sollte: „Reborn-Artikel“ unterstützen diese Prinzipien, indem sie mir ermöglichen, alle Ressourcen, die ich zur Erstellung meiner Veröffentlichungen benutze, miteinander zu verknüpfen. Zum Beispiel die Rohdaten und Skripte, die ich zur Erzeugung meiner veröffentlichten Ergebnisse verwende. Ich hoffe auch, dass wir in der Zukunft viele weitere reborn Artikel haben werden, damit es für mich einfacher wird, Studien und Daten zu finden, die mit meiner Forschung zusammenhängen.

    Wie können wir deiner Meinung nach den „Reborn-Ansatz“ verbessern und die Verbreitung in der Wissenschaftscommunity fördern?

    Der Publikationsprozess ist bereits mühsam, daher wird es ein wichtiger Schritt sein, den Ansatz so weit wie möglich zu automatisieren, um Forschende zur Nutzung zu ermutigen. Ich denke, die Zusammenarbeit mit Verlagen und Zeitschriften könnte ebenfalls hilfreich sein. Wenn sie Forschende dazu anregen, den Ansatz zu verwenden, könnte dies dazu beitragen, ihn zu einem festen Bestandteil des Publikationsprozesses zu machen. Ich halte es auch für wichtig, zu betonen, dass der Ansatz Forschenden helfen könnte, die Wirkung ihrer Forschung zu erhöhen, weil er ihre Arbeit transparent und reproduzierbar macht. Das könnte ein weiterer wichtiger Anreiz sein, es auszuprobieren.

    Quellen

    • Stocker, M., Snyder, L., Anfuso, M., Ludwig, O., Thießen, F., Farfar, K. E., Haris, M., Oelen, A., & Jaradeh, M. Y. (2024). Rethinking the production and publication of machine-reusable expressions of research findings (Version 1). arXiv. https://doi.org/10.48550/ARXIV.2405.13129 (pre-print)
    • Castillo-Guerrero, J. A., Piña-Ortiz, A., Enríquez-Paredes L., van der Heiden, A. M., Hernández-Vázquez, S., Saavedra-Sotelo, N. C., & Fernández, G. (2020). Low genetic structure and diversity of Red-billed Tropicbirds in the Mexican Pacific. Journal of Field Ornithology 91(2):142-155. DOI: 10.1111/jofo.12334

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  17. Wissenschaftliche Bibliotheken sind Motor für eine offene Wissenschaft, Forschung und Gesellschaft. Mit der heute gestarteten Kampagne #WeiterWissen. Mit Uns. wollen wir gemeinsam die Rolle und Leistungen der wissenschaftlichen Bibliotheken sichtbar machen.

    👉 Weitere Infos unter: bibliotheksverband.de/kampagne

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  19. Apple arbeitet seit Jahren an eigenen Mobilfunkchips, etwa in Deutschland. Doch fertig sind die nicht – und werden es wohl auch im kommenden Jahr nicht werden.
    iPhone 15 wohl noch immer mit Qualcomm-5G