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#aus-den-fachreferaten — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #aus-den-fachreferaten, aggregated by home.social.

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  1. Die Bibliothek des Charles Darwin

    Vor 144 Jahren starb Charles Darwin am 19. April 1882 in Down House/Grafschaft Kent im Alter von 73 Jahren. Wie arbeitete der weithin bekannte Naturforscher? Welche Bücher hat er gelesen, welche inspirierten ihn zu seinen eigenen Forschungen? Diesen Fragen gehen wir in unserem April-Beitrag der TIB-Blogreihe Wissen verbinden nach. Einen Teil der Recherche hat Martje Majowski im Rahmen ihrer FaMI-Ausbildung  übernommmen. Vielen Dank!

    Darwins Werdegang und die Entstehung der Arten

    Charles Darwin, etwa 1857 (gemeinfrei, Wikipedia)

    Charles Robert Darwin wurde am 12. Februar 1809 auf dem Anwesen Mount House in Shrewsbury als fünftes von sechs Kindern geboren. Sein Vater war der Arzt Robert Waring Darwin (1766–1848), der für ihn ebenso wie für den fünf Jahre älteren Bruder Erasmus Darwin das Studium der Medizin in Edinburgh vorsah. Nach etwas mehr als zwei Jahren wechselte Charles Darwin von der Medizin in das Studium der Theologie nach Cambridge, das er schließlich 1831 mit dem Bachelor of Arts abschloss. Während der Zeit in Cambridge nahm Darwin regelmäßig an Abendveranstaltungen bei Prof. John Henslow teil, der als Priester, Geologe und Botaniker tätig war. Diese Begegnung war entscheidend für Darwins weiteres Leben, denn Henslow empfahl ihn bei Kapitän Robert FitzRoy als naturwissenschaftlichen Begleiter für die Fahrt der HMS Beagle.

    Darwins Weltumsegelung mit der HMS Beagle (gemeinfrei, cc-by-3.0 von Devilm25)

    Während der fünfjährigen Reise (1831–1836) der HMS Beagle füllte Darwin zahlreiche Notizbücher mit botanischen, zoologischen und geologischen Beobachtungen und schuf damit die Grundlage für sein Werk „Über die Entstehung der Arten“. Bis zu dessen Veröffentlichung verfasste Darwin mehrere Bücher über zoologische und geologische Themen. Durch die Hochzeit mit seiner Cousine Emma Wedgwood und den Vermögen von Vater Robert Darwin sowie des Schwiegervaters Josiah Wedgwood konnte Charles Darwin als Privatier leben und seine Evolutionstheorie immer weiter entwickeln. Im November 1859 erschien schließlich On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or The Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life und war aufgrund hoher Vorbestellungen sofort vergriffen.

    Laut Kellyanne Burbage ist Darwins „Über die Entstehung der Arten“ das am häufigsten verbotene Wissenschaftsbuch. Bereits kurz nach der Veröffentlichung kam es zu zahlreichen Reaktionen, da Darwins Theorie starke Bezüge zu Theologie und Philosophie aufwies. 1895 wurde das Buch schließlich von Darwins Alma Mater, dem Trinity College in Cambridge, wegen Widerspruchs zu christlichen Glaubensgrundsätzen verboten – später folgten Tennessee (1925–1967), Jugoslawien (1935) und Griechenland (1937).

    Die Rekonstruktion von Darwins Bibliothek

    Titelblatt der ersten Ausgabe von 1859 (gemeinfrei, Wikipedia)

    „Über die Entstehung der Arten“ legt den Grundstein für die moderne Evolutionsbiologie. Die Grundlagen zu diesem Werk waren jedoch nicht nur die vielen Notizbücher aus der Zeit auf der HMS Beagle. Darwin verarbeitete darin auch viele weitere Erkenntnisse, die er aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Naturwissenschaften, Philosophie, Theologie und politische Ökonomie gewann. Sein Ziel war es, die Entstehung von Arten auf eine breite naturwissenschaftliche Grundlage zu stellen. Dabei konnte er auf eine umfangreiche Bibliothek zurückgreifen.

    Lange wurde davon ausgegangen, dass Darwins Bibliothek 1.480 Bücher umfasst hat und sich diese Werke in den beiden verbliebenen Sammlungen in der University of Cambridge und in Down House befinden. Doch nach Darwins Tod sind unzählige Schriften in alle Himmelsrichtungen zerstreut worden, einen vollständigen Katalog gab es nicht.

    Erst durch die seit Anfang 2024 fertiggestellte digitale Rekonstruktion von Darwins Bibliothek steht nun fest, dass diese Sammlungen nur etwa 15 Prozent der Schriften enthielten, die Darwin besessen hat. Die nach seinem Tod erstellte Bestandsaufnahme von 2.065 gebundenen Büchern sowie die Auswertung von Referenzen in Darwins Schriften und seiner Korrespondenz, ein 426 Seiten umfassender handgeschriebener Katalog von 1875, Darwins Lesetagebuch sowie Tagebücher seiner Frau Emma Darwin waren die Puzzlesteine zur digitalen Rekonstruktion von Darwins Privatbibliothek.

    Diese ist nun auf der Seite Darwin online recherchierbar und umfasst 7.350 Titel in 13.000 Werken. Neben Büchern zu Biologie und Geologie umfasst sie auch Titel über Landwirtschaft, Tierzucht, Tierverhalten und die Verbreitung von Tieren, sowie Philosophie, Psychologie, Religion, Kunst, Geschichte, Reisen und Sprachen. Auch Notizen von Darwins Studienreisen mit der HMS Beagle können auf der Internetseite ebenso eingesehen werden wie private Dokumente und Familienfotos. Das Tagebuch seine Reise auf der HMS Beagle steht auch als Hörbuch zum Download zur Verfügung.

    „Diese nie dagewesene, detaillierte Sicht auf Darwins komplette Bibliothek erlaubt mehr denn je die Einsicht, dass er keine isolierte Figur war, die für sich gearbeitet hat, sondern ein Experte seiner Zeit, der auf die fortgeschrittene Wissenschaft, die Studien und andere Kenntnisse Tausender Menschen aufgebaut hat“, sagte John van Wyhe, Wissenschaftshistoriker und Initiator von Darwin online. Darwin hat damit im besten Sinne unserer Blogreihe Wissen verbunden.

    Wie kann Darwin online genutzt werden?

    Eine Einführung zu Darwin Online und der Entstehungsgeschichte zu dieser Plattform gibt John van Wyhe auf youtube. Die kostenfrei nutzbare Datenbank (nur englischsprachige Rechercheoberfläche) kann mit Hilfe der einfachen oder der erweiterten Suche (advanced search) durchsucht werden. Letzte ermöglicht beispielsweise die gezielte Suche nach deutschsprachigen Texten. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle aufgeführten Werke als Image, Text oder PDF online einsehbar.

    Darwin, Fachreferat und Open Access

    Das erste der sechs strategische Handlungsfelder der TIB ist „OPEN SCIENCE – Wissen offen und nachhaltig zugänglich machen“. Die Kategorie #openness beleuchtet im TIB-Blog diverse Aspekte dieses Themas. Open Science und Open Access sind auch wichtige Aufgabenbereiche der Tätigkeit im Fachreferat. Dazu gehört neben der Unterstützung von Studierenden und Mitarbeitenden der Leibniz Universität Hannover (LUH) bei ihren Publikationstätigkeiten auch die Förderung von Open Access im Kontext Bestandsentwicklung. Gerade am Beispiel Darwins und der „banned books“ wird deutlich, wie wichtig Bibliotheken und der freie Zugang zu Wissen und unserem kulturellen Erbe ist.

    Darwin in der TIB

    Über das TIB-Portal sind neben dem Zugang zu Darwin online mehr als 900 Treffer zu Titeln von oder über Charles Darwin zu finden. Unter anderem auch die vollständige Neuübersetzung von „Über die Entstehung der Arten“ aus dem Jahr 2025. Das AV-Portal bietet darüber hinaus mit der Suche nach Charles Darwin über 30 Filme, die Darwins Arbeiten thematisieren.

    Viele Freude beim Stöbern!

    #openness #AusDenFachreferaten #CharlesDarwin #LizenzCCBY40INT
  2. Die Bibliothek des Charles Darwin

    Vor 144 Jahren starb Charles Darwin am 19. April 1882 in Down House/Grafschaft Kent im Alter von 73 Jahren. Wie arbeitete der weithin bekannte Naturforscher? Welche Bücher hat er gelesen, welche inspirierten ihn zu seinen eigenen Forschungen? Diesen Fragen gehen wir in unserem April-Beitrag der TIB-Blogreihe Wissen verbinden nach. Einen Teil der Recherche hat Martje Majowski im Rahmen ihrer FaMI-Ausbildung  übernommmen. Vielen Dank!

    Darwins Werdegang und die Entstehung der Arten

    Charles Darwin, etwa 1857 (gemeinfrei, Wikipedia)

    Charles Robert Darwin wurde am 12. Februar 1809 auf dem Anwesen Mount House in Shrewsbury als fünftes von sechs Kindern geboren. Sein Vater war der Arzt Robert Waring Darwin (1766–1848), der für ihn ebenso wie für den fünf Jahre älteren Bruder Erasmus Darwin das Studium der Medizin in Edinburgh vorsah. Nach etwas mehr als zwei Jahren wechselte Charles Darwin von der Medizin in das Studium der Theologie nach Cambridge, das er schließlich 1831 mit dem Bachelor of Arts abschloss. Während der Zeit in Cambridge nahm Darwin regelmäßig an Abendveranstaltungen bei Prof. John Henslow teil, der als Priester, Geologe und Botaniker tätig war. Diese Begegnung war entscheidend für Darwins weiteres Leben, denn Henslow empfahl ihn bei Kapitän Robert FitzRoy als naturwissenschaftlichen Begleiter für die Fahrt der HMS Beagle.

    Darwins Weltumsegelung mit der HMS Beagle (gemeinfrei, cc-by-3.0 von Devilm25)

    Während der fünfjährigen Reise (1831–1836) der HMS Beagle füllte Darwin zahlreiche Notizbücher mit botanischen, zoologischen und geologischen Beobachtungen und schuf damit die Grundlage für sein Werk „Über die Entstehung der Arten“. Bis zu dessen Veröffentlichung verfasste Darwin mehrere Bücher über zoologische und geologische Themen. Durch die Hochzeit mit seiner Cousine Emma Wedgwood und den Vermögen von Vater Robert Darwin sowie des Schwiegervaters Josiah Wedgwood konnte Charles Darwin als Privatier leben und seine Evolutionstheorie immer weiter entwickeln. Im November 1859 erschien schließlich On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or The Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life und war aufgrund hoher Vorbestellungen sofort vergriffen.

    Laut Kellyanne Burbage ist Darwins „Über die Entstehung der Arten“ das am häufigsten verbotene Wissenschaftsbuch. Bereits kurz nach der Veröffentlichung kam es zu zahlreichen Reaktionen, da Darwins Theorie starke Bezüge zu Theologie und Philosophie aufwies. 1895 wurde das Buch schließlich von Darwins Alma Mater, dem Trinity College in Cambridge, wegen Widerspruchs zu christlichen Glaubensgrundsätzen verboten – später folgten Tennessee (1925–1967), Jugoslawien (1935) und Griechenland (1937).

    Die Rekonstruktion von Darwins Bibliothek

    Titelblatt der ersten Ausgabe von 1859 (gemeinfrei, Wikipedia)

    „Über die Entstehung der Arten“ legt den Grundstein für die moderne Evolutionsbiologie. Die Grundlagen zu diesem Werk waren jedoch nicht nur die vielen Notizbücher aus der Zeit auf der HMS Beagle. Darwin verarbeitete darin auch viele weitere Erkenntnisse, die er aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Naturwissenschaften, Philosophie, Theologie und politische Ökonomie gewann. Sein Ziel war es, die Entstehung von Arten auf eine breite naturwissenschaftliche Grundlage zu stellen. Dabei konnte er auf eine umfangreiche Bibliothek zurückgreifen.

    Lange wurde davon ausgegangen, dass Darwins Bibliothek 1.480 Bücher umfasst hat und sich diese Werke in den beiden verbliebenen Sammlungen in der University of Cambridge und in Down House befinden. Doch nach Darwins Tod sind unzählige Schriften in alle Himmelsrichtungen zerstreut worden, einen vollständigen Katalog gab es nicht.

    Erst durch die seit Anfang 2024 fertiggestellte digitale Rekonstruktion von Darwins Bibliothek steht nun fest, dass diese Sammlungen nur etwa 15 Prozent der Schriften enthielten, die Darwin besessen hat. Die nach seinem Tod erstellte Bestandsaufnahme von 2.065 gebundenen Büchern sowie die Auswertung von Referenzen in Darwins Schriften und seiner Korrespondenz, ein 426 Seiten umfassender handgeschriebener Katalog von 1875, Darwins Lesetagebuch sowie Tagebücher seiner Frau Emma Darwin waren die Puzzlesteine zur digitalen Rekonstruktion von Darwins Privatbibliothek.

    Diese ist nun auf der Seite Darwin online recherchierbar und umfasst 7.350 Titel in 13.000 Werken. Neben Büchern zu Biologie und Geologie umfasst sie auch Titel über Landwirtschaft, Tierzucht, Tierverhalten und die Verbreitung von Tieren, sowie Philosophie, Psychologie, Religion, Kunst, Geschichte, Reisen und Sprachen. Auch Notizen von Darwins Studienreisen mit der HMS Beagle können auf der Internetseite ebenso eingesehen werden wie private Dokumente und Familienfotos. Das Tagebuch seine Reise auf der HMS Beagle steht auch als Hörbuch zum Download zur Verfügung.

    „Diese nie dagewesene, detaillierte Sicht auf Darwins komplette Bibliothek erlaubt mehr denn je die Einsicht, dass er keine isolierte Figur war, die für sich gearbeitet hat, sondern ein Experte seiner Zeit, der auf die fortgeschrittene Wissenschaft, die Studien und andere Kenntnisse Tausender Menschen aufgebaut hat“, sagte John van Wyhe, Wissenschaftshistoriker und Initiator von Darwin online. Darwin hat damit im besten Sinne unserer Blogreihe Wissen verbunden.

    Wie kann Darwin online genutzt werden?

    Eine Einführung zu Darwin Online und der Entstehungsgeschichte zu dieser Plattform gibt John van Wyhe auf youtube. Die kostenfrei nutzbare Datenbank (nur englischsprachige Rechercheoberfläche) kann mit Hilfe der einfachen oder der erweiterten Suche (advanced search) durchsucht werden. Letzte ermöglicht beispielsweise die gezielte Suche nach deutschsprachigen Texten. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle aufgeführten Werke als Image, Text oder PDF online einsehbar.

    Darwin, Fachreferat und Open Access

    Das erste der sechs strategische Handlungsfelder der TIB ist „OPEN SCIENCE – Wissen offen und nachhaltig zugänglich machen“. Die Kategorie #openness beleuchtet im TIB-Blog diverse Aspekte dieses Themas. Open Science und Open Access sind auch wichtige Aufgabenbereiche der Tätigkeit im Fachreferat. Dazu gehört neben der Unterstützung von Studierenden und Mitarbeitenden der Leibniz Universität Hannover (LUH) bei ihren Publikationstätigkeiten auch die Förderung von Open Access im Kontext Bestandsentwicklung. Gerade am Beispiel Darwins und der „banned books“ wird deutlich, wie wichtig Bibliotheken und der freie Zugang zu Wissen und unserem kulturellen Erbe ist.

    Darwin in der TIB

    Über das TIB-Portal sind neben dem Zugang zu Darwin online mehr als 900 Treffer zu Titeln von oder über Charles Darwin zu finden. Unter anderem auch die vollständige Neuübersetzung von „Über die Entstehung der Arten“ aus dem Jahr 2025. Das AV-Portal bietet darüber hinaus mit der Suche nach Charles Darwin über 30 Filme, die Darwins Arbeiten thematisieren.

    Viele Freude beim Stöbern!

    #AusDenFachreferaten #CharlesDarwin #LizenzCCBY40INT #openness
  3. Die Bibliothek des Charles Darwin

    Vor 144 Jahren starb Charles Darwin am 19. April 1882 in Down House/Grafschaft Kent im Alter von 73 Jahren. Wie arbeitete der weithin bekannte Naturforscher? Welche Bücher hat er gelesen, welche inspirierten ihn zu seinen eigenen Forschungen? Diesen Fragen gehen wir in unserem April-Beitrag der TIB-Blogreihe Wissen verbinden nach. Einen Teil der Recherche hat Martje Majowski im Rahmen ihrer FaMI-Ausbildung  übernommmen. Vielen Dank!

    Darwins Werdegang und die Entstehung der Arten

    Charles Darwin, etwa 1857 (gemeinfrei, Wikipedia)

    Charles Robert Darwin wurde am 12. Februar 1809 auf dem Anwesen Mount House in Shrewsbury als fünftes von sechs Kindern geboren. Sein Vater war der Arzt Robert Waring Darwin (1766–1848), der für ihn ebenso wie für den fünf Jahre älteren Bruder Erasmus Darwin das Studium der Medizin in Edinburgh vorsah. Nach etwas mehr als zwei Jahren wechselte Charles Darwin von der Medizin in das Studium der Theologie nach Cambridge, das er schließlich 1831 mit dem Bachelor of Arts abschloss. Während der Zeit in Cambridge nahm Darwin regelmäßig an Abendveranstaltungen bei Prof. John Henslow teil, der als Priester, Geologe und Botaniker tätig war. Diese Begegnung war entscheidend für Darwins weiteres Leben, denn Henslow empfahl ihn bei Kapitän Robert FitzRoy als naturwissenschaftlichen Begleiter für die Fahrt der HMS Beagle.

    Darwins Weltumsegelung mit der HMS Beagle (gemeinfrei, cc-by-3.0 von Devilm25)

    Während der fünfjährigen Reise (1831–1836) der HMS Beagle füllte Darwin zahlreiche Notizbücher mit botanischen, zoologischen und geologischen Beobachtungen und schuf damit die Grundlage für sein Werk „Über die Entstehung der Arten“. Bis zu dessen Veröffentlichung verfasste Darwin mehrere Bücher über zoologische und geologische Themen. Durch die Hochzeit mit seiner Cousine Emma Wedgwood und den Vermögen von Vater Robert Darwin sowie des Schwiegervaters Josiah Wedgwood konnte Charles Darwin als Privatier leben und seine Evolutionstheorie immer weiter entwickeln. Im November 1859 erschien schließlich On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or The Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life und war aufgrund hoher Vorbestellungen sofort vergriffen.

    Laut Kellyanne Burbage ist Darwins „Über die Entstehung der Arten“ das am häufigsten verbotene Wissenschaftsbuch. Bereits kurz nach der Veröffentlichung kam es zu zahlreichen Reaktionen, da Darwins Theorie starke Bezüge zu Theologie und Philosophie aufwies. 1895 wurde das Buch schließlich von Darwins Alma Mater, dem Trinity College in Cambridge, wegen Widerspruchs zu christlichen Glaubensgrundsätzen verboten – später folgten Tennessee (1925–1967), Jugoslawien (1935) und Griechenland (1937).

    Die Rekonstruktion von Darwins Bibliothek

    Titelblatt der ersten Ausgabe von 1859 (gemeinfrei, Wikipedia)

    „Über die Entstehung der Arten“ legt den Grundstein für die moderne Evolutionsbiologie. Die Grundlagen zu diesem Werk waren jedoch nicht nur die vielen Notizbücher aus der Zeit auf der HMS Beagle. Darwin verarbeitete darin auch viele weitere Erkenntnisse, die er aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Naturwissenschaften, Philosophie, Theologie und politische Ökonomie gewann. Sein Ziel war es, die Entstehung von Arten auf eine breite naturwissenschaftliche Grundlage zu stellen. Dabei konnte er auf eine umfangreiche Bibliothek zurückgreifen.

    Lange wurde davon ausgegangen, dass Darwins Bibliothek 1.480 Bücher umfasst hat und sich diese Werke in den beiden verbliebenen Sammlungen in der University of Cambridge und in Down House befinden. Doch nach Darwins Tod sind unzählige Schriften in alle Himmelsrichtungen zerstreut worden, einen vollständigen Katalog gab es nicht.

    Erst durch die seit Anfang 2024 fertiggestellte digitale Rekonstruktion von Darwins Bibliothek steht nun fest, dass diese Sammlungen nur etwa 15 Prozent der Schriften enthielten, die Darwin besessen hat. Die nach seinem Tod erstellte Bestandsaufnahme von 2.065 gebundenen Büchern sowie die Auswertung von Referenzen in Darwins Schriften und seiner Korrespondenz, ein 426 Seiten umfassender handgeschriebener Katalog von 1875, Darwins Lesetagebuch sowie Tagebücher seiner Frau Emma Darwin waren die Puzzlesteine zur digitalen Rekonstruktion von Darwins Privatbibliothek.

    Diese ist nun auf der Seite Darwin online recherchierbar und umfasst 7.350 Titel in 13.000 Werken. Neben Büchern zu Biologie und Geologie umfasst sie auch Titel über Landwirtschaft, Tierzucht, Tierverhalten und die Verbreitung von Tieren, sowie Philosophie, Psychologie, Religion, Kunst, Geschichte, Reisen und Sprachen. Auch Notizen von Darwins Studienreisen mit der HMS Beagle können auf der Internetseite ebenso eingesehen werden wie private Dokumente und Familienfotos. Das Tagebuch seine Reise auf der HMS Beagle steht auch als Hörbuch zum Download zur Verfügung.

    „Diese nie dagewesene, detaillierte Sicht auf Darwins komplette Bibliothek erlaubt mehr denn je die Einsicht, dass er keine isolierte Figur war, die für sich gearbeitet hat, sondern ein Experte seiner Zeit, der auf die fortgeschrittene Wissenschaft, die Studien und andere Kenntnisse Tausender Menschen aufgebaut hat“, sagte John van Wyhe, Wissenschaftshistoriker und Initiator von Darwin online. Darwin hat damit im besten Sinne unserer Blogreihe Wissen verbunden.

    Wie kann Darwin online genutzt werden?

    Eine Einführung zu Darwin Online und der Entstehungsgeschichte zu dieser Plattform gibt John van Wyhe auf youtube. Die kostenfrei nutzbare Datenbank (nur englischsprachige Rechercheoberfläche) kann mit Hilfe der einfachen oder der erweiterten Suche (advanced search) durchsucht werden. Letzte ermöglicht beispielsweise die gezielte Suche nach deutschsprachigen Texten. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle aufgeführten Werke als Image, Text oder PDF online einsehbar.

    Darwin, Fachreferat und Open Access

    Das erste der sechs strategische Handlungsfelder der TIB ist „OPEN SCIENCE – Wissen offen und nachhaltig zugänglich machen“. Die Kategorie #openness beleuchtet im TIB-Blog diverse Aspekte dieses Themas. Open Science und Open Access sind auch wichtige Aufgabenbereiche der Tätigkeit im Fachreferat. Dazu gehört neben der Unterstützung von Studierenden und Mitarbeitenden der Leibniz Universität Hannover (LUH) bei ihren Publikationstätigkeiten auch die Förderung von Open Access im Kontext Bestandsentwicklung. Gerade am Beispiel Darwins und der „banned books“ wird deutlich, wie wichtig Bibliotheken und der freie Zugang zu Wissen und unserem kulturellen Erbe ist.

    Darwin in der TIB

    Über das TIB-Portal sind neben dem Zugang zu Darwin online mehr als 900 Treffer zu Titeln von oder über Charles Darwin zu finden. Unter anderem auch die vollständige Neuübersetzung von „Über die Entstehung der Arten“ aus dem Jahr 2025. Das AV-Portal bietet darüber hinaus mit der Suche nach Charles Darwin über 30 Filme, die Darwins Arbeiten thematisieren.

    Viele Freude beim Stöbern!

    #LizenzCCBY40INT #openness #AusDenFachreferaten #CharlesDarwin
  4. Die Bibliothek des Charles Darwin

    Vor 144 Jahren starb Charles Darwin am 19. April 1882 in Down House/Grafschaft Kent im Alter von 73 Jahren. Wie arbeitete der weithin bekannte Naturforscher? Welche Bücher hat er gelesen, welche inspirierten ihn zu seinen eigenen Forschungen? Diesen Fragen gehen wir in unserem April-Beitrag der TIB-Blogreihe Wissen verbinden nach. Einen Teil der Recherche hat Martje Majowski im Rahmen ihrer FaMI-Ausbildung  übernommmen. Vielen Dank!

    Darwins Werdegang und die Entstehung der Arten

    Charles Darwin, etwa 1857 (gemeinfrei, Wikipedia)

    Charles Robert Darwin wurde am 12. Februar 1809 auf dem Anwesen Mount House in Shrewsbury als fünftes von sechs Kindern geboren. Sein Vater war der Arzt Robert Waring Darwin (1766–1848), der für ihn ebenso wie für den fünf Jahre älteren Bruder Erasmus Darwin das Studium der Medizin in Edinburgh vorsah. Nach etwas mehr als zwei Jahren wechselte Charles Darwin von der Medizin in das Studium der Theologie nach Cambridge, das er schließlich 1831 mit dem Bachelor of Arts abschloss. Während der Zeit in Cambridge nahm Darwin regelmäßig an Abendveranstaltungen bei Prof. John Henslow teil, der als Priester, Geologe und Botaniker tätig war. Diese Begegnung war entscheidend für Darwins weiteres Leben, denn Henslow empfahl ihn bei Kapitän Robert FitzRoy als naturwissenschaftlichen Begleiter für die Fahrt der HMS Beagle.

    Darwins Weltumsegelung mit der HMS Beagle (gemeinfrei, cc-by-3.0 von Devilm25)

    Während der fünfjährigen Reise (1831–1836) der HMS Beagle füllte Darwin zahlreiche Notizbücher mit botanischen, zoologischen und geologischen Beobachtungen und schuf damit die Grundlage für sein Werk „Über die Entstehung der Arten“. Bis zu dessen Veröffentlichung verfasste Darwin mehrere Bücher über zoologische und geologische Themen. Durch die Hochzeit mit seiner Cousine Emma Wedgwood und den Vermögen von Vater Robert Darwin sowie des Schwiegervaters Josiah Wedgwood konnte Charles Darwin als Privatier leben und seine Evolutionstheorie immer weiter entwickeln. Im November 1859 erschien schließlich On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or The Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life und war aufgrund hoher Vorbestellungen sofort vergriffen.

    Laut Kellyanne Burbage ist Darwins „Über die Entstehung der Arten“ das am häufigsten verbotene Wissenschaftsbuch. Bereits kurz nach der Veröffentlichung kam es zu zahlreichen Reaktionen, da Darwins Theorie starke Bezüge zu Theologie und Philosophie aufwies. 1895 wurde das Buch schließlich von Darwins Alma Mater, dem Trinity College in Cambridge, wegen Widerspruchs zu christlichen Glaubensgrundsätzen verboten – später folgten Tennessee (1925–1967), Jugoslawien (1935) und Griechenland (1937).

    Die Rekonstruktion von Darwins Bibliothek

    Titelblatt der ersten Ausgabe von 1859 (gemeinfrei, Wikipedia)

    „Über die Entstehung der Arten“ legt den Grundstein für die moderne Evolutionsbiologie. Die Grundlagen zu diesem Werk waren jedoch nicht nur die vielen Notizbücher aus der Zeit auf der HMS Beagle. Darwin verarbeitete darin auch viele weitere Erkenntnisse, die er aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Naturwissenschaften, Philosophie, Theologie und politische Ökonomie gewann. Sein Ziel war es, die Entstehung von Arten auf eine breite naturwissenschaftliche Grundlage zu stellen. Dabei konnte er auf eine umfangreiche Bibliothek zurückgreifen.

    Lange wurde davon ausgegangen, dass Darwins Bibliothek 1.480 Bücher umfasst hat und sich diese Werke in den beiden verbliebenen Sammlungen in der University of Cambridge und in Down House befinden. Doch nach Darwins Tod sind unzählige Schriften in alle Himmelsrichtungen zerstreut worden, einen vollständigen Katalog gab es nicht.

    Erst durch die seit Anfang 2024 fertiggestellte digitale Rekonstruktion von Darwins Bibliothek steht nun fest, dass diese Sammlungen nur etwa 15 Prozent der Schriften enthielten, die Darwin besessen hat. Die nach seinem Tod erstellte Bestandsaufnahme von 2.065 gebundenen Büchern sowie die Auswertung von Referenzen in Darwins Schriften und seiner Korrespondenz, ein 426 Seiten umfassender handgeschriebener Katalog von 1875, Darwins Lesetagebuch sowie Tagebücher seiner Frau Emma Darwin waren die Puzzlesteine zur digitalen Rekonstruktion von Darwins Privatbibliothek.

    Diese ist nun auf der Seite Darwin online recherchierbar und umfasst 7.350 Titel in 13.000 Werken. Neben Büchern zu Biologie und Geologie umfasst sie auch Titel über Landwirtschaft, Tierzucht, Tierverhalten und die Verbreitung von Tieren, sowie Philosophie, Psychologie, Religion, Kunst, Geschichte, Reisen und Sprachen. Auch Notizen von Darwins Studienreisen mit der HMS Beagle können auf der Internetseite ebenso eingesehen werden wie private Dokumente und Familienfotos. Das Tagebuch seine Reise auf der HMS Beagle steht auch als Hörbuch zum Download zur Verfügung.

    „Diese nie dagewesene, detaillierte Sicht auf Darwins komplette Bibliothek erlaubt mehr denn je die Einsicht, dass er keine isolierte Figur war, die für sich gearbeitet hat, sondern ein Experte seiner Zeit, der auf die fortgeschrittene Wissenschaft, die Studien und andere Kenntnisse Tausender Menschen aufgebaut hat“, sagte John van Wyhe, Wissenschaftshistoriker und Initiator von Darwin online. Darwin hat damit im besten Sinne unserer Blogreihe Wissen verbunden.

    Wie kann Darwin online genutzt werden?

    Eine Einführung zu Darwin Online und der Entstehungsgeschichte zu dieser Plattform gibt John van Wyhe auf youtube. Die kostenfrei nutzbare Datenbank (nur englischsprachige Rechercheoberfläche) kann mit Hilfe der einfachen oder der erweiterten Suche (advanced search) durchsucht werden. Letzte ermöglicht beispielsweise die gezielte Suche nach deutschsprachigen Texten. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle aufgeführten Werke als Image, Text oder PDF online einsehbar.

    Darwin, Fachreferat und Open Access

    Das erste der sechs strategische Handlungsfelder der TIB ist „OPEN SCIENCE – Wissen offen und nachhaltig zugänglich machen“. Die Kategorie #openness beleuchtet im TIB-Blog diverse Aspekte dieses Themas. Open Science und Open Access sind auch wichtige Aufgabenbereiche der Tätigkeit im Fachreferat. Dazu gehört neben der Unterstützung von Studierenden und Mitarbeitenden der Leibniz Universität Hannover (LUH) bei ihren Publikationstätigkeiten auch die Förderung von Open Access im Kontext Bestandsentwicklung. Gerade am Beispiel Darwins und der „banned books“ wird deutlich, wie wichtig Bibliotheken und der freie Zugang zu Wissen und unserem kulturellen Erbe ist.

    Darwin in der TIB

    Über das TIB-Portal sind neben dem Zugang zu Darwin online mehr als 900 Treffer zu Titeln von oder über Charles Darwin zu finden. Unter anderem auch die vollständige Neuübersetzung von „Über die Entstehung der Arten“ aus dem Jahr 2025. Das AV-Portal bietet darüber hinaus mit der Suche nach Charles Darwin über 30 Filme, die Darwins Arbeiten thematisieren.

    Viele Freude beim Stöbern!

    #AusDenFachreferaten #CharlesDarwin #LizenzCCBY40INT #openness
  5. Die Bibliothek des Charles Darwin

    Vor 144 Jahren starb Charles Darwin am 19. April 1882 in Down House/Grafschaft Kent im Alter von 73 Jahren. Wie arbeitete der weithin bekannte Naturforscher? Welche Bücher hat er gelesen, welche inspirierten ihn zu seinen eigenen Forschungen? Diesen Fragen gehen wir in unserem April-Beitrag der TIB-Blogreihe Wissen verbinden nach. Einen Teil der Recherche hat Martje Majowski im Rahmen ihrer FaMI-Ausbildung  übernommmen. Vielen Dank!

    Darwins Werdegang und die Entstehung der Arten

    Charles Darwin, etwa 1857 (gemeinfrei, Wikipedia)

    Charles Robert Darwin wurde am 12. Februar 1809 auf dem Anwesen Mount House in Shrewsbury als fünftes von sechs Kindern geboren. Sein Vater war der Arzt Robert Waring Darwin (1766–1848), der für ihn ebenso wie für den fünf Jahre älteren Bruder Erasmus Darwin das Studium der Medizin in Edinburgh vorsah. Nach etwas mehr als zwei Jahren wechselte Charles Darwin von der Medizin in das Studium der Theologie nach Cambridge, das er schließlich 1831 mit dem Bachelor of Arts abschloss. Während der Zeit in Cambridge nahm Darwin regelmäßig an Abendveranstaltungen bei Prof. John Henslow teil, der als Priester, Geologe und Botaniker tätig war. Diese Begegnung war entscheidend für Darwins weiteres Leben, denn Henslow empfahl ihn bei Kapitän Robert FitzRoy als naturwissenschaftlichen Begleiter für die Fahrt der HMS Beagle.

    Darwins Weltumsegelung mit der HMS Beagle (gemeinfrei, cc-by-3.0 von Devilm25)

    Während der fünfjährigen Reise (1831–1836) der HMS Beagle füllte Darwin zahlreiche Notizbücher mit botanischen, zoologischen und geologischen Beobachtungen und schuf damit die Grundlage für sein Werk „Über die Entstehung der Arten“. Bis zu dessen Veröffentlichung verfasste Darwin mehrere Bücher über zoologische und geologische Themen. Durch die Hochzeit mit seiner Cousine Emma Wedgwood und den Vermögen von Vater Robert Darwin sowie des Schwiegervaters Josiah Wedgwood konnte Charles Darwin als Privatier leben und seine Evolutionstheorie immer weiter entwickeln. Im November 1859 erschien schließlich On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or The Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life und war aufgrund hoher Vorbestellungen sofort vergriffen.

    Laut Kellyanne Burbage ist Darwins „Über die Entstehung der Arten“ das am häufigsten verbotene Wissenschaftsbuch. Bereits kurz nach der Veröffentlichung kam es zu zahlreichen Reaktionen, da Darwins Theorie starke Bezüge zu Theologie und Philosophie aufwies. 1895 wurde das Buch schließlich von Darwins Alma Mater, dem Trinity College in Cambridge, wegen Widerspruchs zu christlichen Glaubensgrundsätzen verboten – später folgten Tennessee (1925–1967), Jugoslawien (1935) und Griechenland (1937).

    Die Rekonstruktion von Darwins Bibliothek

    Titelblatt der ersten Ausgabe von 1859 (gemeinfrei, Wikipedia)

    „Über die Entstehung der Arten“ legt den Grundstein für die moderne Evolutionsbiologie. Die Grundlagen zu diesem Werk waren jedoch nicht nur die vielen Notizbücher aus der Zeit auf der HMS Beagle. Darwin verarbeitete darin auch viele weitere Erkenntnisse, die er aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Naturwissenschaften, Philosophie, Theologie und politische Ökonomie gewann. Sein Ziel war es, die Entstehung von Arten auf eine breite naturwissenschaftliche Grundlage zu stellen. Dabei konnte er auf eine umfangreiche Bibliothek zurückgreifen.

    Lange wurde davon ausgegangen, dass Darwins Bibliothek 1.480 Bücher umfasst hat und sich diese Werke in den beiden verbliebenen Sammlungen in der University of Cambridge und in Down House befinden. Doch nach Darwins Tod sind unzählige Schriften in alle Himmelsrichtungen zerstreut worden, einen vollständigen Katalog gab es nicht.

    Erst durch die seit Anfang 2024 fertiggestellte digitale Rekonstruktion von Darwins Bibliothek steht nun fest, dass diese Sammlungen nur etwa 15 Prozent der Schriften enthielten, die Darwin besessen hat. Die nach seinem Tod erstellte Bestandsaufnahme von 2.065 gebundenen Büchern sowie die Auswertung von Referenzen in Darwins Schriften und seiner Korrespondenz, ein 426 Seiten umfassender handgeschriebener Katalog von 1875, Darwins Lesetagebuch sowie Tagebücher seiner Frau Emma Darwin waren die Puzzlesteine zur digitalen Rekonstruktion von Darwins Privatbibliothek.

    Diese ist nun auf der Seite Darwin online recherchierbar und umfasst 7.350 Titel in 13.000 Werken. Neben Büchern zu Biologie und Geologie umfasst sie auch Titel über Landwirtschaft, Tierzucht, Tierverhalten und die Verbreitung von Tieren, sowie Philosophie, Psychologie, Religion, Kunst, Geschichte, Reisen und Sprachen. Auch Notizen von Darwins Studienreisen mit der HMS Beagle können auf der Internetseite ebenso eingesehen werden wie private Dokumente und Familienfotos. Das Tagebuch seine Reise auf der HMS Beagle steht auch als Hörbuch zum Download zur Verfügung.

    „Diese nie dagewesene, detaillierte Sicht auf Darwins komplette Bibliothek erlaubt mehr denn je die Einsicht, dass er keine isolierte Figur war, die für sich gearbeitet hat, sondern ein Experte seiner Zeit, der auf die fortgeschrittene Wissenschaft, die Studien und andere Kenntnisse Tausender Menschen aufgebaut hat“, sagte John van Wyhe, Wissenschaftshistoriker und Initiator von Darwin online. Darwin hat damit im besten Sinne unserer Blogreihe Wissen verbunden.

    Wie kann Darwin online genutzt werden?

    Eine Einführung zu Darwin Online und der Entstehungsgeschichte zu dieser Plattform gibt John van Wyhe auf youtube. Die kostenfrei nutzbare Datenbank (nur englischsprachige Rechercheoberfläche) kann mit Hilfe der einfachen oder der erweiterten Suche (advanced search) durchsucht werden. Letzte ermöglicht beispielsweise die gezielte Suche nach deutschsprachigen Texten. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle aufgeführten Werke als Image, Text oder PDF online einsehbar.

    Darwin, Fachreferat und Open Access

    Das erste der sechs strategische Handlungsfelder der TIB ist „OPEN SCIENCE – Wissen offen und nachhaltig zugänglich machen“. Die Kategorie #openness beleuchtet im TIB-Blog diverse Aspekte dieses Themas. Open Science und Open Access sind auch wichtige Aufgabenbereiche der Tätigkeit im Fachreferat. Dazu gehört neben der Unterstützung von Studierenden und Mitarbeitenden der Leibniz Universität Hannover (LUH) bei ihren Publikationstätigkeiten auch die Förderung von Open Access im Kontext Bestandsentwicklung. Gerade am Beispiel Darwins und der „banned books“ wird deutlich, wie wichtig Bibliotheken und der freie Zugang zu Wissen und unserem kulturellen Erbe ist.

    Darwin in der TIB

    Über das TIB-Portal sind neben dem Zugang zu Darwin online mehr als 900 Treffer zu Titeln von oder über Charles Darwin zu finden. Unter anderem auch die vollständige Neuübersetzung von „Über die Entstehung der Arten“ aus dem Jahr 2025. Das AV-Portal bietet darüber hinaus mit der Suche nach Charles Darwin über 30 Filme, die Darwins Arbeiten thematisieren.

    Viele Freude beim Stöbern!

    #openness #AusDenFachreferaten #CharlesDarwin #LizenzCCBY40INT
  6. Wenn die Wissenschaft schmunzelt – kuriose Fundstücke aus den Fachreferaten der TIB

    Wissenschaft ist bekanntlich eine ernste Angelegenheit. Monografien mit nüchternen Titeln, Aufsätze voller Formeln, Tabellen und Fußnoten prägen den Arbeitsalltag in den Fachreferaten der TIB. Und doch: Wer regelmäßig neue Titel sichtet und für den Bibliotheksbestand auswählt oder Geschenke überprüft, weiß, dass sich zwischen all der fachlichen Strenge hin und wieder kleine Überraschungen verbergen.

    Manchmal ist es ein Buchtitel, der unerwartet blumig daherkommt. Manchmal ein Thema, dessen Existenz man nicht geahnt hätte. Und manchmal fragt man sich schlicht schmunzelnd, wie genau dieses Werk seinen Weg in einen wissenschaftlichen Bibliotheksbestand gefunden hat – sei es durch gezielte Auswahl, Schenkungen oder kuriose Zufälle.

    Passend zur närrischen Jahreszeit laden wir im Februar dazu ein, mit uns einen Blick auf genau diese besonderen Fundstücke zu werfen. In diesem Beitrag stellen verschiedene Fachreferent:innen der TIB Werke vor, die ihnen im Arbeitsalltag ein Lächeln entlockt haben – ohne den wissenschaftlichen Anspruch aus den Augen zu verlieren. Denn selbst zwischen Fachliteratur und Formalia ist Platz für Humor. Helau!

    Fritz Eggelsmann: Schweisser-Brevier – lehrreiche Reime für Autogenschweißer und die, die es werden wollen

    „Gar manches wurde schon geschrieben
    Von der edlen Schweißerei
    Und es ist – nicht übertrieben –
    Stets wissenswert und immer neu“

    Fritz Eggelsmann: Schweisser-Brevier

    Mit diesen gereimten Zeilen beginnt das „Schweisser-Brevier“ von Fritz Eggelsmann. Und wer nun vermutet, es handele sich lediglich um einen poetischen Auftakt, irrt: Das gesamte Werk ist in Reimform verfasst. Spätestens beim ersten Durchblättern sorgt das für ein ungläubiges Schmunzeln – denn gereimte Fachliteratur begegnet einem im bibliothekarischen Alltag eher selten.

    Was auf den ersten Blick an Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ erinnert, entpuppt sich auf den zweiten als durchaus ernstzunehmendes, wenn auch unkonventionell gestaltetes Fachbuch. Inhaltlich widmet sich das Schweisser-Brevier dem Autogenschweißen beziehungsweise Gasschmelzschweißen. In Versform werden Themen wie unterschiedliche Schweißgase, die korrekte Handhabung der Ventile an Gasflaschen sowie verschiedene Schweißtechniken erläutert – fachlich fundiert und erstaunlich umfassend.

    Das Buch erschien 1972 und fand seinen Weg in den Bestand der TIB im Rahmen einer Bestandsübernahme aus dem Institut für Schweißtechnik der TU Braunschweig. Ein schönes Beispiel dafür, dass technische Präzision und sprachlicher Witz sich nicht ausschließen müssen.

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB.

    George Schneider: The book of choice ferns for the garden, conservatory, and stove describing and giving explicit cultural directions for the best and most striking ferns and selaginellas in cultivation

    Im Farnfieber des 19. Jahrhunderts wurden Farne und entsprechende Motive über alle Gesellschaftsschichten hinweg gesammelt. Ob nun in Form von Keramiken, Textilien, Skulpturen, als Verzierung auf Grabsteinen oder als gepresste Farnwedel in Alben – kaum jemand wurde nicht von der Pteridomanie erfasst, wie dieses Phänomen bezeichnet wurde.

    Dabei stand Pterido(phyta) für Gefäßsporenpflanzen bzw. Farnartige Pflanzen und Manie für übertriebene Leidenschaft. Immer neue Farnbücher wurden veröffentlicht, so auch von George Schneider (29. März 1848 bis 2. Januar 1917), dem langjährigen Kulturchef der damals sehr bekannten Baumschule Veitch & Sons in London.

    Zwischen 1892 und 1894 erscheint sein dreibändiges Werk „The book of choice ferns for the garden, conservatory, and stove describing and giving explicit cultural directions for the best and most striking ferns and selaginellas in cultivation“, das die TIB in einer seltenen Goldschnitt-Ausgabe im Bestand hat.

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB: Band 1, Band 2, Band 3

    Online sind die Bände auf der Seite der Biodiversity Heritage Library zu finden.

    Carl Salomon: Wörterbuch der Botanischen Kunstsprache: für Gärtner, Gartenfreunde und Gartenbauzöglinge

    Seit 1881 hat Carl Salomon, Könglicher Garteninspektor in Würzburg, das „Wörterbuch der Botanischen Kunstsprache: für Gärtner, Gartenfreunde und Gartenbauzöglinge herausgegeben“:

    „Verfasser und Verleger der vorliegenden Schrift begegneten sich in dem Wunsche, den Freunden der Pflanzenkunde ein bequemes Taschenbuch zu binden, welches eine Auflistung der gebräuchlichen Kunstausdrücke der botanischen Wissenschaft in alphabetischer Übersicht bietet.“

    (aus dem Vorwort der ersten Aufalage von 1881)

    Die TIB hat die 4. Auflage von 1899 aus dem Bestand der Bibliothek des Instituts für Zierpflanzenbau der Leibniz Universität Hannover übernommen. Es ist die letzte von Salomon selbst bearbeitete Auflage, die er im Dezember 1898 fertigstellte. Er starb kurz danach, am 7. Februar 1899, im Alter von 69 Jahren.

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB.

    Kate Daudy & Kostya Novoselov: Wonderchaos // Kip Thorne & Lia Halloran: The warped side of the universe

    Das ein oder andere ungewöhnliche Werk ist in unserem Bestand gelandet, weil renommierte Autoren – insbesondere Nobelpreisträger – ihre wissenschaftliche Arbeit mit weiteren Interessen verbunden haben.

    So ist Kostya Novoselov (Nobelpreis 2010 für die Entdeckung des Graphens) Co-Autor eines Werkes der Künstlerin Kate Daudy mit dem schönen Titel Wonderchaos, in dem unter anderem nummerierte Schafe als Zufallszahlengenerator durch die Bilder laufen.

    Der Nobelpreisträger Kip Thorne (Nobelpreis 2017 für seine Beiträge zum Gravitationswellendetektor LIGO) ist in seinem Buch The warped side of our universe: an odyssey through black holes, wormholes, time travel, and gravitational waves mit Prosagedichten zu Schlaglichtern seines Forscherlebens selbst zum Künstler geworden.

    Wer selbst Gedichte zur Physik schreiben will, kann sich mit The poetry of physics vorbereiten. „The final section provides practical guidance on crafting your own physics-inspired poetry, encouraging active participation in this tradition of blending scientific and artistic inquiry.“ In diesem Sinne: Los geht‘s!

    Mary Beth Norton: I humbly beg your speedy answer

    Im Mai 1691 erreichte die Redaktion der Londoner Zeitschrift „The Athenian Mercury“ die folgende Frage einer anonymen Leserin:

    „A young man from the city made his addresses to a country gentlewoman for nearly a year and gained her affections. But afterward he slighted her without any explanation. She is a very beautiful and virtuous young lady who has been and still is in love with him to such a degree that her life is despaired of. Is this gentleman, knowing he is the cause of her illness, obliged to marry her in conscience?“

    Zweimal wöchentlich erschienen im Laufe der 1690er-Jahre neue Ausgaben dieser Zeitschrift, in denen eine anonyme Leserschaft die Redaktion um den Verleger John Dunton um Rat in Beziehnungsdingen bat.

    Ursprünglich war sie für die Beantwortung von Leserfragen zu ganz anderen Themen angelegt gewesen – etwa rechtliche oder medizinische Fragen, doch schon bald nach dem ersten Erscheinen häuften sich Fragen privater Natur:

    • How shall a man know when a lady loves him? (Mai 1691)
    • Is interrupting discourse by repeated kisses rude and unmannerly? (Oktober 1691)
    • How may a true lover be distinguished from a false one? (August 1695)

    „The Athenian Mercury“ gilt damit als die weltweit erste Ratgeberkolumne – und erfreute sich großer Popularität. Die us-amerikanische Historikerin Mary Beth Norton hat in ihrem 2025 erschienenen Buch „I humbly beg your speedy answer” eine kuratierte Auswahl dieser Fragen und Antworten zusammengestellt. Der Titel eröffnet einen wunderbaren Einblick in die Gefühlswelten eines früheren Jahrhunderts und in die Anliegen der Menschen in Sachen Partnerwahl, Ehe, elterlicher Zustimmung oder deren Umgehung, außerehelichen Affären und vielem mehr.

    Wer Ratgeberkolumnen liest, wird Vergnügen an diesem Buch finden. Wer sie nicht liest, hat hiermit Gelegenheit sich davon zu überzeugen, wie langlebig und produktiv dieses kleine Genre ist.

    Doch was rieten nun die „Athenians“ der verzweifelten Fragestellerin? Ihre knappe Antwort sei hier nicht vorenthalten:

    „He is obliged in honor and conscience to marry her, but we think the lady happier without him than she could be with such an inconstant lover.“

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB.

    #Wissenschaft #LizenzCCBY40INT #TIB #Fachreferat #Bestand #AusDenFachreferaten
  7. Wenn die Wissenschaft schmunzelt – kuriose Fundstücke aus den Fachreferaten der TIB

    Wissenschaft ist bekanntlich eine ernste Angelegenheit. Monografien mit nüchternen Titeln, Aufsätze voller Formeln, Tabellen und Fußnoten prägen den Arbeitsalltag in den Fachreferaten der TIB. Und doch: Wer regelmäßig neue Titel sichtet und für den Bibliotheksbestand auswählt oder Geschenke überprüft, weiß, dass sich zwischen all der fachlichen Strenge hin und wieder kleine Überraschungen verbergen.

    Manchmal ist es ein Buchtitel, der unerwartet blumig daherkommt. Manchmal ein Thema, dessen Existenz man nicht geahnt hätte. Und manchmal fragt man sich schlicht schmunzelnd, wie genau dieses Werk seinen Weg in einen wissenschaftlichen Bibliotheksbestand gefunden hat – sei es durch gezielte Auswahl, Schenkungen oder kuriose Zufälle.

    Passend zur närrischen Jahreszeit laden wir im Februar dazu ein, mit uns einen Blick auf genau diese besonderen Fundstücke zu werfen. In diesem Beitrag stellen verschiedene Fachreferent:innen der TIB Werke vor, die ihnen im Arbeitsalltag ein Lächeln entlockt haben – ohne den wissenschaftlichen Anspruch aus den Augen zu verlieren. Denn selbst zwischen Fachliteratur und Formalia ist Platz für Humor. Helau!

    Fritz Eggelsmann: Schweisser-Brevier – lehrreiche Reime für Autogenschweißer und die, die es werden wollen

    „Gar manches wurde schon geschrieben
    Von der edlen Schweißerei
    Und es ist – nicht übertrieben –
    Stets wissenswert und immer neu“

    Fritz Eggelsmann: Schweisser-Brevier

    Mit diesen gereimten Zeilen beginnt das „Schweisser-Brevier“ von Fritz Eggelsmann. Und wer nun vermutet, es handele sich lediglich um einen poetischen Auftakt, irrt: Das gesamte Werk ist in Reimform verfasst. Spätestens beim ersten Durchblättern sorgt das für ein ungläubiges Schmunzeln – denn gereimte Fachliteratur begegnet einem im bibliothekarischen Alltag eher selten.

    Was auf den ersten Blick an Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ erinnert, entpuppt sich auf den zweiten als durchaus ernstzunehmendes, wenn auch unkonventionell gestaltetes Fachbuch. Inhaltlich widmet sich das Schweisser-Brevier dem Autogenschweißen beziehungsweise Gasschmelzschweißen. In Versform werden Themen wie unterschiedliche Schweißgase, die korrekte Handhabung der Ventile an Gasflaschen sowie verschiedene Schweißtechniken erläutert – fachlich fundiert und erstaunlich umfassend.

    Das Buch erschien 1972 und fand seinen Weg in den Bestand der TIB im Rahmen einer Bestandsübernahme aus dem Institut für Schweißtechnik der TU Braunschweig. Ein schönes Beispiel dafür, dass technische Präzision und sprachlicher Witz sich nicht ausschließen müssen.

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB.

    George Schneider: The book of choice ferns for the garden, conservatory, and stove describing and giving explicit cultural directions for the best and most striking ferns and selaginellas in cultivation

    Im Farnfieber des 19. Jahrhunderts wurden Farne und entsprechende Motive über alle Gesellschaftsschichten hinweg gesammelt. Ob nun in Form von Keramiken, Textilien, Skulpturen, als Verzierung auf Grabsteinen oder als gepresste Farnwedel in Alben – kaum jemand wurde nicht von der Pteridomanie erfasst, wie dieses Phänomen bezeichnet wurde.

    Dabei stand Pterido(phyta) für Gefäßsproenpflanzen bzw. Farnartige Pflanzen und Manie für übertriebene Leidenschaft. Immer neue Farnbücher wurden veröffentlicht, so auch von George Schneider (29. März 1848 bis 2. Januar 1917), dem langjährigen Kulturchef der damals sehr bekannten Baumschule Veitch & Sons in London.

    Zwischen 1892 und 1894 erscheint sein dreibändiges Werk „The book of choice ferns for the garden, conservatory, and stove describing and giving explicit cultural directions for the best and most striking ferns and selaginellas in cultivation“, das die TIB in einer seltenen Goldschnitt-Ausgabe im Bestand hat.

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB: Band 1, Band 2, Band 3

    Online sind die Bände auf der Seite der Biodiversity Heritage Library zu finden.

    Carl Salomon: Wörterbuch der Botanischen Kunstsprache: für Gärtner, Gartenfreunde und Gartenbauzöglinge

    Seit 1881 hat Carl Salomon, Könglicher Garteninspektor in Würzburg, das „Wörterbuch der Botanischen Kunstsprache: für Gärtner, Gartenfreunde und Gartenbauzöglinge herausgegeben“:

    „Verfasser und Verleger der vorliegenden Schrift begegneten sich in dem Wunsche, den Freunden der Pflanzenkunde ein bequemes Taschenbuch zu binden, welches eine Auflistung der gebräuchlichen Kunstausdrücke der botanischen Wissenschaft in alphabetischer Übersicht bietet.“

    (aus dem Vorwort der ersten Aufalage von 1881)

    Die TIB hat die 4. Auflage von 1899 aus dem Bestand der Bibliothek des Instituts für Zierpflanzenbau der Leibniz Universität Hannover übernommen. Es ist die letzte von Salomon selbst bearbeitete Auflage, die er im Dezember 1898 fertigstellte. Er starb kurz danach, am 7. Februar 1899, im Alter von 69 Jahren.

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB.

    Kate Daudy & Kostya Novoselov: Wonderchaos // Kip Thorne & Lia Halloran: The warped side of the universe

    Das ein oder andere ungewöhnliche Werk ist in unserem Bestand gelandet, weil renommierte Autoren – insbesondere Nobelpreisträger – ihre wissenschaftliche Arbeit mit weiteren Interessen verbunden haben.

    So ist Kostya Novoselov (Nobelpreis 2010 für die Entdeckung des Graphens) Co-Autor eines Werkes der Künstlerin Kate Daudy mit dem schönen Titel Wonderchaos, in dem unter anderem nummerierte Schafe als Zufallszahlengenerator durch die Bilder laufen.

    Der Nobelpreisträger Kip Thorne (Nobelpreis 2017 für seine Beiträge zum Gravitationswellendetektor LIGO) ist in seinem Buch The warped side of our universe: an odyssey through black holes, wormholes, time travel, and gravitational waves mit Prosagedichten zu Schlaglichtern seines Forscherlebens selbst zum Künstler geworden.

    Wer selbst Gedichte zur Physik schreiben will, kann sich mit The poetry of physics vorbereiten. „The final section provides practical guidance on crafting your own physics-inspired poetry, encouraging active participation in this tradition of blending scientific and artistic inquiry.“ In diesem Sinne: Los geht‘s!

    Mary Beth Norton: I humbly beg your speedy answer

    Im Mai 1691 erreichte die Redaktion der Londoner Zeitschrift „The Athenian Mercury“ die folgende Frage einer anonymen Leserin:

    „A young man from the city made his addresses to a country gentlewoman for nearly a year and gained her affections. But afterward he slighted her without any explanation. She is a very beautiful and virtuous young lady who has been and still is in love with him to such a degree that her life is despaired of. Is this gentleman, knowing he is the cause of her illness, obliged to marry her in conscience?“

    Zweimal wöchentlich erschienen im Laufe der 1690er-Jahre neue Ausgaben dieser Zeitschrift, in denen eine anonyme Leserschaft die Redaktion um den Verleger John Dunton um Rat in Beziehnungsdingen bat.

    Ursprünglich war sie für die Beantwortung von Leserfragen zu ganz anderen Themen angelegt gewesen – etwa rechtliche oder medizinische Fragen, doch schon bald nach dem ersten Erscheinen häuften sich Fragen privater Natur:

    • How shall a man know when a lady loves him? (Mai 1691)
    • Is interrupting discourse by repeated kisses rude and unmannerly? (Oktober 1691)
    • How may a true lover be distinguished from a false one? (August 1695)

    „The Athenian Mercury“ gilt damit als die weltweit erste Ratgeberkolumne – und erfreute sich großer Popularität. Die us-amerikanische Historikerin Mary Beth Norton hat in ihrem 2025 erschienenen Buch „I humbly beg your speedy answer” eine kuratierte Auswahl dieser Fragen und Antworten zusammengestellt. Der Titel eröffnet einen wunderbaren Einblick in die Gefühlswelten eines früheren Jahrhunderts und in die Anliegen der Menschen in Sachen Partnerwahl, Ehe, elterlicher Zustimmung oder deren Umgehung, außerehelichen Affären und vielem mehr.

    Wer Ratgeberkolumnen liest, wird Vergnügen an diesem Buch finden. Wer sie nicht liest, hat hiermit Gelegenheit sich davon zu überzeugen, wie langlebig und produktiv dieses kleine Genre ist.

    Doch was rieten nun die „Athenians“ der verzweifelten Fragestellerin? Ihre knappe Antwort sei hier nicht vorenthalten:

    „He is obliged in honor and conscience to marry her, but we think the lady happier without him than she could be with such an inconstant lover.“

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB.

    #AusDenFachreferaten #Wissenschaft #LizenzCCBY40INT #TIB #Fachreferat #Bestand
  8. Wenn die Wissenschaft schmunzelt – kuriose Fundstücke aus den Fachreferaten der TIB

    Wissenschaft ist bekanntlich eine ernste Angelegenheit. Monografien mit nüchternen Titeln, Aufsätze voller Formeln, Tabellen und Fußnoten prägen den Arbeitsalltag in den Fachreferaten der TIB. Und doch: Wer regelmäßig neue Titel sichtet und für den Bibliotheksbestand auswählt oder Geschenke überprüft, weiß, dass sich zwischen all der fachlichen Strenge hin und wieder kleine Überraschungen verbergen.

    Manchmal ist es ein Buchtitel, der unerwartet blumig daherkommt. Manchmal ein Thema, dessen Existenz man nicht geahnt hätte. Und manchmal fragt man sich schlicht schmunzelnd, wie genau dieses Werk seinen Weg in einen wissenschaftlichen Bibliotheksbestand gefunden hat – sei es durch gezielte Auswahl, Schenkungen oder kuriose Zufälle.

    Passend zur närrischen Jahreszeit laden wir im Februar dazu ein, mit uns einen Blick auf genau diese besonderen Fundstücke zu werfen. In diesem Beitrag stellen verschiedene Fachreferent:innen der TIB Werke vor, die ihnen im Arbeitsalltag ein Lächeln entlockt haben – ohne den wissenschaftlichen Anspruch aus den Augen zu verlieren. Denn selbst zwischen Fachliteratur und Formalia ist Platz für Humor. Helau!

    Fritz Eggelsmann: Schweisser-Brevier – lehrreiche Reime für Autogenschweißer und die, die es werden wollen

    „Gar manches wurde schon geschrieben
    Von der edlen Schweißerei
    Und es ist – nicht übertrieben –
    Stets wissenswert und immer neu“

    Fritz Eggelsmann: Schweisser-Brevier

    Mit diesen gereimten Zeilen beginnt das „Schweisser-Brevier“ von Fritz Eggelsmann. Und wer nun vermutet, es handele sich lediglich um einen poetischen Auftakt, irrt: Das gesamte Werk ist in Reimform verfasst. Spätestens beim ersten Durchblättern sorgt das für ein ungläubiges Schmunzeln – denn gereimte Fachliteratur begegnet einem im bibliothekarischen Alltag eher selten.

    Was auf den ersten Blick an Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ erinnert, entpuppt sich auf den zweiten als durchaus ernstzunehmendes, wenn auch unkonventionell gestaltetes Fachbuch. Inhaltlich widmet sich das Schweisser-Brevier dem Autogenschweißen beziehungsweise Gasschmelzschweißen. In Versform werden Themen wie unterschiedliche Schweißgase, die korrekte Handhabung der Ventile an Gasflaschen sowie verschiedene Schweißtechniken erläutert – fachlich fundiert und erstaunlich umfassend.

    Das Buch erschien 1972 und fand seinen Weg in den Bestand der TIB im Rahmen einer Bestandsübernahme aus dem Institut für Schweißtechnik der TU Braunschweig. Ein schönes Beispiel dafür, dass technische Präzision und sprachlicher Witz sich nicht ausschließen müssen.

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB.

    George Schneider: The book of choice ferns for the garden, conservatory, and stove describing and giving explicit cultural directions for the best and most striking ferns and selaginellas in cultivation

    Im Farnfieber des 19. Jahrhunderts wurden Farne und entsprechende Motive über alle Gesellschaftsschichten hinweg gesammelt. Ob nun in Form von Keramiken, Textilien, Skulpturen, als Verzierung auf Grabsteinen oder als gepresste Farnwedel in Alben – kaum jemand wurde nicht von der Pteridomanie erfasst, wie dieses Phänomen bezeichnet wurde.

    Dabei stand Pterido(phyta) für Gefäßsproenpflanzen bzw. Farnartige Pflanzen und Manie für übertriebene Leidenschaft. Immer neue Farnbücher wurden veröffentlicht, so auch von George Schneider (29. März 1848 bis 2. Januar 1917), dem langjährigen Kulturchef der damals sehr bekannten Baumschule Veitch & Sons in London.

    Zwischen 1892 und 1894 erscheint sein dreibändiges Werk „The book of choice ferns for the garden, conservatory, and stove describing and giving explicit cultural directions for the best and most striking ferns and selaginellas in cultivation“, das die TIB in einer seltenen Goldschnitt-Ausgabe im Bestand hat.

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB: Band 1, Band 2, Band 3

    Online sind die Bände auf der Seite der Biodiversity Heritage Library zu finden.

    Carl Salomon: Wörterbuch der Botanischen Kunstsprache: für Gärtner, Gartenfreunde und Gartenbauzöglinge

    Seit 1881 hat Carl Salomon, Könglicher Garteninspektor in Würzburg, das „Wörterbuch der Botanischen Kunstsprache: für Gärtner, Gartenfreunde und Gartenbauzöglinge herausgegeben“:

    „Verfasser und Verleger der vorliegenden Schrift begegneten sich in dem Wunsche, den Freunden der Pflanzenkunde ein bequemes Taschenbuch zu binden, welches eine Auflistung der gebräuchlichen Kunstausdrücke der botanischen Wissenschaft in alphabetischer Übersicht bietet.“

    (aus dem Vorwort der ersten Aufalage von 1881)

    Die TIB hat die 4. Auflage von 1899 aus dem Bestand der Bibliothek des Instituts für Zierpflanzenbau der Leibniz Universität Hannover übernommen. Es ist die letzte von Salomon selbst bearbeitete Auflage, die er im Dezember 1898 fertigstellte. Er starb kurz danach, am 7. Februar 1899, im Alter von 69 Jahren.

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB.

    Kate Daudy & Kostya Novoselov: Wonderchaos // Kip Thorne & Lia Halloran: The warped side of the universe

    Das ein oder andere ungewöhnliche Werk ist in unserem Bestand gelandet, weil renommierte Autoren – insbesondere Nobelpreisträger – ihre wissenschaftliche Arbeit mit weiteren Interessen verbunden haben.

    So ist Kostya Novoselov (Nobelpreis 2010 für die Entdeckung des Graphens) Co-Autor eines Werkes der Künstlerin Kate Daudy mit dem schönen Titel Wonderchaos, in dem unter anderem nummerierte Schafe als Zufallszahlengenerator durch die Bilder laufen.

    Der Nobelpreisträger Kip Thorne (Nobelpreis 2017 für seine Beiträge zum Gravitationswellendetektor LIGO) ist in seinem Buch The warped side of our universe: an odyssey through black holes, wormholes, time travel, and gravitational waves mit Prosagedichten zu Schlaglichtern seines Forscherlebens selbst zum Künstler geworden.

    Wer selbst Gedichte zur Physik schreiben will, kann sich mit The poetry of physics vorbereiten. „The final section provides practical guidance on crafting your own physics-inspired poetry, encouraging active participation in this tradition of blending scientific and artistic inquiry.“ In diesem Sinne: Los geht‘s!

    Mary Beth Norton: I humbly beg your speedy answer

    Im Mai 1691 erreichte die Redaktion der Londoner Zeitschrift „The Athenian Mercury“ die folgende Frage einer anonymen Leserin:

    „A young man from the city made his addresses to a country gentlewoman for nearly a year and gained her affections. But afterward he slighted her without any explanation. She is a very beautiful and virtuous young lady who has been and still is in love with him to such a degree that her life is despaired of. Is this gentleman, knowing he is the cause of her illness, obliged to marry her in conscience?“

    Zweimal wöchentlich erschienen im Laufe der 1690er-Jahre neue Ausgaben dieser Zeitschrift, in denen eine anonyme Leserschaft die Redaktion um den Verleger John Dunton um Rat in Beziehnungsdingen bat.

    Ursprünglich war sie für die Beantwortung von Leserfragen zu ganz anderen Themen angelegt gewesen – etwa rechtliche oder medizinische Fragen, doch schon bald nach dem ersten Erscheinen häuften sich Fragen privater Natur:

    • How shall a man know when a lady loves him? (Mai 1691)
    • Is interrupting discourse by repeated kisses rude and unmannerly? (Oktober 1691)
    • How may a true lover be distinguished from a false one? (August 1695)

    „The Athenian Mercury“ gilt damit als die weltweit erste Ratgeberkolumne – und erfreute sich großer Popularität. Die us-amerikanische Historikerin Mary Beth Norton hat in ihrem 2025 erschienenen Buch „I humbly beg your speedy answer” eine kuratierte Auswahl dieser Fragen und Antworten zusammengestellt. Der Titel eröffnet einen wunderbaren Einblick in die Gefühlswelten eines früheren Jahrhunderts und in die Anliegen der Menschen in Sachen Partnerwahl, Ehe, elterlicher Zustimmung oder deren Umgehung, außerehelichen Affären und vielem mehr.

    Wer Ratgeberkolumnen liest, wird Vergnügen an diesem Buch finden. Wer sie nicht liest, hat hiermit Gelegenheit sich davon zu überzeugen, wie langlebig und produktiv dieses kleine Genre ist.

    Doch was rieten nun die „Athenians“ der verzweifelten Fragestellerin? Ihre knappe Antwort sei hier nicht vorenthalten:

    „He is obliged in honor and conscience to marry her, but we think the lady happier without him than she could be with such an inconstant lover.“

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    #AusDenFachreferaten #Wissenschaft #LizenzCCBY40INT #TIB #Fachreferat #Bestand
  9. Wenn die Wissenschaft schmunzelt – kuriose Fundstücke aus den Fachreferaten der TIB

    Wissenschaft ist bekanntlich eine ernste Angelegenheit. Monografien mit nüchternen Titeln, Aufsätze voller Formeln, Tabellen und Fußnoten prägen den Arbeitsalltag in den Fachreferaten der TIB. Und doch: Wer regelmäßig neue Titel sichtet und für den Bibliotheksbestand auswählt oder Geschenke überprüft, weiß, dass sich zwischen all der fachlichen Strenge hin und wieder kleine Überraschungen verbergen.

    Manchmal ist es ein Buchtitel, der unerwartet blumig daherkommt. Manchmal ein Thema, dessen Existenz man nicht geahnt hätte. Und manchmal fragt man sich schlicht schmunzelnd, wie genau dieses Werk seinen Weg in einen wissenschaftlichen Bibliotheksbestand gefunden hat – sei es durch gezielte Auswahl, Schenkungen oder kuriose Zufälle.

    Passend zur närrischen Jahreszeit laden wir im Februar dazu ein, mit uns einen Blick auf genau diese besonderen Fundstücke zu werfen. In diesem Beitrag stellen verschiedene Fachreferent:innen der TIB Werke vor, die ihnen im Arbeitsalltag ein Lächeln entlockt haben – ohne den wissenschaftlichen Anspruch aus den Augen zu verlieren. Denn selbst zwischen Fachliteratur und Formalia ist Platz für Humor. Helau!

    Fritz Eggelsmann: Schweisser-Brevier – lehrreiche Reime für Autogenschweißer und die, die es werden wollen

    „Gar manches wurde schon geschrieben
    Von der edlen Schweißerei
    Und es ist – nicht übertrieben –
    Stets wissenswert und immer neu“

    Fritz Eggelsmann: Schweisser-Brevier

    Mit diesen gereimten Zeilen beginnt das „Schweisser-Brevier“ von Fritz Eggelsmann. Und wer nun vermutet, es handele sich lediglich um einen poetischen Auftakt, irrt: Das gesamte Werk ist in Reimform verfasst. Spätestens beim ersten Durchblättern sorgt das für ein ungläubiges Schmunzeln – denn gereimte Fachliteratur begegnet einem im bibliothekarischen Alltag eher selten.

    Was auf den ersten Blick an Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ erinnert, entpuppt sich auf den zweiten als durchaus ernstzunehmendes, wenn auch unkonventionell gestaltetes Fachbuch. Inhaltlich widmet sich das Schweisser-Brevier dem Autogenschweißen beziehungsweise Gasschmelzschweißen. In Versform werden Themen wie unterschiedliche Schweißgase, die korrekte Handhabung der Ventile an Gasflaschen sowie verschiedene Schweißtechniken erläutert – fachlich fundiert und erstaunlich umfassend.

    Das Buch erschien 1972 und fand seinen Weg in den Bestand der TIB im Rahmen einer Bestandsübernahme aus dem Institut für Schweißtechnik der TU Braunschweig. Ein schönes Beispiel dafür, dass technische Präzision und sprachlicher Witz sich nicht ausschließen müssen.

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB.

    George Schneider: The book of choice ferns for the garden, conservatory, and stove describing and giving explicit cultural directions for the best and most striking ferns and selaginellas in cultivation

    Im Farnfieber des 19. Jahrhunderts wurden Farne und entsprechende Motive über alle Gesellschaftsschichten hinweg gesammelt. Ob nun in Form von Keramiken, Textilien, Skulpturen, als Verzierung auf Grabsteinen oder als gepresste Farnwedel in Alben – kaum jemand wurde nicht von der Pteridomanie erfasst, wie dieses Phänomen bezeichnet wurde.

    Dabei stand Pterido(phyta) für Gefäßsproenpflanzen bzw. Farnartige Pflanzen und Manie für übertriebene Leidenschaft. Immer neue Farnbücher wurden veröffentlicht, so auch von George Schneider (29. März 1848 bis 2. Januar 1917), dem langjährigen Kulturchef der damals sehr bekannten Baumschule Veitch & Sons in London.

    Zwischen 1892 und 1894 erscheint sein dreibändiges Werk „The book of choice ferns for the garden, conservatory, and stove describing and giving explicit cultural directions for the best and most striking ferns and selaginellas in cultivation“, das die TIB in einer seltenen Goldschnitt-Ausgabe im Bestand hat.

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB: Band 1, Band 2, Band 3

    Online sind die Bände auf der Seite der Biodiversity Heritage Library zu finden.

    Carl Salomon: Wörterbuch der Botanischen Kunstsprache: für Gärtner, Gartenfreunde und Gartenbauzöglinge

    Seit 1881 hat Carl Salomon, Könglicher Garteninspektor in Würzburg, das „Wörterbuch der Botanischen Kunstsprache: für Gärtner, Gartenfreunde und Gartenbauzöglinge herausgegeben“:

    „Verfasser und Verleger der vorliegenden Schrift begegneten sich in dem Wunsche, den Freunden der Pflanzenkunde ein bequemes Taschenbuch zu binden, welches eine Auflistung der gebräuchlichen Kunstausdrücke der botanischen Wissenschaft in alphabetischer Übersicht bietet.“

    (aus dem Vorwort der ersten Aufalage von 1881)

    Die TIB hat die 4. Auflage von 1899 aus dem Bestand der Bibliothek des Instituts für Zierpflanzenbau der Leibniz Universität Hannover übernommen. Es ist die letzte von Salomon selbst bearbeitete Auflage, die er im Dezember 1898 fertigstellte. Er starb kurz danach, am 7. Februar 1899, im Alter von 69 Jahren.

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB.

    Kate Daudy & Kostya Novoselov: Wonderchaos // Kip Thorne & Lia Halloran: The warped side of the universe

    Das ein oder andere ungewöhnliche Werk ist in unserem Bestand gelandet, weil renommierte Autoren – insbesondere Nobelpreisträger – ihre wissenschaftliche Arbeit mit weiteren Interessen verbunden haben.

    So ist Kostya Novoselov (Nobelpreis 2010 für die Entdeckung des Graphens) Co-Autor eines Werkes der Künstlerin Kate Daudy mit dem schönen Titel Wonderchaos, in dem unter anderem nummerierte Schafe als Zufallszahlengenerator durch die Bilder laufen.

    Der Nobelpreisträger Kip Thorne (Nobelpreis 2017 für seine Beiträge zum Gravitationswellendetektor LIGO) ist in seinem Buch The warped side of our universe: an odyssey through black holes, wormholes, time travel, and gravitational waves mit Prosagedichten zu Schlaglichtern seines Forscherlebens selbst zum Künstler geworden.

    Wer selbst Gedichte zur Physik schreiben will, kann sich mit The poetry of physics vorbereiten. „The final section provides practical guidance on crafting your own physics-inspired poetry, encouraging active participation in this tradition of blending scientific and artistic inquiry.“ In diesem Sinne: Los geht‘s!

    Mary Beth Norton: I humbly beg your speedy answer

    Im Mai 1691 erreichte die Redaktion der Londoner Zeitschrift „The Athenian Mercury“ die folgende Frage einer anonymen Leserin:

    „A young man from the city made his addresses to a country gentlewoman for nearly a year and gained her affections. But afterward he slighted her without any explanation. She is a very beautiful and virtuous young lady who has been and still is in love with him to such a degree that her life is despaired of. Is this gentleman, knowing he is the cause of her illness, obliged to marry her in conscience?“

    Zweimal wöchentlich erschienen im Laufe der 1690er-Jahre neue Ausgaben dieser Zeitschrift, in denen eine anonyme Leserschaft die Redaktion um den Verleger John Dunton um Rat in Beziehnungsdingen bat.

    Ursprünglich war sie für die Beantwortung von Leserfragen zu ganz anderen Themen angelegt gewesen – etwa rechtliche oder medizinische Fragen, doch schon bald nach dem ersten Erscheinen häuften sich Fragen privater Natur:

    • How shall a man know when a lady loves him? (Mai 1691)
    • Is interrupting discourse by repeated kisses rude and unmannerly? (Oktober 1691)
    • How may a true lover be distinguished from a false one? (August 1695)

    „The Athenian Mercury“ gilt damit als die weltweit erste Ratgeberkolumne – und erfreute sich großer Popularität. Die us-amerikanische Historikerin Mary Beth Norton hat in ihrem 2025 erschienenen Buch „I humbly beg your speedy answer” eine kuratierte Auswahl dieser Fragen und Antworten zusammengestellt. Der Titel eröffnet einen wunderbaren Einblick in die Gefühlswelten eines früheren Jahrhunderts und in die Anliegen der Menschen in Sachen Partnerwahl, Ehe, elterlicher Zustimmung oder deren Umgehung, außerehelichen Affären und vielem mehr.

    Wer Ratgeberkolumnen liest, wird Vergnügen an diesem Buch finden. Wer sie nicht liest, hat hiermit Gelegenheit sich davon zu überzeugen, wie langlebig und produktiv dieses kleine Genre ist.

    Doch was rieten nun die „Athenians“ der verzweifelten Fragestellerin? Ihre knappe Antwort sei hier nicht vorenthalten:

    „He is obliged in honor and conscience to marry her, but we think the lady happier without him than she could be with such an inconstant lover.“

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB.

    #TIB #Fachreferat #Bestand #AusDenFachreferaten #Wissenschaft #LizenzCCBY40INT
  10. Wenn die Wissenschaft schmunzelt – kuriose Fundstücke aus den Fachreferaten der TIB

    Wissenschaft ist bekanntlich eine ernste Angelegenheit. Monografien mit nüchternen Titeln, Aufsätze voller Formeln, Tabellen und Fußnoten prägen den Arbeitsalltag in den Fachreferaten der TIB. Und doch: Wer regelmäßig neue Titel sichtet und für den Bibliotheksbestand auswählt oder Geschenke überprüft, weiß, dass sich zwischen all der fachlichen Strenge hin und wieder kleine Überraschungen verbergen.

    Manchmal ist es ein Buchtitel, der unerwartet blumig daherkommt. Manchmal ein Thema, dessen Existenz man nicht geahnt hätte. Und manchmal fragt man sich schlicht schmunzelnd, wie genau dieses Werk seinen Weg in einen wissenschaftlichen Bibliotheksbestand gefunden hat – sei es durch gezielte Auswahl, Schenkungen oder kuriose Zufälle.

    Passend zur närrischen Jahreszeit laden wir im Februar dazu ein, mit uns einen Blick auf genau diese besonderen Fundstücke zu werfen. In diesem Beitrag stellen verschiedene Fachreferent:innen der TIB Werke vor, die ihnen im Arbeitsalltag ein Lächeln entlockt haben – ohne den wissenschaftlichen Anspruch aus den Augen zu verlieren. Denn selbst zwischen Fachliteratur und Formalia ist Platz für Humor. Helau!

    Fritz Eggelsmann: Schweisser-Brevier – lehrreiche Reime für Autogenschweißer und die, die es werden wollen

    „Gar manches wurde schon geschrieben
    Von der edlen Schweißerei
    Und es ist – nicht übertrieben –
    Stets wissenswert und immer neu“

    Fritz Eggelsmann: Schweisser-Brevier

    Mit diesen gereimten Zeilen beginnt das „Schweisser-Brevier“ von Fritz Eggelsmann. Und wer nun vermutet, es handele sich lediglich um einen poetischen Auftakt, irrt: Das gesamte Werk ist in Reimform verfasst. Spätestens beim ersten Durchblättern sorgt das für ein ungläubiges Schmunzeln – denn gereimte Fachliteratur begegnet einem im bibliothekarischen Alltag eher selten.

    Was auf den ersten Blick an Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ erinnert, entpuppt sich auf den zweiten als durchaus ernstzunehmendes, wenn auch unkonventionell gestaltetes Fachbuch. Inhaltlich widmet sich das Schweisser-Brevier dem Autogenschweißen beziehungsweise Gasschmelzschweißen. In Versform werden Themen wie unterschiedliche Schweißgase, die korrekte Handhabung der Ventile an Gasflaschen sowie verschiedene Schweißtechniken erläutert – fachlich fundiert und erstaunlich umfassend.

    Das Buch erschien 1972 und fand seinen Weg in den Bestand der TIB im Rahmen einer Bestandsübernahme aus dem Institut für Schweißtechnik der TU Braunschweig. Ein schönes Beispiel dafür, dass technische Präzision und sprachlicher Witz sich nicht ausschließen müssen.

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    George Schneider: The book of choice ferns for the garden, conservatory, and stove describing and giving explicit cultural directions for the best and most striking ferns and selaginellas in cultivation

    Im Farnfieber des 19. Jahrhunderts wurden Farne und entsprechende Motive über alle Gesellschaftsschichten hinweg gesammelt. Ob nun in Form von Keramiken, Textilien, Skulpturen, als Verzierung auf Grabsteinen oder als gepresste Farnwedel in Alben – kaum jemand wurde nicht von der Pteridomanie erfasst, wie dieses Phänomen bezeichnet wurde.

    Dabei stand Pterido(phyta) für Gefäßsproenpflanzen bzw. Farnartige Pflanzen und Manie für übertriebene Leidenschaft. Immer neue Farnbücher wurden veröffentlicht, so auch von George Schneider (29. März 1848 bis 2. Januar 1917), dem langjährigen Kulturchef der damals sehr bekannten Baumschule Veitch & Sons in London.

    Zwischen 1892 und 1894 erscheint sein dreibändiges Werk „The book of choice ferns for the garden, conservatory, and stove describing and giving explicit cultural directions for the best and most striking ferns and selaginellas in cultivation“, das die TIB in einer seltenen Goldschnitt-Ausgabe im Bestand hat.

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB: Band 1, Band 2, Band 3

    Online sind die Bände auf der Seite der Biodiversity Heritage Library zu finden.

    Carl Salomon: Wörterbuch der Botanischen Kunstsprache: für Gärtner, Gartenfreunde und Gartenbauzöglinge

    Seit 1881 hat Carl Salomon, Könglicher Garteninspektor in Würzburg, das „Wörterbuch der Botanischen Kunstsprache: für Gärtner, Gartenfreunde und Gartenbauzöglinge herausgegeben“:

    „Verfasser und Verleger der vorliegenden Schrift begegneten sich in dem Wunsche, den Freunden der Pflanzenkunde ein bequemes Taschenbuch zu binden, welches eine Auflistung der gebräuchlichen Kunstausdrücke der botanischen Wissenschaft in alphabetischer Übersicht bietet.“

    (aus dem Vorwort der ersten Aufalage von 1881)

    Die TIB hat die 4. Auflage von 1899 aus dem Bestand der Bibliothek des Instituts für Zierpflanzenbau der Leibniz Universität Hannover übernommen. Es ist die letzte von Salomon selbst bearbeitete Auflage, die er im Dezember 1898 fertigstellte. Er starb kurz danach, am 7. Februar 1899, im Alter von 69 Jahren.

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB.

    Kate Daudy & Kostya Novoselov: Wonderchaos // Kip Thorne & Lia Halloran: The warped side of the universe

    Das ein oder andere ungewöhnliche Werk ist in unserem Bestand gelandet, weil renommierte Autoren – insbesondere Nobelpreisträger – ihre wissenschaftliche Arbeit mit weiteren Interessen verbunden haben.

    So ist Kostya Novoselov (Nobelpreis 2010 für die Entdeckung des Graphens) Co-Autor eines Werkes der Künstlerin Kate Daudy mit dem schönen Titel Wonderchaos, in dem unter anderem nummerierte Schafe als Zufallszahlengenerator durch die Bilder laufen.

    Der Nobelpreisträger Kip Thorne (Nobelpreis 2017 für seine Beiträge zum Gravitationswellendetektor LIGO) ist in seinem Buch The warped side of our universe: an odyssey through black holes, wormholes, time travel, and gravitational waves mit Prosagedichten zu Schlaglichtern seines Forscherlebens selbst zum Künstler geworden.

    Wer selbst Gedichte zur Physik schreiben will, kann sich mit The poetry of physics vorbereiten. „The final section provides practical guidance on crafting your own physics-inspired poetry, encouraging active participation in this tradition of blending scientific and artistic inquiry.“ In diesem Sinne: Los geht‘s!

    Mary Beth Norton: I humbly beg your speedy answer

    Im Mai 1691 erreichte die Redaktion der Londoner Zeitschrift „The Athenian Mercury“ die folgende Frage einer anonymen Leserin:

    „A young man from the city made his addresses to a country gentlewoman for nearly a year and gained her affections. But afterward he slighted her without any explanation. She is a very beautiful and virtuous young lady who has been and still is in love with him to such a degree that her life is despaired of. Is this gentleman, knowing he is the cause of her illness, obliged to marry her in conscience?“

    Zweimal wöchentlich erschienen im Laufe der 1690er-Jahre neue Ausgaben dieser Zeitschrift, in denen eine anonyme Leserschaft die Redaktion um den Verleger John Dunton um Rat in Beziehnungsdingen bat.

    Ursprünglich war sie für die Beantwortung von Leserfragen zu ganz anderen Themen angelegt gewesen – etwa rechtliche oder medizinische Fragen, doch schon bald nach dem ersten Erscheinen häuften sich Fragen privater Natur:

    • How shall a man know when a lady loves him? (Mai 1691)
    • Is interrupting discourse by repeated kisses rude and unmannerly? (Oktober 1691)
    • How may a true lover be distinguished from a false one? (August 1695)

    „The Athenian Mercury“ gilt damit als die weltweit erste Ratgeberkolumne – und erfreute sich großer Popularität. Die us-amerikanische Historikerin Mary Beth Norton hat in ihrem 2025 erschienenen Buch „I humbly beg your speedy answer” eine kuratierte Auswahl dieser Fragen und Antworten zusammengestellt. Der Titel eröffnet einen wunderbaren Einblick in die Gefühlswelten eines früheren Jahrhunderts und in die Anliegen der Menschen in Sachen Partnerwahl, Ehe, elterlicher Zustimmung oder deren Umgehung, außerehelichen Affären und vielem mehr.

    Wer Ratgeberkolumnen liest, wird Vergnügen an diesem Buch finden. Wer sie nicht liest, hat hiermit Gelegenheit sich davon zu überzeugen, wie langlebig und produktiv dieses kleine Genre ist.

    Doch was rieten nun die „Athenians“ der verzweifelten Fragestellerin? Ihre knappe Antwort sei hier nicht vorenthalten:

    „He is obliged in honor and conscience to marry her, but we think the lady happier without him than she could be with such an inconstant lover.“

    Neugierig geworden? Hier geht es zum Eintrag des Werkes im Portal der TIB.

    #Bestand #AusDenFachreferaten #Wissenschaft #LizenzCCBY40INT #TIB #Fachreferat
  11. Bibliometrie: Wie sie uns alle unterstützen kann

    Was ist Bibliometrie überhaupt? Das klingt erstmal nach etwas, das nur Spezialist:innen interessiert, aber das stimmt nicht. In diesem Blogbeitrag geben wir Einblick, Orientierung und Unterstützung durch die TIB zu diesem Thema und zeigen, welche Unterstützungsangebote es von der TIB gibt. Denn Bibliometrie begegnet uns in der Wissenschaft fast überall:

    • Wie oft wird ein Artikel zitiert?
    • Welche Journals sind besonders einflussreich?
    • Wer forscht weltweit zu einem bestimmten Thema?

    Bibliometrie umfasst das Forschungs- und Anwendungsfeld, das sich mit der quantitativen Analyse wissenschaftlichen Outputs und dessen Einfluss auseinandersetzt.

    Bibliometrische Analysen wenden statistische Methoden auf die Ergebnisse der Forschung an. Sie ermöglichen damit nicht nur Analysen der Publikations- und Forschungsleistung (zum Beispiel Benchmarking und Rankings), sondern schaffen damit Einblicke in Forschungstrends, Netzwerke und den Einfluss des Forschungsoutputs – für Einzelne und für Institutionen.

    Warum ist das Thema für alle relevant?

    Für Studierende – Orientierung im Publikationsdschungel

    Die wissenschaftliche Literatur wächst rasant, im Studium und auch gerade bei der ersten großen Abschlussarbeit stellt sich immer wieder die Frage: Welche Literatur ist in deinem Fachgebiet wichtig und welche Quellen sind wirklich relevant?

    Bibliometrisches Wissen hilft,

    • die Kernliteratur in einem Fachgebiet schnell zu finden,
    • wichtige Autor:innen und Zeitschriften zu erkennen und
    • eine fundierte Auswahl für Seminar-, Bachelor- oder Masterarbeiten zu treffen.

    Für Forschende – strategisch forschen, vernetzen und belegen

    Publizieren ist mehr als nur „fertig schreiben“. Forschende stehen vor der Aufgabe, ihre Arbeiten zielgerichtet in der wissenschaftlichen Landschaft zu platzieren. Bibliometrische Analysen helfen dabei weit über das Thema Sichtbarkeit hinaus:

    • Relevanz prüfen: Erkennen, ob ein Forschungsthema im Trend liegt, wo es Lücken gibt oder welche Aspekte in der Literatur bislang unterrepräsentiert sind.
    • Kooperationen aufbauen: Identifizieren von Forschenden und Institutionen, die ähnliche Fragestellungen bearbeiten – regional wie international.
    • Publikationsstrategie entwickeln: Auswahl der Journals, die nicht nur Reichweite, sondern auch Passung zur Zielgruppe und zum Fachgebiet bieten.

    Für Kolleg:innen in der Bibliothek – Forschung aktiv unterstützen

    Bibliometrisches Know-how ist nicht nur für Beratungsgespräche zu Impact-Faktoren oder Journal-Auswahl relevant. Gerade beim Bestandsaufbau kann es zu einem wertvollen strategischen Werkzeug werden – besonders dann, wenn Budgets knapp sind und jede Erwerbungsentscheidung gut begründet sein muss.

    Durch bibliometrische Analysen lassen sich:

    • Forschungstendenzen frühzeitig erkennen – etwa, welche Themen an der Universität stark wachsen oder in welchen Disziplinen neue Publikationsschwerpunkte entstehen.[1]
    • Kernjournals und Schlüsselpublikationen identifizieren, die für das Fachgebiet unverzichtbar sind.
    • Prioritäten setzen, indem man erkennt, welche Literatur den größten Nutzen für Forschung und Lehre bringt.

    So wird bibliometrisches Wissen zu einem der Tools, mit dem Bibliotheken trotz begrenzter Mittel präziser, zukunftsorientierter und bedarfsorientierter handeln können – und sich als strategische Partnerin im Wissenschaftsbetrieb positionieren.

    Egal, ob Sie studieren, forschen oder in der Bibliothek arbeiten – bibliometrisches Wissen verschafft Durchblick, eröffnet neue Perspektiven und stärt die eigene wissenschaftliche Arbeit.

    Unterstützungsangebote der TIB

    In der TIB bieten wir individuelle Beratung im Rahmen von TIBgefragt und Workshops zu folgenden Themen an:

    • Einführung in die Bibliometrie
    • Zitationsdatenbanken verstehen und nutzen (zum Beispiel Scopus, Web of Science, Dimensions)
    • Impact-Faktoren und alternative Metriken richtig interpretieren
    • Journalauswahl und Open-Access-Strategien
    • Visualisierung bibliometrischer Netzwerke (zum Beispiel mit VOSviewer)

    Unsere Angebote richten sich an:

    • Studierende (ab Bachelorarbeit aufwärts)
    • Promovierende und Postdocs
    • Forschende und Lehrende
    • Bibliotheksmitarbeitende

    Du willst mehr erfahren oder brauchst Unterstützung bei einer konkreten Fragestellung? Dann schau dir unsere aktuellen Beratungsangebote an oder vereinbare direkt einen Beratungstermin.

    Kontakt: [email protected]
    Beratungstermine: nach Vereinbarung oder über unser Buchungssystem

    Aktuell ist eine Webveranstaltung der TIB am 30. September zu den Zitationsdatenbanken Web of Science, Scopus und Dimensions für die Registrierung geöffnet. Hier geht es zum Event.

    Fazit: Bibliometrie ist mehr als nur Zählen

    Ob bei der Publikationsstrategie, in der Forschungsunterstützung oder bei der Studienarbeit – Bibliometrie liefert Orientierung in der wachsenden Publikationsflut. Und genau dabei helfen wir euch gerne weiter.

    [1] Entdeckung von Forschungstrends durch bibliometrische Analyse mit der Dimensions API https://blog.tib.eu/2023/11/24/entdeckung-von-forschungstrends-durch-bibliometrische-analyse-mit-der-dimensions-api/

    #Forschung #AusDenFachreferaten #Bibliometrie #Beratung #Datenanalyse #Forschungstrends #Publikationsdaten #LizenzCCBY40INT #Wissenschaftskommunikation

  12. Bibliometrie: Wie sie uns alle unterstützen kann

    Was ist Bibliometrie überhaupt? Das klingt erstmal nach etwas, das nur Spezialist:innen interessiert, aber das stimmt nicht. In diesem Blogbeitrag geben wir Einblick, Orientierung und Unterstützung durch die TIB zu diesem Thema und zeigen, welche Unterstützungsangebote es von der TIB gibt. Denn Bibliometrie begegnet uns in der Wissenschaft fast überall:

    • Wie oft wird ein Artikel zitiert?
    • Welche Journals sind besonders einflussreich?
    • Wer forscht weltweit zu einem bestimmten Thema?

    Bibliometrie umfasst das Forschungs- und Anwendungsfeld, das sich mit der quantitativen Analyse wissenschaftlichen Outputs und dessen Einfluss auseinandersetzt.

    Bibliometrische Analysen wenden statistische Methoden auf die Ergebnisse der Forschung an. Sie ermöglichen damit nicht nur Analysen der Publikations- und Forschungsleistung (zum Beispiel Benchmarking und Rankings), sondern schaffen damit Einblicke in Forschungstrends, Netzwerke und den Einfluss des Forschungsoutputs – für Einzelne und für Institutionen.

    Warum ist das Thema für alle relevant?

    Für Studierende – Orientierung im Publikationsdschungel

    Die wissenschaftliche Literatur wächst rasant, im Studium und auch gerade bei der ersten großen Abschlussarbeit stellt sich immer wieder die Frage: Welche Literatur ist in deinem Fachgebiet wichtig und welche Quellen sind wirklich relevant?

    Bibliometrisches Wissen hilft,

    • die Kernliteratur in einem Fachgebiet schnell zu finden,
    • wichtige Autor:innen und Zeitschriften zu erkennen und
    • eine fundierte Auswahl für Seminar-, Bachelor- oder Masterarbeiten zu treffen.

    Für Forschende – strategisch forschen, vernetzen und belegen

    Publizieren ist mehr als nur „fertig schreiben“. Forschende stehen vor der Aufgabe, ihre Arbeiten zielgerichtet in der wissenschaftlichen Landschaft zu platzieren. Bibliometrische Analysen helfen dabei weit über das Thema Sichtbarkeit hinaus:

    • Relevanz prüfen: Erkennen, ob ein Forschungsthema im Trend liegt, wo es Lücken gibt oder welche Aspekte in der Literatur bislang unterrepräsentiert sind.
    • Kooperationen aufbauen: Identifizieren von Forschenden und Institutionen, die ähnliche Fragestellungen bearbeiten – regional wie international.
    • Publikationsstrategie entwickeln: Auswahl der Journals, die nicht nur Reichweite, sondern auch Passung zur Zielgruppe und zum Fachgebiet bieten.

    Für Kolleg:innen in der Bibliothek – Forschung aktiv unterstützen

    Bibliometrisches Know-how ist nicht nur für Beratungsgespräche zu Impact-Faktoren oder Journal-Auswahl relevant. Gerade beim Bestandsaufbau kann es zu einem wertvollen strategischen Werkzeug werden – besonders dann, wenn Budgets knapp sind und jede Erwerbungsentscheidung gut begründet sein muss.

    Durch bibliometrische Analysen lassen sich:

    • Forschungstendenzen frühzeitig erkennen – etwa, welche Themen an der Universität stark wachsen oder in welchen Disziplinen neue Publikationsschwerpunkte entstehen.[1]
    • Kernjournals und Schlüsselpublikationen identifizieren, die für das Fachgebiet unverzichtbar sind.
    • Prioritäten setzen, indem man erkennt, welche Literatur den größten Nutzen für Forschung und Lehre bringt.

    So wird bibliometrisches Wissen zu einem der Tools, mit dem Bibliotheken trotz begrenzter Mittel präziser, zukunftsorientierter und bedarfsorientierter handeln können – und sich als strategische Partnerin im Wissenschaftsbetrieb positionieren.

    Egal, ob Sie studieren, forschen oder in der Bibliothek arbeiten – bibliometrisches Wissen verschafft Durchblick, eröffnet neue Perspektiven und stärt die eigene wissenschaftliche Arbeit.

    Unterstützungsangebote der TIB

    In der TIB bieten wir individuelle Beratung im Rahmen von TIBgefragt und Workshops zu folgenden Themen an:

    • Einführung in die Bibliometrie
    • Zitationsdatenbanken verstehen und nutzen (zum Beispiel Scopus, Web of Science, Dimensions)
    • Impact-Faktoren und alternative Metriken richtig interpretieren
    • Journalauswahl und Open-Access-Strategien
    • Visualisierung bibliometrischer Netzwerke (zum Beispiel mit VOSviewer)

    Unsere Angebote richten sich an:

    • Studierende (ab Bachelorarbeit aufwärts)
    • Promovierende und Postdocs
    • Forschende und Lehrende
    • Bibliotheksmitarbeitende

    Du willst mehr erfahren oder brauchst Unterstützung bei einer konkreten Fragestellung? Dann schau dir unsere aktuellen Beratungsangebote an oder vereinbare direkt einen Beratungstermin.

    Kontakt: [email protected]
    Beratungstermine: nach Vereinbarung oder über unser Buchungssystem

    Aktuell ist eine Webveranstaltung der TIB am 30. September zu den Zitationsdatenbanken Web of Science, Scopus und Dimensions für die Registrierung geöffnet. Hier geht es zum Event.

    Fazit: Bibliometrie ist mehr als nur Zählen

    Ob bei der Publikationsstrategie, in der Forschungsunterstützung oder bei der Studienarbeit – Bibliometrie liefert Orientierung in der wachsenden Publikationsflut. Und genau dabei helfen wir euch gerne weiter.

    [1] Entdeckung von Forschungstrends durch bibliometrische Analyse mit der Dimensions API https://blog.tib.eu/2023/11/24/entdeckung-von-forschungstrends-durch-bibliometrische-analyse-mit-der-dimensions-api/

    #LizenzCCBY40INT #Wissenschaftskommunikation #Forschung #AusDenFachreferaten #Bibliometrie #Beratung #Datenanalyse #Forschungstrends #Publikationsdaten

  13. Bibliometrie: Wie sie uns alle unterstützen kann

    Was ist Bibliometrie überhaupt? Das klingt erstmal nach etwas, das nur Spezialist:innen interessiert, aber das stimmt nicht. In diesem Blogbeitrag geben wir Einblick, Orientierung und Unterstützung durch die TIB zu diesem Thema und zeigen, welche Unterstützungsangebote es von der TIB gibt. Denn Bibliometrie begegnet uns in der Wissenschaft fast überall:

    • Wie oft wird ein Artikel zitiert?
    • Welche Journals sind besonders einflussreich?
    • Wer forscht weltweit zu einem bestimmten Thema?

    Bibliometrie umfasst das Forschungs- und Anwendungsfeld, das sich mit der quantitativen Analyse wissenschaftlichen Outputs und dessen Einfluss auseinandersetzt.

    Bibliometrische Analysen wenden statistische Methoden auf die Ergebnisse der Forschung an. Sie ermöglichen damit nicht nur Analysen der Publikations- und Forschungsleistung (zum Beispiel Benchmarking und Rankings), sondern schaffen damit Einblicke in Forschungstrends, Netzwerke und den Einfluss des Forschungsoutputs – für Einzelne und für Institutionen.

    Warum ist das Thema für alle relevant?

    Für Studierende – Orientierung im Publikationsdschungel

    Die wissenschaftliche Literatur wächst rasant, im Studium und auch gerade bei der ersten großen Abschlussarbeit stellt sich immer wieder die Frage: Welche Literatur ist in deinem Fachgebiet wichtig und welche Quellen sind wirklich relevant?

    Bibliometrisches Wissen hilft,

    • die Kernliteratur in einem Fachgebiet schnell zu finden,
    • wichtige Autor:innen und Zeitschriften zu erkennen und
    • eine fundierte Auswahl für Seminar-, Bachelor- oder Masterarbeiten zu treffen.

    Für Forschende – strategisch forschen, vernetzen und belegen

    Publizieren ist mehr als nur „fertig schreiben“. Forschende stehen vor der Aufgabe, ihre Arbeiten zielgerichtet in der wissenschaftlichen Landschaft zu platzieren. Bibliometrische Analysen helfen dabei weit über das Thema Sichtbarkeit hinaus:

    • Relevanz prüfen: Erkennen, ob ein Forschungsthema im Trend liegt, wo es Lücken gibt oder welche Aspekte in der Literatur bislang unterrepräsentiert sind.
    • Kooperationen aufbauen: Identifizieren von Forschenden und Institutionen, die ähnliche Fragestellungen bearbeiten – regional wie international.
    • Publikationsstrategie entwickeln: Auswahl der Journals, die nicht nur Reichweite, sondern auch Passung zur Zielgruppe und zum Fachgebiet bieten.

    Für Kolleg:innen in der Bibliothek – Forschung aktiv unterstützen

    Bibliometrisches Know-how ist nicht nur für Beratungsgespräche zu Impact-Faktoren oder Journal-Auswahl relevant. Gerade beim Bestandsaufbau kann es zu einem wertvollen strategischen Werkzeug werden – besonders dann, wenn Budgets knapp sind und jede Erwerbungsentscheidung gut begründet sein muss.

    Durch bibliometrische Analysen lassen sich:

    • Forschungstendenzen frühzeitig erkennen – etwa, welche Themen an der Universität stark wachsen oder in welchen Disziplinen neue Publikationsschwerpunkte entstehen.[1]
    • Kernjournals und Schlüsselpublikationen identifizieren, die für das Fachgebiet unverzichtbar sind.
    • Prioritäten setzen, indem man erkennt, welche Literatur den größten Nutzen für Forschung und Lehre bringt.

    So wird bibliometrisches Wissen zu einem der Tools, mit dem Bibliotheken trotz begrenzter Mittel präziser, zukunftsorientierter und bedarfsorientierter handeln können – und sich als strategische Partnerin im Wissenschaftsbetrieb positionieren.

    Egal, ob Sie studieren, forschen oder in der Bibliothek arbeiten – bibliometrisches Wissen verschafft Durchblick, eröffnet neue Perspektiven und stärt die eigene wissenschaftliche Arbeit.

    Unterstützungsangebote der TIB

    In der TIB bieten wir individuelle Beratung im Rahmen von TIBgefragt und Workshops zu folgenden Themen an:

    • Einführung in die Bibliometrie
    • Zitationsdatenbanken verstehen und nutzen (zum Beispiel Scopus, Web of Science, Dimensions)
    • Impact-Faktoren und alternative Metriken richtig interpretieren
    • Journalauswahl und Open-Access-Strategien
    • Visualisierung bibliometrischer Netzwerke (zum Beispiel mit VOSviewer)

    Unsere Angebote richten sich an:

    • Studierende (ab Bachelorarbeit aufwärts)
    • Promovierende und Postdocs
    • Forschende und Lehrende
    • Bibliotheksmitarbeitende

    Du willst mehr erfahren oder brauchst Unterstützung bei einer konkreten Fragestellung? Dann schau dir unsere aktuellen Beratungsangebote an oder vereinbare direkt einen Beratungstermin.

    Kontakt: [email protected]
    Beratungstermine: nach Vereinbarung oder über unser Buchungssystem

    Aktuell ist eine Webveranstaltung der TIB am 30. September zu den Zitationsdatenbanken Web of Science, Scopus und Dimensions für die Registrierung geöffnet. Hier geht es zum Event.

    Fazit: Bibliometrie ist mehr als nur Zählen

    Ob bei der Publikationsstrategie, in der Forschungsunterstützung oder bei der Studienarbeit – Bibliometrie liefert Orientierung in der wachsenden Publikationsflut. Und genau dabei helfen wir euch gerne weiter.

    [1] Entdeckung von Forschungstrends durch bibliometrische Analyse mit der Dimensions API https://blog.tib.eu/2023/11/24/entdeckung-von-forschungstrends-durch-bibliometrische-analyse-mit-der-dimensions-api/

    #AusDenFachreferaten #Bibliometrie #Beratung #Datenanalyse #Forschungstrends #Publikationsdaten #LizenzCCBY40INT #Wissenschaftskommunikation #Forschung

  14. Bibliometrie: Wie sie uns alle unterstützen kann

    Was ist Bibliometrie überhaupt? Das klingt erstmal nach etwas, das nur Spezialist:innen interessiert, aber das stimmt nicht. In diesem Blogbeitrag geben wir Einblick, Orientierung und Unterstützung durch die TIB zu diesem Thema und zeigen, welche Unterstützungsangebote es von der TIB gibt. Denn Bibliometrie begegnet uns in der Wissenschaft fast überall:

    • Wie oft wird ein Artikel zitiert?
    • Welche Journals sind besonders einflussreich?
    • Wer forscht weltweit zu einem bestimmten Thema?

    Bibliometrie umfasst das Forschungs- und Anwendungsfeld, das sich mit der quantitativen Analyse wissenschaftlichen Outputs und dessen Einfluss auseinandersetzt.

    Bibliometrische Analysen wenden statistische Methoden auf die Ergebnisse der Forschung an. Sie ermöglichen damit nicht nur Analysen der Publikations- und Forschungsleistung (zum Beispiel Benchmarking und Rankings), sondern schaffen damit Einblicke in Forschungstrends, Netzwerke und den Einfluss des Forschungsoutputs – für Einzelne und für Institutionen.

    Warum ist das Thema für alle relevant?

    Für Studierende – Orientierung im Publikationsdschungel

    Die wissenschaftliche Literatur wächst rasant, im Studium und auch gerade bei der ersten großen Abschlussarbeit stellt sich immer wieder die Frage: Welche Literatur ist in deinem Fachgebiet wichtig und welche Quellen sind wirklich relevant?

    Bibliometrisches Wissen hilft,

    • die Kernliteratur in einem Fachgebiet schnell zu finden,
    • wichtige Autor:innen und Zeitschriften zu erkennen und
    • eine fundierte Auswahl für Seminar-, Bachelor- oder Masterarbeiten zu treffen.

    Für Forschende – strategisch forschen, vernetzen und belegen

    Publizieren ist mehr als nur „fertig schreiben“. Forschende stehen vor der Aufgabe, ihre Arbeiten zielgerichtet in der wissenschaftlichen Landschaft zu platzieren. Bibliometrische Analysen helfen dabei weit über das Thema Sichtbarkeit hinaus:

    • Relevanz prüfen: Erkennen, ob ein Forschungsthema im Trend liegt, wo es Lücken gibt oder welche Aspekte in der Literatur bislang unterrepräsentiert sind.
    • Kooperationen aufbauen: Identifizieren von Forschenden und Institutionen, die ähnliche Fragestellungen bearbeiten – regional wie international.
    • Publikationsstrategie entwickeln: Auswahl der Journals, die nicht nur Reichweite, sondern auch Passung zur Zielgruppe und zum Fachgebiet bieten.

    Für Kolleg:innen in der Bibliothek – Forschung aktiv unterstützen

    Bibliometrisches Know-how ist nicht nur für Beratungsgespräche zu Impact-Faktoren oder Journal-Auswahl relevant. Gerade beim Bestandsaufbau kann es zu einem wertvollen strategischen Werkzeug werden – besonders dann, wenn Budgets knapp sind und jede Erwerbungsentscheidung gut begründet sein muss.

    Durch bibliometrische Analysen lassen sich:

    • Forschungstendenzen frühzeitig erkennen – etwa, welche Themen an der Universität stark wachsen oder in welchen Disziplinen neue Publikationsschwerpunkte entstehen.[1]
    • Kernjournals und Schlüsselpublikationen identifizieren, die für das Fachgebiet unverzichtbar sind.
    • Prioritäten setzen, indem man erkennt, welche Literatur den größten Nutzen für Forschung und Lehre bringt.

    So wird bibliometrisches Wissen zu einem der Tools, mit dem Bibliotheken trotz begrenzter Mittel präziser, zukunftsorientierter und bedarfsorientierter handeln können – und sich als strategische Partnerin im Wissenschaftsbetrieb positionieren.

    Egal, ob Sie studieren, forschen oder in der Bibliothek arbeiten – bibliometrisches Wissen verschafft Durchblick, eröffnet neue Perspektiven und stärt die eigene wissenschaftliche Arbeit.

    Unterstützungsangebote der TIB

    In der TIB bieten wir individuelle Beratung im Rahmen von TIBgefragt und Workshops zu folgenden Themen an:

    • Einführung in die Bibliometrie
    • Zitationsdatenbanken verstehen und nutzen (zum Beispiel Scopus, Web of Science, Dimensions)
    • Impact-Faktoren und alternative Metriken richtig interpretieren
    • Journalauswahl und Open-Access-Strategien
    • Visualisierung bibliometrischer Netzwerke (zum Beispiel mit VOSviewer)

    Unsere Angebote richten sich an:

    • Studierende (ab Bachelorarbeit aufwärts)
    • Promovierende und Postdocs
    • Forschende und Lehrende
    • Bibliotheksmitarbeitende

    Du willst mehr erfahren oder brauchst Unterstützung bei einer konkreten Fragestellung? Dann schau dir unsere aktuellen Beratungsangebote an oder vereinbare direkt einen Beratungstermin.

    Kontakt: [email protected]
    Beratungstermine: nach Vereinbarung oder über unser Buchungssystem

    Aktuell ist eine Webveranstaltung der TIB am 30. September zu den Zitationsdatenbanken Web of Science, Scopus und Dimensions für die Registrierung geöffnet. Hier geht es zum Event.

    Fazit: Bibliometrie ist mehr als nur Zählen

    Ob bei der Publikationsstrategie, in der Forschungsunterstützung oder bei der Studienarbeit – Bibliometrie liefert Orientierung in der wachsenden Publikationsflut. Und genau dabei helfen wir euch gerne weiter.

    [1] Entdeckung von Forschungstrends durch bibliometrische Analyse mit der Dimensions API https://blog.tib.eu/2023/11/24/entdeckung-von-forschungstrends-durch-bibliometrische-analyse-mit-der-dimensions-api/

    #LizenzCCBY40INT #Wissenschaftskommunikation #Forschung #AusDenFachreferaten #Bibliometrie #Beratung #Datenanalyse #Forschungstrends #Publikationsdaten

  15. Bibliometrie: Wie sie uns alle unterstützen kann

    Was ist Bibliometrie überhaupt? Das klingt erstmal nach etwas, das nur Spezialist:innen interessiert, aber das stimmt nicht. In diesem Blogbeitrag geben wir Einblick, Orientierung und Unterstützung durch die TIB zu diesem Thema und zeigen, welche Unterstützungsangebote es von der TIB gibt. Denn Bibliometrie begegnet uns in der Wissenschaft fast überall:

    • Wie oft wird ein Artikel zitiert?
    • Welche Journals sind besonders einflussreich?
    • Wer forscht weltweit zu einem bestimmten Thema?

    Bibliometrie umfasst das Forschungs- und Anwendungsfeld, das sich mit der quantitativen Analyse wissenschaftlichen Outputs und dessen Einfluss auseinandersetzt.

    Bibliometrische Analysen wenden statistische Methoden auf die Ergebnisse der Forschung an. Sie ermöglichen damit nicht nur Analysen der Publikations- und Forschungsleistung (zum Beispiel Benchmarking und Rankings), sondern schaffen damit Einblicke in Forschungstrends, Netzwerke und den Einfluss des Forschungsoutputs – für Einzelne und für Institutionen.

    Warum ist das Thema für alle relevant?

    Für Studierende – Orientierung im Publikationsdschungel

    Die wissenschaftliche Literatur wächst rasant, im Studium und auch gerade bei der ersten großen Abschlussarbeit stellt sich immer wieder die Frage: Welche Literatur ist in deinem Fachgebiet wichtig und welche Quellen sind wirklich relevant?

    Bibliometrisches Wissen hilft,

    • die Kernliteratur in einem Fachgebiet schnell zu finden,
    • wichtige Autor:innen und Zeitschriften zu erkennen und
    • eine fundierte Auswahl für Seminar-, Bachelor- oder Masterarbeiten zu treffen.

    Für Forschende – strategisch forschen, vernetzen und belegen

    Publizieren ist mehr als nur „fertig schreiben“. Forschende stehen vor der Aufgabe, ihre Arbeiten zielgerichtet in der wissenschaftlichen Landschaft zu platzieren. Bibliometrische Analysen helfen dabei weit über das Thema Sichtbarkeit hinaus:

    • Relevanz prüfen: Erkennen, ob ein Forschungsthema im Trend liegt, wo es Lücken gibt oder welche Aspekte in der Literatur bislang unterrepräsentiert sind.
    • Kooperationen aufbauen: Identifizieren von Forschenden und Institutionen, die ähnliche Fragestellungen bearbeiten – regional wie international.
    • Publikationsstrategie entwickeln: Auswahl der Journals, die nicht nur Reichweite, sondern auch Passung zur Zielgruppe und zum Fachgebiet bieten.

    Für Kolleg:innen in der Bibliothek – Forschung aktiv unterstützen

    Bibliometrisches Know-how ist nicht nur für Beratungsgespräche zu Impact-Faktoren oder Journal-Auswahl relevant. Gerade beim Bestandsaufbau kann es zu einem wertvollen strategischen Werkzeug werden – besonders dann, wenn Budgets knapp sind und jede Erwerbungsentscheidung gut begründet sein muss.

    Durch bibliometrische Analysen lassen sich:

    • Forschungstendenzen frühzeitig erkennen – etwa, welche Themen an der Universität stark wachsen oder in welchen Disziplinen neue Publikationsschwerpunkte entstehen.[1]
    • Kernjournals und Schlüsselpublikationen identifizieren, die für das Fachgebiet unverzichtbar sind.
    • Prioritäten setzen, indem man erkennt, welche Literatur den größten Nutzen für Forschung und Lehre bringt.

    So wird bibliometrisches Wissen zu einem der Tools, mit dem Bibliotheken trotz begrenzter Mittel präziser, zukunftsorientierter und bedarfsorientierter handeln können – und sich als strategische Partnerin im Wissenschaftsbetrieb positionieren.

    Egal, ob Sie studieren, forschen oder in der Bibliothek arbeiten – bibliometrisches Wissen verschafft Durchblick, eröffnet neue Perspektiven und stärt die eigene wissenschaftliche Arbeit.

    Unterstützungsangebote der TIB

    In der TIB bieten wir individuelle Beratung im Rahmen von TIBgefragt und Workshops zu folgenden Themen an:

    • Einführung in die Bibliometrie
    • Zitationsdatenbanken verstehen und nutzen (zum Beispiel Scopus, Web of Science, Dimensions)
    • Impact-Faktoren und alternative Metriken richtig interpretieren
    • Journalauswahl und Open-Access-Strategien
    • Visualisierung bibliometrischer Netzwerke (zum Beispiel mit VOSviewer)

    Unsere Angebote richten sich an:

    • Studierende (ab Bachelorarbeit aufwärts)
    • Promovierende und Postdocs
    • Forschende und Lehrende
    • Bibliotheksmitarbeitende

    Du willst mehr erfahren oder brauchst Unterstützung bei einer konkreten Fragestellung? Dann schau dir unsere aktuellen Beratungsangebote an oder vereinbare direkt einen Beratungstermin.

    Kontakt: [email protected]
    Beratungstermine: nach Vereinbarung oder über unser Buchungssystem

    Aktuell ist eine Webveranstaltung der TIB am 30. September zu den Zitationsdatenbanken Web of Science, Scopus und Dimensions für die Registrierung geöffnet. Hier geht es zum Event.

    Fazit: Bibliometrie ist mehr als nur Zählen

    Ob bei der Publikationsstrategie, in der Forschungsunterstützung oder bei der Studienarbeit – Bibliometrie liefert Orientierung in der wachsenden Publikationsflut. Und genau dabei helfen wir euch gerne weiter.

    [1] Entdeckung von Forschungstrends durch bibliometrische Analyse mit der Dimensions API https://blog.tib.eu/2023/11/24/entdeckung-von-forschungstrends-durch-bibliometrische-analyse-mit-der-dimensions-api/

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