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829 results for “abraun”
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Tja heute musste ich dann tatsächlich eines meiner Völker abräumen.
Alle #Bienen tot.
Für mich sieht das nach einem Varroa-Schaden aus. Fehler des #Imkers: nicht ausreichend gegen Varroa behandelt. Das Volk hatte mit 4 Schalen Thymovar behandelt was scheinbar nicht so effektiv ist wie z. B. Ameisensäure.
Futter schätze ich auch eher als zu wenig ein.Da muss ich aufmerksamer sein in Zukunft.
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Tja heute musste ich dann tatsächlich eines meiner Völker abräumen.
Alle #Bienen tot.
Für mich sieht das nach einem Varroa-Schaden aus. Fehler des #Imkers: nicht ausreichend gegen Varroa behandelt. Das Volk hatte mit 4 Schalen Thymovar behandelt was scheinbar nicht so effektiv ist wie z. B. Ameisensäure.
Futter schätze ich auch eher als zu wenig ein.Da muss ich aufmerksamer sein in Zukunft.
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Tja heute musste ich dann tatsächlich eines meiner Völker abräumen.
Alle #Bienen tot.
Für mich sieht das nach einem Varroa-Schaden aus. Fehler des #Imkers: nicht ausreichend gegen Varroa behandelt. Das Volk hatte mit 4 Schalen Thymovar behandelt was scheinbar nicht so effektiv ist wie z. B. Ameisensäure.
Futter schätze ich auch eher als zu wenig ein.Da muss ich aufmerksamer sein in Zukunft.
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Sevillako Teknifikazio Stagerako hautatu dute Aroa Iraeta Orio Arraunketa Elkarteko kadetea
Espainiako estatuan hamar neska eta beste horrenbeste mutil hautatu dituzte abenduaren 6tik 14ra egonaldia egiteko Sevillan (Espainia).
https://orioguka.eus/urola-kosta/1763723583542-sevillako-teknifikazio-stagerako-hautatu-dute-aroa-iraeta-orio-arraunketa-elkarteko-kadetea?utm_source=Mastodon&utm_medium=Sare_sozialak -
🎙️ TuMatxa 31 x 𝗦𝗔𝗜𝗢𝗔 𝗠𝗔𝗞𝗔𝗭𝗔𝗚𝗔
'Enbata'-ko arraunlaria oso gertutik ezagutzeko aukera izan dugu 🤭
https://cloud.tokimedia.eus/public/bideo/163671/embed/vertical
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I recently(ish) bought 2 things advertised as having 5-year warranties: a Braun shaver and a Vado shower pump.
The shaver failed after 2½ years, the shower pump failed after 5 years and a couple of weeks.
Braun said "sorry, the advert saying 5-year warranty was wrong, it's really only a 2-year warranty, you're on your own".
Vado said "Don't worry, we've recently increased the warranty to 6 years, we'll send an engineer next week".
Won't be buying Braun again.
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The shaver failed after 2½ years, the shower pump failed after 5 years and a couple of weeks.
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The shaver failed after 2½ years, the shower pump failed after 5 years and a couple of weeks.
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I recently(ish) bought 2 things advertised as having 5-year warranties: a Braun shaver and a Vado shower pump.
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Vado said "Don't worry, we've recently increased the warranty to 6 years, we'll send an engineer next week".
Won't be buying Braun again.
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Tiendas españolas:
Así en general tienes unos precios más altos, lo cual es obvio porque lo han importado de japón o de otras tiendas europeas a granel... a cambio tienes unos gastos de envío menores. Tenedlo bien en cuenta:- GoblinTrader: Al final han caído, hace como mes y medio me acerqué a la tienda de Fuenlabrada con un amigo y nos sorprendimos al ver que estaban desmontando unos palés. El encargado de la tienda nos dijo que habían traído esto y que no sabía por donde iban los tiros... así que le di la chapa xD
En fin, que sepáis que tienen cosas bastante modernas y varios kits de personalización y mejora al estilo de Build Fighters o 30MinuteMissions- GeoSanBattle: Estos majos tienen tienda física en Tomelloso, lo cual me va mu bien a futuros porque voy a mudarme a un pueblo cercano de Ciudad Real... lástima que solo abran algunos viernes.
Por lo demás tienen un catálogo bastante impresionante de kits, tanto viejos como nuevos y tanto de Bandai como de otras cosas (le tengo echado un ojo a un VicViper del juego de navecitas Gradius, desde hace un tiempo). Rapidos y no muy caros.Lo malo es que su web va a saltos y puede ser un poco frustrante :S
- OmegaCenter: Solo he comprado allí en físico, pero tenían una buena cantidad de kits de Master Grade (vamos, de los caretes) y guardados en buenas condiciones. A tener en cuenta por si no encuentras algo en otros sitios...
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@Kristian @KristianIch hatte einen Facebook-Account von 2009 bis 2025, Instagram von 2011 bis 2024, Twitter von 2010 bis 2023, Flickr (immer noch) von 2005 bis heute. In all diesen Umgebungen hab ich Kontakte, Daten, Kommentare, persönliche Konversationen, die im Extremfall - Flickr - über zwei Jahrzehnte zurückreichen. Von individuellen Entscheidungen, dort nicht mehr sein zu wollen, mal abgesehen: Diese Systeme haben über mindestens diese Zeitspanne Daten, Verfügbarkeit, Erreichbarkeit stabil gehalten.
Dahinter stecken allerdings auch gewinnorientierte Großkonzerne mit Milliardenbudgets, die sie zu einem erheblichen Teil daher haben, daß sie die privaten Daten ihrer Nutzer verschachern.
Facebook beispielsweise hat keinen VPS. Facebook hat eigene gigantische Datenzentren mit hunderten Server-Racks und abertausenden Einzelservern. Und die haben sie weltweit. Die haben Redundanz von der Redundanz von der Redundanz. Und die haben bezahlte Vollzeit-Profi-Administratoren in Divisionsstärke.
Okay, auch Meta Platforms hat mindestens einen Single Point of Failure. Wenn der ausfällt, ist ganz Facebook tot, ist ganz Instagram tot, ist ganz Threads tot, ist ganz WhatsApp tot und ist ganz Horizon tot. Ist oft genug passiert."Vollständig" im Fediverse bin ich seit 2018, und wenn ich die Menge an Instanzen und Implementationen danebenlege, die in dieser Zwischenzeit erschienen und wieder verschwunden sind, wird es mir schwummrig.
Das Fediverse hat im allgemeinen genau null Budget. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen werden alle Server von unbezahlten freiwilligen Individuen in ihrer Freizeit betrieben.
Und "Server" heißt nicht zwingend "Rackeisen bei Hetzner oder OVH im Serverschrank", sondern oft genug "alter Rechner, den der Admin noch zu Hause rumliegen hatte, wo er einfach mal Linux, einen LAMP-Stack und Friendica draufgeschmissen hat und aus Goodwill seinen Node anderen zur Verfügung stellt". Wenn der abraucht, ist Schicht im Schacht, vor allem, wenn der Admin nicht mal eben die Kohle hat für Ersatzteile, geschweige denn eine brandneue Maschine.
Äpfel und Birnen also.
Friendica hatte ja nie eine "Friendica gGmbh" oder "Friendica, Inc.", die den einen oder anderen Leuchtturm-Node professionell betreibt. Alle Friendica-Nodes werden von Freiwilligen betrieben. Da muß man als Friendica-Nutzer nehmen, was da ist.
Guck dir mal an, wieviele Friendica-Nodes mit offener Registrierung es aktuell gibt. Wenn dich das wundert: Guck dir mal an, wieviele Nutzer Friendica hat.Das Fediverse hat kluge Technologien und fähige Programmierer. Was fehlt, ist aber komplett irgendjemand, der willens ist, diese Verantwortung für einen dauerhaften Betrieb auf sich zu nehmen - also im Sinne der Frage: Was müssen wir tun, um Nutzer für fünf, zehn, fünfzehn oder mehr Jahre mit ihren Kontakten, Daten, ... dort verlässlich drauf zu halten?
Genau das ist doch der Sinn hinter der nomadischen Identität, wegen derer Mike Macgirvin eben nicht heute noch Friendica weiterentwickelt.Neues Protokoll, neue Software, ..., sind dort zwar nett, aber spätestens an dem Punkt, an dem der Kram inkompatibel zu den vorherigen Implementationen ist, ist das vollständig nutzlos, weil ich die Daten meiner Nutzer, meiner Kunden, oder der Menschen, die auf mich vertrauen, im Zweifelsfall nicht portiert bekomme.
Dauerhafter kompletter Kompatibilitätsbruch war nie in Mikes Sinne.
Klar, idealerweise wäre es heute schon möglich, von Hubzilla nach (streams), von (streams) nach Forte und von Hubzilla nach Forte zu klonen. Und auf allen dreien, auf Knopfdruck ganze Friendica- und Mastodon-Konten zu importieren. Garantiert absolut 100% perfekt zuverlässig.
Aber du mußt das mal sehen aus der Sicht der technologischen Weiterentwicklung. Es war für Mike einfacher, Nomad erstmal voll funktionsfähig und stabil zu kriegen und auf Roadhouse und (streams) zum Laufen zu bringen. Bzw. nomadische Identität über ActivityPub auf (streams). Das war Prio 1, daß das überhaupt so läuft, wie er das will.
Um Rückwärtskompatibilität zu anderen Protokollen und Formaten konnte er sich erst danach kümmern, als das alles verläßlich lief und er nicht sowieso wieder alles umschmeißen mußte. Sonst hätte er zigtausendmal wegen irgendeinem Kleinscheiß, den er in Nomad anpassen muß, jedes einzelne verdammte Mal auch noch den Mastodon-, Friendica- und Hubzilla-Import nachziehen müssen.
Was glaubst du, warum Mike den RSS/Atom-Aggregator aus (streams) nachträglich rausgeschmissen hat? Um weniger Krimskrams im Repository zu haben, den er wegen jedem Kleinscheiß anfassen muß.
Mike und silverpill hatten ja als Ansinnen ein ActivityPub-Fediverse, wo du buchstäblich von überall nach überall nicht nur umziehen, sondern klonen kannst. Also auch ein Mastodon-Konto mit einem Klon auf Forte und noch einem auf Mitra. Nur ist das der drölfte Schritt, bevor die ersten zehn überhaupt getan sind.
Außerdem kann man es nicht den beiden ankreiden, wenn Mastodon sich der nomadischen Identität verweigern wird. Und Mastodon wird sich der nomadischen Identität verweigern. Oder ein ganz eigenes, komplett inkompatibles Konzept vorstellen, das dann nur innerhalb von Mastodon funktioniert. Das ist dann aber nicht Mikes und silverpills Schuld, sondern das ist einfach nur wieder Mastodon, das die üblichen Mastodon-Sachen macht.Das ist diese Schnellebigkeit, dieses "move-fast-and-break-things", das wir bei den großen garstigen Konzernen zu oft zu Recht beklagen.
Die Alternative wäre ein immer noch von Mike gepflegtes Hubzilla, das folglich immer noch auf dem Stand von 2015 feststeckt, wo Mike von einem vollnomadischen "Grid" aus Hubzilla-Hubs träumte, das irgendwann mal die nichtnomadische Föderation diaspora*/Friendica/Hubzilla ersetzen soll. Nur wird dieses Grid nie kommen, denn wir haben jetzt das von Mastodon dominierte Fediverse.
Alternativ wäre die Alternative ein immer noch von Mike gepflegtes Friendica. Und keinerlei wirksame Resilienz gegen spontan schließende Server, weil Mike nie die nomadische Identität erfunden hätte. Und weil es immer noch keine großen, professionell betriebenen Friendica-Nodes gäbe, weil Friendica immer noch so klein wäre wie damals, gäbe es immer noch Fälle, wo Leute alles verlieren, weil ihnen der Node unterm Hintern zusammengebrochen ist.
Und nein, Riesennodes in Größenordnungen wie mastodon.social kann es auf Friendica sowieso nicht geben. Friendica hat immer noch einen ziemlichen Ressourcenhunger pro Nase, was vor allem an den vielen Föderationsprotokollen liegt.
Ich kann mich noch erinnern, als Friendica sich mit Facebook verbinden konnte. Alle wollten auf Nodes mit Facebook-Connector sein. Und genau die Nodes waren mit höchstens ca. 130 Leuten voll und haben ihre Registrierungen dichtgemacht. Einer nach dem anderen. Aber: Die Nodes, die keinen Facebook-Connector hatten, konnten nicht sehr viel mehr Leute aufnehmen.
Die Annahme, man könnte heutzutage auf einem Friendica-Node über 10.000.000 Nutzerkonten fahren, ist irrig. Höchstens, wenn der Node sein eigenes Rechenzentrum hätte.
Allein deshalb wird Friendica nie "Too big to fail"-Riesennodes in der Art von mastodon.social haben. Und bei der Maximalgröße von Friendica-Nodes werden sich einige Node-Betreiber fragen, ob es sich wirklich lohnt, ihren gerade in Rauch aufgegangenen Nodeserver teuer zu reparieren oder zu ersetzen wegen der paar People. Ich meine, es sind schon deutlich größere und bedeutendere diaspora*-Pods dauerhaft abgeschaltet worden, als was ein Friendica-Node an Konten aufnehmen kann.Es ist, sind nur allzu oft One-Man-Shows. Siehe auch pixelfed: Da gibt's mit Instagram und Tiktok zwei Heavyweights am Markt, mit großen Teams, großen Abteilungen für Entwicklung der Serverkomponenten, Entwicklung der mobilen Apps, für Betrieb der Infrastruktur, für Automatisierung, für Trust&Safety und Moderation und so weiter. Und dann habe ich pixelfed, mit im Wesentlichen einem (in Zahlen: 1) Entwickler, der all das macht, und parallel dazu noch drei oder vier andere Projekte vorantreibt.
Noch einmal: Äpfel und Birnen.
Hätte Daniel Supernault erstmal eine Dansup Platforms, Inc. gründen, Büroblocks und Datenzentren auf allen Erdteilen bauen und 50.000 Admins und 100.000 Entwickler einstellen sollen, bevor er irgendwas hätte veröffentlichen können? Von welchem Geld? Wie hätte er das refinanzieren sollen? Und wie, ohne die Daten seiner Nutzer zu verschachern?
Wenn wir von jeder Fediverse-Anwendung erwarten, daß dahinter erstmal eine hunderte Milliarden schwere, börsennotierte globale Gigacorporation aufgezogen wird, bevor es irgendwelche Produkte gibt, dann hätten wir kein Fediverse.
Das Fediverse muß mit dem auskommen, was es hat. Entwickler sind knapp, knapper als Ideen. Und Geld gibt es in einem dediziert antikapitalistischen Netzwerk wie dem Fediverse eh kaum, geschweige denn die zig Billionen Dollar, die es bräuchte, um das ganze Fediverse auf das Niveau der kommerziellen Produkte börsennotierter golbaler Gigacorporations zu bringen.Siehe das Debranding: Kompatibilität zwischen Systemen herzustellen ist bei einer losen Spezifikation und unvermeidlichen Bugs eh schon schwer genug; wenn ich darauf verzichte, eine der wenigen Möglichkeiten für andere Beteiligte, eine Software zu identifizieren (und damit Rückschlüsse auf deren Verhalten zu tun) wegschneide - nodeinfo - dann ist das nicht nur ein versehentlicher, sondern ein sehr bewusster Akt, anderen Ärger zu machen.
Das war nie ein Versehen. Das Debranding war volle Absicht. Absolut vorsätzlich. Und sehr gut begründet.
Das Ziel war, Markenfans zu irritieren. Diejenigen, die Fanbois oder Fangurls von Mastodon oder Misskey oder Friendica oder was auch immer waren, nicht, weil sie technologisch von denen überzeugt waren, sondern weil sie einfach Markenfans waren und ganz fest daran glaubten, Mastodon/Misskey/Friendica ist am besten, weil es einfach die geilste Marke ist.
Auch das Entfernen von nodeinfo war Absicht und absolut vorsätzlich. Damit wollte Mike verhindern, daß Leute mit Zahlen von The Federation oder der FediDB oder dem Fediverse Observer ankommen und sagen: "Mastodon/Misskey/Friendica ist ja mal viel geiler als Streams, weil das hat ja viel mehr Server/Nutzer/Posts!" Dieser "Mehr Server/Nutzer/Posts = bessere Software"-Wettstreit ging Mike komplett auf den Sack. Also hat er Gegenmaßnahmen ergriffen.
Dazu kommt noch etwas: Mike weiß, wie gut sein Zeugs ist. Und als jemand, der schon für Geld in der Softwareindustrie gearbeitet hat (als einer der ganz wenigen Fediverse-Entwickler), weiß er auch eine Sache ganz genau: IT-Konzerne greifen sich gern den richtig geilen Scheiß, entweder gegen Geld oder, wenn es quelloffen ist, ohne Bezahlung. Und Mike will nicht, daß seine Software von irgendeinem Konzern übernommen, proprietär und unfrei gemacht und dann als deren komplette Eigenkreation rausgebracht wird.
Auch deshalb kein nodeinfo, damit kein IT-Konzern je erfahren wird, was (streams) für Zahlen hat. Falls (streams) wirklich durchstarten sollte.
Das ist übrigens auch der Grund, warum Friendica 2011 eine Zeitlang zwei Repositories hatte: Friendika/Friendica selbst, also das ursprüngliche Repository, war das Produktivrepository. Das war das offizielle Repository. Daraus wurden die Nodes betrieben. Aber: Mike hat davon ein Geheimrepository namens Free-Friendika geforkt, hat das unter der MIT-Lizenz belassen, hat es benutzt, um Friendica weiterzuentwickeln, und hat Friendica selbst unter die GNU Affero GPLv3 gestellt.
Ein Konzern hätte Friendica erst relizensieren müssen oder sich an die AGPL halten. Free-Friendika-Code hätte ein Konzern problemlos nach proprietär, unfrei und closed-source relizensieren können. Aber von Free-Friendika hätte kein Konzern je erfahren, das war Mikes Geheimrepository. Und Mike selbst brauchte nichts unter der AGPL zu entwickeln; sein eigener Code blieb immer unter der MIT-Lizenz.
Zitat direkt vom streams-Repository, geschrieben von Mike (https://codeberg.org/streams/streams):
The first thing to be aware of when discussing the streams repository is that it has no brand or brand identity. None. The name is the name of a code repository. Hence "the streams repository". It isn't a product. It's just a collection of code which implements a fediverse server that does some really cool stuff. There is no flagship instance. There is no mascot. In fact all brand information has been removed. You are free to release it under your own brand. Whatever you decide to call your instance of the software is the only brand you'll see. The software is in the public domain to the extent permissable by law. There is no license.
If you look for the streams repository in a list of popular fediverse servers, you won't find it. We're not big on tracking and other spyware. Nobody knows how many instances there are or how many Monthly Active Users there are. These things are probably important to corporations considering takeover targets. They aren't so important to people sharing things with friends and family.Aber anders als bei anderen förderierten Servern hat Mastodon zumindest die /Motivation/, den Anspruch, das irgendwie zu schaffen, anstelle im technischen Rauschen verlorenzugehen.
Das hat bei Mastodon aber andere Gründe.
Der eine: Mastodon hatte 2016 das Glück, Coverage durch die deutsche Presse zu bekommen. Das setzte einen Schneeball in Bewegung, durch den Mastodon so riesengroß wurde, daß alle glauben, Fediverse = Mastodon.
Ernsthaft: Sind die Leute in Scharen zu Mastodon gekommen, weil es am zuverlässigsten ist? Nein. Sind sie gekommen, weil es technologisch am besten ist? Nein.
Warum dann? Weil sie nur Mastodon kannten. Weil sie von den Alternativen nie gehört hatten. Weil ihnen niemand von den Alternativen erzählt hatte. Weil auch diejenigen, die sie nach Mastodon geholt haben, nie von den Alternativen gehört hatten und glaubten, das Fediverse sei nur Mastodon.
Oder weil ihnen "der Einfachheit halber" und "des einfacheren Verständnis halber" das Fediverse außerhalb von Mastodon verschwiegen wurde. Es gibt Leute, die genau dieses Vorgehen mit Zähnen und Klauen verteidigen.
Der andere, und der basiert auf dem ersten: Hinter Mastodon stehen zwei Unternehmen, die Mastodon gGmbH und die gewinnorientierte US-amerikanische Mastodon, Inc. Mastodon hat das Budget für bezahlte professionelle Vollzeitentwickler. Eugen Rochko ist der einzige, der durch das Fediverse zum Millionär wurde. Kein Witz.
Die Motivation und den Anspruch haben auch andere. Der Unterschied: Mastodon hat die Kohle. Und die Marktmacht. Das ist die Realität.
Hätte Mike eine Zotlabs, Inc. aufgezogen mit einem Milliardenbudget, wäre Facebook heute ziemlich am Arsch, Hubzilla und Zap oder (streams) wären das Maß aller Dinge, ActivityPub wäre eine Randnotiz der Geschichte, Zot das neue HTTP, und über Mastodon würde man sich kaputtlachen. Aber, bitte, wie soll ein Bauer und Hobbyprogrammierer am australischen Arsch der Heide eine milliardenschwäre Zotlabs, Inc. aufziehen?
#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) -
No van a creer el drama de mi mañana. Ya estaba más que puesto, con mi taza en mano y listo para prepararme un café, cuando descubro la tragedia: me quedé sin reservas.
Parece que ayer entre la bruja, la psicóloga y la filósofa urbana (Amber Luna, M.P. y S.P.) se terminaron absolutamente todo.
Voy a tener que esperarme un rato hasta que abran la tienda para poder comprar más café.
Así que aquí me tienen, sobreviviendo un lunes sin la tan necesaria cafeína por un tiempo indefinido. ¡Deséenme suerte!
#Cafe #LunesSinCafe #Desayuno #TragediaMañanera #Paciencia #cafenecesario
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Kyriakos Ksimitiris vive! / Kyriakos Ksimitiris lives!
Disgraça, sábado, 15 de novembro às 18:00 GMT
Kyriakos Ksimitiris vive!
Angariação de fundos para companheiras anarquistas presas pelo estado grego no “caso de Ambelokipi” (Atenas)
Conversa com intervenção de companheira presa + Jantar + Concertos
A 31 de Outubro de 2024 explodia um apartamento em Ambelokipi, Atenas.
No decorrer do manuseamento de material explosivo, Kyriakos Ksymitiris, militante anarquista com uma longa e abrangente história de luta, perdia a sua vida e Marianna Manoura, também anarquista e sua companheira, ficaria gravemente ferida, sendo posteriormente hospitalizada e transportada para a prisão feminina de Korydallos, onde é mantida até hoje.
Este acontecimento despoletou uma “caça às bruxas” por parte do aparelho estatal e judicial grego, intensificando a perseguição já existente ao movimento anarquista e aos que nele participam. Vários outros e outras camaradas acabaram presas ao longo do mês que se seguiu, com base em provas inexistentes ou ténues no melhor dos casos, todos acusados ao abrigo do artigo 187A, que criminaliza ou agrava qualquer ato de luta ou camaradagem sob a grande bandeira da “luta ao terrorismo”. Os seus nomes são Dimitra, Dimitris, Nikos Romanos e A.K., e todos permanecem presos até hoje, aguardando julgamento.
No dia 15 de Novembro, 1 ano e 15 dias depois de Kyriakos cair, deixando todo um legado de luta e solidariedade consigo, iremos reunir no CSA Disgraça (Rua Penha de França 217B, Lx) para falar (com intervenção das companheiras presas Marianna e Dimitra) sobre o legado de Kyriakos, o processo judicial que o movimento enfrenta, entre outras coisas. Esta conversa será seguida de um jantar (vegano) e concertos, numa angariação de fundos para ajudar com os custos legais das companheiras presas pelo estado grego.
Programa:
18 horas – Conversa
20 horas – Jantar (cachorros quentes veganos)
21 horas – Concertos:
XangaiH – punk da Baixa da Banheira +
3416 – d-beat crust punk fontanelense +
AniMalxs - freestyle anarkorap +
skoupidostef – hip hop experimental antinacionalista (em grego)
Para ler mais sobre a questão recomendamos:
- o texto de Marianna M. “O que dá sentido à vida dá sentido à morte”, escrito a partir da prisão e disponível em https://athens.indymedia.org/post/1638297/
- e o texto do Jornal MAPA no contexto do aniversário da morte de Kyriakos https://www.jornalmapa.pt/2025/11/03/em-memoria-do-anarquista-kyriakos-nas-ruas-de-atenas/English
Kyriakos Ksimitiris lives!
Fundraising for anarchist comrades imprisoned by the Greek state in the “Ambelokipi case” (Athens)
Talk with intervention by imprisoned comrade + Dinner + Concerts
On October 31, 2024, an apartment exploded in Ambelokipi, Athens.
While handling explosive material, Kyriakos Ksymitiris, an anarchist militant with a long and extensive history of struggle, lost his life and Marianna Manoura, also an anarchist and his partner, was seriously injured, subsequently hospitalized and transported to the Korydallos women's prison, where she remains to this day.
This event triggered a “witch hunt” by the Greek state and judicial apparatus, intensifying the already existing persecution of the anarchist movement and those who participate in it. Several other comrades were arrested over the following month, based on non-existent or weak evidence at best, all charged under Article 187A, which criminalizes or aggravates any act of struggle or comradeship under the broad banner of the “fight against terrorism”. Their names are Dimitra, Dimitris, Nikos Romanos and A.K., and all of them remain in jail to this day, waiting for trial.
On November 15, one year and 15 days after Kyriakos fell, leaving behind a legacy of struggle and solidarity, we will gather at CSA Disgraça (Rua Penha de França 217B, Lx) to talk (with a contribution from the imprisoned comrades Marianna and Dimitra) about Kyriakos' legacy, the legal proceedings facing the movement, among other things. This conversation will be followed by a (vegan) dinner and concerts, in a fundraiser to help with the legal costs of the comrades imprisoned by the Greek state.
Program:
6 p.m. – Conversation
8 p.m. – Dinner (vegan hot dogs)
9 p.m. – Concerts:
XangaiH – punk from Baixa da Banheira +
3416 – d-beat crust punk from Fontanela +
AniMalxs - freestyle anarkorap +
skoupidostef – experimental anti-nationalist hip hop (in Greek)
To read more about the issue, we recommend:
- Marianna M.'s text “What gives meaning to life gives meaning to death,” written from prison and available at https://athens.indymedia.org/post/1634932/
- and the text from Jornal MAPA in the context of the anniversary of Kyriakos' death https://www.jornalmapa.pt/2025/11/03/em-memoria-do-anarquista-kyriakos-nas-ruas-de-atenas/
https://eventos.coletivos.org/event/kyriakos-ksimitiris-vive-kyriakos-ksimitiris-lives-1
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🥶Hay gente que todavía cree que el silencio es un arma, cuando en realidad suele ser una puerta de salida.
Ese jueguito de dejar de hablarte para que te comas la cabeza, para que pidas perdón por algo que ni sabes qué es, o para que te arrastres buscando un poquito de atención... es agotador y, sinceramente, bastante infantil.Lo que no calculan estos "maestros del vacío" es que hay personas que ya hemos hecho el máster en soledad.
Que cuando nos cierran la puerta en la cara con el silencio, en lugar de aporrearla hasta que nos abran, nos damos la vuelta y nos vamos a dar un paseo.
Y ahí es donde el plan les sale rana: usan la distancia para castigarte y lo que hacen es regalarte una paz que no sabías que necesitabas.Al final, el tiro les sale por la culata.
Te acostumbras a su ausencia, te das cuenta de que no pasa nada porque no estén y, de repente, ese silencio que iba a "doblegarte" se convierte en tu libertad.
No hay nada que dé más rabia al que intenta manipular que ver que su ausencia ya no duele, sino que alivia..◞♡ ⃗ .◞♡ ⃗ .◞♡ ⃗ .◞♡ ⃗ .◞♡ ⃗ .◞♡ ⃗
#silencio #manipulacion #pazmental #autoestima #sinceridad #relacionespasajeras
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Lernressourcen
Wir, Gabriele und Johannes, wollen auf dem #CLCamp26 eine gemeinsame Session zu „Lernressourcen“ anbieten.
Den Start in die Vorbereitung machen wir mit diesem Blogbeitrag … der vielleicht auf die Session neugierig macht, vielleicht Einstiegs- oder Anknüpfungspunkte setzt, vielleicht zu Widersprüchen aufruft und hoffentlich – zuerst einmal durch das Schreiben für uns beide – das Feld weitet für das, was „Lernressourcen“ alles sein könnten.
Als wir beschlossen, die Session anzubieten und dazu mit einem kooperativem, gemeinsamem, ineinandergreifenden und aufeinander Bezug nehmendem Schreibprozess zu starten, notierten wir uns die folgenden Fragen, die auch zu Beginn unserer Session stehen könnten:
- Was bedeuten Lern-Ressourcen?
- Wie können auf Lern-Ressourcen aufgebaut werden, wie können diese ausgebaut werden?
- Wann weiß ich, welche Lern-Ressource ich in welchem Umfang zum Einsatz bringe?
- Wie mache ich mir meine Lern-Ressourcen bewusst?
- Welche Arten von Lern-Ressourcen gibt es überhaupt?
Und vielleicht leiten sich aus unserem folgenden schriftlichen Austausch vorab für uns und für Session-Teilgebende weitere Fragen und Ideen ab?
Aus welchen Perspektiven blicken wir jeweils auf den Begriff „Lernressourcen“?
Diesen Beitrag schreiben wir kooperativ. Jede:r von uns ergänzt Ideen, die wir dann gemeinsam in einen Fluss bringen. Daraus entsteht im Schreibprozess ein inspirierendes Ping-Pong auf einem gemeinsam beschriebenen Collabora Online Dokument auf Gabrieles Nextcloud. Wir schreiben uns gegenseitig in die Texte, lesen immer und immer wieder und ergänzen. Ich habe das Gefühl, wir könnten endlos so weitermachen, aber irgendwann, am 2. März um 18 Uhr, setzen wir uns einen Schlusspunkt, kopieren den kooperativ geschriebenen Text als Sessionankündigung in unsere jeweiligen Blogs (und werden dabei sicher weitere Stellen finden, die wir überarbeiten … denn der Text bleibt lebendig und beschreibbar).
So haben wir es heute besprochen: und um 18:00 Uhr ist also Schluß für heute und für den aktuellen Stand unseres Schreibgesprächs. Das wird spannend, da es für die Zukunft gesehen zwei Versionen geben wird, da sich unsere beiden Blogs ja nur von der Ferne her kennen und sich nicht synchronisieren.
Aber sie pingen sich gegenseitig an. Die gute alte Pingback-Tradition der Webblogs. Oder kann Dein Blog das nicht, Gabriele? 😛 Ich hab noch fünf Minuten, dann ist Schluss mit Tippen und wir veröffentlichen ….
Ich, Gabriele, gebe hier einen persönlichen Einblick zu meiner Lernerfahrung. Meine eigene Lernerfahrung basiert vor allem auf der Erkenntnis, dass die meisten Organisationen in denen ich beschäftigt war, mein zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht erkannten und/oder fördern konnten oder wollten. So habe ich mich immer selbst auf den Weg gemacht, gelernt, verworfen, aufgebaut, aufgefrischt, neu gelernt … . Seit ich Menschen wie Johannes kenne und in einen regelmäßigen Austausch zu selbstgewählten Themen gehe, verstehe ich, wie Lernen mit anderen funktionieren kann und was es für mich bedeutet, in den Austausch mit anderen gehen zu dürfen. Auch dann, wenn ich keine Expertin auf diesem Gebiet bin. Keine Grenzen. Manche Bedarfe entstehen erst durch das darüber sprechen. Manche Gedanken werden zu Ideen, Konzepten oder führen zu Erkenntnissen, wenn man sie das erste Mal mit anderen teilt. Das hat mich mutig gemacht die letzten Jahre und so lerne ich als Soloselbständige so vor mich hin, lass mich treiben und mäandere mich gemächlich durch die unterschiedlichsten Wissensgebiete. Meine Neugier sucht sich wie ein Fluß ihren Weg. Was ich mache? Das ändert sich ständig. Gerade mache ich mal wieder eine Ausbildung. Und überhaupt denke ich gerade: Vielleicht sollte mich mal mit dem Thema Flüße beschäftigen?
Jedenfalls empfinde ich den Austausch mit Johannes immer als sehr gewinnbringend.
Das beruht auf Gegenseitigkeit, Gabriele. Sonst hätten wir das hier nicht gestartet.
Ich, Johannes, erschließe mir die Vielfalt von „Lernressourcen“ ebenfalls aus unterschiedlichen Richtungen und Zugängen … wie Du, Gabriele, und jetzt im Miteinander, der wichtigsten Lernressource – aber ich möchte nicht vorgreifen.
Da ist meine berufliche Perspektive als Corporate Learning Berater auf die Vielfalt von Lern-Ressourcen. Hier mache ich regelmäßig die Erfahrung, dass Lernangebote oft wenig bewirken, wenn sie isoliert und ohne die konzeptionelle Einbeziehung des systemischen Umfelds betrachtet werden. Mitarbeitende nutzen die Angebote nicht, Aufwände verpuffen, Lernen wird als Hürde empfunden oder Lernbedarfe werden nicht einmal erkannt. Mein Motto aus IT-Qualifizierungen ist „Die User sind nie schuld“, denn so gut wie nie „sitzt das Problem vor dem Bildschirm“ (wie ich diesen despektierlichen Spruch verabscheue!), sondern fast immer werden Bedarfe und deren Ursprünge zu isoliert betrachtet, wird Blaming geübt statt wertvolle Hinweise auf u. a. Ressourcenbedarfe zu erkennen.
Und dann ist da der Blick auf Ressourcen, mit dem ich an Gabrieles Einstieg anknüpfen möchte: Das Erkennen, Erkunden und Erfahren der Möglichkeiten, die uns menschlich ausmachen, die uns zusammenbringen und uns gemeinsam gegen Widrigkeiten angehen lassen. Das, was eigentlich in uns steckt, und sich so oder so seinen Weg bahnt. Flüsse sind ein Bild, das mir gefällt, Gabriele! Flüsse bahnen sich ihren Weg, prägen Territorien und werden zu Grenzziehungen missbraucht, sind Lebensadern und können zerstörerisch sein. Manche sind wild, manche betoniert-eingehegt. Vielleicht irgendwann mal eine Session zu „Lernflüssen“? Heute aber erst einmal Ressourcen!
Unsere gemeinsame Lern-Historie
Nein, den Start in die Vorbereitung unserer Session machen wir natürlich nicht mit diesem Blogbeitrag, sondern schon viel früher: Seit langer Zeit denken, recherchieren, reden und schreiben Gabriele, Gratian, Silvia und ich gemeinsam mit einer weiteren Mitwirkenden an einem lernOS-Leitfaden zum Thema „Gesellschaftliches Engagement und Beteiligung“. In einer geplanten Woche dieses Leitfadens gilt es, sich der Ressourcen bewusst zu werden, die in das eigene Engagement eingebracht werden können.
In diesem Zusammenhang begannen wir, uns intensiver mit dem Begriff „Ressourcen“ auseinanderzusetzen … denn zu Beginn stand ein produktives Missverständnis*, weil wir jeweils an ganz andere Begriffsbedeutungen dachten.
*genau! Ich verstehe jetzt was Johannes mit Ressourcen meinte (meine Weiterbildung klopft gerade an). Für mich war es zu diesem Zeitpunkt aber die Ressource „Zeit“ dicht gefolgt von „Energie“. Wann habe ich überhaupt Zeit und dann auch noch Energie um mich mit Themen zu beschäftigen. Im Hintergrund stand bei mir der Gedanken, dass es zu unterschiedlichen Lebensphasen unterschiedliche Ressourcen zur Verfügung stehen, die mir lernen oder Beteiligung ermöglichen. Ich werde es weiter unten nochmals thematisieren.
(Spoiler: Zeit, Energie, Lebensphasen, Beteiligung … das schält sich, wenn ich diesen Text gerade kurz vor dem Publizieren noch einmal durchlese, doch als brauchbarer Rahmen für das meiste heraus, das wir betrachten und zum Ende hin abbinden. Deine erste Intuition war also ziemlich treffend, Gabriele!)
Und noch früher dachten, recherchierten, redeten und schrieben Gabriele und ich um das Thema „Feministische Lernpolitik“ herum … in einem Social Learning Space, der wiederum aus einer Session von Gabriele auf dem #CLC23 Barcamp der Corporate Learning Community entstand und uns viele Monate regelmäßig zusammenbrachte, bis wir sie wieder auflösten. In dieser Zeit entstand eine beeindruckende Material- und Ideensammlung auf unserem Online-Whiteboard, auf die ich heute immer noch zugreife. Auch das Whiteboard für unser lernOS-Thema „Gesellschaftliches Engagement und Beteiligung“ ist weit über den Bildschirmrand befüllt mit gegenseitigen Empfehlungen, PDF-Dokumenten, Skizzen und Kata-Beschreibungen. Eine brauchbare Sammlung an (wild zusammengetragenen, wenig geordneten) Lernressourcen.
Die Betrachtung unserer Lernressourcen hat für mich u. a. mit der Untersuchung folgender Fragen zu tun: Was uns im bereits zurückliegenden Lernprozess …
- grundsätzlich die Möglichkeit verschafft, uns zusammenzufinden und uns einem gemeinsamen Thema zu widmen … und nach den ersten Schritte auch weiter zu machen,
- unser Wirkungsfeld geöffnet und gehalten,
- Energie im Prozess geschenkt,
- das Gefühl von Fortschritt und Entwicklung vermittelt (nicht auf der Stelle treten, sondern immer neue Quellen, Zugänge, Ideen und Wirkungsfelder zu betreten)?
Und was hat dazu geführt, dass wir unser gemeinsames, in der Gruppe stattfindendes Engagement zum Thema „Feministische Lernpolitik“ nach einigen Monaten beendeten … und dass unsere lernOS-Entwicklungsgruppe nicht mehr so viele regelmäßig aktive Mitglieder umfasst wie zu Beginn?
Ich vermute, all diese Fragen – und viele mehr, die wir auf unserer Barcamp-Session im Ressourcen-generierenden Austausch mit den Teilgebenden finden werden – haben mit (Lern-)ressourcen zu tun.
Zukünftig möchte ich mich auch durch weitere Recherche damit auseinandersetzten, welche Verständnisse von „Lern-Ressourcen“ in Lerntheorien und Didaktik gängig sind. In diesem Einstieg, in dem wir uns die assoziativen Bälle zuwerfen, haben wir bewusst auf den Verweis auf Theorie verzichtet.
Ich sowieso. Theorie ist wichtig, aber ich bin bekennende Frau praktischer Anwendungen. Habt ihr vielleicht schon gemerkt. Ich lerne durch ausprobieren. So bin ich übrigens auch eine phantastische Köchin geworden.
Und auch beim Kochen braucht es gute Zutaten, Gabriele ….
Inhalte / Materielles
In meiner täglichen Arbeit wird unter (Lern-)ressourcen meist Materielles verstanden, speziell „Content“: Die Rohstoffe in der Produktion, die weiter verwertet werden, als auch die Lerninhalte, die wir als Lernende rezipieren, verarbeiten und darüber intern unser Wissen aufbauen. Texte, Videos, e-Learning-Inhalte, Folien, Podcasts … . Unsere digitale und auch analoge Welt ist übervoll mit Lernressourcen dieser Art. Das Internet als (noch, wenn auch durch AI-Slop und Plattformkapitalismus bedrohte) unerschöpfliche Quelle für Lernressourcen, die (ebenfalls durch Austeritätspolitik bedrohten) Stadtbibliothek, Museen und weitere Kulturorte. Inhalte können teuer produziert oder gekauft werden oder als Commons frei verfügbar sein. Letzteres wird im Corporate Learning oft ignoriert. Tauglich sei’s, wenn’s für Geld eingekauft und als Eigentum ins Lernmanagementsystem eingeschlossen und als Lernmaßnahme ausgehandelt dort zugewiesen wurde. Die unendlichen Möglichkeiten, kontinuierlich mit frei verfügbaren und sich permanent durch die Nutzung und Anreicherung im Lernkontext anreichernden Inhalten zu lernen, die durch das Engagement von Freiwilligen bereitgestellt werden, werden ignoriert.
Ach spannend. Also jetzt haben wir schon drei verschiedene Dimensionen des Begriffs Ressource: Der Lern-Inhalt (Content), die Lern-Verfügbarkeit (zeitliche, räumliche, finanzielle) und der persönlichen Ressourcen (Neugier, Offenheit, Quelle …).
Aber diese begriffliche Einengung von „Lernressourcen“ ist natürlich bei weitem nicht ausreichend.
In meinen eingangs beschriebenen Lernerfahrungen sind mir beispielsweise die Gespräche mit meinen Mitlernenden, das geteilte und Energie schenkende Gefühl, ein gemeinsames, von uns allen als sinnvoll empfundenes Ziel zu verfolgen und die dadurch längerfristig gestärkten Beziehungen viel wichtiger als die Quellen und Buchtipps, die wir auf unseren Online-Whiteboards zusammengetragen haben.
Jetzt hake ich wieder ein. Ja, wir haben Whiteboards bis an die Kante befüllt und auch für mich sind diese gemeinsam mit anderen entstandenen Whiteboards immer wieder Quelle der Rückkehr und des wieder treiben lassens. Schon wieder drängt sich das Flußbild auf … . Statt Whiteboard sollte es nun ein kollaborativer Text sein, in dessen Mitte wir uns nun eben befinden. Beide schreiben wir parallel über unsere Lernressourcen.
(Ich behaupte ja immer, und hatte dazu vor Jahren auch mal eine Barcamp-Session initiiert, dass ich durch Schreiben lerne. Schreibend schöpfen wir gerade von überall her aus unseren verschiedenen Lernressourcen und schreiben sie fort und größer … und schon trägt mich Dein Fluss-Bild mit …)
Und gestern haben wir uns getroffen und fast wäre es passiert, dass wir wieder in ein anderes großes Thema abgedriftet wären. Zu Beginn des Textes habe ich mir die Frage gestellt, was meine persönlichen Lernressourcen sind und eine die vielleicht euch und auch mich selbst überrascht hat, ist die hier im Anschluß folgende:
Popkultur/Subkultur
Neues hören, neues sehen, warum hören Menschen jahrzehntelange die gleiche Musik? Musik ist mein „Mitgestalter“. Kunst und Literatur auch, aber Musik am meisten. Ich stehe auf die Ressource Subkultur und Popkultur. Sie taugt mir für alles: Kreativität, Menschen die sich verbinden, bewegen. Pop- und Sub-kulturelle Begegnungsstätten in Form von Clubs, Vereinen, Bewegungen verbinden Menschen und Gedanken. Werden zu Strömungen und können niedrigschwellig Inhalte vermitteln. Vielleicht ist Pop-/Subkultur das „kulturelle“ Gegenstück zum schmutzigen Populismus rechter Parteien. Ich schweife ab. Jedenfalls bietet zumindest die Subkultur Schutzräume in denen ich mit anderen, die sich im selben Kultur-Raum befinden Möglichkeiten des Austauschs, Betrachtens des Lebens durch eine andere Brille. Mich ausprobieren kann. Abgrenzung ist eine der Lernerfahrungen und Ressourcen die darin schlummert. Ich muss nicht immer so sein, wie es andere von mir erwarten. Aber auch, bei der Popkultur, Teil einer größeren Bewegung zu sein. So ganz genau weiß ich noch nicht was ich damit sagen will, vielleicht ist das eine der „Quellen“ der persönlichen Ressource (siehe oben). Ich baue an dieser Stelle auf Johannes und übergebe in seine analytische Gedankenwelt 🙂
Wenn ich Deinen hymnischen Einstieg lese, möchte ich vielleicht gar nicht analytisch werden, sondern ebenfalls an Selbst-Erlebtes anknüpfen. Pop- und Subkultur scheint mir eine wichtige, biografisch geprägte Lernressource zu sein (und auch hier freue ich mich auf eine in der Session fortgeführte Vertiefung … denn die Betrachtung dieses Ressourcenfelds wird umso greifbarer, je vielfältiger und durch eigenes Erleben geprägter die Stimmen dazu sind). Mit vielen von dem, was ich heute kann, auf dem ich mit meinen Kompetenzen aufbaue, was mir wichtig ist, was mich „resilient“ macht (sorry für die Verwendung dieses oft so problematisch missbrauchten Wortes) und was mir mein soziales Netzwerk erschließt, hat Ursprung in Subkulturen, in denen ich als Jugendlicher Zugang fand oder die ich mir jetzt erst mit Mitte 40 erschließe. Subkulturen, Popkulturen, Gegenkulturen schaffen uns ästhetische Ausdrucksmöglichkeiten, öffnen Arenen der inspirierenden Imitation, erweitern unseren Werkzeugkasten, ermöglichen gegenseitige Unterstützung und stärken uns im Miteinander. „Each one teach one“, eine der wichtigsten Lernressourcen.
Der Begriff der Gegenkultur ist hier noch wichtig! Danke für’s einbringen Johannes. Den Subkultur speist sich auch aus Widerstand. Das ungesagte das unfassbare sichtbar machen und sich dagegen wehren. Gegenwehr gegen Systeme, die beschränken. In meiner Generation die Haltung der 50-60er Jahre, die einen bestimmten Weg für junge Frauen vorgeschrieben haben: Heiraten, Kinder bekommen und bloß nicht zu viel Bildung. Hier in eine Anti-Haltung zu gehen, ist nicht unbedingt der einfachste Weg, wenn du jung bist. Den es bedeutet auch Einsamkeit, Unverständnis, Bestrafung, Ausgrenzung, Verzweiflung sowie ungefragte Tipps und Empfehlungen von Außenstehenden („mach es dir doch nicht so schwer“, „wie du wieder aussiehst … ist doch kein Wunder dass ….“) und nicht zuletzt auch schlechte Noten. Ich weiß wovon ich spreche. Aber am Ende bin ich doch daran gewachsen, da es immer einige wenige Mitstreiter:innen gab. Und daran schließt jetzt wunderbar das folgende Thema an, dass von Johannes eingeleitet wird.
Netzwerke, Freundschaften, Bekanntschaften und Vorbilder
Wir lernen zuallererst durch unser Streben nach Sozialisation … auch wenn uns im Corporate Learning immer wieder etwas anderes verkauft werden soll. In Interaktion mit Menschen lernen wir wie nebenher, auch auch durch die im vorherigen Abschnitt schon angesprochene Imitation. Unsere Lern- und Netzwerkpartner:innen öffnen und halten einen Resonanzraum für unsere Kompetenzen und nehmen unseren sozialen Entfaltungsdrang auf. Sie inspirieren uns als Vorbilder immer wieder. Sie sind die Ressourcen, die Lernen lebendig und erfahrbar machen und katalysieren … und es gleichzeitig ermöglichen, Ressourcenknappheit zu überwinden und formale Einhegungen/Beschränkungen zu unterlaufen. Lern-Netzwerke ermöglichen einen Aufstand gegen verordnetes Nicht-Lernen! … und schaffen damit die Grundlage für das, was Gabriele und ich hier tun. Und insbesondere ermöglichen uns Lern-Netzwerke Zugang zu Entwicklungen, die uns bisher verborgen blieben, nicht nur über den oft erwähnten „Flurfunk“ oder den Gerüchte-Handel „in der Kaffeeküche“.
Neugier
Ich war letzte Woche auf der Beerdigung einer guten Freundin von früher. Alles sehr traurig. Was hat das mit meinen Lern-Ressourcen zu tun? Ich habe Feststellungen gemacht an diesem Tag. Meine Freundin war aus einem intellektuellen Haus und ich weiß nun, was ich ihr zu verdanken habe und welche Türen sie mir öffnete. Ich war zu diesem Zeitpunkt zwar auch schon eine Leseratte und habe verschlungen was es gab. Im Bücherbund (die älteren unter uns wissen noch – Schallplatten gab es da auch) kaufte meine Mutter für mich Bücher, die für sie selbst sonderbar klangen und keinen Sinn ergaben. Dennoch war es diese Freundin, die meinen Hunger nach neuem bediente und erfüllte, Politik, Kunst, Literatur – Musik brachte ich als Element ein. Und damit bin ich bei der ersten persönlichen Lernressource: Neugier und Bereitschaft. Und ich frage mich, sind wir nicht alle von Geburt an neugierig? Wollen in Erfahrung bringen wie man laufen kann, sprechen kann? Und ich frage mich auch, wann und wo versiegt die Neugier bei so vielen Menschen?
Da bin ich optimistisch. Unsere Neugier versiegt nie, bei keinem Menschen. Leider wird sie durch äußere Gewalt oft so unterdrückt, dass sie kaum wahrnehmbar scheint. (Allerdings bevorzuge ich seit einiger Zeit den Begriff „Lernlust“ mit seinem bewusst lustvollem Klang, denn die „Gier nach Neuem“ hat mir die Neugier in Zeiten von turbokapitalistisch getriebenem Wachstumsdrang nach leerer „Innovation“ im Klang etwas dissonant werden lassen.)
Außerdem merke ich, auch in Zusammenhang mit anderen, dass sich leider teilweise ein bißchen Arroganz/Ärger/Unverständnis/Unmut bei mir einschleicht, wenn ich verstehe das jemand eben irgendwie stehengeblieben ist vor 30 Jahren. Oft fragen genau die mich dann: „wie bist Duuu den da hingekommen wo du jetzt bist?“ In dem langgezogenen „Du“ und dem darauffolgenden fragenden „da“ schwingt oft eine kleine Ungläubigkeit mit, da ich ja nicht einmal Abi habe und keine akademische Ausbildung (wobei ich hier immer gerne einfüge, dass ich an 2 Kunstakademien über die Begabtenprüfung aufgenommen wurde). Oder das jemand stehen bleiben wird die nächsten Jahre: „die (hier eine Zahl einfügen) Jahre sitze ich noch ab in dem Unternehmen XY, auch wenn mein Job langweilig ist“. Die Hybris der Viel-Interessierten. Geht das nur mir so?
Hmmm …. beschleichen mich da eher Traurigkeit und Ärger gegenüber den Strukturen, die das Lernen und die Lernressourcen von Menschen so verschleiern können, und den verinnerlichten Bewertungsmechanismen, die oft dahinterstecken? Wie gesagt, ich bin optimistisch (und umso wütender, wenn uns irgendwelche KI-Grifter einreden wollen, unsere menschlichen Lernressourcen hätten im unsäglichen Vergleich mit irgendwelchen Bullshit-Automaten nun nicht mehr die Kraft und Möglichkeit, die sie haben und immer haben werden.)
Zu Ärger, Hybris und Wut – auch diese Begriffe möchte ich auf meinen Merkzettel für die #CLCamp26-Session setzen: Ungesteuert und ziellos lähmt sie und lässt unsere Lernressourcen versiegen. Zielgerichtet eingesetzt kann sie uns ungeahnte Kraft und regelrechte Gier nach Lernen spüren lassen. Es gibt Themen, zu denen ich alles in mich aufsauge, was ich finden kann – um argumentativ gewappnet zu sein und Gegen-/Verteidigungsmaßnahmen parat zu haben. Negative Emotionen können Lernressourcen sein.
Da hast du Recht! Eine Ressource die man zuerst gar nicht so recht anschauen möchte, aber auf den zweiten Blick eine neue Welt öffnet. Einmal aus dem von dir aufgeführten Blick der Verteidigung, aber auch aus dem Widerstand der sich in einem regt, wenn andere wenig Zutrauen zu dir in einer Sache habe. Und den Neid* möchte man hier an dieser Stelle der unangenehmen Seite der Lernressourcen nicht missen wollen, oder?
*Erinnert mich daran, dass mir immer noch eine neutral klingende Alternative für den Begriff „Neid“ fehlt. Oder brauche ich den gar nicht? Könnte „Lern-Neid“ auch eine positiv-inspirierende Lernressource sein?
Vielleicht greift im Lernkontext auch der Begriff FOMO auch wenn schon alt und abgedroschen besser wie Neid. Was meinst du Johannes, hast du schon mal erlebt das irgendjemand auf LinkedIN eine abgeschlossene Ausbildung oder ein cooles Event postet und du dabei gedacht hast: „Warum zur Hölle ist mir das nicht eingefallen? / Habe ich das nicht gemacht!“. Dann gibt es zwei Optionen: Erkennen, dass das genau das ist was man jetzt tun möchte und man tut es ODER ein paar Tage später feststellen, dass es nicht wichtig für die eigene Weiterentwicklung ist.
Jedenfalls, wenn man die dunkle Seite aus dieser Blickrichtung erkundet und reinhüpft in unbekannte Gewässer, vermeindlich dunkel und voller Gefahren, einfach weil du es jetzt genau so tun musst. Du erkundest das Feld und bekommst Sicherheit. Und jetzt kommt auch noch der Mut* ins Spiel, wieder als positives Element sozusagen. Als Gegengewicht zu Wut, Widerstand, Neid. Das braucht es dafür auch. Sich den Dingen und den Themen stellen, neue Wege gehen zu wollen. Notfalls auch erst einmal alleine, den negative Gefühle zu teilen, ist gar nicht einfach und werden deswegen oftmals erst mit sich selbst ausgehandelt und erst dann wieder geteilt, wenn eine vertretbare Basis für Austausch vorhanden ist. So ist es zumindest bei mir.
*Mut ist ein zweischneidiger, teils übergriffiger Begriff, wenn er eingefordert wird – wie so oft im Corporate Learning. Ich möchte von niemandem, der abhängig angestellt ist, erwarten, beim Lernen „mutig“ sein zu müssen. Ich möchte Sicherheit verspüren, Vertrauen in mitlernende Kolleg:innen haben können und die Regeln und Verträge, innerhalb derer wir agieren, kennen und sie anwenden. Und ich weiß natürlich, dass Du auf eine andere Art von Mut anspielst, Gabriele … den Mut, der aus starker emotionaler Verbundenheit zu etwas erwächst, richtig?
Ja, aus der Sicht von abhängig angestellten, ist das nachvollziehbar. Und ich meine aber trotzdem den Mut, etwas zu wagen. Auch mal was zu lernen, was im Moment vielleicht nicht passend ist und nicht auf deinen Karrierepfad einzahlt.
Offenheit
Voilá. Braucht es noch einen Überleitung zur Offenheit fragte Johannes im Text und hier ist sie: meine spontane und mal wieder intuitive Eingebung zu Offenheit. Übrigens auch als sehr guten Anschluss zum Thema „Mut haben, sich den Dingen zu stellen“. Ich verspüre bei uns beiden eine gewisse MüdiKIte und das mit Recht. Also wir mit unserer menschlichen und erfahrungsbasierten LLM haben doch hier einen Text erarbeitet, der so mit egal welcher KI nicht entstanden wäre. Und Spaß machte es auch. Zu verdanken ist das doch unserer Offenheit und dem loslassen können. Der Lust gemeinsam Gedanken weiterzuspinnen. Und unbedingt auch dem gegenseitigen Vertrauen, dass wir uns entgegen bringen, einen solchen Text gemeinsam zu erstellen. Das ist nicht in jeder Konstellation möglich.
Ja, das gemeinsame Schreiben mit Dir erschließt mir mehr von dem, was nicht im Text selbst steht, als die Buchstaben, Wörter und Sätze, die auf dem Bildschirm erscheinen. Wir schreiben in unseren gemeinsamen Kontext, in unser Vertrauen zueinander und in die zukünftige Barcamp-Session hinein. Das ist viel mehr als der Blogpost selbst. Lernressource „Kontext“? Lernressource „Das, was drumherum passiert“? Lernressource, sich Orientierung zu verschaffen, in alle Richtungen zu blicken, gedanklich auf die Reise gehen zu können?
Reisen bildet. Ich möchte aber sagen nicht jede Art von Reisen bildet. Ich kenne Menschen die waren schon auf der ganzen Welt. Wenn du dich dann aber innerhalb eines abgeschlossenen Ressorts bewegst, dann – keine Bildung. Reisen ist kein Ort, du kannst auch auf einem Quadratmeter Erde auf Reisen gehen. Alles nur in ganz klein und fast nicht sichtbar. Moose, Flechten und Pilze sind so ein Ort, den es in keinem Reisebüro zu buchen gibt. Vielleicht ist die wichtigste Lern-Ressource in diesem Zusammenhang, dass nicht nur das vermeintlich wichtige einen zum Ziel bringt, sondern auch die Seitenzweige und Themen, die im ersten Moment nicht als wichtig erscheinen, aber in anderem Kontext auf einmal Sinn ergeben. Pilze zum Beispiel. Von Pilzen kann man viel über Vernetzung und Kommunikation lernen.
Pilze sind ein faszinierendes Thema, Gabriele, bei dem es mich sofort juckt, zum Bücherregal zu treten und ein paar Beispiele literarischer Verarbeitung zu suchen. Lass uns das später nachreichen …
Aber auch Deine Worte zum Reisen. Zwei Deiner Sätze widersprechen sich nach meinem Verständnis. Ich behaupte – und unterstelle Dir aufgrund des direkt anschließenden Satzes – dass Du das auch so siehst: Auf jedem noch so kleinen und abgeschlossenen Areal, auch im Liegestuhl des Ressorts, lässt sich Bildung erfahren. Es kommt auf den eigenen Blick und Fokus an. In einem unserer ersten persönlichen Gespräche (auf der re:publica …. 22?) erwähnte ich die Situationistische Internationale, die Meisterschaft darin entwickelten, alltäglich Vertraute und durch das „Spektakel“ völlig vereinnahmte Orte zu Lernorten umzugestalten – durch Praktiken des Dérive oder Détournement (Schreck! Das hast du doch so nicht gesagt! Jetzt muss ich hier mittem im Text noch Ecoisa befragen!), die sich als ein bewusstes „Auf-die-Reise-gehen“ sehen und Situationen schaffen beschreiben lassen können. Situationen, um kreativ und kraftvoll Unterdrückung sichtbar zu machen und Veränderung einzuleiten … auch wenn es nur eine temporäre kreative Umdeutung ist.
Da hast du mich ertappt. Da ergieße ich mich einfach mal kurz sehr populistisch zu meinen Vorbehalten gegenüber Pauschalreisenden, die sich überwiegend in abgeschotteten Ressorts oder auf Kreuzfahrtschiffen bewegen und möglicherweise sind tatsächlich 1-2 darunter, die sich rein zu antrophologischen Studien dort bewegen und somit also mit einem Bildungsauftrag unterwegs sind. Eventuell bin ich auch einfach nur ein bißchen neidisch auf diejenigen, die mal kurz dahin und dorthin reisen, während meine Reisen überwiegend mit meiner riesigen internationalen Kochbuch-Sammlung stattfinden. Da behindert manchmal mein Schubladen-Denken und meine Arroganz, meine Kreativität beflügeln sie gleichzeitig, zumindest in meinem Schreib-Prozess gehören spitze und übertriebene Seitenhiebe stilistisch für mich dazu. Beim Schreiben wurde mir übrigens auch sehr frühzeitig Kreativität diagnostiziert. Und während ich also vor meinem inneren Auge als Antrophologin mit Klemmbrett und Bleistift auf einem Kreuzschiff Feldbeobachtungen mache, schiebt sich die nächste Ressource ins Blickfeld.
Kreativität
Manchmal erschließen sich zwischen den Werkzeugen und Wissensinseln Verbindungen und es werden Verknüpfungen sichtbar, die dann wie ein klarer Weg vor einem liegen und sich verbinden, wie zwei ineinander fließende Flüße. Vielleicht ist das der Übergang zu der beschworenen Serendipity – übrigens ein Wort das ich zum ersten Mal von Johannes hörte. Jedenfalls je umfangreicher das zusammengesammelte, umso klarer das Gesamtbild. Und zum Weg passt die Bewegung im Raum.
Bewegung
Lernen beim Gehen im Wald, meinem dritten Raum. Bewegung als Zündstoff für neue Ideen und Verbindungen. Richtungswechsel und Perspektivenwechsel beim Gehen als Impuls die Denkrichtung zu verändern. Manche Ideen können nicht zu dir kommen und entstehen nur dann, wenn du dich auf sie zu bewegst. Und das darf jetzt auch gerne wieder auf die Meta-Ebene gehoben werden. Ich übergebe an Johannes.
Das Recht auf Spazierengehen ist für mich tatsächlich eine mir persönlich wichtige Lernressource. Aus genau den Gründen, die Du bereits erwähnt hast. Weiterhin finde ich faszinierend, wie beim Durchgehen durch Orte Erinnerungsanker gesetzt werden. Ich erinnere mich auch Jahre später noch an bestimmte Podcast-Fragmente, die ich an einer bestimmten Hausecke, einem bestimmten Baum … irgendwann einmal hörte. An Telefonate, die ich spazierengehend führte. Emotionen, die ich durchlebte, Gedanken, die ich trug.
Orte
Deshalb bin ich auch überzeugt: Lernen braucht Orte. Ob der Raum wirklich „der dritte Pädagoge“ ist können wir an anderer Stelle diskutieren. Klar scheint mir: Orte prägen das Lernen. Sei es der Klassenraum mit Möblierung für den Frontalunterricht, der Kreativraum in hippen Startups oder die Street-smartness fördernde „Straße“ in ihrer schillernden Ausprägungsvielfalt.
Haben wir einen Ort irgendwann fertig entdeckt … so detailliert erkundet, dass es nichts neues mehr zu entdecken, keine neue Perspektive mehr einzunehmen, keine Umgestaltung mehr vorzunehmen gibt? Ich vermute nicht. Eine meiner intensivsten Lernerfahrungen der letzten Jahre fand in einem fast völlig leeren Theater-Probenraum statt, der von uns beliebig und immer wieder neu mit Bedeutungen befüllt werden konnte. Fast nichts war ‚vorgebaut‘, alles war möglich auf dieser leeren, aber für uns gegen außen geschützten Bühne.
Werkzeugkasten
Ich weiß von mir, dass mein Interesse versiegt, wenn ich etwas „ergründet“ habe. Wenn ich den Kern erfasst habe, also ca. 20-60%. Dann zieht es mich weiter zur nächsten Wissensinsel. Das zu verstehen, und das ich irgendwann mal den Begriff „Scanner“ Persönlichkeit geschenkt bekommen habe, ist ein weiterer Baustein meiner Lernressource. Heute erlaube ich mir weiterzuziehen. Früher habe ich an meinem Durchhalten gezweifelt. Das ich an nichts dranbleiben kann. Heute habe ich meinen Werkzeugkasten, der ist zwar umfangreich, bei manchen Werkzeugen weiß ich noch nicht ganz genau wie sie funktionieren, aber ich weiß wo ich es finde und um es anzuwenden, darf ich mich nochmal damit beschäftigen.
Was ich gerade nicht beantworten kann, ist die Frage wie ich auf diese Ressourcen zugreife. Hier muss ich leider gestehen, dass ich bei bestimmten Themen in eine Art „Flow“ komme. Dann ist es ein Selbstläufer und was ich erarbeiten will, was ich mir neu erschließen möchte, entsteht fast von alleine.
Oftmals in tagelangen (und leider auch nächtelangen) Denkprozessen entstehen meine Texte und Ideen. Ich bin die Texterin und Konzeptionerin der Dunkelheit. Wenn alle anderen schlafen bilden sich in meinem Kopf Worte, Sätze, Blogbeiträge, Headlines, entstehen Workshop-Landschaften und – Lernformate.
Mir scheint, Du hast einen für dich gut funktionierenden Zugang zu Deinen Ressourcen gefunden? In manchem, was ich lese, finde ich mich selbst wieder (das Umherhüpfen zwischen Themen und die Qual bei der Vorstellung, mich mehrere Jahre intensiv und fokussiert mit genau einer Fragestellung beschäftigen zu sollen). Früher, als Student, habe ich selbst in der Nacht geschrieben. Das funktioniert seit vielen Jahren überhaupt nicht mehr, weil sich meine Tagesroutinen und die (externen) Anforderungen an meinen Tag-Nacht-Rhythmus geändert haben.
Ja, das stimmt. Ich kann mich auf mich verlassen. Ich weiß, dass ich auch 5 vor 12 noch eine Idee, einen Geistesblitz haben werde, der funktioniert. Hätte nur gerne weniger Spontanität drin und ein System, dass ich mit anderen teilen kann. Schreiben tu ich nicht in der Nacht. Nur wenn mir ein wirklich geniale Idee einfällt für einen Kunden. Dann stehe ich auf, schreib die Idee auf ein Board und buche die Anzahl Stunden auf das Kundenkonto, die dem Wert der Idee entsprechen und das fühlt sich gut an.
… was verdeutlicht, wie relativ und flexibel Zeit gehandhabt werden könnte, als Arbeits- und als Lernressource. Wird es im Corporate Learning selten, wenn mit „Lernzeitbudgets“ etc. hantiert wird.
Zeit
Denn was Lernen neben sozialen Resonanzräumen und Gesundheit (dazu weiter unten mehr) besonders benötigt, ist Zeit. Ist Lern-Zeit die Grund-Ressource, ohne die alle anderen Ressourcen nichts sind? Gleichzeitig ist Lern-Zeit konstant rar. Unsere Gesellschaft ist so aufgebaut, dass kaum Zeit für bewusst selbst-organisiertes und -gestaltetes Lernen bleibt. Lernzeit ist notorisch fremdbestimmt (in der Regelschule, der Ausbildung oder Bologna-geprägten Universität, in verordneten Seminaren, Weiterbildungen oder Umschulungen). Andere bestimmen für uns, WANN wir Lernen sollen, dürfen oder angeblich sogar müssen – egal, ob uns die Zeit dafür gerade passend erscheint und wir Lernlust spüren. Lernzeit ist die Zeit im Seminar. Lernzeit ist geblockt im Kalender. Lernzeit wird eben nicht als die Zeit gesehen, in der Du in der Nacht aufstehst und eine Idee notierst … oder wachliegst und Gedanken wälzt. Und Lernzeit wäre … zumindest für mich … auch sehr oft die Zeit, die gerade nicht verfügbar ist, weil dies und das und jenes erledigt werden muss.
Ich stelle für mich selbst fest, dass meine Lernlust regelrecht aufblüht, wenn ich längere Zeit am Stück für mich habe. Auch deshalb nehme ich mir jeden Sommer den Luxus der ganzen großen Ferien. Damit habe ich nicht nur die gesamten sechs Wochen mit meiner Familie, sondern spüre auch, wie meine Lernressourcen wieder wachsen. Ich entdecke im Alltag verschüttete Interessen, spüre meine Selbstwirksamkeit und nehme mir unendlich viele Lernprojekte vor … die dann erwartungsgemäß im Herbst zwar meist wieder einschlafen, aber allein die Erkenntnis, dass sie in mir als Lernressource schlummern und durch mehr verfügbare Zeit spürbar werden, ist sehr beruhigend.
Allerdings kann diese Sehnsucht nach Lernzeit auch ausgenutzt werden. Wie oft nehme ich war, dass das Versprechen von Lernzeit in Unternehmen missbraucht wird – als Pflaster über disfunktionaler Planung, schlechten Arbeitsbedingungen und Überlast. Lernzeit wird dann zur zermürbenden Möhre-vor-der-Nase, die nie erreicht wird, aber immer ergriffen werden könnte, wenn denn die Arbeitsdisziplin stimme. Und selbst wenn sie im Kalender steht, gnädig gewährt, steht da doch immer noch die nicht erledigte Tätigkeit in Konkurrenz, die noch schnell fertig gestellt wird, unter dem Schutzmantel des ‚Nicht stören, hier wird gelernt’.
Wenn der Tag zu viel Inhalt hat, aus Erwerbsarbeit, Care-Arbeit und einem kleinen Rest Selbstfürsorge – oder nennen wir es kleine Pause, da ist Lernen nicht machbar. Ich erinnere mich an Zeiten, als diese Kombination es lediglich ermöglichte seufzend und traurig die Decke anzustarren. Dies ist die Realität von vielen, vermute ich. Und in der Lebensphase in der Johannes steckt, ist es wirklich schwierig ungeplante spontane Lernzeiten unterzubringen. Möchte jetzt gerne schreiben, dass das besser wird. Aber leider, leider, erst mal Nein. Deswegen finde ich es sehr inspirierend was Johannes dazu schreibt. Sich gezielt die Lernzeiten-Fenster zu schaffen und zwar nicht als „festes Fenster“ sonder so, dass Selbstwirksamkeit erfolgen kann und die freigeschaufelte Zeit nicht zugeschüttet wird mit anderen Todos, die darauf warteten erledigt zu werden (Aufräumen, Einkaufen, Räder wechseln, …). Es ist jetzt 11:30 Uhr und ich werde jetzt eine Runde durch den Wald drehen, diesen Beitrag im Kopf haben und später wieder anschließen.
„Wie schaffen wir unseren Mitarbeitenden Lern-Zeit?“ ist die Frage, die mir (neben der zur ominösen „Lern-Kultur“, auf die ich noch eingehen werde) in Beratungssituationen am häufigsten gestellt wird.
Die Zeitfrage ist in Betracht auf die „Teppich-Etage“ noch relativ einfach finde ich. Schwierig wird es bei den Beschäftigen auf dem „Hallenboden“ oder die mobil unterwegs sind. Hier müssten Einschnitte gemacht werden in die „Produktivitätszeit“, was bei heutigen Auslastungen und Effektivitäts-Steigerungen schwer zu handhaben und zu vertreten ist. Am Ende ist es doch auch hauptsächlich Vertrauen, auf das gebaut werden muss. „Ich stelle Lebenszeit und Arbeitskraft zur Verfügung und werde diese optimal für dich liebes Unternehmen zum Einsatz bringen“ steht da im krassen Konflikt zu „ … und am Ende wird beim Homeoffice womöglich auch noch nebenher Wäsche gewaschen!?!“.
Ja, wir betreten hier ein neues Konfliktfeld, in dem das oft postulierte Mantra „Lernzeit = Arbeitszeit“ wie ein fernes Echo aus dem Elfenbeinturm wirkt. Natürlich bemüßigen sich alle, auch die Arbeit auf dem „Hallenboden“ lern-reich zu gestalten. Als Lippenbekenntnis. Die Realität sieht oft anders aus, und „Lernzeit“ wird in Pausenzeiten oder die Freizeit versteckt (natürlich nicht offiziell). Wie erkämpfen wir uns Lern-Zeit?
Gesundheit(en)
Neben der zur Verfügung stehenden Zeit und dem sozialen Netzwerk ist Gesundheit (oder sind „Gesundheiten“ … ich möchte mich, ähnlich wie mit „Zukünften“, auch mehr mit der bewussten Verwendung des Begriffs Gesundheit im Plural auseinandersetzen, um die problematische Binarität Krank – Gesund zu hinterfragen) die dritte ganz zentrale Lernressource – und diejenige, die in den meisten Lernkontexten krass ignoriert wird. Die körperliche und seelische Verfassung, die wir in Lernprozesse einbringen, ist darauf so prägend wie fast nichts anderes.
Das sind Barrieren, die uns den Zugang zu Lernsettings verwehren. Das ist unsere menschliche Neurodiversität, die ignoriert wird. Das ist das unterschiedliche Maß an Kräften, die wir insgesamt einbringen und auf unsere unterschiedlichen Anforderungen im Alltag verteilen können.
All das wird in vielen konventionellen Lernsettings oft ignoriert oder als Nice-to-have betrachtet, dabei sollten alle Betrachtungen hier starten.
Gesundheit ist aber ein wesentlicher Bestandteil. Wer im Burnout steckt, Depressionen hat, oder in einem Suchtverhalten steckt, kann nicht lernen. Jedenfalls nicht gut.
Ich denke, doch, auch aus solchen Situationen erwächst Lernen. Nur ein gänzlich anderes, das eine eigene Betrachtung verdient – denn mir liegt es fern, Lernen aus Leid irgendwie faschistoid zu glorifizieren.
Finanzielles
Am Ende sind wir also bei den Elefanten angelangt. Zeit, Gesundheit … und das liebe Geld. Dass Lernen durch finanzielle Ausstattung gefördert oder durch Einsparung stark erschwert werden kann, scheint intuitiv einleuchtend. An dem Punkt waren wir schon zu Beginn, im Abschnitt „Inhalte / Materielles“. Im Corporate Learning taugt das, was etwas kostet und sich in einem definierten Zeitraum messen und bewerten lässt … die Return-on-Investment-Logik. Ebenso bekannt, dass wir lebenslang unterschiedlich finanziell begütert mit entsprechend unterschiedlichen Zugängen zu anderen Lern-Ressourcen (Zeit, Gesundheiten, Inhalte etc etc ….) durch die Welt laufen.
Wir sollten uns stark dafür machen, Lernen gebührend finanziell auszustatten. In der Schule, in außerschulischen Realitäten von Kindern und Jugendlichen, während des Aufwachsens, am Arbeitsplatz und außerhalb der Erwerbsarbeit, im sozialen Miteinander, im politischen Gefüge und in Situationen, in denen wir ganz besonders auf Unterstützung anderer angewiesen sind. Ja, es mag abgegriffen sein und aufgrund seiner Verwurzelung in einer neoliberalen Verwertungslogik auch angreifbar, gehört im Rahmen dieser Logik aber immer wieder betont: Investitionen in Bildung rechnen sich!
Ich mag hier gerne noch die Brille der Soloselbständigen reinbringen. Was für außenstehende leicht aussieht, wenn ich im Erstgespräch gute Ideen einbringe und relativ schnell ein Grobkonzept erstelle, ist das Ergebnis vorab geleisteter Lerneinheiten, die mir in Gänze niemals gezahlt werden können. Deswegen erlaube ich mir, diese bei Beauftragung anteilig in Rechnung zu stellen. Nach eigenem ermessen, aber so dass meine Vorableistung unabhängig vom Auftrag honoriert wird.
Feminismus
Feministischer Blick auf die Ressource, als Auszug unserer Feministischen Lernpolitik? Was braucht es um Lernen gut zu gestalten aus der Blickrichtung Feminismus?
Hinweis in eigener Sache. Das endet jetzt hier sehr plötzlich.
Ach ne, das war ein fulminanter Start, der noch lange nicht zuende ist, sondern doch nur als Auftakt für unsere Session geplant ist, Gabriele. In unserer Session öffnen wir den Lernraum mit allen Teilgebenden. Vielleicht schreiben ja einige davon auch im Nachgang noch weiter, so wie wir? 🙂
Eigentlich sollte ich hier einen Abbinder schreiben, der sich mit der Ressource Feminismus beschäftigt und unser Thema Lernressourcen abrundet. Ich mag aber viel lieber erzählen, wie wir zwischendurch auf Literatur gekommen sind und ich fand, dass unser Austausch mich an Stephanie Sargnagels Buch „Iowa“ erinnert mit den Fußnoten von Christiane Rösinger. Johannes lacht und sagt „das Buch war super witzig!“. Fand ich auch. Und vielleicht ist es doch ein bißchen die feministische Klammer, die unseren Austausch wieder schließt. Beim Erstellen dieser letzten Zeilen kam mir noch in den Kopf: Lernressource Humor? Scherz beiseite. Humor ist zumindest ein verbindendes Element und macht gemeinsames Lernen zu einem Erlebnis. Jedenfalls zwischen mir und Johannes, wie wir es hier beim gemeinsamen Schreiben und Denken erlebt haben.
#CLC23 #CLCamp26 #eine -
Lernressourcen
Wir, Gabriele und Johannes, wollen auf dem #CLCamp26 eine gemeinsame Session zu „Lernressourcen“ anbieten.
Den Start in die Vorbereitung machen wir mit diesem Blogbeitrag … der vielleicht auf die Session neugierig macht, vielleicht Einstiegs- oder Anknüpfungspunkte setzt, vielleicht zu Widersprüchen aufruft und hoffentlich – zuerst einmal durch das Schreiben für uns beide – das Feld weitet für das, was „Lernressourcen“ alles sein könnten.
Als wir beschlossen, die Session anzubieten und dazu mit einem kooperativem, gemeinsamem, ineinandergreifenden und aufeinander Bezug nehmendem Schreibprozess zu starten, notierten wir uns die folgenden Fragen, die auch zu Beginn unserer Session stehen könnten:
- Was bedeuten Lern-Ressourcen?
- Wie können auf Lern-Ressourcen aufgebaut werden, wie können diese ausgebaut werden?
- Wann weiß ich, welche Lern-Ressource ich in welchem Umfang zum Einsatz bringe?
- Wie mache ich mir meine Lern-Ressourcen bewusst?
- Welche Arten von Lern-Ressourcen gibt es überhaupt?
Und vielleicht leiten sich aus unserem folgenden schriftlichen Austausch vorab für uns und für Session-Teilgebende weitere Fragen und Ideen ab?
Aus welchen Perspektiven blicken wir jeweils auf den Begriff „Lernressourcen“?
Diesen Beitrag schreiben wir kooperativ. Jede:r von uns ergänzt Ideen, die wir dann gemeinsam in einen Fluss bringen. Daraus entsteht im Schreibprozess ein inspirierendes Ping-Pong auf einem gemeinsam beschriebenen Collabora Online Dokument auf Gabrieles Nextcloud. Wir schreiben uns gegenseitig in die Texte, lesen immer und immer wieder und ergänzen. Ich habe das Gefühl, wir könnten endlos so weitermachen, aber irgendwann, am 2. März um 18 Uhr, setzen wir uns einen Schlusspunkt, kopieren den kooperativ geschriebenen Text als Sessionankündigung in unsere jeweiligen Blogs (und werden dabei sicher weitere Stellen finden, die wir überarbeiten … denn der Text bleibt lebendig und beschreibbar).
So haben wir es heute besprochen: und um 18:00 Uhr ist also Schluß für heute und für den aktuellen Stand unseres Schreibgesprächs. Das wird spannend, da es für die Zukunft gesehen zwei Versionen geben wird, da sich unsere beiden Blogs ja nur von der Ferne her kennen und sich nicht synchronisieren.
Aber sie pingen sich gegenseitig an. Die gute alte Pingback-Tradition der Webblogs. Oder kann Dein Blog das nicht, Gabriele? 😛 Ich hab noch fünf Minuten, dann ist Schluss mit Tippen und wir veröffentlichen ….
Ich, Gabriele, gebe hier einen persönlichen Einblick zu meiner Lernerfahrung. Meine eigene Lernerfahrung basiert vor allem auf der Erkenntnis, dass die meisten Organisationen in denen ich beschäftigt war, mein zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht erkannten und/oder fördern konnten oder wollten. So habe ich mich immer selbst auf den Weg gemacht, gelernt, verworfen, aufgebaut, aufgefrischt, neu gelernt … . Seit ich Menschen wie Johannes kenne und in einen regelmäßigen Austausch zu selbstgewählten Themen gehe, verstehe ich, wie Lernen mit anderen funktionieren kann und was es für mich bedeutet, in den Austausch mit anderen gehen zu dürfen. Auch dann, wenn ich keine Expertin auf diesem Gebiet bin. Keine Grenzen. Manche Bedarfe entstehen erst durch das darüber sprechen. Manche Gedanken werden zu Ideen, Konzepten oder führen zu Erkenntnissen, wenn man sie das erste Mal mit anderen teilt. Das hat mich mutig gemacht die letzten Jahre und so lerne ich als Soloselbständige so vor mich hin, lass mich treiben und mäandere mich gemächlich durch die unterschiedlichsten Wissensgebiete. Meine Neugier sucht sich wie ein Fluß ihren Weg. Was ich mache? Das ändert sich ständig. Gerade mache ich mal wieder eine Ausbildung. Und überhaupt denke ich gerade: Vielleicht sollte mich mal mit dem Thema Flüße beschäftigen?
Jedenfalls empfinde ich den Austausch mit Johannes immer als sehr gewinnbringend.
Das beruht auf Gegenseitigkeit, Gabriele. Sonst hätten wir das hier nicht gestartet.
Ich, Johannes, erschließe mir die Vielfalt von „Lernressourcen“ ebenfalls aus unterschiedlichen Richtungen und Zugängen … wie Du, Gabriele, und jetzt im Miteinander, der wichtigsten Lernressource – aber ich möchte nicht vorgreifen.
Da ist meine berufliche Perspektive als Corporate Learning Berater auf die Vielfalt von Lern-Ressourcen. Hier mache ich regelmäßig die Erfahrung, dass Lernangebote oft wenig bewirken, wenn sie isoliert und ohne die konzeptionelle Einbeziehung des systemischen Umfelds betrachtet werden. Mitarbeitende nutzen die Angebote nicht, Aufwände verpuffen, Lernen wird als Hürde empfunden oder Lernbedarfe werden nicht einmal erkannt. Mein Motto aus IT-Qualifizierungen ist „Die User sind nie schuld“, denn so gut wie nie „sitzt das Problem vor dem Bildschirm“ (wie ich diesen despektierlichen Spruch verabscheue!), sondern fast immer werden Bedarfe und deren Ursprünge zu isoliert betrachtet, wird Blaming geübt statt wertvolle Hinweise auf u. a. Ressourcenbedarfe zu erkennen.
Und dann ist da der Blick auf Ressourcen, mit dem ich an Gabrieles Einstieg anknüpfen möchte: Das Erkennen, Erkunden und Erfahren der Möglichkeiten, die uns menschlich ausmachen, die uns zusammenbringen und uns gemeinsam gegen Widrigkeiten angehen lassen. Das, was eigentlich in uns steckt, und sich so oder so seinen Weg bahnt. Flüsse sind ein Bild, das mir gefällt, Gabriele! Flüsse bahnen sich ihren Weg, prägen Territorien und werden zu Grenzziehungen missbraucht, sind Lebensadern und können zerstörerisch sein. Manche sind wild, manche betoniert-eingehegt. Vielleicht irgendwann mal eine Session zu „Lernflüssen“? Heute aber erst einmal Ressourcen!
Unsere gemeinsame Lern-Historie
Nein, den Start in die Vorbereitung unserer Session machen wir natürlich nicht mit diesem Blogbeitrag, sondern schon viel früher: Seit langer Zeit denken, recherchieren, reden und schreiben Gabriele, Gratian, Silvia und ich gemeinsam mit einer weiteren Mitwirkenden an einem lernOS-Leitfaden zum Thema „Gesellschaftliches Engagement und Beteiligung“. In einer geplanten Woche dieses Leitfadens gilt es, sich der Ressourcen bewusst zu werden, die in das eigene Engagement eingebracht werden können.
In diesem Zusammenhang begannen wir, uns intensiver mit dem Begriff „Ressourcen“ auseinanderzusetzen … denn zu Beginn stand ein produktives Missverständnis*, weil wir jeweils an ganz andere Begriffsbedeutungen dachten.
*genau! Ich verstehe jetzt was Johannes mit Ressourcen meinte (meine Weiterbildung klopft gerade an). Für mich war es zu diesem Zeitpunkt aber die Ressource „Zeit“ dicht gefolgt von „Energie“. Wann habe ich überhaupt Zeit und dann auch noch Energie um mich mit Themen zu beschäftigen. Im Hintergrund stand bei mir der Gedanken, dass es zu unterschiedlichen Lebensphasen unterschiedliche Ressourcen zur Verfügung stehen, die mir lernen oder Beteiligung ermöglichen. Ich werde es weiter unten nochmals thematisieren.
(Spoiler: Zeit, Energie, Lebensphasen, Beteiligung … das schält sich, wenn ich diesen Text gerade kurz vor dem Publizieren noch einmal durchlese, doch als brauchbarer Rahmen für das meiste heraus, das wir betrachten und zum Ende hin abbinden. Deine erste Intuition war also ziemlich treffend, Gabriele!)
Und noch früher dachten, recherchierten, redeten und schrieben Gabriele und ich um das Thema „Feministische Lernpolitik“ herum … in einem Social Learning Space, der wiederum aus einer Session von Gabriele auf dem #CLC23 Barcamp der Corporate Learning Community entstand und uns viele Monate regelmäßig zusammenbrachte, bis wir sie wieder auflösten. In dieser Zeit entstand eine beeindruckende Material- und Ideensammlung auf unserem Online-Whiteboard, auf die ich heute immer noch zugreife. Auch das Whiteboard für unser lernOS-Thema „Gesellschaftliches Engagement und Beteiligung“ ist weit über den Bildschirmrand befüllt mit gegenseitigen Empfehlungen, PDF-Dokumenten, Skizzen und Kata-Beschreibungen. Eine brauchbare Sammlung an (wild zusammengetragenen, wenig geordneten) Lernressourcen.
Die Betrachtung unserer Lernressourcen hat für mich u. a. mit der Untersuchung folgender Fragen zu tun: Was uns im bereits zurückliegenden Lernprozess …
- grundsätzlich die Möglichkeit verschafft, uns zusammenzufinden und uns einem gemeinsamen Thema zu widmen … und nach den ersten Schritte auch weiter zu machen,
- unser Wirkungsfeld geöffnet und gehalten,
- Energie im Prozess geschenkt,
- das Gefühl von Fortschritt und Entwicklung vermittelt (nicht auf der Stelle treten, sondern immer neue Quellen, Zugänge, Ideen und Wirkungsfelder zu betreten)?
Und was hat dazu geführt, dass wir unser gemeinsames, in der Gruppe stattfindendes Engagement zum Thema „Feministische Lernpolitik“ nach einigen Monaten beendeten … und dass unsere lernOS-Entwicklungsgruppe nicht mehr so viele regelmäßig aktive Mitglieder umfasst wie zu Beginn?
Ich vermute, all diese Fragen – und viele mehr, die wir auf unserer Barcamp-Session im Ressourcen-generierenden Austausch mit den Teilgebenden finden werden – haben mit (Lern-)ressourcen zu tun.
Zukünftig möchte ich mich auch durch weitere Recherche damit auseinandersetzten, welche Verständnisse von „Lern-Ressourcen“ in Lerntheorien und Didaktik gängig sind. In diesem Einstieg, in dem wir uns die assoziativen Bälle zuwerfen, haben wir bewusst auf den Verweis auf Theorie verzichtet.
Ich sowieso. Theorie ist wichtig, aber ich bin bekennende Frau praktischer Anwendungen. Habt ihr vielleicht schon gemerkt. Ich lerne durch ausprobieren. So bin ich übrigens auch eine phantastische Köchin geworden.
Und auch beim Kochen braucht es gute Zutaten, Gabriele ….
Inhalte / Materielles
In meiner täglichen Arbeit wird unter (Lern-)ressourcen meist Materielles verstanden, speziell „Content“: Die Rohstoffe in der Produktion, die weiter verwertet werden, als auch die Lerninhalte, die wir als Lernende rezipieren, verarbeiten und darüber intern unser Wissen aufbauen. Texte, Videos, e-Learning-Inhalte, Folien, Podcasts … . Unsere digitale und auch analoge Welt ist übervoll mit Lernressourcen dieser Art. Das Internet als (noch, wenn auch durch AI-Slop und Plattformkapitalismus bedrohte) unerschöpfliche Quelle für Lernressourcen, die (ebenfalls durch Austeritätspolitik bedrohten) Stadtbibliothek, Museen und weitere Kulturorte. Inhalte können teuer produziert oder gekauft werden oder als Commons frei verfügbar sein. Letzteres wird im Corporate Learning oft ignoriert. Tauglich sei’s, wenn’s für Geld eingekauft und als Eigentum ins Lernmanagementsystem eingeschlossen und als Lernmaßnahme ausgehandelt dort zugewiesen wurde. Die unendlichen Möglichkeiten, kontinuierlich mit frei verfügbaren und sich permanent durch die Nutzung und Anreicherung im Lernkontext anreichernden Inhalten zu lernen, die durch das Engagement von Freiwilligen bereitgestellt werden, werden ignoriert.
Ach spannend. Also jetzt haben wir schon drei verschiedene Dimensionen des Begriffs Ressource: Der Lern-Inhalt (Content), die Lern-Verfügbarkeit (zeitliche, räumliche, finanzielle) und der persönlichen Ressourcen (Neugier, Offenheit, Quelle …).
Aber diese begriffliche Einengung von „Lernressourcen“ ist natürlich bei weitem nicht ausreichend.
In meinen eingangs beschriebenen Lernerfahrungen sind mir beispielsweise die Gespräche mit meinen Mitlernenden, das geteilte und Energie schenkende Gefühl, ein gemeinsames, von uns allen als sinnvoll empfundenes Ziel zu verfolgen und die dadurch längerfristig gestärkten Beziehungen viel wichtiger als die Quellen und Buchtipps, die wir auf unseren Online-Whiteboards zusammengetragen haben.
Jetzt hake ich wieder ein. Ja, wir haben Whiteboards bis an die Kante befüllt und auch für mich sind diese gemeinsam mit anderen entstandenen Whiteboards immer wieder Quelle der Rückkehr und des wieder treiben lassens. Schon wieder drängt sich das Flußbild auf … . Statt Whiteboard sollte es nun ein kollaborativer Text sein, in dessen Mitte wir uns nun eben befinden. Beide schreiben wir parallel über unsere Lernressourcen.
(Ich behaupte ja immer, und hatte dazu vor Jahren auch mal eine Barcamp-Session initiiert, dass ich durch Schreiben lerne. Schreibend schöpfen wir gerade von überall her aus unseren verschiedenen Lernressourcen und schreiben sie fort und größer … und schon trägt mich Dein Fluss-Bild mit …)
Und gestern haben wir uns getroffen und fast wäre es passiert, dass wir wieder in ein anderes großes Thema abgedriftet wären. Zu Beginn des Textes habe ich mir die Frage gestellt, was meine persönlichen Lernressourcen sind und eine die vielleicht euch und auch mich selbst überrascht hat, ist die hier im Anschluß folgende:
Popkultur/Subkultur
Neues hören, neues sehen, warum hören Menschen jahrzehntelange die gleiche Musik? Musik ist mein „Mitgestalter“. Kunst und Literatur auch, aber Musik am meisten. Ich stehe auf die Ressource Subkultur und Popkultur. Sie taugt mir für alles: Kreativität, Menschen die sich verbinden, bewegen. Pop- und Sub-kulturelle Begegnungsstätten in Form von Clubs, Vereinen, Bewegungen verbinden Menschen und Gedanken. Werden zu Strömungen und können niedrigschwellig Inhalte vermitteln. Vielleicht ist Pop-/Subkultur das „kulturelle“ Gegenstück zum schmutzigen Populismus rechter Parteien. Ich schweife ab. Jedenfalls bietet zumindest die Subkultur Schutzräume in denen ich mit anderen, die sich im selben Kultur-Raum befinden Möglichkeiten des Austauschs, Betrachtens des Lebens durch eine andere Brille. Mich ausprobieren kann. Abgrenzung ist eine der Lernerfahrungen und Ressourcen die darin schlummert. Ich muss nicht immer so sein, wie es andere von mir erwarten. Aber auch, bei der Popkultur, Teil einer größeren Bewegung zu sein. So ganz genau weiß ich noch nicht was ich damit sagen will, vielleicht ist das eine der „Quellen“ der persönlichen Ressource (siehe oben). Ich baue an dieser Stelle auf Johannes und übergebe in seine analytische Gedankenwelt 🙂
Wenn ich Deinen hymnischen Einstieg lese, möchte ich vielleicht gar nicht analytisch werden, sondern ebenfalls an Selbst-Erlebtes anknüpfen. Pop- und Subkultur scheint mir eine wichtige, biografisch geprägte Lernressource zu sein (und auch hier freue ich mich auf eine in der Session fortgeführte Vertiefung … denn die Betrachtung dieses Ressourcenfelds wird umso greifbarer, je vielfältiger und durch eigenes Erleben geprägter die Stimmen dazu sind). Mit vielen von dem, was ich heute kann, auf dem ich mit meinen Kompetenzen aufbaue, was mir wichtig ist, was mich „resilient“ macht (sorry für die Verwendung dieses oft so problematisch missbrauchten Wortes) und was mir mein soziales Netzwerk erschließt, hat Ursprung in Subkulturen, in denen ich als Jugendlicher Zugang fand oder die ich mir jetzt erst mit Mitte 40 erschließe. Subkulturen, Popkulturen, Gegenkulturen schaffen uns ästhetische Ausdrucksmöglichkeiten, öffnen Arenen der inspirierenden Imitation, erweitern unseren Werkzeugkasten, ermöglichen gegenseitige Unterstützung und stärken uns im Miteinander. „Each one teach one“, eine der wichtigsten Lernressourcen.
Der Begriff der Gegenkultur ist hier noch wichtig! Danke für’s einbringen Johannes. Den Subkultur speist sich auch aus Widerstand. Das ungesagte das unfassbare sichtbar machen und sich dagegen wehren. Gegenwehr gegen Systeme, die beschränken. In meiner Generation die Haltung der 50-60er Jahre, die einen bestimmten Weg für junge Frauen vorgeschrieben haben: Heiraten, Kinder bekommen und bloß nicht zu viel Bildung. Hier in eine Anti-Haltung zu gehen, ist nicht unbedingt der einfachste Weg, wenn du jung bist. Den es bedeutet auch Einsamkeit, Unverständnis, Bestrafung, Ausgrenzung, Verzweiflung sowie ungefragte Tipps und Empfehlungen von Außenstehenden („mach es dir doch nicht so schwer“, „wie du wieder aussiehst … ist doch kein Wunder dass ….“) und nicht zuletzt auch schlechte Noten. Ich weiß wovon ich spreche. Aber am Ende bin ich doch daran gewachsen, da es immer einige wenige Mitstreiter:innen gab. Und daran schließt jetzt wunderbar das folgende Thema an, dass von Johannes eingeleitet wird.
Netzwerke, Freundschaften, Bekanntschaften und Vorbilder
Wir lernen zuallererst durch unser Streben nach Sozialisation … auch wenn uns im Corporate Learning immer wieder etwas anderes verkauft werden soll. In Interaktion mit Menschen lernen wir wie nebenher, auch auch durch die im vorherigen Abschnitt schon angesprochene Imitation. Unsere Lern- und Netzwerkpartner:innen öffnen und halten einen Resonanzraum für unsere Kompetenzen und nehmen unseren sozialen Entfaltungsdrang auf. Sie inspirieren uns als Vorbilder immer wieder. Sie sind die Ressourcen, die Lernen lebendig und erfahrbar machen und katalysieren … und es gleichzeitig ermöglichen, Ressourcenknappheit zu überwinden und formale Einhegungen/Beschränkungen zu unterlaufen. Lern-Netzwerke ermöglichen einen Aufstand gegen verordnetes Nicht-Lernen! … und schaffen damit die Grundlage für das, was Gabriele und ich hier tun. Und insbesondere ermöglichen uns Lern-Netzwerke Zugang zu Entwicklungen, die uns bisher verborgen blieben, nicht nur über den oft erwähnten „Flurfunk“ oder den Gerüchte-Handel „in der Kaffeeküche“.
Neugier
Ich war letzte Woche auf der Beerdigung einer guten Freundin von früher. Alles sehr traurig. Was hat das mit meinen Lern-Ressourcen zu tun? Ich habe Feststellungen gemacht an diesem Tag. Meine Freundin war aus einem intellektuellen Haus und ich weiß nun, was ich ihr zu verdanken habe und welche Türen sie mir öffnete. Ich war zu diesem Zeitpunkt zwar auch schon eine Leseratte und habe verschlungen was es gab. Im Bücherbund (die älteren unter uns wissen noch – Schallplatten gab es da auch) kaufte meine Mutter für mich Bücher, die für sie selbst sonderbar klangen und keinen Sinn ergaben. Dennoch war es diese Freundin, die meinen Hunger nach neuem bediente und erfüllte, Politik, Kunst, Literatur – Musik brachte ich als Element ein. Und damit bin ich bei der ersten persönlichen Lernressource: Neugier und Bereitschaft. Und ich frage mich, sind wir nicht alle von Geburt an neugierig? Wollen in Erfahrung bringen wie man laufen kann, sprechen kann? Und ich frage mich auch, wann und wo versiegt die Neugier bei so vielen Menschen?
Da bin ich optimistisch. Unsere Neugier versiegt nie, bei keinem Menschen. Leider wird sie durch äußere Gewalt oft so unterdrückt, dass sie kaum wahrnehmbar scheint. (Allerdings bevorzuge ich seit einiger Zeit den Begriff „Lernlust“ mit seinem bewusst lustvollem Klang, denn die „Gier nach Neuem“ hat mir die Neugier in Zeiten von turbokapitalistisch getriebenem Wachstumsdrang nach leerer „Innovation“ im Klang etwas dissonant werden lassen.)
Außerdem merke ich, auch in Zusammenhang mit anderen, dass sich leider teilweise ein bißchen Arroganz/Ärger/Unverständnis/Unmut bei mir einschleicht, wenn ich verstehe das jemand eben irgendwie stehengeblieben ist vor 30 Jahren. Oft fragen genau die mich dann: „wie bist Duuu den da hingekommen wo du jetzt bist?“ In dem langgezogenen „Du“ und dem darauffolgenden fragenden „da“ schwingt oft eine kleine Ungläubigkeit mit, da ich ja nicht einmal Abi habe und keine akademische Ausbildung (wobei ich hier immer gerne einfüge, dass ich an 2 Kunstakademien über die Begabtenprüfung aufgenommen wurde). Oder das jemand stehen bleiben wird die nächsten Jahre: „die (hier eine Zahl einfügen) Jahre sitze ich noch ab in dem Unternehmen XY, auch wenn mein Job langweilig ist“. Die Hybris der Viel-Interessierten. Geht das nur mir so?
Hmmm …. beschleichen mich da eher Traurigkeit und Ärger gegenüber den Strukturen, die das Lernen und die Lernressourcen von Menschen so verschleiern können, und den verinnerlichten Bewertungsmechanismen, die oft dahinterstecken? Wie gesagt, ich bin optimistisch (und umso wütender, wenn uns irgendwelche KI-Grifter einreden wollen, unsere menschlichen Lernressourcen hätten im unsäglichen Vergleich mit irgendwelchen Bullshit-Automaten nun nicht mehr die Kraft und Möglichkeit, die sie haben und immer haben werden.)
Zu Ärger, Hybris und Wut – auch diese Begriffe möchte ich auf meinen Merkzettel für die #CLCamp26-Session setzen: Ungesteuert und ziellos lähmt sie und lässt unsere Lernressourcen versiegen. Zielgerichtet eingesetzt kann sie uns ungeahnte Kraft und regelrechte Gier nach Lernen spüren lassen. Es gibt Themen, zu denen ich alles in mich aufsauge, was ich finden kann – um argumentativ gewappnet zu sein und Gegen-/Verteidigungsmaßnahmen parat zu haben. Negative Emotionen können Lernressourcen sein.
Da hast du Recht! Eine Ressource die man zuerst gar nicht so recht anschauen möchte, aber auf den zweiten Blick eine neue Welt öffnet. Einmal aus dem von dir aufgeführten Blick der Verteidigung, aber auch aus dem Widerstand der sich in einem regt, wenn andere wenig Zutrauen zu dir in einer Sache habe. Und den Neid* möchte man hier an dieser Stelle der unangenehmen Seite der Lernressourcen nicht missen wollen, oder?
*Erinnert mich daran, dass mir immer noch eine neutral klingende Alternative für den Begriff „Neid“ fehlt. Oder brauche ich den gar nicht? Könnte „Lern-Neid“ auch eine positiv-inspirierende Lernressource sein?
Vielleicht greift im Lernkontext auch der Begriff FOMO auch wenn schon alt und abgedroschen besser wie Neid. Was meinst du Johannes, hast du schon mal erlebt das irgendjemand auf LinkedIN eine abgeschlossene Ausbildung oder ein cooles Event postet und du dabei gedacht hast: „Warum zur Hölle ist mir das nicht eingefallen? / Habe ich das nicht gemacht!“. Dann gibt es zwei Optionen: Erkennen, dass das genau das ist was man jetzt tun möchte und man tut es ODER ein paar Tage später feststellen, dass es nicht wichtig für die eigene Weiterentwicklung ist.
Jedenfalls, wenn man die dunkle Seite aus dieser Blickrichtung erkundet und reinhüpft in unbekannte Gewässer, vermeindlich dunkel und voller Gefahren, einfach weil du es jetzt genau so tun musst. Du erkundest das Feld und bekommst Sicherheit. Und jetzt kommt auch noch der Mut* ins Spiel, wieder als positives Element sozusagen. Als Gegengewicht zu Wut, Widerstand, Neid. Das braucht es dafür auch. Sich den Dingen und den Themen stellen, neue Wege gehen zu wollen. Notfalls auch erst einmal alleine, den negative Gefühle zu teilen, ist gar nicht einfach und werden deswegen oftmals erst mit sich selbst ausgehandelt und erst dann wieder geteilt, wenn eine vertretbare Basis für Austausch vorhanden ist. So ist es zumindest bei mir.
*Mut ist ein zweischneidiger, teils übergriffiger Begriff, wenn er eingefordert wird – wie so oft im Corporate Learning. Ich möchte von niemandem, der abhängig angestellt ist, erwarten, beim Lernen „mutig“ sein zu müssen. Ich möchte Sicherheit verspüren, Vertrauen in mitlernende Kolleg:innen haben können und die Regeln und Verträge, innerhalb derer wir agieren, kennen und sie anwenden. Und ich weiß natürlich, dass Du auf eine andere Art von Mut anspielst, Gabriele … den Mut, der aus starker emotionaler Verbundenheit zu etwas erwächst, richtig?
Ja, aus der Sicht von abhängig angestellten, ist das nachvollziehbar. Und ich meine aber trotzdem den Mut, etwas zu wagen. Auch mal was zu lernen, was im Moment vielleicht nicht passend ist und nicht auf deinen Karrierepfad einzahlt.
Offenheit
Voilá. Braucht es noch einen Überleitung zur Offenheit fragte Johannes im Text und hier ist sie: meine spontane und mal wieder intuitive Eingebung zu Offenheit. Übrigens auch als sehr guten Anschluss zum Thema „Mut haben, sich den Dingen zu stellen“. Ich verspüre bei uns beiden eine gewisse MüdiKIte und das mit Recht. Also wir mit unserer menschlichen und erfahrungsbasierten LLM haben doch hier einen Text erarbeitet, der so mit egal welcher KI nicht entstanden wäre. Und Spaß machte es auch. Zu verdanken ist das doch unserer Offenheit und dem loslassen können. Der Lust gemeinsam Gedanken weiterzuspinnen. Und unbedingt auch dem gegenseitigen Vertrauen, dass wir uns entgegen bringen, einen solchen Text gemeinsam zu erstellen. Das ist nicht in jeder Konstellation möglich.
Ja, das gemeinsame Schreiben mit Dir erschließt mir mehr von dem, was nicht im Text selbst steht, als die Buchstaben, Wörter und Sätze, die auf dem Bildschirm erscheinen. Wir schreiben in unseren gemeinsamen Kontext, in unser Vertrauen zueinander und in die zukünftige Barcamp-Session hinein. Das ist viel mehr als der Blogpost selbst. Lernressource „Kontext“? Lernressource „Das, was drumherum passiert“? Lernressource, sich Orientierung zu verschaffen, in alle Richtungen zu blicken, gedanklich auf die Reise gehen zu können?
Reisen bildet. Ich möchte aber sagen nicht jede Art von Reisen bildet. Ich kenne Menschen die waren schon auf der ganzen Welt. Wenn du dich dann aber innerhalb eines abgeschlossenen Ressorts bewegst, dann – keine Bildung. Reisen ist kein Ort, du kannst auch auf einem Quadratmeter Erde auf Reisen gehen. Alles nur in ganz klein und fast nicht sichtbar. Moose, Flechten und Pilze sind so ein Ort, den es in keinem Reisebüro zu buchen gibt. Vielleicht ist die wichtigste Lern-Ressource in diesem Zusammenhang, dass nicht nur das vermeintlich wichtige einen zum Ziel bringt, sondern auch die Seitenzweige und Themen, die im ersten Moment nicht als wichtig erscheinen, aber in anderem Kontext auf einmal Sinn ergeben. Pilze zum Beispiel. Von Pilzen kann man viel über Vernetzung und Kommunikation lernen.
Pilze sind ein faszinierendes Thema, Gabriele, bei dem es mich sofort juckt, zum Bücherregal zu treten und ein paar Beispiele literarischer Verarbeitung zu suchen. Lass uns das später nachreichen …
Aber auch Deine Worte zum Reisen. Zwei Deiner Sätze widersprechen sich nach meinem Verständnis. Ich behaupte – und unterstelle Dir aufgrund des direkt anschließenden Satzes – dass Du das auch so siehst: Auf jedem noch so kleinen und abgeschlossenen Areal, auch im Liegestuhl des Ressorts, lässt sich Bildung erfahren. Es kommt auf den eigenen Blick und Fokus an. In einem unserer ersten persönlichen Gespräche (auf der re:publica …. 22?) erwähnte ich die Situationistische Internationale, die Meisterschaft darin entwickelten, alltäglich Vertraute und durch das „Spektakel“ völlig vereinnahmte Orte zu Lernorten umzugestalten – durch Praktiken des Dérive oder Détournement (Schreck! Das hast du doch so nicht gesagt! Jetzt muss ich hier mittem im Text noch Ecoisa befragen!), die sich als ein bewusstes „Auf-die-Reise-gehen“ sehen und Situationen schaffen beschreiben lassen können. Situationen, um kreativ und kraftvoll Unterdrückung sichtbar zu machen und Veränderung einzuleiten … auch wenn es nur eine temporäre kreative Umdeutung ist.
Da hast du mich ertappt. Da ergieße ich mich einfach mal kurz sehr populistisch zu meinen Vorbehalten gegenüber Pauschalreisenden, die sich überwiegend in abgeschotteten Ressorts oder auf Kreuzfahrtschiffen bewegen und möglicherweise sind tatsächlich 1-2 darunter, die sich rein zu antrophologischen Studien dort bewegen und somit also mit einem Bildungsauftrag unterwegs sind. Eventuell bin ich auch einfach nur ein bißchen neidisch auf diejenigen, die mal kurz dahin und dorthin reisen, während meine Reisen überwiegend mit meiner riesigen internationalen Kochbuch-Sammlung stattfinden. Da behindert manchmal mein Schubladen-Denken und meine Arroganz, meine Kreativität beflügeln sie gleichzeitig, zumindest in meinem Schreib-Prozess gehören spitze und übertriebene Seitenhiebe stilistisch für mich dazu. Beim Schreiben wurde mir übrigens auch sehr frühzeitig Kreativität diagnostiziert. Und während ich also vor meinem inneren Auge als Antrophologin mit Klemmbrett und Bleistift auf einem Kreuzschiff Feldbeobachtungen mache, schiebt sich die nächste Ressource ins Blickfeld.
Kreativität
Manchmal erschließen sich zwischen den Werkzeugen und Wissensinseln Verbindungen und es werden Verknüpfungen sichtbar, die dann wie ein klarer Weg vor einem liegen und sich verbinden, wie zwei ineinander fließende Flüße. Vielleicht ist das der Übergang zu der beschworenen Serendipity – übrigens ein Wort das ich zum ersten Mal von Johannes hörte. Jedenfalls je umfangreicher das zusammengesammelte, umso klarer das Gesamtbild. Und zum Weg passt die Bewegung im Raum.
Bewegung
Lernen beim Gehen im Wald, meinem dritten Raum. Bewegung als Zündstoff für neue Ideen und Verbindungen. Richtungswechsel und Perspektivenwechsel beim Gehen als Impuls die Denkrichtung zu verändern. Manche Ideen können nicht zu dir kommen und entstehen nur dann, wenn du dich auf sie zu bewegst. Und das darf jetzt auch gerne wieder auf die Meta-Ebene gehoben werden. Ich übergebe an Johannes.
Das Recht auf Spazierengehen ist für mich tatsächlich eine mir persönlich wichtige Lernressource. Aus genau den Gründen, die Du bereits erwähnt hast. Weiterhin finde ich faszinierend, wie beim Durchgehen durch Orte Erinnerungsanker gesetzt werden. Ich erinnere mich auch Jahre später noch an bestimmte Podcast-Fragmente, die ich an einer bestimmten Hausecke, einem bestimmten Baum … irgendwann einmal hörte. An Telefonate, die ich spazierengehend führte. Emotionen, die ich durchlebte, Gedanken, die ich trug.
Orte
Deshalb bin ich auch überzeugt: Lernen braucht Orte. Ob der Raum wirklich „der dritte Pädagoge“ ist können wir an anderer Stelle diskutieren. Klar scheint mir: Orte prägen das Lernen. Sei es der Klassenraum mit Möblierung für den Frontalunterricht, der Kreativraum in hippen Startups oder die Street-smartness fördernde „Straße“ in ihrer schillernden Ausprägungsvielfalt.
Haben wir einen Ort irgendwann fertig entdeckt … so detailliert erkundet, dass es nichts neues mehr zu entdecken, keine neue Perspektive mehr einzunehmen, keine Umgestaltung mehr vorzunehmen gibt? Ich vermute nicht. Eine meiner intensivsten Lernerfahrungen der letzten Jahre fand in einem fast völlig leeren Theater-Probenraum statt, der von uns beliebig und immer wieder neu mit Bedeutungen befüllt werden konnte. Fast nichts war ‚vorgebaut‘, alles war möglich auf dieser leeren, aber für uns gegen außen geschützten Bühne.
Werkzeugkasten
Ich weiß von mir, dass mein Interesse versiegt, wenn ich etwas „ergründet“ habe. Wenn ich den Kern erfasst habe, also ca. 20-60%. Dann zieht es mich weiter zur nächsten Wissensinsel. Das zu verstehen, und das ich irgendwann mal den Begriff „Scanner“ Persönlichkeit geschenkt bekommen habe, ist ein weiterer Baustein meiner Lernressource. Heute erlaube ich mir weiterzuziehen. Früher habe ich an meinem Durchhalten gezweifelt. Das ich an nichts dranbleiben kann. Heute habe ich meinen Werkzeugkasten, der ist zwar umfangreich, bei manchen Werkzeugen weiß ich noch nicht ganz genau wie sie funktionieren, aber ich weiß wo ich es finde und um es anzuwenden, darf ich mich nochmal damit beschäftigen.
Was ich gerade nicht beantworten kann, ist die Frage wie ich auf diese Ressourcen zugreife. Hier muss ich leider gestehen, dass ich bei bestimmten Themen in eine Art „Flow“ komme. Dann ist es ein Selbstläufer und was ich erarbeiten will, was ich mir neu erschließen möchte, entsteht fast von alleine.
Oftmals in tagelangen (und leider auch nächtelangen) Denkprozessen entstehen meine Texte und Ideen. Ich bin die Texterin und Konzeptionerin der Dunkelheit. Wenn alle anderen schlafen bilden sich in meinem Kopf Worte, Sätze, Blogbeiträge, Headlines, entstehen Workshop-Landschaften und – Lernformate.
Mir scheint, Du hast einen für dich gut funktionierenden Zugang zu Deinen Ressourcen gefunden? In manchem, was ich lese, finde ich mich selbst wieder (das Umherhüpfen zwischen Themen und die Qual bei der Vorstellung, mich mehrere Jahre intensiv und fokussiert mit genau einer Fragestellung beschäftigen zu sollen). Früher, als Student, habe ich selbst in der Nacht geschrieben. Das funktioniert seit vielen Jahren überhaupt nicht mehr, weil sich meine Tagesroutinen und die (externen) Anforderungen an meinen Tag-Nacht-Rhythmus geändert haben.
Ja, das stimmt. Ich kann mich auf mich verlassen. Ich weiß, dass ich auch 5 vor 12 noch eine Idee, einen Geistesblitz haben werde, der funktioniert. Hätte nur gerne weniger Spontanität drin und ein System, dass ich mit anderen teilen kann. Schreiben tu ich nicht in der Nacht. Nur wenn mir ein wirklich geniale Idee einfällt für einen Kunden. Dann stehe ich auf, schreib die Idee auf ein Board und buche die Anzahl Stunden auf das Kundenkonto, die dem Wert der Idee entsprechen und das fühlt sich gut an.
… was verdeutlicht, wie relativ und flexibel Zeit gehandhabt werden könnte, als Arbeits- und als Lernressource. Wird es im Corporate Learning selten, wenn mit „Lernzeitbudgets“ etc. hantiert wird.
Zeit
Denn was Lernen neben sozialen Resonanzräumen und Gesundheit (dazu weiter unten mehr) besonders benötigt, ist Zeit. Ist Lern-Zeit die Grund-Ressource, ohne die alle anderen Ressourcen nichts sind? Gleichzeitig ist Lern-Zeit konstant rar. Unsere Gesellschaft ist so aufgebaut, dass kaum Zeit für bewusst selbst-organisiertes und -gestaltetes Lernen bleibt. Lernzeit ist notorisch fremdbestimmt (in der Regelschule, der Ausbildung oder Bologna-geprägten Universität, in verordneten Seminaren, Weiterbildungen oder Umschulungen). Andere bestimmen für uns, WANN wir Lernen sollen, dürfen oder angeblich sogar müssen – egal, ob uns die Zeit dafür gerade passend erscheint und wir Lernlust spüren. Lernzeit ist die Zeit im Seminar. Lernzeit ist geblockt im Kalender. Lernzeit wird eben nicht als die Zeit gesehen, in der Du in der Nacht aufstehst und eine Idee notierst … oder wachliegst und Gedanken wälzt. Und Lernzeit wäre … zumindest für mich … auch sehr oft die Zeit, die gerade nicht verfügbar ist, weil dies und das und jenes erledigt werden muss.
Ich stelle für mich selbst fest, dass meine Lernlust regelrecht aufblüht, wenn ich längere Zeit am Stück für mich habe. Auch deshalb nehme ich mir jeden Sommer den Luxus der ganzen großen Ferien. Damit habe ich nicht nur die gesamten sechs Wochen mit meiner Familie, sondern spüre auch, wie meine Lernressourcen wieder wachsen. Ich entdecke im Alltag verschüttete Interessen, spüre meine Selbstwirksamkeit und nehme mir unendlich viele Lernprojekte vor … die dann erwartungsgemäß im Herbst zwar meist wieder einschlafen, aber allein die Erkenntnis, dass sie in mir als Lernressource schlummern und durch mehr verfügbare Zeit spürbar werden, ist sehr beruhigend.
Allerdings kann diese Sehnsucht nach Lernzeit auch ausgenutzt werden. Wie oft nehme ich war, dass das Versprechen von Lernzeit in Unternehmen missbraucht wird – als Pflaster über disfunktionaler Planung, schlechten Arbeitsbedingungen und Überlast. Lernzeit wird dann zur zermürbenden Möhre-vor-der-Nase, die nie erreicht wird, aber immer ergriffen werden könnte, wenn denn die Arbeitsdisziplin stimme. Und selbst wenn sie im Kalender steht, gnädig gewährt, steht da doch immer noch die nicht erledigte Tätigkeit in Konkurrenz, die noch schnell fertig gestellt wird, unter dem Schutzmantel des ‚Nicht stören, hier wird gelernt’.
Wenn der Tag zu viel Inhalt hat, aus Erwerbsarbeit, Care-Arbeit und einem kleinen Rest Selbstfürsorge – oder nennen wir es kleine Pause, da ist Lernen nicht machbar. Ich erinnere mich an Zeiten, als diese Kombination es lediglich ermöglichte seufzend und traurig die Decke anzustarren. Dies ist die Realität von vielen, vermute ich. Und in der Lebensphase in der Johannes steckt, ist es wirklich schwierig ungeplante spontane Lernzeiten unterzubringen. Möchte jetzt gerne schreiben, dass das besser wird. Aber leider, leider, erst mal Nein. Deswegen finde ich es sehr inspirierend was Johannes dazu schreibt. Sich gezielt die Lernzeiten-Fenster zu schaffen und zwar nicht als „festes Fenster“ sonder so, dass Selbstwirksamkeit erfolgen kann und die freigeschaufelte Zeit nicht zugeschüttet wird mit anderen Todos, die darauf warteten erledigt zu werden (Aufräumen, Einkaufen, Räder wechseln, …). Es ist jetzt 11:30 Uhr und ich werde jetzt eine Runde durch den Wald drehen, diesen Beitrag im Kopf haben und später wieder anschließen.
„Wie schaffen wir unseren Mitarbeitenden Lern-Zeit?“ ist die Frage, die mir (neben der zur ominösen „Lern-Kultur“, auf die ich noch eingehen werde) in Beratungssituationen am häufigsten gestellt wird.
Die Zeitfrage ist in Betracht auf die „Teppich-Etage“ noch relativ einfach finde ich. Schwierig wird es bei den Beschäftigen auf dem „Hallenboden“ oder die mobil unterwegs sind. Hier müssten Einschnitte gemacht werden in die „Produktivitätszeit“, was bei heutigen Auslastungen und Effektivitäts-Steigerungen schwer zu handhaben und zu vertreten ist. Am Ende ist es doch auch hauptsächlich Vertrauen, auf das gebaut werden muss. „Ich stelle Lebenszeit und Arbeitskraft zur Verfügung und werde diese optimal für dich liebes Unternehmen zum Einsatz bringen“ steht da im krassen Konflikt zu „ … und am Ende wird beim Homeoffice womöglich auch noch nebenher Wäsche gewaschen!?!“.
Ja, wir betreten hier ein neues Konfliktfeld, in dem das oft postulierte Mantra „Lernzeit = Arbeitszeit“ wie ein fernes Echo aus dem Elfenbeinturm wirkt. Natürlich bemüßigen sich alle, auch die Arbeit auf dem „Hallenboden“ lern-reich zu gestalten. Als Lippenbekenntnis. Die Realität sieht oft anders aus, und „Lernzeit“ wird in Pausenzeiten oder die Freizeit versteckt (natürlich nicht offiziell). Wie erkämpfen wir uns Lern-Zeit?
Gesundheit(en)
Neben der zur Verfügung stehenden Zeit und dem sozialen Netzwerk ist Gesundheit (oder sind „Gesundheiten“ … ich möchte mich, ähnlich wie mit „Zukünften“, auch mehr mit der bewussten Verwendung des Begriffs Gesundheit im Plural auseinandersetzen, um die problematische Binarität Krank – Gesund zu hinterfragen) die dritte ganz zentrale Lernressource – und diejenige, die in den meisten Lernkontexten krass ignoriert wird. Die körperliche und seelische Verfassung, die wir in Lernprozesse einbringen, ist darauf so prägend wie fast nichts anderes.
Das sind Barrieren, die uns den Zugang zu Lernsettings verwehren. Das ist unsere menschliche Neurodiversität, die ignoriert wird. Das ist das unterschiedliche Maß an Kräften, die wir insgesamt einbringen und auf unsere unterschiedlichen Anforderungen im Alltag verteilen können.
All das wird in vielen konventionellen Lernsettings oft ignoriert oder als Nice-to-have betrachtet, dabei sollten alle Betrachtungen hier starten.
Gesundheit ist aber ein wesentlicher Bestandteil. Wer im Burnout steckt, Depressionen hat, oder in einem Suchtverhalten steckt, kann nicht lernen. Jedenfalls nicht gut.
Ich denke, doch, auch aus solchen Situationen erwächst Lernen. Nur ein gänzlich anderes, das eine eigene Betrachtung verdient – denn mir liegt es fern, Lernen aus Leid irgendwie faschistoid zu glorifizieren.
Finanzielles
Am Ende sind wir also bei den Elefanten angelangt. Zeit, Gesundheit … und das liebe Geld. Dass Lernen durch finanzielle Ausstattung gefördert oder durch Einsparung stark erschwert werden kann, scheint intuitiv einleuchtend. An dem Punkt waren wir schon zu Beginn, im Abschnitt „Inhalte / Materielles“. Im Corporate Learning taugt das, was etwas kostet und sich in einem definierten Zeitraum messen und bewerten lässt … die Return-on-Investment-Logik. Ebenso bekannt, dass wir lebenslang unterschiedlich finanziell begütert mit entsprechend unterschiedlichen Zugängen zu anderen Lern-Ressourcen (Zeit, Gesundheiten, Inhalte etc etc ….) durch die Welt laufen.
Wir sollten uns stark dafür machen, Lernen gebührend finanziell auszustatten. In der Schule, in außerschulischen Realitäten von Kindern und Jugendlichen, während des Aufwachsens, am Arbeitsplatz und außerhalb der Erwerbsarbeit, im sozialen Miteinander, im politischen Gefüge und in Situationen, in denen wir ganz besonders auf Unterstützung anderer angewiesen sind. Ja, es mag abgegriffen sein und aufgrund seiner Verwurzelung in einer neoliberalen Verwertungslogik auch angreifbar, gehört im Rahmen dieser Logik aber immer wieder betont: Investitionen in Bildung rechnen sich!
Ich mag hier gerne noch die Brille der Soloselbständigen reinbringen. Was für außenstehende leicht aussieht, wenn ich im Erstgespräch gute Ideen einbringe und relativ schnell ein Grobkonzept erstelle, ist das Ergebnis vorab geleisteter Lerneinheiten, die mir in Gänze niemals gezahlt werden können. Deswegen erlaube ich mir, diese bei Beauftragung anteilig in Rechnung zu stellen. Nach eigenem ermessen, aber so dass meine Vorableistung unabhängig vom Auftrag honoriert wird.
Feminismus
Feministischer Blick auf die Ressource, als Auszug unserer Feministischen Lernpolitik? Was braucht es um Lernen gut zu gestalten aus der Blickrichtung Feminismus?
Hinweis in eigener Sache. Das endet jetzt hier sehr plötzlich.
Ach ne, das war ein fulminanter Start, der noch lange nicht zuende ist, sondern doch nur als Auftakt für unsere Session geplant ist, Gabriele. In unserer Session öffnen wir den Lernraum mit allen Teilgebenden. Vielleicht schreiben ja einige davon auch im Nachgang noch weiter, so wie wir? 🙂
Eigentlich sollte ich hier einen Abbinder schreiben, der sich mit der Ressource Feminismus beschäftigt und unser Thema Lernressourcen abrundet. Ich mag aber viel lieber erzählen, wie wir zwischendurch auf Literatur gekommen sind und ich fand, dass unser Austausch mich an Stephanie Sargnagels Buch „Iowa“ erinnert mit den Fußnoten von Christiane Rösinger. Johannes lacht und sagt „das Buch war super witzig!“. Fand ich auch. Und vielleicht ist es doch ein bißchen die feministische Klammer, die unseren Austausch wieder schließt. Beim Erstellen dieser letzten Zeilen kam mir noch in den Kopf: Lernressource Humor? Scherz beiseite. Humor ist zumindest ein verbindendes Element und macht gemeinsames Lernen zu einem Erlebnis. Jedenfalls zwischen mir und Johannes, wie wir es hier beim gemeinsamen Schreiben und Denken erlebt haben.
#CLC23 #CLCamp26 #eine -
Lernressourcen
Wir, Gabriele und Johannes, wollen auf dem #CLCamp26 eine gemeinsame Session zu „Lernressourcen“ anbieten.
Den Start in die Vorbereitung machen wir mit diesem Blogbeitrag … der vielleicht auf die Session neugierig macht, vielleicht Einstiegs- oder Anknüpfungspunkte setzt, vielleicht zu Widersprüchen aufruft und hoffentlich – zuerst einmal durch das Schreiben für uns beide – das Feld weitet für das, was „Lernressourcen“ alles sein könnten.
Als wir beschlossen, die Session anzubieten und dazu mit einem kooperativem, gemeinsamem, ineinandergreifenden und aufeinander Bezug nehmendem Schreibprozess zu starten, notierten wir uns die folgenden Fragen, die auch zu Beginn unserer Session stehen könnten:
- Was bedeuten Lern-Ressourcen?
- Wie können auf Lern-Ressourcen aufgebaut werden, wie können diese ausgebaut werden?
- Wann weiß ich, welche Lern-Ressource ich in welchem Umfang zum Einsatz bringe?
- Wie mache ich mir meine Lern-Ressourcen bewusst?
- Welche Arten von Lern-Ressourcen gibt es überhaupt?
Und vielleicht leiten sich aus unserem folgenden schriftlichen Austausch vorab für uns und für Session-Teilgebende weitere Fragen und Ideen ab?
Aus welchen Perspektiven blicken wir jeweils auf den Begriff „Lernressourcen“?
Diesen Beitrag schreiben wir kooperativ. Jede:r von uns ergänzt Ideen, die wir dann gemeinsam in einen Fluss bringen. Daraus entsteht im Schreibprozess ein inspirierendes Ping-Pong auf einem gemeinsam beschriebenen Collabora Online Dokument auf Gabrieles Nextcloud. Wir schreiben uns gegenseitig in die Texte, lesen immer und immer wieder und ergänzen. Ich habe das Gefühl, wir könnten endlos so weitermachen, aber irgendwann, am 2. März um 18 Uhr, setzen wir uns einen Schlusspunkt, kopieren den kooperativ geschriebenen Text als Sessionankündigung in unsere jeweiligen Blogs (und werden dabei sicher weitere Stellen finden, die wir überarbeiten … denn der Text bleibt lebendig und beschreibbar).
So haben wir es heute besprochen: und um 18:00 Uhr ist also Schluß für heute und für den aktuellen Stand unseres Schreibgesprächs. Das wird spannend, da es für die Zukunft gesehen zwei Versionen geben wird, da sich unsere beiden Blogs ja nur von der Ferne her kennen und sich nicht synchronisieren.
Aber sie pingen sich gegenseitig an. Die gute alte Pingback-Tradition der Webblogs. Oder kann Dein Blog das nicht, Gabriele? 😛 Ich hab noch fünf Minuten, dann ist Schluss mit Tippen und wir veröffentlichen ….
Ich, Gabriele, gebe hier einen persönlichen Einblick zu meiner Lernerfahrung. Meine eigene Lernerfahrung basiert vor allem auf der Erkenntnis, dass die meisten Organisationen in denen ich beschäftigt war, mein zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht erkannten und/oder fördern konnten oder wollten. So habe ich mich immer selbst auf den Weg gemacht, gelernt, verworfen, aufgebaut, aufgefrischt, neu gelernt … . Seit ich Menschen wie Johannes kenne und in einen regelmäßigen Austausch zu selbstgewählten Themen gehe, verstehe ich, wie Lernen mit anderen funktionieren kann und was es für mich bedeutet, in den Austausch mit anderen gehen zu dürfen. Auch dann, wenn ich keine Expertin auf diesem Gebiet bin. Keine Grenzen. Manche Bedarfe entstehen erst durch das darüber sprechen. Manche Gedanken werden zu Ideen, Konzepten oder führen zu Erkenntnissen, wenn man sie das erste Mal mit anderen teilt. Das hat mich mutig gemacht die letzten Jahre und so lerne ich als Soloselbständige so vor mich hin, lass mich treiben und mäandere mich gemächlich durch die unterschiedlichsten Wissensgebiete. Meine Neugier sucht sich wie ein Fluß ihren Weg. Was ich mache? Das ändert sich ständig. Gerade mache ich mal wieder eine Ausbildung. Und überhaupt denke ich gerade: Vielleicht sollte mich mal mit dem Thema Flüße beschäftigen?
Jedenfalls empfinde ich den Austausch mit Johannes immer als sehr gewinnbringend.
Das beruht auf Gegenseitigkeit, Gabriele. Sonst hätten wir das hier nicht gestartet.
Ich, Johannes, erschließe mir die Vielfalt von „Lernressourcen“ ebenfalls aus unterschiedlichen Richtungen und Zugängen … wie Du, Gabriele, und jetzt im Miteinander, der wichtigsten Lernressource – aber ich möchte nicht vorgreifen.
Da ist meine berufliche Perspektive als Corporate Learning Berater auf die Vielfalt von Lern-Ressourcen. Hier mache ich regelmäßig die Erfahrung, dass Lernangebote oft wenig bewirken, wenn sie isoliert und ohne die konzeptionelle Einbeziehung des systemischen Umfelds betrachtet werden. Mitarbeitende nutzen die Angebote nicht, Aufwände verpuffen, Lernen wird als Hürde empfunden oder Lernbedarfe werden nicht einmal erkannt. Mein Motto aus IT-Qualifizierungen ist „Die User sind nie schuld“, denn so gut wie nie „sitzt das Problem vor dem Bildschirm“ (wie ich diesen despektierlichen Spruch verabscheue!), sondern fast immer werden Bedarfe und deren Ursprünge zu isoliert betrachtet, wird Blaming geübt statt wertvolle Hinweise auf u. a. Ressourcenbedarfe zu erkennen.
Und dann ist da der Blick auf Ressourcen, mit dem ich an Gabrieles Einstieg anknüpfen möchte: Das Erkennen, Erkunden und Erfahren der Möglichkeiten, die uns menschlich ausmachen, die uns zusammenbringen und uns gemeinsam gegen Widrigkeiten angehen lassen. Das, was eigentlich in uns steckt, und sich so oder so seinen Weg bahnt. Flüsse sind ein Bild, das mir gefällt, Gabriele! Flüsse bahnen sich ihren Weg, prägen Territorien und werden zu Grenzziehungen missbraucht, sind Lebensadern und können zerstörerisch sein. Manche sind wild, manche betoniert-eingehegt. Vielleicht irgendwann mal eine Session zu „Lernflüssen“? Heute aber erst einmal Ressourcen!
Unsere gemeinsame Lern-Historie
Nein, den Start in die Vorbereitung unserer Session machen wir natürlich nicht mit diesem Blogbeitrag, sondern schon viel früher: Seit langer Zeit denken, recherchieren, reden und schreiben Gabriele, Gratian, Silvia und ich gemeinsam mit einer weiteren Mitwirkenden an einem lernOS-Leitfaden zum Thema „Gesellschaftliches Engagement und Beteiligung“. In einer geplanten Woche dieses Leitfadens gilt es, sich der Ressourcen bewusst zu werden, die in das eigene Engagement eingebracht werden können.
In diesem Zusammenhang begannen wir, uns intensiver mit dem Begriff „Ressourcen“ auseinanderzusetzen … denn zu Beginn stand ein produktives Missverständnis*, weil wir jeweils an ganz andere Begriffsbedeutungen dachten.
*genau! Ich verstehe jetzt was Johannes mit Ressourcen meinte (meine Weiterbildung klopft gerade an). Für mich war es zu diesem Zeitpunkt aber die Ressource „Zeit“ dicht gefolgt von „Energie“. Wann habe ich überhaupt Zeit und dann auch noch Energie um mich mit Themen zu beschäftigen. Im Hintergrund stand bei mir der Gedanken, dass es zu unterschiedlichen Lebensphasen unterschiedliche Ressourcen zur Verfügung stehen, die mir lernen oder Beteiligung ermöglichen. Ich werde es weiter unten nochmals thematisieren.
(Spoiler: Zeit, Energie, Lebensphasen, Beteiligung … das schält sich, wenn ich diesen Text gerade kurz vor dem Publizieren noch einmal durchlese, doch als brauchbarer Rahmen für das meiste heraus, das wir betrachten und zum Ende hin abbinden. Deine erste Intuition war also ziemlich treffend, Gabriele!)
Und noch früher dachten, recherchierten, redeten und schrieben Gabriele und ich um das Thema „Feministische Lernpolitik“ herum … in einem Social Learning Space, der wiederum aus einer Session von Gabriele auf dem #CLC23 Barcamp der Corporate Learning Community entstand und uns viele Monate regelmäßig zusammenbrachte, bis wir sie wieder auflösten. In dieser Zeit entstand eine beeindruckende Material- und Ideensammlung auf unserem Online-Whiteboard, auf die ich heute immer noch zugreife. Auch das Whiteboard für unser lernOS-Thema „Gesellschaftliches Engagement und Beteiligung“ ist weit über den Bildschirmrand befüllt mit gegenseitigen Empfehlungen, PDF-Dokumenten, Skizzen und Kata-Beschreibungen. Eine brauchbare Sammlung an (wild zusammengetragenen, wenig geordneten) Lernressourcen.
Die Betrachtung unserer Lernressourcen hat für mich u. a. mit der Untersuchung folgender Fragen zu tun: Was uns im bereits zurückliegenden Lernprozess …
- grundsätzlich die Möglichkeit verschafft, uns zusammenzufinden und uns einem gemeinsamen Thema zu widmen … und nach den ersten Schritte auch weiter zu machen,
- unser Wirkungsfeld geöffnet und gehalten,
- Energie im Prozess geschenkt,
- das Gefühl von Fortschritt und Entwicklung vermittelt (nicht auf der Stelle treten, sondern immer neue Quellen, Zugänge, Ideen und Wirkungsfelder zu betreten)?
Und was hat dazu geführt, dass wir unser gemeinsames, in der Gruppe stattfindendes Engagement zum Thema „Feministische Lernpolitik“ nach einigen Monaten beendeten … und dass unsere lernOS-Entwicklungsgruppe nicht mehr so viele regelmäßig aktive Mitglieder umfasst wie zu Beginn?
Ich vermute, all diese Fragen – und viele mehr, die wir auf unserer Barcamp-Session im Ressourcen-generierenden Austausch mit den Teilgebenden finden werden – haben mit (Lern-)ressourcen zu tun.
Zukünftig möchte ich mich auch durch weitere Recherche damit auseinandersetzten, welche Verständnisse von „Lern-Ressourcen“ in Lerntheorien und Didaktik gängig sind. In diesem Einstieg, in dem wir uns die assoziativen Bälle zuwerfen, haben wir bewusst auf den Verweis auf Theorie verzichtet.
Ich sowieso. Theorie ist wichtig, aber ich bin bekennende Frau praktischer Anwendungen. Habt ihr vielleicht schon gemerkt. Ich lerne durch ausprobieren. So bin ich übrigens auch eine phantastische Köchin geworden.
Und auch beim Kochen braucht es gute Zutaten, Gabriele ….
Inhalte / Materielles
In meiner täglichen Arbeit wird unter (Lern-)ressourcen meist Materielles verstanden, speziell „Content“: Die Rohstoffe in der Produktion, die weiter verwertet werden, als auch die Lerninhalte, die wir als Lernende rezipieren, verarbeiten und darüber intern unser Wissen aufbauen. Texte, Videos, e-Learning-Inhalte, Folien, Podcasts … . Unsere digitale und auch analoge Welt ist übervoll mit Lernressourcen dieser Art. Das Internet als (noch, wenn auch durch AI-Slop und Plattformkapitalismus bedrohte) unerschöpfliche Quelle für Lernressourcen, die (ebenfalls durch Austeritätspolitik bedrohten) Stadtbibliothek, Museen und weitere Kulturorte. Inhalte können teuer produziert oder gekauft werden oder als Commons frei verfügbar sein. Letzteres wird im Corporate Learning oft ignoriert. Tauglich sei’s, wenn’s für Geld eingekauft und als Eigentum ins Lernmanagementsystem eingeschlossen und als Lernmaßnahme ausgehandelt dort zugewiesen wurde. Die unendlichen Möglichkeiten, kontinuierlich mit frei verfügbaren und sich permanent durch die Nutzung und Anreicherung im Lernkontext anreichernden Inhalten zu lernen, die durch das Engagement von Freiwilligen bereitgestellt werden, werden ignoriert.
Ach spannend. Also jetzt haben wir schon drei verschiedene Dimensionen des Begriffs Ressource: Der Lern-Inhalt (Content), die Lern-Verfügbarkeit (zeitliche, räumliche, finanzielle) und der persönlichen Ressourcen (Neugier, Offenheit, Quelle …).
Aber diese begriffliche Einengung von „Lernressourcen“ ist natürlich bei weitem nicht ausreichend.
In meinen eingangs beschriebenen Lernerfahrungen sind mir beispielsweise die Gespräche mit meinen Mitlernenden, das geteilte und Energie schenkende Gefühl, ein gemeinsames, von uns allen als sinnvoll empfundenes Ziel zu verfolgen und die dadurch längerfristig gestärkten Beziehungen viel wichtiger als die Quellen und Buchtipps, die wir auf unseren Online-Whiteboards zusammengetragen haben.
Jetzt hake ich wieder ein. Ja, wir haben Whiteboards bis an die Kante befüllt und auch für mich sind diese gemeinsam mit anderen entstandenen Whiteboards immer wieder Quelle der Rückkehr und des wieder treiben lassens. Schon wieder drängt sich das Flußbild auf … . Statt Whiteboard sollte es nun ein kollaborativer Text sein, in dessen Mitte wir uns nun eben befinden. Beide schreiben wir parallel über unsere Lernressourcen.
(Ich behaupte ja immer, und hatte dazu vor Jahren auch mal eine Barcamp-Session initiiert, dass ich durch Schreiben lerne. Schreibend schöpfen wir gerade von überall her aus unseren verschiedenen Lernressourcen und schreiben sie fort und größer … und schon trägt mich Dein Fluss-Bild mit …)
Und gestern haben wir uns getroffen und fast wäre es passiert, dass wir wieder in ein anderes großes Thema abgedriftet wären. Zu Beginn des Textes habe ich mir die Frage gestellt, was meine persönlichen Lernressourcen sind und eine die vielleicht euch und auch mich selbst überrascht hat, ist die hier im Anschluß folgende:
Popkultur/Subkultur
Neues hören, neues sehen, warum hören Menschen jahrzehntelange die gleiche Musik? Musik ist mein „Mitgestalter“. Kunst und Literatur auch, aber Musik am meisten. Ich stehe auf die Ressource Subkultur und Popkultur. Sie taugt mir für alles: Kreativität, Menschen die sich verbinden, bewegen. Pop- und Sub-kulturelle Begegnungsstätten in Form von Clubs, Vereinen, Bewegungen verbinden Menschen und Gedanken. Werden zu Strömungen und können niedrigschwellig Inhalte vermitteln. Vielleicht ist Pop-/Subkultur das „kulturelle“ Gegenstück zum schmutzigen Populismus rechter Parteien. Ich schweife ab. Jedenfalls bietet zumindest die Subkultur Schutzräume in denen ich mit anderen, die sich im selben Kultur-Raum befinden Möglichkeiten des Austauschs, Betrachtens des Lebens durch eine andere Brille. Mich ausprobieren kann. Abgrenzung ist eine der Lernerfahrungen und Ressourcen die darin schlummert. Ich muss nicht immer so sein, wie es andere von mir erwarten. Aber auch, bei der Popkultur, Teil einer größeren Bewegung zu sein. So ganz genau weiß ich noch nicht was ich damit sagen will, vielleicht ist das eine der „Quellen“ der persönlichen Ressource (siehe oben). Ich baue an dieser Stelle auf Johannes und übergebe in seine analytische Gedankenwelt 🙂
Wenn ich Deinen hymnischen Einstieg lese, möchte ich vielleicht gar nicht analytisch werden, sondern ebenfalls an Selbst-Erlebtes anknüpfen. Pop- und Subkultur scheint mir eine wichtige, biografisch geprägte Lernressource zu sein (und auch hier freue ich mich auf eine in der Session fortgeführte Vertiefung … denn die Betrachtung dieses Ressourcenfelds wird umso greifbarer, je vielfältiger und durch eigenes Erleben geprägter die Stimmen dazu sind). Mit vielen von dem, was ich heute kann, auf dem ich mit meinen Kompetenzen aufbaue, was mir wichtig ist, was mich „resilient“ macht (sorry für die Verwendung dieses oft so problematisch missbrauchten Wortes) und was mir mein soziales Netzwerk erschließt, hat Ursprung in Subkulturen, in denen ich als Jugendlicher Zugang fand oder die ich mir jetzt erst mit Mitte 40 erschließe. Subkulturen, Popkulturen, Gegenkulturen schaffen uns ästhetische Ausdrucksmöglichkeiten, öffnen Arenen der inspirierenden Imitation, erweitern unseren Werkzeugkasten, ermöglichen gegenseitige Unterstützung und stärken uns im Miteinander. „Each one teach one“, eine der wichtigsten Lernressourcen.
Der Begriff der Gegenkultur ist hier noch wichtig! Danke für’s einbringen Johannes. Den Subkultur speist sich auch aus Widerstand. Das ungesagte das unfassbare sichtbar machen und sich dagegen wehren. Gegenwehr gegen Systeme, die beschränken. In meiner Generation die Haltung der 50-60er Jahre, die einen bestimmten Weg für junge Frauen vorgeschrieben haben: Heiraten, Kinder bekommen und bloß nicht zu viel Bildung. Hier in eine Anti-Haltung zu gehen, ist nicht unbedingt der einfachste Weg, wenn du jung bist. Den es bedeutet auch Einsamkeit, Unverständnis, Bestrafung, Ausgrenzung, Verzweiflung sowie ungefragte Tipps und Empfehlungen von Außenstehenden („mach es dir doch nicht so schwer“, „wie du wieder aussiehst … ist doch kein Wunder dass ….“) und nicht zuletzt auch schlechte Noten. Ich weiß wovon ich spreche. Aber am Ende bin ich doch daran gewachsen, da es immer einige wenige Mitstreiter:innen gab. Und daran schließt jetzt wunderbar das folgende Thema an, dass von Johannes eingeleitet wird.
Netzwerke, Freundschaften, Bekanntschaften und Vorbilder
Wir lernen zuallererst durch unser Streben nach Sozialisation … auch wenn uns im Corporate Learning immer wieder etwas anderes verkauft werden soll. In Interaktion mit Menschen lernen wir wie nebenher, auch auch durch die im vorherigen Abschnitt schon angesprochene Imitation. Unsere Lern- und Netzwerkpartner:innen öffnen und halten einen Resonanzraum für unsere Kompetenzen und nehmen unseren sozialen Entfaltungsdrang auf. Sie inspirieren uns als Vorbilder immer wieder. Sie sind die Ressourcen, die Lernen lebendig und erfahrbar machen und katalysieren … und es gleichzeitig ermöglichen, Ressourcenknappheit zu überwinden und formale Einhegungen/Beschränkungen zu unterlaufen. Lern-Netzwerke ermöglichen einen Aufstand gegen verordnetes Nicht-Lernen! … und schaffen damit die Grundlage für das, was Gabriele und ich hier tun. Und insbesondere ermöglichen uns Lern-Netzwerke Zugang zu Entwicklungen, die uns bisher verborgen blieben, nicht nur über den oft erwähnten „Flurfunk“ oder den Gerüchte-Handel „in der Kaffeeküche“.
Neugier
Ich war letzte Woche auf der Beerdigung einer guten Freundin von früher. Alles sehr traurig. Was hat das mit meinen Lern-Ressourcen zu tun? Ich habe Feststellungen gemacht an diesem Tag. Meine Freundin war aus einem intellektuellen Haus und ich weiß nun, was ich ihr zu verdanken habe und welche Türen sie mir öffnete. Ich war zu diesem Zeitpunkt zwar auch schon eine Leseratte und habe verschlungen was es gab. Im Bücherbund (die älteren unter uns wissen noch – Schallplatten gab es da auch) kaufte meine Mutter für mich Bücher, die für sie selbst sonderbar klangen und keinen Sinn ergaben. Dennoch war es diese Freundin, die meinen Hunger nach neuem bediente und erfüllte, Politik, Kunst, Literatur – Musik brachte ich als Element ein. Und damit bin ich bei der ersten persönlichen Lernressource: Neugier und Bereitschaft. Und ich frage mich, sind wir nicht alle von Geburt an neugierig? Wollen in Erfahrung bringen wie man laufen kann, sprechen kann? Und ich frage mich auch, wann und wo versiegt die Neugier bei so vielen Menschen?
Da bin ich optimistisch. Unsere Neugier versiegt nie, bei keinem Menschen. Leider wird sie durch äußere Gewalt oft so unterdrückt, dass sie kaum wahrnehmbar scheint. (Allerdings bevorzuge ich seit einiger Zeit den Begriff „Lernlust“ mit seinem bewusst lustvollem Klang, denn die „Gier nach Neuem“ hat mir die Neugier in Zeiten von turbokapitalistisch getriebenem Wachstumsdrang nach leerer „Innovation“ im Klang etwas dissonant werden lassen.)
Außerdem merke ich, auch in Zusammenhang mit anderen, dass sich leider teilweise ein bißchen Arroganz/Ärger/Unverständnis/Unmut bei mir einschleicht, wenn ich verstehe das jemand eben irgendwie stehengeblieben ist vor 30 Jahren. Oft fragen genau die mich dann: „wie bist Duuu den da hingekommen wo du jetzt bist?“ In dem langgezogenen „Du“ und dem darauffolgenden fragenden „da“ schwingt oft eine kleine Ungläubigkeit mit, da ich ja nicht einmal Abi habe und keine akademische Ausbildung (wobei ich hier immer gerne einfüge, dass ich an 2 Kunstakademien über die Begabtenprüfung aufgenommen wurde). Oder das jemand stehen bleiben wird die nächsten Jahre: „die (hier eine Zahl einfügen) Jahre sitze ich noch ab in dem Unternehmen XY, auch wenn mein Job langweilig ist“. Die Hybris der Viel-Interessierten. Geht das nur mir so?
Hmmm …. beschleichen mich da eher Traurigkeit und Ärger gegenüber den Strukturen, die das Lernen und die Lernressourcen von Menschen so verschleiern können, und den verinnerlichten Bewertungsmechanismen, die oft dahinterstecken? Wie gesagt, ich bin optimistisch (und umso wütender, wenn uns irgendwelche KI-Grifter einreden wollen, unsere menschlichen Lernressourcen hätten im unsäglichen Vergleich mit irgendwelchen Bullshit-Automaten nun nicht mehr die Kraft und Möglichkeit, die sie haben und immer haben werden.)
Zu Ärger, Hybris und Wut – auch diese Begriffe möchte ich auf meinen Merkzettel für die #CLCamp26-Session setzen: Ungesteuert und ziellos lähmt sie und lässt unsere Lernressourcen versiegen. Zielgerichtet eingesetzt kann sie uns ungeahnte Kraft und regelrechte Gier nach Lernen spüren lassen. Es gibt Themen, zu denen ich alles in mich aufsauge, was ich finden kann – um argumentativ gewappnet zu sein und Gegen-/Verteidigungsmaßnahmen parat zu haben. Negative Emotionen können Lernressourcen sein.
Da hast du Recht! Eine Ressource die man zuerst gar nicht so recht anschauen möchte, aber auf den zweiten Blick eine neue Welt öffnet. Einmal aus dem von dir aufgeführten Blick der Verteidigung, aber auch aus dem Widerstand der sich in einem regt, wenn andere wenig Zutrauen zu dir in einer Sache habe. Und den Neid* möchte man hier an dieser Stelle der unangenehmen Seite der Lernressourcen nicht missen wollen, oder?
*Erinnert mich daran, dass mir immer noch eine neutral klingende Alternative für den Begriff „Neid“ fehlt. Oder brauche ich den gar nicht? Könnte „Lern-Neid“ auch eine positiv-inspirierende Lernressource sein?
Vielleicht greift im Lernkontext auch der Begriff FOMO auch wenn schon alt und abgedroschen besser wie Neid. Was meinst du Johannes, hast du schon mal erlebt das irgendjemand auf LinkedIN eine abgeschlossene Ausbildung oder ein cooles Event postet und du dabei gedacht hast: „Warum zur Hölle ist mir das nicht eingefallen? / Habe ich das nicht gemacht!“. Dann gibt es zwei Optionen: Erkennen, dass das genau das ist was man jetzt tun möchte und man tut es ODER ein paar Tage später feststellen, dass es nicht wichtig für die eigene Weiterentwicklung ist.
Jedenfalls, wenn man die dunkle Seite aus dieser Blickrichtung erkundet und reinhüpft in unbekannte Gewässer, vermeindlich dunkel und voller Gefahren, einfach weil du es jetzt genau so tun musst. Du erkundest das Feld und bekommst Sicherheit. Und jetzt kommt auch noch der Mut* ins Spiel, wieder als positives Element sozusagen. Als Gegengewicht zu Wut, Widerstand, Neid. Das braucht es dafür auch. Sich den Dingen und den Themen stellen, neue Wege gehen zu wollen. Notfalls auch erst einmal alleine, den negative Gefühle zu teilen, ist gar nicht einfach und werden deswegen oftmals erst mit sich selbst ausgehandelt und erst dann wieder geteilt, wenn eine vertretbare Basis für Austausch vorhanden ist. So ist es zumindest bei mir.
*Mut ist ein zweischneidiger, teils übergriffiger Begriff, wenn er eingefordert wird – wie so oft im Corporate Learning. Ich möchte von niemandem, der abhängig angestellt ist, erwarten, beim Lernen „mutig“ sein zu müssen. Ich möchte Sicherheit verspüren, Vertrauen in mitlernende Kolleg:innen haben können und die Regeln und Verträge, innerhalb derer wir agieren, kennen und sie anwenden. Und ich weiß natürlich, dass Du auf eine andere Art von Mut anspielst, Gabriele … den Mut, der aus starker emotionaler Verbundenheit zu etwas erwächst, richtig?
Ja, aus der Sicht von abhängig angestellten, ist das nachvollziehbar. Und ich meine aber trotzdem den Mut, etwas zu wagen. Auch mal was zu lernen, was im Moment vielleicht nicht passend ist und nicht auf deinen Karrierepfad einzahlt.
Offenheit
Voilá. Braucht es noch einen Überleitung zur Offenheit fragte Johannes im Text und hier ist sie: meine spontane und mal wieder intuitive Eingebung zu Offenheit. Übrigens auch als sehr guten Anschluss zum Thema „Mut haben, sich den Dingen zu stellen“. Ich verspüre bei uns beiden eine gewisse MüdiKIte und das mit Recht. Also wir mit unserer menschlichen und erfahrungsbasierten LLM haben doch hier einen Text erarbeitet, der so mit egal welcher KI nicht entstanden wäre. Und Spaß machte es auch. Zu verdanken ist das doch unserer Offenheit und dem loslassen können. Der Lust gemeinsam Gedanken weiterzuspinnen. Und unbedingt auch dem gegenseitigen Vertrauen, dass wir uns entgegen bringen, einen solchen Text gemeinsam zu erstellen. Das ist nicht in jeder Konstellation möglich.
Ja, das gemeinsame Schreiben mit Dir erschließt mir mehr von dem, was nicht im Text selbst steht, als die Buchstaben, Wörter und Sätze, die auf dem Bildschirm erscheinen. Wir schreiben in unseren gemeinsamen Kontext, in unser Vertrauen zueinander und in die zukünftige Barcamp-Session hinein. Das ist viel mehr als der Blogpost selbst. Lernressource „Kontext“? Lernressource „Das, was drumherum passiert“? Lernressource, sich Orientierung zu verschaffen, in alle Richtungen zu blicken, gedanklich auf die Reise gehen zu können?
Reisen bildet. Ich möchte aber sagen nicht jede Art von Reisen bildet. Ich kenne Menschen die waren schon auf der ganzen Welt. Wenn du dich dann aber innerhalb eines abgeschlossenen Ressorts bewegst, dann – keine Bildung. Reisen ist kein Ort, du kannst auch auf einem Quadratmeter Erde auf Reisen gehen. Alles nur in ganz klein und fast nicht sichtbar. Moose, Flechten und Pilze sind so ein Ort, den es in keinem Reisebüro zu buchen gibt. Vielleicht ist die wichtigste Lern-Ressource in diesem Zusammenhang, dass nicht nur das vermeintlich wichtige einen zum Ziel bringt, sondern auch die Seitenzweige und Themen, die im ersten Moment nicht als wichtig erscheinen, aber in anderem Kontext auf einmal Sinn ergeben. Pilze zum Beispiel. Von Pilzen kann man viel über Vernetzung und Kommunikation lernen.
Pilze sind ein faszinierendes Thema, Gabriele, bei dem es mich sofort juckt, zum Bücherregal zu treten und ein paar Beispiele literarischer Verarbeitung zu suchen. Lass uns das später nachreichen …
Aber auch Deine Worte zum Reisen. Zwei Deiner Sätze widersprechen sich nach meinem Verständnis. Ich behaupte – und unterstelle Dir aufgrund des direkt anschließenden Satzes – dass Du das auch so siehst: Auf jedem noch so kleinen und abgeschlossenen Areal, auch im Liegestuhl des Ressorts, lässt sich Bildung erfahren. Es kommt auf den eigenen Blick und Fokus an. In einem unserer ersten persönlichen Gespräche (auf der re:publica …. 22?) erwähnte ich die Situationistische Internationale, die Meisterschaft darin entwickelten, alltäglich Vertraute und durch das „Spektakel“ völlig vereinnahmte Orte zu Lernorten umzugestalten – durch Praktiken des Dérive oder Détournement (Schreck! Das hast du doch so nicht gesagt! Jetzt muss ich hier mittem im Text noch Ecoisa befragen!), die sich als ein bewusstes „Auf-die-Reise-gehen“ sehen und Situationen schaffen beschreiben lassen können. Situationen, um kreativ und kraftvoll Unterdrückung sichtbar zu machen und Veränderung einzuleiten … auch wenn es nur eine temporäre kreative Umdeutung ist.
Da hast du mich ertappt. Da ergieße ich mich einfach mal kurz sehr populistisch zu meinen Vorbehalten gegenüber Pauschalreisenden, die sich überwiegend in abgeschotteten Ressorts oder auf Kreuzfahrtschiffen bewegen und möglicherweise sind tatsächlich 1-2 darunter, die sich rein zu antrophologischen Studien dort bewegen und somit also mit einem Bildungsauftrag unterwegs sind. Eventuell bin ich auch einfach nur ein bißchen neidisch auf diejenigen, die mal kurz dahin und dorthin reisen, während meine Reisen überwiegend mit meiner riesigen internationalen Kochbuch-Sammlung stattfinden. Da behindert manchmal mein Schubladen-Denken und meine Arroganz, meine Kreativität beflügeln sie gleichzeitig, zumindest in meinem Schreib-Prozess gehören spitze und übertriebene Seitenhiebe stilistisch für mich dazu. Beim Schreiben wurde mir übrigens auch sehr frühzeitig Kreativität diagnostiziert. Und während ich also vor meinem inneren Auge als Antrophologin mit Klemmbrett und Bleistift auf einem Kreuzschiff Feldbeobachtungen mache, schiebt sich die nächste Ressource ins Blickfeld.
Kreativität
Manchmal erschließen sich zwischen den Werkzeugen und Wissensinseln Verbindungen und es werden Verknüpfungen sichtbar, die dann wie ein klarer Weg vor einem liegen und sich verbinden, wie zwei ineinander fließende Flüße. Vielleicht ist das der Übergang zu der beschworenen Serendipity – übrigens ein Wort das ich zum ersten Mal von Johannes hörte. Jedenfalls je umfangreicher das zusammengesammelte, umso klarer das Gesamtbild. Und zum Weg passt die Bewegung im Raum.
Bewegung
Lernen beim Gehen im Wald, meinem dritten Raum. Bewegung als Zündstoff für neue Ideen und Verbindungen. Richtungswechsel und Perspektivenwechsel beim Gehen als Impuls die Denkrichtung zu verändern. Manche Ideen können nicht zu dir kommen und entstehen nur dann, wenn du dich auf sie zu bewegst. Und das darf jetzt auch gerne wieder auf die Meta-Ebene gehoben werden. Ich übergebe an Johannes.
Das Recht auf Spazierengehen ist für mich tatsächlich eine mir persönlich wichtige Lernressource. Aus genau den Gründen, die Du bereits erwähnt hast. Weiterhin finde ich faszinierend, wie beim Durchgehen durch Orte Erinnerungsanker gesetzt werden. Ich erinnere mich auch Jahre später noch an bestimmte Podcast-Fragmente, die ich an einer bestimmten Hausecke, einem bestimmten Baum … irgendwann einmal hörte. An Telefonate, die ich spazierengehend führte. Emotionen, die ich durchlebte, Gedanken, die ich trug.
Orte
Deshalb bin ich auch überzeugt: Lernen braucht Orte. Ob der Raum wirklich „der dritte Pädagoge“ ist können wir an anderer Stelle diskutieren. Klar scheint mir: Orte prägen das Lernen. Sei es der Klassenraum mit Möblierung für den Frontalunterricht, der Kreativraum in hippen Startups oder die Street-smartness fördernde „Straße“ in ihrer schillernden Ausprägungsvielfalt.
Haben wir einen Ort irgendwann fertig entdeckt … so detailliert erkundet, dass es nichts neues mehr zu entdecken, keine neue Perspektive mehr einzunehmen, keine Umgestaltung mehr vorzunehmen gibt? Ich vermute nicht. Eine meiner intensivsten Lernerfahrungen der letzten Jahre fand in einem fast völlig leeren Theater-Probenraum statt, der von uns beliebig und immer wieder neu mit Bedeutungen befüllt werden konnte. Fast nichts war ‚vorgebaut‘, alles war möglich auf dieser leeren, aber für uns gegen außen geschützten Bühne.
Werkzeugkasten
Ich weiß von mir, dass mein Interesse versiegt, wenn ich etwas „ergründet“ habe. Wenn ich den Kern erfasst habe, also ca. 20-60%. Dann zieht es mich weiter zur nächsten Wissensinsel. Das zu verstehen, und das ich irgendwann mal den Begriff „Scanner“ Persönlichkeit geschenkt bekommen habe, ist ein weiterer Baustein meiner Lernressource. Heute erlaube ich mir weiterzuziehen. Früher habe ich an meinem Durchhalten gezweifelt. Das ich an nichts dranbleiben kann. Heute habe ich meinen Werkzeugkasten, der ist zwar umfangreich, bei manchen Werkzeugen weiß ich noch nicht ganz genau wie sie funktionieren, aber ich weiß wo ich es finde und um es anzuwenden, darf ich mich nochmal damit beschäftigen.
Was ich gerade nicht beantworten kann, ist die Frage wie ich auf diese Ressourcen zugreife. Hier muss ich leider gestehen, dass ich bei bestimmten Themen in eine Art „Flow“ komme. Dann ist es ein Selbstläufer und was ich erarbeiten will, was ich mir neu erschließen möchte, entsteht fast von alleine.
Oftmals in tagelangen (und leider auch nächtelangen) Denkprozessen entstehen meine Texte und Ideen. Ich bin die Texterin und Konzeptionerin der Dunkelheit. Wenn alle anderen schlafen bilden sich in meinem Kopf Worte, Sätze, Blogbeiträge, Headlines, entstehen Workshop-Landschaften und – Lernformate.
Mir scheint, Du hast einen für dich gut funktionierenden Zugang zu Deinen Ressourcen gefunden? In manchem, was ich lese, finde ich mich selbst wieder (das Umherhüpfen zwischen Themen und die Qual bei der Vorstellung, mich mehrere Jahre intensiv und fokussiert mit genau einer Fragestellung beschäftigen zu sollen). Früher, als Student, habe ich selbst in der Nacht geschrieben. Das funktioniert seit vielen Jahren überhaupt nicht mehr, weil sich meine Tagesroutinen und die (externen) Anforderungen an meinen Tag-Nacht-Rhythmus geändert haben.
Ja, das stimmt. Ich kann mich auf mich verlassen. Ich weiß, dass ich auch 5 vor 12 noch eine Idee, einen Geistesblitz haben werde, der funktioniert. Hätte nur gerne weniger Spontanität drin und ein System, dass ich mit anderen teilen kann. Schreiben tu ich nicht in der Nacht. Nur wenn mir ein wirklich geniale Idee einfällt für einen Kunden. Dann stehe ich auf, schreib die Idee auf ein Board und buche die Anzahl Stunden auf das Kundenkonto, die dem Wert der Idee entsprechen und das fühlt sich gut an.
… was verdeutlicht, wie relativ und flexibel Zeit gehandhabt werden könnte, als Arbeits- und als Lernressource. Wird es im Corporate Learning selten, wenn mit „Lernzeitbudgets“ etc. hantiert wird.
Zeit
Denn was Lernen neben sozialen Resonanzräumen und Gesundheit (dazu weiter unten mehr) besonders benötigt, ist Zeit. Ist Lern-Zeit die Grund-Ressource, ohne die alle anderen Ressourcen nichts sind? Gleichzeitig ist Lern-Zeit konstant rar. Unsere Gesellschaft ist so aufgebaut, dass kaum Zeit für bewusst selbst-organisiertes und -gestaltetes Lernen bleibt. Lernzeit ist notorisch fremdbestimmt (in der Regelschule, der Ausbildung oder Bologna-geprägten Universität, in verordneten Seminaren, Weiterbildungen oder Umschulungen). Andere bestimmen für uns, WANN wir Lernen sollen, dürfen oder angeblich sogar müssen – egal, ob uns die Zeit dafür gerade passend erscheint und wir Lernlust spüren. Lernzeit ist die Zeit im Seminar. Lernzeit ist geblockt im Kalender. Lernzeit wird eben nicht als die Zeit gesehen, in der Du in der Nacht aufstehst und eine Idee notierst … oder wachliegst und Gedanken wälzt. Und Lernzeit wäre … zumindest für mich … auch sehr oft die Zeit, die gerade nicht verfügbar ist, weil dies und das und jenes erledigt werden muss.
Ich stelle für mich selbst fest, dass meine Lernlust regelrecht aufblüht, wenn ich längere Zeit am Stück für mich habe. Auch deshalb nehme ich mir jeden Sommer den Luxus der ganzen großen Ferien. Damit habe ich nicht nur die gesamten sechs Wochen mit meiner Familie, sondern spüre auch, wie meine Lernressourcen wieder wachsen. Ich entdecke im Alltag verschüttete Interessen, spüre meine Selbstwirksamkeit und nehme mir unendlich viele Lernprojekte vor … die dann erwartungsgemäß im Herbst zwar meist wieder einschlafen, aber allein die Erkenntnis, dass sie in mir als Lernressource schlummern und durch mehr verfügbare Zeit spürbar werden, ist sehr beruhigend.
Allerdings kann diese Sehnsucht nach Lernzeit auch ausgenutzt werden. Wie oft nehme ich war, dass das Versprechen von Lernzeit in Unternehmen missbraucht wird – als Pflaster über disfunktionaler Planung, schlechten Arbeitsbedingungen und Überlast. Lernzeit wird dann zur zermürbenden Möhre-vor-der-Nase, die nie erreicht wird, aber immer ergriffen werden könnte, wenn denn die Arbeitsdisziplin stimme. Und selbst wenn sie im Kalender steht, gnädig gewährt, steht da doch immer noch die nicht erledigte Tätigkeit in Konkurrenz, die noch schnell fertig gestellt wird, unter dem Schutzmantel des ‚Nicht stören, hier wird gelernt’.
Wenn der Tag zu viel Inhalt hat, aus Erwerbsarbeit, Care-Arbeit und einem kleinen Rest Selbstfürsorge – oder nennen wir es kleine Pause, da ist Lernen nicht machbar. Ich erinnere mich an Zeiten, als diese Kombination es lediglich ermöglichte seufzend und traurig die Decke anzustarren. Dies ist die Realität von vielen, vermute ich. Und in der Lebensphase in der Johannes steckt, ist es wirklich schwierig ungeplante spontane Lernzeiten unterzubringen. Möchte jetzt gerne schreiben, dass das besser wird. Aber leider, leider, erst mal Nein. Deswegen finde ich es sehr inspirierend was Johannes dazu schreibt. Sich gezielt die Lernzeiten-Fenster zu schaffen und zwar nicht als „festes Fenster“ sonder so, dass Selbstwirksamkeit erfolgen kann und die freigeschaufelte Zeit nicht zugeschüttet wird mit anderen Todos, die darauf warteten erledigt zu werden (Aufräumen, Einkaufen, Räder wechseln, …). Es ist jetzt 11:30 Uhr und ich werde jetzt eine Runde durch den Wald drehen, diesen Beitrag im Kopf haben und später wieder anschließen.
„Wie schaffen wir unseren Mitarbeitenden Lern-Zeit?“ ist die Frage, die mir (neben der zur ominösen „Lern-Kultur“, auf die ich noch eingehen werde) in Beratungssituationen am häufigsten gestellt wird.
Die Zeitfrage ist in Betracht auf die „Teppich-Etage“ noch relativ einfach finde ich. Schwierig wird es bei den Beschäftigen auf dem „Hallenboden“ oder die mobil unterwegs sind. Hier müssten Einschnitte gemacht werden in die „Produktivitätszeit“, was bei heutigen Auslastungen und Effektivitäts-Steigerungen schwer zu handhaben und zu vertreten ist. Am Ende ist es doch auch hauptsächlich Vertrauen, auf das gebaut werden muss. „Ich stelle Lebenszeit und Arbeitskraft zur Verfügung und werde diese optimal für dich liebes Unternehmen zum Einsatz bringen“ steht da im krassen Konflikt zu „ … und am Ende wird beim Homeoffice womöglich auch noch nebenher Wäsche gewaschen!?!“.
Ja, wir betreten hier ein neues Konfliktfeld, in dem das oft postulierte Mantra „Lernzeit = Arbeitszeit“ wie ein fernes Echo aus dem Elfenbeinturm wirkt. Natürlich bemüßigen sich alle, auch die Arbeit auf dem „Hallenboden“ lern-reich zu gestalten. Als Lippenbekenntnis. Die Realität sieht oft anders aus, und „Lernzeit“ wird in Pausenzeiten oder die Freizeit versteckt (natürlich nicht offiziell). Wie erkämpfen wir uns Lern-Zeit?
Gesundheit(en)
Neben der zur Verfügung stehenden Zeit und dem sozialen Netzwerk ist Gesundheit (oder sind „Gesundheiten“ … ich möchte mich, ähnlich wie mit „Zukünften“, auch mehr mit der bewussten Verwendung des Begriffs Gesundheit im Plural auseinandersetzen, um die problematische Binarität Krank – Gesund zu hinterfragen) die dritte ganz zentrale Lernressource – und diejenige, die in den meisten Lernkontexten krass ignoriert wird. Die körperliche und seelische Verfassung, die wir in Lernprozesse einbringen, ist darauf so prägend wie fast nichts anderes.
Das sind Barrieren, die uns den Zugang zu Lernsettings verwehren. Das ist unsere menschliche Neurodiversität, die ignoriert wird. Das ist das unterschiedliche Maß an Kräften, die wir insgesamt einbringen und auf unsere unterschiedlichen Anforderungen im Alltag verteilen können.
All das wird in vielen konventionellen Lernsettings oft ignoriert oder als Nice-to-have betrachtet, dabei sollten alle Betrachtungen hier starten.
Gesundheit ist aber ein wesentlicher Bestandteil. Wer im Burnout steckt, Depressionen hat, oder in einem Suchtverhalten steckt, kann nicht lernen. Jedenfalls nicht gut.
Ich denke, doch, auch aus solchen Situationen erwächst Lernen. Nur ein gänzlich anderes, das eine eigene Betrachtung verdient – denn mir liegt es fern, Lernen aus Leid irgendwie faschistoid zu glorifizieren.
Finanzielles
Am Ende sind wir also bei den Elefanten angelangt. Zeit, Gesundheit … und das liebe Geld. Dass Lernen durch finanzielle Ausstattung gefördert oder durch Einsparung stark erschwert werden kann, scheint intuitiv einleuchtend. An dem Punkt waren wir schon zu Beginn, im Abschnitt „Inhalte / Materielles“. Im Corporate Learning taugt das, was etwas kostet und sich in einem definierten Zeitraum messen und bewerten lässt … die Return-on-Investment-Logik. Ebenso bekannt, dass wir lebenslang unterschiedlich finanziell begütert mit entsprechend unterschiedlichen Zugängen zu anderen Lern-Ressourcen (Zeit, Gesundheiten, Inhalte etc etc ….) durch die Welt laufen.
Wir sollten uns stark dafür machen, Lernen gebührend finanziell auszustatten. In der Schule, in außerschulischen Realitäten von Kindern und Jugendlichen, während des Aufwachsens, am Arbeitsplatz und außerhalb der Erwerbsarbeit, im sozialen Miteinander, im politischen Gefüge und in Situationen, in denen wir ganz besonders auf Unterstützung anderer angewiesen sind. Ja, es mag abgegriffen sein und aufgrund seiner Verwurzelung in einer neoliberalen Verwertungslogik auch angreifbar, gehört im Rahmen dieser Logik aber immer wieder betont: Investitionen in Bildung rechnen sich!
Ich mag hier gerne noch die Brille der Soloselbständigen reinbringen. Was für außenstehende leicht aussieht, wenn ich im Erstgespräch gute Ideen einbringe und relativ schnell ein Grobkonzept erstelle, ist das Ergebnis vorab geleisteter Lerneinheiten, die mir in Gänze niemals gezahlt werden können. Deswegen erlaube ich mir, diese bei Beauftragung anteilig in Rechnung zu stellen. Nach eigenem ermessen, aber so dass meine Vorableistung unabhängig vom Auftrag honoriert wird.
Feminismus
Feministischer Blick auf die Ressource, als Auszug unserer Feministischen Lernpolitik? Was braucht es um Lernen gut zu gestalten aus der Blickrichtung Feminismus?
Hinweis in eigener Sache. Das endet jetzt hier sehr plötzlich.
Ach ne, das war ein fulminanter Start, der noch lange nicht zuende ist, sondern doch nur als Auftakt für unsere Session geplant ist, Gabriele. In unserer Session öffnen wir den Lernraum mit allen Teilgebenden. Vielleicht schreiben ja einige davon auch im Nachgang noch weiter, so wie wir? 🙂
Eigentlich sollte ich hier einen Abbinder schreiben, der sich mit der Ressource Feminismus beschäftigt und unser Thema Lernressourcen abrundet. Ich mag aber viel lieber erzählen, wie wir zwischendurch auf Literatur gekommen sind und ich fand, dass unser Austausch mich an Stephanie Sargnagels Buch „Iowa“ erinnert mit den Fußnoten von Christiane Rösinger. Johannes lacht und sagt „das Buch war super witzig!“. Fand ich auch. Und vielleicht ist es doch ein bißchen die feministische Klammer, die unseren Austausch wieder schließt. Beim Erstellen dieser letzten Zeilen kam mir noch in den Kopf: Lernressource Humor? Scherz beiseite. Humor ist zumindest ein verbindendes Element und macht gemeinsames Lernen zu einem Erlebnis. Jedenfalls zwischen mir und Johannes, wie wir es hier beim gemeinsamen Schreiben und Denken erlebt haben.
#CLC23 #CLCamp26 #eine -
Lernressourcen
Wir, Gabriele und Johannes, wollen auf dem #CLCamp26 eine gemeinsame Session zu „Lernressourcen“ anbieten.
Den Start in die Vorbereitung machen wir mit diesem Blogbeitrag … der vielleicht auf die Session neugierig macht, vielleicht Einstiegs- oder Anknüpfungspunkte setzt, vielleicht zu Widersprüchen aufruft und hoffentlich – zuerst einmal durch das Schreiben für uns beide – das Feld weitet für das, was „Lernressourcen“ alles sein könnten.
Als wir beschlossen, die Session anzubieten und dazu mit einem kooperativem, gemeinsamem, ineinandergreifenden und aufeinander Bezug nehmendem Schreibprozess zu starten, notierten wir uns die folgenden Fragen, die auch zu Beginn unserer Session stehen könnten:
- Was bedeuten Lern-Ressourcen?
- Wie können auf Lern-Ressourcen aufgebaut werden, wie können diese ausgebaut werden?
- Wann weiß ich, welche Lern-Ressource ich in welchem Umfang zum Einsatz bringe?
- Wie mache ich mir meine Lern-Ressourcen bewusst?
- Welche Arten von Lern-Ressourcen gibt es überhaupt?
Und vielleicht leiten sich aus unserem folgenden schriftlichen Austausch vorab für uns und für Session-Teilgebende weitere Fragen und Ideen ab?
Aus welchen Perspektiven blicken wir jeweils auf den Begriff „Lernressourcen“?
Diesen Beitrag schreiben wir kooperativ. Jede:r von uns ergänzt Ideen, die wir dann gemeinsam in einen Fluss bringen. Daraus entsteht im Schreibprozess ein inspirierendes Ping-Pong auf einem gemeinsam beschriebenen Collabora Online Dokument auf Gabrieles Nextcloud. Wir schreiben uns gegenseitig in die Texte, lesen immer und immer wieder und ergänzen. Ich habe das Gefühl, wir könnten endlos so weitermachen, aber irgendwann, am 2. März um 18 Uhr, setzen wir uns einen Schlusspunkt, kopieren den kooperativ geschriebenen Text als Sessionankündigung in unsere jeweiligen Blogs (und werden dabei sicher weitere Stellen finden, die wir überarbeiten … denn der Text bleibt lebendig und beschreibbar).
So haben wir es heute besprochen: und um 18:00 Uhr ist also Schluß für heute und für den aktuellen Stand unseres Schreibgesprächs. Das wird spannend, da es für die Zukunft gesehen zwei Versionen geben wird, da sich unsere beiden Blogs ja nur von der Ferne her kennen und sich nicht synchronisieren.
Aber sie pingen sich gegenseitig an. Die gute alte Pingback-Tradition der Webblogs. Oder kann Dein Blog das nicht, Gabriele? 😛 Ich hab noch fünf Minuten, dann ist Schluss mit Tippen und wir veröffentlichen ….
Ich, Gabriele, gebe hier einen persönlichen Einblick zu meiner Lernerfahrung. Meine eigene Lernerfahrung basiert vor allem auf der Erkenntnis, dass die meisten Organisationen in denen ich beschäftigt war, mein zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht erkannten und/oder fördern konnten oder wollten. So habe ich mich immer selbst auf den Weg gemacht, gelernt, verworfen, aufgebaut, aufgefrischt, neu gelernt … . Seit ich Menschen wie Johannes kenne und in einen regelmäßigen Austausch zu selbstgewählten Themen gehe, verstehe ich, wie Lernen mit anderen funktionieren kann und was es für mich bedeutet, in den Austausch mit anderen gehen zu dürfen. Auch dann, wenn ich keine Expertin auf diesem Gebiet bin. Keine Grenzen. Manche Bedarfe entstehen erst durch das darüber sprechen. Manche Gedanken werden zu Ideen, Konzepten oder führen zu Erkenntnissen, wenn man sie das erste Mal mit anderen teilt. Das hat mich mutig gemacht die letzten Jahre und so lerne ich als Soloselbständige so vor mich hin, lass mich treiben und mäandere mich gemächlich durch die unterschiedlichsten Wissensgebiete. Meine Neugier sucht sich wie ein Fluß ihren Weg. Was ich mache? Das ändert sich ständig. Gerade mache ich mal wieder eine Ausbildung. Und überhaupt denke ich gerade: Vielleicht sollte mich mal mit dem Thema Flüße beschäftigen?
Jedenfalls empfinde ich den Austausch mit Johannes immer als sehr gewinnbringend.
Das beruht auf Gegenseitigkeit, Gabriele. Sonst hätten wir das hier nicht gestartet.
Ich, Johannes, erschließe mir die Vielfalt von „Lernressourcen“ ebenfalls aus unterschiedlichen Richtungen und Zugängen … wie Du, Gabriele, und jetzt im Miteinander, der wichtigsten Lernressource – aber ich möchte nicht vorgreifen.
Da ist meine berufliche Perspektive als Corporate Learning Berater auf die Vielfalt von Lern-Ressourcen. Hier mache ich regelmäßig die Erfahrung, dass Lernangebote oft wenig bewirken, wenn sie isoliert und ohne die konzeptionelle Einbeziehung des systemischen Umfelds betrachtet werden. Mitarbeitende nutzen die Angebote nicht, Aufwände verpuffen, Lernen wird als Hürde empfunden oder Lernbedarfe werden nicht einmal erkannt. Mein Motto aus IT-Qualifizierungen ist „Die User sind nie schuld“, denn so gut wie nie „sitzt das Problem vor dem Bildschirm“ (wie ich diesen despektierlichen Spruch verabscheue!), sondern fast immer werden Bedarfe und deren Ursprünge zu isoliert betrachtet, wird Blaming geübt statt wertvolle Hinweise auf u. a. Ressourcenbedarfe zu erkennen.
Und dann ist da der Blick auf Ressourcen, mit dem ich an Gabrieles Einstieg anknüpfen möchte: Das Erkennen, Erkunden und Erfahren der Möglichkeiten, die uns menschlich ausmachen, die uns zusammenbringen und uns gemeinsam gegen Widrigkeiten angehen lassen. Das, was eigentlich in uns steckt, und sich so oder so seinen Weg bahnt. Flüsse sind ein Bild, das mir gefällt, Gabriele! Flüsse bahnen sich ihren Weg, prägen Territorien und werden zu Grenzziehungen missbraucht, sind Lebensadern und können zerstörerisch sein. Manche sind wild, manche betoniert-eingehegt. Vielleicht irgendwann mal eine Session zu „Lernflüssen“? Heute aber erst einmal Ressourcen!
Unsere gemeinsame Lern-Historie
Nein, den Start in die Vorbereitung unserer Session machen wir natürlich nicht mit diesem Blogbeitrag, sondern schon viel früher: Seit langer Zeit denken, recherchieren, reden und schreiben Gabriele, Gratian, Silvia und ich gemeinsam mit einer weiteren Mitwirkenden an einem lernOS-Leitfaden zum Thema „Gesellschaftliches Engagement und Beteiligung“. In einer geplanten Woche dieses Leitfadens gilt es, sich der Ressourcen bewusst zu werden, die in das eigene Engagement eingebracht werden können.
In diesem Zusammenhang begannen wir, uns intensiver mit dem Begriff „Ressourcen“ auseinanderzusetzen … denn zu Beginn stand ein produktives Missverständnis*, weil wir jeweils an ganz andere Begriffsbedeutungen dachten.
*genau! Ich verstehe jetzt was Johannes mit Ressourcen meinte (meine Weiterbildung klopft gerade an). Für mich war es zu diesem Zeitpunkt aber die Ressource „Zeit“ dicht gefolgt von „Energie“. Wann habe ich überhaupt Zeit und dann auch noch Energie um mich mit Themen zu beschäftigen. Im Hintergrund stand bei mir der Gedanken, dass es zu unterschiedlichen Lebensphasen unterschiedliche Ressourcen zur Verfügung stehen, die mir lernen oder Beteiligung ermöglichen. Ich werde es weiter unten nochmals thematisieren.
(Spoiler: Zeit, Energie, Lebensphasen, Beteiligung … das schält sich, wenn ich diesen Text gerade kurz vor dem Publizieren noch einmal durchlese, doch als brauchbarer Rahmen für das meiste heraus, das wir betrachten und zum Ende hin abbinden. Deine erste Intuition war also ziemlich treffend, Gabriele!)
Und noch früher dachten, recherchierten, redeten und schrieben Gabriele und ich um das Thema „Feministische Lernpolitik“ herum … in einem Social Learning Space, der wiederum aus einer Session von Gabriele auf dem #CLC23 Barcamp der Corporate Learning Community entstand und uns viele Monate regelmäßig zusammenbrachte, bis wir sie wieder auflösten. In dieser Zeit entstand eine beeindruckende Material- und Ideensammlung auf unserem Online-Whiteboard, auf die ich heute immer noch zugreife. Auch das Whiteboard für unser lernOS-Thema „Gesellschaftliches Engagement und Beteiligung“ ist weit über den Bildschirmrand befüllt mit gegenseitigen Empfehlungen, PDF-Dokumenten, Skizzen und Kata-Beschreibungen. Eine brauchbare Sammlung an (wild zusammengetragenen, wenig geordneten) Lernressourcen.
Die Betrachtung unserer Lernressourcen hat für mich u. a. mit der Untersuchung folgender Fragen zu tun: Was uns im bereits zurückliegenden Lernprozess …
- grundsätzlich die Möglichkeit verschafft, uns zusammenzufinden und uns einem gemeinsamen Thema zu widmen … und nach den ersten Schritte auch weiter zu machen,
- unser Wirkungsfeld geöffnet und gehalten,
- Energie im Prozess geschenkt,
- das Gefühl von Fortschritt und Entwicklung vermittelt (nicht auf der Stelle treten, sondern immer neue Quellen, Zugänge, Ideen und Wirkungsfelder zu betreten)?
Und was hat dazu geführt, dass wir unser gemeinsames, in der Gruppe stattfindendes Engagement zum Thema „Feministische Lernpolitik“ nach einigen Monaten beendeten … und dass unsere lernOS-Entwicklungsgruppe nicht mehr so viele regelmäßig aktive Mitglieder umfasst wie zu Beginn?
Ich vermute, all diese Fragen – und viele mehr, die wir auf unserer Barcamp-Session im Ressourcen-generierenden Austausch mit den Teilgebenden finden werden – haben mit (Lern-)ressourcen zu tun.
Zukünftig möchte ich mich auch durch weitere Recherche damit auseinandersetzten, welche Verständnisse von „Lern-Ressourcen“ in Lerntheorien und Didaktik gängig sind. In diesem Einstieg, in dem wir uns die assoziativen Bälle zuwerfen, haben wir bewusst auf den Verweis auf Theorie verzichtet.
Ich sowieso. Theorie ist wichtig, aber ich bin bekennende Frau praktischer Anwendungen. Habt ihr vielleicht schon gemerkt. Ich lerne durch ausprobieren. So bin ich übrigens auch eine phantastische Köchin geworden.
Und auch beim Kochen braucht es gute Zutaten, Gabriele ….
Inhalte / Materielles
In meiner täglichen Arbeit wird unter (Lern-)ressourcen meist Materielles verstanden, speziell „Content“: Die Rohstoffe in der Produktion, die weiter verwertet werden, als auch die Lerninhalte, die wir als Lernende rezipieren, verarbeiten und darüber intern unser Wissen aufbauen. Texte, Videos, e-Learning-Inhalte, Folien, Podcasts … . Unsere digitale und auch analoge Welt ist übervoll mit Lernressourcen dieser Art. Das Internet als (noch, wenn auch durch AI-Slop und Plattformkapitalismus bedrohte) unerschöpfliche Quelle für Lernressourcen, die (ebenfalls durch Austeritätspolitik bedrohten) Stadtbibliothek, Museen und weitere Kulturorte. Inhalte können teuer produziert oder gekauft werden oder als Commons frei verfügbar sein. Letzteres wird im Corporate Learning oft ignoriert. Tauglich sei’s, wenn’s für Geld eingekauft und als Eigentum ins Lernmanagementsystem eingeschlossen und als Lernmaßnahme ausgehandelt dort zugewiesen wurde. Die unendlichen Möglichkeiten, kontinuierlich mit frei verfügbaren und sich permanent durch die Nutzung und Anreicherung im Lernkontext anreichernden Inhalten zu lernen, die durch das Engagement von Freiwilligen bereitgestellt werden, werden ignoriert.
Ach spannend. Also jetzt haben wir schon drei verschiedene Dimensionen des Begriffs Ressource: Der Lern-Inhalt (Content), die Lern-Verfügbarkeit (zeitliche, räumliche, finanzielle) und der persönlichen Ressourcen (Neugier, Offenheit, Quelle …).
Aber diese begriffliche Einengung von „Lernressourcen“ ist natürlich bei weitem nicht ausreichend.
In meinen eingangs beschriebenen Lernerfahrungen sind mir beispielsweise die Gespräche mit meinen Mitlernenden, das geteilte und Energie schenkende Gefühl, ein gemeinsames, von uns allen als sinnvoll empfundenes Ziel zu verfolgen und die dadurch längerfristig gestärkten Beziehungen viel wichtiger als die Quellen und Buchtipps, die wir auf unseren Online-Whiteboards zusammengetragen haben.
Jetzt hake ich wieder ein. Ja, wir haben Whiteboards bis an die Kante befüllt und auch für mich sind diese gemeinsam mit anderen entstandenen Whiteboards immer wieder Quelle der Rückkehr und des wieder treiben lassens. Schon wieder drängt sich das Flußbild auf … . Statt Whiteboard sollte es nun ein kollaborativer Text sein, in dessen Mitte wir uns nun eben befinden. Beide schreiben wir parallel über unsere Lernressourcen.
(Ich behaupte ja immer, und hatte dazu vor Jahren auch mal eine Barcamp-Session initiiert, dass ich durch Schreiben lerne. Schreibend schöpfen wir gerade von überall her aus unseren verschiedenen Lernressourcen und schreiben sie fort und größer … und schon trägt mich Dein Fluss-Bild mit …)
Und gestern haben wir uns getroffen und fast wäre es passiert, dass wir wieder in ein anderes großes Thema abgedriftet wären. Zu Beginn des Textes habe ich mir die Frage gestellt, was meine persönlichen Lernressourcen sind und eine die vielleicht euch und auch mich selbst überrascht hat, ist die hier im Anschluß folgende:
Popkultur/Subkultur
Neues hören, neues sehen, warum hören Menschen jahrzehntelange die gleiche Musik? Musik ist mein „Mitgestalter“. Kunst und Literatur auch, aber Musik am meisten. Ich stehe auf die Ressource Subkultur und Popkultur. Sie taugt mir für alles: Kreativität, Menschen die sich verbinden, bewegen. Pop- und Sub-kulturelle Begegnungsstätten in Form von Clubs, Vereinen, Bewegungen verbinden Menschen und Gedanken. Werden zu Strömungen und können niedrigschwellig Inhalte vermitteln. Vielleicht ist Pop-/Subkultur das „kulturelle“ Gegenstück zum schmutzigen Populismus rechter Parteien. Ich schweife ab. Jedenfalls bietet zumindest die Subkultur Schutzräume in denen ich mit anderen, die sich im selben Kultur-Raum befinden Möglichkeiten des Austauschs, Betrachtens des Lebens durch eine andere Brille. Mich ausprobieren kann. Abgrenzung ist eine der Lernerfahrungen und Ressourcen die darin schlummert. Ich muss nicht immer so sein, wie es andere von mir erwarten. Aber auch, bei der Popkultur, Teil einer größeren Bewegung zu sein. So ganz genau weiß ich noch nicht was ich damit sagen will, vielleicht ist das eine der „Quellen“ der persönlichen Ressource (siehe oben). Ich baue an dieser Stelle auf Johannes und übergebe in seine analytische Gedankenwelt 🙂
Wenn ich Deinen hymnischen Einstieg lese, möchte ich vielleicht gar nicht analytisch werden, sondern ebenfalls an Selbst-Erlebtes anknüpfen. Pop- und Subkultur scheint mir eine wichtige, biografisch geprägte Lernressource zu sein (und auch hier freue ich mich auf eine in der Session fortgeführte Vertiefung … denn die Betrachtung dieses Ressourcenfelds wird umso greifbarer, je vielfältiger und durch eigenes Erleben geprägter die Stimmen dazu sind). Mit vielen von dem, was ich heute kann, auf dem ich mit meinen Kompetenzen aufbaue, was mir wichtig ist, was mich „resilient“ macht (sorry für die Verwendung dieses oft so problematisch missbrauchten Wortes) und was mir mein soziales Netzwerk erschließt, hat Ursprung in Subkulturen, in denen ich als Jugendlicher Zugang fand oder die ich mir jetzt erst mit Mitte 40 erschließe. Subkulturen, Popkulturen, Gegenkulturen schaffen uns ästhetische Ausdrucksmöglichkeiten, öffnen Arenen der inspirierenden Imitation, erweitern unseren Werkzeugkasten, ermöglichen gegenseitige Unterstützung und stärken uns im Miteinander. „Each one teach one“, eine der wichtigsten Lernressourcen.
Der Begriff der Gegenkultur ist hier noch wichtig! Danke für’s einbringen Johannes. Den Subkultur speist sich auch aus Widerstand. Das ungesagte das unfassbare sichtbar machen und sich dagegen wehren. Gegenwehr gegen Systeme, die beschränken. In meiner Generation die Haltung der 50-60er Jahre, die einen bestimmten Weg für junge Frauen vorgeschrieben haben: Heiraten, Kinder bekommen und bloß nicht zu viel Bildung. Hier in eine Anti-Haltung zu gehen, ist nicht unbedingt der einfachste Weg, wenn du jung bist. Den es bedeutet auch Einsamkeit, Unverständnis, Bestrafung, Ausgrenzung, Verzweiflung sowie ungefragte Tipps und Empfehlungen von Außenstehenden („mach es dir doch nicht so schwer“, „wie du wieder aussiehst … ist doch kein Wunder dass ….“) und nicht zuletzt auch schlechte Noten. Ich weiß wovon ich spreche. Aber am Ende bin ich doch daran gewachsen, da es immer einige wenige Mitstreiter:innen gab. Und daran schließt jetzt wunderbar das folgende Thema an, dass von Johannes eingeleitet wird.
Netzwerke, Freundschaften, Bekanntschaften und Vorbilder
Wir lernen zuallererst durch unser Streben nach Sozialisation … auch wenn uns im Corporate Learning immer wieder etwas anderes verkauft werden soll. In Interaktion mit Menschen lernen wir wie nebenher, auch auch durch die im vorherigen Abschnitt schon angesprochene Imitation. Unsere Lern- und Netzwerkpartner:innen öffnen und halten einen Resonanzraum für unsere Kompetenzen und nehmen unseren sozialen Entfaltungsdrang auf. Sie inspirieren uns als Vorbilder immer wieder. Sie sind die Ressourcen, die Lernen lebendig und erfahrbar machen und katalysieren … und es gleichzeitig ermöglichen, Ressourcenknappheit zu überwinden und formale Einhegungen/Beschränkungen zu unterlaufen. Lern-Netzwerke ermöglichen einen Aufstand gegen verordnetes Nicht-Lernen! … und schaffen damit die Grundlage für das, was Gabriele und ich hier tun. Und insbesondere ermöglichen uns Lern-Netzwerke Zugang zu Entwicklungen, die uns bisher verborgen blieben, nicht nur über den oft erwähnten „Flurfunk“ oder den Gerüchte-Handel „in der Kaffeeküche“.
Neugier
Ich war letzte Woche auf der Beerdigung einer guten Freundin von früher. Alles sehr traurig. Was hat das mit meinen Lern-Ressourcen zu tun? Ich habe Feststellungen gemacht an diesem Tag. Meine Freundin war aus einem intellektuellen Haus und ich weiß nun, was ich ihr zu verdanken habe und welche Türen sie mir öffnete. Ich war zu diesem Zeitpunkt zwar auch schon eine Leseratte und habe verschlungen was es gab. Im Bücherbund (die älteren unter uns wissen noch – Schallplatten gab es da auch) kaufte meine Mutter für mich Bücher, die für sie selbst sonderbar klangen und keinen Sinn ergaben. Dennoch war es diese Freundin, die meinen Hunger nach neuem bediente und erfüllte, Politik, Kunst, Literatur – Musik brachte ich als Element ein. Und damit bin ich bei der ersten persönlichen Lernressource: Neugier und Bereitschaft. Und ich frage mich, sind wir nicht alle von Geburt an neugierig? Wollen in Erfahrung bringen wie man laufen kann, sprechen kann? Und ich frage mich auch, wann und wo versiegt die Neugier bei so vielen Menschen?
Da bin ich optimistisch. Unsere Neugier versiegt nie, bei keinem Menschen. Leider wird sie durch äußere Gewalt oft so unterdrückt, dass sie kaum wahrnehmbar scheint. (Allerdings bevorzuge ich seit einiger Zeit den Begriff „Lernlust“ mit seinem bewusst lustvollem Klang, denn die „Gier nach Neuem“ hat mir die Neugier in Zeiten von turbokapitalistisch getriebenem Wachstumsdrang nach leerer „Innovation“ im Klang etwas dissonant werden lassen.)
Außerdem merke ich, auch in Zusammenhang mit anderen, dass sich leider teilweise ein bißchen Arroganz/Ärger/Unverständnis/Unmut bei mir einschleicht, wenn ich verstehe das jemand eben irgendwie stehengeblieben ist vor 30 Jahren. Oft fragen genau die mich dann: „wie bist Duuu den da hingekommen wo du jetzt bist?“ In dem langgezogenen „Du“ und dem darauffolgenden fragenden „da“ schwingt oft eine kleine Ungläubigkeit mit, da ich ja nicht einmal Abi habe und keine akademische Ausbildung (wobei ich hier immer gerne einfüge, dass ich an 2 Kunstakademien über die Begabtenprüfung aufgenommen wurde). Oder das jemand stehen bleiben wird die nächsten Jahre: „die (hier eine Zahl einfügen) Jahre sitze ich noch ab in dem Unternehmen XY, auch wenn mein Job langweilig ist“. Die Hybris der Viel-Interessierten. Geht das nur mir so?
Hmmm …. beschleichen mich da eher Traurigkeit und Ärger gegenüber den Strukturen, die das Lernen und die Lernressourcen von Menschen so verschleiern können, und den verinnerlichten Bewertungsmechanismen, die oft dahinterstecken? Wie gesagt, ich bin optimistisch (und umso wütender, wenn uns irgendwelche KI-Grifter einreden wollen, unsere menschlichen Lernressourcen hätten im unsäglichen Vergleich mit irgendwelchen Bullshit-Automaten nun nicht mehr die Kraft und Möglichkeit, die sie haben und immer haben werden.)
Zu Ärger, Hybris und Wut – auch diese Begriffe möchte ich auf meinen Merkzettel für die #CLCamp26-Session setzen: Ungesteuert und ziellos lähmt sie und lässt unsere Lernressourcen versiegen. Zielgerichtet eingesetzt kann sie uns ungeahnte Kraft und regelrechte Gier nach Lernen spüren lassen. Es gibt Themen, zu denen ich alles in mich aufsauge, was ich finden kann – um argumentativ gewappnet zu sein und Gegen-/Verteidigungsmaßnahmen parat zu haben. Negative Emotionen können Lernressourcen sein.
Da hast du Recht! Eine Ressource die man zuerst gar nicht so recht anschauen möchte, aber auf den zweiten Blick eine neue Welt öffnet. Einmal aus dem von dir aufgeführten Blick der Verteidigung, aber auch aus dem Widerstand der sich in einem regt, wenn andere wenig Zutrauen zu dir in einer Sache habe. Und den Neid* möchte man hier an dieser Stelle der unangenehmen Seite der Lernressourcen nicht missen wollen, oder?
*Erinnert mich daran, dass mir immer noch eine neutral klingende Alternative für den Begriff „Neid“ fehlt. Oder brauche ich den gar nicht? Könnte „Lern-Neid“ auch eine positiv-inspirierende Lernressource sein?
Vielleicht greift im Lernkontext auch der Begriff FOMO auch wenn schon alt und abgedroschen besser wie Neid. Was meinst du Johannes, hast du schon mal erlebt das irgendjemand auf LinkedIN eine abgeschlossene Ausbildung oder ein cooles Event postet und du dabei gedacht hast: „Warum zur Hölle ist mir das nicht eingefallen? / Habe ich das nicht gemacht!“. Dann gibt es zwei Optionen: Erkennen, dass das genau das ist was man jetzt tun möchte und man tut es ODER ein paar Tage später feststellen, dass es nicht wichtig für die eigene Weiterentwicklung ist.
Jedenfalls, wenn man die dunkle Seite aus dieser Blickrichtung erkundet und reinhüpft in unbekannte Gewässer, vermeindlich dunkel und voller Gefahren, einfach weil du es jetzt genau so tun musst. Du erkundest das Feld und bekommst Sicherheit. Und jetzt kommt auch noch der Mut* ins Spiel, wieder als positives Element sozusagen. Als Gegengewicht zu Wut, Widerstand, Neid. Das braucht es dafür auch. Sich den Dingen und den Themen stellen, neue Wege gehen zu wollen. Notfalls auch erst einmal alleine, den negative Gefühle zu teilen, ist gar nicht einfach und werden deswegen oftmals erst mit sich selbst ausgehandelt und erst dann wieder geteilt, wenn eine vertretbare Basis für Austausch vorhanden ist. So ist es zumindest bei mir.
*Mut ist ein zweischneidiger, teils übergriffiger Begriff, wenn er eingefordert wird – wie so oft im Corporate Learning. Ich möchte von niemandem, der abhängig angestellt ist, erwarten, beim Lernen „mutig“ sein zu müssen. Ich möchte Sicherheit verspüren, Vertrauen in mitlernende Kolleg:innen haben können und die Regeln und Verträge, innerhalb derer wir agieren, kennen und sie anwenden. Und ich weiß natürlich, dass Du auf eine andere Art von Mut anspielst, Gabriele … den Mut, der aus starker emotionaler Verbundenheit zu etwas erwächst, richtig?
Ja, aus der Sicht von abhängig angestellten, ist das nachvollziehbar. Und ich meine aber trotzdem den Mut, etwas zu wagen. Auch mal was zu lernen, was im Moment vielleicht nicht passend ist und nicht auf deinen Karrierepfad einzahlt.
Offenheit
Voilá. Braucht es noch einen Überleitung zur Offenheit fragte Johannes im Text und hier ist sie: meine spontane und mal wieder intuitive Eingebung zu Offenheit. Übrigens auch als sehr guten Anschluss zum Thema „Mut haben, sich den Dingen zu stellen“. Ich verspüre bei uns beiden eine gewisse MüdiKIte und das mit Recht. Also wir mit unserer menschlichen und erfahrungsbasierten LLM haben doch hier einen Text erarbeitet, der so mit egal welcher KI nicht entstanden wäre. Und Spaß machte es auch. Zu verdanken ist das doch unserer Offenheit und dem loslassen können. Der Lust gemeinsam Gedanken weiterzuspinnen. Und unbedingt auch dem gegenseitigen Vertrauen, dass wir uns entgegen bringen, einen solchen Text gemeinsam zu erstellen. Das ist nicht in jeder Konstellation möglich.
Ja, das gemeinsame Schreiben mit Dir erschließt mir mehr von dem, was nicht im Text selbst steht, als die Buchstaben, Wörter und Sätze, die auf dem Bildschirm erscheinen. Wir schreiben in unseren gemeinsamen Kontext, in unser Vertrauen zueinander und in die zukünftige Barcamp-Session hinein. Das ist viel mehr als der Blogpost selbst. Lernressource „Kontext“? Lernressource „Das, was drumherum passiert“? Lernressource, sich Orientierung zu verschaffen, in alle Richtungen zu blicken, gedanklich auf die Reise gehen zu können?
Reisen bildet. Ich möchte aber sagen nicht jede Art von Reisen bildet. Ich kenne Menschen die waren schon auf der ganzen Welt. Wenn du dich dann aber innerhalb eines abgeschlossenen Ressorts bewegst, dann – keine Bildung. Reisen ist kein Ort, du kannst auch auf einem Quadratmeter Erde auf Reisen gehen. Alles nur in ganz klein und fast nicht sichtbar. Moose, Flechten und Pilze sind so ein Ort, den es in keinem Reisebüro zu buchen gibt. Vielleicht ist die wichtigste Lern-Ressource in diesem Zusammenhang, dass nicht nur das vermeintlich wichtige einen zum Ziel bringt, sondern auch die Seitenzweige und Themen, die im ersten Moment nicht als wichtig erscheinen, aber in anderem Kontext auf einmal Sinn ergeben. Pilze zum Beispiel. Von Pilzen kann man viel über Vernetzung und Kommunikation lernen.
Pilze sind ein faszinierendes Thema, Gabriele, bei dem es mich sofort juckt, zum Bücherregal zu treten und ein paar Beispiele literarischer Verarbeitung zu suchen. Lass uns das später nachreichen …
Aber auch Deine Worte zum Reisen. Zwei Deiner Sätze widersprechen sich nach meinem Verständnis. Ich behaupte – und unterstelle Dir aufgrund des direkt anschließenden Satzes – dass Du das auch so siehst: Auf jedem noch so kleinen und abgeschlossenen Areal, auch im Liegestuhl des Ressorts, lässt sich Bildung erfahren. Es kommt auf den eigenen Blick und Fokus an. In einem unserer ersten persönlichen Gespräche (auf der re:publica …. 22?) erwähnte ich die Situationistische Internationale, die Meisterschaft darin entwickelten, alltäglich Vertraute und durch das „Spektakel“ völlig vereinnahmte Orte zu Lernorten umzugestalten – durch Praktiken des Dérive oder Détournement (Schreck! Das hast du doch so nicht gesagt! Jetzt muss ich hier mittem im Text noch Ecoisa befragen!), die sich als ein bewusstes „Auf-die-Reise-gehen“ sehen und Situationen schaffen beschreiben lassen können. Situationen, um kreativ und kraftvoll Unterdrückung sichtbar zu machen und Veränderung einzuleiten … auch wenn es nur eine temporäre kreative Umdeutung ist.
Da hast du mich ertappt. Da ergieße ich mich einfach mal kurz sehr populistisch zu meinen Vorbehalten gegenüber Pauschalreisenden, die sich überwiegend in abgeschotteten Ressorts oder auf Kreuzfahrtschiffen bewegen und möglicherweise sind tatsächlich 1-2 darunter, die sich rein zu antrophologischen Studien dort bewegen und somit also mit einem Bildungsauftrag unterwegs sind. Eventuell bin ich auch einfach nur ein bißchen neidisch auf diejenigen, die mal kurz dahin und dorthin reisen, während meine Reisen überwiegend mit meiner riesigen internationalen Kochbuch-Sammlung stattfinden. Da behindert manchmal mein Schubladen-Denken und meine Arroganz, meine Kreativität beflügeln sie gleichzeitig, zumindest in meinem Schreib-Prozess gehören spitze und übertriebene Seitenhiebe stilistisch für mich dazu. Beim Schreiben wurde mir übrigens auch sehr frühzeitig Kreativität diagnostiziert. Und während ich also vor meinem inneren Auge als Antrophologin mit Klemmbrett und Bleistift auf einem Kreuzschiff Feldbeobachtungen mache, schiebt sich die nächste Ressource ins Blickfeld.
Kreativität
Manchmal erschließen sich zwischen den Werkzeugen und Wissensinseln Verbindungen und es werden Verknüpfungen sichtbar, die dann wie ein klarer Weg vor einem liegen und sich verbinden, wie zwei ineinander fließende Flüße. Vielleicht ist das der Übergang zu der beschworenen Serendipity – übrigens ein Wort das ich zum ersten Mal von Johannes hörte. Jedenfalls je umfangreicher das zusammengesammelte, umso klarer das Gesamtbild. Und zum Weg passt die Bewegung im Raum.
Bewegung
Lernen beim Gehen im Wald, meinem dritten Raum. Bewegung als Zündstoff für neue Ideen und Verbindungen. Richtungswechsel und Perspektivenwechsel beim Gehen als Impuls die Denkrichtung zu verändern. Manche Ideen können nicht zu dir kommen und entstehen nur dann, wenn du dich auf sie zu bewegst. Und das darf jetzt auch gerne wieder auf die Meta-Ebene gehoben werden. Ich übergebe an Johannes.
Das Recht auf Spazierengehen ist für mich tatsächlich eine mir persönlich wichtige Lernressource. Aus genau den Gründen, die Du bereits erwähnt hast. Weiterhin finde ich faszinierend, wie beim Durchgehen durch Orte Erinnerungsanker gesetzt werden. Ich erinnere mich auch Jahre später noch an bestimmte Podcast-Fragmente, die ich an einer bestimmten Hausecke, einem bestimmten Baum … irgendwann einmal hörte. An Telefonate, die ich spazierengehend führte. Emotionen, die ich durchlebte, Gedanken, die ich trug.
Orte
Deshalb bin ich auch überzeugt: Lernen braucht Orte. Ob der Raum wirklich „der dritte Pädagoge“ ist können wir an anderer Stelle diskutieren. Klar scheint mir: Orte prägen das Lernen. Sei es der Klassenraum mit Möblierung für den Frontalunterricht, der Kreativraum in hippen Startups oder die Street-smartness fördernde „Straße“ in ihrer schillernden Ausprägungsvielfalt.
Haben wir einen Ort irgendwann fertig entdeckt … so detailliert erkundet, dass es nichts neues mehr zu entdecken, keine neue Perspektive mehr einzunehmen, keine Umgestaltung mehr vorzunehmen gibt? Ich vermute nicht. Eine meiner intensivsten Lernerfahrungen der letzten Jahre fand in einem fast völlig leeren Theater-Probenraum statt, der von uns beliebig und immer wieder neu mit Bedeutungen befüllt werden konnte. Fast nichts war ‚vorgebaut‘, alles war möglich auf dieser leeren, aber für uns gegen außen geschützten Bühne.
Werkzeugkasten
Ich weiß von mir, dass mein Interesse versiegt, wenn ich etwas „ergründet“ habe. Wenn ich den Kern erfasst habe, also ca. 20-60%. Dann zieht es mich weiter zur nächsten Wissensinsel. Das zu verstehen, und das ich irgendwann mal den Begriff „Scanner“ Persönlichkeit geschenkt bekommen habe, ist ein weiterer Baustein meiner Lernressource. Heute erlaube ich mir weiterzuziehen. Früher habe ich an meinem Durchhalten gezweifelt. Das ich an nichts dranbleiben kann. Heute habe ich meinen Werkzeugkasten, der ist zwar umfangreich, bei manchen Werkzeugen weiß ich noch nicht ganz genau wie sie funktionieren, aber ich weiß wo ich es finde und um es anzuwenden, darf ich mich nochmal damit beschäftigen.
Was ich gerade nicht beantworten kann, ist die Frage wie ich auf diese Ressourcen zugreife. Hier muss ich leider gestehen, dass ich bei bestimmten Themen in eine Art „Flow“ komme. Dann ist es ein Selbstläufer und was ich erarbeiten will, was ich mir neu erschließen möchte, entsteht fast von alleine.
Oftmals in tagelangen (und leider auch nächtelangen) Denkprozessen entstehen meine Texte und Ideen. Ich bin die Texterin und Konzeptionerin der Dunkelheit. Wenn alle anderen schlafen bilden sich in meinem Kopf Worte, Sätze, Blogbeiträge, Headlines, entstehen Workshop-Landschaften und – Lernformate.
Mir scheint, Du hast einen für dich gut funktionierenden Zugang zu Deinen Ressourcen gefunden? In manchem, was ich lese, finde ich mich selbst wieder (das Umherhüpfen zwischen Themen und die Qual bei der Vorstellung, mich mehrere Jahre intensiv und fokussiert mit genau einer Fragestellung beschäftigen zu sollen). Früher, als Student, habe ich selbst in der Nacht geschrieben. Das funktioniert seit vielen Jahren überhaupt nicht mehr, weil sich meine Tagesroutinen und die (externen) Anforderungen an meinen Tag-Nacht-Rhythmus geändert haben.
Ja, das stimmt. Ich kann mich auf mich verlassen. Ich weiß, dass ich auch 5 vor 12 noch eine Idee, einen Geistesblitz haben werde, der funktioniert. Hätte nur gerne weniger Spontanität drin und ein System, dass ich mit anderen teilen kann. Schreiben tu ich nicht in der Nacht. Nur wenn mir ein wirklich geniale Idee einfällt für einen Kunden. Dann stehe ich auf, schreib die Idee auf ein Board und buche die Anzahl Stunden auf das Kundenkonto, die dem Wert der Idee entsprechen und das fühlt sich gut an.
… was verdeutlicht, wie relativ und flexibel Zeit gehandhabt werden könnte, als Arbeits- und als Lernressource. Wird es im Corporate Learning selten, wenn mit „Lernzeitbudgets“ etc. hantiert wird.
Zeit
Denn was Lernen neben sozialen Resonanzräumen und Gesundheit (dazu weiter unten mehr) besonders benötigt, ist Zeit. Ist Lern-Zeit die Grund-Ressource, ohne die alle anderen Ressourcen nichts sind? Gleichzeitig ist Lern-Zeit konstant rar. Unsere Gesellschaft ist so aufgebaut, dass kaum Zeit für bewusst selbst-organisiertes und -gestaltetes Lernen bleibt. Lernzeit ist notorisch fremdbestimmt (in der Regelschule, der Ausbildung oder Bologna-geprägten Universität, in verordneten Seminaren, Weiterbildungen oder Umschulungen). Andere bestimmen für uns, WANN wir Lernen sollen, dürfen oder angeblich sogar müssen – egal, ob uns die Zeit dafür gerade passend erscheint und wir Lernlust spüren. Lernzeit ist die Zeit im Seminar. Lernzeit ist geblockt im Kalender. Lernzeit wird eben nicht als die Zeit gesehen, in der Du in der Nacht aufstehst und eine Idee notierst … oder wachliegst und Gedanken wälzt. Und Lernzeit wäre … zumindest für mich … auch sehr oft die Zeit, die gerade nicht verfügbar ist, weil dies und das und jenes erledigt werden muss.
Ich stelle für mich selbst fest, dass meine Lernlust regelrecht aufblüht, wenn ich längere Zeit am Stück für mich habe. Auch deshalb nehme ich mir jeden Sommer den Luxus der ganzen großen Ferien. Damit habe ich nicht nur die gesamten sechs Wochen mit meiner Familie, sondern spüre auch, wie meine Lernressourcen wieder wachsen. Ich entdecke im Alltag verschüttete Interessen, spüre meine Selbstwirksamkeit und nehme mir unendlich viele Lernprojekte vor … die dann erwartungsgemäß im Herbst zwar meist wieder einschlafen, aber allein die Erkenntnis, dass sie in mir als Lernressource schlummern und durch mehr verfügbare Zeit spürbar werden, ist sehr beruhigend.
Allerdings kann diese Sehnsucht nach Lernzeit auch ausgenutzt werden. Wie oft nehme ich war, dass das Versprechen von Lernzeit in Unternehmen missbraucht wird – als Pflaster über disfunktionaler Planung, schlechten Arbeitsbedingungen und Überlast. Lernzeit wird dann zur zermürbenden Möhre-vor-der-Nase, die nie erreicht wird, aber immer ergriffen werden könnte, wenn denn die Arbeitsdisziplin stimme. Und selbst wenn sie im Kalender steht, gnädig gewährt, steht da doch immer noch die nicht erledigte Tätigkeit in Konkurrenz, die noch schnell fertig gestellt wird, unter dem Schutzmantel des ‚Nicht stören, hier wird gelernt’.
Wenn der Tag zu viel Inhalt hat, aus Erwerbsarbeit, Care-Arbeit und einem kleinen Rest Selbstfürsorge – oder nennen wir es kleine Pause, da ist Lernen nicht machbar. Ich erinnere mich an Zeiten, als diese Kombination es lediglich ermöglichte seufzend und traurig die Decke anzustarren. Dies ist die Realität von vielen, vermute ich. Und in der Lebensphase in der Johannes steckt, ist es wirklich schwierig ungeplante spontane Lernzeiten unterzubringen. Möchte jetzt gerne schreiben, dass das besser wird. Aber leider, leider, erst mal Nein. Deswegen finde ich es sehr inspirierend was Johannes dazu schreibt. Sich gezielt die Lernzeiten-Fenster zu schaffen und zwar nicht als „festes Fenster“ sonder so, dass Selbstwirksamkeit erfolgen kann und die freigeschaufelte Zeit nicht zugeschüttet wird mit anderen Todos, die darauf warteten erledigt zu werden (Aufräumen, Einkaufen, Räder wechseln, …). Es ist jetzt 11:30 Uhr und ich werde jetzt eine Runde durch den Wald drehen, diesen Beitrag im Kopf haben und später wieder anschließen.
„Wie schaffen wir unseren Mitarbeitenden Lern-Zeit?“ ist die Frage, die mir (neben der zur ominösen „Lern-Kultur“, auf die ich noch eingehen werde) in Beratungssituationen am häufigsten gestellt wird.
Die Zeitfrage ist in Betracht auf die „Teppich-Etage“ noch relativ einfach finde ich. Schwierig wird es bei den Beschäftigen auf dem „Hallenboden“ oder die mobil unterwegs sind. Hier müssten Einschnitte gemacht werden in die „Produktivitätszeit“, was bei heutigen Auslastungen und Effektivitäts-Steigerungen schwer zu handhaben und zu vertreten ist. Am Ende ist es doch auch hauptsächlich Vertrauen, auf das gebaut werden muss. „Ich stelle Lebenszeit und Arbeitskraft zur Verfügung und werde diese optimal für dich liebes Unternehmen zum Einsatz bringen“ steht da im krassen Konflikt zu „ … und am Ende wird beim Homeoffice womöglich auch noch nebenher Wäsche gewaschen!?!“.
Ja, wir betreten hier ein neues Konfliktfeld, in dem das oft postulierte Mantra „Lernzeit = Arbeitszeit“ wie ein fernes Echo aus dem Elfenbeinturm wirkt. Natürlich bemüßigen sich alle, auch die Arbeit auf dem „Hallenboden“ lern-reich zu gestalten. Als Lippenbekenntnis. Die Realität sieht oft anders aus, und „Lernzeit“ wird in Pausenzeiten oder die Freizeit versteckt (natürlich nicht offiziell). Wie erkämpfen wir uns Lern-Zeit?
Gesundheit(en)
Neben der zur Verfügung stehenden Zeit und dem sozialen Netzwerk ist Gesundheit (oder sind „Gesundheiten“ … ich möchte mich, ähnlich wie mit „Zukünften“, auch mehr mit der bewussten Verwendung des Begriffs Gesundheit im Plural auseinandersetzen, um die problematische Binarität Krank – Gesund zu hinterfragen) die dritte ganz zentrale Lernressource – und diejenige, die in den meisten Lernkontexten krass ignoriert wird. Die körperliche und seelische Verfassung, die wir in Lernprozesse einbringen, ist darauf so prägend wie fast nichts anderes.
Das sind Barrieren, die uns den Zugang zu Lernsettings verwehren. Das ist unsere menschliche Neurodiversität, die ignoriert wird. Das ist das unterschiedliche Maß an Kräften, die wir insgesamt einbringen und auf unsere unterschiedlichen Anforderungen im Alltag verteilen können.
All das wird in vielen konventionellen Lernsettings oft ignoriert oder als Nice-to-have betrachtet, dabei sollten alle Betrachtungen hier starten.
Gesundheit ist aber ein wesentlicher Bestandteil. Wer im Burnout steckt, Depressionen hat, oder in einem Suchtverhalten steckt, kann nicht lernen. Jedenfalls nicht gut.
Ich denke, doch, auch aus solchen Situationen erwächst Lernen. Nur ein gänzlich anderes, das eine eigene Betrachtung verdient – denn mir liegt es fern, Lernen aus Leid irgendwie faschistoid zu glorifizieren.
Finanzielles
Am Ende sind wir also bei den Elefanten angelangt. Zeit, Gesundheit … und das liebe Geld. Dass Lernen durch finanzielle Ausstattung gefördert oder durch Einsparung stark erschwert werden kann, scheint intuitiv einleuchtend. An dem Punkt waren wir schon zu Beginn, im Abschnitt „Inhalte / Materielles“. Im Corporate Learning taugt das, was etwas kostet und sich in einem definierten Zeitraum messen und bewerten lässt … die Return-on-Investment-Logik. Ebenso bekannt, dass wir lebenslang unterschiedlich finanziell begütert mit entsprechend unterschiedlichen Zugängen zu anderen Lern-Ressourcen (Zeit, Gesundheiten, Inhalte etc etc ….) durch die Welt laufen.
Wir sollten uns stark dafür machen, Lernen gebührend finanziell auszustatten. In der Schule, in außerschulischen Realitäten von Kindern und Jugendlichen, während des Aufwachsens, am Arbeitsplatz und außerhalb der Erwerbsarbeit, im sozialen Miteinander, im politischen Gefüge und in Situationen, in denen wir ganz besonders auf Unterstützung anderer angewiesen sind. Ja, es mag abgegriffen sein und aufgrund seiner Verwurzelung in einer neoliberalen Verwertungslogik auch angreifbar, gehört im Rahmen dieser Logik aber immer wieder betont: Investitionen in Bildung rechnen sich!
Ich mag hier gerne noch die Brille der Soloselbständigen reinbringen. Was für außenstehende leicht aussieht, wenn ich im Erstgespräch gute Ideen einbringe und relativ schnell ein Grobkonzept erstelle, ist das Ergebnis vorab geleisteter Lerneinheiten, die mir in Gänze niemals gezahlt werden können. Deswegen erlaube ich mir, diese bei Beauftragung anteilig in Rechnung zu stellen. Nach eigenem ermessen, aber so dass meine Vorableistung unabhängig vom Auftrag honoriert wird.
Feminismus
Feministischer Blick auf die Ressource, als Auszug unserer Feministischen Lernpolitik? Was braucht es um Lernen gut zu gestalten aus der Blickrichtung Feminismus?
Hinweis in eigener Sache. Das endet jetzt hier sehr plötzlich.
Ach ne, das war ein fulminanter Start, der noch lange nicht zuende ist, sondern doch nur als Auftakt für unsere Session geplant ist, Gabriele. In unserer Session öffnen wir den Lernraum mit allen Teilgebenden. Vielleicht schreiben ja einige davon auch im Nachgang noch weiter, so wie wir? 🙂
Eigentlich sollte ich hier einen Abbinder schreiben, der sich mit der Ressource Feminismus beschäftigt und unser Thema Lernressourcen abrundet. Ich mag aber viel lieber erzählen, wie wir zwischendurch auf Literatur gekommen sind und ich fand, dass unser Austausch mich an Stephanie Sargnagels Buch „Iowa“ erinnert mit den Fußnoten von Christiane Rösinger. Johannes lacht und sagt „das Buch war super witzig!“. Fand ich auch. Und vielleicht ist es doch ein bißchen die feministische Klammer, die unseren Austausch wieder schließt. Beim Erstellen dieser letzten Zeilen kam mir noch in den Kopf: Lernressource Humor? Scherz beiseite. Humor ist zumindest ein verbindendes Element und macht gemeinsames Lernen zu einem Erlebnis. Jedenfalls zwischen mir und Johannes, wie wir es hier beim gemeinsamen Schreiben und Denken erlebt haben.
#CLC23 #CLCamp26 #eine -
#Georgia [USA] - ‘Without Walls’ Farmers Market makes debut in #GardenCityGA
By Brontë Sorotsky
Published: Jul. 26, 2025GARDEN CITY, Ga. (WTOC) - "A new initiative to help #LowerIncome families buy #HealthyFood and make smart choices kicked off Saturday in Garden City.
" '#FeedTheHungry' is meeting people where they’re at to make the community as a whole healthier.
"From #okra to #nectarines, a new farmer’s market in Garden City has no shortage of healthy options. The idea for this farmer’s market came from a lack of resources when it comes to fresh foods.
" 'Trying to address #FoodDeserts in this community. And what does a #FoodDesert mean? That means limited access to fresh food,' said Charice Stroud, a volunteer with Feed the Hungry.
"Stroud is working alongside state representative Carl Gilliard to increase that access with the start of the first '#WithoutWalls' #FarmersMarket.
"On Saturday, this new farmer market kicked off with #pickling demonstrations, fresh juice making, farmer’s selling #LocalProduce, and more.
" 'It builds a healthier community, right? That’s our overall goal,' Stroud explained.
"Feed the hungry is partnering with #AgraUnity, a coalition of #BlackFarmers that focuses on supplying the food deserts In #WestChathamCounty.
"Those local farmers will be selling their products, allowing people in the community to access farm to table food at a more affordable price.
" 'We want to empower people. And a part of that is your health, what you’re consuming each and every day. So, you can come in and get some good ideas for what to bring back to your home and your family,' Stroud said.
"The 'Without Walls' Farmers Market will be held every 4th Saturday of the month from 10 a.m. to 2 p.m. at 4704 Augusta Road in Garden City."
Source:
https://www.wtoc.com/2025/07/26/without-walls-farmers-market-makes-debut-garden-city/#SolarPunkSunday #FarmersMarkets #EatingHealthy #BuyLocal #LocalProduce #FarmToTable
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Die Hochschulrektorenkonferenz #HRK veröffentlicht ein Empfehlungspapier zur #Cybersicherheit, das bei der 40. Mitgliederversammlung verabschiedet wurde: "Die HRK fordert eine Förderung, mit der der Bund die Anstrengungen der Hochschulen und der Länder für die Cybersicherheit bündelt, abrundet und konsolidiert sowie dabei einen übergreifenden Rahmen auch für länderübergreifende Kooperationen bildet." heißt es darin. Mehr dazu unter https://www.hrk.de/positionen/beschluss/detail/handlungsdruck-fuer-hochschulen-laender-und-bund-hrk-empfehlungen-zur-cybersicherheit/
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37 franquias mais rentáveis para mães que querem empreender: Com investimentos que começam em R$ 3.990, o acesso ao franchising nunca foi tão abrangente. Para o Dia das Mães, o Portal Encontre Sua Franquia, especialista em redes de franquias, mapeou as 37 franquias mais rentáveis para quem quer empreender com flexibilidade, estrutura e potencial de crescimento verificado. Mulheres criaram 2 milhões de novos negócios […] https://encontresuafranquia.com.br/franquias-mais-rentaveis/ #mães
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Sim, vcs tem razão. Em recente oficina para qualificação das metas do Eixo #CulturaDigital no Plano Nacional de Cultura (#PNC), #SoberaniaDigital emerge como tema transversal e estruturante: "reembaralhando o paradigma clássico da soberania, abrangendo uma heterogeneidade conceitual que reflete diferentes modos de pensar a relação entre tecnologia, Estado e sociedade."
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Sim, vcs tem razão. Em recente oficina para qualificação das metas do Eixo #CulturaDigital no Plano Nacional de Cultura (#PNC), #SoberaniaDigital emerge como tema transversal e estruturante: "reembaralhando o paradigma clássico da soberania, abrangendo uma heterogeneidade conceitual que reflete diferentes modos de pensar a relação entre tecnologia, Estado e sociedade."
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Sim, vcs tem razão. Em recente oficina para qualificação das metas do Eixo #CulturaDigital no Plano Nacional de Cultura (#PNC), #SoberaniaDigital emerge como tema transversal e estruturante: "reembaralhando o paradigma clássico da soberania, abrangendo uma heterogeneidade conceitual que reflete diferentes modos de pensar a relação entre tecnologia, Estado e sociedade."
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Sim, vcs tem razão. Em recente oficina para qualificação das metas do Eixo #CulturaDigital no Plano Nacional de Cultura (#PNC), #SoberaniaDigital emerge como tema transversal e estruturante: "reembaralhando o paradigma clássico da soberania, abrangendo uma heterogeneidade conceitual que reflete diferentes modos de pensar a relação entre tecnologia, Estado e sociedade."
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O que é que os munícipes de uma cidade esperam dos seus autarcas? Eu tenho algumas ideias:
1 - Recolha diária do lixo urbano.
2 - Tratamento e abastecimento de água canalizada - sem cortes.
2 - Mais e melhores espaços públicos verdes (jardins e parques) e de lazer (bibliotecas, centros culturais, piscinas), com horários mais alargados - para si, para os seus amigos e para as suas famílias.
3 - Transportes públicos tendencialmente gratuitos, mais rápidos, em maior número, mais confortáveis, abrangendo mais zonas, com horários mais alargados e com maiores ligações para com os concelhos limítrofes.
4 - Passeios públicos mais largos e sem buracos.
5 - Iluminação adequada.Depois há outros temas importantes (mais escolas, mais centros de saúde e hospitais, mais segurança...) que dependem mais da (in)acção do poder executivo e legislativo do que das autarquias.
Infelizmente, a maior parte dos autarcas portugueses convenceu-se de que TODOS os seus munícipes são ou deviam ser obrigados a ser automobilistas e que, como tal, só estão interessados em mais rotundas, parques de estacionamento e estradas sem buracos.
Isso não seria tão problemático se os autarcas não quisessem convencer os restantes munícipes que não são nem querem ser automobilistas de que a maioria dos seus concidadãos é automobilista. Ora, não me parece que possamos dar essa hipótese não apenas como um facto, mas como um facto adquirido.
A verdade é que o automóvel privado é provavelmente um dos meios de transportes mais ineficientes de toda a história, tendo em conta os custos directos e indirectos que acarreta tanto para o seu proprietário, como também para os restantes munícipes e para a sociedade em geral.
#Portugal #Cidades #Autarquias #Urbanismo #Mobilidade #Transportes
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Weil nachgefragt wurde, welcher Aspekt m.E. bei #KI in der #Justiz übersehen wird, hier die Kurzfassung:
"KI" umfasst viel mehr als nur Große #Sprachmodelle (LLM). Dazu gehören auch maschinelles Lernen, algorithmische Systeme etc. Die sollte man bevorzugt nutzen, weil es deterministische Ansätze sind, keine probabilistischen (auf Wahrscheinlichkeit beruhenden) wie LLMs.
Und selbst #LLM ist nicht gleich #LLM: es kommt sehr darauf an, ob nach dem grundlegenden "Spracherwerb" noch einmal auf fachspezifischen Daten die sog. "Gewichte" nachtrainiert wurden.
Viel #Halluzination (richtig: Konfabulation) lässt sich mit Retrieval Augmented Generation (#RAG = Bindung an Wissensdatenbanken für die inhaltliche Auskunft) sowie durch eine niedrige "#Temperatureinstellung" (= Spielraum zur Auswahl nicht nur des allerwahrscheinlichsten nächsten Tokens [Wortbruchstück]) verhindern.
Und dann kann man das Ganze noch so schlau kombinieren, dass LLMs wirklich nur dort eingesetzt werden, wo die anderen Formen der KI nicht weiterkommen. Zur Abrundung lässt sich ein System integrieren, das dem "Human in the Loop" erlaubt, schnell optisch zu erkennen, wo die KI wie und warum entschieden hat - um es ggfl. von Hand zu korrigieren.
In die Richtung geht das AI-based #Rulemapping von Prof. #Breidenbach, das bereits im Echteinsatz Beschwerden gegen Hate-Speech-Entscheidungen der großen Plattformen bearbeitet. Und zwar 1000fach jeden Monat.
Wir sind ja auch froh, wenn unsere Zahnärztin nicht den guten pneumatischen Bohrhammer vom letzten Hausumbau, sondern ihren Spezial-Fein-Bohrer einsetzt und der Chirurg nicht das große Brotmesser aus seiner Küche, sondern sein steriles Skalpell. Was zudem nochmal auf den "Human in the Loop" verweist: wir brauchen - auch in Jura - Menschen, die mit #Sachverstand und #Empathie am Ende die Kontrollfrage stellen: ist das Ergebnis in einem demokratischen Rechtsstaat unter Beachtung der Grund-und Menschenrechte in Ordnung?
#Justiz #Gericht #Urteil #Richter*in #JuraBubble #TeamRechtsstaat
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Digitaler Wochenrückblick 11. Januar 2026
Demnächst wird es sehr gefährlich, ohne Smartphone in Nordamerika einzureisen. Schließlich ist es heutzutage unmöglich, ohne diese smarten Begleiter zu leben! Wer das versucht ist per se ein Terrorist, ein Krimineller, Drogendealer… oder alles. Zuständig ist die US-Einwanderungsbehörde „ICE“ (United States Immigration and Customs Enforcement), die im Zweifelsfall schon mal eine vorläufige Erschießung durchführen muss – der Sicherheit wegen.
Glücklicher sind die, welche ein Smartphone besitzen! Denen (also praktisch allen) möchte die „Customs and Border Protection“, das ist deren Zoll- und Grenzschutzbehörde, künftig zwangsweise eine proprietäre App andrehen, völlig ungefährlich! Sie arbeitet im Hintergrund, nimmt biometrische Daten vom Gesicht, den Fingerabdruck, die DNA und Iris auf, hat Zugriff auf WLAN-Scans und Netzwerkdaten, auf Fotos und Videos, den Zugriff auf Fingerabdruck-, Iris-Scan- und weitere biometrische Sensoren, sofern verfügbar und dokumentiert beispielsweise so etwas wie das Ein- und Ausschalten der Taschenlampe.
Das dient alles der Sicherheit! Nur der Sicherheit! Deshalb werden noch weitere Daten angefordert, das ist nicht so tragisch! Es sind nur die Telefonnummern, die ich die letzten fünf Jahre genutzt habe, privat oder geschäftlich, spielt keine Rolle, alle eben. Natürlich auch die Mailadressen, die privat wie geschäftlich genutzt wurden und werden – allerdings von den letzten zehn Jahren, das könnte hakelig werden.
Interessant für die nordamerikanischen Behörden – aus Gründen der Sicherheit – die Telefonnummern von Familienmitgliedern der letzten fünf Jahre, ach ja, genauso die Geburtsdaten, -orte und ebenso die aktuellen Wohnortdaten.
Wer rein will muss auch rauslassen, welche Social-Media-Aktivitäten er oder sie in den letzten fünf Jahren getrieben hat.
Das ist ein rundes Bild und ein verifizierter Datencocktail, der in dieser Fülle prächtig die unermesslichen Datenspeicher Nordamerikas füllt.
Reicht das? Nee, natürlich nicht! Das sind nur Daten, die sie an der Grenze abräumen können, aber so ein Europäer wie du und ich hat bereits im Herkunftsland digitale Spuren hinterlassen, derer sie weder an der Grenze noch durch Datenzwangsabgaben bei Facebook, Amazon, WhatsApp etc. habhaft werden können.
Sie benötigen ein „Screening und zur Überprüfung der Identität von Reisenden, die erforderlich sind, um festzustellen, ob ihre Einreise oder ihr Aufenthalt ein Risiko für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung darstellen würde“ und auch „zur Bekämpfung irregulärer Migration und zur Verhütung, Aufdeckung und Bekämpfung schwerer Straftaten und terroristischer Handlungen verwendet werden, sofern diese Maßnahmen im Rahmen der Grenzverwaltung und Grenzkontrolle erfolgen.“
Da wäre ein automatisierter Zugriff auf alle Polizeidatenbanken der EU eine sinnvolle und höchst willkommene Ergänzung. Ob die Europäer da mitspielen? Klar doch – leider ist ein wenig Nachhilfe notwendig. Bis zum Ende dieses Jahres muss die EU ein Abkommen vorlegen, das den nordamerikanischen Behörden gefallen muss – das ist die „conditio sine qua non“. Nicht, was wir wollen ist entscheidend, wenn wir Teil der freien Welt sein wollen, sondern was die freie Welt von uns fordert, Freiheit hat eben einen Preis.
Diplomatisches Geschick im Stile Trumps ist nicht unbedingt Voraussetzung, wenn wir mit Politikerinnen ins Rennen ziehen, wie Ursula von Leyen, die einen gepflegten Kuschelkurs nach drüben pflegt.
Hinter verschlossenen Türen denken sie über eine „Enhanced Border Security Partnership“ (EBSP) nach, bei der ein direkter und weitreichender Datenübertrag umfassender biometrischer Identifikatoren aus den Polizeidatenbanken der EU-Mitgliedsstaaten ermöglicht werden soll. Finden wir bei STATEWATCH ganz anschaulich.
Sehr hinderlich in diesem Zusammenhang sind die perfiden Schutzbestimmungen der DSVGO (Datenschutzgrundverordnung) und der KI-Verordnung (AI-Act) seitens der EU, die auf Wunsch der Nordamerikaner so weit neutralisiert werden müssen, dass rechtlich kein Aufbegehren mehr möglich ist. Das ist ein klarer Fall für die Berufsjuristen im Staatsapparat. Selbstverständlich soll eine Zweckbindung und Schutzmaßnahmen gegen massenhaften Datentransfer dieses Abkommen vor Kritikerinnen und Kritikern schützen. Einen politisch motivierten Missbrauch der Daten durch die Nordamerikaner entgegnen wir mit einer vertrauensvollen Zusammenarbeit.
Innerhalb Europas gibt es diese personenbezogenen Einzelabfragen, allerdings ein wenig umständlicher. Im ersten Schritt wird erfragt, ob Daten vorliegen und in einem zweiten Schritt muss unter strengen Auflagen die Übermittlung beantragt werden, sofern Daten vorliegen. Das dauert den US-Behörden zu lang, die möchten direkt und unverzüglich alle Daten, ohne irgendwelche Restriktionen.
Und – das ist die Grundlage einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit nordamerikanischen Behörden – nicht nur von Reisenden in die USA, sondern alle Daten, die wenig agil in europäischen Polizeidatenbanken ihr Dasein fristen.
Bei uns in Deutschland lagern in den Datensilos der Polizei rund sechs Millionen Fingerabdrücke, Gesichtsbilder und andere Identifikatoren, wie ethnische Zugehörigkeit oder Religion, die in einem automatisierten Verfahren den US-Behörden helfen würde, unliebsame Menschen auszusortieren, an der Einreise zu hindern oder gleich festzusetzen. Verschmerzbar, dass eine durchaus relevante Menge dieser Datensätze die biometrischen Daten Asylsuchender umfasst oder ausreisepflichtiges Menschenmaterial auflistet.
Zwangsläufig werden wir uns damit abfinden müssen, dass auch private Auftragnehmer der US-Behörden, wie Palantir von Alex Karp, wertvolle Analysen KI-gesteuert beitragen und prädiktive Vorschläge für die weitere Behandlung haben. Im Idealfall kann dann eine Bestrafung durchgeführt werden, bevor ein Schadensfall eingetreten ist – nur mit unseren Polizeidaten!
Euractiv hat die Verschlusssache dazu: „VS-Nur für den Dienstgebrauch“ vom Dezember letzten Jahres eingesehen, bemerkenswert! (Keine Ahnung, warum das vertraulich sein soll, wenn die unsere Seelen verkaufen.) Der Artikel dazu, lesenswert.
Bis zum Dezember 2026 haben wir Zeit, die US-Wunschliste vollständig abzuarbeiten und konstruktive Ergebnisse vorzulegen. Sollten die US-Behörden eine tragfähige Lösung erkennen, verzichten sie darauf, die Visumspflicht einzuführen.
Und was haben wir davon?
Wir können noch besser schlafen, wenn wir ihnen alles geben, sonst nix.
Is doch schon was …
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geografie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digitalpurist)
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Mapa dos comboios da CP em tempo real: https://comboios.ruicosta.pt/
Muito giro! Já fiquei a saber que há um comboio Badajoz -> Entroncamento que passa por Abrantes. E se calhar até dá para começar a viagem em Madrid sem grandes demoras 🙂