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#cwlangerpost — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #cwlangerpost, aggregated by home.social.

  1. @Flachländer Eine offizielle Friendica-App namens "Friendica" gibt es nicht, sondern allerhöchstens Drittanbieter-Apps.

    Du mußt bedenken: Friendica ist nicht aus den 2020ern, sondern von 2010, über fünfeinhalb Jahre älter sogar noch als Mastodon. Damals galten Smartphone-Apps für Webdienste noch nicht wie heute als lebensnotwendig, sondern als Gimmicks. Auf eine Art ist das bis heute Teil der uralten Friendica-Kultur.

    Außerdem ist Friendica so ein Featuremonster, daß es schwierig ist, es so in eine dedizierte Mobil-App zu gießen, daß der Anwender in keinem denkbaren Friendica-Anwendungsfall jemals die Weboberfläche brauchen wird. Eine App, die wirklich alle Features von Friendica abdeckt außer denjenigen, die die Weboberfläche direkt betreffen, wäre ihrerseits monströs.

    Versucht wird es trotzdem. Für Android gibt's RaccoonForFriendica. Meines Wissens ist das die einzige wirklich auf Friendica ausgelegte App, die im Google Play Store erhältlich ist. Außerdem gibt's Relatica, die ist aber noch (sehr!) unfertig und meines Wissens nur als Testversion und APK-Download erhältlich.

    Im Apple App Store fürs iPhone oder iPad gibt's überhaupt keine dedizierten Friendica-Apps. Wenn du ein iPhone hast und unbedingt eine dedizierte App mit nativer iOS-Oberfläche brauchst, dann hast du keine andere Wahl, als dir den Aufwand mit TestPilot und persönlichem Kontakt zu den Entwicklern anzutun, um an eine möglicherweise unzuverlässige Testversion zu kommen.

    Fedilab, auch wieder nur für Android erhältlich, ist mal einigermaßen an Friendica angepaßt worden. Aber Fedilab nutzt die Mastodon Client API, deckt also bei weitem nicht alle Features von Friendica ab.

    Ein paar Mastodon-Apps für Android sollen wohl auch funktionieren. Aber da hast du erst recht nur die vielleicht 20% der Friendica-Features, die Mastodon auch hat. Und etliche andere Bedienelemente, die mastodonspezifische Features steuern, sind auf Friendica funktionslos.

    Am besten geht es, wie @Steffen 🦉🇪🇺 beschrieben hat: Du nutzt Friendica erstmal im Browser. Da sollte dir dann angeboten werden, Friendica (genauer gesagt, deinen Node) als sogenannte Progressive Web App zu installieren. Dann hast du zwar auch die Weboberfläche und keine schicke native iOS- oder Android-Mobiloberfläche, aber du hast garantiert immer alle Features zur Hand, sogar noch nach Friendica-Updates, ohne von irgendwelchen App-Entwicklern abhängig zu sein.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Friendica #FriendicaApp #FriendicaApps #Raccoon #RaccoonForFriendica #Relatica
  2. @Rebecca Sieber
    Aber im Fediverse ist es sooo schlimm, weil man "belehrt" wird, dass es nicht nur Mastodon gibt. Ich kann's wirklich nicht mehr hören.

    Die Leute auf Mastodon haben sich einfach gewöhnt an ihr schönes, liebes, nettes, kuscheliges, flauschiges, einheitliches Mastodon-Fediverse, das Gargron 2016 (oder 2022) als in sich geschlossenes Netzwerk erfunden haben soll. Oder sie gewöhnen sich gerade daran. Genau so wollen sie es also haben.

    Erstens haben sie zuerst den Begriff "Mastodon" gelernt und müssen sich jetzt nicht nur die Mühe machen, auch "Fediverse" zu lernen, sondern dann auch noch zu lernen, daß diese Begriffe nicht gleichbedeutend sind.

    Zweitens empfinden sie alles im Fediverse, was nicht Mastodon ist, als störend. Überhaupt, der Gedanke, ihr schönes flauschiges Mastodon-Fediverse mit irgendwas teilen zu müssen, was nicht das schöne flauschige Mastodon ist, ist zutiefst verstörend. Das wollen sie nicht. Das soll wieder weg. (Wobei "wieder" Quatsch ist: Friendica und Hubzilla, zwei der "schlimmsten Störenfriede", waren vor Mastodon im Fediverse.)

    Na ja, und drittens empfinden sie jede Erklärung, nach der sie nicht ausdrücklich gefragt haben, als übergriffig und Fedisplaining und Reply-Guying oder gar Mansplaining. Aber buchstäblich niemand von ihnen würde je auf die Idee kommen zu hinterfragen, ob das Fediverse wirklich nur aus Mastodon besteht. Das steht für sie außer Frage, bis sie das Gegenteil erfahren.

    Übrigens gilt man auf Mastodon vielfach schon als Reply-Guy, wenn man jemandem antwortet, der einen nicht vorher erwähnt hat und mit dem man auch nicht beidseitig verbunden ist. Wohlgemerkt, auf Friendica und hier auf Hubzilla, wo Konversationen völlig anders funktionieren und Kommentare völlig anders verteilt werden als auf Mastodon, ist das ein ganz normaler Vorgang.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #NichtNurMastodon #MastodonZentrizität #MastodonNormativität #Mansplaining #MansplainingMeta #ReplyGuy #ReplyGuys #ReplyGuysMeta #Fedisplaining #FedisplainingMeta
  3. @Stefan Tifa Allerdings müßte auch eine native Mobil-App für Hubzilla fully featured sein, damit Hubzilla-Nutzer auch ja niemals das Webinterface brauchen, egal, was sie mit Hubzilla machen wollen.

    Diese App wäre ein absolutes Monster. Ich vergleiche sowas gerne mit FairEmail für Android, und eine vollausgestattete Hubzilla-App, die wirklich alle irgendwie mit Hubzilla möglichen Use-Cases abdeckt, wäre noch komplexer. Erschwerend käme hinzu, daß sie je nachdem, welche Apps im Kanal aktiviert sind und wie der Kanal selbst konfiguriert ist, immer mal anders aussehen kann.

    Ohne Anspruch auf Vollständigkeit bräuchte es also:
    • einen HQ-artigen Startbereich, von dem aus man überall hinkommt
    • einen Konfigurationsbereich, in dem man auch all das erreicht, was im Webinterface nur über Zahnräder oder /settings/features erreichbar ist
    • einen voll ausgestatteten Kontrollbereich für Kanäle auf dem Konto und Klone
    • einen Verbindungsmanager mit allen Features, die es auch im Webinterface gibt, mit einer verständlicheren Anzeige dafür, was der jeweilige Kontakt einem erlaubt, und inklusive Shortcut zu den Verbindungseinstellungen (oder wahlweise dem einen Schalter, der Filter pro Verbindungen aktiviert, zusätzlich zum Konfigurationsbereich gleich mit im Verbindungsmanager), zum Privacy-Group-Manager (wenn die Privacy-Groups-App aktiviert ist) und zur Konfiguration für Contact Roles
    • (wenn die Privacy-Groups-App aktiviert ist) einen zusätzlichen Manager für Privacy Groups und deren Mitglieder und auch hier wieder einem Auswahlfeld für die Privacy Group, zu der man standardmäßig postet
    • einen voll ausgestatteten Konfigurationsbereich für Contact Roles, der auch direkt aus dem Verbindungsmanager erreichbar ist und von dem aus man auch die Einstellungen für Kanalrolle und kanalweite Berechtigungen und, wenn die Kanalrolle "Custom ist", direkt die Einstellungen für die Custom-Kanalrolle erreicht
    • (wenn die Default-Permissions-App aktiviert ist) einen Konfigurationsbereich für Standardberechtigungen für neue Verbindungen zusätzlich zu Contact Roles
    • das Verzeichnis inklusive Vorschlagsmodus und jeweils mindestens denselben Filtermöglichkeiten, die es auch im Webinterface gibt
    • (wenn die Channel-Sources-App aktiviert ist) einen Manager für Kanalquellen
    • den Kanal inklusive vollausgestattetem Post-Editor, der Buttons für alle, aber auch wirklich alle BBcode-Funktionen in Hubzilla hat und je nach aktivierten Apps auch deren Features mit eingebaut bekommt (idealerweise gleich mit einem Dialog zum Einbetten von Bildern, in dem man auch ein Bild hochladen, den Speicherort des Bildes auswählen, im Filespace Unterverzeichnisse beliebiger Tiefe anlegen, die Rechte der Bilddatei und aller Verzeichnisse im Pfad anpassen, die angezeigte Größe auswählen und einen Alt-Text eintragen kann, denn friemel mal auf einem iPhone-Touchscreen BBcode zurecht)
    • den Stream inklusive derselben konfigurierbaren Filtermöglichkeiten wie im Web-Interface und wieder dem vollausgestatteten Post-Editor
    • idealerweise sogar separaten vorgefilterten Streams, die man in der App konfigurieren kann, um den Stream selbst nicht zu komplex werden und zu sehr mit Bedienelementen überfrachten zu müssen
    • am besten jeweils einen schnell erreichbaren eigenen Stream für jedes verbundene Forum
    • (wenn die Chat-App aktiviert ist) komplette Chat-Funktionalität
    • einen Profileditor, der darauf reagiert, wenn erweiterte Profile aktiviert sind, und sowohl das Hinzufügen von zusätzlichen Profilfeldern als auch schon vorhandene zusätzliche Profilfelder unterstützt, inklusive Shortcut zum Konfigurieren des Profils/der Profile
    • einen Dateimanager für den Filespace, der nicht nur sämtliche Features des Webinterface inklusive Rechtemanagement und schnellem Zugang zum dazugehörigen Konfigurationsbereich hat, sondern auch die schnelle und einfache Anbindung des Filespace ans Smartphone per WebDAV ermöglicht
    • einen Extra-Dateimanager im Stil der Photo-App für die Behandlung von Bildern
    • (entweder wenn die Gallery-App aktiviert ist oder dauerhaft aktiviert) eine Bildergalerie
    • (wenn die Tokens-App aktiviert ist) einen Manager für Gastzugänge
    • einen Kalenderbereich, der sowohl den Eventkalender des Kanals behandeln als auch CalDAV-Kalender managen und behandeln kann; beim Behandeln von Ereignissen in einem CalDAV-Kalender erscheinen auf der Oberfläche zusätzlich all diejenigen Features, die CalDAV-Kalender haben können, die Hubzillas Eventkalender nicht hat (z. B. kann man dann Termine anlegen, die sich jeweils am letzten Dienstag im Monat wiederholen, und so); dazu dann die schnelle und einfache Anbindung von CalDAV-Kalendern an den Kalender des Smartphone mit nur einem Tap
    • (wenn die CardDAV-App aktiviert ist) ein vollausgestattetes Frontend zum Bearbeiten von Kontakten auf dem CalDAV-Server inklusive schneller und einfacher Anbindung des CalDAV-Servers an das Adreßbuch des Smartphone mit nur einem Tap
    • (wenn die Bookmarks-App aktiviert ist) einen Manager für Lesezeichen
    • (wenn die Superblock-App aktiviert ist) einen Manager für Superblock
    • (wenn die NSFW-App aktiviert ist) einen Bereich für die NSFW-Filterliste, alternativ eine NSFW-Filterliste direkt unter den beiden kanalweiten Filterlisten
    • (wenn die Notes-App aktiviert ist) einen schnell von überallher erreichbaren Notizbereich
    • (wenn die Articles-App aktiviert ist) einen Artikelbereich inklusive Editor, der nicht minder ausgestattet ist als der Posteditor
    • (wenn die Cards-App aktiviert ist) einen Editor und Manager für Planungskarten; der Editor darf nicht minder ausgestattet sein als der Posteditor
    • (wenn die Wiki-App aktiviert ist) einen Bereich für Wikis mit einem Editor, der zusätzlich zu allen Features des Posteditors Unterstützung für Markdown hinzufügt, idealerweise ebenso Assistenzfunktionen z. B. zum Generieren und Aktualisieren von Inhaltsverzeichnissen auf Wiki-Seiten
    • (wenn die Webpages-App aktiviert ist) einen Manager und Editor für Webseiten auf dem Kanal inklusive Vorschau, wobei der Editor neben BBcode auch volle Unterstützung für Markdown und HTML hat
    • (wenn die jeweiligen Apps aktiviert sind) alle Import- und Exportmöglichkeiten des Webinterface
    • einen PDL-Editor mit Code und GUI, um von der App aus einstellen zu können, wie andere Leute das Webinterface des eigenen Kanals sehen, inklusive Vorschau
    • generell Unterstützung für alle offiziellen Apps (vielleicht mit Ausnahme von Calc, außer es braucht unbedingt einen in die Hubzilla-App eingebauten Taschenrechner)
    • einen voll ausgestatteten App-Manager zum Aktivieren, Deaktivieren und Konfigurieren von Apps, der auch Dritt-Apps behandeln kann, wenn es denn welche gibt, und natürlich auch erkennt, welche Apps auf welchem Hub verfügbar sind
    • vielleicht sogar Schalter zum Aktivieren und Deaktivieren gewisser Apps an Orten, wo sie Sinn ergeben (z. B. für die Privacy-Groups-App und die Channel-Sources-App im Verbindungsmanager), mit Shortcuts zu den jeweiligen Apps, wenn sie aktiviert sind
    • einen "Übersetzer", der die Webinterfaces von hypothetischen Dritt-Apps umwandelt in Bereiche in der Mobil-App mit nativem Mobil-Interface und sie so nutzbar macht
    • einen voll ausgestatteten Administrationsbereich für diejenigen, die einen eigenen privaten oder öffentlichen Hub betreiben, aber keinen Computer haben, sondern nur ein Smartphone
    • automatische Spiegelung der Online-Hilfe in die App

    Das wäre schon brutal viel für eine Desktopanwendung. Aber wir reden hier von einer iPhone- und Android-App, die, um für diejenigen gut benutzbar zu sein, die nicht vom PC kommen, sogar noch umfangreicher sein muß als das Webinterface.

    Sehr viel einfacher zu benutzen wäre sie auch nicht, das heißt, Hubzillas Lernkurve würde sie nicht wesentlich abflachen.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Hubzilla #App #iOSApp #iPhoneApp #AndroidApp #SmartphoneApp #FediverseApp
  4. @Matthias 2022 glaubte man noch, "das Metaverse" sei Horizons. Alias "Facebooks Metaverse", alias "Zuckerbergs Metaverse", alias "Meta Metaverse". Die virtuellen 3-D-Welten, die Mark Zuckerberg 2021 angekündigt hat, und zwar als "das Metaverse". Nur leider konnte er sich den Begriff wohl nicht exklusiv schützen lassen.

    2024 glaubt man, "das Metaverse" sei die Gesamtheit der bekannten Meta-Platforms-Produkte: Facebook, Instagram, WhatsApp, Threads. Horizons ist längst wieder in Vergessenheit geraten. Man glaubt also, "das Metaverse" hat gar nichts mit 3-D-Welten zu tun.

    Tatsächlich ist "Metaverse" ein Begriff aus Neal Stephensons 1991er Cyberpunk-Roman Snow Crash: eine riesige virtuelle Welt, die vom damaligen Internet inspiriert war. Snow Crash hat übrigens Philip Rosedale dazu inspiriert, Second Life zu bauen, das wiederum Ernest Cline dazu inspiriert hat, Ready Player One zu schreiben.

    Aus IEEE-Kreisen gibt es tatsächlich ein wissenschaftliches Paper zur Definition von "Metaverse".

    In Verbindung mit tatsächlich existierenden virtuellen Welten wird "Metaverse" seit spätestens 2007 regulär verwendet, und zwar von der Community um OpenSimulator, eine freie, quelloffene, serverseitige Reimplementation der Technologie von Second Life. Das kam Anfang 2007 raus, im Sommer startete das erste öffentliche Grid, OSgrid, und eine archivierte Kopie der Grid-Website vom November enthält schon den Claim, den das OSgrid heute noch verwendet: "The Open Source Metaverse".

    Ich habe mal aus einem älteren Post zu dem Thema einen neuen Artikel gemacht.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #VirtuelleWelten #Horizons #HorizonWorlds #OpenSim #OpenSimulator #OSgrid #Metaverse #Metaversum
  5. @crossgolf_rebel :calckey: :fckafd: FediCamp
    es genügt manchen aber trotzdem nicht, weil sie zu bequem geworden sind, etwas selber zu tun.

    Die allermeisten Fediverse-Nutzer sind ab 2022 von Twitter nach Mastodon gekommen und schon auf Twitter durch den Algorithmus total verhätschelt worden. Oder sagen wir, sie glauben das, weil sie dachten, ihr Content wird tatsächlich vollautomagisch an die verteilt, die das interessiert.

    Als sie nach Mastodon gingen, hielten sie das für eine noch (nutzer)freundlichere riesige Kuschelecke, zumal sie da tatsächlich gefühlt noch mehr verhätschelt wurden. Oder zumindest anders.

    Statt Projektauswahl und dann Instanzauswahl hat man sie praktischerweise direkt von Twitter nach mastodon.social gerailroadet, ohne sie auch nur mit der Information zu belästigen, daß es da draußen auch noch was anderes gibt. Das mußten sie erst erfahren, als sie es sich auf Mastodon schon gemütlich gemacht hatten.

    Und jetzt erwarten sie, daß zum einen ihnen alles und zum anderen allen anderen Leuten ihr Content auf dem Silbertablett serviert wird, ohne daß sie dafür einen Finger krümmen. Sich für jeden Tröt erst irgendwelche Hashtags auszudenken, ist ja viiieeel zu anstrengend.

    Also nutzen sie Mastodon weiter, wie sie Twitter genutzt haben. Komplett ohne Hashtags. Und sie warten darauf, daß "das Fediverse" endlich "einen Algorithmus" einführt, will sagen, genau den, den Twitter früher hatte.

    Herrje, einige sind schon zum Selbertröten zu faul. Die haben das letzte Mal vor Wochen getrötet, wenn überhaupt. Aber sie boosten jeden Tag mindestens ein Dutzend Beiträge von anderen.

    Dabei ist das eine Selbstermächtigung, selber die Kontrolle haben zu können. Das muss man aber auch erst einmal wieder lernen und es auch wollen

    Und genau das will keiner. Sieht man ja auch in anderen Bereichen.

    Beispielsweise Inhaltswarnungen. Auf Friendica werden die optional für jeden User individuell automatisch von einem total simplen Textfilter generiert. Hubzilla hat das von Friendica geerbt, (streams) indirekt von Hubzilla, und es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn das brandneue Forte das nicht mehr hätte. Und selbst Mastodon hat 2023 seine Filter so erweitert, daß sie Inhaltswarnungen generieren.

    Das interessiert nur keinen. Nicht nur weiß auf Mastodon keine Sau, daß Friendica und Nachfahren das haben, weshalb sich Mastodon-Nutzer gerne aufregen über die fehlenden CWs und Massen an Hashtags von da. Nein, es weiß auch kaum jemand, daß Mastodon selbst inzwischen diese Funktionalität hat. Das dürfte allerdings auch daran liegen, daß fast alle auf Smartphone-Apps sind, die vermutlich allesamt keine Unterstützung dafür eingebaut haben und, wenn sie nicht gerade dieses Jahr ganz neu entwickelt wurden, nur Features von Mastodon 3 abdecken. Das heißt, viele Smartphone-Apps dürften überhaupt keine Bedienelemente für Filter haben, weshalb sehr viele Mastodon-User nicht wissen, daß Mastodon überhaupt Filter hat.

    Aber selbst wenn sie von filtergenerierten Inhaltswarnungen wüßten, würden sie sie nicht nutzen. Erstens zu anstrengend. Zweitens noch anstrengender, wenn man erst diesen blöden nervigen Safari oder Chrome starten, die eigene Mastodon-Instanz googlen, sich auf der Weboberfläche einloggen und sich ans eigene Mastodon-Paßwort erinnern und dann auf der Weboberfläche, die man nie nutzt, die Filter suchen muß. Genau deswegen filtern viele überhaupt nicht. Ist bequemer, nach der Moderation zu plärren, wenn einen was stört, damit die das wegmacht.

    Und drittens "macht" man das auf Mastodon nicht "so". Die gesamte Mastodon-Kultur, die viele versuchen, dem ganzen Fediverse aufzuzwingen, basiert auf dem Stand von Mastodon von Ende 2022, Anfang 2023. Nicht nur gab es damals noch keine CW-generierenden Filter, sondern 95% der Fediverse-Nutzer hatten von Mastodon noch gar keine Ahnung.

    Also besteht man darauf, Inhaltswarnungen von allen anderen Nutzern im Summary-Feld serviert zu bekommen. Und zwar alle Inhaltswarnungen, die man selber haben will. Aber gleichzeitig auch nur genau die und keine anderen. Vor Katzenbildern muß zwingend jeder warnen, weil die nerven. Aber umgekehrt nerven Alkohol-Warnungen, man gönnt sich ja selber gerne mal ein lecker Bierchen.

    Daß es dabei zwingend zu Interessenskonflikten kommen kann, scheint auf Mastodon noch niemand begriffen zu haben. Und daß diese nervenden Alkohol-Warnungen da sind, weil tausende Mastodon-Nutzer genau diese Alkohol-Warnungen wirklich brauchen und eingefordert haben, auch nicht.

    Ein anderes Beispiel: Hubzilla, (streams) und höchstwahrscheinlich auch Forte haben umfangreiche, detaillierte Berechtigungseinstellungen, sogar individuell pro Kontakt, wo Mastodon nur Mute, Block und Moderatoren rufen hat. Auf (streams) sind sie sogar noch ein bißchen effizienter.

    Trotzdem wechselt da von Mastodon kaum einer hin. Nach Hubzilla selten, nach (streams) überhaupt nicht.

    Okay, man müßte wieder umziehen und was Neues lernen. Okay, die Weboberflächen sind nicht die benutzerfreundlichsten. Okay, für Hubzilla gibt's nur eine seit fast fünf Jahren nicht mehr gepflegte Android-App und für iOS sowie für (streams) gar nichts. Okay, sie alle funktionieren nicht mit Mastodon-Apps. Okay, es gibt keine automatisch generierten öffentlichen Listen von (streams)-Instanzen außer auf (streams)-Instanzen.

    Aber sollten nicht die Vorteile die Nachteile überwiegen? Irgendeine Kröte muß man ja schlucken. Dafür bekäme man nicht nur nomadische Identität und fast unendlich Zeichen, sondern auch einen großen Schwung Selbstermächtigung durch Berechtigungen pro Nase und optional sogar Filter pro Nase.

    Und auch wenn einer Umfrage zufolge mindestens 75% aller Fediverse-Nutzer noch nie von Hubzilla gehört haben: So ganz unbekannt sind Mikes Sachen nicht mehr. Mike macht ja inzwischen selber Werbung im Fediverse, und zwar auch mit (streams)' Mitteln der Selbstermächtigung.

    Genau die will aber keiner. Ich wage zu behaupten, diese Werbung schreckt Mastodon-Nutzer nur zusätzlich ab. Die wollen nicht ermächtigt werden, sich selbst zu moderieren. Die wollen gar nix selber machen. Die wollen nur noch mehr verhätschelt werden.

    Das ist auch einer der Hauptgründe, warum es nie ein BlackStreams oder BlackForte geben wird.

    CC: @carla

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