#friendica — Public Fediverse posts
Live and recent posts from across the Fediverse tagged #friendica, aggregated by home.social.
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Da soll mal noch jemand sagen, das #Fediverse hätte keine Reichweite.
Ich mit meinen eher kleinen und ziemlich überschaubaren Follower-Zahlen habe auf einen einzigen Beitrag insgesamt 265 Reaktionen bekommen. Likes, Sterne, Boosts, Emojis, Antworten. Und das alles in gerade mal ungefähr acht Stunden.
Vielleicht fühlt sich das Fediverse manchmal leiser an als andere Netzwerke. Aber wenn ein Thema Menschen wirklich anspricht, dann entstehen dort immer echte Gespräche und echter Diskurs. Genau deshalb bin ich gerne hier.#Fediverse #Friendica #Mastodon #Sharkey #Pleroma #Misskey #Akkoma #Pixelfed #Lemmy
RE: f.utzer.de/objects/f5430ab4-13… -
Da soll mal noch jemand sagen, das #Fediverse hätte keine Reichweite.
Ich mit meinen eher kleinen und ziemlich überschaubaren Follower-Zahlen habe auf einen einzigen Beitrag insgesamt 265 Reaktionen bekommen. Likes, Sterne, Boosts, Emojis, Antworten. Und das alles in gerade mal ungefähr acht Stunden.
Vielleicht fühlt sich das Fediverse manchmal leiser an als andere Netzwerke. Aber wenn ein Thema Menschen wirklich anspricht, dann entstehen dort immer echte Gespräche und echter Diskurs. Genau deshalb bin ich gerne hier.#Fediverse #Friendica #Mastodon #Sharkey #Pleroma #Misskey #Akkoma #Pixelfed #Lemmy
RE: f.utzer.de/objects/f5430ab4-13… -
Da soll mal noch jemand sagen, das #Fediverse hätte keine Reichweite.
Ich mit meinen eher kleinen und ziemlich überschaubaren Follower-Zahlen habe auf einen einzigen Beitrag insgesamt 265 Reaktionen bekommen. Likes, Sterne, Boosts, Emojis, Antworten. Und das alles in gerade mal ungefähr acht Stunden.
Vielleicht fühlt sich das Fediverse manchmal leiser an als andere Netzwerke. Aber wenn ein Thema Menschen wirklich anspricht, dann entstehen dort immer echte Gespräche und echter Diskurs. Genau deshalb bin ich gerne hier.#Fediverse #Friendica #Mastodon #Sharkey #Pleroma #Misskey #Akkoma #Pixelfed #Lemmy
RE: f.utzer.de/objects/f5430ab4-13… -
Da soll mal noch jemand sagen, das #Fediverse hätte keine Reichweite.
Ich mit meinen eher kleinen und ziemlich überschaubaren Follower-Zahlen habe auf einen einzigen Beitrag insgesamt 265 Reaktionen bekommen. Likes, Sterne, Boosts, Emojis, Antworten. Und das alles in gerade mal ungefähr acht Stunden.
Vielleicht fühlt sich das Fediverse manchmal leiser an als andere Netzwerke. Aber wenn ein Thema Menschen wirklich anspricht, dann entstehen dort immer echte Gespräche und echter Diskurs. Genau deshalb bin ich gerne hier.#Fediverse #Friendica #Mastodon #Sharkey #Pleroma #Misskey #Akkoma #Pixelfed #Lemmy
RE: f.utzer.de/objects/f5430ab4-13… -
Da soll mal noch jemand sagen, das #Fediverse hätte keine Reichweite.
Ich mit meinen eher kleinen und ziemlich überschaubaren Follower-Zahlen habe auf einen einzigen Beitrag insgesamt 265 Reaktionen bekommen. Likes, Sterne, Boosts, Emojis, Antworten. Und das alles in gerade mal ungefähr acht Stunden.
Vielleicht fühlt sich das Fediverse manchmal leiser an als andere Netzwerke. Aber wenn ein Thema Menschen wirklich anspricht, dann entstehen dort immer echte Gespräche und echter Diskurs. Genau deshalb bin ich gerne hier.#Fediverse #Friendica #Mastodon #Sharkey #Pleroma #Misskey #Akkoma #Pixelfed #Lemmy
RE: f.utzer.de/objects/f5430ab4-13… -
RE: https://blog.gillesdutilh.com/2026/05/mutuals-are-not-friends/
I wrote a blog post where I distinguish *mutual follows* from *friends* and raise the question: which platforms in the #Fediverse should offer friendships? Would this fit Mastodon? Only #Friendica? Some flavor of #Bonfire?
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Un nuevo jueves que se nos concede para abrir los ojos y habitar el presente.
El café negro, denso y humeante, ya reposa en la taza despidiendo ese aroma que disipa cualquier rastro de cansancio. Son estos instantes de quietud matutina, previos al inicio de las obligaciones, los que consiguen amarrar el espíritu a la realidad tangible y nos devuelven la templanza para encarar la jornada.
Que tengáis todos un excelente y muy bonito jueves.
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Un nuevo jueves que se nos concede para abrir los ojos y habitar el presente.
El café negro, denso y humeante, ya reposa en la taza despidiendo ese aroma que disipa cualquier rastro de cansancio. Son estos instantes de quietud matutina, previos al inicio de las obligaciones, los que consiguen amarrar el espíritu a la realidad tangible y nos devuelven la templanza para encarar la jornada.
Que tengáis todos un excelente y muy bonito jueves.
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Un nuevo jueves que se nos concede para abrir los ojos y habitar el presente.
El café negro, denso y humeante, ya reposa en la taza despidiendo ese aroma que disipa cualquier rastro de cansancio. Son estos instantes de quietud matutina, previos al inicio de las obligaciones, los que consiguen amarrar el espíritu a la realidad tangible y nos devuelven la templanza para encarar la jornada.
Que tengáis todos un excelente y muy bonito jueves.
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Un nuevo jueves que se nos concede para abrir los ojos y habitar el presente.
El café negro, denso y humeante, ya reposa en la taza despidiendo ese aroma que disipa cualquier rastro de cansancio. Son estos instantes de quietud matutina, previos al inicio de las obligaciones, los que consiguen amarrar el espíritu a la realidad tangible y nos devuelven la templanza para encarar la jornada.
Que tengáis todos un excelente y muy bonito jueves.
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In #Friendica we cannot set the language for a post? Strange, because otherwise it looks far more featureful than e.g. #Mastodon 😞
In general, I like Mastodon better than Friendica, because I'm used to it. I disliked Mastodon 10+ years ago, because I was used to #Diaspora 😉
In my favourite #socialApp, #Movim by @movim, I'm also missing language features, i.e. set language(s) per post and filtering my #timelime by language 🤷
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Die Entkopplung vom Mainstream/BigTech schreitet voran.
- Mastodon 90%
- PeerTube 60%
- Friendica 20%
(%=Einrichtung+Verstehen+Einarbeitung)Privat bin ich schon seit Jahren weg... eigentlich nie angekommen.
Beruflich ist es nicht ganz so einfach. Wir benötigen die Reichweite. Daher bieten wir z.B. PeerTube vorerst als Alternative an.
Mastodon ist beruflich nicht wirklich relevant.
Friendica werden wir aktiv bewerben - also zum Umstieg von Fb -
Sometimes I wonder whether I actually have any reach in the #Fediverse at all. Not in the sense of attention economy or numbers, but simply as part of a #conversation.
To me, the Fediverse was always a place for discussions. #People share thoughts, others respond, disagree, add context, laugh together or continue a line of thought. That is exactly why I write there.
Back when the #Fediverse consisted of only a few dozen servers and maybe a few tens of thousands of active users, things felt different. There were far fewer posts, fewer comments and it was much harder to disappear in the sheer volume of content.
Today things are different. More people, more content, more speed. That is beautiful in many ways because the network has grown. But at the same time it can sometimes feel like speaking alone in a room where all you hear are other people talking into that same room about their own topics.
So this is my small plea for the like button, the star, the thumbs up or whatever your platform calls it. Not as agreement, not as competition and not as vanity, but simply as a small sign saying: “I saw your post. This is an interesting contribution to the discussion.”
We do not always have to agree with each other. But especially on platforms like #Friendica or #Mastodon, even a small reaction can make the difference between “I am talking into the void” and “Someone out there is listening.”
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Manchmal frage ich mich, ob ich im Fediverse überhaupt noch eine Reichweite habe. Nicht im Sinne von Aufmerksamkeitsökonomie oder irgendwelchen Zahlen, sondern ganz banal als Teil einer #Unterhaltung.
Für mich war das Fediverse immer ein Ort für Gespräche. #Menschen teilen Gedanken, andere reagieren darauf, man widerspricht, ergänzt, lacht gemeinsam oder denkt weiter. Genau dafür schreibe ich dort.
Früher, als das #Fediverse noch aus ein paar Dutzend Servern bestand und vielleicht einige Zehntausend aktive Menschen hatte, war das einfacher. Es gab deutlich weniger Beiträge, weniger Kommentare und man ging in der Masse nicht so schnell unter.
Heute ist das anders. Mehr Menschen, mehr Inhalte, mehr Geschwindigkeit. Das ist einerseits schön, weil das Netzwerk gewachsen ist. Andererseits fühlt es sich manchmal so an, als würde man alleine in einem Raum sprechen und alles, was man dort hört, sind andere Leute, die ihre eigenen Themen ebenfalls in den Raum hineinsprechen.
Deshalb ist das hier ein kleines Plädoyer für den Like-Button, den Stern, den Daumen nach oben oder wie auch immer eure Plattform das nennt. Nicht als Zustimmung und auch nicht als Wettbewerb oder Eitelkeit, sondern einfach als kleines Zeichen: „Ich habe deinen Beitrag gesehen. Das ist ein interessanter Beitrag zum Diskurs.“
Man muss nicht immer einer Meinung sein. Aber gerade auf Plattformen wie #Friendica oder #Mastodon kann so eine kleine Reaktion den Unterschied machen zwischen „Ich rede ins Leere“ und „Da draußen hört jemand zu“.
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Ich hatte eine Idee... und ich hätte nicht gedacht, dass sie so einschlägt!
Ich bin Teil einer großen, antifaschistischen Seite auf Facebook. Jupp, #Facebook. Dort postet ein Team aus sehr engagierten Menschen, antifaschistische Beiträge. Als große Seite in einem Sozialen Netzwerk, möchte man wachsen und Follower generieren. Dazu hat Facebook die #Insights, in denen man einige Statistiken rund um Beiträge, Follower-Wachstum, Interaktionen und so sehen kann.
Das große #Fediverse möchte die #Alternative zu den gängigen, #Bigtech Plattformen wie Facebook, #Twitter, #Instagram, #Youtube, #Tiktok und Weiteren sein, bzw. werden und auf lange Sicht, diese natürlich auch ablösen.
Das geht aber nicht, wenn genau die Funktionen fehlen, die für Wachstum, das Bedienen der Follower und das Generieren neuer Follower notwendig sind: Insights und Statistiken.
Und so habe ich FediSuite ins Leben gerufen: fedisuite.com
Zunächst waren es nur #Mastodon und #Friendica, die von FediSuite unterstützt wurden. Auf diesen beiden Fediverse Plattformen hat alles aufgebaut. FediSuite war zu dem Zeitpunkt noch nicht öffentlich. Ich integrierte eine API nach der anderen und damit auch eine weitere Fediverse Plattform nach der Anderen. Bis FediSuite dann irgendwann vor ein paar wenigen Wochen mit 8 unterstützten Plattformen öffentlich gegangen ist.
Inzwischen, Stand heute 14.05.2026, unterstützt #FediSuite 18 Fediverse Plattformen. Von Micro- und Macroblogging, über Bilder- und Video-Plattformen, bis hin zur Kurzvideoplattform Loops.
FediSuite ist inzwischen erwachsen geworden und hat sich zu einer echten, ausgewachsenen HootSuite Alternative für das Fediverse entwickelt.
- Beliebig viele Fediverse Accounts verbinden
- Ausführliche Statistiken rund um die eigenen Beiträge
- Ausführliche Statistiken rund um Follower, Boosts, Links, Antworten
- Ausführliche Statistiken über die benutzten Hashtags
- Funktionieren Text- oder Bilderbeiträge besser?
- Ausführliche Tipps und Optimierungshinweise
Das alles hat sich innerhalb von nur drei Monaten entwickelt.
Ich bin sehr stolz und sehr froh, dass meine Applikation so gut aufgenommen wurde und so vielen Menschen hilft.
Und ich hoffe sehr, dass sie dabei hilft, das Fediverse noch weiter wachsen zu lassen und den großen Bigtech Plattformen endlich den Rang ablaufen zu lassen!
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Ich hatte eine Idee... und ich hätte nicht gedacht, dass sie so einschlägt!
Ich bin Teil einer großen, antifaschistischen Seite auf Facebook. Jupp, #Facebook. Dort postet ein Team aus sehr engagierten Menschen, antifaschistische Beiträge. Als große Seite in einem Sozialen Netzwerk, möchte man wachsen und Follower generieren. Dazu hat Facebook die #Insights, in denen man einige Statistiken rund um Beiträge, Follower-Wachstum, Interaktionen und so sehen kann.
Das große #Fediverse möchte die #Alternative zu den gängigen, #Bigtech Plattformen wie Facebook, #Twitter, #Instagram, #Youtube, #Tiktok und Weiteren sein, bzw. werden und auf lange Sicht, diese natürlich auch ablösen.
Das geht aber nicht, wenn genau die Funktionen fehlen, die für Wachstum, das Bedienen der Follower und das Generieren neuer Follower notwendig sind: Insights und Statistiken.
Und so habe ich FediSuite ins Leben gerufen: fedisuite.com
Zunächst waren es nur #Mastodon und #Friendica, die von FediSuite unterstützt wurden. Auf diesen beiden Fediverse Plattformen hat alles aufgebaut. FediSuite war zu dem Zeitpunkt noch nicht öffentlich. Ich integrierte eine API nach der anderen und damit auch eine weitere Fediverse Plattform nach der Anderen. Bis FediSuite dann irgendwann vor ein paar wenigen Wochen mit 8 unterstützten Plattformen öffentlich gegangen ist.
Inzwischen, Stand heute 14.05.2026, unterstützt #FediSuite 18 Fediverse Plattformen. Von Micro- und Macroblogging, über Bilder- und Video-Plattformen, bis hin zur Kurzvideoplattform Loops.
FediSuite ist inzwischen erwachsen geworden und hat sich zu einer echten, ausgewachsenen HootSuite Alternative für das Fediverse entwickelt.
- Beliebig viele Fediverse Accounts verbinden
- Ausführliche Statistiken rund um die eigenen Beiträge
- Ausführliche Statistiken rund um Follower, Boosts, Links, Antworten
- Ausführliche Statistiken über die benutzten Hashtags
- Funktionieren Text- oder Bilderbeiträge besser?
- Ausführliche Tipps und Optimierungshinweise
Das alles hat sich innerhalb von nur drei Monaten entwickelt.
Ich bin sehr stolz und sehr froh, dass meine Applikation so gut aufgenommen wurde und so vielen Menschen hilft.
Und ich hoffe sehr, dass sie dabei hilft, das Fediverse noch weiter wachsen zu lassen und den großen Bigtech Plattformen endlich den Rang ablaufen zu lassen!
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Ich hatte eine Idee... und ich hätte nicht gedacht, dass sie so einschlägt!
Ich bin Teil einer großen, antifaschistischen Seite auf Facebook. Jupp, #Facebook. Dort postet ein Team aus sehr engagierten Menschen, antifaschistische Beiträge. Als große Seite in einem Sozialen Netzwerk, möchte man wachsen und Follower generieren. Dazu hat Facebook die #Insights, in denen man einige Statistiken rund um Beiträge, Follower-Wachstum, Interaktionen und so sehen kann.
Das große #Fediverse möchte die #Alternative zu den gängigen, #Bigtech Plattformen wie Facebook, #Twitter, #Instagram, #Youtube, #Tiktok und Weiteren sein, bzw. werden und auf lange Sicht, diese natürlich auch ablösen.
Das geht aber nicht, wenn genau die Funktionen fehlen, die für Wachstum, das Bedienen der Follower und das Generieren neuer Follower notwendig sind: Insights und Statistiken.
Und so habe ich FediSuite ins Leben gerufen: fedisuite.com
Zunächst waren es nur #Mastodon und #Friendica, die von FediSuite unterstützt wurden. Auf diesen beiden Fediverse Plattformen hat alles aufgebaut. FediSuite war zu dem Zeitpunkt noch nicht öffentlich. Ich integrierte eine API nach der anderen und damit auch eine weitere Fediverse Plattform nach der Anderen. Bis FediSuite dann irgendwann vor ein paar wenigen Wochen mit 8 unterstützten Plattformen öffentlich gegangen ist.
Inzwischen, Stand heute 14.05.2026, unterstützt #FediSuite 18 Fediverse Plattformen. Von Micro- und Macroblogging, über Bilder- und Video-Plattformen, bis hin zur Kurzvideoplattform Loops.
FediSuite ist inzwischen erwachsen geworden und hat sich zu einer echten, ausgewachsenen HootSuite Alternative für das Fediverse entwickelt.
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- Ausführliche Statistiken rund um Follower, Boosts, Links, Antworten
- Ausführliche Statistiken über die benutzten Hashtags
- Funktionieren Text- oder Bilderbeiträge besser?
- Ausführliche Tipps und Optimierungshinweise
Das alles hat sich innerhalb von nur drei Monaten entwickelt.
Ich bin sehr stolz und sehr froh, dass meine Applikation so gut aufgenommen wurde und so vielen Menschen hilft.
Und ich hoffe sehr, dass sie dabei hilft, das Fediverse noch weiter wachsen zu lassen und den großen Bigtech Plattformen endlich den Rang ablaufen zu lassen!
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Ich hatte eine Idee... und ich hätte nicht gedacht, dass sie so einschlägt!
Ich bin Teil einer großen, antifaschistischen Seite auf Facebook. Jupp, #Facebook. Dort postet ein Team aus sehr engagierten Menschen, antifaschistische Beiträge. Als große Seite in einem Sozialen Netzwerk, möchte man wachsen und Follower generieren. Dazu hat Facebook die #Insights, in denen man einige Statistiken rund um Beiträge, Follower-Wachstum, Interaktionen und so sehen kann.
Das große #Fediverse möchte die #Alternative zu den gängigen, #Bigtech Plattformen wie Facebook, #Twitter, #Instagram, #Youtube, #Tiktok und Weiteren sein, bzw. werden und auf lange Sicht, diese natürlich auch ablösen.
Das geht aber nicht, wenn genau die Funktionen fehlen, die für Wachstum, das Bedienen der Follower und das Generieren neuer Follower notwendig sind: Insights und Statistiken.
Und so habe ich FediSuite ins Leben gerufen: fedisuite.com
Zunächst waren es nur #Mastodon und #Friendica, die von FediSuite unterstützt wurden. Auf diesen beiden Fediverse Plattformen hat alles aufgebaut. FediSuite war zu dem Zeitpunkt noch nicht öffentlich. Ich integrierte eine API nach der anderen und damit auch eine weitere Fediverse Plattform nach der Anderen. Bis FediSuite dann irgendwann vor ein paar wenigen Wochen mit 8 unterstützten Plattformen öffentlich gegangen ist.
Inzwischen, Stand heute 14.05.2026, unterstützt #FediSuite 18 Fediverse Plattformen. Von Micro- und Macroblogging, über Bilder- und Video-Plattformen, bis hin zur Kurzvideoplattform Loops.
FediSuite ist inzwischen erwachsen geworden und hat sich zu einer echten, ausgewachsenen HootSuite Alternative für das Fediverse entwickelt.
- Beliebig viele Fediverse Accounts verbinden
- Ausführliche Statistiken rund um die eigenen Beiträge
- Ausführliche Statistiken rund um Follower, Boosts, Links, Antworten
- Ausführliche Statistiken über die benutzten Hashtags
- Funktionieren Text- oder Bilderbeiträge besser?
- Ausführliche Tipps und Optimierungshinweise
Das alles hat sich innerhalb von nur drei Monaten entwickelt.
Ich bin sehr stolz und sehr froh, dass meine Applikation so gut aufgenommen wurde und so vielen Menschen hilft.
Und ich hoffe sehr, dass sie dabei hilft, das Fediverse noch weiter wachsen zu lassen und den großen Bigtech Plattformen endlich den Rang ablaufen zu lassen!
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Ich hatte eine Idee... und ich hätte nicht gedacht, dass sie so einschlägt!
Ich bin Teil einer großen, antifaschistischen Seite auf Facebook. Jupp, #Facebook. Dort postet ein Team aus sehr engagierten Menschen, antifaschistische Beiträge. Als große Seite in einem Sozialen Netzwerk, möchte man wachsen und Follower generieren. Dazu hat Facebook die #Insights, in denen man einige Statistiken rund um Beiträge, Follower-Wachstum, Interaktionen und so sehen kann.
Das große #Fediverse möchte die #Alternative zu den gängigen, #Bigtech Plattformen wie Facebook, #Twitter, #Instagram, #Youtube, #Tiktok und Weiteren sein, bzw. werden und auf lange Sicht, diese natürlich auch ablösen.
Das geht aber nicht, wenn genau die Funktionen fehlen, die für Wachstum, das Bedienen der Follower und das Generieren neuer Follower notwendig sind: Insights und Statistiken.
Und so habe ich FediSuite ins Leben gerufen: fedisuite.com
Zunächst waren es nur #Mastodon und #Friendica, die von FediSuite unterstützt wurden. Auf diesen beiden Fediverse Plattformen hat alles aufgebaut. FediSuite war zu dem Zeitpunkt noch nicht öffentlich. Ich integrierte eine API nach der anderen und damit auch eine weitere Fediverse Plattform nach der Anderen. Bis FediSuite dann irgendwann vor ein paar wenigen Wochen mit 8 unterstützten Plattformen öffentlich gegangen ist.
Inzwischen, Stand heute 14.05.2026, unterstützt #FediSuite 18 Fediverse Plattformen. Von Micro- und Macroblogging, über Bilder- und Video-Plattformen, bis hin zur Kurzvideoplattform Loops.
FediSuite ist inzwischen erwachsen geworden und hat sich zu einer echten, ausgewachsenen HootSuite Alternative für das Fediverse entwickelt.
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Das alles hat sich innerhalb von nur drei Monaten entwickelt.
Ich bin sehr stolz und sehr froh, dass meine Applikation so gut aufgenommen wurde und so vielen Menschen hilft.
Und ich hoffe sehr, dass sie dabei hilft, das Fediverse noch weiter wachsen zu lassen und den großen Bigtech Plattformen endlich den Rang ablaufen zu lassen!
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Ich hatte eine Idee... und ich hätte nicht gedacht, dass sie so einschlägt!
Ich bin Teil einer großen, antifaschistischen Seite auf Facebook. Jupp, #Facebook. Dort postet ein Team aus sehr engagierten Menschen, antifaschistische Beiträge. Als große Seite in einem Sozialen Netzwerk, möchte man wachsen und Follower generieren. Dazu hat Facebook die #Insights, in denen man einige Statistiken rund um Beiträge, Follower-Wachstum, Interaktionen und so sehen kann.
Das große #Fediverse möchte die #Alternative zu den gängigen, #Bigtech Plattformen wie Facebook, #Twitter, #Instagram, #Youtube, #Tiktok und Weiteren sein, bzw. werden und auf lange Sicht, diese natürlich auch ablösen.
Das geht aber nicht, wenn genau die Funktionen fehlen, die für Wachstum, das Bedienen der Follower und das Generieren neuer Follower notwendig sind: Insights und Statistiken.
Und so habe ich FediSuite ins Leben gerufen: fedisuite.com
Zunächst waren es nur #Mastodon und #Friendica, die von FediSuite unterstützt wurden. Auf diesen beiden Fediverse Plattformen hat alles aufgebaut. FediSuite war zu dem Zeitpunkt noch nicht öffentlich. Ich integrierte eine API nach der anderen und damit auch eine weitere Fediverse Plattform nach der Anderen. Bis FediSuite dann irgendwann vor ein paar wenigen Wochen mit 8 unterstützten Plattformen öffentlich gegangen ist.
Inzwischen, Stand heute 14.05.2026, unterstützt #FediSuite 18 Fediverse Plattformen. Von Micro- und Macroblogging, über Bilder- und Video-Plattformen, bis hin zur Kurzvideoplattform Loops.
FediSuite ist inzwischen erwachsen geworden und hat sich zu einer echten, ausgewachsenen HootSuite Alternative für das Fediverse entwickelt.
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Ich bin sehr stolz und sehr froh, dass meine Applikation so gut aufgenommen wurde und so vielen Menschen hilft.
Und ich hoffe sehr, dass sie dabei hilft, das Fediverse noch weiter wachsen zu lassen und den großen Bigtech Plattformen endlich den Rang ablaufen zu lassen!
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Ich hatte eine Idee... und ich hätte nicht gedacht, dass sie so einschlägt!
Ich bin Teil einer großen, antifaschistischen Seite auf Facebook. Jupp, #Facebook. Dort postet ein Team aus sehr engagierten Menschen, antifaschistische Beiträge. Als große Seite in einem Sozialen Netzwerk, möchte man wachsen und Follower generieren. Dazu hat Facebook die #Insights, in denen man einige Statistiken rund um Beiträge, Follower-Wachstum, Interaktionen und so sehen kann.
Das große #Fediverse möchte die #Alternative zu den gängigen, #Bigtech Plattformen wie Facebook, #Twitter, #Instagram, #Youtube, #Tiktok und Weiteren sein, bzw. werden und auf lange Sicht, diese natürlich auch ablösen.
Das geht aber nicht, wenn genau die Funktionen fehlen, die für Wachstum, das Bedienen der Follower und das Generieren neuer Follower notwendig sind: Insights und Statistiken.
Und so habe ich FediSuite ins Leben gerufen: https://www.fedisuite.com
Zunächst waren es nur #Mastodon und #Friendica, die von FediSuite unterstützt wurden. Auf diesen beiden Fediverse Plattformen hat alles aufgebaut. FediSuite war zu dem Zeitpunkt noch nicht öffentlich. Ich integrierte eine API nach der anderen und damit auch eine weitere Fediverse Plattform nach der Anderen. Bis FediSuite dann irgendwann vor ein paar wenigen Wochen mit 8 unterstützten Plattformen öffentlich gegangen ist.
Inzwischen, Stand heute 14.05.2026, unterstützt #FediSuite 18 Fediverse Plattformen. Von Micro- und Macroblogging, über Bilder- und Video-Plattformen, bis hin zur Kurzvideoplattform Loops.
FediSuite ist inzwischen erwachsen geworden und hat sich zu einer echten, ausgewachsenen HootSuite Alternative für das Fediverse entwickelt.
- Beliebig viele Fediverse Accounts verbinden
- Ausführliche Statistiken rund um die eigenen Beiträge
- Ausführliche Statistiken rund um Follower, Boosts, Links, Antworten
- Ausführliche Statistiken über die benutzten Hashtags
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Das alles hat sich innerhalb von nur drei Monaten entwickelt.
Ich bin sehr stolz und sehr froh, dass meine Applikation so gut aufgenommen wurde und so vielen Menschen hilft.
Und ich hoffe sehr, dass sie dabei hilft, das Fediverse noch weiter wachsen zu lassen und den großen Bigtech Plattformen endlich den Rang ablaufen zu lassen!
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There is a new #friendica app github.com/LiveFastEatTrashRac… - looks super good and I've heard they are promoting our instance too since it is quite lively and reliable.
I only tested the app a bit since I do not use mu phone much, but hey @roko maybe you should give it a try! :) Maybe we finally have a great Friendica app :)
Kudos to the people who are making these things. You are awesome people!
#friendica #fedi #fediverse #mastodon #trade-free #foss #opensource
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Es ist irgendwie fatal:
Ich habe so viel interessantes zu berichten... komme jedoch vor lauter interessanter Dinge nicht dazu Beiträge zu verfassen 🤯Ich werde mir ein Zeitfenster einrichten müssen 🙃
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@Harald Klinke Noch zwei, die nicht fehlen dürfen:
Friendica
Friendica wurde schon 2010, und zwar noch vor diaspora*, als freie, quelloffene, dezentrale Alternative zu Facebook gestartet. Erfunden wurde es von einem Exilamerikaner im US-Outback, aber seit 2011 wird es von zwei Deutschen gepflegt und weiterentwickelt.
Friendica ist heute die älteste noch existierende Serveranwendung im Fediverse.
Hubzilla
Hubzilla, der ultimative Alleskönner des Fediverse, kommt ursprünglich von Friendicas Erfinder. Es entstand auch schon 2015 aus einer Weiterentwicklung eines Friendica-Fork und ist inzwischen in den Händen eines Österreichers und eines Norwegers. Sogar der Quellcode lagert in Frankreich auf Framagit.
Beide sind schon älter als Mastodon, und Mastodon hat sich tatsächlich bei seinem eigenen Start sofort mit beiden verbinden können.
#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #NichtNurMastodon #Friendica #Hubzilla -
@Harald Klinke Noch zwei, die nicht fehlen dürfen:
Friendica
Friendica wurde schon 2010, und zwar noch vor diaspora*, als freie, quelloffene, dezentrale Alternative zu Facebook gestartet. Erfunden wurde es von einem Exilamerikaner im US-Outback, aber seit 2011 wird es von zwei Deutschen gepflegt und weiterentwickelt.
Friendica ist heute die älteste noch existierende Serveranwendung im Fediverse.
Hubzilla
Hubzilla, der ultimative Alleskönner des Fediverse, kommt ursprünglich von Friendicas Erfinder. Es entstand auch schon 2015 aus einer Weiterentwicklung eines Friendica-Fork und ist inzwischen in den Händen eines Österreichers und eines Norwegers. Sogar der Quellcode lagert in Frankreich auf Framagit.
Beide sind schon älter als Mastodon, und Mastodon hat sich tatsächlich bei seinem eigenen Start sofort mit beiden verbinden können.
#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #NichtNurMastodon #Friendica #Hubzilla -
@Harald Klinke Noch zwei, die nicht fehlen dürfen:
Friendica
Friendica wurde schon 2010, und zwar noch vor diaspora*, als freie, quelloffene, dezentrale Alternative zu Facebook gestartet. Erfunden wurde es von einem Exilamerikaner im US-Outback, aber seit 2011 wird es von zwei Deutschen gepflegt und weiterentwickelt.
Friendica ist heute die älteste noch existierende Serveranwendung im Fediverse.
Hubzilla
Hubzilla, der ultimative Alleskönner des Fediverse, kommt ursprünglich von Friendicas Erfinder. Es entstand auch schon 2015 aus einer Weiterentwicklung eines Friendica-Fork und ist inzwischen in den Händen eines Österreichers und eines Norwegers. Sogar der Quellcode lagert in Frankreich auf Framagit.
Beide sind schon älter als Mastodon, und Mastodon hat sich tatsächlich bei seinem eigenen Start sofort mit beiden verbinden können.
#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #NichtNurMastodon #Friendica #Hubzilla -
@Harald Klinke Noch zwei, die nicht fehlen dürfen:
Friendica
Friendica wurde schon 2010, und zwar noch vor diaspora*, als freie, quelloffene, dezentrale Alternative zu Facebook gestartet. Erfunden wurde es von einem Exilamerikaner im US-Outback, aber seit 2011 wird es von zwei Deutschen gepflegt und weiterentwickelt.
Friendica ist heute die älteste noch existierende Serveranwendung im Fediverse.
Hubzilla
Hubzilla, der ultimative Alleskönner des Fediverse, kommt ursprünglich von Friendicas Erfinder. Es entstand auch schon 2015 aus einer Weiterentwicklung eines Friendica-Fork und ist inzwischen in den Händen eines Österreichers und eines Norwegers. Sogar der Quellcode lagert in Frankreich auf Framagit.
Beide sind schon älter als Mastodon, und Mastodon hat sich tatsächlich bei seinem eigenen Start sofort mit beiden verbinden können.
#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #NichtNurMastodon #Friendica #Hubzilla -
@Harald Klinke Noch zwei, die nicht fehlen dürfen:
Friendica
Friendica wurde schon 2010, und zwar noch vor diaspora*, als freie, quelloffene, dezentrale Alternative zu Facebook gestartet. Erfunden wurde es von einem Exilamerikaner im US-Outback, aber seit 2011 wird es von zwei Deutschen gepflegt und weiterentwickelt.
Friendica ist heute die älteste noch existierende Serveranwendung im Fediverse.
Hubzilla
Hubzilla, der ultimative Alleskönner des Fediverse, kommt ursprünglich von Friendicas Erfinder. Es entstand auch schon 2015 aus einer Weiterentwicklung eines Friendica-Fork und ist inzwischen in den Händen eines Österreichers und eines Norwegers. Sogar der Quellcode lagert in Frankreich auf Framagit.
Beide sind schon älter als Mastodon, und Mastodon hat sich tatsächlich bei seinem eigenen Start sofort mit beiden verbinden können.
#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #NichtNurMastodon #Friendica #Hubzilla -
@Sascha
+ Mastodon ist (nur) ein Teil des Fediverse
+ Friendica nutzen viele, wie auch meine @reparierecke
+ Alt-Texte sind wichtige Hilfen für blinde Menschen und auch, wenn Bilder nicht angezeigt werden können.
+ das Fediverse hat eine treffsicherere Reichweite als alle anderen sozialen Netzwerke, da hier kein Algorithmus Reichweite vorgaukelt. Wobei es aber nicht hauptsächlich die Reichweite ist, die hier wichtig ist.#neuhier #Fediverse #Mastodon #friendica #reichweite #alttext #alttag
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@Sascha
+ Mastodon ist (nur) ein Teil des Fediverse
+ Friendica nutzen viele, wie auch meine @reparierecke
+ Alt-Texte sind wichtige Hilfen für blinde Menschen und auch, wenn Bilder nicht angezeigt werden können.
+ das Fediverse hat eine treffsicherere Reichweite als alle anderen sozialen Netzwerke, da hier kein Algorithmus Reichweite vorgaukelt. Wobei es aber nicht hauptsächlich die Reichweite ist, die hier wichtig ist.#neuhier #Fediverse #Mastodon #friendica #reichweite #alttext #alttag
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@Sascha
+ Mastodon ist (nur) ein Teil des Fediverse
+ Friendica nutzen viele, wie auch meine @reparierecke
+ Alt-Texte sind wichtige Hilfen für blinde Menschen und auch, wenn Bilder nicht angezeigt werden können.
+ das Fediverse hat eine treffsicherere Reichweite als alle anderen sozialen Netzwerke, da hier kein Algorithmus Reichweite vorgaukelt. Wobei es aber nicht hauptsächlich die Reichweite ist, die hier wichtig ist.#neuhier #Fediverse #Mastodon #friendica #reichweite #alttext #alttag
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@Sascha
+ Mastodon ist (nur) ein Teil des Fediverse
+ Friendica nutzen viele, wie auch meine @reparierecke
+ Alt-Texte sind wichtige Hilfen für blinde Menschen und auch, wenn Bilder nicht angezeigt werden können.
+ das Fediverse hat eine treffsicherere Reichweite als alle anderen sozialen Netzwerke, da hier kein Algorithmus Reichweite vorgaukelt. Wobei es aber nicht hauptsächlich die Reichweite ist, die hier wichtig ist.#neuhier #Fediverse #Mastodon #friendica #reichweite #alttext #alttag
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@Sascha
+ Mastodon ist (nur) ein Teil des Fediverse
+ Friendica nutzen viele, wie auch meine @reparierecke
+ Alt-Texte sind wichtige Hilfen für blinde Menschen und auch, wenn Bilder nicht angezeigt werden können.
+ das Fediverse hat eine treffsicherere Reichweite als alle anderen sozialen Netzwerke, da hier kein Algorithmus Reichweite vorgaukelt. Wobei es aber nicht hauptsächlich die Reichweite ist, die hier wichtig ist.#neuhier #Fediverse #Mastodon #friendica #reichweite #alttext #alttag
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@KristianZum einen: Warum hat Mastodon als deutlich jüngeres Projekt deutlich mehr Nutzer für sich gewinnen können als die Projekte, die schon länger am Start sind? Was ist denen gelungen, was alle anderen nicht geschafft haben?
Halb Zufall, halb Publicity.
2016. Mastodon ist raus. Anscheinend redet Gargron online viel darüber. Jedenfalls mehr als die hinter Pleroma, Friendica und Hubzilla. Und das ebenfalls zentralistische und nicht mehr mit dem Fediverse verbundene Identi.ca ist eh nicht in den Händen von jemandem, der Deutsch kann, und auch Evan Prodromou redet nicht groß drüber, jedenfalls nicht mit Leuten, die ihm über Mainstream-Medien Publicity verschaffen könnten.
Ein deutsches Mainstream-Medium wird drauf aufmerksam und interviewt ihn und macht eine Story über ihn und Mastodon. Viele Leute lesen darüber, daß es an Microblogging nicht nur Twitter gibt. Twitter ist damals schon nicht unumstritten, aber allgemein wird bisher angenommen, daß es keinen Alternative dazu gibt. Identi.ca kennt keiner, GNU social kennt keiner, Pleroma kennt keiner, Friendica kennt keiner, Hubzilla kennt keiner. Aber von Mastodon lesen sie jetzt. Schon kommen neue Nutzer, die weiter microbloggen wollen, aber von Twitter wegwollen, nach Mastodon.
2017. Auf Twitter werden Furries, Manga-/Anime-Fans und queere Personen von rechten Störenfrieden angegriffen. Irgendjemand entweder unter ihnen oder unter den Leuten, die sie kennen, kennt Mastodon und sagt, da können sie doch hingehen. Es findet ein großer Exodus dieser Personengruppen von Twitter nach Mastodon statt. Mastodon wächst weiter. Wieder kennt niemand Identi.ca, GNU social, Pleroma, Friendica oder Hubzilla. Daher gehen ausnahmslos alle nach Mastodon, und nur Mastodon profitiert davon.
In den nächsten Jahren gibt es weitere solche Vorfälle auf Twitter. Wieder ist Mastodon die einzige bekannte Alternative (Grund: siehe 2016 und 2017). Wieder geht der Exodus nur nach Mastodon.
Ein Schneeball kommt ins Rollen: Mastodon wird größer, mehr Leute sind da, mehr Leute kennen es, mehr Leute empfehlen Mastodon, Mastodon wird größer und so weiter.
Mehr und mehr andere Serveranwendungen kommen ins Fediverse und verbinden sich mit Mastodon. Mastodon selbst ist aber so riesengroß, daß es innerhalb Mastodon geschätzte 99% allen Inhalts stellt. Inhalte von woanders sind auf Mastodon superselten.
Dazu kommt: Mastodon zeigt nicht an, woher Beiträge kommen. Mastodon zeigt bei Beiträgen von Misskey nicht an, daß die von Misskey kommen. Daher erfahren Mastodon-Nutzer auch nicht, daß die von Misskey kommen. Sie erfahren somit nicht, daß es Misskey gibt. Sie glauben, das sind Mastodon-Tröts.
Dazu kommt dann auch noch: Mastodon ist noch auf Version 3.x. Mastodon kann noch keine wie auch immer geartete Textformatierung darstellen. Das wird alles, aber auch wirklich alles von Mastodons HTML-"Sanitiser" rausgelöscht. Mastodon zeigt nur Klartext an. Das einzige, was Nicht-Mastodon-Beiträge von Mastodon-Tröts unterscheidet, ist, daß sie über 500 Zeichen lang sein können, daß Erwähnungen anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet), und daß Hashtags anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet).
Februar 2022. Elon Musk, längst ein durch und durch xenophober Faschist, kündigt an, Twitter aufzukaufen. Viele wollen weg, wissen aber nicht wohin. Millionen von ihnen werden eingeladen nach Mastodon. Ohne irgendeine Erwähnung von irgendeiner anderen Alternative. Weil die, die sie einladen, selbst auch nur Twitter und Mastodon kennen und nie von irgendeiner anderen Alternative gehört haben.
Februar/März 2022. Millionen von Twitter-Nutzern flüchten von Twitter nach Mastodon. Alle mit dem Wissensstand "es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon". Das so schon nicht kleine Mastodon wächst auf ein Vielfaches seiner Größe. Sowohl die Anzahl als auch der relative Anteil derjenigen, die glauben, das Fediverse sei nur Mastodon, und es gäbe nur Twitter und Mastodon, steigt.
Die wenigen Pleroma-Nutzer scheinen die Situation zu verpennen.
Misskey wächst auch, aber nur in Ostasien und speziell in Japan, wo es den Stellenwert hat, den Mastodon in der westlichen Welt hat. Aufgrund von Zeitzonen- und Sprachbarrieren (und weil die meisten westlichen Fediverse-Server den Misskey-Leuchtturmserver misskey.io gesperrt haben) kommen aus Japan kaum bis keine Informationen über die Existenz von Misskey an westliche Mastodon-Nutzer. Nennenswerte Forkeys gibt es zu diesem Zeitpunkt in der westlichen Welt auch noch nicht.
Auf Friendica, Hubzilla und (streams) tut man auch nichts, weil das ein Twitter-Thema ist und man eher Richtung Facebook orientiert ist. Ein paar Friendica-Nutzer wären bereit gewesen, Leute von Facebook nach Friendica zu holen. Auf Hubzilla sorgte man sich eher darüber, wie tageslichttauglich Hubzilla gerade war, und die Community steckte allgemein in einer Lethargie. (streams) hatte zu diesem Zeitpunkt kaum Nutzer. Und überall schien man anzuzweifeln, daß man in der Lage ist, einen Riesenexodus von mehreren Millionen auf den existierenden Servern aufnehmen zu können.
Oktober 2022. Elon Musk kauft Twitter auf. Noch sehr viel mehr Leute wollen da weg, wissen aber nicht wohin. Sie werden nun nach Mastodon eingeladen von denen, die im Februar/März von Twitter nach Mastodon geflohen sind. Ihr Wissensstand ist immer noch derselbe: "Es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon".
Pleroma? Misskey? Forkeys? Friendica? Hubzilla? (streams)? Siehe oben.
So, warum sind Friendica und Hubzilla nicht größer, obwohl sie älter sind?
Zunächst einmal: Mike Macgirvin hat bis 2023 angenommen, wenn er etwas baut, dann kommen die Leute schon von ganz alleine. Er ist kein Mensch der Öffentlichkeit. Er lebt mit seiner Frau, zwei Australian Shepherds und ein paar Hühnern auf einer Farm im australischen Outback, also in einer ziemlichen Einöde, wo man schon seine eigenen Nachbarn nicht sieht.
Mikes Hoffnung scheint auf dem Leidensdruck der Leute und ihrer Bereitschaft zum selbständigen Googlen zu beruhen. Mike glaubt, wenn die Leute mit Facebook nur unzufrieden genug sind, dann googlen sie von ganz alleine nach Alternativen, und dann werden sie seine Kreationen finden und als am besten erachten. Was er nicht auf dem Zettel hat: Niemand googlet nach dezentralen Facebook-Alternativen, wenn man nicht einmal eine vage Vorahnung hat, daß es sowas geben könnte. Oder daß es überhaupt Alternativen zu Facebook geben könnte. Social Networking = Facebook zur damaligen Zeit.
Jedenfalls:
März 2010. Facebook wird langsam so schlimm, daß Mike sich selbst daransetzt, eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare und obendrein sehr mächtige Alternative zu entwickeln.
Mai 2010. Zum einen: Mike rollt die erste Vorabversion von Mistpark aus.
Zum anderen: Vier junge Apple-Fanbois in den USA finden Facebook auch schlimm. Auch sie wollen eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare Alternative zu Facebook entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch zu früh, um Mistpark auf Google zu finden. Abgesehen davon rechnen auch die vier nicht damit, daß jemand so etwas schon mal gemacht haben könnte. Sonst hätten sie ja davon gehört, oder?
Jedenfalls: Die vier beschließen, ihren "Facebook-Killer" namens diaspora* über den Sommer 2010 zu entwickeln. Dafür brauchen sie aber Geld. $3.000 pro Nase, also $12.000 insgesamt. Sie starten eine Crowdfunding-Kampagne. Die geht komplett viral. Die Mainstream-Massenmedien picken auf, daß da vier Jungs etwas entwickeln wollen, was das immer schlimmer werdende Facebook ersetzen soll, und zwar, ohne die Nutzer auszuspionieren.
Binnen kürzester Zeit nehmen sie über $200.000 ein.
An dieser Stelle hätte Mike sich an die Massenmedien wenden können: Das, was die vier da vorhaben, das hat er schon fast fertig entwickelt. Ohne Crowdfunding. Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.
Juli 2010. Mike rollt den ersten stabilen Release von Mistpark aus. Die mächtigste föderierte Serversoftware, bis Mike es selbst entthronen wird. Wieder ohne jegliche Werbung, PR, Publicitiy oder was auch immer. Jetzt hätte Mike erst recht an die Tech- und Massenmedien gehen können und sagen können: "Hier, ich habe ganz alleine und für lau einen Facebook-Killer entwickelt, der sogar noch viel besser und mächtiger ist als Facebook!" Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.
Herbst 2010. Die erste superfrühe Alpha-Version von diaspora* wird ausgerollt. Im Grunde ist es eine ziemliche Enttäuschung. Es ist buggy, es läuft nur auf Mac-Servern, und es kann auch nicht sehr viel. Trotzdem wird es zumindest von genügend Hipstern angenommen, daß Google davon erfährt und diaspora* nach Strich und Faden für sein eigenes Google+ abkupfert und sogar das Aussehen von diaspora* zu Googles neuer Corporate Identity macht.
Auch etliche Tech-Geeks gehen nach diaspora*. Warum nicht nach Mistpark? Weil sie von Mistpark nichts wissen. Und weil sie angesichts der Sowieso-Verfügbarkeit von diaspora* kein Stück auf die Idee kommen zu googlen, ob's nicht noch was Besseres gibt.
Sogar auf diaspora* erfährt man erst allmählich von Mistpark, das inzwischen Friendika heißt, als es dessen Entwicklern gelungen ist, sich ohne jegliche API oder so mit diaspora* zu verbinden. Friendika wird auf diaspora* dadurch bekannt, daß a) es selbst dort vertreten ist und b) seine Nutzer zu diaspora*-Nutzern darüber reden. Ein paar ziehen tatsächlich um, weil ihnen diaspora* zu unterausgestattet ist. Das heißt, einige merken auch diese Unterausstattung erst, als sie Friendika ausprobieren.
Das geht so weiter. Auch als Tobias und Michael übernehmen, machen sie für Friendica kaum Werbung. Das heißt, es gibt einen Vortrag auf einem CCC. Aber der Vortrag ist nicht auf potentielle Nutzer ausgelegt, sondern auf Entwickler und Serveradmins.
Als Friendica sich mit Facebook verbindet, hofft man darauf, daß Friendica auf Facebook durch seine bloße Präsenz für sich werben kann. Klappt nicht.
April 2015. diaspora* ist weitestgehend wieder vergessen. Von Friendica weiß weiterhin keine Sau.
Nun wird das gerade erst aus der Red Matrix umgebaute Hubzilla erstmals vorgestellt. Es ist mächtiger als alles, was es bisher an dezentraler, föderierter Software gab. Aber weder Mike noch Mario noch Harald macht irgendwelche Werbung dafür. Wieder hofft man auf Suchmaschinen.
Die Communities von beiden machen auch nichts. Ihnen gehört das ja nicht, also ist Werbung nicht ihr Bier. Außerdem haben gerade die Friendica-Nutzer immer noch PTSD davon, daß Friendica-Nodes sogar auf dedizierten Servern oft nur ein paar hundert Leute aufnehmen können. Man könnte Leute allenfalls kleckerweise von Facebook holen, aber keine riesige Umsteigerlawine verkraften. Und auf Hubzilla redet man sich ein, daß Hubzilla ja eigentlich kein soziales Netzwerk ist, sondern ein "soziales CMS", aber trotzdem jetzt nicht so unbedingt direkt eine Facebook-Alternative, daß man jetzt unbedingt Leute von Facebook einladen müßte.
Das zieht sich bis heute so hin. Die erste zaghafte Werbung gibt es erst 2023. Und auch die gibt's nur im längst von Mastodon dominierten Fediverse. Und auch die hält sich zum einen nicht an Mastodons Regeln (zu lange Posts führen zu Mutes und Blocks, fehlende Hashtags führen zu Unauffindbarkeit, aber wer kann schon damit rechnen, daß man Hashtags braucht, wenn man doch selbst an Gruppen gewöhnt ist). Zum anderen spricht man nicht die Sprache der Mastodon-Nutzer, erklärt ihnen also nicht, daß Friendica/Hubzilla/(streams) im Fediverse und damit auch mit Mastodon verbunden ist. Selbst wenn man das täte, würde man mehr Mastodon-Nutzer verstören als anziehen.Und zum anderen: Was würde denn all die benannten Beteiligten davon abhalten, das zu tun genau jetzt? Warum passiert genau das noch nicht? Wäre doch, wenn alle das wollen, leicht möglich, oder? Abschauen, was Mastodon richtig gemacht hat nach außen, und das genau so gut oder besser machen? Welche Entschuldigung gibt es dann im Moment, das nicht zu tun?
Die "Entschuldigung" wäre, daß viele andere Fediverse-Anwendungen dann aufhören könnten.
Ich rede nicht von denen, die von vornherein ganz anders aufgestellt sind als Mastodon (PeerTube, Funkwhale, Owncast, Mobilizon, Flohmarkt, Ibex etc.).
Ich rede von denen, die im Prinzip auch das tun könnten, was Mastodon. Deren Alleinstellungsmerkmal aber ist, daß sie eben gerade anders sind als Mastodon und Dinge anders machen als Mastodon (Pleroma, Akkoma, Misskey, Sharkey, CherryPick, Iceshrimp-JS, Iceshrimp.NET, GoToSocial, Mitra, snac2, Socialhome, Friendica, Hubzilla, (streams), Forte etc.).
Wenn die alle total an Mastodon angepaßt werden, wenn die alle ganz genau wie Mastodon werden, wofür braucht es die dann noch? Warum sollte sie jemand benutzen? Was außer dem Namen unterscheidet sie dann noch von Mastodon?
Und vor allem: Glaubst du wirklich, die Entwickler werden ihre Babys zusammenschnippeln auf Mastodon-Format, nur um Frieden mit Mastodon zu haben? Und glaubst du auch, die Serveradmins werden auf diese zusammengeschnippelten neuen Versionen updaten?
Okay, nehmen wir mal Hubzilla als Beispiel, das ultimative Anti-Mastodon.
Nehmen wir mal an, morgen früh (um das Ganze möglichst schnell zu machen; du willst ja, daß das jetzt sofort augenblicklich passiert) rollen @Mario Vavti und @Harald Eilertsen Hubzilla 12.0 aus. Änderungen:- Die Mastodon Client API wird eingeführt. Der gesamte Funktionsumfang wird reduziert auf das, was die Mastodon Client API abdeckt. Hubzillas eigene Client API wird abgeschafft.
- ActivityPub ist jetzt das Basisprotokoll.
- Unterstützung für alle anderen Protokolle, inklusive Zot6 und diaspora*, aber auch der RSS- und Atom-Aggregator, fliegen raus.
- Es gibt keine mehreren Identitäten pro Konto mehr, weil Mastodon die nicht versteht. Jeder Kanal wird zu einem eigenständigen Konto mit denselben Credentials wie das Konto, zu dem er vorher gehörte.
- Das heißt, Forenkanäle werden gänzlich gelöscht, weil Mastodon keine Gruppen unterstützt.
- Es gibt keine nomadische Identität mehr, weil Mastodon das nicht hat und damit nicht umgehen kann. Klone werden zu eigenständigen Konten. Umziehen geht höchstens noch per Export und Import. Und auch die Formate sind an Mastodon angepaßt.
- Alle Profile außer dem öffentlichen werden gelöscht. Damit könnte Mastodon sowieso nicht umgehen.
- Beim öffentlichen Profil werden alle Profilfelder außer dem Profiltext gelöscht. Vier neue Mehrzweck-Profilfelder werden angelegt. Das ist das, was Mastodon versteht.
- Das Konzept bidirektionaler Kontakte wird ersetzt durch einseitiges Folgen und auch einseitiges Gefolgtwerden wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht.
- Privacy-Gruppen werden umgewandelt in Listen, die nur noch haargenau die Features und die Handhabung von Mastodon-Listen haben.
- Es gibt keine verschiedenen Kanalrollen mehr, nur noch eine Art von Konto. Wie auf Mastodon. Wie gesagt, Forenkanäle werden nicht in Konten umgewandelt, sondern gänzlich gelöscht.
- Das komplette Berechtigungssystem wird ersatzlos gelöscht. Alle existierenden Berechtigungen (außer bei DMs) werden auf öffentlich gesetzt.
- Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Blacklist wird umgewandelt in jeweils eine Filtereinstellung pro Zeile. Reine Schlüsselwörter werden normale Filter. Schlüsselwörter mit RegEx, die nur dazu dienen, daß die Wörter nur als Ganzes erkannt werden, werden umgewandelt in entsprechende Filter. Alle anderen Filterzeilen werden ersatzlos gelöscht.
- Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Whitelist wird ersatzlos gelöscht, ebenso die individuellen Filter pro Kontakt.
- Überhaupt, alle Pro-Kontakt-Einstellungen werden gelöscht, weil Mastodon sowas nicht unterstützt und auch nicht damit rechnet.
- Die NSFW-Filterliste könnte auch entsprechend in Filterzeilen konvertiert werden, die Posts nicht löschen, sondern verstecken. Weil dieses Feature auf Mastodon aber nie Teil der Mastodon-Kultur geworden ist, die noch auf Mastodon 3.x basiert, wird die NSFW-Filterliste gänzlich und ersatzlos gelöscht.
- Die maximale Postlänge wird von 16.777.215 Zeichen auf 500 Zeichen reduziert. Längere Beiträge werden automatisch in Threads zerstückelt.
- Titel werden abgeschafft; existierende Titel werden gelöscht. Damit kann Mastodon eh nichts anfangen.
- Das Zusammenfassungsfeld wird in CW-Feld umbenannt, damit es aus Mastodon-Sicht nicht mehr falsch benutzt wird.
- Jegliche Form von Textformatierung und -gestaltung wird ersatzlos abgeschafft. Schon existierende Formatierungen werden entfernt.
- Eingebettete Bilder und mehr als vier Bilder pro Beitrag werden auch abgeschafft. Von den Bildern in Beiträgen werden die ersten vier in Dateianhänge umgewandelt und die übrigen gelöscht. Alt-Texte wandern in separate Text- und Datenbankfelder mit einem harten Limit von 1.500 Zeichen.
- Zitate werden abgeschafft. Auch die könnte Mastodon darstellen, aber nicht erzeugen, also gehören sie nicht nach Mastodon.
- Das Teilen von Beiträgen wird in "Zitieren" umbenannt und umgestellt auf dieselbe Art und Weise, die auch Mastodon anwendet. Oder gleich komplett abgeschafft, weil es Mastodon-Nutzer stören könnte.
- Das Wiederholen von Beiträgen wird in "Boosten" umbenannt. Oder gleich in "Retröten", weil das mehr Mastodon-Nutzer verstehen.
- Umfragen können nur noch vier Optionen haben, deren Namen auf 50 Zeichen beschränkt sind, und das Wählen mehrerer Optionen geht nicht mehr.
- Jegliche Unterstützung geschlossener Konversationen wird abgeschafft zugunsten eines losen Threadmodells wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht. Die Unterstützung für FEP-171b "Conversation Containers" wird komplett und ersatzlos gestrichen. Das ganze FEP wird gelöscht.
- Posts heißen jetzt Tröts.
- Kommentare heißen jetzt auch Tröts.
- Der Zähler für ungelesene Beiträge wird abgeschafft.
- Die HQ-Seite wird abgeschafft. Die Kanalseite wird abgeschafft. Es gibt nur noch den Network-Stream. Der wird darauf hartgecodet, nur noch Einzelbeiträge zu zeigen und keine ganzen Konversationen mehr. Das soll verhindern, daß Hubzilla-Nutzer immer noch Hubzilla irgendwie anders nutzen, als Mastodon-Nutzer Mastodon nutzen.
- Der Filespace wird abgeschafft. WebDAV sowieso. Dateien werden so gehandhabt wie auf Mastodon.
- Der Eventkalender wird abgeschafft, weil Mastodon eh keine Events kann.
- Der CalDAV-Kalenderserver wird abgeschafft.
- Der CardDAV-Adreßbuchserver wird abgeschafft.
- Artikel werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
- Planungskarten werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
- Wikis werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
- Webpages werden abgeschafft. Hubzilla wird eine neue offizielle Website brauchen.
- Kanalquellen werden abgeschafft. Auf Mastodon kann man ja auch nicht mit Bordmitteln Bots bauen, außerdem sind Bots böse.
- Der PDL-Editor wird abgeschafft. Die Unterstützung von Themes wird abgeschafft. Hubzillas Oberfläche wird hartgecodet. Entweder sieht es jetzt wie Mastodon oder wie Twitter aus. Egal, ob es eigentlich aus einer Facebook-Alternative hervorgegangen ist. Aber die primäre Facebook-Alternative im Fediverse ist jetzt auch Mastodon.
- Alle anderen optionalen Apps werden auch abgeschafft. Hubzilla ist nicht mehr modular.
So, jetzt frage ich dich: Glaubst du, Mario und Harald machen das wirklich?
Glaubst du wirklich, sie kastrieren Hubzilla tatsächlich freiwillig um locker 90% seiner Features, nur um sich Mastodon anzubiedern? Die beiden, die sich bis jetzt von Gargron überhaupt gar nichts haben sagen lassen?
Und glaubst du allen Ernstes, Hub-Admins wie @Der Pepe (Hubzilla) ⁂, @Mark Nowiasz oder @Steffen gehen wirklich dabei und stellen ihre Hubs auf das so zusammengestrichene Hubzilla 12.0 um, das sich außer im Namen praktisch nicht mehr von Mastodon unterscheidet? Für einen Diktatfrieden mit dem eigentlich konzeptionell völlig anderen und bis dahin featuremäßig hoffnungslos unterlegenen Mastodon?
Und warum glaubst du, daß genau diese Personen genau das auch tatsächlich tun werden? Auch ich hätte dafür gerne eine ehrliche Antwort.
Wohlgemerkt, @Steffen 🦉🇪🇺 hat erst vor kurzem einen Mastodon-Server abgeschaltet und setzt jetzt nur noch auf Friendica und Hubzilla. Und du glaubst allen Ernstes, er läßt zu, daß beide durch neue Versionen der Serversoftware zu Mastodon-Klonen reduziert werden?
#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #diaspora* #Mistpark #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) #Mastoverse #MastodonFediverse -
@KristianZum einen: Warum hat Mastodon als deutlich jüngeres Projekt deutlich mehr Nutzer für sich gewinnen können als die Projekte, die schon länger am Start sind? Was ist denen gelungen, was alle anderen nicht geschafft haben?
Halb Zufall, halb Publicity.
2016. Mastodon ist raus. Anscheinend redet Gargron online viel darüber. Jedenfalls mehr als die hinter Pleroma, Friendica und Hubzilla. Und das ebenfalls zentralistische und nicht mehr mit dem Fediverse verbundene Identi.ca ist eh nicht in den Händen von jemandem, der Deutsch kann, und auch Evan Prodromou redet nicht groß drüber, jedenfalls nicht mit Leuten, die ihm über Mainstream-Medien Publicity verschaffen könnten.
Ein deutsches Mainstream-Medium wird drauf aufmerksam und interviewt ihn und macht eine Story über ihn und Mastodon. Viele Leute lesen darüber, daß es an Microblogging nicht nur Twitter gibt. Twitter ist damals schon nicht unumstritten, aber allgemein wird bisher angenommen, daß es keinen Alternative dazu gibt. Identi.ca kennt keiner, GNU social kennt keiner, Pleroma kennt keiner, Friendica kennt keiner, Hubzilla kennt keiner. Aber von Mastodon lesen sie jetzt. Schon kommen neue Nutzer, die weiter microbloggen wollen, aber von Twitter wegwollen, nach Mastodon.
2017. Auf Twitter werden Furries, Manga-/Anime-Fans und queere Personen von rechten Störenfrieden angegriffen. Irgendjemand entweder unter ihnen oder unter den Leuten, die sie kennen, kennt Mastodon und sagt, da können sie doch hingehen. Es findet ein großer Exodus dieser Personengruppen von Twitter nach Mastodon statt. Mastodon wächst weiter. Wieder kennt niemand Identi.ca, GNU social, Pleroma, Friendica oder Hubzilla. Daher gehen ausnahmslos alle nach Mastodon, und nur Mastodon profitiert davon.
In den nächsten Jahren gibt es weitere solche Vorfälle auf Twitter. Wieder ist Mastodon die einzige bekannte Alternative (Grund: siehe 2016 und 2017). Wieder geht der Exodus nur nach Mastodon.
Ein Schneeball kommt ins Rollen: Mastodon wird größer, mehr Leute sind da, mehr Leute kennen es, mehr Leute empfehlen Mastodon, Mastodon wird größer und so weiter.
Mehr und mehr andere Serveranwendungen kommen ins Fediverse und verbinden sich mit Mastodon. Mastodon selbst ist aber so riesengroß, daß es innerhalb Mastodon geschätzte 99% allen Inhalts stellt. Inhalte von woanders sind auf Mastodon superselten.
Dazu kommt: Mastodon zeigt nicht an, woher Beiträge kommen. Mastodon zeigt bei Beiträgen von Misskey nicht an, daß die von Misskey kommen. Daher erfahren Mastodon-Nutzer auch nicht, daß die von Misskey kommen. Sie erfahren somit nicht, daß es Misskey gibt. Sie glauben, das sind Mastodon-Tröts.
Dazu kommt dann auch noch: Mastodon ist noch auf Version 3.x. Mastodon kann noch keine wie auch immer geartete Textformatierung darstellen. Das wird alles, aber auch wirklich alles von Mastodons HTML-"Sanitiser" rausgelöscht. Mastodon zeigt nur Klartext an. Das einzige, was Nicht-Mastodon-Beiträge von Mastodon-Tröts unterscheidet, ist, daß sie über 500 Zeichen lang sein können, daß Erwähnungen anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet), und daß Hashtags anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet).
Februar 2022. Elon Musk, längst ein durch und durch xenophober Faschist, kündigt an, Twitter aufzukaufen. Viele wollen weg, wissen aber nicht wohin. Millionen von ihnen werden eingeladen nach Mastodon. Ohne irgendeine Erwähnung von irgendeiner anderen Alternative. Weil die, die sie einladen, selbst auch nur Twitter und Mastodon kennen und nie von irgendeiner anderen Alternative gehört haben.
Februar/März 2022. Millionen von Twitter-Nutzern flüchten von Twitter nach Mastodon. Alle mit dem Wissensstand "es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon". Das so schon nicht kleine Mastodon wächst auf ein Vielfaches seiner Größe. Sowohl die Anzahl als auch der relative Anteil derjenigen, die glauben, das Fediverse sei nur Mastodon, und es gäbe nur Twitter und Mastodon, steigt.
Die wenigen Pleroma-Nutzer scheinen die Situation zu verpennen.
Misskey wächst auch, aber nur in Ostasien und speziell in Japan, wo es den Stellenwert hat, den Mastodon in der westlichen Welt hat. Aufgrund von Zeitzonen- und Sprachbarrieren (und weil die meisten westlichen Fediverse-Server den Misskey-Leuchtturmserver misskey.io gesperrt haben) kommen aus Japan kaum bis keine Informationen über die Existenz von Misskey an westliche Mastodon-Nutzer. Nennenswerte Forkeys gibt es zu diesem Zeitpunkt in der westlichen Welt auch noch nicht.
Auf Friendica, Hubzilla und (streams) tut man auch nichts, weil das ein Twitter-Thema ist und man eher Richtung Facebook orientiert ist. Ein paar Friendica-Nutzer wären bereit gewesen, Leute von Facebook nach Friendica zu holen. Auf Hubzilla sorgte man sich eher darüber, wie tageslichttauglich Hubzilla gerade war, und die Community steckte allgemein in einer Lethargie. (streams) hatte zu diesem Zeitpunkt kaum Nutzer. Und überall schien man anzuzweifeln, daß man in der Lage ist, einen Riesenexodus von mehreren Millionen auf den existierenden Servern aufnehmen zu können.
Oktober 2022. Elon Musk kauft Twitter auf. Noch sehr viel mehr Leute wollen da weg, wissen aber nicht wohin. Sie werden nun nach Mastodon eingeladen von denen, die im Februar/März von Twitter nach Mastodon geflohen sind. Ihr Wissensstand ist immer noch derselbe: "Es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon".
Pleroma? Misskey? Forkeys? Friendica? Hubzilla? (streams)? Siehe oben.
So, warum sind Friendica und Hubzilla nicht größer, obwohl sie älter sind?
Zunächst einmal: Mike Macgirvin hat bis 2023 angenommen, wenn er etwas baut, dann kommen die Leute schon von ganz alleine. Er ist kein Mensch der Öffentlichkeit. Er lebt mit seiner Frau, zwei Australian Shepherds und ein paar Hühnern auf einer Farm im australischen Outback, also in einer ziemlichen Einöde, wo man schon seine eigenen Nachbarn nicht sieht.
Mikes Hoffnung scheint auf dem Leidensdruck der Leute und ihrer Bereitschaft zum selbständigen Googlen zu beruhen. Mike glaubt, wenn die Leute mit Facebook nur unzufrieden genug sind, dann googlen sie von ganz alleine nach Alternativen, und dann werden sie seine Kreationen finden und als am besten erachten. Was er nicht auf dem Zettel hat: Niemand googlet nach dezentralen Facebook-Alternativen, wenn man nicht einmal eine vage Vorahnung hat, daß es sowas geben könnte. Oder daß es überhaupt Alternativen zu Facebook geben könnte. Social Networking = Facebook zur damaligen Zeit.
Jedenfalls:
März 2010. Facebook wird langsam so schlimm, daß Mike sich selbst daransetzt, eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare und obendrein sehr mächtige Alternative zu entwickeln.
Mai 2010. Zum einen: Mike rollt die erste Vorabversion von Mistpark aus.
Zum anderen: Vier junge Apple-Fanbois in den USA finden Facebook auch schlimm. Auch sie wollen eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare Alternative zu Facebook entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch zu früh, um Mistpark auf Google zu finden. Abgesehen davon rechnen auch die vier nicht damit, daß jemand so etwas schon mal gemacht haben könnte. Sonst hätten sie ja davon gehört, oder?
Jedenfalls: Die vier beschließen, ihren "Facebook-Killer" namens diaspora* über den Sommer 2010 zu entwickeln. Dafür brauchen sie aber Geld. $3.000 pro Nase, also $12.000 insgesamt. Sie starten eine Crowdfunding-Kampagne. Die geht komplett viral. Die Mainstream-Massenmedien picken auf, daß da vier Jungs etwas entwickeln wollen, was das immer schlimmer werdende Facebook ersetzen soll, und zwar, ohne die Nutzer auszuspionieren.
Binnen kürzester Zeit nehmen sie über $200.000 ein.
An dieser Stelle hätte Mike sich an die Massenmedien wenden können: Das, was die vier da vorhaben, das hat er schon fast fertig entwickelt. Ohne Crowdfunding. Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.
Juli 2010. Mike rollt den ersten stabilen Release von Mistpark aus. Die mächtigste föderierte Serversoftware, bis Mike es selbst entthronen wird. Wieder ohne jegliche Werbung, PR, Publicitiy oder was auch immer. Jetzt hätte Mike erst recht an die Tech- und Massenmedien gehen können und sagen können: "Hier, ich habe ganz alleine und für lau einen Facebook-Killer entwickelt, der sogar noch viel besser und mächtiger ist als Facebook!" Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.
Herbst 2010. Die erste superfrühe Alpha-Version von diaspora* wird ausgerollt. Im Grunde ist es eine ziemliche Enttäuschung. Es ist buggy, es läuft nur auf Mac-Servern, und es kann auch nicht sehr viel. Trotzdem wird es zumindest von genügend Hipstern angenommen, daß Google davon erfährt und diaspora* nach Strich und Faden für sein eigenes Google+ abkupfert und sogar das Aussehen von diaspora* zu Googles neuer Corporate Identity macht.
Auch etliche Tech-Geeks gehen nach diaspora*. Warum nicht nach Mistpark? Weil sie von Mistpark nichts wissen. Und weil sie angesichts der Sowieso-Verfügbarkeit von diaspora* kein Stück auf die Idee kommen zu googlen, ob's nicht noch was Besseres gibt.
Sogar auf diaspora* erfährt man erst allmählich von Mistpark, das inzwischen Friendika heißt, als es dessen Entwicklern gelungen ist, sich ohne jegliche API oder so mit diaspora* zu verbinden. Friendika wird auf diaspora* dadurch bekannt, daß a) es selbst dort vertreten ist und b) seine Nutzer zu diaspora*-Nutzern darüber reden. Ein paar ziehen tatsächlich um, weil ihnen diaspora* zu unterausgestattet ist. Das heißt, einige merken auch diese Unterausstattung erst, als sie Friendika ausprobieren.
Das geht so weiter. Auch als Tobias und Michael übernehmen, machen sie für Friendica kaum Werbung. Das heißt, es gibt einen Vortrag auf einem CCC. Aber der Vortrag ist nicht auf potentielle Nutzer ausgelegt, sondern auf Entwickler und Serveradmins.
Als Friendica sich mit Facebook verbindet, hofft man darauf, daß Friendica auf Facebook durch seine bloße Präsenz für sich werben kann. Klappt nicht.
April 2015. diaspora* ist weitestgehend wieder vergessen. Von Friendica weiß weiterhin keine Sau.
Nun wird das gerade erst aus der Red Matrix umgebaute Hubzilla erstmals vorgestellt. Es ist mächtiger als alles, was es bisher an dezentraler, föderierter Software gab. Aber weder Mike noch Mario noch Harald macht irgendwelche Werbung dafür. Wieder hofft man auf Suchmaschinen.
Die Communities von beiden machen auch nichts. Ihnen gehört das ja nicht, also ist Werbung nicht ihr Bier. Außerdem haben gerade die Friendica-Nutzer immer noch PTSD davon, daß Friendica-Nodes sogar auf dedizierten Servern oft nur ein paar hundert Leute aufnehmen können. Man könnte Leute allenfalls kleckerweise von Facebook holen, aber keine riesige Umsteigerlawine verkraften. Und auf Hubzilla redet man sich ein, daß Hubzilla ja eigentlich kein soziales Netzwerk ist, sondern ein "soziales CMS", aber trotzdem jetzt nicht so unbedingt direkt eine Facebook-Alternative, daß man jetzt unbedingt Leute von Facebook einladen müßte.
Das zieht sich bis heute so hin. Die erste zaghafte Werbung gibt es erst 2023. Und auch die gibt's nur im längst von Mastodon dominierten Fediverse. Und auch die hält sich zum einen nicht an Mastodons Regeln (zu lange Posts führen zu Mutes und Blocks, fehlende Hashtags führen zu Unauffindbarkeit, aber wer kann schon damit rechnen, daß man Hashtags braucht, wenn man doch selbst an Gruppen gewöhnt ist). Zum anderen spricht man nicht die Sprache der Mastodon-Nutzer, erklärt ihnen also nicht, daß Friendica/Hubzilla/(streams) im Fediverse und damit auch mit Mastodon verbunden ist. Selbst wenn man das täte, würde man mehr Mastodon-Nutzer verstören als anziehen.Und zum anderen: Was würde denn all die benannten Beteiligten davon abhalten, das zu tun genau jetzt? Warum passiert genau das noch nicht? Wäre doch, wenn alle das wollen, leicht möglich, oder? Abschauen, was Mastodon richtig gemacht hat nach außen, und das genau so gut oder besser machen? Welche Entschuldigung gibt es dann im Moment, das nicht zu tun?
Die "Entschuldigung" wäre, daß viele andere Fediverse-Anwendungen dann aufhören könnten.
Ich rede nicht von denen, die von vornherein ganz anders aufgestellt sind als Mastodon (PeerTube, Funkwhale, Owncast, Mobilizon, Flohmarkt, Ibex etc.).
Ich rede von denen, die im Prinzip auch das tun könnten, was Mastodon. Deren Alleinstellungsmerkmal aber ist, daß sie eben gerade anders sind als Mastodon und Dinge anders machen als Mastodon (Pleroma, Akkoma, Misskey, Sharkey, CherryPick, Iceshrimp-JS, Iceshrimp.NET, GoToSocial, Mitra, snac2, Socialhome, Friendica, Hubzilla, (streams), Forte etc.).
Wenn die alle total an Mastodon angepaßt werden, wenn die alle ganz genau wie Mastodon werden, wofür braucht es die dann noch? Warum sollte sie jemand benutzen? Was außer dem Namen unterscheidet sie dann noch von Mastodon?
Und vor allem: Glaubst du wirklich, die Entwickler werden ihre Babys zusammenschnippeln auf Mastodon-Format, nur um Frieden mit Mastodon zu haben? Und glaubst du auch, die Serveradmins werden auf diese zusammengeschnippelten neuen Versionen updaten?
Okay, nehmen wir mal Hubzilla als Beispiel, das ultimative Anti-Mastodon.
Nehmen wir mal an, morgen früh (um das Ganze möglichst schnell zu machen; du willst ja, daß das jetzt sofort augenblicklich passiert) rollen @Mario Vavti und @Harald Eilertsen Hubzilla 12.0 aus. Änderungen:- Die Mastodon Client API wird eingeführt. Der gesamte Funktionsumfang wird reduziert auf das, was die Mastodon Client API abdeckt. Hubzillas eigene Client API wird abgeschafft.
- ActivityPub ist jetzt das Basisprotokoll.
- Unterstützung für alle anderen Protokolle, inklusive Zot6 und diaspora*, aber auch der RSS- und Atom-Aggregator, fliegen raus.
- Es gibt keine mehreren Identitäten pro Konto mehr, weil Mastodon die nicht versteht. Jeder Kanal wird zu einem eigenständigen Konto mit denselben Credentials wie das Konto, zu dem er vorher gehörte.
- Das heißt, Forenkanäle werden gänzlich gelöscht, weil Mastodon keine Gruppen unterstützt.
- Es gibt keine nomadische Identität mehr, weil Mastodon das nicht hat und damit nicht umgehen kann. Klone werden zu eigenständigen Konten. Umziehen geht höchstens noch per Export und Import. Und auch die Formate sind an Mastodon angepaßt.
- Alle Profile außer dem öffentlichen werden gelöscht. Damit könnte Mastodon sowieso nicht umgehen.
- Beim öffentlichen Profil werden alle Profilfelder außer dem Profiltext gelöscht. Vier neue Mehrzweck-Profilfelder werden angelegt. Das ist das, was Mastodon versteht.
- Das Konzept bidirektionaler Kontakte wird ersetzt durch einseitiges Folgen und auch einseitiges Gefolgtwerden wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht.
- Privacy-Gruppen werden umgewandelt in Listen, die nur noch haargenau die Features und die Handhabung von Mastodon-Listen haben.
- Es gibt keine verschiedenen Kanalrollen mehr, nur noch eine Art von Konto. Wie auf Mastodon. Wie gesagt, Forenkanäle werden nicht in Konten umgewandelt, sondern gänzlich gelöscht.
- Das komplette Berechtigungssystem wird ersatzlos gelöscht. Alle existierenden Berechtigungen (außer bei DMs) werden auf öffentlich gesetzt.
- Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Blacklist wird umgewandelt in jeweils eine Filtereinstellung pro Zeile. Reine Schlüsselwörter werden normale Filter. Schlüsselwörter mit RegEx, die nur dazu dienen, daß die Wörter nur als Ganzes erkannt werden, werden umgewandelt in entsprechende Filter. Alle anderen Filterzeilen werden ersatzlos gelöscht.
- Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Whitelist wird ersatzlos gelöscht, ebenso die individuellen Filter pro Kontakt.
- Überhaupt, alle Pro-Kontakt-Einstellungen werden gelöscht, weil Mastodon sowas nicht unterstützt und auch nicht damit rechnet.
- Die NSFW-Filterliste könnte auch entsprechend in Filterzeilen konvertiert werden, die Posts nicht löschen, sondern verstecken. Weil dieses Feature auf Mastodon aber nie Teil der Mastodon-Kultur geworden ist, die noch auf Mastodon 3.x basiert, wird die NSFW-Filterliste gänzlich und ersatzlos gelöscht.
- Die maximale Postlänge wird von 16.777.215 Zeichen auf 500 Zeichen reduziert. Längere Beiträge werden automatisch in Threads zerstückelt.
- Titel werden abgeschafft; existierende Titel werden gelöscht. Damit kann Mastodon eh nichts anfangen.
- Das Zusammenfassungsfeld wird in CW-Feld umbenannt, damit es aus Mastodon-Sicht nicht mehr falsch benutzt wird.
- Jegliche Form von Textformatierung und -gestaltung wird ersatzlos abgeschafft. Schon existierende Formatierungen werden entfernt.
- Eingebettete Bilder und mehr als vier Bilder pro Beitrag werden auch abgeschafft. Von den Bildern in Beiträgen werden die ersten vier in Dateianhänge umgewandelt und die übrigen gelöscht. Alt-Texte wandern in separate Text- und Datenbankfelder mit einem harten Limit von 1.500 Zeichen.
- Zitate werden abgeschafft. Auch die könnte Mastodon darstellen, aber nicht erzeugen, also gehören sie nicht nach Mastodon.
- Das Teilen von Beiträgen wird in "Zitieren" umbenannt und umgestellt auf dieselbe Art und Weise, die auch Mastodon anwendet. Oder gleich komplett abgeschafft, weil es Mastodon-Nutzer stören könnte.
- Das Wiederholen von Beiträgen wird in "Boosten" umbenannt. Oder gleich in "Retröten", weil das mehr Mastodon-Nutzer verstehen.
- Umfragen können nur noch vier Optionen haben, deren Namen auf 50 Zeichen beschränkt sind, und das Wählen mehrerer Optionen geht nicht mehr.
- Jegliche Unterstützung geschlossener Konversationen wird abgeschafft zugunsten eines losen Threadmodells wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht. Die Unterstützung für FEP-171b "Conversation Containers" wird komplett und ersatzlos gestrichen. Das ganze FEP wird gelöscht.
- Posts heißen jetzt Tröts.
- Kommentare heißen jetzt auch Tröts.
- Der Zähler für ungelesene Beiträge wird abgeschafft.
- Die HQ-Seite wird abgeschafft. Die Kanalseite wird abgeschafft. Es gibt nur noch den Network-Stream. Der wird darauf hartgecodet, nur noch Einzelbeiträge zu zeigen und keine ganzen Konversationen mehr. Das soll verhindern, daß Hubzilla-Nutzer immer noch Hubzilla irgendwie anders nutzen, als Mastodon-Nutzer Mastodon nutzen.
- Der Filespace wird abgeschafft. WebDAV sowieso. Dateien werden so gehandhabt wie auf Mastodon.
- Der Eventkalender wird abgeschafft, weil Mastodon eh keine Events kann.
- Der CalDAV-Kalenderserver wird abgeschafft.
- Der CardDAV-Adreßbuchserver wird abgeschafft.
- Artikel werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
- Planungskarten werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
- Wikis werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
- Webpages werden abgeschafft. Hubzilla wird eine neue offizielle Website brauchen.
- Kanalquellen werden abgeschafft. Auf Mastodon kann man ja auch nicht mit Bordmitteln Bots bauen, außerdem sind Bots böse.
- Der PDL-Editor wird abgeschafft. Die Unterstützung von Themes wird abgeschafft. Hubzillas Oberfläche wird hartgecodet. Entweder sieht es jetzt wie Mastodon oder wie Twitter aus. Egal, ob es eigentlich aus einer Facebook-Alternative hervorgegangen ist. Aber die primäre Facebook-Alternative im Fediverse ist jetzt auch Mastodon.
- Alle anderen optionalen Apps werden auch abgeschafft. Hubzilla ist nicht mehr modular.
So, jetzt frage ich dich: Glaubst du, Mario und Harald machen das wirklich?
Glaubst du wirklich, sie kastrieren Hubzilla tatsächlich freiwillig um locker 90% seiner Features, nur um sich Mastodon anzubiedern? Die beiden, die sich bis jetzt von Gargron überhaupt gar nichts haben sagen lassen?
Und glaubst du allen Ernstes, Hub-Admins wie @Der Pepe (Hubzilla) ⁂, @Mark Nowiasz oder @Steffen gehen wirklich dabei und stellen ihre Hubs auf das so zusammengestrichene Hubzilla 12.0 um, das sich außer im Namen praktisch nicht mehr von Mastodon unterscheidet? Für einen Diktatfrieden mit dem eigentlich konzeptionell völlig anderen und bis dahin featuremäßig hoffnungslos unterlegenen Mastodon?
Und warum glaubst du, daß genau diese Personen genau das auch tatsächlich tun werden? Auch ich hätte dafür gerne eine ehrliche Antwort.
Wohlgemerkt, @Steffen 🦉🇪🇺 hat erst vor kurzem einen Mastodon-Server abgeschaltet und setzt jetzt nur noch auf Friendica und Hubzilla. Und du glaubst allen Ernstes, er läßt zu, daß beide durch neue Versionen der Serversoftware zu Mastodon-Klonen reduziert werden?
#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #diaspora* #Mistpark #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) #Mastoverse #MastodonFediverse -
@KristianZum einen: Warum hat Mastodon als deutlich jüngeres Projekt deutlich mehr Nutzer für sich gewinnen können als die Projekte, die schon länger am Start sind? Was ist denen gelungen, was alle anderen nicht geschafft haben?
Halb Zufall, halb Publicity.
2016. Mastodon ist raus. Anscheinend redet Gargron online viel darüber. Jedenfalls mehr als die hinter Pleroma, Friendica und Hubzilla. Und das ebenfalls zentralistische und nicht mehr mit dem Fediverse verbundene Identi.ca ist eh nicht in den Händen von jemandem, der Deutsch kann, und auch Evan Prodromou redet nicht groß drüber, jedenfalls nicht mit Leuten, die ihm über Mainstream-Medien Publicity verschaffen könnten.
Ein deutsches Mainstream-Medium wird drauf aufmerksam und interviewt ihn und macht eine Story über ihn und Mastodon. Viele Leute lesen darüber, daß es an Microblogging nicht nur Twitter gibt. Twitter ist damals schon nicht unumstritten, aber allgemein wird bisher angenommen, daß es keinen Alternative dazu gibt. Identi.ca kennt keiner, GNU social kennt keiner, Pleroma kennt keiner, Friendica kennt keiner, Hubzilla kennt keiner. Aber von Mastodon lesen sie jetzt. Schon kommen neue Nutzer, die weiter microbloggen wollen, aber von Twitter wegwollen, nach Mastodon.
2017. Auf Twitter werden Furries, Manga-/Anime-Fans und queere Personen von rechten Störenfrieden angegriffen. Irgendjemand entweder unter ihnen oder unter den Leuten, die sie kennen, kennt Mastodon und sagt, da können sie doch hingehen. Es findet ein großer Exodus dieser Personengruppen von Twitter nach Mastodon statt. Mastodon wächst weiter. Wieder kennt niemand Identi.ca, GNU social, Pleroma, Friendica oder Hubzilla. Daher gehen ausnahmslos alle nach Mastodon, und nur Mastodon profitiert davon.
In den nächsten Jahren gibt es weitere solche Vorfälle auf Twitter. Wieder ist Mastodon die einzige bekannte Alternative (Grund: siehe 2016 und 2017). Wieder geht der Exodus nur nach Mastodon.
Ein Schneeball kommt ins Rollen: Mastodon wird größer, mehr Leute sind da, mehr Leute kennen es, mehr Leute empfehlen Mastodon, Mastodon wird größer und so weiter.
Mehr und mehr andere Serveranwendungen kommen ins Fediverse und verbinden sich mit Mastodon. Mastodon selbst ist aber so riesengroß, daß es innerhalb Mastodon geschätzte 99% allen Inhalts stellt. Inhalte von woanders sind auf Mastodon superselten.
Dazu kommt: Mastodon zeigt nicht an, woher Beiträge kommen. Mastodon zeigt bei Beiträgen von Misskey nicht an, daß die von Misskey kommen. Daher erfahren Mastodon-Nutzer auch nicht, daß die von Misskey kommen. Sie erfahren somit nicht, daß es Misskey gibt. Sie glauben, das sind Mastodon-Tröts.
Dazu kommt dann auch noch: Mastodon ist noch auf Version 3.x. Mastodon kann noch keine wie auch immer geartete Textformatierung darstellen. Das wird alles, aber auch wirklich alles von Mastodons HTML-"Sanitiser" rausgelöscht. Mastodon zeigt nur Klartext an. Das einzige, was Nicht-Mastodon-Beiträge von Mastodon-Tröts unterscheidet, ist, daß sie über 500 Zeichen lang sein können, daß Erwähnungen anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet), und daß Hashtags anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet).
Februar 2022. Elon Musk, längst ein durch und durch xenophober Faschist, kündigt an, Twitter aufzukaufen. Viele wollen weg, wissen aber nicht wohin. Millionen von ihnen werden eingeladen nach Mastodon. Ohne irgendeine Erwähnung von irgendeiner anderen Alternative. Weil die, die sie einladen, selbst auch nur Twitter und Mastodon kennen und nie von irgendeiner anderen Alternative gehört haben.
Februar/März 2022. Millionen von Twitter-Nutzern flüchten von Twitter nach Mastodon. Alle mit dem Wissensstand "es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon". Das so schon nicht kleine Mastodon wächst auf ein Vielfaches seiner Größe. Sowohl die Anzahl als auch der relative Anteil derjenigen, die glauben, das Fediverse sei nur Mastodon, und es gäbe nur Twitter und Mastodon, steigt.
Die wenigen Pleroma-Nutzer scheinen die Situation zu verpennen.
Misskey wächst auch, aber nur in Ostasien und speziell in Japan, wo es den Stellenwert hat, den Mastodon in der westlichen Welt hat. Aufgrund von Zeitzonen- und Sprachbarrieren (und weil die meisten westlichen Fediverse-Server den Misskey-Leuchtturmserver misskey.io gesperrt haben) kommen aus Japan kaum bis keine Informationen über die Existenz von Misskey an westliche Mastodon-Nutzer. Nennenswerte Forkeys gibt es zu diesem Zeitpunkt in der westlichen Welt auch noch nicht.
Auf Friendica, Hubzilla und (streams) tut man auch nichts, weil das ein Twitter-Thema ist und man eher Richtung Facebook orientiert ist. Ein paar Friendica-Nutzer wären bereit gewesen, Leute von Facebook nach Friendica zu holen. Auf Hubzilla sorgte man sich eher darüber, wie tageslichttauglich Hubzilla gerade war, und die Community steckte allgemein in einer Lethargie. (streams) hatte zu diesem Zeitpunkt kaum Nutzer. Und überall schien man anzuzweifeln, daß man in der Lage ist, einen Riesenexodus von mehreren Millionen auf den existierenden Servern aufnehmen zu können.
Oktober 2022. Elon Musk kauft Twitter auf. Noch sehr viel mehr Leute wollen da weg, wissen aber nicht wohin. Sie werden nun nach Mastodon eingeladen von denen, die im Februar/März von Twitter nach Mastodon geflohen sind. Ihr Wissensstand ist immer noch derselbe: "Es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon".
Pleroma? Misskey? Forkeys? Friendica? Hubzilla? (streams)? Siehe oben.
So, warum sind Friendica und Hubzilla nicht größer, obwohl sie älter sind?
Zunächst einmal: Mike Macgirvin hat bis 2023 angenommen, wenn er etwas baut, dann kommen die Leute schon von ganz alleine. Er ist kein Mensch der Öffentlichkeit. Er lebt mit seiner Frau, zwei Australian Shepherds und ein paar Hühnern auf einer Farm im australischen Outback, also in einer ziemlichen Einöde, wo man schon seine eigenen Nachbarn nicht sieht.
Mikes Hoffnung scheint auf dem Leidensdruck der Leute und ihrer Bereitschaft zum selbständigen Googlen zu beruhen. Mike glaubt, wenn die Leute mit Facebook nur unzufrieden genug sind, dann googlen sie von ganz alleine nach Alternativen, und dann werden sie seine Kreationen finden und als am besten erachten. Was er nicht auf dem Zettel hat: Niemand googlet nach dezentralen Facebook-Alternativen, wenn man nicht einmal eine vage Vorahnung hat, daß es sowas geben könnte. Oder daß es überhaupt Alternativen zu Facebook geben könnte. Social Networking = Facebook zur damaligen Zeit.
Jedenfalls:
März 2010. Facebook wird langsam so schlimm, daß Mike sich selbst daransetzt, eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare und obendrein sehr mächtige Alternative zu entwickeln.
Mai 2010. Zum einen: Mike rollt die erste Vorabversion von Mistpark aus.
Zum anderen: Vier junge Apple-Fanbois in den USA finden Facebook auch schlimm. Auch sie wollen eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare Alternative zu Facebook entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch zu früh, um Mistpark auf Google zu finden. Abgesehen davon rechnen auch die vier nicht damit, daß jemand so etwas schon mal gemacht haben könnte. Sonst hätten sie ja davon gehört, oder?
Jedenfalls: Die vier beschließen, ihren "Facebook-Killer" namens diaspora* über den Sommer 2010 zu entwickeln. Dafür brauchen sie aber Geld. $3.000 pro Nase, also $12.000 insgesamt. Sie starten eine Crowdfunding-Kampagne. Die geht komplett viral. Die Mainstream-Massenmedien picken auf, daß da vier Jungs etwas entwickeln wollen, was das immer schlimmer werdende Facebook ersetzen soll, und zwar, ohne die Nutzer auszuspionieren.
Binnen kürzester Zeit nehmen sie über $200.000 ein.
An dieser Stelle hätte Mike sich an die Massenmedien wenden können: Das, was die vier da vorhaben, das hat er schon fast fertig entwickelt. Ohne Crowdfunding. Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.
Juli 2010. Mike rollt den ersten stabilen Release von Mistpark aus. Die mächtigste föderierte Serversoftware, bis Mike es selbst entthronen wird. Wieder ohne jegliche Werbung, PR, Publicitiy oder was auch immer. Jetzt hätte Mike erst recht an die Tech- und Massenmedien gehen können und sagen können: "Hier, ich habe ganz alleine und für lau einen Facebook-Killer entwickelt, der sogar noch viel besser und mächtiger ist als Facebook!" Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.
Herbst 2010. Die erste superfrühe Alpha-Version von diaspora* wird ausgerollt. Im Grunde ist es eine ziemliche Enttäuschung. Es ist buggy, es läuft nur auf Mac-Servern, und es kann auch nicht sehr viel. Trotzdem wird es zumindest von genügend Hipstern angenommen, daß Google davon erfährt und diaspora* nach Strich und Faden für sein eigenes Google+ abkupfert und sogar das Aussehen von diaspora* zu Googles neuer Corporate Identity macht.
Auch etliche Tech-Geeks gehen nach diaspora*. Warum nicht nach Mistpark? Weil sie von Mistpark nichts wissen. Und weil sie angesichts der Sowieso-Verfügbarkeit von diaspora* kein Stück auf die Idee kommen zu googlen, ob's nicht noch was Besseres gibt.
Sogar auf diaspora* erfährt man erst allmählich von Mistpark, das inzwischen Friendika heißt, als es dessen Entwicklern gelungen ist, sich ohne jegliche API oder so mit diaspora* zu verbinden. Friendika wird auf diaspora* dadurch bekannt, daß a) es selbst dort vertreten ist und b) seine Nutzer zu diaspora*-Nutzern darüber reden. Ein paar ziehen tatsächlich um, weil ihnen diaspora* zu unterausgestattet ist. Das heißt, einige merken auch diese Unterausstattung erst, als sie Friendika ausprobieren.
Das geht so weiter. Auch als Tobias und Michael übernehmen, machen sie für Friendica kaum Werbung. Das heißt, es gibt einen Vortrag auf einem CCC. Aber der Vortrag ist nicht auf potentielle Nutzer ausgelegt, sondern auf Entwickler und Serveradmins.
Als Friendica sich mit Facebook verbindet, hofft man darauf, daß Friendica auf Facebook durch seine bloße Präsenz für sich werben kann. Klappt nicht.
April 2015. diaspora* ist weitestgehend wieder vergessen. Von Friendica weiß weiterhin keine Sau.
Nun wird das gerade erst aus der Red Matrix umgebaute Hubzilla erstmals vorgestellt. Es ist mächtiger als alles, was es bisher an dezentraler, föderierter Software gab. Aber weder Mike noch Mario noch Harald macht irgendwelche Werbung dafür. Wieder hofft man auf Suchmaschinen.
Die Communities von beiden machen auch nichts. Ihnen gehört das ja nicht, also ist Werbung nicht ihr Bier. Außerdem haben gerade die Friendica-Nutzer immer noch PTSD davon, daß Friendica-Nodes sogar auf dedizierten Servern oft nur ein paar hundert Leute aufnehmen können. Man könnte Leute allenfalls kleckerweise von Facebook holen, aber keine riesige Umsteigerlawine verkraften. Und auf Hubzilla redet man sich ein, daß Hubzilla ja eigentlich kein soziales Netzwerk ist, sondern ein "soziales CMS", aber trotzdem jetzt nicht so unbedingt direkt eine Facebook-Alternative, daß man jetzt unbedingt Leute von Facebook einladen müßte.
Das zieht sich bis heute so hin. Die erste zaghafte Werbung gibt es erst 2023. Und auch die gibt's nur im längst von Mastodon dominierten Fediverse. Und auch die hält sich zum einen nicht an Mastodons Regeln (zu lange Posts führen zu Mutes und Blocks, fehlende Hashtags führen zu Unauffindbarkeit, aber wer kann schon damit rechnen, daß man Hashtags braucht, wenn man doch selbst an Gruppen gewöhnt ist). Zum anderen spricht man nicht die Sprache der Mastodon-Nutzer, erklärt ihnen also nicht, daß Friendica/Hubzilla/(streams) im Fediverse und damit auch mit Mastodon verbunden ist. Selbst wenn man das täte, würde man mehr Mastodon-Nutzer verstören als anziehen.Und zum anderen: Was würde denn all die benannten Beteiligten davon abhalten, das zu tun genau jetzt? Warum passiert genau das noch nicht? Wäre doch, wenn alle das wollen, leicht möglich, oder? Abschauen, was Mastodon richtig gemacht hat nach außen, und das genau so gut oder besser machen? Welche Entschuldigung gibt es dann im Moment, das nicht zu tun?
Die "Entschuldigung" wäre, daß viele andere Fediverse-Anwendungen dann aufhören könnten.
Ich rede nicht von denen, die von vornherein ganz anders aufgestellt sind als Mastodon (PeerTube, Funkwhale, Owncast, Mobilizon, Flohmarkt, Ibex etc.).
Ich rede von denen, die im Prinzip auch das tun könnten, was Mastodon. Deren Alleinstellungsmerkmal aber ist, daß sie eben gerade anders sind als Mastodon und Dinge anders machen als Mastodon (Pleroma, Akkoma, Misskey, Sharkey, CherryPick, Iceshrimp-JS, Iceshrimp.NET, GoToSocial, Mitra, snac2, Socialhome, Friendica, Hubzilla, (streams), Forte etc.).
Wenn die alle total an Mastodon angepaßt werden, wenn die alle ganz genau wie Mastodon werden, wofür braucht es die dann noch? Warum sollte sie jemand benutzen? Was außer dem Namen unterscheidet sie dann noch von Mastodon?
Und vor allem: Glaubst du wirklich, die Entwickler werden ihre Babys zusammenschnippeln auf Mastodon-Format, nur um Frieden mit Mastodon zu haben? Und glaubst du auch, die Serveradmins werden auf diese zusammengeschnippelten neuen Versionen updaten?
Okay, nehmen wir mal Hubzilla als Beispiel, das ultimative Anti-Mastodon.
Nehmen wir mal an, morgen früh (um das Ganze möglichst schnell zu machen; du willst ja, daß das jetzt sofort augenblicklich passiert) rollen @Mario Vavti und @Harald Eilertsen Hubzilla 12.0 aus. Änderungen:- Die Mastodon Client API wird eingeführt. Der gesamte Funktionsumfang wird reduziert auf das, was die Mastodon Client API abdeckt. Hubzillas eigene Client API wird abgeschafft.
- ActivityPub ist jetzt das Basisprotokoll.
- Unterstützung für alle anderen Protokolle, inklusive Zot6 und diaspora*, aber auch der RSS- und Atom-Aggregator, fliegen raus.
- Es gibt keine mehreren Identitäten pro Konto mehr, weil Mastodon die nicht versteht. Jeder Kanal wird zu einem eigenständigen Konto mit denselben Credentials wie das Konto, zu dem er vorher gehörte.
- Das heißt, Forenkanäle werden gänzlich gelöscht, weil Mastodon keine Gruppen unterstützt.
- Es gibt keine nomadische Identität mehr, weil Mastodon das nicht hat und damit nicht umgehen kann. Klone werden zu eigenständigen Konten. Umziehen geht höchstens noch per Export und Import. Und auch die Formate sind an Mastodon angepaßt.
- Alle Profile außer dem öffentlichen werden gelöscht. Damit könnte Mastodon sowieso nicht umgehen.
- Beim öffentlichen Profil werden alle Profilfelder außer dem Profiltext gelöscht. Vier neue Mehrzweck-Profilfelder werden angelegt. Das ist das, was Mastodon versteht.
- Das Konzept bidirektionaler Kontakte wird ersetzt durch einseitiges Folgen und auch einseitiges Gefolgtwerden wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht.
- Privacy-Gruppen werden umgewandelt in Listen, die nur noch haargenau die Features und die Handhabung von Mastodon-Listen haben.
- Es gibt keine verschiedenen Kanalrollen mehr, nur noch eine Art von Konto. Wie auf Mastodon. Wie gesagt, Forenkanäle werden nicht in Konten umgewandelt, sondern gänzlich gelöscht.
- Das komplette Berechtigungssystem wird ersatzlos gelöscht. Alle existierenden Berechtigungen (außer bei DMs) werden auf öffentlich gesetzt.
- Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Blacklist wird umgewandelt in jeweils eine Filtereinstellung pro Zeile. Reine Schlüsselwörter werden normale Filter. Schlüsselwörter mit RegEx, die nur dazu dienen, daß die Wörter nur als Ganzes erkannt werden, werden umgewandelt in entsprechende Filter. Alle anderen Filterzeilen werden ersatzlos gelöscht.
- Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Whitelist wird ersatzlos gelöscht, ebenso die individuellen Filter pro Kontakt.
- Überhaupt, alle Pro-Kontakt-Einstellungen werden gelöscht, weil Mastodon sowas nicht unterstützt und auch nicht damit rechnet.
- Die NSFW-Filterliste könnte auch entsprechend in Filterzeilen konvertiert werden, die Posts nicht löschen, sondern verstecken. Weil dieses Feature auf Mastodon aber nie Teil der Mastodon-Kultur geworden ist, die noch auf Mastodon 3.x basiert, wird die NSFW-Filterliste gänzlich und ersatzlos gelöscht.
- Die maximale Postlänge wird von 16.777.215 Zeichen auf 500 Zeichen reduziert. Längere Beiträge werden automatisch in Threads zerstückelt.
- Titel werden abgeschafft; existierende Titel werden gelöscht. Damit kann Mastodon eh nichts anfangen.
- Das Zusammenfassungsfeld wird in CW-Feld umbenannt, damit es aus Mastodon-Sicht nicht mehr falsch benutzt wird.
- Jegliche Form von Textformatierung und -gestaltung wird ersatzlos abgeschafft. Schon existierende Formatierungen werden entfernt.
- Eingebettete Bilder und mehr als vier Bilder pro Beitrag werden auch abgeschafft. Von den Bildern in Beiträgen werden die ersten vier in Dateianhänge umgewandelt und die übrigen gelöscht. Alt-Texte wandern in separate Text- und Datenbankfelder mit einem harten Limit von 1.500 Zeichen.
- Zitate werden abgeschafft. Auch die könnte Mastodon darstellen, aber nicht erzeugen, also gehören sie nicht nach Mastodon.
- Das Teilen von Beiträgen wird in "Zitieren" umbenannt und umgestellt auf dieselbe Art und Weise, die auch Mastodon anwendet. Oder gleich komplett abgeschafft, weil es Mastodon-Nutzer stören könnte.
- Das Wiederholen von Beiträgen wird in "Boosten" umbenannt. Oder gleich in "Retröten", weil das mehr Mastodon-Nutzer verstehen.
- Umfragen können nur noch vier Optionen haben, deren Namen auf 50 Zeichen beschränkt sind, und das Wählen mehrerer Optionen geht nicht mehr.
- Jegliche Unterstützung geschlossener Konversationen wird abgeschafft zugunsten eines losen Threadmodells wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht. Die Unterstützung für FEP-171b "Conversation Containers" wird komplett und ersatzlos gestrichen. Das ganze FEP wird gelöscht.
- Posts heißen jetzt Tröts.
- Kommentare heißen jetzt auch Tröts.
- Der Zähler für ungelesene Beiträge wird abgeschafft.
- Die HQ-Seite wird abgeschafft. Die Kanalseite wird abgeschafft. Es gibt nur noch den Network-Stream. Der wird darauf hartgecodet, nur noch Einzelbeiträge zu zeigen und keine ganzen Konversationen mehr. Das soll verhindern, daß Hubzilla-Nutzer immer noch Hubzilla irgendwie anders nutzen, als Mastodon-Nutzer Mastodon nutzen.
- Der Filespace wird abgeschafft. WebDAV sowieso. Dateien werden so gehandhabt wie auf Mastodon.
- Der Eventkalender wird abgeschafft, weil Mastodon eh keine Events kann.
- Der CalDAV-Kalenderserver wird abgeschafft.
- Der CardDAV-Adreßbuchserver wird abgeschafft.
- Artikel werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
- Planungskarten werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
- Wikis werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
- Webpages werden abgeschafft. Hubzilla wird eine neue offizielle Website brauchen.
- Kanalquellen werden abgeschafft. Auf Mastodon kann man ja auch nicht mit Bordmitteln Bots bauen, außerdem sind Bots böse.
- Der PDL-Editor wird abgeschafft. Die Unterstützung von Themes wird abgeschafft. Hubzillas Oberfläche wird hartgecodet. Entweder sieht es jetzt wie Mastodon oder wie Twitter aus. Egal, ob es eigentlich aus einer Facebook-Alternative hervorgegangen ist. Aber die primäre Facebook-Alternative im Fediverse ist jetzt auch Mastodon.
- Alle anderen optionalen Apps werden auch abgeschafft. Hubzilla ist nicht mehr modular.
So, jetzt frage ich dich: Glaubst du, Mario und Harald machen das wirklich?
Glaubst du wirklich, sie kastrieren Hubzilla tatsächlich freiwillig um locker 90% seiner Features, nur um sich Mastodon anzubiedern? Die beiden, die sich bis jetzt von Gargron überhaupt gar nichts haben sagen lassen?
Und glaubst du allen Ernstes, Hub-Admins wie @Der Pepe (Hubzilla) ⁂, @Mark Nowiasz oder @Steffen gehen wirklich dabei und stellen ihre Hubs auf das so zusammengestrichene Hubzilla 12.0 um, das sich außer im Namen praktisch nicht mehr von Mastodon unterscheidet? Für einen Diktatfrieden mit dem eigentlich konzeptionell völlig anderen und bis dahin featuremäßig hoffnungslos unterlegenen Mastodon?
Und warum glaubst du, daß genau diese Personen genau das auch tatsächlich tun werden? Auch ich hätte dafür gerne eine ehrliche Antwort.
Wohlgemerkt, @Steffen 🦉🇪🇺 hat erst vor kurzem einen Mastodon-Server abgeschaltet und setzt jetzt nur noch auf Friendica und Hubzilla. Und du glaubst allen Ernstes, er läßt zu, daß beide durch neue Versionen der Serversoftware zu Mastodon-Klonen reduziert werden?
#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #diaspora* #Mistpark #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) #Mastoverse #MastodonFediverse -
@KristianZum einen: Warum hat Mastodon als deutlich jüngeres Projekt deutlich mehr Nutzer für sich gewinnen können als die Projekte, die schon länger am Start sind? Was ist denen gelungen, was alle anderen nicht geschafft haben?
Halb Zufall, halb Publicity.
2016. Mastodon ist raus. Anscheinend redet Gargron online viel darüber. Jedenfalls mehr als die hinter Pleroma, Friendica und Hubzilla. Und das ebenfalls zentralistische und nicht mehr mit dem Fediverse verbundene Identi.ca ist eh nicht in den Händen von jemandem, der Deutsch kann, und auch Evan Prodromou redet nicht groß drüber, jedenfalls nicht mit Leuten, die ihm über Mainstream-Medien Publicity verschaffen könnten.
Ein deutsches Mainstream-Medium wird drauf aufmerksam und interviewt ihn und macht eine Story über ihn und Mastodon. Viele Leute lesen darüber, daß es an Microblogging nicht nur Twitter gibt. Twitter ist damals schon nicht unumstritten, aber allgemein wird bisher angenommen, daß es keinen Alternative dazu gibt. Identi.ca kennt keiner, GNU social kennt keiner, Pleroma kennt keiner, Friendica kennt keiner, Hubzilla kennt keiner. Aber von Mastodon lesen sie jetzt. Schon kommen neue Nutzer, die weiter microbloggen wollen, aber von Twitter wegwollen, nach Mastodon.
2017. Auf Twitter werden Furries, Manga-/Anime-Fans und queere Personen von rechten Störenfrieden angegriffen. Irgendjemand entweder unter ihnen oder unter den Leuten, die sie kennen, kennt Mastodon und sagt, da können sie doch hingehen. Es findet ein großer Exodus dieser Personengruppen von Twitter nach Mastodon statt. Mastodon wächst weiter. Wieder kennt niemand Identi.ca, GNU social, Pleroma, Friendica oder Hubzilla. Daher gehen ausnahmslos alle nach Mastodon, und nur Mastodon profitiert davon.
In den nächsten Jahren gibt es weitere solche Vorfälle auf Twitter. Wieder ist Mastodon die einzige bekannte Alternative (Grund: siehe 2016 und 2017). Wieder geht der Exodus nur nach Mastodon.
Ein Schneeball kommt ins Rollen: Mastodon wird größer, mehr Leute sind da, mehr Leute kennen es, mehr Leute empfehlen Mastodon, Mastodon wird größer und so weiter.
Mehr und mehr andere Serveranwendungen kommen ins Fediverse und verbinden sich mit Mastodon. Mastodon selbst ist aber so riesengroß, daß es innerhalb Mastodon geschätzte 99% allen Inhalts stellt. Inhalte von woanders sind auf Mastodon superselten.
Dazu kommt: Mastodon zeigt nicht an, woher Beiträge kommen. Mastodon zeigt bei Beiträgen von Misskey nicht an, daß die von Misskey kommen. Daher erfahren Mastodon-Nutzer auch nicht, daß die von Misskey kommen. Sie erfahren somit nicht, daß es Misskey gibt. Sie glauben, das sind Mastodon-Tröts.
Dazu kommt dann auch noch: Mastodon ist noch auf Version 3.x. Mastodon kann noch keine wie auch immer geartete Textformatierung darstellen. Das wird alles, aber auch wirklich alles von Mastodons HTML-"Sanitiser" rausgelöscht. Mastodon zeigt nur Klartext an. Das einzige, was Nicht-Mastodon-Beiträge von Mastodon-Tröts unterscheidet, ist, daß sie über 500 Zeichen lang sein können, daß Erwähnungen anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet), und daß Hashtags anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet).
Februar 2022. Elon Musk, längst ein durch und durch xenophober Faschist, kündigt an, Twitter aufzukaufen. Viele wollen weg, wissen aber nicht wohin. Millionen von ihnen werden eingeladen nach Mastodon. Ohne irgendeine Erwähnung von irgendeiner anderen Alternative. Weil die, die sie einladen, selbst auch nur Twitter und Mastodon kennen und nie von irgendeiner anderen Alternative gehört haben.
Februar/März 2022. Millionen von Twitter-Nutzern flüchten von Twitter nach Mastodon. Alle mit dem Wissensstand "es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon". Das so schon nicht kleine Mastodon wächst auf ein Vielfaches seiner Größe. Sowohl die Anzahl als auch der relative Anteil derjenigen, die glauben, das Fediverse sei nur Mastodon, und es gäbe nur Twitter und Mastodon, steigt.
Die wenigen Pleroma-Nutzer scheinen die Situation zu verpennen.
Misskey wächst auch, aber nur in Ostasien und speziell in Japan, wo es den Stellenwert hat, den Mastodon in der westlichen Welt hat. Aufgrund von Zeitzonen- und Sprachbarrieren (und weil die meisten westlichen Fediverse-Server den Misskey-Leuchtturmserver misskey.io gesperrt haben) kommen aus Japan kaum bis keine Informationen über die Existenz von Misskey an westliche Mastodon-Nutzer. Nennenswerte Forkeys gibt es zu diesem Zeitpunkt in der westlichen Welt auch noch nicht.
Auf Friendica, Hubzilla und (streams) tut man auch nichts, weil das ein Twitter-Thema ist und man eher Richtung Facebook orientiert ist. Ein paar Friendica-Nutzer wären bereit gewesen, Leute von Facebook nach Friendica zu holen. Auf Hubzilla sorgte man sich eher darüber, wie tageslichttauglich Hubzilla gerade war, und die Community steckte allgemein in einer Lethargie. (streams) hatte zu diesem Zeitpunkt kaum Nutzer. Und überall schien man anzuzweifeln, daß man in der Lage ist, einen Riesenexodus von mehreren Millionen auf den existierenden Servern aufnehmen zu können.
Oktober 2022. Elon Musk kauft Twitter auf. Noch sehr viel mehr Leute wollen da weg, wissen aber nicht wohin. Sie werden nun nach Mastodon eingeladen von denen, die im Februar/März von Twitter nach Mastodon geflohen sind. Ihr Wissensstand ist immer noch derselbe: "Es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon".
Pleroma? Misskey? Forkeys? Friendica? Hubzilla? (streams)? Siehe oben.
So, warum sind Friendica und Hubzilla nicht größer, obwohl sie älter sind?
Zunächst einmal: Mike Macgirvin hat bis 2023 angenommen, wenn er etwas baut, dann kommen die Leute schon von ganz alleine. Er ist kein Mensch der Öffentlichkeit. Er lebt mit seiner Frau, zwei Australian Shepherds und ein paar Hühnern auf einer Farm im australischen Outback, also in einer ziemlichen Einöde, wo man schon seine eigenen Nachbarn nicht sieht.
Mikes Hoffnung scheint auf dem Leidensdruck der Leute und ihrer Bereitschaft zum selbständigen Googlen zu beruhen. Mike glaubt, wenn die Leute mit Facebook nur unzufrieden genug sind, dann googlen sie von ganz alleine nach Alternativen, und dann werden sie seine Kreationen finden und als am besten erachten. Was er nicht auf dem Zettel hat: Niemand googlet nach dezentralen Facebook-Alternativen, wenn man nicht einmal eine vage Vorahnung hat, daß es sowas geben könnte. Oder daß es überhaupt Alternativen zu Facebook geben könnte. Social Networking = Facebook zur damaligen Zeit.
Jedenfalls:
März 2010. Facebook wird langsam so schlimm, daß Mike sich selbst daransetzt, eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare und obendrein sehr mächtige Alternative zu entwickeln.
Mai 2010. Zum einen: Mike rollt die erste Vorabversion von Mistpark aus.
Zum anderen: Vier junge Apple-Fanbois in den USA finden Facebook auch schlimm. Auch sie wollen eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare Alternative zu Facebook entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch zu früh, um Mistpark auf Google zu finden. Abgesehen davon rechnen auch die vier nicht damit, daß jemand so etwas schon mal gemacht haben könnte. Sonst hätten sie ja davon gehört, oder?
Jedenfalls: Die vier beschließen, ihren "Facebook-Killer" namens diaspora* über den Sommer 2010 zu entwickeln. Dafür brauchen sie aber Geld. $3.000 pro Nase, also $12.000 insgesamt. Sie starten eine Crowdfunding-Kampagne. Die geht komplett viral. Die Mainstream-Massenmedien picken auf, daß da vier Jungs etwas entwickeln wollen, was das immer schlimmer werdende Facebook ersetzen soll, und zwar, ohne die Nutzer auszuspionieren.
Binnen kürzester Zeit nehmen sie über $200.000 ein.
An dieser Stelle hätte Mike sich an die Massenmedien wenden können: Das, was die vier da vorhaben, das hat er schon fast fertig entwickelt. Ohne Crowdfunding. Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.
Juli 2010. Mike rollt den ersten stabilen Release von Mistpark aus. Die mächtigste föderierte Serversoftware, bis Mike es selbst entthronen wird. Wieder ohne jegliche Werbung, PR, Publicitiy oder was auch immer. Jetzt hätte Mike erst recht an die Tech- und Massenmedien gehen können und sagen können: "Hier, ich habe ganz alleine und für lau einen Facebook-Killer entwickelt, der sogar noch viel besser und mächtiger ist als Facebook!" Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.
Herbst 2010. Die erste superfrühe Alpha-Version von diaspora* wird ausgerollt. Im Grunde ist es eine ziemliche Enttäuschung. Es ist buggy, es läuft nur auf Mac-Servern, und es kann auch nicht sehr viel. Trotzdem wird es zumindest von genügend Hipstern angenommen, daß Google davon erfährt und diaspora* nach Strich und Faden für sein eigenes Google+ abkupfert und sogar das Aussehen von diaspora* zu Googles neuer Corporate Identity macht.
Auch etliche Tech-Geeks gehen nach diaspora*. Warum nicht nach Mistpark? Weil sie von Mistpark nichts wissen. Und weil sie angesichts der Sowieso-Verfügbarkeit von diaspora* kein Stück auf die Idee kommen zu googlen, ob's nicht noch was Besseres gibt.
Sogar auf diaspora* erfährt man erst allmählich von Mistpark, das inzwischen Friendika heißt, als es dessen Entwicklern gelungen ist, sich ohne jegliche API oder so mit diaspora* zu verbinden. Friendika wird auf diaspora* dadurch bekannt, daß a) es selbst dort vertreten ist und b) seine Nutzer zu diaspora*-Nutzern darüber reden. Ein paar ziehen tatsächlich um, weil ihnen diaspora* zu unterausgestattet ist. Das heißt, einige merken auch diese Unterausstattung erst, als sie Friendika ausprobieren.
Das geht so weiter. Auch als Tobias und Michael übernehmen, machen sie für Friendica kaum Werbung. Das heißt, es gibt einen Vortrag auf einem CCC. Aber der Vortrag ist nicht auf potentielle Nutzer ausgelegt, sondern auf Entwickler und Serveradmins.
Als Friendica sich mit Facebook verbindet, hofft man darauf, daß Friendica auf Facebook durch seine bloße Präsenz für sich werben kann. Klappt nicht.
April 2015. diaspora* ist weitestgehend wieder vergessen. Von Friendica weiß weiterhin keine Sau.
Nun wird das gerade erst aus der Red Matrix umgebaute Hubzilla erstmals vorgestellt. Es ist mächtiger als alles, was es bisher an dezentraler, föderierter Software gab. Aber weder Mike noch Mario noch Harald macht irgendwelche Werbung dafür. Wieder hofft man auf Suchmaschinen.
Die Communities von beiden machen auch nichts. Ihnen gehört das ja nicht, also ist Werbung nicht ihr Bier. Außerdem haben gerade die Friendica-Nutzer immer noch PTSD davon, daß Friendica-Nodes sogar auf dedizierten Servern oft nur ein paar hundert Leute aufnehmen können. Man könnte Leute allenfalls kleckerweise von Facebook holen, aber keine riesige Umsteigerlawine verkraften. Und auf Hubzilla redet man sich ein, daß Hubzilla ja eigentlich kein soziales Netzwerk ist, sondern ein "soziales CMS", aber trotzdem jetzt nicht so unbedingt direkt eine Facebook-Alternative, daß man jetzt unbedingt Leute von Facebook einladen müßte.
Das zieht sich bis heute so hin. Die erste zaghafte Werbung gibt es erst 2023. Und auch die gibt's nur im längst von Mastodon dominierten Fediverse. Und auch die hält sich zum einen nicht an Mastodons Regeln (zu lange Posts führen zu Mutes und Blocks, fehlende Hashtags führen zu Unauffindbarkeit, aber wer kann schon damit rechnen, daß man Hashtags braucht, wenn man doch selbst an Gruppen gewöhnt ist). Zum anderen spricht man nicht die Sprache der Mastodon-Nutzer, erklärt ihnen also nicht, daß Friendica/Hubzilla/(streams) im Fediverse und damit auch mit Mastodon verbunden ist. Selbst wenn man das täte, würde man mehr Mastodon-Nutzer verstören als anziehen.Und zum anderen: Was würde denn all die benannten Beteiligten davon abhalten, das zu tun genau jetzt? Warum passiert genau das noch nicht? Wäre doch, wenn alle das wollen, leicht möglich, oder? Abschauen, was Mastodon richtig gemacht hat nach außen, und das genau so gut oder besser machen? Welche Entschuldigung gibt es dann im Moment, das nicht zu tun?
Die "Entschuldigung" wäre, daß viele andere Fediverse-Anwendungen dann aufhören könnten.
Ich rede nicht von denen, die von vornherein ganz anders aufgestellt sind als Mastodon (PeerTube, Funkwhale, Owncast, Mobilizon, Flohmarkt, Ibex etc.).
Ich rede von denen, die im Prinzip auch das tun könnten, was Mastodon. Deren Alleinstellungsmerkmal aber ist, daß sie eben gerade anders sind als Mastodon und Dinge anders machen als Mastodon (Pleroma, Akkoma, Misskey, Sharkey, CherryPick, Iceshrimp-JS, Iceshrimp.NET, GoToSocial, Mitra, snac2, Socialhome, Friendica, Hubzilla, (streams), Forte etc.).
Wenn die alle total an Mastodon angepaßt werden, wenn die alle ganz genau wie Mastodon werden, wofür braucht es die dann noch? Warum sollte sie jemand benutzen? Was außer dem Namen unterscheidet sie dann noch von Mastodon?
Und vor allem: Glaubst du wirklich, die Entwickler werden ihre Babys zusammenschnippeln auf Mastodon-Format, nur um Frieden mit Mastodon zu haben? Und glaubst du auch, die Serveradmins werden auf diese zusammengeschnippelten neuen Versionen updaten?
Okay, nehmen wir mal Hubzilla als Beispiel, das ultimative Anti-Mastodon.
Nehmen wir mal an, morgen früh (um das Ganze möglichst schnell zu machen; du willst ja, daß das jetzt sofort augenblicklich passiert) rollen @Mario Vavti und @Harald Eilertsen Hubzilla 12.0 aus. Änderungen:- Die Mastodon Client API wird eingeführt. Der gesamte Funktionsumfang wird reduziert auf das, was die Mastodon Client API abdeckt. Hubzillas eigene Client API wird abgeschafft.
- ActivityPub ist jetzt das Basisprotokoll.
- Unterstützung für alle anderen Protokolle, inklusive Zot6 und diaspora*, aber auch der RSS- und Atom-Aggregator, fliegen raus.
- Es gibt keine mehreren Identitäten pro Konto mehr, weil Mastodon die nicht versteht. Jeder Kanal wird zu einem eigenständigen Konto mit denselben Credentials wie das Konto, zu dem er vorher gehörte.
- Das heißt, Forenkanäle werden gänzlich gelöscht, weil Mastodon keine Gruppen unterstützt.
- Es gibt keine nomadische Identität mehr, weil Mastodon das nicht hat und damit nicht umgehen kann. Klone werden zu eigenständigen Konten. Umziehen geht höchstens noch per Export und Import. Und auch die Formate sind an Mastodon angepaßt.
- Alle Profile außer dem öffentlichen werden gelöscht. Damit könnte Mastodon sowieso nicht umgehen.
- Beim öffentlichen Profil werden alle Profilfelder außer dem Profiltext gelöscht. Vier neue Mehrzweck-Profilfelder werden angelegt. Das ist das, was Mastodon versteht.
- Das Konzept bidirektionaler Kontakte wird ersetzt durch einseitiges Folgen und auch einseitiges Gefolgtwerden wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht.
- Privacy-Gruppen werden umgewandelt in Listen, die nur noch haargenau die Features und die Handhabung von Mastodon-Listen haben.
- Es gibt keine verschiedenen Kanalrollen mehr, nur noch eine Art von Konto. Wie auf Mastodon. Wie gesagt, Forenkanäle werden nicht in Konten umgewandelt, sondern gänzlich gelöscht.
- Das komplette Berechtigungssystem wird ersatzlos gelöscht. Alle existierenden Berechtigungen (außer bei DMs) werden auf öffentlich gesetzt.
- Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Blacklist wird umgewandelt in jeweils eine Filtereinstellung pro Zeile. Reine Schlüsselwörter werden normale Filter. Schlüsselwörter mit RegEx, die nur dazu dienen, daß die Wörter nur als Ganzes erkannt werden, werden umgewandelt in entsprechende Filter. Alle anderen Filterzeilen werden ersatzlos gelöscht.
- Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Whitelist wird ersatzlos gelöscht, ebenso die individuellen Filter pro Kontakt.
- Überhaupt, alle Pro-Kontakt-Einstellungen werden gelöscht, weil Mastodon sowas nicht unterstützt und auch nicht damit rechnet.
- Die NSFW-Filterliste könnte auch entsprechend in Filterzeilen konvertiert werden, die Posts nicht löschen, sondern verstecken. Weil dieses Feature auf Mastodon aber nie Teil der Mastodon-Kultur geworden ist, die noch auf Mastodon 3.x basiert, wird die NSFW-Filterliste gänzlich und ersatzlos gelöscht.
- Die maximale Postlänge wird von 16.777.215 Zeichen auf 500 Zeichen reduziert. Längere Beiträge werden automatisch in Threads zerstückelt.
- Titel werden abgeschafft; existierende Titel werden gelöscht. Damit kann Mastodon eh nichts anfangen.
- Das Zusammenfassungsfeld wird in CW-Feld umbenannt, damit es aus Mastodon-Sicht nicht mehr falsch benutzt wird.
- Jegliche Form von Textformatierung und -gestaltung wird ersatzlos abgeschafft. Schon existierende Formatierungen werden entfernt.
- Eingebettete Bilder und mehr als vier Bilder pro Beitrag werden auch abgeschafft. Von den Bildern in Beiträgen werden die ersten vier in Dateianhänge umgewandelt und die übrigen gelöscht. Alt-Texte wandern in separate Text- und Datenbankfelder mit einem harten Limit von 1.500 Zeichen.
- Zitate werden abgeschafft. Auch die könnte Mastodon darstellen, aber nicht erzeugen, also gehören sie nicht nach Mastodon.
- Das Teilen von Beiträgen wird in "Zitieren" umbenannt und umgestellt auf dieselbe Art und Weise, die auch Mastodon anwendet. Oder gleich komplett abgeschafft, weil es Mastodon-Nutzer stören könnte.
- Das Wiederholen von Beiträgen wird in "Boosten" umbenannt. Oder gleich in "Retröten", weil das mehr Mastodon-Nutzer verstehen.
- Umfragen können nur noch vier Optionen haben, deren Namen auf 50 Zeichen beschränkt sind, und das Wählen mehrerer Optionen geht nicht mehr.
- Jegliche Unterstützung geschlossener Konversationen wird abgeschafft zugunsten eines losen Threadmodells wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht. Die Unterstützung für FEP-171b "Conversation Containers" wird komplett und ersatzlos gestrichen. Das ganze FEP wird gelöscht.
- Posts heißen jetzt Tröts.
- Kommentare heißen jetzt auch Tröts.
- Der Zähler für ungelesene Beiträge wird abgeschafft.
- Die HQ-Seite wird abgeschafft. Die Kanalseite wird abgeschafft. Es gibt nur noch den Network-Stream. Der wird darauf hartgecodet, nur noch Einzelbeiträge zu zeigen und keine ganzen Konversationen mehr. Das soll verhindern, daß Hubzilla-Nutzer immer noch Hubzilla irgendwie anders nutzen, als Mastodon-Nutzer Mastodon nutzen.
- Der Filespace wird abgeschafft. WebDAV sowieso. Dateien werden so gehandhabt wie auf Mastodon.
- Der Eventkalender wird abgeschafft, weil Mastodon eh keine Events kann.
- Der CalDAV-Kalenderserver wird abgeschafft.
- Der CardDAV-Adreßbuchserver wird abgeschafft.
- Artikel werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
- Planungskarten werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
- Wikis werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
- Webpages werden abgeschafft. Hubzilla wird eine neue offizielle Website brauchen.
- Kanalquellen werden abgeschafft. Auf Mastodon kann man ja auch nicht mit Bordmitteln Bots bauen, außerdem sind Bots böse.
- Der PDL-Editor wird abgeschafft. Die Unterstützung von Themes wird abgeschafft. Hubzillas Oberfläche wird hartgecodet. Entweder sieht es jetzt wie Mastodon oder wie Twitter aus. Egal, ob es eigentlich aus einer Facebook-Alternative hervorgegangen ist. Aber die primäre Facebook-Alternative im Fediverse ist jetzt auch Mastodon.
- Alle anderen optionalen Apps werden auch abgeschafft. Hubzilla ist nicht mehr modular.
So, jetzt frage ich dich: Glaubst du, Mario und Harald machen das wirklich?
Glaubst du wirklich, sie kastrieren Hubzilla tatsächlich freiwillig um locker 90% seiner Features, nur um sich Mastodon anzubiedern? Die beiden, die sich bis jetzt von Gargron überhaupt gar nichts haben sagen lassen?
Und glaubst du allen Ernstes, Hub-Admins wie @Der Pepe (Hubzilla) ⁂, @Mark Nowiasz oder @Steffen gehen wirklich dabei und stellen ihre Hubs auf das so zusammengestrichene Hubzilla 12.0 um, das sich außer im Namen praktisch nicht mehr von Mastodon unterscheidet? Für einen Diktatfrieden mit dem eigentlich konzeptionell völlig anderen und bis dahin featuremäßig hoffnungslos unterlegenen Mastodon?
Und warum glaubst du, daß genau diese Personen genau das auch tatsächlich tun werden? Auch ich hätte dafür gerne eine ehrliche Antwort.
Wohlgemerkt, @Steffen 🦉🇪🇺 hat erst vor kurzem einen Mastodon-Server abgeschaltet und setzt jetzt nur noch auf Friendica und Hubzilla. Und du glaubst allen Ernstes, er läßt zu, daß beide durch neue Versionen der Serversoftware zu Mastodon-Klonen reduziert werden?
#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #diaspora* #Mistpark #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) #Mastoverse #MastodonFediverse -
Es gibt sooooo viel Neues. Deshalb komme ich hier auch nicht zum Schreiben.
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Es gibt sooooo viel Neues. Deshalb komme ich hier auch nicht zum Schreiben.
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Es gibt sooooo viel Neues. Deshalb komme ich hier auch nicht zum Schreiben.
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Es gibt sooooo viel Neues. Deshalb komme ich hier auch nicht zum Schreiben.
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@Kristian @KristianIch hatte einen Facebook-Account von 2009 bis 2025, Instagram von 2011 bis 2024, Twitter von 2010 bis 2023, Flickr (immer noch) von 2005 bis heute. In all diesen Umgebungen hab ich Kontakte, Daten, Kommentare, persönliche Konversationen, die im Extremfall - Flickr - über zwei Jahrzehnte zurückreichen. Von individuellen Entscheidungen, dort nicht mehr sein zu wollen, mal abgesehen: Diese Systeme haben über mindestens diese Zeitspanne Daten, Verfügbarkeit, Erreichbarkeit stabil gehalten.
Dahinter stecken allerdings auch gewinnorientierte Großkonzerne mit Milliardenbudgets, die sie zu einem erheblichen Teil daher haben, daß sie die privaten Daten ihrer Nutzer verschachern.
Facebook beispielsweise hat keinen VPS. Facebook hat eigene gigantische Datenzentren mit hunderten Server-Racks und abertausenden Einzelservern. Und die haben sie weltweit. Die haben Redundanz von der Redundanz von der Redundanz. Und die haben bezahlte Vollzeit-Profi-Administratoren in Divisionsstärke.
Okay, auch Meta Platforms hat mindestens einen Single Point of Failure. Wenn der ausfällt, ist ganz Facebook tot, ist ganz Instagram tot, ist ganz Threads tot, ist ganz WhatsApp tot und ist ganz Horizon tot. Ist oft genug passiert."Vollständig" im Fediverse bin ich seit 2018, und wenn ich die Menge an Instanzen und Implementationen danebenlege, die in dieser Zwischenzeit erschienen und wieder verschwunden sind, wird es mir schwummrig.
Das Fediverse hat im allgemeinen genau null Budget. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen werden alle Server von unbezahlten freiwilligen Individuen in ihrer Freizeit betrieben.
Und "Server" heißt nicht zwingend "Rackeisen bei Hetzner oder OVH im Serverschrank", sondern oft genug "alter Rechner, den der Admin noch zu Hause rumliegen hatte, wo er einfach mal Linux, einen LAMP-Stack und Friendica draufgeschmissen hat und aus Goodwill seinen Node anderen zur Verfügung stellt". Wenn der abraucht, ist Schicht im Schacht, vor allem, wenn der Admin nicht mal eben die Kohle hat für Ersatzteile, geschweige denn eine brandneue Maschine.
Äpfel und Birnen also.
Friendica hatte ja nie eine "Friendica gGmbh" oder "Friendica, Inc.", die den einen oder anderen Leuchtturm-Node professionell betreibt. Alle Friendica-Nodes werden von Freiwilligen betrieben. Da muß man als Friendica-Nutzer nehmen, was da ist.
Guck dir mal an, wieviele Friendica-Nodes mit offener Registrierung es aktuell gibt. Wenn dich das wundert: Guck dir mal an, wieviele Nutzer Friendica hat.Das Fediverse hat kluge Technologien und fähige Programmierer. Was fehlt, ist aber komplett irgendjemand, der willens ist, diese Verantwortung für einen dauerhaften Betrieb auf sich zu nehmen - also im Sinne der Frage: Was müssen wir tun, um Nutzer für fünf, zehn, fünfzehn oder mehr Jahre mit ihren Kontakten, Daten, ... dort verlässlich drauf zu halten?
Genau das ist doch der Sinn hinter der nomadischen Identität, wegen derer Mike Macgirvin eben nicht heute noch Friendica weiterentwickelt.Neues Protokoll, neue Software, ..., sind dort zwar nett, aber spätestens an dem Punkt, an dem der Kram inkompatibel zu den vorherigen Implementationen ist, ist das vollständig nutzlos, weil ich die Daten meiner Nutzer, meiner Kunden, oder der Menschen, die auf mich vertrauen, im Zweifelsfall nicht portiert bekomme.
Dauerhafter kompletter Kompatibilitätsbruch war nie in Mikes Sinne.
Klar, idealerweise wäre es heute schon möglich, von Hubzilla nach (streams), von (streams) nach Forte und von Hubzilla nach Forte zu klonen. Und auf allen dreien, auf Knopfdruck ganze Friendica- und Mastodon-Konten zu importieren. Garantiert absolut 100% perfekt zuverlässig.
Aber du mußt das mal sehen aus der Sicht der technologischen Weiterentwicklung. Es war für Mike einfacher, Nomad erstmal voll funktionsfähig und stabil zu kriegen und auf Roadhouse und (streams) zum Laufen zu bringen. Bzw. nomadische Identität über ActivityPub auf (streams). Das war Prio 1, daß das überhaupt so läuft, wie er das will.
Um Rückwärtskompatibilität zu anderen Protokollen und Formaten konnte er sich erst danach kümmern, als das alles verläßlich lief und er nicht sowieso wieder alles umschmeißen mußte. Sonst hätte er zigtausendmal wegen irgendeinem Kleinscheiß, den er in Nomad anpassen muß, jedes einzelne verdammte Mal auch noch den Mastodon-, Friendica- und Hubzilla-Import nachziehen müssen.
Was glaubst du, warum Mike den RSS/Atom-Aggregator aus (streams) nachträglich rausgeschmissen hat? Um weniger Krimskrams im Repository zu haben, den er wegen jedem Kleinscheiß anfassen muß.
Mike und silverpill hatten ja als Ansinnen ein ActivityPub-Fediverse, wo du buchstäblich von überall nach überall nicht nur umziehen, sondern klonen kannst. Also auch ein Mastodon-Konto mit einem Klon auf Forte und noch einem auf Mitra. Nur ist das der drölfte Schritt, bevor die ersten zehn überhaupt getan sind.
Außerdem kann man es nicht den beiden ankreiden, wenn Mastodon sich der nomadischen Identität verweigern wird. Und Mastodon wird sich der nomadischen Identität verweigern. Oder ein ganz eigenes, komplett inkompatibles Konzept vorstellen, das dann nur innerhalb von Mastodon funktioniert. Das ist dann aber nicht Mikes und silverpills Schuld, sondern das ist einfach nur wieder Mastodon, das die üblichen Mastodon-Sachen macht.Das ist diese Schnellebigkeit, dieses "move-fast-and-break-things", das wir bei den großen garstigen Konzernen zu oft zu Recht beklagen.
Die Alternative wäre ein immer noch von Mike gepflegtes Hubzilla, das folglich immer noch auf dem Stand von 2015 feststeckt, wo Mike von einem vollnomadischen "Grid" aus Hubzilla-Hubs träumte, das irgendwann mal die nichtnomadische Föderation diaspora*/Friendica/Hubzilla ersetzen soll. Nur wird dieses Grid nie kommen, denn wir haben jetzt das von Mastodon dominierte Fediverse.
Alternativ wäre die Alternative ein immer noch von Mike gepflegtes Friendica. Und keinerlei wirksame Resilienz gegen spontan schließende Server, weil Mike nie die nomadische Identität erfunden hätte. Und weil es immer noch keine großen, professionell betriebenen Friendica-Nodes gäbe, weil Friendica immer noch so klein wäre wie damals, gäbe es immer noch Fälle, wo Leute alles verlieren, weil ihnen der Node unterm Hintern zusammengebrochen ist.
Und nein, Riesennodes in Größenordnungen wie mastodon.social kann es auf Friendica sowieso nicht geben. Friendica hat immer noch einen ziemlichen Ressourcenhunger pro Nase, was vor allem an den vielen Föderationsprotokollen liegt.
Ich kann mich noch erinnern, als Friendica sich mit Facebook verbinden konnte. Alle wollten auf Nodes mit Facebook-Connector sein. Und genau die Nodes waren mit höchstens ca. 130 Leuten voll und haben ihre Registrierungen dichtgemacht. Einer nach dem anderen. Aber: Die Nodes, die keinen Facebook-Connector hatten, konnten nicht sehr viel mehr Leute aufnehmen.
Die Annahme, man könnte heutzutage auf einem Friendica-Node über 10.000.000 Nutzerkonten fahren, ist irrig. Höchstens, wenn der Node sein eigenes Rechenzentrum hätte.
Allein deshalb wird Friendica nie "Too big to fail"-Riesennodes in der Art von mastodon.social haben. Und bei der Maximalgröße von Friendica-Nodes werden sich einige Node-Betreiber fragen, ob es sich wirklich lohnt, ihren gerade in Rauch aufgegangenen Nodeserver teuer zu reparieren oder zu ersetzen wegen der paar People. Ich meine, es sind schon deutlich größere und bedeutendere diaspora*-Pods dauerhaft abgeschaltet worden, als was ein Friendica-Node an Konten aufnehmen kann.Es ist, sind nur allzu oft One-Man-Shows. Siehe auch pixelfed: Da gibt's mit Instagram und Tiktok zwei Heavyweights am Markt, mit großen Teams, großen Abteilungen für Entwicklung der Serverkomponenten, Entwicklung der mobilen Apps, für Betrieb der Infrastruktur, für Automatisierung, für Trust&Safety und Moderation und so weiter. Und dann habe ich pixelfed, mit im Wesentlichen einem (in Zahlen: 1) Entwickler, der all das macht, und parallel dazu noch drei oder vier andere Projekte vorantreibt.
Noch einmal: Äpfel und Birnen.
Hätte Daniel Supernault erstmal eine Dansup Platforms, Inc. gründen, Büroblocks und Datenzentren auf allen Erdteilen bauen und 50.000 Admins und 100.000 Entwickler einstellen sollen, bevor er irgendwas hätte veröffentlichen können? Von welchem Geld? Wie hätte er das refinanzieren sollen? Und wie, ohne die Daten seiner Nutzer zu verschachern?
Wenn wir von jeder Fediverse-Anwendung erwarten, daß dahinter erstmal eine hunderte Milliarden schwere, börsennotierte globale Gigacorporation aufgezogen wird, bevor es irgendwelche Produkte gibt, dann hätten wir kein Fediverse.
Das Fediverse muß mit dem auskommen, was es hat. Entwickler sind knapp, knapper als Ideen. Und Geld gibt es in einem dediziert antikapitalistischen Netzwerk wie dem Fediverse eh kaum, geschweige denn die zig Billionen Dollar, die es bräuchte, um das ganze Fediverse auf das Niveau der kommerziellen Produkte börsennotierter golbaler Gigacorporations zu bringen.Siehe das Debranding: Kompatibilität zwischen Systemen herzustellen ist bei einer losen Spezifikation und unvermeidlichen Bugs eh schon schwer genug; wenn ich darauf verzichte, eine der wenigen Möglichkeiten für andere Beteiligte, eine Software zu identifizieren (und damit Rückschlüsse auf deren Verhalten zu tun) wegschneide - nodeinfo - dann ist das nicht nur ein versehentlicher, sondern ein sehr bewusster Akt, anderen Ärger zu machen.
Das war nie ein Versehen. Das Debranding war volle Absicht. Absolut vorsätzlich. Und sehr gut begründet.
Das Ziel war, Markenfans zu irritieren. Diejenigen, die Fanbois oder Fangurls von Mastodon oder Misskey oder Friendica oder was auch immer waren, nicht, weil sie technologisch von denen überzeugt waren, sondern weil sie einfach Markenfans waren und ganz fest daran glaubten, Mastodon/Misskey/Friendica ist am besten, weil es einfach die geilste Marke ist.
Auch das Entfernen von nodeinfo war Absicht und absolut vorsätzlich. Damit wollte Mike verhindern, daß Leute mit Zahlen von The Federation oder der FediDB oder dem Fediverse Observer ankommen und sagen: "Mastodon/Misskey/Friendica ist ja mal viel geiler als Streams, weil das hat ja viel mehr Server/Nutzer/Posts!" Dieser "Mehr Server/Nutzer/Posts = bessere Software"-Wettstreit ging Mike komplett auf den Sack. Also hat er Gegenmaßnahmen ergriffen.
Dazu kommt noch etwas: Mike weiß, wie gut sein Zeugs ist. Und als jemand, der schon für Geld in der Softwareindustrie gearbeitet hat (als einer der ganz wenigen Fediverse-Entwickler), weiß er auch eine Sache ganz genau: IT-Konzerne greifen sich gern den richtig geilen Scheiß, entweder gegen Geld oder, wenn es quelloffen ist, ohne Bezahlung. Und Mike will nicht, daß seine Software von irgendeinem Konzern übernommen, proprietär und unfrei gemacht und dann als deren komplette Eigenkreation rausgebracht wird.
Auch deshalb kein nodeinfo, damit kein IT-Konzern je erfahren wird, was (streams) für Zahlen hat. Falls (streams) wirklich durchstarten sollte.
Das ist übrigens auch der Grund, warum Friendica 2011 eine Zeitlang zwei Repositories hatte: Friendika/Friendica selbst, also das ursprüngliche Repository, war das Produktivrepository. Das war das offizielle Repository. Daraus wurden die Nodes betrieben. Aber: Mike hat davon ein Geheimrepository namens Free-Friendika geforkt, hat das unter der MIT-Lizenz belassen, hat es benutzt, um Friendica weiterzuentwickeln, und hat Friendica selbst unter die GNU Affero GPLv3 gestellt.
Ein Konzern hätte Friendica erst relizensieren müssen oder sich an die AGPL halten. Free-Friendika-Code hätte ein Konzern problemlos nach proprietär, unfrei und closed-source relizensieren können. Aber von Free-Friendika hätte kein Konzern je erfahren, das war Mikes Geheimrepository. Und Mike selbst brauchte nichts unter der AGPL zu entwickeln; sein eigener Code blieb immer unter der MIT-Lizenz.
Zitat direkt vom streams-Repository, geschrieben von Mike (https://codeberg.org/streams/streams):
The first thing to be aware of when discussing the streams repository is that it has no brand or brand identity. None. The name is the name of a code repository. Hence "the streams repository". It isn't a product. It's just a collection of code which implements a fediverse server that does some really cool stuff. There is no flagship instance. There is no mascot. In fact all brand information has been removed. You are free to release it under your own brand. Whatever you decide to call your instance of the software is the only brand you'll see. The software is in the public domain to the extent permissable by law. There is no license.
If you look for the streams repository in a list of popular fediverse servers, you won't find it. We're not big on tracking and other spyware. Nobody knows how many instances there are or how many Monthly Active Users there are. These things are probably important to corporations considering takeover targets. They aren't so important to people sharing things with friends and family.Aber anders als bei anderen förderierten Servern hat Mastodon zumindest die /Motivation/, den Anspruch, das irgendwie zu schaffen, anstelle im technischen Rauschen verlorenzugehen.
Das hat bei Mastodon aber andere Gründe.
Der eine: Mastodon hatte 2016 das Glück, Coverage durch die deutsche Presse zu bekommen. Das setzte einen Schneeball in Bewegung, durch den Mastodon so riesengroß wurde, daß alle glauben, Fediverse = Mastodon.
Ernsthaft: Sind die Leute in Scharen zu Mastodon gekommen, weil es am zuverlässigsten ist? Nein. Sind sie gekommen, weil es technologisch am besten ist? Nein.
Warum dann? Weil sie nur Mastodon kannten. Weil sie von den Alternativen nie gehört hatten. Weil ihnen niemand von den Alternativen erzählt hatte. Weil auch diejenigen, die sie nach Mastodon geholt haben, nie von den Alternativen gehört hatten und glaubten, das Fediverse sei nur Mastodon.
Oder weil ihnen "der Einfachheit halber" und "des einfacheren Verständnis halber" das Fediverse außerhalb von Mastodon verschwiegen wurde. Es gibt Leute, die genau dieses Vorgehen mit Zähnen und Klauen verteidigen.
Der andere, und der basiert auf dem ersten: Hinter Mastodon stehen zwei Unternehmen, die Mastodon gGmbH und die gewinnorientierte US-amerikanische Mastodon, Inc. Mastodon hat das Budget für bezahlte professionelle Vollzeitentwickler. Eugen Rochko ist der einzige, der durch das Fediverse zum Millionär wurde. Kein Witz.
Die Motivation und den Anspruch haben auch andere. Der Unterschied: Mastodon hat die Kohle. Und die Marktmacht. Das ist die Realität.
Hätte Mike eine Zotlabs, Inc. aufgezogen mit einem Milliardenbudget, wäre Facebook heute ziemlich am Arsch, Hubzilla und Zap oder (streams) wären das Maß aller Dinge, ActivityPub wäre eine Randnotiz der Geschichte, Zot das neue HTTP, und über Mastodon würde man sich kaputtlachen. Aber, bitte, wie soll ein Bauer und Hobbyprogrammierer am australischen Arsch der Heide eine milliardenschwäre Zotlabs, Inc. aufziehen?
#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) -
@Kristian @KristianIch hatte einen Facebook-Account von 2009 bis 2025, Instagram von 2011 bis 2024, Twitter von 2010 bis 2023, Flickr (immer noch) von 2005 bis heute. In all diesen Umgebungen hab ich Kontakte, Daten, Kommentare, persönliche Konversationen, die im Extremfall - Flickr - über zwei Jahrzehnte zurückreichen. Von individuellen Entscheidungen, dort nicht mehr sein zu wollen, mal abgesehen: Diese Systeme haben über mindestens diese Zeitspanne Daten, Verfügbarkeit, Erreichbarkeit stabil gehalten.
Dahinter stecken allerdings auch gewinnorientierte Großkonzerne mit Milliardenbudgets, die sie zu einem erheblichen Teil daher haben, daß sie die privaten Daten ihrer Nutzer verschachern.
Facebook beispielsweise hat keinen VPS. Facebook hat eigene gigantische Datenzentren mit hunderten Server-Racks und abertausenden Einzelservern. Und die haben sie weltweit. Die haben Redundanz von der Redundanz von der Redundanz. Und die haben bezahlte Vollzeit-Profi-Administratoren in Divisionsstärke.
Okay, auch Meta Platforms hat mindestens einen Single Point of Failure. Wenn der ausfällt, ist ganz Facebook tot, ist ganz Instagram tot, ist ganz Threads tot, ist ganz WhatsApp tot und ist ganz Horizon tot. Ist oft genug passiert."Vollständig" im Fediverse bin ich seit 2018, und wenn ich die Menge an Instanzen und Implementationen danebenlege, die in dieser Zwischenzeit erschienen und wieder verschwunden sind, wird es mir schwummrig.
Das Fediverse hat im allgemeinen genau null Budget. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen werden alle Server von unbezahlten freiwilligen Individuen in ihrer Freizeit betrieben.
Und "Server" heißt nicht zwingend "Rackeisen bei Hetzner oder OVH im Serverschrank", sondern oft genug "alter Rechner, den der Admin noch zu Hause rumliegen hatte, wo er einfach mal Linux, einen LAMP-Stack und Friendica draufgeschmissen hat und aus Goodwill seinen Node anderen zur Verfügung stellt". Wenn der abraucht, ist Schicht im Schacht, vor allem, wenn der Admin nicht mal eben die Kohle hat für Ersatzteile, geschweige denn eine brandneue Maschine.
Äpfel und Birnen also.
Friendica hatte ja nie eine "Friendica gGmbh" oder "Friendica, Inc.", die den einen oder anderen Leuchtturm-Node professionell betreibt. Alle Friendica-Nodes werden von Freiwilligen betrieben. Da muß man als Friendica-Nutzer nehmen, was da ist.
Guck dir mal an, wieviele Friendica-Nodes mit offener Registrierung es aktuell gibt. Wenn dich das wundert: Guck dir mal an, wieviele Nutzer Friendica hat.Das Fediverse hat kluge Technologien und fähige Programmierer. Was fehlt, ist aber komplett irgendjemand, der willens ist, diese Verantwortung für einen dauerhaften Betrieb auf sich zu nehmen - also im Sinne der Frage: Was müssen wir tun, um Nutzer für fünf, zehn, fünfzehn oder mehr Jahre mit ihren Kontakten, Daten, ... dort verlässlich drauf zu halten?
Genau das ist doch der Sinn hinter der nomadischen Identität, wegen derer Mike Macgirvin eben nicht heute noch Friendica weiterentwickelt.Neues Protokoll, neue Software, ..., sind dort zwar nett, aber spätestens an dem Punkt, an dem der Kram inkompatibel zu den vorherigen Implementationen ist, ist das vollständig nutzlos, weil ich die Daten meiner Nutzer, meiner Kunden, oder der Menschen, die auf mich vertrauen, im Zweifelsfall nicht portiert bekomme.
Dauerhafter kompletter Kompatibilitätsbruch war nie in Mikes Sinne.
Klar, idealerweise wäre es heute schon möglich, von Hubzilla nach (streams), von (streams) nach Forte und von Hubzilla nach Forte zu klonen. Und auf allen dreien, auf Knopfdruck ganze Friendica- und Mastodon-Konten zu importieren. Garantiert absolut 100% perfekt zuverlässig.
Aber du mußt das mal sehen aus der Sicht der technologischen Weiterentwicklung. Es war für Mike einfacher, Nomad erstmal voll funktionsfähig und stabil zu kriegen und auf Roadhouse und (streams) zum Laufen zu bringen. Bzw. nomadische Identität über ActivityPub auf (streams). Das war Prio 1, daß das überhaupt so läuft, wie er das will.
Um Rückwärtskompatibilität zu anderen Protokollen und Formaten konnte er sich erst danach kümmern, als das alles verläßlich lief und er nicht sowieso wieder alles umschmeißen mußte. Sonst hätte er zigtausendmal wegen irgendeinem Kleinscheiß, den er in Nomad anpassen muß, jedes einzelne verdammte Mal auch noch den Mastodon-, Friendica- und Hubzilla-Import nachziehen müssen.
Was glaubst du, warum Mike den RSS/Atom-Aggregator aus (streams) nachträglich rausgeschmissen hat? Um weniger Krimskrams im Repository zu haben, den er wegen jedem Kleinscheiß anfassen muß.
Mike und silverpill hatten ja als Ansinnen ein ActivityPub-Fediverse, wo du buchstäblich von überall nach überall nicht nur umziehen, sondern klonen kannst. Also auch ein Mastodon-Konto mit einem Klon auf Forte und noch einem auf Mitra. Nur ist das der drölfte Schritt, bevor die ersten zehn überhaupt getan sind.
Außerdem kann man es nicht den beiden ankreiden, wenn Mastodon sich der nomadischen Identität verweigern wird. Und Mastodon wird sich der nomadischen Identität verweigern. Oder ein ganz eigenes, komplett inkompatibles Konzept vorstellen, das dann nur innerhalb von Mastodon funktioniert. Das ist dann aber nicht Mikes und silverpills Schuld, sondern das ist einfach nur wieder Mastodon, das die üblichen Mastodon-Sachen macht.Das ist diese Schnellebigkeit, dieses "move-fast-and-break-things", das wir bei den großen garstigen Konzernen zu oft zu Recht beklagen.
Die Alternative wäre ein immer noch von Mike gepflegtes Hubzilla, das folglich immer noch auf dem Stand von 2015 feststeckt, wo Mike von einem vollnomadischen "Grid" aus Hubzilla-Hubs träumte, das irgendwann mal die nichtnomadische Föderation diaspora*/Friendica/Hubzilla ersetzen soll. Nur wird dieses Grid nie kommen, denn wir haben jetzt das von Mastodon dominierte Fediverse.
Alternativ wäre die Alternative ein immer noch von Mike gepflegtes Friendica. Und keinerlei wirksame Resilienz gegen spontan schließende Server, weil Mike nie die nomadische Identität erfunden hätte. Und weil es immer noch keine großen, professionell betriebenen Friendica-Nodes gäbe, weil Friendica immer noch so klein wäre wie damals, gäbe es immer noch Fälle, wo Leute alles verlieren, weil ihnen der Node unterm Hintern zusammengebrochen ist.
Und nein, Riesennodes in Größenordnungen wie mastodon.social kann es auf Friendica sowieso nicht geben. Friendica hat immer noch einen ziemlichen Ressourcenhunger pro Nase, was vor allem an den vielen Föderationsprotokollen liegt.
Ich kann mich noch erinnern, als Friendica sich mit Facebook verbinden konnte. Alle wollten auf Nodes mit Facebook-Connector sein. Und genau die Nodes waren mit höchstens ca. 130 Leuten voll und haben ihre Registrierungen dichtgemacht. Einer nach dem anderen. Aber: Die Nodes, die keinen Facebook-Connector hatten, konnten nicht sehr viel mehr Leute aufnehmen.
Die Annahme, man könnte heutzutage auf einem Friendica-Node über 10.000.000 Nutzerkonten fahren, ist irrig. Höchstens, wenn der Node sein eigenes Rechenzentrum hätte.
Allein deshalb wird Friendica nie "Too big to fail"-Riesennodes in der Art von mastodon.social haben. Und bei der Maximalgröße von Friendica-Nodes werden sich einige Node-Betreiber fragen, ob es sich wirklich lohnt, ihren gerade in Rauch aufgegangenen Nodeserver teuer zu reparieren oder zu ersetzen wegen der paar People. Ich meine, es sind schon deutlich größere und bedeutendere diaspora*-Pods dauerhaft abgeschaltet worden, als was ein Friendica-Node an Konten aufnehmen kann.Es ist, sind nur allzu oft One-Man-Shows. Siehe auch pixelfed: Da gibt's mit Instagram und Tiktok zwei Heavyweights am Markt, mit großen Teams, großen Abteilungen für Entwicklung der Serverkomponenten, Entwicklung der mobilen Apps, für Betrieb der Infrastruktur, für Automatisierung, für Trust&Safety und Moderation und so weiter. Und dann habe ich pixelfed, mit im Wesentlichen einem (in Zahlen: 1) Entwickler, der all das macht, und parallel dazu noch drei oder vier andere Projekte vorantreibt.
Noch einmal: Äpfel und Birnen.
Hätte Daniel Supernault erstmal eine Dansup Platforms, Inc. gründen, Büroblocks und Datenzentren auf allen Erdteilen bauen und 50.000 Admins und 100.000 Entwickler einstellen sollen, bevor er irgendwas hätte veröffentlichen können? Von welchem Geld? Wie hätte er das refinanzieren sollen? Und wie, ohne die Daten seiner Nutzer zu verschachern?
Wenn wir von jeder Fediverse-Anwendung erwarten, daß dahinter erstmal eine hunderte Milliarden schwere, börsennotierte globale Gigacorporation aufgezogen wird, bevor es irgendwelche Produkte gibt, dann hätten wir kein Fediverse.
Das Fediverse muß mit dem auskommen, was es hat. Entwickler sind knapp, knapper als Ideen. Und Geld gibt es in einem dediziert antikapitalistischen Netzwerk wie dem Fediverse eh kaum, geschweige denn die zig Billionen Dollar, die es bräuchte, um das ganze Fediverse auf das Niveau der kommerziellen Produkte börsennotierter golbaler Gigacorporations zu bringen.Siehe das Debranding: Kompatibilität zwischen Systemen herzustellen ist bei einer losen Spezifikation und unvermeidlichen Bugs eh schon schwer genug; wenn ich darauf verzichte, eine der wenigen Möglichkeiten für andere Beteiligte, eine Software zu identifizieren (und damit Rückschlüsse auf deren Verhalten zu tun) wegschneide - nodeinfo - dann ist das nicht nur ein versehentlicher, sondern ein sehr bewusster Akt, anderen Ärger zu machen.
Das war nie ein Versehen. Das Debranding war volle Absicht. Absolut vorsätzlich. Und sehr gut begründet.
Das Ziel war, Markenfans zu irritieren. Diejenigen, die Fanbois oder Fangurls von Mastodon oder Misskey oder Friendica oder was auch immer waren, nicht, weil sie technologisch von denen überzeugt waren, sondern weil sie einfach Markenfans waren und ganz fest daran glaubten, Mastodon/Misskey/Friendica ist am besten, weil es einfach die geilste Marke ist.
Auch das Entfernen von nodeinfo war Absicht und absolut vorsätzlich. Damit wollte Mike verhindern, daß Leute mit Zahlen von The Federation oder der FediDB oder dem Fediverse Observer ankommen und sagen: "Mastodon/Misskey/Friendica ist ja mal viel geiler als Streams, weil das hat ja viel mehr Server/Nutzer/Posts!" Dieser "Mehr Server/Nutzer/Posts = bessere Software"-Wettstreit ging Mike komplett auf den Sack. Also hat er Gegenmaßnahmen ergriffen.
Dazu kommt noch etwas: Mike weiß, wie gut sein Zeugs ist. Und als jemand, der schon für Geld in der Softwareindustrie gearbeitet hat (als einer der ganz wenigen Fediverse-Entwickler), weiß er auch eine Sache ganz genau: IT-Konzerne greifen sich gern den richtig geilen Scheiß, entweder gegen Geld oder, wenn es quelloffen ist, ohne Bezahlung. Und Mike will nicht, daß seine Software von irgendeinem Konzern übernommen, proprietär und unfrei gemacht und dann als deren komplette Eigenkreation rausgebracht wird.
Auch deshalb kein nodeinfo, damit kein IT-Konzern je erfahren wird, was (streams) für Zahlen hat. Falls (streams) wirklich durchstarten sollte.
Das ist übrigens auch der Grund, warum Friendica 2011 eine Zeitlang zwei Repositories hatte: Friendika/Friendica selbst, also das ursprüngliche Repository, war das Produktivrepository. Das war das offizielle Repository. Daraus wurden die Nodes betrieben. Aber: Mike hat davon ein Geheimrepository namens Free-Friendika geforkt, hat das unter der MIT-Lizenz belassen, hat es benutzt, um Friendica weiterzuentwickeln, und hat Friendica selbst unter die GNU Affero GPLv3 gestellt.
Ein Konzern hätte Friendica erst relizensieren müssen oder sich an die AGPL halten. Free-Friendika-Code hätte ein Konzern problemlos nach proprietär, unfrei und closed-source relizensieren können. Aber von Free-Friendika hätte kein Konzern je erfahren, das war Mikes Geheimrepository. Und Mike selbst brauchte nichts unter der AGPL zu entwickeln; sein eigener Code blieb immer unter der MIT-Lizenz.
Zitat direkt vom streams-Repository, geschrieben von Mike (https://codeberg.org/streams/streams):
The first thing to be aware of when discussing the streams repository is that it has no brand or brand identity. None. The name is the name of a code repository. Hence "the streams repository". It isn't a product. It's just a collection of code which implements a fediverse server that does some really cool stuff. There is no flagship instance. There is no mascot. In fact all brand information has been removed. You are free to release it under your own brand. Whatever you decide to call your instance of the software is the only brand you'll see. The software is in the public domain to the extent permissable by law. There is no license.
If you look for the streams repository in a list of popular fediverse servers, you won't find it. We're not big on tracking and other spyware. Nobody knows how many instances there are or how many Monthly Active Users there are. These things are probably important to corporations considering takeover targets. They aren't so important to people sharing things with friends and family.Aber anders als bei anderen förderierten Servern hat Mastodon zumindest die /Motivation/, den Anspruch, das irgendwie zu schaffen, anstelle im technischen Rauschen verlorenzugehen.
Das hat bei Mastodon aber andere Gründe.
Der eine: Mastodon hatte 2016 das Glück, Coverage durch die deutsche Presse zu bekommen. Das setzte einen Schneeball in Bewegung, durch den Mastodon so riesengroß wurde, daß alle glauben, Fediverse = Mastodon.
Ernsthaft: Sind die Leute in Scharen zu Mastodon gekommen, weil es am zuverlässigsten ist? Nein. Sind sie gekommen, weil es technologisch am besten ist? Nein.
Warum dann? Weil sie nur Mastodon kannten. Weil sie von den Alternativen nie gehört hatten. Weil ihnen niemand von den Alternativen erzählt hatte. Weil auch diejenigen, die sie nach Mastodon geholt haben, nie von den Alternativen gehört hatten und glaubten, das Fediverse sei nur Mastodon.
Oder weil ihnen "der Einfachheit halber" und "des einfacheren Verständnis halber" das Fediverse außerhalb von Mastodon verschwiegen wurde. Es gibt Leute, die genau dieses Vorgehen mit Zähnen und Klauen verteidigen.
Der andere, und der basiert auf dem ersten: Hinter Mastodon stehen zwei Unternehmen, die Mastodon gGmbH und die gewinnorientierte US-amerikanische Mastodon, Inc. Mastodon hat das Budget für bezahlte professionelle Vollzeitentwickler. Eugen Rochko ist der einzige, der durch das Fediverse zum Millionär wurde. Kein Witz.
Die Motivation und den Anspruch haben auch andere. Der Unterschied: Mastodon hat die Kohle. Und die Marktmacht. Das ist die Realität.
Hätte Mike eine Zotlabs, Inc. aufgezogen mit einem Milliardenbudget, wäre Facebook heute ziemlich am Arsch, Hubzilla und Zap oder (streams) wären das Maß aller Dinge, ActivityPub wäre eine Randnotiz der Geschichte, Zot das neue HTTP, und über Mastodon würde man sich kaputtlachen. Aber, bitte, wie soll ein Bauer und Hobbyprogrammierer am australischen Arsch der Heide eine milliardenschwäre Zotlabs, Inc. aufziehen?
#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) -
@Kristian @KristianIch hatte einen Facebook-Account von 2009 bis 2025, Instagram von 2011 bis 2024, Twitter von 2010 bis 2023, Flickr (immer noch) von 2005 bis heute. In all diesen Umgebungen hab ich Kontakte, Daten, Kommentare, persönliche Konversationen, die im Extremfall - Flickr - über zwei Jahrzehnte zurückreichen. Von individuellen Entscheidungen, dort nicht mehr sein zu wollen, mal abgesehen: Diese Systeme haben über mindestens diese Zeitspanne Daten, Verfügbarkeit, Erreichbarkeit stabil gehalten.
Dahinter stecken allerdings auch gewinnorientierte Großkonzerne mit Milliardenbudgets, die sie zu einem erheblichen Teil daher haben, daß sie die privaten Daten ihrer Nutzer verschachern.
Facebook beispielsweise hat keinen VPS. Facebook hat eigene gigantische Datenzentren mit hunderten Server-Racks und abertausenden Einzelservern. Und die haben sie weltweit. Die haben Redundanz von der Redundanz von der Redundanz. Und die haben bezahlte Vollzeit-Profi-Administratoren in Divisionsstärke.
Okay, auch Meta Platforms hat mindestens einen Single Point of Failure. Wenn der ausfällt, ist ganz Facebook tot, ist ganz Instagram tot, ist ganz Threads tot, ist ganz WhatsApp tot und ist ganz Horizon tot. Ist oft genug passiert."Vollständig" im Fediverse bin ich seit 2018, und wenn ich die Menge an Instanzen und Implementationen danebenlege, die in dieser Zwischenzeit erschienen und wieder verschwunden sind, wird es mir schwummrig.
Das Fediverse hat im allgemeinen genau null Budget. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen werden alle Server von unbezahlten freiwilligen Individuen in ihrer Freizeit betrieben.
Und "Server" heißt nicht zwingend "Rackeisen bei Hetzner oder OVH im Serverschrank", sondern oft genug "alter Rechner, den der Admin noch zu Hause rumliegen hatte, wo er einfach mal Linux, einen LAMP-Stack und Friendica draufgeschmissen hat und aus Goodwill seinen Node anderen zur Verfügung stellt". Wenn der abraucht, ist Schicht im Schacht, vor allem, wenn der Admin nicht mal eben die Kohle hat für Ersatzteile, geschweige denn eine brandneue Maschine.
Äpfel und Birnen also.
Friendica hatte ja nie eine "Friendica gGmbh" oder "Friendica, Inc.", die den einen oder anderen Leuchtturm-Node professionell betreibt. Alle Friendica-Nodes werden von Freiwilligen betrieben. Da muß man als Friendica-Nutzer nehmen, was da ist.
Guck dir mal an, wieviele Friendica-Nodes mit offener Registrierung es aktuell gibt. Wenn dich das wundert: Guck dir mal an, wieviele Nutzer Friendica hat.Das Fediverse hat kluge Technologien und fähige Programmierer. Was fehlt, ist aber komplett irgendjemand, der willens ist, diese Verantwortung für einen dauerhaften Betrieb auf sich zu nehmen - also im Sinne der Frage: Was müssen wir tun, um Nutzer für fünf, zehn, fünfzehn oder mehr Jahre mit ihren Kontakten, Daten, ... dort verlässlich drauf zu halten?
Genau das ist doch der Sinn hinter der nomadischen Identität, wegen derer Mike Macgirvin eben nicht heute noch Friendica weiterentwickelt.Neues Protokoll, neue Software, ..., sind dort zwar nett, aber spätestens an dem Punkt, an dem der Kram inkompatibel zu den vorherigen Implementationen ist, ist das vollständig nutzlos, weil ich die Daten meiner Nutzer, meiner Kunden, oder der Menschen, die auf mich vertrauen, im Zweifelsfall nicht portiert bekomme.
Dauerhafter kompletter Kompatibilitätsbruch war nie in Mikes Sinne.
Klar, idealerweise wäre es heute schon möglich, von Hubzilla nach (streams), von (streams) nach Forte und von Hubzilla nach Forte zu klonen. Und auf allen dreien, auf Knopfdruck ganze Friendica- und Mastodon-Konten zu importieren. Garantiert absolut 100% perfekt zuverlässig.
Aber du mußt das mal sehen aus der Sicht der technologischen Weiterentwicklung. Es war für Mike einfacher, Nomad erstmal voll funktionsfähig und stabil zu kriegen und auf Roadhouse und (streams) zum Laufen zu bringen. Bzw. nomadische Identität über ActivityPub auf (streams). Das war Prio 1, daß das überhaupt so läuft, wie er das will.
Um Rückwärtskompatibilität zu anderen Protokollen und Formaten konnte er sich erst danach kümmern, als das alles verläßlich lief und er nicht sowieso wieder alles umschmeißen mußte. Sonst hätte er zigtausendmal wegen irgendeinem Kleinscheiß, den er in Nomad anpassen muß, jedes einzelne verdammte Mal auch noch den Mastodon-, Friendica- und Hubzilla-Import nachziehen müssen.
Was glaubst du, warum Mike den RSS/Atom-Aggregator aus (streams) nachträglich rausgeschmissen hat? Um weniger Krimskrams im Repository zu haben, den er wegen jedem Kleinscheiß anfassen muß.
Mike und silverpill hatten ja als Ansinnen ein ActivityPub-Fediverse, wo du buchstäblich von überall nach überall nicht nur umziehen, sondern klonen kannst. Also auch ein Mastodon-Konto mit einem Klon auf Forte und noch einem auf Mitra. Nur ist das der drölfte Schritt, bevor die ersten zehn überhaupt getan sind.
Außerdem kann man es nicht den beiden ankreiden, wenn Mastodon sich der nomadischen Identität verweigern wird. Und Mastodon wird sich der nomadischen Identität verweigern. Oder ein ganz eigenes, komplett inkompatibles Konzept vorstellen, das dann nur innerhalb von Mastodon funktioniert. Das ist dann aber nicht Mikes und silverpills Schuld, sondern das ist einfach nur wieder Mastodon, das die üblichen Mastodon-Sachen macht.Das ist diese Schnellebigkeit, dieses "move-fast-and-break-things", das wir bei den großen garstigen Konzernen zu oft zu Recht beklagen.
Die Alternative wäre ein immer noch von Mike gepflegtes Hubzilla, das folglich immer noch auf dem Stand von 2015 feststeckt, wo Mike von einem vollnomadischen "Grid" aus Hubzilla-Hubs träumte, das irgendwann mal die nichtnomadische Föderation diaspora*/Friendica/Hubzilla ersetzen soll. Nur wird dieses Grid nie kommen, denn wir haben jetzt das von Mastodon dominierte Fediverse.
Alternativ wäre die Alternative ein immer noch von Mike gepflegtes Friendica. Und keinerlei wirksame Resilienz gegen spontan schließende Server, weil Mike nie die nomadische Identität erfunden hätte. Und weil es immer noch keine großen, professionell betriebenen Friendica-Nodes gäbe, weil Friendica immer noch so klein wäre wie damals, gäbe es immer noch Fälle, wo Leute alles verlieren, weil ihnen der Node unterm Hintern zusammengebrochen ist.
Und nein, Riesennodes in Größenordnungen wie mastodon.social kann es auf Friendica sowieso nicht geben. Friendica hat immer noch einen ziemlichen Ressourcenhunger pro Nase, was vor allem an den vielen Föderationsprotokollen liegt.
Ich kann mich noch erinnern, als Friendica sich mit Facebook verbinden konnte. Alle wollten auf Nodes mit Facebook-Connector sein. Und genau die Nodes waren mit höchstens ca. 130 Leuten voll und haben ihre Registrierungen dichtgemacht. Einer nach dem anderen. Aber: Die Nodes, die keinen Facebook-Connector hatten, konnten nicht sehr viel mehr Leute aufnehmen.
Die Annahme, man könnte heutzutage auf einem Friendica-Node über 10.000.000 Nutzerkonten fahren, ist irrig. Höchstens, wenn der Node sein eigenes Rechenzentrum hätte.
Allein deshalb wird Friendica nie "Too big to fail"-Riesennodes in der Art von mastodon.social haben. Und bei der Maximalgröße von Friendica-Nodes werden sich einige Node-Betreiber fragen, ob es sich wirklich lohnt, ihren gerade in Rauch aufgegangenen Nodeserver teuer zu reparieren oder zu ersetzen wegen der paar People. Ich meine, es sind schon deutlich größere und bedeutendere diaspora*-Pods dauerhaft abgeschaltet worden, als was ein Friendica-Node an Konten aufnehmen kann.Es ist, sind nur allzu oft One-Man-Shows. Siehe auch pixelfed: Da gibt's mit Instagram und Tiktok zwei Heavyweights am Markt, mit großen Teams, großen Abteilungen für Entwicklung der Serverkomponenten, Entwicklung der mobilen Apps, für Betrieb der Infrastruktur, für Automatisierung, für Trust&Safety und Moderation und so weiter. Und dann habe ich pixelfed, mit im Wesentlichen einem (in Zahlen: 1) Entwickler, der all das macht, und parallel dazu noch drei oder vier andere Projekte vorantreibt.
Noch einmal: Äpfel und Birnen.
Hätte Daniel Supernault erstmal eine Dansup Platforms, Inc. gründen, Büroblocks und Datenzentren auf allen Erdteilen bauen und 50.000 Admins und 100.000 Entwickler einstellen sollen, bevor er irgendwas hätte veröffentlichen können? Von welchem Geld? Wie hätte er das refinanzieren sollen? Und wie, ohne die Daten seiner Nutzer zu verschachern?
Wenn wir von jeder Fediverse-Anwendung erwarten, daß dahinter erstmal eine hunderte Milliarden schwere, börsennotierte globale Gigacorporation aufgezogen wird, bevor es irgendwelche Produkte gibt, dann hätten wir kein Fediverse.
Das Fediverse muß mit dem auskommen, was es hat. Entwickler sind knapp, knapper als Ideen. Und Geld gibt es in einem dediziert antikapitalistischen Netzwerk wie dem Fediverse eh kaum, geschweige denn die zig Billionen Dollar, die es bräuchte, um das ganze Fediverse auf das Niveau der kommerziellen Produkte börsennotierter golbaler Gigacorporations zu bringen.Siehe das Debranding: Kompatibilität zwischen Systemen herzustellen ist bei einer losen Spezifikation und unvermeidlichen Bugs eh schon schwer genug; wenn ich darauf verzichte, eine der wenigen Möglichkeiten für andere Beteiligte, eine Software zu identifizieren (und damit Rückschlüsse auf deren Verhalten zu tun) wegschneide - nodeinfo - dann ist das nicht nur ein versehentlicher, sondern ein sehr bewusster Akt, anderen Ärger zu machen.
Das war nie ein Versehen. Das Debranding war volle Absicht. Absolut vorsätzlich. Und sehr gut begründet.
Das Ziel war, Markenfans zu irritieren. Diejenigen, die Fanbois oder Fangurls von Mastodon oder Misskey oder Friendica oder was auch immer waren, nicht, weil sie technologisch von denen überzeugt waren, sondern weil sie einfach Markenfans waren und ganz fest daran glaubten, Mastodon/Misskey/Friendica ist am besten, weil es einfach die geilste Marke ist.
Auch das Entfernen von nodeinfo war Absicht und absolut vorsätzlich. Damit wollte Mike verhindern, daß Leute mit Zahlen von The Federation oder der FediDB oder dem Fediverse Observer ankommen und sagen: "Mastodon/Misskey/Friendica ist ja mal viel geiler als Streams, weil das hat ja viel mehr Server/Nutzer/Posts!" Dieser "Mehr Server/Nutzer/Posts = bessere Software"-Wettstreit ging Mike komplett auf den Sack. Also hat er Gegenmaßnahmen ergriffen.
Dazu kommt noch etwas: Mike weiß, wie gut sein Zeugs ist. Und als jemand, der schon für Geld in der Softwareindustrie gearbeitet hat (als einer der ganz wenigen Fediverse-Entwickler), weiß er auch eine Sache ganz genau: IT-Konzerne greifen sich gern den richtig geilen Scheiß, entweder gegen Geld oder, wenn es quelloffen ist, ohne Bezahlung. Und Mike will nicht, daß seine Software von irgendeinem Konzern übernommen, proprietär und unfrei gemacht und dann als deren komplette Eigenkreation rausgebracht wird.
Auch deshalb kein nodeinfo, damit kein IT-Konzern je erfahren wird, was (streams) für Zahlen hat. Falls (streams) wirklich durchstarten sollte.
Das ist übrigens auch der Grund, warum Friendica 2011 eine Zeitlang zwei Repositories hatte: Friendika/Friendica selbst, also das ursprüngliche Repository, war das Produktivrepository. Das war das offizielle Repository. Daraus wurden die Nodes betrieben. Aber: Mike hat davon ein Geheimrepository namens Free-Friendika geforkt, hat das unter der MIT-Lizenz belassen, hat es benutzt, um Friendica weiterzuentwickeln, und hat Friendica selbst unter die GNU Affero GPLv3 gestellt.
Ein Konzern hätte Friendica erst relizensieren müssen oder sich an die AGPL halten. Free-Friendika-Code hätte ein Konzern problemlos nach proprietär, unfrei und closed-source relizensieren können. Aber von Free-Friendika hätte kein Konzern je erfahren, das war Mikes Geheimrepository. Und Mike selbst brauchte nichts unter der AGPL zu entwickeln; sein eigener Code blieb immer unter der MIT-Lizenz.
Zitat direkt vom streams-Repository, geschrieben von Mike (https://codeberg.org/streams/streams):
The first thing to be aware of when discussing the streams repository is that it has no brand or brand identity. None. The name is the name of a code repository. Hence "the streams repository". It isn't a product. It's just a collection of code which implements a fediverse server that does some really cool stuff. There is no flagship instance. There is no mascot. In fact all brand information has been removed. You are free to release it under your own brand. Whatever you decide to call your instance of the software is the only brand you'll see. The software is in the public domain to the extent permissable by law. There is no license.
If you look for the streams repository in a list of popular fediverse servers, you won't find it. We're not big on tracking and other spyware. Nobody knows how many instances there are or how many Monthly Active Users there are. These things are probably important to corporations considering takeover targets. They aren't so important to people sharing things with friends and family.Aber anders als bei anderen förderierten Servern hat Mastodon zumindest die /Motivation/, den Anspruch, das irgendwie zu schaffen, anstelle im technischen Rauschen verlorenzugehen.
Das hat bei Mastodon aber andere Gründe.
Der eine: Mastodon hatte 2016 das Glück, Coverage durch die deutsche Presse zu bekommen. Das setzte einen Schneeball in Bewegung, durch den Mastodon so riesengroß wurde, daß alle glauben, Fediverse = Mastodon.
Ernsthaft: Sind die Leute in Scharen zu Mastodon gekommen, weil es am zuverlässigsten ist? Nein. Sind sie gekommen, weil es technologisch am besten ist? Nein.
Warum dann? Weil sie nur Mastodon kannten. Weil sie von den Alternativen nie gehört hatten. Weil ihnen niemand von den Alternativen erzählt hatte. Weil auch diejenigen, die sie nach Mastodon geholt haben, nie von den Alternativen gehört hatten und glaubten, das Fediverse sei nur Mastodon.
Oder weil ihnen "der Einfachheit halber" und "des einfacheren Verständnis halber" das Fediverse außerhalb von Mastodon verschwiegen wurde. Es gibt Leute, die genau dieses Vorgehen mit Zähnen und Klauen verteidigen.
Der andere, und der basiert auf dem ersten: Hinter Mastodon stehen zwei Unternehmen, die Mastodon gGmbH und die gewinnorientierte US-amerikanische Mastodon, Inc. Mastodon hat das Budget für bezahlte professionelle Vollzeitentwickler. Eugen Rochko ist der einzige, der durch das Fediverse zum Millionär wurde. Kein Witz.
Die Motivation und den Anspruch haben auch andere. Der Unterschied: Mastodon hat die Kohle. Und die Marktmacht. Das ist die Realität.
Hätte Mike eine Zotlabs, Inc. aufgezogen mit einem Milliardenbudget, wäre Facebook heute ziemlich am Arsch, Hubzilla und Zap oder (streams) wären das Maß aller Dinge, ActivityPub wäre eine Randnotiz der Geschichte, Zot das neue HTTP, und über Mastodon würde man sich kaputtlachen. Aber, bitte, wie soll ein Bauer und Hobbyprogrammierer am australischen Arsch der Heide eine milliardenschwäre Zotlabs, Inc. aufziehen?
#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) -
@Kristian @KristianIch hatte einen Facebook-Account von 2009 bis 2025, Instagram von 2011 bis 2024, Twitter von 2010 bis 2023, Flickr (immer noch) von 2005 bis heute. In all diesen Umgebungen hab ich Kontakte, Daten, Kommentare, persönliche Konversationen, die im Extremfall - Flickr - über zwei Jahrzehnte zurückreichen. Von individuellen Entscheidungen, dort nicht mehr sein zu wollen, mal abgesehen: Diese Systeme haben über mindestens diese Zeitspanne Daten, Verfügbarkeit, Erreichbarkeit stabil gehalten.
Dahinter stecken allerdings auch gewinnorientierte Großkonzerne mit Milliardenbudgets, die sie zu einem erheblichen Teil daher haben, daß sie die privaten Daten ihrer Nutzer verschachern.
Facebook beispielsweise hat keinen VPS. Facebook hat eigene gigantische Datenzentren mit hunderten Server-Racks und abertausenden Einzelservern. Und die haben sie weltweit. Die haben Redundanz von der Redundanz von der Redundanz. Und die haben bezahlte Vollzeit-Profi-Administratoren in Divisionsstärke.
Okay, auch Meta Platforms hat mindestens einen Single Point of Failure. Wenn der ausfällt, ist ganz Facebook tot, ist ganz Instagram tot, ist ganz Threads tot, ist ganz WhatsApp tot und ist ganz Horizon tot. Ist oft genug passiert."Vollständig" im Fediverse bin ich seit 2018, und wenn ich die Menge an Instanzen und Implementationen danebenlege, die in dieser Zwischenzeit erschienen und wieder verschwunden sind, wird es mir schwummrig.
Das Fediverse hat im allgemeinen genau null Budget. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen werden alle Server von unbezahlten freiwilligen Individuen in ihrer Freizeit betrieben.
Und "Server" heißt nicht zwingend "Rackeisen bei Hetzner oder OVH im Serverschrank", sondern oft genug "alter Rechner, den der Admin noch zu Hause rumliegen hatte, wo er einfach mal Linux, einen LAMP-Stack und Friendica draufgeschmissen hat und aus Goodwill seinen Node anderen zur Verfügung stellt". Wenn der abraucht, ist Schicht im Schacht, vor allem, wenn der Admin nicht mal eben die Kohle hat für Ersatzteile, geschweige denn eine brandneue Maschine.
Äpfel und Birnen also.
Friendica hatte ja nie eine "Friendica gGmbh" oder "Friendica, Inc.", die den einen oder anderen Leuchtturm-Node professionell betreibt. Alle Friendica-Nodes werden von Freiwilligen betrieben. Da muß man als Friendica-Nutzer nehmen, was da ist.
Guck dir mal an, wieviele Friendica-Nodes mit offener Registrierung es aktuell gibt. Wenn dich das wundert: Guck dir mal an, wieviele Nutzer Friendica hat.Das Fediverse hat kluge Technologien und fähige Programmierer. Was fehlt, ist aber komplett irgendjemand, der willens ist, diese Verantwortung für einen dauerhaften Betrieb auf sich zu nehmen - also im Sinne der Frage: Was müssen wir tun, um Nutzer für fünf, zehn, fünfzehn oder mehr Jahre mit ihren Kontakten, Daten, ... dort verlässlich drauf zu halten?
Genau das ist doch der Sinn hinter der nomadischen Identität, wegen derer Mike Macgirvin eben nicht heute noch Friendica weiterentwickelt.Neues Protokoll, neue Software, ..., sind dort zwar nett, aber spätestens an dem Punkt, an dem der Kram inkompatibel zu den vorherigen Implementationen ist, ist das vollständig nutzlos, weil ich die Daten meiner Nutzer, meiner Kunden, oder der Menschen, die auf mich vertrauen, im Zweifelsfall nicht portiert bekomme.
Dauerhafter kompletter Kompatibilitätsbruch war nie in Mikes Sinne.
Klar, idealerweise wäre es heute schon möglich, von Hubzilla nach (streams), von (streams) nach Forte und von Hubzilla nach Forte zu klonen. Und auf allen dreien, auf Knopfdruck ganze Friendica- und Mastodon-Konten zu importieren. Garantiert absolut 100% perfekt zuverlässig.
Aber du mußt das mal sehen aus der Sicht der technologischen Weiterentwicklung. Es war für Mike einfacher, Nomad erstmal voll funktionsfähig und stabil zu kriegen und auf Roadhouse und (streams) zum Laufen zu bringen. Bzw. nomadische Identität über ActivityPub auf (streams). Das war Prio 1, daß das überhaupt so läuft, wie er das will.
Um Rückwärtskompatibilität zu anderen Protokollen und Formaten konnte er sich erst danach kümmern, als das alles verläßlich lief und er nicht sowieso wieder alles umschmeißen mußte. Sonst hätte er zigtausendmal wegen irgendeinem Kleinscheiß, den er in Nomad anpassen muß, jedes einzelne verdammte Mal auch noch den Mastodon-, Friendica- und Hubzilla-Import nachziehen müssen.
Was glaubst du, warum Mike den RSS/Atom-Aggregator aus (streams) nachträglich rausgeschmissen hat? Um weniger Krimskrams im Repository zu haben, den er wegen jedem Kleinscheiß anfassen muß.
Mike und silverpill hatten ja als Ansinnen ein ActivityPub-Fediverse, wo du buchstäblich von überall nach überall nicht nur umziehen, sondern klonen kannst. Also auch ein Mastodon-Konto mit einem Klon auf Forte und noch einem auf Mitra. Nur ist das der drölfte Schritt, bevor die ersten zehn überhaupt getan sind.
Außerdem kann man es nicht den beiden ankreiden, wenn Mastodon sich der nomadischen Identität verweigern wird. Und Mastodon wird sich der nomadischen Identität verweigern. Oder ein ganz eigenes, komplett inkompatibles Konzept vorstellen, das dann nur innerhalb von Mastodon funktioniert. Das ist dann aber nicht Mikes und silverpills Schuld, sondern das ist einfach nur wieder Mastodon, das die üblichen Mastodon-Sachen macht.Das ist diese Schnellebigkeit, dieses "move-fast-and-break-things", das wir bei den großen garstigen Konzernen zu oft zu Recht beklagen.
Die Alternative wäre ein immer noch von Mike gepflegtes Hubzilla, das folglich immer noch auf dem Stand von 2015 feststeckt, wo Mike von einem vollnomadischen "Grid" aus Hubzilla-Hubs träumte, das irgendwann mal die nichtnomadische Föderation diaspora*/Friendica/Hubzilla ersetzen soll. Nur wird dieses Grid nie kommen, denn wir haben jetzt das von Mastodon dominierte Fediverse.
Alternativ wäre die Alternative ein immer noch von Mike gepflegtes Friendica. Und keinerlei wirksame Resilienz gegen spontan schließende Server, weil Mike nie die nomadische Identität erfunden hätte. Und weil es immer noch keine großen, professionell betriebenen Friendica-Nodes gäbe, weil Friendica immer noch so klein wäre wie damals, gäbe es immer noch Fälle, wo Leute alles verlieren, weil ihnen der Node unterm Hintern zusammengebrochen ist.
Und nein, Riesennodes in Größenordnungen wie mastodon.social kann es auf Friendica sowieso nicht geben. Friendica hat immer noch einen ziemlichen Ressourcenhunger pro Nase, was vor allem an den vielen Föderationsprotokollen liegt.
Ich kann mich noch erinnern, als Friendica sich mit Facebook verbinden konnte. Alle wollten auf Nodes mit Facebook-Connector sein. Und genau die Nodes waren mit höchstens ca. 130 Leuten voll und haben ihre Registrierungen dichtgemacht. Einer nach dem anderen. Aber: Die Nodes, die keinen Facebook-Connector hatten, konnten nicht sehr viel mehr Leute aufnehmen.
Die Annahme, man könnte heutzutage auf einem Friendica-Node über 10.000.000 Nutzerkonten fahren, ist irrig. Höchstens, wenn der Node sein eigenes Rechenzentrum hätte.
Allein deshalb wird Friendica nie "Too big to fail"-Riesennodes in der Art von mastodon.social haben. Und bei der Maximalgröße von Friendica-Nodes werden sich einige Node-Betreiber fragen, ob es sich wirklich lohnt, ihren gerade in Rauch aufgegangenen Nodeserver teuer zu reparieren oder zu ersetzen wegen der paar People. Ich meine, es sind schon deutlich größere und bedeutendere diaspora*-Pods dauerhaft abgeschaltet worden, als was ein Friendica-Node an Konten aufnehmen kann.Es ist, sind nur allzu oft One-Man-Shows. Siehe auch pixelfed: Da gibt's mit Instagram und Tiktok zwei Heavyweights am Markt, mit großen Teams, großen Abteilungen für Entwicklung der Serverkomponenten, Entwicklung der mobilen Apps, für Betrieb der Infrastruktur, für Automatisierung, für Trust&Safety und Moderation und so weiter. Und dann habe ich pixelfed, mit im Wesentlichen einem (in Zahlen: 1) Entwickler, der all das macht, und parallel dazu noch drei oder vier andere Projekte vorantreibt.
Noch einmal: Äpfel und Birnen.
Hätte Daniel Supernault erstmal eine Dansup Platforms, Inc. gründen, Büroblocks und Datenzentren auf allen Erdteilen bauen und 50.000 Admins und 100.000 Entwickler einstellen sollen, bevor er irgendwas hätte veröffentlichen können? Von welchem Geld? Wie hätte er das refinanzieren sollen? Und wie, ohne die Daten seiner Nutzer zu verschachern?
Wenn wir von jeder Fediverse-Anwendung erwarten, daß dahinter erstmal eine hunderte Milliarden schwere, börsennotierte globale Gigacorporation aufgezogen wird, bevor es irgendwelche Produkte gibt, dann hätten wir kein Fediverse.
Das Fediverse muß mit dem auskommen, was es hat. Entwickler sind knapp, knapper als Ideen. Und Geld gibt es in einem dediziert antikapitalistischen Netzwerk wie dem Fediverse eh kaum, geschweige denn die zig Billionen Dollar, die es bräuchte, um das ganze Fediverse auf das Niveau der kommerziellen Produkte börsennotierter golbaler Gigacorporations zu bringen.Siehe das Debranding: Kompatibilität zwischen Systemen herzustellen ist bei einer losen Spezifikation und unvermeidlichen Bugs eh schon schwer genug; wenn ich darauf verzichte, eine der wenigen Möglichkeiten für andere Beteiligte, eine Software zu identifizieren (und damit Rückschlüsse auf deren Verhalten zu tun) wegschneide - nodeinfo - dann ist das nicht nur ein versehentlicher, sondern ein sehr bewusster Akt, anderen Ärger zu machen.
Das war nie ein Versehen. Das Debranding war volle Absicht. Absolut vorsätzlich. Und sehr gut begründet.
Das Ziel war, Markenfans zu irritieren. Diejenigen, die Fanbois oder Fangurls von Mastodon oder Misskey oder Friendica oder was auch immer waren, nicht, weil sie technologisch von denen überzeugt waren, sondern weil sie einfach Markenfans waren und ganz fest daran glaubten, Mastodon/Misskey/Friendica ist am besten, weil es einfach die geilste Marke ist.
Auch das Entfernen von nodeinfo war Absicht und absolut vorsätzlich. Damit wollte Mike verhindern, daß Leute mit Zahlen von The Federation oder der FediDB oder dem Fediverse Observer ankommen und sagen: "Mastodon/Misskey/Friendica ist ja mal viel geiler als Streams, weil das hat ja viel mehr Server/Nutzer/Posts!" Dieser "Mehr Server/Nutzer/Posts = bessere Software"-Wettstreit ging Mike komplett auf den Sack. Also hat er Gegenmaßnahmen ergriffen.
Dazu kommt noch etwas: Mike weiß, wie gut sein Zeugs ist. Und als jemand, der schon für Geld in der Softwareindustrie gearbeitet hat (als einer der ganz wenigen Fediverse-Entwickler), weiß er auch eine Sache ganz genau: IT-Konzerne greifen sich gern den richtig geilen Scheiß, entweder gegen Geld oder, wenn es quelloffen ist, ohne Bezahlung. Und Mike will nicht, daß seine Software von irgendeinem Konzern übernommen, proprietär und unfrei gemacht und dann als deren komplette Eigenkreation rausgebracht wird.
Auch deshalb kein nodeinfo, damit kein IT-Konzern je erfahren wird, was (streams) für Zahlen hat. Falls (streams) wirklich durchstarten sollte.
Das ist übrigens auch der Grund, warum Friendica 2011 eine Zeitlang zwei Repositories hatte: Friendika/Friendica selbst, also das ursprüngliche Repository, war das Produktivrepository. Das war das offizielle Repository. Daraus wurden die Nodes betrieben. Aber: Mike hat davon ein Geheimrepository namens Free-Friendika geforkt, hat das unter der MIT-Lizenz belassen, hat es benutzt, um Friendica weiterzuentwickeln, und hat Friendica selbst unter die GNU Affero GPLv3 gestellt.
Ein Konzern hätte Friendica erst relizensieren müssen oder sich an die AGPL halten. Free-Friendika-Code hätte ein Konzern problemlos nach proprietär, unfrei und closed-source relizensieren können. Aber von Free-Friendika hätte kein Konzern je erfahren, das war Mikes Geheimrepository. Und Mike selbst brauchte nichts unter der AGPL zu entwickeln; sein eigener Code blieb immer unter der MIT-Lizenz.
Zitat direkt vom streams-Repository, geschrieben von Mike (https://codeberg.org/streams/streams):
The first thing to be aware of when discussing the streams repository is that it has no brand or brand identity. None. The name is the name of a code repository. Hence "the streams repository". It isn't a product. It's just a collection of code which implements a fediverse server that does some really cool stuff. There is no flagship instance. There is no mascot. In fact all brand information has been removed. You are free to release it under your own brand. Whatever you decide to call your instance of the software is the only brand you'll see. The software is in the public domain to the extent permissable by law. There is no license.
If you look for the streams repository in a list of popular fediverse servers, you won't find it. We're not big on tracking and other spyware. Nobody knows how many instances there are or how many Monthly Active Users there are. These things are probably important to corporations considering takeover targets. They aren't so important to people sharing things with friends and family.Aber anders als bei anderen förderierten Servern hat Mastodon zumindest die /Motivation/, den Anspruch, das irgendwie zu schaffen, anstelle im technischen Rauschen verlorenzugehen.
Das hat bei Mastodon aber andere Gründe.
Der eine: Mastodon hatte 2016 das Glück, Coverage durch die deutsche Presse zu bekommen. Das setzte einen Schneeball in Bewegung, durch den Mastodon so riesengroß wurde, daß alle glauben, Fediverse = Mastodon.
Ernsthaft: Sind die Leute in Scharen zu Mastodon gekommen, weil es am zuverlässigsten ist? Nein. Sind sie gekommen, weil es technologisch am besten ist? Nein.
Warum dann? Weil sie nur Mastodon kannten. Weil sie von den Alternativen nie gehört hatten. Weil ihnen niemand von den Alternativen erzählt hatte. Weil auch diejenigen, die sie nach Mastodon geholt haben, nie von den Alternativen gehört hatten und glaubten, das Fediverse sei nur Mastodon.
Oder weil ihnen "der Einfachheit halber" und "des einfacheren Verständnis halber" das Fediverse außerhalb von Mastodon verschwiegen wurde. Es gibt Leute, die genau dieses Vorgehen mit Zähnen und Klauen verteidigen.
Der andere, und der basiert auf dem ersten: Hinter Mastodon stehen zwei Unternehmen, die Mastodon gGmbH und die gewinnorientierte US-amerikanische Mastodon, Inc. Mastodon hat das Budget für bezahlte professionelle Vollzeitentwickler. Eugen Rochko ist der einzige, der durch das Fediverse zum Millionär wurde. Kein Witz.
Die Motivation und den Anspruch haben auch andere. Der Unterschied: Mastodon hat die Kohle. Und die Marktmacht. Das ist die Realität.
Hätte Mike eine Zotlabs, Inc. aufgezogen mit einem Milliardenbudget, wäre Facebook heute ziemlich am Arsch, Hubzilla und Zap oder (streams) wären das Maß aller Dinge, ActivityPub wäre eine Randnotiz der Geschichte, Zot das neue HTTP, und über Mastodon würde man sich kaputtlachen. Aber, bitte, wie soll ein Bauer und Hobbyprogrammierer am australischen Arsch der Heide eine milliardenschwäre Zotlabs, Inc. aufziehen?
#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) -
@Kristian Na ja, Friendica war ja ausgereift. Zumindest soweit ausgereift, wie Friendica selbst und das DFRN-Protokoll es zuließen. Smartphone-Apps gab es nicht, weil man damals, 2010/2011, Smartphone-Apps für Sachen, die es auch als Websites gab, noch als Gimmicks ansah und noch nicht als lebensnotwendig. Das war, bevor die Leute gewisse Websites mehr über dedizierte Apps nutzten als über die Websites selbst.
Nur: Eine Weiterentwicklung war zwingend notwendig. Und die ging nicht mit Friendica, wie es war, denn die ging auch nicht mit DFRN.
Der Auslöser: 2011 waren binnen kurzer Zeit mehrere größere Friendica-Nodes von jetzt auf sofort ohne Ankündigung verschwunden. Einfach so weg. Friendica war durch das Verschwinden einiger weniger, aber jeweils sehr großer öffentlicher Nodes auf die Hälfte seiner Größe geschrumpft. Die andere Hälfte der Nutzer hatte alles verloren ohne die Chance, irgendwas zu retten. Die konnten wieder ganz neu bei null anfangen.
Das beste, was Mike an Friendica selbst machen konnte, war, eine Export- und Importfunktion einzubauen. Damit konnte man Backups des eigenen Konto machen. Das half aber nur, wenn man entweder brav ein tägliches Backup machte oder die Schließung eines Node vorher angekündigt wurde. Noch einmal: Genau das war 2011 nicht passiert. Die Nodes waren einfach futsch. Da hilft dir auch eine Backup-Funktion nicht, wenn du nicht laufend regelmäßig Backups machst.
Mike sah nur eine mögliche wirkliche Lösung. Und das war, indem deine Identität nicht bombenfest an einen Server gebunden ist, sondern simultan gleichzeitig als identische Klone auf mehreren unabhängigen Servern existieren kann. Wenn davon mal einer ausfällt, egal, die anderen laufen ja noch, also läuft deine Identität noch.
Problem: Mit DFRN ging das nicht umzusetzen. Es brauchte ein ganz neues Protokoll. Auch deshalb, weil Mike noch andere Verbesserungen im Kopf hatte wie ein nochmals deutlich aufgebohrtes Berechtigungssystem. Auch das ging mit DFRN so nicht und brauchte ein neues Protokoll. So entstand Zot.
Zum einen hieß ein neues Protokoll aber auch, wo auch immer das eingebaut werden soll, muß das komplette Backend ausgetauscht und neu geschrieben werden. Und große Teile des Frontend gleich mit. Das konnte Mike aber nicht auf Friendica im laufenden Betrieb machen. Friendica hätte unmöglich seine Grundfunktionalität gleichzeitig auf DFRN und auf Zot betreiben können. Und ein Protokollaustausch hätte bedeutet, daß Nodes, die die neue Friendica-Version mit Zot fahren, sich nicht mehr nativ hätten verbinden können mit Nodes, die alte Versionen mit DFRN fahren. Die wären zueinander inkompatibel gewesen.
Mike hatte als neue Entwicklungsplattform ja gerade das neue Red, das ein Fork seiner bisherigen "geheimen" Entwicklungsplattform Free-Friendika war. Das war ebenso "geheim", das konnte er also entsprechend umbauen.
Mike hätte aber niemals gleichzeitig Red komplett umbauen und Friendica selbst auf Free-Friendika weiterpflegen und die Weiterentwicklungen von Free-Friendika nach Friendica selbst bringen können. Und die einzige Alternative zum Umbau von Red auf Zot war, wieder solche Massencrashs wie 2011 mit exakt denselben Auswirkungen zu haben, ohne irgendwas tun zu können.
Also hat Mike sich auf Red konzentriert (dessen Umbau ja alleine schon länger dauern sollte als die Entwicklung von Friendica) und Friendica in die Hände von Tobias und Michael gegeben, die es seitdem nach ihren Vorstellungen weiterentwickeln. Die beiden waren ja meines Wissens sowieso schon Co-Entwickler von Friendica. Das hat Mike ja längst nicht mehr alles alleine gemacht.
Bei Red war das wieder anders. Das machte Mike ganz alleine. Das mußte er ja erstmal aufbauen. Und selbst als es fertig war, wurde es kaum angenommen. Es war zwar kein Geheimprojekt mehr, nachdem es sich von Friendica gelöst hatte. Aber es wurde kaum angenommen.
Auch als es umbenannt wurde in Red Matrix, was es leichter machte, es zu googlen, wurde es nicht angenommen. Die Friendica-Nutzer nahmen es wahr als Friendica mit nomadischer Identität. Was nomadische Identität ist, verstanden sie gar nicht. Selbst wenn doch: Die meisten von ihnen hatten inzwischen ihre eigenen privaten Einzelnutzer-Nodes.
So sahen sie in der Red Matrix gegenüber Friendica keine Vorteile, also warum umsteigen? Mal ganz davon abgesehen, daß Friendica und die Red Matrix nur über das diaspora*-Protokoll oder OStatus kommunizieren konnten. Die einzigen, die wechselten, dürften die gewesen sein, die eh immer das neueste, heißeste Zeug ausprobieren wollten.
Außerhalb von Friendica wußte eh keine Sau, daß die Red Matrix existierte. Herzlich wenige Leute wußten ja überhaupt auch nur, daß Friendica existierte. Mikes "Wenn du es baust, werden sie kommen" funktionierte damals schon nicht. Kleckerweise kamen noch neue Leute nach Friendica. Aber kaum einer ging von Friendica auf die Red Matrix, und absolut niemand ging von null auf die Red Matrix.
Interessant wurde die Red Matrix eigentlich erst 2015, als sie zu Hubzilla aufgebohrt wurde, also auf einmal Sachen konnte, die Friendica nicht konnte, die aber vielleicht nützlich sein konnten. Damit konnte Hubzilla auch für ganz andere Sachen eingesetzt werden als Friendica, also nicht nur als Facebook-Ersatz oder Blog.
Aber wenn Mario schon Anfang 2015 das noch brandneue Hubzilla übernahm, was ja so auf der offiziellen Website steht (nach meinen Informationen war es erst 2018), dann war es ein Wunder, daß Mike überhaupt jemanden fand, der übernehmen würde, der also schon seit Red-Matrix-Zeiten dabei war. Aber Mike hat ja an der Weiterentwicklung von Hubzilla noch weiter aktiv mitgewirkt, nur eben nicht als Projektleiter.
Hubzilla selbst wurde ja erst ab Ende 2015 interessant, als es seinen ersten stabilen Release hatte. Und auch Hubzillas Existenz war eigentlich nur auf Friendica bekannt. Selbst heute noch sind die allermeisten Hubzilla-Nutzer Friendica-Veteranen. Direkt von Mastodon nach Hubzilla ist kaum einer gekommen, von null nach Hubzilla schon gar nicht.
Selbst da war Mike keiner, der Sachen so läßt, wie sie sind, und sie nur noch weiter poliert. Wenn es etwas zu verbessern gibt, dann macht er das auch. Und wenn das nicht auf existierender Software im laufenden Produktivbetrieb geht, dann forkt er eben, und dann nimmt er sich weit mehr Zeit für seinen Fork als für das, was er vorher gemacht hatte. Und das ist auch gut so. Ansonsten hätten wir heute noch nur Friendica und immer noch keine Lösung für das Problem, daß die Leute alles verlieren, wenn mal wieder ein großer Node verschwindet.
Jetzt wollte Mike Zot weiterentwickeln, wohl auch deshalb, weil Zot, wie es damals war, nicht gut mit ActivityPub zusammenspielte. Aber potentiell kompatibilitätsbrechend. In einem eigenen zusätzlichen Branch von Hubzilla wäre das nicht gegangen, schon deshalb, weil Hubzilla für solche Experimente schlicht und ergreifend zu groß war.
Also hat Mike 2018 Osada von Hubzilla abgeforkt und alles rausgerissen, was im Weg war. Artikel, Karten, Wikis, Webpages, alle Verbindungsmöglichkeiten außer Zot, ActivityPub und RSS/Atom, alles raus.
Weil dann abzusehen war, daß nomadisches Zot6 (zumindest vorerst) mit ActivityPub überhaupt nicht mehr funktionieren würde, brauchte Mike zwei Projekte: Osada behielt ActivityPub, wurde aber nichtnomadisch. Zusätzlich forkte er Zap von Osada, ließ es nomadisch, entfernte aber ActivityPub.
Jetzt konnte Mike endgültig nicht gleichzeitig Zot6 entwickeln und Osada entwickeln und Zap entwickeln und Hubzilla weiterpflegen. Auch dieses Mal half ihm bei den Neuentwicklungen niemand. Also überließ er Hubzilla gänzlich Mario.
Wie es dann weiterging, lag nicht an Mikes Sprunghaftigkeit.
Anfang 2019 fand er einen Weg, auch nomadisches Zot6 mit ActivityPub kompatibel zu machen. Abgesehen davon war die Idee, einen nomadischen Zap-Kanal über einen nichtnomadischen Osada-Kanal mit dem Fediverse zu verbinden, sowieso kompletter Blödsinn und technisch in der Praxis kaum realisierbar, selbst mit Kanalquellen nicht. Also stellte Mike Osada ein, forkte von Zap ein ganz neues Osada und baute da ActivityPub-Support ein. Noch war nomadisches Zot6 + ActivityPub ja noch experimentell, deswegen hat er es nicht in Zap eingebaut.
Dann aber wurden Osada und Zap stabil und bekamen sogar einen 1.0-Release. Inzwischen gab es Leute, die Osada oder Zap produktiv nutzten. Die kamen alle von Hubzilla, denn nur da wußte man, daß es Osada und Zap gab. Nicht mal auf Friendica wußte das jemand, im übrigen Fediverse erst recht nicht und außerhalb des Fediverse schon gar nicht.
So baute Mike dann Osadas ActivityPub-Support auch in Zap ein, schaltete ihn aber standardmäßig auf Serverebene ab, auf Kanalebene sowieso. Das führte dazu, daß Osada und Zap bis auf das Branding und die Standardeinstellungen völlig identisch waren. Es brauchte gar nicht mehr beide. Mike ließ das aber so.
Irgendwie gab es wohl genug Osada- und Zap-Anwender, daß Mike jemanden fand, der beides weiterpflegen wollte. Denn Mike hatte wieder neue Weiterentwicklungen im Sinne, die er aber nicht mehr auf Osada und Zap machen konnte, weil die jetzt beide als stabile Produktivsoftware galten. So gab er Osada und Zap dann wieder an "die Community" weiter, die als quasi erste Amtshandlung mit Mikes Segen Osada nach Zap mergete, in dem Zuge auch auf Zap ActivityPub standardmäßig aktivierte und Osada kurzerhand einstellte.
2020 ging es dann weiter. Zap war damals State of the Art. Zot6 war so stabil, daß es nach Hubzilla zurückportiert wurde. Zap war jetzt quasi der modernere kleine Bruder von Hubzilla, der sich etwas eleganter bediente und einen nicht mit Features erschlug. Nur war Zap immer noch obskurer als Hubzilla, Hubzilla war obskurer als Friendica, und Friendica war selbst sehr obskur, weil für keins der drei wirklich Werbung gemacht wurde. Zap war weiterhin sonst nur auf Hubzilla bekannt und Hubzilla sonst nur auf Friendica.
Und Mike bastelte an Zot8, das nochmals besser werden sollte. Dafür brauchte er aber Software zum Experimentieren. Und so entstanden drei neue Forks in so kurzer Folge, daß heute nicht mehr bekannt ist, was jetzt wovon geforkt wurde, nur daß irgendwas von Zap geforkt worden ist. Im einzelnen waren das schon wieder ein neues Osada, ein neues Mistpark und eine neue Redmatrix.
Warum drei?
Es ging das Gerücht um, das seien verschiedene Stabilitätsstufen. Redmatrix 2020 sei experimentell mit wie früher bei Zap standardmäßig deaktiviertem ActivityPub, das damit der Entwicklung von Zot8 nicht im Wege stehe. Osada sei auch experimentell, aber wie früher schon bei Osada mit standardmäßig aktiviertem ActivityPub, um zu gucken, wie die Weiterentwicklungen von Zot8 sich mit ActivityPub vertragen. Mistpark 2020 wiederum sei "halbstabil" wie Debian testing, also stabiler als Osada und eher für den Produktiveinsatz geeignet, aber aktueller als Zap.
Zap sei also für die, die etwas neueres als Hubzilla haben wollten und auf die Zusatzfeatures von Hubzilla verzichten konnten. Misty sei für die, die etwas noch aktuelleres als Zap haben wollten, also das neueste Zeug noch früher, und die etwaige Instabilitäten in Kauf zu nehmen bereit waren. Osada sei für die, die unbedingt bleeding-edge wollten, instabil oder nicht. Und Redmatrix 2020 sei eh nur für Mike.
In Wahrheit waren Osada, Misty und Redmatrix 2020 bis auf das Branding völlig identisch und quasi Soft-Forks. Alle Commits wurden gleichermaßen und fast gleichzeitig in alle drei eingepflegt.
Warum?
Weil Mike der Markenfetischismus im Fediverse auf den Keks ging. Es gab Leute, die bildeten sich ein, die Software, die sie nutzten, sei die beste, einfach, weil sie Fans der Softwaremarke waren. Ganz besonders gab es die natürlich auf Mastodon, aber auch sonst. Genau diese Leute wollte er trollen, indem er drei bis auf den Namen und das Logo völlig identische Serveranwendungen pflegte. Misty z. B. konnte überhaupt nicht "die beste Fediverse-Serversoftware" sein, egal, wer sich das einbildete, wenn Osada und Redmatrix bis auf die Marke völlig baugleich waren.
Anfang 2021 kam dann Roadhouse dazu. Das Abenteuer Zot8 war im Grunde vorbei, bevor Zot8 stabil war. Denn Zot11 sollte noch besser werden. Vor allem sollte Zot11 von allen Zot-Versionen die beste Kompatibilität mit ActivityPub bekommen. Blöderweise konnte Mike aber Zot11 nicht auf Osada, Misty und Redmatrix entwickeln. Zot11 sollte nämlich zu allen Vorgängern so inkompatibel werden, daß es letztlich nicht mehr Zot heißen sollte. Aber es gab Leute, die Osada, Misty oder Redmatrix produktiv nutzten.
Also mußte Mike von einem von den dreien Roadhouse forken. War ihm aber egal, weil er damit die Leute mit noch einer weiteren Marke trollen konnte. Wohlgemerkt, effektiv hatte er sogar Zap noch an der Backe, weil es in der Community dann wohl doch zuwenig Interesse an der Weiterentwicklung gab.
Nomad, eigentlich ja Zot11, wurde zum Erfolg. Und das Erfolgsrezept lag auch darin, zusätzlich Support für Hubzillas Zot6 einzubauen, über den Roadhouse auch mit Osada, Misty und Redmatrix kommunizieren konnte. Ansonsten waren von den praktischen Features her Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse identisch und von der Benutzeroberfläche her auch beinahe. Es machte in der Praxis keinen großen Unterschied, welches man nutzte. Außerhalb waren sie eh, wenn überhaupt, nur auf Hubzilla bekannt. Das heißt, Roadhouse war beinahe komplett unbekannt, weil da endgültig nur Mike drüber redete.
Daß es (streams) gibt, obwohl Roadhouse doch gut war, hatte andere Gründe.
Grund 1: Mike fand einen neuen Weg, die Markenfetischisten zu trollen. Nämlich mit Software, die gar keinen Namen und gar keine Markenidentität hat. Also nahm Mike dem neuen Roadhouse-Fork von Ende 2021 den Namen und sogar den fediverseinternen festen Identifikator weg. Letzteren kann man entweder händisch ausfüllen, oder (streams) übernimmt ihn vom Instanznamen. Alleine das wäre mit einem "Debranding" von Roadhouse nicht getan gewesen, weil weiter alle von "Roadhouse" gesprochen hätten.
Grund 2: Dieses ständige Wetteifern, welche Software auf The Federation, Fediverse Observer, der FediDB usw. jetzt am populärsten ist und am meisten genutzt wird, ging ihm inzwischen auch auf dem Zeiger. Ein weiteres "Feature" von (streams) ist, daß Mike neben dem Namen und der Markenidentität auch nodeinfo praktisch komplett entfernt hat. (streams) sendet überhaupt keine Statistiken und hält sich von allen Instanzlisten-Websites fern. Und das ist so gewollt.
Grund 3: Zusätzlich wollte Mike es der Free-Software- und Open-Source-Community leichter machen. Da kloppt man sich ja bekanntlich darum, welche Lizenzen wirklich frei sind und welche nicht. Also hat Mike (streams), dessen sämtliche Vorgänger unter der MIT-Lizenz stehen, in die Public Domain gestellt. Freier als das geht's nun wirklich nicht mehr. Gleichzeitig wollte Mike diejenigen ärgern, die vielleicht vorhaben könnten, aus (streams) proprietäre, kommerzielle Closed-Source-Software zu machen. Die ganzen Apps sind nämlich durchaus schon mal Fremdcode und stehen unter eigenen Lizenzen. Und die sind untereinander inkompatibel.
(streams) sollte stabil werden und wurde stabil. Im Grunde war Mikes Plan, (streams) zu der Fediverse-Software der Zukunft zu machen. So hat er am 31.12.2022 offiziell Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse eingestellt. Das war aber kein Problem, denn zwischen den fünfen konnten Admins durch einfaches Rebasen nicht nur crossgraden, sondern auch zu (streams) upgraden.
Jetzt gab es nur noch Friendica, Hubzilla und (streams), wovon Mike nur noch (streams) betreute.
Dann kam ja silverpill auf Mike zu mit der Idee der nomadischen Identität über ActivityPub. Mike war interessiert. silverpill trieb das ziemlich voran inklusive dem einen oder anderen neuen FEP, darunter auch FEP-ef61, das in ActivityPub dezentrale Identitäten einführen sollte. Zot hat so etwas, Nomad natürlich auch, aber anders, und ActivityPub hatte das natürlich nicht.
Diese dezentralen Identitäten hat Mike auch in (streams) eingebaut. Langfristig sollte es ja möglich sein, zwischen verschiedenen Serveranwendungen zu klonen, so auch zwischen (streams) und Mitra. Zumindest aber sollten sie voneinander die dezentralen Identitäten als ebensolche verstehen. So sollte (streams) geklonte Mitra-Identitäten als solche erkennen, und Mitra sollte geklonte (streams)-Kanäle als solche erkennen.
Unter Laborbedingungen in Mikes nomadic-Zweig funktionierten die. Also mergete Mike im Juni 2024 den nomadic-Zweig in den dev-Zweig, den allgemeinen Entwicklungszweig. Auch der lief nur unter Laborbedingungen, weil (im Gegensatz zu Hubzilla, wo zwei öffentliche Produktivhubs Entwicklerversionen fahren) niemand außer Mike den dev-Zweig von (streams) produktiv fuhr.
Im Juli 2024 mergete Mike dann den dev-Zweig in den release-Zweig, um die neuesten Weiterentwicklungen an die produktiv gefahrenen, stabilen Server auszurollen. Da war allerdings Schluß mit Laborbedingungen. Jetzt mußten sich FEP-ef61 und die DIDs unter täglichen und breitgefächerten Realbedingungen beweisen.
Genau das taten sie nicht. Erst jetzt stellte sich heraus, daß (streams) mit den vielen Identitäten nicht klarkam. Es föderierte nicht mehr über ActivityPub. Es föderierte nicht mehr mit Hubzilla. Es föderierte nicht mal mehr mit sich selbst. Es konnte sich mit nichts mehr vernünftig verbinden.
Mike brauchte eine Weile, um überhaupt festzustellen, daß der Verursacher dieser Misere ein Identitätenchaos war. Das konnte er aber nicht auf (streams) selbst beheben. Hilfe hatte er auch keine. Die (streams)-Community war so winzig, da gab es niemanden, der ihm hätte helfen können. Der einzige, der die Fähigkeit gehabt hätte, hatte keine Zeit. Und der einzige, der Zeit und Bock hatte, hatte vom Coden keine Ahnung.
So mußte Mike sich erstmal einen Überblick verschaffen. Im August, also dem Monat nach dem Crash, als der Crash noch nicht behoben war, forkte er das streams-Repository und schuf Forte. Da wiederum riß er alles raus, was nicht ActivityPub war, also die Unterstützung sowohl von Nomad als auch von Zot6, um einen freien, ungehinderten Blick auf ActivityPub zu haben.
Inzwischen hatte er auch zwei andere Sachen gelernt: Software, die keinen Namen hat, interessiert keinen. Das verwirrt die Leute eher. Also bekam Forte wieder einen Namen. Die Public Domain brachte auch nichts. Also kam Forte wieder unter die MIT-Lizenz. Und Fediverse-Software, die überhaupt keine nodeinfo hat, ist praktisch unsichtbar. Also bekam Forte wieder nodeinfo, zunächst aber, ohne brauchbare Zahlen zu versenden. So konnte Forte zumindest vom Fediverse Observer und später vom FediIndex gelistet werden.
Forte half ihm, die ID-Misere zu entwirren, zu entflechten und zu lösen. Das reichte er dann auch nach (streams) weiter, das allmählich wieder funktionierte. Allerdings brannte er sich in dem August derart aus, daß er zum 31.8.2024 offiziell sowohl das streams-Repository als auch Forte zur Übernahme anbot und seinen Ruhestand ankündigte.
Dieses Mal fand eine Übernahme gleich gar nicht statt. Wie gesagt, in der (streams)-Community gab es niemanden, der sowohl die Zeit als auch das Know-how hatte, um auch nur Mike zu helfen, geschweige denn, eine Rolle wie Tobias oder Michael oder Mario anzunehmen.
Außerhalb von (streams) war (streams) selbst sogar auf Hubzilla kaum bekannt. Forte war sogar auf Hubzilla noch unbekannter, zumal es noch eine obskure, nichtöffentliche Bastelbude war, bis Mike im September 2024 die erste "offizielle" Entwicklerversion von Forte (und damit Forte selbst) veröffentlichte.
Und außerhalb von Hubzilla? Mike war es so leid, daß Mastodon als alternativlose Referenzimplementation des Fediverse angesehen wurde, daß er um 2023 anfing, Werbung für (streams) zu machen. Das erste Mal überhaupt, daß Mike von "wenn du es baust, werden sie kommen" abkam (es kam ja keiner) und irgendwas bewarb. Nur wußte Mike nicht, wie man zu Mastodon-Leuten spricht; ehrlich gesagt, das weiß auch auf Friendica und Hubzilla kaum jemand.
Oft genug ging aus Mikes Posts nicht mal hervor, daß er über ein konkretes Fediverse-Produkt sprach, und schon gar nicht, über welches. Wie auch, sprach er doch von etwas Namenlosem. Das heißt, auch er fing langsam an, den Namen des Repository zu verwenden. Aber er machte nicht unbedingt wirklich glasklar, daß er von etwas sprach, das jetzt in diesem Augenblick im Fediverse existierte. Schon gar nicht erwähnte er, daß es auch mit Mastodon verbunden ist, denn kaum jemand außerhalb von Mastodon weiß, daß Mastodon-Nutzer das nicht unbedingt automatisch verstehen.
Stand Mitte September 2024 hatte (streams) keine 100 aktiven Nutzer und Forte außer Mike gar keine. Traurigerweise hatte (streams) damals mehr öffentliche Server als heute, derweil Forte anderthalb Jahre gebraucht hat, um auch nur einen hervorzubringen. Wo sollen da Entwickler herkommen?
Mike hat übrigens nicht vor, (streams) einzustellen. Er und nicht nur er sagt, (streams) hat weiterhin seine Existenzberechtigung, und zwar als moderne Fediverse-Software, die von ActivityPub unabhängig ist. Er und nicht nur er sieht den ActivityPub-Schalter als eine Art letztes Bollwerk gegen Mastodon an und das einzige, das auf Kanalebene funktioniert, also nicht nur serverweit.
So, nun noch das Wort zu Smartphone-Apps.
Von Mike selbst war da nie etwas zu erwarten. Fediverse-Apps sind reine Frontend-Sachen. Und wir sollten inzwischen wissen, daß Mike nicht mal Web-UIs kann. Hubzilla ist für seine Oberfläche berüchtigt. Es ist doch erst schick geworden, als Saiwal mit seinen Utsukta-Themes anfing.
Außerdem hatte Mike immer schon genügend mit Webentwicklung zu tun. Da konnte man von ihm nicht auch noch erwarten, eine Smartphone-App zu entwickeln. Besser gesagt, zwei Smartphone-Apps, weil die iOS-App wahrscheinlich separat hätte entwickelt werden müssen. Mike wäre ja auch keiner gewesen, der in einer Smartphone-App nur das nötigste an Features eingebaut hätte. Wenn, dann alles. Er hätte also neben der Serversoftware zwei ziemliche Monster-Apps entwickeln und pflegen müssen.
Apps von Drittentwicklern?
Guck dir mal an, wie lange es gedauert hat, bis es von RaccoonForFriendica einen öffentlich verfügbaren Android-Release gab. Für iOS ist es meines Wissens bis heute nur über TestDrive verfügbar, aber nicht im App Store. Und selbst auf Android ist es noch nicht so stabil und fully featured, daß man es als Daily Driver nutzen könnte.
Für Hubzilla gab es mal Nomad für Android. Das wird seit gut sechs Jahren nicht mehr weiterentwickelt. Unter aktuellen Android-Versionen läuft es inzwischen gar nicht mehr. Und auch das ist nur ein Wrapper für die Weboberfläche, also ein glorifizierter Webbrowser. Ansonsten gibt's nur eine Minimalst-App von Mario, mit der er mal versuchsweise getestet hat, ob man von Android aus nach Hubzilla posten kann. Das ist absolut das einzige, was die App überhaupt kann.
Hubzilla hat eine Client API. Ob die aber funktioniert, ist weitestgehend unbekannt, weil noch nie jemand versucht hat, dagegen eine hinreichend mit Features ausgestattete App zu bauen. Dasselbe dürfte für (streams) und Forte gelten, für die es überhaupt noch nie irgendwelche Apps gegeben hat. Alle drei setzen statt dessen auf den Einsatz als PWA, nur daß da draußen keine Sau weiß, daß es das überhaupt gibt, geschweige denn, wie man das einrichtet.
Auf Drittentwickler kann man hier erst recht nicht hoffen. Von den Leuten im Fediverse, die Smartphone-Apps entwickeln können, kennt genau niemand Hubzilla, geschweige denn (streams) oder Forte. Selbst wenn sie Hubzilla kennenlernen würden, hätten sie keinen Bock, dafür eine App zu entwickeln. Lohnt sich nicht, weil nutzt keiner. Es lohnt sich viel mehr, die drölfzigtausendste reine Mastodon-App fürs iPhone zu bauen. Das heißt, mindestens die Hälfte von denen weiß doch sowieso nicht, was es außer Mastodon sonst noch so im Fediverse gibt.
Auf Hubzilla selbst gibt's nicht einen Mobilentwickler. Auf (streams) und Forte dürfte es niemanden geben, der überhaupt wirklich irgendwas entwickeln kann, nicht mal Webanwendungen (sonst hätte Mike Hilfe), Smartphone-Apps schon gar nicht.
#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #DFRN #Zot #Zot6 #Zot8 #Nomad #Mistpark #Friendica #RedMatrix #Hubzilla #Osada #Zap #Roadhouse #Streams #(streams) #Forte -
@Kristian Na ja, Friendica war ja ausgereift. Zumindest soweit ausgereift, wie Friendica selbst und das DFRN-Protokoll es zuließen. Smartphone-Apps gab es nicht, weil man damals, 2010/2011, Smartphone-Apps für Sachen, die es auch als Websites gab, noch als Gimmicks ansah und noch nicht als lebensnotwendig. Das war, bevor die Leute gewisse Websites mehr über dedizierte Apps nutzten als über die Websites selbst.
Nur: Eine Weiterentwicklung war zwingend notwendig. Und die ging nicht mit Friendica, wie es war, denn die ging auch nicht mit DFRN.
Der Auslöser: 2011 waren binnen kurzer Zeit mehrere größere Friendica-Nodes von jetzt auf sofort ohne Ankündigung verschwunden. Einfach so weg. Friendica war durch das Verschwinden einiger weniger, aber jeweils sehr großer öffentlicher Nodes auf die Hälfte seiner Größe geschrumpft. Die andere Hälfte der Nutzer hatte alles verloren ohne die Chance, irgendwas zu retten. Die konnten wieder ganz neu bei null anfangen.
Das beste, was Mike an Friendica selbst machen konnte, war, eine Export- und Importfunktion einzubauen. Damit konnte man Backups des eigenen Konto machen. Das half aber nur, wenn man entweder brav ein tägliches Backup machte oder die Schließung eines Node vorher angekündigt wurde. Noch einmal: Genau das war 2011 nicht passiert. Die Nodes waren einfach futsch. Da hilft dir auch eine Backup-Funktion nicht, wenn du nicht laufend regelmäßig Backups machst.
Mike sah nur eine mögliche wirkliche Lösung. Und das war, indem deine Identität nicht bombenfest an einen Server gebunden ist, sondern simultan gleichzeitig als identische Klone auf mehreren unabhängigen Servern existieren kann. Wenn davon mal einer ausfällt, egal, die anderen laufen ja noch, also läuft deine Identität noch.
Problem: Mit DFRN ging das nicht umzusetzen. Es brauchte ein ganz neues Protokoll. Auch deshalb, weil Mike noch andere Verbesserungen im Kopf hatte wie ein nochmals deutlich aufgebohrtes Berechtigungssystem. Auch das ging mit DFRN so nicht und brauchte ein neues Protokoll. So entstand Zot.
Zum einen hieß ein neues Protokoll aber auch, wo auch immer das eingebaut werden soll, muß das komplette Backend ausgetauscht und neu geschrieben werden. Und große Teile des Frontend gleich mit. Das konnte Mike aber nicht auf Friendica im laufenden Betrieb machen. Friendica hätte unmöglich seine Grundfunktionalität gleichzeitig auf DFRN und auf Zot betreiben können. Und ein Protokollaustausch hätte bedeutet, daß Nodes, die die neue Friendica-Version mit Zot fahren, sich nicht mehr nativ hätten verbinden können mit Nodes, die alte Versionen mit DFRN fahren. Die wären zueinander inkompatibel gewesen.
Mike hatte als neue Entwicklungsplattform ja gerade das neue Red, das ein Fork seiner bisherigen "geheimen" Entwicklungsplattform Free-Friendika war. Das war ebenso "geheim", das konnte er also entsprechend umbauen.
Mike hätte aber niemals gleichzeitig Red komplett umbauen und Friendica selbst auf Free-Friendika weiterpflegen und die Weiterentwicklungen von Free-Friendika nach Friendica selbst bringen können. Und die einzige Alternative zum Umbau von Red auf Zot war, wieder solche Massencrashs wie 2011 mit exakt denselben Auswirkungen zu haben, ohne irgendwas tun zu können.
Also hat Mike sich auf Red konzentriert (dessen Umbau ja alleine schon länger dauern sollte als die Entwicklung von Friendica) und Friendica in die Hände von Tobias und Michael gegeben, die es seitdem nach ihren Vorstellungen weiterentwickeln. Die beiden waren ja meines Wissens sowieso schon Co-Entwickler von Friendica. Das hat Mike ja längst nicht mehr alles alleine gemacht.
Bei Red war das wieder anders. Das machte Mike ganz alleine. Das mußte er ja erstmal aufbauen. Und selbst als es fertig war, wurde es kaum angenommen. Es war zwar kein Geheimprojekt mehr, nachdem es sich von Friendica gelöst hatte. Aber es wurde kaum angenommen.
Auch als es umbenannt wurde in Red Matrix, was es leichter machte, es zu googlen, wurde es nicht angenommen. Die Friendica-Nutzer nahmen es wahr als Friendica mit nomadischer Identität. Was nomadische Identität ist, verstanden sie gar nicht. Selbst wenn doch: Die meisten von ihnen hatten inzwischen ihre eigenen privaten Einzelnutzer-Nodes.
So sahen sie in der Red Matrix gegenüber Friendica keine Vorteile, also warum umsteigen? Mal ganz davon abgesehen, daß Friendica und die Red Matrix nur über das diaspora*-Protokoll oder OStatus kommunizieren konnten. Die einzigen, die wechselten, dürften die gewesen sein, die eh immer das neueste, heißeste Zeug ausprobieren wollten.
Außerhalb von Friendica wußte eh keine Sau, daß die Red Matrix existierte. Herzlich wenige Leute wußten ja überhaupt auch nur, daß Friendica existierte. Mikes "Wenn du es baust, werden sie kommen" funktionierte damals schon nicht. Kleckerweise kamen noch neue Leute nach Friendica. Aber kaum einer ging von Friendica auf die Red Matrix, und absolut niemand ging von null auf die Red Matrix.
Interessant wurde die Red Matrix eigentlich erst 2015, als sie zu Hubzilla aufgebohrt wurde, also auf einmal Sachen konnte, die Friendica nicht konnte, die aber vielleicht nützlich sein konnten. Damit konnte Hubzilla auch für ganz andere Sachen eingesetzt werden als Friendica, also nicht nur als Facebook-Ersatz oder Blog.
Aber wenn Mario schon Anfang 2015 das noch brandneue Hubzilla übernahm, was ja so auf der offiziellen Website steht (nach meinen Informationen war es erst 2018), dann war es ein Wunder, daß Mike überhaupt jemanden fand, der übernehmen würde, der also schon seit Red-Matrix-Zeiten dabei war. Aber Mike hat ja an der Weiterentwicklung von Hubzilla noch weiter aktiv mitgewirkt, nur eben nicht als Projektleiter.
Hubzilla selbst wurde ja erst ab Ende 2015 interessant, als es seinen ersten stabilen Release hatte. Und auch Hubzillas Existenz war eigentlich nur auf Friendica bekannt. Selbst heute noch sind die allermeisten Hubzilla-Nutzer Friendica-Veteranen. Direkt von Mastodon nach Hubzilla ist kaum einer gekommen, von null nach Hubzilla schon gar nicht.
Selbst da war Mike keiner, der Sachen so läßt, wie sie sind, und sie nur noch weiter poliert. Wenn es etwas zu verbessern gibt, dann macht er das auch. Und wenn das nicht auf existierender Software im laufenden Produktivbetrieb geht, dann forkt er eben, und dann nimmt er sich weit mehr Zeit für seinen Fork als für das, was er vorher gemacht hatte. Und das ist auch gut so. Ansonsten hätten wir heute noch nur Friendica und immer noch keine Lösung für das Problem, daß die Leute alles verlieren, wenn mal wieder ein großer Node verschwindet.
Jetzt wollte Mike Zot weiterentwickeln, wohl auch deshalb, weil Zot, wie es damals war, nicht gut mit ActivityPub zusammenspielte. Aber potentiell kompatibilitätsbrechend. In einem eigenen zusätzlichen Branch von Hubzilla wäre das nicht gegangen, schon deshalb, weil Hubzilla für solche Experimente schlicht und ergreifend zu groß war.
Also hat Mike 2018 Osada von Hubzilla abgeforkt und alles rausgerissen, was im Weg war. Artikel, Karten, Wikis, Webpages, alle Verbindungsmöglichkeiten außer Zot, ActivityPub und RSS/Atom, alles raus.
Weil dann abzusehen war, daß nomadisches Zot6 (zumindest vorerst) mit ActivityPub überhaupt nicht mehr funktionieren würde, brauchte Mike zwei Projekte: Osada behielt ActivityPub, wurde aber nichtnomadisch. Zusätzlich forkte er Zap von Osada, ließ es nomadisch, entfernte aber ActivityPub.
Jetzt konnte Mike endgültig nicht gleichzeitig Zot6 entwickeln und Osada entwickeln und Zap entwickeln und Hubzilla weiterpflegen. Auch dieses Mal half ihm bei den Neuentwicklungen niemand. Also überließ er Hubzilla gänzlich Mario.
Wie es dann weiterging, lag nicht an Mikes Sprunghaftigkeit.
Anfang 2019 fand er einen Weg, auch nomadisches Zot6 mit ActivityPub kompatibel zu machen. Abgesehen davon war die Idee, einen nomadischen Zap-Kanal über einen nichtnomadischen Osada-Kanal mit dem Fediverse zu verbinden, sowieso kompletter Blödsinn und technisch in der Praxis kaum realisierbar, selbst mit Kanalquellen nicht. Also stellte Mike Osada ein, forkte von Zap ein ganz neues Osada und baute da ActivityPub-Support ein. Noch war nomadisches Zot6 + ActivityPub ja noch experimentell, deswegen hat er es nicht in Zap eingebaut.
Dann aber wurden Osada und Zap stabil und bekamen sogar einen 1.0-Release. Inzwischen gab es Leute, die Osada oder Zap produktiv nutzten. Die kamen alle von Hubzilla, denn nur da wußte man, daß es Osada und Zap gab. Nicht mal auf Friendica wußte das jemand, im übrigen Fediverse erst recht nicht und außerhalb des Fediverse schon gar nicht.
So baute Mike dann Osadas ActivityPub-Support auch in Zap ein, schaltete ihn aber standardmäßig auf Serverebene ab, auf Kanalebene sowieso. Das führte dazu, daß Osada und Zap bis auf das Branding und die Standardeinstellungen völlig identisch waren. Es brauchte gar nicht mehr beide. Mike ließ das aber so.
Irgendwie gab es wohl genug Osada- und Zap-Anwender, daß Mike jemanden fand, der beides weiterpflegen wollte. Denn Mike hatte wieder neue Weiterentwicklungen im Sinne, die er aber nicht mehr auf Osada und Zap machen konnte, weil die jetzt beide als stabile Produktivsoftware galten. So gab er Osada und Zap dann wieder an "die Community" weiter, die als quasi erste Amtshandlung mit Mikes Segen Osada nach Zap mergete, in dem Zuge auch auf Zap ActivityPub standardmäßig aktivierte und Osada kurzerhand einstellte.
2020 ging es dann weiter. Zap war damals State of the Art. Zot6 war so stabil, daß es nach Hubzilla zurückportiert wurde. Zap war jetzt quasi der modernere kleine Bruder von Hubzilla, der sich etwas eleganter bediente und einen nicht mit Features erschlug. Nur war Zap immer noch obskurer als Hubzilla, Hubzilla war obskurer als Friendica, und Friendica war selbst sehr obskur, weil für keins der drei wirklich Werbung gemacht wurde. Zap war weiterhin sonst nur auf Hubzilla bekannt und Hubzilla sonst nur auf Friendica.
Und Mike bastelte an Zot8, das nochmals besser werden sollte. Dafür brauchte er aber Software zum Experimentieren. Und so entstanden drei neue Forks in so kurzer Folge, daß heute nicht mehr bekannt ist, was jetzt wovon geforkt wurde, nur daß irgendwas von Zap geforkt worden ist. Im einzelnen waren das schon wieder ein neues Osada, ein neues Mistpark und eine neue Redmatrix.
Warum drei?
Es ging das Gerücht um, das seien verschiedene Stabilitätsstufen. Redmatrix 2020 sei experimentell mit wie früher bei Zap standardmäßig deaktiviertem ActivityPub, das damit der Entwicklung von Zot8 nicht im Wege stehe. Osada sei auch experimentell, aber wie früher schon bei Osada mit standardmäßig aktiviertem ActivityPub, um zu gucken, wie die Weiterentwicklungen von Zot8 sich mit ActivityPub vertragen. Mistpark 2020 wiederum sei "halbstabil" wie Debian testing, also stabiler als Osada und eher für den Produktiveinsatz geeignet, aber aktueller als Zap.
Zap sei also für die, die etwas neueres als Hubzilla haben wollten und auf die Zusatzfeatures von Hubzilla verzichten konnten. Misty sei für die, die etwas noch aktuelleres als Zap haben wollten, also das neueste Zeug noch früher, und die etwaige Instabilitäten in Kauf zu nehmen bereit waren. Osada sei für die, die unbedingt bleeding-edge wollten, instabil oder nicht. Und Redmatrix 2020 sei eh nur für Mike.
In Wahrheit waren Osada, Misty und Redmatrix 2020 bis auf das Branding völlig identisch und quasi Soft-Forks. Alle Commits wurden gleichermaßen und fast gleichzeitig in alle drei eingepflegt.
Warum?
Weil Mike der Markenfetischismus im Fediverse auf den Keks ging. Es gab Leute, die bildeten sich ein, die Software, die sie nutzten, sei die beste, einfach, weil sie Fans der Softwaremarke waren. Ganz besonders gab es die natürlich auf Mastodon, aber auch sonst. Genau diese Leute wollte er trollen, indem er drei bis auf den Namen und das Logo völlig identische Serveranwendungen pflegte. Misty z. B. konnte überhaupt nicht "die beste Fediverse-Serversoftware" sein, egal, wer sich das einbildete, wenn Osada und Redmatrix bis auf die Marke völlig baugleich waren.
Anfang 2021 kam dann Roadhouse dazu. Das Abenteuer Zot8 war im Grunde vorbei, bevor Zot8 stabil war. Denn Zot11 sollte noch besser werden. Vor allem sollte Zot11 von allen Zot-Versionen die beste Kompatibilität mit ActivityPub bekommen. Blöderweise konnte Mike aber Zot11 nicht auf Osada, Misty und Redmatrix entwickeln. Zot11 sollte nämlich zu allen Vorgängern so inkompatibel werden, daß es letztlich nicht mehr Zot heißen sollte. Aber es gab Leute, die Osada, Misty oder Redmatrix produktiv nutzten.
Also mußte Mike von einem von den dreien Roadhouse forken. War ihm aber egal, weil er damit die Leute mit noch einer weiteren Marke trollen konnte. Wohlgemerkt, effektiv hatte er sogar Zap noch an der Backe, weil es in der Community dann wohl doch zuwenig Interesse an der Weiterentwicklung gab.
Nomad, eigentlich ja Zot11, wurde zum Erfolg. Und das Erfolgsrezept lag auch darin, zusätzlich Support für Hubzillas Zot6 einzubauen, über den Roadhouse auch mit Osada, Misty und Redmatrix kommunizieren konnte. Ansonsten waren von den praktischen Features her Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse identisch und von der Benutzeroberfläche her auch beinahe. Es machte in der Praxis keinen großen Unterschied, welches man nutzte. Außerhalb waren sie eh, wenn überhaupt, nur auf Hubzilla bekannt. Das heißt, Roadhouse war beinahe komplett unbekannt, weil da endgültig nur Mike drüber redete.
Daß es (streams) gibt, obwohl Roadhouse doch gut war, hatte andere Gründe.
Grund 1: Mike fand einen neuen Weg, die Markenfetischisten zu trollen. Nämlich mit Software, die gar keinen Namen und gar keine Markenidentität hat. Also nahm Mike dem neuen Roadhouse-Fork von Ende 2021 den Namen und sogar den fediverseinternen festen Identifikator weg. Letzteren kann man entweder händisch ausfüllen, oder (streams) übernimmt ihn vom Instanznamen. Alleine das wäre mit einem "Debranding" von Roadhouse nicht getan gewesen, weil weiter alle von "Roadhouse" gesprochen hätten.
Grund 2: Dieses ständige Wetteifern, welche Software auf The Federation, Fediverse Observer, der FediDB usw. jetzt am populärsten ist und am meisten genutzt wird, ging ihm inzwischen auch auf dem Zeiger. Ein weiteres "Feature" von (streams) ist, daß Mike neben dem Namen und der Markenidentität auch nodeinfo praktisch komplett entfernt hat. (streams) sendet überhaupt keine Statistiken und hält sich von allen Instanzlisten-Websites fern. Und das ist so gewollt.
Grund 3: Zusätzlich wollte Mike es der Free-Software- und Open-Source-Community leichter machen. Da kloppt man sich ja bekanntlich darum, welche Lizenzen wirklich frei sind und welche nicht. Also hat Mike (streams), dessen sämtliche Vorgänger unter der MIT-Lizenz stehen, in die Public Domain gestellt. Freier als das geht's nun wirklich nicht mehr. Gleichzeitig wollte Mike diejenigen ärgern, die vielleicht vorhaben könnten, aus (streams) proprietäre, kommerzielle Closed-Source-Software zu machen. Die ganzen Apps sind nämlich durchaus schon mal Fremdcode und stehen unter eigenen Lizenzen. Und die sind untereinander inkompatibel.
(streams) sollte stabil werden und wurde stabil. Im Grunde war Mikes Plan, (streams) zu der Fediverse-Software der Zukunft zu machen. So hat er am 31.12.2022 offiziell Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse eingestellt. Das war aber kein Problem, denn zwischen den fünfen konnten Admins durch einfaches Rebasen nicht nur crossgraden, sondern auch zu (streams) upgraden.
Jetzt gab es nur noch Friendica, Hubzilla und (streams), wovon Mike nur noch (streams) betreute.
Dann kam ja silverpill auf Mike zu mit der Idee der nomadischen Identität über ActivityPub. Mike war interessiert. silverpill trieb das ziemlich voran inklusive dem einen oder anderen neuen FEP, darunter auch FEP-ef61, das in ActivityPub dezentrale Identitäten einführen sollte. Zot hat so etwas, Nomad natürlich auch, aber anders, und ActivityPub hatte das natürlich nicht.
Diese dezentralen Identitäten hat Mike auch in (streams) eingebaut. Langfristig sollte es ja möglich sein, zwischen verschiedenen Serveranwendungen zu klonen, so auch zwischen (streams) und Mitra. Zumindest aber sollten sie voneinander die dezentralen Identitäten als ebensolche verstehen. So sollte (streams) geklonte Mitra-Identitäten als solche erkennen, und Mitra sollte geklonte (streams)-Kanäle als solche erkennen.
Unter Laborbedingungen in Mikes nomadic-Zweig funktionierten die. Also mergete Mike im Juni 2024 den nomadic-Zweig in den dev-Zweig, den allgemeinen Entwicklungszweig. Auch der lief nur unter Laborbedingungen, weil (im Gegensatz zu Hubzilla, wo zwei öffentliche Produktivhubs Entwicklerversionen fahren) niemand außer Mike den dev-Zweig von (streams) produktiv fuhr.
Im Juli 2024 mergete Mike dann den dev-Zweig in den release-Zweig, um die neuesten Weiterentwicklungen an die produktiv gefahrenen, stabilen Server auszurollen. Da war allerdings Schluß mit Laborbedingungen. Jetzt mußten sich FEP-ef61 und die DIDs unter täglichen und breitgefächerten Realbedingungen beweisen.
Genau das taten sie nicht. Erst jetzt stellte sich heraus, daß (streams) mit den vielen Identitäten nicht klarkam. Es föderierte nicht mehr über ActivityPub. Es föderierte nicht mehr mit Hubzilla. Es föderierte nicht mal mehr mit sich selbst. Es konnte sich mit nichts mehr vernünftig verbinden.
Mike brauchte eine Weile, um überhaupt festzustellen, daß der Verursacher dieser Misere ein Identitätenchaos war. Das konnte er aber nicht auf (streams) selbst beheben. Hilfe hatte er auch keine. Die (streams)-Community war so winzig, da gab es niemanden, der ihm hätte helfen können. Der einzige, der die Fähigkeit gehabt hätte, hatte keine Zeit. Und der einzige, der Zeit und Bock hatte, hatte vom Coden keine Ahnung.
So mußte Mike sich erstmal einen Überblick verschaffen. Im August, also dem Monat nach dem Crash, als der Crash noch nicht behoben war, forkte er das streams-Repository und schuf Forte. Da wiederum riß er alles raus, was nicht ActivityPub war, also die Unterstützung sowohl von Nomad als auch von Zot6, um einen freien, ungehinderten Blick auf ActivityPub zu haben.
Inzwischen hatte er auch zwei andere Sachen gelernt: Software, die keinen Namen hat, interessiert keinen. Das verwirrt die Leute eher. Also bekam Forte wieder einen Namen. Die Public Domain brachte auch nichts. Also kam Forte wieder unter die MIT-Lizenz. Und Fediverse-Software, die überhaupt keine nodeinfo hat, ist praktisch unsichtbar. Also bekam Forte wieder nodeinfo, zunächst aber, ohne brauchbare Zahlen zu versenden. So konnte Forte zumindest vom Fediverse Observer und später vom FediIndex gelistet werden.
Forte half ihm, die ID-Misere zu entwirren, zu entflechten und zu lösen. Das reichte er dann auch nach (streams) weiter, das allmählich wieder funktionierte. Allerdings brannte er sich in dem August derart aus, daß er zum 31.8.2024 offiziell sowohl das streams-Repository als auch Forte zur Übernahme anbot und seinen Ruhestand ankündigte.
Dieses Mal fand eine Übernahme gleich gar nicht statt. Wie gesagt, in der (streams)-Community gab es niemanden, der sowohl die Zeit als auch das Know-how hatte, um auch nur Mike zu helfen, geschweige denn, eine Rolle wie Tobias oder Michael oder Mario anzunehmen.
Außerhalb von (streams) war (streams) selbst sogar auf Hubzilla kaum bekannt. Forte war sogar auf Hubzilla noch unbekannter, zumal es noch eine obskure, nichtöffentliche Bastelbude war, bis Mike im September 2024 die erste "offizielle" Entwicklerversion von Forte (und damit Forte selbst) veröffentlichte.
Und außerhalb von Hubzilla? Mike war es so leid, daß Mastodon als alternativlose Referenzimplementation des Fediverse angesehen wurde, daß er um 2023 anfing, Werbung für (streams) zu machen. Das erste Mal überhaupt, daß Mike von "wenn du es baust, werden sie kommen" abkam (es kam ja keiner) und irgendwas bewarb. Nur wußte Mike nicht, wie man zu Mastodon-Leuten spricht; ehrlich gesagt, das weiß auch auf Friendica und Hubzilla kaum jemand.
Oft genug ging aus Mikes Posts nicht mal hervor, daß er über ein konkretes Fediverse-Produkt sprach, und schon gar nicht, über welches. Wie auch, sprach er doch von etwas Namenlosem. Das heißt, auch er fing langsam an, den Namen des Repository zu verwenden. Aber er machte nicht unbedingt wirklich glasklar, daß er von etwas sprach, das jetzt in diesem Augenblick im Fediverse existierte. Schon gar nicht erwähnte er, daß es auch mit Mastodon verbunden ist, denn kaum jemand außerhalb von Mastodon weiß, daß Mastodon-Nutzer das nicht unbedingt automatisch verstehen.
Stand Mitte September 2024 hatte (streams) keine 100 aktiven Nutzer und Forte außer Mike gar keine. Traurigerweise hatte (streams) damals mehr öffentliche Server als heute, derweil Forte anderthalb Jahre gebraucht hat, um auch nur einen hervorzubringen. Wo sollen da Entwickler herkommen?
Mike hat übrigens nicht vor, (streams) einzustellen. Er und nicht nur er sagt, (streams) hat weiterhin seine Existenzberechtigung, und zwar als moderne Fediverse-Software, die von ActivityPub unabhängig ist. Er und nicht nur er sieht den ActivityPub-Schalter als eine Art letztes Bollwerk gegen Mastodon an und das einzige, das auf Kanalebene funktioniert, also nicht nur serverweit.
So, nun noch das Wort zu Smartphone-Apps.
Von Mike selbst war da nie etwas zu erwarten. Fediverse-Apps sind reine Frontend-Sachen. Und wir sollten inzwischen wissen, daß Mike nicht mal Web-UIs kann. Hubzilla ist für seine Oberfläche berüchtigt. Es ist doch erst schick geworden, als Saiwal mit seinen Utsukta-Themes anfing.
Außerdem hatte Mike immer schon genügend mit Webentwicklung zu tun. Da konnte man von ihm nicht auch noch erwarten, eine Smartphone-App zu entwickeln. Besser gesagt, zwei Smartphone-Apps, weil die iOS-App wahrscheinlich separat hätte entwickelt werden müssen. Mike wäre ja auch keiner gewesen, der in einer Smartphone-App nur das nötigste an Features eingebaut hätte. Wenn, dann alles. Er hätte also neben der Serversoftware zwei ziemliche Monster-Apps entwickeln und pflegen müssen.
Apps von Drittentwicklern?
Guck dir mal an, wie lange es gedauert hat, bis es von RaccoonForFriendica einen öffentlich verfügbaren Android-Release gab. Für iOS ist es meines Wissens bis heute nur über TestDrive verfügbar, aber nicht im App Store. Und selbst auf Android ist es noch nicht so stabil und fully featured, daß man es als Daily Driver nutzen könnte.
Für Hubzilla gab es mal Nomad für Android. Das wird seit gut sechs Jahren nicht mehr weiterentwickelt. Unter aktuellen Android-Versionen läuft es inzwischen gar nicht mehr. Und auch das ist nur ein Wrapper für die Weboberfläche, also ein glorifizierter Webbrowser. Ansonsten gibt's nur eine Minimalst-App von Mario, mit der er mal versuchsweise getestet hat, ob man von Android aus nach Hubzilla posten kann. Das ist absolut das einzige, was die App überhaupt kann.
Hubzilla hat eine Client API. Ob die aber funktioniert, ist weitestgehend unbekannt, weil noch nie jemand versucht hat, dagegen eine hinreichend mit Features ausgestattete App zu bauen. Dasselbe dürfte für (streams) und Forte gelten, für die es überhaupt noch nie irgendwelche Apps gegeben hat. Alle drei setzen statt dessen auf den Einsatz als PWA, nur daß da draußen keine Sau weiß, daß es das überhaupt gibt, geschweige denn, wie man das einrichtet.
Auf Drittentwickler kann man hier erst recht nicht hoffen. Von den Leuten im Fediverse, die Smartphone-Apps entwickeln können, kennt genau niemand Hubzilla, geschweige denn (streams) oder Forte. Selbst wenn sie Hubzilla kennenlernen würden, hätten sie keinen Bock, dafür eine App zu entwickeln. Lohnt sich nicht, weil nutzt keiner. Es lohnt sich viel mehr, die drölfzigtausendste reine Mastodon-App fürs iPhone zu bauen. Das heißt, mindestens die Hälfte von denen weiß doch sowieso nicht, was es außer Mastodon sonst noch so im Fediverse gibt.
Auf Hubzilla selbst gibt's nicht einen Mobilentwickler. Auf (streams) und Forte dürfte es niemanden geben, der überhaupt wirklich irgendwas entwickeln kann, nicht mal Webanwendungen (sonst hätte Mike Hilfe), Smartphone-Apps schon gar nicht.
#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #DFRN #Zot #Zot6 #Zot8 #Nomad #Mistpark #Friendica #RedMatrix #Hubzilla #Osada #Zap #Roadhouse #Streams #(streams) #Forte -
@Kristian Na ja, Friendica war ja ausgereift. Zumindest soweit ausgereift, wie Friendica selbst und das DFRN-Protokoll es zuließen. Smartphone-Apps gab es nicht, weil man damals, 2010/2011, Smartphone-Apps für Sachen, die es auch als Websites gab, noch als Gimmicks ansah und noch nicht als lebensnotwendig. Das war, bevor die Leute gewisse Websites mehr über dedizierte Apps nutzten als über die Websites selbst.
Nur: Eine Weiterentwicklung war zwingend notwendig. Und die ging nicht mit Friendica, wie es war, denn die ging auch nicht mit DFRN.
Der Auslöser: 2011 waren binnen kurzer Zeit mehrere größere Friendica-Nodes von jetzt auf sofort ohne Ankündigung verschwunden. Einfach so weg. Friendica war durch das Verschwinden einiger weniger, aber jeweils sehr großer öffentlicher Nodes auf die Hälfte seiner Größe geschrumpft. Die andere Hälfte der Nutzer hatte alles verloren ohne die Chance, irgendwas zu retten. Die konnten wieder ganz neu bei null anfangen.
Das beste, was Mike an Friendica selbst machen konnte, war, eine Export- und Importfunktion einzubauen. Damit konnte man Backups des eigenen Konto machen. Das half aber nur, wenn man entweder brav ein tägliches Backup machte oder die Schließung eines Node vorher angekündigt wurde. Noch einmal: Genau das war 2011 nicht passiert. Die Nodes waren einfach futsch. Da hilft dir auch eine Backup-Funktion nicht, wenn du nicht laufend regelmäßig Backups machst.
Mike sah nur eine mögliche wirkliche Lösung. Und das war, indem deine Identität nicht bombenfest an einen Server gebunden ist, sondern simultan gleichzeitig als identische Klone auf mehreren unabhängigen Servern existieren kann. Wenn davon mal einer ausfällt, egal, die anderen laufen ja noch, also läuft deine Identität noch.
Problem: Mit DFRN ging das nicht umzusetzen. Es brauchte ein ganz neues Protokoll. Auch deshalb, weil Mike noch andere Verbesserungen im Kopf hatte wie ein nochmals deutlich aufgebohrtes Berechtigungssystem. Auch das ging mit DFRN so nicht und brauchte ein neues Protokoll. So entstand Zot.
Zum einen hieß ein neues Protokoll aber auch, wo auch immer das eingebaut werden soll, muß das komplette Backend ausgetauscht und neu geschrieben werden. Und große Teile des Frontend gleich mit. Das konnte Mike aber nicht auf Friendica im laufenden Betrieb machen. Friendica hätte unmöglich seine Grundfunktionalität gleichzeitig auf DFRN und auf Zot betreiben können. Und ein Protokollaustausch hätte bedeutet, daß Nodes, die die neue Friendica-Version mit Zot fahren, sich nicht mehr nativ hätten verbinden können mit Nodes, die alte Versionen mit DFRN fahren. Die wären zueinander inkompatibel gewesen.
Mike hatte als neue Entwicklungsplattform ja gerade das neue Red, das ein Fork seiner bisherigen "geheimen" Entwicklungsplattform Free-Friendika war. Das war ebenso "geheim", das konnte er also entsprechend umbauen.
Mike hätte aber niemals gleichzeitig Red komplett umbauen und Friendica selbst auf Free-Friendika weiterpflegen und die Weiterentwicklungen von Free-Friendika nach Friendica selbst bringen können. Und die einzige Alternative zum Umbau von Red auf Zot war, wieder solche Massencrashs wie 2011 mit exakt denselben Auswirkungen zu haben, ohne irgendwas tun zu können.
Also hat Mike sich auf Red konzentriert (dessen Umbau ja alleine schon länger dauern sollte als die Entwicklung von Friendica) und Friendica in die Hände von Tobias und Michael gegeben, die es seitdem nach ihren Vorstellungen weiterentwickeln. Die beiden waren ja meines Wissens sowieso schon Co-Entwickler von Friendica. Das hat Mike ja längst nicht mehr alles alleine gemacht.
Bei Red war das wieder anders. Das machte Mike ganz alleine. Das mußte er ja erstmal aufbauen. Und selbst als es fertig war, wurde es kaum angenommen. Es war zwar kein Geheimprojekt mehr, nachdem es sich von Friendica gelöst hatte. Aber es wurde kaum angenommen.
Auch als es umbenannt wurde in Red Matrix, was es leichter machte, es zu googlen, wurde es nicht angenommen. Die Friendica-Nutzer nahmen es wahr als Friendica mit nomadischer Identität. Was nomadische Identität ist, verstanden sie gar nicht. Selbst wenn doch: Die meisten von ihnen hatten inzwischen ihre eigenen privaten Einzelnutzer-Nodes.
So sahen sie in der Red Matrix gegenüber Friendica keine Vorteile, also warum umsteigen? Mal ganz davon abgesehen, daß Friendica und die Red Matrix nur über das diaspora*-Protokoll oder OStatus kommunizieren konnten. Die einzigen, die wechselten, dürften die gewesen sein, die eh immer das neueste, heißeste Zeug ausprobieren wollten.
Außerhalb von Friendica wußte eh keine Sau, daß die Red Matrix existierte. Herzlich wenige Leute wußten ja überhaupt auch nur, daß Friendica existierte. Mikes "Wenn du es baust, werden sie kommen" funktionierte damals schon nicht. Kleckerweise kamen noch neue Leute nach Friendica. Aber kaum einer ging von Friendica auf die Red Matrix, und absolut niemand ging von null auf die Red Matrix.
Interessant wurde die Red Matrix eigentlich erst 2015, als sie zu Hubzilla aufgebohrt wurde, also auf einmal Sachen konnte, die Friendica nicht konnte, die aber vielleicht nützlich sein konnten. Damit konnte Hubzilla auch für ganz andere Sachen eingesetzt werden als Friendica, also nicht nur als Facebook-Ersatz oder Blog.
Aber wenn Mario schon Anfang 2015 das noch brandneue Hubzilla übernahm, was ja so auf der offiziellen Website steht (nach meinen Informationen war es erst 2018), dann war es ein Wunder, daß Mike überhaupt jemanden fand, der übernehmen würde, der also schon seit Red-Matrix-Zeiten dabei war. Aber Mike hat ja an der Weiterentwicklung von Hubzilla noch weiter aktiv mitgewirkt, nur eben nicht als Projektleiter.
Hubzilla selbst wurde ja erst ab Ende 2015 interessant, als es seinen ersten stabilen Release hatte. Und auch Hubzillas Existenz war eigentlich nur auf Friendica bekannt. Selbst heute noch sind die allermeisten Hubzilla-Nutzer Friendica-Veteranen. Direkt von Mastodon nach Hubzilla ist kaum einer gekommen, von null nach Hubzilla schon gar nicht.
Selbst da war Mike keiner, der Sachen so läßt, wie sie sind, und sie nur noch weiter poliert. Wenn es etwas zu verbessern gibt, dann macht er das auch. Und wenn das nicht auf existierender Software im laufenden Produktivbetrieb geht, dann forkt er eben, und dann nimmt er sich weit mehr Zeit für seinen Fork als für das, was er vorher gemacht hatte. Und das ist auch gut so. Ansonsten hätten wir heute noch nur Friendica und immer noch keine Lösung für das Problem, daß die Leute alles verlieren, wenn mal wieder ein großer Node verschwindet.
Jetzt wollte Mike Zot weiterentwickeln, wohl auch deshalb, weil Zot, wie es damals war, nicht gut mit ActivityPub zusammenspielte. Aber potentiell kompatibilitätsbrechend. In einem eigenen zusätzlichen Branch von Hubzilla wäre das nicht gegangen, schon deshalb, weil Hubzilla für solche Experimente schlicht und ergreifend zu groß war.
Also hat Mike 2018 Osada von Hubzilla abgeforkt und alles rausgerissen, was im Weg war. Artikel, Karten, Wikis, Webpages, alle Verbindungsmöglichkeiten außer Zot, ActivityPub und RSS/Atom, alles raus.
Weil dann abzusehen war, daß nomadisches Zot6 (zumindest vorerst) mit ActivityPub überhaupt nicht mehr funktionieren würde, brauchte Mike zwei Projekte: Osada behielt ActivityPub, wurde aber nichtnomadisch. Zusätzlich forkte er Zap von Osada, ließ es nomadisch, entfernte aber ActivityPub.
Jetzt konnte Mike endgültig nicht gleichzeitig Zot6 entwickeln und Osada entwickeln und Zap entwickeln und Hubzilla weiterpflegen. Auch dieses Mal half ihm bei den Neuentwicklungen niemand. Also überließ er Hubzilla gänzlich Mario.
Wie es dann weiterging, lag nicht an Mikes Sprunghaftigkeit.
Anfang 2019 fand er einen Weg, auch nomadisches Zot6 mit ActivityPub kompatibel zu machen. Abgesehen davon war die Idee, einen nomadischen Zap-Kanal über einen nichtnomadischen Osada-Kanal mit dem Fediverse zu verbinden, sowieso kompletter Blödsinn und technisch in der Praxis kaum realisierbar, selbst mit Kanalquellen nicht. Also stellte Mike Osada ein, forkte von Zap ein ganz neues Osada und baute da ActivityPub-Support ein. Noch war nomadisches Zot6 + ActivityPub ja noch experimentell, deswegen hat er es nicht in Zap eingebaut.
Dann aber wurden Osada und Zap stabil und bekamen sogar einen 1.0-Release. Inzwischen gab es Leute, die Osada oder Zap produktiv nutzten. Die kamen alle von Hubzilla, denn nur da wußte man, daß es Osada und Zap gab. Nicht mal auf Friendica wußte das jemand, im übrigen Fediverse erst recht nicht und außerhalb des Fediverse schon gar nicht.
So baute Mike dann Osadas ActivityPub-Support auch in Zap ein, schaltete ihn aber standardmäßig auf Serverebene ab, auf Kanalebene sowieso. Das führte dazu, daß Osada und Zap bis auf das Branding und die Standardeinstellungen völlig identisch waren. Es brauchte gar nicht mehr beide. Mike ließ das aber so.
Irgendwie gab es wohl genug Osada- und Zap-Anwender, daß Mike jemanden fand, der beides weiterpflegen wollte. Denn Mike hatte wieder neue Weiterentwicklungen im Sinne, die er aber nicht mehr auf Osada und Zap machen konnte, weil die jetzt beide als stabile Produktivsoftware galten. So gab er Osada und Zap dann wieder an "die Community" weiter, die als quasi erste Amtshandlung mit Mikes Segen Osada nach Zap mergete, in dem Zuge auch auf Zap ActivityPub standardmäßig aktivierte und Osada kurzerhand einstellte.
2020 ging es dann weiter. Zap war damals State of the Art. Zot6 war so stabil, daß es nach Hubzilla zurückportiert wurde. Zap war jetzt quasi der modernere kleine Bruder von Hubzilla, der sich etwas eleganter bediente und einen nicht mit Features erschlug. Nur war Zap immer noch obskurer als Hubzilla, Hubzilla war obskurer als Friendica, und Friendica war selbst sehr obskur, weil für keins der drei wirklich Werbung gemacht wurde. Zap war weiterhin sonst nur auf Hubzilla bekannt und Hubzilla sonst nur auf Friendica.
Und Mike bastelte an Zot8, das nochmals besser werden sollte. Dafür brauchte er aber Software zum Experimentieren. Und so entstanden drei neue Forks in so kurzer Folge, daß heute nicht mehr bekannt ist, was jetzt wovon geforkt wurde, nur daß irgendwas von Zap geforkt worden ist. Im einzelnen waren das schon wieder ein neues Osada, ein neues Mistpark und eine neue Redmatrix.
Warum drei?
Es ging das Gerücht um, das seien verschiedene Stabilitätsstufen. Redmatrix 2020 sei experimentell mit wie früher bei Zap standardmäßig deaktiviertem ActivityPub, das damit der Entwicklung von Zot8 nicht im Wege stehe. Osada sei auch experimentell, aber wie früher schon bei Osada mit standardmäßig aktiviertem ActivityPub, um zu gucken, wie die Weiterentwicklungen von Zot8 sich mit ActivityPub vertragen. Mistpark 2020 wiederum sei "halbstabil" wie Debian testing, also stabiler als Osada und eher für den Produktiveinsatz geeignet, aber aktueller als Zap.
Zap sei also für die, die etwas neueres als Hubzilla haben wollten und auf die Zusatzfeatures von Hubzilla verzichten konnten. Misty sei für die, die etwas noch aktuelleres als Zap haben wollten, also das neueste Zeug noch früher, und die etwaige Instabilitäten in Kauf zu nehmen bereit waren. Osada sei für die, die unbedingt bleeding-edge wollten, instabil oder nicht. Und Redmatrix 2020 sei eh nur für Mike.
In Wahrheit waren Osada, Misty und Redmatrix 2020 bis auf das Branding völlig identisch und quasi Soft-Forks. Alle Commits wurden gleichermaßen und fast gleichzeitig in alle drei eingepflegt.
Warum?
Weil Mike der Markenfetischismus im Fediverse auf den Keks ging. Es gab Leute, die bildeten sich ein, die Software, die sie nutzten, sei die beste, einfach, weil sie Fans der Softwaremarke waren. Ganz besonders gab es die natürlich auf Mastodon, aber auch sonst. Genau diese Leute wollte er trollen, indem er drei bis auf den Namen und das Logo völlig identische Serveranwendungen pflegte. Misty z. B. konnte überhaupt nicht "die beste Fediverse-Serversoftware" sein, egal, wer sich das einbildete, wenn Osada und Redmatrix bis auf die Marke völlig baugleich waren.
Anfang 2021 kam dann Roadhouse dazu. Das Abenteuer Zot8 war im Grunde vorbei, bevor Zot8 stabil war. Denn Zot11 sollte noch besser werden. Vor allem sollte Zot11 von allen Zot-Versionen die beste Kompatibilität mit ActivityPub bekommen. Blöderweise konnte Mike aber Zot11 nicht auf Osada, Misty und Redmatrix entwickeln. Zot11 sollte nämlich zu allen Vorgängern so inkompatibel werden, daß es letztlich nicht mehr Zot heißen sollte. Aber es gab Leute, die Osada, Misty oder Redmatrix produktiv nutzten.
Also mußte Mike von einem von den dreien Roadhouse forken. War ihm aber egal, weil er damit die Leute mit noch einer weiteren Marke trollen konnte. Wohlgemerkt, effektiv hatte er sogar Zap noch an der Backe, weil es in der Community dann wohl doch zuwenig Interesse an der Weiterentwicklung gab.
Nomad, eigentlich ja Zot11, wurde zum Erfolg. Und das Erfolgsrezept lag auch darin, zusätzlich Support für Hubzillas Zot6 einzubauen, über den Roadhouse auch mit Osada, Misty und Redmatrix kommunizieren konnte. Ansonsten waren von den praktischen Features her Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse identisch und von der Benutzeroberfläche her auch beinahe. Es machte in der Praxis keinen großen Unterschied, welches man nutzte. Außerhalb waren sie eh, wenn überhaupt, nur auf Hubzilla bekannt. Das heißt, Roadhouse war beinahe komplett unbekannt, weil da endgültig nur Mike drüber redete.
Daß es (streams) gibt, obwohl Roadhouse doch gut war, hatte andere Gründe.
Grund 1: Mike fand einen neuen Weg, die Markenfetischisten zu trollen. Nämlich mit Software, die gar keinen Namen und gar keine Markenidentität hat. Also nahm Mike dem neuen Roadhouse-Fork von Ende 2021 den Namen und sogar den fediverseinternen festen Identifikator weg. Letzteren kann man entweder händisch ausfüllen, oder (streams) übernimmt ihn vom Instanznamen. Alleine das wäre mit einem "Debranding" von Roadhouse nicht getan gewesen, weil weiter alle von "Roadhouse" gesprochen hätten.
Grund 2: Dieses ständige Wetteifern, welche Software auf The Federation, Fediverse Observer, der FediDB usw. jetzt am populärsten ist und am meisten genutzt wird, ging ihm inzwischen auch auf dem Zeiger. Ein weiteres "Feature" von (streams) ist, daß Mike neben dem Namen und der Markenidentität auch nodeinfo praktisch komplett entfernt hat. (streams) sendet überhaupt keine Statistiken und hält sich von allen Instanzlisten-Websites fern. Und das ist so gewollt.
Grund 3: Zusätzlich wollte Mike es der Free-Software- und Open-Source-Community leichter machen. Da kloppt man sich ja bekanntlich darum, welche Lizenzen wirklich frei sind und welche nicht. Also hat Mike (streams), dessen sämtliche Vorgänger unter der MIT-Lizenz stehen, in die Public Domain gestellt. Freier als das geht's nun wirklich nicht mehr. Gleichzeitig wollte Mike diejenigen ärgern, die vielleicht vorhaben könnten, aus (streams) proprietäre, kommerzielle Closed-Source-Software zu machen. Die ganzen Apps sind nämlich durchaus schon mal Fremdcode und stehen unter eigenen Lizenzen. Und die sind untereinander inkompatibel.
(streams) sollte stabil werden und wurde stabil. Im Grunde war Mikes Plan, (streams) zu der Fediverse-Software der Zukunft zu machen. So hat er am 31.12.2022 offiziell Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse eingestellt. Das war aber kein Problem, denn zwischen den fünfen konnten Admins durch einfaches Rebasen nicht nur crossgraden, sondern auch zu (streams) upgraden.
Jetzt gab es nur noch Friendica, Hubzilla und (streams), wovon Mike nur noch (streams) betreute.
Dann kam ja silverpill auf Mike zu mit der Idee der nomadischen Identität über ActivityPub. Mike war interessiert. silverpill trieb das ziemlich voran inklusive dem einen oder anderen neuen FEP, darunter auch FEP-ef61, das in ActivityPub dezentrale Identitäten einführen sollte. Zot hat so etwas, Nomad natürlich auch, aber anders, und ActivityPub hatte das natürlich nicht.
Diese dezentralen Identitäten hat Mike auch in (streams) eingebaut. Langfristig sollte es ja möglich sein, zwischen verschiedenen Serveranwendungen zu klonen, so auch zwischen (streams) und Mitra. Zumindest aber sollten sie voneinander die dezentralen Identitäten als ebensolche verstehen. So sollte (streams) geklonte Mitra-Identitäten als solche erkennen, und Mitra sollte geklonte (streams)-Kanäle als solche erkennen.
Unter Laborbedingungen in Mikes nomadic-Zweig funktionierten die. Also mergete Mike im Juni 2024 den nomadic-Zweig in den dev-Zweig, den allgemeinen Entwicklungszweig. Auch der lief nur unter Laborbedingungen, weil (im Gegensatz zu Hubzilla, wo zwei öffentliche Produktivhubs Entwicklerversionen fahren) niemand außer Mike den dev-Zweig von (streams) produktiv fuhr.
Im Juli 2024 mergete Mike dann den dev-Zweig in den release-Zweig, um die neuesten Weiterentwicklungen an die produktiv gefahrenen, stabilen Server auszurollen. Da war allerdings Schluß mit Laborbedingungen. Jetzt mußten sich FEP-ef61 und die DIDs unter täglichen und breitgefächerten Realbedingungen beweisen.
Genau das taten sie nicht. Erst jetzt stellte sich heraus, daß (streams) mit den vielen Identitäten nicht klarkam. Es föderierte nicht mehr über ActivityPub. Es föderierte nicht mehr mit Hubzilla. Es föderierte nicht mal mehr mit sich selbst. Es konnte sich mit nichts mehr vernünftig verbinden.
Mike brauchte eine Weile, um überhaupt festzustellen, daß der Verursacher dieser Misere ein Identitätenchaos war. Das konnte er aber nicht auf (streams) selbst beheben. Hilfe hatte er auch keine. Die (streams)-Community war so winzig, da gab es niemanden, der ihm hätte helfen können. Der einzige, der die Fähigkeit gehabt hätte, hatte keine Zeit. Und der einzige, der Zeit und Bock hatte, hatte vom Coden keine Ahnung.
So mußte Mike sich erstmal einen Überblick verschaffen. Im August, also dem Monat nach dem Crash, als der Crash noch nicht behoben war, forkte er das streams-Repository und schuf Forte. Da wiederum riß er alles raus, was nicht ActivityPub war, also die Unterstützung sowohl von Nomad als auch von Zot6, um einen freien, ungehinderten Blick auf ActivityPub zu haben.
Inzwischen hatte er auch zwei andere Sachen gelernt: Software, die keinen Namen hat, interessiert keinen. Das verwirrt die Leute eher. Also bekam Forte wieder einen Namen. Die Public Domain brachte auch nichts. Also kam Forte wieder unter die MIT-Lizenz. Und Fediverse-Software, die überhaupt keine nodeinfo hat, ist praktisch unsichtbar. Also bekam Forte wieder nodeinfo, zunächst aber, ohne brauchbare Zahlen zu versenden. So konnte Forte zumindest vom Fediverse Observer und später vom FediIndex gelistet werden.
Forte half ihm, die ID-Misere zu entwirren, zu entflechten und zu lösen. Das reichte er dann auch nach (streams) weiter, das allmählich wieder funktionierte. Allerdings brannte er sich in dem August derart aus, daß er zum 31.8.2024 offiziell sowohl das streams-Repository als auch Forte zur Übernahme anbot und seinen Ruhestand ankündigte.
Dieses Mal fand eine Übernahme gleich gar nicht statt. Wie gesagt, in der (streams)-Community gab es niemanden, der sowohl die Zeit als auch das Know-how hatte, um auch nur Mike zu helfen, geschweige denn, eine Rolle wie Tobias oder Michael oder Mario anzunehmen.
Außerhalb von (streams) war (streams) selbst sogar auf Hubzilla kaum bekannt. Forte war sogar auf Hubzilla noch unbekannter, zumal es noch eine obskure, nichtöffentliche Bastelbude war, bis Mike im September 2024 die erste "offizielle" Entwicklerversion von Forte (und damit Forte selbst) veröffentlichte.
Und außerhalb von Hubzilla? Mike war es so leid, daß Mastodon als alternativlose Referenzimplementation des Fediverse angesehen wurde, daß er um 2023 anfing, Werbung für (streams) zu machen. Das erste Mal überhaupt, daß Mike von "wenn du es baust, werden sie kommen" abkam (es kam ja keiner) und irgendwas bewarb. Nur wußte Mike nicht, wie man zu Mastodon-Leuten spricht; ehrlich gesagt, das weiß auch auf Friendica und Hubzilla kaum jemand.
Oft genug ging aus Mikes Posts nicht mal hervor, daß er über ein konkretes Fediverse-Produkt sprach, und schon gar nicht, über welches. Wie auch, sprach er doch von etwas Namenlosem. Das heißt, auch er fing langsam an, den Namen des Repository zu verwenden. Aber er machte nicht unbedingt wirklich glasklar, daß er von etwas sprach, das jetzt in diesem Augenblick im Fediverse existierte. Schon gar nicht erwähnte er, daß es auch mit Mastodon verbunden ist, denn kaum jemand außerhalb von Mastodon weiß, daß Mastodon-Nutzer das nicht unbedingt automatisch verstehen.
Stand Mitte September 2024 hatte (streams) keine 100 aktiven Nutzer und Forte außer Mike gar keine. Traurigerweise hatte (streams) damals mehr öffentliche Server als heute, derweil Forte anderthalb Jahre gebraucht hat, um auch nur einen hervorzubringen. Wo sollen da Entwickler herkommen?
Mike hat übrigens nicht vor, (streams) einzustellen. Er und nicht nur er sagt, (streams) hat weiterhin seine Existenzberechtigung, und zwar als moderne Fediverse-Software, die von ActivityPub unabhängig ist. Er und nicht nur er sieht den ActivityPub-Schalter als eine Art letztes Bollwerk gegen Mastodon an und das einzige, das auf Kanalebene funktioniert, also nicht nur serverweit.
So, nun noch das Wort zu Smartphone-Apps.
Von Mike selbst war da nie etwas zu erwarten. Fediverse-Apps sind reine Frontend-Sachen. Und wir sollten inzwischen wissen, daß Mike nicht mal Web-UIs kann. Hubzilla ist für seine Oberfläche berüchtigt. Es ist doch erst schick geworden, als Saiwal mit seinen Utsukta-Themes anfing.
Außerdem hatte Mike immer schon genügend mit Webentwicklung zu tun. Da konnte man von ihm nicht auch noch erwarten, eine Smartphone-App zu entwickeln. Besser gesagt, zwei Smartphone-Apps, weil die iOS-App wahrscheinlich separat hätte entwickelt werden müssen. Mike wäre ja auch keiner gewesen, der in einer Smartphone-App nur das nötigste an Features eingebaut hätte. Wenn, dann alles. Er hätte also neben der Serversoftware zwei ziemliche Monster-Apps entwickeln und pflegen müssen.
Apps von Drittentwicklern?
Guck dir mal an, wie lange es gedauert hat, bis es von RaccoonForFriendica einen öffentlich verfügbaren Android-Release gab. Für iOS ist es meines Wissens bis heute nur über TestDrive verfügbar, aber nicht im App Store. Und selbst auf Android ist es noch nicht so stabil und fully featured, daß man es als Daily Driver nutzen könnte.
Für Hubzilla gab es mal Nomad für Android. Das wird seit gut sechs Jahren nicht mehr weiterentwickelt. Unter aktuellen Android-Versionen läuft es inzwischen gar nicht mehr. Und auch das ist nur ein Wrapper für die Weboberfläche, also ein glorifizierter Webbrowser. Ansonsten gibt's nur eine Minimalst-App von Mario, mit der er mal versuchsweise getestet hat, ob man von Android aus nach Hubzilla posten kann. Das ist absolut das einzige, was die App überhaupt kann.
Hubzilla hat eine Client API. Ob die aber funktioniert, ist weitestgehend unbekannt, weil noch nie jemand versucht hat, dagegen eine hinreichend mit Features ausgestattete App zu bauen. Dasselbe dürfte für (streams) und Forte gelten, für die es überhaupt noch nie irgendwelche Apps gegeben hat. Alle drei setzen statt dessen auf den Einsatz als PWA, nur daß da draußen keine Sau weiß, daß es das überhaupt gibt, geschweige denn, wie man das einrichtet.
Auf Drittentwickler kann man hier erst recht nicht hoffen. Von den Leuten im Fediverse, die Smartphone-Apps entwickeln können, kennt genau niemand Hubzilla, geschweige denn (streams) oder Forte. Selbst wenn sie Hubzilla kennenlernen würden, hätten sie keinen Bock, dafür eine App zu entwickeln. Lohnt sich nicht, weil nutzt keiner. Es lohnt sich viel mehr, die drölfzigtausendste reine Mastodon-App fürs iPhone zu bauen. Das heißt, mindestens die Hälfte von denen weiß doch sowieso nicht, was es außer Mastodon sonst noch so im Fediverse gibt.
Auf Hubzilla selbst gibt's nicht einen Mobilentwickler. Auf (streams) und Forte dürfte es niemanden geben, der überhaupt wirklich irgendwas entwickeln kann, nicht mal Webanwendungen (sonst hätte Mike Hilfe), Smartphone-Apps schon gar nicht.
#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #DFRN #Zot #Zot6 #Zot8 #Nomad #Mistpark #Friendica #RedMatrix #Hubzilla #Osada #Zap #Roadhouse #Streams #(streams) #Forte -
@Kristian Na ja, Friendica war ja ausgereift. Zumindest soweit ausgereift, wie Friendica selbst und das DFRN-Protokoll es zuließen. Smartphone-Apps gab es nicht, weil man damals, 2010/2011, Smartphone-Apps für Sachen, die es auch als Websites gab, noch als Gimmicks ansah und noch nicht als lebensnotwendig. Das war, bevor die Leute gewisse Websites mehr über dedizierte Apps nutzten als über die Websites selbst.
Nur: Eine Weiterentwicklung war zwingend notwendig. Und die ging nicht mit Friendica, wie es war, denn die ging auch nicht mit DFRN.
Der Auslöser: 2011 waren binnen kurzer Zeit mehrere größere Friendica-Nodes von jetzt auf sofort ohne Ankündigung verschwunden. Einfach so weg. Friendica war durch das Verschwinden einiger weniger, aber jeweils sehr großer öffentlicher Nodes auf die Hälfte seiner Größe geschrumpft. Die andere Hälfte der Nutzer hatte alles verloren ohne die Chance, irgendwas zu retten. Die konnten wieder ganz neu bei null anfangen.
Das beste, was Mike an Friendica selbst machen konnte, war, eine Export- und Importfunktion einzubauen. Damit konnte man Backups des eigenen Konto machen. Das half aber nur, wenn man entweder brav ein tägliches Backup machte oder die Schließung eines Node vorher angekündigt wurde. Noch einmal: Genau das war 2011 nicht passiert. Die Nodes waren einfach futsch. Da hilft dir auch eine Backup-Funktion nicht, wenn du nicht laufend regelmäßig Backups machst.
Mike sah nur eine mögliche wirkliche Lösung. Und das war, indem deine Identität nicht bombenfest an einen Server gebunden ist, sondern simultan gleichzeitig als identische Klone auf mehreren unabhängigen Servern existieren kann. Wenn davon mal einer ausfällt, egal, die anderen laufen ja noch, also läuft deine Identität noch.
Problem: Mit DFRN ging das nicht umzusetzen. Es brauchte ein ganz neues Protokoll. Auch deshalb, weil Mike noch andere Verbesserungen im Kopf hatte wie ein nochmals deutlich aufgebohrtes Berechtigungssystem. Auch das ging mit DFRN so nicht und brauchte ein neues Protokoll. So entstand Zot.
Zum einen hieß ein neues Protokoll aber auch, wo auch immer das eingebaut werden soll, muß das komplette Backend ausgetauscht und neu geschrieben werden. Und große Teile des Frontend gleich mit. Das konnte Mike aber nicht auf Friendica im laufenden Betrieb machen. Friendica hätte unmöglich seine Grundfunktionalität gleichzeitig auf DFRN und auf Zot betreiben können. Und ein Protokollaustausch hätte bedeutet, daß Nodes, die die neue Friendica-Version mit Zot fahren, sich nicht mehr nativ hätten verbinden können mit Nodes, die alte Versionen mit DFRN fahren. Die wären zueinander inkompatibel gewesen.
Mike hatte als neue Entwicklungsplattform ja gerade das neue Red, das ein Fork seiner bisherigen "geheimen" Entwicklungsplattform Free-Friendika war. Das war ebenso "geheim", das konnte er also entsprechend umbauen.
Mike hätte aber niemals gleichzeitig Red komplett umbauen und Friendica selbst auf Free-Friendika weiterpflegen und die Weiterentwicklungen von Free-Friendika nach Friendica selbst bringen können. Und die einzige Alternative zum Umbau von Red auf Zot war, wieder solche Massencrashs wie 2011 mit exakt denselben Auswirkungen zu haben, ohne irgendwas tun zu können.
Also hat Mike sich auf Red konzentriert (dessen Umbau ja alleine schon länger dauern sollte als die Entwicklung von Friendica) und Friendica in die Hände von Tobias und Michael gegeben, die es seitdem nach ihren Vorstellungen weiterentwickeln. Die beiden waren ja meines Wissens sowieso schon Co-Entwickler von Friendica. Das hat Mike ja längst nicht mehr alles alleine gemacht.
Bei Red war das wieder anders. Das machte Mike ganz alleine. Das mußte er ja erstmal aufbauen. Und selbst als es fertig war, wurde es kaum angenommen. Es war zwar kein Geheimprojekt mehr, nachdem es sich von Friendica gelöst hatte. Aber es wurde kaum angenommen.
Auch als es umbenannt wurde in Red Matrix, was es leichter machte, es zu googlen, wurde es nicht angenommen. Die Friendica-Nutzer nahmen es wahr als Friendica mit nomadischer Identität. Was nomadische Identität ist, verstanden sie gar nicht. Selbst wenn doch: Die meisten von ihnen hatten inzwischen ihre eigenen privaten Einzelnutzer-Nodes.
So sahen sie in der Red Matrix gegenüber Friendica keine Vorteile, also warum umsteigen? Mal ganz davon abgesehen, daß Friendica und die Red Matrix nur über das diaspora*-Protokoll oder OStatus kommunizieren konnten. Die einzigen, die wechselten, dürften die gewesen sein, die eh immer das neueste, heißeste Zeug ausprobieren wollten.
Außerhalb von Friendica wußte eh keine Sau, daß die Red Matrix existierte. Herzlich wenige Leute wußten ja überhaupt auch nur, daß Friendica existierte. Mikes "Wenn du es baust, werden sie kommen" funktionierte damals schon nicht. Kleckerweise kamen noch neue Leute nach Friendica. Aber kaum einer ging von Friendica auf die Red Matrix, und absolut niemand ging von null auf die Red Matrix.
Interessant wurde die Red Matrix eigentlich erst 2015, als sie zu Hubzilla aufgebohrt wurde, also auf einmal Sachen konnte, die Friendica nicht konnte, die aber vielleicht nützlich sein konnten. Damit konnte Hubzilla auch für ganz andere Sachen eingesetzt werden als Friendica, also nicht nur als Facebook-Ersatz oder Blog.
Aber wenn Mario schon Anfang 2015 das noch brandneue Hubzilla übernahm, was ja so auf der offiziellen Website steht (nach meinen Informationen war es erst 2018), dann war es ein Wunder, daß Mike überhaupt jemanden fand, der übernehmen würde, der also schon seit Red-Matrix-Zeiten dabei war. Aber Mike hat ja an der Weiterentwicklung von Hubzilla noch weiter aktiv mitgewirkt, nur eben nicht als Projektleiter.
Hubzilla selbst wurde ja erst ab Ende 2015 interessant, als es seinen ersten stabilen Release hatte. Und auch Hubzillas Existenz war eigentlich nur auf Friendica bekannt. Selbst heute noch sind die allermeisten Hubzilla-Nutzer Friendica-Veteranen. Direkt von Mastodon nach Hubzilla ist kaum einer gekommen, von null nach Hubzilla schon gar nicht.
Selbst da war Mike keiner, der Sachen so läßt, wie sie sind, und sie nur noch weiter poliert. Wenn es etwas zu verbessern gibt, dann macht er das auch. Und wenn das nicht auf existierender Software im laufenden Produktivbetrieb geht, dann forkt er eben, und dann nimmt er sich weit mehr Zeit für seinen Fork als für das, was er vorher gemacht hatte. Und das ist auch gut so. Ansonsten hätten wir heute noch nur Friendica und immer noch keine Lösung für das Problem, daß die Leute alles verlieren, wenn mal wieder ein großer Node verschwindet.
Jetzt wollte Mike Zot weiterentwickeln, wohl auch deshalb, weil Zot, wie es damals war, nicht gut mit ActivityPub zusammenspielte. Aber potentiell kompatibilitätsbrechend. In einem eigenen zusätzlichen Branch von Hubzilla wäre das nicht gegangen, schon deshalb, weil Hubzilla für solche Experimente schlicht und ergreifend zu groß war.
Also hat Mike 2018 Osada von Hubzilla abgeforkt und alles rausgerissen, was im Weg war. Artikel, Karten, Wikis, Webpages, alle Verbindungsmöglichkeiten außer Zot, ActivityPub und RSS/Atom, alles raus.
Weil dann abzusehen war, daß nomadisches Zot6 (zumindest vorerst) mit ActivityPub überhaupt nicht mehr funktionieren würde, brauchte Mike zwei Projekte: Osada behielt ActivityPub, wurde aber nichtnomadisch. Zusätzlich forkte er Zap von Osada, ließ es nomadisch, entfernte aber ActivityPub.
Jetzt konnte Mike endgültig nicht gleichzeitig Zot6 entwickeln und Osada entwickeln und Zap entwickeln und Hubzilla weiterpflegen. Auch dieses Mal half ihm bei den Neuentwicklungen niemand. Also überließ er Hubzilla gänzlich Mario.
Wie es dann weiterging, lag nicht an Mikes Sprunghaftigkeit.
Anfang 2019 fand er einen Weg, auch nomadisches Zot6 mit ActivityPub kompatibel zu machen. Abgesehen davon war die Idee, einen nomadischen Zap-Kanal über einen nichtnomadischen Osada-Kanal mit dem Fediverse zu verbinden, sowieso kompletter Blödsinn und technisch in der Praxis kaum realisierbar, selbst mit Kanalquellen nicht. Also stellte Mike Osada ein, forkte von Zap ein ganz neues Osada und baute da ActivityPub-Support ein. Noch war nomadisches Zot6 + ActivityPub ja noch experimentell, deswegen hat er es nicht in Zap eingebaut.
Dann aber wurden Osada und Zap stabil und bekamen sogar einen 1.0-Release. Inzwischen gab es Leute, die Osada oder Zap produktiv nutzten. Die kamen alle von Hubzilla, denn nur da wußte man, daß es Osada und Zap gab. Nicht mal auf Friendica wußte das jemand, im übrigen Fediverse erst recht nicht und außerhalb des Fediverse schon gar nicht.
So baute Mike dann Osadas ActivityPub-Support auch in Zap ein, schaltete ihn aber standardmäßig auf Serverebene ab, auf Kanalebene sowieso. Das führte dazu, daß Osada und Zap bis auf das Branding und die Standardeinstellungen völlig identisch waren. Es brauchte gar nicht mehr beide. Mike ließ das aber so.
Irgendwie gab es wohl genug Osada- und Zap-Anwender, daß Mike jemanden fand, der beides weiterpflegen wollte. Denn Mike hatte wieder neue Weiterentwicklungen im Sinne, die er aber nicht mehr auf Osada und Zap machen konnte, weil die jetzt beide als stabile Produktivsoftware galten. So gab er Osada und Zap dann wieder an "die Community" weiter, die als quasi erste Amtshandlung mit Mikes Segen Osada nach Zap mergete, in dem Zuge auch auf Zap ActivityPub standardmäßig aktivierte und Osada kurzerhand einstellte.
2020 ging es dann weiter. Zap war damals State of the Art. Zot6 war so stabil, daß es nach Hubzilla zurückportiert wurde. Zap war jetzt quasi der modernere kleine Bruder von Hubzilla, der sich etwas eleganter bediente und einen nicht mit Features erschlug. Nur war Zap immer noch obskurer als Hubzilla, Hubzilla war obskurer als Friendica, und Friendica war selbst sehr obskur, weil für keins der drei wirklich Werbung gemacht wurde. Zap war weiterhin sonst nur auf Hubzilla bekannt und Hubzilla sonst nur auf Friendica.
Und Mike bastelte an Zot8, das nochmals besser werden sollte. Dafür brauchte er aber Software zum Experimentieren. Und so entstanden drei neue Forks in so kurzer Folge, daß heute nicht mehr bekannt ist, was jetzt wovon geforkt wurde, nur daß irgendwas von Zap geforkt worden ist. Im einzelnen waren das schon wieder ein neues Osada, ein neues Mistpark und eine neue Redmatrix.
Warum drei?
Es ging das Gerücht um, das seien verschiedene Stabilitätsstufen. Redmatrix 2020 sei experimentell mit wie früher bei Zap standardmäßig deaktiviertem ActivityPub, das damit der Entwicklung von Zot8 nicht im Wege stehe. Osada sei auch experimentell, aber wie früher schon bei Osada mit standardmäßig aktiviertem ActivityPub, um zu gucken, wie die Weiterentwicklungen von Zot8 sich mit ActivityPub vertragen. Mistpark 2020 wiederum sei "halbstabil" wie Debian testing, also stabiler als Osada und eher für den Produktiveinsatz geeignet, aber aktueller als Zap.
Zap sei also für die, die etwas neueres als Hubzilla haben wollten und auf die Zusatzfeatures von Hubzilla verzichten konnten. Misty sei für die, die etwas noch aktuelleres als Zap haben wollten, also das neueste Zeug noch früher, und die etwaige Instabilitäten in Kauf zu nehmen bereit waren. Osada sei für die, die unbedingt bleeding-edge wollten, instabil oder nicht. Und Redmatrix 2020 sei eh nur für Mike.
In Wahrheit waren Osada, Misty und Redmatrix 2020 bis auf das Branding völlig identisch und quasi Soft-Forks. Alle Commits wurden gleichermaßen und fast gleichzeitig in alle drei eingepflegt.
Warum?
Weil Mike der Markenfetischismus im Fediverse auf den Keks ging. Es gab Leute, die bildeten sich ein, die Software, die sie nutzten, sei die beste, einfach, weil sie Fans der Softwaremarke waren. Ganz besonders gab es die natürlich auf Mastodon, aber auch sonst. Genau diese Leute wollte er trollen, indem er drei bis auf den Namen und das Logo völlig identische Serveranwendungen pflegte. Misty z. B. konnte überhaupt nicht "die beste Fediverse-Serversoftware" sein, egal, wer sich das einbildete, wenn Osada und Redmatrix bis auf die Marke völlig baugleich waren.
Anfang 2021 kam dann Roadhouse dazu. Das Abenteuer Zot8 war im Grunde vorbei, bevor Zot8 stabil war. Denn Zot11 sollte noch besser werden. Vor allem sollte Zot11 von allen Zot-Versionen die beste Kompatibilität mit ActivityPub bekommen. Blöderweise konnte Mike aber Zot11 nicht auf Osada, Misty und Redmatrix entwickeln. Zot11 sollte nämlich zu allen Vorgängern so inkompatibel werden, daß es letztlich nicht mehr Zot heißen sollte. Aber es gab Leute, die Osada, Misty oder Redmatrix produktiv nutzten.
Also mußte Mike von einem von den dreien Roadhouse forken. War ihm aber egal, weil er damit die Leute mit noch einer weiteren Marke trollen konnte. Wohlgemerkt, effektiv hatte er sogar Zap noch an der Backe, weil es in der Community dann wohl doch zuwenig Interesse an der Weiterentwicklung gab.
Nomad, eigentlich ja Zot11, wurde zum Erfolg. Und das Erfolgsrezept lag auch darin, zusätzlich Support für Hubzillas Zot6 einzubauen, über den Roadhouse auch mit Osada, Misty und Redmatrix kommunizieren konnte. Ansonsten waren von den praktischen Features her Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse identisch und von der Benutzeroberfläche her auch beinahe. Es machte in der Praxis keinen großen Unterschied, welches man nutzte. Außerhalb waren sie eh, wenn überhaupt, nur auf Hubzilla bekannt. Das heißt, Roadhouse war beinahe komplett unbekannt, weil da endgültig nur Mike drüber redete.
Daß es (streams) gibt, obwohl Roadhouse doch gut war, hatte andere Gründe.
Grund 1: Mike fand einen neuen Weg, die Markenfetischisten zu trollen. Nämlich mit Software, die gar keinen Namen und gar keine Markenidentität hat. Also nahm Mike dem neuen Roadhouse-Fork von Ende 2021 den Namen und sogar den fediverseinternen festen Identifikator weg. Letzteren kann man entweder händisch ausfüllen, oder (streams) übernimmt ihn vom Instanznamen. Alleine das wäre mit einem "Debranding" von Roadhouse nicht getan gewesen, weil weiter alle von "Roadhouse" gesprochen hätten.
Grund 2: Dieses ständige Wetteifern, welche Software auf The Federation, Fediverse Observer, der FediDB usw. jetzt am populärsten ist und am meisten genutzt wird, ging ihm inzwischen auch auf dem Zeiger. Ein weiteres "Feature" von (streams) ist, daß Mike neben dem Namen und der Markenidentität auch nodeinfo praktisch komplett entfernt hat. (streams) sendet überhaupt keine Statistiken und hält sich von allen Instanzlisten-Websites fern. Und das ist so gewollt.
Grund 3: Zusätzlich wollte Mike es der Free-Software- und Open-Source-Community leichter machen. Da kloppt man sich ja bekanntlich darum, welche Lizenzen wirklich frei sind und welche nicht. Also hat Mike (streams), dessen sämtliche Vorgänger unter der MIT-Lizenz stehen, in die Public Domain gestellt. Freier als das geht's nun wirklich nicht mehr. Gleichzeitig wollte Mike diejenigen ärgern, die vielleicht vorhaben könnten, aus (streams) proprietäre, kommerzielle Closed-Source-Software zu machen. Die ganzen Apps sind nämlich durchaus schon mal Fremdcode und stehen unter eigenen Lizenzen. Und die sind untereinander inkompatibel.
(streams) sollte stabil werden und wurde stabil. Im Grunde war Mikes Plan, (streams) zu der Fediverse-Software der Zukunft zu machen. So hat er am 31.12.2022 offiziell Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse eingestellt. Das war aber kein Problem, denn zwischen den fünfen konnten Admins durch einfaches Rebasen nicht nur crossgraden, sondern auch zu (streams) upgraden.
Jetzt gab es nur noch Friendica, Hubzilla und (streams), wovon Mike nur noch (streams) betreute.
Dann kam ja silverpill auf Mike zu mit der Idee der nomadischen Identität über ActivityPub. Mike war interessiert. silverpill trieb das ziemlich voran inklusive dem einen oder anderen neuen FEP, darunter auch FEP-ef61, das in ActivityPub dezentrale Identitäten einführen sollte. Zot hat so etwas, Nomad natürlich auch, aber anders, und ActivityPub hatte das natürlich nicht.
Diese dezentralen Identitäten hat Mike auch in (streams) eingebaut. Langfristig sollte es ja möglich sein, zwischen verschiedenen Serveranwendungen zu klonen, so auch zwischen (streams) und Mitra. Zumindest aber sollten sie voneinander die dezentralen Identitäten als ebensolche verstehen. So sollte (streams) geklonte Mitra-Identitäten als solche erkennen, und Mitra sollte geklonte (streams)-Kanäle als solche erkennen.
Unter Laborbedingungen in Mikes nomadic-Zweig funktionierten die. Also mergete Mike im Juni 2024 den nomadic-Zweig in den dev-Zweig, den allgemeinen Entwicklungszweig. Auch der lief nur unter Laborbedingungen, weil (im Gegensatz zu Hubzilla, wo zwei öffentliche Produktivhubs Entwicklerversionen fahren) niemand außer Mike den dev-Zweig von (streams) produktiv fuhr.
Im Juli 2024 mergete Mike dann den dev-Zweig in den release-Zweig, um die neuesten Weiterentwicklungen an die produktiv gefahrenen, stabilen Server auszurollen. Da war allerdings Schluß mit Laborbedingungen. Jetzt mußten sich FEP-ef61 und die DIDs unter täglichen und breitgefächerten Realbedingungen beweisen.
Genau das taten sie nicht. Erst jetzt stellte sich heraus, daß (streams) mit den vielen Identitäten nicht klarkam. Es föderierte nicht mehr über ActivityPub. Es föderierte nicht mehr mit Hubzilla. Es föderierte nicht mal mehr mit sich selbst. Es konnte sich mit nichts mehr vernünftig verbinden.
Mike brauchte eine Weile, um überhaupt festzustellen, daß der Verursacher dieser Misere ein Identitätenchaos war. Das konnte er aber nicht auf (streams) selbst beheben. Hilfe hatte er auch keine. Die (streams)-Community war so winzig, da gab es niemanden, der ihm hätte helfen können. Der einzige, der die Fähigkeit gehabt hätte, hatte keine Zeit. Und der einzige, der Zeit und Bock hatte, hatte vom Coden keine Ahnung.
So mußte Mike sich erstmal einen Überblick verschaffen. Im August, also dem Monat nach dem Crash, als der Crash noch nicht behoben war, forkte er das streams-Repository und schuf Forte. Da wiederum riß er alles raus, was nicht ActivityPub war, also die Unterstützung sowohl von Nomad als auch von Zot6, um einen freien, ungehinderten Blick auf ActivityPub zu haben.
Inzwischen hatte er auch zwei andere Sachen gelernt: Software, die keinen Namen hat, interessiert keinen. Das verwirrt die Leute eher. Also bekam Forte wieder einen Namen. Die Public Domain brachte auch nichts. Also kam Forte wieder unter die MIT-Lizenz. Und Fediverse-Software, die überhaupt keine nodeinfo hat, ist praktisch unsichtbar. Also bekam Forte wieder nodeinfo, zunächst aber, ohne brauchbare Zahlen zu versenden. So konnte Forte zumindest vom Fediverse Observer und später vom FediIndex gelistet werden.
Forte half ihm, die ID-Misere zu entwirren, zu entflechten und zu lösen. Das reichte er dann auch nach (streams) weiter, das allmählich wieder funktionierte. Allerdings brannte er sich in dem August derart aus, daß er zum 31.8.2024 offiziell sowohl das streams-Repository als auch Forte zur Übernahme anbot und seinen Ruhestand ankündigte.
Dieses Mal fand eine Übernahme gleich gar nicht statt. Wie gesagt, in der (streams)-Community gab es niemanden, der sowohl die Zeit als auch das Know-how hatte, um auch nur Mike zu helfen, geschweige denn, eine Rolle wie Tobias oder Michael oder Mario anzunehmen.
Außerhalb von (streams) war (streams) selbst sogar auf Hubzilla kaum bekannt. Forte war sogar auf Hubzilla noch unbekannter, zumal es noch eine obskure, nichtöffentliche Bastelbude war, bis Mike im September 2024 die erste "offizielle" Entwicklerversion von Forte (und damit Forte selbst) veröffentlichte.
Und außerhalb von Hubzilla? Mike war es so leid, daß Mastodon als alternativlose Referenzimplementation des Fediverse angesehen wurde, daß er um 2023 anfing, Werbung für (streams) zu machen. Das erste Mal überhaupt, daß Mike von "wenn du es baust, werden sie kommen" abkam (es kam ja keiner) und irgendwas bewarb. Nur wußte Mike nicht, wie man zu Mastodon-Leuten spricht; ehrlich gesagt, das weiß auch auf Friendica und Hubzilla kaum jemand.
Oft genug ging aus Mikes Posts nicht mal hervor, daß er über ein konkretes Fediverse-Produkt sprach, und schon gar nicht, über welches. Wie auch, sprach er doch von etwas Namenlosem. Das heißt, auch er fing langsam an, den Namen des Repository zu verwenden. Aber er machte nicht unbedingt wirklich glasklar, daß er von etwas sprach, das jetzt in diesem Augenblick im Fediverse existierte. Schon gar nicht erwähnte er, daß es auch mit Mastodon verbunden ist, denn kaum jemand außerhalb von Mastodon weiß, daß Mastodon-Nutzer das nicht unbedingt automatisch verstehen.
Stand Mitte September 2024 hatte (streams) keine 100 aktiven Nutzer und Forte außer Mike gar keine. Traurigerweise hatte (streams) damals mehr öffentliche Server als heute, derweil Forte anderthalb Jahre gebraucht hat, um auch nur einen hervorzubringen. Wo sollen da Entwickler herkommen?
Mike hat übrigens nicht vor, (streams) einzustellen. Er und nicht nur er sagt, (streams) hat weiterhin seine Existenzberechtigung, und zwar als moderne Fediverse-Software, die von ActivityPub unabhängig ist. Er und nicht nur er sieht den ActivityPub-Schalter als eine Art letztes Bollwerk gegen Mastodon an und das einzige, das auf Kanalebene funktioniert, also nicht nur serverweit.
So, nun noch das Wort zu Smartphone-Apps.
Von Mike selbst war da nie etwas zu erwarten. Fediverse-Apps sind reine Frontend-Sachen. Und wir sollten inzwischen wissen, daß Mike nicht mal Web-UIs kann. Hubzilla ist für seine Oberfläche berüchtigt. Es ist doch erst schick geworden, als Saiwal mit seinen Utsukta-Themes anfing.
Außerdem hatte Mike immer schon genügend mit Webentwicklung zu tun. Da konnte man von ihm nicht auch noch erwarten, eine Smartphone-App zu entwickeln. Besser gesagt, zwei Smartphone-Apps, weil die iOS-App wahrscheinlich separat hätte entwickelt werden müssen. Mike wäre ja auch keiner gewesen, der in einer Smartphone-App nur das nötigste an Features eingebaut hätte. Wenn, dann alles. Er hätte also neben der Serversoftware zwei ziemliche Monster-Apps entwickeln und pflegen müssen.
Apps von Drittentwicklern?
Guck dir mal an, wie lange es gedauert hat, bis es von RaccoonForFriendica einen öffentlich verfügbaren Android-Release gab. Für iOS ist es meines Wissens bis heute nur über TestDrive verfügbar, aber nicht im App Store. Und selbst auf Android ist es noch nicht so stabil und fully featured, daß man es als Daily Driver nutzen könnte.
Für Hubzilla gab es mal Nomad für Android. Das wird seit gut sechs Jahren nicht mehr weiterentwickelt. Unter aktuellen Android-Versionen läuft es inzwischen gar nicht mehr. Und auch das ist nur ein Wrapper für die Weboberfläche, also ein glorifizierter Webbrowser. Ansonsten gibt's nur eine Minimalst-App von Mario, mit der er mal versuchsweise getestet hat, ob man von Android aus nach Hubzilla posten kann. Das ist absolut das einzige, was die App überhaupt kann.
Hubzilla hat eine Client API. Ob die aber funktioniert, ist weitestgehend unbekannt, weil noch nie jemand versucht hat, dagegen eine hinreichend mit Features ausgestattete App zu bauen. Dasselbe dürfte für (streams) und Forte gelten, für die es überhaupt noch nie irgendwelche Apps gegeben hat. Alle drei setzen statt dessen auf den Einsatz als PWA, nur daß da draußen keine Sau weiß, daß es das überhaupt gibt, geschweige denn, wie man das einrichtet.
Auf Drittentwickler kann man hier erst recht nicht hoffen. Von den Leuten im Fediverse, die Smartphone-Apps entwickeln können, kennt genau niemand Hubzilla, geschweige denn (streams) oder Forte. Selbst wenn sie Hubzilla kennenlernen würden, hätten sie keinen Bock, dafür eine App zu entwickeln. Lohnt sich nicht, weil nutzt keiner. Es lohnt sich viel mehr, die drölfzigtausendste reine Mastodon-App fürs iPhone zu bauen. Das heißt, mindestens die Hälfte von denen weiß doch sowieso nicht, was es außer Mastodon sonst noch so im Fediverse gibt.
Auf Hubzilla selbst gibt's nicht einen Mobilentwickler. Auf (streams) und Forte dürfte es niemanden geben, der überhaupt wirklich irgendwas entwickeln kann, nicht mal Webanwendungen (sonst hätte Mike Hilfe), Smartphone-Apps schon gar nicht.
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