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#mistpark — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #mistpark, aggregated by home.social.

  1. @Kristian
    Zum einen: Warum hat Mastodon als deutlich jüngeres Projekt deutlich mehr Nutzer für sich gewinnen können als die Projekte, die schon länger am Start sind? Was ist denen gelungen, was alle anderen nicht geschafft haben?

    Halb Zufall, halb Publicity.

    2016. Mastodon ist raus. Anscheinend redet Gargron online viel darüber. Jedenfalls mehr als die hinter Pleroma, Friendica und Hubzilla. Und das ebenfalls zentralistische und nicht mehr mit dem Fediverse verbundene Identi.ca ist eh nicht in den Händen von jemandem, der Deutsch kann, und auch Evan Prodromou redet nicht groß drüber, jedenfalls nicht mit Leuten, die ihm über Mainstream-Medien Publicity verschaffen könnten.

    Ein deutsches Mainstream-Medium wird drauf aufmerksam und interviewt ihn und macht eine Story über ihn und Mastodon. Viele Leute lesen darüber, daß es an Microblogging nicht nur Twitter gibt. Twitter ist damals schon nicht unumstritten, aber allgemein wird bisher angenommen, daß es keinen Alternative dazu gibt. Identi.ca kennt keiner, GNU social kennt keiner, Pleroma kennt keiner, Friendica kennt keiner, Hubzilla kennt keiner. Aber von Mastodon lesen sie jetzt. Schon kommen neue Nutzer, die weiter microbloggen wollen, aber von Twitter wegwollen, nach Mastodon.

    2017. Auf Twitter werden Furries, Manga-/Anime-Fans und queere Personen von rechten Störenfrieden angegriffen. Irgendjemand entweder unter ihnen oder unter den Leuten, die sie kennen, kennt Mastodon und sagt, da können sie doch hingehen. Es findet ein großer Exodus dieser Personengruppen von Twitter nach Mastodon statt. Mastodon wächst weiter. Wieder kennt niemand Identi.ca, GNU social, Pleroma, Friendica oder Hubzilla. Daher gehen ausnahmslos alle nach Mastodon, und nur Mastodon profitiert davon.

    In den nächsten Jahren gibt es weitere solche Vorfälle auf Twitter. Wieder ist Mastodon die einzige bekannte Alternative (Grund: siehe 2016 und 2017). Wieder geht der Exodus nur nach Mastodon.

    Ein Schneeball kommt ins Rollen: Mastodon wird größer, mehr Leute sind da, mehr Leute kennen es, mehr Leute empfehlen Mastodon, Mastodon wird größer und so weiter.

    Mehr und mehr andere Serveranwendungen kommen ins Fediverse und verbinden sich mit Mastodon. Mastodon selbst ist aber so riesengroß, daß es innerhalb Mastodon geschätzte 99% allen Inhalts stellt. Inhalte von woanders sind auf Mastodon superselten.

    Dazu kommt: Mastodon zeigt nicht an, woher Beiträge kommen. Mastodon zeigt bei Beiträgen von Misskey nicht an, daß die von Misskey kommen. Daher erfahren Mastodon-Nutzer auch nicht, daß die von Misskey kommen. Sie erfahren somit nicht, daß es Misskey gibt. Sie glauben, das sind Mastodon-Tröts.

    Dazu kommt dann auch noch: Mastodon ist noch auf Version 3.x. Mastodon kann noch keine wie auch immer geartete Textformatierung darstellen. Das wird alles, aber auch wirklich alles von Mastodons HTML-"Sanitiser" rausgelöscht. Mastodon zeigt nur Klartext an. Das einzige, was Nicht-Mastodon-Beiträge von Mastodon-Tröts unterscheidet, ist, daß sie über 500 Zeichen lang sein können, daß Erwähnungen anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet), und daß Hashtags anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet).

    Februar 2022. Elon Musk, längst ein durch und durch xenophober Faschist, kündigt an, Twitter aufzukaufen. Viele wollen weg, wissen aber nicht wohin. Millionen von ihnen werden eingeladen nach Mastodon. Ohne irgendeine Erwähnung von irgendeiner anderen Alternative. Weil die, die sie einladen, selbst auch nur Twitter und Mastodon kennen und nie von irgendeiner anderen Alternative gehört haben.

    Februar/März 2022. Millionen von Twitter-Nutzern flüchten von Twitter nach Mastodon. Alle mit dem Wissensstand "es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon". Das so schon nicht kleine Mastodon wächst auf ein Vielfaches seiner Größe. Sowohl die Anzahl als auch der relative Anteil derjenigen, die glauben, das Fediverse sei nur Mastodon, und es gäbe nur Twitter und Mastodon, steigt.

    Die wenigen Pleroma-Nutzer scheinen die Situation zu verpennen.

    Misskey wächst auch, aber nur in Ostasien und speziell in Japan, wo es den Stellenwert hat, den Mastodon in der westlichen Welt hat. Aufgrund von Zeitzonen- und Sprachbarrieren (und weil die meisten westlichen Fediverse-Server den Misskey-Leuchtturmserver misskey.io gesperrt haben) kommen aus Japan kaum bis keine Informationen über die Existenz von Misskey an westliche Mastodon-Nutzer. Nennenswerte Forkeys gibt es zu diesem Zeitpunkt in der westlichen Welt auch noch nicht.

    Auf Friendica, Hubzilla und (streams) tut man auch nichts, weil das ein Twitter-Thema ist und man eher Richtung Facebook orientiert ist. Ein paar Friendica-Nutzer wären bereit gewesen, Leute von Facebook nach Friendica zu holen. Auf Hubzilla sorgte man sich eher darüber, wie tageslichttauglich Hubzilla gerade war, und die Community steckte allgemein in einer Lethargie. (streams) hatte zu diesem Zeitpunkt kaum Nutzer. Und überall schien man anzuzweifeln, daß man in der Lage ist, einen Riesenexodus von mehreren Millionen auf den existierenden Servern aufnehmen zu können.

    Oktober 2022. Elon Musk kauft Twitter auf. Noch sehr viel mehr Leute wollen da weg, wissen aber nicht wohin. Sie werden nun nach Mastodon eingeladen von denen, die im Februar/März von Twitter nach Mastodon geflohen sind. Ihr Wissensstand ist immer noch derselbe: "Es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon".

    Pleroma? Misskey? Forkeys? Friendica? Hubzilla? (streams)? Siehe oben.

    So, warum sind Friendica und Hubzilla nicht größer, obwohl sie älter sind?

    Zunächst einmal: Mike Macgirvin hat bis 2023 angenommen, wenn er etwas baut, dann kommen die Leute schon von ganz alleine. Er ist kein Mensch der Öffentlichkeit. Er lebt mit seiner Frau, zwei Australian Shepherds und ein paar Hühnern auf einer Farm im australischen Outback, also in einer ziemlichen Einöde, wo man schon seine eigenen Nachbarn nicht sieht.

    Mikes Hoffnung scheint auf dem Leidensdruck der Leute und ihrer Bereitschaft zum selbständigen Googlen zu beruhen. Mike glaubt, wenn die Leute mit Facebook nur unzufrieden genug sind, dann googlen sie von ganz alleine nach Alternativen, und dann werden sie seine Kreationen finden und als am besten erachten. Was er nicht auf dem Zettel hat: Niemand googlet nach dezentralen Facebook-Alternativen, wenn man nicht einmal eine vage Vorahnung hat, daß es sowas geben könnte. Oder daß es überhaupt Alternativen zu Facebook geben könnte. Social Networking = Facebook zur damaligen Zeit.

    Jedenfalls:

    März 2010. Facebook wird langsam so schlimm, daß Mike sich selbst daransetzt, eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare und obendrein sehr mächtige Alternative zu entwickeln.

    Mai 2010. Zum einen: Mike rollt die erste Vorabversion von Mistpark aus.

    Zum anderen: Vier junge Apple-Fanbois in den USA finden Facebook auch schlimm. Auch sie wollen eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare Alternative zu Facebook entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch zu früh, um Mistpark auf Google zu finden. Abgesehen davon rechnen auch die vier nicht damit, daß jemand so etwas schon mal gemacht haben könnte. Sonst hätten sie ja davon gehört, oder?

    Jedenfalls: Die vier beschließen, ihren "Facebook-Killer" namens diaspora* über den Sommer 2010 zu entwickeln. Dafür brauchen sie aber Geld. $3.000 pro Nase, also $12.000 insgesamt. Sie starten eine Crowdfunding-Kampagne. Die geht komplett viral. Die Mainstream-Massenmedien picken auf, daß da vier Jungs etwas entwickeln wollen, was das immer schlimmer werdende Facebook ersetzen soll, und zwar, ohne die Nutzer auszuspionieren.

    Binnen kürzester Zeit nehmen sie über $200.000 ein.

    An dieser Stelle hätte Mike sich an die Massenmedien wenden können: Das, was die vier da vorhaben, das hat er schon fast fertig entwickelt. Ohne Crowdfunding. Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Juli 2010. Mike rollt den ersten stabilen Release von Mistpark aus. Die mächtigste föderierte Serversoftware, bis Mike es selbst entthronen wird. Wieder ohne jegliche Werbung, PR, Publicitiy oder was auch immer. Jetzt hätte Mike erst recht an die Tech- und Massenmedien gehen können und sagen können: "Hier, ich habe ganz alleine und für lau einen Facebook-Killer entwickelt, der sogar noch viel besser und mächtiger ist als Facebook!" Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Herbst 2010. Die erste superfrühe Alpha-Version von diaspora* wird ausgerollt. Im Grunde ist es eine ziemliche Enttäuschung. Es ist buggy, es läuft nur auf Mac-Servern, und es kann auch nicht sehr viel. Trotzdem wird es zumindest von genügend Hipstern angenommen, daß Google davon erfährt und diaspora* nach Strich und Faden für sein eigenes Google+ abkupfert und sogar das Aussehen von diaspora* zu Googles neuer Corporate Identity macht.

    Auch etliche Tech-Geeks gehen nach diaspora*. Warum nicht nach Mistpark? Weil sie von Mistpark nichts wissen. Und weil sie angesichts der Sowieso-Verfügbarkeit von diaspora* kein Stück auf die Idee kommen zu googlen, ob's nicht noch was Besseres gibt.

    Sogar auf diaspora* erfährt man erst allmählich von Mistpark, das inzwischen Friendika heißt, als es dessen Entwicklern gelungen ist, sich ohne jegliche API oder so mit diaspora* zu verbinden. Friendika wird auf diaspora* dadurch bekannt, daß a) es selbst dort vertreten ist und b) seine Nutzer zu diaspora*-Nutzern darüber reden. Ein paar ziehen tatsächlich um, weil ihnen diaspora* zu unterausgestattet ist. Das heißt, einige merken auch diese Unterausstattung erst, als sie Friendika ausprobieren.

    Das geht so weiter. Auch als Tobias und Michael übernehmen, machen sie für Friendica kaum Werbung. Das heißt, es gibt einen Vortrag auf einem CCC. Aber der Vortrag ist nicht auf potentielle Nutzer ausgelegt, sondern auf Entwickler und Serveradmins.

    Als Friendica sich mit Facebook verbindet, hofft man darauf, daß Friendica auf Facebook durch seine bloße Präsenz für sich werben kann. Klappt nicht.

    April 2015. diaspora* ist weitestgehend wieder vergessen. Von Friendica weiß weiterhin keine Sau.

    Nun wird das gerade erst aus der Red Matrix umgebaute Hubzilla erstmals vorgestellt. Es ist mächtiger als alles, was es bisher an dezentraler, föderierter Software gab. Aber weder Mike noch Mario noch Harald macht irgendwelche Werbung dafür. Wieder hofft man auf Suchmaschinen.

    Die Communities von beiden machen auch nichts. Ihnen gehört das ja nicht, also ist Werbung nicht ihr Bier. Außerdem haben gerade die Friendica-Nutzer immer noch PTSD davon, daß Friendica-Nodes sogar auf dedizierten Servern oft nur ein paar hundert Leute aufnehmen können. Man könnte Leute allenfalls kleckerweise von Facebook holen, aber keine riesige Umsteigerlawine verkraften. Und auf Hubzilla redet man sich ein, daß Hubzilla ja eigentlich kein soziales Netzwerk ist, sondern ein "soziales CMS", aber trotzdem jetzt nicht so unbedingt direkt eine Facebook-Alternative, daß man jetzt unbedingt Leute von Facebook einladen müßte.

    Das zieht sich bis heute so hin. Die erste zaghafte Werbung gibt es erst 2023. Und auch die gibt's nur im längst von Mastodon dominierten Fediverse. Und auch die hält sich zum einen nicht an Mastodons Regeln (zu lange Posts führen zu Mutes und Blocks, fehlende Hashtags führen zu Unauffindbarkeit, aber wer kann schon damit rechnen, daß man Hashtags braucht, wenn man doch selbst an Gruppen gewöhnt ist). Zum anderen spricht man nicht die Sprache der Mastodon-Nutzer, erklärt ihnen also nicht, daß Friendica/Hubzilla/(streams) im Fediverse und damit auch mit Mastodon verbunden ist. Selbst wenn man das täte, würde man mehr Mastodon-Nutzer verstören als anziehen.

    Und zum anderen: Was würde denn all die benannten Beteiligten davon abhalten, das zu tun genau jetzt? Warum passiert genau das noch nicht? Wäre doch, wenn alle das wollen, leicht möglich, oder? Abschauen, was Mastodon richtig gemacht hat nach außen, und das genau so gut oder besser machen? Welche Entschuldigung gibt es dann im Moment, das nicht zu tun?

    Die "Entschuldigung" wäre, daß viele andere Fediverse-Anwendungen dann aufhören könnten.

    Ich rede nicht von denen, die von vornherein ganz anders aufgestellt sind als Mastodon (PeerTube, Funkwhale, Owncast, Mobilizon, Flohmarkt, Ibex etc.).

    Ich rede von denen, die im Prinzip auch das tun könnten, was Mastodon. Deren Alleinstellungsmerkmal aber ist, daß sie eben gerade anders sind als Mastodon und Dinge anders machen als Mastodon (Pleroma, Akkoma, Misskey, Sharkey, CherryPick, Iceshrimp-JS, Iceshrimp.NET, GoToSocial, Mitra, snac2, Socialhome, Friendica, Hubzilla, (streams), Forte etc.).

    Wenn die alle total an Mastodon angepaßt werden, wenn die alle ganz genau wie Mastodon werden, wofür braucht es die dann noch? Warum sollte sie jemand benutzen? Was außer dem Namen unterscheidet sie dann noch von Mastodon?

    Und vor allem: Glaubst du wirklich, die Entwickler werden ihre Babys zusammenschnippeln auf Mastodon-Format, nur um Frieden mit Mastodon zu haben? Und glaubst du auch, die Serveradmins werden auf diese zusammengeschnippelten neuen Versionen updaten?

    Okay, nehmen wir mal Hubzilla als Beispiel, das ultimative Anti-Mastodon.

    Nehmen wir mal an, morgen früh (um das Ganze möglichst schnell zu machen; du willst ja, daß das jetzt sofort augenblicklich passiert) rollen @Mario Vavti und @Harald Eilertsen Hubzilla 12.0 aus. Änderungen:
    • Die Mastodon Client API wird eingeführt. Der gesamte Funktionsumfang wird reduziert auf das, was die Mastodon Client API abdeckt. Hubzillas eigene Client API wird abgeschafft.
    • ActivityPub ist jetzt das Basisprotokoll.
    • Unterstützung für alle anderen Protokolle, inklusive Zot6 und diaspora*, aber auch der RSS- und Atom-Aggregator, fliegen raus.
    • Es gibt keine mehreren Identitäten pro Konto mehr, weil Mastodon die nicht versteht. Jeder Kanal wird zu einem eigenständigen Konto mit denselben Credentials wie das Konto, zu dem er vorher gehörte.
    • Das heißt, Forenkanäle werden gänzlich gelöscht, weil Mastodon keine Gruppen unterstützt.
    • Es gibt keine nomadische Identität mehr, weil Mastodon das nicht hat und damit nicht umgehen kann. Klone werden zu eigenständigen Konten. Umziehen geht höchstens noch per Export und Import. Und auch die Formate sind an Mastodon angepaßt.
    • Alle Profile außer dem öffentlichen werden gelöscht. Damit könnte Mastodon sowieso nicht umgehen.
    • Beim öffentlichen Profil werden alle Profilfelder außer dem Profiltext gelöscht. Vier neue Mehrzweck-Profilfelder werden angelegt. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Das Konzept bidirektionaler Kontakte wird ersetzt durch einseitiges Folgen und auch einseitiges Gefolgtwerden wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Privacy-Gruppen werden umgewandelt in Listen, die nur noch haargenau die Features und die Handhabung von Mastodon-Listen haben.
    • Es gibt keine verschiedenen Kanalrollen mehr, nur noch eine Art von Konto. Wie auf Mastodon. Wie gesagt, Forenkanäle werden nicht in Konten umgewandelt, sondern gänzlich gelöscht.
    • Das komplette Berechtigungssystem wird ersatzlos gelöscht. Alle existierenden Berechtigungen (außer bei DMs) werden auf öffentlich gesetzt.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Blacklist wird umgewandelt in jeweils eine Filtereinstellung pro Zeile. Reine Schlüsselwörter werden normale Filter. Schlüsselwörter mit RegEx, die nur dazu dienen, daß die Wörter nur als Ganzes erkannt werden, werden umgewandelt in entsprechende Filter. Alle anderen Filterzeilen werden ersatzlos gelöscht.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Whitelist wird ersatzlos gelöscht, ebenso die individuellen Filter pro Kontakt.
    • Überhaupt, alle Pro-Kontakt-Einstellungen werden gelöscht, weil Mastodon sowas nicht unterstützt und auch nicht damit rechnet.
    • Die NSFW-Filterliste könnte auch entsprechend in Filterzeilen konvertiert werden, die Posts nicht löschen, sondern verstecken. Weil dieses Feature auf Mastodon aber nie Teil der Mastodon-Kultur geworden ist, die noch auf Mastodon 3.x basiert, wird die NSFW-Filterliste gänzlich und ersatzlos gelöscht.
    • Die maximale Postlänge wird von 16.777.215 Zeichen auf 500 Zeichen reduziert. Längere Beiträge werden automatisch in Threads zerstückelt.
    • Titel werden abgeschafft; existierende Titel werden gelöscht. Damit kann Mastodon eh nichts anfangen.
    • Das Zusammenfassungsfeld wird in CW-Feld umbenannt, damit es aus Mastodon-Sicht nicht mehr falsch benutzt wird.
    • Jegliche Form von Textformatierung und -gestaltung wird ersatzlos abgeschafft. Schon existierende Formatierungen werden entfernt.
    • Eingebettete Bilder und mehr als vier Bilder pro Beitrag werden auch abgeschafft. Von den Bildern in Beiträgen werden die ersten vier in Dateianhänge umgewandelt und die übrigen gelöscht. Alt-Texte wandern in separate Text- und Datenbankfelder mit einem harten Limit von 1.500 Zeichen.
    • Zitate werden abgeschafft. Auch die könnte Mastodon darstellen, aber nicht erzeugen, also gehören sie nicht nach Mastodon.
    • Das Teilen von Beiträgen wird in "Zitieren" umbenannt und umgestellt auf dieselbe Art und Weise, die auch Mastodon anwendet. Oder gleich komplett abgeschafft, weil es Mastodon-Nutzer stören könnte.
    • Das Wiederholen von Beiträgen wird in "Boosten" umbenannt. Oder gleich in "Retröten", weil das mehr Mastodon-Nutzer verstehen.
    • Umfragen können nur noch vier Optionen haben, deren Namen auf 50 Zeichen beschränkt sind, und das Wählen mehrerer Optionen geht nicht mehr.
    • Jegliche Unterstützung geschlossener Konversationen wird abgeschafft zugunsten eines losen Threadmodells wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht. Die Unterstützung für FEP-171b "Conversation Containers" wird komplett und ersatzlos gestrichen. Das ganze FEP wird gelöscht.
    • Posts heißen jetzt Tröts.
    • Kommentare heißen jetzt auch Tröts.
    • Der Zähler für ungelesene Beiträge wird abgeschafft.
    • Die HQ-Seite wird abgeschafft. Die Kanalseite wird abgeschafft. Es gibt nur noch den Network-Stream. Der wird darauf hartgecodet, nur noch Einzelbeiträge zu zeigen und keine ganzen Konversationen mehr. Das soll verhindern, daß Hubzilla-Nutzer immer noch Hubzilla irgendwie anders nutzen, als Mastodon-Nutzer Mastodon nutzen.
    • Der Filespace wird abgeschafft. WebDAV sowieso. Dateien werden so gehandhabt wie auf Mastodon.
    • Der Eventkalender wird abgeschafft, weil Mastodon eh keine Events kann.
    • Der CalDAV-Kalenderserver wird abgeschafft.
    • Der CardDAV-Adreßbuchserver wird abgeschafft.
    • Artikel werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Planungskarten werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Wikis werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Webpages werden abgeschafft. Hubzilla wird eine neue offizielle Website brauchen.
    • Kanalquellen werden abgeschafft. Auf Mastodon kann man ja auch nicht mit Bordmitteln Bots bauen, außerdem sind Bots böse.
    • Der PDL-Editor wird abgeschafft. Die Unterstützung von Themes wird abgeschafft. Hubzillas Oberfläche wird hartgecodet. Entweder sieht es jetzt wie Mastodon oder wie Twitter aus. Egal, ob es eigentlich aus einer Facebook-Alternative hervorgegangen ist. Aber die primäre Facebook-Alternative im Fediverse ist jetzt auch Mastodon.
    • Alle anderen optionalen Apps werden auch abgeschafft. Hubzilla ist nicht mehr modular.

    So, jetzt frage ich dich: Glaubst du, Mario und Harald machen das wirklich?

    Glaubst du wirklich, sie kastrieren Hubzilla tatsächlich freiwillig um locker 90% seiner Features, nur um sich Mastodon anzubiedern? Die beiden, die sich bis jetzt von Gargron überhaupt gar nichts haben sagen lassen?

    Und glaubst du allen Ernstes, Hub-Admins wie @Der Pepe (Hubzilla) ⁂, @Mark Nowiasz oder @Steffen gehen wirklich dabei und stellen ihre Hubs auf das so zusammengestrichene Hubzilla 12.0 um, das sich außer im Namen praktisch nicht mehr von Mastodon unterscheidet? Für einen Diktatfrieden mit dem eigentlich konzeptionell völlig anderen und bis dahin featuremäßig hoffnungslos unterlegenen Mastodon?

    Und warum glaubst du, daß genau diese Personen genau das auch tatsächlich tun werden? Auch ich hätte dafür gerne eine ehrliche Antwort.

    Wohlgemerkt, @Steffen 🦉🇪🇺 hat erst vor kurzem einen Mastodon-Server abgeschaltet und setzt jetzt nur noch auf Friendica und Hubzilla. Und du glaubst allen Ernstes, er läßt zu, daß beide durch neue Versionen der Serversoftware zu Mastodon-Klonen reduziert werden?

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #diaspora* #Mistpark #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) #Mastoverse #MastodonFediverse
  2. @Kristian
    Zum einen: Warum hat Mastodon als deutlich jüngeres Projekt deutlich mehr Nutzer für sich gewinnen können als die Projekte, die schon länger am Start sind? Was ist denen gelungen, was alle anderen nicht geschafft haben?

    Halb Zufall, halb Publicity.

    2016. Mastodon ist raus. Anscheinend redet Gargron online viel darüber. Jedenfalls mehr als die hinter Pleroma, Friendica und Hubzilla. Und das ebenfalls zentralistische und nicht mehr mit dem Fediverse verbundene Identi.ca ist eh nicht in den Händen von jemandem, der Deutsch kann, und auch Evan Prodromou redet nicht groß drüber, jedenfalls nicht mit Leuten, die ihm über Mainstream-Medien Publicity verschaffen könnten.

    Ein deutsches Mainstream-Medium wird drauf aufmerksam und interviewt ihn und macht eine Story über ihn und Mastodon. Viele Leute lesen darüber, daß es an Microblogging nicht nur Twitter gibt. Twitter ist damals schon nicht unumstritten, aber allgemein wird bisher angenommen, daß es keinen Alternative dazu gibt. Identi.ca kennt keiner, GNU social kennt keiner, Pleroma kennt keiner, Friendica kennt keiner, Hubzilla kennt keiner. Aber von Mastodon lesen sie jetzt. Schon kommen neue Nutzer, die weiter microbloggen wollen, aber von Twitter wegwollen, nach Mastodon.

    2017. Auf Twitter werden Furries, Manga-/Anime-Fans und queere Personen von rechten Störenfrieden angegriffen. Irgendjemand entweder unter ihnen oder unter den Leuten, die sie kennen, kennt Mastodon und sagt, da können sie doch hingehen. Es findet ein großer Exodus dieser Personengruppen von Twitter nach Mastodon statt. Mastodon wächst weiter. Wieder kennt niemand Identi.ca, GNU social, Pleroma, Friendica oder Hubzilla. Daher gehen ausnahmslos alle nach Mastodon, und nur Mastodon profitiert davon.

    In den nächsten Jahren gibt es weitere solche Vorfälle auf Twitter. Wieder ist Mastodon die einzige bekannte Alternative (Grund: siehe 2016 und 2017). Wieder geht der Exodus nur nach Mastodon.

    Ein Schneeball kommt ins Rollen: Mastodon wird größer, mehr Leute sind da, mehr Leute kennen es, mehr Leute empfehlen Mastodon, Mastodon wird größer und so weiter.

    Mehr und mehr andere Serveranwendungen kommen ins Fediverse und verbinden sich mit Mastodon. Mastodon selbst ist aber so riesengroß, daß es innerhalb Mastodon geschätzte 99% allen Inhalts stellt. Inhalte von woanders sind auf Mastodon superselten.

    Dazu kommt: Mastodon zeigt nicht an, woher Beiträge kommen. Mastodon zeigt bei Beiträgen von Misskey nicht an, daß die von Misskey kommen. Daher erfahren Mastodon-Nutzer auch nicht, daß die von Misskey kommen. Sie erfahren somit nicht, daß es Misskey gibt. Sie glauben, das sind Mastodon-Tröts.

    Dazu kommt dann auch noch: Mastodon ist noch auf Version 3.x. Mastodon kann noch keine wie auch immer geartete Textformatierung darstellen. Das wird alles, aber auch wirklich alles von Mastodons HTML-"Sanitiser" rausgelöscht. Mastodon zeigt nur Klartext an. Das einzige, was Nicht-Mastodon-Beiträge von Mastodon-Tröts unterscheidet, ist, daß sie über 500 Zeichen lang sein können, daß Erwähnungen anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet), und daß Hashtags anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet).

    Februar 2022. Elon Musk, längst ein durch und durch xenophober Faschist, kündigt an, Twitter aufzukaufen. Viele wollen weg, wissen aber nicht wohin. Millionen von ihnen werden eingeladen nach Mastodon. Ohne irgendeine Erwähnung von irgendeiner anderen Alternative. Weil die, die sie einladen, selbst auch nur Twitter und Mastodon kennen und nie von irgendeiner anderen Alternative gehört haben.

    Februar/März 2022. Millionen von Twitter-Nutzern flüchten von Twitter nach Mastodon. Alle mit dem Wissensstand "es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon". Das so schon nicht kleine Mastodon wächst auf ein Vielfaches seiner Größe. Sowohl die Anzahl als auch der relative Anteil derjenigen, die glauben, das Fediverse sei nur Mastodon, und es gäbe nur Twitter und Mastodon, steigt.

    Die wenigen Pleroma-Nutzer scheinen die Situation zu verpennen.

    Misskey wächst auch, aber nur in Ostasien und speziell in Japan, wo es den Stellenwert hat, den Mastodon in der westlichen Welt hat. Aufgrund von Zeitzonen- und Sprachbarrieren (und weil die meisten westlichen Fediverse-Server den Misskey-Leuchtturmserver misskey.io gesperrt haben) kommen aus Japan kaum bis keine Informationen über die Existenz von Misskey an westliche Mastodon-Nutzer. Nennenswerte Forkeys gibt es zu diesem Zeitpunkt in der westlichen Welt auch noch nicht.

    Auf Friendica, Hubzilla und (streams) tut man auch nichts, weil das ein Twitter-Thema ist und man eher Richtung Facebook orientiert ist. Ein paar Friendica-Nutzer wären bereit gewesen, Leute von Facebook nach Friendica zu holen. Auf Hubzilla sorgte man sich eher darüber, wie tageslichttauglich Hubzilla gerade war, und die Community steckte allgemein in einer Lethargie. (streams) hatte zu diesem Zeitpunkt kaum Nutzer. Und überall schien man anzuzweifeln, daß man in der Lage ist, einen Riesenexodus von mehreren Millionen auf den existierenden Servern aufnehmen zu können.

    Oktober 2022. Elon Musk kauft Twitter auf. Noch sehr viel mehr Leute wollen da weg, wissen aber nicht wohin. Sie werden nun nach Mastodon eingeladen von denen, die im Februar/März von Twitter nach Mastodon geflohen sind. Ihr Wissensstand ist immer noch derselbe: "Es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon".

    Pleroma? Misskey? Forkeys? Friendica? Hubzilla? (streams)? Siehe oben.

    So, warum sind Friendica und Hubzilla nicht größer, obwohl sie älter sind?

    Zunächst einmal: Mike Macgirvin hat bis 2023 angenommen, wenn er etwas baut, dann kommen die Leute schon von ganz alleine. Er ist kein Mensch der Öffentlichkeit. Er lebt mit seiner Frau, zwei Australian Shepherds und ein paar Hühnern auf einer Farm im australischen Outback, also in einer ziemlichen Einöde, wo man schon seine eigenen Nachbarn nicht sieht.

    Mikes Hoffnung scheint auf dem Leidensdruck der Leute und ihrer Bereitschaft zum selbständigen Googlen zu beruhen. Mike glaubt, wenn die Leute mit Facebook nur unzufrieden genug sind, dann googlen sie von ganz alleine nach Alternativen, und dann werden sie seine Kreationen finden und als am besten erachten. Was er nicht auf dem Zettel hat: Niemand googlet nach dezentralen Facebook-Alternativen, wenn man nicht einmal eine vage Vorahnung hat, daß es sowas geben könnte. Oder daß es überhaupt Alternativen zu Facebook geben könnte. Social Networking = Facebook zur damaligen Zeit.

    Jedenfalls:

    März 2010. Facebook wird langsam so schlimm, daß Mike sich selbst daransetzt, eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare und obendrein sehr mächtige Alternative zu entwickeln.

    Mai 2010. Zum einen: Mike rollt die erste Vorabversion von Mistpark aus.

    Zum anderen: Vier junge Apple-Fanbois in den USA finden Facebook auch schlimm. Auch sie wollen eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare Alternative zu Facebook entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch zu früh, um Mistpark auf Google zu finden. Abgesehen davon rechnen auch die vier nicht damit, daß jemand so etwas schon mal gemacht haben könnte. Sonst hätten sie ja davon gehört, oder?

    Jedenfalls: Die vier beschließen, ihren "Facebook-Killer" namens diaspora* über den Sommer 2010 zu entwickeln. Dafür brauchen sie aber Geld. $3.000 pro Nase, also $12.000 insgesamt. Sie starten eine Crowdfunding-Kampagne. Die geht komplett viral. Die Mainstream-Massenmedien picken auf, daß da vier Jungs etwas entwickeln wollen, was das immer schlimmer werdende Facebook ersetzen soll, und zwar, ohne die Nutzer auszuspionieren.

    Binnen kürzester Zeit nehmen sie über $200.000 ein.

    An dieser Stelle hätte Mike sich an die Massenmedien wenden können: Das, was die vier da vorhaben, das hat er schon fast fertig entwickelt. Ohne Crowdfunding. Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Juli 2010. Mike rollt den ersten stabilen Release von Mistpark aus. Die mächtigste föderierte Serversoftware, bis Mike es selbst entthronen wird. Wieder ohne jegliche Werbung, PR, Publicitiy oder was auch immer. Jetzt hätte Mike erst recht an die Tech- und Massenmedien gehen können und sagen können: "Hier, ich habe ganz alleine und für lau einen Facebook-Killer entwickelt, der sogar noch viel besser und mächtiger ist als Facebook!" Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Herbst 2010. Die erste superfrühe Alpha-Version von diaspora* wird ausgerollt. Im Grunde ist es eine ziemliche Enttäuschung. Es ist buggy, es läuft nur auf Mac-Servern, und es kann auch nicht sehr viel. Trotzdem wird es zumindest von genügend Hipstern angenommen, daß Google davon erfährt und diaspora* nach Strich und Faden für sein eigenes Google+ abkupfert und sogar das Aussehen von diaspora* zu Googles neuer Corporate Identity macht.

    Auch etliche Tech-Geeks gehen nach diaspora*. Warum nicht nach Mistpark? Weil sie von Mistpark nichts wissen. Und weil sie angesichts der Sowieso-Verfügbarkeit von diaspora* kein Stück auf die Idee kommen zu googlen, ob's nicht noch was Besseres gibt.

    Sogar auf diaspora* erfährt man erst allmählich von Mistpark, das inzwischen Friendika heißt, als es dessen Entwicklern gelungen ist, sich ohne jegliche API oder so mit diaspora* zu verbinden. Friendika wird auf diaspora* dadurch bekannt, daß a) es selbst dort vertreten ist und b) seine Nutzer zu diaspora*-Nutzern darüber reden. Ein paar ziehen tatsächlich um, weil ihnen diaspora* zu unterausgestattet ist. Das heißt, einige merken auch diese Unterausstattung erst, als sie Friendika ausprobieren.

    Das geht so weiter. Auch als Tobias und Michael übernehmen, machen sie für Friendica kaum Werbung. Das heißt, es gibt einen Vortrag auf einem CCC. Aber der Vortrag ist nicht auf potentielle Nutzer ausgelegt, sondern auf Entwickler und Serveradmins.

    Als Friendica sich mit Facebook verbindet, hofft man darauf, daß Friendica auf Facebook durch seine bloße Präsenz für sich werben kann. Klappt nicht.

    April 2015. diaspora* ist weitestgehend wieder vergessen. Von Friendica weiß weiterhin keine Sau.

    Nun wird das gerade erst aus der Red Matrix umgebaute Hubzilla erstmals vorgestellt. Es ist mächtiger als alles, was es bisher an dezentraler, föderierter Software gab. Aber weder Mike noch Mario noch Harald macht irgendwelche Werbung dafür. Wieder hofft man auf Suchmaschinen.

    Die Communities von beiden machen auch nichts. Ihnen gehört das ja nicht, also ist Werbung nicht ihr Bier. Außerdem haben gerade die Friendica-Nutzer immer noch PTSD davon, daß Friendica-Nodes sogar auf dedizierten Servern oft nur ein paar hundert Leute aufnehmen können. Man könnte Leute allenfalls kleckerweise von Facebook holen, aber keine riesige Umsteigerlawine verkraften. Und auf Hubzilla redet man sich ein, daß Hubzilla ja eigentlich kein soziales Netzwerk ist, sondern ein "soziales CMS", aber trotzdem jetzt nicht so unbedingt direkt eine Facebook-Alternative, daß man jetzt unbedingt Leute von Facebook einladen müßte.

    Das zieht sich bis heute so hin. Die erste zaghafte Werbung gibt es erst 2023. Und auch die gibt's nur im längst von Mastodon dominierten Fediverse. Und auch die hält sich zum einen nicht an Mastodons Regeln (zu lange Posts führen zu Mutes und Blocks, fehlende Hashtags führen zu Unauffindbarkeit, aber wer kann schon damit rechnen, daß man Hashtags braucht, wenn man doch selbst an Gruppen gewöhnt ist). Zum anderen spricht man nicht die Sprache der Mastodon-Nutzer, erklärt ihnen also nicht, daß Friendica/Hubzilla/(streams) im Fediverse und damit auch mit Mastodon verbunden ist. Selbst wenn man das täte, würde man mehr Mastodon-Nutzer verstören als anziehen.

    Und zum anderen: Was würde denn all die benannten Beteiligten davon abhalten, das zu tun genau jetzt? Warum passiert genau das noch nicht? Wäre doch, wenn alle das wollen, leicht möglich, oder? Abschauen, was Mastodon richtig gemacht hat nach außen, und das genau so gut oder besser machen? Welche Entschuldigung gibt es dann im Moment, das nicht zu tun?

    Die "Entschuldigung" wäre, daß viele andere Fediverse-Anwendungen dann aufhören könnten.

    Ich rede nicht von denen, die von vornherein ganz anders aufgestellt sind als Mastodon (PeerTube, Funkwhale, Owncast, Mobilizon, Flohmarkt, Ibex etc.).

    Ich rede von denen, die im Prinzip auch das tun könnten, was Mastodon. Deren Alleinstellungsmerkmal aber ist, daß sie eben gerade anders sind als Mastodon und Dinge anders machen als Mastodon (Pleroma, Akkoma, Misskey, Sharkey, CherryPick, Iceshrimp-JS, Iceshrimp.NET, GoToSocial, Mitra, snac2, Socialhome, Friendica, Hubzilla, (streams), Forte etc.).

    Wenn die alle total an Mastodon angepaßt werden, wenn die alle ganz genau wie Mastodon werden, wofür braucht es die dann noch? Warum sollte sie jemand benutzen? Was außer dem Namen unterscheidet sie dann noch von Mastodon?

    Und vor allem: Glaubst du wirklich, die Entwickler werden ihre Babys zusammenschnippeln auf Mastodon-Format, nur um Frieden mit Mastodon zu haben? Und glaubst du auch, die Serveradmins werden auf diese zusammengeschnippelten neuen Versionen updaten?

    Okay, nehmen wir mal Hubzilla als Beispiel, das ultimative Anti-Mastodon.

    Nehmen wir mal an, morgen früh (um das Ganze möglichst schnell zu machen; du willst ja, daß das jetzt sofort augenblicklich passiert) rollen @Mario Vavti und @Harald Eilertsen Hubzilla 12.0 aus. Änderungen:
    • Die Mastodon Client API wird eingeführt. Der gesamte Funktionsumfang wird reduziert auf das, was die Mastodon Client API abdeckt. Hubzillas eigene Client API wird abgeschafft.
    • ActivityPub ist jetzt das Basisprotokoll.
    • Unterstützung für alle anderen Protokolle, inklusive Zot6 und diaspora*, aber auch der RSS- und Atom-Aggregator, fliegen raus.
    • Es gibt keine mehreren Identitäten pro Konto mehr, weil Mastodon die nicht versteht. Jeder Kanal wird zu einem eigenständigen Konto mit denselben Credentials wie das Konto, zu dem er vorher gehörte.
    • Das heißt, Forenkanäle werden gänzlich gelöscht, weil Mastodon keine Gruppen unterstützt.
    • Es gibt keine nomadische Identität mehr, weil Mastodon das nicht hat und damit nicht umgehen kann. Klone werden zu eigenständigen Konten. Umziehen geht höchstens noch per Export und Import. Und auch die Formate sind an Mastodon angepaßt.
    • Alle Profile außer dem öffentlichen werden gelöscht. Damit könnte Mastodon sowieso nicht umgehen.
    • Beim öffentlichen Profil werden alle Profilfelder außer dem Profiltext gelöscht. Vier neue Mehrzweck-Profilfelder werden angelegt. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Das Konzept bidirektionaler Kontakte wird ersetzt durch einseitiges Folgen und auch einseitiges Gefolgtwerden wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Privacy-Gruppen werden umgewandelt in Listen, die nur noch haargenau die Features und die Handhabung von Mastodon-Listen haben.
    • Es gibt keine verschiedenen Kanalrollen mehr, nur noch eine Art von Konto. Wie auf Mastodon. Wie gesagt, Forenkanäle werden nicht in Konten umgewandelt, sondern gänzlich gelöscht.
    • Das komplette Berechtigungssystem wird ersatzlos gelöscht. Alle existierenden Berechtigungen (außer bei DMs) werden auf öffentlich gesetzt.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Blacklist wird umgewandelt in jeweils eine Filtereinstellung pro Zeile. Reine Schlüsselwörter werden normale Filter. Schlüsselwörter mit RegEx, die nur dazu dienen, daß die Wörter nur als Ganzes erkannt werden, werden umgewandelt in entsprechende Filter. Alle anderen Filterzeilen werden ersatzlos gelöscht.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Whitelist wird ersatzlos gelöscht, ebenso die individuellen Filter pro Kontakt.
    • Überhaupt, alle Pro-Kontakt-Einstellungen werden gelöscht, weil Mastodon sowas nicht unterstützt und auch nicht damit rechnet.
    • Die NSFW-Filterliste könnte auch entsprechend in Filterzeilen konvertiert werden, die Posts nicht löschen, sondern verstecken. Weil dieses Feature auf Mastodon aber nie Teil der Mastodon-Kultur geworden ist, die noch auf Mastodon 3.x basiert, wird die NSFW-Filterliste gänzlich und ersatzlos gelöscht.
    • Die maximale Postlänge wird von 16.777.215 Zeichen auf 500 Zeichen reduziert. Längere Beiträge werden automatisch in Threads zerstückelt.
    • Titel werden abgeschafft; existierende Titel werden gelöscht. Damit kann Mastodon eh nichts anfangen.
    • Das Zusammenfassungsfeld wird in CW-Feld umbenannt, damit es aus Mastodon-Sicht nicht mehr falsch benutzt wird.
    • Jegliche Form von Textformatierung und -gestaltung wird ersatzlos abgeschafft. Schon existierende Formatierungen werden entfernt.
    • Eingebettete Bilder und mehr als vier Bilder pro Beitrag werden auch abgeschafft. Von den Bildern in Beiträgen werden die ersten vier in Dateianhänge umgewandelt und die übrigen gelöscht. Alt-Texte wandern in separate Text- und Datenbankfelder mit einem harten Limit von 1.500 Zeichen.
    • Zitate werden abgeschafft. Auch die könnte Mastodon darstellen, aber nicht erzeugen, also gehören sie nicht nach Mastodon.
    • Das Teilen von Beiträgen wird in "Zitieren" umbenannt und umgestellt auf dieselbe Art und Weise, die auch Mastodon anwendet. Oder gleich komplett abgeschafft, weil es Mastodon-Nutzer stören könnte.
    • Das Wiederholen von Beiträgen wird in "Boosten" umbenannt. Oder gleich in "Retröten", weil das mehr Mastodon-Nutzer verstehen.
    • Umfragen können nur noch vier Optionen haben, deren Namen auf 50 Zeichen beschränkt sind, und das Wählen mehrerer Optionen geht nicht mehr.
    • Jegliche Unterstützung geschlossener Konversationen wird abgeschafft zugunsten eines losen Threadmodells wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht. Die Unterstützung für FEP-171b "Conversation Containers" wird komplett und ersatzlos gestrichen. Das ganze FEP wird gelöscht.
    • Posts heißen jetzt Tröts.
    • Kommentare heißen jetzt auch Tröts.
    • Der Zähler für ungelesene Beiträge wird abgeschafft.
    • Die HQ-Seite wird abgeschafft. Die Kanalseite wird abgeschafft. Es gibt nur noch den Network-Stream. Der wird darauf hartgecodet, nur noch Einzelbeiträge zu zeigen und keine ganzen Konversationen mehr. Das soll verhindern, daß Hubzilla-Nutzer immer noch Hubzilla irgendwie anders nutzen, als Mastodon-Nutzer Mastodon nutzen.
    • Der Filespace wird abgeschafft. WebDAV sowieso. Dateien werden so gehandhabt wie auf Mastodon.
    • Der Eventkalender wird abgeschafft, weil Mastodon eh keine Events kann.
    • Der CalDAV-Kalenderserver wird abgeschafft.
    • Der CardDAV-Adreßbuchserver wird abgeschafft.
    • Artikel werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Planungskarten werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Wikis werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Webpages werden abgeschafft. Hubzilla wird eine neue offizielle Website brauchen.
    • Kanalquellen werden abgeschafft. Auf Mastodon kann man ja auch nicht mit Bordmitteln Bots bauen, außerdem sind Bots böse.
    • Der PDL-Editor wird abgeschafft. Die Unterstützung von Themes wird abgeschafft. Hubzillas Oberfläche wird hartgecodet. Entweder sieht es jetzt wie Mastodon oder wie Twitter aus. Egal, ob es eigentlich aus einer Facebook-Alternative hervorgegangen ist. Aber die primäre Facebook-Alternative im Fediverse ist jetzt auch Mastodon.
    • Alle anderen optionalen Apps werden auch abgeschafft. Hubzilla ist nicht mehr modular.

    So, jetzt frage ich dich: Glaubst du, Mario und Harald machen das wirklich?

    Glaubst du wirklich, sie kastrieren Hubzilla tatsächlich freiwillig um locker 90% seiner Features, nur um sich Mastodon anzubiedern? Die beiden, die sich bis jetzt von Gargron überhaupt gar nichts haben sagen lassen?

    Und glaubst du allen Ernstes, Hub-Admins wie @Der Pepe (Hubzilla) ⁂, @Mark Nowiasz oder @Steffen gehen wirklich dabei und stellen ihre Hubs auf das so zusammengestrichene Hubzilla 12.0 um, das sich außer im Namen praktisch nicht mehr von Mastodon unterscheidet? Für einen Diktatfrieden mit dem eigentlich konzeptionell völlig anderen und bis dahin featuremäßig hoffnungslos unterlegenen Mastodon?

    Und warum glaubst du, daß genau diese Personen genau das auch tatsächlich tun werden? Auch ich hätte dafür gerne eine ehrliche Antwort.

    Wohlgemerkt, @Steffen 🦉🇪🇺 hat erst vor kurzem einen Mastodon-Server abgeschaltet und setzt jetzt nur noch auf Friendica und Hubzilla. Und du glaubst allen Ernstes, er läßt zu, daß beide durch neue Versionen der Serversoftware zu Mastodon-Klonen reduziert werden?

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #diaspora* #Mistpark #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) #Mastoverse #MastodonFediverse
  3. @Kristian
    Zum einen: Warum hat Mastodon als deutlich jüngeres Projekt deutlich mehr Nutzer für sich gewinnen können als die Projekte, die schon länger am Start sind? Was ist denen gelungen, was alle anderen nicht geschafft haben?

    Halb Zufall, halb Publicity.

    2016. Mastodon ist raus. Anscheinend redet Gargron online viel darüber. Jedenfalls mehr als die hinter Pleroma, Friendica und Hubzilla. Und das ebenfalls zentralistische und nicht mehr mit dem Fediverse verbundene Identi.ca ist eh nicht in den Händen von jemandem, der Deutsch kann, und auch Evan Prodromou redet nicht groß drüber, jedenfalls nicht mit Leuten, die ihm über Mainstream-Medien Publicity verschaffen könnten.

    Ein deutsches Mainstream-Medium wird drauf aufmerksam und interviewt ihn und macht eine Story über ihn und Mastodon. Viele Leute lesen darüber, daß es an Microblogging nicht nur Twitter gibt. Twitter ist damals schon nicht unumstritten, aber allgemein wird bisher angenommen, daß es keinen Alternative dazu gibt. Identi.ca kennt keiner, GNU social kennt keiner, Pleroma kennt keiner, Friendica kennt keiner, Hubzilla kennt keiner. Aber von Mastodon lesen sie jetzt. Schon kommen neue Nutzer, die weiter microbloggen wollen, aber von Twitter wegwollen, nach Mastodon.

    2017. Auf Twitter werden Furries, Manga-/Anime-Fans und queere Personen von rechten Störenfrieden angegriffen. Irgendjemand entweder unter ihnen oder unter den Leuten, die sie kennen, kennt Mastodon und sagt, da können sie doch hingehen. Es findet ein großer Exodus dieser Personengruppen von Twitter nach Mastodon statt. Mastodon wächst weiter. Wieder kennt niemand Identi.ca, GNU social, Pleroma, Friendica oder Hubzilla. Daher gehen ausnahmslos alle nach Mastodon, und nur Mastodon profitiert davon.

    In den nächsten Jahren gibt es weitere solche Vorfälle auf Twitter. Wieder ist Mastodon die einzige bekannte Alternative (Grund: siehe 2016 und 2017). Wieder geht der Exodus nur nach Mastodon.

    Ein Schneeball kommt ins Rollen: Mastodon wird größer, mehr Leute sind da, mehr Leute kennen es, mehr Leute empfehlen Mastodon, Mastodon wird größer und so weiter.

    Mehr und mehr andere Serveranwendungen kommen ins Fediverse und verbinden sich mit Mastodon. Mastodon selbst ist aber so riesengroß, daß es innerhalb Mastodon geschätzte 99% allen Inhalts stellt. Inhalte von woanders sind auf Mastodon superselten.

    Dazu kommt: Mastodon zeigt nicht an, woher Beiträge kommen. Mastodon zeigt bei Beiträgen von Misskey nicht an, daß die von Misskey kommen. Daher erfahren Mastodon-Nutzer auch nicht, daß die von Misskey kommen. Sie erfahren somit nicht, daß es Misskey gibt. Sie glauben, das sind Mastodon-Tröts.

    Dazu kommt dann auch noch: Mastodon ist noch auf Version 3.x. Mastodon kann noch keine wie auch immer geartete Textformatierung darstellen. Das wird alles, aber auch wirklich alles von Mastodons HTML-"Sanitiser" rausgelöscht. Mastodon zeigt nur Klartext an. Das einzige, was Nicht-Mastodon-Beiträge von Mastodon-Tröts unterscheidet, ist, daß sie über 500 Zeichen lang sein können, daß Erwähnungen anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet), und daß Hashtags anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet).

    Februar 2022. Elon Musk, längst ein durch und durch xenophober Faschist, kündigt an, Twitter aufzukaufen. Viele wollen weg, wissen aber nicht wohin. Millionen von ihnen werden eingeladen nach Mastodon. Ohne irgendeine Erwähnung von irgendeiner anderen Alternative. Weil die, die sie einladen, selbst auch nur Twitter und Mastodon kennen und nie von irgendeiner anderen Alternative gehört haben.

    Februar/März 2022. Millionen von Twitter-Nutzern flüchten von Twitter nach Mastodon. Alle mit dem Wissensstand "es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon". Das so schon nicht kleine Mastodon wächst auf ein Vielfaches seiner Größe. Sowohl die Anzahl als auch der relative Anteil derjenigen, die glauben, das Fediverse sei nur Mastodon, und es gäbe nur Twitter und Mastodon, steigt.

    Die wenigen Pleroma-Nutzer scheinen die Situation zu verpennen.

    Misskey wächst auch, aber nur in Ostasien und speziell in Japan, wo es den Stellenwert hat, den Mastodon in der westlichen Welt hat. Aufgrund von Zeitzonen- und Sprachbarrieren (und weil die meisten westlichen Fediverse-Server den Misskey-Leuchtturmserver misskey.io gesperrt haben) kommen aus Japan kaum bis keine Informationen über die Existenz von Misskey an westliche Mastodon-Nutzer. Nennenswerte Forkeys gibt es zu diesem Zeitpunkt in der westlichen Welt auch noch nicht.

    Auf Friendica, Hubzilla und (streams) tut man auch nichts, weil das ein Twitter-Thema ist und man eher Richtung Facebook orientiert ist. Ein paar Friendica-Nutzer wären bereit gewesen, Leute von Facebook nach Friendica zu holen. Auf Hubzilla sorgte man sich eher darüber, wie tageslichttauglich Hubzilla gerade war, und die Community steckte allgemein in einer Lethargie. (streams) hatte zu diesem Zeitpunkt kaum Nutzer. Und überall schien man anzuzweifeln, daß man in der Lage ist, einen Riesenexodus von mehreren Millionen auf den existierenden Servern aufnehmen zu können.

    Oktober 2022. Elon Musk kauft Twitter auf. Noch sehr viel mehr Leute wollen da weg, wissen aber nicht wohin. Sie werden nun nach Mastodon eingeladen von denen, die im Februar/März von Twitter nach Mastodon geflohen sind. Ihr Wissensstand ist immer noch derselbe: "Es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon".

    Pleroma? Misskey? Forkeys? Friendica? Hubzilla? (streams)? Siehe oben.

    So, warum sind Friendica und Hubzilla nicht größer, obwohl sie älter sind?

    Zunächst einmal: Mike Macgirvin hat bis 2023 angenommen, wenn er etwas baut, dann kommen die Leute schon von ganz alleine. Er ist kein Mensch der Öffentlichkeit. Er lebt mit seiner Frau, zwei Australian Shepherds und ein paar Hühnern auf einer Farm im australischen Outback, also in einer ziemlichen Einöde, wo man schon seine eigenen Nachbarn nicht sieht.

    Mikes Hoffnung scheint auf dem Leidensdruck der Leute und ihrer Bereitschaft zum selbständigen Googlen zu beruhen. Mike glaubt, wenn die Leute mit Facebook nur unzufrieden genug sind, dann googlen sie von ganz alleine nach Alternativen, und dann werden sie seine Kreationen finden und als am besten erachten. Was er nicht auf dem Zettel hat: Niemand googlet nach dezentralen Facebook-Alternativen, wenn man nicht einmal eine vage Vorahnung hat, daß es sowas geben könnte. Oder daß es überhaupt Alternativen zu Facebook geben könnte. Social Networking = Facebook zur damaligen Zeit.

    Jedenfalls:

    März 2010. Facebook wird langsam so schlimm, daß Mike sich selbst daransetzt, eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare und obendrein sehr mächtige Alternative zu entwickeln.

    Mai 2010. Zum einen: Mike rollt die erste Vorabversion von Mistpark aus.

    Zum anderen: Vier junge Apple-Fanbois in den USA finden Facebook auch schlimm. Auch sie wollen eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare Alternative zu Facebook entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch zu früh, um Mistpark auf Google zu finden. Abgesehen davon rechnen auch die vier nicht damit, daß jemand so etwas schon mal gemacht haben könnte. Sonst hätten sie ja davon gehört, oder?

    Jedenfalls: Die vier beschließen, ihren "Facebook-Killer" namens diaspora* über den Sommer 2010 zu entwickeln. Dafür brauchen sie aber Geld. $3.000 pro Nase, also $12.000 insgesamt. Sie starten eine Crowdfunding-Kampagne. Die geht komplett viral. Die Mainstream-Massenmedien picken auf, daß da vier Jungs etwas entwickeln wollen, was das immer schlimmer werdende Facebook ersetzen soll, und zwar, ohne die Nutzer auszuspionieren.

    Binnen kürzester Zeit nehmen sie über $200.000 ein.

    An dieser Stelle hätte Mike sich an die Massenmedien wenden können: Das, was die vier da vorhaben, das hat er schon fast fertig entwickelt. Ohne Crowdfunding. Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Juli 2010. Mike rollt den ersten stabilen Release von Mistpark aus. Die mächtigste föderierte Serversoftware, bis Mike es selbst entthronen wird. Wieder ohne jegliche Werbung, PR, Publicitiy oder was auch immer. Jetzt hätte Mike erst recht an die Tech- und Massenmedien gehen können und sagen können: "Hier, ich habe ganz alleine und für lau einen Facebook-Killer entwickelt, der sogar noch viel besser und mächtiger ist als Facebook!" Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Herbst 2010. Die erste superfrühe Alpha-Version von diaspora* wird ausgerollt. Im Grunde ist es eine ziemliche Enttäuschung. Es ist buggy, es läuft nur auf Mac-Servern, und es kann auch nicht sehr viel. Trotzdem wird es zumindest von genügend Hipstern angenommen, daß Google davon erfährt und diaspora* nach Strich und Faden für sein eigenes Google+ abkupfert und sogar das Aussehen von diaspora* zu Googles neuer Corporate Identity macht.

    Auch etliche Tech-Geeks gehen nach diaspora*. Warum nicht nach Mistpark? Weil sie von Mistpark nichts wissen. Und weil sie angesichts der Sowieso-Verfügbarkeit von diaspora* kein Stück auf die Idee kommen zu googlen, ob's nicht noch was Besseres gibt.

    Sogar auf diaspora* erfährt man erst allmählich von Mistpark, das inzwischen Friendika heißt, als es dessen Entwicklern gelungen ist, sich ohne jegliche API oder so mit diaspora* zu verbinden. Friendika wird auf diaspora* dadurch bekannt, daß a) es selbst dort vertreten ist und b) seine Nutzer zu diaspora*-Nutzern darüber reden. Ein paar ziehen tatsächlich um, weil ihnen diaspora* zu unterausgestattet ist. Das heißt, einige merken auch diese Unterausstattung erst, als sie Friendika ausprobieren.

    Das geht so weiter. Auch als Tobias und Michael übernehmen, machen sie für Friendica kaum Werbung. Das heißt, es gibt einen Vortrag auf einem CCC. Aber der Vortrag ist nicht auf potentielle Nutzer ausgelegt, sondern auf Entwickler und Serveradmins.

    Als Friendica sich mit Facebook verbindet, hofft man darauf, daß Friendica auf Facebook durch seine bloße Präsenz für sich werben kann. Klappt nicht.

    April 2015. diaspora* ist weitestgehend wieder vergessen. Von Friendica weiß weiterhin keine Sau.

    Nun wird das gerade erst aus der Red Matrix umgebaute Hubzilla erstmals vorgestellt. Es ist mächtiger als alles, was es bisher an dezentraler, föderierter Software gab. Aber weder Mike noch Mario noch Harald macht irgendwelche Werbung dafür. Wieder hofft man auf Suchmaschinen.

    Die Communities von beiden machen auch nichts. Ihnen gehört das ja nicht, also ist Werbung nicht ihr Bier. Außerdem haben gerade die Friendica-Nutzer immer noch PTSD davon, daß Friendica-Nodes sogar auf dedizierten Servern oft nur ein paar hundert Leute aufnehmen können. Man könnte Leute allenfalls kleckerweise von Facebook holen, aber keine riesige Umsteigerlawine verkraften. Und auf Hubzilla redet man sich ein, daß Hubzilla ja eigentlich kein soziales Netzwerk ist, sondern ein "soziales CMS", aber trotzdem jetzt nicht so unbedingt direkt eine Facebook-Alternative, daß man jetzt unbedingt Leute von Facebook einladen müßte.

    Das zieht sich bis heute so hin. Die erste zaghafte Werbung gibt es erst 2023. Und auch die gibt's nur im längst von Mastodon dominierten Fediverse. Und auch die hält sich zum einen nicht an Mastodons Regeln (zu lange Posts führen zu Mutes und Blocks, fehlende Hashtags führen zu Unauffindbarkeit, aber wer kann schon damit rechnen, daß man Hashtags braucht, wenn man doch selbst an Gruppen gewöhnt ist). Zum anderen spricht man nicht die Sprache der Mastodon-Nutzer, erklärt ihnen also nicht, daß Friendica/Hubzilla/(streams) im Fediverse und damit auch mit Mastodon verbunden ist. Selbst wenn man das täte, würde man mehr Mastodon-Nutzer verstören als anziehen.

    Und zum anderen: Was würde denn all die benannten Beteiligten davon abhalten, das zu tun genau jetzt? Warum passiert genau das noch nicht? Wäre doch, wenn alle das wollen, leicht möglich, oder? Abschauen, was Mastodon richtig gemacht hat nach außen, und das genau so gut oder besser machen? Welche Entschuldigung gibt es dann im Moment, das nicht zu tun?

    Die "Entschuldigung" wäre, daß viele andere Fediverse-Anwendungen dann aufhören könnten.

    Ich rede nicht von denen, die von vornherein ganz anders aufgestellt sind als Mastodon (PeerTube, Funkwhale, Owncast, Mobilizon, Flohmarkt, Ibex etc.).

    Ich rede von denen, die im Prinzip auch das tun könnten, was Mastodon. Deren Alleinstellungsmerkmal aber ist, daß sie eben gerade anders sind als Mastodon und Dinge anders machen als Mastodon (Pleroma, Akkoma, Misskey, Sharkey, CherryPick, Iceshrimp-JS, Iceshrimp.NET, GoToSocial, Mitra, snac2, Socialhome, Friendica, Hubzilla, (streams), Forte etc.).

    Wenn die alle total an Mastodon angepaßt werden, wenn die alle ganz genau wie Mastodon werden, wofür braucht es die dann noch? Warum sollte sie jemand benutzen? Was außer dem Namen unterscheidet sie dann noch von Mastodon?

    Und vor allem: Glaubst du wirklich, die Entwickler werden ihre Babys zusammenschnippeln auf Mastodon-Format, nur um Frieden mit Mastodon zu haben? Und glaubst du auch, die Serveradmins werden auf diese zusammengeschnippelten neuen Versionen updaten?

    Okay, nehmen wir mal Hubzilla als Beispiel, das ultimative Anti-Mastodon.

    Nehmen wir mal an, morgen früh (um das Ganze möglichst schnell zu machen; du willst ja, daß das jetzt sofort augenblicklich passiert) rollen @Mario Vavti und @Harald Eilertsen Hubzilla 12.0 aus. Änderungen:
    • Die Mastodon Client API wird eingeführt. Der gesamte Funktionsumfang wird reduziert auf das, was die Mastodon Client API abdeckt. Hubzillas eigene Client API wird abgeschafft.
    • ActivityPub ist jetzt das Basisprotokoll.
    • Unterstützung für alle anderen Protokolle, inklusive Zot6 und diaspora*, aber auch der RSS- und Atom-Aggregator, fliegen raus.
    • Es gibt keine mehreren Identitäten pro Konto mehr, weil Mastodon die nicht versteht. Jeder Kanal wird zu einem eigenständigen Konto mit denselben Credentials wie das Konto, zu dem er vorher gehörte.
    • Das heißt, Forenkanäle werden gänzlich gelöscht, weil Mastodon keine Gruppen unterstützt.
    • Es gibt keine nomadische Identität mehr, weil Mastodon das nicht hat und damit nicht umgehen kann. Klone werden zu eigenständigen Konten. Umziehen geht höchstens noch per Export und Import. Und auch die Formate sind an Mastodon angepaßt.
    • Alle Profile außer dem öffentlichen werden gelöscht. Damit könnte Mastodon sowieso nicht umgehen.
    • Beim öffentlichen Profil werden alle Profilfelder außer dem Profiltext gelöscht. Vier neue Mehrzweck-Profilfelder werden angelegt. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Das Konzept bidirektionaler Kontakte wird ersetzt durch einseitiges Folgen und auch einseitiges Gefolgtwerden wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Privacy-Gruppen werden umgewandelt in Listen, die nur noch haargenau die Features und die Handhabung von Mastodon-Listen haben.
    • Es gibt keine verschiedenen Kanalrollen mehr, nur noch eine Art von Konto. Wie auf Mastodon. Wie gesagt, Forenkanäle werden nicht in Konten umgewandelt, sondern gänzlich gelöscht.
    • Das komplette Berechtigungssystem wird ersatzlos gelöscht. Alle existierenden Berechtigungen (außer bei DMs) werden auf öffentlich gesetzt.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Blacklist wird umgewandelt in jeweils eine Filtereinstellung pro Zeile. Reine Schlüsselwörter werden normale Filter. Schlüsselwörter mit RegEx, die nur dazu dienen, daß die Wörter nur als Ganzes erkannt werden, werden umgewandelt in entsprechende Filter. Alle anderen Filterzeilen werden ersatzlos gelöscht.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Whitelist wird ersatzlos gelöscht, ebenso die individuellen Filter pro Kontakt.
    • Überhaupt, alle Pro-Kontakt-Einstellungen werden gelöscht, weil Mastodon sowas nicht unterstützt und auch nicht damit rechnet.
    • Die NSFW-Filterliste könnte auch entsprechend in Filterzeilen konvertiert werden, die Posts nicht löschen, sondern verstecken. Weil dieses Feature auf Mastodon aber nie Teil der Mastodon-Kultur geworden ist, die noch auf Mastodon 3.x basiert, wird die NSFW-Filterliste gänzlich und ersatzlos gelöscht.
    • Die maximale Postlänge wird von 16.777.215 Zeichen auf 500 Zeichen reduziert. Längere Beiträge werden automatisch in Threads zerstückelt.
    • Titel werden abgeschafft; existierende Titel werden gelöscht. Damit kann Mastodon eh nichts anfangen.
    • Das Zusammenfassungsfeld wird in CW-Feld umbenannt, damit es aus Mastodon-Sicht nicht mehr falsch benutzt wird.
    • Jegliche Form von Textformatierung und -gestaltung wird ersatzlos abgeschafft. Schon existierende Formatierungen werden entfernt.
    • Eingebettete Bilder und mehr als vier Bilder pro Beitrag werden auch abgeschafft. Von den Bildern in Beiträgen werden die ersten vier in Dateianhänge umgewandelt und die übrigen gelöscht. Alt-Texte wandern in separate Text- und Datenbankfelder mit einem harten Limit von 1.500 Zeichen.
    • Zitate werden abgeschafft. Auch die könnte Mastodon darstellen, aber nicht erzeugen, also gehören sie nicht nach Mastodon.
    • Das Teilen von Beiträgen wird in "Zitieren" umbenannt und umgestellt auf dieselbe Art und Weise, die auch Mastodon anwendet. Oder gleich komplett abgeschafft, weil es Mastodon-Nutzer stören könnte.
    • Das Wiederholen von Beiträgen wird in "Boosten" umbenannt. Oder gleich in "Retröten", weil das mehr Mastodon-Nutzer verstehen.
    • Umfragen können nur noch vier Optionen haben, deren Namen auf 50 Zeichen beschränkt sind, und das Wählen mehrerer Optionen geht nicht mehr.
    • Jegliche Unterstützung geschlossener Konversationen wird abgeschafft zugunsten eines losen Threadmodells wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht. Die Unterstützung für FEP-171b "Conversation Containers" wird komplett und ersatzlos gestrichen. Das ganze FEP wird gelöscht.
    • Posts heißen jetzt Tröts.
    • Kommentare heißen jetzt auch Tröts.
    • Der Zähler für ungelesene Beiträge wird abgeschafft.
    • Die HQ-Seite wird abgeschafft. Die Kanalseite wird abgeschafft. Es gibt nur noch den Network-Stream. Der wird darauf hartgecodet, nur noch Einzelbeiträge zu zeigen und keine ganzen Konversationen mehr. Das soll verhindern, daß Hubzilla-Nutzer immer noch Hubzilla irgendwie anders nutzen, als Mastodon-Nutzer Mastodon nutzen.
    • Der Filespace wird abgeschafft. WebDAV sowieso. Dateien werden so gehandhabt wie auf Mastodon.
    • Der Eventkalender wird abgeschafft, weil Mastodon eh keine Events kann.
    • Der CalDAV-Kalenderserver wird abgeschafft.
    • Der CardDAV-Adreßbuchserver wird abgeschafft.
    • Artikel werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Planungskarten werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Wikis werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Webpages werden abgeschafft. Hubzilla wird eine neue offizielle Website brauchen.
    • Kanalquellen werden abgeschafft. Auf Mastodon kann man ja auch nicht mit Bordmitteln Bots bauen, außerdem sind Bots böse.
    • Der PDL-Editor wird abgeschafft. Die Unterstützung von Themes wird abgeschafft. Hubzillas Oberfläche wird hartgecodet. Entweder sieht es jetzt wie Mastodon oder wie Twitter aus. Egal, ob es eigentlich aus einer Facebook-Alternative hervorgegangen ist. Aber die primäre Facebook-Alternative im Fediverse ist jetzt auch Mastodon.
    • Alle anderen optionalen Apps werden auch abgeschafft. Hubzilla ist nicht mehr modular.

    So, jetzt frage ich dich: Glaubst du, Mario und Harald machen das wirklich?

    Glaubst du wirklich, sie kastrieren Hubzilla tatsächlich freiwillig um locker 90% seiner Features, nur um sich Mastodon anzubiedern? Die beiden, die sich bis jetzt von Gargron überhaupt gar nichts haben sagen lassen?

    Und glaubst du allen Ernstes, Hub-Admins wie @Der Pepe (Hubzilla) ⁂, @Mark Nowiasz oder @Steffen gehen wirklich dabei und stellen ihre Hubs auf das so zusammengestrichene Hubzilla 12.0 um, das sich außer im Namen praktisch nicht mehr von Mastodon unterscheidet? Für einen Diktatfrieden mit dem eigentlich konzeptionell völlig anderen und bis dahin featuremäßig hoffnungslos unterlegenen Mastodon?

    Und warum glaubst du, daß genau diese Personen genau das auch tatsächlich tun werden? Auch ich hätte dafür gerne eine ehrliche Antwort.

    Wohlgemerkt, @Steffen 🦉🇪🇺 hat erst vor kurzem einen Mastodon-Server abgeschaltet und setzt jetzt nur noch auf Friendica und Hubzilla. Und du glaubst allen Ernstes, er läßt zu, daß beide durch neue Versionen der Serversoftware zu Mastodon-Klonen reduziert werden?

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #diaspora* #Mistpark #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) #Mastoverse #MastodonFediverse
  4. @Kristian
    Zum einen: Warum hat Mastodon als deutlich jüngeres Projekt deutlich mehr Nutzer für sich gewinnen können als die Projekte, die schon länger am Start sind? Was ist denen gelungen, was alle anderen nicht geschafft haben?

    Halb Zufall, halb Publicity.

    2016. Mastodon ist raus. Anscheinend redet Gargron online viel darüber. Jedenfalls mehr als die hinter Pleroma, Friendica und Hubzilla. Und das ebenfalls zentralistische und nicht mehr mit dem Fediverse verbundene Identi.ca ist eh nicht in den Händen von jemandem, der Deutsch kann, und auch Evan Prodromou redet nicht groß drüber, jedenfalls nicht mit Leuten, die ihm über Mainstream-Medien Publicity verschaffen könnten.

    Ein deutsches Mainstream-Medium wird drauf aufmerksam und interviewt ihn und macht eine Story über ihn und Mastodon. Viele Leute lesen darüber, daß es an Microblogging nicht nur Twitter gibt. Twitter ist damals schon nicht unumstritten, aber allgemein wird bisher angenommen, daß es keinen Alternative dazu gibt. Identi.ca kennt keiner, GNU social kennt keiner, Pleroma kennt keiner, Friendica kennt keiner, Hubzilla kennt keiner. Aber von Mastodon lesen sie jetzt. Schon kommen neue Nutzer, die weiter microbloggen wollen, aber von Twitter wegwollen, nach Mastodon.

    2017. Auf Twitter werden Furries, Manga-/Anime-Fans und queere Personen von rechten Störenfrieden angegriffen. Irgendjemand entweder unter ihnen oder unter den Leuten, die sie kennen, kennt Mastodon und sagt, da können sie doch hingehen. Es findet ein großer Exodus dieser Personengruppen von Twitter nach Mastodon statt. Mastodon wächst weiter. Wieder kennt niemand Identi.ca, GNU social, Pleroma, Friendica oder Hubzilla. Daher gehen ausnahmslos alle nach Mastodon, und nur Mastodon profitiert davon.

    In den nächsten Jahren gibt es weitere solche Vorfälle auf Twitter. Wieder ist Mastodon die einzige bekannte Alternative (Grund: siehe 2016 und 2017). Wieder geht der Exodus nur nach Mastodon.

    Ein Schneeball kommt ins Rollen: Mastodon wird größer, mehr Leute sind da, mehr Leute kennen es, mehr Leute empfehlen Mastodon, Mastodon wird größer und so weiter.

    Mehr und mehr andere Serveranwendungen kommen ins Fediverse und verbinden sich mit Mastodon. Mastodon selbst ist aber so riesengroß, daß es innerhalb Mastodon geschätzte 99% allen Inhalts stellt. Inhalte von woanders sind auf Mastodon superselten.

    Dazu kommt: Mastodon zeigt nicht an, woher Beiträge kommen. Mastodon zeigt bei Beiträgen von Misskey nicht an, daß die von Misskey kommen. Daher erfahren Mastodon-Nutzer auch nicht, daß die von Misskey kommen. Sie erfahren somit nicht, daß es Misskey gibt. Sie glauben, das sind Mastodon-Tröts.

    Dazu kommt dann auch noch: Mastodon ist noch auf Version 3.x. Mastodon kann noch keine wie auch immer geartete Textformatierung darstellen. Das wird alles, aber auch wirklich alles von Mastodons HTML-"Sanitiser" rausgelöscht. Mastodon zeigt nur Klartext an. Das einzige, was Nicht-Mastodon-Beiträge von Mastodon-Tröts unterscheidet, ist, daß sie über 500 Zeichen lang sein können, daß Erwähnungen anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet), und daß Hashtags anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet).

    Februar 2022. Elon Musk, längst ein durch und durch xenophober Faschist, kündigt an, Twitter aufzukaufen. Viele wollen weg, wissen aber nicht wohin. Millionen von ihnen werden eingeladen nach Mastodon. Ohne irgendeine Erwähnung von irgendeiner anderen Alternative. Weil die, die sie einladen, selbst auch nur Twitter und Mastodon kennen und nie von irgendeiner anderen Alternative gehört haben.

    Februar/März 2022. Millionen von Twitter-Nutzern flüchten von Twitter nach Mastodon. Alle mit dem Wissensstand "es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon". Das so schon nicht kleine Mastodon wächst auf ein Vielfaches seiner Größe. Sowohl die Anzahl als auch der relative Anteil derjenigen, die glauben, das Fediverse sei nur Mastodon, und es gäbe nur Twitter und Mastodon, steigt.

    Die wenigen Pleroma-Nutzer scheinen die Situation zu verpennen.

    Misskey wächst auch, aber nur in Ostasien und speziell in Japan, wo es den Stellenwert hat, den Mastodon in der westlichen Welt hat. Aufgrund von Zeitzonen- und Sprachbarrieren (und weil die meisten westlichen Fediverse-Server den Misskey-Leuchtturmserver misskey.io gesperrt haben) kommen aus Japan kaum bis keine Informationen über die Existenz von Misskey an westliche Mastodon-Nutzer. Nennenswerte Forkeys gibt es zu diesem Zeitpunkt in der westlichen Welt auch noch nicht.

    Auf Friendica, Hubzilla und (streams) tut man auch nichts, weil das ein Twitter-Thema ist und man eher Richtung Facebook orientiert ist. Ein paar Friendica-Nutzer wären bereit gewesen, Leute von Facebook nach Friendica zu holen. Auf Hubzilla sorgte man sich eher darüber, wie tageslichttauglich Hubzilla gerade war, und die Community steckte allgemein in einer Lethargie. (streams) hatte zu diesem Zeitpunkt kaum Nutzer. Und überall schien man anzuzweifeln, daß man in der Lage ist, einen Riesenexodus von mehreren Millionen auf den existierenden Servern aufnehmen zu können.

    Oktober 2022. Elon Musk kauft Twitter auf. Noch sehr viel mehr Leute wollen da weg, wissen aber nicht wohin. Sie werden nun nach Mastodon eingeladen von denen, die im Februar/März von Twitter nach Mastodon geflohen sind. Ihr Wissensstand ist immer noch derselbe: "Es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon".

    Pleroma? Misskey? Forkeys? Friendica? Hubzilla? (streams)? Siehe oben.

    So, warum sind Friendica und Hubzilla nicht größer, obwohl sie älter sind?

    Zunächst einmal: Mike Macgirvin hat bis 2023 angenommen, wenn er etwas baut, dann kommen die Leute schon von ganz alleine. Er ist kein Mensch der Öffentlichkeit. Er lebt mit seiner Frau, zwei Australian Shepherds und ein paar Hühnern auf einer Farm im australischen Outback, also in einer ziemlichen Einöde, wo man schon seine eigenen Nachbarn nicht sieht.

    Mikes Hoffnung scheint auf dem Leidensdruck der Leute und ihrer Bereitschaft zum selbständigen Googlen zu beruhen. Mike glaubt, wenn die Leute mit Facebook nur unzufrieden genug sind, dann googlen sie von ganz alleine nach Alternativen, und dann werden sie seine Kreationen finden und als am besten erachten. Was er nicht auf dem Zettel hat: Niemand googlet nach dezentralen Facebook-Alternativen, wenn man nicht einmal eine vage Vorahnung hat, daß es sowas geben könnte. Oder daß es überhaupt Alternativen zu Facebook geben könnte. Social Networking = Facebook zur damaligen Zeit.

    Jedenfalls:

    März 2010. Facebook wird langsam so schlimm, daß Mike sich selbst daransetzt, eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare und obendrein sehr mächtige Alternative zu entwickeln.

    Mai 2010. Zum einen: Mike rollt die erste Vorabversion von Mistpark aus.

    Zum anderen: Vier junge Apple-Fanbois in den USA finden Facebook auch schlimm. Auch sie wollen eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare Alternative zu Facebook entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch zu früh, um Mistpark auf Google zu finden. Abgesehen davon rechnen auch die vier nicht damit, daß jemand so etwas schon mal gemacht haben könnte. Sonst hätten sie ja davon gehört, oder?

    Jedenfalls: Die vier beschließen, ihren "Facebook-Killer" namens diaspora* über den Sommer 2010 zu entwickeln. Dafür brauchen sie aber Geld. $3.000 pro Nase, also $12.000 insgesamt. Sie starten eine Crowdfunding-Kampagne. Die geht komplett viral. Die Mainstream-Massenmedien picken auf, daß da vier Jungs etwas entwickeln wollen, was das immer schlimmer werdende Facebook ersetzen soll, und zwar, ohne die Nutzer auszuspionieren.

    Binnen kürzester Zeit nehmen sie über $200.000 ein.

    An dieser Stelle hätte Mike sich an die Massenmedien wenden können: Das, was die vier da vorhaben, das hat er schon fast fertig entwickelt. Ohne Crowdfunding. Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Juli 2010. Mike rollt den ersten stabilen Release von Mistpark aus. Die mächtigste föderierte Serversoftware, bis Mike es selbst entthronen wird. Wieder ohne jegliche Werbung, PR, Publicitiy oder was auch immer. Jetzt hätte Mike erst recht an die Tech- und Massenmedien gehen können und sagen können: "Hier, ich habe ganz alleine und für lau einen Facebook-Killer entwickelt, der sogar noch viel besser und mächtiger ist als Facebook!" Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Herbst 2010. Die erste superfrühe Alpha-Version von diaspora* wird ausgerollt. Im Grunde ist es eine ziemliche Enttäuschung. Es ist buggy, es läuft nur auf Mac-Servern, und es kann auch nicht sehr viel. Trotzdem wird es zumindest von genügend Hipstern angenommen, daß Google davon erfährt und diaspora* nach Strich und Faden für sein eigenes Google+ abkupfert und sogar das Aussehen von diaspora* zu Googles neuer Corporate Identity macht.

    Auch etliche Tech-Geeks gehen nach diaspora*. Warum nicht nach Mistpark? Weil sie von Mistpark nichts wissen. Und weil sie angesichts der Sowieso-Verfügbarkeit von diaspora* kein Stück auf die Idee kommen zu googlen, ob's nicht noch was Besseres gibt.

    Sogar auf diaspora* erfährt man erst allmählich von Mistpark, das inzwischen Friendika heißt, als es dessen Entwicklern gelungen ist, sich ohne jegliche API oder so mit diaspora* zu verbinden. Friendika wird auf diaspora* dadurch bekannt, daß a) es selbst dort vertreten ist und b) seine Nutzer zu diaspora*-Nutzern darüber reden. Ein paar ziehen tatsächlich um, weil ihnen diaspora* zu unterausgestattet ist. Das heißt, einige merken auch diese Unterausstattung erst, als sie Friendika ausprobieren.

    Das geht so weiter. Auch als Tobias und Michael übernehmen, machen sie für Friendica kaum Werbung. Das heißt, es gibt einen Vortrag auf einem CCC. Aber der Vortrag ist nicht auf potentielle Nutzer ausgelegt, sondern auf Entwickler und Serveradmins.

    Als Friendica sich mit Facebook verbindet, hofft man darauf, daß Friendica auf Facebook durch seine bloße Präsenz für sich werben kann. Klappt nicht.

    April 2015. diaspora* ist weitestgehend wieder vergessen. Von Friendica weiß weiterhin keine Sau.

    Nun wird das gerade erst aus der Red Matrix umgebaute Hubzilla erstmals vorgestellt. Es ist mächtiger als alles, was es bisher an dezentraler, föderierter Software gab. Aber weder Mike noch Mario noch Harald macht irgendwelche Werbung dafür. Wieder hofft man auf Suchmaschinen.

    Die Communities von beiden machen auch nichts. Ihnen gehört das ja nicht, also ist Werbung nicht ihr Bier. Außerdem haben gerade die Friendica-Nutzer immer noch PTSD davon, daß Friendica-Nodes sogar auf dedizierten Servern oft nur ein paar hundert Leute aufnehmen können. Man könnte Leute allenfalls kleckerweise von Facebook holen, aber keine riesige Umsteigerlawine verkraften. Und auf Hubzilla redet man sich ein, daß Hubzilla ja eigentlich kein soziales Netzwerk ist, sondern ein "soziales CMS", aber trotzdem jetzt nicht so unbedingt direkt eine Facebook-Alternative, daß man jetzt unbedingt Leute von Facebook einladen müßte.

    Das zieht sich bis heute so hin. Die erste zaghafte Werbung gibt es erst 2023. Und auch die gibt's nur im längst von Mastodon dominierten Fediverse. Und auch die hält sich zum einen nicht an Mastodons Regeln (zu lange Posts führen zu Mutes und Blocks, fehlende Hashtags führen zu Unauffindbarkeit, aber wer kann schon damit rechnen, daß man Hashtags braucht, wenn man doch selbst an Gruppen gewöhnt ist). Zum anderen spricht man nicht die Sprache der Mastodon-Nutzer, erklärt ihnen also nicht, daß Friendica/Hubzilla/(streams) im Fediverse und damit auch mit Mastodon verbunden ist. Selbst wenn man das täte, würde man mehr Mastodon-Nutzer verstören als anziehen.

    Und zum anderen: Was würde denn all die benannten Beteiligten davon abhalten, das zu tun genau jetzt? Warum passiert genau das noch nicht? Wäre doch, wenn alle das wollen, leicht möglich, oder? Abschauen, was Mastodon richtig gemacht hat nach außen, und das genau so gut oder besser machen? Welche Entschuldigung gibt es dann im Moment, das nicht zu tun?

    Die "Entschuldigung" wäre, daß viele andere Fediverse-Anwendungen dann aufhören könnten.

    Ich rede nicht von denen, die von vornherein ganz anders aufgestellt sind als Mastodon (PeerTube, Funkwhale, Owncast, Mobilizon, Flohmarkt, Ibex etc.).

    Ich rede von denen, die im Prinzip auch das tun könnten, was Mastodon. Deren Alleinstellungsmerkmal aber ist, daß sie eben gerade anders sind als Mastodon und Dinge anders machen als Mastodon (Pleroma, Akkoma, Misskey, Sharkey, CherryPick, Iceshrimp-JS, Iceshrimp.NET, GoToSocial, Mitra, snac2, Socialhome, Friendica, Hubzilla, (streams), Forte etc.).

    Wenn die alle total an Mastodon angepaßt werden, wenn die alle ganz genau wie Mastodon werden, wofür braucht es die dann noch? Warum sollte sie jemand benutzen? Was außer dem Namen unterscheidet sie dann noch von Mastodon?

    Und vor allem: Glaubst du wirklich, die Entwickler werden ihre Babys zusammenschnippeln auf Mastodon-Format, nur um Frieden mit Mastodon zu haben? Und glaubst du auch, die Serveradmins werden auf diese zusammengeschnippelten neuen Versionen updaten?

    Okay, nehmen wir mal Hubzilla als Beispiel, das ultimative Anti-Mastodon.

    Nehmen wir mal an, morgen früh (um das Ganze möglichst schnell zu machen; du willst ja, daß das jetzt sofort augenblicklich passiert) rollen @Mario Vavti und @Harald Eilertsen Hubzilla 12.0 aus. Änderungen:
    • Die Mastodon Client API wird eingeführt. Der gesamte Funktionsumfang wird reduziert auf das, was die Mastodon Client API abdeckt. Hubzillas eigene Client API wird abgeschafft.
    • ActivityPub ist jetzt das Basisprotokoll.
    • Unterstützung für alle anderen Protokolle, inklusive Zot6 und diaspora*, aber auch der RSS- und Atom-Aggregator, fliegen raus.
    • Es gibt keine mehreren Identitäten pro Konto mehr, weil Mastodon die nicht versteht. Jeder Kanal wird zu einem eigenständigen Konto mit denselben Credentials wie das Konto, zu dem er vorher gehörte.
    • Das heißt, Forenkanäle werden gänzlich gelöscht, weil Mastodon keine Gruppen unterstützt.
    • Es gibt keine nomadische Identität mehr, weil Mastodon das nicht hat und damit nicht umgehen kann. Klone werden zu eigenständigen Konten. Umziehen geht höchstens noch per Export und Import. Und auch die Formate sind an Mastodon angepaßt.
    • Alle Profile außer dem öffentlichen werden gelöscht. Damit könnte Mastodon sowieso nicht umgehen.
    • Beim öffentlichen Profil werden alle Profilfelder außer dem Profiltext gelöscht. Vier neue Mehrzweck-Profilfelder werden angelegt. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Das Konzept bidirektionaler Kontakte wird ersetzt durch einseitiges Folgen und auch einseitiges Gefolgtwerden wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Privacy-Gruppen werden umgewandelt in Listen, die nur noch haargenau die Features und die Handhabung von Mastodon-Listen haben.
    • Es gibt keine verschiedenen Kanalrollen mehr, nur noch eine Art von Konto. Wie auf Mastodon. Wie gesagt, Forenkanäle werden nicht in Konten umgewandelt, sondern gänzlich gelöscht.
    • Das komplette Berechtigungssystem wird ersatzlos gelöscht. Alle existierenden Berechtigungen (außer bei DMs) werden auf öffentlich gesetzt.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Blacklist wird umgewandelt in jeweils eine Filtereinstellung pro Zeile. Reine Schlüsselwörter werden normale Filter. Schlüsselwörter mit RegEx, die nur dazu dienen, daß die Wörter nur als Ganzes erkannt werden, werden umgewandelt in entsprechende Filter. Alle anderen Filterzeilen werden ersatzlos gelöscht.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Whitelist wird ersatzlos gelöscht, ebenso die individuellen Filter pro Kontakt.
    • Überhaupt, alle Pro-Kontakt-Einstellungen werden gelöscht, weil Mastodon sowas nicht unterstützt und auch nicht damit rechnet.
    • Die NSFW-Filterliste könnte auch entsprechend in Filterzeilen konvertiert werden, die Posts nicht löschen, sondern verstecken. Weil dieses Feature auf Mastodon aber nie Teil der Mastodon-Kultur geworden ist, die noch auf Mastodon 3.x basiert, wird die NSFW-Filterliste gänzlich und ersatzlos gelöscht.
    • Die maximale Postlänge wird von 16.777.215 Zeichen auf 500 Zeichen reduziert. Längere Beiträge werden automatisch in Threads zerstückelt.
    • Titel werden abgeschafft; existierende Titel werden gelöscht. Damit kann Mastodon eh nichts anfangen.
    • Das Zusammenfassungsfeld wird in CW-Feld umbenannt, damit es aus Mastodon-Sicht nicht mehr falsch benutzt wird.
    • Jegliche Form von Textformatierung und -gestaltung wird ersatzlos abgeschafft. Schon existierende Formatierungen werden entfernt.
    • Eingebettete Bilder und mehr als vier Bilder pro Beitrag werden auch abgeschafft. Von den Bildern in Beiträgen werden die ersten vier in Dateianhänge umgewandelt und die übrigen gelöscht. Alt-Texte wandern in separate Text- und Datenbankfelder mit einem harten Limit von 1.500 Zeichen.
    • Zitate werden abgeschafft. Auch die könnte Mastodon darstellen, aber nicht erzeugen, also gehören sie nicht nach Mastodon.
    • Das Teilen von Beiträgen wird in "Zitieren" umbenannt und umgestellt auf dieselbe Art und Weise, die auch Mastodon anwendet. Oder gleich komplett abgeschafft, weil es Mastodon-Nutzer stören könnte.
    • Das Wiederholen von Beiträgen wird in "Boosten" umbenannt. Oder gleich in "Retröten", weil das mehr Mastodon-Nutzer verstehen.
    • Umfragen können nur noch vier Optionen haben, deren Namen auf 50 Zeichen beschränkt sind, und das Wählen mehrerer Optionen geht nicht mehr.
    • Jegliche Unterstützung geschlossener Konversationen wird abgeschafft zugunsten eines losen Threadmodells wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht. Die Unterstützung für FEP-171b "Conversation Containers" wird komplett und ersatzlos gestrichen. Das ganze FEP wird gelöscht.
    • Posts heißen jetzt Tröts.
    • Kommentare heißen jetzt auch Tröts.
    • Der Zähler für ungelesene Beiträge wird abgeschafft.
    • Die HQ-Seite wird abgeschafft. Die Kanalseite wird abgeschafft. Es gibt nur noch den Network-Stream. Der wird darauf hartgecodet, nur noch Einzelbeiträge zu zeigen und keine ganzen Konversationen mehr. Das soll verhindern, daß Hubzilla-Nutzer immer noch Hubzilla irgendwie anders nutzen, als Mastodon-Nutzer Mastodon nutzen.
    • Der Filespace wird abgeschafft. WebDAV sowieso. Dateien werden so gehandhabt wie auf Mastodon.
    • Der Eventkalender wird abgeschafft, weil Mastodon eh keine Events kann.
    • Der CalDAV-Kalenderserver wird abgeschafft.
    • Der CardDAV-Adreßbuchserver wird abgeschafft.
    • Artikel werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Planungskarten werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Wikis werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Webpages werden abgeschafft. Hubzilla wird eine neue offizielle Website brauchen.
    • Kanalquellen werden abgeschafft. Auf Mastodon kann man ja auch nicht mit Bordmitteln Bots bauen, außerdem sind Bots böse.
    • Der PDL-Editor wird abgeschafft. Die Unterstützung von Themes wird abgeschafft. Hubzillas Oberfläche wird hartgecodet. Entweder sieht es jetzt wie Mastodon oder wie Twitter aus. Egal, ob es eigentlich aus einer Facebook-Alternative hervorgegangen ist. Aber die primäre Facebook-Alternative im Fediverse ist jetzt auch Mastodon.
    • Alle anderen optionalen Apps werden auch abgeschafft. Hubzilla ist nicht mehr modular.

    So, jetzt frage ich dich: Glaubst du, Mario und Harald machen das wirklich?

    Glaubst du wirklich, sie kastrieren Hubzilla tatsächlich freiwillig um locker 90% seiner Features, nur um sich Mastodon anzubiedern? Die beiden, die sich bis jetzt von Gargron überhaupt gar nichts haben sagen lassen?

    Und glaubst du allen Ernstes, Hub-Admins wie @Der Pepe (Hubzilla) ⁂, @Mark Nowiasz oder @Steffen gehen wirklich dabei und stellen ihre Hubs auf das so zusammengestrichene Hubzilla 12.0 um, das sich außer im Namen praktisch nicht mehr von Mastodon unterscheidet? Für einen Diktatfrieden mit dem eigentlich konzeptionell völlig anderen und bis dahin featuremäßig hoffnungslos unterlegenen Mastodon?

    Und warum glaubst du, daß genau diese Personen genau das auch tatsächlich tun werden? Auch ich hätte dafür gerne eine ehrliche Antwort.

    Wohlgemerkt, @Steffen 🦉🇪🇺 hat erst vor kurzem einen Mastodon-Server abgeschaltet und setzt jetzt nur noch auf Friendica und Hubzilla. Und du glaubst allen Ernstes, er läßt zu, daß beide durch neue Versionen der Serversoftware zu Mastodon-Klonen reduziert werden?

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #diaspora* #Mistpark #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) #Mastoverse #MastodonFediverse
  5. @Kristian Na ja, Friendica war ja ausgereift. Zumindest soweit ausgereift, wie Friendica selbst und das DFRN-Protokoll es zuließen. Smartphone-Apps gab es nicht, weil man damals, 2010/2011, Smartphone-Apps für Sachen, die es auch als Websites gab, noch als Gimmicks ansah und noch nicht als lebensnotwendig. Das war, bevor die Leute gewisse Websites mehr über dedizierte Apps nutzten als über die Websites selbst.

    Nur: Eine Weiterentwicklung war zwingend notwendig. Und die ging nicht mit Friendica, wie es war, denn die ging auch nicht mit DFRN.

    Der Auslöser: 2011 waren binnen kurzer Zeit mehrere größere Friendica-Nodes von jetzt auf sofort ohne Ankündigung verschwunden. Einfach so weg. Friendica war durch das Verschwinden einiger weniger, aber jeweils sehr großer öffentlicher Nodes auf die Hälfte seiner Größe geschrumpft. Die andere Hälfte der Nutzer hatte alles verloren ohne die Chance, irgendwas zu retten. Die konnten wieder ganz neu bei null anfangen.

    Das beste, was Mike an Friendica selbst machen konnte, war, eine Export- und Importfunktion einzubauen. Damit konnte man Backups des eigenen Konto machen. Das half aber nur, wenn man entweder brav ein tägliches Backup machte oder die Schließung eines Node vorher angekündigt wurde. Noch einmal: Genau das war 2011 nicht passiert. Die Nodes waren einfach futsch. Da hilft dir auch eine Backup-Funktion nicht, wenn du nicht laufend regelmäßig Backups machst.

    Mike sah nur eine mögliche wirkliche Lösung. Und das war, indem deine Identität nicht bombenfest an einen Server gebunden ist, sondern simultan gleichzeitig als identische Klone auf mehreren unabhängigen Servern existieren kann. Wenn davon mal einer ausfällt, egal, die anderen laufen ja noch, also läuft deine Identität noch.

    Problem: Mit DFRN ging das nicht umzusetzen. Es brauchte ein ganz neues Protokoll. Auch deshalb, weil Mike noch andere Verbesserungen im Kopf hatte wie ein nochmals deutlich aufgebohrtes Berechtigungssystem. Auch das ging mit DFRN so nicht und brauchte ein neues Protokoll. So entstand Zot.

    Zum einen hieß ein neues Protokoll aber auch, wo auch immer das eingebaut werden soll, muß das komplette Backend ausgetauscht und neu geschrieben werden. Und große Teile des Frontend gleich mit. Das konnte Mike aber nicht auf Friendica im laufenden Betrieb machen. Friendica hätte unmöglich seine Grundfunktionalität gleichzeitig auf DFRN und auf Zot betreiben können. Und ein Protokollaustausch hätte bedeutet, daß Nodes, die die neue Friendica-Version mit Zot fahren, sich nicht mehr nativ hätten verbinden können mit Nodes, die alte Versionen mit DFRN fahren. Die wären zueinander inkompatibel gewesen.

    Mike hatte als neue Entwicklungsplattform ja gerade das neue Red, das ein Fork seiner bisherigen "geheimen" Entwicklungsplattform Free-Friendika war. Das war ebenso "geheim", das konnte er also entsprechend umbauen.

    Mike hätte aber niemals gleichzeitig Red komplett umbauen und Friendica selbst auf Free-Friendika weiterpflegen und die Weiterentwicklungen von Free-Friendika nach Friendica selbst bringen können. Und die einzige Alternative zum Umbau von Red auf Zot war, wieder solche Massencrashs wie 2011 mit exakt denselben Auswirkungen zu haben, ohne irgendwas tun zu können.

    Also hat Mike sich auf Red konzentriert (dessen Umbau ja alleine schon länger dauern sollte als die Entwicklung von Friendica) und Friendica in die Hände von Tobias und Michael gegeben, die es seitdem nach ihren Vorstellungen weiterentwickeln. Die beiden waren ja meines Wissens sowieso schon Co-Entwickler von Friendica. Das hat Mike ja längst nicht mehr alles alleine gemacht.

    Bei Red war das wieder anders. Das machte Mike ganz alleine. Das mußte er ja erstmal aufbauen. Und selbst als es fertig war, wurde es kaum angenommen. Es war zwar kein Geheimprojekt mehr, nachdem es sich von Friendica gelöst hatte. Aber es wurde kaum angenommen.

    Auch als es umbenannt wurde in Red Matrix, was es leichter machte, es zu googlen, wurde es nicht angenommen. Die Friendica-Nutzer nahmen es wahr als Friendica mit nomadischer Identität. Was nomadische Identität ist, verstanden sie gar nicht. Selbst wenn doch: Die meisten von ihnen hatten inzwischen ihre eigenen privaten Einzelnutzer-Nodes.

    So sahen sie in der Red Matrix gegenüber Friendica keine Vorteile, also warum umsteigen? Mal ganz davon abgesehen, daß Friendica und die Red Matrix nur über das diaspora*-Protokoll oder OStatus kommunizieren konnten. Die einzigen, die wechselten, dürften die gewesen sein, die eh immer das neueste, heißeste Zeug ausprobieren wollten.

    Außerhalb von Friendica wußte eh keine Sau, daß die Red Matrix existierte. Herzlich wenige Leute wußten ja überhaupt auch nur, daß Friendica existierte. Mikes "Wenn du es baust, werden sie kommen" funktionierte damals schon nicht. Kleckerweise kamen noch neue Leute nach Friendica. Aber kaum einer ging von Friendica auf die Red Matrix, und absolut niemand ging von null auf die Red Matrix.

    Interessant wurde die Red Matrix eigentlich erst 2015, als sie zu Hubzilla aufgebohrt wurde, also auf einmal Sachen konnte, die Friendica nicht konnte, die aber vielleicht nützlich sein konnten. Damit konnte Hubzilla auch für ganz andere Sachen eingesetzt werden als Friendica, also nicht nur als Facebook-Ersatz oder Blog.

    Aber wenn Mario schon Anfang 2015 das noch brandneue Hubzilla übernahm, was ja so auf der offiziellen Website steht (nach meinen Informationen war es erst 2018), dann war es ein Wunder, daß Mike überhaupt jemanden fand, der übernehmen würde, der also schon seit Red-Matrix-Zeiten dabei war. Aber Mike hat ja an der Weiterentwicklung von Hubzilla noch weiter aktiv mitgewirkt, nur eben nicht als Projektleiter.

    Hubzilla selbst wurde ja erst ab Ende 2015 interessant, als es seinen ersten stabilen Release hatte. Und auch Hubzillas Existenz war eigentlich nur auf Friendica bekannt. Selbst heute noch sind die allermeisten Hubzilla-Nutzer Friendica-Veteranen. Direkt von Mastodon nach Hubzilla ist kaum einer gekommen, von null nach Hubzilla schon gar nicht.

    Selbst da war Mike keiner, der Sachen so läßt, wie sie sind, und sie nur noch weiter poliert. Wenn es etwas zu verbessern gibt, dann macht er das auch. Und wenn das nicht auf existierender Software im laufenden Produktivbetrieb geht, dann forkt er eben, und dann nimmt er sich weit mehr Zeit für seinen Fork als für das, was er vorher gemacht hatte. Und das ist auch gut so. Ansonsten hätten wir heute noch nur Friendica und immer noch keine Lösung für das Problem, daß die Leute alles verlieren, wenn mal wieder ein großer Node verschwindet.

    Jetzt wollte Mike Zot weiterentwickeln, wohl auch deshalb, weil Zot, wie es damals war, nicht gut mit ActivityPub zusammenspielte. Aber potentiell kompatibilitätsbrechend. In einem eigenen zusätzlichen Branch von Hubzilla wäre das nicht gegangen, schon deshalb, weil Hubzilla für solche Experimente schlicht und ergreifend zu groß war.

    Also hat Mike 2018 Osada von Hubzilla abgeforkt und alles rausgerissen, was im Weg war. Artikel, Karten, Wikis, Webpages, alle Verbindungsmöglichkeiten außer Zot, ActivityPub und RSS/Atom, alles raus.

    Weil dann abzusehen war, daß nomadisches Zot6 (zumindest vorerst) mit ActivityPub überhaupt nicht mehr funktionieren würde, brauchte Mike zwei Projekte: Osada behielt ActivityPub, wurde aber nichtnomadisch. Zusätzlich forkte er Zap von Osada, ließ es nomadisch, entfernte aber ActivityPub.

    Jetzt konnte Mike endgültig nicht gleichzeitig Zot6 entwickeln und Osada entwickeln und Zap entwickeln und Hubzilla weiterpflegen. Auch dieses Mal half ihm bei den Neuentwicklungen niemand. Also überließ er Hubzilla gänzlich Mario.

    Wie es dann weiterging, lag nicht an Mikes Sprunghaftigkeit.

    Anfang 2019 fand er einen Weg, auch nomadisches Zot6 mit ActivityPub kompatibel zu machen. Abgesehen davon war die Idee, einen nomadischen Zap-Kanal über einen nichtnomadischen Osada-Kanal mit dem Fediverse zu verbinden, sowieso kompletter Blödsinn und technisch in der Praxis kaum realisierbar, selbst mit Kanalquellen nicht. Also stellte Mike Osada ein, forkte von Zap ein ganz neues Osada und baute da ActivityPub-Support ein. Noch war nomadisches Zot6 + ActivityPub ja noch experimentell, deswegen hat er es nicht in Zap eingebaut.

    Dann aber wurden Osada und Zap stabil und bekamen sogar einen 1.0-Release. Inzwischen gab es Leute, die Osada oder Zap produktiv nutzten. Die kamen alle von Hubzilla, denn nur da wußte man, daß es Osada und Zap gab. Nicht mal auf Friendica wußte das jemand, im übrigen Fediverse erst recht nicht und außerhalb des Fediverse schon gar nicht.

    So baute Mike dann Osadas ActivityPub-Support auch in Zap ein, schaltete ihn aber standardmäßig auf Serverebene ab, auf Kanalebene sowieso. Das führte dazu, daß Osada und Zap bis auf das Branding und die Standardeinstellungen völlig identisch waren. Es brauchte gar nicht mehr beide. Mike ließ das aber so.

    Irgendwie gab es wohl genug Osada- und Zap-Anwender, daß Mike jemanden fand, der beides weiterpflegen wollte. Denn Mike hatte wieder neue Weiterentwicklungen im Sinne, die er aber nicht mehr auf Osada und Zap machen konnte, weil die jetzt beide als stabile Produktivsoftware galten. So gab er Osada und Zap dann wieder an "die Community" weiter, die als quasi erste Amtshandlung mit Mikes Segen Osada nach Zap mergete, in dem Zuge auch auf Zap ActivityPub standardmäßig aktivierte und Osada kurzerhand einstellte.

    2020 ging es dann weiter. Zap war damals State of the Art. Zot6 war so stabil, daß es nach Hubzilla zurückportiert wurde. Zap war jetzt quasi der modernere kleine Bruder von Hubzilla, der sich etwas eleganter bediente und einen nicht mit Features erschlug. Nur war Zap immer noch obskurer als Hubzilla, Hubzilla war obskurer als Friendica, und Friendica war selbst sehr obskur, weil für keins der drei wirklich Werbung gemacht wurde. Zap war weiterhin sonst nur auf Hubzilla bekannt und Hubzilla sonst nur auf Friendica.

    Und Mike bastelte an Zot8, das nochmals besser werden sollte. Dafür brauchte er aber Software zum Experimentieren. Und so entstanden drei neue Forks in so kurzer Folge, daß heute nicht mehr bekannt ist, was jetzt wovon geforkt wurde, nur daß irgendwas von Zap geforkt worden ist. Im einzelnen waren das schon wieder ein neues Osada, ein neues Mistpark und eine neue Redmatrix.

    Warum drei?

    Es ging das Gerücht um, das seien verschiedene Stabilitätsstufen. Redmatrix 2020 sei experimentell mit wie früher bei Zap standardmäßig deaktiviertem ActivityPub, das damit der Entwicklung von Zot8 nicht im Wege stehe. Osada sei auch experimentell, aber wie früher schon bei Osada mit standardmäßig aktiviertem ActivityPub, um zu gucken, wie die Weiterentwicklungen von Zot8 sich mit ActivityPub vertragen. Mistpark 2020 wiederum sei "halbstabil" wie Debian testing, also stabiler als Osada und eher für den Produktiveinsatz geeignet, aber aktueller als Zap.

    Zap sei also für die, die etwas neueres als Hubzilla haben wollten und auf die Zusatzfeatures von Hubzilla verzichten konnten. Misty sei für die, die etwas noch aktuelleres als Zap haben wollten, also das neueste Zeug noch früher, und die etwaige Instabilitäten in Kauf zu nehmen bereit waren. Osada sei für die, die unbedingt bleeding-edge wollten, instabil oder nicht. Und Redmatrix 2020 sei eh nur für Mike.

    In Wahrheit waren Osada, Misty und Redmatrix 2020 bis auf das Branding völlig identisch und quasi Soft-Forks. Alle Commits wurden gleichermaßen und fast gleichzeitig in alle drei eingepflegt.

    Warum?

    Weil Mike der Markenfetischismus im Fediverse auf den Keks ging. Es gab Leute, die bildeten sich ein, die Software, die sie nutzten, sei die beste, einfach, weil sie Fans der Softwaremarke waren. Ganz besonders gab es die natürlich auf Mastodon, aber auch sonst. Genau diese Leute wollte er trollen, indem er drei bis auf den Namen und das Logo völlig identische Serveranwendungen pflegte. Misty z. B. konnte überhaupt nicht "die beste Fediverse-Serversoftware" sein, egal, wer sich das einbildete, wenn Osada und Redmatrix bis auf die Marke völlig baugleich waren.

    Anfang 2021 kam dann Roadhouse dazu. Das Abenteuer Zot8 war im Grunde vorbei, bevor Zot8 stabil war. Denn Zot11 sollte noch besser werden. Vor allem sollte Zot11 von allen Zot-Versionen die beste Kompatibilität mit ActivityPub bekommen. Blöderweise konnte Mike aber Zot11 nicht auf Osada, Misty und Redmatrix entwickeln. Zot11 sollte nämlich zu allen Vorgängern so inkompatibel werden, daß es letztlich nicht mehr Zot heißen sollte. Aber es gab Leute, die Osada, Misty oder Redmatrix produktiv nutzten.

    Also mußte Mike von einem von den dreien Roadhouse forken. War ihm aber egal, weil er damit die Leute mit noch einer weiteren Marke trollen konnte. Wohlgemerkt, effektiv hatte er sogar Zap noch an der Backe, weil es in der Community dann wohl doch zuwenig Interesse an der Weiterentwicklung gab.

    Nomad, eigentlich ja Zot11, wurde zum Erfolg. Und das Erfolgsrezept lag auch darin, zusätzlich Support für Hubzillas Zot6 einzubauen, über den Roadhouse auch mit Osada, Misty und Redmatrix kommunizieren konnte. Ansonsten waren von den praktischen Features her Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse identisch und von der Benutzeroberfläche her auch beinahe. Es machte in der Praxis keinen großen Unterschied, welches man nutzte. Außerhalb waren sie eh, wenn überhaupt, nur auf Hubzilla bekannt. Das heißt, Roadhouse war beinahe komplett unbekannt, weil da endgültig nur Mike drüber redete.

    Daß es (streams) gibt, obwohl Roadhouse doch gut war, hatte andere Gründe.

    Grund 1: Mike fand einen neuen Weg, die Markenfetischisten zu trollen. Nämlich mit Software, die gar keinen Namen und gar keine Markenidentität hat. Also nahm Mike dem neuen Roadhouse-Fork von Ende 2021 den Namen und sogar den fediverseinternen festen Identifikator weg. Letzteren kann man entweder händisch ausfüllen, oder (streams) übernimmt ihn vom Instanznamen. Alleine das wäre mit einem "Debranding" von Roadhouse nicht getan gewesen, weil weiter alle von "Roadhouse" gesprochen hätten.

    Grund 2: Dieses ständige Wetteifern, welche Software auf The Federation, Fediverse Observer, der FediDB usw. jetzt am populärsten ist und am meisten genutzt wird, ging ihm inzwischen auch auf dem Zeiger. Ein weiteres "Feature" von (streams) ist, daß Mike neben dem Namen und der Markenidentität auch nodeinfo praktisch komplett entfernt hat. (streams) sendet überhaupt keine Statistiken und hält sich von allen Instanzlisten-Websites fern. Und das ist so gewollt.

    Grund 3: Zusätzlich wollte Mike es der Free-Software- und Open-Source-Community leichter machen. Da kloppt man sich ja bekanntlich darum, welche Lizenzen wirklich frei sind und welche nicht. Also hat Mike (streams), dessen sämtliche Vorgänger unter der MIT-Lizenz stehen, in die Public Domain gestellt. Freier als das geht's nun wirklich nicht mehr. Gleichzeitig wollte Mike diejenigen ärgern, die vielleicht vorhaben könnten, aus (streams) proprietäre, kommerzielle Closed-Source-Software zu machen. Die ganzen Apps sind nämlich durchaus schon mal Fremdcode und stehen unter eigenen Lizenzen. Und die sind untereinander inkompatibel.

    (streams) sollte stabil werden und wurde stabil. Im Grunde war Mikes Plan, (streams) zu der Fediverse-Software der Zukunft zu machen. So hat er am 31.12.2022 offiziell Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse eingestellt. Das war aber kein Problem, denn zwischen den fünfen konnten Admins durch einfaches Rebasen nicht nur crossgraden, sondern auch zu (streams) upgraden.

    Jetzt gab es nur noch Friendica, Hubzilla und (streams), wovon Mike nur noch (streams) betreute.

    Dann kam ja silverpill auf Mike zu mit der Idee der nomadischen Identität über ActivityPub. Mike war interessiert. silverpill trieb das ziemlich voran inklusive dem einen oder anderen neuen FEP, darunter auch FEP-ef61, das in ActivityPub dezentrale Identitäten einführen sollte. Zot hat so etwas, Nomad natürlich auch, aber anders, und ActivityPub hatte das natürlich nicht.

    Diese dezentralen Identitäten hat Mike auch in (streams) eingebaut. Langfristig sollte es ja möglich sein, zwischen verschiedenen Serveranwendungen zu klonen, so auch zwischen (streams) und Mitra. Zumindest aber sollten sie voneinander die dezentralen Identitäten als ebensolche verstehen. So sollte (streams) geklonte Mitra-Identitäten als solche erkennen, und Mitra sollte geklonte (streams)-Kanäle als solche erkennen.

    Unter Laborbedingungen in Mikes nomadic-Zweig funktionierten die. Also mergete Mike im Juni 2024 den nomadic-Zweig in den dev-Zweig, den allgemeinen Entwicklungszweig. Auch der lief nur unter Laborbedingungen, weil (im Gegensatz zu Hubzilla, wo zwei öffentliche Produktivhubs Entwicklerversionen fahren) niemand außer Mike den dev-Zweig von (streams) produktiv fuhr.

    Im Juli 2024 mergete Mike dann den dev-Zweig in den release-Zweig, um die neuesten Weiterentwicklungen an die produktiv gefahrenen, stabilen Server auszurollen. Da war allerdings Schluß mit Laborbedingungen. Jetzt mußten sich FEP-ef61 und die DIDs unter täglichen und breitgefächerten Realbedingungen beweisen.

    Genau das taten sie nicht. Erst jetzt stellte sich heraus, daß (streams) mit den vielen Identitäten nicht klarkam. Es föderierte nicht mehr über ActivityPub. Es föderierte nicht mehr mit Hubzilla. Es föderierte nicht mal mehr mit sich selbst. Es konnte sich mit nichts mehr vernünftig verbinden.

    Mike brauchte eine Weile, um überhaupt festzustellen, daß der Verursacher dieser Misere ein Identitätenchaos war. Das konnte er aber nicht auf (streams) selbst beheben. Hilfe hatte er auch keine. Die (streams)-Community war so winzig, da gab es niemanden, der ihm hätte helfen können. Der einzige, der die Fähigkeit gehabt hätte, hatte keine Zeit. Und der einzige, der Zeit und Bock hatte, hatte vom Coden keine Ahnung.

    So mußte Mike sich erstmal einen Überblick verschaffen. Im August, also dem Monat nach dem Crash, als der Crash noch nicht behoben war, forkte er das streams-Repository und schuf Forte. Da wiederum riß er alles raus, was nicht ActivityPub war, also die Unterstützung sowohl von Nomad als auch von Zot6, um einen freien, ungehinderten Blick auf ActivityPub zu haben.

    Inzwischen hatte er auch zwei andere Sachen gelernt: Software, die keinen Namen hat, interessiert keinen. Das verwirrt die Leute eher. Also bekam Forte wieder einen Namen. Die Public Domain brachte auch nichts. Also kam Forte wieder unter die MIT-Lizenz. Und Fediverse-Software, die überhaupt keine nodeinfo hat, ist praktisch unsichtbar. Also bekam Forte wieder nodeinfo, zunächst aber, ohne brauchbare Zahlen zu versenden. So konnte Forte zumindest vom Fediverse Observer und später vom FediIndex gelistet werden.

    Forte half ihm, die ID-Misere zu entwirren, zu entflechten und zu lösen. Das reichte er dann auch nach (streams) weiter, das allmählich wieder funktionierte. Allerdings brannte er sich in dem August derart aus, daß er zum 31.8.2024 offiziell sowohl das streams-Repository als auch Forte zur Übernahme anbot und seinen Ruhestand ankündigte.

    Dieses Mal fand eine Übernahme gleich gar nicht statt. Wie gesagt, in der (streams)-Community gab es niemanden, der sowohl die Zeit als auch das Know-how hatte, um auch nur Mike zu helfen, geschweige denn, eine Rolle wie Tobias oder Michael oder Mario anzunehmen.

    Außerhalb von (streams) war (streams) selbst sogar auf Hubzilla kaum bekannt. Forte war sogar auf Hubzilla noch unbekannter, zumal es noch eine obskure, nichtöffentliche Bastelbude war, bis Mike im September 2024 die erste "offizielle" Entwicklerversion von Forte (und damit Forte selbst) veröffentlichte.

    Und außerhalb von Hubzilla? Mike war es so leid, daß Mastodon als alternativlose Referenzimplementation des Fediverse angesehen wurde, daß er um 2023 anfing, Werbung für (streams) zu machen. Das erste Mal überhaupt, daß Mike von "wenn du es baust, werden sie kommen" abkam (es kam ja keiner) und irgendwas bewarb. Nur wußte Mike nicht, wie man zu Mastodon-Leuten spricht; ehrlich gesagt, das weiß auch auf Friendica und Hubzilla kaum jemand.

    Oft genug ging aus Mikes Posts nicht mal hervor, daß er über ein konkretes Fediverse-Produkt sprach, und schon gar nicht, über welches. Wie auch, sprach er doch von etwas Namenlosem. Das heißt, auch er fing langsam an, den Namen des Repository zu verwenden. Aber er machte nicht unbedingt wirklich glasklar, daß er von etwas sprach, das jetzt in diesem Augenblick im Fediverse existierte. Schon gar nicht erwähnte er, daß es auch mit Mastodon verbunden ist, denn kaum jemand außerhalb von Mastodon weiß, daß Mastodon-Nutzer das nicht unbedingt automatisch verstehen.

    Stand Mitte September 2024 hatte (streams) keine 100 aktiven Nutzer und Forte außer Mike gar keine. Traurigerweise hatte (streams) damals mehr öffentliche Server als heute, derweil Forte anderthalb Jahre gebraucht hat, um auch nur einen hervorzubringen. Wo sollen da Entwickler herkommen?

    Mike hat übrigens nicht vor, (streams) einzustellen. Er und nicht nur er sagt, (streams) hat weiterhin seine Existenzberechtigung, und zwar als moderne Fediverse-Software, die von ActivityPub unabhängig ist. Er und nicht nur er sieht den ActivityPub-Schalter als eine Art letztes Bollwerk gegen Mastodon an und das einzige, das auf Kanalebene funktioniert, also nicht nur serverweit.

    So, nun noch das Wort zu Smartphone-Apps.

    Von Mike selbst war da nie etwas zu erwarten. Fediverse-Apps sind reine Frontend-Sachen. Und wir sollten inzwischen wissen, daß Mike nicht mal Web-UIs kann. Hubzilla ist für seine Oberfläche berüchtigt. Es ist doch erst schick geworden, als Saiwal mit seinen Utsukta-Themes anfing.

    Außerdem hatte Mike immer schon genügend mit Webentwicklung zu tun. Da konnte man von ihm nicht auch noch erwarten, eine Smartphone-App zu entwickeln. Besser gesagt, zwei Smartphone-Apps, weil die iOS-App wahrscheinlich separat hätte entwickelt werden müssen. Mike wäre ja auch keiner gewesen, der in einer Smartphone-App nur das nötigste an Features eingebaut hätte. Wenn, dann alles. Er hätte also neben der Serversoftware zwei ziemliche Monster-Apps entwickeln und pflegen müssen.

    Apps von Drittentwicklern?

    Guck dir mal an, wie lange es gedauert hat, bis es von RaccoonForFriendica einen öffentlich verfügbaren Android-Release gab. Für iOS ist es meines Wissens bis heute nur über TestDrive verfügbar, aber nicht im App Store. Und selbst auf Android ist es noch nicht so stabil und fully featured, daß man es als Daily Driver nutzen könnte.

    Für Hubzilla gab es mal Nomad für Android. Das wird seit gut sechs Jahren nicht mehr weiterentwickelt. Unter aktuellen Android-Versionen läuft es inzwischen gar nicht mehr. Und auch das ist nur ein Wrapper für die Weboberfläche, also ein glorifizierter Webbrowser. Ansonsten gibt's nur eine Minimalst-App von Mario, mit der er mal versuchsweise getestet hat, ob man von Android aus nach Hubzilla posten kann. Das ist absolut das einzige, was die App überhaupt kann.

    Hubzilla hat eine Client API. Ob die aber funktioniert, ist weitestgehend unbekannt, weil noch nie jemand versucht hat, dagegen eine hinreichend mit Features ausgestattete App zu bauen. Dasselbe dürfte für (streams) und Forte gelten, für die es überhaupt noch nie irgendwelche Apps gegeben hat. Alle drei setzen statt dessen auf den Einsatz als PWA, nur daß da draußen keine Sau weiß, daß es das überhaupt gibt, geschweige denn, wie man das einrichtet.

    Auf Drittentwickler kann man hier erst recht nicht hoffen. Von den Leuten im Fediverse, die Smartphone-Apps entwickeln können, kennt genau niemand Hubzilla, geschweige denn (streams) oder Forte. Selbst wenn sie Hubzilla kennenlernen würden, hätten sie keinen Bock, dafür eine App zu entwickeln. Lohnt sich nicht, weil nutzt keiner. Es lohnt sich viel mehr, die drölfzigtausendste reine Mastodon-App fürs iPhone zu bauen. Das heißt, mindestens die Hälfte von denen weiß doch sowieso nicht, was es außer Mastodon sonst noch so im Fediverse gibt.

    Auf Hubzilla selbst gibt's nicht einen Mobilentwickler. Auf (streams) und Forte dürfte es niemanden geben, der überhaupt wirklich irgendwas entwickeln kann, nicht mal Webanwendungen (sonst hätte Mike Hilfe), Smartphone-Apps schon gar nicht.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #DFRN #Zot #Zot6 #Zot8 #Nomad #Mistpark #Friendica #RedMatrix #Hubzilla #Osada #Zap #Roadhouse #Streams #(streams) #Forte
  6. @Kristian Na ja, Friendica war ja ausgereift. Zumindest soweit ausgereift, wie Friendica selbst und das DFRN-Protokoll es zuließen. Smartphone-Apps gab es nicht, weil man damals, 2010/2011, Smartphone-Apps für Sachen, die es auch als Websites gab, noch als Gimmicks ansah und noch nicht als lebensnotwendig. Das war, bevor die Leute gewisse Websites mehr über dedizierte Apps nutzten als über die Websites selbst.

    Nur: Eine Weiterentwicklung war zwingend notwendig. Und die ging nicht mit Friendica, wie es war, denn die ging auch nicht mit DFRN.

    Der Auslöser: 2011 waren binnen kurzer Zeit mehrere größere Friendica-Nodes von jetzt auf sofort ohne Ankündigung verschwunden. Einfach so weg. Friendica war durch das Verschwinden einiger weniger, aber jeweils sehr großer öffentlicher Nodes auf die Hälfte seiner Größe geschrumpft. Die andere Hälfte der Nutzer hatte alles verloren ohne die Chance, irgendwas zu retten. Die konnten wieder ganz neu bei null anfangen.

    Das beste, was Mike an Friendica selbst machen konnte, war, eine Export- und Importfunktion einzubauen. Damit konnte man Backups des eigenen Konto machen. Das half aber nur, wenn man entweder brav ein tägliches Backup machte oder die Schließung eines Node vorher angekündigt wurde. Noch einmal: Genau das war 2011 nicht passiert. Die Nodes waren einfach futsch. Da hilft dir auch eine Backup-Funktion nicht, wenn du nicht laufend regelmäßig Backups machst.

    Mike sah nur eine mögliche wirkliche Lösung. Und das war, indem deine Identität nicht bombenfest an einen Server gebunden ist, sondern simultan gleichzeitig als identische Klone auf mehreren unabhängigen Servern existieren kann. Wenn davon mal einer ausfällt, egal, die anderen laufen ja noch, also läuft deine Identität noch.

    Problem: Mit DFRN ging das nicht umzusetzen. Es brauchte ein ganz neues Protokoll. Auch deshalb, weil Mike noch andere Verbesserungen im Kopf hatte wie ein nochmals deutlich aufgebohrtes Berechtigungssystem. Auch das ging mit DFRN so nicht und brauchte ein neues Protokoll. So entstand Zot.

    Zum einen hieß ein neues Protokoll aber auch, wo auch immer das eingebaut werden soll, muß das komplette Backend ausgetauscht und neu geschrieben werden. Und große Teile des Frontend gleich mit. Das konnte Mike aber nicht auf Friendica im laufenden Betrieb machen. Friendica hätte unmöglich seine Grundfunktionalität gleichzeitig auf DFRN und auf Zot betreiben können. Und ein Protokollaustausch hätte bedeutet, daß Nodes, die die neue Friendica-Version mit Zot fahren, sich nicht mehr nativ hätten verbinden können mit Nodes, die alte Versionen mit DFRN fahren. Die wären zueinander inkompatibel gewesen.

    Mike hatte als neue Entwicklungsplattform ja gerade das neue Red, das ein Fork seiner bisherigen "geheimen" Entwicklungsplattform Free-Friendika war. Das war ebenso "geheim", das konnte er also entsprechend umbauen.

    Mike hätte aber niemals gleichzeitig Red komplett umbauen und Friendica selbst auf Free-Friendika weiterpflegen und die Weiterentwicklungen von Free-Friendika nach Friendica selbst bringen können. Und die einzige Alternative zum Umbau von Red auf Zot war, wieder solche Massencrashs wie 2011 mit exakt denselben Auswirkungen zu haben, ohne irgendwas tun zu können.

    Also hat Mike sich auf Red konzentriert (dessen Umbau ja alleine schon länger dauern sollte als die Entwicklung von Friendica) und Friendica in die Hände von Tobias und Michael gegeben, die es seitdem nach ihren Vorstellungen weiterentwickeln. Die beiden waren ja meines Wissens sowieso schon Co-Entwickler von Friendica. Das hat Mike ja längst nicht mehr alles alleine gemacht.

    Bei Red war das wieder anders. Das machte Mike ganz alleine. Das mußte er ja erstmal aufbauen. Und selbst als es fertig war, wurde es kaum angenommen. Es war zwar kein Geheimprojekt mehr, nachdem es sich von Friendica gelöst hatte. Aber es wurde kaum angenommen.

    Auch als es umbenannt wurde in Red Matrix, was es leichter machte, es zu googlen, wurde es nicht angenommen. Die Friendica-Nutzer nahmen es wahr als Friendica mit nomadischer Identität. Was nomadische Identität ist, verstanden sie gar nicht. Selbst wenn doch: Die meisten von ihnen hatten inzwischen ihre eigenen privaten Einzelnutzer-Nodes.

    So sahen sie in der Red Matrix gegenüber Friendica keine Vorteile, also warum umsteigen? Mal ganz davon abgesehen, daß Friendica und die Red Matrix nur über das diaspora*-Protokoll oder OStatus kommunizieren konnten. Die einzigen, die wechselten, dürften die gewesen sein, die eh immer das neueste, heißeste Zeug ausprobieren wollten.

    Außerhalb von Friendica wußte eh keine Sau, daß die Red Matrix existierte. Herzlich wenige Leute wußten ja überhaupt auch nur, daß Friendica existierte. Mikes "Wenn du es baust, werden sie kommen" funktionierte damals schon nicht. Kleckerweise kamen noch neue Leute nach Friendica. Aber kaum einer ging von Friendica auf die Red Matrix, und absolut niemand ging von null auf die Red Matrix.

    Interessant wurde die Red Matrix eigentlich erst 2015, als sie zu Hubzilla aufgebohrt wurde, also auf einmal Sachen konnte, die Friendica nicht konnte, die aber vielleicht nützlich sein konnten. Damit konnte Hubzilla auch für ganz andere Sachen eingesetzt werden als Friendica, also nicht nur als Facebook-Ersatz oder Blog.

    Aber wenn Mario schon Anfang 2015 das noch brandneue Hubzilla übernahm, was ja so auf der offiziellen Website steht (nach meinen Informationen war es erst 2018), dann war es ein Wunder, daß Mike überhaupt jemanden fand, der übernehmen würde, der also schon seit Red-Matrix-Zeiten dabei war. Aber Mike hat ja an der Weiterentwicklung von Hubzilla noch weiter aktiv mitgewirkt, nur eben nicht als Projektleiter.

    Hubzilla selbst wurde ja erst ab Ende 2015 interessant, als es seinen ersten stabilen Release hatte. Und auch Hubzillas Existenz war eigentlich nur auf Friendica bekannt. Selbst heute noch sind die allermeisten Hubzilla-Nutzer Friendica-Veteranen. Direkt von Mastodon nach Hubzilla ist kaum einer gekommen, von null nach Hubzilla schon gar nicht.

    Selbst da war Mike keiner, der Sachen so läßt, wie sie sind, und sie nur noch weiter poliert. Wenn es etwas zu verbessern gibt, dann macht er das auch. Und wenn das nicht auf existierender Software im laufenden Produktivbetrieb geht, dann forkt er eben, und dann nimmt er sich weit mehr Zeit für seinen Fork als für das, was er vorher gemacht hatte. Und das ist auch gut so. Ansonsten hätten wir heute noch nur Friendica und immer noch keine Lösung für das Problem, daß die Leute alles verlieren, wenn mal wieder ein großer Node verschwindet.

    Jetzt wollte Mike Zot weiterentwickeln, wohl auch deshalb, weil Zot, wie es damals war, nicht gut mit ActivityPub zusammenspielte. Aber potentiell kompatibilitätsbrechend. In einem eigenen zusätzlichen Branch von Hubzilla wäre das nicht gegangen, schon deshalb, weil Hubzilla für solche Experimente schlicht und ergreifend zu groß war.

    Also hat Mike 2018 Osada von Hubzilla abgeforkt und alles rausgerissen, was im Weg war. Artikel, Karten, Wikis, Webpages, alle Verbindungsmöglichkeiten außer Zot, ActivityPub und RSS/Atom, alles raus.

    Weil dann abzusehen war, daß nomadisches Zot6 (zumindest vorerst) mit ActivityPub überhaupt nicht mehr funktionieren würde, brauchte Mike zwei Projekte: Osada behielt ActivityPub, wurde aber nichtnomadisch. Zusätzlich forkte er Zap von Osada, ließ es nomadisch, entfernte aber ActivityPub.

    Jetzt konnte Mike endgültig nicht gleichzeitig Zot6 entwickeln und Osada entwickeln und Zap entwickeln und Hubzilla weiterpflegen. Auch dieses Mal half ihm bei den Neuentwicklungen niemand. Also überließ er Hubzilla gänzlich Mario.

    Wie es dann weiterging, lag nicht an Mikes Sprunghaftigkeit.

    Anfang 2019 fand er einen Weg, auch nomadisches Zot6 mit ActivityPub kompatibel zu machen. Abgesehen davon war die Idee, einen nomadischen Zap-Kanal über einen nichtnomadischen Osada-Kanal mit dem Fediverse zu verbinden, sowieso kompletter Blödsinn und technisch in der Praxis kaum realisierbar, selbst mit Kanalquellen nicht. Also stellte Mike Osada ein, forkte von Zap ein ganz neues Osada und baute da ActivityPub-Support ein. Noch war nomadisches Zot6 + ActivityPub ja noch experimentell, deswegen hat er es nicht in Zap eingebaut.

    Dann aber wurden Osada und Zap stabil und bekamen sogar einen 1.0-Release. Inzwischen gab es Leute, die Osada oder Zap produktiv nutzten. Die kamen alle von Hubzilla, denn nur da wußte man, daß es Osada und Zap gab. Nicht mal auf Friendica wußte das jemand, im übrigen Fediverse erst recht nicht und außerhalb des Fediverse schon gar nicht.

    So baute Mike dann Osadas ActivityPub-Support auch in Zap ein, schaltete ihn aber standardmäßig auf Serverebene ab, auf Kanalebene sowieso. Das führte dazu, daß Osada und Zap bis auf das Branding und die Standardeinstellungen völlig identisch waren. Es brauchte gar nicht mehr beide. Mike ließ das aber so.

    Irgendwie gab es wohl genug Osada- und Zap-Anwender, daß Mike jemanden fand, der beides weiterpflegen wollte. Denn Mike hatte wieder neue Weiterentwicklungen im Sinne, die er aber nicht mehr auf Osada und Zap machen konnte, weil die jetzt beide als stabile Produktivsoftware galten. So gab er Osada und Zap dann wieder an "die Community" weiter, die als quasi erste Amtshandlung mit Mikes Segen Osada nach Zap mergete, in dem Zuge auch auf Zap ActivityPub standardmäßig aktivierte und Osada kurzerhand einstellte.

    2020 ging es dann weiter. Zap war damals State of the Art. Zot6 war so stabil, daß es nach Hubzilla zurückportiert wurde. Zap war jetzt quasi der modernere kleine Bruder von Hubzilla, der sich etwas eleganter bediente und einen nicht mit Features erschlug. Nur war Zap immer noch obskurer als Hubzilla, Hubzilla war obskurer als Friendica, und Friendica war selbst sehr obskur, weil für keins der drei wirklich Werbung gemacht wurde. Zap war weiterhin sonst nur auf Hubzilla bekannt und Hubzilla sonst nur auf Friendica.

    Und Mike bastelte an Zot8, das nochmals besser werden sollte. Dafür brauchte er aber Software zum Experimentieren. Und so entstanden drei neue Forks in so kurzer Folge, daß heute nicht mehr bekannt ist, was jetzt wovon geforkt wurde, nur daß irgendwas von Zap geforkt worden ist. Im einzelnen waren das schon wieder ein neues Osada, ein neues Mistpark und eine neue Redmatrix.

    Warum drei?

    Es ging das Gerücht um, das seien verschiedene Stabilitätsstufen. Redmatrix 2020 sei experimentell mit wie früher bei Zap standardmäßig deaktiviertem ActivityPub, das damit der Entwicklung von Zot8 nicht im Wege stehe. Osada sei auch experimentell, aber wie früher schon bei Osada mit standardmäßig aktiviertem ActivityPub, um zu gucken, wie die Weiterentwicklungen von Zot8 sich mit ActivityPub vertragen. Mistpark 2020 wiederum sei "halbstabil" wie Debian testing, also stabiler als Osada und eher für den Produktiveinsatz geeignet, aber aktueller als Zap.

    Zap sei also für die, die etwas neueres als Hubzilla haben wollten und auf die Zusatzfeatures von Hubzilla verzichten konnten. Misty sei für die, die etwas noch aktuelleres als Zap haben wollten, also das neueste Zeug noch früher, und die etwaige Instabilitäten in Kauf zu nehmen bereit waren. Osada sei für die, die unbedingt bleeding-edge wollten, instabil oder nicht. Und Redmatrix 2020 sei eh nur für Mike.

    In Wahrheit waren Osada, Misty und Redmatrix 2020 bis auf das Branding völlig identisch und quasi Soft-Forks. Alle Commits wurden gleichermaßen und fast gleichzeitig in alle drei eingepflegt.

    Warum?

    Weil Mike der Markenfetischismus im Fediverse auf den Keks ging. Es gab Leute, die bildeten sich ein, die Software, die sie nutzten, sei die beste, einfach, weil sie Fans der Softwaremarke waren. Ganz besonders gab es die natürlich auf Mastodon, aber auch sonst. Genau diese Leute wollte er trollen, indem er drei bis auf den Namen und das Logo völlig identische Serveranwendungen pflegte. Misty z. B. konnte überhaupt nicht "die beste Fediverse-Serversoftware" sein, egal, wer sich das einbildete, wenn Osada und Redmatrix bis auf die Marke völlig baugleich waren.

    Anfang 2021 kam dann Roadhouse dazu. Das Abenteuer Zot8 war im Grunde vorbei, bevor Zot8 stabil war. Denn Zot11 sollte noch besser werden. Vor allem sollte Zot11 von allen Zot-Versionen die beste Kompatibilität mit ActivityPub bekommen. Blöderweise konnte Mike aber Zot11 nicht auf Osada, Misty und Redmatrix entwickeln. Zot11 sollte nämlich zu allen Vorgängern so inkompatibel werden, daß es letztlich nicht mehr Zot heißen sollte. Aber es gab Leute, die Osada, Misty oder Redmatrix produktiv nutzten.

    Also mußte Mike von einem von den dreien Roadhouse forken. War ihm aber egal, weil er damit die Leute mit noch einer weiteren Marke trollen konnte. Wohlgemerkt, effektiv hatte er sogar Zap noch an der Backe, weil es in der Community dann wohl doch zuwenig Interesse an der Weiterentwicklung gab.

    Nomad, eigentlich ja Zot11, wurde zum Erfolg. Und das Erfolgsrezept lag auch darin, zusätzlich Support für Hubzillas Zot6 einzubauen, über den Roadhouse auch mit Osada, Misty und Redmatrix kommunizieren konnte. Ansonsten waren von den praktischen Features her Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse identisch und von der Benutzeroberfläche her auch beinahe. Es machte in der Praxis keinen großen Unterschied, welches man nutzte. Außerhalb waren sie eh, wenn überhaupt, nur auf Hubzilla bekannt. Das heißt, Roadhouse war beinahe komplett unbekannt, weil da endgültig nur Mike drüber redete.

    Daß es (streams) gibt, obwohl Roadhouse doch gut war, hatte andere Gründe.

    Grund 1: Mike fand einen neuen Weg, die Markenfetischisten zu trollen. Nämlich mit Software, die gar keinen Namen und gar keine Markenidentität hat. Also nahm Mike dem neuen Roadhouse-Fork von Ende 2021 den Namen und sogar den fediverseinternen festen Identifikator weg. Letzteren kann man entweder händisch ausfüllen, oder (streams) übernimmt ihn vom Instanznamen. Alleine das wäre mit einem "Debranding" von Roadhouse nicht getan gewesen, weil weiter alle von "Roadhouse" gesprochen hätten.

    Grund 2: Dieses ständige Wetteifern, welche Software auf The Federation, Fediverse Observer, der FediDB usw. jetzt am populärsten ist und am meisten genutzt wird, ging ihm inzwischen auch auf dem Zeiger. Ein weiteres "Feature" von (streams) ist, daß Mike neben dem Namen und der Markenidentität auch nodeinfo praktisch komplett entfernt hat. (streams) sendet überhaupt keine Statistiken und hält sich von allen Instanzlisten-Websites fern. Und das ist so gewollt.

    Grund 3: Zusätzlich wollte Mike es der Free-Software- und Open-Source-Community leichter machen. Da kloppt man sich ja bekanntlich darum, welche Lizenzen wirklich frei sind und welche nicht. Also hat Mike (streams), dessen sämtliche Vorgänger unter der MIT-Lizenz stehen, in die Public Domain gestellt. Freier als das geht's nun wirklich nicht mehr. Gleichzeitig wollte Mike diejenigen ärgern, die vielleicht vorhaben könnten, aus (streams) proprietäre, kommerzielle Closed-Source-Software zu machen. Die ganzen Apps sind nämlich durchaus schon mal Fremdcode und stehen unter eigenen Lizenzen. Und die sind untereinander inkompatibel.

    (streams) sollte stabil werden und wurde stabil. Im Grunde war Mikes Plan, (streams) zu der Fediverse-Software der Zukunft zu machen. So hat er am 31.12.2022 offiziell Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse eingestellt. Das war aber kein Problem, denn zwischen den fünfen konnten Admins durch einfaches Rebasen nicht nur crossgraden, sondern auch zu (streams) upgraden.

    Jetzt gab es nur noch Friendica, Hubzilla und (streams), wovon Mike nur noch (streams) betreute.

    Dann kam ja silverpill auf Mike zu mit der Idee der nomadischen Identität über ActivityPub. Mike war interessiert. silverpill trieb das ziemlich voran inklusive dem einen oder anderen neuen FEP, darunter auch FEP-ef61, das in ActivityPub dezentrale Identitäten einführen sollte. Zot hat so etwas, Nomad natürlich auch, aber anders, und ActivityPub hatte das natürlich nicht.

    Diese dezentralen Identitäten hat Mike auch in (streams) eingebaut. Langfristig sollte es ja möglich sein, zwischen verschiedenen Serveranwendungen zu klonen, so auch zwischen (streams) und Mitra. Zumindest aber sollten sie voneinander die dezentralen Identitäten als ebensolche verstehen. So sollte (streams) geklonte Mitra-Identitäten als solche erkennen, und Mitra sollte geklonte (streams)-Kanäle als solche erkennen.

    Unter Laborbedingungen in Mikes nomadic-Zweig funktionierten die. Also mergete Mike im Juni 2024 den nomadic-Zweig in den dev-Zweig, den allgemeinen Entwicklungszweig. Auch der lief nur unter Laborbedingungen, weil (im Gegensatz zu Hubzilla, wo zwei öffentliche Produktivhubs Entwicklerversionen fahren) niemand außer Mike den dev-Zweig von (streams) produktiv fuhr.

    Im Juli 2024 mergete Mike dann den dev-Zweig in den release-Zweig, um die neuesten Weiterentwicklungen an die produktiv gefahrenen, stabilen Server auszurollen. Da war allerdings Schluß mit Laborbedingungen. Jetzt mußten sich FEP-ef61 und die DIDs unter täglichen und breitgefächerten Realbedingungen beweisen.

    Genau das taten sie nicht. Erst jetzt stellte sich heraus, daß (streams) mit den vielen Identitäten nicht klarkam. Es föderierte nicht mehr über ActivityPub. Es föderierte nicht mehr mit Hubzilla. Es föderierte nicht mal mehr mit sich selbst. Es konnte sich mit nichts mehr vernünftig verbinden.

    Mike brauchte eine Weile, um überhaupt festzustellen, daß der Verursacher dieser Misere ein Identitätenchaos war. Das konnte er aber nicht auf (streams) selbst beheben. Hilfe hatte er auch keine. Die (streams)-Community war so winzig, da gab es niemanden, der ihm hätte helfen können. Der einzige, der die Fähigkeit gehabt hätte, hatte keine Zeit. Und der einzige, der Zeit und Bock hatte, hatte vom Coden keine Ahnung.

    So mußte Mike sich erstmal einen Überblick verschaffen. Im August, also dem Monat nach dem Crash, als der Crash noch nicht behoben war, forkte er das streams-Repository und schuf Forte. Da wiederum riß er alles raus, was nicht ActivityPub war, also die Unterstützung sowohl von Nomad als auch von Zot6, um einen freien, ungehinderten Blick auf ActivityPub zu haben.

    Inzwischen hatte er auch zwei andere Sachen gelernt: Software, die keinen Namen hat, interessiert keinen. Das verwirrt die Leute eher. Also bekam Forte wieder einen Namen. Die Public Domain brachte auch nichts. Also kam Forte wieder unter die MIT-Lizenz. Und Fediverse-Software, die überhaupt keine nodeinfo hat, ist praktisch unsichtbar. Also bekam Forte wieder nodeinfo, zunächst aber, ohne brauchbare Zahlen zu versenden. So konnte Forte zumindest vom Fediverse Observer und später vom FediIndex gelistet werden.

    Forte half ihm, die ID-Misere zu entwirren, zu entflechten und zu lösen. Das reichte er dann auch nach (streams) weiter, das allmählich wieder funktionierte. Allerdings brannte er sich in dem August derart aus, daß er zum 31.8.2024 offiziell sowohl das streams-Repository als auch Forte zur Übernahme anbot und seinen Ruhestand ankündigte.

    Dieses Mal fand eine Übernahme gleich gar nicht statt. Wie gesagt, in der (streams)-Community gab es niemanden, der sowohl die Zeit als auch das Know-how hatte, um auch nur Mike zu helfen, geschweige denn, eine Rolle wie Tobias oder Michael oder Mario anzunehmen.

    Außerhalb von (streams) war (streams) selbst sogar auf Hubzilla kaum bekannt. Forte war sogar auf Hubzilla noch unbekannter, zumal es noch eine obskure, nichtöffentliche Bastelbude war, bis Mike im September 2024 die erste "offizielle" Entwicklerversion von Forte (und damit Forte selbst) veröffentlichte.

    Und außerhalb von Hubzilla? Mike war es so leid, daß Mastodon als alternativlose Referenzimplementation des Fediverse angesehen wurde, daß er um 2023 anfing, Werbung für (streams) zu machen. Das erste Mal überhaupt, daß Mike von "wenn du es baust, werden sie kommen" abkam (es kam ja keiner) und irgendwas bewarb. Nur wußte Mike nicht, wie man zu Mastodon-Leuten spricht; ehrlich gesagt, das weiß auch auf Friendica und Hubzilla kaum jemand.

    Oft genug ging aus Mikes Posts nicht mal hervor, daß er über ein konkretes Fediverse-Produkt sprach, und schon gar nicht, über welches. Wie auch, sprach er doch von etwas Namenlosem. Das heißt, auch er fing langsam an, den Namen des Repository zu verwenden. Aber er machte nicht unbedingt wirklich glasklar, daß er von etwas sprach, das jetzt in diesem Augenblick im Fediverse existierte. Schon gar nicht erwähnte er, daß es auch mit Mastodon verbunden ist, denn kaum jemand außerhalb von Mastodon weiß, daß Mastodon-Nutzer das nicht unbedingt automatisch verstehen.

    Stand Mitte September 2024 hatte (streams) keine 100 aktiven Nutzer und Forte außer Mike gar keine. Traurigerweise hatte (streams) damals mehr öffentliche Server als heute, derweil Forte anderthalb Jahre gebraucht hat, um auch nur einen hervorzubringen. Wo sollen da Entwickler herkommen?

    Mike hat übrigens nicht vor, (streams) einzustellen. Er und nicht nur er sagt, (streams) hat weiterhin seine Existenzberechtigung, und zwar als moderne Fediverse-Software, die von ActivityPub unabhängig ist. Er und nicht nur er sieht den ActivityPub-Schalter als eine Art letztes Bollwerk gegen Mastodon an und das einzige, das auf Kanalebene funktioniert, also nicht nur serverweit.

    So, nun noch das Wort zu Smartphone-Apps.

    Von Mike selbst war da nie etwas zu erwarten. Fediverse-Apps sind reine Frontend-Sachen. Und wir sollten inzwischen wissen, daß Mike nicht mal Web-UIs kann. Hubzilla ist für seine Oberfläche berüchtigt. Es ist doch erst schick geworden, als Saiwal mit seinen Utsukta-Themes anfing.

    Außerdem hatte Mike immer schon genügend mit Webentwicklung zu tun. Da konnte man von ihm nicht auch noch erwarten, eine Smartphone-App zu entwickeln. Besser gesagt, zwei Smartphone-Apps, weil die iOS-App wahrscheinlich separat hätte entwickelt werden müssen. Mike wäre ja auch keiner gewesen, der in einer Smartphone-App nur das nötigste an Features eingebaut hätte. Wenn, dann alles. Er hätte also neben der Serversoftware zwei ziemliche Monster-Apps entwickeln und pflegen müssen.

    Apps von Drittentwicklern?

    Guck dir mal an, wie lange es gedauert hat, bis es von RaccoonForFriendica einen öffentlich verfügbaren Android-Release gab. Für iOS ist es meines Wissens bis heute nur über TestDrive verfügbar, aber nicht im App Store. Und selbst auf Android ist es noch nicht so stabil und fully featured, daß man es als Daily Driver nutzen könnte.

    Für Hubzilla gab es mal Nomad für Android. Das wird seit gut sechs Jahren nicht mehr weiterentwickelt. Unter aktuellen Android-Versionen läuft es inzwischen gar nicht mehr. Und auch das ist nur ein Wrapper für die Weboberfläche, also ein glorifizierter Webbrowser. Ansonsten gibt's nur eine Minimalst-App von Mario, mit der er mal versuchsweise getestet hat, ob man von Android aus nach Hubzilla posten kann. Das ist absolut das einzige, was die App überhaupt kann.

    Hubzilla hat eine Client API. Ob die aber funktioniert, ist weitestgehend unbekannt, weil noch nie jemand versucht hat, dagegen eine hinreichend mit Features ausgestattete App zu bauen. Dasselbe dürfte für (streams) und Forte gelten, für die es überhaupt noch nie irgendwelche Apps gegeben hat. Alle drei setzen statt dessen auf den Einsatz als PWA, nur daß da draußen keine Sau weiß, daß es das überhaupt gibt, geschweige denn, wie man das einrichtet.

    Auf Drittentwickler kann man hier erst recht nicht hoffen. Von den Leuten im Fediverse, die Smartphone-Apps entwickeln können, kennt genau niemand Hubzilla, geschweige denn (streams) oder Forte. Selbst wenn sie Hubzilla kennenlernen würden, hätten sie keinen Bock, dafür eine App zu entwickeln. Lohnt sich nicht, weil nutzt keiner. Es lohnt sich viel mehr, die drölfzigtausendste reine Mastodon-App fürs iPhone zu bauen. Das heißt, mindestens die Hälfte von denen weiß doch sowieso nicht, was es außer Mastodon sonst noch so im Fediverse gibt.

    Auf Hubzilla selbst gibt's nicht einen Mobilentwickler. Auf (streams) und Forte dürfte es niemanden geben, der überhaupt wirklich irgendwas entwickeln kann, nicht mal Webanwendungen (sonst hätte Mike Hilfe), Smartphone-Apps schon gar nicht.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #DFRN #Zot #Zot6 #Zot8 #Nomad #Mistpark #Friendica #RedMatrix #Hubzilla #Osada #Zap #Roadhouse #Streams #(streams) #Forte
  7. @Kristian Na ja, Friendica war ja ausgereift. Zumindest soweit ausgereift, wie Friendica selbst und das DFRN-Protokoll es zuließen. Smartphone-Apps gab es nicht, weil man damals, 2010/2011, Smartphone-Apps für Sachen, die es auch als Websites gab, noch als Gimmicks ansah und noch nicht als lebensnotwendig. Das war, bevor die Leute gewisse Websites mehr über dedizierte Apps nutzten als über die Websites selbst.

    Nur: Eine Weiterentwicklung war zwingend notwendig. Und die ging nicht mit Friendica, wie es war, denn die ging auch nicht mit DFRN.

    Der Auslöser: 2011 waren binnen kurzer Zeit mehrere größere Friendica-Nodes von jetzt auf sofort ohne Ankündigung verschwunden. Einfach so weg. Friendica war durch das Verschwinden einiger weniger, aber jeweils sehr großer öffentlicher Nodes auf die Hälfte seiner Größe geschrumpft. Die andere Hälfte der Nutzer hatte alles verloren ohne die Chance, irgendwas zu retten. Die konnten wieder ganz neu bei null anfangen.

    Das beste, was Mike an Friendica selbst machen konnte, war, eine Export- und Importfunktion einzubauen. Damit konnte man Backups des eigenen Konto machen. Das half aber nur, wenn man entweder brav ein tägliches Backup machte oder die Schließung eines Node vorher angekündigt wurde. Noch einmal: Genau das war 2011 nicht passiert. Die Nodes waren einfach futsch. Da hilft dir auch eine Backup-Funktion nicht, wenn du nicht laufend regelmäßig Backups machst.

    Mike sah nur eine mögliche wirkliche Lösung. Und das war, indem deine Identität nicht bombenfest an einen Server gebunden ist, sondern simultan gleichzeitig als identische Klone auf mehreren unabhängigen Servern existieren kann. Wenn davon mal einer ausfällt, egal, die anderen laufen ja noch, also läuft deine Identität noch.

    Problem: Mit DFRN ging das nicht umzusetzen. Es brauchte ein ganz neues Protokoll. Auch deshalb, weil Mike noch andere Verbesserungen im Kopf hatte wie ein nochmals deutlich aufgebohrtes Berechtigungssystem. Auch das ging mit DFRN so nicht und brauchte ein neues Protokoll. So entstand Zot.

    Zum einen hieß ein neues Protokoll aber auch, wo auch immer das eingebaut werden soll, muß das komplette Backend ausgetauscht und neu geschrieben werden. Und große Teile des Frontend gleich mit. Das konnte Mike aber nicht auf Friendica im laufenden Betrieb machen. Friendica hätte unmöglich seine Grundfunktionalität gleichzeitig auf DFRN und auf Zot betreiben können. Und ein Protokollaustausch hätte bedeutet, daß Nodes, die die neue Friendica-Version mit Zot fahren, sich nicht mehr nativ hätten verbinden können mit Nodes, die alte Versionen mit DFRN fahren. Die wären zueinander inkompatibel gewesen.

    Mike hatte als neue Entwicklungsplattform ja gerade das neue Red, das ein Fork seiner bisherigen "geheimen" Entwicklungsplattform Free-Friendika war. Das war ebenso "geheim", das konnte er also entsprechend umbauen.

    Mike hätte aber niemals gleichzeitig Red komplett umbauen und Friendica selbst auf Free-Friendika weiterpflegen und die Weiterentwicklungen von Free-Friendika nach Friendica selbst bringen können. Und die einzige Alternative zum Umbau von Red auf Zot war, wieder solche Massencrashs wie 2011 mit exakt denselben Auswirkungen zu haben, ohne irgendwas tun zu können.

    Also hat Mike sich auf Red konzentriert (dessen Umbau ja alleine schon länger dauern sollte als die Entwicklung von Friendica) und Friendica in die Hände von Tobias und Michael gegeben, die es seitdem nach ihren Vorstellungen weiterentwickeln. Die beiden waren ja meines Wissens sowieso schon Co-Entwickler von Friendica. Das hat Mike ja längst nicht mehr alles alleine gemacht.

    Bei Red war das wieder anders. Das machte Mike ganz alleine. Das mußte er ja erstmal aufbauen. Und selbst als es fertig war, wurde es kaum angenommen. Es war zwar kein Geheimprojekt mehr, nachdem es sich von Friendica gelöst hatte. Aber es wurde kaum angenommen.

    Auch als es umbenannt wurde in Red Matrix, was es leichter machte, es zu googlen, wurde es nicht angenommen. Die Friendica-Nutzer nahmen es wahr als Friendica mit nomadischer Identität. Was nomadische Identität ist, verstanden sie gar nicht. Selbst wenn doch: Die meisten von ihnen hatten inzwischen ihre eigenen privaten Einzelnutzer-Nodes.

    So sahen sie in der Red Matrix gegenüber Friendica keine Vorteile, also warum umsteigen? Mal ganz davon abgesehen, daß Friendica und die Red Matrix nur über das diaspora*-Protokoll oder OStatus kommunizieren konnten. Die einzigen, die wechselten, dürften die gewesen sein, die eh immer das neueste, heißeste Zeug ausprobieren wollten.

    Außerhalb von Friendica wußte eh keine Sau, daß die Red Matrix existierte. Herzlich wenige Leute wußten ja überhaupt auch nur, daß Friendica existierte. Mikes "Wenn du es baust, werden sie kommen" funktionierte damals schon nicht. Kleckerweise kamen noch neue Leute nach Friendica. Aber kaum einer ging von Friendica auf die Red Matrix, und absolut niemand ging von null auf die Red Matrix.

    Interessant wurde die Red Matrix eigentlich erst 2015, als sie zu Hubzilla aufgebohrt wurde, also auf einmal Sachen konnte, die Friendica nicht konnte, die aber vielleicht nützlich sein konnten. Damit konnte Hubzilla auch für ganz andere Sachen eingesetzt werden als Friendica, also nicht nur als Facebook-Ersatz oder Blog.

    Aber wenn Mario schon Anfang 2015 das noch brandneue Hubzilla übernahm, was ja so auf der offiziellen Website steht (nach meinen Informationen war es erst 2018), dann war es ein Wunder, daß Mike überhaupt jemanden fand, der übernehmen würde, der also schon seit Red-Matrix-Zeiten dabei war. Aber Mike hat ja an der Weiterentwicklung von Hubzilla noch weiter aktiv mitgewirkt, nur eben nicht als Projektleiter.

    Hubzilla selbst wurde ja erst ab Ende 2015 interessant, als es seinen ersten stabilen Release hatte. Und auch Hubzillas Existenz war eigentlich nur auf Friendica bekannt. Selbst heute noch sind die allermeisten Hubzilla-Nutzer Friendica-Veteranen. Direkt von Mastodon nach Hubzilla ist kaum einer gekommen, von null nach Hubzilla schon gar nicht.

    Selbst da war Mike keiner, der Sachen so läßt, wie sie sind, und sie nur noch weiter poliert. Wenn es etwas zu verbessern gibt, dann macht er das auch. Und wenn das nicht auf existierender Software im laufenden Produktivbetrieb geht, dann forkt er eben, und dann nimmt er sich weit mehr Zeit für seinen Fork als für das, was er vorher gemacht hatte. Und das ist auch gut so. Ansonsten hätten wir heute noch nur Friendica und immer noch keine Lösung für das Problem, daß die Leute alles verlieren, wenn mal wieder ein großer Node verschwindet.

    Jetzt wollte Mike Zot weiterentwickeln, wohl auch deshalb, weil Zot, wie es damals war, nicht gut mit ActivityPub zusammenspielte. Aber potentiell kompatibilitätsbrechend. In einem eigenen zusätzlichen Branch von Hubzilla wäre das nicht gegangen, schon deshalb, weil Hubzilla für solche Experimente schlicht und ergreifend zu groß war.

    Also hat Mike 2018 Osada von Hubzilla abgeforkt und alles rausgerissen, was im Weg war. Artikel, Karten, Wikis, Webpages, alle Verbindungsmöglichkeiten außer Zot, ActivityPub und RSS/Atom, alles raus.

    Weil dann abzusehen war, daß nomadisches Zot6 (zumindest vorerst) mit ActivityPub überhaupt nicht mehr funktionieren würde, brauchte Mike zwei Projekte: Osada behielt ActivityPub, wurde aber nichtnomadisch. Zusätzlich forkte er Zap von Osada, ließ es nomadisch, entfernte aber ActivityPub.

    Jetzt konnte Mike endgültig nicht gleichzeitig Zot6 entwickeln und Osada entwickeln und Zap entwickeln und Hubzilla weiterpflegen. Auch dieses Mal half ihm bei den Neuentwicklungen niemand. Also überließ er Hubzilla gänzlich Mario.

    Wie es dann weiterging, lag nicht an Mikes Sprunghaftigkeit.

    Anfang 2019 fand er einen Weg, auch nomadisches Zot6 mit ActivityPub kompatibel zu machen. Abgesehen davon war die Idee, einen nomadischen Zap-Kanal über einen nichtnomadischen Osada-Kanal mit dem Fediverse zu verbinden, sowieso kompletter Blödsinn und technisch in der Praxis kaum realisierbar, selbst mit Kanalquellen nicht. Also stellte Mike Osada ein, forkte von Zap ein ganz neues Osada und baute da ActivityPub-Support ein. Noch war nomadisches Zot6 + ActivityPub ja noch experimentell, deswegen hat er es nicht in Zap eingebaut.

    Dann aber wurden Osada und Zap stabil und bekamen sogar einen 1.0-Release. Inzwischen gab es Leute, die Osada oder Zap produktiv nutzten. Die kamen alle von Hubzilla, denn nur da wußte man, daß es Osada und Zap gab. Nicht mal auf Friendica wußte das jemand, im übrigen Fediverse erst recht nicht und außerhalb des Fediverse schon gar nicht.

    So baute Mike dann Osadas ActivityPub-Support auch in Zap ein, schaltete ihn aber standardmäßig auf Serverebene ab, auf Kanalebene sowieso. Das führte dazu, daß Osada und Zap bis auf das Branding und die Standardeinstellungen völlig identisch waren. Es brauchte gar nicht mehr beide. Mike ließ das aber so.

    Irgendwie gab es wohl genug Osada- und Zap-Anwender, daß Mike jemanden fand, der beides weiterpflegen wollte. Denn Mike hatte wieder neue Weiterentwicklungen im Sinne, die er aber nicht mehr auf Osada und Zap machen konnte, weil die jetzt beide als stabile Produktivsoftware galten. So gab er Osada und Zap dann wieder an "die Community" weiter, die als quasi erste Amtshandlung mit Mikes Segen Osada nach Zap mergete, in dem Zuge auch auf Zap ActivityPub standardmäßig aktivierte und Osada kurzerhand einstellte.

    2020 ging es dann weiter. Zap war damals State of the Art. Zot6 war so stabil, daß es nach Hubzilla zurückportiert wurde. Zap war jetzt quasi der modernere kleine Bruder von Hubzilla, der sich etwas eleganter bediente und einen nicht mit Features erschlug. Nur war Zap immer noch obskurer als Hubzilla, Hubzilla war obskurer als Friendica, und Friendica war selbst sehr obskur, weil für keins der drei wirklich Werbung gemacht wurde. Zap war weiterhin sonst nur auf Hubzilla bekannt und Hubzilla sonst nur auf Friendica.

    Und Mike bastelte an Zot8, das nochmals besser werden sollte. Dafür brauchte er aber Software zum Experimentieren. Und so entstanden drei neue Forks in so kurzer Folge, daß heute nicht mehr bekannt ist, was jetzt wovon geforkt wurde, nur daß irgendwas von Zap geforkt worden ist. Im einzelnen waren das schon wieder ein neues Osada, ein neues Mistpark und eine neue Redmatrix.

    Warum drei?

    Es ging das Gerücht um, das seien verschiedene Stabilitätsstufen. Redmatrix 2020 sei experimentell mit wie früher bei Zap standardmäßig deaktiviertem ActivityPub, das damit der Entwicklung von Zot8 nicht im Wege stehe. Osada sei auch experimentell, aber wie früher schon bei Osada mit standardmäßig aktiviertem ActivityPub, um zu gucken, wie die Weiterentwicklungen von Zot8 sich mit ActivityPub vertragen. Mistpark 2020 wiederum sei "halbstabil" wie Debian testing, also stabiler als Osada und eher für den Produktiveinsatz geeignet, aber aktueller als Zap.

    Zap sei also für die, die etwas neueres als Hubzilla haben wollten und auf die Zusatzfeatures von Hubzilla verzichten konnten. Misty sei für die, die etwas noch aktuelleres als Zap haben wollten, also das neueste Zeug noch früher, und die etwaige Instabilitäten in Kauf zu nehmen bereit waren. Osada sei für die, die unbedingt bleeding-edge wollten, instabil oder nicht. Und Redmatrix 2020 sei eh nur für Mike.

    In Wahrheit waren Osada, Misty und Redmatrix 2020 bis auf das Branding völlig identisch und quasi Soft-Forks. Alle Commits wurden gleichermaßen und fast gleichzeitig in alle drei eingepflegt.

    Warum?

    Weil Mike der Markenfetischismus im Fediverse auf den Keks ging. Es gab Leute, die bildeten sich ein, die Software, die sie nutzten, sei die beste, einfach, weil sie Fans der Softwaremarke waren. Ganz besonders gab es die natürlich auf Mastodon, aber auch sonst. Genau diese Leute wollte er trollen, indem er drei bis auf den Namen und das Logo völlig identische Serveranwendungen pflegte. Misty z. B. konnte überhaupt nicht "die beste Fediverse-Serversoftware" sein, egal, wer sich das einbildete, wenn Osada und Redmatrix bis auf die Marke völlig baugleich waren.

    Anfang 2021 kam dann Roadhouse dazu. Das Abenteuer Zot8 war im Grunde vorbei, bevor Zot8 stabil war. Denn Zot11 sollte noch besser werden. Vor allem sollte Zot11 von allen Zot-Versionen die beste Kompatibilität mit ActivityPub bekommen. Blöderweise konnte Mike aber Zot11 nicht auf Osada, Misty und Redmatrix entwickeln. Zot11 sollte nämlich zu allen Vorgängern so inkompatibel werden, daß es letztlich nicht mehr Zot heißen sollte. Aber es gab Leute, die Osada, Misty oder Redmatrix produktiv nutzten.

    Also mußte Mike von einem von den dreien Roadhouse forken. War ihm aber egal, weil er damit die Leute mit noch einer weiteren Marke trollen konnte. Wohlgemerkt, effektiv hatte er sogar Zap noch an der Backe, weil es in der Community dann wohl doch zuwenig Interesse an der Weiterentwicklung gab.

    Nomad, eigentlich ja Zot11, wurde zum Erfolg. Und das Erfolgsrezept lag auch darin, zusätzlich Support für Hubzillas Zot6 einzubauen, über den Roadhouse auch mit Osada, Misty und Redmatrix kommunizieren konnte. Ansonsten waren von den praktischen Features her Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse identisch und von der Benutzeroberfläche her auch beinahe. Es machte in der Praxis keinen großen Unterschied, welches man nutzte. Außerhalb waren sie eh, wenn überhaupt, nur auf Hubzilla bekannt. Das heißt, Roadhouse war beinahe komplett unbekannt, weil da endgültig nur Mike drüber redete.

    Daß es (streams) gibt, obwohl Roadhouse doch gut war, hatte andere Gründe.

    Grund 1: Mike fand einen neuen Weg, die Markenfetischisten zu trollen. Nämlich mit Software, die gar keinen Namen und gar keine Markenidentität hat. Also nahm Mike dem neuen Roadhouse-Fork von Ende 2021 den Namen und sogar den fediverseinternen festen Identifikator weg. Letzteren kann man entweder händisch ausfüllen, oder (streams) übernimmt ihn vom Instanznamen. Alleine das wäre mit einem "Debranding" von Roadhouse nicht getan gewesen, weil weiter alle von "Roadhouse" gesprochen hätten.

    Grund 2: Dieses ständige Wetteifern, welche Software auf The Federation, Fediverse Observer, der FediDB usw. jetzt am populärsten ist und am meisten genutzt wird, ging ihm inzwischen auch auf dem Zeiger. Ein weiteres "Feature" von (streams) ist, daß Mike neben dem Namen und der Markenidentität auch nodeinfo praktisch komplett entfernt hat. (streams) sendet überhaupt keine Statistiken und hält sich von allen Instanzlisten-Websites fern. Und das ist so gewollt.

    Grund 3: Zusätzlich wollte Mike es der Free-Software- und Open-Source-Community leichter machen. Da kloppt man sich ja bekanntlich darum, welche Lizenzen wirklich frei sind und welche nicht. Also hat Mike (streams), dessen sämtliche Vorgänger unter der MIT-Lizenz stehen, in die Public Domain gestellt. Freier als das geht's nun wirklich nicht mehr. Gleichzeitig wollte Mike diejenigen ärgern, die vielleicht vorhaben könnten, aus (streams) proprietäre, kommerzielle Closed-Source-Software zu machen. Die ganzen Apps sind nämlich durchaus schon mal Fremdcode und stehen unter eigenen Lizenzen. Und die sind untereinander inkompatibel.

    (streams) sollte stabil werden und wurde stabil. Im Grunde war Mikes Plan, (streams) zu der Fediverse-Software der Zukunft zu machen. So hat er am 31.12.2022 offiziell Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse eingestellt. Das war aber kein Problem, denn zwischen den fünfen konnten Admins durch einfaches Rebasen nicht nur crossgraden, sondern auch zu (streams) upgraden.

    Jetzt gab es nur noch Friendica, Hubzilla und (streams), wovon Mike nur noch (streams) betreute.

    Dann kam ja silverpill auf Mike zu mit der Idee der nomadischen Identität über ActivityPub. Mike war interessiert. silverpill trieb das ziemlich voran inklusive dem einen oder anderen neuen FEP, darunter auch FEP-ef61, das in ActivityPub dezentrale Identitäten einführen sollte. Zot hat so etwas, Nomad natürlich auch, aber anders, und ActivityPub hatte das natürlich nicht.

    Diese dezentralen Identitäten hat Mike auch in (streams) eingebaut. Langfristig sollte es ja möglich sein, zwischen verschiedenen Serveranwendungen zu klonen, so auch zwischen (streams) und Mitra. Zumindest aber sollten sie voneinander die dezentralen Identitäten als ebensolche verstehen. So sollte (streams) geklonte Mitra-Identitäten als solche erkennen, und Mitra sollte geklonte (streams)-Kanäle als solche erkennen.

    Unter Laborbedingungen in Mikes nomadic-Zweig funktionierten die. Also mergete Mike im Juni 2024 den nomadic-Zweig in den dev-Zweig, den allgemeinen Entwicklungszweig. Auch der lief nur unter Laborbedingungen, weil (im Gegensatz zu Hubzilla, wo zwei öffentliche Produktivhubs Entwicklerversionen fahren) niemand außer Mike den dev-Zweig von (streams) produktiv fuhr.

    Im Juli 2024 mergete Mike dann den dev-Zweig in den release-Zweig, um die neuesten Weiterentwicklungen an die produktiv gefahrenen, stabilen Server auszurollen. Da war allerdings Schluß mit Laborbedingungen. Jetzt mußten sich FEP-ef61 und die DIDs unter täglichen und breitgefächerten Realbedingungen beweisen.

    Genau das taten sie nicht. Erst jetzt stellte sich heraus, daß (streams) mit den vielen Identitäten nicht klarkam. Es föderierte nicht mehr über ActivityPub. Es föderierte nicht mehr mit Hubzilla. Es föderierte nicht mal mehr mit sich selbst. Es konnte sich mit nichts mehr vernünftig verbinden.

    Mike brauchte eine Weile, um überhaupt festzustellen, daß der Verursacher dieser Misere ein Identitätenchaos war. Das konnte er aber nicht auf (streams) selbst beheben. Hilfe hatte er auch keine. Die (streams)-Community war so winzig, da gab es niemanden, der ihm hätte helfen können. Der einzige, der die Fähigkeit gehabt hätte, hatte keine Zeit. Und der einzige, der Zeit und Bock hatte, hatte vom Coden keine Ahnung.

    So mußte Mike sich erstmal einen Überblick verschaffen. Im August, also dem Monat nach dem Crash, als der Crash noch nicht behoben war, forkte er das streams-Repository und schuf Forte. Da wiederum riß er alles raus, was nicht ActivityPub war, also die Unterstützung sowohl von Nomad als auch von Zot6, um einen freien, ungehinderten Blick auf ActivityPub zu haben.

    Inzwischen hatte er auch zwei andere Sachen gelernt: Software, die keinen Namen hat, interessiert keinen. Das verwirrt die Leute eher. Also bekam Forte wieder einen Namen. Die Public Domain brachte auch nichts. Also kam Forte wieder unter die MIT-Lizenz. Und Fediverse-Software, die überhaupt keine nodeinfo hat, ist praktisch unsichtbar. Also bekam Forte wieder nodeinfo, zunächst aber, ohne brauchbare Zahlen zu versenden. So konnte Forte zumindest vom Fediverse Observer und später vom FediIndex gelistet werden.

    Forte half ihm, die ID-Misere zu entwirren, zu entflechten und zu lösen. Das reichte er dann auch nach (streams) weiter, das allmählich wieder funktionierte. Allerdings brannte er sich in dem August derart aus, daß er zum 31.8.2024 offiziell sowohl das streams-Repository als auch Forte zur Übernahme anbot und seinen Ruhestand ankündigte.

    Dieses Mal fand eine Übernahme gleich gar nicht statt. Wie gesagt, in der (streams)-Community gab es niemanden, der sowohl die Zeit als auch das Know-how hatte, um auch nur Mike zu helfen, geschweige denn, eine Rolle wie Tobias oder Michael oder Mario anzunehmen.

    Außerhalb von (streams) war (streams) selbst sogar auf Hubzilla kaum bekannt. Forte war sogar auf Hubzilla noch unbekannter, zumal es noch eine obskure, nichtöffentliche Bastelbude war, bis Mike im September 2024 die erste "offizielle" Entwicklerversion von Forte (und damit Forte selbst) veröffentlichte.

    Und außerhalb von Hubzilla? Mike war es so leid, daß Mastodon als alternativlose Referenzimplementation des Fediverse angesehen wurde, daß er um 2023 anfing, Werbung für (streams) zu machen. Das erste Mal überhaupt, daß Mike von "wenn du es baust, werden sie kommen" abkam (es kam ja keiner) und irgendwas bewarb. Nur wußte Mike nicht, wie man zu Mastodon-Leuten spricht; ehrlich gesagt, das weiß auch auf Friendica und Hubzilla kaum jemand.

    Oft genug ging aus Mikes Posts nicht mal hervor, daß er über ein konkretes Fediverse-Produkt sprach, und schon gar nicht, über welches. Wie auch, sprach er doch von etwas Namenlosem. Das heißt, auch er fing langsam an, den Namen des Repository zu verwenden. Aber er machte nicht unbedingt wirklich glasklar, daß er von etwas sprach, das jetzt in diesem Augenblick im Fediverse existierte. Schon gar nicht erwähnte er, daß es auch mit Mastodon verbunden ist, denn kaum jemand außerhalb von Mastodon weiß, daß Mastodon-Nutzer das nicht unbedingt automatisch verstehen.

    Stand Mitte September 2024 hatte (streams) keine 100 aktiven Nutzer und Forte außer Mike gar keine. Traurigerweise hatte (streams) damals mehr öffentliche Server als heute, derweil Forte anderthalb Jahre gebraucht hat, um auch nur einen hervorzubringen. Wo sollen da Entwickler herkommen?

    Mike hat übrigens nicht vor, (streams) einzustellen. Er und nicht nur er sagt, (streams) hat weiterhin seine Existenzberechtigung, und zwar als moderne Fediverse-Software, die von ActivityPub unabhängig ist. Er und nicht nur er sieht den ActivityPub-Schalter als eine Art letztes Bollwerk gegen Mastodon an und das einzige, das auf Kanalebene funktioniert, also nicht nur serverweit.

    So, nun noch das Wort zu Smartphone-Apps.

    Von Mike selbst war da nie etwas zu erwarten. Fediverse-Apps sind reine Frontend-Sachen. Und wir sollten inzwischen wissen, daß Mike nicht mal Web-UIs kann. Hubzilla ist für seine Oberfläche berüchtigt. Es ist doch erst schick geworden, als Saiwal mit seinen Utsukta-Themes anfing.

    Außerdem hatte Mike immer schon genügend mit Webentwicklung zu tun. Da konnte man von ihm nicht auch noch erwarten, eine Smartphone-App zu entwickeln. Besser gesagt, zwei Smartphone-Apps, weil die iOS-App wahrscheinlich separat hätte entwickelt werden müssen. Mike wäre ja auch keiner gewesen, der in einer Smartphone-App nur das nötigste an Features eingebaut hätte. Wenn, dann alles. Er hätte also neben der Serversoftware zwei ziemliche Monster-Apps entwickeln und pflegen müssen.

    Apps von Drittentwicklern?

    Guck dir mal an, wie lange es gedauert hat, bis es von RaccoonForFriendica einen öffentlich verfügbaren Android-Release gab. Für iOS ist es meines Wissens bis heute nur über TestDrive verfügbar, aber nicht im App Store. Und selbst auf Android ist es noch nicht so stabil und fully featured, daß man es als Daily Driver nutzen könnte.

    Für Hubzilla gab es mal Nomad für Android. Das wird seit gut sechs Jahren nicht mehr weiterentwickelt. Unter aktuellen Android-Versionen läuft es inzwischen gar nicht mehr. Und auch das ist nur ein Wrapper für die Weboberfläche, also ein glorifizierter Webbrowser. Ansonsten gibt's nur eine Minimalst-App von Mario, mit der er mal versuchsweise getestet hat, ob man von Android aus nach Hubzilla posten kann. Das ist absolut das einzige, was die App überhaupt kann.

    Hubzilla hat eine Client API. Ob die aber funktioniert, ist weitestgehend unbekannt, weil noch nie jemand versucht hat, dagegen eine hinreichend mit Features ausgestattete App zu bauen. Dasselbe dürfte für (streams) und Forte gelten, für die es überhaupt noch nie irgendwelche Apps gegeben hat. Alle drei setzen statt dessen auf den Einsatz als PWA, nur daß da draußen keine Sau weiß, daß es das überhaupt gibt, geschweige denn, wie man das einrichtet.

    Auf Drittentwickler kann man hier erst recht nicht hoffen. Von den Leuten im Fediverse, die Smartphone-Apps entwickeln können, kennt genau niemand Hubzilla, geschweige denn (streams) oder Forte. Selbst wenn sie Hubzilla kennenlernen würden, hätten sie keinen Bock, dafür eine App zu entwickeln. Lohnt sich nicht, weil nutzt keiner. Es lohnt sich viel mehr, die drölfzigtausendste reine Mastodon-App fürs iPhone zu bauen. Das heißt, mindestens die Hälfte von denen weiß doch sowieso nicht, was es außer Mastodon sonst noch so im Fediverse gibt.

    Auf Hubzilla selbst gibt's nicht einen Mobilentwickler. Auf (streams) und Forte dürfte es niemanden geben, der überhaupt wirklich irgendwas entwickeln kann, nicht mal Webanwendungen (sonst hätte Mike Hilfe), Smartphone-Apps schon gar nicht.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #DFRN #Zot #Zot6 #Zot8 #Nomad #Mistpark #Friendica #RedMatrix #Hubzilla #Osada #Zap #Roadhouse #Streams #(streams) #Forte
  8. @Kristian Na ja, Friendica war ja ausgereift. Zumindest soweit ausgereift, wie Friendica selbst und das DFRN-Protokoll es zuließen. Smartphone-Apps gab es nicht, weil man damals, 2010/2011, Smartphone-Apps für Sachen, die es auch als Websites gab, noch als Gimmicks ansah und noch nicht als lebensnotwendig. Das war, bevor die Leute gewisse Websites mehr über dedizierte Apps nutzten als über die Websites selbst.

    Nur: Eine Weiterentwicklung war zwingend notwendig. Und die ging nicht mit Friendica, wie es war, denn die ging auch nicht mit DFRN.

    Der Auslöser: 2011 waren binnen kurzer Zeit mehrere größere Friendica-Nodes von jetzt auf sofort ohne Ankündigung verschwunden. Einfach so weg. Friendica war durch das Verschwinden einiger weniger, aber jeweils sehr großer öffentlicher Nodes auf die Hälfte seiner Größe geschrumpft. Die andere Hälfte der Nutzer hatte alles verloren ohne die Chance, irgendwas zu retten. Die konnten wieder ganz neu bei null anfangen.

    Das beste, was Mike an Friendica selbst machen konnte, war, eine Export- und Importfunktion einzubauen. Damit konnte man Backups des eigenen Konto machen. Das half aber nur, wenn man entweder brav ein tägliches Backup machte oder die Schließung eines Node vorher angekündigt wurde. Noch einmal: Genau das war 2011 nicht passiert. Die Nodes waren einfach futsch. Da hilft dir auch eine Backup-Funktion nicht, wenn du nicht laufend regelmäßig Backups machst.

    Mike sah nur eine mögliche wirkliche Lösung. Und das war, indem deine Identität nicht bombenfest an einen Server gebunden ist, sondern simultan gleichzeitig als identische Klone auf mehreren unabhängigen Servern existieren kann. Wenn davon mal einer ausfällt, egal, die anderen laufen ja noch, also läuft deine Identität noch.

    Problem: Mit DFRN ging das nicht umzusetzen. Es brauchte ein ganz neues Protokoll. Auch deshalb, weil Mike noch andere Verbesserungen im Kopf hatte wie ein nochmals deutlich aufgebohrtes Berechtigungssystem. Auch das ging mit DFRN so nicht und brauchte ein neues Protokoll. So entstand Zot.

    Zum einen hieß ein neues Protokoll aber auch, wo auch immer das eingebaut werden soll, muß das komplette Backend ausgetauscht und neu geschrieben werden. Und große Teile des Frontend gleich mit. Das konnte Mike aber nicht auf Friendica im laufenden Betrieb machen. Friendica hätte unmöglich seine Grundfunktionalität gleichzeitig auf DFRN und auf Zot betreiben können. Und ein Protokollaustausch hätte bedeutet, daß Nodes, die die neue Friendica-Version mit Zot fahren, sich nicht mehr nativ hätten verbinden können mit Nodes, die alte Versionen mit DFRN fahren. Die wären zueinander inkompatibel gewesen.

    Mike hatte als neue Entwicklungsplattform ja gerade das neue Red, das ein Fork seiner bisherigen "geheimen" Entwicklungsplattform Free-Friendika war. Das war ebenso "geheim", das konnte er also entsprechend umbauen.

    Mike hätte aber niemals gleichzeitig Red komplett umbauen und Friendica selbst auf Free-Friendika weiterpflegen und die Weiterentwicklungen von Free-Friendika nach Friendica selbst bringen können. Und die einzige Alternative zum Umbau von Red auf Zot war, wieder solche Massencrashs wie 2011 mit exakt denselben Auswirkungen zu haben, ohne irgendwas tun zu können.

    Also hat Mike sich auf Red konzentriert (dessen Umbau ja alleine schon länger dauern sollte als die Entwicklung von Friendica) und Friendica in die Hände von Tobias und Michael gegeben, die es seitdem nach ihren Vorstellungen weiterentwickeln. Die beiden waren ja meines Wissens sowieso schon Co-Entwickler von Friendica. Das hat Mike ja längst nicht mehr alles alleine gemacht.

    Bei Red war das wieder anders. Das machte Mike ganz alleine. Das mußte er ja erstmal aufbauen. Und selbst als es fertig war, wurde es kaum angenommen. Es war zwar kein Geheimprojekt mehr, nachdem es sich von Friendica gelöst hatte. Aber es wurde kaum angenommen.

    Auch als es umbenannt wurde in Red Matrix, was es leichter machte, es zu googlen, wurde es nicht angenommen. Die Friendica-Nutzer nahmen es wahr als Friendica mit nomadischer Identität. Was nomadische Identität ist, verstanden sie gar nicht. Selbst wenn doch: Die meisten von ihnen hatten inzwischen ihre eigenen privaten Einzelnutzer-Nodes.

    So sahen sie in der Red Matrix gegenüber Friendica keine Vorteile, also warum umsteigen? Mal ganz davon abgesehen, daß Friendica und die Red Matrix nur über das diaspora*-Protokoll oder OStatus kommunizieren konnten. Die einzigen, die wechselten, dürften die gewesen sein, die eh immer das neueste, heißeste Zeug ausprobieren wollten.

    Außerhalb von Friendica wußte eh keine Sau, daß die Red Matrix existierte. Herzlich wenige Leute wußten ja überhaupt auch nur, daß Friendica existierte. Mikes "Wenn du es baust, werden sie kommen" funktionierte damals schon nicht. Kleckerweise kamen noch neue Leute nach Friendica. Aber kaum einer ging von Friendica auf die Red Matrix, und absolut niemand ging von null auf die Red Matrix.

    Interessant wurde die Red Matrix eigentlich erst 2015, als sie zu Hubzilla aufgebohrt wurde, also auf einmal Sachen konnte, die Friendica nicht konnte, die aber vielleicht nützlich sein konnten. Damit konnte Hubzilla auch für ganz andere Sachen eingesetzt werden als Friendica, also nicht nur als Facebook-Ersatz oder Blog.

    Aber wenn Mario schon Anfang 2015 das noch brandneue Hubzilla übernahm, was ja so auf der offiziellen Website steht (nach meinen Informationen war es erst 2018), dann war es ein Wunder, daß Mike überhaupt jemanden fand, der übernehmen würde, der also schon seit Red-Matrix-Zeiten dabei war. Aber Mike hat ja an der Weiterentwicklung von Hubzilla noch weiter aktiv mitgewirkt, nur eben nicht als Projektleiter.

    Hubzilla selbst wurde ja erst ab Ende 2015 interessant, als es seinen ersten stabilen Release hatte. Und auch Hubzillas Existenz war eigentlich nur auf Friendica bekannt. Selbst heute noch sind die allermeisten Hubzilla-Nutzer Friendica-Veteranen. Direkt von Mastodon nach Hubzilla ist kaum einer gekommen, von null nach Hubzilla schon gar nicht.

    Selbst da war Mike keiner, der Sachen so läßt, wie sie sind, und sie nur noch weiter poliert. Wenn es etwas zu verbessern gibt, dann macht er das auch. Und wenn das nicht auf existierender Software im laufenden Produktivbetrieb geht, dann forkt er eben, und dann nimmt er sich weit mehr Zeit für seinen Fork als für das, was er vorher gemacht hatte. Und das ist auch gut so. Ansonsten hätten wir heute noch nur Friendica und immer noch keine Lösung für das Problem, daß die Leute alles verlieren, wenn mal wieder ein großer Node verschwindet.

    Jetzt wollte Mike Zot weiterentwickeln, wohl auch deshalb, weil Zot, wie es damals war, nicht gut mit ActivityPub zusammenspielte. Aber potentiell kompatibilitätsbrechend. In einem eigenen zusätzlichen Branch von Hubzilla wäre das nicht gegangen, schon deshalb, weil Hubzilla für solche Experimente schlicht und ergreifend zu groß war.

    Also hat Mike 2018 Osada von Hubzilla abgeforkt und alles rausgerissen, was im Weg war. Artikel, Karten, Wikis, Webpages, alle Verbindungsmöglichkeiten außer Zot, ActivityPub und RSS/Atom, alles raus.

    Weil dann abzusehen war, daß nomadisches Zot6 (zumindest vorerst) mit ActivityPub überhaupt nicht mehr funktionieren würde, brauchte Mike zwei Projekte: Osada behielt ActivityPub, wurde aber nichtnomadisch. Zusätzlich forkte er Zap von Osada, ließ es nomadisch, entfernte aber ActivityPub.

    Jetzt konnte Mike endgültig nicht gleichzeitig Zot6 entwickeln und Osada entwickeln und Zap entwickeln und Hubzilla weiterpflegen. Auch dieses Mal half ihm bei den Neuentwicklungen niemand. Also überließ er Hubzilla gänzlich Mario.

    Wie es dann weiterging, lag nicht an Mikes Sprunghaftigkeit.

    Anfang 2019 fand er einen Weg, auch nomadisches Zot6 mit ActivityPub kompatibel zu machen. Abgesehen davon war die Idee, einen nomadischen Zap-Kanal über einen nichtnomadischen Osada-Kanal mit dem Fediverse zu verbinden, sowieso kompletter Blödsinn und technisch in der Praxis kaum realisierbar, selbst mit Kanalquellen nicht. Also stellte Mike Osada ein, forkte von Zap ein ganz neues Osada und baute da ActivityPub-Support ein. Noch war nomadisches Zot6 + ActivityPub ja noch experimentell, deswegen hat er es nicht in Zap eingebaut.

    Dann aber wurden Osada und Zap stabil und bekamen sogar einen 1.0-Release. Inzwischen gab es Leute, die Osada oder Zap produktiv nutzten. Die kamen alle von Hubzilla, denn nur da wußte man, daß es Osada und Zap gab. Nicht mal auf Friendica wußte das jemand, im übrigen Fediverse erst recht nicht und außerhalb des Fediverse schon gar nicht.

    So baute Mike dann Osadas ActivityPub-Support auch in Zap ein, schaltete ihn aber standardmäßig auf Serverebene ab, auf Kanalebene sowieso. Das führte dazu, daß Osada und Zap bis auf das Branding und die Standardeinstellungen völlig identisch waren. Es brauchte gar nicht mehr beide. Mike ließ das aber so.

    Irgendwie gab es wohl genug Osada- und Zap-Anwender, daß Mike jemanden fand, der beides weiterpflegen wollte. Denn Mike hatte wieder neue Weiterentwicklungen im Sinne, die er aber nicht mehr auf Osada und Zap machen konnte, weil die jetzt beide als stabile Produktivsoftware galten. So gab er Osada und Zap dann wieder an "die Community" weiter, die als quasi erste Amtshandlung mit Mikes Segen Osada nach Zap mergete, in dem Zuge auch auf Zap ActivityPub standardmäßig aktivierte und Osada kurzerhand einstellte.

    2020 ging es dann weiter. Zap war damals State of the Art. Zot6 war so stabil, daß es nach Hubzilla zurückportiert wurde. Zap war jetzt quasi der modernere kleine Bruder von Hubzilla, der sich etwas eleganter bediente und einen nicht mit Features erschlug. Nur war Zap immer noch obskurer als Hubzilla, Hubzilla war obskurer als Friendica, und Friendica war selbst sehr obskur, weil für keins der drei wirklich Werbung gemacht wurde. Zap war weiterhin sonst nur auf Hubzilla bekannt und Hubzilla sonst nur auf Friendica.

    Und Mike bastelte an Zot8, das nochmals besser werden sollte. Dafür brauchte er aber Software zum Experimentieren. Und so entstanden drei neue Forks in so kurzer Folge, daß heute nicht mehr bekannt ist, was jetzt wovon geforkt wurde, nur daß irgendwas von Zap geforkt worden ist. Im einzelnen waren das schon wieder ein neues Osada, ein neues Mistpark und eine neue Redmatrix.

    Warum drei?

    Es ging das Gerücht um, das seien verschiedene Stabilitätsstufen. Redmatrix 2020 sei experimentell mit wie früher bei Zap standardmäßig deaktiviertem ActivityPub, das damit der Entwicklung von Zot8 nicht im Wege stehe. Osada sei auch experimentell, aber wie früher schon bei Osada mit standardmäßig aktiviertem ActivityPub, um zu gucken, wie die Weiterentwicklungen von Zot8 sich mit ActivityPub vertragen. Mistpark 2020 wiederum sei "halbstabil" wie Debian testing, also stabiler als Osada und eher für den Produktiveinsatz geeignet, aber aktueller als Zap.

    Zap sei also für die, die etwas neueres als Hubzilla haben wollten und auf die Zusatzfeatures von Hubzilla verzichten konnten. Misty sei für die, die etwas noch aktuelleres als Zap haben wollten, also das neueste Zeug noch früher, und die etwaige Instabilitäten in Kauf zu nehmen bereit waren. Osada sei für die, die unbedingt bleeding-edge wollten, instabil oder nicht. Und Redmatrix 2020 sei eh nur für Mike.

    In Wahrheit waren Osada, Misty und Redmatrix 2020 bis auf das Branding völlig identisch und quasi Soft-Forks. Alle Commits wurden gleichermaßen und fast gleichzeitig in alle drei eingepflegt.

    Warum?

    Weil Mike der Markenfetischismus im Fediverse auf den Keks ging. Es gab Leute, die bildeten sich ein, die Software, die sie nutzten, sei die beste, einfach, weil sie Fans der Softwaremarke waren. Ganz besonders gab es die natürlich auf Mastodon, aber auch sonst. Genau diese Leute wollte er trollen, indem er drei bis auf den Namen und das Logo völlig identische Serveranwendungen pflegte. Misty z. B. konnte überhaupt nicht "die beste Fediverse-Serversoftware" sein, egal, wer sich das einbildete, wenn Osada und Redmatrix bis auf die Marke völlig baugleich waren.

    Anfang 2021 kam dann Roadhouse dazu. Das Abenteuer Zot8 war im Grunde vorbei, bevor Zot8 stabil war. Denn Zot11 sollte noch besser werden. Vor allem sollte Zot11 von allen Zot-Versionen die beste Kompatibilität mit ActivityPub bekommen. Blöderweise konnte Mike aber Zot11 nicht auf Osada, Misty und Redmatrix entwickeln. Zot11 sollte nämlich zu allen Vorgängern so inkompatibel werden, daß es letztlich nicht mehr Zot heißen sollte. Aber es gab Leute, die Osada, Misty oder Redmatrix produktiv nutzten.

    Also mußte Mike von einem von den dreien Roadhouse forken. War ihm aber egal, weil er damit die Leute mit noch einer weiteren Marke trollen konnte. Wohlgemerkt, effektiv hatte er sogar Zap noch an der Backe, weil es in der Community dann wohl doch zuwenig Interesse an der Weiterentwicklung gab.

    Nomad, eigentlich ja Zot11, wurde zum Erfolg. Und das Erfolgsrezept lag auch darin, zusätzlich Support für Hubzillas Zot6 einzubauen, über den Roadhouse auch mit Osada, Misty und Redmatrix kommunizieren konnte. Ansonsten waren von den praktischen Features her Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse identisch und von der Benutzeroberfläche her auch beinahe. Es machte in der Praxis keinen großen Unterschied, welches man nutzte. Außerhalb waren sie eh, wenn überhaupt, nur auf Hubzilla bekannt. Das heißt, Roadhouse war beinahe komplett unbekannt, weil da endgültig nur Mike drüber redete.

    Daß es (streams) gibt, obwohl Roadhouse doch gut war, hatte andere Gründe.

    Grund 1: Mike fand einen neuen Weg, die Markenfetischisten zu trollen. Nämlich mit Software, die gar keinen Namen und gar keine Markenidentität hat. Also nahm Mike dem neuen Roadhouse-Fork von Ende 2021 den Namen und sogar den fediverseinternen festen Identifikator weg. Letzteren kann man entweder händisch ausfüllen, oder (streams) übernimmt ihn vom Instanznamen. Alleine das wäre mit einem "Debranding" von Roadhouse nicht getan gewesen, weil weiter alle von "Roadhouse" gesprochen hätten.

    Grund 2: Dieses ständige Wetteifern, welche Software auf The Federation, Fediverse Observer, der FediDB usw. jetzt am populärsten ist und am meisten genutzt wird, ging ihm inzwischen auch auf dem Zeiger. Ein weiteres "Feature" von (streams) ist, daß Mike neben dem Namen und der Markenidentität auch nodeinfo praktisch komplett entfernt hat. (streams) sendet überhaupt keine Statistiken und hält sich von allen Instanzlisten-Websites fern. Und das ist so gewollt.

    Grund 3: Zusätzlich wollte Mike es der Free-Software- und Open-Source-Community leichter machen. Da kloppt man sich ja bekanntlich darum, welche Lizenzen wirklich frei sind und welche nicht. Also hat Mike (streams), dessen sämtliche Vorgänger unter der MIT-Lizenz stehen, in die Public Domain gestellt. Freier als das geht's nun wirklich nicht mehr. Gleichzeitig wollte Mike diejenigen ärgern, die vielleicht vorhaben könnten, aus (streams) proprietäre, kommerzielle Closed-Source-Software zu machen. Die ganzen Apps sind nämlich durchaus schon mal Fremdcode und stehen unter eigenen Lizenzen. Und die sind untereinander inkompatibel.

    (streams) sollte stabil werden und wurde stabil. Im Grunde war Mikes Plan, (streams) zu der Fediverse-Software der Zukunft zu machen. So hat er am 31.12.2022 offiziell Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse eingestellt. Das war aber kein Problem, denn zwischen den fünfen konnten Admins durch einfaches Rebasen nicht nur crossgraden, sondern auch zu (streams) upgraden.

    Jetzt gab es nur noch Friendica, Hubzilla und (streams), wovon Mike nur noch (streams) betreute.

    Dann kam ja silverpill auf Mike zu mit der Idee der nomadischen Identität über ActivityPub. Mike war interessiert. silverpill trieb das ziemlich voran inklusive dem einen oder anderen neuen FEP, darunter auch FEP-ef61, das in ActivityPub dezentrale Identitäten einführen sollte. Zot hat so etwas, Nomad natürlich auch, aber anders, und ActivityPub hatte das natürlich nicht.

    Diese dezentralen Identitäten hat Mike auch in (streams) eingebaut. Langfristig sollte es ja möglich sein, zwischen verschiedenen Serveranwendungen zu klonen, so auch zwischen (streams) und Mitra. Zumindest aber sollten sie voneinander die dezentralen Identitäten als ebensolche verstehen. So sollte (streams) geklonte Mitra-Identitäten als solche erkennen, und Mitra sollte geklonte (streams)-Kanäle als solche erkennen.

    Unter Laborbedingungen in Mikes nomadic-Zweig funktionierten die. Also mergete Mike im Juni 2024 den nomadic-Zweig in den dev-Zweig, den allgemeinen Entwicklungszweig. Auch der lief nur unter Laborbedingungen, weil (im Gegensatz zu Hubzilla, wo zwei öffentliche Produktivhubs Entwicklerversionen fahren) niemand außer Mike den dev-Zweig von (streams) produktiv fuhr.

    Im Juli 2024 mergete Mike dann den dev-Zweig in den release-Zweig, um die neuesten Weiterentwicklungen an die produktiv gefahrenen, stabilen Server auszurollen. Da war allerdings Schluß mit Laborbedingungen. Jetzt mußten sich FEP-ef61 und die DIDs unter täglichen und breitgefächerten Realbedingungen beweisen.

    Genau das taten sie nicht. Erst jetzt stellte sich heraus, daß (streams) mit den vielen Identitäten nicht klarkam. Es föderierte nicht mehr über ActivityPub. Es föderierte nicht mehr mit Hubzilla. Es föderierte nicht mal mehr mit sich selbst. Es konnte sich mit nichts mehr vernünftig verbinden.

    Mike brauchte eine Weile, um überhaupt festzustellen, daß der Verursacher dieser Misere ein Identitätenchaos war. Das konnte er aber nicht auf (streams) selbst beheben. Hilfe hatte er auch keine. Die (streams)-Community war so winzig, da gab es niemanden, der ihm hätte helfen können. Der einzige, der die Fähigkeit gehabt hätte, hatte keine Zeit. Und der einzige, der Zeit und Bock hatte, hatte vom Coden keine Ahnung.

    So mußte Mike sich erstmal einen Überblick verschaffen. Im August, also dem Monat nach dem Crash, als der Crash noch nicht behoben war, forkte er das streams-Repository und schuf Forte. Da wiederum riß er alles raus, was nicht ActivityPub war, also die Unterstützung sowohl von Nomad als auch von Zot6, um einen freien, ungehinderten Blick auf ActivityPub zu haben.

    Inzwischen hatte er auch zwei andere Sachen gelernt: Software, die keinen Namen hat, interessiert keinen. Das verwirrt die Leute eher. Also bekam Forte wieder einen Namen. Die Public Domain brachte auch nichts. Also kam Forte wieder unter die MIT-Lizenz. Und Fediverse-Software, die überhaupt keine nodeinfo hat, ist praktisch unsichtbar. Also bekam Forte wieder nodeinfo, zunächst aber, ohne brauchbare Zahlen zu versenden. So konnte Forte zumindest vom Fediverse Observer und später vom FediIndex gelistet werden.

    Forte half ihm, die ID-Misere zu entwirren, zu entflechten und zu lösen. Das reichte er dann auch nach (streams) weiter, das allmählich wieder funktionierte. Allerdings brannte er sich in dem August derart aus, daß er zum 31.8.2024 offiziell sowohl das streams-Repository als auch Forte zur Übernahme anbot und seinen Ruhestand ankündigte.

    Dieses Mal fand eine Übernahme gleich gar nicht statt. Wie gesagt, in der (streams)-Community gab es niemanden, der sowohl die Zeit als auch das Know-how hatte, um auch nur Mike zu helfen, geschweige denn, eine Rolle wie Tobias oder Michael oder Mario anzunehmen.

    Außerhalb von (streams) war (streams) selbst sogar auf Hubzilla kaum bekannt. Forte war sogar auf Hubzilla noch unbekannter, zumal es noch eine obskure, nichtöffentliche Bastelbude war, bis Mike im September 2024 die erste "offizielle" Entwicklerversion von Forte (und damit Forte selbst) veröffentlichte.

    Und außerhalb von Hubzilla? Mike war es so leid, daß Mastodon als alternativlose Referenzimplementation des Fediverse angesehen wurde, daß er um 2023 anfing, Werbung für (streams) zu machen. Das erste Mal überhaupt, daß Mike von "wenn du es baust, werden sie kommen" abkam (es kam ja keiner) und irgendwas bewarb. Nur wußte Mike nicht, wie man zu Mastodon-Leuten spricht; ehrlich gesagt, das weiß auch auf Friendica und Hubzilla kaum jemand.

    Oft genug ging aus Mikes Posts nicht mal hervor, daß er über ein konkretes Fediverse-Produkt sprach, und schon gar nicht, über welches. Wie auch, sprach er doch von etwas Namenlosem. Das heißt, auch er fing langsam an, den Namen des Repository zu verwenden. Aber er machte nicht unbedingt wirklich glasklar, daß er von etwas sprach, das jetzt in diesem Augenblick im Fediverse existierte. Schon gar nicht erwähnte er, daß es auch mit Mastodon verbunden ist, denn kaum jemand außerhalb von Mastodon weiß, daß Mastodon-Nutzer das nicht unbedingt automatisch verstehen.

    Stand Mitte September 2024 hatte (streams) keine 100 aktiven Nutzer und Forte außer Mike gar keine. Traurigerweise hatte (streams) damals mehr öffentliche Server als heute, derweil Forte anderthalb Jahre gebraucht hat, um auch nur einen hervorzubringen. Wo sollen da Entwickler herkommen?

    Mike hat übrigens nicht vor, (streams) einzustellen. Er und nicht nur er sagt, (streams) hat weiterhin seine Existenzberechtigung, und zwar als moderne Fediverse-Software, die von ActivityPub unabhängig ist. Er und nicht nur er sieht den ActivityPub-Schalter als eine Art letztes Bollwerk gegen Mastodon an und das einzige, das auf Kanalebene funktioniert, also nicht nur serverweit.

    So, nun noch das Wort zu Smartphone-Apps.

    Von Mike selbst war da nie etwas zu erwarten. Fediverse-Apps sind reine Frontend-Sachen. Und wir sollten inzwischen wissen, daß Mike nicht mal Web-UIs kann. Hubzilla ist für seine Oberfläche berüchtigt. Es ist doch erst schick geworden, als Saiwal mit seinen Utsukta-Themes anfing.

    Außerdem hatte Mike immer schon genügend mit Webentwicklung zu tun. Da konnte man von ihm nicht auch noch erwarten, eine Smartphone-App zu entwickeln. Besser gesagt, zwei Smartphone-Apps, weil die iOS-App wahrscheinlich separat hätte entwickelt werden müssen. Mike wäre ja auch keiner gewesen, der in einer Smartphone-App nur das nötigste an Features eingebaut hätte. Wenn, dann alles. Er hätte also neben der Serversoftware zwei ziemliche Monster-Apps entwickeln und pflegen müssen.

    Apps von Drittentwicklern?

    Guck dir mal an, wie lange es gedauert hat, bis es von RaccoonForFriendica einen öffentlich verfügbaren Android-Release gab. Für iOS ist es meines Wissens bis heute nur über TestDrive verfügbar, aber nicht im App Store. Und selbst auf Android ist es noch nicht so stabil und fully featured, daß man es als Daily Driver nutzen könnte.

    Für Hubzilla gab es mal Nomad für Android. Das wird seit gut sechs Jahren nicht mehr weiterentwickelt. Unter aktuellen Android-Versionen läuft es inzwischen gar nicht mehr. Und auch das ist nur ein Wrapper für die Weboberfläche, also ein glorifizierter Webbrowser. Ansonsten gibt's nur eine Minimalst-App von Mario, mit der er mal versuchsweise getestet hat, ob man von Android aus nach Hubzilla posten kann. Das ist absolut das einzige, was die App überhaupt kann.

    Hubzilla hat eine Client API. Ob die aber funktioniert, ist weitestgehend unbekannt, weil noch nie jemand versucht hat, dagegen eine hinreichend mit Features ausgestattete App zu bauen. Dasselbe dürfte für (streams) und Forte gelten, für die es überhaupt noch nie irgendwelche Apps gegeben hat. Alle drei setzen statt dessen auf den Einsatz als PWA, nur daß da draußen keine Sau weiß, daß es das überhaupt gibt, geschweige denn, wie man das einrichtet.

    Auf Drittentwickler kann man hier erst recht nicht hoffen. Von den Leuten im Fediverse, die Smartphone-Apps entwickeln können, kennt genau niemand Hubzilla, geschweige denn (streams) oder Forte. Selbst wenn sie Hubzilla kennenlernen würden, hätten sie keinen Bock, dafür eine App zu entwickeln. Lohnt sich nicht, weil nutzt keiner. Es lohnt sich viel mehr, die drölfzigtausendste reine Mastodon-App fürs iPhone zu bauen. Das heißt, mindestens die Hälfte von denen weiß doch sowieso nicht, was es außer Mastodon sonst noch so im Fediverse gibt.

    Auf Hubzilla selbst gibt's nicht einen Mobilentwickler. Auf (streams) und Forte dürfte es niemanden geben, der überhaupt wirklich irgendwas entwickeln kann, nicht mal Webanwendungen (sonst hätte Mike Hilfe), Smartphone-Apps schon gar nicht.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #DFRN #Zot #Zot6 #Zot8 #Nomad #Mistpark #Friendica #RedMatrix #Hubzilla #Osada #Zap #Roadhouse #Streams #(streams) #Forte
  9. CW: Uncomfortable truth about the Fediverse that'll totally scare Mastodon users; CW: long (over 2,400 characters), Fediverse meta, Fediverse-beyond-Mastodon meta, quote-post meta, character limit meta
    When you see it, you'll shit brix: The Hubzilla timeline.

    The "it" that you're supposed to see is:
    • The Fediverse did, in fact, not start with Mastodon.
      There was something in the Fediverse before Mastodon: Mistpark was there almost 6 years before Mastodon, Hubzilla was there 10 months before Mastodon.
      Mastodon came into an already existing Fediverse with servers and users and content and a culture.
      The Fediverse has never been only Mastodon. And it will never be.
    • The Fediverse had quote-posts almost 6 years before Mastodon.
      (Accurate implication: The non-Mastodon Fediverse can quote-post any public Mastodon toot with no problems, and it has always been able to do so, for as long as Mastodon has been around.)
    • The Fediverse had groups almost 6 years before Mastodon which still doesn't even support groups.
    • The Fediverse had better lists than Mastodon lists almost 6 years before Mastodon.
    • The Fediverse had reply control almost 6 years before Mastodon where people are still waiting for some kind of reply control.
    • The Fediverse had permissions almost 6 years before Mastodon where the concept of permissions is completely unknown.
    And if you've really paid attention:
    • The Fediverse had no character limit to worry about almost 6 years before Mastodon came along with only 500 characters.
      The Fediverse had 16,777,215 characters almost 6 years before Mastodon had 500 characters.
    • The Fediverse had full rich-text formatting almost 6 years before Mastodon.
      The Fediverse could generate bold type, italics, underline, code blocks, bullet-point lists etc. without any Unicode trickery. Almost 6 years before Mastodon was there. And more than 12 years before Mastodon could even only display that stuff.

    Although it should be blatantly obvious: This here is not a Mastodon toot. This post comes from Hubzilla directly to your Mastodon apps.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #Mistpark #Friendica #Hubzilla #FediverseCulture #QuotePost #QuotePosts #QuoteTweet #QuoteTweets #QuoteToot #QuoteToots #QuoteBoost #QuoteBoosts #QuotedShares #Groups #FediGroups #FediverseGroups #Lists #ReplyControl #Permissions #CharacterLimit #CharacterLimits #CharacterLimitMeta #CWCharacterLimitMeta #500Characters #TextFormatting #RichText #NotOnlyMastodon #FediverseIsNotMastodon #MastodonIsNotTheFediverse
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    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #Mistpark #Friendica #Hubzilla #FediverseCulture #QuotePost #QuotePosts #QuoteTweet #QuoteTweets #QuoteToot #QuoteToots #QuoteBoost #QuoteBoosts #QuotedShares #Groups #FediGroups #FediverseGroups #Lists #ReplyControl #Permissions #CharacterLimit #CharacterLimits #CharacterLimitMeta #CWCharacterLimitMeta #500Characters #TextFormatting #RichText #NotOnlyMastodon #FediverseIsNotMastodon #MastodonIsNotTheFediverse
  13. CW: Uncomfortable truth about the Fediverse that'll totally scare Mastodon users; CW: long (over 2,400 characters), Fediverse meta, Fediverse-beyond-Mastodon meta, quote-post meta, character limit meta
    When you see it, you'll shit brix: The Hubzilla timeline.

    The "it" that you're supposed to see is:
    • The Fediverse did, in fact, not start with Mastodon.
      There was something in the Fediverse before Mastodon: Mistpark was there almost 6 years before Mastodon, Hubzilla was there 10 months before Mastodon.
      Mastodon came into an already existing Fediverse with servers and users and content and a culture.
      The Fediverse has never been only Mastodon. And it will never be.
    • The Fediverse had quote-posts almost 6 years before Mastodon.
      (Accurate implication: The non-Mastodon Fediverse can quote-post any public Mastodon toot with no problems, and it has always been able to do so, for as long as Mastodon has been around.)
    • The Fediverse had groups almost 6 years before Mastodon which still doesn't even support groups.
    • The Fediverse had better lists than Mastodon lists almost 6 years before Mastodon.
    • The Fediverse had reply control almost 6 years before Mastodon where people are still waiting for some kind of reply control.
    • The Fediverse had permissions almost 6 years before Mastodon where the concept of permissions is completely unknown.
    And if you've really paid attention:
    • The Fediverse had no character limit to worry about almost 6 years before Mastodon came along with only 500 characters.
      The Fediverse had 16,777,215 characters almost 6 years before Mastodon had 500 characters.
    • The Fediverse had full rich-text formatting almost 6 years before Mastodon.
      The Fediverse could generate bold type, italics, underline, code blocks, bullet-point lists etc. without any Unicode trickery. Almost 6 years before Mastodon was there. And more than 12 years before Mastodon could even only display that stuff.

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  14. CW: Uncomfortable truth about the Fediverse that'll totally scare Mastodon users; CW: long (over 2,400 characters), Fediverse meta, Fediverse-beyond-Mastodon meta, quote-post meta, character limit meta
    When you see it, you'll shit brix: The Hubzilla timeline.

    The "it" that you're supposed to see is:
    • The Fediverse did, in fact, not start with Mastodon.
      There was something in the Fediverse before Mastodon: Mistpark was there almost 6 years before Mastodon, Hubzilla was there 10 months before Mastodon.
      Mastodon came into an already existing Fediverse with servers and users and content and a culture.
      The Fediverse has never been only Mastodon. And it will never be.
    • The Fediverse had quote-posts almost 6 years before Mastodon.
      (Accurate implication: The non-Mastodon Fediverse can quote-post any public Mastodon toot with no problems, and it has always been able to do so, for as long as Mastodon has been around.)
    • The Fediverse had groups almost 6 years before Mastodon which still doesn't even support groups.
    • The Fediverse had better lists than Mastodon lists almost 6 years before Mastodon.
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    • The Fediverse had permissions almost 6 years before Mastodon where the concept of permissions is completely unknown.
    And if you've really paid attention:
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  15. @Gaming on the Fediverse That's quite a bit simplified. For one, four server applications and one protocol were lumped together. Besides, Zap is dead, and Forte isn't even mentioned.

    So here's an attempt at telling the whole story (server applications are in bold type, protocols are in bold type and italics):

    tl;dr:

    2010:
    • DFRN
    • Mistpark/Friendika/Friendica
      (DFRN)
    2011:
    • Zot
    • Free-Friendika
      (DFRN)
      (forked from Friendika)
    • several other Friendika forks
      (DFRN)
      (forked from Friendika)
      (discontinued 2011)
    • Red/Red Matrix
      (DFRN, from 2012 Zot)
      (forked from Free-Friendika)
      (rebuilt into Hubzilla 2015)
    2015:
    • Hubzilla
      (Zot, later Zot6)
      (rebuilt from the Red Matrix)
    2018:
      Zot6
    • Osada
      (Zot6)
      (forked from Hubzilla)
      (discontinued in 2018)
    • Zap
      (Zot6)
      (forked most likely from Osada, maybe from Hubzilla)
      (discontinued in 2022)
    • Osada
      (Zot6)
      (forked from Zap)
      (discontinued in 2019)
    2020:
      Zot8
    • Redmatrix 2020
      (Zot8)
      (forked from either Zap or Mistpark 2020 or (the third) Osada)
      (discontinued in 2022)
    • Mistpark 2020 a.k.a. Misty
      (Zot8)
      (forked from either Zap or Redmatrix 2020 or (the third) Osada)
      (discontinued in 2022)
    • Osada
      (Zot8)
      (forked from either Zap or Redmatrix 2020 or Mistpark 2020)
      (discontinued in 2022)
    2022:
    • Nomad
      (originally Zot11)
    • Roadhouse
      (Nomad)
      (forked from either Redmatrix 2020 or Mistpark 2020 or (the third) Osada)
      (discontinued in 2022)
    • (streams)
      (Nomad)
      (forked from Roadhouse)
    2024:
    Forte
    (ActivityPub)
    (forked from (streams))[/list]
    So as far as Fediverse server applications go, he created Friendica, Free-Friendika, a few more Friendika forks, the Red Matrix, Hubzilla, three Osadas, Zap, Redmatrix 2020, Mistpark 2020, Roadhouse, (streams) and Forte. Depending on how you want to count them, that's at least 13 or 14 server applications. Four of these are still being maintained (Friendica by a new team, Hubzilla by another new team, (streams) and Forte by himself).

    The long version:

    In 2010, he created
    • the DFRN protocol
    • Mistpark (renamed first into Friendika later in 2010 and then into Friendica in 2011)

    In 2011, he made several forks of Friendika. The reason was licensing: Friendika was getting quite some attention. As it was under the MIT license, chances were that it was tempting to fork it and turn the fork into a commercial, proprietary, closed-source monolith or something. On the other hand, the GPL in any shape or form would have hindered further development.

    So Mike made a number of forks and relicensed all but one: Free-Friendika kept the MIT license and became the main development platform for Friendika. Friendika itself was relicensed under the AGPLv3.

    Shortly afterwards, Mike discontinued all forks except Free-Friendika.

    The same year, Mike needed something to keep people from losing everything whenever their Friendika home node was shut down. So he invented nomadic identity and created the Zot protocol.

    Also the same year, Mike forked Free-Friendika into Red (spanish la red = the network). It would be renamed Red Matrix in late 2012 because "Red" is hard to Google.

    In 2012, Mike rewrote Red almost completely. The whole backend was rebuilt against Zot.

    However, the Red Matrix didn't take off. Most Friendica users were hosting their own private nodes. Nomadic identity made no sense for them. Besides, it seemed like many Friendica users didn't understand nomadic identity anyway, so they saw no advantage in the Red Matrix over Friendica, seeing as the features were almost identical otherwise. The Red Matrix had to be made more popular for hosting public servers.

    So in 2015, the Red Matrix was rebuilt and greatly expanded into Hubzilla.

    In 2018, Mike wanted to develop the Zot protocol further into Zot6. But this would have meant compatibility-breaking changes, also because what he wanted to do with nomadic identity over Zot6 was likely to not work with non-nomadic protocols anymore. So he couldn't do that on Hubzilla.

    Instead, he made two new forks:
    • first Osada, forked from Hubzilla, which was the original Zot6 development platform and then evolved into a non-nomadic "gateway" between Zot6 and everything else
    • then Zap, forked most likely from Osada or maybe from Hubzilla, which got the whole Zot6 feature set, including nomadic identity, but which lost support for any and all non-nomadic protocols

    A bit later, Zot6 became compatible enough with non-nomadic protocols. Forwarding content from Zap via Osada to the rest of the Fediverse was clunky anyway, forwarding content from the rest of the Fediverse via Osada to Zap even more so. So Osada was discontinued.

    Instead, a new Osada was forked from Zap and got ActivityPub support. This and the branding were the only differences between Osada and Zap.

    In 2019, when both Osada and Zap had become stable, Zap got ActivityPub support itself. The only difference between the two was now that Osada servers had ActivityPub turned on by default, and Zap servers had it turned off by default. It simply didn't make much sense to keep both alive, so Osada was discontinued again.

    I think it was also in 2019 that Hubzilla was upgraded to Zot6.

    In 2020, Mike made three more forks to develop Zot8, at least one of which was forked from Zap, and those that weren't were forked from one another: Redmatrix 2020, Mistpark 2020 a.k.a. Misty and Osada.

    There was a rumour that Zap was the stable one, Misty was a bit more up-to-date, but potentially less stable, Osada was experimental with ActivityPub support on by default, and Redmatrix 2020 was experimental with ActivityPub support off by default. In fact, however, Misty, Osada and Redmatrix 2020 were absolutely identical in all but branding. Mike kept four server applications around to mess with brand fetishists.

    In 2022, Mike forked one of the three into Roadhouse to develop Zot11. But Zot11 was no longer compatible with Zot6 as implemented on Hubzilla and Zap, so he declared it a new protocol named Nomad. Roadhouse got additional support for Zot6.

    Now Mike had five server applications, still in order to mess with brand fetishists.

    Later the same year, Mike forked Roadhouse into something intentionally nameless and brandless. Again, this was done to troll brand fetishists, this time also to facilitate forking and make people think up their own individual names for the fork rather than keeping the existing one. However, the code repository absolutely required a name, so Mike called it streams.

    The community needed something to name this nameless thing by, so they took the name of the repository and wrapped it in parentheses to make sure that this is not actually the name. Ever since, it is colloquially being called (streams). By the way, (streams) is running on what would be Zot12 if it wasn't Nomad now.

    On New Year's Eve 2022, Mike discontinued Zap, Redmatrix 2020, Misty, Osada and Roadhouse. (streams) was stable enough, and the other five could be upgraded not only to each other by rebasing the server code, but also to (streams). He asked all admins of Zap, Redmatrix 2020, Misty, Osada and Roadhouse servers to upgrade to (streams).

    In 2024, (streams) got bogged down by some identity confusion after the stable release branch introduced decentralised IDs as per FEP-ef61, a part of the development of nomadic identity via ActivityPub. Partially in order to be able to sort this out, partially because the time seemed to have come for this to actually work, Mike forked the streams repository into Forte and removed all support for any protocols other than ActivityPub while still keeping it nomadic. And so Forte became the very first Fediverse server application that establishes nomadic identity via ActivityPub.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #DFRN #Zot #Zot6 #Zot8 #Nomad #Mistpark #Friendika #FreeFriendika #Friendica #Red #RedMatrix #Hubzilla #Osada #Zap #Redmatrix2020 #Mistpark2020 #Misty #Roadhouse #Streams #(streams) #Forte
  16. @Thomas Eibich aka DK2NB
    Bauen die Workshops aufeinander auf oder kann man auch einfach so mal vorbei kommen?

    Wir haben jedes Mal Leute dabei, die zum ersten Mal bei der Sprechstunde sind und häufig auch erst seit kurzem überhaupt im Fediverse. Das ist also kein Problem. Und da baut auch nichts aufeinander auf.

    Was ist Hubzilla?

    Oh, da muß ich weit ausholen. (Ich kommentiere übrigens gerade von Hubzilla.)

    Hubzilla ist das absolute, ultimative Featuremonster im Fediverse. Eine Art Alleskönner, der Features hat, die für die allermeisten Fediverse-Nutzer im Fediverse völlig unvorstellbar sind, aber auch Features, die sich viele im Fediverse wünschen. Wohlgemerkt, ohne zu wissen, daß es diese Features im Fediverse längst gibt.

    Hubzilla ist im Prinzip "Facebook trifft WordPress trifft Google Cloud Services trifft noch mehr Zeug" im Fediverse, und es kann mit wenigen Mausklicks aufgebohrt werden zu "Facebook trifft WordPress trifft Google Cloud Services trifft Joplin trifft GeoCities trifft <irgendeine Wiki-Engine hier einsetzen> trifft noch mehr Zeug" im Fediverse. Ja, GeoCities. Man kann buchstäblich Webseiten auf Hubzilla aufbauen.

    Hier sind ein paar Links:

    Hubzilla ist übrigens älter als Mastodon.

    Hubzillas Vater ist @Mike McCue , ein pensionierter professioneller Software-Entwickler mit fast einem halben Jahrhundert an Erfahrung. Der hat schon 2010, noch vor dem in dem Sommer in den Himmel gehypeten diaspora*, eine extrem vielseitige und extrem leistungsfähige freie, quelloffene, dezentrale Facebook-Alternative gestartet, die ursprünglich Mistpark hieß und heute als Friendica bekannt ist. Die gibt's heute hoch, sie ist Teil des Fediverse, und sie ist mit Mastodon föderiert, seit es Mastodon gibt.

    Friendica ist kein Facebook-Klon, sondern eine Facebook-Alternative, die grundsätzlich dieselbe Funktion haben soll wie Facebook, aber besser als Facebook ist. Friendica kann nebenher auch genutzt werden als vollwertiges Blogging-System mit allen Schikanen: Titel, Zusammenfassung, Kategorien, alles Mögliche an Textformatierung, beliebig viele Bilder mitten im Text eingebettet, über 16 Millionen Zeichen.

    Friendica wurde aufgebaut auf seinem eigenen Protokoll namens DFRN. Aber ein Killerfeature von Friendica war schon immer, daß es sich in alle möglichen und unmöglichen anderen Richtungen verbinden kann: Fediverse, diaspora*, Tumblr, WordPress, sogar Twitter, ein paar Jahre sogar Facebook und so weiter.

    So ganz zufrieden war er damit aber nicht. Ein großes Problem war nämlich, daß jedes Mal, wenn ein öffentlicher Friendica-Node dichtmachte, die Nutzer alles verloren. Auf die Lösung kam er 2011: nomadische Identität, also die Möglichkeit, die eigene Social-Networking-Identität gleichzeitig voll synchron auf mehreren Servern zu haben.

    Dafür entwickelte er ab 2011 ein neues Protokoll names Zot, das genau diese Funktion bieten sollte. Um es zu implementieren, forkte Mike noch 2011 einen Friendica-Fork, den er im selben Jahr erstellt hatte, um mit verschiedenen Lizenzen zu experimentieren. (Deswegen steht Friendica heute unter der AGPLv3 und die meisten seiner "Nachfahren" weiterhin unter der MIT-Lizenz.)

    So entstand etwas namens "Red" (von spanisch "la red" = "das Netzwerk"). 2012 wurde es komplett neu geschrieben gegen das Zot-Protokoll. Das war der eigentliche Startschuß für Hubzilla. Damals gab Mike übrigens Friendica (das inzwischen auf die AGPLv3 relizensierte Original) an die Community ab. Ende 2012 wurde Red umbenannt in "Red Matrix", weil man "Red" nicht googlen kann.

    Allerdings wurde die Red Matrix kaum angenommen, weil sie im Grunde Friendica mit vielleicht ein oder zwei weniger Verbindungsmöglichkeiten und nomadischer Identität war. Die meisten verstanden nomadische Identität aber gar nicht, und von denen, die sie verstanden, glaubten viele, sie gar nicht zu brauchen, weil sie eh ihr Friendica-Konto auf ihrem eigenen Node hatten.

    So gab es dann im März 2015 den Schnitt. Mike und seine Mitstreiter aus der Community nahmen die Red Matrix und strickten sie um für neue Zielgruppen, insbesondere Betreiber öffentlicher Server. Dafür wurden haufenweise neue, teilweise optionale Features drangebaut: WebDAV für den eingebauten Filespace, ein CalDAV-Server, der das Frontend des Eventkalenders mitnutzt, ein CardDAV-Server, nichtföderierende Artikel, Planungskarten, Wikis, Webseiten usw. usf. Und das Ganze wurde umbenannt in Hubzilla.

    Wir sind übrigens immer noch zehn Monate vor dem Start von Mastodon.

    Standardmäßig föderiert Hubzilla nur über sein eigenes Zot-Protokoll. Es unterstützt immer noch einiges an nichtnomadischen Protokollen und Verbindungen, aber alles, was nichtnomadisch und bidirektional ist, ist optional und standardmäßig deaktiviert, muß also in einem neuen Kanal erst aktiviert werden. Darunter fällt auch ActivityPub, das Hubzilla seit Juli 2017 als allererste Software überhaupt implementiert hat, zwei Monate noch vor Mastodon.

    Damit war aber das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht.

    Mike wollte das Zot-Protokoll noch weiter entwickeln, und zwar auf Arten und Weisen, die möglicherweise die Kompatibilität beeinträchtigten. Das konnte er nicht auf Hubzilla selbst machen.

    Also gab er 2018 Hubzilla ab an zwei Entwickler aus der Community und forkte es. Erst kam Osada, das wohl zunächst als Entwicklungsplattform für Zot6 dienen sollte, aber trotzdem noch die meisten von Hubzillas Verbindungsmöglichkeiten hatte. Bei Osada wurde übrigens fast alles wieder entfernt, was beim Umbau von der Red Matrix zu Hubzilla dazugekommen war.

    Wie es aber zunächst aussah, würde Zot6 nicht mit nichtnomadischen Protokollen zusammenspielen können. So entstand als zweiter Fork Zap; ich glaube heute, Zap war ein Fork von Osada und nicht von Hubzilla. Jedenfalls behielt Osada die ganzen Verbindungsmöglichkeiten, verlor aber nomadische Identitäten. Zap wiederum blieb nomadisch, unterstützte aber nur Zot6.

    Schließlich stellte sich heraus: Zot6 konnte sehr wohl mit nichtnomadischen Protokollen zusammenspielen. Also wurde Osada, wie es war, Anfang 2019 eingestampft. Die Idee, einen Osada-Kanal als Gateway zwischen Zap und dem Rest des Fediverse zu haben, war sowieso gaga und wenig praktikabel. Dafür wurde von Zap kurz darauf ein zweites Osada geforkt, das sich zumindest wieder mit ActivityPub verbinden konnte. Das war zunächst der einzige Unterschied zwischen Osada und Zap.

    Im Laufe des Jahres wurden Osada und Zap stabil. Das heißt auch, Osada war so stabil, daß es keinen Grund mehr gab, warum Zap kein ActivityPub können sollte. Kurz darauf war der einzige Unterschied zwischen Osada und Zap neben dem Branding, daß auf Osada-Servern ActivityPub standardmäßig aktiviert und auf Zap-Servern standardmäßig deaktiviert war. Weil auch das Käse war und nur unnötigen Mehraufwand in der Entwicklung mit sich brachte, wurde das zweite Osada im Herbst 2019 komplett in Zap gemerget und eingestellt.

    Weil Zap jetzt aber ein stabiler Daily Driver war, brauchte Mike wieder neue Entwicklungsplattformen für Zot8. Dafür wurden 2020 ein drittes Osada, Mistpark 2020 (alias Misty) und Redmatrix 2020 geforkt. Es gab das Gerücht, daß sie verschiedene Stabilitätsstufen darstellten. Tatsächlich waren sie bis auf das Branding identisch, und es waren deshalb drei, weil Mike damit die Markenfetischisten im Fediverse trollen wollte.

    Einen stabilen Release mit Zot8 gab es nie. Statt dessen kam im Frühjahr 2021 Roadhouse dazu als Fork von einem von den dreien. Das basierte eigentlich schon auf Zot11, aber Zot11 war zu Zot6 in keinster Weise mehr kompatibel. Also entschied sich Mike, das Protokoll in Nomad umzubenennen. Heute sagt Mike, alle Versionen des Protokolls heißen jetzt Nomad; die Hubzilla-Entwickler widersprechen ihm aber und sagen, Zot6 ist immer noch Zot.

    Jetzt hatte Mike fünf Projekte, die unterschiedliche Protokollversionen nutzte, ansonsten aber dasselbe konnten und fast dasselbe UI hatten.

    Up- und Crossgrades gingen übrigens ganz einfach, in dem die Codebase des Servers umgestellt wurde. Man konnte von Zap nach Osada, Misty und Redmatrix 2020 upgraden. Man konnte zumindest zwischen Osada, Misty und Redmatrix 2020 hin und her crossgraden. Und man konnte von allen vieren nach Roadhouse upgraden.

    Im Oktober 2011 forkte Mike Roadhouse in wieder etwas Neues. Dieses Mal ging er in eine ganz andere Richtung: Was er jetzt erschaffen hatte, hatte keinen Namen. Es hatte kein Logo. Es hatte keine Markenidentität. Es war auch kein Projekt mehr. Alles mit voller Absicht und sehr gut begründet. Noch dazu nahm er sogar die MIT-Lizenz weg und stellte es direktweg in die Public Domain. Damit wollte er noch größere Anreize für Entwickler schaffen, es zu forken, um daraus etwas Eigenes zu bauen.

    Das Code-Repository brauchte aber zwingend einen Namen. Also wurde es "streams" genannt (ein Stream ist von Friendica bis heute das, was auf Twitter ein Feed und auf Mastodon eine Timeline ist). Weil nun aber die Community etwas brauchte, womit sie diese neue Software bezeichnen konnte, nahm sie den Namen des Repository und packten ihn in Klammern, um klarzustellen, daß das nicht der Name der Software war. Seitdem wird es seitens der Community "(streams)" genannt.

    Von Zap, Osada, Misty, Redmatrix 2020 und Roadhouse konnte durch Rebasen auf (streams) geupgradet werden. Weil (streams) selbst aber keinen Namen, kein Branding und nicht mal einen festgelegten Identifier für den Servertyp hat, übernahm es kurzerhand den Server-Identifier und das Logo von der vorherigen Software. Ich habe selbst mal einen (streams)-Server gesehen, der mit Zap angefangen hatte (wie aus der Subdomain hervorging) und zwischendurch mal Misty war (weil er als Misty gebrandet war), aber vom UI und von der Softwareversion her eindeutig (streams) war.

    Zum Silvesterabend 2020 stellte Mike dann Zap, Osada, Misty, Redmatrix 2020 und Roadhouse ein. Wer noch einen Server betrieb, dem war dazu geraten, auf (streams) upzugraden.

    (streams) wird heute noch von Mike weiterentwickelt. An Verbindungsmöglichkeiten hat es neben Nomad auch Hubzillas Zot6 und optional, aber standardmäßig aktiviert ActivityPub. Sogar RSS- und Atom-Feeds werden nicht mehr unterstützt, um den Entwicklungsaufwand zu reduzieren.

    Der letzte Fork kam im August 2024. Mike war ja damals einer der beiden Entwickler, die an nomadischer Identität über ActivityPub arbeiteten. Im Zuge dieser Entwicklung rollte Mike Portable Objects nach FEP-ef61 im Juni vom "nomadischen" Zweig von (streams) in den hauptsächlichen Entwicklungszweig und im Juli von da in den stabilen Zweig aus. Was im Labor aber funktioniert hatte, sorgte im täglichen Einsatz für Chaos, weil (streams) zuviele verschiedene Identitäten zu jonglieren hatte.

    Also forkte Mike (streams) im August zu Forte, entfernte jegliche Unterstützung für Nomad und Zot6 und basierte das ganze Ding komplett auf ActivityPub, und zwar inklusive nomadischer Identität. Das dürfte hauptsächlich passiert sein, um die Nomad- und Zot6-Identitäten loswerden zu können, um das Chaos sichten zu können, aber auch, weil nomadische Identität über ActivityPub die Zukunft sein soll.

    Zum 31. August warf Mike erst alle Brocken hin und wollte mit Entwicklung aufhören, weil das alles ein Riesenaufwand war. Er machte aber trotzdem weiter, weil sich in der winzigen (streams)-Community niemand fand, der (streams) und das noch instabile Forte hätte übernehmen können.

    Im September wurde erstmals ein Post von Forte durch das öffentliche Fediverse föderiert. Von da an gab es die ersten, die mit ihren eigenen Forte-Servern experimentierten. Und im März 2025 erklärte Mike Forte offiziell für stabil. (streams) lebt aber weiter, denn sein Killerfeature gegenüber Forte ist, daß es ActivityPub nicht braucht. Man kann es also als Zugbrücke verwenden, um das ganze ActivityPub-basierte Fediverse auf einen Schlag auszusperren.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #ActivityPub #Zot #Zot6 #Nomad #Mistpark #Friendica #Red #RedMatrix #Hubzilla #Osada #Zap #Mistpark2020 #Misty #Redmatrix2020 #Roadhouse #Streams #(streams) #Forte
  17. @Stefan Bohacek It has partly become a museum already.

    Of Mike's projects, only Roadhouse is missing because it never really took off. But the Red Matrix is there, Mistpark is there, Osada is there, Zap is there.

    Calckey is still there. Wildebeest is there which was so questionable I've got my doubts it still exists.

    #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Calckey #Wildebeest #Mistpark #Mistpark2020 #Misty #RedMatrix #Osada #Zap #Fediverse
  18. An excellent expose on one of the most prolific and creative minds in the #Fediverse, and as the following article by @sean eludes to, far far beyond.

    wedistribute.org/2024/03/activ

    @mike 's contributions to #FOSS and #DeSoc go back much further than just the #ActivityPub portions of the Fediverse, well over a decade in fact, as the creator of #Mistpark, now #Friendica, and also #Zot6 and #Nomad, which promises to be a show changer for identity in the world of Social communications.

    #tallship

  19. @Codex ☯️♈☮ @CynthesisToday I think the #Fediverse is the easiest to understand for those who halfway know their way around computer stuff if you start at the protocol level.

    #ActivityPub is a digital communications protocol standard. Like e-mail or RSS or Atom or XMPP or Matrix, for example. Or like #StatusNet or the #Diaspora protocol or #DFRN or #Zot, now known as #Nomad in its latest incarnation.

    The server application projects that are based on ActivityPub are different server-side software implementations of the same protocol. Some have more features, some have fewer, some specialise in particular tasks which is possible because ActivityPub is not specialised itself, not a one-trick pony.

    Like, for XMPP, you have jabberd and ejabberd and Openfire and Prosody and Tigase. For e-mail, you've got various mail servers and MTAs.

    The main difference here is that ActivityPub is so versatile in its capabilities that it can be used for a whole lot of different things. #Mastodon, #Pleroma, #Akkoma, #MissKey, #CalcKey etc. were made for microblogging. But ActivityPub can also be used for actual blogging platforms like #Plume or #WriteFreely, for video streaming like in the cases of #PeerTube and #Owncast, for audio streaming like in the cases of #Funkwhale and #Castopod and for link aggregators/discussion communities like in the cases of #Lemmy and #kbin. Only to name a few examples.

    Still, there are enough parts of this protocol fixed so that all these projects, all these implementations of ActivityPub can connect to one another and ideally communicate with one another.

    Now, why is all this made so that they can connect to one another?

    That's because they all use the same protocol. The alternative would have been to do like Mike MacGirvin did with DFRN for #Mistpark, later #Friendika, today known as #Friendica, and create a whole new protocol from scratch, even though StatusNet was readily available. Well, only that Mike's intention was to federate Friendica with everything that moved, regardless of protocol.

    Okay, better comparison: The alternative would have been to do like the four Diaspora* creators and create a whole new protocol from scratch with no intention whatsoever to connect to the outside world.

    Well, instead, all those clones of YouTube and Instagram and Reddit and GoodReads and so forth chose ActivityPub. It was a win-win situation: They could use an existing protocol which actually worked for them instead of taking upon themselves designing a whole new protocol first and then their server application on top. And they could expect a wider audience, namely everything else that uses ActivityPub. Two birds, one stone.

    Oh, and by the way: Neither the Fediverse nor ActivityPub was designed around Mastodon, nor was ActivityPub designed by Eugen Rochko (Mike Macgirvin did have some saying in it, though, AFAIK), and quite a few Fediverse projects already existed before Mastodon. Pleroma is three and a half weeks older. MissKey is two years older AFAIK. #Hubzilla was forked from Friendica four years before Mastodon came out. This means that Friendica has to be even older: six years older than Mastodon.

    None of these projects will ever give in to Mastodon's limitations and reduce their own feature set for the convenience of Mastodon users. Oh, and neither will the projects that came after Mastodon. If something from another Fediverse project doesn't look good on Mastodon, it's Mastodon's problem.
  20. @Bob Wyman #Friendica doesn't use #ActivityPub because it predates ActivityPub by 7½ years.

    The ActivityPub standard was published in January 2018. Friendica, then still called #Mistpark, had its 1.0 release in July 2010.

    Switching seven-year-old Friendica to ActivityPub would have meant a complete re-write of an established social networking project in daily productive use. During the migration, it would have disrupted connections between instances. Also, Friendica would have suffered and degraded from the switch because current ActivityPub doesn't have nearly the feature set which #DFRN, Friendica's scratch-made internal protocol, had in 2010 already.

    #Hubzilla had its 1.0 release, along with being renamed from #RedMatrix, in December 2015. This was still 2½ years before there was ActivityPub. Hubzilla had been in the making since 2012, originally being a Friendica fork named Friendica Red, created by Friendica's own inventor, Mike Macgirvin, then renamed Red, then renamed Red Matrix, then renamed Hubzilla.

    Essentially, Hubzilla was created around a new protocol idea which Mike had in 2011 with an all-new feature: #NomadicIdentity. This feature could not be made possible by upgrading DFRN, so a new protocol was conceived in 2011, #Zot.

    Migrating Hubzilla from Zot to ActivityPub as its base protocol would degrade it even more than migrating Friendica from DFRN to ActivityPub. Hubzilla has got even more features beyond what ActivityPub supports. Switching it to ActivityPub would mean axing one of its absolute killer features, nomadic identity.

    @Nuno Nonetheless, both Friendica and Hubzilla are part of the Fediverse and fully and bidirectionally federated with, amongst other projects, Mastodon. Proof: You're on Mastodon, I'm on Hubzilla, and yet, you can read this post.

    Still, the idea of requesting a mobile app for Android and iOS that can harness Hubzilla's full feature set, just like Tusky can harness pretty much Mastodon's full feature set, along with the full feature sets of all other Fediverse projects, no exception, can only come from someone who only knows Mastodon. You want easy access to all of Hubzilla's features through a touch screen? You better get yourself a USB touch screen the size of a newspaper, and even that wouldn't be sufficient.

    Go back in this thread, and read through the feature list once again.
  21. @Kristian @Chris Trottier Free, non-corporate, decentralised projects have different intents and purposes than non-free, commercial, corporate, centralised silos. They're created by different people for different people, for different target audiences. And even the huge corporate silos don't start with a shiny iPhone app and then develop the server backend around it.

    If it's free (as in, for example, Affero GPL), decentralised and distributed, it's made by geeks for geeks first and foremost. #Friendica first became available in 2010, and unlike Facebook, it never had the intention of becoming the next Internet for everyone in the world. Also, behind Facebook stood a huge megacorporation. Behind Friendica stood only one man, @mike, all alone, with zero budget. And yet, he managed to release something that was more powerful than Diaspora*, where at the same time only the crowdfunding campaign was running, would ever become.

    Friendica's target audience were geeks. The same people that also used Linux as their main OS. Friendica wasn't made for the same people as Facebook or the iPhone. In fact, your typical Friendica user wouldn't touch an iPhone or any other Apple product with a 10-foot barge pole. They'd rather have a Nokia N900, and that was a clunky QWERTY slider that ran a modified Debian GNU/Linux.

    #Redmatrix, the direct successor of Friendica, was experimental. Its sole purpose was to work on the brand-new #Zot protocol and the concept of #NomadicIdentity. It still had a small number of users and an even smaller number of instances, but they were generally voluntary guinea pigs. At this time, Friendica was already maintained by its own community which is about as far away from a Silicon Valley gigacorp as you could possibly get.

    Redmatrix wasn't declared ready for prime time until late 2015 when it was renamed #Hubzilla. And even then, it didn't come with the "vision" of rolling over the mass market and replacing Facebook, WordPress, MediaWiki and the various GAFAM cloud services in one fell swoop. Again, Hubzilla was developed pretty much only by Mike Macgirvin.

    #Osada and #Zap were both largely experimental again. Mike had forked them off Hubzilla because he still wasn't satisfied with what Zot could do at the time. However, the development of the new version #Zot6 couldn't happen on that monster named Hubzilla that was in everyday use now. That's why these two new projects were launched.

    There's a good reason why they were two projects. Zap was there first. Zap was the actual Zot6 testbed, and thus, Zap was Zot6-only. Osada retained compatibility with Friendica and Hubzilla to test how well Zot6 would interact with ActivityPub with had meanwhile appeared as a draft and, IIRC, adopted by both Friendica and Hubzilla. Eventually, Osada and Zap ended up having the exact same codebase, and the difference between the two was an admin switch: ActivityPub on made it Osada, ActivityPub off made it Zap. As this was non-sense, Osada was axed, and Zap got ActivityPub and was declared the next stable one.

    First, Zap's main killer feature over Hubzilla was Zot6 which had introduced #OpenWebAuth. When Zot6 was finally backported to Hubzilla, the remaining advantage was that Zap wasn't nearly as bloated with a somewhat less overwhelming UI. By the way, Redmatrix continued to exist with one user until Mike Macgirvin upgraded his own instance to Zap.

    Now, again, you can't tinker with something that's stable. And tinkering continued. #Mistpark, Friendica's early name, returned in 2020, as did Redmatrix and Osada, all as Zap forks at various stages of instability and being experimental, none intended for a wider audience. And all created by Mike Macgirvin again. You could happily switch back and forth between Redmatrix, Osada, Zap and #Misty by simply rebasing your server code. (Installing either usually involved "git clone".)

    He actually had a very good reason for this maze of names: He is opposed to big mass products with big brand identities. He wants to offer people technical solutions, not cool stuff with a sleek brand on it.

    Anyways, on top of all this came #Roadhouse, another fork from somewhere in this conglomerate which was created in 2021 and solely intended for the development of the next Zot version, originally named Zot8, now known as #Nomad. Roadhouse was so experimental that there has never even been an official text saying what it actually was.

    Also in 2021 came #Streams, a Roadhouse derivative that started out just as mysterious but was eventually intended for the public. It's often also referred to as (streams) because it's different from its predecessors in one point: It's even less of a brand. It isn't a product to be used as-is. (streams) is not a "Fediverse platform" that's waiting for its own iPhone app. (streams) is a code repository on Codeberg. And its purpose is for others to take the code and make something out of it. It isn't meant to be run as-is, although you can do that, and some people do. And even then, it comes without a fixed brand and kind of asks you to "rebrand" it, even on a per-instance basis. Most (streams)-based instances don't identify as (streams). Mike who is still involved in the project has his own instance based on (streams) but, probably deliberately and intentionally, still has it identify as Zap.

    Another interesting fact: (streams) uses a wild hodge-podge of free licenses. Most of it is in the public domain, but parts of it are under various free licenses which aren't compatible with each other. This is fully intentional, too. It makes using (streams) for commercial products pretty much impossible because no corporate legal department will be able to figure out how to legally comply with all these licenses at the same time. Free use stays basically unlimited, though.

    By the way: As of January 1st, 2023, Redmatrix, Osada, Zap, Misty and Roadhouse are EOL and discontinued, and their code repositories were closed. Instances running them can and shall be upgraded to (streams). All that's left is Friendica (the old faithful one), Hubzilla (the nomadic monster) and (streams) (the one for the tinkerers).

    Now there's still the question: Why do all these projects, in fact including #Mastodon, use this approach? Why do they start with a server platform plus Web frontend instead of doing as big corporations do and start with an iPhone app and develop a server backend around it? Why appeal to a small bunch of Linux nerds rather than to a mass-market of billions?

    Because if you want to go free and decentralised and distributed and federated, you'll need those Linux nerds before everyone else.

    First of all, you'll need someone to run instances. Thus, you'll need people who are willing and able to do that. This requires Linux knowledge. The ability to use the command line. The ability to set up and configure a Web server. Network knowledge to connect it to the internet. You can't set up a Web server from zero with three taps on a mobile app.

    In fact, when Diaspora* was young, it only ran on Mac servers. All four creators were Apple fanbois who didn't care for anything without the Apple brand on it. The Diaspora* server application was built against macOS. The result was a dire lack of public pods (instances) and everyone piling on the official pod. Mac users don't run Web servers at home, and I guess there were no hosting companies that offered Web hosting on Macs. The devs eventually had to make the server app at least halfway Linux-compatible to get more people to run pods, and you still had to compile Ruby on Rails from sources on Debian stable because Diaspora* depended on a newer version.

    Also, you'll need these tech geeks to spot and report bugs. Your typical Windows or Apple user doesn't report bugs; they only complain about them or switch to a competing product. In stark contrast, many Linux users even know how to file a good and informative bug report. Some are even capable of submitting pull requests with bug-fixing patches through git.

    And at least in the case of Mike's projects, you'll need a community that's capable of taking over the project itself and continuing its development. You'll need people who know how to code. You'll need people who know how to use git. And so forth. You'll hardly find such people amongst the masses who have spent all their digital lives in the cosy world of corporate-designed GUIs.

    If, for example, Mastodon had started out with iPhone and Android apps and gone from there, appealing to a rather tech-illiterate mass audience, it would probably never have become decentralised. At least not beyond the federation between mastodon.social, mastodon.online and whatever more instances Eugen Rochko would have had to launch because these two were full.

    And why not? Because Mastodon wouldn't have appealed to people who know how to install and run Mastodon instances. Mastodon would have only had the Windows/Mac/iPhone/Android crowd as users. All the geeks who would have known how to set up and run a Web server would have stayed on Friendica and Hubzilla. Some may have used ActivityPub to connect to Mastodon, but hardly anyone would have switched to that actually inferior platform with a wholly different crowd on it.
  22. @Ada @defcon42/Mirko @[email protected] To me, it sounds more like some #Mastodon users, especially those who came in through the #TwitterMigration, actually can't stand there being something else in the #Fediverse than their beloved Mastodon. When they caught their first glimpse of the Fediverse beyond Mastodon, they reacted much like the people of Krikkit when they caught their first glimpse of the universe beyond Krikkit: "It has to go!"

    They make themselves and each other believe that Mastodon is superior to any other Fediverse project in just about any regard imaginable while apparently completely refusing to learn about those other projects. They're supported in their belief by mass media only ever writing about Mastodon and the number of Mastodon users.

    However, mass media only write about Mastodon because they simply don't know a thing about the rest of the Fediverse, and they didn't know a thing about Mastodon until the #TwitterTakeover had actually happened, and the second wave of former #birbsite users had come flooding into Mastodon in such numbers that it was impossible to ignore even for those who act as if #FLOSS doesn't exist.

    As for the numbers of Mastodon users, they're so high because I guess more than 90% of all Mastodon users still don't know that the Fediverse is not only Mastodon, because they have never heard of anything else in the Fediverse. Mastodon was pretty much the only Fediverse project advertised on #BirbSocial when this was still possible.

    There are various reasons why Mastodon users don't spread across the Fediverse in masses. None of it is because Mastodon is superior to everything else because, truth be told, it isn't. I'll come to this later. One reason is, again, that the vast majority of them still don't know anything else. Another one is because it was hard enough to get used to Mastodon after years of using #Twitter, and they don't want to get used to yet another platform. And another one is that it's hard to move from Mastodon to something else and take your account or at least your connections with you.

    Another reason may be because people don't need anything beyond microblogging, and that's what Mastodon does. Now, sorry for all those of you who fight tooth and claw to defend Mastodon against the competition, but #Akkoma does microblogging, too. With extra features beyond Mastodon, some of which Mastodon users have been pestering Eugen Rochko to include in Mastodon for ages (e.g. "quote retweet"). All while being more lightweight and requiring fewer server resources than Mastodon. Oh, and it federates with Mastodon.

    Other Fediverse projects aren't even competition for Mastodon because they specialise in something else. @Pixelfed specialises in posting pictures, much like #Instagram. @PeerTube specialises in video upload and streaming, not too dissimilarly from #YouTube. #Plume and #WriteFreely specialise in distraction-free traditional blogging, much like #Medium. #Lemmy specialises in groups and posting and discussing news, much like #Reddit or #HackerNews. You can't claim that Mastodon is better at each of these things than these platforms.

    And then there are the jacks-of-all-trades which are usually filed under either "macroblogging" or "like #Facebook ". They weren't launched to have something that goes beyond Mastodon because their history reaches far back before Mastodon. Mastodon was launched in 2016 (and not 2022 like many believe). #Friendica was launched in early 2010, even before the crowdfunding campaign for the development of #Diaspora started. And in that early stage, Friendica, then still named #Mistpark, was vastly more powerful than Diaspora* ever got and also vastly more powerful than Mastodon 13 years later.

    #Hubzilla, created by the same man as Friendica, is the most extreme one of them all. For starters, it eliminates the need for multiple accounts by having multiple independent channels with separate identities on the same account. Each channel can have multiple profiles like on Friendica so you can present your channel differently to individual contacts or groups of them and differently again to the general public.

    It can do micro- and macroblogging with 50,000 or more characters and just about everything that can be done with #BBcode (italics, bold type, underline, lists with bullet points or numbers, quotes, code blocks), and you can embed as many pictures as you want in your posts where you want them instead of them automatically being attached to the end of the post.

    Group handling in Hubzilla is much easier than list handling in Mastodon. You never have to type the name of a contact to find them. You can edit contacts and add them to groups or remove them, and you can edit groups and add or remove contacts, all with a few mouse clicks. And while Mastodon shows a maximum of four lists on the main page, Hubzilla will give you easy access to all your groups.

    On top of that, you can have
    • very fine-grained access rights control with pre-definable contact roles
    • forums (just like Friendica, Hubzilla has #Guppe built in)
    • more elegant macroblogging with articles which, in addition to BBcode, support #Markdown
    • simple webpages (or not so simple if you're the admin of a hub, and you can expand it further)
    • wikis (I'm not even kidding)
    • a public calendar
    • a virtually unlimited number of private calendars with #CalDAV connection
    • a virtually unlimited number of address books with #CardDAV connection
    • a file server with #WebDAV connection with its own access rights management which also ties in with the Photos and optional Gallery app (Mastodon drops your pictures somewhere, Hubzilla lets you upload them to your personal cloud space where you can access them whenever you want)

    All with one run-of-the-mill Hubzilla account. And once per channel, separately.

    And as if that wasn't enough, Hubzilla introduced the #Zot protocol and with it a concept named #NomadicIdentity.

    Mastodon and Friendica let you have multiple accounts, even on separate instances. They also support migration from one account to another, and unlike Mastodon, Friendica lets you take all your content with you. Hubzilla (and #Streams, the successor of its slimmed-down successor, still created by the same guy) goes even further: Not only can you easily move from one hub to another, you can have channels on multiple hubs and automatically keep them fully in sync! If one hub goes down, it doesn't matter because you've got everything on all your other accounts.

    Last but not least, both Friendica and Hubzilla federate with almost everything that moves, even far beyond the #ActivityPub Fediverse. This could be Diaspora*, this could be #GNUsocial, this could be #Wordpress blogs with or without the ActivityPub add-on, this could be RSS feeds (and they both generate feeds themselves, so this is bidirectional, too), this could even be Twitter until the API is shuttered. Friendica even used to federate with Facebook until Facebook put rocks in the way; this is the only connector that Hubzilla didn't take over.

    The obvious downside is that for someone who just came in from the #birdcage, all this is utter overkill. In fact, people who are used to Mastodon may find Friendica borderline unusuable due to its many features. And Hubzilla is so infamous for its own clumsy UI capitulating before its sheer power that even Friendica users find it hard to use, fresh converts from Twitter to Mastodon even more so.

    Some design decisions may be hard to understand for outsiders. Converts from other Fediverse projects to Hubzilla regularly fail at something as seemingly similar as connecting to users on other ActivityPub-based projects until you tell them that ActivityPub is an optional app on Hubzilla that has to be activated first because Hubzilla concentrates on Zot with its Nomadic Identity.

    Also, just because these projects offer so much power, that doesn't mean that everyone needs it. If you do, it can be convenient to have it all under one login. But if all you're looking for is a bit of microblogging and online socialising, you don't need to drag a CMS and a full-blown cloud server with all bells and whistles along with you that just clutter up the UI. In that case, projects like Mastodon and Akkoma win because they're more approachable.

    And while Friendica, Hubzilla & Co. can do threaded discussions and even have something like forums, Lemmy can do this more elegantly because it specialises in it. While you can use Hubzilla's private calendar feature for event planning, it's easier to do the same with #Mobilizon which, again, specialises in it. Or you can host podcasts on Friendica, Hubzilla & Co, but you can host them better on #Funkwhale and even better on #Castopod.

    Wanting the Fediverse to be only Mastodon hinders development, namely the development of new projects within the Fediverse that may be able to do all-new things that we haven't seen in the Fediverse yet. Things that, sorry to say again, you'll never be able to do with Mastodon.

    P.S.: For extra kicks, don't just read this on Mastodon. Open my original post; there you can see what Hubzilla is capable of, and what Mastodon strips away.
  23. CW: This is how I witnessed the development of Friendica, Hubzilla, Streams &amp; Co.
    Allow me to digress from the usual topic on this channel once more.

    I'm pretty sure that no human being on this planet has created nearly as many federated social platforms as @mike. But all these (actually not always so) different platforms can be a bit confusing. Even I may be wrong here and there, but I'll try to make some sense of them by putting them into a kind of chronology.


    So first, there was #Friendica. Only that it started out under the name of #Mistpark. I'll get to the name later.

    Remember #Diaspora? Remember summer 2010 when the crowdfunding run was launched so that those four guys could spend all their time creating a free, #OpenSource, decentralised, federated social network (a.k.a. #Facebook killer) which they wanted to name Diaspora*?

    Well, they unknowingly wanted to re-invent the wheel. #StatusNet was already there, #GNUsocial was already there, and especially, Mistpark was already there with a 1.x release and more powerful than both, actually, more powerful than Diaspora would ever become. I think Mistpark even already had Diaspora*'s aspects, only that they were called groups.

    As for its concept, Mistpark went beyond that of Diaspora*. Mistpark didn't only want a bunch of instances ("nodes" in this case) of its own kind to connect with one another, it also wanted to federate with everything else that moved, be it e-mail, be it StatusNet, be it Twitter, be it whatever.

    The first name change was from Mistpark to #Friendika. The reason was that the original name sounded repelling to German speakers. "Mist" means "fog" in English, but "dung" or "manure" in German, not to mention that it's a German curse word.

    When Diaspora* was finally there, Friendika didn't see it as competition, it saw it as another federation target. To this day, Friendica is fully federated with Diaspora*, and that has exclusively been the work of the Friendika developers who studied Diaspora*'s source code and reverse-engineer it because it didn't have an API.

    Probably the biggest coup was the bidirectional federation with Facebook. This was what everyone was waiting for. This, however, was also where the trouble started. Facebook didn't want to be federated with a non-commercial social network and started taking defensive measures. Also, Friendica users (the second name change was through meanwhile) who used the Facebook connector had their entire and often very busy Facebook timelines mirrored onto Friendica nodes, one of the reasons why even nodes on powerful root servers often had to close new registrations even though they only had a little over a hundred users. So there were several reasons why Facebook federation was axed again.

    Internally, Friendica uses its own protocol named #DFRN. But I guess Mike had meanwhile seen it as a dead end, also because he had a new idea: #NomadicIdentity, not only the ability to easily take your account from one instance to another, but the possibility to have it on multiple instances at the same time, keeping the copies in sync.

    That's why he laid the foundation for a new protocol that could do that: #Zot.


    And with it came the next social platform. It was first just simply named Red from Spanish "red" = "net". Red was based on Zot from the beginning, and as an experimental platform, it only understood Zot. On Friendica which was now running at full steam on dozens upon dozens of nodes, and which Mike had passed on to the community, the development was followed with interest. And just like later platforms, I think Red actually got a few small public instances because someone really wanted to try it out. Red eventually changed its name to #RedMatrix.

    Also, Red didn't just want to be a social network like Friendica. The idea was rather to have a "social content management system" that could do just about everything you could do with a website and/or a cloud server. Third-party federation was slightly reduced, connections to commercial platforms didn't come back. But as Red evolved, the Diaspora* connector was included which was also used to federate Red with Friendica.


    From the Red Matrix emerged #Hubzilla, the Swiss Army knife of the #Fediverse. Still today, its possibilities have rarely ever been fleshed out: not only microblogging, but macroblogging, article publication, websites, wikis (no, I'm not kidding), #WebDAV, #CalDAV and #CardDAV server and so forth.

    Next to the nomadic identity that came with Zot, Hubzilla introduced another killer feature: one account, many separate channels. Each one of these channels is basically like one Friendica account. You can have multiple fully separate identities on one account, and nobody (except the instance admin) can tell that they're all you. So this goes way beyond Friendica's multiple profiles. By the way, Hubzilla still has multiple profiles per channel.

    Some say that the Red Matrix was renamed Hubzilla. This isn't true. Hubzilla is a fork of the Red Matrix, one could say it was a stable snapshot of the Red Matrix.

    For the development of the Red Matrix continued. Planned advancements on Zot couldn't be tested on stable Hubzilla, they needed their own testbed. Eventually, the last Red Matrix instance was Mike's personal one with himself as the only user. It still federated with Friendica and, of course, Hubzilla.

    In the meantime, #ActivityPub came along. It wasn't just another obscure networking protocol, though, because #Mastodon made it huge. So at least Friendica and Hubzilla had to adopt it. Friendica firmly integrated it. Hubzilla made it into an app just like all other protocols that aren't Zot because they stand in the way of fully nomadic identity. By the way, both profited from its introduction because the federation between each other no longer had to use the Diaspora* protocol.


    For the next advancements of Zot, two new platforms were forked from the Red Matrix or Hubzilla. At this point, Mike wasn't involved with Hubzilla anymore either. First, there was #Osada, an early testbed for what would become #Zot6, but still with ActivityPub. For pure Zot6, #Zap followed suit. Most connectors that are neither Zot nor ActivityPub, including the one to Diaspora*, weren't taken over, as were many of Hubzilla's extra abilities (websites, articles, wiki, CardDAV, two parallel calendar systems etc.) to keep it slim. It did get to keep the various types of channels as well as one CalDAV server and the WebDAV connection, though.

    Eventually, when Mike handed them over to the community, they used the exact same code base. The only differences between Osada and Zap was whether or not the admin had ActivityPub on (Osada) or off (Zap) and the name.

    As having two different names for the same thing, depending on the instance configuration, Osada was discontinued in favour of Zap which now included ActivityPub itself. In the meantime, Zot6 became stable and was backported into Hubzilla which thereby became fully compatible to Zap, only that what Hubzilla can that Zap can't cannot be mirrored to Zap.

    Then Osada re-emerged as Zap's unstable branch. Along with it came a new Red Matrix which, as far as I could see, was now an even more purist, even more unstable branch that only served for testing Zot8 and lacked all other protocols.

    To top this off, in 2020, Zap itself got a stable branch even more intended for productive use. For this purpose, the name Mistpark was dusted off. The new stable branch was named #Mistpark2020 or simply #Misty. Misty was the first of its kind to not even get an announcement anymore, though. Its home page on Zotlabs disappeared along with Zotlabs before it could be filled with any useful information.

    Two things were interesting: Red Matrix, Osada, Zap and Misty were based on various states of the same code base. It was possible to switch from one to another by rebasing the local code repository on your server. This became obvious through instances that carry the name of one project but run another one.


    It must have been in 2021 when #Roadhouse showed up, again, unannounced. It seemed to be nothing more than a concept for the next generation of distributed social platforms. Roadhouse was the first of its kind to use the #Nomad protocol which, I guess, is forked from #Zot because it serves the same purpose. It got its own home page on Zotlabs which remained as uninformational as Misty's.


    And then the most recent name popped up: #Streams. At first, it was even less clear what Streams was supposed to be and what set it apart from Roadhouse, not to mention Red Matrix, Osada, Zap and Misty, also because Zotlabs didn't say what Streams was either.

    But I guess Streams' purpose has emerged in the meantime through word-of-mouth: It's the experimental successor of all five and the solution to this maze of names. Streams isn't even a product with a name, it's a concept that uses Nomad for nomadic identity and that is in constant flux, hence Streams. The idea was to do away with fixed names to get rid of the previous chaos. Everyone can name whatever they do with Streams however they want.

    There is currently only one more or less public Streams instance, but it still carries "Stream" in its name. At least two more instances which may be private are named something with "Streams", too. So whether Mike wants or not, Streams has become a name of its own, and people use it.

    How many Streams instances exactly exist right now is hard to tell, even from Communities pages on Streams instances or Sites pages on older platforms, because they don't necessarily identify themselves as Streams instances. So if you go through one of these pages, and there are names in the Projects column which you don't know as Fediverse platforms, check out what's behind them. It's often only one instance. Open the instance, click its burger menu, and if there's a Communities link, it's a Streams instance. I've discovered a lot of Streams instances not named anything with Streams this way. Private instances included, I guess Streams must have more than a dozen instances already.

    There has even already been a request to launch a Streams support forum much like the one for Hubzilla; after all, Streams still supports forums. It's safe to say that Streams is doing quite well for something so obscure.

    Feature-wise, Streams is the same as Zap and Misty.


    But what became of the six platforms between Hubzilla and Streams?
    • Red Matrix kept having only this one single-user instance because nobody else dared to touch it and set up another instance. It's a Zap instance now as far as I can see.
    • Osada never really took off, Zap probably did only after Osada was merged into it, and some Osada instances became Zap instances. This explains why Zap has got comparably many instances. Most of them, however, are tiny, probably private and utterly undermaintained as they run rather old Zap versions. Zap only lives by numbers, and it's the only one of the five listed on Fediverse Observer. Also, while the FediDB lists all five, it only knows that one Dominican public Zap instance and none of the others (looking through its connected sites reveals many unlisted instances of Zot-based networks, by the way). Still, it seems to be on the deathbed, being superseded by Streams, experimental as the latter may be.
      There still seem to be a very few running Osada instances, but Osada can be considered dead as the focus is on Streams now.
    • Misty didn't take off either, even though it was considered more stable and more production-grade than Zap. This time, the reason may simply be because Misty got zero advertising, so nobody heard about it, probably not even some of the Zap crowd. Misty never had many instances, they weren't properly advertised either (the same applies to most Zap instances, by the way), and Misty's death knell may have been the unannounced shutdown of its largest instance. Basically, there was little room for Misty next to less obscure Zap.
    • Roadhouse didn't even manage to get much limelight before Streams appeared shortly afterwards. In both cases, the only way to find out what they were and what they did was by either studying the source code or installing a private instance. Streams, however, had the advantage of being even newer. The-Federation.info knows exactly one German Roadhouse instance which was originally set up as Misty and has meanwhile been upgraded beyond Roadhouse to Streams, and there only seems to be one remaining unlisted Roadhouse instance.
    • I've seen another result of an upgrade from Zap to Misty. So it's safe to assume that you can upgrade all five to Streams. If this is the case, then now that Streams is here, it probably isn't worth spreading the developer community across six almost identical platforms. Basically, Streams has become the latest version of Red Matrix, Osada, Zap, Misty and Roadhouse.
    • At least Red Matrix, Osada, Zap and Misty are still being maintained in a sense, though. All four got the same small Git commit from Mike a good month ago. Roadhouse got one four months ago.

    As of now, Friendica is still going strong, so is Hubzilla, and Streams seems to be cleaning up the mess that came after Hubzilla.

    If you really want to try out something with Zot, my current recommendation is Hubzilla, even if it may seem bloated and cumbersome to you, even if you'll never harness its full power. Many of its extra functions are additional apps and switched off by default; this includes ActivityPub, by the way, this is important to know.

    It's hard to find a public Streams instance with open registrations currently, much less multiple ones that'd be required for a nomadic identity. Neither Fediverse.party nor the FediDB nor The-Federation.info nor Fediverse.info even knows Streams, and existing Streams instances usually don't identify to other Fediverse servers as Streams instances. It's still a rather underground and grass-roots project with no publicity at all. As Streams is rather experimental, however, you may want a nomadic home on at least two instances to have an instant backup, should one of them shut down.

    Zap has got exactly one instance open to the public, and seeing as Zap may be shrinking rather than growing, I don't expect this to change. Again, due to Zap's still small size and unclear future, I wouldn't recommend using it without nomadic identity as a safety net.

    As for Osada or Misty, good luck finding an instance to join, much less one that's here to stay and ideally be upgraded to Streams one day.

    Hubzilla may not be as bleeding-edge as Streams, and it may be overkill for your purposes if Zap or Streams would be sufficient, but it's stable, it's big enough, it's established, and it's different enough from Streams to not be endangered by it. I mean, Hubzilla hasn't managed to kill off Friendica either, right?