#mdraltpapier — Public Fediverse posts
Live and recent posts from across the Fediverse tagged #mdraltpapier, aggregated by home.social.
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Wie viel ist das ZDF noch wert?
Der paradigmatische Streit der Demokrat*inn*en um “Die Anstalt”
Zunächst zu Ihrer eigenen Meinungsbildung hier der Link zur TV-Sendung:
“Die AntifAnstalt” (Video 70 min)
Und hier eine zusammenfassende kritische Analyse des Streits von René Martens/MDR-Altpapier:
“Ein höchst problematischer Umgang mit der eigenen Freiheit – Das ZDF habe den Auftritt von Danger Dan mit dem Lied ‘Kein Angst’ ‘richtigerweise abgesetzt’, meint die SZ. Der ‘Spiegel’ hält das Stück für ‘scheußlich’. Die andere Seite findet, der Sender sei mit der Entscheidung seinem Auftrag nicht gerecht geworden und habe die historische Rolle der Öffentlich-Rechtlichen als Bastion gegen einen neuen Faschismus missachtet.”
Hören Sie ergänzend dazu aus der letzten Nacht Matthias Dell/DLF-Kultur: “‘Wir haben verloren.’ ‚Die AntifAnstalt‘ im ZDF-Stream”, Audio 9min, im Radio gesendet während des WM-Finales.
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Wie viel ist das ZDF noch wert?
Der paradigmatische Streit der Demokrat*inn*en um “Die Anstalt”
Zunächst zu Ihrer eigenen Meinungsbildung hier der Link zur TV-Sendung:
“Die AntifAnstalt” (Video 70 min)
Und hier eine zusammenfassende kritische Analyse des Streits von René Martens/MDR-Altpapier:
“Ein höchst problematischer Umgang mit der eigenen Freiheit – Das ZDF habe den Auftritt von Danger Dan mit dem Lied ‘Kein Angst’ ‘richtigerweise abgesetzt’, meint die SZ. Der ‘Spiegel’ hält das Stück für ‘scheußlich’. Die andere Seite findet, der Sender sei mit der Entscheidung seinem Auftrag nicht gerecht geworden und habe die historische Rolle der Öffentlich-Rechtlichen als Bastion gegen einen neuen Faschismus missachtet.”
Hören Sie ergänzend dazu aus der letzten Nacht Matthias Dell/DLF-Kultur: “‘Wir haben verloren.’ ‚Die AntifAnstalt‘ im ZDF-Stream”, Audio 9min, im Radio gesendet während des WM-Finales.
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Deutsche Mediendiätförderung
Mit der Schlagzeile meine ich nicht die internationale Medienrecherche ohne deutsche Beteiligung, über die deswegen hierzulande auch nichts berichtet wird, ausser von René Martens/MDR-Altpapier, und weil ich gerade dabei bin, hier, bitte schön, können Sie das selbst lesen:
“Wenn man sich schlampige Propaganda leisten kann – Im Februar dieses Jahres scheiterte das Königreich Marokko endgültig mit einem juristischen Angriff auf deutsche Medien, die recherchiert hatten, wie das Regime die Überwachungssoftware Pegasus einsetzt. Nun gibt es neue Enthüllungen. Und ein schon etwas älteres Recherche-Großprojekt zu vermeintlichen Erklärvideos der israelischen Armee wird jetzt endlich gewürdigt.”
Diese Ignoranz der deutschen “vierten Gewalt” ist für sich schon eine exzellente Mediendiätförderung. Ich meine damit hingegen die WM-Berichterstattung, zu der wir nur von Glück sagen können, dass sie überwiegend ebenfalls ohne deutsche Beteiligung stattfand, weil es sonst einen gesundheitsgefährdenden Overkill gegeben hätte.
Die deutschen TV-Anstalten haben Mondpreise an die Fifamafia für die TV-Rechte gezahlt. Obwohl es ein europarechtliches Recht auf kostenlose Kurzberichterstattung gibt. Aber gut – Donald Trump würde sich darüber kaputtlachen. Sie haben also – mit unserem Geld – unermessliche Millionensummen gezahlt, und tapezieren damit ihr Programm. Andere kostenverursachende Alltagsarbeit wird eingestellt, Nachrichtenmagazine eingedampft. Zahlreiche Fussballrentner und wenige -innen, alte Buddys der sog. Fussballjournalisten und -reporter, werden, ebenfalls von unserem Geld, als “Expert*inn*en” zu komfortablen Honoraren engagiert, um in den Spiel- und Übertragungspausen, wenn sie nicht durch Werbung gefüllt werden, das Publikum kontinuierlich weiterzubeschallen.
Die Medien wiederum, die nicht TV sind, sondern auf Bildschirmen oder Papier aneinandergereihte Buchstaben verbreiten, erregen sich ausführlich über das Geschwätzte. Wer hat wen beleidigt und warum? Erfreulich für diese Art nervenaufreibendes Business: der zukünftige Bundestrainer erschwätzte sich auf diese Weise seinen neuen Millionenjob. Niemand durfte zurückbleiben in der Disziplin, sich darüber das Hirn zu zermartern und die Medienöffentlichkeit ausführlichst damit zu belästigen.
Schmerzfrei und realitätsblind, wie es sonst nur Jens Spahn und andere Politiker*innen seiner Kragenweite schaffen, merken diese – in der Regel recht fair honorierten – Aufmerksamkeitsökonomen nicht, dass sie von uns, dem Publikum nicht die geringste Aufmerksamkeit bekommen. Und selbst wenn, dürfen sie es nicht zugeben, weil es ja ihren lukrativen Job untergraben täte … Während sie sich vor Kameras spreizen und auf Studiosofas den Hintern plattsitzen – beim ZDF sah das täglich unfreiwillig satirisch aus – sind wir auf dem Weg zum Klo, Kühlschrank oder Grill. Und wenn wir das nicht sind, sitzen wir mit Freund*inn*en zusammen, diskutieren das Spiel, die Spieler oder ganz andere, viel wichtigere Neuigkeiten.
Zugehört haben wir nur zwischen Anpfiff und Abpfiff. Gezwungenermassen. Denn was interessiert, ist das Spiel. Ich selbst habe von den 104 Partien nur 5 oder 6 komplett geguckt. Spanien-Frankreich war darunter, zwangsweise bei Telekoms “Magenta”, weil mein Fussballwirt das abonnieren musste. In den letzten 10 Minuten habe ich (Ungläubiger!) gebetet, dass es endet, weil ich das pathostriefende Gebrüll des leitenden Telekomangestellten am Mikrofon (Name zum Glück vergessen) nicht mehr aushielt.
Ein Fall für Jürgen Roth! Bitte richte ihn hin, Du weisst, wie ich das meine.
Die alte Reporterweisheit von Ernst Huberty – “Erzähle den Zuschauern nicht, was sie schon sehen!” – ist mausetot. Der Lärm darf nicht aufhören.
Bei der grössten Medienveranstaltung der Welt wurde über 6 Wochen inszeniert, was die ehemalige Beuelerin Annika Schneider/uebermedien aktuell (noch eine Woche hinter Paywall) so charakterisiert, und damit den Nagel der aktuellen deutschen Denokratiekrise auf den Kopf trifft:
“Sommerpressekonferenz mit Kanzler Merz: Viele Journalisten, wenig Journalismus – Obwohl es kaum etwas zu berichten gab, haben wieder alle drüber berichtet: die Sommerpressekonferenz mit Kanzler Merz. Mit kritischem Journalismus hat das jährliche Ritual wenig zu tun. Presse und Politik nutzen es für die Selbstinszenierung.”
Die Zeit wird immer knapper. Besser sie anders zu nutzen.
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Deutsche Mediendiätförderung
Mit der Schlagzeile meine ich nicht die internationale Medienrecherche ohne deutsche Beteiligung, über die deswegen hierzulande auch nichts berichtet wird, ausser von René Martens/MDR-Altpapier, und weil ich gerade dabei bin, hier, bitte schön, können Sie das selbst lesen:
“Wenn man sich schlampige Propaganda leisten kann – Im Februar dieses Jahres scheiterte das Königreich Marokko endgültig mit einem juristischen Angriff auf deutsche Medien, die recherchiert hatten, wie das Regime die Überwachungssoftware Pegasus einsetzt. Nun gibt es neue Enthüllungen. Und ein schon etwas älteres Recherche-Großprojekt zu vermeintlichen Erklärvideos der israelischen Armee wird jetzt endlich gewürdigt.”
Diese Ignoranz der deutschen “vierten Gewalt” ist für sich schon eine exzellente Mediendiätförderung. Ich meine damit hingegen die WM-Berichterstattung, zu der wir nur von Glück sagen können, dass sie überwiegend ebenfalls ohne deutsche Beteiligung stattfand, weil es sonst einen gesundheitsgefährdenden Overkill gegeben hätte.
Die deutschen TV-Anstalten haben Mondpreise an die Fifamafia für die TV-Rechte gezahlt. Obwohl es ein europarechtliches Recht auf kostenlose Kurzberichterstattung gibt. Aber gut – Donald Trump würde sich darüber kaputtlachen. Sie haben also – mit unserem Geld – unermessliche Millionensummen gezahlt, und tapezieren damit ihr Programm. Andere kostenverursachende Alltagsarbeit wird eingestellt, Nachrichtenmagazine eingedampft. Zahlreiche Fussballrentner und wenige -innen, alte Buddys der sog. Fussballjournalisten und -reporter, werden, ebenfalls von unserem Geld, als “Expert*inn*en” zu komfortablen Honoraren engagiert, um in den Spiel- und Übertragungspausen, wenn sie nicht durch Werbung gefüllt werden, das Publikum kontinuierlich weiterzubeschallen.
Die Medien wiederum, die nicht TV sind, sondern auf Bildschirmen oder Papier aneinandergereihte Buchstaben verbreiten, erregen sich ausführlich über das Geschwätzte. Wer hat wen beleidigt und warum? Erfreulich für diese Art nervenaufreibendes Business: der zukünftige Bundestrainer erschwätzte sich auf diese Weise seinen neuen Millionenjob. Niemand durfte zurückbleiben in der Disziplin, sich darüber das Hirn zu zermartern und die Medienöffentlichkeit ausführlichst damit zu belästigen.
Schmerzfrei und realitätsblind, wie es sonst nur Jens Spahn und andere Politiker*innen seiner Kragenweite schaffen, merken diese – in der Regel recht fair honorierten – Aufmerksamkeitsökonomen nicht, dass sie von uns, dem Publikum nicht die geringste Aufmerksamkeit bekommen. Und selbst wenn, dürfen sie es nicht zugeben, weil es ja ihren lukrativen Job untergraben täte … Während sie sich vor Kameras spreizen und auf Studiosofas den Hintern plattsitzen – beim ZDF sah das täglich unfreiwillig satirisch aus – sind wir auf dem Weg zum Klo, Kühlschrank oder Grill. Und wenn wir das nicht sind, sitzen wir mit Freund*inn*en zusammen, diskutieren das Spiel, die Spieler oder ganz andere, viel wichtigere Neuigkeiten.
Zugehört haben wir nur zwischen Anpfiff und Abpfiff. Gezwungenermassen. Denn was interessiert, ist das Spiel. Ich selbst habe von den 104 Partien nur 5 oder 6 komplett geguckt. Spanien-Frankreich war darunter, zwangsweise bei Telekoms “Magenta”, weil mein Fussballwirt das abonnieren musste. In den letzten 10 Minuten habe ich (Ungläubiger!) gebetet, dass es endet, weil ich das pathostriefende Gebrüll des leitenden Telekomangestellten am Mikrofon (Name zum Glück vergessen) nicht mehr aushielt.
Ein Fall für Jürgen Roth! Bitte richte ihn hin, Du weisst, wie ich das meine.
Die alte Reporterweisheit von Ernst Huberty – “Erzähle den Zuschauern nicht, was sie schon sehen!” – ist mausetot. Der Lärm darf nicht aufhören.
Bei der grössten Medienveranstaltung der Welt wurde über 6 Wochen inszeniert, was die ehemalige Beuelerin Annika Schneider/uebermedien aktuell (noch eine Woche hinter Paywall) so charakterisiert, und damit den Nagel der aktuellen deutschen Denokratiekrise auf den Kopf trifft:
“Sommerpressekonferenz mit Kanzler Merz: Viele Journalisten, wenig Journalismus – Obwohl es kaum etwas zu berichten gab, haben wieder alle drüber berichtet: die Sommerpressekonferenz mit Kanzler Merz. Mit kritischem Journalismus hat das jährliche Ritual wenig zu tun. Presse und Politik nutzen es für die Selbstinszenierung.”
Die Zeit wird immer knapper. Besser sie anders zu nutzen.
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… HOFFNUNG!
Sehr erhellend wie fast immer Antonia Groß/MDR-Altpapier: “Plenarwoche oder: Flood the Zone with Misstrauenn – Viele Analysen über das Reformpaket der Regierung und die letzten Abstimmungen vor der Sommerpause unterstellen Misstrauen gegen die Bevölkerung. Warum das zwar stimmt, aber lähmt – und wieso sich Protest gegen die Beschneidung liberaler Transparenzgesetze offenbar erfolgreicher durchsetzen lässt?”
Wenig Hoffnung beim Deutschlandfunk
Haben die Proteste gegen die drohende DLF-“Programmreform” eine Chance? Ich zweifle, weil ich niemanden kenne, die*der das behauptet oder gar bezeugt. Darin ist die Führung des Senders der Bundesregierung, dem DFB und diesem Land zu ähnlich.
Drei vom Tode bedrohte Beispiele, so lange sie noch leben:
Jan Tengeler: “Gesichter Europas: Wunsch und Wirklichkeit – Fussball(kultur) in Griechenland – Fußball ist in Griechenland die beliebteste Sportart. Und auch dort ist es längst ein großes Geschäft. Aber das Land am Rande Europas kann die eigenen Erwartungen nicht erfüllen: 2026 ist es wieder nicht bei der WM dabei. Der Profi-Sport konzentriert sich auf Athen und Thessaloniki und auch die ausgeprägte Fankultur ist auf die Vereine der beiden großen Städte fokussiert. Gekickt wird dagegen überall. In den Amateurligen in den wenig besiedelten Gebieten spielen Alt und Jung, Mädchen und Jungen oft gemeinsam. Sie treffen sich auf holprigen Äckern mit imposantem Blick auf die Berge oder das Meer. Wie leben die Griechen mit einer Leidenschaft, in der doch immer wieder andere die Nase vorn haben?” (Audio 53 min). Das ist erstklassiger Reportage-Journalismus. Sagen Sie mir, wo es den sonst noch gibt!
Heute morgen Niklas Maak: “Essay und Diskurs: Verkehrswende – Der Kampf ums Auto – Freiheit, Klima und die Zukunft der Städte”. Audio 30 min., auch als Text unter dem Link nachlesbar!
Und heute mittag wieder der “Sonntagsspaziergang – Reisenotizen aus Deutschland und der Welt” mit den Themen “Besuch in Krania, einem Bergdorf auf den Rückläufern des Olymp – Zu Gast in Cabo Polonio, Uruguay – Via Francigena–Alter Pilgerweg, neu entdeckt – Lübeck und das Wasser” Redaktion und Moderation Laura Kingston.
Ab November dann Schluss damit?
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… HOFFNUNG!
Sehr erhellend wie fast immer Antonia Groß/MDR-Altpapier: “Plenarwoche oder: Flood the Zone with Misstrauenn – Viele Analysen über das Reformpaket der Regierung und die letzten Abstimmungen vor der Sommerpause unterstellen Misstrauen gegen die Bevölkerung. Warum das zwar stimmt, aber lähmt – und wieso sich Protest gegen die Beschneidung liberaler Transparenzgesetze offenbar erfolgreicher durchsetzen lässt?”
Wenig Hoffnung beim Deutschlandfunk
Haben die Proteste gegen die drohende DLF-“Programmreform” eine Chance? Ich zweifle, weil ich niemanden kenne, die*der das behauptet oder gar bezeugt. Darin ist die Führung des Senders der Bundesregierung, dem DFB und diesem Land zu ähnlich.
Drei vom Tode bedrohte Beispiele, so lange sie noch leben:
Jan Tengeler: “Gesichter Europas: Wunsch und Wirklichkeit – Fussball(kultur) in Griechenland – Fußball ist in Griechenland die beliebteste Sportart. Und auch dort ist es längst ein großes Geschäft. Aber das Land am Rande Europas kann die eigenen Erwartungen nicht erfüllen: 2026 ist es wieder nicht bei der WM dabei. Der Profi-Sport konzentriert sich auf Athen und Thessaloniki und auch die ausgeprägte Fankultur ist auf die Vereine der beiden großen Städte fokussiert. Gekickt wird dagegen überall. In den Amateurligen in den wenig besiedelten Gebieten spielen Alt und Jung, Mädchen und Jungen oft gemeinsam. Sie treffen sich auf holprigen Äckern mit imposantem Blick auf die Berge oder das Meer. Wie leben die Griechen mit einer Leidenschaft, in der doch immer wieder andere die Nase vorn haben?” (Audio 53 min). Das ist erstklassiger Reportage-Journalismus. Sagen Sie mir, wo es den sonst noch gibt!
Heute morgen Niklas Maak: “Essay und Diskurs: Verkehrswende – Der Kampf ums Auto – Freiheit, Klima und die Zukunft der Städte”. Audio 30 min., auch als Text unter dem Link nachlesbar!
Und heute mittag wieder der “Sonntagsspaziergang – Reisenotizen aus Deutschland und der Welt” mit den Themen “Besuch in Krania, einem Bergdorf auf den Rückläufern des Olymp – Zu Gast in Cabo Polonio, Uruguay – Via Francigena–Alter Pilgerweg, neu entdeckt – Lübeck und das Wasser” Redaktion und Moderation Laura Kingston.
Ab November dann Schluss damit?
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Nun tobt also die kontroverse Debatte um die Programmreform des Deutschlandfunks. Bis vor wenigen Tagen nur intern im Sender geführt, hat sich seine Führung nun zu einem offensiven Ausfall aus ihrer Festung entschlossen. Christian Bartels/MDR-Altpapier fasst dies und die Reaktionen darauf zusammen: “Breite Tiefe – Der Deutschlandfunk sendet ziemlich erfolgreich Radio, will demnächst aber digital breiter in die Tiefe gehen. Und im linearen Programm tiefer in die Breite? Jedenfalls sind seine Pläne für eine große Programmreform bereits heftig umstritten.”
Ich habe mich in einem der von ihm wiedergegebenen Zitate wiederentdeckt.“Intern umstritten ist die Reform auch deshalb, weil in der Belegschaft die Auffassung vorherrscht, dass die Hörerinnen und Hörer bestimmte Sendungen gezielt einschalten. Aus Sicht von Teichmann ist das die Lebenslüge des Deutschlandfunks …” soll Stefan Fischer in der Paywall der SZ geschrieben haben.
In der Tat sind fast alle Fachsendungen, die ich mannigfach in den letzten 10 Jahren in diesem Blog empfohlen habe, vom Verschwinden bedroht. Diese Art Erlebnis zieht sich wie ein roter Faden durch meine persönliche Geschichte des Radiohörens. Liebgewordenes, gerne Genossenes wird von bewusstlosen Führungskräften liquidiert, weil sie ernsthaft behaupten zu glauben, mich besser zu kennen als ich. Worin unterscheiden sich solche Leute noch von den KIs der globalen Plattformmonopole?
Das dürfen sie nun gerne hinter den Festungsmauern ihres Hochhauses weiterdiskutieren. Meine These: es führt zu nichts, zum “Zerstörungswerk – Deutschlandfunk – die letzte Insel des Fachjournalismus vor ihrer Überschwemmung durch die Formatierungswelle”.
Der entscheidende strategische Fehler war der Import von WDR-Führungskräften und ihrer Sichtweisen in den DLF. Einen Radiosender, der nur noch wenige Monate wertvoller sein wird, als alle fünf WDR-Wellen – mit der Entwertung von Cosmo sechs – zusammen – für weit weniger Geld. Aber es geht nicht um die Sache. Es geht um Personen und den Beweis ihrer Durchsetzungskraft. Mann nennt es Macht.
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Nun tobt also die kontroverse Debatte um die Programmreform des Deutschlandfunks. Bis vor wenigen Tagen nur intern im Sender geführt, hat sich seine Führung nun zu einem offensiven Ausfall aus ihrer Festung entschlossen. Christian Bartels/MDR-Altpapier fasst dies und die Reaktionen darauf zusammen: “Breite Tiefe – Der Deutschlandfunk sendet ziemlich erfolgreich Radio, will demnächst aber digital breiter in die Tiefe gehen. Und im linearen Programm tiefer in die Breite? Jedenfalls sind seine Pläne für eine große Programmreform bereits heftig umstritten.”
Ich habe mich in einem der von ihm wiedergegebenen Zitate wiederentdeckt.“Intern umstritten ist die Reform auch deshalb, weil in der Belegschaft die Auffassung vorherrscht, dass die Hörerinnen und Hörer bestimmte Sendungen gezielt einschalten. Aus Sicht von Teichmann ist das die Lebenslüge des Deutschlandfunks …” soll Stefan Fischer in der Paywall der SZ geschrieben haben.
In der Tat sind fast alle Fachsendungen, die ich mannigfach in den letzten 10 Jahren in diesem Blog empfohlen habe, vom Verschwinden bedroht. Diese Art Erlebnis zieht sich wie ein roter Faden durch meine persönliche Geschichte des Radiohörens. Liebgewordenes, gerne Genossenes wird von bewusstlosen Führungskräften liquidiert, weil sie ernsthaft behaupten zu glauben, mich besser zu kennen als ich. Worin unterscheiden sich solche Leute noch von den KIs der globalen Plattformmonopole?
Das dürfen sie nun gerne hinter den Festungsmauern ihres Hochhauses weiterdiskutieren. Meine These: es führt zu nichts, zum “Zerstörungswerk – Deutschlandfunk – die letzte Insel des Fachjournalismus vor ihrer Überschwemmung durch die Formatierungswelle”.
Der entscheidende strategische Fehler war der Import von WDR-Führungskräften und ihrer Sichtweisen in den DLF. Einen Radiosender, der nur noch wenige Monate wertvoller sein wird, als alle fünf WDR-Wellen – mit der Entwertung von Cosmo sechs – zusammen – für weit weniger Geld. Aber es geht nicht um die Sache. Es geht um Personen und den Beweis ihrer Durchsetzungskraft. Mann nennt es Macht.
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Ein wenig habe ich in Physik aufgepasst
Zwei Drittel der äusseren Fläche unseres Planeten sind von Ozeanen bedeckt. Wenn wir die kochen, liebe Frösche, sind wir tot. Hier an den Beispielen des Mittelmeeres und des Atlantiks, wie weit wir es, im Bündnis mit unserem Stern, der Sonne, schon gebracht haben:
Arte (schon 2023): “Mit offenen Karten: Das Mittelmeer: Ein bedrohtes Ökosystem – ‘Mit offenen Karten beschäftigt sich diese Woche mit dem Mittelmeer. Allerdings geht es nicht um Traumstrände oder Luxuskreuzfahrten, sondern um ein Meer in Gefahr: Zubetonierte und überbevölkerte Küsten und Wasserverschmutzung. Einem zunehmenden Umweltbewusstsein ist es zu verdanken, dass nun Schutzmaßnahmen getroffen werden, insbesondere die Errichtung von Meeresschutzgebieten.” Video 13 min. Verfügbar 4 1/2 Jahre.
Natürlich ist es eine Projektion meinerseits, aber sie gefällt mir. Das “bedrohte Ökosystem” wehrt sich. Bei Gibraltar kapern delinquente halbwüchsige Orcas menschliche Segelboote. Video 53 min. Noch bis 16.8. verfügbar. Und hier ihre Verbündeten:
Micaela Taroni/WAZ: “Gefährliche Begegnung: Hai-Alarm im Mittelmeer: Warum kommen die Tiere Italiens Küsten so nah? – Von Sardinien über Sizilien bis zur Toskana häufen sich die Hai-Begegnungen. Woran das liegt und welche Arten uns gefährlich werden können.”
Dä. Sowas kommt von sowas. (Aber dieser Link verschwindet in einigen Tagen in einer “linksradikalen” Paywall.)
Zur aktuell-akuten Vernichtung “unserer Werte” versäumen Sie bitte nicht René Martens/MDR-Altpapier: “‘Wir haben uns entschieden, auf die Scharlatane zu hören’ – Wie ist die wütend vorgetragene Realitätsverweigerung beim Thema Hitze zu erklären? Sprechen wir zu wenig über Hitzetote? Warum versiegeln wir immer weiter die Natur und bauen noch Straßen?”.
Ist es schon zu spät für Menschen auf diesem Planeten? Oder doch nur für Deutschland und seine strunzdumme Regierung?
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Ein wenig habe ich in Physik aufgepasst
Zwei Drittel der äusseren Fläche unseres Planeten sind von Ozeanen bedeckt. Wenn wir die kochen, liebe Frösche, sind wir tot. Hier an den Beispielen des Mittelmeeres und des Atlantiks, wie weit wir es, im Bündnis mit unserem Stern, der Sonne, schon gebracht haben:
Arte (schon 2023): “Mit offenen Karten: Das Mittelmeer: Ein bedrohtes Ökosystem – ‘Mit offenen Karten beschäftigt sich diese Woche mit dem Mittelmeer. Allerdings geht es nicht um Traumstrände oder Luxuskreuzfahrten, sondern um ein Meer in Gefahr: Zubetonierte und überbevölkerte Küsten und Wasserverschmutzung. Einem zunehmenden Umweltbewusstsein ist es zu verdanken, dass nun Schutzmaßnahmen getroffen werden, insbesondere die Errichtung von Meeresschutzgebieten.” Video 13 min. Verfügbar 4 1/2 Jahre.
Natürlich ist es eine Projektion meinerseits, aber sie gefällt mir. Das “bedrohte Ökosystem” wehrt sich. Bei Gibraltar kapern delinquente halbwüchsige Orcas menschliche Segelboote. Video 53 min. Noch bis 16.8. verfügbar. Und hier ihre Verbündeten:
Micaela Taroni/WAZ: “Gefährliche Begegnung: Hai-Alarm im Mittelmeer: Warum kommen die Tiere Italiens Küsten so nah? – Von Sardinien über Sizilien bis zur Toskana häufen sich die Hai-Begegnungen. Woran das liegt und welche Arten uns gefährlich werden können.”
Dä. Sowas kommt von sowas. (Aber dieser Link verschwindet in einigen Tagen in einer “linksradikalen” Paywall.)
Zur aktuell-akuten Vernichtung “unserer Werte” versäumen Sie bitte nicht René Martens/MDR-Altpapier: “‘Wir haben uns entschieden, auf die Scharlatane zu hören’ – Wie ist die wütend vorgetragene Realitätsverweigerung beim Thema Hitze zu erklären? Sprechen wir zu wenig über Hitzetote? Warum versiegeln wir immer weiter die Natur und bauen noch Straßen?”.
Ist es schon zu spät für Menschen auf diesem Planeten? Oder doch nur für Deutschland und seine strunzdumme Regierung?
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50.000 Männer ermorden “ihre” Frau
Im Jahr
Ja, ich nochmal. Heute morgen war es in Beuel sogar draussen im Schatten noch erträglich. Ein Windlein wehte und machte Hoffnung auf Wetteränderung. Lesen war möglich. Das gelingt derzeit nicht allen. Z.B wie eben schon erwähnt den Experten, die “unsere” ARD gleitend ins materiell sorgenfreie Alter floaten lässt, nicht nur Fussball- sondern auch einen “Kabarett-Experten”, dessen Name mir in diesem Leben – bei jedem Wetter – nicht mehr einfallen will. Dass er vom dauerskandalerzeugenden RBB alimentiert wird – das passt wiederum bestens zusammen.
So meldet das Statistische Bundesamt in deutscher Übersetzung: “Fast alle 10 Minuten: Tödliche Gewalt gegen Frauen und Mädchen durch den Partner oder Familienangehörige”. Und hier der Link zum englischen Original der UN: “FEMICIDES IN 2024 – Global estimates of intimate partner/family member femicides”. Lesen ist möglich, sogar für Berliner TV-Redaktionen (oder Praktikanten, wenn die Redakteure schon weggespart sind).
Beim Kölner DLF können sie es noch, ich würde es sogar Journalismus nennen. Gunnar Köhne: “Wo Frauen aus dem Fenster fallen: Femizide in der Türkei”. Audio 7 min. Vielleicht wäre Erdogans Türkei ein geeignetes Auswanderungsland für Berliner “Kabaratt-Experten”.
Obwohl: wenn es heute nicht zu heiss wäre, würde ich zusammenfassen: soll sich diese ARD doch von der AfD fressen lassen. Ich verspreche, auch nicht zu weinen.
DGB-Rentenkonzept
Sicher haben Sie auch nichts davon gehört oder gelesen. Ist aber möglich.
“Eine gute Rente erkennt die Lebensleistung an”.
Wie doof kann mann KI/AI diskutieren? Deutschland setzt Massstäbe
Ralf Heimann/MDR-Altpapier provoziert wie immer den Verstand der*des Leser*in zum Arbeiten, also besser lesen, wenn es weniger heiss ist – und mit der Überschrift des Tages:
“Mensch ärgere dich nicht – In der KI-Debatte geht es oft um die Qualität einzelner Texte. Tatsächlich offenbart sich damit ein großes Missverständnis.”
Lesezeichen: Multipolare Welt
Das hebe ich mir für kühlere Stunden auf. Volker Perthes/Stiftung Arbeit und Umwelt der IGBCE: “Geopolitische Dynamiken einer multipolarisierten Welt – und wie Europa sich aufstellen muss”.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
50.000 Männer ermorden “ihre” Frau
Im Jahr
Ja, ich nochmal. Heute morgen war es in Beuel sogar draussen im Schatten noch erträglich. Ein Windlein wehte und machte Hoffnung auf Wetteränderung. Lesen war möglich. Das gelingt derzeit nicht allen. Z.B wie eben schon erwähnt den Experten, die “unsere” ARD gleitend ins materiell sorgenfreie Alter floaten lässt, nicht nur Fussball- sondern auch einen “Kabarett-Experten”, dessen Name mir in diesem Leben – bei jedem Wetter – nicht mehr einfallen will. Dass er vom dauerskandalerzeugenden RBB alimentiert wird – das passt wiederum bestens zusammen.
So meldet das Statistische Bundesamt in deutscher Übersetzung: “Fast alle 10 Minuten: Tödliche Gewalt gegen Frauen und Mädchen durch den Partner oder Familienangehörige”. Und hier der Link zum englischen Original der UN: “FEMICIDES IN 2024 – Global estimates of intimate partner/family member femicides”. Lesen ist möglich, sogar für Berliner TV-Redaktionen (oder Praktikanten, wenn die Redakteure schon weggespart sind).
Beim Kölner DLF können sie es noch, ich würde es sogar Journalismus nennen. Gunnar Köhne: “Wo Frauen aus dem Fenster fallen: Femizide in der Türkei”. Audio 7 min. Vielleicht wäre Erdogans Türkei ein geeignetes Auswanderungsland für Berliner “Kabaratt-Experten”.
Obwohl: wenn es heute nicht zu heiss wäre, würde ich zusammenfassen: soll sich diese ARD doch von der AfD fressen lassen. Ich verspreche, auch nicht zu weinen.
DGB-Rentenkonzept
Sicher haben Sie auch nichts davon gehört oder gelesen. Ist aber möglich.
“Eine gute Rente erkennt die Lebensleistung an”.
Wie doof kann mann KI/AI diskutieren? Deutschland setzt Massstäbe
Ralf Heimann/MDR-Altpapier provoziert wie immer den Verstand der*des Leser*in zum Arbeiten, also besser lesen, wenn es weniger heiss ist – und mit der Überschrift des Tages:
“Mensch ärgere dich nicht – In der KI-Debatte geht es oft um die Qualität einzelner Texte. Tatsächlich offenbart sich damit ein großes Missverständnis.”
Lesezeichen: Multipolare Welt
Das hebe ich mir für kühlere Stunden auf. Volker Perthes/Stiftung Arbeit und Umwelt der IGBCE: “Geopolitische Dynamiken einer multipolarisierten Welt – und wie Europa sich aufstellen muss”.
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50.000 Männer ermorden “ihre” Frau
Im Jahr
Ja, ich nochmal. Heute morgen war es in Beuel sogar draussen im Schatten noch erträglich. Ein Windlein wehte und machte Hoffnung auf Wetteränderung. Lesen war möglich. Das gelingt derzeit nicht allen. Z.B wie eben schon erwähnt den Experten, die “unsere” ARD gleitend ins materiell sorgenfreie Alter floaten lässt, nicht nur Fussball- sondern auch einen “Kabarett-Experten”, dessen Name mir in diesem Leben – bei jedem Wetter – nicht mehr einfallen will. Dass er vom dauerskandalerzeugenden RBB alimentiert wird – das passt wiederum bestens zusammen.
So meldet das Statistische Bundesamt in deutscher Übersetzung: “Fast alle 10 Minuten: Tödliche Gewalt gegen Frauen und Mädchen durch den Partner oder Familienangehörige”. Und hier der Link zum englischen Original der UN: “FEMICIDES IN 2024 – Global estimates of intimate partner/family member femicides”. Lesen ist möglich, sogar für Berliner TV-Redaktionen (oder Praktikanten, wenn die Redakteure schon weggespart sind).
Beim Kölner DLF können sie es noch, ich würde es sogar Journalismus nennen. Gunnar Köhne: “Wo Frauen aus dem Fenster fallen: Femizide in der Türkei”. Audio 7 min. Vielleicht wäre Erdogans Türkei ein geeignetes Auswanderungsland für Berliner “Kabaratt-Experten”.
Obwohl: wenn es heute nicht zu heiss wäre, würde ich zusammenfassen: soll sich diese ARD doch von der AfD fressen lassen. Ich verspreche, auch nicht zu weinen.
DGB-Rentenkonzept
Sicher haben Sie auch nichts davon gehört oder gelesen. Ist aber möglich.
“Eine gute Rente erkennt die Lebensleistung an”.
Wie doof kann mann KI/AI diskutieren? Deutschland setzt Massstäbe
Ralf Heimann/MDR-Altpapier provoziert wie immer den Verstand der*des Leser*in zum Arbeiten, also besser lesen, wenn es weniger heiss ist – und mit der Überschrift des Tages:
“Mensch ärgere dich nicht – In der KI-Debatte geht es oft um die Qualität einzelner Texte. Tatsächlich offenbart sich damit ein großes Missverständnis.”
Lesezeichen: Multipolare Welt
Das hebe ich mir für kühlere Stunden auf. Volker Perthes/Stiftung Arbeit und Umwelt der IGBCE: “Geopolitische Dynamiken einer multipolarisierten Welt – und wie Europa sich aufstellen muss”.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
50.000 Männer ermorden “ihre” Frau
Im Jahr
Ja, ich nochmal. Heute morgen war es in Beuel sogar draussen im Schatten noch erträglich. Ein Windlein wehte und machte Hoffnung auf Wetteränderung. Lesen war möglich. Das gelingt derzeit nicht allen. Z.B wie eben schon erwähnt den Experten, die “unsere” ARD gleitend ins materiell sorgenfreie Alter floaten lässt, nicht nur Fussball- sondern auch einen “Kabarett-Experten”, dessen Name mir in diesem Leben – bei jedem Wetter – nicht mehr einfallen will. Dass er vom dauerskandalerzeugenden RBB alimentiert wird – das passt wiederum bestens zusammen.
So meldet das Statistische Bundesamt in deutscher Übersetzung: “Fast alle 10 Minuten: Tödliche Gewalt gegen Frauen und Mädchen durch den Partner oder Familienangehörige”. Und hier der Link zum englischen Original der UN: “FEMICIDES IN 2024 – Global estimates of intimate partner/family member femicides”. Lesen ist möglich, sogar für Berliner TV-Redaktionen (oder Praktikanten, wenn die Redakteure schon weggespart sind).
Beim Kölner DLF können sie es noch, ich würde es sogar Journalismus nennen. Gunnar Köhne: “Wo Frauen aus dem Fenster fallen: Femizide in der Türkei”. Audio 7 min. Vielleicht wäre Erdogans Türkei ein geeignetes Auswanderungsland für Berliner “Kabaratt-Experten”.
Obwohl: wenn es heute nicht zu heiss wäre, würde ich zusammenfassen: soll sich diese ARD doch von der AfD fressen lassen. Ich verspreche, auch nicht zu weinen.
DGB-Rentenkonzept
Sicher haben Sie auch nichts davon gehört oder gelesen. Ist aber möglich.
“Eine gute Rente erkennt die Lebensleistung an”.
Wie doof kann mann KI/AI diskutieren? Deutschland setzt Massstäbe
Ralf Heimann/MDR-Altpapier provoziert wie immer den Verstand der*des Leser*in zum Arbeiten, also besser lesen, wenn es weniger heiss ist – und mit der Überschrift des Tages:
“Mensch ärgere dich nicht – In der KI-Debatte geht es oft um die Qualität einzelner Texte. Tatsächlich offenbart sich damit ein großes Missverständnis.”
Lesezeichen: Multipolare Welt
Das hebe ich mir für kühlere Stunden auf. Volker Perthes/Stiftung Arbeit und Umwelt der IGBCE: “Geopolitische Dynamiken einer multipolarisierten Welt – und wie Europa sich aufstellen muss”.
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Aus gesundheitlichen Gründen – für Sie und mich
Die gegenwärtige Wetter- und Klima-Lage führt zu gesundheitsschädlicher Erhitzung, auch und gerade der Hirne. Als ich heute nach dem Aufwachen erfuhr, wer im Auftrag des WDR die Leitung der Monitor-Redaktion übernimmt, und kurz danach dieses MDR-Altpapier las:
René Martens: “Die Missionare der ARD – Kai Gniffke, Intendant des SWR, und Jörg Schönenborn, bald Moderator der ‘Tagesthemen’, sind der Ansicht, dass die Journalisten, insbesondere öffentlich-rechtliche, problematische ‘Reflexe’ haben. Zum Beispiel den ‘Lebenswirklichkeitsreflex’ und den ‘Rollenreflex’.”
war mein Entschluss unumgänglich. Soll ich aufhören, zur rundumdämlichen deutschen Medienpolitik zu schreiben? Nein, im Angesicht von 2-3 drohenden 40-Grad-Tagen ist es besser, garnichts mehr zu schreiben. Erhitzung, Verbitterung und Zynismus gehen eine gesundheitsschädliche Verbindung ein – für mich als Autor und für Sie als Leser*in.
Ich schreibe wieder, wenn die Tageshöchsttemperaturen in Beuel unter 30, und noch wichtiger: die Tiefsttemperaturen stabil unter 20 Grad fallen.
Mann gönnt sich ja sonst nichts.
Halt: doch noch eine gute Nachricht
Die von mir sehr geschätzte Filmemacherin Regina Schilling hat mit Hauptdarstellerin Sandra Hüller einen Film über Ingeborg Bachmann gedreht: “Jemand, der einmal ich war“. Der zieht mich mehr an, als das alljährliche Spektakel, das der TV-Sender 3sat für seine Markenbildung alljährlich in Klagenfurt veranstaltet. Im WDR3-Mosaik lief heute früh eine sehr positive Rezension, die der Sender aber auch 3 Stunden später noch nicht geschafft hat, online zu stellen. Der Verantwortliche für solches Organisationsversagen s.o. bei Martens.
Hervorragend gefüllt wird diese Leerstelle durch diese Gesamtwürdigung der 100.-Geburtstag-Feierlichkeiten von Dierk Saathoff/Jungle World:
“Arbeit? Schriftstellerin! – Die Person Ingeborg Bachmann ist in der Öffentlichkeit viel diskutiert worden, ihr Schreiben im Vergleich dazu wenig. Eine Reihe an neuen Biographien und ein Dokumentarfilm über die österreichische Schriftstellerin, die am 25. Juni ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte, lassen es nun auch zu, ihr Werk, allem voran ihren Roman »Malina«, nicht mehr rein autobiographisch oder akademisch zu lesen, sondern als die Arbeit einer großen und radikalen Autorin.”
-
Aus gesundheitlichen Gründen – für Sie und mich
Die gegenwärtige Wetter- und Klima-Lage führt zu gesundheitsschädlicher Erhitzung, auch und gerade der Hirne. Als ich heute nach dem Aufwachen erfuhr, wer im Auftrag des WDR die Leitung der Monitor-Redaktion übernimmt, und kurz danach dieses MDR-Altpapier las:
René Martens: “Die Missionare der ARD – Kai Gniffke, Intendant des SWR, und Jörg Schönenborn, bald Moderator der ‘Tagesthemen’, sind der Ansicht, dass die Journalisten, insbesondere öffentlich-rechtliche, problematische ‘Reflexe’ haben. Zum Beispiel den ‘Lebenswirklichkeitsreflex’ und den ‘Rollenreflex’.”
war mein Entschluss unumgänglich. Soll ich aufhören, zur rundumdämlichen deutschen Medienpolitik zu schreiben? Nein, im Angesicht von 2-3 drohenden 40-Grad-Tagen ist es besser, garnichts mehr zu schreiben. Erhitzung, Verbitterung und Zynismus gehen eine gesundheitsschädliche Verbindung ein – für mich als Autor und für Sie als Leser*in.
Ich schreibe wieder, wenn die Tageshöchsttemperaturen in Beuel unter 30, und noch wichtiger: die Tiefsttemperaturen stabil unter 20 Grad fallen.
Mann gönnt sich ja sonst nichts.
Halt: doch noch eine gute Nachricht
Die von mir sehr geschätzte Filmemacherin Regina Schilling hat mit Hauptdarstellerin Sandra Hüller einen Film über Ingeborg Bachmann gedreht: “Jemand, der einmal ich war“. Der zieht mich mehr an, als das alljährliche Spektakel, das der TV-Sender 3sat für seine Markenbildung alljährlich in Klagenfurt veranstaltet. Im WDR3-Mosaik lief heute früh eine sehr positive Rezension, die der Sender aber auch 3 Stunden später noch nicht geschafft hat, online zu stellen. Der Verantwortliche für solches Organisationsversagen s.o. bei Martens.
Hervorragend gefüllt wird diese Leerstelle durch diese Gesamtwürdigung der 100.-Geburtstag-Feierlichkeiten von Dierk Saathoff/Jungle World:
“Arbeit? Schriftstellerin! – Die Person Ingeborg Bachmann ist in der Öffentlichkeit viel diskutiert worden, ihr Schreiben im Vergleich dazu wenig. Eine Reihe an neuen Biographien und ein Dokumentarfilm über die österreichische Schriftstellerin, die am 25. Juni ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte, lassen es nun auch zu, ihr Werk, allem voran ihren Roman »Malina«, nicht mehr rein autobiographisch oder akademisch zu lesen, sondern als die Arbeit einer großen und radikalen Autorin.”
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Intellektuell inspirierend wie immer der Lokaljournalist (!) Ralf Heimann/MDR-Altpapier:
“Künstliches, Allzukünstliches – In der KI-Debatte geht es oft um die Qualität einzelner Texte. Tatsächlich offenbart sich damit ein großes Missverständnis.”
Eine im besten Sinne dialektische Betrachtung des Themas, das derzeit öffentlich überwiegend in Schwarz-Weiss-Filtern betrachtet wird. Heimann referiert u.a. eine Debatte beim Netzwerk Recherche. Wie immer in dieser massstabsetzenden Kolumne mit Links unterlegt, wo es möglich ist. Geht doch.
Hinweis zum Extradienst: die Autor*inn*en haben vollständige Freiheit darin, KI als Arbeitsmittel einzusetzen oder nicht. Als Herausgeber bin ich nicht daran interessiert, sie zu kontrollieren, sondern habe das Vertrauen, dass sie das selbst tun. Für mich persönlich als Autor gilt: ich fühle mich dafür zu alt und schaffe mir das nicht an. Das ist meine Marktlücke, wenn es eines Tages “alle” tun.
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Intellektuell inspirierend wie immer der Lokaljournalist (!) Ralf Heimann/MDR-Altpapier:
“Künstliches, Allzukünstliches – In der KI-Debatte geht es oft um die Qualität einzelner Texte. Tatsächlich offenbart sich damit ein großes Missverständnis.”
Eine im besten Sinne dialektische Betrachtung des Themas, das derzeit öffentlich überwiegend in Schwarz-Weiss-Filtern betrachtet wird. Heimann referiert u.a. eine Debatte beim Netzwerk Recherche. Wie immer in dieser massstabsetzenden Kolumne mit Links unterlegt, wo es möglich ist. Geht doch.
Hinweis zum Extradienst: die Autor*inn*en haben vollständige Freiheit darin, KI als Arbeitsmittel einzusetzen oder nicht. Als Herausgeber bin ich nicht daran interessiert, sie zu kontrollieren, sondern habe das Vertrauen, dass sie das selbst tun. Für mich persönlich als Autor gilt: ich fühle mich dafür zu alt und schaffe mir das nicht an. Das ist meine Marktlücke, wenn es eines Tages “alle” tun.
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“Immer öfter begegnen inzwischen auch wir unserem Endgegner: uns selbst”
mit Update vormittags
So sprach Friedrich Küppersbusch richtiger, als uns und ihm lieb sein kann, in der heute-show (ab Minute 10) kurz vor der WM. Zum gleichen Befund kommen
Klaus Raab/MDR-Altpapier: “Schadet KI dem Journalismus, Krake Paul? – Welcher Umgang mit KI-Tools ist für Journalisten richtig? Die Diskussion ist von großen Thesen und vielen Unsicherheiten geprägt – und läuft auf eine unangenehme Frage zu: Schadet sich der Journalismus mehr, wenn er keine KI benutzt? Oder wenn er es doch tut?”
und
Matthias Dell (kluger Mann!)/DLF: “Bari Weiss und der Niedergang von CBS” (Audio 4 min.) mit allzu passenden Bezügen zur deutschen Medienlandschaft
sowie:
Christian Bartels/telepolis: “152 Millionen für WM: Warum ARD und ZDF ihre Nachrichten kürzen – Für die WM-Rechte zahlen ARD und ZDF Millionen. Doch in den Spielpausen schrumpfen die Hauptnachrichten auf ein Minimum”. Derselbe Autor hatte hier schon die Selbstabschaffung der deutschen Medienpolitik beschrieben.
Einige Nummern kleiner: die Bonner Brücken und ihre Medien
Dass die derzeit gesperrte Bonner Nordbrücke baufällig ist, das weiss Wikipedia schon seit 5-10 Jahren. Seit dem Streit um den sog. “Tausendfüssler”, der sich auf der falschen Rheinseite unmittelbar an die Brücke anschliesst, und noch maroder ist als die, ist das Thema allen bekannt, die sich geringfügig damit beschäftigt haben. Und jetzt, nachdem das “Kind im Brunnen” ist, surfen GA und WDR als Lokalmedien genussvoll und wochenlang auf der Welle. Nach dem Motto: zu dem Thema ist alles gesagt, aber noch nicht von Allen.
Medien, die das Thema, sagen wir nur mal so als Beispiel, vor 2 Jahren aufgegriffen und selbst gesetzt hätten, die wären ernstgenommen worden. Aber das wollen die ja vielleicht garnicht. Die sog. Zeitung “Bild” wird ja auch von ihren Leser*inne*n nicht zum Informieren genommen, sondern zum Unterhalten – und zum Fisch einpacken.
Ist die Partei “Die Linke” auch selbst ihr Endgegner?
Dieser Verdacht wird mir von dieser bemühten Verteidigungsschrift für ihren Parteivorstand nahegelegt:
Lauren Balhorn/Jacobin: “Die Hoffnung organisieren – und dann? – Vor dem Bundesparteitag der Linken regt sich Widerstand gegen die Parteiführung. Dabei hat diese die Partei vor zwei Jahren vor dem Aus gerettet. Haben die Unzufriedenen neue Konzepte, oder wollen sie einfach nicht zu viel Veränderung?”Die Hoffnung organisieren – und dann?”
Besonders gern zerlegen sich Organisationen der Linken an Fragen, die ihnen aus der Gesellschaft niemand stellt.
Regierungsbeteiligung Ja oder Nein?
Nichts könnte weiter weg sein. Näher läge die Frage nach den Beziehungen zur niedergehenden SPD. Soll sie durch eine zu verabredende stategische Arbeitsteilung gerettet werden? Oder aufgesogen? Oder soll ein realistischer Kooperationsprozess mit offenem Ausgang gestartet werden? Eine Option am Ende eines solchen Prozesses könnte sein, aus zwei mittel- bis sehr schwachen Parteien eine mittelstarke zu machen. Das muss nicht so kommen. Kann aber.
Klar bietet die gegenwärtige SPD-Führung dafür keine Andockpunkte. Dann müssen die eben an anderen Stellen identifiziert werden. Wichtig wäre, überhaupt mit gegenseitiger Kommunikation zu beginnen, die sich eines Tages zu regelrechtem Diskurs weiterentwickeln könnte und sollte. Und wer weiss, wer dann SPD-Führung ist? Dialektik ist der Trick.
Abgeordnetenspenden symbolistisch aufgeladen und im Machtkampf instrumentalisiert
Ein klassischer Fall von alle haben Recht. Selbstverständlich wäre es ein Optimum von Glaubwürdigkeit, wenn Abgeordnete für ein Facharbeitergehalt ihre Arbeit machen. Ebenso klar ist, dass eine Partei das gegenüber gewählten Parlamentsmitgliedern nicht durchsetzen kann – das wäre in der Tat verfassungswidrig.
Der Landtagsabgeordnete und zeitweilige Fraktionsvorsitzende, für den ich 10 Jahre (gerne bis sehr gerne) gearbeitet habe, hat sein Spendenverhalten verfassungsgemäss selbst bestimmt. Daraufhin misslang ihm eine zweite Wiederwahl auf die Reserveliste seiner Partei. Alles daran war rechtmässig. Was daran politisch klug und weniger klug war – darüber gingen und gehen die Meinungen weit auseinander, ganz wie es Art. 5 GG (Meinungsfreiheit) vorsieht.
An dieser Frage eine ganze Oppositionspartei zu zerlegen, wäre die grösste anzunehmende Dummheit.
Politische Bildung der Neumitgliedermassen
Das wäre in der Tat eine der zentralen Aufgaben, eine klassische Führungsaufgabe, das zu organisieren. Exakt dafür wurden von den Verfassungsmüttern und -vätern einst die parteinahen Stiftungen und ihre massive finanzielle Privilegierung ausgedacht. In diesem Fall geht es also um die Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Hier wäre auch der richtige Ort, an einem autonomen linken Medien-Ökosystem zu arbeiten. Und zu bauen. Die Linke hat hier einen Kompetenzvorsprung vor den Andern, weil ihre Mitgliederstruktur sich stark verjüngt hat. Als Ingredienz hinzugefügt werden müsste eine konsistente Strategie. Die kann ich bisher nicht erkennen. Aber das kann auch an mir liegen.
Ein erster Schritt wäre, wenn der Autor Balhorn in seinem digitalen Medium Links zu den Texten gesetzt hätte, die er kritisiert, damit wir Leser*innen eine Chance bekämen, seine Gedankengänge nachzuvollziehen – oder fundiert zu kritisieren. Kleines digitales Einmaleins.
Wenn wir uns nun zum Abschluss mal dieses Wohnungsbauprojekt in Köln anschauen, in direkter Nachbarschaft des Deutschlandfunks, der für seine Mitarbeiter*innen wohl die Honorare verdoppeln müsste, dass sie sich diese Wohnungen leisten können, dann identifizieren wir hier die Klassenfrage unserer Zeit. Die seit vielen Jahren darauf wartet, dass die Linke – gemeint als gesellschaftlicher Sektor, und nicht nur eine einzelne Partei – sie erkennt und gesellschaftlich wirksame Bündnisse gegen diesen real existierenden Skandal des Kapitalismus organisiert.
Diese Kölner Preise hochgerechnet – mal abgesehen davon, wie scheisse das aussieht – von der Lage weit weg von funktionierenden Veedels-Strukturen, könnte ich für meine Wohnung in Beuel mehr Miete kassieren, als ich an drei zusammengerechneten Renten erhalte. That may be the economy, stupid! Aber es funktioniert nicht mehr – es ist pervers, und wird wenn nicht ex-, dann implodieren. In Kürze!
Update vormittags
Mann kann das hier Ausgeführte natürlich auch so ausdrücken:
Ambros Waibel/taz: “KI und Journalismus: Selbst schuld – Künstliche Intelligenz trifft den Journalismus wie das E-Auto den Verbrenner. Nur: Ein Tankrabatt wird nicht ausreichen, um die Branche zu retten.”
-
“Immer öfter begegnen inzwischen auch wir unserem Endgegner: uns selbst”
mit Update vormittags
So sprach Friedrich Küppersbusch richtiger, als uns und ihm lieb sein kann, in der heute-show (ab Minute 10) kurz vor der WM. Zum gleichen Befund kommen
Klaus Raab/MDR-Altpapier: “Schadet KI dem Journalismus, Krake Paul? – Welcher Umgang mit KI-Tools ist für Journalisten richtig? Die Diskussion ist von großen Thesen und vielen Unsicherheiten geprägt – und läuft auf eine unangenehme Frage zu: Schadet sich der Journalismus mehr, wenn er keine KI benutzt? Oder wenn er es doch tut?”
und
Matthias Dell (kluger Mann!)/DLF: “Bari Weiss und der Niedergang von CBS” (Audio 4 min.) mit allzu passenden Bezügen zur deutschen Medienlandschaft
sowie:
Christian Bartels/telepolis: “152 Millionen für WM: Warum ARD und ZDF ihre Nachrichten kürzen – Für die WM-Rechte zahlen ARD und ZDF Millionen. Doch in den Spielpausen schrumpfen die Hauptnachrichten auf ein Minimum”. Derselbe Autor hatte hier schon die Selbstabschaffung der deutschen Medienpolitik beschrieben.
Einige Nummern kleiner: die Bonner Brücken und ihre Medien
Dass die derzeit gesperrte Bonner Nordbrücke baufällig ist, das weiss Wikipedia schon seit 5-10 Jahren. Seit dem Streit um den sog. “Tausendfüssler”, der sich auf der falschen Rheinseite unmittelbar an die Brücke anschliesst, und noch maroder ist als die, ist das Thema allen bekannt, die sich geringfügig damit beschäftigt haben. Und jetzt, nachdem das “Kind im Brunnen” ist, surfen GA und WDR als Lokalmedien genussvoll und wochenlang auf der Welle. Nach dem Motto: zu dem Thema ist alles gesagt, aber noch nicht von Allen.
Medien, die das Thema, sagen wir nur mal so als Beispiel, vor 2 Jahren aufgegriffen und selbst gesetzt hätten, die wären ernstgenommen worden. Aber das wollen die ja vielleicht garnicht. Die sog. Zeitung “Bild” wird ja auch von ihren Leser*inne*n nicht zum Informieren genommen, sondern zum Unterhalten – und zum Fisch einpacken.
Ist die Partei “Die Linke” auch selbst ihr Endgegner?
Dieser Verdacht wird mir von dieser bemühten Verteidigungsschrift für ihren Parteivorstand nahegelegt:
Lauren Balhorn/Jacobin: “Die Hoffnung organisieren – und dann? – Vor dem Bundesparteitag der Linken regt sich Widerstand gegen die Parteiführung. Dabei hat diese die Partei vor zwei Jahren vor dem Aus gerettet. Haben die Unzufriedenen neue Konzepte, oder wollen sie einfach nicht zu viel Veränderung?”Die Hoffnung organisieren – und dann?”
Besonders gern zerlegen sich Organisationen der Linken an Fragen, die ihnen aus der Gesellschaft niemand stellt.
Regierungsbeteiligung Ja oder Nein?
Nichts könnte weiter weg sein. Näher läge die Frage nach den Beziehungen zur niedergehenden SPD. Soll sie durch eine zu verabredende stategische Arbeitsteilung gerettet werden? Oder aufgesogen? Oder soll ein realistischer Kooperationsprozess mit offenem Ausgang gestartet werden? Eine Option am Ende eines solchen Prozesses könnte sein, aus zwei mittel- bis sehr schwachen Parteien eine mittelstarke zu machen. Das muss nicht so kommen. Kann aber.
Klar bietet die gegenwärtige SPD-Führung dafür keine Andockpunkte. Dann müssen die eben an anderen Stellen identifiziert werden. Wichtig wäre, überhaupt mit gegenseitiger Kommunikation zu beginnen, die sich eines Tages zu regelrechtem Diskurs weiterentwickeln könnte und sollte. Und wer weiss, wer dann SPD-Führung ist? Dialektik ist der Trick.
Abgeordnetenspenden symbolistisch aufgeladen und im Machtkampf instrumentalisiert
Ein klassischer Fall von alle haben Recht. Selbstverständlich wäre es ein Optimum von Glaubwürdigkeit, wenn Abgeordnete für ein Facharbeitergehalt ihre Arbeit machen. Ebenso klar ist, dass eine Partei das gegenüber gewählten Parlamentsmitgliedern nicht durchsetzen kann – das wäre in der Tat verfassungswidrig.
Der Landtagsabgeordnete und zeitweilige Fraktionsvorsitzende, für den ich 10 Jahre (gerne bis sehr gerne) gearbeitet habe, hat sein Spendenverhalten verfassungsgemäss selbst bestimmt. Daraufhin misslang ihm eine zweite Wiederwahl auf die Reserveliste seiner Partei. Alles daran war rechtmässig. Was daran politisch klug und weniger klug war – darüber gingen und gehen die Meinungen weit auseinander, ganz wie es Art. 5 GG (Meinungsfreiheit) vorsieht.
An dieser Frage eine ganze Oppositionspartei zu zerlegen, wäre die grösste anzunehmende Dummheit.
Politische Bildung der Neumitgliedermassen
Das wäre in der Tat eine der zentralen Aufgaben, eine klassische Führungsaufgabe, das zu organisieren. Exakt dafür wurden von den Verfassungsmüttern und -vätern einst die parteinahen Stiftungen und ihre massive finanzielle Privilegierung ausgedacht. In diesem Fall geht es also um die Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Hier wäre auch der richtige Ort, an einem autonomen linken Medien-Ökosystem zu arbeiten. Und zu bauen. Die Linke hat hier einen Kompetenzvorsprung vor den Andern, weil ihre Mitgliederstruktur sich stark verjüngt hat. Als Ingredienz hinzugefügt werden müsste eine konsistente Strategie. Die kann ich bisher nicht erkennen. Aber das kann auch an mir liegen.
Ein erster Schritt wäre, wenn der Autor Balhorn in seinem digitalen Medium Links zu den Texten gesetzt hätte, die er kritisiert, damit wir Leser*innen eine Chance bekämen, seine Gedankengänge nachzuvollziehen – oder fundiert zu kritisieren. Kleines digitales Einmaleins.
Wenn wir uns nun zum Abschluss mal dieses Wohnungsbauprojekt in Köln anschauen, in direkter Nachbarschaft des Deutschlandfunks, der für seine Mitarbeiter*innen wohl die Honorare verdoppeln müsste, dass sie sich diese Wohnungen leisten können, dann identifizieren wir hier die Klassenfrage unserer Zeit. Die seit vielen Jahren darauf wartet, dass die Linke – gemeint als gesellschaftlicher Sektor, und nicht nur eine einzelne Partei – sie erkennt und gesellschaftlich wirksame Bündnisse gegen diesen real existierenden Skandal des Kapitalismus organisiert.
Diese Kölner Preise hochgerechnet – mal abgesehen davon, wie scheisse das aussieht – von der Lage weit weg von funktionierenden Veedels-Strukturen, könnte ich für meine Wohnung in Beuel mehr Miete kassieren, als ich an drei zusammengerechneten Renten erhalte. That may be the economy, stupid! Aber es funktioniert nicht mehr – es ist pervers, und wird wenn nicht ex-, dann implodieren. In Kürze!
Update vormittags
Mann kann das hier Ausgeführte natürlich auch so ausdrücken:
Ambros Waibel/taz: “KI und Journalismus: Selbst schuld – Künstliche Intelligenz trifft den Journalismus wie das E-Auto den Verbrenner. Nur: Ein Tankrabatt wird nicht ausreichen, um die Branche zu retten.”
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Die Welt dreht sich weiter. Schauen Sie mal hier:
Wissen Sie noch, wo Uganda liegt? Lange nichts mehr gehört oder gelesen. Despotendiktaturen sind ja noch lange kein Grund für deutsche Medien, irgendwas zu berichten, obwohl, ooohps: Tonny Katende/Jungle World: “Für Kritik an Ugandas Staatsführung bleibt immer weniger Raum: Der Herbst des Autokraten – Ugandas Präsident Yoweri Kaguta Museveni treibt in seiner siebten Amtszeit den autoritären Umbau des Landes voran. Für Oppositionspolitik bleibt immer weniger Spielraum.”
Wenig überraschend: Trump und die Mullahs
Luca Schäfer/telepolis: “Ist der Iran-Deal nur politisches Timing für Washington? – Trump feiert den Frieden, Tel Aviv bombardiert, Teherans Hardliner rufen nach Widerstand. Warum der Deal von Genf ein leeres Versprechen ist.” Etwas viele für diesen Autor typische Konjunktive, aber nicht abwegig.
Die gute Nachricht: die Rente ist sicher
Es sei denn, Sie/sie wählen idiotisch, was leider in Deutschland noch nie auszuschliessen war.
Hans-Böckler-Stiftung: “Neue Analyse des WSI: Faktencheck Rente: Zentrale Finanzierungsdaten haben sich positiver entwickelt als oft behauptet wird”.
Hier die komplette Untersuchung: “Florian Blank: Rentenpolitik und Rentenreformen – Fakten und Argumente. WSI Policy Brief Nr. 98, Juni 2026.”
Die gute Nachricht: Schlappe für Palantir in der Schweiz
Constanze Kurz/netzpolitik: “‘Die Republik’ setzt sich gegen Palantir durch – Palantir kassiert vor einem Handelsgericht in der Schweiz eine Niederlage. Der US-Konzern wollte nach kritischer Berichterstattung der ‘Republik’ eine Gegendarstellung erreichen. Das Gericht urteilte jedoch, dass die Darstellung der Tatsachen weitestgehend korrekt sei.”
Wie hingegen die deutsche Medienpolitik objektiv und im Ergebnis gegenüber den globalen Plattformkonzernen zukreuze kriecht, nach meiner Überzeugung nicht aus Bosheit sondern aus Dummheit, das ergibt sich aus den von Christian Bartels/MDR-Altpapier dargebotenen Fakten: “Das Umsetzungsproblem – Es gibt allerhand gar nicht schlecht formulierte europäische Gesetze gegen schädliche Auswirkungen sogenannter sozialer Medien. Unklar bloß, wer sie wann und wie anwenden sollte – und ob sich überhaupt wer mit den Plattformkonzernen anlegen möchte …”. Dä.
Mein schönster Sieg
Hiernach begann ich meinen Zivildienst in Beuel: Andreas Bohne/Jacobin: “Der Soweto-Aufstand war der Anfang vom Ende der Apartheid – Heute vor 50 Jahren gingen 10.000 Schülerinnen und Schüler in Soweto auf die Straße. Die Polizei erschoss zwei von ihnen innerhalb von Minuten. Doch der Aufstand ließ sich nicht niederknüppeln – er wurde zum Wendepunkt im Kampf gegen die Apartheid.” Ein klitzekleines Bisschen habe ich dazu beigetragen – mein schönster Sieg.
Die schlechte Nachricht: Überwachung in China
Christoph Jehle/telepolis: “Überwachung in China: Wie neue KI-Brillen das Sozialkreditsystem füttern – In Tianjin tragen Polizisten 40 Gramm leichte KI-Brillen, die Gesichter in Millisekunden scannen und direkt mit Datenbanken abgleichen.” In der VR China werden klare Meinungsmehrheiten für dieserart Kontrolle vermutet, weil die Leute sich damit eine gerechte Eindämmung der grassierenden Korruption und Willkür in Staat und Partei erhoffen. Nicht ausgeschlossen, dass “wir” es auch bald so weit bringen …
Wuppertal: verarscht wie bei Stuttgart21/31
Überraschung? Nö. Julian Piepkorn/WDR: “Keine Chance für Schwimmoper Wuppertal – Trickserei bei Olympia-Bewerbung? – Die Bedenken gegen die Wettkampfstätte waren schon lange bekannt, zeigt eine WDR-Recherche. Sie wurden vor dem Bürgerentscheid allerdings nicht öffentlich gemacht. Die Staatskanzlei hält das für ‘üblich’.”
Jürgen Roth/Junge Welt quält sich genauso mit WM-Gucken, wie Roland Appel, schreibt aber noch brutaler und amsüsanter: “WM-Kolumne: Halbfinale – Gras” (nur einige Tage paywallfrei)
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Die Welt dreht sich weiter. Schauen Sie mal hier:
Wissen Sie noch, wo Uganda liegt? Lange nichts mehr gehört oder gelesen. Despotendiktaturen sind ja noch lange kein Grund für deutsche Medien, irgendwas zu berichten, obwohl, ooohps: Tonny Katende/Jungle World: “Für Kritik an Ugandas Staatsführung bleibt immer weniger Raum: Der Herbst des Autokraten – Ugandas Präsident Yoweri Kaguta Museveni treibt in seiner siebten Amtszeit den autoritären Umbau des Landes voran. Für Oppositionspolitik bleibt immer weniger Spielraum.”
Wenig überraschend: Trump und die Mullahs
Luca Schäfer/telepolis: “Ist der Iran-Deal nur politisches Timing für Washington? – Trump feiert den Frieden, Tel Aviv bombardiert, Teherans Hardliner rufen nach Widerstand. Warum der Deal von Genf ein leeres Versprechen ist.” Etwas viele für diesen Autor typische Konjunktive, aber nicht abwegig.
Die gute Nachricht: die Rente ist sicher
Es sei denn, Sie/sie wählen idiotisch, was leider in Deutschland noch nie auszuschliessen war.
Hans-Böckler-Stiftung: “Neue Analyse des WSI: Faktencheck Rente: Zentrale Finanzierungsdaten haben sich positiver entwickelt als oft behauptet wird”.
Hier die komplette Untersuchung: “Florian Blank: Rentenpolitik und Rentenreformen – Fakten und Argumente. WSI Policy Brief Nr. 98, Juni 2026.”
Die gute Nachricht: Schlappe für Palantir in der Schweiz
Constanze Kurz/netzpolitik: “‘Die Republik’ setzt sich gegen Palantir durch – Palantir kassiert vor einem Handelsgericht in der Schweiz eine Niederlage. Der US-Konzern wollte nach kritischer Berichterstattung der ‘Republik’ eine Gegendarstellung erreichen. Das Gericht urteilte jedoch, dass die Darstellung der Tatsachen weitestgehend korrekt sei.”
Wie hingegen die deutsche Medienpolitik objektiv und im Ergebnis gegenüber den globalen Plattformkonzernen zukreuze kriecht, nach meiner Überzeugung nicht aus Bosheit sondern aus Dummheit, das ergibt sich aus den von Christian Bartels/MDR-Altpapier dargebotenen Fakten: “Das Umsetzungsproblem – Es gibt allerhand gar nicht schlecht formulierte europäische Gesetze gegen schädliche Auswirkungen sogenannter sozialer Medien. Unklar bloß, wer sie wann und wie anwenden sollte – und ob sich überhaupt wer mit den Plattformkonzernen anlegen möchte …”. Dä.
Mein schönster Sieg
Hiernach begann ich meinen Zivildienst in Beuel: Andreas Bohne/Jacobin: “Der Soweto-Aufstand war der Anfang vom Ende der Apartheid – Heute vor 50 Jahren gingen 10.000 Schülerinnen und Schüler in Soweto auf die Straße. Die Polizei erschoss zwei von ihnen innerhalb von Minuten. Doch der Aufstand ließ sich nicht niederknüppeln – er wurde zum Wendepunkt im Kampf gegen die Apartheid.” Ein klitzekleines Bisschen habe ich dazu beigetragen – mein schönster Sieg.
Die schlechte Nachricht: Überwachung in China
Christoph Jehle/telepolis: “Überwachung in China: Wie neue KI-Brillen das Sozialkreditsystem füttern – In Tianjin tragen Polizisten 40 Gramm leichte KI-Brillen, die Gesichter in Millisekunden scannen und direkt mit Datenbanken abgleichen.” In der VR China werden klare Meinungsmehrheiten für dieserart Kontrolle vermutet, weil die Leute sich damit eine gerechte Eindämmung der grassierenden Korruption und Willkür in Staat und Partei erhoffen. Nicht ausgeschlossen, dass “wir” es auch bald so weit bringen …
Wuppertal: verarscht wie bei Stuttgart21/31
Überraschung? Nö. Julian Piepkorn/WDR: “Keine Chance für Schwimmoper Wuppertal – Trickserei bei Olympia-Bewerbung? – Die Bedenken gegen die Wettkampfstätte waren schon lange bekannt, zeigt eine WDR-Recherche. Sie wurden vor dem Bürgerentscheid allerdings nicht öffentlich gemacht. Die Staatskanzlei hält das für ‘üblich’.”
Jürgen Roth/Junge Welt quält sich genauso mit WM-Gucken, wie Roland Appel, schreibt aber noch brutaler und amüsanter: “WM-Kolumne: Halbfinale – Gras” (nur einige Tage paywallfrei)
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Die Welt dreht sich weiter. Schauen Sie mal hier:
Wissen Sie noch, wo Uganda liegt? Lange nichts mehr gehört oder gelesen. Despotendiktaturen sind ja noch lange kein Grund für deutsche Medien, irgendwas zu berichten, obwohl, ooohps: Tonny Katende/Jungle World: “Für Kritik an Ugandas Staatsführung bleibt immer weniger Raum: Der Herbst des Autokraten – Ugandas Präsident Yoweri Kaguta Museveni treibt in seiner siebten Amtszeit den autoritären Umbau des Landes voran. Für Oppositionspolitik bleibt immer weniger Spielraum.”
Wenig überraschend: Trump und die Mullahs
Luca Schäfer/telepolis: “Ist der Iran-Deal nur politisches Timing für Washington? – Trump feiert den Frieden, Tel Aviv bombardiert, Teherans Hardliner rufen nach Widerstand. Warum der Deal von Genf ein leeres Versprechen ist.” Etwas viele für diesen Autor typische Konjunktive, aber nicht abwegig.
Die gute Nachricht: die Rente ist sicher
Es sei denn, Sie/sie wählen idiotisch, was leider in Deutschland noch nie auszuschliessen war.
Hans-Böckler-Stiftung: “Neue Analyse des WSI: Faktencheck Rente: Zentrale Finanzierungsdaten haben sich positiver entwickelt als oft behauptet wird”.
Hier die komplette Untersuchung: “Florian Blank: Rentenpolitik und Rentenreformen – Fakten und Argumente. WSI Policy Brief Nr. 98, Juni 2026.”
Die gute Nachricht: Schlappe für Palantir in der Schweiz
Constanze Kurz/netzpolitik: “‘Die Republik’ setzt sich gegen Palantir durch – Palantir kassiert vor einem Handelsgericht in der Schweiz eine Niederlage. Der US-Konzern wollte nach kritischer Berichterstattung der ‘Republik’ eine Gegendarstellung erreichen. Das Gericht urteilte jedoch, dass die Darstellung der Tatsachen weitestgehend korrekt sei.”
Wie hingegen die deutsche Medienpolitik objektiv und im Ergebnis gegenüber den globalen Plattformkonzernen zukreuze kriecht, nach meiner Überzeugung nicht aus Bosheit sondern aus Dummheit, das ergibt sich aus den von Christian Bartels/MDR-Altpapier dargebotenen Fakten: “Das Umsetzungsproblem – Es gibt allerhand gar nicht schlecht formulierte europäische Gesetze gegen schädliche Auswirkungen sogenannter sozialer Medien. Unklar bloß, wer sie wann und wie anwenden sollte – und ob sich überhaupt wer mit den Plattformkonzernen anlegen möchte …”. Dä.
Mein schönster Sieg
Hiernach begann ich meinen Zivildienst in Beuel: Andreas Bohne/Jacobin: “Der Soweto-Aufstand war der Anfang vom Ende der Apartheid – Heute vor 50 Jahren gingen 10.000 Schülerinnen und Schüler in Soweto auf die Straße. Die Polizei erschoss zwei von ihnen innerhalb von Minuten. Doch der Aufstand ließ sich nicht niederknüppeln – er wurde zum Wendepunkt im Kampf gegen die Apartheid.” Ein klitzekleines Bisschen habe ich dazu beigetragen – mein schönster Sieg.
Die schlechte Nachricht: Überwachung in China
Christoph Jehle/telepolis: “Überwachung in China: Wie neue KI-Brillen das Sozialkreditsystem füttern – In Tianjin tragen Polizisten 40 Gramm leichte KI-Brillen, die Gesichter in Millisekunden scannen und direkt mit Datenbanken abgleichen.” In der VR China werden klare Meinungsmehrheiten für dieserart Kontrolle vermutet, weil die Leute sich damit eine gerechte Eindämmung der grassierenden Korruption und Willkür in Staat und Partei erhoffen. Nicht ausgeschlossen, dass “wir” es auch bald so weit bringen …
Wuppertal: verarscht wie bei Stuttgart21/31
Überraschung? Nö. Julian Piepkorn/WDR: “Keine Chance für Schwimmoper Wuppertal – Trickserei bei Olympia-Bewerbung? – Die Bedenken gegen die Wettkampfstätte waren schon lange bekannt, zeigt eine WDR-Recherche. Sie wurden vor dem Bürgerentscheid allerdings nicht öffentlich gemacht. Die Staatskanzlei hält das für ‘üblich’.”
Jürgen Roth/Junge Welt quält sich genauso mit WM-Gucken, wie Roland Appel, schreibt aber noch brutaler und amüsanter: “WM-Kolumne: Halbfinale – Gras” (nur einige Tage paywallfrei)
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In einem Gespräch mit einer gleichaltrigen Freundin stellte ich gestern beim Mittagessen die steile These auf, dass “wir” – zu unserem grossen Glück – die Klimakatastrophe “nicht mehr erleben” werden. Mmh, obwohl ich es durchaus für realistisch halte, dass mein persönliches Ableben in einem der kommenden Hitzesommer stattfinden wird. Letzterer Verdacht wird ganz aktuell durch die laufenden Motoren verstärkt, die im Beueler Combahnviertel die Atemluft aromatisieren, in dem irrigen, aber unausrottbaren Glauben, dem allgegenwärtigen Autostau dadurch einige Sekunden Lebenszeit abzuringen. Wie kommichdrauf?
René Martens/MDR-Altpapier schrieb zum Thema Journalismus und Klimapolitik mal wieder durchgehend richtig: “Der Unterschied zwischen Selbstbewusstsein und Selbstgefälligkeit – Der Vertrauensverlust der Medien hat möglicherweise auch damit zu tun, dass Journalisten sich ihre Themensetzungskompetenz ausreden ließen – und einreden ließen, es wäre paternalistisch, das Publikum mit Inhalten zu konfrontieren, die es nicht nachfragt.”
Brückenpanik in Bonn – coming soon: Wasserpanik in Berlin
Weil deutsche Medien so sind, ist auch die Politik so, wie sie ist. Sarkastisch schreiben selbst Leserbriefschreiber, dass die jetzt aktenkundigen Brückenschäden eindeutig “völlig überraschend” und “überhaupt nicht zu erwarten” waren. Wie hätte mann darauf kommen sollen? Eine Möglichkeit wäre die Befragung von Fachleuten gewesen. Aber wer hat denn heutzutage für sowas noch Zeit? Und entsprechend gross ist die Aufregung, geschäftstüchtig befeuert von ebenden Medien, die darauf hätten aufmerksam machen können, bevor der jetzige für sie geschäftsfördernde Schaden auftritt.
Anderes Beispiel: so, wie in Bonn derzeit die lange absehbare Brückenpanik ausgebrochen ist, so wird in Berlin in Kürze Wasserpanik ausbrechen. Das Stadtgebiet ist durch alle Wetterperioden hindurch im Dürremonitor jederzeit gut zu erkennen. Und da sich die Braunkohlekonzerne schon immer einen schlanken Fuss gemacht haben, und dabei tatkräftig von Bundes- und Landesregierungen unterstützt werden, sitzen die Berliner*innen demnächst auf dem Trockenen. Aber vom Klimawandel – s.o. René Martens – nichts hören oder sehen wollen. Mein Rat: lassen Sie die Finger von Berliner Immobilien! 😉
Der von Martens absolut richtig analysierte Sachverhalt scheint den Status eines physikalischen Gesetzes zu erlangen – der Bonner Brückenschaden läuft exakt so ab, wie der globale Klimaschaden – obwohl er doch ein reines menschlich absolut beeinflussbares Produkt von Politik und sozialem Handeln ist. Selbstverständlich muss jetzt “alles” dafür getan werden, dass der Autoverkehr irgendwie wieder fliessen kann – Klima hin oder her … Wiekommichdrauf?
Von George Sand lernen
Die gleichen Fragen muss sich vor knapp 200 Jahren schon die Schriftstellerin Aurore Dupin, die sich als erwachsene Frau “George Sand” nennen liess, gestellt haben. In der Jungen Welt steht ein absolut lesenswertes Porträt der Dame von Stefan Ripplinger: “Sozialistische Literatur: Ketzerkommunismus – Vor 150 Jahren starb die Schriftstellerin George Sand. Sie rief eine revolutionäre »Kirche der Zukunft« aus und setzte ganz entschieden auf Gewalt”. Nur einige Tage paywallfrei.
Über Madame Sand ist mir dunkel ein weit launigerer Beitrag unseres Autors Hans Conrad Zander in Erinnerung. Das kann aber eine Täuschung meinerseits sein. Ich befrage seine Erinnerung und lasse Sie das Ergebnis wissen.
Am Schluss ist Stefan Ripplinger eine besonders tröstliche Formulierung gelungen: “Diese Entfernung von der Geschichte ist vielleicht das Privileg des Alters und kann ohnehin ein beeindruckendes Werk nicht ungültig machen. Es gebe niemanden auf der Welt, der in seinem Leben so viel geträumt und so wenig gehandelt habe wie sie, notiert George Sand in der Autobiographie. Tatsächlich hat sie gehandelt, als sie träumte.”
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In einem Gespräch mit einer gleichaltrigen Freundin stellte ich gestern beim Mittagessen die steile These auf, dass “wir” – zu unserem grossen Glück – die Klimakatastrophe “nicht mehr erleben” werden. Mmh, obwohl ich es durchaus für realistisch halte, dass mein persönliches Ableben in einem der kommenden Hitzesommer stattfinden wird. Letzterer Verdacht wird ganz aktuell durch die laufenden Motoren verstärkt, die im Beueler Combahnviertel die Atemluft aromatisieren, in dem irrigen, aber unausrottbaren Glauben, dem allgegenwärtigen Autostau dadurch einige Sekunden Lebenszeit abzuringen. Wie kommichdrauf?
René Martens/MDR-Altpapier schrieb zum Thema Journalismus und Klimapolitik mal wieder durchgehend richtig: “Der Unterschied zwischen Selbstbewusstsein und Selbstgefälligkeit – Der Vertrauensverlust der Medien hat möglicherweise auch damit zu tun, dass Journalisten sich ihre Themensetzungskompetenz ausreden ließen – und einreden ließen, es wäre paternalistisch, das Publikum mit Inhalten zu konfrontieren, die es nicht nachfragt.”
Brückenpanik in Bonn – coming soon: Wasserpanik in Berlin
Weil deutsche Medien so sind, ist auch die Politik so, wie sie ist. Sarkastisch schreiben selbst Leserbriefschreiber, dass die jetzt aktenkundigen Brückenschäden eindeutig “völlig überraschend” und “überhaupt nicht zu erwarten” waren. Wie hätte mann darauf kommen sollen? Eine Möglichkeit wäre die Befragung von Fachleuten gewesen. Aber wer hat denn heutzutage für sowas noch Zeit? Und entsprechend gross ist die Aufregung, geschäftstüchtig befeuert von ebenden Medien, die darauf hätten aufmerksam machen können, bevor der jetzige für sie geschäftsfördernde Schaden auftritt.
Anderes Beispiel: so, wie in Bonn derzeit die lange absehbare Brückenpanik ausgebrochen ist, so wird in Berlin in Kürze Wasserpanik ausbrechen. Das Stadtgebiet ist durch alle Wetterperioden hindurch im Dürremonitor jederzeit gut zu erkennen. Und da sich die Braunkohlekonzerne schon immer einen schlanken Fuss gemacht haben, und dabei tatkräftig von Bundes- und Landesregierungen unterstützt werden, sitzen die Berliner*innen demnächst auf dem Trockenen. Aber vom Klimawandel – s.o. René Martens – nichts hören oder sehen wollen. Mein Rat: lassen Sie die Finger von Berliner Immobilien! 😉
Der von Martens absolut richtig analysierte Sachverhalt scheint den Status eines physikalischen Gesetzes zu erlangen – der Bonner Brückenschaden läuft exakt so ab, wie der globale Klimaschaden – obwohl er doch ein reines menschlich absolut beeinflussbares Produkt von Politik und sozialem Handeln ist. Selbstverständlich muss jetzt “alles” dafür getan werden, dass der Autoverkehr irgendwie wieder fliessen kann – Klima hin oder her … Wiekommichdrauf?
Von George Sand lernen
Die gleichen Fragen muss sich vor knapp 200 Jahren schon die Schriftstellerin Aurore Dupin, die sich als erwachsene Frau “George Sand” nennen liess, gestellt haben. In der Jungen Welt steht ein absolut lesenswertes Porträt der Dame von Stefan Ripplinger: “Sozialistische Literatur: Ketzerkommunismus – Vor 150 Jahren starb die Schriftstellerin George Sand. Sie rief eine revolutionäre »Kirche der Zukunft« aus und setzte ganz entschieden auf Gewalt”. Nur einige Tage paywallfrei.
Über Madame Sand ist mir dunkel ein weit launigerer Beitrag unseres Autors Hans Conrad Zander in Erinnerung. Das kann aber eine Täuschung meinerseits sein. Ich befrage seine Erinnerung und lasse Sie das Ergebnis wissen.
Am Schluss ist Stefan Ripplinger eine besonders tröstliche Formulierung gelungen: “Diese Entfernung von der Geschichte ist vielleicht das Privileg des Alters und kann ohnehin ein beeindruckendes Werk nicht ungültig machen. Es gebe niemanden auf der Welt, der in seinem Leben so viel geträumt und so wenig gehandelt habe wie sie, notiert George Sand in der Autobiographie. Tatsächlich hat sie gehandelt, als sie träumte.”
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“Immer öfter begegnen inzwischen auch wir unserem Endgegner: uns selbst”
So sprach Friedrich Küppersbusch bei schönstem Sommerabendwetter vor 2,8 Mio. Zuschauer*inne*n als “Irgendwer mit Medien” in der “heute-show” (ab Minute 10); eine der stärkeren Ausgaben dieses nicht immer erträglichen Satireformats. Leute vom Fach stellten tags darauf die These auf, der gute Mann denke nicht nur zu schnell, er spreche auch so. Da sind Mediathek-Zuschauer*innen im Vorteil: mit 0,75 Geschwindigkeit klappts auch für die Älteren.
Und wenn Sie nun rätseln, was er damit gemeint haben könnte, dann hilft Ihnen René Martens/MDR-Altpapier weiter:
“Bizarre Journalisten entsorgen ihren Beruf – Die Berichterstattung nach dem Ende von Stephen Colberts Show bei CBS wirft die Frage auf: Sind Formulierungen wie ‘Kritiker sagen’ oder ‘Kritiker vermuten’ Ausdruck von Arbeitsverweigerung oder eher einer bewussten Irreführungsstrategie?”
Dä. Und jetzt Bürger*in: Sie!
Meine Konsequenz wäre: Armin Wolf, bisweilen werktags 22 h auf 3sat zu sehen, sofort abwerben!
Überraschung: was Gutes im Medium
Nach so viel Affenscheisse brauchen Sie Aufmunterung. Meine Empfehlung:
“The Persian Version” (Video 103 min)
vom ZDF nachts versenkt, auch in der Mediathek nicht leicht zu finden. Dabei hat dieser US-Film von 2023 seinerzeit den Publikumspreis des weltberühmten Sundance-Festivals gewonnen. Mit Recht, ich hätte mitgestimmt.
Und das Beste ist: die Story ist gar nicht erfunden. Die geniale Alleskönnerin Maryam Keshavarz will vieles davon selbst erlebt haben. Ich kann zumindest bestätigen, dass ich viele Erlebnisse und Erzählungen iranischer Freund*inn*e*n in diesem tollen Film wiedererkenne.
Die starken, schönen Frauen sind in der Lage, den männlichen Heterosexuellen zu betören, obwohl doch – oder weil – viele gar nicht heteronormativ sind und sein wollen 😉 . Bitte schlabbern Sie auch den Abspann mit der Musik von Rostam Batmanglij nicht.
Ein Gesamtkunstwerk, das die Absurdität der politischen Wirklichkeit brutal erkennbar macht, und uns als ihre Betrachter*in stärkt statt schwächt. Das ist politische Kunst.
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“Immer öfter begegnen inzwischen auch wir unserem Endgegner: uns selbst”
So sprach Friedrich Küppersbusch bei schönstem Sommerabendwetter vor 2,8 Mio. Zuschauer*inne*n als “Irgendwer mit Medien” in der “heute-show” (ab Minute 10); eine der stärkeren Ausgaben dieses nicht immer erträglichen Satireformats. Leute vom Fach stellten tags darauf die These auf, der gute Mann denke nicht nur zu schnell, er spreche auch so. Da sind Mediathek-Zuschauer*innen im Vorteil: mit 0,75 Geschwindigkeit klappts auch für die Älteren.
Und wenn Sie nun rätseln, was er damit gemeint haben könnte, dann hilft Ihnen René Martens/MDR-Altpapier weiter:
“Bizarre Journalisten entsorgen ihren Beruf – Die Berichterstattung nach dem Ende von Stephen Colberts Show bei CBS wirft die Frage auf: Sind Formulierungen wie ‘Kritiker sagen’ oder ‘Kritiker vermuten’ Ausdruck von Arbeitsverweigerung oder eher einer bewussten Irreführungsstrategie?”
Dä. Und jetzt Bürger*in: Sie!
Meine Konsequenz wäre: Armin Wolf, bisweilen werktags 22 h auf 3sat zu sehen, sofort abwerben!
Überraschung: was Gutes im Medium
Nach so viel Affenscheisse brauchen Sie Aufmunterung. Meine Empfehlung:
“The Persian Version” (Video 103 min)
vom ZDF nachts versenkt, auch in der Mediathek nicht leicht zu finden. Dabei hat dieser US-Film von 2023 seinerzeit den Publikumspreis des weltberühmten Sundance-Festivals gewonnen. Mit Recht, ich hätte mitgestimmt.
Und das Beste ist: die Story ist gar nicht erfunden. Die geniale Alleskönnerin Maryam Keshavarz will vieles davon selbst erlebt haben. Ich kann zumindest bestätigen, dass ich viele Erlebnisse und Erzählungen iranischer Freund*inn*e*n in diesem tollen Film wiedererkenne.
Die starken, schönen Frauen sind in der Lage, den männlichen Heterosexuellen zu betören, obwohl doch – oder weil – viele gar nicht heteronormativ sind und sein wollen 😉 . Bitte schlabbern Sie auch den Abspann mit der Musik von Rostam Batmanglij nicht.
Ein Gesamtkunstwerk, das die Absurdität der politischen Wirklichkeit brutal erkennbar macht, und uns als ihre Betrachter*in stärkt statt schwächt. Das ist politische Kunst.
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Auch eine Art Widerstand: Milliardärsspielzeuge teurer machen
“Rechtssein muss bestraft werden” sagte vor vielen Jahrzehnten der NRW-Jungdemokraten-Landesvorsitzende Thilo Schelling, als wir im Jungdemokraten-Bundeshauptausschuss im Hotel “Krone” in Bingen, direkt neben den Bahngleisen, Hanspeter Knirsch und Michsel Kleff zum Rücktritt aus dem Bundesvorstand trieben. Egon Bahr hatte kurz zuvor den späteren FroG (“Friends of Gerd”) Klaus-Uwe Benneter als Juso-Bundesvorsitzenden abgesetzt und aus der (anderen) Partei geschmissen. SPD und FDP bildeten seinerzeit und bis 1982 die Regierungskoalition.
Thilos Ausspruch war – aus heutiger Sicht – ungerecht gegenüber den Betroffenen, die sich bis heute einen stabilen linksliberalen Standpunkt erlauben, was damaligen Frondeuren, unter ihnen ein gewisser Kubicki, mittlerweile gründlich misslungen ist. Ich zählte zu den Frondeuren, die sich für eine Fortsetzung der bündnispolitischen Zusammenarbeit für Frieden und Abrüstung mit den damaligen BRD-Kommunisten einsetzten. 1977 war das.
Thilos Aussage war so allgemein freilich richtig und ist es heute immer noch. Wie kommichdrauf?
Ben Kutz/MDR-Altpapier: “Reichelt überall – Julian Reichelts Portal ‘Nius’ ist ein wirtschaftliches Desaster. Auch die Klickzahlen sind so schlecht wie nie. ‘Nius’ ist ein Portal mit verschwindend geringer Relevanz, trotzdem kommen das Portal und Reichelt ständig in den Medien vor. Warum?”
33 Mio. Minus in drei Jahren – das ist aus unsereiner Sicht doch mal eine Hausnummer. Mann gönnt sich ja sonst nichts. Aber ist das für einen – durch unsere Krankenkassenbeiträge – Milliardär gewordenen überhaupt schmerzhaft? Sicher nicht ausreichend.
Die eigentliche Gefahr von dem kommt nicht über seinen Hofnarren Reichelt, sondern über seinen Kasper Spahn. Und spätestens da wird es nicht Ernst. Sondern ist es schon. Spahn hat die öffentlichen Kassen längst weit umfangreicher geplündert, als das beliebte und schon weitgehend vergessene Satireobjekt Andy Scheuer. Und er hört nicht damit auf. Im Gegenteil.
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Auch eine Art Widerstand: Milliardärsspielzeuge teurer machen
“Rechtssein muss bestraft werden” sagte vor vielen Jahrzehnten der NRW-Jungdemokraten-Landesvorsitzende Thilo Schelling, als wir im Jungdemokraten-Bundeshauptausschuss im Hotel “Krone” in Bingen, direkt neben den Bahngleisen, Hanspeter Knirsch und Michsel Kleff zum Rücktritt aus dem Bundesvorstand trieben. Egon Bahr hatte kurz zuvor den späteren FroG (“Friends of Gerd”) Klaus-Uwe Benneter als Juso-Bundesvorsitzenden abgesetzt und aus der (anderen) Partei geschmissen. SPD und FDP bildeten seinerzeit und bis 1982 die Regierungskoalition.
Thilos Ausspruch war – aus heutiger Sicht – ungerecht gegenüber den Betroffenen, die sich bis heute einen stabilen linksliberalen Standpunkt erlauben, was damaligen Frondeuren, unter ihnen ein gewisser Kubicki, mittlerweile gründlich misslungen ist. Ich zählte zu den Frondeuren, die sich für eine Fortsetzung der bündnispolitischen Zusammenarbeit für Frieden und Abrüstung mit den damaligen BRD-Kommunisten einsetzten. 1977 war das.
Thilos Aussage war so allgemein freilich richtig und ist es heute immer noch. Wie kommichdrauf?
Ben Kutz/MDR-Altpapier: “Reichelt überall – Julian Reichelts Portal ‘Nius’ ist ein wirtschaftliches Desaster. Auch die Klickzahlen sind so schlecht wie nie. ‘Nius’ ist ein Portal mit verschwindend geringer Relevanz, trotzdem kommen das Portal und Reichelt ständig in den Medien vor. Warum?”
33 Mio. Minus in drei Jahren – das ist aus unsereiner Sicht doch mal eine Hausnummer. Mann gönnt sich ja sonst nichts. Aber ist das für einen – durch unsere Krankenkassenbeiträge – Milliardär gewordenen überhaupt schmerzhaft? Sicher nicht ausreichend.
Die eigentliche Gefahr von dem kommt nicht über seinen Hofnarren Reichelt, sondern über seinen Kasper Spahn. Und spätestens da wird es nicht Ernst. Sondern ist es schon. Spahn hat die öffentlichen Kassen längst weit umfangreicher geplündert, als das beliebte und schon weitgehend vergessene Satireobjekt Andy Scheuer. Und er hört nicht damit auf. Im Gegenteil.
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Beides wird das Merz-Doitschland nicht kriegen können
Dass Aufrüstung irgendein ökonomisches Problem löst (“Kriegskeynsianismus”), ist eine Sau, die die profitierende Kapitallobby mit Vorliebe durch jedes Dorf treibt (für das tierfeindliche Femininum bitte ich um Entschuldigung). Immerhin sind sich die herrschenden Klassen darüber bisweilen uneinig. Intelligente Gegenkräfte, zu einer entsprechenden Analyse fähig, können das u.U. taktisch ausnutzen. Wenn Sie die irgendwo sehen, sagen Sie mir bitte Bescheid.
Selbst Donald Trump weiss, wie doof diese Sau ist. Deswegen will er den Europäer*inne*n die unübersichtlichen Kosten dafür ja aufdrücken. Der ist nicht nur doof. Denn Aufrüstungskeynsianismus löst null Folgeinvestitionen aus. Die verbrennen bei Rheinmetall und Co. und kommen nie wieder.
Darum ist ja auch die deutsch-französische Achse so kaputt. Zahlen/Investieren soll immer der Andere, hauptsache Profit fliesst in die eigenen Konten.
Jörg Kronauer und Satyajeet Malik/Junge Welt: “Rüstungsrivalität: »Deutschland braucht Drohnen« – Das deutsch-französische Rüstungsprojekt FCAS steht vor dem Aus. Nun heißt es vereinzelt, die BRD benötige gar keinen neuen Kampfjet”
Schlauer als alle zusammen mal wieder “der Chinese”, wiederum Jörg Kronauer/Junge Welt: “Ungleiche Verbündete – Putin trifft Xi in Beijing”.
In die gleiche Richtung der anonyme German-Foreign-Policy-Autor: “Streit um den Panzerbauer – Die Bundesregierung droht aufgrund interner Differenzen den geplanten Börsengang des deutsch-französischen Panzerbauers KNDS zu verschleppen. Frankreich stellt bei anhaltender Blockade einen Alleingang in Aussicht. Der Streit schwillt an.”
Und damit das gequälte deutsche Rüstungskapital nicht allzu viel Angst vor Öffentlichkeit kriegen muss, verschwinden alle genannten Texte in wenigen Tagen in Paywall-Archiven.
Wenn Sie danach immer noch auf der Suche nach unabhängigen Fachinformationen sind, empfehle ich Ihnen die Tübinger Informationsstelle Militarisierung. Die arbeitet öffentlich und freut sich über freiwillige Spenden.
Robert Schwierkus/telepolis wird, wenn nicht bei heise einem Boss eine Laus über die Leber läuft, vorläufig nicht digital verschwinden:
“Die Deutsche Frage ist zurück – und Europa zittert – Deutschlands Militärmacht wächst rasant – und alte Ängste vor deutscher Hegemonie in Europa kehren mit voller Wucht zurück.”
Woher nur dieses Misstrauen? Nur wegen zwei Weltkriegen und 12 Jahren Faschismus und Völkermord?
Was in einem eindeutig “kriegstüchtigen” Land mit Meinungs- und Pressefreiheit passiert, das berichtete gestern
Antonia Groß/MDR-Altpapier: “Ist das noch SLAPP oder schon Propaganda? – Ein Journalist veröffentlicht Berichte sexualisierter Gewalt gegen palästinensische Gefangene durch israelische Sicherheitskräfte. Der verantwortliche Machthaber geht daraufhin auf das Medium los. Was sagt das über die Vorwürfe aus? Und über die PR-Strategie des Landes?” Gute Frage.
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Beides wird das Merz-Doitschland nicht kriegen können
Dass Aufrüstung irgendein ökonomisches Problem löst (“Kriegskeynsianismus”), ist eine Sau, die die profitierende Kapitallobby mit Vorliebe durch jedes Dorf treibt (für das tierfeindliche Femininum bitte ich um Entschuldigung). Immerhin sind sich die herrschenden Klassen darüber bisweilen uneinig. Intelligente Gegenkräfte, zu einer entsprechenden Analyse fähig, können das u.U. taktisch ausnutzen. Wenn Sie die irgendwo sehen, sagen Sie mir bitte Bescheid.
Selbst Donald Trump weiss, wie doof diese Sau ist. Deswegen will er den Europäer*inne*n die unübersichtlichen Kosten dafür ja aufdrücken. Der ist nicht nur doof. Denn Aufrüstungskeynsianismus löst null Folgeinvestitionen aus. Die verbrennen bei Rheinmetall und Co. und kommen nie wieder.
Darum ist ja auch die deutsch-französische Achse so kaputt. Zahlen/Investieren soll immer der Andere, hauptsache Profit fliesst in die eigenen Konten.
Jörg Kronauer und Satyajeet Malik/Junge Welt: “Rüstungsrivalität: »Deutschland braucht Drohnen« – Das deutsch-französische Rüstungsprojekt FCAS steht vor dem Aus. Nun heißt es vereinzelt, die BRD benötige gar keinen neuen Kampfjet”
Schlauer als alle zusammen mal wieder “der Chinese”, wiederum Jörg Kronauer/Junge Welt: “Ungleiche Verbündete – Putin trifft Xi in Beijing”.
In die gleiche Richtung der anonyme German-Foreign-Policy-Autor: “Streit um den Panzerbauer – Die Bundesregierung droht aufgrund interner Differenzen den geplanten Börsengang des deutsch-französischen Panzerbauers KNDS zu verschleppen. Frankreich stellt bei anhaltender Blockade einen Alleingang in Aussicht. Der Streit schwillt an.”
Und damit das gequälte deutsche Rüstungskapital nicht allzu viel Angst vor Öffentlichkeit kriegen muss, verschwinden alle genannten Texte in wenigen Tagen in Paywall-Archiven.
Wenn Sie danach immer noch auf der Suche nach unabhängigen Fachinformationen sind, empfehle ich Ihnen die Tübinger Informationsstelle Militarisierung. Die arbeitet öffentlich und freut sich über freiwillige Spenden.
Robert Schwierkus/telepolis wird, wenn nicht bei heise einem Boss eine Laus über die Leber läuft, vorläufig nicht digital verschwinden:
“Die Deutsche Frage ist zurück – und Europa zittert – Deutschlands Militärmacht wächst rasant – und alte Ängste vor deutscher Hegemonie in Europa kehren mit voller Wucht zurück.”
Woher nur dieses Misstrauen? Nur wegen zwei Weltkriegen und 12 Jahren Faschismus und Völkermord?
Was in einem eindeutig “kriegstüchtigen” Land mit Meinungs- und Pressefreiheit passiert, das berichtete gestern
Antonia Groß/MDR-Altpapier: “Ist das noch SLAPP oder schon Propaganda? – Ein Journalist veröffentlicht Berichte sexualisierter Gewalt gegen palästinensische Gefangene durch israelische Sicherheitskräfte. Der verantwortliche Machthaber geht daraufhin auf das Medium los. Was sagt das über die Vorwürfe aus? Und über die PR-Strategie des Landes?” Gute Frage.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Beides wird das Merz-Doitschland nicht kriegen können
Dass Aufrüstung irgendein ökonomisches Problem löst (“Kriegskeynsianismus”), ist eine Sau, die die profitierende Kapitallobby mit Vorliebe durch jedes Dorf treibt (für das tierfeindliche Femininum bitte ich um Entschuldigung). Immerhin sind sich die herrschenden Klassen darüber bisweilen uneinig. Intelligente Gegenkräfte, zu einer entsprechenden Analyse fähig, können das u.U. taktisch ausnutzen. Wenn Sie die irgendwo sehen, sagen Sie mir bitte Bescheid.
Selbst Donald Trump weiss, wie doof diese Sau ist. Deswegen will er den Europäer*inne*n die unübersichtlichen Kosten dafür ja aufdrücken. Der ist nicht nur doof. Denn Aufrüstungskeynsianismus löst null Folgeinvestitionen aus. Die verbrennen bei Rheinmetall und Co. und kommen nie wieder.
Darum ist ja auch die deutsch-französische Achse so kaputt. Zahlen/Investieren soll immer der Andere, hauptsache Profit fliesst in die eigenen Konten.
Jörg Kronauer und Satyajeet Malik/Junge Welt: “Rüstungsrivalität: »Deutschland braucht Drohnen« – Das deutsch-französische Rüstungsprojekt FCAS steht vor dem Aus. Nun heißt es vereinzelt, die BRD benötige gar keinen neuen Kampfjet”
Schlauer als alle zusammen mal wieder “der Chinese”, wiederum Jörg Kronauer/Junge Welt: “Ungleiche Verbündete – Putin trifft Xi in Beijing”.
In die gleiche Richtung der anonyme German-Foreign-Policy-Autor: “Streit um den Panzerbauer – Die Bundesregierung droht aufgrund interner Differenzen den geplanten Börsengang des deutsch-französischen Panzerbauers KNDS zu verschleppen. Frankreich stellt bei anhaltender Blockade einen Alleingang in Aussicht. Der Streit schwillt an.”
Und damit das gequälte deutsche Rüstungskapital nicht allzu viel Angst vor Öffentlichkeit kriegen muss, verschwinden alle genannten Texte in wenigen Tagen in Paywall-Archiven.
Wenn Sie danach immer noch auf der Suche nach unabhängigen Fachinformationen sind, empfehle ich Ihnen die Tübinger Informationsstelle Militarisierung. Die arbeitet öffentlich und freut sich über freiwillige Spenden.
Robert Schwierkus/telepolis wird, wenn nicht bei heise einem Boss eine Laus über die Leber läuft, vorläufig nicht digital verschwinden:
“Die Deutsche Frage ist zurück – und Europa zittert – Deutschlands Militärmacht wächst rasant – und alte Ängste vor deutscher Hegemonie in Europa kehren mit voller Wucht zurück.”
Woher nur dieses Misstrauen? Nur wegen zwei Weltkriegen und 12 Jahren Faschismus und Völkermord?
Was in einem eindeutig “kriegstüchtigen” Land mit Meinungs- und Pressefreiheit passiert, das berichtete gestern
Antonia Groß/MDR-Altpapier: “Ist das noch SLAPP oder schon Propaganda? – Ein Journalist veröffentlicht Berichte sexualisierter Gewalt gegen palästinensische Gefangene durch israelische Sicherheitskräfte. Der verantwortliche Machthaber geht daraufhin auf das Medium los. Was sagt das über die Vorwürfe aus? Und über die PR-Strategie des Landes?” Gute Frage.
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Qualitätsjournalismus, deutscher
“Lieber zwei als eine KI”
Einer der bestbezahlten deutschen Medienmanager in öffentlichen Anstalten, der langjährige Tagesschau-Chef (2003-19), Kai Gniffke, heute Intendant des SWR und Mörder der “Eisenbahnromantik”, wollte mal wieder öffentlich bemerkt werden. Die Katholiken von der gleichnamigen Nachrichtenagentur versuchen damit Abos zu werben. Wandern wir also kurz digital in der Deutschen liebstes Auswanderungsland Schweiz rüber, wo der gleiche Inhalt frei zugänglich ist:
“Kai Gniffke fordert ein Ende des Empörungsjournalismus – Die digitale Welt verändert auch die Kriterien für Qualitätsjournalismus. Ein Gespräch mit dem SWR-Intendanten und ehemaligen ARD-aktuell-Chef über Journalismus, Haltung und Technikfröhlichkeit.”
Da ist eigentlich alles drin, was Christiane Voges/telepolis auf die Palme bringt, und mich auch:
“Der neue Mediengehorsam: SWR-Intendant erklärt, wer keine Stimme verdient – ARD-Topfunktionär Kai Gniffke fordert Qualität statt Empörung und mehr KI. Über technokratische Kontrolle, Diskursverengung und Leitmedien.”
Ich hätte das Zeug garnicht bemerkt, wenn sich Frau Voges nicht so aufgeregt hätte. Viel mehr verärgert mich, was dieser Gniffke in seinem langen Chefsein in der Tagesschau angerichtet hat. Nur die Älteren, so alt oder älter als ich, werden sich noch an Dieter Gütt erinnern, der die Freiheit der Tagesschau-Redaktion noch kämpferisch verteidigt hatte. Er beging 1990 Selbstmord. Der kürzlich hier schon erwähnte Horst Königstein liess über ihn einen eigenen Film produzieren, den Sie in der ARD-Mediathek vergeblich suchen werden. Der CSU-Gesandte Edmund Gruber (1981-88) folgte ihm nach, stiess aber (noch) auf kämpferischen Widerstand der Redaktion. Er konnte weder die Tagesschau noch in den folgenden vier Jahren bis 1992 den Deutschlandfunk zerstören. Zu dieser Zeit bewies der Journalismus noch Selbstheilungskräfte. Die, soweit sie in der ARD existierten, hat erst Gniffke wirkungsvoll zerstört.
2018 profilierte sich Gniffke damit, dass er mit der AfD redete. Wem hat es mehr genützt? Ihm oder denen? Bei ihm führte es zu einem Jahresgehalt von knapp 400.000, bei der AfD zu verdoppelten Umfragewerten.
Über die AfD wird immer und überall gesprochen. Wer kennt Gniffke? Das gefällt ihm sicher nicht. Darum das bescheuerte Interview mit den Katholiken.
Datenersatz für intellektuelle Leere
Was Gniffke und seine Gesinnungsfreund*inn*e*n in den öffentlichen Anstalten an Politik und der real existierenden Gesellschaft nicht verstehen, das erklärt der Österreicher Gabriel Kuhn/Junge Welt am Beispiel des Fussballs und eines missglückten Buches über ihn (Einschub: der Bundestrainer zählt eher zu denen, die an die dort niedergelegte Datenwahrheit ganz fest glauben):
“Sportliteratur: Die Rache der Nerds – Wie die Zahlen helfen, den Fußball zu analysieren oder auch nicht: Tobias Escher schreibt »Die Zukunft des Fußballs«”.
Diesen klugen Text wird die Junge Welt in Kürze in ihrem Paywallarchiv versenken (= linksradikaler Qualitätsjournalismus).
Wo soll das alles enden?
Es endet nie.
Die derzeitigen Steuerleute in Parteien, Länderregierungen und Anstalten wollen ganz offenbar, der AfD vorauseilend, dahin, wo die USA schon sind – ein altes BRD-deutsches “bewährtes” Bewegungsgesetz der Nachkriegszeit.
Klaus Raab/MDR-Altpapier: “Wie geht es weiter mit Stephen Colbert? – In den USA geht der Late-Night-Host in dieser Woche zum letzten Mal auf Sendung. Sein Sender ist vor dem Präsidenten eingeknickt. Es würde in die mediale Gegenwart passen, wenn er allein weitermachte.”
Hierzulande wird ja ein Kerl, dessen Name mir einfach nicht einfallen will, der mit einem fetten ARD-Vertrag (RBB) ausgestattet ist, und das Publikum mit Jammerei, was er angeblich alles nicht mehr sagen darf, belästigt, für einen Kabarettisten gehalten.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Qualitätsjournalismus, deutscher
“Lieber zwei als eine KI”
mit Update 19.5.
Einer der bestbezahlten deutschen Medienmanager in öffentlichen Anstalten, der langjährige Tagesschau-Chef (2003-19), Kai Gniffke, heute Intendant des SWR und Mörder der “Eisenbahnromantik”, wollte mal wieder öffentlich bemerkt werden. Die Katholiken von der gleichnamigen Nachrichtenagentur versuchen damit Abos zu werben. Wandern wir also kurz digital in der Deutschen liebstes Auswanderungsland Schweiz rüber, wo der gleiche Inhalt frei zugänglich ist:
“Kai Gniffke fordert ein Ende des Empörungsjournalismus – Die digitale Welt verändert auch die Kriterien für Qualitätsjournalismus. Ein Gespräch mit dem SWR-Intendanten und ehemaligen ARD-aktuell-Chef über Journalismus, Haltung und Technikfröhlichkeit.”
Da ist eigentlich alles drin, was Christiane Voges/telepolis auf die Palme bringt, und mich auch:
“Der neue Mediengehorsam: SWR-Intendant erklärt, wer keine Stimme verdient – ARD-Topfunktionär Kai Gniffke fordert Qualität statt Empörung und mehr KI. Über technokratische Kontrolle, Diskursverengung und Leitmedien.”
Ich hätte das Zeug garnicht bemerkt, wenn sich Frau Voges nicht so aufgeregt hätte. Viel mehr verärgert mich, was dieser Gniffke in seinem langen Chefsein in der Tagesschau angerichtet hat. Nur die Älteren, so alt oder älter als ich, werden sich noch an Dieter Gütt erinnern, der die Freiheit der Tagesschau-Redaktion noch kämpferisch verteidigt hatte. Er beging 1990 Selbstmord. Der kürzlich hier schon erwähnte Horst Königstein liess über ihn einen eigenen Film produzieren, den Sie in der ARD-Mediathek vergeblich suchen werden. Der CSU-Gesandte Edmund Gruber (1981-88) folgte ihm nach, stiess aber (noch) auf kämpferischen Widerstand der Redaktion. Er konnte weder die Tagesschau noch in den folgenden vier Jahren bis 1992 den Deutschlandfunk zerstören. Zu dieser Zeit bewies der Journalismus noch Selbstheilungskräfte. Die, soweit sie in der ARD existierten, hat erst Gniffke wirkungsvoll zerstört.
2018 profilierte sich Gniffke damit, dass er mit der AfD redete. Wem hat es mehr genützt? Ihm oder denen? Bei ihm führte es zu einem Jahresgehalt von knapp 400.000, bei der AfD zu verdoppelten Umfragewerten.
Über die AfD wird immer und überall gesprochen. Wer kennt Gniffke? Das gefällt ihm sicher nicht. Darum das bescheuerte Interview mit den Katholiken.
Datenersatz für intellektuelle Leere
Was Gniffke und seine Gesinnungsfreund*inn*e*n in den öffentlichen Anstalten an Politik und der real existierenden Gesellschaft nicht verstehen, das erklärt der Österreicher Gabriel Kuhn/Junge Welt am Beispiel des Fussballs und eines missglückten Buches über ihn (Einschub: der Bundestrainer zählt eher zu denen, die an die dort niedergelegte Datenwahrheit ganz fest glauben):
“Sportliteratur: Die Rache der Nerds – Wie die Zahlen helfen, den Fußball zu analysieren oder auch nicht: Tobias Escher schreibt »Die Zukunft des Fußballs«”.
Diesen klugen Text wird die Junge Welt in Kürze in ihrem Paywallarchiv versenken (= linksradikaler Qualitätsjournalismus).
Wo soll das alles enden?
Es endet nie.
Die derzeitigen Steuerleute in Parteien, Länderregierungen und Anstalten wollen ganz offenbar, der AfD vorauseilend, dahin, wo die USA schon sind – ein altes BRD-deutsches “bewährtes” Bewegungsgesetz der Nachkriegszeit.
Klaus Raab/MDR-Altpapier: “Wie geht es weiter mit Stephen Colbert? – In den USA geht der Late-Night-Host in dieser Woche zum letzten Mal auf Sendung. Sein Sender ist vor dem Präsidenten eingeknickt. Es würde in die mediale Gegenwart passen, wenn er allein weitermachte.”
Hierzulande wird ja ein Kerl, dessen Name mir einfach nicht einfallen will, der mit einem fetten ARD-Vertrag (RBB) ausgestattet ist, und das Publikum mit Jammerei, was er angeblich alles nicht mehr sagen darf, belästigt, für einen Kabarettisten gehalten.
Update 19.5.
Zum gleichen Thema mit absolut angemessener Verbitterung auch René Martens/MDR-Altpapier: “Ganz normale Medien auf ganz normalen Abwegen – In einem Interview präsentiert SWR-Intendant Kai Gniffke die sehr überraschende Sichtweise, Perspektiven der Wirtschaft seien in den Qualitätsmedien unterrepräsentiert. In der 20-Uhr-‘Tagesschau’ darf man Lynchfantasien äußern.”
Zu dem diese täglich lesenswerte Kolumne (noch) beherbergenden MDR ist eine Ergänzung erforderlich. Der AfD vorauseilend hat der Sender bekannt gegeben, in den nächsten Jahren keine “Tatorte” und “Polizeiruf 110” mehr zu produzieren. Im quotenstärksten Teil des ARD-Programms käme also noch weniger “Osten” vor. Nicht alle Wessies wären darüber unglücklich. Sehr wohl aber die, die bisher die Arbeit gemacht haben: “Ein fiktionales Großprojekt lasse sich nicht mal eben für drei Jahre einfrieren, ohne irreparablen Schaden anzurichten. Ein Film benötige langen Vorlauf für Drehbücher, Motivsuche und Team-Verpflichtungen. Das Kernproblem sehen Gröschel und Brambach in der Zerstörung gewachsener Strukturen und der existenziellen Bedrohung der Filmschaffenden”, womit die zwei sich selbst gewiss weniger meinen, als die unbeachteten Freelancer-Produktionsteams, die ihnen die Bühne bauen.
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Qualitätsjournalismus, deutscher
“Lieber zwei als eine KI”
Einer der bestbezahlten deutschen Medienmanager in öffentlichen Anstalten, der langjährige Tagesschau-Chef (2003-19), Kai Gniffke, heute Intendant des SWR und Mörder der “Eisenbahnromantik”, wollte mal wieder öffentlich bemerkt werden. Die Katholiken von der gleichnamigen Nachrichtenagentur versuchen damit Abos zu werben. Wandern wir also kurz digital in der Deutschen liebstes Auswanderungsland Schweiz rüber, wo der gleiche Inhalt frei zugänglich ist:
“Kai Gniffke fordert ein Ende des Empörungsjournalismus – Die digitale Welt verändert auch die Kriterien für Qualitätsjournalismus. Ein Gespräch mit dem SWR-Intendanten und ehemaligen ARD-aktuell-Chef über Journalismus, Haltung und Technikfröhlichkeit.”
Da ist eigentlich alles drin, was Christiane Voges/telepolis auf die Palme bringt, und mich auch:
“Der neue Mediengehorsam: SWR-Intendant erklärt, wer keine Stimme verdient – ARD-Topfunktionär Kai Gniffke fordert Qualität statt Empörung und mehr KI. Über technokratische Kontrolle, Diskursverengung und Leitmedien.”
Ich hätte das Zeug garnicht bemerkt, wenn sich Frau Voges nicht so aufgeregt hätte. Viel mehr verärgert mich, was dieser Gniffke in seinem langen Chefsein in der Tagesschau angerichtet hat. Nur die Älteren, so alt oder älter als ich, werden sich noch an Dieter Gütt erinnern, der die Freiheit der Tagesschau-Redaktion noch kämpferisch verteidigt hatte. Er beging 1990 Selbstmord. Der kürzlich hier schon erwähnte Horst Königstein liess über ihn einen eigenen Film produzieren, den Sie in der ARD-Mediathek vergeblich suchen werden. Der CSU-Gesandte Edmund Gruber (1981-88) folgte ihm nach, stiess aber (noch) auf kämpferischen Widerstand der Redaktion. Er konnte weder die Tagesschau noch in den folgenden vier Jahren bis 1992 den Deutschlandfunk zerstören. Zu dieser Zeit bewies der Journalismus noch Selbstheilungskräfte. Die, soweit sie in der ARD existierten, hat erst Gniffke wirkungsvoll zerstört.
2018 profilierte sich Gniffke damit, dass er mit der AfD redete. Wem hat es mehr genützt? Ihm oder denen? Bei ihm führte es zu einem Jahresgehalt von knapp 400.000, bei der AfD zu verdoppelten Umfragewerten.
Über die AfD wird immer und überall gesprochen. Wer kennt Gniffke? Das gefällt ihm sicher nicht. Darum das bescheuerte Interview mit den Katholiken.
Datenersatz für intellektuelle Leere
Was Gniffke und seine Gesinnungsfreund*inn*e*n in den öffentlichen Anstalten an Politik und der real existierenden Gesellschaft nicht verstehen, das erklärt der Österreicher Gabriel Kuhn/Junge Welt am Beispiel des Fussballs und eines missglückten Buches über ihn (Einschub: der Bundestrainer zählt eher zu denen, die an die dort niedergelegte Datenwahrheit ganz fest glauben):
“Sportliteratur: Die Rache der Nerds – Wie die Zahlen helfen, den Fußball zu analysieren oder auch nicht: Tobias Escher schreibt »Die Zukunft des Fußballs«”.
Diesen klugen Text wird die Junge Welt in Kürze in ihrem Paywallarchiv versenken (= linksradikaler Qualitätsjournalismus).
Wo soll das alles enden?
Es endet nie.
Die derzeitigen Steuerleute in Parteien, Länderregierungen und Anstalten wollen ganz offenbar, der AfD vorauseilend, dahin, wo die USA schon sind – ein altes BRD-deutsches “bewährtes” Bewegungsgesetz der Nachkriegszeit.
Klaus Raab/MDR-Altpapier: “Wie geht es weiter mit Stephen Colbert? – In den USA geht der Late-Night-Host in dieser Woche zum letzten Mal auf Sendung. Sein Sender ist vor dem Präsidenten eingeknickt. Es würde in die mediale Gegenwart passen, wenn er allein weitermachte.”
Hierzulande wird ja ein Kerl, dessen Name mir einfach nicht einfallen will, der mit einem fetten ARD-Vertrag (RBB) ausgestattet ist, und das Publikum mit Jammerei, was er angeblich alles nicht mehr sagen darf, belästigt, für einen Kabarettisten gehalten.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Qualitätsjournalismus, deutscher
“Lieber zwei als eine KI”
mit Update 19.5.
Einer der bestbezahlten deutschen Medienmanager in öffentlichen Anstalten, der langjährige Tagesschau-Chef (2003-19), Kai Gniffke, heute Intendant des SWR und Mörder der “Eisenbahnromantik”, wollte mal wieder öffentlich bemerkt werden. Die Katholiken von der gleichnamigen Nachrichtenagentur versuchen damit Abos zu werben. Wandern wir also kurz digital in der Deutschen liebstes Auswanderungsland Schweiz rüber, wo der gleiche Inhalt frei zugänglich ist:
“Kai Gniffke fordert ein Ende des Empörungsjournalismus – Die digitale Welt verändert auch die Kriterien für Qualitätsjournalismus. Ein Gespräch mit dem SWR-Intendanten und ehemaligen ARD-aktuell-Chef über Journalismus, Haltung und Technikfröhlichkeit.”
Da ist eigentlich alles drin, was Christiane Voges/telepolis auf die Palme bringt, und mich auch:
“Der neue Mediengehorsam: SWR-Intendant erklärt, wer keine Stimme verdient – ARD-Topfunktionär Kai Gniffke fordert Qualität statt Empörung und mehr KI. Über technokratische Kontrolle, Diskursverengung und Leitmedien.”
Ich hätte das Zeug garnicht bemerkt, wenn sich Frau Voges nicht so aufgeregt hätte. Viel mehr verärgert mich, was dieser Gniffke in seinem langen Chefsein in der Tagesschau angerichtet hat. Nur die Älteren, so alt oder älter als ich, werden sich noch an Dieter Gütt erinnern, der die Freiheit der Tagesschau-Redaktion noch kämpferisch verteidigt hatte. Er beging 1990 Selbstmord. Der kürzlich hier schon erwähnte Horst Königstein liess über ihn einen eigenen Film produzieren, den Sie in der ARD-Mediathek vergeblich suchen werden. Der CSU-Gesandte Edmund Gruber (1981-88) folgte ihm nach, stiess aber (noch) auf kämpferischen Widerstand der Redaktion. Er konnte weder die Tagesschau noch in den folgenden vier Jahren bis 1992 den Deutschlandfunk zerstören. Zu dieser Zeit bewies der Journalismus noch Selbstheilungskräfte. Die, soweit sie in der ARD existierten, hat erst Gniffke wirkungsvoll zerstört.
2018 profilierte sich Gniffke damit, dass er mit der AfD redete. Wem hat es mehr genützt? Ihm oder denen? Bei ihm führte es zu einem Jahresgehalt von knapp 400.000, bei der AfD zu verdoppelten Umfragewerten.
Über die AfD wird immer und überall gesprochen. Wer kennt Gniffke? Das gefällt ihm sicher nicht. Darum das bescheuerte Interview mit den Katholiken.
Datenersatz für intellektuelle Leere
Was Gniffke und seine Gesinnungsfreund*inn*e*n in den öffentlichen Anstalten an Politik und der real existierenden Gesellschaft nicht verstehen, das erklärt der Österreicher Gabriel Kuhn/Junge Welt am Beispiel des Fussballs und eines missglückten Buches über ihn (Einschub: der Bundestrainer zählt eher zu denen, die an die dort niedergelegte Datenwahrheit ganz fest glauben):
“Sportliteratur: Die Rache der Nerds – Wie die Zahlen helfen, den Fußball zu analysieren oder auch nicht: Tobias Escher schreibt »Die Zukunft des Fußballs«”.
Diesen klugen Text wird die Junge Welt in Kürze in ihrem Paywallarchiv versenken (= linksradikaler Qualitätsjournalismus).
Wo soll das alles enden?
Es endet nie.
Die derzeitigen Steuerleute in Parteien, Länderregierungen und Anstalten wollen ganz offenbar, der AfD vorauseilend, dahin, wo die USA schon sind – ein altes BRD-deutsches “bewährtes” Bewegungsgesetz der Nachkriegszeit.
Klaus Raab/MDR-Altpapier: “Wie geht es weiter mit Stephen Colbert? – In den USA geht der Late-Night-Host in dieser Woche zum letzten Mal auf Sendung. Sein Sender ist vor dem Präsidenten eingeknickt. Es würde in die mediale Gegenwart passen, wenn er allein weitermachte.”
Hierzulande wird ja ein Kerl, dessen Name mir einfach nicht einfallen will, der mit einem fetten ARD-Vertrag (RBB) ausgestattet ist, und das Publikum mit Jammerei, was er angeblich alles nicht mehr sagen darf, belästigt, für einen Kabarettisten gehalten.
Update 19.5.
Zum gleichen Thema mit absolut angemessener Verbitterung auch René Martens/MDR-Altpapier: “Ganz normale Medien auf ganz normalen Abwegen – In einem Interview präsentiert SWR-Intendant Kai Gniffke die sehr überraschende Sichtweise, Perspektiven der Wirtschaft seien in den Qualitätsmedien unterrepräsentiert. In der 20-Uhr-‘Tagesschau’ darf man Lynchfantasien äußern.”
Zu dem diese täglich lesenswerte Kolumne (noch) beherbergenden MDR ist eine Ergänzung erforderlich. Der AfD vorauseilend hat der Sender bekannt gegeben, in den nächsten Jahren keine “Tatorte” und “Polizeiruf 110” mehr zu produzieren. Im quotenstärksten Teil des ARD-Programms käme also noch weniger “Osten” vor. Nicht alle Wessies wären darüber unglücklich. Sehr wohl aber die, die bisher die Arbeit gemacht haben: “Ein fiktionales Großprojekt lasse sich nicht mal eben für drei Jahre einfrieren, ohne irreparablen Schaden anzurichten. Ein Film benötige langen Vorlauf für Drehbücher, Motivsuche und Team-Verpflichtungen. Das Kernproblem sehen Gröschel und Brambach in der Zerstörung gewachsener Strukturen und der existenziellen Bedrohung der Filmschaffenden”, womit die zwei sich selbst gewiss weniger meinen, als die unbeachteten Freelancer-Produktionsteams, die ihnen die Bühne bauen.
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Nein, die Grünen sind nicht gemeint. Obwohl auch Grüne der hier vorzustellenden und zu kritisierenden Position anhängen. Sie spielen aber faktisch nur eine geringe, weniger als eine Nebenrolle. Denn es geht um Regierungshandeln. Und wo sind die Grünen noch in der Regierung? Bundesländer, durch die der Rhein fliesst, fallen mir ein. Worum es geht, ist aber keine Ländersache: das berühmte “Social-Media-Verbot” für Kinder und Jugendliche.
Ben Kutz/MDR-Altpapier nahm sich gestern des Themas an, hier sein Überblick: “Setzen wir gerade unsere Freiheit aufs Spiel? – Die Debatte um ein Social-Media-Verbot geht weiter und weiter. Ursula von der Leyen will das Verbot unbedingt, um jeden Preis. Das könnte uns sogar das freie Internet kosten.”
Nach meiner unmassgeblichen persönlichen Meinung ist sein Pathos nicht übertrieben. Bei ihm bereits zitiert der immer auf Ballhöhe operierende Sebastian Meineck/netzpolitik, dessen Text ich auch hätte hier übernehmen können, aber ich bin ja nicht auf Clickbaiting aus, also bitte hier entlang:
“‘Es ist meine Überzeugung’: Von der Leyen kommt eigenen Fachleuten zuvor und will Social-Media-Verbot – Bevor sich ihre Jugendschutz-Expert*innen dazu äußern können, fordert Ursula von der Leyen ein Social-Media-Verbot für Minderjährige plus Alterskontrollen. Unsere Analyse zeigt: Die Kommissionspräsidentin folgt dem Playbook der australischen Regierung.”
Wer hier die Verbieter*innen sind, ist also mit Namen und Adressen dokumentiert.
Nachhilfe für die Erwachsenen
Wie wenig medienkompetent die weit über-14-jährigen Politiker*innen hierzulande sind, das erklärt anhand der Verfassung und des Verfassungsgerichts “das grösste Arschloch der Welt” (Eigenbezeichnung) in der jüngsten Ausgabe seines ZDF-Magazins (Video 34 min.).
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Nein, die Grünen sind nicht gemeint. Obwohl auch Grüne der hier vorzustellenden und zu kritisierenden Position anhängen. Sie spielen aber faktisch nur eine geringe, weniger als eine Nebenrolle. Denn es geht um Regierungshandeln. Und wo sind die Grünen noch in der Regierung? Bundesländer, durch die der Rhein fliesst, fallen mir ein. Worum es geht, ist aber keine Ländersache: das berühmte “Social-Media-Verbot” für Kinder und Jugendliche.
Ben Kutz/MDR-Altpapier nahm sich gestern des Themas an, hier sein Überblick: “Setzen wir gerade unsere Freiheit aufs Spiel? – Die Debatte um ein Social-Media-Verbot geht weiter und weiter. Ursula von der Leyen will das Verbot unbedingt, um jeden Preis. Das könnte uns sogar das freie Internet kosten.”
Nach meiner unmassgeblichen persönlichen Meinung ist sein Pathos nicht übertrieben. Bei ihm bereits zitiert der immer auf Ballhöhe operierende Sebastian Meineck/netzpolitik, dessen Text ich auch hätte hier übernehmen können, aber ich bin ja nicht auf Clickbaiting aus, also bitte hier entlang:
“‘Es ist meine Überzeugung’: Von der Leyen kommt eigenen Fachleuten zuvor und will Social-Media-Verbot – Bevor sich ihre Jugendschutz-Expert*innen dazu äußern können, fordert Ursula von der Leyen ein Social-Media-Verbot für Minderjährige plus Alterskontrollen. Unsere Analyse zeigt: Die Kommissionspräsidentin folgt dem Playbook der australischen Regierung.”
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Ben Kutz/MDR-Altpapier nahm sich gestern des Themas an, hier sein Überblick: “Setzen wir gerade unsere Freiheit aufs Spiel? – Die Debatte um ein Social-Media-Verbot geht weiter und weiter. Ursula von der Leyen will das Verbot unbedingt, um jeden Preis. Das könnte uns sogar das freie Internet kosten.”
Nach meiner unmassgeblichen persönlichen Meinung ist sein Pathos nicht übertrieben. Bei ihm bereits zitiert der immer auf Ballhöhe operierende Sebastian Meineck/netzpolitik, dessen Text ich auch hätte hier übernehmen können, aber ich bin ja nicht auf Clickbaiting aus, also bitte hier entlang:
“‘Es ist meine Überzeugung’: Von der Leyen kommt eigenen Fachleuten zuvor und will Social-Media-Verbot – Bevor sich ihre Jugendschutz-Expert*innen dazu äußern können, fordert Ursula von der Leyen ein Social-Media-Verbot für Minderjährige plus Alterskontrollen. Unsere Analyse zeigt: Die Kommissionspräsidentin folgt dem Playbook der australischen Regierung.”
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Nachhilfe für die Erwachsenen
Wie wenig medienkompetent die weit über-14-jährigen Politiker*innen hierzulande sind, das erklärt anhand der Verfassung und des Verfassungsgerichts “das grösste Arschloch der Welt” (Eigenbezeichnung) in der jüngsten Ausgabe seines ZDF-Magazins (Video 34 min.).
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Nein, die Grünen sind nicht gemeint. Obwohl auch Grüne der hier vorzustellenden und zu kritisierenden Position anhängen. Sie spielen aber faktisch nur eine geringe, weniger als eine Nebenrolle. Denn es geht um Regierungshandeln. Und wo sind die Grünen noch in der Regierung? Bundesländer, durch die der Rhein fliesst, fallen mir ein. Worum es geht, ist aber keine Ländersache: das berühmte “Social-Media-Verbot” für Kinder und Jugendliche.
Ben Kutz/MDR-Altpapier nahm sich gestern des Themas an, hier sein Überblick: “Setzen wir gerade unsere Freiheit aufs Spiel? – Die Debatte um ein Social-Media-Verbot geht weiter und weiter. Ursula von der Leyen will das Verbot unbedingt, um jeden Preis. Das könnte uns sogar das freie Internet kosten.”
Nach meiner unmassgeblichen persönlichen Meinung ist sein Pathos nicht übertrieben. Bei ihm bereits zitiert der immer auf Ballhöhe operierende Sebastian Meineck/netzpolitik, dessen Text ich auch hätte hier übernehmen können, aber ich bin ja nicht auf Clickbaiting aus, also bitte hier entlang:
“‘Es ist meine Überzeugung’: Von der Leyen kommt eigenen Fachleuten zuvor und will Social-Media-Verbot – Bevor sich ihre Jugendschutz-Expert*innen dazu äußern können, fordert Ursula von der Leyen ein Social-Media-Verbot für Minderjährige plus Alterskontrollen. Unsere Analyse zeigt: Die Kommissionspräsidentin folgt dem Playbook der australischen Regierung.”
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Nachhilfe für die Erwachsenen
Wie wenig medienkompetent die weit über-14-jährigen Politiker*innen hierzulande sind, das erklärt anhand der Verfassung und des Verfassungsgerichts “das grösste Arschloch der Welt” (Eigenbezeichnung) in der jüngsten Ausgabe seines ZDF-Magazins (Video 34 min.).
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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Nein, die Grünen sind nicht gemeint. Obwohl auch Grüne der hier vorzustellenden und zu kritisierenden Position anhängen. Sie spielen aber faktisch nur eine geringe, weniger als eine Nebenrolle. Denn es geht um Regierungshandeln. Und wo sind die Grünen noch in der Regierung? Bundesländer, durch die der Rhein fliesst, fallen mir ein. Worum es geht, ist aber keine Ländersache: das berühmte “Social-Media-Verbot” für Kinder und Jugendliche.
Ben Kutz/MDR-Altpapier nahm sich gestern des Themas an, hier sein Überblick: “Setzen wir gerade unsere Freiheit aufs Spiel? – Die Debatte um ein Social-Media-Verbot geht weiter und weiter. Ursula von der Leyen will das Verbot unbedingt, um jeden Preis. Das könnte uns sogar das freie Internet kosten.”
Nach meiner unmassgeblichen persönlichen Meinung ist sein Pathos nicht übertrieben. Bei ihm bereits zitiert der immer auf Ballhöhe operierende Sebastian Meineck/netzpolitik, dessen Text ich auch hätte hier übernehmen können, aber ich bin ja nicht auf Clickbaiting aus, also bitte hier entlang:
“‘Es ist meine Überzeugung’: Von der Leyen kommt eigenen Fachleuten zuvor und will Social-Media-Verbot – Bevor sich ihre Jugendschutz-Expert*innen dazu äußern können, fordert Ursula von der Leyen ein Social-Media-Verbot für Minderjährige plus Alterskontrollen. Unsere Analyse zeigt: Die Kommissionspräsidentin folgt dem Playbook der australischen Regierung.”
Wer hier die Verbieter*innen sind, ist also mit Namen und Adressen dokumentiert.
Nachhilfe für die Erwachsenen
Wie wenig medienkompetent die weit über-14-jährigen Politiker*innen hierzulande sind, das erklärt anhand der Verfassung und des Verfassungsgerichts “das grösste Arschloch der Welt” (Eigenbezeichnung) in der jüngsten Ausgabe seines ZDF-Magazins (Video 34 min.).
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Die Effekthascher der Medienwelt
Klar, dass der Spiegel da in der ersten Reihe spielt. Fünf Zeilen aus einem aussergewöhnlich tiefgehenden Juliette Binoche-Porträt des Guardian werden aufgeblasen. Mein Tipp: lesen Sie lieber das Original. Da lernen Sie was über Kunst.
Owen Myers/Guardian: “‘I told him, ‘Go ahead, do it’: Juliette Binoche on how a strangling attack as a teen inspired her directorial debut – The French actor steps into unfamiliar – and bracingly raw – territory with In-I In Motion after four decades reigning the international arthouse. You have to go out of your comfort zone, she says, ‘otherwise you become a prude’”.
Barcas Schönheit
„Més que un club“ hat mal wieder die spanische Fussballmeisterschaft (der Herren; die Frauen gewinnen sowieso) gewonnen. Die deutsche Presse feiert das hinter Paywalls. Ausser
Florian Haupt/taz: “FC Barcelona wird spanischer Meister: Papas zweites Meisterstück – Der FC Barcelona sichert sich durch ein 2:0 gegen Real Madrid den Titel. Trainer Hansi Flicks Fußball begeistert ebenso wie seine Führungsqualitäten.”
Diese journalistische Hymne ist durchaus fachgerecht. Weil ich ihr vollständig zustimme, möchte ich jedoch eine Kritik ergänzen. Denn dieser beste und schönste Fussball der Welt ist dennoch im Viertelfinale der Champions League ausgeschieden – gegen die zweitbeste Mannschaft aus Madrid. Weil der dienstälteste Spitzentrainer Europas, der Argentinier Diego Simeone, ihn entschlüsselt hat. Die Gesamtbilanz gegen diesen Gegner ist bescheiden. Bei Barca-Fans ist er zurecht verhasst, weil er ein Zerstörer der Schönheit ist.
Warum ihm dieses Teufelswerk gelingt, und in der Vorsaison im Halbfinale schon Inter Mailand gelang (in zwei Partien, die in die Lehrbücher des besten Fussballs der Welt gehören; unmittelbar danach erlitt ich meinen Herzinfarkt), ist im Spiel einfach zu erkennen. Die Abwehrreihe von Flicks Barca-Fussball steht so hoch, dass sie für erstklassige Konter immer überwindbar ist. Wenn es in 90-95% der Fälle Abseits ist, bleiben 5-10%, die zum Gegentor führen können. Und es oft auch tun. Das wusste schon Hennes Weisweiler 1965, weswegen er 1969 Sieloff und Müller (“Luggi”) nach Mönchengladbach holte.
Entweder Flick lernt von Weisweiler, oder sein Team bleibt immer nur eine der besten Mannschaften der Welt. Aber die Schönste.
Und jetzt wirds ernst
Keine schöne Nebensache, sondern eine Hauptsache deutschen Medienwesens:
René Martens/MDR-Altpapier: “Neue Grenzüberschreitungen – Die ‘Tagesschau’ bezeichnet Gleichberechtigung als ‘strittiges Thema’ – als wäre Artikel 3 des Grundgesetzes verhandelbar. Und der Chefredakteur von ‘ARD aktuell’ sieht kein Problem darin, ‘Nius’ in den ‘Tagesthemen’ zu Wort kommen zu lassen, solange das ‘eingeordnet’ wird.”
Der beste Kommentar dazu findet sich in der taz-Karikatur (nur heute auffindbar) von Dorthe Landschulz.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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Die Effekthascher der Medienwelt
Klar, dass der Spiegel da in der ersten Reihe spielt. Fünf Zeilen aus einem aussergewöhnlich tiefgehenden Juliette Binoche-Porträt des Guardian werden aufgeblasen. Mein Tipp: lesen Sie lieber das Original. Da lernen Sie was über Kunst.
Owen Myers/Guardian: “‘I told him, ‘Go ahead, do it’: Juliette Binoche on how a strangling attack as a teen inspired her directorial debut – The French actor steps into unfamiliar – and bracingly raw – territory with In-I In Motion after four decades reigning the international arthouse. You have to go out of your comfort zone, she says, ‘otherwise you become a prude’”.
Barcas Schönheit
„Més que un club“ hat mal wieder die spanische Fussballmeisterschaft (der Herren; die Frauen gewinnen sowieso) gewonnen. Die deutsche Presse feiert das hinter Paywalls. Ausser
Florian Haupt/taz: “FC Barcelona wird spanischer Meister: Papas zweites Meisterstück – Der FC Barcelona sichert sich durch ein 2:0 gegen Real Madrid den Titel. Trainer Hansi Flicks Fußball begeistert ebenso wie seine Führungsqualitäten.”
Diese journalistische Hymne ist durchaus fachgerecht. Weil ich ihr vollständig zustimme, möchte ich jedoch eine Kritik ergänzen. Denn dieser beste und schönste Fussball der Welt ist dennoch im Viertelfinale der Champions League ausgeschieden – gegen die zweitbeste Mannschaft aus Madrid. Weil der dienstälteste Spitzentrainer Europas, der Argentinier Diego Simeone, ihn entschlüsselt hat. Die Gesamtbilanz gegen diesen Gegner ist bescheiden. Bei Barca-Fans ist er zurecht verhasst, weil er ein Zerstörer der Schönheit ist.
Warum ihm dieses Teufelswerk gelingt, und in der Vorsaison im Halbfinale schon Inter Mailand gelang (in zwei Partien, die in die Lehrbücher des besten Fussballs der Welt gehören; unmittelbar danach erlitt ich meinen Herzinfarkt), ist im Spiel einfach zu erkennen. Die Abwehrreihe von Flicks Barca-Fussball steht so hoch, dass sie für erstklassige Konter immer überwindbar ist. Wenn es in 90-95% der Fälle Abseits ist, bleiben 5-10%, die zum Gegentor führen können. Und es oft auch tun. Das wusste schon Hennes Weisweiler 1965, weswegen er 1969 Sieloff und Müller (“Luggi”) nach Mönchengladbach holte.
Entweder Flick lernt von Weisweiler, oder sein Team bleibt immer nur eine der besten Mannschaften der Welt. Aber die Schönste.
Und jetzt wirds ernst
Keine schöne Nebensache, sondern eine Hauptsache deutschen Medienwesens:
René Martens/MDR-Altpapier: “Neue Grenzüberschreitungen – Die ‘Tagesschau’ bezeichnet Gleichberechtigung als ‘strittiges Thema’ – als wäre Artikel 3 des Grundgesetzes verhandelbar. Und der Chefredakteur von ‘ARD aktuell’ sieht kein Problem darin, ‘Nius’ in den ‘Tagesthemen’ zu Wort kommen zu lassen, solange das ‘eingeordnet’ wird.”
Der beste Kommentar dazu findet sich in der taz-Karikatur (nur heute auffindbar) von Dorthe Landschulz.
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Die Effekthascher der Medienwelt
Klar, dass der Spiegel da in der ersten Reihe spielt. Fünf Zeilen aus einem aussergewöhnlich tiefgehenden Juliette Binoche-Porträt des Guardian werden aufgeblasen. Mein Tipp: lesen Sie lieber das Original. Da lernen Sie was über Kunst.
Owen Myers/Guardian: “‘I told him, ‘Go ahead, do it’: Juliette Binoche on how a strangling attack as a teen inspired her directorial debut – The French actor steps into unfamiliar – and bracingly raw – territory with In-I In Motion after four decades reigning the international arthouse. You have to go out of your comfort zone, she says, ‘otherwise you become a prude’”.
Barcas Schönheit
„Més que un club“ hat mal wieder die spanische Fussballmeisterschaft (der Herren; die Frauen gewinnen sowieso) gewonnen. Die deutsche Presse feiert das hinter Paywalls. Ausser
Florian Haupt/taz: “FC Barcelona wird spanischer Meister: Papas zweites Meisterstück – Der FC Barcelona sichert sich durch ein 2:0 gegen Real Madrid den Titel. Trainer Hansi Flicks Fußball begeistert ebenso wie seine Führungsqualitäten.”
Diese journalistische Hymne ist durchaus fachgerecht. Weil ich ihr vollständig zustimme, möchte ich jedoch eine Kritik ergänzen. Denn dieser beste und schönste Fussball der Welt ist dennoch im Viertelfinale der Champions League ausgeschieden – gegen die zweitbeste Mannschaft aus Madrid. Weil der dienstälteste Spitzentrainer Europas, der Argentinier Diego Simeone, ihn entschlüsselt hat. Die Gesamtbilanz gegen diesen Gegner ist bescheiden. Bei Barca-Fans ist er zurecht verhasst, weil er ein Zerstörer der Schönheit ist.
Warum ihm dieses Teufelswerk gelingt, und in der Vorsaison im Halbfinale schon Inter Mailand gelang (in zwei Partien, die in die Lehrbücher des besten Fussballs der Welt gehören; unmittelbar danach erlitt ich meinen Herzinfarkt), ist im Spiel einfach zu erkennen. Die Abwehrreihe von Flicks Barca-Fussball steht so hoch, dass sie für erstklassige Konter immer überwindbar ist. Wenn es in 90-95% der Fälle Abseits ist, bleiben 5-10%, die zum Gegentor führen können. Und es oft auch tun. Das wusste schon Hennes Weisweiler 1965, weswegen er 1969 Sieloff und Müller (“Luggi”) nach Mönchengladbach holte.
Entweder Flick lernt von Weisweiler, oder sein Team bleibt immer nur eine der besten Mannschaften der Welt. Aber die Schönste.
Und jetzt wirds ernst
Keine schöne Nebensache, sondern eine Hauptsache deutschen Medienwesens:
René Martens/MDR-Altpapier: “Neue Grenzüberschreitungen – Die ‘Tagesschau’ bezeichnet Gleichberechtigung als ‘strittiges Thema’ – als wäre Artikel 3 des Grundgesetzes verhandelbar. Und der Chefredakteur von ‘ARD aktuell’ sieht kein Problem darin, ‘Nius’ in den ‘Tagesthemen’ zu Wort kommen zu lassen, solange das ‘eingeordnet’ wird.”
Der beste Kommentar dazu findet sich in der taz-Karikatur (nur heute auffindbar) von Dorthe Landschulz.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Die Effekthascher der Medienwelt
Klar, dass der Spiegel da in der ersten Reihe spielt. Fünf Zeilen aus einem aussergewöhnlich tiefgehenden Juliette Binoche-Porträt des Guardian werden aufgeblasen. Mein Tipp: lesen Sie lieber das Original. Da lernen Sie was über Kunst.
Owen Myers/Guardian: “‘I told him, ‘Go ahead, do it’: Juliette Binoche on how a strangling attack as a teen inspired her directorial debut – The French actor steps into unfamiliar – and bracingly raw – territory with In-I In Motion after four decades reigning the international arthouse. You have to go out of your comfort zone, she says, ‘otherwise you become a prude’”.
Barcas Schönheit
„Més que un club“ hat mal wieder die spanische Fussballmeisterschaft (der Herren; die Frauen gewinnen sowieso) gewonnen. Die deutsche Presse feiert das hinter Paywalls. Ausser
Florian Haupt/taz: “FC Barcelona wird spanischer Meister: Papas zweites Meisterstück – Der FC Barcelona sichert sich durch ein 2:0 gegen Real Madrid den Titel. Trainer Hansi Flicks Fußball begeistert ebenso wie seine Führungsqualitäten.”
Diese journalistische Hymne ist durchaus fachgerecht. Weil ich ihr vollständig zustimme, möchte ich jedoch eine Kritik ergänzen. Denn dieser beste und schönste Fussball der Welt ist dennoch im Viertelfinale der Champions League ausgeschieden – gegen die zweitbeste Mannschaft aus Madrid. Weil der dienstälteste Spitzentrainer Europas, der Argentinier Diego Simeone, ihn entschlüsselt hat. Die Gesamtbilanz gegen diesen Gegner ist bescheiden. Bei Barca-Fans ist er zurecht verhasst, weil er ein Zerstörer der Schönheit ist.
Warum ihm dieses Teufelswerk gelingt, und in der Vorsaison im Halbfinale schon Inter Mailand gelang (in zwei Partien, die in die Lehrbücher des besten Fussballs der Welt gehören; unmittelbar danach erlitt ich meinen Herzinfarkt), ist im Spiel einfach zu erkennen. Die Abwehrreihe von Flicks Barca-Fussball steht so hoch, dass sie für erstklassige Konter immer überwindbar ist. Wenn es in 90-95% der Fälle Abseits ist, bleiben 5-10%, die zum Gegentor führen können. Und es oft auch tun. Das wusste schon Hennes Weisweiler 1965, weswegen er 1969 Sieloff und Müller (“Luggi”) nach Mönchengladbach holte.
Entweder Flick lernt von Weisweiler, oder sein Team bleibt immer nur eine der besten Mannschaften der Welt. Aber die Schönste.
Und jetzt wirds ernst
Keine schöne Nebensache, sondern eine Hauptsache deutschen Medienwesens:
René Martens/MDR-Altpapier: “Neue Grenzüberschreitungen – Die ‘Tagesschau’ bezeichnet Gleichberechtigung als ‘strittiges Thema’ – als wäre Artikel 3 des Grundgesetzes verhandelbar. Und der Chefredakteur von ‘ARD aktuell’ sieht kein Problem darin, ‘Nius’ in den ‘Tagesthemen’ zu Wort kommen zu lassen, solange das ‘eingeordnet’ wird.”
Der beste Kommentar dazu findet sich in der taz-Karikatur (nur heute auffindbar) von Dorthe Landschulz.
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Ein Wind weht durch die asozialen Netzwerke und die nur noch wenig unterscheidbaren sonstigen Medien. Und ausnahmsweise, fast schon sensationellerweise wurde diese Agenda von den drei Parteien SPD, Grüne und Linke gemeinsam und gleichzeitig gesetzt. Wo wären wir jetzt, wenn sie das schon getan hätten, als sie noch eine Mehrheit im Parlament hatten? Vergossene Milch. Gegen das Netzwerk des faschistoiden Oligarchen Musk konnten sie sich einigen. Und kassieren nicht wenig Gegenwind von den Rechten. Und den Dummen. Nicht alle sind beides. Leider.
Antonia Groß/MDR-Altpapier ist beides nicht: “X oder: Das Geschäft mit der Empörung – Drei Parteien verkünden, dass sie die Plattform X nicht weiter nutzen. Nachrichtenmedien berichten mehr über die Empörung, als über die Motivation für diesen Schritt. Genau das ist das Geschäftsmodell des Unternehmens.”
Ebenfalls weder dumm noch rechts, aber empört, ist der alte Knut Mellenthin/Junge Welt, der eine sehr informative Ziwchenbilanz des angeblich längst beendeten Krieges der USA und Israels gegen den Iran – und der wiederum gegen die anderen Anrainer des Persischen Golfs – zieht. Lesen Sie schnell, die Junge Welt wird das in ihrem Paywallarchiv beerdigen: “Eine gewaltige Übermacht – Die USA und Israel haben dem Iran empfindliche Schläge versetzt. Dennoch gibt es Probleme mit dem Nachschub von Raketen und mit Teherans Drohnenangriffen. Eine vorläufige Bilanz des Krieges im Nahen Osten”.
Kommen beim Bundeskanzler etwa dumm und rechts zusammen? Das ist umstritten. Nicht umstritten, jedenfalls unter Demoskop*inn*en ist das: Bernd Müller/telepolis macht es jetzt so eitel wie sein Amtsvorgänger: “Friedrich Merz – der unbeliebteste Kanzler der Welt – Selbst Olaf Scholz war beliebter. Nach einem Jahr im Amt ist Friedrich Merz laut Umfragen der unpopulärste Regierungschef weltweit. Ein Leitartikel.” Die Junge Welt findet es witzig, eine Spiegel-Schlagzeile von Merz so abzuwandeln: »Kein Wähler vor ihm hat so etwas ertragen müssen«. Wer darüber lachen kann, hat es gut.
Alternative?
Jacobin veröffentlicht eine Rede seines US-Gründers Bhaskar Sunkara: “Etwas Sozialismus im Kapitalismus ist nicht genug – Sozialismus darf nicht lediglich bedeuten, den Kapitalismus gerechter zu gestalten. Er muss auf eine Gesellschaft abzielen, in der das Überleben nicht mehr vom Markt abhängt – und in der sich die Demokratie endlich auch auf die Wirtschaft erstreckt.”
Meine Lieblings-Zwischenüberschrift ist diese: “Vielmehr geht es um eine Ausweitung von Freizeit, Sicherheit und Lebenszeit außerhalb der Produktion.” Da finde ich mich wieder 😉
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Ein Wind weht durch die asozialen Netzwerke und die nur noch wenig unterscheidbaren sonstigen Medien. Und ausnahmsweise, fast schon sensationellerweise wurde diese Agenda von den drei Parteien SPD, Grüne und Linke gemeinsam und gleichzeitig gesetzt. Wo wären wir jetzt, wenn sie das schon getan hätten, als sie noch eine Mehrheit im Parlament hatten? Vergossene Milch. Gegen das Netzwerk des faschistoiden Oligarchen Musk konnten sie sich einigen. Und kassieren nicht wenig Gegenwind von den Rechten. Und den Dummen. Nicht alle sind beides. Leider.
Antonia Groß/MDR-Altpapier ist beides nicht: “X oder: Das Geschäft mit der Empörung – Drei Parteien verkünden, dass sie die Plattform X nicht weiter nutzen. Nachrichtenmedien berichten mehr über die Empörung, als über die Motivation für diesen Schritt. Genau das ist das Geschäftsmodell des Unternehmens.”
Ebenfalls weder dumm noch rechts, aber empört, ist der alte Knut Mellenthin/Junge Welt, der eine sehr informative Ziwchenbilanz des angeblich längst beendeten Krieges der USA und Israels gegen den Iran – und der wiederum gegen die anderen Anrainer des Persischen Golfs – zieht. Lesen Sie schnell, die Junge Welt wird das in ihrem Paywallarchiv beerdigen: “Eine gewaltige Übermacht – Die USA und Israel haben dem Iran empfindliche Schläge versetzt. Dennoch gibt es Probleme mit dem Nachschub von Raketen und mit Teherans Drohnenangriffen. Eine vorläufige Bilanz des Krieges im Nahen Osten”.
Kommen beim Bundeskanzler etwa dumm und rechts zusammen? Das ist umstritten. Nicht umstritten, jedenfalls unter Demoskop*inn*en ist das: Bernd Müller/telepolis macht es jetzt so eitel wie sein Amtsvorgänger: “Friedrich Merz – der unbeliebteste Kanzler der Welt – Selbst Olaf Scholz war beliebter. Nach einem Jahr im Amt ist Friedrich Merz laut Umfragen der unpopulärste Regierungschef weltweit. Ein Leitartikel.” Die Junge Welt findet es witzig, eine Spiegel-Schlagzeile von Merz so abzuwandeln: »Kein Wähler vor ihm hat so etwas ertragen müssen«. Wer darüber lachen kann, hat es gut.
Alternative?
Jacobin veröffentlicht eine Rede seines US-Gründers Bhaskar Sunkara: “Etwas Sozialismus im Kapitalismus ist nicht genug – Sozialismus darf nicht lediglich bedeuten, den Kapitalismus gerechter zu gestalten. Er muss auf eine Gesellschaft abzielen, in der das Überleben nicht mehr vom Markt abhängt – und in der sich die Demokratie endlich auch auf die Wirtschaft erstreckt.”
Meine Lieblings-Zwischenüberschrift ist diese: “Vielmehr geht es um eine Ausweitung von Freizeit, Sicherheit und Lebenszeit außerhalb der Produktion.” Da finde ich mich wieder 😉
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Ein Wind weht durch die asozialen Netzwerke und die nur noch wenig unterscheidbaren sonstigen Medien. Und ausnahmsweise, fast schon sensationellerweise wurde diese Agenda von den drei Parteien SPD, Grüne und Linke gemeinsam und gleichzeitig gesetzt. Wo wären wir jetzt, wenn sie das schon getan hätten, als sie noch eine Mehrheit im Parlament hatten? Vergossene Milch. Gegen das Netzwerk des faschistoiden Oligarchen Musk konnten sie sich einigen. Und kassieren nicht wenig Gegenwind von den Rechten. Und den Dummen. Nicht alle sind beides. Leider.
Antonia Groß/MDR-Altpapier ist beides nicht: “X oder: Das Geschäft mit der Empörung – Drei Parteien verkünden, dass sie die Plattform X nicht weiter nutzen. Nachrichtenmedien berichten mehr über die Empörung, als über die Motivation für diesen Schritt. Genau das ist das Geschäftsmodell des Unternehmens.”
Ebenfalls weder dumm noch rechts, aber empört, ist der alte Knut Mellenthin/Junge Welt, der eine sehr informative Ziwchenbilanz des angeblich längst beendeten Krieges der USA und Israels gegen den Iran – und der wiederum gegen die anderen Anrainer des Persischen Golfs – zieht. Lesen Sie schnell, die Junge Welt wird das in ihrem Paywallarchiv beerdigen: “Eine gewaltige Übermacht – Die USA und Israel haben dem Iran empfindliche Schläge versetzt. Dennoch gibt es Probleme mit dem Nachschub von Raketen und mit Teherans Drohnenangriffen. Eine vorläufige Bilanz des Krieges im Nahen Osten”.
Kommen beim Bundeskanzler etwa dumm und rechts zusammen? Das ist umstritten. Nicht umstritten, jedenfalls unter Demoskop*inn*en ist das: Bernd Müller/telepolis macht es jetzt so eitel wie sein Amtsvorgänger: “Friedrich Merz – der unbeliebteste Kanzler der Welt – Selbst Olaf Scholz war beliebter. Nach einem Jahr im Amt ist Friedrich Merz laut Umfragen der unpopulärste Regierungschef weltweit. Ein Leitartikel.” Die Junge Welt findet es witzig, eine Spiegel-Schlagzeile von Merz so abzuwandeln: »Kein Wähler vor ihm hat so etwas ertragen müssen«. Wer darüber lachen kann, hat es gut.
Alternative?
Jacobin veröffentlicht eine Rede seines US-Gründers Bhaskar Sunkara: “Etwas Sozialismus im Kapitalismus ist nicht genug – Sozialismus darf nicht lediglich bedeuten, den Kapitalismus gerechter zu gestalten. Er muss auf eine Gesellschaft abzielen, in der das Überleben nicht mehr vom Markt abhängt – und in der sich die Demokratie endlich auch auf die Wirtschaft erstreckt.”
Meine Lieblings-Zwischenüberschrift ist diese: “Vielmehr geht es um eine Ausweitung von Freizeit, Sicherheit und Lebenszeit außerhalb der Produktion.” Da finde ich mich wieder 😉
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Den Begriff verwendet Lukas Respondek. Den kannte ich noch nicht. Den Kerl. Den Begriff sehr wohl, schon lange. Beide vereint entdeckte ich bei einem weiteren Grimmepreis-Juror Klaus Raab/MDR-Altpapier: “Frank Elstner und die Frage: War das Fernsehen früher besser? – Fernsehen sei einfach geil, befand die Moderatorin Linda Zervakis bei der Verleihung der Grimme-Preise. Sie hat natürlich Recht. Wenn man von bestimmten Entwicklungen und den ungeilen Teilen des Programms absieht.”
Erstaunlicherweise fand ich hier ein rassistisches Mordopfer aus Dessau wieder, die chinesische Studentin Lǐ Yángjié, die ich vor acht Jahren hier erwähnte. Dass sie bei RTL2 erinnert wurde, konnte ich nicht sehen, weil ich nicht bereit bin für Werbefernsehen 70€/Jahr zusätzliche Empfangsgebühr zu zahlen (DVB-T2). Vielleicht findet der edle Bertelsmann-Konzern für dieses Werk noch einen frei zugänglichen Weg in die Öffentlichkeit. Es könnte sich um guten Journalismus gehandelt haben …
Die WDR-Intendantin hat, so melden mehrere Medienmedien, folgendes vor:
“- Portfolio-Umbau: Von den geplanten 300 Angeboten übernimmt der Sender 220 aus dem Bestand und entwickelt 80 komplett neu.
– Investitionen: Künftig sollen 45 Prozent des Programmbudgets direkt in nicht-lineare Angebote (Streaming, Apps, Online) fließen.
– Regionale Marktführerschaft: Erklärtes Ziel ist es, die führende Position für digitale regionale Informationen in Nordrhein-Westfalen einzunehmen.
– Nutzungszeiten: Der Sender konzentriert sich primär auf Kernnutzungszeiten; für Randzeiten sinkt das finanzielle Budget deutlich.”Das ist ziemlich genau das, was ich gestern mittags im Wirtschaftsmagazin ihres Senders (WDR5) als neue “Strategie von Aldi” hörte, wo mann zur “Kern-DNA eines Discounters” zurückwolle. Frau im WDR also auch. Warum überrascht mich das nicht? Jemand, die*der es wissen muss, verglich sie unlängst mit Angela Merkel. Die wusste damals: “Sie kennen mich.” Dann reimen Sie sich das jetzt mal auf Frau Vernau zusammen.
Mediathektipp “Escort Boys”
Kein Angsthasenfernsehen ist die französische Produktion von 2023 “Escort Boys”, ZDF, keine Verfügbarkeitsdauer angegeben. Schöne Männer, schöne Frauen, schöne Landschaft (Südfrankreich, Camargue) – und eine gelungene Komödie. “Nummernrevue” meint nicht abwegig die FAZ. Entscheiden Sie selbst, ob und wann Sie auf sowas Lust haben. Ist halt französisch, nicht deutsch, also amüsant aber nicht unernst, weit weg von Klamauk, und mit diversen Schauwerten (auch Tiere, wg. Landwirtschaft). Und für Jugendliche unter 16 strengstens verboten. Die finden selbst Wege, sich das zugänglich zu machen. Sind ja nicht blöd.
Angsthasenfernsehen gestern: Fluchtursache Södermarkus
Die ARD baute dem Södermarkus gestern eine “Arena”. Das hätten sie besser seinlassen sollen. Von den bescheidenen 2,7 Mio., die zuvor Ex-Mllliardärsgattin Furtwängler durch Südafrika reisen sehen wollten, flüchtete rund eine Mio. vor Söder irgendwoandershin, mutmasslich zur anderen Blondine beim ZDF, wo “Sara Kohr” (Lisa Maria Potthoff) mit 5,5 Mio. den Quotentagessieg einfuhr. Bei dieser Konkurrenz konnte immerhin der “Barnaby” von 2001 die Söderarena knapp nicht übertreffen, obwohl er ihn immerhin beim “Marktanteil” mit 9,3%:8,7% übertraf (wg. späterer Sendezeit, der Grossteil des Publikums ging schlafen, verringerte also die 100%).
Wie mag die CSU das finden? 8,7%?
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Den Begriff verwendet Lukas Respondek. Den kannte ich noch nicht. Den Kerl. Den Begriff sehr wohl, schon lange. Beide vereint entdeckte ich bei einem weiteren Grimmepreis-Juror Klaus Raab/MDR-Altpapier: “Frank Elstner und die Frage: War das Fernsehen früher besser? – Fernsehen sei einfach geil, befand die Moderatorin Linda Zervakis bei der Verleihung der Grimme-Preise. Sie hat natürlich Recht. Wenn man von bestimmten Entwicklungen und den ungeilen Teilen des Programms absieht.”
Erstaunlicherweise fand ich hier ein rassistisches Mordopfer aus Dessau wieder, die chinesische Studentin Lǐ Yángjié, die ich vor acht Jahren hier erwähnte. Dass sie bei RTL2 erinnert wurde, konnte ich nicht sehen, weil ich nicht bereit bin für Werbefernsehen 70€/Jahr zusätzliche Empfangsgebühr zu zahlen (DVB-T2). Vielleicht findet der edle Bertelsmann-Konzern für dieses Werk noch einen frei zugänglichen Weg in die Öffentlichkeit. Es könnte sich um guten Journalismus gehandelt haben …
Die WDR-Intendantin hat, so melden mehrere Medienmedien, folgendes vor:
“- Portfolio-Umbau: Von den geplanten 300 Angeboten übernimmt der Sender 220 aus dem Bestand und entwickelt 80 komplett neu.
– Investitionen: Künftig sollen 45 Prozent des Programmbudgets direkt in nicht-lineare Angebote (Streaming, Apps, Online) fließen.
– Regionale Marktführerschaft: Erklärtes Ziel ist es, die führende Position für digitale regionale Informationen in Nordrhein-Westfalen einzunehmen.
– Nutzungszeiten: Der Sender konzentriert sich primär auf Kernnutzungszeiten; für Randzeiten sinkt das finanzielle Budget deutlich.”Das ist ziemlich genau das, was ich gestern mittags im Wirtschaftsmagazin ihres Senders (WDR5) als neue “Strategie von Aldi” hörte, wo mann zur “Kern-DNA eines Discounters” zurückwolle. Frau im WDR also auch. Warum überrascht mich das nicht? Jemand, die*der es wissen muss, verglich sie unlängst mit Angela Merkel. Die wusste damals: “Sie kennen mich.” Dann reimen Sie sich das jetzt mal auf Frau Vernau zusammen.
Mediathektipp “Escort Boys”
Kein Angsthasenfernsehen ist die französische Produktion von 2023 “Escort Boys”, ZDF, keine Verfügbarkeitsdauer angegeben. Schöne Männer, schöne Frauen, schöne Landschaft (Südfrankreich, Camargue) – und eine gelungene Komödie. “Nummernrevue” meint nicht abwegig die FAZ. Entscheiden Sie selbst, ob und wann Sie auf sowas Lust haben. Ist halt französisch, nicht deutsch, also amüsant aber nicht unernst, weit weg von Klamauk, und mit diversen Schauwerten (auch Tiere, wg. Landwirtschaft). Und für Jugendliche unter 16 strengstens verboten. Die finden selbst Wege, sich das zugänglich zu machen. Sind ja nicht blöd.
Angsthasenfernsehen gestern: Fluchtursache Södermarkus
Die ARD baute dem Södermarkus gestern eine “Arena”. Das hätten sie besser seinlassen sollen. Von den bescheidenen 2,7 Mio., die zuvor Ex-Mllliardärsgattin Furtwängler durch Südafrika reisen sehen wollten, flüchtete rund eine Mio. vor Söder irgendwoandershin, mutmasslich zur anderen Blondine beim ZDF, wo “Sara Kohr” (Lisa Maria Potthoff) mit 5,5 Mio. den Quotentagessieg einfuhr. Bei dieser Konkurrenz konnte immerhin der “Barnaby” von 2001 die Söderarena knapp nicht übertreffen, obwohl er ihn immerhin beim “Marktanteil” mit 9,3%:8,7% übertraf (wg. späterer Sendezeit, der Grossteil des Publikums ging schlafen, verringerte also die 100%).
Wie mag die CSU das finden? 8,7%?