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#klausraab — Public Fediverse posts

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  1. Qualitätsjournalismus, deutscher

    “Lieber zwei als eine KI”

    mit Update 19.5.

    Einer der bestbezahlten deutschen Medienmanager in öffentlichen Anstalten, der langjährige Tagesschau-Chef (2003-19), Kai Gniffke, heute Intendant des SWR und Mörder der “Eisenbahnromantik”, wollte mal wieder öffentlich bemerkt werden. Die Katholiken von der gleichnamigen Nachrichtenagentur versuchen damit Abos zu werben. Wandern wir also kurz digital in der Deutschen liebstes Auswanderungsland Schweiz rüber, wo der gleiche Inhalt frei zugänglich ist:

    Kai Gniffke fordert ein Ende des Empörungsjournalismus – Die digitale Welt verändert auch die Kriterien für Qualitätsjournalismus. Ein Gespräch mit dem SWR-Intendanten und ehemaligen ARD-aktuell-Chef über Journalismus, Haltung und Technikfröhlichkeit.”

    Da ist eigentlich alles drin, was Christiane Voges/telepolis auf die Palme bringt, und mich auch:

    Der neue Mediengehorsam: SWR-Intendant erklärt, wer keine Stimme verdient – ARD-Topfunktionär Kai Gniffke fordert Qualität statt Empörung und mehr KI. Über technokratische Kontrolle, Diskursverengung und Leitmedien.”

    Ich hätte das Zeug garnicht bemerkt, wenn sich Frau Voges nicht so aufgeregt hätte. Viel mehr verärgert mich, was dieser Gniffke in seinem langen Chefsein in der Tagesschau angerichtet hat. Nur die Älteren, so alt oder älter als ich, werden sich noch an Dieter Gütt erinnern, der die Freiheit der Tagesschau-Redaktion noch kämpferisch verteidigt hatte. Er beging 1990 Selbstmord. Der kürzlich hier schon erwähnte Horst Königstein liess über ihn einen eigenen Film produzieren, den Sie in der ARD-Mediathek vergeblich suchen werden. Der CSU-Gesandte Edmund Gruber (1981-88) folgte ihm nach, stiess aber (noch) auf kämpferischen Widerstand der Redaktion. Er konnte weder die Tagesschau noch in den folgenden vier Jahren bis 1992 den Deutschlandfunk zerstören. Zu dieser Zeit bewies der Journalismus noch Selbstheilungskräfte. Die, soweit sie in der ARD existierten, hat erst Gniffke wirkungsvoll zerstört.

    2018 profilierte sich Gniffke damit, dass er mit der AfD redete. Wem hat es mehr genützt? Ihm oder denen? Bei ihm führte es zu einem Jahresgehalt von knapp 400.000, bei der AfD zu verdoppelten Umfragewerten.

    Über die AfD wird immer und überall gesprochen. Wer kennt Gniffke? Das gefällt ihm sicher nicht. Darum das bescheuerte Interview mit den Katholiken.

    Datenersatz für intellektuelle Leere

    Was Gniffke und seine Gesinnungsfreund*inn*e*n in den öffentlichen Anstalten an Politik und der real existierenden Gesellschaft nicht verstehen, das erklärt der Österreicher Gabriel Kuhn/Junge Welt am Beispiel des Fussballs und eines missglückten Buches über ihn (Einschub: der Bundestrainer zählt eher zu denen, die an die dort niedergelegte Datenwahrheit ganz fest glauben):

    Sportliteratur: Die Rache der Nerds – Wie die Zahlen helfen, den Fußball zu analysieren oder auch nicht: Tobias Escher schreibt »Die Zukunft des Fußballs«”.

    Diesen klugen Text wird die Junge Welt in Kürze in ihrem Paywallarchiv versenken (= linksradikaler Qualitätsjournalismus).

    Wo soll das alles enden?

    Es endet nie.

    Die derzeitigen Steuerleute in Parteien, Länderregierungen und Anstalten wollen ganz offenbar, der AfD vorauseilend, dahin, wo die USA schon sind – ein altes BRD-deutsches “bewährtes” Bewegungsgesetz der Nachkriegszeit.

    Klaus Raab/MDR-Altpapier: Wie geht es weiter mit Stephen Colbert? – In den USA geht der Late-Night-Host in dieser Woche zum letzten Mal auf Sendung. Sein Sender ist vor dem Präsidenten eingeknickt. Es würde in die mediale Gegenwart passen, wenn er allein weitermachte.”

    Hierzulande wird ja ein Kerl, dessen Name mir einfach nicht einfallen will, der mit einem fetten ARD-Vertrag (RBB) ausgestattet ist, und das Publikum mit Jammerei, was er angeblich alles nicht mehr sagen darf, belästigt, für einen Kabarettisten gehalten.

    Update 19.5.

    Zum gleichen Thema mit absolut angemessener Verbitterung auch René Martens/MDR-Altpapier: Ganz normale Medien auf ganz normalen Abwegen – In einem Interview präsentiert SWR-Intendant Kai Gniffke die sehr überraschende Sichtweise, Perspektiven der Wirtschaft seien in den Qualitätsmedien unterrepräsentiert. In der 20-Uhr-‘Tagesschau’ darf man Lynchfantasien äußern.”

    Zu dem diese täglich lesenswerte Kolumne (noch) beherbergenden MDR ist eine Ergänzung erforderlich. Der AfD vorauseilend hat der Sender bekannt gegeben, in den nächsten Jahren keine “Tatorte” und “Polizeiruf 110” mehr zu produzieren. Im quotenstärksten Teil des ARD-Programms käme also noch weniger “Osten” vor. Nicht alle Wessies wären darüber unglücklich. Sehr wohl aber die, die bisher die Arbeit gemacht haben: “Ein fiktionales Großprojekt lasse sich nicht mal eben für drei Jahre einfrieren, ohne irreparablen Schaden anzurichten. Ein Film benötige langen Vorlauf für Drehbücher, Motivsuche und Team-Verpflichtungen. Das Kernproblem sehen Gröschel und Brambach in der Zerstörung gewachsener Strukturen und der existenziellen Bedrohung der Filmschaffenden”, womit die zwei sich selbst gewiss weniger meinen, als die unbeachteten Freelancer-Produktionsteams, die ihnen die Bühne bauen.

  2. Qualitätsjournalismus, deutscher

    “Lieber zwei als eine KI”

    Einer der bestbezahlten deutschen Medienmanager in öffentlichen Anstalten, der langjährige Tagesschau-Chef (2003-19), Kai Gniffke, heute Intendant des SWR und Mörder der “Eisenbahnromantik”, wollte mal wieder öffentlich bemerkt werden. Die Katholiken von der gleichnamigen Nachrichtenagentur versuchen damit Abos zu werben. Wandern wir also kurz digital in der Deutschen liebstes Auswanderungsland Schweiz rüber, wo der gleiche Inhalt frei zugänglich ist:

    Kai Gniffke fordert ein Ende des Empörungsjournalismus – Die digitale Welt verändert auch die Kriterien für Qualitätsjournalismus. Ein Gespräch mit dem SWR-Intendanten und ehemaligen ARD-aktuell-Chef über Journalismus, Haltung und Technikfröhlichkeit.”

    Da ist eigentlich alles drin, was Christiane Voges/telepolis auf die Palme bringt, und mich auch:

    Der neue Mediengehorsam: SWR-Intendant erklärt, wer keine Stimme verdient – ARD-Topfunktionär Kai Gniffke fordert Qualität statt Empörung und mehr KI. Über technokratische Kontrolle, Diskursverengung und Leitmedien.”

    Ich hätte das Zeug garnicht bemerkt, wenn sich Frau Voges nicht so aufgeregt hätte. Viel mehr verärgert mich, was dieser Gniffke in seinem langen Chefsein in der Tagesschau angerichtet hat. Nur die Älteren, so alt oder älter als ich, werden sich noch an Dieter Gütt erinnern, der die Freiheit der Tagesschau-Redaktion noch kämpferisch verteidigt hatte. Er beging 1990 Selbstmord. Der kürzlich hier schon erwähnte Horst Königstein liess über ihn einen eigenen Film produzieren, den Sie in der ARD-Mediathek vergeblich suchen werden. Der CSU-Gesandte Edmund Gruber (1981-88) folgte ihm nach, stiess aber (noch) auf kämpferischen Widerstand der Redaktion. Er konnte weder die Tagesschau noch in den folgenden vier Jahren bis 1992 den Deutschlandfunk zerstören. Zu dieser Zeit bewies der Journalismus noch Selbstheilungskräfte. Die, soweit sie in der ARD existierten, hat erst Gniffke wirkungsvoll zerstört.

    2018 profilierte sich Gniffke damit, dass er mit der AfD redete. Wem hat es mehr genützt? Ihm oder denen? Bei ihm führte es zu einem Jahresgehalt von knapp 400.000, bei der AfD zu verdoppelten Umfragewerten.

    Über die AfD wird immer und überall gesprochen. Wer kennt Gniffke? Das gefällt ihm sicher nicht. Darum das bescheuerte Interview mit den Katholiken.

    Datenersatz für intellektuelle Leere

    Was Gniffke und seine Gesinnungsfreund*inn*e*n in den öffentlichen Anstalten an Politik und der real existierenden Gesellschaft nicht verstehen, das erklärt der Österreicher Gabriel Kuhn/Junge Welt am Beispiel des Fussballs und eines missglückten Buches über ihn (Einschub: der Bundestrainer zählt eher zu denen, die an die dort niedergelegte Datenwahrheit ganz fest glauben):

    Sportliteratur: Die Rache der Nerds – Wie die Zahlen helfen, den Fußball zu analysieren oder auch nicht: Tobias Escher schreibt »Die Zukunft des Fußballs«”.

    Diesen klugen Text wird die Junge Welt in Kürze in ihrem Paywallarchiv versenken (= linksradikaler Qualitätsjournalismus).

    Wo soll das alles enden?

    Es endet nie.

    Die derzeitigen Steuerleute in Parteien, Länderregierungen und Anstalten wollen ganz offenbar, der AfD vorauseilend, dahin, wo die USA schon sind – ein altes BRD-deutsches “bewährtes” Bewegungsgesetz der Nachkriegszeit.

    Klaus Raab/MDR-Altpapier: Wie geht es weiter mit Stephen Colbert? – In den USA geht der Late-Night-Host in dieser Woche zum letzten Mal auf Sendung. Sein Sender ist vor dem Präsidenten eingeknickt. Es würde in die mediale Gegenwart passen, wenn er allein weitermachte.”

    Hierzulande wird ja ein Kerl, dessen Name mir einfach nicht einfallen will, der mit einem fetten ARD-Vertrag (RBB) ausgestattet ist, und das Publikum mit Jammerei, was er angeblich alles nicht mehr sagen darf, belästigt, für einen Kabarettisten gehalten.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  3. Qualitätsjournalismus, deutscher

    “Lieber zwei als eine KI”

    mit Update 19.5.

    Einer der bestbezahlten deutschen Medienmanager in öffentlichen Anstalten, der langjährige Tagesschau-Chef (2003-19), Kai Gniffke, heute Intendant des SWR und Mörder der “Eisenbahnromantik”, wollte mal wieder öffentlich bemerkt werden. Die Katholiken von der gleichnamigen Nachrichtenagentur versuchen damit Abos zu werben. Wandern wir also kurz digital in der Deutschen liebstes Auswanderungsland Schweiz rüber, wo der gleiche Inhalt frei zugänglich ist:

    Kai Gniffke fordert ein Ende des Empörungsjournalismus – Die digitale Welt verändert auch die Kriterien für Qualitätsjournalismus. Ein Gespräch mit dem SWR-Intendanten und ehemaligen ARD-aktuell-Chef über Journalismus, Haltung und Technikfröhlichkeit.”

    Da ist eigentlich alles drin, was Christiane Voges/telepolis auf die Palme bringt, und mich auch:

    Der neue Mediengehorsam: SWR-Intendant erklärt, wer keine Stimme verdient – ARD-Topfunktionär Kai Gniffke fordert Qualität statt Empörung und mehr KI. Über technokratische Kontrolle, Diskursverengung und Leitmedien.”

    Ich hätte das Zeug garnicht bemerkt, wenn sich Frau Voges nicht so aufgeregt hätte. Viel mehr verärgert mich, was dieser Gniffke in seinem langen Chefsein in der Tagesschau angerichtet hat. Nur die Älteren, so alt oder älter als ich, werden sich noch an Dieter Gütt erinnern, der die Freiheit der Tagesschau-Redaktion noch kämpferisch verteidigt hatte. Er beging 1990 Selbstmord. Der kürzlich hier schon erwähnte Horst Königstein liess über ihn einen eigenen Film produzieren, den Sie in der ARD-Mediathek vergeblich suchen werden. Der CSU-Gesandte Edmund Gruber (1981-88) folgte ihm nach, stiess aber (noch) auf kämpferischen Widerstand der Redaktion. Er konnte weder die Tagesschau noch in den folgenden vier Jahren bis 1992 den Deutschlandfunk zerstören. Zu dieser Zeit bewies der Journalismus noch Selbstheilungskräfte. Die, soweit sie in der ARD existierten, hat erst Gniffke wirkungsvoll zerstört.

    2018 profilierte sich Gniffke damit, dass er mit der AfD redete. Wem hat es mehr genützt? Ihm oder denen? Bei ihm führte es zu einem Jahresgehalt von knapp 400.000, bei der AfD zu verdoppelten Umfragewerten.

    Über die AfD wird immer und überall gesprochen. Wer kennt Gniffke? Das gefällt ihm sicher nicht. Darum das bescheuerte Interview mit den Katholiken.

    Datenersatz für intellektuelle Leere

    Was Gniffke und seine Gesinnungsfreund*inn*e*n in den öffentlichen Anstalten an Politik und der real existierenden Gesellschaft nicht verstehen, das erklärt der Österreicher Gabriel Kuhn/Junge Welt am Beispiel des Fussballs und eines missglückten Buches über ihn (Einschub: der Bundestrainer zählt eher zu denen, die an die dort niedergelegte Datenwahrheit ganz fest glauben):

    Sportliteratur: Die Rache der Nerds – Wie die Zahlen helfen, den Fußball zu analysieren oder auch nicht: Tobias Escher schreibt »Die Zukunft des Fußballs«”.

    Diesen klugen Text wird die Junge Welt in Kürze in ihrem Paywallarchiv versenken (= linksradikaler Qualitätsjournalismus).

    Wo soll das alles enden?

    Es endet nie.

    Die derzeitigen Steuerleute in Parteien, Länderregierungen und Anstalten wollen ganz offenbar, der AfD vorauseilend, dahin, wo die USA schon sind – ein altes BRD-deutsches “bewährtes” Bewegungsgesetz der Nachkriegszeit.

    Klaus Raab/MDR-Altpapier: Wie geht es weiter mit Stephen Colbert? – In den USA geht der Late-Night-Host in dieser Woche zum letzten Mal auf Sendung. Sein Sender ist vor dem Präsidenten eingeknickt. Es würde in die mediale Gegenwart passen, wenn er allein weitermachte.”

    Hierzulande wird ja ein Kerl, dessen Name mir einfach nicht einfallen will, der mit einem fetten ARD-Vertrag (RBB) ausgestattet ist, und das Publikum mit Jammerei, was er angeblich alles nicht mehr sagen darf, belästigt, für einen Kabarettisten gehalten.

    Update 19.5.

    Zum gleichen Thema mit absolut angemessener Verbitterung auch René Martens/MDR-Altpapier: Ganz normale Medien auf ganz normalen Abwegen – In einem Interview präsentiert SWR-Intendant Kai Gniffke die sehr überraschende Sichtweise, Perspektiven der Wirtschaft seien in den Qualitätsmedien unterrepräsentiert. In der 20-Uhr-‘Tagesschau’ darf man Lynchfantasien äußern.”

    Zu dem diese täglich lesenswerte Kolumne (noch) beherbergenden MDR ist eine Ergänzung erforderlich. Der AfD vorauseilend hat der Sender bekannt gegeben, in den nächsten Jahren keine “Tatorte” und “Polizeiruf 110” mehr zu produzieren. Im quotenstärksten Teil des ARD-Programms käme also noch weniger “Osten” vor. Nicht alle Wessies wären darüber unglücklich. Sehr wohl aber die, die bisher die Arbeit gemacht haben: “Ein fiktionales Großprojekt lasse sich nicht mal eben für drei Jahre einfrieren, ohne irreparablen Schaden anzurichten. Ein Film benötige langen Vorlauf für Drehbücher, Motivsuche und Team-Verpflichtungen. Das Kernproblem sehen Gröschel und Brambach in der Zerstörung gewachsener Strukturen und der existenziellen Bedrohung der Filmschaffenden”, womit die zwei sich selbst gewiss weniger meinen, als die unbeachteten Freelancer-Produktionsteams, die ihnen die Bühne bauen.

  4. Qualitätsjournalismus, deutscher

    “Lieber zwei als eine KI”

    Einer der bestbezahlten deutschen Medienmanager in öffentlichen Anstalten, der langjährige Tagesschau-Chef (2003-19), Kai Gniffke, heute Intendant des SWR und Mörder der “Eisenbahnromantik”, wollte mal wieder öffentlich bemerkt werden. Die Katholiken von der gleichnamigen Nachrichtenagentur versuchen damit Abos zu werben. Wandern wir also kurz digital in der Deutschen liebstes Auswanderungsland Schweiz rüber, wo der gleiche Inhalt frei zugänglich ist:

    Kai Gniffke fordert ein Ende des Empörungsjournalismus – Die digitale Welt verändert auch die Kriterien für Qualitätsjournalismus. Ein Gespräch mit dem SWR-Intendanten und ehemaligen ARD-aktuell-Chef über Journalismus, Haltung und Technikfröhlichkeit.”

    Da ist eigentlich alles drin, was Christiane Voges/telepolis auf die Palme bringt, und mich auch:

    Der neue Mediengehorsam: SWR-Intendant erklärt, wer keine Stimme verdient – ARD-Topfunktionär Kai Gniffke fordert Qualität statt Empörung und mehr KI. Über technokratische Kontrolle, Diskursverengung und Leitmedien.”

    Ich hätte das Zeug garnicht bemerkt, wenn sich Frau Voges nicht so aufgeregt hätte. Viel mehr verärgert mich, was dieser Gniffke in seinem langen Chefsein in der Tagesschau angerichtet hat. Nur die Älteren, so alt oder älter als ich, werden sich noch an Dieter Gütt erinnern, der die Freiheit der Tagesschau-Redaktion noch kämpferisch verteidigt hatte. Er beging 1990 Selbstmord. Der kürzlich hier schon erwähnte Horst Königstein liess über ihn einen eigenen Film produzieren, den Sie in der ARD-Mediathek vergeblich suchen werden. Der CSU-Gesandte Edmund Gruber (1981-88) folgte ihm nach, stiess aber (noch) auf kämpferischen Widerstand der Redaktion. Er konnte weder die Tagesschau noch in den folgenden vier Jahren bis 1992 den Deutschlandfunk zerstören. Zu dieser Zeit bewies der Journalismus noch Selbstheilungskräfte. Die, soweit sie in der ARD existierten, hat erst Gniffke wirkungsvoll zerstört.

    2018 profilierte sich Gniffke damit, dass er mit der AfD redete. Wem hat es mehr genützt? Ihm oder denen? Bei ihm führte es zu einem Jahresgehalt von knapp 400.000, bei der AfD zu verdoppelten Umfragewerten.

    Über die AfD wird immer und überall gesprochen. Wer kennt Gniffke? Das gefällt ihm sicher nicht. Darum das bescheuerte Interview mit den Katholiken.

    Datenersatz für intellektuelle Leere

    Was Gniffke und seine Gesinnungsfreund*inn*e*n in den öffentlichen Anstalten an Politik und der real existierenden Gesellschaft nicht verstehen, das erklärt der Österreicher Gabriel Kuhn/Junge Welt am Beispiel des Fussballs und eines missglückten Buches über ihn (Einschub: der Bundestrainer zählt eher zu denen, die an die dort niedergelegte Datenwahrheit ganz fest glauben):

    Sportliteratur: Die Rache der Nerds – Wie die Zahlen helfen, den Fußball zu analysieren oder auch nicht: Tobias Escher schreibt »Die Zukunft des Fußballs«”.

    Diesen klugen Text wird die Junge Welt in Kürze in ihrem Paywallarchiv versenken (= linksradikaler Qualitätsjournalismus).

    Wo soll das alles enden?

    Es endet nie.

    Die derzeitigen Steuerleute in Parteien, Länderregierungen und Anstalten wollen ganz offenbar, der AfD vorauseilend, dahin, wo die USA schon sind – ein altes BRD-deutsches “bewährtes” Bewegungsgesetz der Nachkriegszeit.

    Klaus Raab/MDR-Altpapier: Wie geht es weiter mit Stephen Colbert? – In den USA geht der Late-Night-Host in dieser Woche zum letzten Mal auf Sendung. Sein Sender ist vor dem Präsidenten eingeknickt. Es würde in die mediale Gegenwart passen, wenn er allein weitermachte.”

    Hierzulande wird ja ein Kerl, dessen Name mir einfach nicht einfallen will, der mit einem fetten ARD-Vertrag (RBB) ausgestattet ist, und das Publikum mit Jammerei, was er angeblich alles nicht mehr sagen darf, belästigt, für einen Kabarettisten gehalten.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  5. Angsthasenfernsehen

    Den Begriff verwendet Lukas Respondek. Den kannte ich noch nicht. Den Kerl. Den Begriff sehr wohl, schon lange. Beide vereint entdeckte ich bei einem weiteren Grimmepreis-Juror Klaus Raab/MDR-Altpapier: Frank Elstner und die Frage: War das Fernsehen früher besser? – Fernsehen sei einfach geil, befand die Moderatorin Linda Zervakis bei der Verleihung der Grimme-Preise. Sie hat natürlich Recht. Wenn man von bestimmten Entwicklungen und den ungeilen Teilen des Programms absieht.”

    Erstaunlicherweise fand ich hier ein rassistisches Mordopfer aus Dessau wieder, die chinesische Studentin Lǐ Yángjié, die ich vor acht Jahren hier erwähnte. Dass sie bei RTL2 erinnert wurde, konnte ich nicht sehen, weil ich nicht bereit bin für Werbefernsehen 70€/Jahr zusätzliche Empfangsgebühr zu zahlen (DVB-T2). Vielleicht findet der edle Bertelsmann-Konzern für dieses Werk noch einen frei zugänglichen Weg in die Öffentlichkeit. Es könnte sich um guten Journalismus gehandelt haben …

    Die WDR-Intendantin hat, so melden mehrere Medienmedien, folgendes vor:
    “- Portfolio-Umbau: Von den geplanten 300 Angeboten übernimmt der Sender 220 aus dem Bestand und entwickelt 80 komplett neu.
    – Investitionen: Künftig sollen 45 Prozent des Programmbudgets direkt in nicht-lineare Angebote (Streaming, Apps, Online) fließen.
    – Regionale Marktführerschaft: Erklärtes Ziel ist es, die führende Position für digitale regionale Informationen in Nordrhein-Westfalen einzunehmen.
    – Nutzungszeiten: Der Sender konzentriert sich primär auf Kernnutzungszeiten; für Randzeiten sinkt das finanzielle Budget deutlich.”

    Das ist ziemlich genau das, was ich gestern mittags im Wirtschaftsmagazin ihres Senders (WDR5) als neue “Strategie von Aldi” hörte, wo mann zur “Kern-DNA eines Discounters” zurückwolle. Frau im WDR also auch. Warum überrascht mich das nicht? Jemand, die*der es wissen muss, verglich sie unlängst mit Angela Merkel. Die wusste damals: “Sie kennen mich.” Dann reimen Sie sich das jetzt mal auf Frau Vernau zusammen.

    Mediathektipp “Escort Boys”

    Kein Angsthasenfernsehen ist die französische Produktion von 2023 “Escort Boys”, ZDF, keine Verfügbarkeitsdauer angegeben. Schöne Männer, schöne Frauen, schöne Landschaft (Südfrankreich, Camargue) – und eine gelungene Komödie. “Nummernrevue” meint nicht abwegig die FAZ. Entscheiden Sie selbst, ob und wann Sie auf sowas Lust haben. Ist halt französisch, nicht deutsch, also amüsant aber nicht unernst, weit weg von Klamauk, und mit diversen Schauwerten (auch Tiere, wg. Landwirtschaft). Und für Jugendliche unter 16 strengstens verboten. Die finden selbst Wege, sich das zugänglich zu machen. Sind ja nicht blöd.

    Angsthasenfernsehen gestern: Fluchtursache Södermarkus

    Die ARD baute dem Södermarkus gestern eine “Arena”. Das hätten sie besser seinlassen sollen. Von den bescheidenen 2,7 Mio., die zuvor Ex-Mllliardärsgattin Furtwängler durch Südafrika reisen sehen wollten, flüchtete rund eine Mio. vor Söder irgendwoandershin, mutmasslich zur anderen Blondine beim ZDF, wo “Sara Kohr” (Lisa Maria Potthoff) mit 5,5 Mio. den Quotentagessieg einfuhr. Bei dieser Konkurrenz konnte immerhin der “Barnaby” von 2001 die Söderarena knapp nicht übertreffen, obwohl er ihn immerhin beim “Marktanteil” mit 9,3%:8,7% übertraf (wg. späterer Sendezeit, der Grossteil des Publikums ging schlafen, verringerte also die 100%).

    Wie mag die CSU das finden? 8,7%?

  6. Angsthasenfernsehen

    Den Begriff verwendet Lukas Respondek. Den kannte ich noch nicht. Den Kerl. Den Begriff sehr wohl, schon lange. Beide vereint entdeckte ich bei einem weiteren Grimmepreis-Juror Klaus Raab/MDR-Altpapier: Frank Elstner und die Frage: War das Fernsehen früher besser? – Fernsehen sei einfach geil, befand die Moderatorin Linda Zervakis bei der Verleihung der Grimme-Preise. Sie hat natürlich Recht. Wenn man von bestimmten Entwicklungen und den ungeilen Teilen des Programms absieht.”

    Erstaunlicherweise fand ich hier ein rassistisches Mordopfer aus Dessau wieder, die chinesische Studentin Lǐ Yángjié, die ich vor acht Jahren hier erwähnte. Dass sie bei RTL2 erinnert wurde, konnte ich nicht sehen, weil ich nicht bereit bin für Werbefernsehen 70€/Jahr zusätzliche Empfangsgebühr zu zahlen (DVB-T2). Vielleicht findet der edle Bertelsmann-Konzern für dieses Werk noch einen frei zugänglichen Weg in die Öffentlichkeit. Es könnte sich um guten Journalismus gehandelt haben …

    Die WDR-Intendantin hat, so melden mehrere Medienmedien, folgendes vor:
    “- Portfolio-Umbau: Von den geplanten 300 Angeboten übernimmt der Sender 220 aus dem Bestand und entwickelt 80 komplett neu.
    – Investitionen: Künftig sollen 45 Prozent des Programmbudgets direkt in nicht-lineare Angebote (Streaming, Apps, Online) fließen.
    – Regionale Marktführerschaft: Erklärtes Ziel ist es, die führende Position für digitale regionale Informationen in Nordrhein-Westfalen einzunehmen.
    – Nutzungszeiten: Der Sender konzentriert sich primär auf Kernnutzungszeiten; für Randzeiten sinkt das finanzielle Budget deutlich.”

    Das ist ziemlich genau das, was ich gestern mittags im Wirtschaftsmagazin ihres Senders (WDR5) als neue “Strategie von Aldi” hörte, wo mann zur “Kern-DNA eines Discounters” zurückwolle. Frau im WDR also auch. Warum überrascht mich das nicht? Jemand, die*der es wissen muss, verglich sie unlängst mit Angela Merkel. Die wusste damals: “Sie kennen mich.” Dann reimen Sie sich das jetzt mal auf Frau Vernau zusammen.

    Mediathektipp “Escort Boys”

    Kein Angsthasenfernsehen ist die französische Produktion von 2023 “Escort Boys”, ZDF, keine Verfügbarkeitsdauer angegeben. Schöne Männer, schöne Frauen, schöne Landschaft (Südfrankreich, Camargue) – und eine gelungene Komödie. “Nummernrevue” meint nicht abwegig die FAZ. Entscheiden Sie selbst, ob und wann Sie auf sowas Lust haben. Ist halt französisch, nicht deutsch, also amüsant aber nicht unernst, weit weg von Klamauk, und mit diversen Schauwerten (auch Tiere, wg. Landwirtschaft). Und für Jugendliche unter 16 strengstens verboten. Die finden selbst Wege, sich das zugänglich zu machen. Sind ja nicht blöd.

    Angsthasenfernsehen gestern: Fluchtursache Södermarkus

    Die ARD baute dem Södermarkus gestern eine “Arena”. Das hätten sie besser seinlassen sollen. Von den bescheidenen 2,7 Mio., die zuvor Ex-Mllliardärsgattin Furtwängler durch Südafrika reisen sehen wollten, flüchtete rund eine Mio. vor Söder irgendwoandershin, mutmasslich zur anderen Blondine beim ZDF, wo “Sara Kohr” (Lisa Maria Potthoff) mit 5,5 Mio. den Quotentagessieg einfuhr. Bei dieser Konkurrenz konnte immerhin der “Barnaby” von 2001 die Söderarena knapp nicht übertreffen, obwohl er ihn immerhin beim “Marktanteil” mit 9,3%:8,7% übertraf (wg. späterer Sendezeit, der Grossteil des Publikums ging schlafen, verringerte also die 100%).

    Wie mag die CSU das finden? 8,7%?

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  7. Angsthasenfernsehen

    Den Begriff verwendet Lukas Respondek. Den kannte ich noch nicht. Den Kerl. Den Begriff sehr wohl, schon lange. Beide vereint entdeckte ich bei einem weiteren Grimmepreis-Juror Klaus Raab/MDR-Altpapier: Frank Elstner und die Frage: War das Fernsehen früher besser? – Fernsehen sei einfach geil, befand die Moderatorin Linda Zervakis bei der Verleihung der Grimme-Preise. Sie hat natürlich Recht. Wenn man von bestimmten Entwicklungen und den ungeilen Teilen des Programms absieht.”

    Erstaunlicherweise fand ich hier ein rassistisches Mordopfer aus Dessau wieder, die chinesische Studentin Lǐ Yángjié, die ich vor acht Jahren hier erwähnte. Dass sie bei RTL2 erinnert wurde, konnte ich nicht sehen, weil ich nicht bereit bin für Werbefernsehen 70€/Jahr zusätzliche Empfangsgebühr zu zahlen (DVB-T2). Vielleicht findet der edle Bertelsmann-Konzern für dieses Werk noch einen frei zugänglichen Weg in die Öffentlichkeit. Es könnte sich um guten Journalismus gehandelt haben …

    Die WDR-Intendantin hat, so melden mehrere Medienmedien, folgendes vor:
    “- Portfolio-Umbau: Von den geplanten 300 Angeboten übernimmt der Sender 220 aus dem Bestand und entwickelt 80 komplett neu.
    – Investitionen: Künftig sollen 45 Prozent des Programmbudgets direkt in nicht-lineare Angebote (Streaming, Apps, Online) fließen.
    – Regionale Marktführerschaft: Erklärtes Ziel ist es, die führende Position für digitale regionale Informationen in Nordrhein-Westfalen einzunehmen.
    – Nutzungszeiten: Der Sender konzentriert sich primär auf Kernnutzungszeiten; für Randzeiten sinkt das finanzielle Budget deutlich.”

    Das ist ziemlich genau das, was ich gestern mittags im Wirtschaftsmagazin ihres Senders (WDR5) als neue “Strategie von Aldi” hörte, wo mann zur “Kern-DNA eines Discounters” zurückwolle. Frau im WDR also auch. Warum überrascht mich das nicht? Jemand, die*der es wissen muss, verglich sie unlängst mit Angela Merkel. Die wusste damals: “Sie kennen mich.” Dann reimen Sie sich das jetzt mal auf Frau Vernau zusammen.

    Mediathektipp “Escort Boys”

    Kein Angsthasenfernsehen ist die französische Produktion von 2023 “Escort Boys”, ZDF, keine Verfügbarkeitsdauer angegeben. Schöne Männer, schöne Frauen, schöne Landschaft (Südfrankreich, Camargue) – und eine gelungene Komödie. “Nummernrevue” meint nicht abwegig die FAZ. Entscheiden Sie selbst, ob und wann Sie auf sowas Lust haben. Ist halt französisch, nicht deutsch, also amüsant aber nicht unernst, weit weg von Klamauk, und mit diversen Schauwerten (auch Tiere, wg. Landwirtschaft). Und für Jugendliche unter 16 strengstens verboten. Die finden selbst Wege, sich das zugänglich zu machen. Sind ja nicht blöd.

    Angsthasenfernsehen gestern: Fluchtursache Södermarkus

    Die ARD baute dem Södermarkus gestern eine “Arena”. Das hätten sie besser seinlassen sollen. Von den bescheidenen 2,7 Mio., die zuvor Ex-Mllliardärsgattin Furtwängler durch Südafrika reisen sehen wollten, flüchtete rund eine Mio. vor Söder irgendwoandershin, mutmasslich zur anderen Blondine beim ZDF, wo “Sara Kohr” (Lisa Maria Potthoff) mit 5,5 Mio. den Quotentagessieg einfuhr. Bei dieser Konkurrenz konnte immerhin der “Barnaby” von 2001 die Söderarena knapp nicht übertreffen, obwohl er ihn immerhin beim “Marktanteil” mit 9,3%:8,7% übertraf (wg. späterer Sendezeit, der Grossteil des Publikums ging schlafen, verringerte also die 100%).

    Wie mag die CSU das finden? 8,7%?

  8. Angsthasenfernsehen

    Den Begriff verwendet Lukas Respondek. Den kannte ich noch nicht. Den Kerl. Den Begriff sehr wohl, schon lange. Beide vereint entdeckte ich bei einem weiteren Grimmepreis-Juror Klaus Raab/MDR-Altpapier: Frank Elstner und die Frage: War das Fernsehen früher besser? – Fernsehen sei einfach geil, befand die Moderatorin Linda Zervakis bei der Verleihung der Grimme-Preise. Sie hat natürlich Recht. Wenn man von bestimmten Entwicklungen und den ungeilen Teilen des Programms absieht.”

    Erstaunlicherweise fand ich hier ein rassistisches Mordopfer aus Dessau wieder, die chinesische Studentin Lǐ Yángjié, die ich vor acht Jahren hier erwähnte. Dass sie bei RTL2 erinnert wurde, konnte ich nicht sehen, weil ich nicht bereit bin für Werbefernsehen 70€/Jahr zusätzliche Empfangsgebühr zu zahlen (DVB-T2). Vielleicht findet der edle Bertelsmann-Konzern für dieses Werk noch einen frei zugänglichen Weg in die Öffentlichkeit. Es könnte sich um guten Journalismus gehandelt haben …

    Die WDR-Intendantin hat, so melden mehrere Medienmedien, folgendes vor:
    “- Portfolio-Umbau: Von den geplanten 300 Angeboten übernimmt der Sender 220 aus dem Bestand und entwickelt 80 komplett neu.
    – Investitionen: Künftig sollen 45 Prozent des Programmbudgets direkt in nicht-lineare Angebote (Streaming, Apps, Online) fließen.
    – Regionale Marktführerschaft: Erklärtes Ziel ist es, die führende Position für digitale regionale Informationen in Nordrhein-Westfalen einzunehmen.
    – Nutzungszeiten: Der Sender konzentriert sich primär auf Kernnutzungszeiten; für Randzeiten sinkt das finanzielle Budget deutlich.”

    Das ist ziemlich genau das, was ich gestern mittags im Wirtschaftsmagazin ihres Senders (WDR5) als neue “Strategie von Aldi” hörte, wo mann zur “Kern-DNA eines Discounters” zurückwolle. Frau im WDR also auch. Warum überrascht mich das nicht? Jemand, die*der es wissen muss, verglich sie unlängst mit Angela Merkel. Die wusste damals: “Sie kennen mich.” Dann reimen Sie sich das jetzt mal auf Frau Vernau zusammen.

    Mediathektipp “Escort Boys”

    Kein Angsthasenfernsehen ist die französische Produktion von 2023 “Escort Boys”, ZDF, keine Verfügbarkeitsdauer angegeben. Schöne Männer, schöne Frauen, schöne Landschaft (Südfrankreich, Camargue) – und eine gelungene Komödie. “Nummernrevue” meint nicht abwegig die FAZ. Entscheiden Sie selbst, ob und wann Sie auf sowas Lust haben. Ist halt französisch, nicht deutsch, also amüsant aber nicht unernst, weit weg von Klamauk, und mit diversen Schauwerten (auch Tiere, wg. Landwirtschaft). Und für Jugendliche unter 16 strengstens verboten. Die finden selbst Wege, sich das zugänglich zu machen. Sind ja nicht blöd.

    Angsthasenfernsehen gestern: Fluchtursache Södermarkus

    Die ARD baute dem Södermarkus gestern eine “Arena”. Das hätten sie besser seinlassen sollen. Von den bescheidenen 2,7 Mio., die zuvor Ex-Mllliardärsgattin Furtwängler durch Südafrika reisen sehen wollten, flüchtete rund eine Mio. vor Söder irgendwoandershin, mutmasslich zur anderen Blondine beim ZDF, wo “Sara Kohr” (Lisa Maria Potthoff) mit 5,5 Mio. den Quotentagessieg einfuhr. Bei dieser Konkurrenz konnte immerhin der “Barnaby” von 2001 die Söderarena knapp nicht übertreffen, obwohl er ihn immerhin beim “Marktanteil” mit 9,3%:8,7% übertraf (wg. späterer Sendezeit, der Grossteil des Publikums ging schlafen, verringerte also die 100%).

    Wie mag die CSU das finden? 8,7%?

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  9. Antifaschismus

    Wer den Faschismus adäquat bekämpfen will, muss ihn kennen. Verstehen, ohne politisches Verständnis, oder gar, die es viele dumme Demokrat*inn*en tun, in nachäffend “beim Wort nehmen”. Einer dieser ehrlichen Versuche ist aus der neuesten “Frankfurter Schule” zu melden:

    Carolin Amlinger, Oliver Nachtwey/Blätter: Sehnsucht nach Zerstörung – Die Anziehungskraft des demokratischen Faschismus”.

    Über das Adjektiv “demokratisch” ist in diesem Zusammenhang gewiss Streiten erlaubt. Mich stört aber ein anderer Aspekt noch mehr.

    In dieser Passage ist es benannt: “In Analysen der extremen Rechten wurde und wird bis heute Destruktivität oft vernachlässigt. Die meisten Autor:innen konzentrieren sich auf Ursachen (wie soziale oder geopolitische Konflikte) oder auf ideologische Aspekte. Und in den zahlreichen Arbeiten in der Nachfolge von Theodor W. Adornos Studien zum autoritären Charakter nimmt man vor allem autoritäre Aggression und Unterwerfung in den Blick. Doch trotz der dominanten individualpsychologischen Perspektive in den Studien zum autoritären Charakter ging Adorno davon aus, dass der Faschismus letztlich kein psychologisches Problem sei, das als Irrationalismus abgetan werden könne. Eine faschistische Mentalität war für ihn nicht in der Persönlichkeit, sondern in der sozialen Ordnung angelegt.”

    Der erste Satz dieser Passage begründet den Blickwinkel, den Amlinger und Nachtwey mit ihrem Text eingenommen haben. Der letzte Satz, die Wiedergabe einer Erkenntnis ihres wissenschaftlichen Urgrossvaters Adorno, ist schlicht richtig. Findet in diesem scheinbar aktualisierten Text aber keine inhaltliche Berücksichtigung. Warum eigentlich nicht? Geht es noch schwächer?

    Lakonisch stellen sie fest: “Vertikale Ungleichheiten werden jedoch nicht länger als Klassenkonflikte artikuliert.” Warum tun sie es denn nicht selbst, analytisch und strategisch? Wer sonst soll es denn tun, wenn nicht publizitätsstarke Wissenschaftler*innen mit privilegiertem Medienzugang?

    Was dabei unten rauskommt, skizziert Klaus Raab/MDR-Altpapier: Man wird ja wohl noch eine eigene Sendung bekommen dürfen – Welche Themen gehören in die Medien? Seit Stuttgart 21 und #MeToo steht fest: Das Publikum will dabei mitreden. Und das lässt sich instrumentalisieren: indem Ausgewogenheit zum zentralen Aspekt von Medienqualität erklärt wird. Jan Fleischhauer hat es damit nun zu einer eigenen ZDF-Sendung gebracht.”

    Der Diskussionsbeitrag von Amlinger und Nachtwey ist zweifellos bereichernd und nützlich. Weil ich das nicht in Abrede stellen will, erwähne ich ihn hier. Aber das strategisch bewusste Ausgrenzen und Abschalten materialistischer Analyse, Strategie und Bündnispolitik ist das offene Scheunentor, durch das die Rechten die bürgerliche Demokratie entleeren.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  10. Antifaschismus

    Wer den Faschismus adäquat bekämpfen will, muss ihn kennen. Verstehen, ohne politisches Verständnis, oder gar, die es viele dumme Demokrat*inn*en tun, in nachäffend “beim Wort nehmen”. Einer dieser ehrlichen Versuche ist aus der neuesten “Frankfurter Schule” zu melden:

    Carolin Amlinger, Oliver Nachtwey/Blätter: Sehnsucht nach Zerstörung – Die Anziehungskraft des demokratischen Faschismus”.

    Über das Adjektiv “demokratisch” ist in diesem Zusammenhang gewiss Streiten erlaubt. Mich stört aber ein anderer Aspekt noch mehr.

    In dieser Passage ist es benannt: “In Analysen der extremen Rechten wurde und wird bis heute Destruktivität oft vernachlässigt. Die meisten Autor:innen konzentrieren sich auf Ursachen (wie soziale oder geopolitische Konflikte) oder auf ideologische Aspekte. Und in den zahlreichen Arbeiten in der Nachfolge von Theodor W. Adornos Studien zum autoritären Charakter nimmt man vor allem autoritäre Aggression und Unterwerfung in den Blick. Doch trotz der dominanten individualpsychologischen Perspektive in den Studien zum autoritären Charakter ging Adorno davon aus, dass der Faschismus letztlich kein psychologisches Problem sei, das als Irrationalismus abgetan werden könne. Eine faschistische Mentalität war für ihn nicht in der Persönlichkeit, sondern in der sozialen Ordnung angelegt.”

    Der erste Satz dieser Passage begründet den Blickwinkel, den Amlinger und Nachtwey mit ihrem Text eingenommen haben. Der letzte Satz, die Wiedergabe einer Erkenntnis ihres wissenschaftlichen Urgrossvaters Adorno, ist schlicht richtig. Findet in diesem scheinbar aktualisierten Text aber keine inhaltliche Berücksichtigung. Warum eigentlich nicht? Geht es noch schwächer?

    Lakonisch stellen sie fest: “Vertikale Ungleichheiten werden jedoch nicht länger als Klassenkonflikte artikuliert.” Warum tun sie es denn nicht selbst, analytisch und strategisch? Wer sonst soll es denn tun, wenn nicht publizitätsstarke Wissenschaftler*innen mit privilegiertem Medienzugang?

    Was dabei unten rauskommt, skizziert Klaus Raab/MDR-Altpapier: Man wird ja wohl noch eine eigene Sendung bekommen dürfen – Welche Themen gehören in die Medien? Seit Stuttgart 21 und #MeToo steht fest: Das Publikum will dabei mitreden. Und das lässt sich instrumentalisieren: indem Ausgewogenheit zum zentralen Aspekt von Medienqualität erklärt wird. Jan Fleischhauer hat es damit nun zu einer eigenen ZDF-Sendung gebracht.”

    Der Diskussionsbeitrag von Amlinger und Nachtwey ist zweifellos bereichernd und nützlich. Weil ich das nicht in Abrede stellen will, erwähne ich ihn hier. Aber das strategisch bewusste Ausgrenzen und Abschalten materialistischer Analyse, Strategie und Bündnispolitik ist das offene Scheunentor, durch das die Rechten die bürgerliche Demokratie entleeren.

  11. Antifaschismus

    Wer den Faschismus adäquat bekämpfen will, muss ihn kennen. Verstehen, ohne politisches Verständnis, oder gar, die es viele dumme Demokrat*inn*en tun, in nachäffend “beim Wort nehmen”. Einer dieser ehrlichen Versuche ist aus der neuesten “Frankfurter Schule” zu melden:

    Carolin Amlinger, Oliver Nachtwey/Blätter: Sehnsucht nach Zerstörung – Die Anziehungskraft des demokratischen Faschismus”.

    Über das Adjektiv “demokratisch” ist in diesem Zusammenhang gewiss Streiten erlaubt. Mich stört aber ein anderer Aspekt noch mehr.

    In dieser Passage ist es benannt: “In Analysen der extremen Rechten wurde und wird bis heute Destruktivität oft vernachlässigt. Die meisten Autor:innen konzentrieren sich auf Ursachen (wie soziale oder geopolitische Konflikte) oder auf ideologische Aspekte. Und in den zahlreichen Arbeiten in der Nachfolge von Theodor W. Adornos Studien zum autoritären Charakter nimmt man vor allem autoritäre Aggression und Unterwerfung in den Blick. Doch trotz der dominanten individualpsychologischen Perspektive in den Studien zum autoritären Charakter ging Adorno davon aus, dass der Faschismus letztlich kein psychologisches Problem sei, das als Irrationalismus abgetan werden könne. Eine faschistische Mentalität war für ihn nicht in der Persönlichkeit, sondern in der sozialen Ordnung angelegt.”

    Der erste Satz dieser Passage begründet den Blickwinkel, den Amlinger und Nachtwey mit ihrem Text eingenommen haben. Der letzte Satz, die Wiedergabe einer Erkenntnis ihres wissenschaftlichen Urgrossvaters Adorno, ist schlicht richtig. Findet in diesem scheinbar aktualisierten Text aber keine inhaltliche Berücksichtigung. Warum eigentlich nicht? Geht es noch schwächer?

    Lakonisch stellen sie fest: “Vertikale Ungleichheiten werden jedoch nicht länger als Klassenkonflikte artikuliert.” Warum tun sie es denn nicht selbst, analytisch und strategisch? Wer sonst soll es denn tun, wenn nicht publizitätsstarke Wissenschaftler*innen mit privilegiertem Medienzugang?

    Was dabei unten rauskommt, skizziert Klaus Raab/MDR-Altpapier: Man wird ja wohl noch eine eigene Sendung bekommen dürfen – Welche Themen gehören in die Medien? Seit Stuttgart 21 und #MeToo steht fest: Das Publikum will dabei mitreden. Und das lässt sich instrumentalisieren: indem Ausgewogenheit zum zentralen Aspekt von Medienqualität erklärt wird. Jan Fleischhauer hat es damit nun zu einer eigenen ZDF-Sendung gebracht.”

    Der Diskussionsbeitrag von Amlinger und Nachtwey ist zweifellos bereichernd und nützlich. Weil ich das nicht in Abrede stellen will, erwähne ich ihn hier. Aber das strategisch bewusste Ausgrenzen und Abschalten materialistischer Analyse, Strategie und Bündnispolitik ist das offene Scheunentor, durch das die Rechten die bürgerliche Demokratie entleeren.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  12. Antifaschismus

    Wer den Faschismus adäquat bekämpfen will, muss ihn kennen. Verstehen, ohne politisches Verständnis, oder gar, die es viele dumme Demokrat*inn*en tun, in nachäffend “beim Wort nehmen”. Einer dieser ehrlichen Versuche ist aus der neuesten “Frankfurter Schule” zu melden:

    Carolin Amlinger, Oliver Nachtwey/Blätter: Sehnsucht nach Zerstörung – Die Anziehungskraft des demokratischen Faschismus”.

    Über das Adjektiv “demokratisch” ist in diesem Zusammenhang gewiss Streiten erlaubt. Mich stört aber ein anderer Aspekt noch mehr.

    In dieser Passage ist es benannt: “In Analysen der extremen Rechten wurde und wird bis heute Destruktivität oft vernachlässigt. Die meisten Autor:innen konzentrieren sich auf Ursachen (wie soziale oder geopolitische Konflikte) oder auf ideologische Aspekte. Und in den zahlreichen Arbeiten in der Nachfolge von Theodor W. Adornos Studien zum autoritären Charakter nimmt man vor allem autoritäre Aggression und Unterwerfung in den Blick. Doch trotz der dominanten individualpsychologischen Perspektive in den Studien zum autoritären Charakter ging Adorno davon aus, dass der Faschismus letztlich kein psychologisches Problem sei, das als Irrationalismus abgetan werden könne. Eine faschistische Mentalität war für ihn nicht in der Persönlichkeit, sondern in der sozialen Ordnung angelegt.”

    Der erste Satz dieser Passage begründet den Blickwinkel, den Amlinger und Nachtwey mit ihrem Text eingenommen haben. Der letzte Satz, die Wiedergabe einer Erkenntnis ihres wissenschaftlichen Urgrossvaters Adorno, ist schlicht richtig. Findet in diesem scheinbar aktualisierten Text aber keine inhaltliche Berücksichtigung. Warum eigentlich nicht? Geht es noch schwächer?

    Lakonisch stellen sie fest: “Vertikale Ungleichheiten werden jedoch nicht länger als Klassenkonflikte artikuliert.” Warum tun sie es denn nicht selbst, analytisch und strategisch? Wer sonst soll es denn tun, wenn nicht publizitätsstarke Wissenschaftler*innen mit privilegiertem Medienzugang?

    Was dabei unten rauskommt, skizziert Klaus Raab/MDR-Altpapier: Man wird ja wohl noch eine eigene Sendung bekommen dürfen – Welche Themen gehören in die Medien? Seit Stuttgart 21 und #MeToo steht fest: Das Publikum will dabei mitreden. Und das lässt sich instrumentalisieren: indem Ausgewogenheit zum zentralen Aspekt von Medienqualität erklärt wird. Jan Fleischhauer hat es damit nun zu einer eigenen ZDF-Sendung gebracht.”

    Der Diskussionsbeitrag von Amlinger und Nachtwey ist zweifellos bereichernd und nützlich. Weil ich das nicht in Abrede stellen will, erwähne ich ihn hier. Aber das strategisch bewusste Ausgrenzen und Abschalten materialistischer Analyse, Strategie und Bündnispolitik ist das offene Scheunentor, durch das die Rechten die bürgerliche Demokratie entleeren.

  13. Hyperreaktive

    Und ein aktuelles Gegenmittel

    Freund Küppi, der sich in seiner heutigen taz-Kolumne vergeblich Trump-Truppen gegen das 1:6 unseres RWE erhofft (ich fürchte, die haben im Borussia-Park mitgespielt), beginnt, wie immer treffend, so: “Was war schlecht vergangene ­Woche? – Gaza wird planiert. – Und was wird besser in dieser? – Man kann es sehen.” Dä. Wenn ich im Medienbetrieb etwas hasse, dann sind es die von Klaus Raab/MDR-Altpapier identifizierten “Hyperreaktiven”. Sie weisen den direkten Weg zur Volksverdummung (und, ganz nebenbei, auch zum – realen – Antisemitismus).

    Das Gegenmittel gab es gestern im Deutschlandfunk, während in NRW alle auf die ersten Stichwahlergebnisse warteten. Der erfahrene Auslandskorrespondent Martin Gerner sprach mit Extradienst-Gastautorin Charlotte Wiedemann. Und diese 24 Minuten lohnen sich auch 24 Stunden später noch: Krieg in Gaza: Autorin Wiedemann fordert Neuanfang in der deutschen Nahostpolitik – Ein Austausch über den Nahostkonflikt und die Folgen für die Welt wird immer schwieriger. Autorin Charlotte Wiedemann fordert, ‘eine offene demokratische Debatte über unser Verhältnis zu Israel’ zu führen. Sie findet deutliche Worte.” Für alle, die selbstständiges Denken immer noch nicht abstellen wollen.

    Und für die Hyperreaktiven ein Tipp: fahren Sie nach Hamburg, Fische retten. 90% sind weg, Sauerstoffmangel. Ich fürchte, politisch wird das ganz schön lange dauern … und bezahlbare Wohnungen sind auch alle …

  14. Hyperreaktive

    Und ein aktuelles Gegenmittel

    Freund Küppi, der sich in seiner heutigen taz-Kolumne vergeblich Trump-Truppen gegen das 1:6 unseres RWE erhofft (ich fürchte, die haben im Borussia-Park mitgespielt), beginnt, wie immer treffend, so: “Was war schlecht vergangene ­Woche? – Gaza wird planiert. – Und was wird besser in dieser? – Man kann es sehen.” Dä. Wenn ich im Medienbetrieb etwas hasse, dann sind es die von Klaus Raab/MDR-Altpapier identifizierten “Hyperreaktiven”. Sie weisen den direkten Weg zur Volksverdummung (und, ganz nebenbei, auch zum – realen – Antisemitismus).

    Das Gegenmittel gab es gestern im Deutschlandfunk, während in NRW alle auf die ersten Stichwahlergebnisse warteten. Der erfahrene Auslandskorrespondent Martin Gerner sprach mit Extradienst-Gastautorin Charlotte Wiedemann. Und diese 24 Minuten lohnen sich auch 24 Stunden später noch: Krieg in Gaza: Autorin Wiedemann fordert Neuanfang in der deutschen Nahostpolitik – Ein Austausch über den Nahostkonflikt und die Folgen für die Welt wird immer schwieriger. Autorin Charlotte Wiedemann fordert, ‘eine offene demokratische Debatte über unser Verhältnis zu Israel’ zu führen. Sie findet deutliche Worte.” Für alle, die selbstständiges Denken immer noch nicht abstellen wollen.

    Und für die Hyperreaktiven ein Tipp: fahren Sie nach Hamburg, Fische retten. 90% sind weg, Sauerstoffmangel. Ich fürchte, politisch wird das ganz schön lange dauern … und bezahlbare Wohnungen sind auch alle …

  15. Gelärme-Nachlese

    Die von mir meistens sehr geschätzte MDR-Altpapier-Kolumne nimmt heute, verfasst von Klaus Raab, diese Themen auf: In der Blase – Nach einer tagelangen rechten Medienkampagne gegen eine linksliberale Juristin glauben auch viele CDU/CSU-Abgeordnete, dass sie nun doch nicht Verfassungsrichterin werden sollte: über eine aggressive AfD, eine naiv wirkende Union – und die Rolle rechter Scharniermedien.” Prinzipiell stimme ich zu. Gleichzeitig halte ich die Verhandlung dieses Vorgangs als “Medienthema” jedoch für eine Verniedlichung.

    Denn aus meiner Sicht wird der vergangene Bundestags-Freitag als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem die Trumpisierung des demokratischen deutschen Systems eingeleitet wurde. Denn dem US-Machthaber war schon in seiner ersten Machtperiode klar, welch hohen strategischen Stellenwert für ihn die Besetzung des Supreme Court mit seinen Leuten hat. Nichts Anderes machen nun die Herren Merz und Spahn als willfährige Ausführende der Wünsche des deutschen Neofaschismus.

    Ob sie damit durchkommen, ist noch nicht ganz klar. Offenbar verfügen sie über die dafür notwendige Schmerzfreiheit. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, wie wohl Frau Merkel mit der Sache umgegangen wäre. So sicher nicht.

    Dass nun, wie Raab im weiteren Verlauf seines Textes skizziert, einige früher mal ernstgenommene demokratische Medien (taz, Berliner Zeitung, Spiegel) lärmend übereinander herfallen – was sagt uns das? Mir sagt das, dass einstige “Leitmedien” in ihrer mehr durch Niedersparen als Zensur bewirkten Gleichförmigkeit und intellektuellen Armut speerangelweite Marktlücken schaffen, in denen superreiche Oligarchen von der Marke Friedrich (oder Augstein, der seinen “Freitag” digital komplett verrammelt) als kompasslose freiflottierende Kanonenkugeln wildlärmend umherfliegen.

    Meine Aufmerksamkeit als genesender Herzpatient sind sie nicht (mehr) wert. Dann lieber Kraus.

  16. Gelärme-Nachlese

    Die von mir meistens sehr geschätzte MDR-Altpapier-Kolumne nimmt heute, verfasst von Klaus Raab, diese Themen auf: In der Blase – Nach einer tagelangen rechten Medienkampagne gegen eine linksliberale Juristin glauben auch viele CDU/CSU-Abgeordnete, dass sie nun doch nicht Verfassungsrichterin werden sollte: über eine aggressive AfD, eine naiv wirkende Union – und die Rolle rechter Scharniermedien.” Prinzipiell stimme ich zu. Gleichzeitig halte ich die Verhandlung dieses Vorgangs als “Medienthema” jedoch für eine Verniedlichung.

    Denn aus meiner Sicht wird der vergangene Bundestags-Freitag als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem die Trumpisierung des demokratischen deutschen Systems eingeleitet wurde. Denn dem US-Machthaber war schon in seiner ersten Machtperiode klar, welch hohen strategischen Stellenwert für ihn die Besetzung des Supreme Court mit seinen Leuten hat. Nichts Anderes machen nun die Herren Merz und Spahn als willfährige Ausführende der Wünsche des deutschen Neofaschismus.

    Ob sie damit durchkommen, ist noch nicht ganz klar. Offenbar verfügen sie über die dafür notwendige Schmerzfreiheit. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, wie wohl Frau Merkel mit der Sache umgegangen wäre. So sicher nicht.

    Dass nun, wie Raab im weiteren Verlauf seines Textes skizziert, einige früher mal ernstgenommene demokratische Medien (taz, Berliner Zeitung, Spiegel) lärmend übereinander herfallen – was sagt uns das? Mir sagt das, dass einstige “Leitmedien” in ihrer mehr durch Niedersparen als Zensur bewirkten Gleichförmigkeit und intellektuellen Armut speerangelweite Marktlücken schaffen, in denen superreiche Oligarchen von der Marke Friedrich (oder Augstein, der seinen “Freitag” digital komplett verrammelt) als kompasslose freiflottierende Kanonenkugeln wildlärmend umherfliegen.

    Meine Aufmerksamkeit als genesender Herzpatient sind sie nicht (mehr) wert. Dann lieber Kraus.

  17. It’s Agendasetting, stupid!

    “Gaspedal-Libertäre” in Medien als Strassenbauer für die Rechten

    Es ist wahrlich ermüdend. Verbieten ja oder nein? Einladen, ja oder nein? Binäre Fragen an Inhalten festmachen? An Qualität gar? Nee, watt anstrengend. Das wäre ja mit Denken verbunden. Hier die Zusammenfassung gegenwärtiger intellektueller Armut:

    Klaus Raab/MDR-Altpapier: Vielleicht brauchen wir eine Reflexionswende – Die Talks werden oft für die Überpräsenz der AfD kritisiert, aber was sagen die Zahlen? Was im medialen Umgang mit der rechtsextremen Partei hilft: ein ‘normalisierungsbewusster Journalismus’. Dazu: weitere Kritik an einem Kultur- und Medienstaatsminister, der behauptet, nicht kulturkämpferisch aufzutreten – aber gegen das Archiv nicht ankommt.”

    Armut im Profifussball (der Herren)

    Zunächst die gute Nachricht zu den Frauen. Die meisten werden es wieder nicht gemerkt haben beim Männerplatzsturm der Herren in Hamburg. Die HSV-Frauen sind ebenfalls in die erste Liga aufgestiegen. Nachdem sie zuvor im – gewaltfreien! – Nordderby gegen Werder zwar 1:3 n.V. im DFB-Pokalhalbfinale verloren, aber einen deutschen Zuschauer*innen*rekord im Frauenfussball aufgestellt hatten.

    Und jetzt zu den Jungs. Nachdem ich von den zwei Halbfinals zwischen Barca und Inter fussballerisch geschwelgt und geprasst habe, wagte ich gestern den Anblick von Bayermonsanto gegen den Fussballkonzern aus dem westfälischen Raum, die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA. Es fielen zwar ähnlich viele Tore, aber das Niveau war doch ernüchternd.

    Die Leverkusener Konzernkicker hätten den BVB in der ersten Halbzeit komplett abschiessen können. Tatsächlich stand es aber umgekehrt 1:2, weil dem BVB eine 100%ige Chancenverwertung gelang, während er hinten, ähnlich wie Inter, einen Schweizer Torwart hatte. In der zweiten Halbzeit zerfiel das Bayer-Konstrukt, und hätte wiederum vom BVB gedemütigt werden können. Dass es am Ende 2:4 stand (bei 20:9 Torschüssen, 5 BVB-Torschüsse gingen aufs Tor, 4 waren drin), lag an dem in Leverkusen gedemütigten einstigen Gladbacher Star und Nationalspieler Jonas Hofmann, der gestern eine halbe Stunde mitspielen durfte (10 Einsätze in 33 Spielen).

    Fazit: der BVB kann noch an die Uefa-Geldtöpfe, so wie er vor zwei Jahren durch einen einfachen Heimsieg hätte Meister werden können … Und Bayermonsantos Fussballabteilung könnte ähnlich zusammenfallen, wie der unter den US-Schadensersatzklagen gegen Monsanto stöhnende Konzern. Der Coach ist weg. Der beste Spieler will weg. Der beste Abwehrspieler will auch weg. Ob der einstige Weltklassespieler Cesc Fabregas auch eine Weltklassetrainer wird? In Como hat er gute Arbeit geleistet. Das hatte der Ur-Westfale Nuri Sahin (geb. in Lüdenscheid!!!) in Antalya auch, bevor der BVB in heimholte …

  18. It’s Agendasetting, stupid!

    “Gaspedal-Libertäre” in Medien als Strassenbauer für die Rechten

    Es ist wahrlich ermüdend. Verbieten ja oder nein? Einladen, ja oder nein? Binäre Fragen an Inhalten festmachen? An Qualität gar? Nee, watt anstrengend. Das wäre ja mit Denken verbunden. Hier die Zusammenfassung gegenwärtiger intellektueller Armut:

    Klaus Raab/MDR-Altpapier: Vielleicht brauchen wir eine Reflexionswende – Die Talks werden oft für die Überpräsenz der AfD kritisiert, aber was sagen die Zahlen? Was im medialen Umgang mit der rechtsextremen Partei hilft: ein ‘normalisierungsbewusster Journalismus’. Dazu: weitere Kritik an einem Kultur- und Medienstaatsminister, der behauptet, nicht kulturkämpferisch aufzutreten – aber gegen das Archiv nicht ankommt.”

    Armut im Profifussball (der Herren)

    Zunächst die gute Nachricht zu den Frauen. Die meisten werden es wieder nicht gemerkt haben beim Männerplatzsturm der Herren in Hamburg. Die HSV-Frauen sind ebenfalls in die erste Liga aufgestiegen. Nachdem sie zuvor im – gewaltfreien! – Nordderby gegen Werder zwar 1:3 n.V. im DFB-Pokalhalbfinale verloren, aber einen deutschen Zuschauer*innen*rekord im Frauenfussball aufgestellt hatten.

    Und jetzt zu den Jungs. Nachdem ich von den zwei Halbfinals zwischen Barca und Inter fussballerisch geschwelgt und geprasst habe, wagte ich gestern den Anblick von Bayermonsanto gegen den Fussballkonzern aus dem westfälischen Raum, die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA. Es fielen zwar ähnlich viele Tore, aber das Niveau war doch ernüchternd.

    Die Leverkusener Konzernkicker hätten den BVB in der ersten Halbzeit komplett abschiessen können. Tatsächlich stand es aber umgekehrt 1:2, weil dem BVB eine 100%ige Chancenverwertung gelang, während er hinten, ähnlich wie Inter, einen Schweizer Torwart hatte. In der zweiten Halbzeit zerfiel das Bayer-Konstrukt, und hätte wiederum vom BVB gedemütigt werden können. Dass es am Ende 2:4 stand (bei 20:9 Torschüssen, 5 BVB-Torschüsse gingen aufs Tor, 4 waren drin), lag an dem in Leverkusen gedemütigten einstigen Gladbacher Star und Nationalspieler Jonas Hofmann, der gestern eine halbe Stunde mitspielen durfte (10 Einsätze in 33 Spielen).

    Fazit: der BVB kann noch an die Uefa-Geldtöpfe, so wie er vor zwei Jahren durch einen einfachen Heimsieg hätte Meister werden können … Und Bayermonsantos Fussballabteilung könnte ähnlich zusammenfallen, wie der unter den US-Schadensersatzklagen gegen Monsanto stöhnende Konzern. Der Coach ist weg. Der beste Spieler will weg. Der beste Abwehrspieler will auch weg. Ob der einstige Weltklassespieler Cesc Fabregas auch eine Weltklassetrainer wird? In Como hat er gute Arbeit geleistet. Das hatte der Ur-Westfale Nuri Sahin (geb. in Lüdenscheid!!!) in Antalya auch, bevor der BVB in heimholte …

  19. Kolumne: Das Altpapier: Social Media für Dummies

    Social-Media-Trends werden nicht nur zur EM verstärkt auch in journalistischen Medien behandelt. Warum das erstmal komisch, manchmal lustig und in den meisten Fällen wenig sinnvoll ist.
    Kolumne: Das Altpapier am 28. Juni 2024 – Social Media für Dummies

  20. Kolumne: Das Altpapier: Social Media für Dummies

    Social-Media-Trends werden nicht nur zur EM verstärkt auch in journalistischen Medien behandelt. Warum das erstmal komisch, manchmal lustig und in den meisten Fällen wenig sinnvoll ist.
    Kolumne: Das Altpapier am 28. Juni 2024 – Social Media für Dummies

  21. MDR.DE: Kolumne: Das Altpapier am 15. Mai 2024 – Wann wird Journalismus richtig gemeinnützig?

    Dem Anti-Fake-News-Blog "Volksverpetzer" wurde die Gemeinnützigkeit entzogen, was erneut eine Debatte über die aktuell unklare Rechtslage von gemeinnützigen Medien auslöst.
    Kolumne: Das Altpapier am 15. Mai 2024 – Wann wird Journalismus richtig gemeinnützig?

  22. MDR.DE: Kolumne: Das Altpapier am 15. Mai 2024 – Wann wird Journalismus richtig gemeinnützig?

    Dem Anti-Fake-News-Blog "Volksverpetzer" wurde die Gemeinnützigkeit entzogen, was erneut eine Debatte über die aktuell unklare Rechtslage von gemeinnützigen Medien auslöst.
    Kolumne: Das Altpapier am 15. Mai 2024 – Wann wird Journalismus richtig gemeinnützig?

  23. MDR.DE: Kolumne: Das Altpapier am 15. Mai 2024 – Wann wird Journalismus richtig gemeinnützig?

    Dem Anti-Fake-News-Blog "Volksverpetzer" wurde die Gemeinnützigkeit entzogen, was erneut eine Debatte über die aktuell unklare Rechtslage von gemeinnützigen Medien auslöst.
    Kolumne: Das Altpapier am 15. Mai 2024 – Wann wird Journalismus richtig gemeinnützig?

  24. MDR.DE: Kolumne: Das Altpapier am 15. Mai 2024 – Wann wird Journalismus richtig gemeinnützig?

    Dem Anti-Fake-News-Blog "Volksverpetzer" wurde die Gemeinnützigkeit entzogen, was erneut eine Debatte über die aktuell unklare Rechtslage von gemeinnützigen Medien auslöst.
    Kolumne: Das Altpapier am 15. Mai 2024 – Wann wird Journalismus richtig gemeinnützig?

  25. MDR.DE: Kolumne: Das Altpapier am 15. Mai 2024 – Wann wird Journalismus richtig gemeinnützig?

    Dem Anti-Fake-News-Blog "Volksverpetzer" wurde die Gemeinnützigkeit entzogen, was erneut eine Debatte über die aktuell unklare Rechtslage von gemeinnützigen Medien auslöst.
    Kolumne: Das Altpapier am 15. Mai 2024 – Wann wird Journalismus richtig gemeinnützig?

  26. Altpapier: Kolumne: Das Altpapier am 9. April 2024 – Wie einst Franz Alt und Bednarz

    Das jüngste ÖRR-Manifest überzeugt kaum jemanden richtig. Und setzt vielleicht gerade deshalb tatsächlich eine Debatte in Gang. Die ARD-Radios wollen Champions League-Fußballspiele, aber auch Opern live übertragen.
    Kolumne: Das Altpapier am 9. April 2024 – Wie einst Franz Alt und Bednarz

  27. Altpapier: Kolumne: Das Altpapier am 9. April 2024 – Wie einst Franz Alt und Bednarz

    Das jüngste ÖRR-Manifest überzeugt kaum jemanden richtig. Und setzt vielleicht gerade deshalb tatsächlich eine Debatte in Gang. Die ARD-Radios wollen Champions League-Fußballspiele, aber auch Opern live übertragen.
    Kolumne: Das Altpapier am 9. April 2024 – Wie einst Franz Alt und Bednarz

  28. Altpapier: Kolumne: Das Altpapier am 9. April 2024 – Wie einst Franz Alt und Bednarz

    Das jüngste ÖRR-Manifest überzeugt kaum jemanden richtig. Und setzt vielleicht gerade deshalb tatsächlich eine Debatte in Gang. Die ARD-Radios wollen Champions League-Fußballspiele, aber auch Opern live übertragen.
    Kolumne: Das Altpapier am 9. April 2024 – Wie einst Franz Alt und Bednarz

  29. Das Altpapier: Ironie der Lokalgeschichte

    Woran ist das Online-Magazin "Karla" gescheitert? An den Stiftungen, am schwierigen Markt, an zu hohen Ansprüchen? Oder vielleicht auch an eigenen Fehlern?
    Kolumne: Das Altpapier am 30. November 2023 – Ironie der Lokalgeschichte

  30. Das Altpapier: Ironie der Lokalgeschichte

    Woran ist das Online-Magazin "Karla" gescheitert? An den Stiftungen, am schwierigen Markt, an zu hohen Ansprüchen? Oder vielleicht auch an eigenen Fehlern?
    Kolumne: Das Altpapier am 30. November 2023 – Ironie der Lokalgeschichte

  31. Altpapier: Kolumne: Die Quadratur des Ein-Zeitungs-Kreises

    Braucht es einfach mehr Geld, um den Lokaljournalismus zu retten? Und warum haben wir dann nicht längst eine Förderung? Immerhin auf die zweite Frage gibt es jetzt eine Antwort.
    Kolumne: Das Altpapier am 17. November 2023 – Die Quadratur des Ein-Zeitungs-Kreises

  32. Altpapier: Kolumne: Die Quadratur des Ein-Zeitungs-Kreises

    Braucht es einfach mehr Geld, um den Lokaljournalismus zu retten? Und warum haben wir dann nicht längst eine Förderung? Immerhin auf die zweite Frage gibt es jetzt eine Antwort.
    Kolumne: Das Altpapier am 17. November 2023 – Die Quadratur des Ein-Zeitungs-Kreises

  33. Das Altpapier: Medienkritik muss Machmechanismen hinterfragen

    Im Journalismus fehlt es in der Breite weiterhin an Faktenwissen zur Klimakrise. Noch größer sind die Schwächen allerdings in der Berichterstattung über Inklusion.
    Kolumne: Das Altpapier am 6. September 2023

  34. Das Altpapier: Medienkritik muss Machmechanismen hinterfragen

    Im Journalismus fehlt es in der Breite weiterhin an Faktenwissen zur Klimakrise. Noch größer sind die Schwächen allerdings in der Berichterstattung über Inklusion.
    Kolumne: Das Altpapier am 6. September 2023

  35. Keine Gewinner ausser Rüstungsindustrie

    Die sozialdemokratischen Kolleg*inn*en vom ipg-journal veröffentlichen eine zuerst in El Pais erschienene Analyse von Monica Hirst und Juan Gabriel Tokatlian: “Globale Spaltung – Mit einer Friedensinitiative plant Brasilien den Krieg in der Ukraine zu stoppen. Diese wird vom Westen verurteilt und vom Süden gefeiert.” Autorin und Autor referieren […]

    https://extradienst.net/2023/06/28/keine-gewinner-ausser-ruestungsindustrie/