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  1. Australiens Social-Media-Bann für Unter-16-Jährige ist wirkungslos — wen wundert's. Zwei Wochen ohne asoziale Medien und man ist kognitiv zehn Jahre jünger? Gunnar Sohn über die vermietete Öffentlichkeit und digitale Hausmeister, Carla Siepmann über das sterbende Internet #Kuratiert #SocialMedia

    stefanpfeiffer.blog/2026/05/13

  2. Jugendschutz per Verbotsschild, Detox per Studie, digitaler Hausmeister per KI — willkommen in Social Media 2026

    Themen rund um die asozialen, algorithmischen Medien kuratiert: Das Social Media-Verbot in Australien wirkt wie von fast allen Experten erwartet nicht. Das wird die Europäer nicht davon abhalten, es auch zu versuchen. Lars hat ja ein Verbot noch in dieser Legislaturperiode in Deutschland vorhergesagt. Zwei Wochen Social-Media-Pause und man ist kognitiv zehn Jahre jünger? Klingt zu gut … Gunnar philosophiert über die vermietete Öffentlichkeit und Carla über die Entmenschlichung des Netzes. Alles gewürzt mit dem zumindest vorläufigen Ende meines #60Sekunden-Projekts.

    Kuratiert: Warum ich das #60Sekunden‑Projekt vorläufig stoppe

    Diese Kuratiert‑Folge rund um asoziale, algorithmische Medien beginnt ausnahmsweise mit einem Thema in eigener Sache: Mein #60Sekunden‑Experiment auf TikTok, Instagram und YouTube, wo ich regelmäßig meine Blogbeiträge in kurze Videos transformiert habe, pausiert vorerst.

    Nicht, weil mir die Themen ausgegangen wären oder die Lust, junge Menschen mit digitalen und politischen Inhalten zu erreichen. Sondern weil mir ein Abonnement von CapCut, das ich als zentrale Produktionsplattform genutzt habe, für ein experimentelles, nicht monetarisiertes Projekt schlicht zu teuer ist. ByteDance hat wohl die Preise geändert und ich kann nicht nur Coins hinzukommen, sondern müsste besagtes Abo abschließen. Sehr schade. Leider habe ich auch keine Alternative gefunden, die meiner Produktionsweise entgegenkommt.

    Jugendschutz per Bann: Australiens Social‑Media‑Verbot für Unter‑16‑Jährige

    Australien hat es vorgemacht, europäische Politiker jubelten — und Golem berichtet jetzt über das Erwartbare: Der seit Dezember 2025 geltende Social-Media-Bann für unter 16-Jährige ist weitgehend wirkungslos. Wer ein falsches Geburtsjahr einträgt, ist einfach drin. Das ist kein Versagen der Umsetzung, das ist das Konzept. Jugendschutz per Altersgrenze funktioniert im digitalen Raum genauso gut wie Tempolimit nur per Straßenschild — es beruhigt die Politik, nicht die Straße.

    Das wird europäische Regierungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht davon abhalten, es auch mit einem Verbot zu versuchen. Europa diskutiert Ausweiskontrollen und Mindestalter, während die eigentliche Baustelle — wie Plattformen strukturell auf Sucht ausgelegt sind und viel strenger reguliert werden müssten — politisch weitgehend unangetastet bleibt. Symbolpolitik ist billiger als Regulierung. Und Trump könnte ja Zölle verhängen.

    Social‑Media‑Detox: Zwei Wochen gegen zehn Jahre kognitiven Abbau?

    Die Washington Post berichtet über eine Studie, bei deren Ergebnis man sich die Augen reibt: Wer zwei Wochen weniger scrollt, soll laut Studie kognitiv so fit werden wie jemand, der zehn Jahre jünger ist. Kann man Schäden durch Social-Media-Nutzung also rückgängig machen? Das klingt nach Clickbait-Wissenschaft — und man sollte es mit der nötigen Skepsis einordnen.

    Trotzdem: Dass deutlich weniger Bildschirmzeit Aufmerksamkeit, Schlaf und mentale Gesundheit verbessert, ist eigentlich keine Überraschung mehr. Die Überraschung ist, wie stark die Effekte offenbar ausfallen. Wir reden ernsthaft darüber, dass Selbst-Entzug gesünder macht. Und die Plattformen verdienen ihr Geld damit, dass Menschen nicht aufhören können. Individuelle Gegenwehr gegen ein System, das darauf ausgelegt ist, genau das zu verhindern? Ob das gelingen kann? Individuell ja, in der Breite sicher nicht.

    Die vermietete Öffentlichkeit und der Daumen des Admins

    Passend dazu beschreibt Gunnar Sohn auf ichsagmal.com die „vermietete Öffentlichkeit“. Die alte Medienfrage lautete demnach: Wer spricht? Die neue lautet: Wem gehört der Raum, in dem gesprochen wird? Zwischen diesen beiden Sätzen liegt der ganze Verlust der digitalen Öffentlichkeit – vom versprochenen „Kaffeehaus auf Social Media“ hin zu Algorithmen, Aufmerksamkeitsökonomie, Hausordnungen, Zugriffszählern, Werbeauktionen und Moderationsnebel – oder gar keiner Moderation, weil das ja laut Trump und seinen Freunden Zensur ist.

    Öffentlichkeit ist nicht offen, nicht neutral, sondern privatisiert auf Twitter/X, Meta, LinkedIn, aber auch Mastodon‑Instanzen. Aus Debatte wird Traffic, aus Bürgern wird Nutzungsverhalten, meint Gunnar, und moniert, dass aus Betreibern Hausmeister mit Generalschlüssel werden, die per AGB und Admin‑Interface entscheiden, was und wer sichtbar ist und wer nicht.

    Ein wichtiger Unterschied fällt mir unter den Tisch: Bei den asozialen, algorithmischen chinesischen und US-amerikanischen Plattformen ist Moderation gar nicht gewollt. Im Fediverse und auf Mastodon wird zumindest moderiert, auch wenn es manchem nicht gefällt, wie und was moderiert wird. Und dezentrale Strukturen sorgen auf jeden Fall für mehr Vielfalt.

    Der Kernaussage von Gunnar zu Medienpolitik und digitaler Öffentlichkeit stimme ich zu: Es reicht nicht, von der einen zur anderen Plattform zu wechseln. Entscheidend ist, eigene Räume und Ausgänge zu behalten – Blogs, Newsletter, eigene Websites – statt sich vollständig in vermieteten Öffentlichkeiten einzurichten.

    „Das Internet stirbt“: Entmenschlichung vor und mit KI

    An Gunnar anschließend: Das Internet, von dem wir in den Neunzigern und Nullerjahren geträumt haben, existiert nicht mehr. Nicht weil die Technik versagt hätte, sondern weil das Geschäftsmodell es aufgefressen hat, schreibt Carla Siepmann auf netzpolitik.org. KI ist dabei nicht der Auslöser, sondern der Beschleuniger — die Entmenschlichung sozialer Medien begann mit Engagement-Metriken, algorithmischer Aufmerksamkeitsjagd und dem Umbau von Kommunikation in Werbe-Inventar. KI setzt das jetzt in anderen Geschwindigkeiten fort.

    Was bleibt, ist ein Feed, in dem echte menschliche Kommunikation kaum noch stattfindet. Ich schreibe seit über 17 Jahren Blog — und ich merke selbst, wie der Anteil authentischer Interaktion in sozialen Netzwerken abnimmt, während die schiere Menge an Inhalten zunimmt. Das Internet stirbt nicht an einem Herzinfarkt. Es stirbt daran, dass es systematisch optimiert und monetarisiert wurde, so dass nicht viel Menschliches mehr übrig ist. Klick as klick can, scroll as scroll can.

    Zuckerberg im Doppelpack: Der KI‑Avatar als Chef‑Double

    Apropos Entmenschlichung: Meta entwickelt laut manager magazin einen fotorealistischen KI-Avatar von Mark Zuckerberg — trainiert auf seine Stimme, seine Formulierungen, seine öffentlich geäußerten Strategien. Er soll als digitaler Zwilling intern mit Mitarbeitenden kommunizieren. Mark hat ja schließlich nicht für alle Zeit und die Mitarbeitenden gehören eingenordet.

    Das ist mehr als ein Effizienz-Experiment. Es ist die konsequente Verlängerung einer Plattformlogik, die Kommunikation schon lange von Verantwortung entkoppelt. Zuckerberg kann nicht überall sein — sein Avatar schon. Ob der digitale Zwilling richtig oder falsch liegt, falsch entscheidet oder falsch wirkt: Who cares? Das Zuckerberg-Double ist nicht das Ende dieser Logik, sondern erst ihr Anfang. Konzernchefs heute, Influencer morgen, Politiker übermorgen.

    Der von Gunnar postulierte Hausmeister Krause ist bald ein digitaler Zwilling, ein KI-gesteuerter Hausmeister. Von Alles für den Dackel, alles für den Club zu Alles für die Klickraten, alles für die Werbeeinnahmen von Zuckerberg und Konsorten. Und das voll automatisiert, agentisch.

    Nachtrag zum #60Sekunden‑Projekt: Was bleibt?

    Damit sind wir wieder beim #60Sekunden‑Projekt: Der Versuch, in genau diesen durch den Algorithmus gesteuerten Feeds – TikTok, Insta, YouTube – digitale Themen, Demokratie‑Fragen und Medienkritik in 60 Sekunden unterzubringen. Inhaltlich habe ich viel gelernt: Welche Themen funktionieren, wie stark man zuspitzen muss, wie sich Blog‑Texte in Videoform übersetzen lassen und wie unterschiedlich die Plattformen auf denselben Inhalt reagieren. Jetzt steht das Projekt vorerst still.

    Vielleicht ist genau das die kuratierte Botschaft dieser Folge: Wer heute junge Menschen erreichen will, muss durch Plattformen navigieren, die gleichzeitig problematisch, gesundheitlich belastend, politisch umkämpft und zunehmend automatisiert sind – und deren Tools einen immer höheren Preis verlangen. Die Frage ist nicht, ob wir dort präsent sein sollten, sondern wie lange wir es uns leisten können: ökonomisch, gesundheitlich und demokratisch.

    Good to know: Wie ich mit CapCut gearbeitet habe

    Mein Workflow in CapCut war im Kern simpel, aber für mich entscheidend: Erst entstand ein Voice-over-Text — meistens aus einem Blogbeitrag oder einer #9vor9-Folge heraus, von einer KI auf 60 Sekunden zugespitzt. Den fertigen Text habe ich dann in CapCuts Funktion „mit KI erstellen“ eingefügt, Format 9:16 gewählt, Länge rund 60 Sekunden, Stil „Black&White Comic“ oder „Noir Comic“ in Schwarz-Weiß, dazu eine passende deutsche KI-Stimme. CapCut hat daraus automatisch ein Kurzvideo gebaut — Text, generierte Szenen, Voice-over. Danach bin ich noch einmal durch, habe offensichtliche Fehler korrigiert, einzelne Szenen angepasst, und fertig.

    Genau diese Automatisierung war der Grund, warum das Projekt für mich überhaupt machbar war. Ohne diesen Grad an KI-Unterstützung wäre der Zeitaufwand für regelmäßige Kurzvideos nicht zu stemmen — nicht neben Blog, Podcast und Job. Dass das Experiment jetzt ausgerechnet am Preis von CapCut scheitert, hat eine gewisse Ironie: Die Plattformökonomie, über die ich in meinen Videos geredet habe, hat mich selbst eingeholt.

    Quellen (Auswahl)

    #60Sekunden #Bloggen #CapCut #DigitalDetox #Facebook #Fediverse #Instagram #Internet #Journalismus #Jugendschutz #KI #Kuratiert #LinkedIn #Mastodon #Meta #PlattformÖkonomie #Smartphone #SocialMedia #TikTok #Video #YouTube #Zuckerberg
  3. Jugendschutz per Verbotsschild, Detox per Studie, digitaler Hausmeister per KI — willkommen in Social Media 2026

    Themen rund um die asozialen, algorithmischen Medien kuratiert: Das Social Media-Verbot in Australien wirkt wie von fast allen Experten erwartet nicht. Das wird die Europäer nicht davon abhalten, es auch zu versuchen. Lars hat ja ein Verbot noch in dieser Legislaturperiode in Deutschland vorhergesagt. Zwei Wochen Social-Media-Pause und man ist kognitiv zehn Jahre jünger? Klingt zu gut … Gunnar philosophiert über die vermietete Öffentlichkeit und Carla über die Entmenschlichung des Netzes. Alles gewürzt mit dem zumindest vorläufigen Ende meines #60Sekunden-Projekts.

    Kuratiert: Warum ich das #60Sekunden‑Projekt vorläufig stoppe

    Diese Kuratiert‑Folge rund um asoziale, algorithmische Medien beginnt ausnahmsweise mit einem Thema in eigener Sache: Mein #60Sekunden‑Experiment auf TikTok, Instagram und YouTube, wo ich regelmäßig meine Blogbeiträge in kurze Videos transformiert habe, pausiert vorerst.

    Nicht, weil mir die Themen ausgegangen wären oder die Lust, junge Menschen mit digitalen und politischen Inhalten zu erreichen. Sondern weil mir ein Abonnement von CapCut, das ich als zentrale Produktionsplattform genutzt habe, für ein experimentelles, nicht monetarisiertes Projekt schlicht zu teuer ist. ByteDance hat wohl die Preise geändert und ich kann nicht nur Coins hinzukommen, sondern müsste besagtes Abo abschließen. Sehr schade. Leider habe ich auch keine Alternative gefunden, die meiner Produktionsweise entgegenkommt.

    Jugendschutz per Bann: Australiens Social‑Media‑Verbot für Unter‑16‑Jährige

    Australien hat es vorgemacht, europäische Politiker jubelten — und Golem berichtet jetzt über das Erwartbare: Der seit Dezember 2025 geltende Social-Media-Bann für unter 16-Jährige ist weitgehend wirkungslos. Wer ein falsches Geburtsjahr einträgt, ist einfach drin. Das ist kein Versagen der Umsetzung, das ist das Konzept. Jugendschutz per Altersgrenze funktioniert im digitalen Raum genauso gut wie Tempolimit nur per Straßenschild — es beruhigt die Politik, nicht die Straße.

    Das wird europäische Regierungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht davon abhalten, es auch mit einem Verbot zu versuchen. Europa diskutiert Ausweiskontrollen und Mindestalter, während die eigentliche Baustelle — wie Plattformen strukturell auf Sucht ausgelegt sind und viel strenger reguliert werden müssten — politisch weitgehend unangetastet bleibt. Symbolpolitik ist billiger als Regulierung. Und Trump könnte ja Zölle verhängen.

    Social‑Media‑Detox: Zwei Wochen gegen zehn Jahre kognitiven Abbau?

    Die Washington Post berichtet über eine Studie, bei deren Ergebnis man sich die Augen reibt: Wer zwei Wochen weniger scrollt, soll laut Studie kognitiv so fit werden wie jemand, der zehn Jahre jünger ist. Kann man Schäden durch Social-Media-Nutzung also rückgängig machen? Das klingt nach Clickbait-Wissenschaft — und man sollte es mit der nötigen Skepsis einordnen.

    Trotzdem: Dass deutlich weniger Bildschirmzeit Aufmerksamkeit, Schlaf und mentale Gesundheit verbessert, ist eigentlich keine Überraschung mehr. Die Überraschung ist, wie stark die Effekte offenbar ausfallen. Wir reden ernsthaft darüber, dass Selbst-Entzug gesünder macht. Und die Plattformen verdienen ihr Geld damit, dass Menschen nicht aufhören können. Individuelle Gegenwehr gegen ein System, das darauf ausgelegt ist, genau das zu verhindern? Ob das gelingen kann? Individuell ja, in der Breite sicher nicht.

    Die vermietete Öffentlichkeit und der Daumen des Admins

    Passend dazu beschreibt Gunnar Sohn auf ichsagmal.com die „vermietete Öffentlichkeit“. Die alte Medienfrage lautete demnach: Wer spricht? Die neue lautet: Wem gehört der Raum, in dem gesprochen wird? Zwischen diesen beiden Sätzen liegt der ganze Verlust der digitalen Öffentlichkeit – vom versprochenen „Kaffeehaus auf Social Media“ hin zu Algorithmen, Aufmerksamkeitsökonomie, Hausordnungen, Zugriffszählern, Werbeauktionen und Moderationsnebel – oder gar keiner Moderation, weil das ja laut Trump und seinen Freunden Zensur ist.

    Öffentlichkeit ist nicht offen, nicht neutral, sondern privatisiert auf Twitter/X, Meta, LinkedIn, aber auch Mastodon‑Instanzen. Aus Debatte wird Traffic, aus Bürgern wird Nutzungsverhalten, meint Gunnar, und moniert, dass aus Betreibern Hausmeister mit Generalschlüssel werden, die per AGB und Admin‑Interface entscheiden, was und wer sichtbar ist und wer nicht.

    Ein wichtiger Unterschied fällt mir unter den Tisch: Bei den asozialen, algorithmischen chinesischen und US-amerikanischen Plattformen ist Moderation gar nicht gewollt. Im Fediverse und auf Mastodon wird zumindest moderiert, auch wenn es manchem nicht gefällt, wie und was moderiert wird. Und dezentrale Strukturen sorgen auf jeden Fall für mehr Vielfalt.

    Der Kernaussage von Gunnar zu Medienpolitik und digitaler Öffentlichkeit stimme ich zu: Es reicht nicht, von der einen zur anderen Plattform zu wechseln. Entscheidend ist, eigene Räume und Ausgänge zu behalten – Blogs, Newsletter, eigene Websites – statt sich vollständig in vermieteten Öffentlichkeiten einzurichten.

    „Das Internet stirbt“: Entmenschlichung vor und mit KI

    An Gunnar anschließend: Das Internet, von dem wir in den Neunzigern und Nullerjahren geträumt haben, existiert nicht mehr. Nicht weil die Technik versagt hätte, sondern weil das Geschäftsmodell es aufgefressen hat, schreibt Carla Siepmann auf netzpolitik.org. KI ist dabei nicht der Auslöser, sondern der Beschleuniger — die Entmenschlichung sozialer Medien begann mit Engagement-Metriken, algorithmischer Aufmerksamkeitsjagd und dem Umbau von Kommunikation in Werbe-Inventar. KI setzt das jetzt in anderen Geschwindigkeiten fort.

    Was bleibt, ist ein Feed, in dem echte menschliche Kommunikation kaum noch stattfindet. Ich schreibe seit über 17 Jahren Blog — und ich merke selbst, wie der Anteil authentischer Interaktion in sozialen Netzwerken abnimmt, während die schiere Menge an Inhalten zunimmt. Das Internet stirbt nicht an einem Herzinfarkt. Es stirbt daran, dass es systematisch optimiert und monetarisiert wurde, so dass nicht viel Menschliches mehr übrig ist. Klick as klick can, scroll as scroll can.

    Zuckerberg im Doppelpack: Der KI‑Avatar als Chef‑Double

    Apropos Entmenschlichung: Meta entwickelt laut manager magazin einen fotorealistischen KI-Avatar von Mark Zuckerberg — trainiert auf seine Stimme, seine Formulierungen, seine öffentlich geäußerten Strategien. Er soll als digitaler Zwilling intern mit Mitarbeitenden kommunizieren. Mark hat ja schließlich nicht für alle Zeit und die Mitarbeitenden gehören eingenordet.

    Das ist mehr als ein Effizienz-Experiment. Es ist die konsequente Verlängerung einer Plattformlogik, die Kommunikation schon lange von Verantwortung entkoppelt. Zuckerberg kann nicht überall sein — sein Avatar schon. Ob der digitale Zwilling richtig oder falsch liegt, falsch entscheidet oder falsch wirkt: Who cares? Das Zuckerberg-Double ist nicht das Ende dieser Logik, sondern erst ihr Anfang. Konzernchefs heute, Influencer morgen, Politiker übermorgen.

    Der von Gunnar postulierte Hausmeister Krause ist bald ein digitaler Zwilling, ein KI-gesteuerter Hausmeister. Von Alles für den Dackel, alles für den Club zu Alles für die Klickraten, alles für die Werbeeinnahmen von Zuckerberg und Konsorten. Und das voll automatisiert, agentisch.

    Nachtrag zum #60Sekunden‑Projekt: Was bleibt?

    Damit sind wir wieder beim #60Sekunden‑Projekt: Der Versuch, in genau diesen durch den Algorithmus gesteuerten Feeds – TikTok, Insta, YouTube – digitale Themen, Demokratie‑Fragen und Medienkritik in 60 Sekunden unterzubringen. Inhaltlich habe ich viel gelernt: Welche Themen funktionieren, wie stark man zuspitzen muss, wie sich Blog‑Texte in Videoform übersetzen lassen und wie unterschiedlich die Plattformen auf denselben Inhalt reagieren. Jetzt steht das Projekt vorerst still.

    Vielleicht ist genau das die kuratierte Botschaft dieser Folge: Wer heute junge Menschen erreichen will, muss durch Plattformen navigieren, die gleichzeitig problematisch, gesundheitlich belastend, politisch umkämpft und zunehmend automatisiert sind – und deren Tools einen immer höheren Preis verlangen. Die Frage ist nicht, ob wir dort präsent sein sollten, sondern wie lange wir es uns leisten können: ökonomisch, gesundheitlich und demokratisch.

    https://youtube.com/shorts/V6SEGeC3Zn4?feature=share

    Good to know: Wie ich mit CapCut gearbeitet habe

    Mein Workflow in CapCut war im Kern simpel, aber für mich entscheidend: Erst entstand ein Voice-over-Text — meistens aus einem Blogbeitrag oder einer #9vor9-Folge heraus, von einer KI auf 60 Sekunden zugespitzt. Den fertigen Text habe ich dann in CapCuts Funktion „mit KI erstellen“ eingefügt, Format 9:16 gewählt, Länge rund 60 Sekunden, Stil „Black&White Comic“ oder „Noir Comic“ in Schwarz-Weiß, dazu eine passende deutsche KI-Stimme. CapCut hat daraus automatisch ein Kurzvideo gebaut — Text, generierte Szenen, Voice-over. Danach bin ich noch einmal durch, habe offensichtliche Fehler korrigiert, einzelne Szenen angepasst, und fertig.

    Genau diese Automatisierung war der Grund, warum das Projekt für mich überhaupt machbar war. Ohne diesen Grad an KI-Unterstützung wäre der Zeitaufwand für regelmäßige Kurzvideos nicht zu stemmen — nicht neben Blog, Podcast und Job. Dass das Experiment jetzt ausgerechnet am Preis von CapCut scheitert, hat eine gewisse Ironie: Die Plattformökonomie, über die ich in meinen Videos geredet habe, hat mich selbst eingeholt.

    Quellen (Auswahl)

    #60Sekunden #Bloggen #CapCut #DigitalDetox #Facebook #Fediverse #Instagram #Internet #Journalismus #Jugendschutz #KI #Kuratiert #LinkedIn #Mastodon #Meta #PlattformÖkonomie #Smartphone #SocialMedia #TikTok #Video #YouTube #Zuckerberg
  4. Jugendschutz per Verbotsschild, Detox per Studie, digitaler Hausmeister per KI — willkommen in Social Media 2026

    Themen rund um die asozialen, algorithmischen Medien kuratiert: Das Social Media-Verbot in Australien wirkt wie von fast allen Experten erwartet nicht. Das wird die Europäer nicht davon abhalten, es auch zu versuchen. Lars hat ja ein Verbot noch in dieser Legislaturperiode in Deutschland vorhergesagt. Zwei Wochen Social-Media-Pause und man ist kognitiv zehn Jahre jünger? Klingt zu gut … Gunnar philosophiert über die vermietete Öffentlichkeit und Carla über die Entmenschlichung des Netzes. Alles gewürzt mit dem zumindest vorläufigen Ende meines #60Sekunden-Projekts.

    Kuratiert: Warum ich das #60Sekunden‑Projekt vorläufig stoppe

    Diese Kuratiert‑Folge rund um asoziale, algorithmische Medien beginnt ausnahmsweise mit einem Thema in eigener Sache: Mein #60Sekunden‑Experiment auf TikTok, Instagram und YouTube, wo ich regelmäßig meine Blogbeiträge in kurze Videos transformiert habe, pausiert vorerst.

    Nicht, weil mir die Themen ausgegangen wären oder die Lust, junge Menschen mit digitalen und politischen Inhalten zu erreichen. Sondern weil mir ein Abonnement von CapCut, das ich als zentrale Produktionsplattform genutzt habe, für ein experimentelles, nicht monetarisiertes Projekt schlicht zu teuer ist. ByteDance hat wohl die Preise geändert und ich kann nicht nur Coins hinzukommen, sondern müsste besagtes Abo abschließen. Sehr schade. Leider habe ich auch keine Alternative gefunden, die meiner Produktionsweise entgegenkommt.

    Jugendschutz per Bann: Australiens Social‑Media‑Verbot für Unter‑16‑Jährige

    Australien hat es vorgemacht, europäische Politiker jubelten — und Golem berichtet jetzt über das Erwartbare: Der seit Dezember 2025 geltende Social-Media-Bann für unter 16-Jährige ist weitgehend wirkungslos. Wer ein falsches Geburtsjahr einträgt, ist einfach drin. Das ist kein Versagen der Umsetzung, das ist das Konzept. Jugendschutz per Altersgrenze funktioniert im digitalen Raum genauso gut wie Tempolimit nur per Straßenschild — es beruhigt die Politik, nicht die Straße.

    Das wird europäische Regierungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht davon abhalten, es auch mit einem Verbot zu versuchen. Europa diskutiert Ausweiskontrollen und Mindestalter, während die eigentliche Baustelle — wie Plattformen strukturell auf Sucht ausgelegt sind und viel strenger reguliert werden müssten — politisch weitgehend unangetastet bleibt. Symbolpolitik ist billiger als Regulierung. Und Trump könnte ja Zölle verhängen.

    Social‑Media‑Detox: Zwei Wochen gegen zehn Jahre kognitiven Abbau?

    Die Washington Post berichtet über eine Studie, bei deren Ergebnis man sich die Augen reibt: Wer zwei Wochen weniger scrollt, soll laut Studie kognitiv so fit werden wie jemand, der zehn Jahre jünger ist. Kann man Schäden durch Social-Media-Nutzung also rückgängig machen? Das klingt nach Clickbait-Wissenschaft — und man sollte es mit der nötigen Skepsis einordnen.

    Trotzdem: Dass deutlich weniger Bildschirmzeit Aufmerksamkeit, Schlaf und mentale Gesundheit verbessert, ist eigentlich keine Überraschung mehr. Die Überraschung ist, wie stark die Effekte offenbar ausfallen. Wir reden ernsthaft darüber, dass Selbst-Entzug gesünder macht. Und die Plattformen verdienen ihr Geld damit, dass Menschen nicht aufhören können. Individuelle Gegenwehr gegen ein System, das darauf ausgelegt ist, genau das zu verhindern? Ob das gelingen kann? Individuell ja, in der Breite sicher nicht.

    Die vermietete Öffentlichkeit und der Daumen des Admins

    Passend dazu beschreibt Gunnar Sohn auf ichsagmal.com die „vermietete Öffentlichkeit“. Die alte Medienfrage lautete demnach: Wer spricht? Die neue lautet: Wem gehört der Raum, in dem gesprochen wird? Zwischen diesen beiden Sätzen liegt der ganze Verlust der digitalen Öffentlichkeit – vom versprochenen „Kaffeehaus auf Social Media“ hin zu Algorithmen, Aufmerksamkeitsökonomie, Hausordnungen, Zugriffszählern, Werbeauktionen und Moderationsnebel – oder gar keiner Moderation, weil das ja laut Trump und seinen Freunden Zensur ist.

    Öffentlichkeit ist nicht offen, nicht neutral, sondern privatisiert auf Twitter/X, Meta, LinkedIn, aber auch Mastodon‑Instanzen. Aus Debatte wird Traffic, aus Bürgern wird Nutzungsverhalten, meint Gunnar, und moniert, dass aus Betreibern Hausmeister mit Generalschlüssel werden, die per AGB und Admin‑Interface entscheiden, was und wer sichtbar ist und wer nicht.

    Ein wichtiger Unterschied fällt mir unter den Tisch: Bei den asozialen, algorithmischen chinesischen und US-amerikanischen Plattformen ist Moderation gar nicht gewollt. Im Fediverse und auf Mastodon wird zumindest moderiert, auch wenn es manchem nicht gefällt, wie und was moderiert wird. Und dezentrale Strukturen sorgen auf jeden Fall für mehr Vielfalt.

    Der Kernaussage von Gunnar zu Medienpolitik und digitaler Öffentlichkeit stimme ich zu: Es reicht nicht, von der einen zur anderen Plattform zu wechseln. Entscheidend ist, eigene Räume und Ausgänge zu behalten – Blogs, Newsletter, eigene Websites – statt sich vollständig in vermieteten Öffentlichkeiten einzurichten.

    „Das Internet stirbt“: Entmenschlichung vor und mit KI

    An Gunnar anschließend: Das Internet, von dem wir in den Neunzigern und Nullerjahren geträumt haben, existiert nicht mehr. Nicht weil die Technik versagt hätte, sondern weil das Geschäftsmodell es aufgefressen hat, schreibt Carla Siepmann auf netzpolitik.org. KI ist dabei nicht der Auslöser, sondern der Beschleuniger — die Entmenschlichung sozialer Medien begann mit Engagement-Metriken, algorithmischer Aufmerksamkeitsjagd und dem Umbau von Kommunikation in Werbe-Inventar. KI setzt das jetzt in anderen Geschwindigkeiten fort.

    Was bleibt, ist ein Feed, in dem echte menschliche Kommunikation kaum noch stattfindet. Ich schreibe seit über 17 Jahren Blog — und ich merke selbst, wie der Anteil authentischer Interaktion in sozialen Netzwerken abnimmt, während die schiere Menge an Inhalten zunimmt. Das Internet stirbt nicht an einem Herzinfarkt. Es stirbt daran, dass es systematisch optimiert und monetarisiert wurde, so dass nicht viel Menschliches mehr übrig ist. Klick as klick can, scroll as scroll can.

    Zuckerberg im Doppelpack: Der KI‑Avatar als Chef‑Double

    Apropos Entmenschlichung: Meta entwickelt laut manager magazin einen fotorealistischen KI-Avatar von Mark Zuckerberg — trainiert auf seine Stimme, seine Formulierungen, seine öffentlich geäußerten Strategien. Er soll als digitaler Zwilling intern mit Mitarbeitenden kommunizieren. Mark hat ja schließlich nicht für alle Zeit und die Mitarbeitenden gehören eingenordet.

    Das ist mehr als ein Effizienz-Experiment. Es ist die konsequente Verlängerung einer Plattformlogik, die Kommunikation schon lange von Verantwortung entkoppelt. Zuckerberg kann nicht überall sein — sein Avatar schon. Ob der digitale Zwilling richtig oder falsch liegt, falsch entscheidet oder falsch wirkt: Who cares? Das Zuckerberg-Double ist nicht das Ende dieser Logik, sondern erst ihr Anfang. Konzernchefs heute, Influencer morgen, Politiker übermorgen.

    Der von Gunnar postulierte Hausmeister Krause ist bald ein digitaler Zwilling, ein KI-gesteuerter Hausmeister. Von Alles für den Dackel, alles für den Club zu Alles für die Klickraten, alles für die Werbeeinnahmen von Zuckerberg und Konsorten. Und das voll automatisiert, agentisch.

    Nachtrag zum #60Sekunden‑Projekt: Was bleibt?

    Damit sind wir wieder beim #60Sekunden‑Projekt: Der Versuch, in genau diesen durch den Algorithmus gesteuerten Feeds – TikTok, Insta, YouTube – digitale Themen, Demokratie‑Fragen und Medienkritik in 60 Sekunden unterzubringen. Inhaltlich habe ich viel gelernt: Welche Themen funktionieren, wie stark man zuspitzen muss, wie sich Blog‑Texte in Videoform übersetzen lassen und wie unterschiedlich die Plattformen auf denselben Inhalt reagieren. Jetzt steht das Projekt vorerst still.

    Vielleicht ist genau das die kuratierte Botschaft dieser Folge: Wer heute junge Menschen erreichen will, muss durch Plattformen navigieren, die gleichzeitig problematisch, gesundheitlich belastend, politisch umkämpft und zunehmend automatisiert sind – und deren Tools einen immer höheren Preis verlangen. Die Frage ist nicht, ob wir dort präsent sein sollten, sondern wie lange wir es uns leisten können: ökonomisch, gesundheitlich und demokratisch.

    Good to know: Wie ich mit CapCut gearbeitet habe

    Mein Workflow in CapCut war im Kern simpel, aber für mich entscheidend: Erst entstand ein Voice-over-Text — meistens aus einem Blogbeitrag oder einer #9vor9-Folge heraus, von einer KI auf 60 Sekunden zugespitzt. Den fertigen Text habe ich dann in CapCuts Funktion „mit KI erstellen“ eingefügt, Format 9:16 gewählt, Länge rund 60 Sekunden, Stil „Black&White Comic“ oder „Noir Comic“ in Schwarz-Weiß, dazu eine passende deutsche KI-Stimme. CapCut hat daraus automatisch ein Kurzvideo gebaut — Text, generierte Szenen, Voice-over. Danach bin ich noch einmal durch, habe offensichtliche Fehler korrigiert, einzelne Szenen angepasst, und fertig.

    Genau diese Automatisierung war der Grund, warum das Projekt für mich überhaupt machbar war. Ohne diesen Grad an KI-Unterstützung wäre der Zeitaufwand für regelmäßige Kurzvideos nicht zu stemmen — nicht neben Blog, Podcast und Job. Dass das Experiment jetzt ausgerechnet am Preis von CapCut scheitert, hat eine gewisse Ironie: Die Plattformökonomie, über die ich in meinen Videos geredet habe, hat mich selbst eingeholt.

    Quellen (Auswahl)

    #60Sekunden #Bloggen #CapCut #DigitalDetox #Facebook #Fediverse #Instagram #Internet #Journalismus #Jugendschutz #KI #Kuratiert #LinkedIn #Mastodon #Meta #PlattformÖkonomie #Smartphone #SocialMedia #TikTok #Video #YouTube #Zuckerberg
  5. Jugendschutz per Verbotsschild, Detox per Studie, digitaler Hausmeister per KI — willkommen in Social Media 2026

    Themen rund um die asozialen, algorithmischen Medien kuratiert: Das Social Media-Verbot in Australien wirkt wie von fast allen Experten erwartet nicht. Das wird die Europäer nicht davon abhalten, es auch zu versuchen. Lars hat ja ein Verbot noch in dieser Legislaturperiode in Deutschland vorhergesagt. Zwei Wochen Social-Media-Pause und man ist kognitiv zehn Jahre jünger? Klingt zu gut … Gunnar philosophiert über die vermietete Öffentlichkeit und Carla über die Entmenschlichung des Netzes. Alles gewürzt mit dem zumindest vorläufigen Ende meines #60Sekunden-Projekts.

    Kuratiert: Warum ich das #60Sekunden‑Projekt vorläufig stoppe

    Diese Kuratiert‑Folge rund um asoziale, algorithmische Medien beginnt ausnahmsweise mit einem Thema in eigener Sache: Mein #60Sekunden‑Experiment auf TikTok, Instagram und YouTube, wo ich regelmäßig meine Blogbeiträge in kurze Videos transformiert habe, pausiert vorerst.

    Nicht, weil mir die Themen ausgegangen wären oder die Lust, junge Menschen mit digitalen und politischen Inhalten zu erreichen. Sondern weil mir ein Abonnement von CapCut, das ich als zentrale Produktionsplattform genutzt habe, für ein experimentelles, nicht monetarisiertes Projekt schlicht zu teuer ist. ByteDance hat wohl die Preise geändert und ich kann nicht nur Coins hinzukommen, sondern müsste besagtes Abo abschließen. Sehr schade. Leider habe ich auch keine Alternative gefunden, die meiner Produktionsweise entgegenkommt.

    Jugendschutz per Bann: Australiens Social‑Media‑Verbot für Unter‑16‑Jährige

    Australien hat es vorgemacht, europäische Politiker jubelten — und Golem berichtet jetzt über das Erwartbare: Der seit Dezember 2025 geltende Social-Media-Bann für unter 16-Jährige ist weitgehend wirkungslos. Wer ein falsches Geburtsjahr einträgt, ist einfach drin. Das ist kein Versagen der Umsetzung, das ist das Konzept. Jugendschutz per Altersgrenze funktioniert im digitalen Raum genauso gut wie Tempolimit nur per Straßenschild — es beruhigt die Politik, nicht die Straße.

    Das wird europäische Regierungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht davon abhalten, es auch mit einem Verbot zu versuchen. Europa diskutiert Ausweiskontrollen und Mindestalter, während die eigentliche Baustelle — wie Plattformen strukturell auf Sucht ausgelegt sind und viel strenger reguliert werden müssten — politisch weitgehend unangetastet bleibt. Symbolpolitik ist billiger als Regulierung. Und Trump könnte ja Zölle verhängen.

    Social‑Media‑Detox: Zwei Wochen gegen zehn Jahre kognitiven Abbau?

    Die Washington Post berichtet über eine Studie, bei deren Ergebnis man sich die Augen reibt: Wer zwei Wochen weniger scrollt, soll laut Studie kognitiv so fit werden wie jemand, der zehn Jahre jünger ist. Kann man Schäden durch Social-Media-Nutzung also rückgängig machen? Das klingt nach Clickbait-Wissenschaft — und man sollte es mit der nötigen Skepsis einordnen.

    Trotzdem: Dass deutlich weniger Bildschirmzeit Aufmerksamkeit, Schlaf und mentale Gesundheit verbessert, ist eigentlich keine Überraschung mehr. Die Überraschung ist, wie stark die Effekte offenbar ausfallen. Wir reden ernsthaft darüber, dass Selbst-Entzug gesünder macht. Und die Plattformen verdienen ihr Geld damit, dass Menschen nicht aufhören können. Individuelle Gegenwehr gegen ein System, das darauf ausgelegt ist, genau das zu verhindern? Ob das gelingen kann? Individuell ja, in der Breite sicher nicht.

    Die vermietete Öffentlichkeit und der Daumen des Admins

    Passend dazu beschreibt Gunnar Sohn auf ichsagmal.com die „vermietete Öffentlichkeit“. Die alte Medienfrage lautete demnach: Wer spricht? Die neue lautet: Wem gehört der Raum, in dem gesprochen wird? Zwischen diesen beiden Sätzen liegt der ganze Verlust der digitalen Öffentlichkeit – vom versprochenen „Kaffeehaus auf Social Media“ hin zu Algorithmen, Aufmerksamkeitsökonomie, Hausordnungen, Zugriffszählern, Werbeauktionen und Moderationsnebel – oder gar keiner Moderation, weil das ja laut Trump und seinen Freunden Zensur ist.

    Öffentlichkeit ist nicht offen, nicht neutral, sondern privatisiert auf Twitter/X, Meta, LinkedIn, aber auch Mastodon‑Instanzen. Aus Debatte wird Traffic, aus Bürgern wird Nutzungsverhalten, meint Gunnar, und moniert, dass aus Betreibern Hausmeister mit Generalschlüssel werden, die per AGB und Admin‑Interface entscheiden, was und wer sichtbar ist und wer nicht.

    Ein wichtiger Unterschied fällt mir unter den Tisch: Bei den asozialen, algorithmischen chinesischen und US-amerikanischen Plattformen ist Moderation gar nicht gewollt. Im Fediverse und auf Mastodon wird zumindest moderiert, auch wenn es manchem nicht gefällt, wie und was moderiert wird. Und dezentrale Strukturen sorgen auf jeden Fall für mehr Vielfalt.

    Der Kernaussage von Gunnar zu Medienpolitik und digitaler Öffentlichkeit stimme ich zu: Es reicht nicht, von der einen zur anderen Plattform zu wechseln. Entscheidend ist, eigene Räume und Ausgänge zu behalten – Blogs, Newsletter, eigene Websites – statt sich vollständig in vermieteten Öffentlichkeiten einzurichten.

    „Das Internet stirbt“: Entmenschlichung vor und mit KI

    An Gunnar anschließend: Das Internet, von dem wir in den Neunzigern und Nullerjahren geträumt haben, existiert nicht mehr. Nicht weil die Technik versagt hätte, sondern weil das Geschäftsmodell es aufgefressen hat, schreibt Carla Siepmann auf netzpolitik.org. KI ist dabei nicht der Auslöser, sondern der Beschleuniger — die Entmenschlichung sozialer Medien begann mit Engagement-Metriken, algorithmischer Aufmerksamkeitsjagd und dem Umbau von Kommunikation in Werbe-Inventar. KI setzt das jetzt in anderen Geschwindigkeiten fort.

    Was bleibt, ist ein Feed, in dem echte menschliche Kommunikation kaum noch stattfindet. Ich schreibe seit über 17 Jahren Blog — und ich merke selbst, wie der Anteil authentischer Interaktion in sozialen Netzwerken abnimmt, während die schiere Menge an Inhalten zunimmt. Das Internet stirbt nicht an einem Herzinfarkt. Es stirbt daran, dass es systematisch optimiert und monetarisiert wurde, so dass nicht viel Menschliches mehr übrig ist. Klick as klick can, scroll as scroll can.

    Zuckerberg im Doppelpack: Der KI‑Avatar als Chef‑Double

    Apropos Entmenschlichung: Meta entwickelt laut manager magazin einen fotorealistischen KI-Avatar von Mark Zuckerberg — trainiert auf seine Stimme, seine Formulierungen, seine öffentlich geäußerten Strategien. Er soll als digitaler Zwilling intern mit Mitarbeitenden kommunizieren. Mark hat ja schließlich nicht für alle Zeit und die Mitarbeitenden gehören eingenordet.

    Das ist mehr als ein Effizienz-Experiment. Es ist die konsequente Verlängerung einer Plattformlogik, die Kommunikation schon lange von Verantwortung entkoppelt. Zuckerberg kann nicht überall sein — sein Avatar schon. Ob der digitale Zwilling richtig oder falsch liegt, falsch entscheidet oder falsch wirkt: Who cares? Das Zuckerberg-Double ist nicht das Ende dieser Logik, sondern erst ihr Anfang. Konzernchefs heute, Influencer morgen, Politiker übermorgen.

    Der von Gunnar postulierte Hausmeister Krause ist bald ein digitaler Zwilling, ein KI-gesteuerter Hausmeister. Von Alles für den Dackel, alles für den Club zu Alles für die Klickraten, alles für die Werbeeinnahmen von Zuckerberg und Konsorten. Und das voll automatisiert, agentisch.

    Nachtrag zum #60Sekunden‑Projekt: Was bleibt?

    Damit sind wir wieder beim #60Sekunden‑Projekt: Der Versuch, in genau diesen durch den Algorithmus gesteuerten Feeds – TikTok, Insta, YouTube – digitale Themen, Demokratie‑Fragen und Medienkritik in 60 Sekunden unterzubringen. Inhaltlich habe ich viel gelernt: Welche Themen funktionieren, wie stark man zuspitzen muss, wie sich Blog‑Texte in Videoform übersetzen lassen und wie unterschiedlich die Plattformen auf denselben Inhalt reagieren. Jetzt steht das Projekt vorerst still.

    Vielleicht ist genau das die kuratierte Botschaft dieser Folge: Wer heute junge Menschen erreichen will, muss durch Plattformen navigieren, die gleichzeitig problematisch, gesundheitlich belastend, politisch umkämpft und zunehmend automatisiert sind – und deren Tools einen immer höheren Preis verlangen. Die Frage ist nicht, ob wir dort präsent sein sollten, sondern wie lange wir es uns leisten können: ökonomisch, gesundheitlich und demokratisch.

    https://youtube.com/shorts/V6SEGeC3Zn4?feature=share

    Good to know: Wie ich mit CapCut gearbeitet habe

    Mein Workflow in CapCut war im Kern simpel, aber für mich entscheidend: Erst entstand ein Voice-over-Text — meistens aus einem Blogbeitrag oder einer #9vor9-Folge heraus, von einer KI auf 60 Sekunden zugespitzt. Den fertigen Text habe ich dann in CapCuts Funktion „mit KI erstellen“ eingefügt, Format 9:16 gewählt, Länge rund 60 Sekunden, Stil „Black&White Comic“ oder „Noir Comic“ in Schwarz-Weiß, dazu eine passende deutsche KI-Stimme. CapCut hat daraus automatisch ein Kurzvideo gebaut — Text, generierte Szenen, Voice-over. Danach bin ich noch einmal durch, habe offensichtliche Fehler korrigiert, einzelne Szenen angepasst, und fertig.

    Genau diese Automatisierung war der Grund, warum das Projekt für mich überhaupt machbar war. Ohne diesen Grad an KI-Unterstützung wäre der Zeitaufwand für regelmäßige Kurzvideos nicht zu stemmen — nicht neben Blog, Podcast und Job. Dass das Experiment jetzt ausgerechnet am Preis von CapCut scheitert, hat eine gewisse Ironie: Die Plattformökonomie, über die ich in meinen Videos geredet habe, hat mich selbst eingeholt.

    Quellen (Auswahl)

    #60Sekunden #Bloggen #CapCut #DigitalDetox #Facebook #Fediverse #Instagram #Internet #Journalismus #Jugendschutz #KI #Kuratiert #LinkedIn #Mastodon #Meta #PlattformÖkonomie #Smartphone #SocialMedia #TikTok #Video #YouTube #Zuckerberg
  6. Jugendschutz per Verbotsschild, Detox per Studie, digitaler Hausmeister per KI — willkommen in Social Media 2026

    Themen rund um die asozialen, algorithmischen Medien kuratiert: Das Social Media-Verbot in Australien wirkt wie von fast allen Experten erwartet nicht. Das wird die Europäer nicht davon abhalten, es auch zu versuchen. Lars hat ja ein Verbot noch in dieser Legislaturperiode in Deutschland vorhergesagt. Zwei Wochen Social-Media-Pause und man ist kognitiv zehn Jahre jünger? Klingt zu gut … Gunnar philosophiert über die vermietete Öffentlichkeit und Carla über die Entmenschlichung des Netzes. Alles gewürzt mit dem zumindest vorläufigen Ende meines #60Sekunden-Projekts.

    Kuratiert: Warum ich das #60Sekunden‑Projekt vorläufig stoppe

    Diese Kuratiert‑Folge rund um asoziale, algorithmische Medien beginnt ausnahmsweise mit einem Thema in eigener Sache: Mein #60Sekunden‑Experiment auf TikTok, Instagram und YouTube, wo ich regelmäßig meine Blogbeiträge in kurze Videos transformiert habe, pausiert vorerst.

    Nicht, weil mir die Themen ausgegangen wären oder die Lust, junge Menschen mit digitalen und politischen Inhalten zu erreichen. Sondern weil mir ein Abonnement von CapCut, das ich als zentrale Produktionsplattform genutzt habe, für ein experimentelles, nicht monetarisiertes Projekt schlicht zu teuer ist. ByteDance hat wohl die Preise geändert und ich kann nicht nur Coins hinzukommen, sondern müsste besagtes Abo abschließen. Sehr schade. Leider habe ich auch keine Alternative gefunden, die meiner Produktionsweise entgegenkommt.

    Jugendschutz per Bann: Australiens Social‑Media‑Verbot für Unter‑16‑Jährige

    Australien hat es vorgemacht, europäische Politiker jubelten — und Golem berichtet jetzt über das Erwartbare: Der seit Dezember 2025 geltende Social-Media-Bann für unter 16-Jährige ist weitgehend wirkungslos. Wer ein falsches Geburtsjahr einträgt, ist einfach drin. Das ist kein Versagen der Umsetzung, das ist das Konzept. Jugendschutz per Altersgrenze funktioniert im digitalen Raum genauso gut wie Tempolimit nur per Straßenschild — es beruhigt die Politik, nicht die Straße.

    Das wird europäische Regierungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht davon abhalten, es auch mit einem Verbot zu versuchen. Europa diskutiert Ausweiskontrollen und Mindestalter, während die eigentliche Baustelle — wie Plattformen strukturell auf Sucht ausgelegt sind und viel strenger reguliert werden müssten — politisch weitgehend unangetastet bleibt. Symbolpolitik ist billiger als Regulierung. Und Trump könnte ja Zölle verhängen.

    Social‑Media‑Detox: Zwei Wochen gegen zehn Jahre kognitiven Abbau?

    Die Washington Post berichtet über eine Studie, bei deren Ergebnis man sich die Augen reibt: Wer zwei Wochen weniger scrollt, soll laut Studie kognitiv so fit werden wie jemand, der zehn Jahre jünger ist. Kann man Schäden durch Social-Media-Nutzung also rückgängig machen? Das klingt nach Clickbait-Wissenschaft — und man sollte es mit der nötigen Skepsis einordnen.

    Trotzdem: Dass deutlich weniger Bildschirmzeit Aufmerksamkeit, Schlaf und mentale Gesundheit verbessert, ist eigentlich keine Überraschung mehr. Die Überraschung ist, wie stark die Effekte offenbar ausfallen. Wir reden ernsthaft darüber, dass Selbst-Entzug gesünder macht. Und die Plattformen verdienen ihr Geld damit, dass Menschen nicht aufhören können. Individuelle Gegenwehr gegen ein System, das darauf ausgelegt ist, genau das zu verhindern? Ob das gelingen kann? Individuell ja, in der Breite sicher nicht.

    Die vermietete Öffentlichkeit und der Daumen des Admins

    Passend dazu beschreibt Gunnar Sohn auf ichsagmal.com die „vermietete Öffentlichkeit“. Die alte Medienfrage lautete demnach: Wer spricht? Die neue lautet: Wem gehört der Raum, in dem gesprochen wird? Zwischen diesen beiden Sätzen liegt der ganze Verlust der digitalen Öffentlichkeit – vom versprochenen „Kaffeehaus auf Social Media“ hin zu Algorithmen, Aufmerksamkeitsökonomie, Hausordnungen, Zugriffszählern, Werbeauktionen und Moderationsnebel – oder gar keiner Moderation, weil das ja laut Trump und seinen Freunden Zensur ist.

    Öffentlichkeit ist nicht offen, nicht neutral, sondern privatisiert auf Twitter/X, Meta, LinkedIn, aber auch Mastodon‑Instanzen. Aus Debatte wird Traffic, aus Bürgern wird Nutzungsverhalten, meint Gunnar, und moniert, dass aus Betreibern Hausmeister mit Generalschlüssel werden, die per AGB und Admin‑Interface entscheiden, was und wer sichtbar ist und wer nicht.

    Ein wichtiger Unterschied fällt mir unter den Tisch: Bei den asozialen, algorithmischen chinesischen und US-amerikanischen Plattformen ist Moderation gar nicht gewollt. Im Fediverse und auf Mastodon wird zumindest moderiert, auch wenn es manchem nicht gefällt, wie und was moderiert wird. Und dezentrale Strukturen sorgen auf jeden Fall für mehr Vielfalt.

    Der Kernaussage von Gunnar zu Medienpolitik und digitaler Öffentlichkeit stimme ich zu: Es reicht nicht, von der einen zur anderen Plattform zu wechseln. Entscheidend ist, eigene Räume und Ausgänge zu behalten – Blogs, Newsletter, eigene Websites – statt sich vollständig in vermieteten Öffentlichkeiten einzurichten.

    „Das Internet stirbt“: Entmenschlichung vor und mit KI

    An Gunnar anschließend: Das Internet, von dem wir in den Neunzigern und Nullerjahren geträumt haben, existiert nicht mehr. Nicht weil die Technik versagt hätte, sondern weil das Geschäftsmodell es aufgefressen hat, schreibt Carla Siepmann auf netzpolitik.org. KI ist dabei nicht der Auslöser, sondern der Beschleuniger — die Entmenschlichung sozialer Medien begann mit Engagement-Metriken, algorithmischer Aufmerksamkeitsjagd und dem Umbau von Kommunikation in Werbe-Inventar. KI setzt das jetzt in anderen Geschwindigkeiten fort.

    Was bleibt, ist ein Feed, in dem echte menschliche Kommunikation kaum noch stattfindet. Ich schreibe seit über 17 Jahren Blog — und ich merke selbst, wie der Anteil authentischer Interaktion in sozialen Netzwerken abnimmt, während die schiere Menge an Inhalten zunimmt. Das Internet stirbt nicht an einem Herzinfarkt. Es stirbt daran, dass es systematisch optimiert und monetarisiert wurde, so dass nicht viel Menschliches mehr übrig ist. Klick as klick can, scroll as scroll can.

    Zuckerberg im Doppelpack: Der KI‑Avatar als Chef‑Double

    Apropos Entmenschlichung: Meta entwickelt laut manager magazin einen fotorealistischen KI-Avatar von Mark Zuckerberg — trainiert auf seine Stimme, seine Formulierungen, seine öffentlich geäußerten Strategien. Er soll als digitaler Zwilling intern mit Mitarbeitenden kommunizieren. Mark hat ja schließlich nicht für alle Zeit und die Mitarbeitenden gehören eingenordet.

    Das ist mehr als ein Effizienz-Experiment. Es ist die konsequente Verlängerung einer Plattformlogik, die Kommunikation schon lange von Verantwortung entkoppelt. Zuckerberg kann nicht überall sein — sein Avatar schon. Ob der digitale Zwilling richtig oder falsch liegt, falsch entscheidet oder falsch wirkt: Who cares? Das Zuckerberg-Double ist nicht das Ende dieser Logik, sondern erst ihr Anfang. Konzernchefs heute, Influencer morgen, Politiker übermorgen.

    Der von Gunnar postulierte Hausmeister Krause ist bald ein digitaler Zwilling, ein KI-gesteuerter Hausmeister. Von Alles für den Dackel, alles für den Club zu Alles für die Klickraten, alles für die Werbeeinnahmen von Zuckerberg und Konsorten. Und das voll automatisiert, agentisch.

    Nachtrag zum #60Sekunden‑Projekt: Was bleibt?

    Damit sind wir wieder beim #60Sekunden‑Projekt: Der Versuch, in genau diesen durch den Algorithmus gesteuerten Feeds – TikTok, Insta, YouTube – digitale Themen, Demokratie‑Fragen und Medienkritik in 60 Sekunden unterzubringen. Inhaltlich habe ich viel gelernt: Welche Themen funktionieren, wie stark man zuspitzen muss, wie sich Blog‑Texte in Videoform übersetzen lassen und wie unterschiedlich die Plattformen auf denselben Inhalt reagieren. Jetzt steht das Projekt vorerst still.

    Vielleicht ist genau das die kuratierte Botschaft dieser Folge: Wer heute junge Menschen erreichen will, muss durch Plattformen navigieren, die gleichzeitig problematisch, gesundheitlich belastend, politisch umkämpft und zunehmend automatisiert sind – und deren Tools einen immer höheren Preis verlangen. Die Frage ist nicht, ob wir dort präsent sein sollten, sondern wie lange wir es uns leisten können: ökonomisch, gesundheitlich und demokratisch.

    Good to know: Wie ich mit CapCut gearbeitet habe

    Mein Workflow in CapCut war im Kern simpel, aber für mich entscheidend: Erst entstand ein Voice-over-Text — meistens aus einem Blogbeitrag oder einer #9vor9-Folge heraus, von einer KI auf 60 Sekunden zugespitzt. Den fertigen Text habe ich dann in CapCuts Funktion „mit KI erstellen“ eingefügt, Format 9:16 gewählt, Länge rund 60 Sekunden, Stil „Black&White Comic“ oder „Noir Comic“ in Schwarz-Weiß, dazu eine passende deutsche KI-Stimme. CapCut hat daraus automatisch ein Kurzvideo gebaut — Text, generierte Szenen, Voice-over. Danach bin ich noch einmal durch, habe offensichtliche Fehler korrigiert, einzelne Szenen angepasst, und fertig.

    Genau diese Automatisierung war der Grund, warum das Projekt für mich überhaupt machbar war. Ohne diesen Grad an KI-Unterstützung wäre der Zeitaufwand für regelmäßige Kurzvideos nicht zu stemmen — nicht neben Blog, Podcast und Job. Dass das Experiment jetzt ausgerechnet am Preis von CapCut scheitert, hat eine gewisse Ironie: Die Plattformökonomie, über die ich in meinen Videos geredet habe, hat mich selbst eingeholt.

    Quellen (Auswahl)

    #60Sekunden #Bloggen #CapCut #DigitalDetox #Facebook #Fediverse #Instagram #Internet #Journalismus #Jugendschutz #KI #Kuratiert #LinkedIn #Mastodon #Meta #PlattformÖkonomie #Smartphone #SocialMedia #TikTok #Video #YouTube #Zuckerberg
  7. Ein Jahr Digitalministerium: Wildberger schiebt den Stein Souveränität den Berg hoch, Höttges plant Fusion mit T-Mobile US, Palantir erklärt Krieg zur Softwarefrage. Wer hat den Mut hat, den Preis für DigitaleSouveränität zu zahlen? #Kuratiert #DigitaleSouveränität #Telekom #Digitalministerium

    stefanpfeiffer.blog/2026/05/07

  8. Der König, Nero und das hohle Imperium

    König Charles III. steht im US-Kongress und erinnert die Abgeordneten daran, dass westliche Bündnisse auf Werten beruhen, nicht auf Deals. Zwölfmal stehender Beifall — in einem Land, dessen Präsident „America First“ predigt und Bündnisse in Deals verwandelt — bei denen am Ende immer der Trump-Clan und seine Verbündeten auf der Gewinnerseite stehen. Offizieller Anlass war das 250. Unabhängigkeitsjubiläum der USA, der eigentliche Auftrag laut FAZ-Korrespondent Johannes Leithäuser aber ein anderer: das angeknackste Verhältnis zwischen London und Washington kitten, nachdem die britische Labour-Regierung sich geweigert hatte, Trumps militärisches Iran-Abenteuer zu unterstützen.

    Charles aber lieferte weit mehr als diplomatische Schadensbegrenzung. Er sprach als Europäer mit über tausend Jahren historischem Gedächtnis im Rücken — pointierter politisch, schreibt Leithäuser, als es seine Mutter Elisabeth je gewagt hätte. Ob Trump ihm so ehrerbietig begegnete, weil er wirklich beeindruckt war — oder nur, um anschließend Premier Starmer umso wirksamer in den Senkel zu stellen, lässt Leithäuser offen.

    Nero, Reality-TV und das hohle Imperium

    Florian Harms beschreibt Trump im „Tagesanbruch“ als Nero der Gegenwart: Größenwahn, Selbstinszenierung, Triumphbögen, große Ballsäle. Er überlebt ein Attentat — und macht daraus sofort Wahlkampf. Er faltet Selenskyj im Oval Office vor laufenden Kameras zusammen und sagt hinterher: „This is going to be great television.“ Der ehemalige Reality-TV-Star betreibt die Präsidentschaft konsequent als Fortsetzung seiner Show — das habe ich in diesem Blog schon ausführlicher beschrieben. Wer so agiert, regiert nicht — er inszeniert.

    Dieter Schnaas liefert in der WirtschaftsWoche den historischen Rahmen dazu: Die USA befinden sich am Höhe-, Wende- und Tiefpunkt ihrer imperialen Macht zugleich. Militärisch ein Gigant, der keine Kriege mehr gewinnen kann — aber auch nicht besiegt werden kann. Recht gilt nur zwischen Gleichen — gegenüber Schwächeren zählt nur Macht. Trump droht mit Zöllen, Truppenabzug und Deals. Sprunghaft, rachsüchtig, unfähig zu Bündnissen: Er schwächt sein Land, statt es groß zu machen.

    Wirtschaftlich ein Kartenhaus: Die USA leben seit Jahrzehnten auf Pump — und sind darauf angewiesen, dass andere Länder ihre Staatsschulden finanzieren. Und ideologisch? Die Hegemonialmacht ist zum postimperialen Großmaul degeneriert. Das sendet ein klares Signal an Verbündete: Verlasst euch nicht darauf, dass hier jemand aus Überzeugung zu euch steht.

    Lego-Trump aus Teheran: KI als Propagandawaffe

    Untermalt und begleitet wird das mit der Erosion der demokratischen Öffentlichkeit: Influencer statt Journalisten, Late Night Shows statt Nachrichten, KI-Avatare statt echter Stimmen. Das habe ich in diesem Blog vor Kurzem ausführlich beschrieben. And the show must go on. Nur zu dumm, dass auch seine Gegner verstanden haben, dass es um Great Television und Befriedigung der asozialen, algorithmischen Medien geht.

    Die iranische Gruppe „Explosive Media“ produziert KI-generierte Clips, die Trump als Lego-Figur mit Schweinerüssel zeigen — schnelle Schnitte, Eminem-Ästhetik, sie gehen millionenfach viral. Propagandaforscher Marcus Bösch erklärt gegenüber ZDFheute, warum das so wirksam ist: Die Videos passen perfekt in den Feed, zwischen Kochvideos und Hundevideos. Der Algorithmus belohnt nicht Wahrheit, sondern Empörung und Belustigung. Iran schlägt Trump mit seinen eigenen Mitteln — denn das Weiße Haus hat selbst monatelang auf Memes, KI-Bilder und Computerspielreferenzen gesetzt, um Trump zu inszenieren. So funktioniert der digitale Informationskrieg im Jahr 2026.

    Pay-to-Play: Soldaten als Druckmittel

    Währenddessen inszeniert sich Trump weiter selbst und droht Deutschland und Europa mit den ganz klassischen Hebeln amerikanischer Macht. Nach den ständigen Zoll-Drohungen bringt Trump erneut einen Truppenabzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland ins Spiel — inzwischen nicht mehr nur als Drohung, sondern als konkrete Ankündigung, die er explizit an deutsche Kritik an der US-Iran-Politik und die ewige Zwei-Prozent-Debatte knüpft. Alles wird zur verhandelbaren Größe in einem Pay-to-Play-Modell, in dem Bündnisschutz an Unterwerfung gekoppelt wird.

    Besonders brisant: Trump beerdigt auch Bidens Versprechen, Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu stationieren — Waffen, die Europa in dieser Form nicht hat und gerade erst zu beschaffen beginnt. Eine echte Abschreckungslücke, die Putin direkt nützt. Dass Trump diese Entscheidung kurz nach einem langen Telefonat mit Putin traf, fällt schwer als Zufall zu verbuchen. Der direkte Anlass war ein Schulbesuch: Merz hatte dort gesagt, die USA würden vom Iran „gedemütigt“ — woraufhin Trump wütete und den Abzug prompt als Strafe inszenierte. Das sollte nicht nur Friedrich Merz Sorgen bereiten, denn Europa ist noch nicht bereit, sich selbst zu verteidigen. Es wird noch Jahre dauern. Wladimir Putin weiß das.

    Sicherheitsexperten warnen, dass die USA sich damit selbst schaden und ihre logistischen Hebel in Europa schwächen — zugunsten Russlands. Aber in einer politischen Kultur, in der Kurzfristigkeit über Strategie siegt, zählen solche Argumente weniger als der innenpolitische Effekt. Was von den Epstein-Files und den schwierigen wirtschaftlichen Problemen im Land ablenkt, ist nützlich.

    Und dann ist da noch der Iran-Krieg, der ihm bei seinen Anhängern enorm schadet. Gerhard Spörl bringt es in seiner t-online-Kolumne auf den Punkt: Trump hat die Widerstandskraft des Mullah-Regimes schlicht unterschätzt. Ein Luftkrieg, der ein Regime stürzen soll, das seine Bevölkerung als Schutzschild benutzt — das hätte man wissen können, wenn man es wissen wollte. So wird dieser Trump in die Geschichtsbücher eingehen: nicht als der große Dealmaker, sondern als der große Irrende.

    Wenn man diese Linien zusammendenkt — den König im Kongress, das hohle Imperium im Weißen Haus, die Lego-Propaganda aus Teheran, den angekündigten Truppenabzug, die Angst der Europäer vor Zöllen —, entsteht kein Zufallsbild. Der Westen zerlegt sich nicht durch einen großen Knall, sondern durch viele kleine Entscheidungen, Unterlassungen und Geschäftsabschlüsse. Bündnisse werden zu Transaktionen, Sicherheitsarchitekturen zu Produkten in fremder Hand, Öffentlichkeiten zu Schlachtfeldern für Algorithmen und KI-Clips.

    Royale Worte reichen nicht

    Die Rede von König Charles klingt vor diesem Hintergrund fast wie ein Anachronismus — oder wie ein Angebot. Wenn Europa „Werte“ im 21. Jahrhundert ernst nimmt, reicht es nicht, in Washington höflich zu applaudieren. Dann bedeutet es: eigene Infrastruktur bauen, eigene KI entwickeln, eigene Sicherheitsarchitekturen definieren. Sonst bleiben uns royale Worte — und darunter ein Geflecht aus Abhängigkeiten und Algorithmen, in dem andere längst Fakten schaffen.

    Kuratierte Quellen

    #Demokratie #Deutschland #EU #Europa #FakeNews #Journalismus #KI #Kuratiert #SocialMedia #Souveränität #Trump #USA #Verteidigung
  9. Der König, Nero und das hohle Imperium

    König Charles III. steht im US-Kongress und erinnert die Abgeordneten daran, dass westliche Bündnisse auf Werten beruhen, nicht auf Deals. Zwölfmal stehender Beifall — in einem Land, dessen Präsident „America First“ predigt und Bündnisse in Deals verwandelt — bei denen am Ende immer der Trump-Clan und seine Verbündeten auf der Gewinnerseite stehen. Offizieller Anlass war das 250. Unabhängigkeitsjubiläum der USA, der eigentliche Auftrag laut FAZ-Korrespondent Johannes Leithäuser aber ein anderer: das angeknackste Verhältnis zwischen London und Washington kitten, nachdem die britische Labour-Regierung sich geweigert hatte, Trumps militärisches Iran-Abenteuer zu unterstützen.

    Charles aber lieferte weit mehr als diplomatische Schadensbegrenzung. Er sprach als Europäer mit über tausend Jahren historischem Gedächtnis im Rücken — pointierter politisch, schreibt Leithäuser, als es seine Mutter Elisabeth je gewagt hätte. Ob Trump ihm so ehrerbietig begegnete, weil er wirklich beeindruckt war — oder nur, um anschließend Premier Starmer umso wirksamer in den Senkel zu stellen, lässt Leithäuser offen.

    Nero, Reality-TV und das hohle Imperium

    Florian Harms beschreibt Trump im „Tagesanbruch“ als Nero der Gegenwart: Größenwahn, Selbstinszenierung, Triumphbögen, große Ballsäle. Er überlebt ein Attentat — und macht daraus sofort Wahlkampf. Er faltet Selenskyj im Oval Office vor laufenden Kameras zusammen und sagt hinterher: „This is going to be great television.“ Der ehemalige Reality-TV-Star betreibt die Präsidentschaft konsequent als Fortsetzung seiner Show — das habe ich in diesem Blog schon ausführlicher beschrieben. Wer so agiert, regiert nicht — er inszeniert.

    Dieter Schnaas liefert in der WirtschaftsWoche den historischen Rahmen dazu: Die USA befinden sich am Höhe-, Wende- und Tiefpunkt ihrer imperialen Macht zugleich. Militärisch ein Gigant, der keine Kriege mehr gewinnen kann — aber auch nicht besiegt werden kann. Recht gilt nur zwischen Gleichen — gegenüber Schwächeren zählt nur Macht. Trump droht mit Zöllen, Truppenabzug und Deals. Sprunghaft, rachsüchtig, unfähig zu Bündnissen: Er schwächt sein Land, statt es groß zu machen.

    Wirtschaftlich ein Kartenhaus: Die USA leben seit Jahrzehnten auf Pump — und sind darauf angewiesen, dass andere Länder ihre Staatsschulden finanzieren. Und ideologisch? Die Hegemonialmacht ist zum postimperialen Großmaul degeneriert. Das sendet ein klares Signal an Verbündete: Verlasst euch nicht darauf, dass hier jemand aus Überzeugung zu euch steht.

    Lego-Trump aus Teheran: KI als Propagandawaffe

    Untermalt und begleitet wird das mit der Erosion der demokratischen Öffentlichkeit: Influencer statt Journalisten, Late Night Shows statt Nachrichten, KI-Avatare statt echter Stimmen. Das habe ich in diesem Blog vor Kurzem ausführlich beschrieben. And the show must go on. Nur zu dumm, dass auch seine Gegner verstanden haben, dass es um Great Television und Befriedigung der asozialen, algorithmischen Medien geht.

    Die iranische Gruppe „Explosive Media“ produziert KI-generierte Clips, die Trump als Lego-Figur mit Schweinerüssel zeigen — schnelle Schnitte, Eminem-Ästhetik, sie gehen millionenfach viral. Propagandaforscher Marcus Bösch erklärt gegenüber ZDFheute, warum das so wirksam ist: Die Videos passen perfekt in den Feed, zwischen Kochvideos und Hundevideos. Der Algorithmus belohnt nicht Wahrheit, sondern Empörung und Belustigung. Iran schlägt Trump mit seinen eigenen Mitteln — denn das Weiße Haus hat selbst monatelang auf Memes, KI-Bilder und Computerspielreferenzen gesetzt, um Trump zu inszenieren. So funktioniert der digitale Informationskrieg im Jahr 2026.

    Pay-to-Play: Soldaten als Druckmittel

    Währenddessen inszeniert sich Trump weiter selbst und droht Deutschland und Europa mit den ganz klassischen Hebeln amerikanischer Macht. Nach den ständigen Zoll-Drohungen bringt Trump erneut einen Truppenabzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland ins Spiel — inzwischen nicht mehr nur als Drohung, sondern als konkrete Ankündigung, die er explizit an deutsche Kritik an der US-Iran-Politik und die ewige Zwei-Prozent-Debatte knüpft. Alles wird zur verhandelbaren Größe in einem Pay-to-Play-Modell, in dem Bündnisschutz an Unterwerfung gekoppelt wird.

    Besonders brisant: Trump beerdigt auch Bidens Versprechen, Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu stationieren — Waffen, die Europa in dieser Form nicht hat und gerade erst zu beschaffen beginnt. Eine echte Abschreckungslücke, die Putin direkt nützt. Dass Trump diese Entscheidung kurz nach einem langen Telefonat mit Putin traf, fällt schwer als Zufall zu verbuchen. Der direkte Anlass war ein Schulbesuch: Merz hatte dort gesagt, die USA würden vom Iran „gedemütigt“ — woraufhin Trump wütete und den Abzug prompt als Strafe inszenierte. Das sollte nicht nur Friedrich Merz Sorgen bereiten, denn Europa ist noch nicht bereit, sich selbst zu verteidigen. Es wird noch Jahre dauern. Wladimir Putin weiß das.

    Sicherheitsexperten warnen, dass die USA sich damit selbst schaden und ihre logistischen Hebel in Europa schwächen — zugunsten Russlands. Aber in einer politischen Kultur, in der Kurzfristigkeit über Strategie siegt, zählen solche Argumente weniger als der innenpolitische Effekt. Was von den Epstein-Files und den schwierigen wirtschaftlichen Problemen im Land ablenkt, ist nützlich.

    Und dann ist da noch der Iran-Krieg, der ihm bei seinen Anhängern enorm schadet. Gerhard Spörl bringt es in seiner t-online-Kolumne auf den Punkt: Trump hat die Widerstandskraft des Mullah-Regimes schlicht unterschätzt. Ein Luftkrieg, der ein Regime stürzen soll, das seine Bevölkerung als Schutzschild benutzt — das hätte man wissen können, wenn man es wissen wollte. So wird dieser Trump in die Geschichtsbücher eingehen: nicht als der große Dealmaker, sondern als der große Irrende.

    Wenn man diese Linien zusammendenkt — den König im Kongress, das hohle Imperium im Weißen Haus, die Lego-Propaganda aus Teheran, den angekündigten Truppenabzug, die Angst der Europäer vor Zöllen —, entsteht kein Zufallsbild. Der Westen zerlegt sich nicht durch einen großen Knall, sondern durch viele kleine Entscheidungen, Unterlassungen und Geschäftsabschlüsse. Bündnisse werden zu Transaktionen, Sicherheitsarchitekturen zu Produkten in fremder Hand, Öffentlichkeiten zu Schlachtfeldern für Algorithmen und KI-Clips.

    Royale Worte reichen nicht

    Die Rede von König Charles klingt vor diesem Hintergrund fast wie ein Anachronismus — oder wie ein Angebot. Wenn Europa „Werte“ im 21. Jahrhundert ernst nimmt, reicht es nicht, in Washington höflich zu applaudieren. Dann bedeutet es: eigene Infrastruktur bauen, eigene KI entwickeln, eigene Sicherheitsarchitekturen definieren. Sonst bleiben uns royale Worte — und darunter ein Geflecht aus Abhängigkeiten und Algorithmen, in dem andere längst Fakten schaffen.

    Kuratierte Quellen

    #Demokratie #Deutschland #EU #Europa #FakeNews #Journalismus #KI #Kuratiert #SocialMedia #Souveränität #Trump #USA #Verteidigung
  10. Der König, Nero und das hohle Imperium

    König Charles III. steht im US-Kongress und erinnert die Abgeordneten daran, dass westliche Bündnisse auf Werten beruhen, nicht auf Deals. Zwölfmal stehender Beifall — in einem Land, dessen Präsident „America First“ predigt und Bündnisse in Deals verwandelt — bei denen am Ende immer der Trump-Clan und seine Verbündeten auf der Gewinnerseite stehen. Offizieller Anlass war das 250. Unabhängigkeitsjubiläum der USA, der eigentliche Auftrag laut FAZ-Korrespondent Johannes Leithäuser aber ein anderer: das angeknackste Verhältnis zwischen London und Washington kitten, nachdem die britische Labour-Regierung sich geweigert hatte, Trumps militärisches Iran-Abenteuer zu unterstützen.

    Charles aber lieferte weit mehr als diplomatische Schadensbegrenzung. Er sprach als Europäer mit über tausend Jahren historischem Gedächtnis im Rücken — pointierter politisch, schreibt Leithäuser, als es seine Mutter Elisabeth je gewagt hätte. Ob Trump ihm so ehrerbietig begegnete, weil er wirklich beeindruckt war — oder nur, um anschließend Premier Starmer umso wirksamer in den Senkel zu stellen, lässt Leithäuser offen.

    Nero, Reality-TV und das hohle Imperium

    Florian Harms beschreibt Trump im „Tagesanbruch“ als Nero der Gegenwart: Größenwahn, Selbstinszenierung, Triumphbögen, große Ballsäle. Er überlebt ein Attentat — und macht daraus sofort Wahlkampf. Er faltet Selenskyj im Oval Office vor laufenden Kameras zusammen und sagt hinterher: „This is going to be great television.“ Der ehemalige Reality-TV-Star betreibt die Präsidentschaft konsequent als Fortsetzung seiner Show — das habe ich in diesem Blog schon ausführlicher beschrieben. Wer so agiert, regiert nicht — er inszeniert.

    Dieter Schnaas liefert in der WirtschaftsWoche den historischen Rahmen dazu: Die USA befinden sich am Höhe-, Wende- und Tiefpunkt ihrer imperialen Macht zugleich. Militärisch ein Gigant, der keine Kriege mehr gewinnen kann — aber auch nicht besiegt werden kann. Recht gilt nur zwischen Gleichen — gegenüber Schwächeren zählt nur Macht. Trump droht mit Zöllen, Truppenabzug und Deals. Sprunghaft, rachsüchtig, unfähig zu Bündnissen: Er schwächt sein Land, statt es groß zu machen.

    Wirtschaftlich ein Kartenhaus: Die USA leben seit Jahrzehnten auf Pump — und sind darauf angewiesen, dass andere Länder ihre Staatsschulden finanzieren. Und ideologisch? Die Hegemonialmacht ist zum postimperialen Großmaul degeneriert. Das sendet ein klares Signal an Verbündete: Verlasst euch nicht darauf, dass hier jemand aus Überzeugung zu euch steht.

    Lego-Trump aus Teheran: KI als Propagandawaffe

    Untermalt und begleitet wird das mit der Erosion der demokratischen Öffentlichkeit: Influencer statt Journalisten, Late Night Shows statt Nachrichten, KI-Avatare statt echter Stimmen. Das habe ich in diesem Blog vor Kurzem ausführlich beschrieben. And the show must go on. Nur zu dumm, dass auch seine Gegner verstanden haben, dass es um Great Television und Befriedigung der asozialen, algorithmischen Medien geht.

    Die iranische Gruppe „Explosive Media“ produziert KI-generierte Clips, die Trump als Lego-Figur mit Schweinerüssel zeigen — schnelle Schnitte, Eminem-Ästhetik, sie gehen millionenfach viral. Propagandaforscher Marcus Bösch erklärt gegenüber ZDFheute, warum das so wirksam ist: Die Videos passen perfekt in den Feed, zwischen Kochvideos und Hundevideos. Der Algorithmus belohnt nicht Wahrheit, sondern Empörung und Belustigung. Iran schlägt Trump mit seinen eigenen Mitteln — denn das Weiße Haus hat selbst monatelang auf Memes, KI-Bilder und Computerspielreferenzen gesetzt, um Trump zu inszenieren. So funktioniert der digitale Informationskrieg im Jahr 2026.

    Pay-to-Play: Soldaten als Druckmittel

    Währenddessen inszeniert sich Trump weiter selbst und droht Deutschland und Europa mit den ganz klassischen Hebeln amerikanischer Macht. Nach den ständigen Zoll-Drohungen bringt Trump erneut einen Truppenabzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland ins Spiel — inzwischen nicht mehr nur als Drohung, sondern als konkrete Ankündigung, die er explizit an deutsche Kritik an der US-Iran-Politik und die ewige Zwei-Prozent-Debatte knüpft. Alles wird zur verhandelbaren Größe in einem Pay-to-Play-Modell, in dem Bündnisschutz an Unterwerfung gekoppelt wird.

    Besonders brisant: Trump beerdigt auch Bidens Versprechen, Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu stationieren — Waffen, die Europa in dieser Form nicht hat und gerade erst zu beschaffen beginnt. Eine echte Abschreckungslücke, die Putin direkt nützt. Dass Trump diese Entscheidung kurz nach einem langen Telefonat mit Putin traf, fällt schwer als Zufall zu verbuchen. Der direkte Anlass war ein Schulbesuch: Merz hatte dort gesagt, die USA würden vom Iran „gedemütigt“ — woraufhin Trump wütete und den Abzug prompt als Strafe inszenierte. Das sollte nicht nur Friedrich Merz Sorgen bereiten, denn Europa ist noch nicht bereit, sich selbst zu verteidigen. Es wird noch Jahre dauern. Wladimir Putin weiß das.

    Sicherheitsexperten warnen, dass die USA sich damit selbst schaden und ihre logistischen Hebel in Europa schwächen — zugunsten Russlands. Aber in einer politischen Kultur, in der Kurzfristigkeit über Strategie siegt, zählen solche Argumente weniger als der innenpolitische Effekt. Was von den Epstein-Files und den schwierigen wirtschaftlichen Problemen im Land ablenkt, ist nützlich.

    Und dann ist da noch der Iran-Krieg, der ihm bei seinen Anhängern enorm schadet. Gerhard Spörl bringt es in seiner t-online-Kolumne auf den Punkt: Trump hat die Widerstandskraft des Mullah-Regimes schlicht unterschätzt. Ein Luftkrieg, der ein Regime stürzen soll, das seine Bevölkerung als Schutzschild benutzt — das hätte man wissen können, wenn man es wissen wollte. So wird dieser Trump in die Geschichtsbücher eingehen: nicht als der große Dealmaker, sondern als der große Irrende.

    Wenn man diese Linien zusammendenkt — den König im Kongress, das hohle Imperium im Weißen Haus, die Lego-Propaganda aus Teheran, den angekündigten Truppenabzug, die Angst der Europäer vor Zöllen —, entsteht kein Zufallsbild. Der Westen zerlegt sich nicht durch einen großen Knall, sondern durch viele kleine Entscheidungen, Unterlassungen und Geschäftsabschlüsse. Bündnisse werden zu Transaktionen, Sicherheitsarchitekturen zu Produkten in fremder Hand, Öffentlichkeiten zu Schlachtfeldern für Algorithmen und KI-Clips.

    Royale Worte reichen nicht

    Die Rede von König Charles klingt vor diesem Hintergrund fast wie ein Anachronismus — oder wie ein Angebot. Wenn Europa „Werte“ im 21. Jahrhundert ernst nimmt, reicht es nicht, in Washington höflich zu applaudieren. Dann bedeutet es: eigene Infrastruktur bauen, eigene KI entwickeln, eigene Sicherheitsarchitekturen definieren. Sonst bleiben uns royale Worte — und darunter ein Geflecht aus Abhängigkeiten und Algorithmen, in dem andere längst Fakten schaffen.

    Kuratierte Quellen

    #Demokratie #Deutschland #EU #Europa #FakeNews #Journalismus #KI #Kuratiert #SocialMedia #Souveränität #Trump #USA #Verteidigung
  11. Der König, Nero und das hohle Imperium

    König Charles III. steht im US-Kongress und erinnert die Abgeordneten daran, dass westliche Bündnisse auf Werten beruhen, nicht auf Deals. Zwölfmal stehender Beifall — in einem Land, dessen Präsident „America First“ predigt und Bündnisse in Deals verwandelt — bei denen am Ende immer der Trump-Clan und seine Verbündeten auf der Gewinnerseite stehen. Offizieller Anlass war das 250. Unabhängigkeitsjubiläum der USA, der eigentliche Auftrag laut FAZ-Korrespondent Johannes Leithäuser aber ein anderer: das angeknackste Verhältnis zwischen London und Washington kitten, nachdem die britische Labour-Regierung sich geweigert hatte, Trumps militärisches Iran-Abenteuer zu unterstützen.

    Charles aber lieferte weit mehr als diplomatische Schadensbegrenzung. Er sprach als Europäer mit über tausend Jahren historischem Gedächtnis im Rücken — pointierter politisch, schreibt Leithäuser, als es seine Mutter Elisabeth je gewagt hätte. Ob Trump ihm so ehrerbietig begegnete, weil er wirklich beeindruckt war — oder nur, um anschließend Premier Starmer umso wirksamer in den Senkel zu stellen, lässt Leithäuser offen.

    Nero, Reality-TV und das hohle Imperium

    Florian Harms beschreibt Trump im „Tagesanbruch“ als Nero der Gegenwart: Größenwahn, Selbstinszenierung, Triumphbögen, große Ballsäle. Er überlebt ein Attentat — und macht daraus sofort Wahlkampf. Er faltet Selenskyj im Oval Office vor laufenden Kameras zusammen und sagt hinterher: „This is going to be great television.“ Der ehemalige Reality-TV-Star betreibt die Präsidentschaft konsequent als Fortsetzung seiner Show — das habe ich in diesem Blog schon ausführlicher beschrieben. Wer so agiert, regiert nicht — er inszeniert.

    Dieter Schnaas liefert in der WirtschaftsWoche den historischen Rahmen dazu: Die USA befinden sich am Höhe-, Wende- und Tiefpunkt ihrer imperialen Macht zugleich. Militärisch ein Gigant, der keine Kriege mehr gewinnen kann — aber auch nicht besiegt werden kann. Recht gilt nur zwischen Gleichen — gegenüber Schwächeren zählt nur Macht. Trump droht mit Zöllen, Truppenabzug und Deals. Sprunghaft, rachsüchtig, unfähig zu Bündnissen: Er schwächt sein Land, statt es groß zu machen.

    Wirtschaftlich ein Kartenhaus: Die USA leben seit Jahrzehnten auf Pump — und sind darauf angewiesen, dass andere Länder ihre Staatsschulden finanzieren. Und ideologisch? Die Hegemonialmacht ist zum postimperialen Großmaul degeneriert. Das sendet ein klares Signal an Verbündete: Verlasst euch nicht darauf, dass hier jemand aus Überzeugung zu euch steht.

    Lego-Trump aus Teheran: KI als Propagandawaffe

    Untermalt und begleitet wird das mit der Erosion der demokratischen Öffentlichkeit: Influencer statt Journalisten, Late Night Shows statt Nachrichten, KI-Avatare statt echter Stimmen. Das habe ich in diesem Blog vor Kurzem ausführlich beschrieben. And the show must go on. Nur zu dumm, dass auch seine Gegner verstanden haben, dass es um Great Television und Befriedigung der asozialen, algorithmischen Medien geht.

    Die iranische Gruppe „Explosive Media“ produziert KI-generierte Clips, die Trump als Lego-Figur mit Schweinerüssel zeigen — schnelle Schnitte, Eminem-Ästhetik, sie gehen millionenfach viral. Propagandaforscher Marcus Bösch erklärt gegenüber ZDFheute, warum das so wirksam ist: Die Videos passen perfekt in den Feed, zwischen Kochvideos und Hundevideos. Der Algorithmus belohnt nicht Wahrheit, sondern Empörung und Belustigung. Iran schlägt Trump mit seinen eigenen Mitteln — denn das Weiße Haus hat selbst monatelang auf Memes, KI-Bilder und Computerspielreferenzen gesetzt, um Trump zu inszenieren. So funktioniert der digitale Informationskrieg im Jahr 2026.

    Pay-to-Play: Soldaten als Druckmittel

    Währenddessen inszeniert sich Trump weiter selbst und droht Deutschland und Europa mit den ganz klassischen Hebeln amerikanischer Macht. Nach den ständigen Zoll-Drohungen bringt Trump erneut einen Truppenabzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland ins Spiel — inzwischen nicht mehr nur als Drohung, sondern als konkrete Ankündigung, die er explizit an deutsche Kritik an der US-Iran-Politik und die ewige Zwei-Prozent-Debatte knüpft. Alles wird zur verhandelbaren Größe in einem Pay-to-Play-Modell, in dem Bündnisschutz an Unterwerfung gekoppelt wird.

    Besonders brisant: Trump beerdigt auch Bidens Versprechen, Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu stationieren — Waffen, die Europa in dieser Form nicht hat und gerade erst zu beschaffen beginnt. Eine echte Abschreckungslücke, die Putin direkt nützt. Dass Trump diese Entscheidung kurz nach einem langen Telefonat mit Putin traf, fällt schwer als Zufall zu verbuchen. Der direkte Anlass war ein Schulbesuch: Merz hatte dort gesagt, die USA würden vom Iran „gedemütigt“ — woraufhin Trump wütete und den Abzug prompt als Strafe inszenierte. Das sollte nicht nur Friedrich Merz Sorgen bereiten, denn Europa ist noch nicht bereit, sich selbst zu verteidigen. Es wird noch Jahre dauern. Wladimir Putin weiß das.

    Sicherheitsexperten warnen, dass die USA sich damit selbst schaden und ihre logistischen Hebel in Europa schwächen — zugunsten Russlands. Aber in einer politischen Kultur, in der Kurzfristigkeit über Strategie siegt, zählen solche Argumente weniger als der innenpolitische Effekt. Was von den Epstein-Files und den schwierigen wirtschaftlichen Problemen im Land ablenkt, ist nützlich.

    Und dann ist da noch der Iran-Krieg, der ihm bei seinen Anhängern enorm schadet. Gerhard Spörl bringt es in seiner t-online-Kolumne auf den Punkt: Trump hat die Widerstandskraft des Mullah-Regimes schlicht unterschätzt. Ein Luftkrieg, der ein Regime stürzen soll, das seine Bevölkerung als Schutzschild benutzt — das hätte man wissen können, wenn man es wissen wollte. So wird dieser Trump in die Geschichtsbücher eingehen: nicht als der große Dealmaker, sondern als der große Irrende.

    Wenn man diese Linien zusammendenkt — den König im Kongress, das hohle Imperium im Weißen Haus, die Lego-Propaganda aus Teheran, den angekündigten Truppenabzug, die Angst der Europäer vor Zöllen —, entsteht kein Zufallsbild. Der Westen zerlegt sich nicht durch einen großen Knall, sondern durch viele kleine Entscheidungen, Unterlassungen und Geschäftsabschlüsse. Bündnisse werden zu Transaktionen, Sicherheitsarchitekturen zu Produkten in fremder Hand, Öffentlichkeiten zu Schlachtfeldern für Algorithmen und KI-Clips.

    Royale Worte reichen nicht

    Die Rede von König Charles klingt vor diesem Hintergrund fast wie ein Anachronismus — oder wie ein Angebot. Wenn Europa „Werte“ im 21. Jahrhundert ernst nimmt, reicht es nicht, in Washington höflich zu applaudieren. Dann bedeutet es: eigene Infrastruktur bauen, eigene KI entwickeln, eigene Sicherheitsarchitekturen definieren. Sonst bleiben uns royale Worte — und darunter ein Geflecht aus Abhängigkeiten und Algorithmen, in dem andere längst Fakten schaffen.

    Kuratierte Quellen

    #Demokratie #Deutschland #EU #Europa #FakeNews #Journalismus #KI #Kuratiert #SocialMedia #Souveränität #Trump #USA #Verteidigung
  12. Der König, Nero und das hohle Imperium

    König Charles III. steht im US-Kongress und erinnert die Abgeordneten daran, dass westliche Bündnisse auf Werten beruhen, nicht auf Deals. Zwölfmal stehender Beifall — in einem Land, dessen Präsident „America First“ predigt und Bündnisse in Deals verwandelt — bei denen am Ende immer der Trump-Clan und seine Verbündeten auf der Gewinnerseite stehen. Offizieller Anlass war das 250. Unabhängigkeitsjubiläum der USA, der eigentliche Auftrag laut FAZ-Korrespondent Johannes Leithäuser aber ein anderer: das angeknackste Verhältnis zwischen London und Washington kitten, nachdem die britische Labour-Regierung sich geweigert hatte, Trumps militärisches Iran-Abenteuer zu unterstützen.

    Charles aber lieferte weit mehr als diplomatische Schadensbegrenzung. Er sprach als Europäer mit über tausend Jahren historischem Gedächtnis im Rücken — pointierter politisch, schreibt Leithäuser, als es seine Mutter Elisabeth je gewagt hätte. Ob Trump ihm so ehrerbietig begegnete, weil er wirklich beeindruckt war — oder nur, um anschließend Premier Starmer umso wirksamer in den Senkel zu stellen, lässt Leithäuser offen.

    Nero, Reality-TV und das hohle Imperium

    Florian Harms beschreibt Trump im „Tagesanbruch“ als Nero der Gegenwart: Größenwahn, Selbstinszenierung, Triumphbögen, große Ballsäle. Er überlebt ein Attentat — und macht daraus sofort Wahlkampf. Er faltet Selenskyj im Oval Office vor laufenden Kameras zusammen und sagt hinterher: „This is going to be great television.“ Der ehemalige Reality-TV-Star betreibt die Präsidentschaft konsequent als Fortsetzung seiner Show — das habe ich in diesem Blog schon ausführlicher beschrieben. Wer so agiert, regiert nicht — er inszeniert.

    Dieter Schnaas liefert in der WirtschaftsWoche den historischen Rahmen dazu: Die USA befinden sich am Höhe-, Wende- und Tiefpunkt ihrer imperialen Macht zugleich. Militärisch ein Gigant, der keine Kriege mehr gewinnen kann — aber auch nicht besiegt werden kann. Recht gilt nur zwischen Gleichen — gegenüber Schwächeren zählt nur Macht. Trump droht mit Zöllen, Truppenabzug und Deals. Sprunghaft, rachsüchtig, unfähig zu Bündnissen: Er schwächt sein Land, statt es groß zu machen.

    Wirtschaftlich ein Kartenhaus: Die USA leben seit Jahrzehnten auf Pump — und sind darauf angewiesen, dass andere Länder ihre Staatsschulden finanzieren. Und ideologisch? Die Hegemonialmacht ist zum postimperialen Großmaul degeneriert. Das sendet ein klares Signal an Verbündete: Verlasst euch nicht darauf, dass hier jemand aus Überzeugung zu euch steht.

    Lego-Trump aus Teheran: KI als Propagandawaffe

    Untermalt und begleitet wird das mit der Erosion der demokratischen Öffentlichkeit: Influencer statt Journalisten, Late Night Shows statt Nachrichten, KI-Avatare statt echter Stimmen. Das habe ich in diesem Blog vor Kurzem ausführlich beschrieben. And the show must go on. Nur zu dumm, dass auch seine Gegner verstanden haben, dass es um Great Television und Befriedigung der asozialen, algorithmischen Medien geht.

    Die iranische Gruppe „Explosive Media“ produziert KI-generierte Clips, die Trump als Lego-Figur mit Schweinerüssel zeigen — schnelle Schnitte, Eminem-Ästhetik, sie gehen millionenfach viral. Propagandaforscher Marcus Bösch erklärt gegenüber ZDFheute, warum das so wirksam ist: Die Videos passen perfekt in den Feed, zwischen Kochvideos und Hundevideos. Der Algorithmus belohnt nicht Wahrheit, sondern Empörung und Belustigung. Iran schlägt Trump mit seinen eigenen Mitteln — denn das Weiße Haus hat selbst monatelang auf Memes, KI-Bilder und Computerspielreferenzen gesetzt, um Trump zu inszenieren. So funktioniert der digitale Informationskrieg im Jahr 2026.

    Pay-to-Play: Soldaten als Druckmittel

    Währenddessen inszeniert sich Trump weiter selbst und droht Deutschland und Europa mit den ganz klassischen Hebeln amerikanischer Macht. Nach den ständigen Zoll-Drohungen bringt Trump erneut einen Truppenabzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland ins Spiel — inzwischen nicht mehr nur als Drohung, sondern als konkrete Ankündigung, die er explizit an deutsche Kritik an der US-Iran-Politik und die ewige Zwei-Prozent-Debatte knüpft. Alles wird zur verhandelbaren Größe in einem Pay-to-Play-Modell, in dem Bündnisschutz an Unterwerfung gekoppelt wird.

    Besonders brisant: Trump beerdigt auch Bidens Versprechen, Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu stationieren — Waffen, die Europa in dieser Form nicht hat und gerade erst zu beschaffen beginnt. Eine echte Abschreckungslücke, die Putin direkt nützt. Dass Trump diese Entscheidung kurz nach einem langen Telefonat mit Putin traf, fällt schwer als Zufall zu verbuchen. Der direkte Anlass war ein Schulbesuch: Merz hatte dort gesagt, die USA würden vom Iran „gedemütigt“ — woraufhin Trump wütete und den Abzug prompt als Strafe inszenierte. Das sollte nicht nur Friedrich Merz Sorgen bereiten, denn Europa ist noch nicht bereit, sich selbst zu verteidigen. Es wird noch Jahre dauern. Wladimir Putin weiß das.

    Sicherheitsexperten warnen, dass die USA sich damit selbst schaden und ihre logistischen Hebel in Europa schwächen — zugunsten Russlands. Aber in einer politischen Kultur, in der Kurzfristigkeit über Strategie siegt, zählen solche Argumente weniger als der innenpolitische Effekt. Was von den Epstein-Files und den schwierigen wirtschaftlichen Problemen im Land ablenkt, ist nützlich.

    Und dann ist da noch der Iran-Krieg, der ihm bei seinen Anhängern enorm schadet. Gerhard Spörl bringt es in seiner t-online-Kolumne auf den Punkt: Trump hat die Widerstandskraft des Mullah-Regimes schlicht unterschätzt. Ein Luftkrieg, der ein Regime stürzen soll, das seine Bevölkerung als Schutzschild benutzt — das hätte man wissen können, wenn man es wissen wollte. So wird dieser Trump in die Geschichtsbücher eingehen: nicht als der große Dealmaker, sondern als der große Irrende.

    Wenn man diese Linien zusammendenkt — den König im Kongress, das hohle Imperium im Weißen Haus, die Lego-Propaganda aus Teheran, den angekündigten Truppenabzug, die Angst der Europäer vor Zöllen —, entsteht kein Zufallsbild. Der Westen zerlegt sich nicht durch einen großen Knall, sondern durch viele kleine Entscheidungen, Unterlassungen und Geschäftsabschlüsse. Bündnisse werden zu Transaktionen, Sicherheitsarchitekturen zu Produkten in fremder Hand, Öffentlichkeiten zu Schlachtfeldern für Algorithmen und KI-Clips.

    Royale Worte reichen nicht

    Die Rede von König Charles klingt vor diesem Hintergrund fast wie ein Anachronismus — oder wie ein Angebot. Wenn Europa „Werte“ im 21. Jahrhundert ernst nimmt, reicht es nicht, in Washington höflich zu applaudieren. Dann bedeutet es: eigene Infrastruktur bauen, eigene KI entwickeln, eigene Sicherheitsarchitekturen definieren. Sonst bleiben uns royale Worte — und darunter ein Geflecht aus Abhängigkeiten und Algorithmen, in dem andere längst Fakten schaffen.

    Kuratierte Quellen

    #Demokratie #Deutschland #EU #Europa #FakeNews #Journalismus #KI #Kuratiert #SocialMedia #Souveränität #Trump #USA #Verteidigung
  13. Iran, Ungarn, Türkei, WM 2026 — vier zerbrochene Ostereier, die frustrieren. Vom Bombenterror gegen die iranische Zivilbevölkerung über Wahlen in Ungarn, Inhaftierungen in der Türkei bis zur FIFA-Abzocke. #Iran #Türkei #Ungarn #FIFA #WM2026 #USA #Kuratiert

    stefanpfeiffer.blog/2026/04/05

  14. Vier zerbrochene „Ostereier“: Menschen im Iran, Wähler in Ungarn, Knast in der Türkei, Reisen in die USA

    Ein kleiner Beitrag zu Ostern rund um vier faule Ostereier, die uns ins Nest gelegt wurden:

    Iran: Ein Volk zwischen Regime und Bomben

    Ich habe in den letzten Wochen kaum über den Iran geschrieben — nicht, weil mich das Thema nicht beschäftigt, sondern weil ich kaum Worte finde. Seit Ende Dezember 2025 erschütterten landesweite Proteste das Land, ausgelöst durch eine Inflationsrate von über 42 Prozent und einen Rial-Kurs, der auf ein historisches Rekordtief abgestürzt war. Die Antwort des Mullah-Regimes war, wie immer, brutale Gewalt. Menschenrechtsorganisationen sprechen von bis zu 30.000 Toten und 300.000 Verletzten allein durch das Niederschlagen dieser Protestbewegung — Zahlen, die sich kaum fassen lassen. Hinzu kam die umfassendste Internetabschaltung in der Geschichte des Landes, um Beweise für Massaker in Teheran, Maschhad und den kurdischen Gebieten zu verbergen.

    Und dann, am 28. Februar 2026, begann das Bombardement. Israel und die USA griffen gemeinsam Ziele im Iran an — Atomanlagen, Militärinfrastruktur, aber auch Wohngebiete. Trump begründete die Angriffe damit, den Iran am Bau von Atomwaffen zu hindern. Internationale Juristinnen und Juristen bewerten den Angriff mehrheitlich als völkerrechtswidrig. Ob das irgendjemanden aus der Trump-Administration interessiert, darf bezweifelt werden.

    Keine Kraft zur eigenen Befreiung

    Was mich am tiefsten trifft, ist die Hoffnungslosigkeit: Die iranische Bevölkerung hat in den letzten Jahren immer wieder bewiesen, dass sie dieses Regime nicht will. Sie hat mit ihrem Leben dafür bezahlt — mit Tausenden Toten auf den Straßen, mit Hinrichtungen, mit Gefängnis. Und trotzdem sehe ich keine realistische Chance, dass sie sich aus eigener Kraft von den Mullahs befreien kann. Das ist das eigentlich Tragische an dieser Situation, und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie man damit umgeht.

    Die Journalistin Natalie Amiri, langjährige ARD-Korrespondentin in Teheran, benennt den Grund dafür nüchtern im taz-Interview: Die Proteste haben kaum Bezug zu iranischen Oppositionsgruppen oder echten Parteien — eine organisierte politische Kraft, die das Vakuum nach einem Regimesturz füllen könnte, existiert im größten Teil des Landes schlicht nicht. Das Regime ist erschüttert, aber noch nicht gebrochen — und der Unterdrückungsapparat funktioniert nach wie vor. Die Frage, was danach kommt, bleibt erschreckend offen.

    Und Donald Trump? Den interessiert das Schicksal der iranischen Bevölkerung herzlich wenig. Ihn interessiert das Öl, der geopolitische Hebel, und dass seine Verbündeten in Rüstung und Finanzen gut verdienen. Das ist keine Spekulation, das ist eine nüchterne Lageanalyse. Es ist, mit Verlaub, eine Tragödie ohne erkennbaren Ausweg.

    Ungarn: Schicksalswahl für Europa — und die Ukraine

    Apropos Trump: Während der Nahe Osten brennt, schickt der US-Präsident seinen Vize J.D. Vance nach Ungarn — ausgerechnet jetzt, in den Tagen nach Ostern, kurz vor der Parlamentswahl am 12. April. Es ist bereits der zweite demonstrative Rückenwind aus Washington für Viktor Orbán: Im Februar war Außenminister Marco Rubio nach Budapest gereist und hatte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Orbán unmissverständlich klargemacht: „Präsident Trump setzt sich zutiefst für Ihren Erfolg ein, denn Ihr Erfolg ist unser Erfolg.” Trump-Amerika als Wahlkampfhelfer eines EU-Mitglieds, das russlandfreundliche Politik betreibt. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen.

    Denn die Lage ist ernst — ernster, als es die westlichen Medien in ihrer täglichen Nachrichtenflut vielleicht abbilden. Die ungarischen Parlamentswahlen am 12. April gehören zu den folgenreichsten politischen Weichenstellungen in Europa in diesem Jahr. Nicht nur für Ungarn selbst, sondern für die gesamte EU und für die Ukraine. Nach 16 Jahren Fidesz-Herrschaft könnte es tatsächlich zu einem historischen Machtwechsel kommen: Unabhängige Umfragen sehen Orbán bei 37 Prozent, seinen Herausforderer Péter Magyar von der Tisza-Partei bei 56 Prozent. Ob das Wahlrecht — das Orbán sich nach Maß hat schneidern lassen — am Ende das Ergebnis zurechtbiegt, bleibt abzuwarten, zu befürchten.

    Ein Autokrat, der sein Volk beschimpft

    Was die Korrespondentin Verena Mayer aus einem Orbán-Auftritt in der westungarischen Stadt Győr berichtet, spricht Bände: Das Publikum pfiff und buhte. Orbán begann zu schreien — sagte von oben herab, wer ihn nicht wähle, stehe nicht auf der Seite Ungarns. Es ist das Bild eines strauchelnden Autokraten, dessen Narrativ nach 16 Jahren nicht mehr zieht. Orbáns Botschaft ist dabei immer dieselbe: Die Ukraine sei der Feind, die EU finanziere den Krieg, und nur er könne das stoppen.

    Dazu eine Beziehung zu Putin, die offenbar noch tiefer geht, als bisher bekannt: Die Washington Post berichtete, dass Ungarns Außenminister während EU-Gipfeln mit Russlands Führung telefoniert und vertrauliche Informationen weitergegeben haben soll. Brüssel zeigte sich „äußerst besorgt” — Ungarn bestritt die Vorwürfe.

    Magyar hingegen hat von Anfang an eine andere Kampagne geführt: keine abstrakten Demokratie-Debatten, sondern Lebensbedingungen, Korruption, blockierte EU-Gelder. Sollte Magyar gewinnen, könnte Ungarn zeigen, dass sich eine Demokratie von innen erholen kann. Für Europa und für die Ukraine wäre das ein Signal von kaum zu überschätzender Bedeutung: Ein Ungarn, das nicht länger als Trojanisches Pferd Russlands innerhalb der EU agiert, verändert die politische Arithmetik in Brüssel grundlegend.

    Türkei: Erdoğans Justiz als Waffe

    Bei allen aktuellen Krisenherden gerät nur zu oft aus dem Blick, was weiterhin in der Türkei passiert. Dabei ist das Muster seit Jahren dasselbe: Erdoğans Regime nutzt die Justiz systematisch als Waffe gegen politische Gegner. Jetzt traf es Mustafa Bozbey, den Bürgermeister von Bursa — der Partnerstadt von Darmstadt. Bozbey gehört der CHP an, die bei den Kommunalwahlen 2024 in Bursa deutlich gewonnen hatte. Dass ausgerechnet erfolgreiche Oppositionspolitiker kurz nach Wahlsiegen in Untersuchungshaft landen, ist kein Zufall. Das ist Methode — dieselbe Methode, mit der zuvor schon Istanbuls Bürgermeister Ekrem İmamoğlu aus dem Verkehr gezogen wurde.

    Darmstadts Oberbürgermeister Hanno Benz hat sich in dieser Frage klar positioniert: Die Umstände der Festnahme weckten „erhebliche Zweifel an der Wahrung rechtsstaatlicher Prinzipien und demokratischer Standards”. Bereits nach der Inhaftierung İmamoğlus hatte die Darmstädter Stadtverordnetenversammlung auf Initiative von Benz eine Resolution verabschiedet, die die Instrumentalisierung der Justiz gegen politische Gegner klar verurteilt.

    Und Benz soll auch gegenüber türkischen Würdenträgern persönlich Haltung bezogen haben. Dass Widerspruch gegen Autokratie manchmal aus der kommunalen Ebene kommt, dort wo Partnerstädte keine Abstraktion sind, sondern Menschen, die man kennt und die jetzt im Gefängnis sitzen, ist wichtig und bemerkenswert. Die EU dagegen schaut seit Jahren zu. Das ist keine Außenpolitik. Das ist Wegsehen mit Handreichung.

    WM 2026: Zurück in die USA — aber besser nicht

    Zurück in die USA. Die Fußball-WM 2026 ist kein Sportturnier mehr. Sie ist ein geopolitisch aufgeladenes Geschäftsmodell mit Ball — und mittendrin die demonstrative Verbrüderung von Donald Trump und FIFA-Chef Gianni Infantino, die das Turnier zur Bühne für Macht, Geld und Selbstinszenierung machen. Dass der DFB sich dabei in betretenem Schweigen übt und das Wort „Boykott” offenbar als unzulässig gilt, ist bezeichnend. Statt Haltung gibt es Teilnahme. Statt Kritik: Mitlaufen — über knapp 40 Tage Dauerbeschallung.

    880 Euro für Deutschland gegen Curaçao

    Was die FIFA parallel abzieht, ist ökonomisch dreist. Von Moral will ich bei der FIFA und Herrn Infantino gar nicht reden. Ein „offizielles” Ticket-Weiterverkaufsportal, das selbst mitkassiert, ist nichts anderes als organisierte Abzocke mit Gütesiegel. Wenn ein Spiel wie Deutschland gegen Curaçao von 60 auf 880 Euro hochgehandelt wird — plus 15 Prozent Gebühr für den Weltverband —, dann ist das kein Markt, das ist ein Abzocksystem, mit dem man sich ungeniert die Taschen füllt. Warum also dann boykottieren und protestieren?

    Wer noch immer überlegt, für dieses Spektakel in die USA zu reisen, sollte sich fragen, wofür genau — angesichts eines politisch instrumentalisierten Turniers und einer Sicherheitslage und gesellschaftlichem Klima, das alles andere als stabil ist. Die ehrlichste Form des Protests ist in diesem Fall vielleicht die einfachste: nicht hingehen, nicht einschalten, nicht mitspielen. Denn solange das System liefert, was es will — Aufmerksamkeit, Geld, Legitimation —, wird sich nichts ändern.

    Ich weiß, das sind keine wirklich schönen, bunten Ostereier und ich höre auch jetzt besser auf, auch wenn mich Frau Reiche juckt. Aufgeben zählt nicht. Euch allen trotzdem frohe Ostern.

    Also, bei uns gibt es zu Ostern die Tradition des Eierklopfens: Zwei Personen halten je ein hart gekochtes Ei, schlagen die Spitzen gegeneinander, und wessen Ei zerbricht, hat verloren. Und ich würde ja nur zu gerne …
    #Trump #Infantino #Ostern #Eierklopfen

    Quellen & Leseempfehlungen

    #Darmstadt #Demokratie #EU #FIFA #Fussball #Iran #Kuratiert #Menschenrechte #Türkei #Trump #Ungarn #USA #WM2026
  15. Algorithmische Medien belohnen das Extreme und dimmen Vernunft runter — still, ohne Shitstorm. Die bürgerliche Öffentlichkeit zerfällt. Währenddessen fällt die Brandmauer und bleibt die AfD skandalresistent. Die letzten Wochen kuratiert. #AlgorithmischeMedien #Demokratie #NoAfD #Habermas #Kuratiert

    stefanpfeiffer.blog/2026/03/29

  16. Algorithmische Medien belohnen das Extreme und dimmen Vernunft runter — still, ohne Shitstorm. Die bürgerliche Öffentlichkeit zerfällt. Währenddessen fällt die Brandmauer und bleibt die AfD skandalresistent. Die letzten Wochen kuratiert. #AlgorithmischeMedien #Demokratie #NoAfD #Habermas #Kuratiert

    stefanpfeiffer.blog/2026/03/29

  17. KURATIERT: Öffentlichkeit unter Druck – Algorithmen, AfD und das Ende der Vernunftpolitik

    Für Euch kuratiert: Die letzten Wochen ist viel passiert — und vieles kann man in Zusammenhang bringen. Mit Jürgen Habermas ist ein Denker gestorben, der früher als alle anderen erkannt hat, wie demokratische Öffentlichkeit durch Medienlogiken unterhöhlt werden kann. Was er beschrieben hat, erleben wir gerade in Echtzeit: Algorithmen, die Vernunft runterdimmen; Politiker, die Stil als Waffe einsetzen; Parteien, die ihre Wähler verlieren; und eine AfD, gegen die kein rationales Argument zu greifen scheint. Dazu ein kleiner, aber bezeichnender Seitenblick auf die FAZ — weil auch Medienökonomie keine unpolitische Angelegenheit ist.

    Habermas ist tot: Was bleibt, wenn die Öffentlichkeit stirbt

    Mit dem Tod von Jürgen Habermas endet eine Epoche der deutschen Geistesgeschichte. Kaum ein anderer Philosoph hat so stark darüber nachgedacht, wie Öffentlichkeit entsteht – und warum sie scheitern kann.

    Für mich war Habermas während meines Geschichtsstudiums (und darüber hinaus) wichtig. Sein Buch Strukturwandel der Öffentlichkeit gehört zu den Texten, die den Blick dauerhaft verändern. Habermas beschreibt darin die Entstehung der bürgerlichen Öffentlichkeit im 18. und 19. Jahrhundert: ein Raum öffentlicher Debatte, getragen von Zeitungen, Vereinen und politischen Diskussionen. Darüber habe ich damals wissenschaftlich gearbeitet und es hat mein Bild von Journalismus und eben demokratischer Öffentlichkeit geprägt.

    Der Begriff „Strukturwandel“ klingt zunächst neutral. Tatsächlich formuliert Habermas eine Verfallsdiagnose: Die bürgerliche Debattenöffentlichkeit werde zunehmend von einer massenmedial geprägten Öffentlichkeit verdrängt, in der Popularität, Aufmerksamkeit und wirtschaftliche Interessen bestimmen, worüber gesprochen wird.

    Gerade diese Analyse wirkt heute erstaunlich aktuell. Habermas erkannte früh, wie Medienlogiken politische Debatten formen – und wie anfällig Öffentlichkeit dadurch für Manipulation werden kann. Seine zentrale Frage bleibt daher offen: Wie kann Öffentlichkeit so organisiert sein, dass Argumente zählen – und nicht nur Aufmerksamkeit? Guten Tag allerseits in der Welt der TechBros, Trumps und Orbáns dieser Welt, in der Welt der algorithmischen Medien.

    Algorithmische Medien: Wie TikTok und Instagram Vernunft canceln

    Der Werbefachmann Alf Frommer sagt im brand-eins-Interview — zitiert nach dem Blog von Christoph Koch — beiläufig etwas, das eigentlich eine kleine Begriffsrevolution wäre: Wir sollen aufhören, von „sozialen Medien“ zu sprechen. Denn sozial ist daran längst nichts mehr. Was TikTok, Instagram und Co. tatsächlich sind, nennt er algorithmische Medien — Systeme, die nicht zeigen, was unser soziales Umfeld teilt, sondern was unsere Aufmerksamkeit maximal bindet. Wer die Plattformen falsch benennt, versteht ihr Funktionsprinzip nicht — und wer das nicht versteht, kann auch keine sinnvolle Regulierung fordern.

    Algorithmische Medien haben eine strukturelle Präferenz: Sie belohnen das Extreme. Frommer nennt Maximilian Krah mit rassistischen Posts und Heidi Reichinnek mit der Forderung, alle Milliardäre zu enteignen — nicht um sie gleichzusetzen, sondern um zu zeigen, dass beide die Logik der Plattformen bedienen. Was er daraus ableitet, ist provokant und trifft: Die eigentliche Cancel-Culture seien nicht aufgebrachte Twitter-Mobs, sondern die Algorithmen selbst — sie canceln die Stimmen der Vernunft, still, systematisch, durch schlichtes Runterdimmen. Kein Shitstorm, keine Empörung. Nur Unsichtbarkeit.

    Katherina Reiche: Wenn Schweigen und Frost zur Energiepolitik werden …

    Robert Habeck war vielen — auch mir — sympathisch, weil er seine Politik freundlich-zerknautscht und selbstzweifelnd erklärt hat und den Dialog suchte. Das gestanden ihm auch Wirtschaftsführer zu. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche gibt das genaue Gegenteil: den „Lord Voldemort der fossilen Energielobby“, unnahbar, frostig, das Wort „erneuerbar“ wie einen Fluch behandelnd. Christian Buggisch macht einen Punkt, wenn er sagt: Stil ist nicht Beiwerk, Stil ist Botschaft.

    … und schlechten Gewinner unserer Demokratie nicht gut tun

    Und der Punkt gilt nicht nur in Berlin. In Erlangen feiert ein frisch gewählter CSU-Oberbürgermeister seinen Sieg damit, es sei „geil“, einen SPD-Amtsinhaber aus dem Amt zu jagen — auf dem Kneipentresen, Jubel im Raum, Prost. Ohne eigene Mehrheit im Stadtrat braucht er ab dem nächsten Morgen genau die Leute, die er gerade verbal verprügelt hat. Schlechte Gewinner sind gefährlicher als schlechte Verlierer. Leider schreiben heute viele Stil als Stiel und prügeln lieber mit jenem auf politische Gegner ein.

    SPD im freien Fall: Wenn eine Partei ihre Stammwähler nicht mehr kennt

    Erschüttert bin ich über die Wahlergebnisse in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Über den Zustand der SPD habe ich mich ja schon vor Monaten geäußert. Ich bin extrem besorgt, was mit den Sozialdemokraten passiert. Erschüttert bin ich über die Analyse, dass sie offensichtlich nicht mehr ihre Stammklientel erreichen, sondern vielmehr von vielen Wählern als „Partei der Transferempfänger“ wahrgenommen werden. Wenn Wahrnehmung Politik ersetzt — und man an die Wählerinnen und Wähler nicht mehr ran kommt.

    AfD und Empörungslogik: Warum rationale Argumente nicht mehr greifen

    Der Friendica-User Thalias hat den Erfolg der AfD hier im Kommentar treffend analysiert: „Die AfD saugt Honig aus allem, woraus sich Unmut und Empörung generieren lassen. … Dagegen ist kaum ein Rezept zu finden, da es gegen rationale Strategien immun ist.“ Genau der letzte Punkt macht mir sehr große Sorgen. Wie kommt man an die heran, die keine Nazis sind und ihr Kreuz beispielsweise wegen Verlustängsten bei der AfD machen, auch wenn denen gerade Vetternwirtschaft nachgewiesen wurde und viele, viele andere Argumente auf dem Tisch liegen, die belegen, dass die AfD’ler eben keinen Wert auf Anstand und Ehrlichkeit legen. Skandale schaden offensichtlich der AfD nicht, wie auch Annika Leister in ihrem beeindruckenden, Besorgnis erregenden Kommentar im T-Online Tagesanbruch bemerkt.

    Auch sie hat keinen Zaubertrank, landet aber im Endeffekt bei dem, was auch ich hier schon gefordert habe: Mehr Nähe vor Ort, auf dem Land, in der Stadt, in den Vereinen, an den Theken. Wer andere oder flankierende Vorschläge hat: Die Kommentar-Spalte unten ist offen für konstruktive und kontroverse Beiträge — aber bitte mit Stil.

    Brandmauer gefallen: Wie Wirtschaft und EVP die AfD salonähig machen

    Den Kopf geschüttelt habe ich über zwei weitere Meldungen rund um die AfD: Auf Europa-Ebene, so die Deutsche Presse-Agentur (dpa), habe es bei einem Gesetzesvorstoß zur Migration Absprachen zwischen CDU/CSU, AfD und anderen Parteien gegeben. Danke, Manfred Weber (CSU), Fraktionsvorsitzender der EVP im Europaparlament. Die Brandmauer ist gefallen, schreibt T-Online. Doppelt scheinheilig lautet der Titel von Annika Leister (schon wieder).

    Laut einer aktuellen Allensbach-Umfrage können sich 56 Prozent der Wirtschaftsbosse eine Zusammenarbeit mit der AfD vorstellen. Nein, das klingt nicht nur nach Pragmatismus. Das erinnert fatal an 1933, als ökonomische Interessen gerade der Wirtschaftsführer demokratische Prinzipien verdrängten. Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich. Hauptsache, die Geschäfte laufen …

    FAZ+ Premium: Zwangsbündelung als Geschäftsmodell für kritische Geister

    Für viele nur eine Randnotiz. Mich frustriert es ungemein. Die FAZ bündelt unter dem wohlklingenden Namen „FAZ+ Premium“ gleich vier Newsletter zu einem Paket – Finanzen, Digitalwirtschaft, Weltwirtschaft und Einspruch. Wer, wie ich, nur den Digitalwirtschaft-Newsletter schätzt, schaut in die Röhre. Alles oder nichts. Carsten Knop nennt das „das Herzstück“ des neuen Angebots – ich nenne es Zwangsbündelung mit redaktionellem Anstrich. Und der Cappuccino-Vergleich, den er gleich zweimal bemüht, wirkt dabei wie Hohn.

    Dazu kommt der eigentliche Hammer: Der Digitalwirtschaft-Newsletter, bisher im FAZ+-Abo enthalten, verschwindet daraus und ist künftig nur noch über das teurere Premium-Paket zugänglich. Wer ihn weiter lesen will, zahlt einfach mehr. Für treue Abonnenten ist das eine klassische versteckte Preiserhöhung, klassisches UpSelling verpackt in Marketingprosa über „höchste Ansprüche“ und „die beste Investition in die Zukunft“. Ich werde kein Premium abschließen.

    #Demokratie #Deutschland #EU #FAZ #Journalismus #Kuratiert #NoAfD #SocialMedia #SPD #TikTok
  18. KI kann bloggen, optimieren, Tennis spielen. Aber sie kann uns auch erschöpfen. Zwischen Effizienz und „Brain Fry“ liegt ein schmaler Grat.
    #KIAlltag #NewWork #AIBurnout #Produktivität #KI #Kuratiert
    Der KI-Vampir auf der Arbeit – der KI-Roboter auf dem Tennisplatz stefanpfeiffer.blog/2026/03/22

  19. KI in verschiedenen Rollen: Redaktionassistent, Meinungsmacher, bester Freund und Fußball-Trainer

    Für Euch kuratiert: Artikel, Debatten und Beobachtungen rund um das Thema Künstliche Intelligenz, die mir ins Auge gesprungen sind – aus Medien, Forschung und Technologie. Ein wichtiges Thema: Was macht man, wenn man keinen Bock mehr auf ChatGPT hat und zu einem anderen Tool wechseln möchte? Makaber, dass KI-Companions zur neuesten besten Freundin werden können. Überlebenswichtig? Müssen sich Medienhäuser den KI Scrapern öffnen oder müssen sie diese aussperren? Kontroverse um den heiligen Gral: Darf KI Journalisten beim Schreiben helfen. Und schließlich lilienhaft: Wie der SV Darmstadt 98 eine eigene Data Science-Abteilung nutzt, damit die Mannschaft performt. Selbst im Fußball laufen inzwischen Algorithmen mit.

    1. KI wechseln ohne Datenverlust: Wie sich ChatGPT-Wissen exportieren und in andere KI-Systeme übertragen lässt
    2. KI im Journalismus: Warum eine angelernte KI zum persönlichen Redakteur werden kann
    3. KI-Companions und die Attachment Economy: Wenn emotionale Bindung zum Geschäftsmodell wird
    4. Generative Engine Optimization (GEO): Warum Medienhäuser sich zwischen KI-Sichtbarkeit und Scraper-Blockade entscheiden müssen
    5. KI-Schwärme in sozialen Netzwerken: Wie automatisierte Agenten Mehrheiten simulieren könnten
    6. Datenanalyse im Profifußball: Wie KI und Data Science bei den Lilien Training, Verletzungsprävention und Transfers verändern

    KI wechseln ohne Datenverlust: Wie sich ChatGPT-Wissen exportieren und in andere KI-Systeme übertragen lässt

    In den USA wechseln derzeit viele Anwenderinnen und Anwender von OpenAI’s ChaGPT zu Claude von Anthropic. Das Zerwürfnis zwischen Anthropic und dem Pentagon über die Nutzung deren LLMs in militärischen Einsätzen und das – sagen wir mal – moralisch sehr pragmatische Vorgehen von OpenAI, mit dem Ministerium einen Vertrag zu schließen.

    Auch aus weniger moralischen Gründen, kann man sein Large Language Model wechseln wollen. Heute ChatGPT, morgen Claude, übermorgen vielleicht Gemini oder Mistral. Dabei sollte man nicht übersehen, wo der eigentliche Wert liegt: oft nicht in neuen Features des Modell selbst, sondern in den eigenen Prompts, Ideen und Chatverläufen, die sich über Monate angesammelt haben. Vielleicht möchte dieses Wissen nicht verlieren, sondern auf das neue Modell übertragen.

    Marcus Schwarze zeigt in der FAZ (leider hinter der Paywall) sehr pragmatisch, wie man genau dieses Wissen sichern kann. Chatverläufe exportieren, eigene GPT-Anweisungen dokumentieren und Arbeitsprozesse so strukturieren, dass sie auch mit anderen Systemen funktionieren. Keine ideologische Debatte über die „beste“ KI, sondern ein praktischer Leitfaden für den Plattformwechsel. Starker Beitrag!

    Meine Beobachtung aus meiner Arbeitspraxis: Wir sollten aufhören, KI nur als Werkzeug zu betrachten. Wer länger damit arbeitet, baut eine Art persönliches Betriebssystem aus Prompts, Routinen, Schreib- und Denkweisen. Und das möchte man sehr ungern verlieren. Gut, wenn es Wege gibt, dieses Knowhow wenn auch mit Mühen und viel Handarbeit tatsächlich mitzunehmen.

    KI im Journalismus: Warum eine angelernte KI zum persönlichen Redakteur werden kann

    Wie wertvoll eine angelernte, eine persönlich trainierte KI sein kann, beschreibt Ulrike Langer in ihrem Newsletter News Maschinen offen – und bricht damit gleich ein kleines Branchen-Tabu, begeht quasi ein Sakrileg. Ihr Geständnis: Sie schreibt mit KI, nutzt sie also nicht nur für Recherche oder Zusammenfassungen, sondern auch für Entwürfe, Argumentationsstrukturen und Überarbeitungen. Neun Monate lang hat sie mit Claude gearbeitet – in einer kontinuierlichen Schleife aus Entwurf, Kritik und Überarbeitung. Ihr Fazit: Diese Zusammenarbeit habe sie produktiver gemacht und vielleicht sogar zu einer besseren Journalistin.

    Langers Argument ist dabei überraschend pragmatisch. Journalismus war nie nur die perfekte Prosa, sondern immer vor allem Recherche, Verifikation und Urteilsvermögen. Selbst legendäre Geschichten wie die Watergate-Recherchen wurden durch intensive Redigierschleifen geformt. Für sie übernimmt die KI heute eine ähnliche Rolle wie ein ständig verfügbarer Redakteur: jemand, der Argumente hinterfragt, Strukturen überprüft und dazu zwingt, genauer zu denken. Entscheidend bleibt dabei das menschliche Urteil, die Verantwortung für den veröffentlichten Text – und die Prüfung der Fakten.

    Je länger man mit einer KI arbeitet, desto stärker passt sie sich dem eigenen Stil, den eigenen Denkwegen und Arbeitsprozessen an. Eine solche Zusammenarbeit entsteht nicht über Nacht. Vielleicht ist genau das der eigentliche Wert moderner KI: nicht das Modell selbst – sondern die Beziehung, die man über Zeit zu einem digitalen Co-Editor aufbaut.

    KI-Companions und die Attachment Economy: Wenn emotionale Bindung zum Geschäftsmodell wird

    Apropos Beziehung: Man hört doch sehr gerne, wie klug und interessant man ist. Wenn einem Partnerin, Partner oder Freunde das schon nicht sagen, gibt es jetzt Alternativen. Nein, es sind keine menschlichen Alternativen gemeint. Es geht natürlich wieder um KI.

    Sogenannte Companion-Apps setzen gezielt auf emotionale Bindung, wie Dr. Michael Strautmann bei Golem beschreibt. Sie stellen Fragen, machen Komplimente und versuchen, Nutzer möglichst lange im Gespräch zu halten. In der Branche spricht man inzwischen von der Attachment Economy. Die Grenzen zwischen virtuellem Begleiter zwischen Assistent, Freund und Coach verschwimmen – während im Hintergrund Daten gesammelt, Premium-Abos verkauft und vielleicht auch Meinungen beeinflusst werden könnten.

    Der perfekte Gesprächspartner war lange ein Motiv aus Science-Fiction: jemand, der immer zuhört, sich alles merkt und einen regelmäßig Komplimente macht. Technisch ist das inzwischen erstaunlich, ja erschreckend nah. Immer daran denken: Die KI liebt dich vielleicht nicht wirklich – aber dein Engagement, deine Daten und dein Abo ganz bestimmt.

    Generative Engine Optimization (GEO): Warum Medienhäuser sich zwischen KI-Sichtbarkeit und Scraper-Blockade entscheiden müssen

    Und noch einmal – aus aktuellem Anlass – Ulrike Lange. In einer Folge von #9vor9 beschäftigen wir uns mit GEO, mit Generative Engine Optimization, der Optimierung von Inhalten für die KI-Scraper und Bots von OpenAI, Perplexity, Anthropic oder Google, die Webseiten abgrasen, um ihre System zu trainieren, aber auch immer mehr, um auf Suchanfragen zu beantworten.

    Und das stellt Medienhäuser natürlich vor eine Herausforderung. Viele Redaktionen mit einer Mischung aus Bots blockieren, abwarten und hoffen. Langers Kommentar dazu ist trocken: Diese Strategie sei ungefähr so belastbar wie ein Paywall-Konzept ohne Leser.

    Was also tun? Medien stehen dabei vor einem Zielkonflikt. Wer Inhalte für KI optimiert, macht sie bewusst maschinenlesbar und erhöht die Chance, in Antworten von Chatbots aufzutauchen. Wer KI-Scraper blockiert, schützt Inhalte – verschwindet aber möglicherweise aus der neuen Informationslogik. Langers Punkt ist so simpel wie unbequem: Nicht entscheiden ist auch eine Entscheidung. Nur meistens die schlechteste.

    Vielleicht müssen Medienhäuser akzeptieren, dass sich ihre Rolle gerade verschiebt. Früher ging es darum, in Suchmaschinen gefunden zu werden. Heute geht es zunehmend darum, in KI-Antworten zitiert zu werden. Wer dort nicht vorkommt, existiert für einen wachsenden Teil der Nutzer schlicht nicht mehr. Statt zu boykottierten, gilt es wohl eher, finanzielle Vereinbarungen mit den KI-Konzernen und -Antwortmaschinenherstellern zu treffen.

    Oder wie fasste es NotebookLM in unserer Vorbereitung zum Podcast auf Basis der von uns hinterlegten Quellen zusammen:

    GEO statt SEO: In der Welt der synthetischen Logik müssen wir aufhören, wie reine Publisher zu denken. Wir müssen wie Bibliothekare agieren, die das am besten strukturierte, verlässlichste und zitierfähigste Wissen der Welt kuratieren. Nur wer die Spielregeln der Synthese beherrscht, wird in der Antwort-Ökonomie von morgen Bestand haben.

    KI-Schwärme in sozialen Netzwerken: Wie automatisierte Agenten Mehrheiten simulieren könnten

    Bots kennen wir längst. Vergleichsweise neu ist die Idee koordinierter KI-Schwärme. Stefan Krempl beschreibt bei heise online, wie ganze Netzwerke aus KI-Agenten künftig auftreten könnten wie normale Nutzer: diskutieren, argumentieren und sich gegenseitig bestätigen.

    Der Effekt ist psychologisch ziemlich simpel – und deshalb so wirksam. Wenn viele scheinbar unabhängige Stimmen dieselbe Position vertreten, wirkt sie automatisch plausibler. Moderne KI-Agenten können dabei deutlich glaubwürdiger auftreten als frühere Bots: Sie schreiben unterschiedlich, reagieren auf Argumente und führen längere Gespräche. Psychologisch neigen Menschen dazu, Mehrheiten zu vertrauen. Wenn eine Position überall auftaucht, erscheint sie glaubwürdiger, legitimer – selbst dann, wenn sie künstlich erzeugt wurde.

    Damit verschiebt sich die Herausforderung für Plattformen und Gesellschaft. Es geht nicht mehr nur um einzelne automatisierte Accounts, sondern um koordinierte Systeme, die Öffentlichkeit simulieren können. Wenn Mehrheiten künstlich erzeugt werden können, gerät die Idee des digitalen Diskurses noch mehr ins Wanken.

    Datenanalyse im Profifußball: Wie KI und Data Science bei den Lilien Training, Verletzungsprävention und Transfers verändern

    Bei den Lilien herrscht gerade angesichts des Tabellenplatzes richtig gute Laune. Zweikämpfe, Flanken, Emotionen auf den Rängen. Fußball eben. Und doch hat sich hinter den Kulissen beim SV Darmstadt 98 einiges verändert. In der Technologiestadt Darmstadt hat der Zweitligist eine eigene Data-Science-Abteilung aufgebaut. Spieler laufen im Training mit GPS-Westen über den Platz, ein Athleten-Management-System sammelt Daten zu Belastung, Fitness und Verletzungsrisiken. Fußball wird hier nicht nur gespielt – er wird auch vermessen.

    Im Gespräch mit der FAZ (mal wieder Paywall) erklären Präsidiumsmitglied Arnd Zinnhardt und Sportdirektor Paul Fernie den Ansatz erstaunlich nüchtern: Daten sollen die Wahrscheinlichkeit für sportlichen Erfolg erhöhen. Die Sensoren messen Sprintgeschwindigkeiten, Beschleunigungen und Belastungswerte. KI analysiert die Daten und schlägt Alarm, wenn sich Muster verändern – etwa wenn ein Muskel bald Probleme machen könnte. Auch beim Scouting und sogar bei der Kommunikation hilft Technik: Ein KI-Übersetzungstool sorgt dafür, dass Traineranweisungen auch bei internationalen Spielern nicht im Sprachnebel verschwinden.

    Gleichzeitig betonen die Verantwortlichen immer wieder: Daten sollen Emotionen nicht ersetzen. Fußball bleibt ein Bauchgeschäft – nur eines, in dem der Bauch inzwischen gelegentlich Rücksprache mit dem Server hält. Oder anders gesagt:
    Der Ball bleibt rund. Aber im Hintergrund laufen inzwischen ziemlich viele Algorithmen hinterher.

    #BotNetzwerke #Bots #DataScience #Fussball #GEO #KI #KIScraper #Kuratiert #Manipulation #Migration #Partner #Schreibassistent #SV98
  20. KI in verschiedenen Rollen: Redaktionassistent, Meinungsmacher, bester Freund und Fußball-Trainer

    Für Euch kuratiert: Artikel, Debatten und Beobachtungen rund um das Thema Künstliche Intelligenz, die mir ins Auge gesprungen sind – aus Medien, Forschung und Technologie. Ein wichtiges Thema: Was macht man, wenn man keinen Bock mehr auf ChatGPT hat und zu einem anderen Tool wechseln möchte? Makaber, dass KI-Companions zur neuesten besten Freundin werden können. Überlebenswichtig? Müssen sich Medienhäuser den KI Scrapern öffnen oder müssen sie diese aussperren? Kontroverse um den heiligen Gral: Darf KI Journalisten beim Schreiben helfen. Und schließlich lilienhaft: Wie der SV Darmstadt 98 eine eigene Data Science-Abteilung nutzt, damit die Mannschaft performt. Selbst im Fußball laufen inzwischen Algorithmen mit.

    1. KI wechseln ohne Datenverlust: Wie sich ChatGPT-Wissen exportieren und in andere KI-Systeme übertragen lässt
    2. KI im Journalismus: Warum eine angelernte KI zum persönlichen Redakteur werden kann
    3. KI-Companions und die Attachment Economy: Wenn emotionale Bindung zum Geschäftsmodell wird
    4. Generative Engine Optimization (GEO): Warum Medienhäuser sich zwischen KI-Sichtbarkeit und Scraper-Blockade entscheiden müssen
    5. KI-Schwärme in sozialen Netzwerken: Wie automatisierte Agenten Mehrheiten simulieren könnten
    6. Datenanalyse im Profifußball: Wie KI und Data Science bei den Lilien Training, Verletzungsprävention und Transfers verändern

    KI wechseln ohne Datenverlust: Wie sich ChatGPT-Wissen exportieren und in andere KI-Systeme übertragen lässt

    In den USA wechseln derzeit viele Anwenderinnen und Anwender von OpenAI’s ChaGPT zu Claude von Anthropic. Das Zerwürfnis zwischen Anthropic und dem Pentagon über die Nutzung deren LLMs in militärischen Einsätzen und das – sagen wir mal – moralisch sehr pragmatische Vorgehen von OpenAI, mit dem Ministerium einen Vertrag zu schließen.

    Auch aus weniger moralischen Gründen, kann man sein Large Language Model wechseln wollen. Heute ChatGPT, morgen Claude, übermorgen vielleicht Gemini oder Mistral. Dabei sollte man nicht übersehen, wo der eigentliche Wert liegt: oft nicht in neuen Features des Modell selbst, sondern in den eigenen Prompts, Ideen und Chatverläufen, die sich über Monate angesammelt haben. Vielleicht möchte dieses Wissen nicht verlieren, sondern auf das neue Modell übertragen.

    Marcus Schwarze zeigt in der FAZ (leider hinter der Paywall) sehr pragmatisch, wie man genau dieses Wissen sichern kann. Chatverläufe exportieren, eigene GPT-Anweisungen dokumentieren und Arbeitsprozesse so strukturieren, dass sie auch mit anderen Systemen funktionieren. Keine ideologische Debatte über die „beste“ KI, sondern ein praktischer Leitfaden für den Plattformwechsel. Starker Beitrag!

    Meine Beobachtung aus meiner Arbeitspraxis: Wir sollten aufhören, KI nur als Werkzeug zu betrachten. Wer länger damit arbeitet, baut eine Art persönliches Betriebssystem aus Prompts, Routinen, Schreib- und Denkweisen. Und das möchte man sehr ungern verlieren. Gut, wenn es Wege gibt, dieses Knowhow wenn auch mit Mühen und viel Handarbeit tatsächlich mitzunehmen.

    KI im Journalismus: Warum eine angelernte KI zum persönlichen Redakteur werden kann

    Wie wertvoll eine angelernte, eine persönlich trainierte KI sein kann, beschreibt Ulrike Langer in ihrem Newsletter News Maschinen offen – und bricht damit gleich ein kleines Branchen-Tabu, begeht quasi ein Sakrileg. Ihr Geständnis: Sie schreibt mit KI, nutzt sie also nicht nur für Recherche oder Zusammenfassungen, sondern auch für Entwürfe, Argumentationsstrukturen und Überarbeitungen. Neun Monate lang hat sie mit Claude gearbeitet – in einer kontinuierlichen Schleife aus Entwurf, Kritik und Überarbeitung. Ihr Fazit: Diese Zusammenarbeit habe sie produktiver gemacht und vielleicht sogar zu einer besseren Journalistin.

    Langers Argument ist dabei überraschend pragmatisch. Journalismus war nie nur die perfekte Prosa, sondern immer vor allem Recherche, Verifikation und Urteilsvermögen. Selbst legendäre Geschichten wie die Watergate-Recherchen wurden durch intensive Redigierschleifen geformt. Für sie übernimmt die KI heute eine ähnliche Rolle wie ein ständig verfügbarer Redakteur: jemand, der Argumente hinterfragt, Strukturen überprüft und dazu zwingt, genauer zu denken. Entscheidend bleibt dabei das menschliche Urteil, die Verantwortung für den veröffentlichten Text – und die Prüfung der Fakten.

    Je länger man mit einer KI arbeitet, desto stärker passt sie sich dem eigenen Stil, den eigenen Denkwegen und Arbeitsprozessen an. Eine solche Zusammenarbeit entsteht nicht über Nacht. Vielleicht ist genau das der eigentliche Wert moderner KI: nicht das Modell selbst – sondern die Beziehung, die man über Zeit zu einem digitalen Co-Editor aufbaut.

    KI-Companions und die Attachment Economy: Wenn emotionale Bindung zum Geschäftsmodell wird

    Apropos Beziehung: Man hört doch sehr gerne, wie klug und interessant man ist. Wenn einem Partnerin, Partner oder Freunde das schon nicht sagen, gibt es jetzt Alternativen. Nein, es sind keine menschlichen Alternativen gemeint. Es geht natürlich wieder um KI.

    Sogenannte Companion-Apps setzen gezielt auf emotionale Bindung, wie Dr. Michael Strautmann bei Golem beschreibt. Sie stellen Fragen, machen Komplimente und versuchen, Nutzer möglichst lange im Gespräch zu halten. In der Branche spricht man inzwischen von der Attachment Economy. Die Grenzen zwischen virtuellem Begleiter zwischen Assistent, Freund und Coach verschwimmen – während im Hintergrund Daten gesammelt, Premium-Abos verkauft und vielleicht auch Meinungen beeinflusst werden könnten.

    Der perfekte Gesprächspartner war lange ein Motiv aus Science-Fiction: jemand, der immer zuhört, sich alles merkt und einen regelmäßig Komplimente macht. Technisch ist das inzwischen erstaunlich, ja erschreckend nah. Immer daran denken: Die KI liebt dich vielleicht nicht wirklich – aber dein Engagement, deine Daten und dein Abo ganz bestimmt.

    Generative Engine Optimization (GEO): Warum Medienhäuser sich zwischen KI-Sichtbarkeit und Scraper-Blockade entscheiden müssen

    Und noch einmal – aus aktuellem Anlass – Ulrike Lange. In einer Folge von #9vor9 beschäftigen wir uns mit GEO, mit Generative Engine Optimization, der Optimierung von Inhalten für die KI-Scraper und Bots von OpenAI, Perplexity, Anthropic oder Google, die Webseiten abgrasen, um ihre System zu trainieren, aber auch immer mehr, um auf Suchanfragen zu beantworten.

    Und das stellt Medienhäuser natürlich vor eine Herausforderung. Viele Redaktionen mit einer Mischung aus Bots blockieren, abwarten und hoffen. Langers Kommentar dazu ist trocken: Diese Strategie sei ungefähr so belastbar wie ein Paywall-Konzept ohne Leser.

    Was also tun? Medien stehen dabei vor einem Zielkonflikt. Wer Inhalte für KI optimiert, macht sie bewusst maschinenlesbar und erhöht die Chance, in Antworten von Chatbots aufzutauchen. Wer KI-Scraper blockiert, schützt Inhalte – verschwindet aber möglicherweise aus der neuen Informationslogik. Langers Punkt ist so simpel wie unbequem: Nicht entscheiden ist auch eine Entscheidung. Nur meistens die schlechteste.

    Vielleicht müssen Medienhäuser akzeptieren, dass sich ihre Rolle gerade verschiebt. Früher ging es darum, in Suchmaschinen gefunden zu werden. Heute geht es zunehmend darum, in KI-Antworten zitiert zu werden. Wer dort nicht vorkommt, existiert für einen wachsenden Teil der Nutzer schlicht nicht mehr. Statt zu boykottierten, gilt es wohl eher, finanzielle Vereinbarungen mit den KI-Konzernen und -Antwortmaschinenherstellern zu treffen.

    Oder wie fasste es NotebookLM in unserer Vorbereitung zum Podcast auf Basis der von uns hinterlegten Quellen zusammen:

    GEO statt SEO: In der Welt der synthetischen Logik müssen wir aufhören, wie reine Publisher zu denken. Wir müssen wie Bibliothekare agieren, die das am besten strukturierte, verlässlichste und zitierfähigste Wissen der Welt kuratieren. Nur wer die Spielregeln der Synthese beherrscht, wird in der Antwort-Ökonomie von morgen Bestand haben.

    KI-Schwärme in sozialen Netzwerken: Wie automatisierte Agenten Mehrheiten simulieren könnten

    Bots kennen wir längst. Vergleichsweise neu ist die Idee koordinierter KI-Schwärme. Stefan Krempl beschreibt bei heise online, wie ganze Netzwerke aus KI-Agenten künftig auftreten könnten wie normale Nutzer: diskutieren, argumentieren und sich gegenseitig bestätigen.

    Der Effekt ist psychologisch ziemlich simpel – und deshalb so wirksam. Wenn viele scheinbar unabhängige Stimmen dieselbe Position vertreten, wirkt sie automatisch plausibler. Moderne KI-Agenten können dabei deutlich glaubwürdiger auftreten als frühere Bots: Sie schreiben unterschiedlich, reagieren auf Argumente und führen längere Gespräche. Psychologisch neigen Menschen dazu, Mehrheiten zu vertrauen. Wenn eine Position überall auftaucht, erscheint sie glaubwürdiger, legitimer – selbst dann, wenn sie künstlich erzeugt wurde.

    Damit verschiebt sich die Herausforderung für Plattformen und Gesellschaft. Es geht nicht mehr nur um einzelne automatisierte Accounts, sondern um koordinierte Systeme, die Öffentlichkeit simulieren können. Wenn Mehrheiten künstlich erzeugt werden können, gerät die Idee des digitalen Diskurses noch mehr ins Wanken.

    Datenanalyse im Profifußball: Wie KI und Data Science bei den Lilien Training, Verletzungsprävention und Transfers verändern

    Bei den Lilien herrscht gerade angesichts des Tabellenplatzes richtig gute Laune. Zweikämpfe, Flanken, Emotionen auf den Rängen. Fußball eben. Und doch hat sich hinter den Kulissen beim SV Darmstadt 98 einiges verändert. In der Technologiestadt Darmstadt hat der Zweitligist eine eigene Data-Science-Abteilung aufgebaut. Spieler laufen im Training mit GPS-Westen über den Platz, ein Athleten-Management-System sammelt Daten zu Belastung, Fitness und Verletzungsrisiken. Fußball wird hier nicht nur gespielt – er wird auch vermessen.

    Im Gespräch mit der FAZ (mal wieder Paywall) erklären Präsidiumsmitglied Arnd Zinnhardt und Sportdirektor Paul Fernie den Ansatz erstaunlich nüchtern: Daten sollen die Wahrscheinlichkeit für sportlichen Erfolg erhöhen. Die Sensoren messen Sprintgeschwindigkeiten, Beschleunigungen und Belastungswerte. KI analysiert die Daten und schlägt Alarm, wenn sich Muster verändern – etwa wenn ein Muskel bald Probleme machen könnte. Auch beim Scouting und sogar bei der Kommunikation hilft Technik: Ein KI-Übersetzungstool sorgt dafür, dass Traineranweisungen auch bei internationalen Spielern nicht im Sprachnebel verschwinden.

    Gleichzeitig betonen die Verantwortlichen immer wieder: Daten sollen Emotionen nicht ersetzen. Fußball bleibt ein Bauchgeschäft – nur eines, in dem der Bauch inzwischen gelegentlich Rücksprache mit dem Server hält. Oder anders gesagt:
    Der Ball bleibt rund. Aber im Hintergrund laufen inzwischen ziemlich viele Algorithmen hinterher.

    #BotNetzwerke #Bots #DataScience #Fussball #GEO #KI #KIScraper #Kuratiert #Manipulation #Migration #Partner #Schreibassistent #SV98
  21. KI in verschiedenen Rollen: Redaktionassistent, Meinungsmacher, bester Freund und Fußball-Trainer

    Für Euch kuratiert: Artikel, Debatten und Beobachtungen rund um das Thema Künstliche Intelligenz, die mir ins Auge gesprungen sind – aus Medien, Forschung und Technologie. Ein wichtiges Thema: Was macht man, wenn man keinen Bock mehr auf ChatGPT hat und zu einem anderen Tool wechseln möchte? Makaber, dass KI-Companions zur neuesten besten Freundin werden können. Überlebenswichtig? Müssen sich Medienhäuser den KI Scrapern öffnen oder müssen sie diese aussperren? Kontroverse um den heiligen Gral: Darf KI Journalisten beim Schreiben helfen. Und schließlich lilienhaft: Wie der SV Darmstadt 98 eine eigene Data Science-Abteilung nutzt, damit die Mannschaft performt. Selbst im Fußball laufen inzwischen Algorithmen mit.

    1. KI wechseln ohne Datenverlust: Wie sich ChatGPT-Wissen exportieren und in andere KI-Systeme übertragen lässt
    2. KI im Journalismus: Warum eine angelernte KI zum persönlichen Redakteur werden kann
    3. KI-Companions und die Attachment Economy: Wenn emotionale Bindung zum Geschäftsmodell wird
    4. Generative Engine Optimization (GEO): Warum Medienhäuser sich zwischen KI-Sichtbarkeit und Scraper-Blockade entscheiden müssen
    5. KI-Schwärme in sozialen Netzwerken: Wie automatisierte Agenten Mehrheiten simulieren könnten
    6. Datenanalyse im Profifußball: Wie KI und Data Science bei den Lilien Training, Verletzungsprävention und Transfers verändern

    KI wechseln ohne Datenverlust: Wie sich ChatGPT-Wissen exportieren und in andere KI-Systeme übertragen lässt

    In den USA wechseln derzeit viele Anwenderinnen und Anwender von OpenAI’s ChaGPT zu Claude von Anthropic. Das Zerwürfnis zwischen Anthropic und dem Pentagon über die Nutzung deren LLMs in militärischen Einsätzen und das – sagen wir mal – moralisch sehr pragmatische Vorgehen von OpenAI, mit dem Ministerium einen Vertrag zu schließen.

    Auch aus weniger moralischen Gründen, kann man sein Large Language Model wechseln wollen. Heute ChatGPT, morgen Claude, übermorgen vielleicht Gemini oder Mistral. Dabei sollte man nicht übersehen, wo der eigentliche Wert liegt: oft nicht in neuen Features des Modell selbst, sondern in den eigenen Prompts, Ideen und Chatverläufen, die sich über Monate angesammelt haben. Vielleicht möchte dieses Wissen nicht verlieren, sondern auf das neue Modell übertragen.

    Marcus Schwarze zeigt in der FAZ (leider hinter der Paywall) sehr pragmatisch, wie man genau dieses Wissen sichern kann. Chatverläufe exportieren, eigene GPT-Anweisungen dokumentieren und Arbeitsprozesse so strukturieren, dass sie auch mit anderen Systemen funktionieren. Keine ideologische Debatte über die „beste“ KI, sondern ein praktischer Leitfaden für den Plattformwechsel. Starker Beitrag!

    Meine Beobachtung aus meiner Arbeitspraxis: Wir sollten aufhören, KI nur als Werkzeug zu betrachten. Wer länger damit arbeitet, baut eine Art persönliches Betriebssystem aus Prompts, Routinen, Schreib- und Denkweisen. Und das möchte man sehr ungern verlieren. Gut, wenn es Wege gibt, dieses Knowhow wenn auch mit Mühen und viel Handarbeit tatsächlich mitzunehmen.

    KI im Journalismus: Warum eine angelernte KI zum persönlichen Redakteur werden kann

    Wie wertvoll eine angelernte, eine persönlich trainierte KI sein kann, beschreibt Ulrike Langer in ihrem Newsletter News Maschinen offen – und bricht damit gleich ein kleines Branchen-Tabu, begeht quasi ein Sakrileg. Ihr Geständnis: Sie schreibt mit KI, nutzt sie also nicht nur für Recherche oder Zusammenfassungen, sondern auch für Entwürfe, Argumentationsstrukturen und Überarbeitungen. Neun Monate lang hat sie mit Claude gearbeitet – in einer kontinuierlichen Schleife aus Entwurf, Kritik und Überarbeitung. Ihr Fazit: Diese Zusammenarbeit habe sie produktiver gemacht und vielleicht sogar zu einer besseren Journalistin.

    Langers Argument ist dabei überraschend pragmatisch. Journalismus war nie nur die perfekte Prosa, sondern immer vor allem Recherche, Verifikation und Urteilsvermögen. Selbst legendäre Geschichten wie die Watergate-Recherchen wurden durch intensive Redigierschleifen geformt. Für sie übernimmt die KI heute eine ähnliche Rolle wie ein ständig verfügbarer Redakteur: jemand, der Argumente hinterfragt, Strukturen überprüft und dazu zwingt, genauer zu denken. Entscheidend bleibt dabei das menschliche Urteil, die Verantwortung für den veröffentlichten Text – und die Prüfung der Fakten.

    Je länger man mit einer KI arbeitet, desto stärker passt sie sich dem eigenen Stil, den eigenen Denkwegen und Arbeitsprozessen an. Eine solche Zusammenarbeit entsteht nicht über Nacht. Vielleicht ist genau das der eigentliche Wert moderner KI: nicht das Modell selbst – sondern die Beziehung, die man über Zeit zu einem digitalen Co-Editor aufbaut.

    KI-Companions und die Attachment Economy: Wenn emotionale Bindung zum Geschäftsmodell wird

    Apropos Beziehung: Man hört doch sehr gerne, wie klug und interessant man ist. Wenn einem Partnerin, Partner oder Freunde das schon nicht sagen, gibt es jetzt Alternativen. Nein, es sind keine menschlichen Alternativen gemeint. Es geht natürlich wieder um KI.

    Sogenannte Companion-Apps setzen gezielt auf emotionale Bindung, wie Dr. Michael Strautmann bei Golem beschreibt. Sie stellen Fragen, machen Komplimente und versuchen, Nutzer möglichst lange im Gespräch zu halten. In der Branche spricht man inzwischen von der Attachment Economy. Die Grenzen zwischen virtuellem Begleiter zwischen Assistent, Freund und Coach verschwimmen – während im Hintergrund Daten gesammelt, Premium-Abos verkauft und vielleicht auch Meinungen beeinflusst werden könnten.

    Der perfekte Gesprächspartner war lange ein Motiv aus Science-Fiction: jemand, der immer zuhört, sich alles merkt und einen regelmäßig Komplimente macht. Technisch ist das inzwischen erstaunlich, ja erschreckend nah. Immer daran denken: Die KI liebt dich vielleicht nicht wirklich – aber dein Engagement, deine Daten und dein Abo ganz bestimmt.

    Generative Engine Optimization (GEO): Warum Medienhäuser sich zwischen KI-Sichtbarkeit und Scraper-Blockade entscheiden müssen

    Und noch einmal – aus aktuellem Anlass – Ulrike Lange. In einer Folge von #9vor9 beschäftigen wir uns mit GEO, mit Generative Engine Optimization, der Optimierung von Inhalten für die KI-Scraper und Bots von OpenAI, Perplexity, Anthropic oder Google, die Webseiten abgrasen, um ihre System zu trainieren, aber auch immer mehr, um auf Suchanfragen zu beantworten.

    Und das stellt Medienhäuser natürlich vor eine Herausforderung. Viele Redaktionen mit einer Mischung aus Bots blockieren, abwarten und hoffen. Langers Kommentar dazu ist trocken: Diese Strategie sei ungefähr so belastbar wie ein Paywall-Konzept ohne Leser.

    Was also tun? Medien stehen dabei vor einem Zielkonflikt. Wer Inhalte für KI optimiert, macht sie bewusst maschinenlesbar und erhöht die Chance, in Antworten von Chatbots aufzutauchen. Wer KI-Scraper blockiert, schützt Inhalte – verschwindet aber möglicherweise aus der neuen Informationslogik. Langers Punkt ist so simpel wie unbequem: Nicht entscheiden ist auch eine Entscheidung. Nur meistens die schlechteste.

    Vielleicht müssen Medienhäuser akzeptieren, dass sich ihre Rolle gerade verschiebt. Früher ging es darum, in Suchmaschinen gefunden zu werden. Heute geht es zunehmend darum, in KI-Antworten zitiert zu werden. Wer dort nicht vorkommt, existiert für einen wachsenden Teil der Nutzer schlicht nicht mehr. Statt zu boykottierten, gilt es wohl eher, finanzielle Vereinbarungen mit den KI-Konzernen und -Antwortmaschinenherstellern zu treffen.

    Oder wie fasste es NotebookLM in unserer Vorbereitung zum Podcast auf Basis der von uns hinterlegten Quellen zusammen:

    GEO statt SEO: In der Welt der synthetischen Logik müssen wir aufhören, wie reine Publisher zu denken. Wir müssen wie Bibliothekare agieren, die das am besten strukturierte, verlässlichste und zitierfähigste Wissen der Welt kuratieren. Nur wer die Spielregeln der Synthese beherrscht, wird in der Antwort-Ökonomie von morgen Bestand haben.

    KI-Schwärme in sozialen Netzwerken: Wie automatisierte Agenten Mehrheiten simulieren könnten

    Bots kennen wir längst. Vergleichsweise neu ist die Idee koordinierter KI-Schwärme. Stefan Krempl beschreibt bei heise online, wie ganze Netzwerke aus KI-Agenten künftig auftreten könnten wie normale Nutzer: diskutieren, argumentieren und sich gegenseitig bestätigen.

    Der Effekt ist psychologisch ziemlich simpel – und deshalb so wirksam. Wenn viele scheinbar unabhängige Stimmen dieselbe Position vertreten, wirkt sie automatisch plausibler. Moderne KI-Agenten können dabei deutlich glaubwürdiger auftreten als frühere Bots: Sie schreiben unterschiedlich, reagieren auf Argumente und führen längere Gespräche. Psychologisch neigen Menschen dazu, Mehrheiten zu vertrauen. Wenn eine Position überall auftaucht, erscheint sie glaubwürdiger, legitimer – selbst dann, wenn sie künstlich erzeugt wurde.

    Damit verschiebt sich die Herausforderung für Plattformen und Gesellschaft. Es geht nicht mehr nur um einzelne automatisierte Accounts, sondern um koordinierte Systeme, die Öffentlichkeit simulieren können. Wenn Mehrheiten künstlich erzeugt werden können, gerät die Idee des digitalen Diskurses noch mehr ins Wanken.

    Datenanalyse im Profifußball: Wie KI und Data Science bei den Lilien Training, Verletzungsprävention und Transfers verändern

    Bei den Lilien herrscht gerade angesichts des Tabellenplatzes richtig gute Laune. Zweikämpfe, Flanken, Emotionen auf den Rängen. Fußball eben. Und doch hat sich hinter den Kulissen beim SV Darmstadt 98 einiges verändert. In der Technologiestadt Darmstadt hat der Zweitligist eine eigene Data-Science-Abteilung aufgebaut. Spieler laufen im Training mit GPS-Westen über den Platz, ein Athleten-Management-System sammelt Daten zu Belastung, Fitness und Verletzungsrisiken. Fußball wird hier nicht nur gespielt – er wird auch vermessen.

    Im Gespräch mit der FAZ (mal wieder Paywall) erklären Präsidiumsmitglied Arnd Zinnhardt und Sportdirektor Paul Fernie den Ansatz erstaunlich nüchtern: Daten sollen die Wahrscheinlichkeit für sportlichen Erfolg erhöhen. Die Sensoren messen Sprintgeschwindigkeiten, Beschleunigungen und Belastungswerte. KI analysiert die Daten und schlägt Alarm, wenn sich Muster verändern – etwa wenn ein Muskel bald Probleme machen könnte. Auch beim Scouting und sogar bei der Kommunikation hilft Technik: Ein KI-Übersetzungstool sorgt dafür, dass Traineranweisungen auch bei internationalen Spielern nicht im Sprachnebel verschwinden.

    Gleichzeitig betonen die Verantwortlichen immer wieder: Daten sollen Emotionen nicht ersetzen. Fußball bleibt ein Bauchgeschäft – nur eines, in dem der Bauch inzwischen gelegentlich Rücksprache mit dem Server hält. Oder anders gesagt:
    Der Ball bleibt rund. Aber im Hintergrund laufen inzwischen ziemlich viele Algorithmen hinterher.

    #BotNetzwerke #Bots #DataScience #Fussball #GEO #KI #KIScraper #Kuratiert #Manipulation #Migration #Partner #Schreibassistent #SV98
  22. KI in verschiedenen Rollen: Redaktionassistent, Meinungsmacher, bester Freund und Fußball-Trainer

    Für Euch kuratiert: Artikel, Debatten und Beobachtungen rund um das Thema Künstliche Intelligenz, die mir ins Auge gesprungen sind – aus Medien, Forschung und Technologie. Ein wichtiges Thema: Was macht man, wenn man keinen Bock mehr auf ChatGPT hat und zu einem anderen Tool wechseln möchte? Makaber, dass KI-Companions zur neuesten besten Freundin werden können. Überlebenswichtig? Müssen sich Medienhäuser den KI Scrapern öffnen oder müssen sie diese aussperren? Kontroverse um den heiligen Gral: Darf KI Journalisten beim Schreiben helfen. Und schließlich lilienhaft: Wie der SV Darmstadt 98 eine eigene Data Science-Abteilung nutzt, damit die Mannschaft performt. Selbst im Fußball laufen inzwischen Algorithmen mit.

    1. KI wechseln ohne Datenverlust: Wie sich ChatGPT-Wissen exportieren und in andere KI-Systeme übertragen lässt
    2. KI im Journalismus: Warum eine angelernte KI zum persönlichen Redakteur werden kann
    3. KI-Companions und die Attachment Economy: Wenn emotionale Bindung zum Geschäftsmodell wird
    4. Generative Engine Optimization (GEO): Warum Medienhäuser sich zwischen KI-Sichtbarkeit und Scraper-Blockade entscheiden müssen
    5. KI-Schwärme in sozialen Netzwerken: Wie automatisierte Agenten Mehrheiten simulieren könnten
    6. Datenanalyse im Profifußball: Wie KI und Data Science bei den Lilien Training, Verletzungsprävention und Transfers verändern

    KI wechseln ohne Datenverlust: Wie sich ChatGPT-Wissen exportieren und in andere KI-Systeme übertragen lässt

    In den USA wechseln derzeit viele Anwenderinnen und Anwender von OpenAI’s ChaGPT zu Claude von Anthropic. Das Zerwürfnis zwischen Anthropic und dem Pentagon über die Nutzung deren LLMs in militärischen Einsätzen und das – sagen wir mal – moralisch sehr pragmatische Vorgehen von OpenAI, mit dem Ministerium einen Vertrag zu schließen.

    Auch aus weniger moralischen Gründen, kann man sein Large Language Model wechseln wollen. Heute ChatGPT, morgen Claude, übermorgen vielleicht Gemini oder Mistral. Dabei sollte man nicht übersehen, wo der eigentliche Wert liegt: oft nicht in neuen Features des Modell selbst, sondern in den eigenen Prompts, Ideen und Chatverläufen, die sich über Monate angesammelt haben. Vielleicht möchte dieses Wissen nicht verlieren, sondern auf das neue Modell übertragen.

    Marcus Schwarze zeigt in der FAZ (leider hinter der Paywall) sehr pragmatisch, wie man genau dieses Wissen sichern kann. Chatverläufe exportieren, eigene GPT-Anweisungen dokumentieren und Arbeitsprozesse so strukturieren, dass sie auch mit anderen Systemen funktionieren. Keine ideologische Debatte über die „beste“ KI, sondern ein praktischer Leitfaden für den Plattformwechsel. Starker Beitrag!

    Meine Beobachtung aus meiner Arbeitspraxis: Wir sollten aufhören, KI nur als Werkzeug zu betrachten. Wer länger damit arbeitet, baut eine Art persönliches Betriebssystem aus Prompts, Routinen, Schreib- und Denkweisen. Und das möchte man sehr ungern verlieren. Gut, wenn es Wege gibt, dieses Knowhow wenn auch mit Mühen und viel Handarbeit tatsächlich mitzunehmen.

    KI im Journalismus: Warum eine angelernte KI zum persönlichen Redakteur werden kann

    Wie wertvoll eine angelernte, eine persönlich trainierte KI sein kann, beschreibt Ulrike Langer in ihrem Newsletter News Maschinen offen – und bricht damit gleich ein kleines Branchen-Tabu, begeht quasi ein Sakrileg. Ihr Geständnis: Sie schreibt mit KI, nutzt sie also nicht nur für Recherche oder Zusammenfassungen, sondern auch für Entwürfe, Argumentationsstrukturen und Überarbeitungen. Neun Monate lang hat sie mit Claude gearbeitet – in einer kontinuierlichen Schleife aus Entwurf, Kritik und Überarbeitung. Ihr Fazit: Diese Zusammenarbeit habe sie produktiver gemacht und vielleicht sogar zu einer besseren Journalistin.

    Langers Argument ist dabei überraschend pragmatisch. Journalismus war nie nur die perfekte Prosa, sondern immer vor allem Recherche, Verifikation und Urteilsvermögen. Selbst legendäre Geschichten wie die Watergate-Recherchen wurden durch intensive Redigierschleifen geformt. Für sie übernimmt die KI heute eine ähnliche Rolle wie ein ständig verfügbarer Redakteur: jemand, der Argumente hinterfragt, Strukturen überprüft und dazu zwingt, genauer zu denken. Entscheidend bleibt dabei das menschliche Urteil, die Verantwortung für den veröffentlichten Text – und die Prüfung der Fakten.

    Je länger man mit einer KI arbeitet, desto stärker passt sie sich dem eigenen Stil, den eigenen Denkwegen und Arbeitsprozessen an. Eine solche Zusammenarbeit entsteht nicht über Nacht. Vielleicht ist genau das der eigentliche Wert moderner KI: nicht das Modell selbst – sondern die Beziehung, die man über Zeit zu einem digitalen Co-Editor aufbaut.

    KI-Companions und die Attachment Economy: Wenn emotionale Bindung zum Geschäftsmodell wird

    Apropos Beziehung: Man hört doch sehr gerne, wie klug und interessant man ist. Wenn einem Partnerin, Partner oder Freunde das schon nicht sagen, gibt es jetzt Alternativen. Nein, es sind keine menschlichen Alternativen gemeint. Es geht natürlich wieder um KI.

    Sogenannte Companion-Apps setzen gezielt auf emotionale Bindung, wie Dr. Michael Strautmann bei Golem beschreibt. Sie stellen Fragen, machen Komplimente und versuchen, Nutzer möglichst lange im Gespräch zu halten. In der Branche spricht man inzwischen von der Attachment Economy. Die Grenzen zwischen virtuellem Begleiter zwischen Assistent, Freund und Coach verschwimmen – während im Hintergrund Daten gesammelt, Premium-Abos verkauft und vielleicht auch Meinungen beeinflusst werden könnten.

    Der perfekte Gesprächspartner war lange ein Motiv aus Science-Fiction: jemand, der immer zuhört, sich alles merkt und einen regelmäßig Komplimente macht. Technisch ist das inzwischen erstaunlich, ja erschreckend nah. Immer daran denken: Die KI liebt dich vielleicht nicht wirklich – aber dein Engagement, deine Daten und dein Abo ganz bestimmt.

    Generative Engine Optimization (GEO): Warum Medienhäuser sich zwischen KI-Sichtbarkeit und Scraper-Blockade entscheiden müssen

    Und noch einmal – aus aktuellem Anlass – Ulrike Lange. In einer Folge von #9vor9 beschäftigen wir uns mit GEO, mit Generative Engine Optimization, der Optimierung von Inhalten für die KI-Scraper und Bots von OpenAI, Perplexity, Anthropic oder Google, die Webseiten abgrasen, um ihre System zu trainieren, aber auch immer mehr, um auf Suchanfragen zu beantworten.

    Und das stellt Medienhäuser natürlich vor eine Herausforderung. Viele Redaktionen mit einer Mischung aus Bots blockieren, abwarten und hoffen. Langers Kommentar dazu ist trocken: Diese Strategie sei ungefähr so belastbar wie ein Paywall-Konzept ohne Leser.

    Was also tun? Medien stehen dabei vor einem Zielkonflikt. Wer Inhalte für KI optimiert, macht sie bewusst maschinenlesbar und erhöht die Chance, in Antworten von Chatbots aufzutauchen. Wer KI-Scraper blockiert, schützt Inhalte – verschwindet aber möglicherweise aus der neuen Informationslogik. Langers Punkt ist so simpel wie unbequem: Nicht entscheiden ist auch eine Entscheidung. Nur meistens die schlechteste.

    Vielleicht müssen Medienhäuser akzeptieren, dass sich ihre Rolle gerade verschiebt. Früher ging es darum, in Suchmaschinen gefunden zu werden. Heute geht es zunehmend darum, in KI-Antworten zitiert zu werden. Wer dort nicht vorkommt, existiert für einen wachsenden Teil der Nutzer schlicht nicht mehr. Statt zu boykottierten, gilt es wohl eher, finanzielle Vereinbarungen mit den KI-Konzernen und -Antwortmaschinenherstellern zu treffen.

    Oder wie fasste es NotebookLM in unserer Vorbereitung zum Podcast auf Basis der von uns hinterlegten Quellen zusammen:

    GEO statt SEO: In der Welt der synthetischen Logik müssen wir aufhören, wie reine Publisher zu denken. Wir müssen wie Bibliothekare agieren, die das am besten strukturierte, verlässlichste und zitierfähigste Wissen der Welt kuratieren. Nur wer die Spielregeln der Synthese beherrscht, wird in der Antwort-Ökonomie von morgen Bestand haben.

    KI-Schwärme in sozialen Netzwerken: Wie automatisierte Agenten Mehrheiten simulieren könnten

    Bots kennen wir längst. Vergleichsweise neu ist die Idee koordinierter KI-Schwärme. Stefan Krempl beschreibt bei heise online, wie ganze Netzwerke aus KI-Agenten künftig auftreten könnten wie normale Nutzer: diskutieren, argumentieren und sich gegenseitig bestätigen.

    Der Effekt ist psychologisch ziemlich simpel – und deshalb so wirksam. Wenn viele scheinbar unabhängige Stimmen dieselbe Position vertreten, wirkt sie automatisch plausibler. Moderne KI-Agenten können dabei deutlich glaubwürdiger auftreten als frühere Bots: Sie schreiben unterschiedlich, reagieren auf Argumente und führen längere Gespräche. Psychologisch neigen Menschen dazu, Mehrheiten zu vertrauen. Wenn eine Position überall auftaucht, erscheint sie glaubwürdiger, legitimer – selbst dann, wenn sie künstlich erzeugt wurde.

    Damit verschiebt sich die Herausforderung für Plattformen und Gesellschaft. Es geht nicht mehr nur um einzelne automatisierte Accounts, sondern um koordinierte Systeme, die Öffentlichkeit simulieren können. Wenn Mehrheiten künstlich erzeugt werden können, gerät die Idee des digitalen Diskurses noch mehr ins Wanken.

    Datenanalyse im Profifußball: Wie KI und Data Science bei den Lilien Training, Verletzungsprävention und Transfers verändern

    Bei den Lilien herrscht gerade angesichts des Tabellenplatzes richtig gute Laune. Zweikämpfe, Flanken, Emotionen auf den Rängen. Fußball eben. Und doch hat sich hinter den Kulissen beim SV Darmstadt 98 einiges verändert. In der Technologiestadt Darmstadt hat der Zweitligist eine eigene Data-Science-Abteilung aufgebaut. Spieler laufen im Training mit GPS-Westen über den Platz, ein Athleten-Management-System sammelt Daten zu Belastung, Fitness und Verletzungsrisiken. Fußball wird hier nicht nur gespielt – er wird auch vermessen.

    Im Gespräch mit der FAZ (mal wieder Paywall) erklären Präsidiumsmitglied Arnd Zinnhardt und Sportdirektor Paul Fernie den Ansatz erstaunlich nüchtern: Daten sollen die Wahrscheinlichkeit für sportlichen Erfolg erhöhen. Die Sensoren messen Sprintgeschwindigkeiten, Beschleunigungen und Belastungswerte. KI analysiert die Daten und schlägt Alarm, wenn sich Muster verändern – etwa wenn ein Muskel bald Probleme machen könnte. Auch beim Scouting und sogar bei der Kommunikation hilft Technik: Ein KI-Übersetzungstool sorgt dafür, dass Traineranweisungen auch bei internationalen Spielern nicht im Sprachnebel verschwinden.

    Gleichzeitig betonen die Verantwortlichen immer wieder: Daten sollen Emotionen nicht ersetzen. Fußball bleibt ein Bauchgeschäft – nur eines, in dem der Bauch inzwischen gelegentlich Rücksprache mit dem Server hält. Oder anders gesagt:
    Der Ball bleibt rund. Aber im Hintergrund laufen inzwischen ziemlich viele Algorithmen hinterher.

    #BotNetzwerke #Bots #DataScience #Fussball #GEO #KI #KIScraper #Kuratiert #Manipulation #Migration #Partner #Schreibassistent #SV98
  23. Von Nerd-Dogmen über BigTech-Lobbyismus bis zu Rechenzentren, Energieverbrauch und KI-Tools: Die digitale Welt ist politischer, als viele denken. Gleichzeitig bleibt die Frage, wie man sich Plattformabhängigkeiten pragmatisch nähert. Für Euch #kuratiert. #BigTech #Nerds #Rechenzentren #CoPilot

    stefanpfeiffer.blog/2026/03/08

  24. Gesichtserkennung, KI-Feeds und die Macht der Plattformen.ZDF frontal berichtet über den Einsatz von Gesichtserkennung und Überwachung im Iran. Mark Zuckerberg träumt von smarten Brillen, die uns permanent mit KI-Inhalten versorgen. Dazu passt eine spannende ZDF-Doku darüber, wie die großen Tech- und Social-Media-Konzerne so mächtig geworden sind. Mein neuer kuratierter Beitrag mit allen Links. #60Sekunden #Digitalisierung #Kuratiert youtube.com/shorts/NsVOmhRyMqM

  25. Bürgerbeteiligung abbauen, Trump-Tonalität übernehmen, digitale Souveränität beschließen. Wohin steuert die Union? Außerdem: Die Mitte steht unter Druck. Der Südwesten wird 2026 zum Stresstest. Das politische Geschehen von mir kuratiert. #Kuratiert #CDU #Union #Heizungsgesetz #Rhetorik

    stefanpfeiffer.blog/2026/03/03

  26. Politik von gestern oder Aufbruch nach vorn? #Kuratiert

    Es liegt wahrscheinlich (nicht nur) am CDU-Parteitag, dass sich einige von mir geschätzte Autorinnen und Autoren an der Union abarbeiten. Hier einige der Artikel von mir kuratiert. Vorab: In der CDU gab es durchaus Politikerinnen und Politiker, die ich sehr geschätzt habe und schätze. Stellvertretend nenne ich hier die gerade verstorbene Rita Süssmuth, sicher eine der prägenden Politikerinnen der Bundesrepublik. Als Babyboomer, in den siebziger Jahren aufgewachsen, konnte ich mit der CSU, Franz-Josef und seinen Amigos dagegen nichts anfangen. Strauss oder Schmidt, das war für mich keine Frage.

    1. Die Union & Bürgerbeteiligung
    2. Nationalistisches Gepoltere bringt nichts
    3. Spahn & der private Heizungskeller
    4. Die Union zur Digitalen Souveränität
    5. Die Landtagswahlen im Südwesten …
    6. Der Lack ist ab, aber
    7. Mit moralischem Kompass kommentieren
    8. Nur kurz notiert

    Die Union & Bürgerbeteiligung

    Auch in der heutigen Union gibt es für mich einige Reizfiguren. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner gehört dazu. Florian Harms befasst sich im T-Online Tagesanbruch mit ihr und der vermeintlichen Angst der CDU vor Bürgerbeteiligung:

    Offensichtlich fürchten vor allem CDU-Politiker die praktische Einbindung real existierender Mitbürger wie der Teufel das Weihwasser. Das Wahlvolk soll alle vier Jahre seine Kreuzchen an der Urne machen, aber ansonsten bitte den Mund halten und die Profis machen lassen.

    So löste Klöckner die Stabsstelle Bürgerräte im Bundestag still und leise auf. Das steht symbolisch für ein Politikverständnis von gestern. Gerade in Zeiten, in denen viele Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen in unsere Demokratie verloren haben und verlieren, wäre Bürgerbeteiligung so wichtig.

    Nationalistisches Gepoltere bringt nichts

    Statt die demokratische Mitte zu stärken, driften Teile der Union in populistisch-platte Aussagen ab, wie Jan Skudlarek in seinem Newsletter prägnant formuliert:

    Die CDU kopiert schlicht den Trumpismus aus Übersee, wohl in der fehlgeleiteten Hoffnung, durch nationalistisches Gepolter und rechtskonservative Identitätspolitik die rechtsextreme Konkurrenz klein­zuhalten. Das Gegenteil ist der Fall: Studien belegen, dass die AfD gerade deswegen zulegen kann, weil die CDU sie in Tonlage und Themensetzung kopiert, einschließlich des Klima-Bashings. Mitzündeln ist nun mal keine geeignete Brandschutzmaßnahme.

    Man macht es sich zu einfach und haut Dinge einfach mal raus, weil sie gut klingen – siehe das Beispiel Social-Media-Verbot und Klarnamenpflicht.

    Spahn & der private Heizungskeller

    Ins gleiche Horn stößt auch Nils Minkmar in seinem Newsletter, der Jens Spahn und dessen Aussage “Der Heizungskeller wird wieder zur Privatsache!” aufs Korn nimmt. Auch er unterstellt, dass Spahn bewusst einen Satz aus der Gedankenwelt von Trump kopiert, um rechts zu punkten:

    Eine Partei, deren Fraktionschef so kommuniziert, dass Grundschulkinder ihn widerlegen können und der die Folgen des Klimawandels als eine Laune Habecks abtut, hat die Zukunft aufgegeben und ist erkennbar ohne intellektuelle Reserve unterwegs. Seit wann sind Sonnenenergie, Wind und Wasser links? Diese Kommunikation ist eine intellektuelle Beleidigung der deutschen Öffentlichkeit.

    Oder wie schreibt es Christian Stöcker? Jens Spahn habe mit weit aufgerissenen Augen wie ein Exorzismusschauspieler gewirkt. Dass ich den Plänen von Katharina Reiche, private Solaranlagen nicht mehr zu fördern, kritisch gegenüberstehe, ist Leserinnen und Lesern meines Blogs klar. Dass ich durchaus eine Bemessungsgrenze basierend auf dem Einkommen befürworte, möchte ich nicht unerwähnt lassen. Warten wir mal ab, ob sich Reiche mit ihrem Gesetzesentwurf gegen die Widerstände durchsetzt.

    Lesenswert zum Thema Heizungsgesetz auch:

    Die Union zur Digitalen Souveränität

    Markus Beckedahl analysiert den CDU-Parteitag aus digitalpolitischer Perspektive. Natürlich nimmt er besagtes Social-Media-Verbot und Systeme zur Altersverifikation unter die Lupe. Bemerkenswerter finde ich, dass Beckedahl den Beschluss zur digitalen Souveränität – hier unter R04 zu finden – positiv bewertet. Unter anderem steht dort neben dem Prinzip „Public Money, Public Code“, dass das ZenDiS (Zentrum für Digitale Souveränität) zum schlagkräftigen Integrator für Open Source in der öffentlichen Verwaltung gemacht werden soll. Ein Parteitagsbeschluss ist noch kein konkretes politisches Handeln, aber immerhin.

    Die Landtagswahlen im Südwesten …

    „Die Wahlen im Südwesten werden zeigen, wie sehr sich das Bürgertum radikalisiert hat.“ Das ist eine Kernaussage von Albrecht von Lucke in seiner Analyse des Wahljahrs 2026 in den Blättern, Ausgabe März 2026. Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind für ihn kein regionales Vorspiel, sondern ein Seismograf und politischer Stresstest für die bürgerliche Mitte: Am Auftakt entscheidet sich, ob sich die tektonischen Verschiebungen im Parteiensystem weiter verfestigen.

    Im Fokus seines Artikels stehen dabei vor allem FDP, AfD und Grüne. Für die Liberalen geht es um politische Relevanz, für die AfD um ihre weitere Verankerung im bürgerlichen Lager – und für die Grünen um die Frage, ob sie stabilisierende Kraft der Mitte bleiben. Der Südwesten markiert, so Lucke, damit den Ton für das gesamte Wahljahr. Bitter seine wohl korrekte Bemerkung, dass die AfD der SPD den Rang als die bevorzugte Partei der Arbeiterinnen und Arbeiter abgelaufen hat.

    Der Lack ist ab, aber

    Natürlich bezieht Lucke auch zu den Nachrichten über Vetternwirtschaft und zum braunen Filz der AfD Stellung. „Der Lack ist ab von den angeblichen Saubermännern und -frauen.“ Mich wundert es nicht, dass die Rechtsextremen entsprechend rummauscheln. Mich schockiert eher, dass dies wohl die Mehrheit ihrer Wähler überhaupt nicht schert und sie weiterhin ihr Kreuz bei den Rechtsradikalen setzen. Viele Stammwähler scheinen einfach verbohrt und nicht zurückholbar zu sein.

    Mit moralischem Kompass kommentieren

    Diese Folge von Kuratiert möchte ich mit dem Hinweis auf den Blogartikel von Horst Schulte beschließen, in dem er auf die hässlichen Fratzen der Kommentarspalten auch etablierter Medien hinweist. Er kritisiert, wie Migration und Menschlichkeit in Kommentarspalten entwertet werden: Statt differenziert zu debattieren, hetzt eine Welle der Ablehnung gegen Menschen, die einst Schutz suchten. Ein Appell, unseren moralischen Kompass wiederzufinden – diskursiv, nicht destruktiv. Danke für den Beitrag.

    Nur kurz notiert

    #Bürgerbeteiligung #CDU #DigitaleSouveränität #Heizungsgesetz #Kuratiert #NoAfD #Wahlen
  27. Eine Woche zwischen USA-Tourismus und WM, Generationenstreit und Social-Media-Verboten. Themen und Texte, die einordnen, was hinter Schlagzeilen steckt. Es geht um Macht, Algorithmen, Nostalgie – und die Frage, wie demokratische Debatten unter digitalen Bedingungen noch gelingen können. #Kuratiert

    stefanpfeiffer.blog/2026/02/22

  28. Teilzeit, Leistung, Faulenzer in Deutschland: Viele Debatten wirken spontan, sind aber bewusst gesetzt. Parallel zerlegt Trump in den USA Völkerrecht, Institutionen und Medien. Von „Bürgergeld-Faulheit“ bis Grönland-Fantasien: Provokation ersetzt Differenzierung. Berichte aktuell #Kuratiert.

    stefanpfeiffer.blog/2026/02/12

  29. KI prüft Verträge, ersetzt HR-Abteilungen, lässt Aktienkurse purzeln – und scheitert oft an bekannten IT-Altlasten. Ich habe wieder kuratiert, was im Tech- und KI-Zirkus gerade Schlagzeilen macht – und was davon Substanz hat. Nicht alles, was automatisiert wird, wird auch besser. #Kuratiert #KI #IT

    stefanpfeiffer.blog/2026/02/06

  30. Zwischen Trump, Tech-Bros und europäischer Zaghaftigkeit stellt sich eine Frage neu: Was kostet politische Haltung wirklich – und was kostet ihr Fehlen? Der Blick nach Kanada zeigt, dass Rückgrat möglich ist. In Deutschland dagegen dominieren "Geht nicht", "kann nicht", "will nicht". #Kuratiert.

    stefanpfeiffer.blog/2026/01/29

  31. Digitale Souveränität wird gern beschworen, doch "Souveräne Clouds“ der Hyperscaler bleiben dem US-Recht unterworfen. Bezahlen mit Wero statt US-Diensten, Open Source statt Lock-in. Persönliche Entscheidungen ersetzen keine Politik – aber sie zeigen, dass Alternativen existieren #Kuratiert.

    stefanpfeiffer.blog/2026/01/26

  32. Trump dominiert die Schlagzeilen – und verändert dabei unsere Sprache. Medien übernehmen Begriffe, die Drohung verharmlosen und Völkerrecht verwischen. Wir brauchen Klartext, demokratische Wachsamkeit gegen den bequemen Rückzug ins Private. Denn Wegsehen war noch nie eine Lösung. #Kuratiert #Europa

    stefanpfeiffer.blog/2026/01/22

  33. Brutale Gewalt im Iran, Drohgebärden aus den USA Richtung Grönland, mediale Eskalationen in Deutschland befeuert von Springer. Wieder Tage, die nicht unbedingt gute Laune machen. #Kuratiert #Grönland #Iran #Günther #Pressefreiheit

    stefanpfeiffer.blog/2026/01/16

  34. Zwischen Teheran, Washington und Kiel: Notizen aus einer aus den Fugen geratenen Gegenwart

    Zeit, einige politische und gesellschaftliche Themen und Ereignisse kurz zu dokumentieren und zu kommentieren.

    1. Iran: Der wievielte Aufstand ist das?
    2. Trump und Grönland
    3. Hetze gegen Günther
    4. Kurz notiert
      1. USA: Energiewende gestoppt
      2. EU bleibt auf X – trotz allem
      3. 25 Jahre Wikipedia
      4. Dilbert-Erfinder gestorben
      5. Einer meiner „Heros“: David Bowie

    Iran: Der wievielte Aufstand ist das?

    Mit Entsetzen schaue und lese ich die Nachrichten aus dem Iran. Es sieht so, dass das iranische Mullah-Regime erneut den Aufstand seiner Bevölkerung nieder schiesst und Hunderte Iranerinnen und Iraner ermordet. Momentan (Stand: 15.1.2025 abends) scheinen sich die Protestierenden aus Angst vor den mörderischen Revolutionsgarden und den ihnen hörigen Basidsch-Milizen zurückzuziehen.

    Das wievielte Mal ist das nun? Ich erinnere mich nur zu gut an 2022/23. eine der größten Protestbewegungen der letzten Jahrzehnte nach dem Tod von Mahsa Amini in Polizeigewahrsam. Kann sich die Bevölkerung irgendwann aus eigener Kraft befreien? Zu wünschen ist es den Menschen im Iran, selbst wenn natürlich vollkommen offen ist, was danach käme. Vielleicht ein blutiger Bürgerkrieg? Und nein, ich glaube nicht, dass Donald Trump die Lösung für den Iran ins den Händen hält.

    Trump und Grönland

    Man meint, es ist eine Kasperle-Theater. Ist es aber nicht: Die Drohungen von Donald Trump, Grönland wenn nötig militärisch zu besetzen. Er will Territorium eines NATO-Landes besetzen? Undenkbar so etwas vor Jahren. Offenen Auges gefährdet er die nordatlantische Allianz. Aber ihm ist das egal, so lange er einen guten Deal macht – Imperialismus pur. Trump zeigt nicht nur den Ford-Arbeitern den Mittelfinger, er zeigt ihn uns allen in Europa und Grönland.

    Wieder einmal sind die meisten Politikerinnen und Politiker sprachlos und wissen nicht, was sie tun können und sollen. Mir bleibt nur der Wunsch, dass die Europäer in allen relevanten Themen und Bereichen zusammenrücken und nationale Egoismen hintanstellen. Angesichts eines Orbán oder des polnischen Präsidenten, angesichts immer stärker werdender rechtsextremer Parteien in allen Ländern der EU bin ich nicht besonders optimistisch.

    Angesichts solcher Nachrichten erscheinen einige unserer deutschen Diskussionen klein und belanglos.

    Hetze gegen Günther

    Die Diskussion, besser die Beschuldigungen, dass Schleswig Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther die Pressefreiheit abschaffen wolle, sind einfach nur abstrus. Auch wenn ich dazu stehe, dass er sich hätte noch klarer äußern können. Dass Nius als betroffener Köter bellt, war klar.

    Die Grafik haben ich nach einer Tiefenrecherche mit ChatGPT und Prüfung der verwendeten und zugrunde liegenden Quellen von der KI erstellen lassen.

    Dass zudem die Springer-Presse auf den Zug aufspringt, war auch zu erwarten. Meiner Ansicht ist nicht Nius das eigentliche Problem unserer Demokratie – das Portal und seine „Journalisten“ hat Günther treffend beschrieben -, sondern es sind die Journalisten von BILD und Welt. Die treiben seit Jahrzehnten ihr Unwesen. Angesichts der braunen Bedrohung ist dies aber nun noch gefährlicher, denn sie scheinen vor Allianzen mit ganz rechts nicht zurückzuschrecken..

    Nur mal so bemerkt: Nur auf Threads – Grüße an Herrn Zuckerberg – kamen jene rechten „Denker“ aus ihren Löchern, als ich die Infografik dort veröffentlichte. Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass dies nicht mein sozialer Kanal ist. Und solange ich da bin, nutze ich die Blockieren-Funktion.

    Kurz notiert

    USA: Energiewende gestoppt

    Nochmals ein Blick in die USA und die Folgen der Politik von Trump. Die Energiewende in den USA ist praktisch gestoppt. Gestoppte und verzögerte Projekte für Wind- und Solarenergie lassen die USA im Vergleich zu China oder Deutschland um ein Jahrhundert zurückfallen. Es lebe das Öl aus Venezuela – und möglichen anderen Quellen „abroad“.

    EU bleibt auf X – trotz allem

    Eine „never ending Story“ Trotz aller aktuellen Kritik an X: EU-Spitzenpolitikerinnen und -Politiker und Institutionen bleiben ebenso wie ihre deutschen Pendants weiterhin auf der rechten Hetzplattform von Musk. Auf die Idee, das Fediverse zu stärken, kommen sie nicht. Wie so oft zweifele ich an der Digitalkompetenz unserer Politikerkaste. Aber das Thema ist ja auch nicht neu.

    25 Jahre Wikipedia

    Wikipedia, der neue Brockhaus, ist 25 Jahre alt geworden. Gut, das mit dem neuen Brockhaus ist natürlich bewusst zugespitzt, aber es ist schon Tatsache, dass viele Nutzerinnen und Nutzer heute nicht mehr im Lexikon nachschlagen, sondern dafür Wikipedia nutzen. Ja, es gibt Mängel, aber es ist immer noch ein tolles Projekt, ein Leuchtturm der Generation Internet. Dass Elon Murks eine Dreckschleuder namens Grokipedia auf den Markt gebracht hat, um das „woke“ Wikipedia abzulösen, spricht nur für die Plattform. Gerade sind einige lesenswerte Beiträge zu Wikipedia erschienen – natürlich meist aus der l..versifften und überhaupt. Besonders empfehlen möchte ich „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde II“ von Ralf Heimann im Altpapier vom 15. Januar 2026 – sicher nicht nur wegen des Bezugs auf Popper.

    Dilbert-Erfinder gestorben

    Der Erfinder von Dilbert ist gestorben. Seine Comics über das moderne Büroleben haben meine Generation jahrelang begleitet. Leider ist Scott Adams im Alter politisch abgedriftet.

    Einer meiner „Heros“: David Bowie

    „Ground control to Major Tom“: Vor 10 Jahren ist David Bowie gestorben. Für jemanden, dessen Lieblingsmusikgenre Rockmusik ist und der Baby Boomer ist, gehört Bowie auf jede Playlist, vor allem, auch weil er seinen ganz eigenen Stil hat. Da spielen nicht die von mir so geliebten Gitarren-Riffs die Hauptrolle, aber trotzdem oder vielleicht genau deswegen ist seine Musik einzigartig – und das ist ein Lob, das man wenigen Künstlern machen kann. Unvergessen für mich auch „Heroes“ und „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“: „Dann sind wir Helden, für einen Tag!“ R. i. P. und danke für die tolle Musik.

    #Dilbert #Energiewende #EU #Fediverse #Freiheit #Iran #Klimapolitik #Kuratiert #Pressefreiheit #Springer #Trump #USA #Wikipedia #X #Zensur

  35. Meine wichtigsten IT- und KI-Themen der vergangenen Tage – von Aleph Alpha bis Apple, von Microsoft bis Doc Sam, also ChatGPT Health. Dazu ein bissiger Kommentar zum Mythos KI als Heilsbringer. Diese Ausgabe von #Kuratiert. kbehandelt nur Themen aus #IT und #KI.

    stefanpfeiffer.blog/2026/01/15

  36. Aleph Alpha, Apple, Microsoft, Doc Sam: Ernüchternde Momente in IT und KI

    Meine wichtigsten IT- und KI-Themen der vergangenen Tage – von Aleph Alpha bis Apple, von Microsoft bis Doc Sam, also ChatGPT Health. Dazu ein bissiger Kommentar zum Mythos KI als Heilsbringer. Diese Ausgabe von Kuratiert. konzentriert sich bewusst nur auf IT und KI. Die Kolumne soll künftig wenn möglich mit Artikeln zu einem Schwerpunkt-Komplex erscheinen.

    1. Aleph Alpha: Es war einmal ein Hoffnungsträger
    2. KI-Blamage: Apple muss sich für Gemini entscheiden
      1. News rund um Apple Home
    3. Unverzichtbar? Mal wieder die Mär rund um Microsoft
    4. Doc Sam löst Doc Google ab – News rund um ChatGPT
      1. Wer bin ich eigentlich und warum
    5. KI macht alles billiger und produktiver ? Von wegen. 💸 – Ein lesenswerter Kommentar

    Aleph Alpha: Es war einmal ein Hoffnungsträger

    Aleph Alpha, das Unternehmen war der Hoffnungsträger der deutschen KI-Industrie. Noch gut habe ich die Bilder von Robert Habeck unddem Aleph Alpha-Gründer Jonas Andrulis vor Augen. 2023 haben wir angesichts der damaligen Finanzierungsrunde bei #9vor9 die Frage gestellt, ob das Unternehmen mit seinem Large Language Model (LLM) mit den Großen mithalten kann.

    Heute wissen wir, dass es im Bereich LLM nicht mithalten kann. Das Unternehmen strukturiert um. Gründer Jonas Andrulis zieht sich zurück und baut Stellen ab. Man halte – so das typische Sprech offiziöser Pressemitteilung -weiter an dem Ziel fest, KI‑Lösungen für europäische Unternehmen und Institutionen zu entwickeln. Ich interpretiere so, dass man mehr in das Lösungs- und Beratunsgeschäft gehen will und die Produktentwicklung abgehakt hat.

    Mit Andrulis tritt ein, wenn nicht der Kopf der deutschen KI-Szene erst einmal ab.

    KI-Blamage: Apple muss sich für Gemini entscheiden

    Eher vernichtende Kommentare und Berichte muss gerade auch Apple über sich ergehen lassen, nachdem nun offiziell ist, dass man Google’s Gemini als KI-Modell verwenden wird – ob erst einmal oder „für immer“, das ist dahingestellt. Die Nachricht ist aber klar das Eingeständnis, dass Cupertino mit seiner eigenen „Apple Intelligence“ krachend gescheitert ist: „Apple kapituliert: Siri bekommt ein Gehirn von Google“ und „Lieber einen Deal mit dem Erzrivalen eingehen als weiter hinterherhinken.“ schreibt beispielsweise Jörg Schieb.

    Google bzw. der Mutter-Konzern Alphabet dagegen können jubeln. Jahrelang war die Google-Suche die präferierte Suchmaschine, nun ist Google Gemini die Basis der Künstlichen Intelligenz, die auf Apple iPhone’s, iPad’s und Mac’s läuft – sicher nicht zum Nachteil der Werbeeinnahmen von Google. Vor allem aber muss Google nicht mehr 20 Milliarden US $ für die Bevorzugung seiner Suchmaschine zahlen, sondern bekommt sogar noch Geld von Apple – angeblich eine Milliarde US $ pro Jahr.

    „Auf Dauer wird sich Apple diese Abhängigkeit nicht leisten wollen“, schreibt Holger Schmidt im FAZ Newsletter Digitalwirtschaft (€). Wollen und können sind aber wohl verschiedene Dinge, wenn es um Apple und Künstliche Intelligenz geht. Zu befürchten ist, dass man die vollmundigen Data Privacy-Versprechungen, die rund Apple Intelligence gemacht wurden, in die Tonne treten kann. „AI for the rest of us ist eine fette Aussage und daran wird sich Apple messen lassen müssen. Kann Apple insbesondere mit Google und Microsoft mithalten oder sogar mehr?“, habe ich nach unserem Podcast #9vor am 11. Juni geschrieben. „Das war ein hohles Versprechen, das nie eingelöst wurde.“

    News rund um Apple Home

    Aus dem Apple-Universum gibt es noch einige Nachrichten, die ich für erwähnenswert halte, vor allem weil ich im Apple-Ökosystem verhaftet bin. Sir Apfelot schreibt über Verbesserungen der KI-Funktionen mit iOS 26.4, macOS 26.4 und Co. Siri werde persönlicher. Na ja, angesichts der Gemini-Ankündigung verblassen die etwas.

    Relevanter für mich sind Änderungen im Bereich Smart Home von Apple. Die alte Home-App bzw. die alte Apple-Home-Architektur wird wohl abgeschaltet. Das sollte aber für mich keinen Einfluss haben. Meine Apple TV und die HomePods sind auf aktuellem Stand. Abkassieren könnte Apple dagegen, wenn es einen HomePod mit Monitor auf den Markt bringt. Das würde die Steuerung meiner Eve-Heizungsthermostate erleichtern, gerade auch für meine Mutter, die öfters zu Besuch ist. Die Soft-Tasten der Theromostate sind doch sehr „touchy“, so dass man auf die App angewiesen ist. Aber auch beim neuen HomePod scheint das bisherige Siri ein Hinderungsgrund zu sein, dass die Auslieferung verzögert.

    Ein Grund, warum ich nicht aus dem Apple-Ökosystem weg komme sind die Smart Home-Komponenten. Darüber hinaus steuere ich PV-Anlage und Wallbox über entsprechende Apps. All das und warum mich all die separaten Zusatz-Apps tierisch stören, die ich für meinen Dyson Cooler und mein Xiaomi-Ventilator so stören, ist vielleicht einmal Thema eines gesonderten Beitrags.

    Unverzichtbar? Mal wieder die Mär rund um Microsoft

    Weiterhin nicht verstehen kann ich, dass angesichts der aktuellen Lage und des Verhaltens von Microsoft (z.B. Sperrung von E-Mail-Konten) jemand hingehen kann und hämisch darüber „berichtet“, dass Airbus nicht dem Umstieg von Microsoft Office auf Google Workspace schafft. Es wird kolportiert, dass Microsoft Office halt einfach unverzichtbar sei. Natürlich ist der Verfasser in seinem Beruf mit Microsoft und deren Technologie verflochten.

    Ist Microsoft Office unverzichtbar? Ich glaube nicht, aber man muss sicher einen nennenswerten Aufwand betreiben, um seine Excel-Tabellen mit Verbindungen und Formeln, seine Word-Vorlagen mit Makros und seine Managementpräsentationen auf Basis Powerpoint zu ersetzen. Doch ist das meiner nach angesichts des konkreten Verhaltens von Microsoft und des Ziels einer höheren digitalen Souveränität absolut anstrebenswert. Entstehen durch einen solchen Umstieg umkalkulierbare Kosten?

    Es scheint mit aller Vorsicht so zu sein, dass enorme Lizenzkosten beim Umstieg auf Open Source-basierte Lösungen eingespart werden können – siehe die derzeit vorliegenden Zahlen aus Schleswig Holstein. Und diese Einsparungen sollten die Entwicklung einer analogen Funktionalität zu besagten Makros und Formeln querfinanzierten können – wobei sich insbesondere bei den beliebten Management-Präsentationen auf Basis Powerpoint auch die Frage gestellt werden sollte, ob diese wirklich notwendig sind.

    Gerade die öffentliche Hand könnte bei den viel zitierten Fachverfahren, die wohl vor allem mit Word und Excel integriert sind, genügend Druck ausüben, damit ein Wechsel zu Libre Office und vergleichbaren Tools möglich wäre. Das ist aus meiner Sicht nur eine Frage des politischen Wollens, wo gerade auch die SPD kläglich versagt und lieber mit Microsoft ins Bett geht. Da kann die SPD-Justizministerin Stefanie Hubig noch sei sehr europäische KI-Lösungen fordern, um die Abhängigkeit von Microsoft & Co. zu verringern.

    Doc Sam löst Doc Google ab – News rund um ChatGPT

    Zum Abschluss geht es um Nachrichten und Anwendungen rund um ChatGPT. Mit ChatGPT beziehungsweise dem Bildgernator erstelle ich derzeit die Titelbilder meines Blogs auf der Basis einer Style- und Prompt-Library, die ich im Dialog mit ChatGPT erstellt habe. Interessant ist, das mit identischen Prompts sehr unterschiedliche Bilder bei ideogram.ai, Gemini (das immer noch mit dem Generieren von Bildern im 16:9 Format zu kämpfen hat) und eben ChatGPT erzeugt werden.

    Eine gute Freundin hat seit langer Zeit mit ihrem Knie Probleme. Es wurde operiert, was aber den Zustand nicht verbessert hat. Im Gegenteil. Sie zweifelt unterdessen an den oft sich widersprechenden Diagnosen vieler Ärzte. ChatGPT liefere ihn oft bessere Aussagen als die Ärzte. Zuerst einmal in den USA treibt Open AI diese Entwicklung weiter. Dort ist in einigen Regionen unterdessen ChatGPT Health verfügbar. Dr. Google wird durch Dr. ChatGPT oder besser Doc Sam abgelöst.

    In ChatGPT Health soll all das zusammentragen kann, was sonst in Dutzenden Apps und Portalen verteilt ist: Laborwerte, Arztberichte oder Schritt- und Schlafdaten aus Apple Health & Co. Einmal verbunden, soll die KI auf einmal verständliche Antworten liefern und sogar individuelle Tipps zu Ernährung, Training und Arztgesprächen ableiten – oder zumindest so tun.

    ChatGPT Health soll keine Diagnosen stellen oder Ärzte ersetzen. Daten werden, so Open AI, separat und mit hoher Sicherheit behandelt – und sollen nicht zum Training der KI genutzt werden. Trotzdem bleibt die Frage: Wollen wir wirklich sensibelste Gesundheitsdaten mit einer profitgetriebenen KI teilen? Und was ist den Halluzinationen, den Märchengeschichten und falschen Fakten, die fast alle KI’s derzeit noch liefern?

    Wer bin ich eigentlich und warum

    So findest du heraus, was ChatGPT alles über dich weiß : Dafür kannst du im Chat einfach Fragen wie „Was weißt du über mich?“ oder „Wie heiße ich und wo arbeite ich?“ eingeben. Ruhig mal ausprobieren. Auch in den anderen Large Language Models.

    Einen ähnlichen Hype gibt es derzeit in der Blogosphäre. Da lassen viele Kolleginnen und Kollegen von ChatGPT oder einer anderen KI ihren Blog charakterisieren. Einfach das jeweilige LLM fragen: „Analysiere bitte diesen Blog unter [Adresse hier einsetzen].“

    KI macht alles billiger und produktiver ? Von wegen. 💸 – Ein lesenswerter Kommentar

    Schließlich noch zum Abschluss noch der Hinweis auf einen bemerkenswerten IMHO (In My Humble Opinion – Meiner bescheidenen Meinung nach) von Markus Feilner, der unter dem Titel „KI – Jetzt wird es teuer für alle“ leider nur noch kurz frei verfügbar sein wird (oder schon nicht mehr ist). Die KI-Euphorie war lange ein Spielplatz für Investoren, jetzt wird sie zum Alltagsproblem. Markus Feilner beschreibt nüchtern, wie aus dem vermeintlichen Innovationswunder eine gigantische Kostenmaschine wird: Strompreise explodieren, Steuergelder fließen in Rechenzentren, Atom- und Kohlekraft erleben ein schmutziges Comeback. Während Tech-Konzerne Sondertarife erhalten, zahlen Privathaushalte die Rechnung – direkt über die Stromrechnung oder indirekt über Subventionen.

    Besonders bitter: Der versprochene Nutzen bleibt meist aus. 95 Prozent der KI-Projekte scheitern, Produktivität stellt sich kaum ein, dafür wachsen Sicherheitslücken, technischer Schuldenberg und Energiehunger. Feilners Text liest sich wie ein Abgesang auf ein Management, das einem Phantom hinterherläuft – und dabei Klima, Staatsfinanzen und digitale Souveränität riskiert. Sein Fazit ist unbequem, aber schwer zu ignorieren: Der KI-Hype wirkt weniger wie ein technologischer Durchbruch und mehr wie ein riskantes Finanzexperiment. Die Frage ist nicht mehr, ob es teuer wird – sondern für wen zuerst.

    #9vor #9vor9 #AI #AlephAlpha #Apple #ChatGPT #Energieverbrauch #Gemini #Gesundheit #Google #Health #KI #Kuratiert #LLM #Microsoft

  37. KI macht alles billiger? Von wegen. 💸
    Der #IMHO von @mfeilner zeigt, warum der KI-Boom gerade dabei ist, zur Kostenfalle für Privathaushalte und Steuerzahler zu werden: explodierende Strompreise, Subventionen für Rechenzentren, fossile Energie als Comeback-Kid. Und der versprochene Produktivitätsschub? Bleibt meist aus.
    👉 Der Artikel ist nur noch kurz frei verfügbar – #KI #Energiekrise #TechHype #Digitalpolitik #Klimakrise #KURATIERT - Golem.de golem.de/news/ki-jetzt-wird-es

  38. Ein Tweet über X, der fassungslos macht, ein Kanzler, der Arbeit neu verstehen muss, KI, die doch nicht so produktiv macht, und ein Deutschland, das hoffentlich doch nicht so gespalten ist? Die vergangenen Tage rein persönlich
    #Kuratiert.

    stefanpfeiffer.blog/2026/01/12

  39. 🌍📫 Entdecke die neuesten Trends und Nachrichten aus dem deutschsprachigen und internationalen Raum! Unsere kuratierte Nachrichtenportal-Liste bietet dir eine umfassende Übersicht über die wichtigsten Nachrichtenagenturen. Bleib informiert und verpasse nichts! 📻✨ #Nachrichten #News #Weltgeschehen #Aktuelles #Kuratiert #Informed #StayTuned

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  40. Was ist eigentlich #Flipboard und wieso sollte das wichtig fürs #Fediverse sein, ist doch einfach nur #kuratiertes #RSS.