home.social

#9vor9 — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #9vor9, aggregated by home.social.

  1. Die #rp26 bei #9vor9 im Rückblick: Letzte Party auf der Titanic oder doch wie @larsbas es bilanziert: Hoffnung und Widerstand der Netzgemeinde? Never gonna give up. Außerdem ein Blick auf die Digitalpolitik von Wildberger. #republica #DigitaleSouveränität #Demokratie

    stefanpfeiffer.blog/2026/05/25

  2. Die #rp26 bei #9vor9 im Rückblick: Letzte Party auf der Titanic oder doch wie @larsbas es bilanziert: Hoffnung und Widerstand der Netzgemeinde? Never gonna give up. Außerdem ein Blick auf die Digitalpolitik von Wildberger. #republica #DigitaleSouveränität #Demokratie

    stefanpfeiffer.blog/2026/05/25

  3. Die #rp26 bei #9vor9 im Rückblick: Letzte Party auf der Titanic oder doch wie @larsbas es bilanziert: Hoffnung und Widerstand der Netzgemeinde? Never gonna give up. Außerdem ein Blick auf die Digitalpolitik von Wildberger. #republica #DigitaleSouveränität #Demokratie

    stefanpfeiffer.blog/2026/05/25

  4. Die #rp26 bei #9vor9 im Rückblick: Letzte Party auf der Titanic oder doch wie @larsbas es bilanziert: Hoffnung und Widerstand der Netzgemeinde? Never gonna give up. Außerdem ein Blick auf die Digitalpolitik von Wildberger. #republica #DigitaleSouveränität #Demokratie

    stefanpfeiffer.blog/2026/05/25

  5. Die #rp26 bei #9vor9 im Rückblick: Letzte Party auf der Titanic oder doch wie @larsbas es bilanziert: Hoffnung und Widerstand der Netzgemeinde? Never gonna give up. Außerdem ein Blick auf die Digitalpolitik von Wildberger. #republica #DigitaleSouveränität #Demokratie

    stefanpfeiffer.blog/2026/05/25

  6. Gute Nachrichten für #9vor9, lieber @larsbas: Die Uni Tübingen ließ KI eine komplette Folge des Comedypodcasts „Ufo" produzieren. Fans reagierten mit höflichem Entsetzen. Offizielle Wissenschaftsbilanz: »Die Zukunft der Laberpodcasts ist gesichert.« Wir dürfen also weiter labern. Die KI schaut vorerst zu. #KI #9vor9 #Podcast t.mailing.zeit.de/nl3/7AJI-E2c

  7. Konstruktiver Journalismus: weichgespültes Marketing — oder ehrliche Antwort auf 70 % News Avoidance? Lars sagt das eine, ich das andere. Bei #9vor9 haben wir uns 35 Minuten lang nicht geeinigt. Mein Blogbeitrag dazu — mit dem strukturellen Punkt, der mich am meisten stört: die Aufregungsökonomie der asozialen, algorithmischen Medien.

    #KonstruktiverJournalismus #Journalismus #9vor9 #Medien #SocialMedia #Aufregungsökonomie #BonnInstitute

    stefanpfeiffer.blog/2026/05/11

  8. Konstruktiver Journalismus: Marketing oder Antwort auf 71 Prozent News Avoidance?

    Lars hat das Thema schon mehrfach in Nebensätzen erwähnt. Darüber sollten wir mal reden, sagte er. Und ich, der über solche Begriffe gerne spöttisch hinweggeht, habe mich bei #9vor9 nun darauf eingelassen. Konstruktiver Journalismus. Ein Begriff, bei dem mein erster Reflex immer ist: weichgespülter Wellness-Journalismus, der den Leuten Honig ums Maul schmiert. Heribert Prantl, lange Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung und für mich ein Vorbild im Klartext schreiben, hat es nicht anders genannt — Werbung für Lobbys, Journalisten als Wellness-Trainer und Entertainer. Aber Lars hat nicht aufgegeben und argumentiert mit Zahlen.

    https://9vor9.podigee.io/209-konstruktiver-journalismus

    Die Zahlen, die Lars dabei hatte

    Rund 70 Prozent der Deutschen schalten zumindest gelegentlich beim Nachrichtenkonsum aktiv ab. Das ist Höchststand laut Reuters Digital News Report. Hauptgründe: schlechte Stimmung, Erschöpfung von der Menge der schlechten Nachrichten, zu viel über Kriege, Leid und Elend. Die Problematik lässt sich nicht wegdiskutieren. Wenn sich aber ein erheblicher Teil des Publikums abwendet, hat der Journalismus ein Existenzproblem — nicht nur ökonomisch, sondern demokratisch.

    Lars lieferte dann auch zügig die Definition zu konstruktivem Journalismus: Er baut drei Säulen auf, Lösungsorientierung, Perspektivenreichtum, konstruktiver Dialog. Klingt für ihn überzeugend. Für mich klingt es sehr floskelhaft. Mein Problem mit dem Konzept ist nicht, dass ich es ablehne. Mein Problem ist, dass ich nicht erkenne, was es eigentlich Neues bringt.

    Ich habe im Geschichtsstudium gelernt, dass man bei der wissenschaftlichen Arbeit immer alle relevanten Positionen berücksichtigen und dokumentieren muss — das ganze Spektrum, bevor man dann die eigene These entwickelt. Genau das nennt der konstruktive Journalismus heute Perspektivenreichtum. Das gilt genauso für sorgfältige journalistische Arbeit. Muss man also dafür einen neuen Begriff aufmachen? Oder sollte das nicht ohnehin Bestandteil dessen sein, was wir Qualitätsjournalismus nennen — und was es bei Süddeutscher, FAZ, ARD, ZDF und anderen Medien durchaus noch gibt, nur wird es eben von immer weniger Leuten konsumiert?

    Mein Punkt: An den Filterblasen scheitert der gute Vorsatz

    Damit bin ich beim eigentlichen Punkt, an dem Lars und ich uns über zwanzig Minuten festgebissen haben. Die Ablehnung derer, die in ihren Filterblasen verharren. In der AfD-Blase mit Perspektivenreichtum landen? Versucht mal trotz heftigster Benzinpreise beim Thema Geschwindigkeitsbegrenzung mit rationalen Argumenten und konstruktiver Berichterstattung jemanden zu erreichen, der „freie Fahrt für freie Bürger“ als Grundrecht versteht. Da läuft man wie die berühmte Wutz gegen das Scheunentor und holt sich eine blutige Nase. Bei heißen Themen — Klima, Migration, Energiewende, Corona — ist die Dialogbereitschaft meistens nicht da. Fakten werden meist als Lügenpresse abgetan. Und in dieser Lage soll ein Konzept der „guten Stimmung“ helfen? Ich bekomme den Punkt einfach nicht.

    Liegestuhl auf der Titanic

    Und das ist der eigentliche strukturelle Punkt, der mich an dem ganzen Konzept stört: Konstruktiver Journalismus tritt nicht nur gegen schlechte Berichterstattung an. Er tritt gegen eine ganze Aufregungsökonomie an. Asoziale, algorithmische Medien — Facebook, X, TikTok — belohnen das Empörendere, das Lautere, das Polarisierende. Differenzierung wird nicht ausgespielt, weil sie schlechter performt. Welt und FAZ haben das verstanden und ihre Social-Media-Auftritte entsprechend optimiert. In dieser Logik wirkt konstruktiver Journalismus wie ein Liegestuhl auf der Titanic. Er ist sympathisch, aber nicht systemrelevant.

    Wo es funktionieren kann: Im Lokalen

    Einen Bereich sehe ich, wo es durchaus funktionieren kann: Im Lokalen. Lars’ Beispiel war Siegburg — SPD und CDU haben sich vor der Kommunalwahl hart bekämpft, koalieren jetzt miteinander. Ich konnte aus Darmstadt prompt das Gegenbeispiel liefern: Grüne, SPD und CDU verfeinden sich derart, dass keine Koalition mehr zustande kommt. Ja, im Lokalen ist die Dialogbereitschaft tendenziell höher, weil die Probleme greifbar sind, weil es konkrete Akteure gibt, weil sich Lösungen messen lassen.

    Konstruktiver bei den „großen“ Themen? Da sehe ich keine großen Erfolgschancen. Und ich gebe zu: Ich bin in dieser Frage frustriert, da viele einfach zumachen, Fakten wie erwähnt ignorieren und andere Meinungen oft nicht anhören wollen. Eine harte, aber gesittete Diskussion ist oft unmöglich. Auch hier gebe ich Lars recht: Wir dürfen nicht aufgeben und fangen dann halt von unten an. Er ist deutlich optimistischer als ich.

    Was ich trotzdem ausprobieren werde

    Doch ich nehme auch persönlich etwas mit: Das Bonn Institute hat einen Constructive Ideas Generator als eigenen GPT entwickelt — ein Werkzeug, mit dem sich Themen aus konstruktiver Perspektive durchdenken lassen. Ich werde das Tool in den kommenden Wochen ausprobieren und bin gespannt, welche Vorschläge die KI mir macht, lösungsorientierter, perspektivenreicher und konstruktiver im Dialog zu sein. Mein Verdacht — und Lars teilt ihn weitgehend — lautet, dass nichts grundlegend anderes herauskommt als das, was wir bei #9vor9 ohnehin tun. Aber ich lasse mich überraschen. Es wäre nicht das erste Mal, dass mich ein Werkzeug widerlegt.

    Was bleibt nach 35 Minuten Streitgespräch? Lars hat zum Schluss trocken festgestellt: „Wir haben Perspektiven gebracht.“ Nette Pointe — denn genau das ist es, was konstruktiver Journalismus angeblich anstrebt. Wir hatten ein echtes Streitgespräch, mit unterschiedlichen Positionen, ohne dass am Ende einer den anderen überzeugt hätte. Vielleicht ist das die ehrlichste Antwort auf das Konzept.

    Es ist gut, dass das Bonn Institute, dass Aarhus, dass Perspective Daily gegen Doomscrolling und Aufmerksamkeitsökonomie ankämpfen. Es ist gut, dass jemand fragt, wie wir Journalismus machen, der die Leute nicht ins Abschalten treibt. Aber den Begriff brauche ich dafür nicht. Qualitätsjournalismus, der diesen Namen verdient, ist konstruktiv. Den Rest hat Lars am Ende selbst zugegeben: „Ja, dann nenne ich es von mir aus Qualitätsjournalismus oder was auch immer.“ Eben.

    https://youtu.be/JqqklbyQGh8

    Hintergrundpräsentation

    konstruktiver-journalismusHerunterladen #9vor9 #allgemein #art #Aufregungsökonomie #BonnInstitute #ChatGPT #Journalismus #KonstruktiverJournalismus #Lügenpresse #Medien #News #Presse #Qualitätsjournalismus #SocialMedia
  9. Konstruktiver Journalismus: Marketing oder Antwort auf 71 Prozent News Avoidance?

    Lars hat das Thema schon mehrfach in Nebensätzen erwähnt. Darüber sollten wir mal reden, sagte er. Und ich, der über solche Begriffe gerne spöttisch hinweggeht, habe mich bei #9vor9 nun darauf eingelassen. Konstruktiver Journalismus. Ein Begriff, bei dem mein erster Reflex immer ist: weichgespülter Wellness-Journalismus, der den Leuten Honig ums Maul schmiert. Heribert Prantl, lange Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung und für mich ein Vorbild im Klartext schreiben, hat es nicht anders genannt — Werbung für Lobbys, Journalisten als Wellness-Trainer und Entertainer. Aber Lars hat nicht aufgegeben und argumentiert mit Zahlen.

    https://9vor9.podigee.io/209-konstruktiver-journalismus

    Die Zahlen, die Lars dabei hatte

    Rund 70 Prozent der Deutschen schalten zumindest gelegentlich beim Nachrichtenkonsum aktiv ab. Das ist Höchststand laut Reuters Digital News Report. Hauptgründe: schlechte Stimmung, Erschöpfung von der Menge der schlechten Nachrichten, zu viel über Kriege, Leid und Elend. Die Problematik lässt sich nicht wegdiskutieren. Wenn sich aber ein erheblicher Teil des Publikums abwendet, hat der Journalismus ein Existenzproblem — nicht nur ökonomisch, sondern demokratisch.

    Lars lieferte dann auch zügig die Definition zu konstruktivem Journalismus: Er baut drei Säulen auf, Lösungsorientierung, Perspektivenreichtum, konstruktiver Dialog. Klingt für ihn überzeugend. Für mich klingt es sehr floskelhaft. Mein Problem mit dem Konzept ist nicht, dass ich es ablehne. Mein Problem ist, dass ich nicht erkenne, was es eigentlich Neues bringt.

    Ich habe im Geschichtsstudium gelernt, dass man bei der wissenschaftlichen Arbeit immer alle relevanten Positionen berücksichtigen und dokumentieren muss — das ganze Spektrum, bevor man dann die eigene These entwickelt. Genau das nennt der konstruktive Journalismus heute Perspektivenreichtum. Das gilt genauso für sorgfältige journalistische Arbeit. Muss man also dafür einen neuen Begriff aufmachen? Oder sollte das nicht ohnehin Bestandteil dessen sein, was wir Qualitätsjournalismus nennen — und was es bei Süddeutscher, FAZ, ARD, ZDF und anderen Medien durchaus noch gibt, nur wird es eben von immer weniger Leuten konsumiert?

    Mein Punkt: An den Filterblasen scheitert der gute Vorsatz

    Damit bin ich beim eigentlichen Punkt, an dem Lars und ich uns über zwanzig Minuten festgebissen haben. Die Ablehnung derer, die in ihren Filterblasen verharren. In der AfD-Blase mit Perspektivenreichtum landen? Versucht mal trotz heftigster Benzinpreise beim Thema Geschwindigkeitsbegrenzung mit rationalen Argumenten und konstruktiver Berichterstattung jemanden zu erreichen, der „freie Fahrt für freie Bürger“ als Grundrecht versteht. Da läuft man wie die berühmte Wutz gegen das Scheunentor und holt sich eine blutige Nase. Bei heißen Themen — Klima, Migration, Energiewende, Corona — ist die Dialogbereitschaft meistens nicht da. Fakten werden meist als Lügenpresse abgetan. Und in dieser Lage soll ein Konzept der „guten Stimmung“ helfen? Ich bekomme den Punkt einfach nicht.

    Liegestuhl auf der Titanic

    Und das ist der eigentliche strukturelle Punkt, der mich an dem ganzen Konzept stört: Konstruktiver Journalismus tritt nicht nur gegen schlechte Berichterstattung an. Er tritt gegen eine ganze Aufregungsökonomie an. Asoziale, algorithmische Medien — Facebook, X, TikTok — belohnen das Empörendere, das Lautere, das Polarisierende. Differenzierung wird nicht ausgespielt, weil sie schlechter performt. Welt und FAZ haben das verstanden und ihre Social-Media-Auftritte entsprechend optimiert. In dieser Logik wirkt konstruktiver Journalismus wie ein Liegestuhl auf der Titanic. Er ist sympathisch, aber nicht systemrelevant.

    Wo es funktionieren kann: Im Lokalen

    Einen Bereich sehe ich, wo es durchaus funktionieren kann: Im Lokalen. Lars’ Beispiel war Siegburg — SPD und CDU haben sich vor der Kommunalwahl hart bekämpft, koalieren jetzt miteinander. Ich konnte aus Darmstadt prompt das Gegenbeispiel liefern: Grüne, SPD und CDU verfeinden sich derart, dass keine Koalition mehr zustande kommt. Ja, im Lokalen ist die Dialogbereitschaft tendenziell höher, weil die Probleme greifbar sind, weil es konkrete Akteure gibt, weil sich Lösungen messen lassen.

    Konstruktiver bei den „großen“ Themen? Da sehe ich keine großen Erfolgschancen. Und ich gebe zu: Ich bin in dieser Frage frustriert, da viele einfach zumachen, Fakten wie erwähnt ignorieren und andere Meinungen oft nicht anhören wollen. Eine harte, aber gesittete Diskussion ist oft unmöglich. Auch hier gebe ich Lars recht: Wir dürfen nicht aufgeben und fangen dann halt von unten an. Er ist deutlich optimistischer als ich.

    Was ich trotzdem ausprobieren werde

    Doch ich nehme auch persönlich etwas mit: Das Bonn Institute hat einen Constructive Ideas Generator als eigenen GPT entwickelt — ein Werkzeug, mit dem sich Themen aus konstruktiver Perspektive durchdenken lassen. Ich werde das Tool in den kommenden Wochen ausprobieren und bin gespannt, welche Vorschläge die KI mir macht, lösungsorientierter, perspektivenreicher und konstruktiver im Dialog zu sein. Mein Verdacht — und Lars teilt ihn weitgehend — lautet, dass nichts grundlegend anderes herauskommt als das, was wir bei #9vor9 ohnehin tun. Aber ich lasse mich überraschen. Es wäre nicht das erste Mal, dass mich ein Werkzeug widerlegt.

    Was bleibt nach 35 Minuten Streitgespräch? Lars hat zum Schluss trocken festgestellt: „Wir haben Perspektiven gebracht.“ Nette Pointe — denn genau das ist es, was konstruktiver Journalismus angeblich anstrebt. Wir hatten ein echtes Streitgespräch, mit unterschiedlichen Positionen, ohne dass am Ende einer den anderen überzeugt hätte. Vielleicht ist das die ehrlichste Antwort auf das Konzept.

    Es ist gut, dass das Bonn Institute, dass Aarhus, dass Perspective Daily gegen Doomscrolling und Aufmerksamkeitsökonomie ankämpfen. Es ist gut, dass jemand fragt, wie wir Journalismus machen, der die Leute nicht ins Abschalten treibt. Aber den Begriff brauche ich dafür nicht. Qualitätsjournalismus, der diesen Namen verdient, ist konstruktiv. Den Rest hat Lars am Ende selbst zugegeben: „Ja, dann nenne ich es von mir aus Qualitätsjournalismus oder was auch immer.“ Eben.

    https://youtu.be/JqqklbyQGh8

    Hintergrundpräsentation

    konstruktiver-journalismusHerunterladen #9vor9 #allgemein #art #Aufregungsökonomie #BonnInstitute #ChatGPT #Journalismus #KonstruktiverJournalismus #Lügenpresse #Medien #News #Presse #Qualitätsjournalismus #SocialMedia
  10. KI in Klinik und Praxis: @larsbas und ich haben in #9vor9 bewusst die Patientenperspektive eingenommen. Das Versprechen liegt nicht im OP-Roboter, sondern in weniger Bürokratie = mehr Zeit für Menschen. Doch Datenqualität und digitale Souveränität sind ungeklärt — und das IT-Knäuel der Kliniken auch. #KI #Gesundheit #DigitaleSouveränität stefanpfeiffer.blog/2026/05/04

  11. KI im Krankenhaus: Bildgebung, Dokumentation, Sensoren — alles da. Aber ohne europäische Lösungen landen unsere intimsten Daten auf US-Servern. Und: Das eigentliche Versprechen wäre mehr Zeit für Gespräche. #KI #ePatientenakte #DigitaleSouveränität #9vor9

    stefanpfeiffer.blog/2026/05/04

  12. KI im Krankenhaus: Bildgebung, Dokumentation, Sensoren — alles da. Aber ohne europäische Lösungen landen unsere intimsten Daten auf US-Servern. Und: Das eigentliche Versprechen wäre mehr Zeit für Gespräche. #KI #ePatientenakte #DigitaleSouveränität #9vor9

    stefanpfeiffer.blog/2026/05/04

  13. KI im Krankenhaus: Bildgebung, Dokumentation, Sensoren — alles da. Aber ohne europäische Lösungen landen unsere intimsten Daten auf US-Servern. Und: Das eigentliche Versprechen wäre mehr Zeit für Gespräche. #KI #ePatientenakte #DigitaleSouveränität #9vor9

    stefanpfeiffer.blog/2026/05/04

  14. KI im Krankenhaus: Bildgebung, Dokumentation, Sensoren — alles da. Aber ohne europäische Lösungen landen unsere intimsten Daten auf US-Servern. Und: Das eigentliche Versprechen wäre mehr Zeit für Gespräche. #KI #ePatientenakte #DigitaleSouveränität #9vor9

    stefanpfeiffer.blog/2026/05/04

  15. KI im Krankenhaus: Bildgebung, Dokumentation, Sensoren — alles da. Aber ohne europäische Lösungen landen unsere intimsten Daten auf US-Servern. Und: Das eigentliche Versprechen wäre mehr Zeit für Gespräche. #KI #ePatientenakte #DigitaleSouveränität #9vor9

    stefanpfeiffer.blog/2026/05/04

  16. Die schweigende Mehrheit wünscht sich konstruktive Debatten — bekommt sie aber nicht. Weil Aufregung das Geschäftsmodell ist. Warum der freie Markt der Kräfte in Social Media versagt und die EU endlich durchgreifen muss. Mein Blogbeitrag zur aktuellen #9vor9-Folge mit @larsbas

    stefanpfeiffer.blog/2026/04/27

  17. Ist Anthropic die erwachsene, ethische Alternative? Oder nutzt das Unternehmen Angst-Marketing so geschickt, wie OpenAI einst Hype-Marketing betrieben hat? Die Antwort kennen wir noch nicht. Was wir kennen, sind historische Beispiele. Google hatte einmal „Don’t be evil“ als Leitspruch. Es war mehr als ein Slogan – es war ein Versprechen, das lange geglaubt wurde. Bis es leise verschwand. Beobachten wir kritisch, ob Anthropic einen anderen Weg geht. #9vor9 #Anthropic stefanpfeiffer.blog/2026/04/20

  18. Ein KI-Modell findet autonom Sicherheitslücken, die seit 27 Jahren unentdeckt schlummerten – und bringt EZB, BSI und US-Finanzminister in Alarmbereitschaft. @larsbas und ich sprechen in #9vor9 über Claude Mythos, Project Glasswing und die Frage: Ist Anthropic wirklich die ethische KI? #KI #Anthropic

    stefanpfeiffer.blog/2026/04/20

  19. Claude Mythos, und drei Monate, die Anthropic in die erste Reihe katapultiert haben #9vor9

    Ein KI-Modell findet automatisch Sicherheitslücken in Software, die seit 27 Jahren im Einsatz ist – Lücken, die kein menschlicher Programmierer je entdeckt hatte, vollkommen ohne menschliche Interaktion. Als der Code von Claude Mythos, dem neuen Frontier-Modell* von Anthropic, Anfang April ins Netz gelangte, war das keine Randmeldung. Claude Mythos ist genau das: ein System, das Fähigkeiten demonstriert, die bislang als ausschließlich menschlich galten. Anlass genug für Lars und mich, in Folge 206 von #9vor9 darüber zu sprechen – auch wenn wir keine Programmierer sind.

    https://youtu.be/qIqYCmLQLlc

    https://9vor9.podigee.io/206-anthropic-claude-mythos-ai

    Die Aufregung ist und war groß. Der US-Finanzminister und die führenden US-Banken, EZB, die BaFin und der deutsche Bankenverband berieten in Dringlichkeitssitzungen über systemische Cyberrisiken durch die neue KI-Generation. Anthropic hat mit Project Glasswing reagiert und das Modell einem exklusiven Konsortium aus rund 40 Partnern – darunter Apple, Microsoft, Google, JPMorganChase und die Linux Foundation – zur Verfügung gestellt, damit die „guten Akteure“ einen Vorsprung beim Schließen der Lücken bekommen. Das BSI hat Kontakt zu Anthropic aufgenommen: BSI-Präsidentin Claudia Plattner erklärte, man nehme die Ankündigungen „sehr ernst“ – die Entwicklung werfe Fragen der nationalen und europäischen Sicherheit und Souveränität auf.

    Echter Alarm oder PR-Kalkül kurz vor dem Börsengang?

    Dieser Tage stand dann plötzlich eine andere Frage im Raum, die Lars und ich nicht ignorieren wollten: Ist das alles womöglich ein sorgfältig inszenierter PR-Gag? Anthropic steht kurz vor dem Börsengang, mit einer Bewertung von bis zu 800 Milliarden Dollar. Die Dramatik rund um Claude Mythos – der Leak, die Dringlichkeitssitzungen, die exklusive Partnerliste – kommt zu einem verdächtig günstigen Zeitpunkt. Lars hatte die Frage gestellt, aber auch die Antwort recherchiert: Sicherheitsexperten, die daraufhin befragt wurden, sind überwiegend der Meinung, dass die Bedrohung real ist und so ernst genommen werden muss, wie sie dargestellt wird. Das schließt PR-Kalkül nicht aus. Beides kann gleichzeitig wahr sein. Und ein gutes Timing für Schlagzeilen kurz vor einem Börsengang ist in dieser Branche kein Zufall.

    Von QuitGPT bis Claude Mythos: Die Ereignisse hinter dem Anthropic-Hype

    Januar 2026 – Das Nutzerwachstum explodiert. Die täglich aktiven Nutzer verdreifachen sich in kürzester Zeit. Gleichzeitig wird bekannt, dass Anthropic Eingaben standardmäßig zum Modelltraining verwendet – wer das nicht will, muss aktiv widersprechen.

    20. Februar – Anthropic veröffentlicht Claude Code Security als Research Preview. Das Tool findet Sicherheitslücken, die herkömmliche Werkzeuge übersehen. Die Ankündigung schickt Cybersecurity-Aktien wie CrowdStrike und Okta auf Talfahrt.

    23. Februar – Ein schwarzer Tag für IBM: Nach der Vorstellung von Claude-Werkzeugen zur Modernisierung von COBOL-Systemen bricht der Kurs um über 13 Prozent ein. Der Markt sieht das Einsparpotenzial gegenüber teuren Beraterheerscharen.

    26. Februar – Der Pentagon-Clash: CEO Dario Amodei lehnt einen Millionenvertrag für militärische Massenüberwachung und autonome Waffen ab. Das Pentagon setzt Anthropic daraufhin als „Risiko für die nationale Lieferkette“ auf eine Blacklist. OpenAI übernimmt den Vertrag.

    Anfang März – Die QuitGPT-Bewegung erreicht ihren Höhepunkt: Über vier Millionen Nutzer kündigen bei OpenAI, nachdem dieses den Militärvertrag übernimmt. Claude stürzt ChatGPT vom Thron und wird die Nummer 1 im US App Store.

    23. März – Computer Use: Claude kann nun aktiv Mauszeiger und Tastatur eines Macs steuern, um komplexe Aufgaben autonom zu erledigen.

    26. März – Anthropic führt neue Usage Limits ein. In den europäischen Stoßzeiten zwischen 14 und 20 Uhr wird das Sitzungslimit deutlich schneller verbraucht.

    31. März 2026 – Anthropic veröffentlichte versehentlich den kompletten Quellcode von Claude Code – dem Agentic-Tool – über das npm-Paketregister. Rund 500.000 Zeilen Code in 1.900 Dateien.

    7. April – Claude Mythos wird vorgestellt. Das Frontier-Modell findet autonom eine 27 Jahre alte Lücke im OpenBSD-Kernel und erreicht bei der Exploit-Generierung für Firefox eine Erfolgsquote von 72,4 Prozent.

    April (zeitgleich) – Start von Project Glasswing: Anthropic beschränkt den Zugang zu Claude Mythos auf rund 40 Partner, um Missbrauch zu begrenzen und den guten Akteuren einen Vorsprung zu verschaffen.

    15. April – Berichte über eine potenzielle 800-Milliarden-Dollar-Bewertung kursieren. Anthropics jährliche Umsatz-Run-Rate überschreitet mit 30 Milliarden Dollar erstmals die von OpenAI.

    16. April – EZB, BaFin und der deutsche Bankenverband beraten in Dringlichkeitssitzungen über die systemischen Cyberrisiken der neuen KI-Generation.

    Oktober 2026 (geplant) – Vorbereitungen für den Börsengang konkretisieren sich.

    Exploits, Zero-Days, C und C++: Warum jahrzehntealter Code zur globalen Schwachstelle wird

    Wer mit den Begriffen nicht täglich umgeht, braucht hier kurz einen Anker. Ein Exploit ist ein Angriffswerkzeug: Code, der eine Sicherheitslücke gezielt ausnutzt, um in ein System einzudringen, Daten zu stehlen oder Kontrolle zu übernehmen. Zero-Days sind Lücken, die dem Hersteller noch nicht bekannt sind – und für die es deshalb noch keinen Patch gibt: null Tage Reaktionszeit, null Gegenwehr. N-Days hingegen sind Lücken, die zwar bereits bekannt und theoretisch gepatcht wurden, aber in der Praxis noch in ungezählten ungepatchten Systemen schlummern.

    Warum stecken diese Lücken überhaupt in Software, die seit Jahrzehnten im Einsatz ist? 80 Prozent der kritischsten Systeme – Betriebssysteme, Virtual Machine Monitore, Browser – basieren historisch auf speicherunsicheren Sprachen wie C und C++. Das ist das Eisbergproblem der digitalen Infrastruktur: Oben sehen wir moderne Oberflächen und sauber designte Apps, darunter schlummern Millionen von Codezeilen aus einer anderen Ära, eingebettet in schiere Komplexität, nie vollständig auf Sicherheitslücken geprüft. Kein Mensch kann diesen Eisberg alleine durchtauchen. Claude Mythos tut es automatisch – und das ist sowohl die gute als auch die beunruhigende Nachricht.

    Die Zeitleiste und dieser technische Hintergrund zeigen zweierlei: Anthropic ist in bemerkenswert kurzer Zeit von einem KI-Unternehmen, das Lars und ich kaum auf dem Radar hatten, zum Taktgeber einer ganzen Branche geworden. Und die Ereignisse sind kein zufälliges Rauschen – sie folgen einer Logik, die man sowohl bewundern als auch skeptisch beäugen kann.

    Lars hat im Gespräch die entscheidende Vergleichsfrage gestellt: Was wäre eigentlich passiert, wenn Grok von Elon Musk oder OpenAI Claude Mythos in den Händen gehalten hätten? Seine Antwort war knapp und trocken – die würden das dann wahrscheinlich einfach online stellen und dann mal sehen, was passiert.

    Der Pentagon-Clash macht den Unterschied sichtbar: CEO Dario Amodei lehnte einen Millionenvertrag für militärische Massenüberwachung und autonome Waffen ab. Das Pentagon setzte Anthropic daraufhin als „Risiko für die nationale Lieferkette“ auf eine Blacklist. OpenAI übernahm den Vertrag. Das sagt mehr als jedes Leitbild.

    Wer hat Anthropic gegründet – und warum haben sie OpenAI verlassen?

    Um zu verstehen, warum Anthropic so anders klingt als die Konkurrenz, lohnt ein Blick auf die Gründungsgeschichte. Dario Amodei verließ OpenAI im Dezember 2020 gemeinsam mit seiner Schwester Daniela und einer Handvoll weiterer Mitarbeiter – nicht wegen schlechter Bezahlung oder fehlender Perspektive, sondern aus echtem Dissens. Dario lehnte das Großinvestment von Microsoft in OpenAI ab und wollte KI-Sicherheit konsequenter in den Mittelpunkt stellen. Gemeinsam zogen sie mindestens neun weitere OpenAI-Mitarbeiter mit, die ihre Vision teilten. Das ist die Gründungserzählung, auf der Anthropics Anspruch basiert. Ob sie trägt, wenn Amazon, Google, Microsoft und Nvidia auf der Investorenliste stehen und ein Börsengang vor der Tür steht – das ist die eigentliche Frage.

    Lars hat bei #9vor9 auch das Gründungsdokument von Anthropic zitiert: „Development of superhuman machine intelligence is probably the greatest threat to the continued existence of humanity.“ Und sofort die Folgefrage, die sitzt: Wenn Menschen, die so etwas sagen, vollkommen unreguliert arbeiten dürfen – ist das nicht genau das Problem? In den USA ist KI-Regulierung unter der aktuellen Administration kein ernstes Thema. Es gibt keine Leitplanken, keine Aufsicht mit echten Zähnen. Lars hat das klar ausgesprochen: „Ich möchte mich nicht auf das ethische Gewissen einzelner Tech Bros verlassen müssen.“ Ich auch nicht.

    Autonome KI und meine Daten: Kreditkarte, Pass, Gesundheitsakte

    Ich nutze Claude seit Wochen intensiv und habe meine ausführlichen Erfahrungen – von Claude Cowork über DSGVO-Realität bis zur Investorenstruktur – in einem separaten Blogbeitrag beschrieben. Mein Fazit dort war: beeindruckendes Werkzeug. Das gilt nach wie vor. Die autonomen Agenten auf dem Mac habe ich bewusst nur mit harmlosen Aufgaben erprobt – weiter werde ich auch wahrscheinlich nicht gehen, weil das dann schon ein bisschen zu spooky ist. Und dieses Unbehagen teilen Lars und ich ausdrücklich.

    Denn reden wir konkret darüber, was heute technisch möglich ist: Ein autonomer KI-Agent kann Reisen buchen – und braucht dafür meine Kreditkartendaten. Er kann meine Steuererklärung vorbereiten – und braucht dafür meine Bankdaten, meine Spesenabrechnungen, meine Lohnzettel. Er kann meinen Pass scannen und verarbeiten, inklusive der biometrischen Daten, die darin stecken. Er kann meine Gesundheitsdaten lesen, um Versicherungen zu vergleichen oder Arzttermine zu buchen.

    Das ist kein Science-Fiction. Das ist heute möglich. Die Frage ist nicht, ob die Technik das kann. Die Frage ist: Was passiert mit diesen Daten? An wen fließen sie weiter? Wer hat am Ende die Kontrolle – ich, oder ein System, das autonom handelt und dessen Entscheidungswege ich nicht vollständig nachvollziehen kann? Systeme, die autonom handeln, können eben auch autonom Schaden anrichten. Lars und ich sind keine Maschinenstürmer. Aber wir sind auch keine unkritischen Enthusiasten. Und das sollte man auch nicht sein.

    Am Ende unseres Gesprächs hat Lars den Punkt gesetzt: „Es ist halt offensichtlich ein sehr kritischer Zeitpunkt gerade, was KI, Wirkung von KI, KI-Entwicklung angeht. Muss man jetzt auch nicht drumrum reden.“ Nein, muss man nicht. Was man aber festhalten muss: Anthropic ist kein Heilsversprechen. Amazon, Google, Microsoft und Nvidia sitzen wie erwähnt auf der Investorenliste, der Börsengang steht an.

    Ist Anthropic wirklich die ethische KI-Alternative – oder Angst-Marketing vor dem Börsengang?

    Die Kernfrage stellt sich weiter: Ist Anthropic die erwachsene, ethische Alternative? Oder nutzt das Unternehmen Angst-Marketing so geschickt, wie OpenAI einst Hype-Marketing betrieben hat? Die Antwort kennen wir noch nicht. Was wir kennen, sind historische Beispiele. Google hatte einmal „Don’t be evil“ als Leitspruch. Es war mehr als ein Slogan – es war ein Versprechen, das lange geglaubt wurde. Bis es leise verschwand. Beobachten wir kritisch, ob Anthropic einen anderen Weg geht.

    * Frontier-Modelle sind die jeweils leistungsfähigsten KI-Systeme an der vordersten Entwicklungsfront – Modelle, die neue Maßstäbe setzen, bevor die Welt weiß, wozu sie fähig sind.

    Anthropic_Disruption_(2)Herunterladen #9vor9 #allgemein #Amazon #Anthropic #books #chatgpt #Claude #CyberSecurity #DSGVO #ElonMusk #EU #Google #KI #KIAgenten #Microsoft #Trump #USA #Wirtschaft
  20. #BrowserGate - Wir haben es bei #9vor9 und im Blog behandelt. Jetzt kommentiert @pallenberg: "Warum ist diese Geschichte nicht größer? Warum ist BrowserGate nicht längst ein Thema, das in jeder Debatte ueber #Microsoft, #LinkedIn, Plattformregulierung und digitale Souveränität mitläuft?
    Möglicherweise, weil LinkedIn noch immer mit einem Imagebonus unterwegs ist, den andere Plattformen längst verspielt haben. LinkedIn gilt vielen als das “serioese” soziale Netzwerk." metacheles.de/browsergate-so-s

  21. Null Jobangebote in zwei Jahren — weder für @larsbas noch für mich. Beim Fake-Profil dagegen schon. Bei #9vor9 haben wir über LinkedIn nachgelegt: persönliche Ernüchterung, BrowserGate (Safari und Firefox sind außen vor!) und die Ignoranz US-geprägter Unternehmen, die ich schlicht nicht verstehe.

    stefanpfeiffer.blog/2026/04/13

  22. Mistral AI: Europas letzte KI-Option — und warum wir sie jetzt nutzen müssen #9vor9 – StefanPfeiffer.Blog rivva.de/336443397

  23. Die Debatte ist schief: Während politisch „mehr Arbeit“ gefordert wird, verspricht die Tech-Welt das Gegenteil – Intelligenz auf Knopfdruck. Das Problem: Unser Arbeitsbegriff passt nicht mehr zur Realität. Genau darüber sprechen wir bei #9vor9 mit Professor Peter M. Wald. #KI #Arbeit #Arbeitswelt

    stefanpfeiffer.blog/2026/03/23

  24. Nur kein Späßle machen, sonst wird das nichts mit den Bots von OpenAI, Google und Co. Wird wohl nix mit #9vor9. Trotzdem sprechen @larsbas und ich über GEO – Generative Engine Optimization - die neue Suchwährung. Zitate statt Links sind die neuen Dollars. #GEO #SEO #Search stefanpfeiffer.blog/2026/03/16

  25. Immer mehr Menschen stellen ihre Fragen direkt an ChatGPT, Perplexity oder Gemini. Für Blogs bedeutet das: weniger Klicks – mehr indirekte Sichtbarkeit. Was bedeutet Generative Engine Optimization wirklich? Wir sprechen bei #9vor9 darüber #GEO #SEO #Bloggen

    stefanpfeiffer.blog/2026/03/16

  26. Welches #DarkPattern nervt euch am meisten?
    • schwer kündbare Abos
    • riesige „Akzeptieren“-Buttons
    • AutoPlay-Videos
    • künstliche Countdown-Timer
    In meinem neuen Video erkläre ich diese Tricks in 60 Sekunden.
    #60Sekunden #9vor9

    youtube.com/shorts/R8d57xw7-S4

  27. Kleiner Selbstschutz gegen #DarkPatterns im Netz:
    • 3-Sekunden-Regel: Kurz innehalten, bevor man klickt. Oft erkennt man den Trick erst dann.
    • AutoPlay abschalten: In den Einstellungen von TikTok, YouTube & Co. deaktivieren – wenn man die Option findet.
    • Tools nutzen: Plugins wie Dark Pattern Detector oder Adblocker helfen.
    • Melden: Beschwerden gehen z.B. an Verbraucherzentralen oder den Digital Services Coordinator der Bundesnetzagentur.
    #9vor9 stefanpfeiffer.blog/2026/03/09

  28. Ein Klick für das Abo, sechs Klicks für die Kündigung: #DarkPatterns gehören zum Standard vieler Websites. Sie nutzen unsere Gewohnheiten, Ungeduld und Aufmerksamkeitsschwächen. Wie diese Manipulation funktioniert – und warum sie ein strukturelles Problem ist, besprechen wir bei #9vor9.

    stefanpfeiffer.blog/2026/03/09

  29. Klarnamenpflicht klingt nach mehr Verantwortung. Tatsächlich könnte sie die Meinungsfreiheit schwächen. Warum Anonymität im Netz demokratisch wichtig ist – mein Gespräch mit @larsbas bei #9vor9 #Klarnahmenpflicht #Meinungsfreiheit #SocialMedia stefanpfeiffer.blog/2026/03/02

  30. Klarnamenpflicht im Netz – Lösung gegen Hass oder Gefahr für die Meinungsfreiheit?
    Friedrich Merz fordert, dass Nutzerinnen und Nutzer im Internet mit echtem Namen auftreten sollen. Klingt nach mehr Verantwortung. Aber was bedeutet das für Whistleblower, Betroffene von Gewalt oder kritische Stimmen?
    Im Blog und im Podcast #9vor9 ordnen @larsbas und ich die Debatte ein und erklären, warum Regulierung der Plattformen der bessere Weg ist.
    #60Sekunden #Klarnamenpflicht youtube.com/shorts/6Xb_Cu_x6kU

  31. Klarnamenpflicht: Warum Merz’ Forderung gefährlich ist #9vor9 – StefanPfeiffer.Blog rivva.de/336345773

  32. Klarnamenpflicht: Warum Merz’ Forderung gefährlich ist #9vor9

    „Wer sich im Netz versteckt, hat etwas zu verbergen!“ – So oder ähnlich klingt es, wenn Politiker wie Friedrich Merz die Klarnamenpflicht fordern. Doch was auf den ersten Blick nach mehr Zivilcourage und weniger Hass aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Gefahr für die Meinungsfreiheit. Mehr dazu bei #9vor9.

    stefanpfeiffer.blog/2026/03/02

  33. Klarnamenpflicht: Warum Merz’ Forderung gefährlich ist #9vor9

    „Wer sich im Netz versteckt, hat etwas zu verbergen!“ – So oder ähnlich klingt es, wenn Politiker wie Friedrich Merz die Klarnamenpflicht fordern. Doch was auf den ersten Blick nach mehr Zivilcourage und weniger Hass aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als autoritärer Reflex – und als Gefahr für die Meinungsfreiheit. Das war auch das Fazit unseres Gesprächs bei #9vor9 zwischen Lars Basche und mir.

    Es klingt erst einmal einleuchtend

    „In der Politik stellen wir uns mit offenem Visier der Debatte – warum sollten das Bürgerinnen und Bürger im Netz nicht auch tun?“

    „Klarnamen würden die Debattenkultur im Netz endlich zivilisieren!“

    „Auf der Straße gibt es auch kein Vermummungsverbot – warum also im Digitalen?“

    „Klarnamen machen das Netz sicherer – dann kann die Polizei Täter:innen endlich bestrafen!“

    Das sind nur einige der Aussagen der Befürworter einer Klarnamenpflicht im Internet. Die Diskussion wurde jetzt von unserem Bundeskanzler Friedrich Merz erneut befeuert. Lars und ich sprechen darüber und zeigen, warum die Möglichkeit, sich anonym im Netz zu bewegen, so wichtig ist – gerade auch für unsere Demokratie.

    https://youtu.be/5ZXlt6FD4Ho

    Ich erinnere mich dunkel, dass auch ich einmal vor langer Zeit für Klarnamen im Internet war. Damals ging ich davon aus, dass man zu seiner Meinung mit seinem Namen stehen sollte und dass es zivilisierter zugehen würde, wenn man mit echtem Namen im Netz diskutiert. Neulich habe ich mit meiner Frau darüber gesprochen, und sie, die eigentlich eher grün denkt, sprach sich für eine Klarnamenpflicht in Deutschland aus. Dann könne man die „Hater“ und Hetzer endlich polizeilich verfolgen. In totalitären Ländern und Systemen sei Anonymität im Netz wichtig, doch bei uns in Deutschland? Da könne man doch mit seinem Namen auch im Netz einstehen.

    Wir müssen die schützen, die im Netz bedroht werden – auch in Deutschland

    Doch es lohnt sich, genauer hinzuschauen, denn die Wahrheit ist komplexer. Lars und ich waren uns bei #9vor9 einig: Die Idee, dass Klarnamen zu mehr Verantwortungsbewusstsein führen, ist ein Mythos. Stattdessen würde eine solche Pflicht genau diejenigen treffen, die Schutz am nötigsten haben: Whistleblower, die Missstände in Unternehmen oder Behörden aufdecken, oder Demokratinnen und Demokraten, die gerade heute in AfD-Hochburgen gegen den rechtsextremen Mainstream, gegen Lügen, Hass und Hetze ankämpfen.

    Für sie kann Anonymität überlebenswichtig sein. Es ist bei uns leider nicht mehr so, dass Demokratinnen und Demokraten automatisch geschützt sind. Einige Bekannte und Freunde haben von ganz konkreten Anfeindungen und Bedrohungen durch Rechtsextreme berichtet.

    Besonders betroffen wären Minderheiten: LGBTQ+-Personen, die in ländlichen Regionen oder konservativen Milieus leben, oder Jugendliche, die sich in geschützten Räumen über ihre Identität austauschen wollen. Für sie wäre eine Klarnamenpflicht kein Schritt in Richtung „offene Gesellschaft“, sondern eine Einladung zur sozialen Ächtung. Lars und ich sind uns einig: Eine Klarnamenpflicht trifft in diesen Fällen nicht Täter, sondern Schutzbedürftige.

    Die Illusion: Warum Klarnamen keine Wunderwaffe sind

    Auch wurde die Annahme, dass der, der mit seinem echten Namen kommentiert, zweimal nachdenkt, bevor er hetzt, inzwischen entkräftet. Doch die Realität ist komplexer. Studien zeigen, dass Hass und Hetze keineswegs nur aus dem Dunkel der Anonymität kommen. Im Gegenteil: Viele Haterinnen und Hater haben die Schamgrenze längst verloren und hetzen ganz offen unter ihrem Namen. Die Hemmschwelle, öffentlich zu beleidigen oder zu diffamieren, sinkt scheinbar immer weiter – besonders in Zeiten, in denen rechtsextreme Parolen salonfähig werden.

    Der frühere Verfassungsgerichtspräsident Andreas Voßkuhle hat Ende 2025 trotzdem eine Klarnamenpflicht gefordert und hält sie verfassungsrechtlich für zulässig – mit „genauer Begründung“ natürlich. Das Bundesverfassungsgericht dagegen betont, dass anonyme Meinungsäußerung ein zentraler Bestandteil der Meinungsfreiheit (Art. 5 GG) ist – gerade als Schutz vor Repression oder sozialer Ächtung.

    Grundrechte vs. Kontrollfantasien: Wer profitiert wirklich?

    Der Bundesgerichtshof hat zudem bestätigt, dass Plattformen die Nutzung unter Pseudonymen ermöglichen müssen, sofern dies technisch möglich ist. Beide Instanzen sehen in der Anonymität einen Grundrechtsschutz, der nur in eng begrenzten Ausnahmefällen (z. B. bei schwerer Kriminalität) eingeschränkt werden darf. Eine pauschale Klarnamenpflicht wäre somit verfassungswidrig.

    Auch wenn es manche nicht mehr hören wollen: Eine Klarnamenpflicht auf den großen Plattformen müsste technisch einwandfrei und sauber umgesetzt werden, damit Plattformen wie X oder Meta nicht zu noch gigantischeren Identitätsregistern werden.

    Die eigentliche Baustelle: Plattformen statt Nutzer regulieren

    Die Debatte um Klarnamen lenkt einmal mehr von der eigentlichen Frage ab: Warum werden Plattformen wie X oder Facebook nicht konsequent dazu gezwungen, Hassrede und Desinformation zu löschen? Warum gibt es keine wirksame Regulierung der Algorithmen, die Extremismus und Polarisierung befeuern? Statt die Verantwortung bei den Nutzerinnen und Nutzern zu suchen, sollte die Politik endlich die Tech-Giganten in die Pflicht nehmen.

    Friedrich Merz selbst gab in seiner Aschermittwochsrede zu, die Macht der Algorithmen unterschätzt zu haben. Doch anstatt Konsequenzen zu ziehen, wird lieber die Klarnamenpflicht als Placebo-Lösung präsentiert. Dabei ist klar: Wer wirklich etwas gegen Hass im Netz tun will, muss die Plattformen regulieren – nicht die Menschen, die sie nutzen.

    Aber natürlich ist es populistischer und einfacher, mit den oben genannten Sprüchen vom offenen Visier im Netz und einem Social-Media-Verbot zu kommen, statt sich mit Trump und den Plattformgiganten auseinanderzusetzen. Und ich habe das Gefühl, dass sich Politikerinnen und Politiker vor der Notwendigkeit drücken, gerade bei jungen Leuten, aber generell in der Bevölkerung höhere Medienkompetenz zu verankern. Weiterbildung braucht Zeit und ist anstrengend. Ein flotter Spruch ist schnell rausgehauen, löst aber das eigentliche Problem nicht.

    Fazit: Klarnamenpflicht ist kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt

    Unser Fazit bei #9vor9: Die Forderung nach Klarnamen im Netz ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Hilflosigkeit. Sie ignoriert, dass Anonymität für viele der einzige Schutz vor Repression ist – sei es durch autoritäre Regime, rechtsextreme Netzwerke oder digitale Gewalt. Statt die Freiheit im Netz weiter einzuschränken, sollte die Politik endlich die eigentlichen Probleme angehen: die Macht der Plattformen, die Straflosigkeit von Hassrede und die Algorithmen, die unsere Gesellschaft spalten.

    Oder anders gefragt: Wenn selbst Politiker wie Merz zugeben, die Gefahren der Digitalisierung unterschätzt zu haben – warum soll dann ausgerechnet die Klarnamenpflicht die Lösung sein? Vielleicht, weil sie einfacher zu fordern ist als eine echte Regulierung der Tech-Konzerne. Doch einfach ist nicht immer richtig. Und in diesem Fall wäre es fatal.

    https://9vor9.podigee.io/200-klarnamenpflicht-internet

    Hass im Netz melden – und rechtlich konsequent vorgehen

    Wer im Netz mit Hass, Hetze oder Bedrohungen konfrontiert wird, sollte sich umgehend Hilfe und Beratung suchen – etwa bei HateAid oder No Hate Speech. Diese Organisationen unterstützen dabei, Beweise zu sichern und die nächsten Schritte zu planen. Anschließend lohnt es sich, Anzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft zu stellen – besonders bei Beleidigungen, Volksverhetzung oder Bedrohungen. Plattformen wie Facebook oder X/Twitter bieten zwar Meldefunktionen, doch wirklich wirksam wird der Schutz oft erst durch rechtliche Konsequenzen

    Auch anonyme Accounts schützen nicht vor rechtlicher Verfolgung: Über IP-Adressen oder gerichtliche Auskunftsersuchen lassen sich Täterinnen und Täter identifizieren. Wer Hass nicht hinnehmen will, sollte also nicht nur melden, sondern sich Hilfe holen und konsequent Anzeige erstatten – denn nur so wird klar: Hetze hat Konsequenzen.

    Präsentatiion zum Thema Klarnamenpflicht – Bitte zum Blättern nach unten scrollenHerunterladen #9vor9 #CDU #Deutschland #Hass #Hateaid #Klarnamenpflicht #Meinungsfreiheit #Merz #SocialMedia
  34. OpenAI hat vor Monaten Jony Ive für das „next big thing“ geholt. Jetzt kommt Peter Steinberger, Kopf hinter OpenClaw, ebenfalls an Bord – mit der Vision eines KI-Agenten für alle. Design trifft Autonomie. Das klingt nach neuer Geräteklasse. Entscheidend wird sein, ob Sicherheit und Kontrolle mitgedacht werden – oder erst später.
    #9vor9 #OpenClaw #NextBigThing #KIAgenten
    OpenClaw: Wenn KI-Agenten die Kontrolle übernehmen stefanpfeiffer.blog/2026/02/23

  35. OpenAI hat vor Monaten Jony Ive für das „next big thing“ geholt. Jetzt kommt Peter Steinberger, Kopf hinter OpenClaw, ebenfalls an Bord – mit der Vision eines KI-Agenten für alle. Design trifft Autonomie. Das klingt nach neuer Geräteklasse. Entscheidend wird sein, ob Sicherheit und Kontrolle mitgedacht werden – oder erst später.
    #9vor9 #OpenClaw #NextBigThing #KIAgenten
    OpenClaw: Wenn KI-Agenten die Kontrolle übernehmen stefanpfeiffer.blog/2026/02/23

  36. Ein persönlicher Assistent, der Rechnungen zahlt, Urlaube bucht und E-Mails beantwortet – klingt nach Traum. Bis er plötzlich deine Passwörter an Fremde schickt. Willkommen in der Welt von OpenClaw und Moltbook, wo die Zukunft der KI schon heute stattfindet – und uns alle überfordert. #9vor9

    stefanpfeiffer.blog/2026/02/23

  37. Die Akte X: Bequemlichkeit statt Haltung

    X gilt noch immer als Nachrichtenhub. Doch die Realität sieht anders aus: Polarisierung, Bots, algorithmischer Lärm. Warum halten Medien und Politik an einer Plattform fest, die demokratische Debatten eher schwächt als stärkt? Unsere Diskussion bei #9vor9.

    stefanpfeiffer.blog/2026/02/16

  38. KI in der Verwaltung: Bürgermeister wird in Büttelborn zum Avatar, mal schnell Chatbot auf Webseite einbauen. Marcus Schwarze in der #FAZ (€)
    Das ist nicht, wo KI in der Verwaltung wirklichen Nutzen bringen muss. Im Backend bei den Fachverfahren spielt die Musik angesichts immer weniger Personal, siehe unser Gespräch bei #9vor9 mit Holger Klötzner von der Stadt Darmstadt #KI #Verwaltung faz.net/pro/digitalwirtschaft/

  39. Digitalisierung klingt einfach. Ist sie aber nicht.

    In unserem Podcast #9vor9 diskutieren wir mit Holger Klötzner, Stadtrat für Digitalisierung, und Dennis Schwalbach aus dem IT-Maschinenraum der Stadt Darmstadt über Formulare, Fachverfahren – und die Umlaufmappe 📁.
    Was bedeutet digitale Verwaltung wirklich?
    Wo hakt es noch?

    Reinhören unter 9vor9.podigee.io/197-digitalis
    #60Sekunden #Digitalisierung #Darmstadt #Verwaltung
    youtube.com/shorts/C_f4tokEmyE

  40. Bei #9vor9 waren Holger Klötzner und Dennis Schwalbach vom IT-Dezernat der Stadt Darmstadt zu Gast. Wir haben den digitalen Alltag in der Stadtverwaltung gesprochen, über Grenzen, Abhängigkeiten und Realitäten vor Ort. #Digitalisierung #Darmstadt

    stefanpfeiffer.blog/2026/02/09

  41. Nicht verschwunden, nur verändert: Wie junge Menschen heute publizieren #Blogs #Reels

    Mal wieder wird in „der Blogosphäre“ diskutiert, warum es denn scheinbar oder offensichtlich nur ältere Bloggerinnen und Blogger gibt, die ihr „Relikt aus der Web-2.0-Urzeit des Internets pflegen“. Wo sind die Jungen? Haben wir uns zusammen mit Thomas Riedel auch auf dem Bloggertreff auf der re:publica 2025 gefragt. Wenn es sie gibt, dann bloggen sie zumindest mal nicht so, wie wir es seit gefühlten, teilweise realen Jahrzehnten kennen.

    Sie nennen sich nicht Blogger

    Ich glaube, sie kämen auch gar nicht auf die Idee, sich Blogger zu nennen. Sie werden eher als Creator oder Influencerinnen und Influencer bezeichnet oder einfach als YouTuber oder TikToker. Ein Blog kann heute ein Vlog (Video-Blog) sein. Vor allem aber: Die Inhalte sind kürzer, meist sind es Reels und Shorts, um die 60 Sekunden, oft dynamisch geschnitten, nicht die Textwüsten, die ich beispielsweise oft produziere und die schon mancher traditionellen Leserin, manchem traditionellen Leser zu lang sind.

    So wie in fast jeder Generation hat sich verändert, wie junge Menschen Medien (und Informationen) konsumieren. „Ich glotz TV“, wir Älteren kennen noch den Song von Nina Hagen. Lineares Fernsehen hat meine Generation (und die davor) geprägt. Und natürlich habe ich noch den Satz meiner Eltern in den Ohren, dass wir nicht so viel vor der Glotze sitzen, mehr draußen sein sollen. Waren wir dann auch meistens.

    „Ich glotz TV“: In jeder Generation hat sich Medienkonsum geändert

    Heute kritisieren wir natürlich, wie denn junge Leute gefühlt den ganzen Tag das Smartphone in der Hand und endlos Kurzvideos anschauen können, die ihnen die bösen Chinesen und die vielleicht noch böseren Amis über undurchschaubare Algorithmen zuspielen. Ja, auch ich finde das nicht gut, aber wir müssen uns mit einem veränderten Medienkonsum der Jüngeren auseinandersetzen. Und natürlich sollten wir versuchen, sie an längere Videoformate jenseits der 60 Sekunden, an Podcasts, Beiträge in Mediatheken, an Hörbücher und „richtige“ Bücher heranzuführen.

    Generationen wurden und werden ver-BILD-et und verblödet

    Doch ganz ehrlich: Zurückdrehen werden wir das Rad nicht mehr. Und lasst uns bitte nicht in den Fehler verfallen, alle jungen Leute als verblödet darzustellen. Nur zur Erinnerung: Viele in unserer Generation und die davor haben täglich die BILD gelesen, ein Blatt, das schon immer Halbwahrheiten abgesondert und Springer-konform manipuliert hat. Auch in den 60er, 70er Jahren bis heute wurden und werden „die Leute“ ver-BILD-et und verblödet. Einige von uns haben noch zu gut „Der Aufmacher“ von Wallraff, erstmals 1977 erschienen, in Erinnerung, in dem „die journalistischen Methoden“ von Springer offengelegt wurden. Geändert hat sich seitdem daran nichts.

    Eine ähnliche Verblödung und Manipulation finden wir natürlich auf TikTok, YouTube und Instagram. Noch schlimmer. Die Eingangsschwelle, Hass, Hetze und Lügen an Mann und Frau zu bringen, ist durch die asozialen Medien und Algorithmen deutlich niedriger geworden. Auf den Plattformen treiben sich Ideologen und Radikale herum, die ihre Weltanschauungen mehr oder weniger ungehindert verbreiten, da die Tech-Bros es für Zensur halten, radikale, demokratiefeindliche Inhalte zu moderieren und zu sperren. Das ist sicherlich ein Punkt, an dem „die Politik“ und wir alle dranbleiben müssen.

    Doch zurück zum Informationskonsum der jüngeren Generation. Wir können und müssen Teile kritisch sehen, von den Lügenvideos der gerade genannten radikalen Spinner und rechtsextremer Parteien bis zu KI-generierten Inhalten und Fake News. Sicherlich gibt es auch manch einen, der auf der „Creator-Welle“ mitsurft, der nicht gerade ein Ausbund an sachlicher Information ist.

    Wir haben damals die BRAVO gelesen – heute schaut man Reels und Shorts

    Aber hey, auch wir hatten damals die Bravo. Auch heute fungieren „Junk News“ (Tiervideos, Influencer-Geschwätz, Memes) als neuer „Klebstoff der Öffentlichkeit“. Diese Inhalte bieten jungen Menschen eine gemeinsame unterhaltende und emotionale Grundlage, die klassische Nachrichten oft vermissen lassen.

    Doch sollten wir ebenfalls akzeptieren, dass es Talente gibt, die durchaus bemerkenswerte Inhalte produzieren. Und ja, ich nenne ganz bewusst Rezo (der deutlich länger war und ist als 60 Sekunden), und er ist nicht allein. Produzieren Rezo und Co immer Inhalte, die klassischen journalistischen Kriterien gerecht werden? Nein. Wird mehr polarisiert, Meinung geäußert, emotional kommuniziert? Ja.

    Nabelschauen in der Blogosphäre

    Doch tun wir das nicht auch in unseren Blogs? Sind wir da immer neutral und sachlich? Bestimmt nicht. Oft im Gegenteil. Kindergartendiskussionen wie, ob es „das Blog“ oder „der Blog“ heißt, gibt es in der Blogosphäre seit Jahrzehnten. Ich erinnere mich, dass ich Oliver vor über 20 Jahren heftig zurechtgewiesen habe, als ich damals „der Blog“ sagte. Manche Nabelschau innerhalb der Blogosphäre kann ich nicht so wirklich ernst nehmen. Das erinnert mich sehr stark an die Diskussionen um das einzig wahre, reine und zu hundert Prozent korrekte Fediverse.

    Sie nennen es nicht „bloggen“

    Doch zurück zu meinem Punkt. „Die Jüngeren“ bloggen meiner Ansicht nach anders und nennen es auch nicht mehr so. Auch dort gibt es solche und solche Creators. Manche liefern durchaus Qualität, andere produzieren Einheitsbrei und Schlimmeres. Das gab es schon immer – man denke an prominente Blogger, die plötzlich ganz nach rechts abgebogen sind. Heute ist es wie erwähnt eben noch einfacher, plakative Parolen und Inhalte über die sozialen Medien zu verbreiten, da die Algorithmen Aufregung und Polarisierung bevorzugen.

    Respekt für „gute“ Creators

    Nein, ich finde es nicht gut, dass die „Creators“ vor allem die asozialen Plattformen mit den gerade beschriebenen Mechanismen benutzen und würde mir wünschen, es gäbe alternative Plattformen (wie eben Blogs, die einem selbst gehören). Trotzdem glaube ich, dass wir die Creators respektieren sollten, die sich Mühe geben und sehenswerten Content produzieren. Das sind für mich irgendwie auch Bloggerinnen und Blogger – oder eben Creators.

    Vielleicht braucht es hier einen neuen Begriff, oder wir lassen es halt einfach so nebeneinander stehen. Und bezüglich der Plattformen: Es gibt auch bei den Jüngeren durchaus Bewegungen, die sich weg von den sozialen Plattformen bewegen wollen. Lasst uns das beobachten.

    Austausch zwischen älteren Bloggerinnen und Bloggern und „den Jungen“ erwünscht

    Viel wichtiger als eine Begriffsdiskussion ist aber aus meiner Sicht, dass Jüngere uns Bloggerinnen und Blogger, die Inhalte, die uns wichtig sind, wahrnehmen. Ich habe mich deshalb entschieden, zu unserem Podcast #9vor9 und zu meinen Blogbeiträgen das ein oder andere 60 Sekunden-Video selbst zu produzieren und zu veröffentlichen. Und ja, es kommt dabei auch KI zum Einsatz, mit der beispielsweise die Visuals zu meinen Texten erstellt werden. Die Videos werden auch noch über die berüchtigten Plattformen „ausgespielt“, weil ich vermeintlich nur dort – hier auf YouTube – „die Jüngeren“ erreiche.

    Und ich sag Euch noch was: Das Ganze machte richtig Spaß und es überrascht mich, wie viel man von dem, was man verbreiten möchte, in 60 Sekunden packen kann. Und das dritte „und“: Vielleicht geht ja doch die ein oder andere, die sich eines meiner Shorts oder ein Reels anschaut, auf meinen Blog, liest den Text oder hört sich unseren Podcast an. Das wäre schon was.

    Werde ich es durchhalten, die Videos zu produzieren? Weiß ich nicht, denn es ist schon Aufwand und es kommen oft nicht die Bilder heraus, die ich gerne hätte. Ginge auch, würde aber mehr Aufwand und wahrscheinlich eine kostenpflichtige Software benötigen. Erst einmal werde ich dabei bleiben und neue Videos erstellen. Und natürlich bin ich offen, von „den Profis“ zu lernen.

    Klicks im Blog über Facebook – Klicks über Shorts & Reels

    P.S. Ich kann es mögen oder nicht: Laut meiner WordPress-Statistik kommen die meisten Leute über Facebook auf meinen Blog, noch immer nach Google. Ich hatte Facebook mal verlassen, bin aber zurückgekehrt, um meine Bekannten zu erreichen, die sonst nie auf meinen Nischenblog geschaut hätten. Es scheint zu funktionieren.

    Einen ähnlichen Trend kann ich allerdings noch nicht bezüglich meiner Videos feststellen. Da scheinen die Viewer eher auf den entsprechenden Plattformen zu verharren. Natürlich ist meine Reichweite auch bescheiden, aber ich freue mich über den ein oder anderen Ausreißer, der vierstellige Viewer-Zahlen erreicht.

    Das #60Sekunden-Video zum Thema

    https://youtube.com/shorts/jAPw5GQHIw0

    #60Sekunden #9vor9 #BILD #Blog #Bloggen #Bravo #Creator #Instagram #Kurzvideos #Reels #Shorts #TikTok #YouTube

  42. Eine Frage die wir hätten diskutieren sollen: Was bedeutet die Flut an Kurzvideos, was bedeuten TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts für Wikipedia? Muss Wikipedia darauf mit eigenen Produktionen antworten, um die junge Generation zu erreichen? Sollten wir in einer der kommenden Folgen von #9vor9 diskutieren, @larsbas Eure Meinung ist natürlich willkommen. #Wikipedia #Kurzvideos #TikTok #JungeGeneration

  43. Eine Frage die wir hätten diskutieren sollen: Was bedeutet die Flut an Kurzvideos, was bedeuten TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts für Wikipedia? Muss Wikipedia darauf mit eigenen Produktionen antworten, um die junge Generation zu erreichen? Sollten wir in einer der kommenden Folgen von #9vor9 diskutieren, @larsbas Eure Meinung ist natürlich willkommen. #Wikipedia #Kurzvideos #TikTok #JungeGeneration

  44. Eine Frage die wir hätten diskutieren sollen: Was bedeutet die Flut an Kurzvideos, was bedeuten TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts für Wikipedia? Muss Wikipedia darauf mit eigenen Produktionen antworten, um die junge Generation zu erreichen? Sollten wir in einer der kommenden Folgen von #9vor9 diskutieren, @larsbas Eure Meinung ist natürlich willkommen. #Wikipedia #Kurzvideos #TikTok #JungeGeneration

  45. Eine Frage die wir hätten diskutieren sollen: Was bedeutet die Flut an Kurzvideos, was bedeuten TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts für Wikipedia? Muss Wikipedia darauf mit eigenen Produktionen antworten, um die junge Generation zu erreichen? Sollten wir in einer der kommenden Folgen von #9vor9 diskutieren, @larsbas Eure Meinung ist natürlich willkommen. #Wikipedia #Kurzvideos #TikTok #JungeGeneration

  46. Eine Frage die wir hätten diskutieren sollen: Was bedeutet die Flut an Kurzvideos, was bedeuten TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts für Wikipedia? Muss Wikipedia darauf mit eigenen Produktionen antworten, um die junge Generation zu erreichen? Sollten wir in einer der kommenden Folgen von #9vor9 diskutieren, @larsbas Eure Meinung ist natürlich willkommen. #Wikipedia #Kurzvideos #TikTok #JungeGeneration

  47. Aleph Alpha, Apple, Microsoft, Doc Sam: Ernüchternde Momente in IT und KI

    Meine wichtigsten IT- und KI-Themen der vergangenen Tage – von Aleph Alpha bis Apple, von Microsoft bis Doc Sam, also ChatGPT Health. Dazu ein bissiger Kommentar zum Mythos KI als Heilsbringer. Diese Ausgabe von Kuratiert. konzentriert sich bewusst nur auf IT und KI. Die Kolumne soll künftig wenn möglich mit Artikeln zu einem Schwerpunkt-Komplex erscheinen.

    1. Aleph Alpha: Es war einmal ein Hoffnungsträger
    2. KI-Blamage: Apple muss sich für Gemini entscheiden
      1. News rund um Apple Home
    3. Unverzichtbar? Mal wieder die Mär rund um Microsoft
    4. Doc Sam löst Doc Google ab – News rund um ChatGPT
      1. Wer bin ich eigentlich und warum
    5. KI macht alles billiger und produktiver ? Von wegen. 💸 – Ein lesenswerter Kommentar

    Aleph Alpha: Es war einmal ein Hoffnungsträger

    Aleph Alpha, das Unternehmen war der Hoffnungsträger der deutschen KI-Industrie. Noch gut habe ich die Bilder von Robert Habeck unddem Aleph Alpha-Gründer Jonas Andrulis vor Augen. 2023 haben wir angesichts der damaligen Finanzierungsrunde bei #9vor9 die Frage gestellt, ob das Unternehmen mit seinem Large Language Model (LLM) mit den Großen mithalten kann.

    Heute wissen wir, dass es im Bereich LLM nicht mithalten kann. Das Unternehmen strukturiert um. Gründer Jonas Andrulis zieht sich zurück und baut Stellen ab. Man halte – so das typische Sprech offiziöser Pressemitteilung -weiter an dem Ziel fest, KI‑Lösungen für europäische Unternehmen und Institutionen zu entwickeln. Ich interpretiere so, dass man mehr in das Lösungs- und Beratunsgeschäft gehen will und die Produktentwicklung abgehakt hat.

    Mit Andrulis tritt ein, wenn nicht der Kopf der deutschen KI-Szene erst einmal ab.

    KI-Blamage: Apple muss sich für Gemini entscheiden

    Eher vernichtende Kommentare und Berichte muss gerade auch Apple über sich ergehen lassen, nachdem nun offiziell ist, dass man Google’s Gemini als KI-Modell verwenden wird – ob erst einmal oder „für immer“, das ist dahingestellt. Die Nachricht ist aber klar das Eingeständnis, dass Cupertino mit seiner eigenen „Apple Intelligence“ krachend gescheitert ist: „Apple kapituliert: Siri bekommt ein Gehirn von Google“ und „Lieber einen Deal mit dem Erzrivalen eingehen als weiter hinterherhinken.“ schreibt beispielsweise Jörg Schieb.

    Google bzw. der Mutter-Konzern Alphabet dagegen können jubeln. Jahrelang war die Google-Suche die präferierte Suchmaschine, nun ist Google Gemini die Basis der Künstlichen Intelligenz, die auf Apple iPhone’s, iPad’s und Mac’s läuft – sicher nicht zum Nachteil der Werbeeinnahmen von Google. Vor allem aber muss Google nicht mehr 20 Milliarden US $ für die Bevorzugung seiner Suchmaschine zahlen, sondern bekommt sogar noch Geld von Apple – angeblich eine Milliarde US $ pro Jahr.

    „Auf Dauer wird sich Apple diese Abhängigkeit nicht leisten wollen“, schreibt Holger Schmidt im FAZ Newsletter Digitalwirtschaft (€). Wollen und können sind aber wohl verschiedene Dinge, wenn es um Apple und Künstliche Intelligenz geht. Zu befürchten ist, dass man die vollmundigen Data Privacy-Versprechungen, die rund Apple Intelligence gemacht wurden, in die Tonne treten kann. „AI for the rest of us ist eine fette Aussage und daran wird sich Apple messen lassen müssen. Kann Apple insbesondere mit Google und Microsoft mithalten oder sogar mehr?“, habe ich nach unserem Podcast #9vor am 11. Juni geschrieben. „Das war ein hohles Versprechen, das nie eingelöst wurde.“

    News rund um Apple Home

    Aus dem Apple-Universum gibt es noch einige Nachrichten, die ich für erwähnenswert halte, vor allem weil ich im Apple-Ökosystem verhaftet bin. Sir Apfelot schreibt über Verbesserungen der KI-Funktionen mit iOS 26.4, macOS 26.4 und Co. Siri werde persönlicher. Na ja, angesichts der Gemini-Ankündigung verblassen die etwas.

    Relevanter für mich sind Änderungen im Bereich Smart Home von Apple. Die alte Home-App bzw. die alte Apple-Home-Architektur wird wohl abgeschaltet. Das sollte aber für mich keinen Einfluss haben. Meine Apple TV und die HomePods sind auf aktuellem Stand. Abkassieren könnte Apple dagegen, wenn es einen HomePod mit Monitor auf den Markt bringt. Das würde die Steuerung meiner Eve-Heizungsthermostate erleichtern, gerade auch für meine Mutter, die öfters zu Besuch ist. Die Soft-Tasten der Theromostate sind doch sehr „touchy“, so dass man auf die App angewiesen ist. Aber auch beim neuen HomePod scheint das bisherige Siri ein Hinderungsgrund zu sein, dass die Auslieferung verzögert.

    Ein Grund, warum ich nicht aus dem Apple-Ökosystem weg komme sind die Smart Home-Komponenten. Darüber hinaus steuere ich PV-Anlage und Wallbox über entsprechende Apps. All das und warum mich all die separaten Zusatz-Apps tierisch stören, die ich für meinen Dyson Cooler und mein Xiaomi-Ventilator so stören, ist vielleicht einmal Thema eines gesonderten Beitrags.

    Unverzichtbar? Mal wieder die Mär rund um Microsoft

    Weiterhin nicht verstehen kann ich, dass angesichts der aktuellen Lage und des Verhaltens von Microsoft (z.B. Sperrung von E-Mail-Konten) jemand hingehen kann und hämisch darüber „berichtet“, dass Airbus nicht dem Umstieg von Microsoft Office auf Google Workspace schafft. Es wird kolportiert, dass Microsoft Office halt einfach unverzichtbar sei. Natürlich ist der Verfasser in seinem Beruf mit Microsoft und deren Technologie verflochten.

    Ist Microsoft Office unverzichtbar? Ich glaube nicht, aber man muss sicher einen nennenswerten Aufwand betreiben, um seine Excel-Tabellen mit Verbindungen und Formeln, seine Word-Vorlagen mit Makros und seine Managementpräsentationen auf Basis Powerpoint zu ersetzen. Doch ist das meiner nach angesichts des konkreten Verhaltens von Microsoft und des Ziels einer höheren digitalen Souveränität absolut anstrebenswert. Entstehen durch einen solchen Umstieg umkalkulierbare Kosten?

    Es scheint mit aller Vorsicht so zu sein, dass enorme Lizenzkosten beim Umstieg auf Open Source-basierte Lösungen eingespart werden können – siehe die derzeit vorliegenden Zahlen aus Schleswig Holstein. Und diese Einsparungen sollten die Entwicklung einer analogen Funktionalität zu besagten Makros und Formeln querfinanzierten können – wobei sich insbesondere bei den beliebten Management-Präsentationen auf Basis Powerpoint auch die Frage gestellt werden sollte, ob diese wirklich notwendig sind.

    Gerade die öffentliche Hand könnte bei den viel zitierten Fachverfahren, die wohl vor allem mit Word und Excel integriert sind, genügend Druck ausüben, damit ein Wechsel zu Libre Office und vergleichbaren Tools möglich wäre. Das ist aus meiner Sicht nur eine Frage des politischen Wollens, wo gerade auch die SPD kläglich versagt und lieber mit Microsoft ins Bett geht. Da kann die SPD-Justizministerin Stefanie Hubig noch sei sehr europäische KI-Lösungen fordern, um die Abhängigkeit von Microsoft & Co. zu verringern.

    Doc Sam löst Doc Google ab – News rund um ChatGPT

    Zum Abschluss geht es um Nachrichten und Anwendungen rund um ChatGPT. Mit ChatGPT beziehungsweise dem Bildgernator erstelle ich derzeit die Titelbilder meines Blogs auf der Basis einer Style- und Prompt-Library, die ich im Dialog mit ChatGPT erstellt habe. Interessant ist, das mit identischen Prompts sehr unterschiedliche Bilder bei ideogram.ai, Gemini (das immer noch mit dem Generieren von Bildern im 16:9 Format zu kämpfen hat) und eben ChatGPT erzeugt werden.

    Eine gute Freundin hat seit langer Zeit mit ihrem Knie Probleme. Es wurde operiert, was aber den Zustand nicht verbessert hat. Im Gegenteil. Sie zweifelt unterdessen an den oft sich widersprechenden Diagnosen vieler Ärzte. ChatGPT liefere ihn oft bessere Aussagen als die Ärzte. Zuerst einmal in den USA treibt Open AI diese Entwicklung weiter. Dort ist in einigen Regionen unterdessen ChatGPT Health verfügbar. Dr. Google wird durch Dr. ChatGPT oder besser Doc Sam abgelöst.

    In ChatGPT Health soll all das zusammentragen kann, was sonst in Dutzenden Apps und Portalen verteilt ist: Laborwerte, Arztberichte oder Schritt- und Schlafdaten aus Apple Health & Co. Einmal verbunden, soll die KI auf einmal verständliche Antworten liefern und sogar individuelle Tipps zu Ernährung, Training und Arztgesprächen ableiten – oder zumindest so tun.

    ChatGPT Health soll keine Diagnosen stellen oder Ärzte ersetzen. Daten werden, so Open AI, separat und mit hoher Sicherheit behandelt – und sollen nicht zum Training der KI genutzt werden. Trotzdem bleibt die Frage: Wollen wir wirklich sensibelste Gesundheitsdaten mit einer profitgetriebenen KI teilen? Und was ist den Halluzinationen, den Märchengeschichten und falschen Fakten, die fast alle KI’s derzeit noch liefern?

    Wer bin ich eigentlich und warum

    So findest du heraus, was ChatGPT alles über dich weiß : Dafür kannst du im Chat einfach Fragen wie „Was weißt du über mich?“ oder „Wie heiße ich und wo arbeite ich?“ eingeben. Ruhig mal ausprobieren. Auch in den anderen Large Language Models.

    Einen ähnlichen Hype gibt es derzeit in der Blogosphäre. Da lassen viele Kolleginnen und Kollegen von ChatGPT oder einer anderen KI ihren Blog charakterisieren. Einfach das jeweilige LLM fragen: „Analysiere bitte diesen Blog unter [Adresse hier einsetzen].“

    KI macht alles billiger und produktiver ? Von wegen. 💸 – Ein lesenswerter Kommentar

    Schließlich noch zum Abschluss noch der Hinweis auf einen bemerkenswerten IMHO (In My Humble Opinion – Meiner bescheidenen Meinung nach) von Markus Feilner, der unter dem Titel „KI – Jetzt wird es teuer für alle“ leider nur noch kurz frei verfügbar sein wird (oder schon nicht mehr ist). Die KI-Euphorie war lange ein Spielplatz für Investoren, jetzt wird sie zum Alltagsproblem. Markus Feilner beschreibt nüchtern, wie aus dem vermeintlichen Innovationswunder eine gigantische Kostenmaschine wird: Strompreise explodieren, Steuergelder fließen in Rechenzentren, Atom- und Kohlekraft erleben ein schmutziges Comeback. Während Tech-Konzerne Sondertarife erhalten, zahlen Privathaushalte die Rechnung – direkt über die Stromrechnung oder indirekt über Subventionen.

    Besonders bitter: Der versprochene Nutzen bleibt meist aus. 95 Prozent der KI-Projekte scheitern, Produktivität stellt sich kaum ein, dafür wachsen Sicherheitslücken, technischer Schuldenberg und Energiehunger. Feilners Text liest sich wie ein Abgesang auf ein Management, das einem Phantom hinterherläuft – und dabei Klima, Staatsfinanzen und digitale Souveränität riskiert. Sein Fazit ist unbequem, aber schwer zu ignorieren: Der KI-Hype wirkt weniger wie ein technologischer Durchbruch und mehr wie ein riskantes Finanzexperiment. Die Frage ist nicht mehr, ob es teuer wird – sondern für wen zuerst.

    #9vor #9vor9 #AI #AlephAlpha #Apple #ChatGPT #Energieverbrauch #Gemini #Gesundheit #Google #Health #KI #Kuratiert #LLM #Microsoft

  48. Aleph Alpha, Apple, Microsoft, Doc Sam: Ernüchternde Momente in IT und KI

    Meine wichtigsten IT- und KI-Themen der vergangenen Tage – von Aleph Alpha bis Apple, von Microsoft bis Doc Sam, also ChatGPT Health. Dazu ein bissiger Kommentar zum Mythos KI als Heilsbringer. Diese Ausgabe von Kuratiert. konzentriert sich bewusst nur auf IT und KI. Die Kolumne soll künftig wenn möglich mit Artikeln zu einem Schwerpunkt-Komplex erscheinen.

    1. Aleph Alpha: Es war einmal ein Hoffnungsträger
    2. KI-Blamage: Apple muss sich für Gemini entscheiden
      1. News rund um Apple Home
    3. Unverzichtbar? Mal wieder die Mär rund um Microsoft
    4. Doc Sam löst Doc Google ab – News rund um ChatGPT
      1. Wer bin ich eigentlich und warum
    5. KI macht alles billiger und produktiver ? Von wegen. 💸 – Ein lesenswerter Kommentar

    Aleph Alpha: Es war einmal ein Hoffnungsträger

    Aleph Alpha, das Unternehmen war der Hoffnungsträger der deutschen KI-Industrie. Noch gut habe ich die Bilder von Robert Habeck unddem Aleph Alpha-Gründer Jonas Andrulis vor Augen. 2023 haben wir angesichts der damaligen Finanzierungsrunde bei #9vor9 die Frage gestellt, ob das Unternehmen mit seinem Large Language Model (LLM) mit den Großen mithalten kann.

    Heute wissen wir, dass es im Bereich LLM nicht mithalten kann. Das Unternehmen strukturiert um. Gründer Jonas Andrulis zieht sich zurück und baut Stellen ab. Man halte – so das typische Sprech offiziöser Pressemitteilung -weiter an dem Ziel fest, KI‑Lösungen für europäische Unternehmen und Institutionen zu entwickeln. Ich interpretiere so, dass man mehr in das Lösungs- und Beratunsgeschäft gehen will und die Produktentwicklung abgehakt hat.

    Mit Andrulis tritt ein, wenn nicht der Kopf der deutschen KI-Szene erst einmal ab.

    KI-Blamage: Apple muss sich für Gemini entscheiden

    Eher vernichtende Kommentare und Berichte muss gerade auch Apple über sich ergehen lassen, nachdem nun offiziell ist, dass man Google’s Gemini als KI-Modell verwenden wird – ob erst einmal oder „für immer“, das ist dahingestellt. Die Nachricht ist aber klar das Eingeständnis, dass Cupertino mit seiner eigenen „Apple Intelligence“ krachend gescheitert ist: „Apple kapituliert: Siri bekommt ein Gehirn von Google“ und „Lieber einen Deal mit dem Erzrivalen eingehen als weiter hinterherhinken.“ schreibt beispielsweise Jörg Schieb.

    Google bzw. der Mutter-Konzern Alphabet dagegen können jubeln. Jahrelang war die Google-Suche die präferierte Suchmaschine, nun ist Google Gemini die Basis der Künstlichen Intelligenz, die auf Apple iPhone’s, iPad’s und Mac’s läuft – sicher nicht zum Nachteil der Werbeeinnahmen von Google. Vor allem aber muss Google nicht mehr 20 Milliarden US $ für die Bevorzugung seiner Suchmaschine zahlen, sondern bekommt sogar noch Geld von Apple – angeblich eine Milliarde US $ pro Jahr.

    „Auf Dauer wird sich Apple diese Abhängigkeit nicht leisten wollen“, schreibt Holger Schmidt im FAZ Newsletter Digitalwirtschaft (€). Wollen und können sind aber wohl verschiedene Dinge, wenn es um Apple und Künstliche Intelligenz geht. Zu befürchten ist, dass man die vollmundigen Data Privacy-Versprechungen, die rund Apple Intelligence gemacht wurden, in die Tonne treten kann. „AI for the rest of us ist eine fette Aussage und daran wird sich Apple messen lassen müssen. Kann Apple insbesondere mit Google und Microsoft mithalten oder sogar mehr?“, habe ich nach unserem Podcast #9vor am 11. Juni geschrieben. „Das war ein hohles Versprechen, das nie eingelöst wurde.“

    News rund um Apple Home

    Aus dem Apple-Universum gibt es noch einige Nachrichten, die ich für erwähnenswert halte, vor allem weil ich im Apple-Ökosystem verhaftet bin. Sir Apfelot schreibt über Verbesserungen der KI-Funktionen mit iOS 26.4, macOS 26.4 und Co. Siri werde persönlicher. Na ja, angesichts der Gemini-Ankündigung verblassen die etwas.

    Relevanter für mich sind Änderungen im Bereich Smart Home von Apple. Die alte Home-App bzw. die alte Apple-Home-Architektur wird wohl abgeschaltet. Das sollte aber für mich keinen Einfluss haben. Meine Apple TV und die HomePods sind auf aktuellem Stand. Abkassieren könnte Apple dagegen, wenn es einen HomePod mit Monitor auf den Markt bringt. Das würde die Steuerung meiner Eve-Heizungsthermostate erleichtern, gerade auch für meine Mutter, die öfters zu Besuch ist. Die Soft-Tasten der Theromostate sind doch sehr „touchy“, so dass man auf die App angewiesen ist. Aber auch beim neuen HomePod scheint das bisherige Siri ein Hinderungsgrund zu sein, dass die Auslieferung verzögert.

    Ein Grund, warum ich nicht aus dem Apple-Ökosystem weg komme sind die Smart Home-Komponenten. Darüber hinaus steuere ich PV-Anlage und Wallbox über entsprechende Apps. All das und warum mich all die separaten Zusatz-Apps tierisch stören, die ich für meinen Dyson Cooler und mein Xiaomi-Ventilator so stören, ist vielleicht einmal Thema eines gesonderten Beitrags.

    Unverzichtbar? Mal wieder die Mär rund um Microsoft

    Weiterhin nicht verstehen kann ich, dass angesichts der aktuellen Lage und des Verhaltens von Microsoft (z.B. Sperrung von E-Mail-Konten) jemand hingehen kann und hämisch darüber „berichtet“, dass Airbus nicht dem Umstieg von Microsoft Office auf Google Workspace schafft. Es wird kolportiert, dass Microsoft Office halt einfach unverzichtbar sei. Natürlich ist der Verfasser in seinem Beruf mit Microsoft und deren Technologie verflochten.

    Ist Microsoft Office unverzichtbar? Ich glaube nicht, aber man muss sicher einen nennenswerten Aufwand betreiben, um seine Excel-Tabellen mit Verbindungen und Formeln, seine Word-Vorlagen mit Makros und seine Managementpräsentationen auf Basis Powerpoint zu ersetzen. Doch ist das meiner nach angesichts des konkreten Verhaltens von Microsoft und des Ziels einer höheren digitalen Souveränität absolut anstrebenswert. Entstehen durch einen solchen Umstieg umkalkulierbare Kosten?

    Es scheint mit aller Vorsicht so zu sein, dass enorme Lizenzkosten beim Umstieg auf Open Source-basierte Lösungen eingespart werden können – siehe die derzeit vorliegenden Zahlen aus Schleswig Holstein. Und diese Einsparungen sollten die Entwicklung einer analogen Funktionalität zu besagten Makros und Formeln querfinanzierten können – wobei sich insbesondere bei den beliebten Management-Präsentationen auf Basis Powerpoint auch die Frage gestellt werden sollte, ob diese wirklich notwendig sind.

    Gerade die öffentliche Hand könnte bei den viel zitierten Fachverfahren, die wohl vor allem mit Word und Excel integriert sind, genügend Druck ausüben, damit ein Wechsel zu Libre Office und vergleichbaren Tools möglich wäre. Das ist aus meiner Sicht nur eine Frage des politischen Wollens, wo gerade auch die SPD kläglich versagt und lieber mit Microsoft ins Bett geht. Da kann die SPD-Justizministerin Stefanie Hubig noch sei sehr europäische KI-Lösungen fordern, um die Abhängigkeit von Microsoft & Co. zu verringern.

    Doc Sam löst Doc Google ab – News rund um ChatGPT

    Zum Abschluss geht es um Nachrichten und Anwendungen rund um ChatGPT. Mit ChatGPT beziehungsweise dem Bildgernator erstelle ich derzeit die Titelbilder meines Blogs auf der Basis einer Style- und Prompt-Library, die ich im Dialog mit ChatGPT erstellt habe. Interessant ist, das mit identischen Prompts sehr unterschiedliche Bilder bei ideogram.ai, Gemini (das immer noch mit dem Generieren von Bildern im 16:9 Format zu kämpfen hat) und eben ChatGPT erzeugt werden.

    Eine gute Freundin hat seit langer Zeit mit ihrem Knie Probleme. Es wurde operiert, was aber den Zustand nicht verbessert hat. Im Gegenteil. Sie zweifelt unterdessen an den oft sich widersprechenden Diagnosen vieler Ärzte. ChatGPT liefere ihn oft bessere Aussagen als die Ärzte. Zuerst einmal in den USA treibt Open AI diese Entwicklung weiter. Dort ist in einigen Regionen unterdessen ChatGPT Health verfügbar. Dr. Google wird durch Dr. ChatGPT oder besser Doc Sam abgelöst.

    In ChatGPT Health soll all das zusammentragen kann, was sonst in Dutzenden Apps und Portalen verteilt ist: Laborwerte, Arztberichte oder Schritt- und Schlafdaten aus Apple Health & Co. Einmal verbunden, soll die KI auf einmal verständliche Antworten liefern und sogar individuelle Tipps zu Ernährung, Training und Arztgesprächen ableiten – oder zumindest so tun.

    ChatGPT Health soll keine Diagnosen stellen oder Ärzte ersetzen. Daten werden, so Open AI, separat und mit hoher Sicherheit behandelt – und sollen nicht zum Training der KI genutzt werden. Trotzdem bleibt die Frage: Wollen wir wirklich sensibelste Gesundheitsdaten mit einer profitgetriebenen KI teilen? Und was ist den Halluzinationen, den Märchengeschichten und falschen Fakten, die fast alle KI’s derzeit noch liefern?

    Wer bin ich eigentlich und warum

    So findest du heraus, was ChatGPT alles über dich weiß : Dafür kannst du im Chat einfach Fragen wie „Was weißt du über mich?“ oder „Wie heiße ich und wo arbeite ich?“ eingeben. Ruhig mal ausprobieren. Auch in den anderen Large Language Models.

    Einen ähnlichen Hype gibt es derzeit in der Blogosphäre. Da lassen viele Kolleginnen und Kollegen von ChatGPT oder einer anderen KI ihren Blog charakterisieren. Einfach das jeweilige LLM fragen: „Analysiere bitte diesen Blog unter [Adresse hier einsetzen].“

    KI macht alles billiger und produktiver ? Von wegen. 💸 – Ein lesenswerter Kommentar

    Schließlich noch zum Abschluss noch der Hinweis auf einen bemerkenswerten IMHO (In My Humble Opinion – Meiner bescheidenen Meinung nach) von Markus Feilner, der unter dem Titel „KI – Jetzt wird es teuer für alle“ leider nur noch kurz frei verfügbar sein wird (oder schon nicht mehr ist). Die KI-Euphorie war lange ein Spielplatz für Investoren, jetzt wird sie zum Alltagsproblem. Markus Feilner beschreibt nüchtern, wie aus dem vermeintlichen Innovationswunder eine gigantische Kostenmaschine wird: Strompreise explodieren, Steuergelder fließen in Rechenzentren, Atom- und Kohlekraft erleben ein schmutziges Comeback. Während Tech-Konzerne Sondertarife erhalten, zahlen Privathaushalte die Rechnung – direkt über die Stromrechnung oder indirekt über Subventionen.

    Besonders bitter: Der versprochene Nutzen bleibt meist aus. 95 Prozent der KI-Projekte scheitern, Produktivität stellt sich kaum ein, dafür wachsen Sicherheitslücken, technischer Schuldenberg und Energiehunger. Feilners Text liest sich wie ein Abgesang auf ein Management, das einem Phantom hinterherläuft – und dabei Klima, Staatsfinanzen und digitale Souveränität riskiert. Sein Fazit ist unbequem, aber schwer zu ignorieren: Der KI-Hype wirkt weniger wie ein technologischer Durchbruch und mehr wie ein riskantes Finanzexperiment. Die Frage ist nicht mehr, ob es teuer wird – sondern für wen zuerst.

    #9vor #9vor9 #AI #AlephAlpha #Apple #ChatGPT #Energieverbrauch #Gemini #Gesundheit #Google #Health #KI #Kuratiert #LLM #Microsoft

  49. Aleph Alpha, Apple, Microsoft, Doc Sam: Ernüchternde Momente in IT und KI

    Meine wichtigsten IT- und KI-Themen der vergangenen Tage – von Aleph Alpha bis Apple, von Microsoft bis Doc Sam, also ChatGPT Health. Dazu ein bissiger Kommentar zum Mythos KI als Heilsbringer. Diese Ausgabe von Kuratiert. konzentriert sich bewusst nur auf IT und KI. Die Kolumne soll künftig wenn möglich mit Artikeln zu einem Schwerpunkt-Komplex erscheinen.

    1. Aleph Alpha: Es war einmal ein Hoffnungsträger
    2. KI-Blamage: Apple muss sich für Gemini entscheiden
      1. News rund um Apple Home
    3. Unverzichtbar? Mal wieder die Mär rund um Microsoft
    4. Doc Sam löst Doc Google ab – News rund um ChatGPT
      1. Wer bin ich eigentlich und warum
    5. KI macht alles billiger und produktiver ? Von wegen. 💸 – Ein lesenswerter Kommentar

    Aleph Alpha: Es war einmal ein Hoffnungsträger

    Aleph Alpha, das Unternehmen war der Hoffnungsträger der deutschen KI-Industrie. Noch gut habe ich die Bilder von Robert Habeck unddem Aleph Alpha-Gründer Jonas Andrulis vor Augen. 2023 haben wir angesichts der damaligen Finanzierungsrunde bei #9vor9 die Frage gestellt, ob das Unternehmen mit seinem Large Language Model (LLM) mit den Großen mithalten kann.

    Heute wissen wir, dass es im Bereich LLM nicht mithalten kann. Das Unternehmen strukturiert um. Gründer Jonas Andrulis zieht sich zurück und baut Stellen ab. Man halte – so das typische Sprech offiziöser Pressemitteilung -weiter an dem Ziel fest, KI‑Lösungen für europäische Unternehmen und Institutionen zu entwickeln. Ich interpretiere so, dass man mehr in das Lösungs- und Beratunsgeschäft gehen will und die Produktentwicklung abgehakt hat.

    Mit Andrulis tritt ein, wenn nicht der Kopf der deutschen KI-Szene erst einmal ab.

    KI-Blamage: Apple muss sich für Gemini entscheiden

    Eher vernichtende Kommentare und Berichte muss gerade auch Apple über sich ergehen lassen, nachdem nun offiziell ist, dass man Google’s Gemini als KI-Modell verwenden wird – ob erst einmal oder „für immer“, das ist dahingestellt. Die Nachricht ist aber klar das Eingeständnis, dass Cupertino mit seiner eigenen „Apple Intelligence“ krachend gescheitert ist: „Apple kapituliert: Siri bekommt ein Gehirn von Google“ und „Lieber einen Deal mit dem Erzrivalen eingehen als weiter hinterherhinken.“ schreibt beispielsweise Jörg Schieb.

    Google bzw. der Mutter-Konzern Alphabet dagegen können jubeln. Jahrelang war die Google-Suche die präferierte Suchmaschine, nun ist Google Gemini die Basis der Künstlichen Intelligenz, die auf Apple iPhone’s, iPad’s und Mac’s läuft – sicher nicht zum Nachteil der Werbeeinnahmen von Google. Vor allem aber muss Google nicht mehr 20 Milliarden US $ für die Bevorzugung seiner Suchmaschine zahlen, sondern bekommt sogar noch Geld von Apple – angeblich eine Milliarde US $ pro Jahr.

    „Auf Dauer wird sich Apple diese Abhängigkeit nicht leisten wollen“, schreibt Holger Schmidt im FAZ Newsletter Digitalwirtschaft (€). Wollen und können sind aber wohl verschiedene Dinge, wenn es um Apple und Künstliche Intelligenz geht. Zu befürchten ist, dass man die vollmundigen Data Privacy-Versprechungen, die rund Apple Intelligence gemacht wurden, in die Tonne treten kann. „AI for the rest of us ist eine fette Aussage und daran wird sich Apple messen lassen müssen. Kann Apple insbesondere mit Google und Microsoft mithalten oder sogar mehr?“, habe ich nach unserem Podcast #9vor am 11. Juni geschrieben. „Das war ein hohles Versprechen, das nie eingelöst wurde.“

    News rund um Apple Home

    Aus dem Apple-Universum gibt es noch einige Nachrichten, die ich für erwähnenswert halte, vor allem weil ich im Apple-Ökosystem verhaftet bin. Sir Apfelot schreibt über Verbesserungen der KI-Funktionen mit iOS 26.4, macOS 26.4 und Co. Siri werde persönlicher. Na ja, angesichts der Gemini-Ankündigung verblassen die etwas.

    Relevanter für mich sind Änderungen im Bereich Smart Home von Apple. Die alte Home-App bzw. die alte Apple-Home-Architektur wird wohl abgeschaltet. Das sollte aber für mich keinen Einfluss haben. Meine Apple TV und die HomePods sind auf aktuellem Stand. Abkassieren könnte Apple dagegen, wenn es einen HomePod mit Monitor auf den Markt bringt. Das würde die Steuerung meiner Eve-Heizungsthermostate erleichtern, gerade auch für meine Mutter, die öfters zu Besuch ist. Die Soft-Tasten der Theromostate sind doch sehr „touchy“, so dass man auf die App angewiesen ist. Aber auch beim neuen HomePod scheint das bisherige Siri ein Hinderungsgrund zu sein, dass die Auslieferung verzögert.

    Ein Grund, warum ich nicht aus dem Apple-Ökosystem weg komme sind die Smart Home-Komponenten. Darüber hinaus steuere ich PV-Anlage und Wallbox über entsprechende Apps. All das und warum mich all die separaten Zusatz-Apps tierisch stören, die ich für meinen Dyson Cooler und mein Xiaomi-Ventilator so stören, ist vielleicht einmal Thema eines gesonderten Beitrags.

    Unverzichtbar? Mal wieder die Mär rund um Microsoft

    Weiterhin nicht verstehen kann ich, dass angesichts der aktuellen Lage und des Verhaltens von Microsoft (z.B. Sperrung von E-Mail-Konten) jemand hingehen kann und hämisch darüber „berichtet“, dass Airbus nicht dem Umstieg von Microsoft Office auf Google Workspace schafft. Es wird kolportiert, dass Microsoft Office halt einfach unverzichtbar sei. Natürlich ist der Verfasser in seinem Beruf mit Microsoft und deren Technologie verflochten.

    Ist Microsoft Office unverzichtbar? Ich glaube nicht, aber man muss sicher einen nennenswerten Aufwand betreiben, um seine Excel-Tabellen mit Verbindungen und Formeln, seine Word-Vorlagen mit Makros und seine Managementpräsentationen auf Basis Powerpoint zu ersetzen. Doch ist das meiner nach angesichts des konkreten Verhaltens von Microsoft und des Ziels einer höheren digitalen Souveränität absolut anstrebenswert. Entstehen durch einen solchen Umstieg umkalkulierbare Kosten?

    Es scheint mit aller Vorsicht so zu sein, dass enorme Lizenzkosten beim Umstieg auf Open Source-basierte Lösungen eingespart werden können – siehe die derzeit vorliegenden Zahlen aus Schleswig Holstein. Und diese Einsparungen sollten die Entwicklung einer analogen Funktionalität zu besagten Makros und Formeln querfinanzierten können – wobei sich insbesondere bei den beliebten Management-Präsentationen auf Basis Powerpoint auch die Frage gestellt werden sollte, ob diese wirklich notwendig sind.

    Gerade die öffentliche Hand könnte bei den viel zitierten Fachverfahren, die wohl vor allem mit Word und Excel integriert sind, genügend Druck ausüben, damit ein Wechsel zu Libre Office und vergleichbaren Tools möglich wäre. Das ist aus meiner Sicht nur eine Frage des politischen Wollens, wo gerade auch die SPD kläglich versagt und lieber mit Microsoft ins Bett geht. Da kann die SPD-Justizministerin Stefanie Hubig noch sei sehr europäische KI-Lösungen fordern, um die Abhängigkeit von Microsoft & Co. zu verringern.

    Doc Sam löst Doc Google ab – News rund um ChatGPT

    Zum Abschluss geht es um Nachrichten und Anwendungen rund um ChatGPT. Mit ChatGPT beziehungsweise dem Bildgernator erstelle ich derzeit die Titelbilder meines Blogs auf der Basis einer Style- und Prompt-Library, die ich im Dialog mit ChatGPT erstellt habe. Interessant ist, das mit identischen Prompts sehr unterschiedliche Bilder bei ideogram.ai, Gemini (das immer noch mit dem Generieren von Bildern im 16:9 Format zu kämpfen hat) und eben ChatGPT erzeugt werden.

    Eine gute Freundin hat seit langer Zeit mit ihrem Knie Probleme. Es wurde operiert, was aber den Zustand nicht verbessert hat. Im Gegenteil. Sie zweifelt unterdessen an den oft sich widersprechenden Diagnosen vieler Ärzte. ChatGPT liefere ihn oft bessere Aussagen als die Ärzte. Zuerst einmal in den USA treibt Open AI diese Entwicklung weiter. Dort ist in einigen Regionen unterdessen ChatGPT Health verfügbar. Dr. Google wird durch Dr. ChatGPT oder besser Doc Sam abgelöst.

    In ChatGPT Health soll all das zusammentragen kann, was sonst in Dutzenden Apps und Portalen verteilt ist: Laborwerte, Arztberichte oder Schritt- und Schlafdaten aus Apple Health & Co. Einmal verbunden, soll die KI auf einmal verständliche Antworten liefern und sogar individuelle Tipps zu Ernährung, Training und Arztgesprächen ableiten – oder zumindest so tun.

    ChatGPT Health soll keine Diagnosen stellen oder Ärzte ersetzen. Daten werden, so Open AI, separat und mit hoher Sicherheit behandelt – und sollen nicht zum Training der KI genutzt werden. Trotzdem bleibt die Frage: Wollen wir wirklich sensibelste Gesundheitsdaten mit einer profitgetriebenen KI teilen? Und was ist den Halluzinationen, den Märchengeschichten und falschen Fakten, die fast alle KI’s derzeit noch liefern?

    Wer bin ich eigentlich und warum

    So findest du heraus, was ChatGPT alles über dich weiß : Dafür kannst du im Chat einfach Fragen wie „Was weißt du über mich?“ oder „Wie heiße ich und wo arbeite ich?“ eingeben. Ruhig mal ausprobieren. Auch in den anderen Large Language Models.

    Einen ähnlichen Hype gibt es derzeit in der Blogosphäre. Da lassen viele Kolleginnen und Kollegen von ChatGPT oder einer anderen KI ihren Blog charakterisieren. Einfach das jeweilige LLM fragen: „Analysiere bitte diesen Blog unter [Adresse hier einsetzen].“

    KI macht alles billiger und produktiver ? Von wegen. 💸 – Ein lesenswerter Kommentar

    Schließlich noch zum Abschluss noch der Hinweis auf einen bemerkenswerten IMHO (In My Humble Opinion – Meiner bescheidenen Meinung nach) von Markus Feilner, der unter dem Titel „KI – Jetzt wird es teuer für alle“ leider nur noch kurz frei verfügbar sein wird (oder schon nicht mehr ist). Die KI-Euphorie war lange ein Spielplatz für Investoren, jetzt wird sie zum Alltagsproblem. Markus Feilner beschreibt nüchtern, wie aus dem vermeintlichen Innovationswunder eine gigantische Kostenmaschine wird: Strompreise explodieren, Steuergelder fließen in Rechenzentren, Atom- und Kohlekraft erleben ein schmutziges Comeback. Während Tech-Konzerne Sondertarife erhalten, zahlen Privathaushalte die Rechnung – direkt über die Stromrechnung oder indirekt über Subventionen.

    Besonders bitter: Der versprochene Nutzen bleibt meist aus. 95 Prozent der KI-Projekte scheitern, Produktivität stellt sich kaum ein, dafür wachsen Sicherheitslücken, technischer Schuldenberg und Energiehunger. Feilners Text liest sich wie ein Abgesang auf ein Management, das einem Phantom hinterherläuft – und dabei Klima, Staatsfinanzen und digitale Souveränität riskiert. Sein Fazit ist unbequem, aber schwer zu ignorieren: Der KI-Hype wirkt weniger wie ein technologischer Durchbruch und mehr wie ein riskantes Finanzexperiment. Die Frage ist nicht mehr, ob es teuer wird – sondern für wen zuerst.

    #9vor #9vor9 #AI #AlephAlpha #Apple #ChatGPT #Energieverbrauch #Gemini #Gesundheit #Google #Health #KI #Kuratiert #LLM #Microsoft