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#9vor9 — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #9vor9, aggregated by home.social.

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  1. Bei #9vor9 wollten wir eigentlich über 20 Jahre Collaboration-Geschichte plaudern. Am Ende landen wir bei der Frage, warum Back-to-Office-Ansagen und Mauer-Versprechen derselben Angst vor Komplexität entspringen. Ein Gespräch mit @haraldschirmer über die Kunst, Komplexität lieben zu lernen.

    #Collaboration #Connections #Komplexitaet

    stefanpfeiffer.blog/2026/08/24

  2. 99,6 Prozent aller .de-Domains hatten null Traffic. Zehn Angebote fressen 61 Prozent unserer Onlinezeit. Martin Andree hat das Netz vermessen — das Ergebnis ist eine Geisterstadt. Und die Plattformen haften bis heute für nichts. Wir - @larsbas und ich - sprechen darüber bei #9vor9 #Plattformmacht #KI

    stefanpfeiffer.blog/2026/08/17

  3. Das Internet ist eine Geisterstadt — und wir sind alle im Einkaufscenter

    Ich blogge und publiziere seit über siebzehn Jahren. Doch für wen eigentlich? Der Kölner Medienwissenschaftler Martin Andree hat in seinem neuen Buch „Die Vermessung der digitalen Welt“ nachgezählt: 17,7 Millionen registrierte .de-Domains stehen im Register. 99,6 Prozent davon hatten im Messzeitraum exakt null Traffic. Nicht wenig. Gar keinen.

    Das Bild dazu sitzt: eine Metropole mit Millionen Gebäuden, fast alle vernagelt, Schaufenster blind — und die gesamte Bevölkerung drängt sich auf drei, vier Plätzen. Technisch erreichbar zu sein heißt eben nicht, wahrgenommen zu werden, gelesen zu werden, publizistisch zu existieren. Wer veröffentlicht und sendet, aber niemanden erreicht, ist im Netz nicht vorhanden. Wir – Lars und ich – sprechen bei #9vor9 nach einer längeren Sommerpause über Buch und Thema.

    https://9vor9.podigee.io/212-vermessung-digitale-welt-macht-plattformen

    Endlich gemessen statt abgefragt

    Was ist das Besondere an der Vermessung? Die meisten Studien arbeiten mit Befragungen. Menschen füllen Fragebögen aus, in denen sie angeben, was sie tun. Andree hat wirklich gemessen, was sie tun. Im dritten Quartal 2025 lief bei rund 8.000 repräsentativ ausgewählten Personen eine GfK-Software direkt auf den Geräten. Sie protokolliert, welche Domain aufgerufen wird und wie lange jemand dort verweilt.

    Besonders bemerkenswert: Die Daten der Vermessung stehen auf der Begleitseite zum Buch online, samt Aktualisierungen und Korrekturen. Wer die Konzentration im Netz messen will, muss laufend nachmessen — gerade bei den KI-Diensten verschieben sich die Anteile im Quartalstakt.

    Die gewonnenen Zahlen räumen mit dem Rest der Netz-Romantik auf. Die Top 500 Angebote bündeln 86 Prozent der Aufmerksamkeit. Zehn Angebote fressen über 61 Prozent der digitalen Zeit, YouTube allein fast zwanzig. Ich muss an meinen Freund Jannis denken. Auf die Frage, worauf er im Netz am wenigsten verzichten könne, hatte er eine klare Antwort: YouTube. Dort finde man quasi alles, von der handwerklichen Anleitung bis zu TED-Vorträgen.

    Meta und Alphabet – der Google-Konzern – kontrollieren zusammen rund 40 Prozent der Zeit, die wir online verbringen. Die Ungleichheit misst Andree mit dem sogenannten Gini-Koeffizienten, dem Werkzeug der Volkswirte: 0 heißt Gleichverteilung, 1 heißt totale Konzentration. Die deutsche Online-Nutzungszeit verteilt sich mit einem Gini von 0,987, nicht auf Millionen Webseiten, sondern auf eine Handvoll Konzerne. Google, YouTube, Facebook, Instagram, WhatsApp. Bei diesem Wert redet kein Ökonom mehr von einem Markt. Der ursprüngliche dezentrale Gedanke des Internets ist nicht geschwächt. Er ist tot.

    Der Installateur, den niemand mehr findet

    Mein Wasserhahn tropft. Früher tippte ich das bei Google ein, landete auf der Seite eines Installateurs aus dem Odenwald, las seine Anleitung, sah seine Telefonnummer. Vielleicht rief ich an. Heute steht die Antwort direkt KI-generiert über den Suchergebnissen. Dichtung wechseln, Schritt eins bis vier, fertig. Der Installateur hat die Anleitung geschrieben. Besucht hat ihn niemand, und von Google hat er nichts, rein gar nichts dafür bekommen.

    Die Sekunden, die Aufmerksamkeit, die er verliert, gewinnt Google. Die monatliche Nutzungszeit dort hat sich von 58 Minuten auf fast drei Stunden verdreifacht. Google ist nicht mehr das Tor zum World Wide Web. Der Konzern hat die traditionelle Google-Suche zum Aufenthaltsraum umgebaut, in dem die Leute bleiben.

    Andree nennt das Ergebnis den Zero-Click-Tod. Die Arbeit von Handwerkern, Journalisten und Wissenschaftlern wird als kostenloser Rohstoff abgesaugt, der Besucher kommt nie bei ihnen an. Beim Spiegel lässt sich das im Ranking ablesen: von Platz 46 auf 99. ChatGPT und die anderen Textmaschinen binden inzwischen 77 Prozent der KI-Nutzungsdauer.

    Und (fast) alle machen mit, weil es so bequem ist. Niemand klickt sich gern durch fünf Seiten, weg mit dem Cookie-Banner, weiter zum nächsten Tab, zurück, noch mal von vorn. Die eine fertige Antwort ist bequemer, und Bequemlichkeit gewinnt jeden Streit gegen vermeintliche Prinzipien. Es ist ein Spiegelbild menschlicher Psychologie. In dieser überkomplexen Welt suchen die Menschen nach Komfort, nach dem einen Aggregator. Das ist eine Realität, die man durch bloße Gesetze kaum umkehren kann. Die leeren Häuser stehen leer, weil niemand mehr Lust hat, von Tür zu Tür zu gehen. Und die Mehrzahl der Nutzer schert das alles ganz offensichtlich einen …

    Ähnlich perfide wie Google geht Amazon vor und punktet mit Auswahl, Zuverlässigkeit und Komfort: Aber rund 30 Prozent aller Hersteller auf dem Marktplatz verdienen dort kein Geld mehr. Die Plattformgebühren fressen die Marge — ein Wegezoll, wie ihn im Mittelalter der Landesherr an der Brücke kassierte. Gleichzeitig analysiert Amazon die Daten seiner Partner und sieht, welches Ladekabel läuft, und ersetzt es, schwups, durch eines von über 140 Eigenmarken. Den Algorithmus, der die Eigenmarke nach oben sortiert, kontrolliert der Konzern gleich mit. Erst kommt die Bequemlichkeit, dann verhungern die Produzenten, Amazon kassiert. Bezos mietet halb Venedig für seine Hochzeit.

    Empörung ist das Geschäftsmodell

    Andree bleibt nicht bei der Ökonomie stehen. Sein Befund heißt Digitalokratie: wirtschaftliche und politische Macht verklumpen. Algorithmen haben kein Gewissen, sie haben ein Ziel — Verweildauer. Verweildauer entsteht durch Wut, Empörung, Angst. Die Plattformen inszenieren sich ja gerne als Verteidiger der Meinungsfreiheit, aber eigentlich geht es um Verweildauer.

    Also belohnen die Algorithmen Hetze und Polarisierung mit Sichtbarkeit und machen den differenzierten Gedanken unsichtbar. Der bringt weniger Klicks, oft gar keine. Die verständigungsorientierte Mitte wird einfach zum Verstummen gebracht. Die Allianzen zwischen Tech-Milliardären und populistischen Bewegungen prangert Andree offen an, in den USA wie hierzulande.

    Wenn ich Drogen im Regal habe, steht morgen die Polizei im Laden

    Stellen wir uns vor, ich betreibe einen Supermarkt und lege zwischen Cornflakes und Kaffee ein paar Tüten Kokain ins Regal. Am nächsten Tag steht die Polizei im Laden und nimmt mich fest. Niemand akzeptiert die Ausrede, ich hätte das Zeug ja nicht selbst hergestellt, ich hätte es nur ins Regal gestellt. Verbreiten reicht — ich wäre damit ein krimineller Dealer.

    Auf Plattformen gilt diese Regel nicht. Dort laufen Volksverhetzung, Verleumdung und Betrug durch den Feed, und die Betreiber wehren sich mit Händen und Füßen und vielen Anwälten gegen jede Haftung. Ein Verlag haftet für seine Titelseite, ein Sender für sein Programm — nur Meta stellt angeblich weiterhin bloß eine Plattform zur Verfügung. Wer auswählt, gewichtet und Millionen Menschen in den Feed drückt, transportiert nicht mehr nur. Er ist verantwortlich. Dass es anders geht, hat die Musikindustrie vorgemacht. Beim Urheberrecht haften die Plattformen längst für hochgeladene Inhalte.

    Plattformen wehren sich gegen Strafen – und Trump steht hinter ihnen

    Nicht so bei den genannten „Inhalten“. Die Konzerne wehren sich bisher erfolgreich, und die EU setzt Strafen nicht durch oder verhängt sie nicht — aus Angst vor dem Zoll-Hammer eines Donald Trump, der seine Buddies schützt. Schließlich finanzieren die ihm den Wahlkampf. Dabei könnte die Strafe weh tun. Der Digital Services Act erlaubt bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Solange Brüssel diese Spanne nicht ausschöpft, bleibt jedes Bußgeld eine Betriebsausgabe, die im Quartalsbericht der Konzerne untergeht.

    Andree nennt weitere Hebel, an denen man ansetzen könnte und müsste. Offene Standards und Interoperabilität — so wie ich vom kleinen regionalen Mailanbieter aus problemlos an eine Gmail-Adresse schreibe. Die Outlink-Flucht: Plattformen dürfen externe Links nicht länger algorithmisch abstrafen. Und die Trennung von Infrastruktur und Inhalten, wie damals bei der Telekom. Das Netz war Infrastruktur, das Telefonieren der Dienst, und der Monopolist musste für Arcor und Alice öffnen. Warum soll für Meta etwas anderes gelten?

    Wir könnten Monopole viel stärker regulieren, wir haben mit DMA und DSA sogar schon erste Werkzeuge. Die Ohnmacht und Angst vor Trump, die wir spüren, ist kein Naturgesetz, sondern ein Lobbyerfolg. Also schreibe ich und podcasten wir weiter in unserem leeren Haus, auf unseren Seiten, die kaum jemand findet, liest oder hört. Wie gerne hätten wir die Straße zurück, die zu unseren Häusern führt.

    https://youtu.be/L-AWN_wUvrk

    Quellen & Leseempfehlungen

    • Martin Andree: Die Vermessung der digitalen Welt (2026)
    • Begleitseite zum Buch — laufende Updates und Korrekturen der Daten
    • Martin Andree / Timo Thomsen: Atlas der digitalen Welt — die Vorgängerstudie
    • Martin Andree Home Page

    Zur Ergänzung die Präsentation

    Wir haben unseren Podcast wieder mit Google Gemini Notebook vorbereitet. Auf Basis dieses Textes hat die KI die unten angezeigte Präsentation erstellt.

    Digital_Ghost_TownsHerunterladen #9vor9 #Amazon #DigitaleSouveränität #DSA #Google #KI #Meta #Plattformen
  4. Apple Intelligence läuft auf Google-Infrastruktur, Siri powered by Gemini. Was Apple als KI-Strategie verkauft, ist die Abhängigkeit vom wichtigsten Betriebssystem-Konkurrenten. @larsbas und ich analysieren die I/O 2026 — Suche, Agenten, Apple-Deal, EU-Regulierungsversagen. #9vor9 stefanpfeiffer.blog/2026/06/01 #Google #KI #9vor9

  5. Google schlägt zurück: Das Ende der Suche und die agentische Ära

    Die Breite, die niemand sonst hat

    Wer sonst hat das? Android als mobiles Betriebssystem mit globaler Reichweite. Die nach wie vor dominante Suchmaschine. Google Cloud als aufholender Hyperscaler, der seinen Marktanteil auf 14 Prozent verdoppelt hat und zuletzt mit 63 Prozent im Quartal wächst. Google Workspace. YouTube, auf das niemand verzichten will. Eigene KI-Chips in der achten Generation — und erstmals Pläne, sie direkt an Großkunden zu verkaufen. Quantencomputing mit dem Willow-Chip. Smarte Brillen. Und Gemini als KI-Modell, das bald in Apples Siri steckt. Und Alphabet kontrolliert heute rund ein Viertel der weltweiten KI-Rechenleistung.

    https://9vor9.podigee.io/211-google-ki-suche-gemini

    Das ist die Stärke, die Lars Basche und ich in unserer #9vor9-Folge diese Woche zu sortieren versucht haben. Google war schon lange vor dem ChatGPT-Hype das Synonym für KI-Forschung — das T in ChatGPT steht für Transformer, eine Architektur, die bei Google erfunden wurde. Dann kam OpenAI, dann der Hype, dann die Wahrnehmung, Google sei abgehängt. Die Google I/O 2026 zeigt: Google ist bei weitem nicht tot und nutzt jetzt seine Ressourcen, um den Markt aufzurollen. Mit einer Breite, die kein anderer Wettbewerber hat.

    Die Google I/O 2026 verstärkt das Bild. Wer Google in den letzten Jahren abgeschrieben hatte, hat einen entscheidenden Fehler gemacht: Er hat ein einzelnes Produkt bewertet, statt das Gesamtbild zu sehen. Neue Modelle, ein autonomer Cloud-Agent namens Gemini Spark, das größte Suchupdate seit 20 Jahren und eine Allianz mit Apple, die ich vor einem Jahr für unwahrscheinlich gehalten hätte. Google hat in Mountain View geliefert.

    Siri powered by Gemini: Ein Armutszeugnis für Apple?

    Die vielleicht symbolträchtigste Ankündigung dieser I/O ist nicht Gemini Spark, sondern die Apple-Kooperation. Google-Cloud-Chef Thomas Kurian hat dem Handelsblatt bestätigt, was Apple bislang nur in groben Zügen kommuniziert hatte: Google baut ein Modell als Grundlage für Apple Intelligence — und liefert die Infrastruktur, auf der die Siri-Anfragen der iPhone-Nutzer weltweit beantwortet werden. Selbst Apples besonders abgesicherter Dienst „Private Cloud Compute“, über den sensible Nutzerdaten laufen, soll Google-Infrastruktur nutzen.

    Zugleich testet Apple laut Bloomberg intern Integrationen mit Anthropic Claude, die bestehende OpenAI-Partnerschaft läuft weiter. Apple setzt also auf alle Pferde gleichzeitig — was ehrlicher ist als Exklusivitätsrhetorik, aber auch zeigt, wie weit das Unternehmen von einer eigenen KI-Strategie entfernt ist. Dass Apple, dessen Versprechen auch Datenschutz ist, einem direkten Konkurrenten den Private Cloud Compute anvertraut, ist vielsagend. Dass Apple ausgerechnet mit dem wichtigsten Wettbewerber auf dem Gebiet der mobilen Betriebssysteme kooperiert, verwundert ungemein.

    Für Google ist es ein kluger Zug: Wer Apple-Nutzer an Gemini gewöhnt, hat einen Fuß im iOS-Ökosystem — ohne selbst ein Gerät verkaufen zu müssen. Die WWDC am 8. Juni wird zeigen, wie Apple das positioniert. Ich bin ziemlich sicher, dass mein iPhone 13 Pro nicht in den Genuss von Siri powered by Gemini kommen wird. Stattdessen wird Apple das nutzen, um neue Hardware zu verkaufen. Das wäre zumindest typisch Apple: Viel Geld mit der eigenen Hardware verdienen.

    Agenten: nützlich, aber wofür setzt man sie ein?

    Bei Gemini Spark, dem neuen autonomen Agenten, der 24/7 in der Cloud läuft und Aufgaben auch dann abarbeitet, wenn das Smartphone ausgeschaltet ist, bin ich von der vorsichtigen Sorte — und Lars ist da noch skeptischer als ich. Nicht weil die Idee falsch wäre, sondern weil die großen Versprechen der agentischen Ära und der wirkliche Nutzen im Alltag noch auseinanderliegen.

    Ich selbst nutze Agenten, allerdings auf Basis von Anthropic CoWork: einen, der mir morgens gefilterte Nachrichten nach meinen Interessen liefert, einen, der meinen Blog nach Tippfehlern durchkämmt und die Korrekturen direkt in WordPress einträgt, einen, der alle Bilder meines Blogs sinnvoll beschriftet hat. Das sind nützliche, konkrete Dinge.

    Aber Agenten, die eigenständig Reisen planen und bezahlen, die E-Mails und Termine autonom erstellen und beantworten, die mein Geld intelligent investieren und meine Finanzen verwalten — da stehen zumindest Lars und ich auf der Bremse. Den nächsten Schritt, den Agenten eigenständig buchen und bezahlen zu lassen, gehen wir nicht mit. Zudem sind unsere E-Mail und unser Kalender nicht auf Google, sondern auf deutschen Diensten, datenschutzrechtlich exzellent, aber nicht mit Google integriert.

    Google erklärt dem Web den Krieg

    Das eigentlich Revolutionäre der I/O ist jedoch nicht neue Software-Versionen oder KI Agenten. Die werden gefühlt ständig von irgendeinem Hersteller vorgestellt. Vielmehr ist es das Ende des „Googlens“ der Suche, wie wir sie kennen. Jo Bager hat es in seinem c’t-Kommentar präzise auf den Punkt gebracht: Google betreibt künftig kein Suchportal mehr, sondern ein Full-Service-Portal — das restliche Web liefert nur noch den Rohstoff.

    Der Blogger tante formulierte es noch direkter: Google habe „den Überresten des Webs den Krieg erklärt.“ Die zehn blauen Links, wie wir sie im Google-Suchfenster seit gefühlten Jahrzehnten kennen, verblassen und verschwinden schließlich. KI-Zusammenfassungen, automatische Buchungen, der universelle Einkaufskorb zur Abwicklung von Bestellungen — Google ist nicht mehr Wegweiser, Google wird zum Zentrum.

    Für Publisher, Journalisten und Blogger bedeutet das: viel weniger Klicks auf der eigenen Webseite, der Traffic geht dramatisch zurück, und es mehr als fraglich ist, ob er jemals wiederkommt. Ich selbst nutze Google als primäres Suchwerkzeug schon lange nicht mehr. Seit ein, zwei Jahren sind bei mir Perplexity, jetzt vermehrt Claude oder ChatGPT für Recherchen im Einsatz. Jetzt zieht Google mit seiner KI-Zusammenfassung nach. Das Ende der traditionellen Suche ist da, auch wenn einige Leute sie vermissen und die alternative Suchmaschine DuckDuckGo überraschend viele neue Downloads meldet.

    https://youtu.be/p0T7FTbwopw

    Europa, Regulierung und die Souveränitätsfrage

    Wenn man sich dieser Tage mit Google beschäftigt, darf das Thema EU und der Digital Markets Act nicht fehlen. Eine Milliardenstrafe wegen DMA-Verstößen stand im Raum, von der Leyen soll gebremst haben, jetzt heißt es wieder, sie kommt doch. Lars ist diesbezüglich wenig optimistisch — wenn JD Vance oder Trump anrufen, hat sich das schnell erledigt, sagte er, und damit lag er die letzten Monate leider oft genug richtig.

    Ein Detail, das dabei kaum Aufmerksamkeit bekommt: Google Cloud soll nach aktuellem Stand nicht als „Gatekeeper“ unter dem DMA klassifiziert werden — anders als Amazon und Microsoft. Der vergleichsweise noch geringere Cloud-Marktanteil schützt Google bislang vor dem striktesten Regulierungsregime.

    Gleichzeitig versucht Google, nach der Trennung von T-Systems die Souveränitätsdebatte durch eine Partnerschaft mit dem französischen Rüstungskonzern Thales zu befrieden: Gemeinsam wollen sie bis Ende 2026 eine souveräne Cloud-Plattform für Deutschland aufbauen, betrieben von einer deutschen Gesellschaft unter Thales-Kontrolle, mit strikter operativer Trennung von Google Cloud. Google liefert die Technologie, Thales die hoheitliche Kontrolle. Ob damit das Cloud-Act-Dilemma wirklich gelöst ist oder nur eleganter verpackt wird, ist eine andere Frage.

    Und dann ist da noch ein Signal, das in der deutschen Debatte nicht ausreichend kommentiert wurde: Die Bundeswehr arbeitet mit Google Cloud. Kurian erwähnte es beiläufig im Handelsblatt-Interview, als einen von mehreren deutschen Partnern. Beiläufig — dabei ist es alles andere als das. Wenn die deutsche Streitkraft ihre Infrastruktur auf einem US-amerikanischen Hyperscaler aufbaut, der dem Cloud Act unterliegt, ist das eine strategische Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen für das, was wir digitale Souveränität nennen. Oder eben nicht mehr nennen können.

    Die Breite ist das Problem — und Europa schaut zu

    Genau hier liegt das eigentliche Problem dieser I/O 2026: Die Breite, die Google stark macht — Android, eigene Chips, Cloud, Workspace, YouTube, Quantencomputing, Gemini —, ist gleichzeitig der Grund, warum Europa dringend klare Grenzen setzen müsste. Nicht trotz dieser Stärke, sondern wegen ihr. Wer so tief in Infrastruktur, Kommunikation, Suche, Einkauf und bald auch in die KI-Assistenten auf jedem Smartphone eingebettet ist, darf nicht unreguliert bleiben. Die EU hat die Instrumente — den DMA, die DSGVO, das Kartellrecht. Was fehlt, ist der politische Wille, sie auch gegen geopolitischen Druck aus Washington durchzusetzen. Solange der fehlt, ist digitale Souveränität für Europa vor allem eines: ein frommer Wunsch.

    Bleibt festzuhalten: Google ist sicherlich kein strauchelndes Unternehmen. Es ist digitale Infrastruktur. Und Infrastruktur lässt sich nur begrenzen, wenn man das wirklich ernst meint.

    Hintergrund-Präsentation (erstellt mit NotebookLM)

    Google_IO_2026_Strategy_BriefingHerunterladen

    Quellenverzeichnis

    #9vor9 #allgemein #Cloud #CloudAct #Datenschutz #DigitaleSouveränität #EU #gemini #Google #KI #KIAgenten #News #Technologie
  6. Die #rp26 bei #9vor9 im Rückblick: Letzte Party auf der Titanic oder doch wie @larsbas es bilanziert: Hoffnung und Widerstand der Netzgemeinde? Never gonna give up. Außerdem ein Blick auf die Digitalpolitik von Wildberger. #republica #DigitaleSouveränität #Demokratie

    stefanpfeiffer.blog/2026/05/25

  7. Gute Nachrichten für #9vor9, lieber @larsbas: Die Uni Tübingen ließ KI eine komplette Folge des Comedypodcasts „Ufo" produzieren. Fans reagierten mit höflichem Entsetzen. Offizielle Wissenschaftsbilanz: »Die Zukunft der Laberpodcasts ist gesichert.« Wir dürfen also weiter labern. Die KI schaut vorerst zu. #KI #9vor9 #Podcast t.mailing.zeit.de/nl3/7AJI-E2c

  8. Konstruktiver Journalismus: weichgespültes Marketing — oder ehrliche Antwort auf 70 % News Avoidance? Lars sagt das eine, ich das andere. Bei #9vor9 haben wir uns 35 Minuten lang nicht geeinigt. Mein Blogbeitrag dazu — mit dem strukturellen Punkt, der mich am meisten stört: die Aufregungsökonomie der asozialen, algorithmischen Medien.

    #KonstruktiverJournalismus #Journalismus #9vor9 #Medien #SocialMedia #Aufregungsökonomie #BonnInstitute

    stefanpfeiffer.blog/2026/05/11

  9. KI in Klinik und Praxis: @larsbas und ich haben in #9vor9 bewusst die Patientenperspektive eingenommen. Das Versprechen liegt nicht im OP-Roboter, sondern in weniger Bürokratie = mehr Zeit für Menschen. Doch Datenqualität und digitale Souveränität sind ungeklärt — und das IT-Knäuel der Kliniken auch. #KI #Gesundheit #DigitaleSouveränität stefanpfeiffer.blog/2026/05/04

  10. KI im Krankenhaus: Bildgebung, Dokumentation, Sensoren — alles da. Aber ohne europäische Lösungen landen unsere intimsten Daten auf US-Servern. Und: Das eigentliche Versprechen wäre mehr Zeit für Gespräche. #KI #ePatientenakte #DigitaleSouveränität #9vor9

    stefanpfeiffer.blog/2026/05/04

  11. Die schweigende Mehrheit wünscht sich konstruktive Debatten — bekommt sie aber nicht. Weil Aufregung das Geschäftsmodell ist. Warum der freie Markt der Kräfte in Social Media versagt und die EU endlich durchgreifen muss. Mein Blogbeitrag zur aktuellen #9vor9-Folge mit @larsbas

    stefanpfeiffer.blog/2026/04/27

  12. Ist Anthropic die erwachsene, ethische Alternative? Oder nutzt das Unternehmen Angst-Marketing so geschickt, wie OpenAI einst Hype-Marketing betrieben hat? Die Antwort kennen wir noch nicht. Was wir kennen, sind historische Beispiele. Google hatte einmal „Don’t be evil“ als Leitspruch. Es war mehr als ein Slogan – es war ein Versprechen, das lange geglaubt wurde. Bis es leise verschwand. Beobachten wir kritisch, ob Anthropic einen anderen Weg geht. #9vor9 #Anthropic stefanpfeiffer.blog/2026/04/20

  13. Ein KI-Modell findet autonom Sicherheitslücken, die seit 27 Jahren unentdeckt schlummerten – und bringt EZB, BSI und US-Finanzminister in Alarmbereitschaft. @larsbas und ich sprechen in #9vor9 über Claude Mythos, Project Glasswing und die Frage: Ist Anthropic wirklich die ethische KI? #KI #Anthropic

    stefanpfeiffer.blog/2026/04/20

  14. Claude Mythos, und drei Monate, die Anthropic in die erste Reihe katapultiert haben #9vor9

    Ein KI-Modell findet automatisch Sicherheitslücken in Software, die seit 27 Jahren im Einsatz ist – Lücken, die kein menschlicher Programmierer je entdeckt hatte, vollkommen ohne menschliche Interaktion. Als der Code von Claude Mythos, dem neuen Frontier-Modell* von Anthropic, Anfang April ins Netz gelangte, war das keine Randmeldung. Claude Mythos ist genau das: ein System, das Fähigkeiten demonstriert, die bislang als ausschließlich menschlich galten. Anlass genug für Lars und mich, in Folge 206 von #9vor9 darüber zu sprechen – auch wenn wir keine Programmierer sind.

    https://youtu.be/qIqYCmLQLlc

    https://9vor9.podigee.io/206-anthropic-claude-mythos-ai

    Die Aufregung ist und war groß. Der US-Finanzminister und die führenden US-Banken, EZB, die BaFin und der deutsche Bankenverband berieten in Dringlichkeitssitzungen über systemische Cyberrisiken durch die neue KI-Generation. Anthropic hat mit Project Glasswing reagiert und das Modell einem exklusiven Konsortium aus rund 40 Partnern – darunter Apple, Microsoft, Google, JPMorganChase und die Linux Foundation – zur Verfügung gestellt, damit die „guten Akteure“ einen Vorsprung beim Schließen der Lücken bekommen. Das BSI hat Kontakt zu Anthropic aufgenommen: BSI-Präsidentin Claudia Plattner erklärte, man nehme die Ankündigungen „sehr ernst“ – die Entwicklung werfe Fragen der nationalen und europäischen Sicherheit und Souveränität auf.

    Echter Alarm oder PR-Kalkül kurz vor dem Börsengang?

    Dieser Tage stand dann plötzlich eine andere Frage im Raum, die Lars und ich nicht ignorieren wollten: Ist das alles womöglich ein sorgfältig inszenierter PR-Gag? Anthropic steht kurz vor dem Börsengang, mit einer Bewertung von bis zu 800 Milliarden Dollar. Die Dramatik rund um Claude Mythos – der Leak, die Dringlichkeitssitzungen, die exklusive Partnerliste – kommt zu einem verdächtig günstigen Zeitpunkt. Lars hatte die Frage gestellt, aber auch die Antwort recherchiert: Sicherheitsexperten, die daraufhin befragt wurden, sind überwiegend der Meinung, dass die Bedrohung real ist und so ernst genommen werden muss, wie sie dargestellt wird. Das schließt PR-Kalkül nicht aus. Beides kann gleichzeitig wahr sein. Und ein gutes Timing für Schlagzeilen kurz vor einem Börsengang ist in dieser Branche kein Zufall.

    Von QuitGPT bis Claude Mythos: Die Ereignisse hinter dem Anthropic-Hype

    Januar 2026 – Das Nutzerwachstum explodiert. Die täglich aktiven Nutzer verdreifachen sich in kürzester Zeit. Gleichzeitig wird bekannt, dass Anthropic Eingaben standardmäßig zum Modelltraining verwendet – wer das nicht will, muss aktiv widersprechen.

    20. Februar – Anthropic veröffentlicht Claude Code Security als Research Preview. Das Tool findet Sicherheitslücken, die herkömmliche Werkzeuge übersehen. Die Ankündigung schickt Cybersecurity-Aktien wie CrowdStrike und Okta auf Talfahrt.

    23. Februar – Ein schwarzer Tag für IBM: Nach der Vorstellung von Claude-Werkzeugen zur Modernisierung von COBOL-Systemen bricht der Kurs um über 13 Prozent ein. Der Markt sieht das Einsparpotenzial gegenüber teuren Beraterheerscharen.

    26. Februar – Der Pentagon-Clash: CEO Dario Amodei lehnt einen Millionenvertrag für militärische Massenüberwachung und autonome Waffen ab. Das Pentagon setzt Anthropic daraufhin als „Risiko für die nationale Lieferkette“ auf eine Blacklist. OpenAI übernimmt den Vertrag.

    Anfang März – Die QuitGPT-Bewegung erreicht ihren Höhepunkt: Über vier Millionen Nutzer kündigen bei OpenAI, nachdem dieses den Militärvertrag übernimmt. Claude stürzt ChatGPT vom Thron und wird die Nummer 1 im US App Store.

    23. März – Computer Use: Claude kann nun aktiv Mauszeiger und Tastatur eines Macs steuern, um komplexe Aufgaben autonom zu erledigen.

    26. März – Anthropic führt neue Usage Limits ein. In den europäischen Stoßzeiten zwischen 14 und 20 Uhr wird das Sitzungslimit deutlich schneller verbraucht.

    31. März 2026 – Anthropic veröffentlichte versehentlich den kompletten Quellcode von Claude Code – dem Agentic-Tool – über das npm-Paketregister. Rund 500.000 Zeilen Code in 1.900 Dateien.

    7. April – Claude Mythos wird vorgestellt. Das Frontier-Modell findet autonom eine 27 Jahre alte Lücke im OpenBSD-Kernel und erreicht bei der Exploit-Generierung für Firefox eine Erfolgsquote von 72,4 Prozent.

    April (zeitgleich) – Start von Project Glasswing: Anthropic beschränkt den Zugang zu Claude Mythos auf rund 40 Partner, um Missbrauch zu begrenzen und den guten Akteuren einen Vorsprung zu verschaffen.

    15. April – Berichte über eine potenzielle 800-Milliarden-Dollar-Bewertung kursieren. Anthropics jährliche Umsatz-Run-Rate überschreitet mit 30 Milliarden Dollar erstmals die von OpenAI.

    16. April – EZB, BaFin und der deutsche Bankenverband beraten in Dringlichkeitssitzungen über die systemischen Cyberrisiken der neuen KI-Generation.

    Oktober 2026 (geplant) – Vorbereitungen für den Börsengang konkretisieren sich.

    Exploits, Zero-Days, C und C++: Warum jahrzehntealter Code zur globalen Schwachstelle wird

    Wer mit den Begriffen nicht täglich umgeht, braucht hier kurz einen Anker. Ein Exploit ist ein Angriffswerkzeug: Code, der eine Sicherheitslücke gezielt ausnutzt, um in ein System einzudringen, Daten zu stehlen oder Kontrolle zu übernehmen. Zero-Days sind Lücken, die dem Hersteller noch nicht bekannt sind – und für die es deshalb noch keinen Patch gibt: null Tage Reaktionszeit, null Gegenwehr. N-Days hingegen sind Lücken, die zwar bereits bekannt und theoretisch gepatcht wurden, aber in der Praxis noch in ungezählten ungepatchten Systemen schlummern.

    Warum stecken diese Lücken überhaupt in Software, die seit Jahrzehnten im Einsatz ist? 80 Prozent der kritischsten Systeme – Betriebssysteme, Virtual Machine Monitore, Browser – basieren historisch auf speicherunsicheren Sprachen wie C und C++. Das ist das Eisbergproblem der digitalen Infrastruktur: Oben sehen wir moderne Oberflächen und sauber designte Apps, darunter schlummern Millionen von Codezeilen aus einer anderen Ära, eingebettet in schiere Komplexität, nie vollständig auf Sicherheitslücken geprüft. Kein Mensch kann diesen Eisberg alleine durchtauchen. Claude Mythos tut es automatisch – und das ist sowohl die gute als auch die beunruhigende Nachricht.

    Die Zeitleiste und dieser technische Hintergrund zeigen zweierlei: Anthropic ist in bemerkenswert kurzer Zeit von einem KI-Unternehmen, das Lars und ich kaum auf dem Radar hatten, zum Taktgeber einer ganzen Branche geworden. Und die Ereignisse sind kein zufälliges Rauschen – sie folgen einer Logik, die man sowohl bewundern als auch skeptisch beäugen kann.

    Lars hat im Gespräch die entscheidende Vergleichsfrage gestellt: Was wäre eigentlich passiert, wenn Grok von Elon Musk oder OpenAI Claude Mythos in den Händen gehalten hätten? Seine Antwort war knapp und trocken – die würden das dann wahrscheinlich einfach online stellen und dann mal sehen, was passiert.

    Der Pentagon-Clash macht den Unterschied sichtbar: CEO Dario Amodei lehnte einen Millionenvertrag für militärische Massenüberwachung und autonome Waffen ab. Das Pentagon setzte Anthropic daraufhin als „Risiko für die nationale Lieferkette“ auf eine Blacklist. OpenAI übernahm den Vertrag. Das sagt mehr als jedes Leitbild.

    Wer hat Anthropic gegründet – und warum haben sie OpenAI verlassen?

    Um zu verstehen, warum Anthropic so anders klingt als die Konkurrenz, lohnt ein Blick auf die Gründungsgeschichte. Dario Amodei verließ OpenAI im Dezember 2020 gemeinsam mit seiner Schwester Daniela und einer Handvoll weiterer Mitarbeiter – nicht wegen schlechter Bezahlung oder fehlender Perspektive, sondern aus echtem Dissens. Dario lehnte das Großinvestment von Microsoft in OpenAI ab und wollte KI-Sicherheit konsequenter in den Mittelpunkt stellen. Gemeinsam zogen sie mindestens neun weitere OpenAI-Mitarbeiter mit, die ihre Vision teilten. Das ist die Gründungserzählung, auf der Anthropics Anspruch basiert. Ob sie trägt, wenn Amazon, Google, Microsoft und Nvidia auf der Investorenliste stehen und ein Börsengang vor der Tür steht – das ist die eigentliche Frage.

    Lars hat bei #9vor9 auch das Gründungsdokument von Anthropic zitiert: „Development of superhuman machine intelligence is probably the greatest threat to the continued existence of humanity.“ Und sofort die Folgefrage, die sitzt: Wenn Menschen, die so etwas sagen, vollkommen unreguliert arbeiten dürfen – ist das nicht genau das Problem? In den USA ist KI-Regulierung unter der aktuellen Administration kein ernstes Thema. Es gibt keine Leitplanken, keine Aufsicht mit echten Zähnen. Lars hat das klar ausgesprochen: „Ich möchte mich nicht auf das ethische Gewissen einzelner Tech Bros verlassen müssen.“ Ich auch nicht.

    Autonome KI und meine Daten: Kreditkarte, Pass, Gesundheitsakte

    Ich nutze Claude seit Wochen intensiv und habe meine ausführlichen Erfahrungen – von Claude Cowork über DSGVO-Realität bis zur Investorenstruktur – in einem separaten Blogbeitrag beschrieben. Mein Fazit dort war: beeindruckendes Werkzeug. Das gilt nach wie vor. Die autonomen Agenten auf dem Mac habe ich bewusst nur mit harmlosen Aufgaben erprobt – weiter werde ich auch wahrscheinlich nicht gehen, weil das dann schon ein bisschen zu spooky ist. Und dieses Unbehagen teilen Lars und ich ausdrücklich.

    Denn reden wir konkret darüber, was heute technisch möglich ist: Ein autonomer KI-Agent kann Reisen buchen – und braucht dafür meine Kreditkartendaten. Er kann meine Steuererklärung vorbereiten – und braucht dafür meine Bankdaten, meine Spesenabrechnungen, meine Lohnzettel. Er kann meinen Pass scannen und verarbeiten, inklusive der biometrischen Daten, die darin stecken. Er kann meine Gesundheitsdaten lesen, um Versicherungen zu vergleichen oder Arzttermine zu buchen.

    Das ist kein Science-Fiction. Das ist heute möglich. Die Frage ist nicht, ob die Technik das kann. Die Frage ist: Was passiert mit diesen Daten? An wen fließen sie weiter? Wer hat am Ende die Kontrolle – ich, oder ein System, das autonom handelt und dessen Entscheidungswege ich nicht vollständig nachvollziehen kann? Systeme, die autonom handeln, können eben auch autonom Schaden anrichten. Lars und ich sind keine Maschinenstürmer. Aber wir sind auch keine unkritischen Enthusiasten. Und das sollte man auch nicht sein.

    Am Ende unseres Gesprächs hat Lars den Punkt gesetzt: „Es ist halt offensichtlich ein sehr kritischer Zeitpunkt gerade, was KI, Wirkung von KI, KI-Entwicklung angeht. Muss man jetzt auch nicht drumrum reden.“ Nein, muss man nicht. Was man aber festhalten muss: Anthropic ist kein Heilsversprechen. Amazon, Google, Microsoft und Nvidia sitzen wie erwähnt auf der Investorenliste, der Börsengang steht an.

    Ist Anthropic wirklich die ethische KI-Alternative – oder Angst-Marketing vor dem Börsengang?

    Die Kernfrage stellt sich weiter: Ist Anthropic die erwachsene, ethische Alternative? Oder nutzt das Unternehmen Angst-Marketing so geschickt, wie OpenAI einst Hype-Marketing betrieben hat? Die Antwort kennen wir noch nicht. Was wir kennen, sind historische Beispiele. Google hatte einmal „Don’t be evil“ als Leitspruch. Es war mehr als ein Slogan – es war ein Versprechen, das lange geglaubt wurde. Bis es leise verschwand. Beobachten wir kritisch, ob Anthropic einen anderen Weg geht.

    * Frontier-Modelle sind die jeweils leistungsfähigsten KI-Systeme an der vordersten Entwicklungsfront – Modelle, die neue Maßstäbe setzen, bevor die Welt weiß, wozu sie fähig sind.

    Anthropic_Disruption_(2)Herunterladen #9vor9 #allgemein #Amazon #Anthropic #books #chatgpt #Claude #CyberSecurity #DSGVO #ElonMusk #EU #Google #KI #KIAgenten #Microsoft #Trump #USA #Wirtschaft
  15. #BrowserGate - Wir haben es bei #9vor9 und im Blog behandelt. Jetzt kommentiert @pallenberg: "Warum ist diese Geschichte nicht größer? Warum ist BrowserGate nicht längst ein Thema, das in jeder Debatte ueber #Microsoft, #LinkedIn, Plattformregulierung und digitale Souveränität mitläuft?
    Möglicherweise, weil LinkedIn noch immer mit einem Imagebonus unterwegs ist, den andere Plattformen längst verspielt haben. LinkedIn gilt vielen als das “serioese” soziale Netzwerk." metacheles.de/browsergate-so-s

  16. Null Jobangebote in zwei Jahren — weder für @larsbas noch für mich. Beim Fake-Profil dagegen schon. Bei #9vor9 haben wir über LinkedIn nachgelegt: persönliche Ernüchterung, BrowserGate (Safari und Firefox sind außen vor!) und die Ignoranz US-geprägter Unternehmen, die ich schlicht nicht verstehe.

    stefanpfeiffer.blog/2026/04/13

  17. Mistral AI: Europas letzte KI-Option — und warum wir sie jetzt nutzen müssen #9vor9 – StefanPfeiffer.Blog rivva.de/336443397

  18. Die Debatte ist schief: Während politisch „mehr Arbeit“ gefordert wird, verspricht die Tech-Welt das Gegenteil – Intelligenz auf Knopfdruck. Das Problem: Unser Arbeitsbegriff passt nicht mehr zur Realität. Genau darüber sprechen wir bei #9vor9 mit Professor Peter M. Wald. #KI #Arbeit #Arbeitswelt

    stefanpfeiffer.blog/2026/03/23

  19. Nur kein Späßle machen, sonst wird das nichts mit den Bots von OpenAI, Google und Co. Wird wohl nix mit #9vor9. Trotzdem sprechen @larsbas und ich über GEO – Generative Engine Optimization - die neue Suchwährung. Zitate statt Links sind die neuen Dollars. #GEO #SEO #Search stefanpfeiffer.blog/2026/03/16

  20. Immer mehr Menschen stellen ihre Fragen direkt an ChatGPT, Perplexity oder Gemini. Für Blogs bedeutet das: weniger Klicks – mehr indirekte Sichtbarkeit. Was bedeutet Generative Engine Optimization wirklich? Wir sprechen bei #9vor9 darüber #GEO #SEO #Bloggen

    stefanpfeiffer.blog/2026/03/16

  21. Welches #DarkPattern nervt euch am meisten?
    • schwer kündbare Abos
    • riesige „Akzeptieren“-Buttons
    • AutoPlay-Videos
    • künstliche Countdown-Timer
    In meinem neuen Video erkläre ich diese Tricks in 60 Sekunden.
    #60Sekunden #9vor9

    youtube.com/shorts/R8d57xw7-S4

  22. Kleiner Selbstschutz gegen #DarkPatterns im Netz:
    • 3-Sekunden-Regel: Kurz innehalten, bevor man klickt. Oft erkennt man den Trick erst dann.
    • AutoPlay abschalten: In den Einstellungen von TikTok, YouTube & Co. deaktivieren – wenn man die Option findet.
    • Tools nutzen: Plugins wie Dark Pattern Detector oder Adblocker helfen.
    • Melden: Beschwerden gehen z.B. an Verbraucherzentralen oder den Digital Services Coordinator der Bundesnetzagentur.
    #9vor9 stefanpfeiffer.blog/2026/03/09

  23. Ein Klick für das Abo, sechs Klicks für die Kündigung: #DarkPatterns gehören zum Standard vieler Websites. Sie nutzen unsere Gewohnheiten, Ungeduld und Aufmerksamkeitsschwächen. Wie diese Manipulation funktioniert – und warum sie ein strukturelles Problem ist, besprechen wir bei #9vor9.

    stefanpfeiffer.blog/2026/03/09

  24. Klarnamenpflicht klingt nach mehr Verantwortung. Tatsächlich könnte sie die Meinungsfreiheit schwächen. Warum Anonymität im Netz demokratisch wichtig ist – mein Gespräch mit @larsbas bei #9vor9 #Klarnahmenpflicht #Meinungsfreiheit #SocialMedia stefanpfeiffer.blog/2026/03/02

  25. Klarnamenpflicht im Netz – Lösung gegen Hass oder Gefahr für die Meinungsfreiheit?
    Friedrich Merz fordert, dass Nutzerinnen und Nutzer im Internet mit echtem Namen auftreten sollen. Klingt nach mehr Verantwortung. Aber was bedeutet das für Whistleblower, Betroffene von Gewalt oder kritische Stimmen?
    Im Blog und im Podcast #9vor9 ordnen @larsbas und ich die Debatte ein und erklären, warum Regulierung der Plattformen der bessere Weg ist.
    #60Sekunden #Klarnamenpflicht youtube.com/shorts/6Xb_Cu_x6kU