home.social

#ladelust — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #ladelust, aggregated by home.social.

  1. 55 % der Deutschen wollen ein Tempolimit — auch ADAC-Mitglieder. Der Benzinpreis explodiert. Und die Politik? Subventioniert die Zapfsäule. Ein temporäres Tempolimit steht nicht mal zur Debatte. In keinem anderen Land wäre das so selbstverständlich wie hier. Deutschland fährt Vollgas rückwärts. #Tempolimit #Energiepolitik #Ladelust
    Freie Fahrt für freie Bürger — Deutschland im Rückwärtsgang
    👉 stefanpfeiffer.blog/2026/05/10

  2. 55 % der Deutschen wollen ein Tempolimit — auch ADAC-Mitglieder. Der Benzinpreis explodiert. Und die Politik? Subventioniert die Zapfsäule. Ein temporäres Tempolimit steht nicht mal zur Debatte. In keinem anderen Land wäre das so selbstverständlich wie hier. Deutschland fährt Vollgas rückwärts. #Tempolimit #Energiepolitik #Ladelust
    Freie Fahrt für freie Bürger — Deutschland im Rückwärtsgang
    👉 stefanpfeiffer.blog/2026/05/10

  3. 55 % der Deutschen wollen ein Tempolimit — auch ADAC-Mitglieder. Der Benzinpreis explodiert. Und die Politik? Subventioniert die Zapfsäule. Ein temporäres Tempolimit steht nicht mal zur Debatte. In keinem anderen Land wäre das so selbstverständlich wie hier. Deutschland fährt Vollgas rückwärts. #Tempolimit #Energiepolitik #Ladelust
    Freie Fahrt für freie Bürger — Deutschland im Rückwärtsgang
    👉 stefanpfeiffer.blog/2026/05/10

  4. 55 % der Deutschen wollen ein Tempolimit — auch ADAC-Mitglieder. Der Benzinpreis explodiert. Und die Politik? Subventioniert die Zapfsäule. Ein temporäres Tempolimit steht nicht mal zur Debatte. In keinem anderen Land wäre das so selbstverständlich wie hier. Deutschland fährt Vollgas rückwärts. #Tempolimit #Energiepolitik #Ladelust
    Freie Fahrt für freie Bürger — Deutschland im Rückwärtsgang
    👉 stefanpfeiffer.blog/2026/05/10

  5. 55 % der Deutschen wollen ein Tempolimit — auch ADAC-Mitglieder. Der Benzinpreis explodiert. Und die Politik? Subventioniert die Zapfsäule. Ein temporäres Tempolimit steht nicht mal zur Debatte. In keinem anderen Land wäre das so selbstverständlich wie hier. Deutschland fährt Vollgas rückwärts. #Tempolimit #Energiepolitik #Ladelust
    Freie Fahrt für freie Bürger — Deutschland im Rückwärtsgang
    👉 stefanpfeiffer.blog/2026/05/10

  6. Warum ist ein Tempolimit in Deutschland selbst dann undenkbar, wenn der Sprit explodiert? Weil freie Fahrt für rasende Bürger heilig ist — die Autolobby regiert. Mein persönlicher Blick eines Ex-Reiserennmaschinen-Fahrers: Deutschland fährt Vollgas — rückwärts. #Ladelust #Geschwindigkeitsbegrenzung

    stefanpfeiffer.blog/2026/05/10

  7. Freie Fahrt für freie Bürger — Deutschland im Rückwärtsgang

    Ich gestehe: Auch ich bin Jahre lang mit meinen Dienstwagen über die deutschen Autobahnen geheizt. Natürlich schneller als 130 Stundenkiloometer, Ein typischer Vertreter der Dienstwagenfraktion, die mit ihren Reiserennmaschinen Typ Audi, Mercedes oder BMW Autobahnen bevölkern. Pro Jahr bin ich zehntausende Kilometer geschrubbt, von Event zu Event, von Redaktion zu Redaktion, von Niederlassung zu Niederlassung. Gut, ich war niemand der zu dicht aufgefahren ist, rechts überholt oder mit Lichthupe die anderen Autofahrer drangsaliert hat. Immerhin das. Trotzdem.

    Heute fahre ich entspannter — elektrisch — und ich vermisse die Raserei kein bisschen. Vielleicht liegt es daran, dass ich das Thema inzwischen anders betrachte: nicht als Angriff auf meine persönliche Freiheit, sondern als eine der simpelsten und offensichtlichsten Vernunftfragen der deutschen Energiepolitik, gerade in einer Phase explodierender Benzinpreise. Doch nein, eine Geschwindigkeitsbegrenzung steht nicht zur Diskussion. Selbst jetzt nicht. Stattdessen subventioniert man den Benzinpreis.

    Freie Fahrt — die heiligste Kuh der Republik

    In keinem anderen Land der Welt ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen so politisch unantastbar wie in Deutschland. Dabei wolle: 55 Prozent der Deutschen ein Tempolimit, wie Horst Schulte zusammenfasst — sogar unter den ADAC-Mitgliedern ist die Stimmung entsprechend. Dennoch ist das Thema in Berlin nicht diskutierbar, weil es eine Autolobby und Politiker freie Fahrt zur Grundsatzfrage erklärt hat. Es sind vor allem Konservative , Neoliberale und die Rechten, die das Narrativ pflegen. Die notorisch engen Beziehungen Christian Lindners zu Porsche waren kein Zufall.

    Vorschläge wie Tempo 30 in Städten, autofreie Zonen, höhere Parkgebühren für SUVs werden reflexartig als linksgrünversiffte „Ideologie” diskreditiert und unter „Verbotspolitik” abgeheftet, wie Edo Reents in der FAZ (€) treffend und mit wohltuender Schärfe seziert: die Möglichkeit, mit einem knapper oder teurer werdenden Gut einfach sparsamer umzugehen, wird politisch nicht einmal als Option erwogen.

    Dabei wäre die Logik simpel: Die Benzinpreise explodieren — befeuert durch den Iran-Konflikt, abgesahnt von Ölkonzernen, deren Gewinne laut Analyse kein Zufall sind und die die Übergewinnsteuer längst verdient hätten. Die naheliegendste energiepolitische Antwort — zumindest ein temporäres Tempolimit — ist nicht einmal Gegenstand einer ernsthaften Debatte. Stattdessen greift der Staat großzügig an die Zapfsäule, senkt die Energiesteuer um 17 Cent, und zwar mit der Gießkanne für alle, nicht nur für jene, die wirklich auf das Auto angewiesen sind. Das Signal, das diese Politik aussendet, ist unmissverständlich: Ihr dürft weiter rasen, und wenn der Sprit zu teuer wird, zahlen wir mit.

    Doch es ist nicht nur ein Problem des Lobbyismus und er Politik. Auf der einen Seite jammern viele über Inflation und steigende Preise, weniger Geld im Portemonnaie, aber deswegen mal nur 120 Stundenkilometer auf der Autobahn fahren und Benzin sparen. Das geht gar nicht. Dieses Verhaltensmuster lässt sich meiner Beobachtung nach auch auf andere Berieche übertragen.

    Atomkraft — das teuerste Placebo der Republik

    Weil Subventionieren an der Zapfsäule allein aber offenbar nicht reicht, holt Jens Spahn die nächste Wunderwaffe aus dem Schrank und spricht über Atomkraft und AKW-Reaktivierung. Kanzler Merz hat den Ausstieg zwar für „irreversibel” erklärt, das Wort aber kaum kalt ist, bevor es in der politischen Debatte schon wieder aufgewärmt wird. Dabei haben Mischa Ehrhardt und Florian Neuhann im ZDF sorgfältig herausgearbeitet, dass EnBW selbst Atomkraft für nicht rentabel hält — Bauzeiten von Jahrzehnten, kein Endlager in Sicht, und die Kosten landen am Ende beim Steuerzahler. Der Rest dieser Debatte ist Wahlkampf oder gar Propaganda.

    Dabei zeigt das Beispiel des AKW Grohnde, wohin die Reise eigentlich gehen könnte: Aus dem alten Reaktor wird eine Batterie — mit mehr Leistung als der Reaktor jemals hatte. Drei Großspeicher, ein Solarpark, ein Umspannwerk — allein zwei der Speicher kommen auf 1,47 GW, das alte AKW hatte 1,36 GW, und das Ganze wird privat finanziert und ist in vier Jahren am Netz, ohne radioaktiven Müll. Das ist die Energiewende, wie sie in der Praxis funktionieren kann.

    Reiche schaltet den Rückwärtsgang ein

    Das eigentliche Trauerspiel dieser Energiepolitik schreibt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Das habe ich ja hier schon ausgeführt. Eine vom eigenen Ministerium – vor ihrer Zeit als Ministerin – beauftragte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Erneuerbare die regionale Wertschöpfung in Deutschland verdoppeln könnten. Das Ergebnis passt ihr nicht ins Zeug, also wurde den Ergebnisse versteckt auf einer Unterseite veröffentlicht, beworben wurde sie mit keinem Wort.

    Florian Harms hat es im Tagesanbruch eingeordnet: Merz behauptet, Klimaschutz dürfe die industrielle Basis nicht gefährden, aber in Wahrheit ist es genau umgekehrt — kluger Klimaschutz treibt Wirtschaftsentwicklung voran, schafft neue Märkte und Arbeitsplätze, und wer das nicht versteht oder nicht verstehen will, verschenkt gerade die nächste deutsche Industrie an China, so wie wir die Solarindustrie schon einmal verschenkt haben. Der Copernicus-Klimabericht 2025 reißt die 1,5-Grad-Grenze, die Ozeane heizen sich rekordverdächtig auf, die Gletscher schmelzen — und die Antwort von Schwarz-Rot lautet Tankrabatt für Benziner, Kürzung der Solar- und Windförderung, Gaskraftwerke.

    Die ADAC-Statistik als unfreiwilliger Kommentar

    In diese Gemengelage hinein liefert die ADAC-Pannenstatistik 2026 einen unfreiwilligen, aber treffenden Kommentar zur Debatte, die Diesel-Dieter und Elektro-Eddie seit Jahren führen: Elektroautos sind in allen Altersklassen zuverlässiger als Verbrenner, mit einer Pannenkennziffer von 6,5 bei vierjährigen E-Autos gegenüber 12,5 bei vergleichbaren Verbrennern. Das Narrativ vom unzuverlässigen Stromer, das jahrelang gepflegt wurde, läuft aus.

    Wir fahren inzwischen lieber entspann elektrisch vorwärts. Die Politik fährt rückwärts — und gibt dabei … Gas.

    Quellen & Leseempfehlungen

    #Atomkraft #Benzinpreis #Deutschland #EAuto #Energiepolitik #Energiewende #Klimaschutz #Ladelust #Solarenergie #Tempolimit #Vollgas
  8. Freie Fahrt für freie Bürger — Deutschland im Rückwärtsgang

    Ich gestehe: Auch ich bin Jahre lang mit meinen Dienstwagen über die deutschen Autobahnen geheizt. Natürlich schneller als 130 Stundenkiloometer, Ein typischer Vertreter der Dienstwagenfraktion, die mit ihren Reiserennmaschinen Typ Audi, Mercedes oder BMW Autobahnen bevölkern. Pro Jahr bin ich zehntausende Kilometer geschrubbt, von Event zu Event, von Redaktion zu Redaktion, von Niederlassung zu Niederlassung. Gut, ich war niemand der zu dicht aufgefahren ist, rechts überholt oder mit Lichthupe die anderen Autofahrer drangsaliert hat. Immerhin das. Trotzdem.

    Heute fahre ich entspannter — elektrisch — und ich vermisse die Raserei kein bisschen. Vielleicht liegt es daran, dass ich das Thema inzwischen anders betrachte: nicht als Angriff auf meine persönliche Freiheit, sondern als eine der simpelsten und offensichtlichsten Vernunftfragen der deutschen Energiepolitik, gerade in einer Phase explodierender Benzinpreise. Doch nein, eine Geschwindigkeitsbegrenzung steht nicht zur Diskussion. Selbst jetzt nicht. Stattdessen subventioniert man den Benzinpreis.

    Freie Fahrt — die heiligste Kuh der Republik

    In keinem anderen Land der Welt ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen so politisch unantastbar wie in Deutschland. Dabei wolle: 55 Prozent der Deutschen ein Tempolimit, wie Horst Schulte zusammenfasst — sogar unter den ADAC-Mitgliedern ist die Stimmung entsprechend. Dennoch ist das Thema in Berlin nicht diskutierbar, weil es eine Autolobby und Politiker freie Fahrt zur Grundsatzfrage erklärt hat. Es sind vor allem Konservative , Neoliberale und die Rechten, die das Narrativ pflegen. Die notorisch engen Beziehungen Christian Lindners zu Porsche waren kein Zufall.

    Vorschläge wie Tempo 30 in Städten, autofreie Zonen, höhere Parkgebühren für SUVs werden reflexartig als linksgrünversiffte „Ideologie“ diskreditiert und unter „Verbotspolitik“ abgeheftet, wie Edo Reents in der FAZ (€) treffend und mit wohltuender Schärfe seziert: die Möglichkeit, mit einem knapper oder teurer werdenden Gut einfach sparsamer umzugehen, wird politisch nicht einmal als Option erwogen.

    Dabei wäre die Logik simpel: Die Benzinpreise explodieren — befeuert durch den Iran-Konflikt, abgesahnt von Ölkonzernen, deren Gewinne laut Analyse kein Zufall sind und die die Übergewinnsteuer längst verdient hätten. Die naheliegendste energiepolitische Antwort — zumindest ein temporäres Tempolimit — ist nicht einmal Gegenstand einer ernsthaften Debatte. Stattdessen greift der Staat großzügig an die Zapfsäule, senkt die Energiesteuer um 17 Cent, und zwar mit der Gießkanne für alle, nicht nur für jene, die wirklich auf das Auto angewiesen sind. Das Signal, das diese Politik aussendet, ist unmissverständlich: Ihr dürft weiter rasen, und wenn der Sprit zu teuer wird, zahlen wir mit.

    Doch es ist nicht nur ein Problem des Lobbyismus und er Politik. Auf der einen Seite jammern viele über Inflation und steigende Preise, weniger Geld im Portemonnaie, aber deswegen mal nur 120 Stundenkilometer auf der Autobahn fahren und Benzin sparen. Das geht gar nicht. Dieses Verhaltensmuster lässt sich meiner Beobachtung nach auch auf andere Berieche übertragen.

    Atomkraft — das teuerste Placebo der Republik

    Weil Subventionieren an der Zapfsäule allein aber offenbar nicht reicht, holt Jens Spahn die nächste Wunderwaffe aus dem Schrank und spricht über Atomkraft und AKW-Reaktivierung. Kanzler Merz hat den Ausstieg zwar für „irreversibel“ erklärt, das Wort aber kaum kalt ist, bevor es in der politischen Debatte schon wieder aufgewärmt wird. Dabei haben Mischa Ehrhardt und Florian Neuhann im ZDF sorgfältig herausgearbeitet, dass EnBW selbst Atomkraft für nicht rentabel hält — Bauzeiten von Jahrzehnten, kein Endlager in Sicht, und die Kosten landen am Ende beim Steuerzahler. Der Rest dieser Debatte ist Wahlkampf oder gar Propaganda.

    Dabei zeigt das Beispiel des AKW Grohnde, wohin die Reise eigentlich gehen könnte: Aus dem alten Reaktor wird eine Batterie — mit mehr Leistung als der Reaktor jemals hatte. Drei Großspeicher, ein Solarpark, ein Umspannwerk — allein zwei der Speicher kommen auf 1,47 GW, das alte AKW hatte 1,36 GW, und das Ganze wird privat finanziert und ist in vier Jahren am Netz, ohne radioaktiven Müll. Das ist die Energiewende, wie sie in der Praxis funktionieren kann.

    Reiche schaltet den Rückwärtsgang ein

    Das eigentliche Trauerspiel dieser Energiepolitik schreibt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Das habe ich ja hier schon ausgeführt. Eine vom eigenen Ministerium – vor ihrer Zeit als Ministerin – beauftragte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Erneuerbare die regionale Wertschöpfung in Deutschland verdoppeln könnten. Das Ergebnis passt ihr nicht ins Zeug, also wurde den Ergebnisse versteckt auf einer Unterseite veröffentlicht, beworben wurde sie mit keinem Wort.

    Florian Harms hat es im Tagesanbruch eingeordnet: Merz behauptet, Klimaschutz dürfe die industrielle Basis nicht gefährden, aber in Wahrheit ist es genau umgekehrt — kluger Klimaschutz treibt Wirtschaftsentwicklung voran, schafft neue Märkte und Arbeitsplätze, und wer das nicht versteht oder nicht verstehen will, verschenkt gerade die nächste deutsche Industrie an China, so wie wir die Solarindustrie schon einmal verschenkt haben. Der Copernicus-Klimabericht 2025 reißt die 1,5-Grad-Grenze, die Ozeane heizen sich rekordverdächtig auf, die Gletscher schmelzen — und die Antwort von Schwarz-Rot lautet Tankrabatt für Benziner, Kürzung der Solar- und Windförderung, Gaskraftwerke.

    Die ADAC-Statistik als unfreiwilliger Kommentar

    In diese Gemengelage hinein liefert die ADAC-Pannenstatistik 2026 einen unfreiwilligen, aber treffenden Kommentar zur Debatte, die Diesel-Dieter und Elektro-Eddie seit Jahren führen: Elektroautos sind in allen Altersklassen zuverlässiger als Verbrenner, mit einer Pannenkennziffer von 6,5 bei vierjährigen E-Autos gegenüber 12,5 bei vergleichbaren Verbrennern. Das Narrativ vom unzuverlässigen Stromer, das jahrelang gepflegt wurde, läuft aus.

    Wir fahren inzwischen lieber entspann elektrisch vorwärts. Die Politik fährt rückwärts — und gibt dabei … Gas.

    Quellen & Leseempfehlungen

    #Atomkraft #Benzinpreis #Deutschland #EAuto #Energiepolitik #Energiewende #Klimaschutz #Ladelust #Solarenergie #Tempolimit #Vollgas
  9. Freie Fahrt für freie Bürger — Deutschland im Rückwärtsgang

    Ich gestehe: Auch ich bin Jahre lang mit meinen Dienstwagen über die deutschen Autobahnen geheizt. Natürlich schneller als 130 Stundenkiloometer, Ein typischer Vertreter der Dienstwagenfraktion, die mit ihren Reiserennmaschinen Typ Audi, Mercedes oder BMW Autobahnen bevölkern. Pro Jahr bin ich zehntausende Kilometer geschrubbt, von Event zu Event, von Redaktion zu Redaktion, von Niederlassung zu Niederlassung. Gut, ich war niemand der zu dicht aufgefahren ist, rechts überholt oder mit Lichthupe die anderen Autofahrer drangsaliert hat. Immerhin das. Trotzdem.

    Heute fahre ich entspannter — elektrisch — und ich vermisse die Raserei kein bisschen. Vielleicht liegt es daran, dass ich das Thema inzwischen anders betrachte: nicht als Angriff auf meine persönliche Freiheit, sondern als eine der simpelsten und offensichtlichsten Vernunftfragen der deutschen Energiepolitik, gerade in einer Phase explodierender Benzinpreise. Doch nein, eine Geschwindigkeitsbegrenzung steht nicht zur Diskussion. Selbst jetzt nicht. Stattdessen subventioniert man den Benzinpreis.

    Freie Fahrt — die heiligste Kuh der Republik

    In keinem anderen Land der Welt ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen so politisch unantastbar wie in Deutschland. Dabei wolle: 55 Prozent der Deutschen ein Tempolimit, wie Horst Schulte zusammenfasst — sogar unter den ADAC-Mitgliedern ist die Stimmung entsprechend. Dennoch ist das Thema in Berlin nicht diskutierbar, weil es eine Autolobby und Politiker freie Fahrt zur Grundsatzfrage erklärt hat. Es sind vor allem Konservative , Neoliberale und die Rechten, die das Narrativ pflegen. Die notorisch engen Beziehungen Christian Lindners zu Porsche waren kein Zufall.

    Vorschläge wie Tempo 30 in Städten, autofreie Zonen, höhere Parkgebühren für SUVs werden reflexartig als linksgrünversiffte „Ideologie“ diskreditiert und unter „Verbotspolitik“ abgeheftet, wie Edo Reents in der FAZ (€) treffend und mit wohltuender Schärfe seziert: die Möglichkeit, mit einem knapper oder teurer werdenden Gut einfach sparsamer umzugehen, wird politisch nicht einmal als Option erwogen.

    Dabei wäre die Logik simpel: Die Benzinpreise explodieren — befeuert durch den Iran-Konflikt, abgesahnt von Ölkonzernen, deren Gewinne laut Analyse kein Zufall sind und die die Übergewinnsteuer längst verdient hätten. Die naheliegendste energiepolitische Antwort — zumindest ein temporäres Tempolimit — ist nicht einmal Gegenstand einer ernsthaften Debatte. Stattdessen greift der Staat großzügig an die Zapfsäule, senkt die Energiesteuer um 17 Cent, und zwar mit der Gießkanne für alle, nicht nur für jene, die wirklich auf das Auto angewiesen sind. Das Signal, das diese Politik aussendet, ist unmissverständlich: Ihr dürft weiter rasen, und wenn der Sprit zu teuer wird, zahlen wir mit.

    Doch es ist nicht nur ein Problem des Lobbyismus und er Politik. Auf der einen Seite jammern viele über Inflation und steigende Preise, weniger Geld im Portemonnaie, aber deswegen mal nur 120 Stundenkilometer auf der Autobahn fahren und Benzin sparen. Das geht gar nicht. Dieses Verhaltensmuster lässt sich meiner Beobachtung nach auch auf andere Berieche übertragen.

    Atomkraft — das teuerste Placebo der Republik

    Weil Subventionieren an der Zapfsäule allein aber offenbar nicht reicht, holt Jens Spahn die nächste Wunderwaffe aus dem Schrank und spricht über Atomkraft und AKW-Reaktivierung. Kanzler Merz hat den Ausstieg zwar für „irreversibel“ erklärt, das Wort aber kaum kalt ist, bevor es in der politischen Debatte schon wieder aufgewärmt wird. Dabei haben Mischa Ehrhardt und Florian Neuhann im ZDF sorgfältig herausgearbeitet, dass EnBW selbst Atomkraft für nicht rentabel hält — Bauzeiten von Jahrzehnten, kein Endlager in Sicht, und die Kosten landen am Ende beim Steuerzahler. Der Rest dieser Debatte ist Wahlkampf oder gar Propaganda.

    Dabei zeigt das Beispiel des AKW Grohnde, wohin die Reise eigentlich gehen könnte: Aus dem alten Reaktor wird eine Batterie — mit mehr Leistung als der Reaktor jemals hatte. Drei Großspeicher, ein Solarpark, ein Umspannwerk — allein zwei der Speicher kommen auf 1,47 GW, das alte AKW hatte 1,36 GW, und das Ganze wird privat finanziert und ist in vier Jahren am Netz, ohne radioaktiven Müll. Das ist die Energiewende, wie sie in der Praxis funktionieren kann.

    Reiche schaltet den Rückwärtsgang ein

    Das eigentliche Trauerspiel dieser Energiepolitik schreibt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Das habe ich ja hier schon ausgeführt. Eine vom eigenen Ministerium – vor ihrer Zeit als Ministerin – beauftragte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Erneuerbare die regionale Wertschöpfung in Deutschland verdoppeln könnten. Das Ergebnis passt ihr nicht ins Zeug, also wurde den Ergebnisse versteckt auf einer Unterseite veröffentlicht, beworben wurde sie mit keinem Wort.

    Florian Harms hat es im Tagesanbruch eingeordnet: Merz behauptet, Klimaschutz dürfe die industrielle Basis nicht gefährden, aber in Wahrheit ist es genau umgekehrt — kluger Klimaschutz treibt Wirtschaftsentwicklung voran, schafft neue Märkte und Arbeitsplätze, und wer das nicht versteht oder nicht verstehen will, verschenkt gerade die nächste deutsche Industrie an China, so wie wir die Solarindustrie schon einmal verschenkt haben. Der Copernicus-Klimabericht 2025 reißt die 1,5-Grad-Grenze, die Ozeane heizen sich rekordverdächtig auf, die Gletscher schmelzen — und die Antwort von Schwarz-Rot lautet Tankrabatt für Benziner, Kürzung der Solar- und Windförderung, Gaskraftwerke.

    Die ADAC-Statistik als unfreiwilliger Kommentar

    In diese Gemengelage hinein liefert die ADAC-Pannenstatistik 2026 einen unfreiwilligen, aber treffenden Kommentar zur Debatte, die Diesel-Dieter und Elektro-Eddie seit Jahren führen: Elektroautos sind in allen Altersklassen zuverlässiger als Verbrenner, mit einer Pannenkennziffer von 6,5 bei vierjährigen E-Autos gegenüber 12,5 bei vergleichbaren Verbrennern. Das Narrativ vom unzuverlässigen Stromer, das jahrelang gepflegt wurde, läuft aus.

    Wir fahren inzwischen lieber entspann elektrisch vorwärts. Die Politik fährt rückwärts — und gibt dabei … Gas.

    Quellen & Leseempfehlungen

    #Atomkraft #Benzinpreis #Deutschland #EAuto #Energiepolitik #Energiewende #Klimaschutz #Ladelust #Solarenergie #Tempolimit #Vollgas
  10. Freie Fahrt für freie Bürger — Deutschland im Rückwärtsgang

    Ich gestehe: Auch ich bin Jahre lang mit meinen Dienstwagen über die deutschen Autobahnen geheizt. Natürlich schneller als 130 Stundenkiloometer, Ein typischer Vertreter der Dienstwagenfraktion, die mit ihren Reiserennmaschinen Typ Audi, Mercedes oder BMW Autobahnen bevölkern. Pro Jahr bin ich zehntausende Kilometer geschrubbt, von Event zu Event, von Redaktion zu Redaktion, von Niederlassung zu Niederlassung. Gut, ich war niemand der zu dicht aufgefahren ist, rechts überholt oder mit Lichthupe die anderen Autofahrer drangsaliert hat. Immerhin das. Trotzdem.

    Heute fahre ich entspannter — elektrisch — und ich vermisse die Raserei kein bisschen. Vielleicht liegt es daran, dass ich das Thema inzwischen anders betrachte: nicht als Angriff auf meine persönliche Freiheit, sondern als eine der simpelsten und offensichtlichsten Vernunftfragen der deutschen Energiepolitik, gerade in einer Phase explodierender Benzinpreise. Doch nein, eine Geschwindigkeitsbegrenzung steht nicht zur Diskussion. Selbst jetzt nicht. Stattdessen subventioniert man den Benzinpreis.

    Freie Fahrt — die heiligste Kuh der Republik

    In keinem anderen Land der Welt ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen so politisch unantastbar wie in Deutschland. Dabei wolle: 55 Prozent der Deutschen ein Tempolimit, wie Horst Schulte zusammenfasst — sogar unter den ADAC-Mitgliedern ist die Stimmung entsprechend. Dennoch ist das Thema in Berlin nicht diskutierbar, weil es eine Autolobby und Politiker freie Fahrt zur Grundsatzfrage erklärt hat. Es sind vor allem Konservative , Neoliberale und die Rechten, die das Narrativ pflegen. Die notorisch engen Beziehungen Christian Lindners zu Porsche waren kein Zufall.

    Vorschläge wie Tempo 30 in Städten, autofreie Zonen, höhere Parkgebühren für SUVs werden reflexartig als linksgrünversiffte „Ideologie” diskreditiert und unter „Verbotspolitik” abgeheftet, wie Edo Reents in der FAZ (€) treffend und mit wohltuender Schärfe seziert: die Möglichkeit, mit einem knapper oder teurer werdenden Gut einfach sparsamer umzugehen, wird politisch nicht einmal als Option erwogen.

    Dabei wäre die Logik simpel: Die Benzinpreise explodieren — befeuert durch den Iran-Konflikt, abgesahnt von Ölkonzernen, deren Gewinne laut Analyse kein Zufall sind und die die Übergewinnsteuer längst verdient hätten. Die naheliegendste energiepolitische Antwort — zumindest ein temporäres Tempolimit — ist nicht einmal Gegenstand einer ernsthaften Debatte. Stattdessen greift der Staat großzügig an die Zapfsäule, senkt die Energiesteuer um 17 Cent, und zwar mit der Gießkanne für alle, nicht nur für jene, die wirklich auf das Auto angewiesen sind. Das Signal, das diese Politik aussendet, ist unmissverständlich: Ihr dürft weiter rasen, und wenn der Sprit zu teuer wird, zahlen wir mit.

    Doch es ist nicht nur ein Problem des Lobbyismus und er Politik. Auf der einen Seite jammern viele über Inflation und steigende Preise, weniger Geld im Portemonnaie, aber deswegen mal nur 120 Stundenkilometer auf der Autobahn fahren und Benzin sparen. Das geht gar nicht. Dieses Verhaltensmuster lässt sich meiner Beobachtung nach auch auf andere Berieche übertragen.

    Atomkraft — das teuerste Placebo der Republik

    Weil Subventionieren an der Zapfsäule allein aber offenbar nicht reicht, holt Jens Spahn die nächste Wunderwaffe aus dem Schrank und spricht über Atomkraft und AKW-Reaktivierung. Kanzler Merz hat den Ausstieg zwar für „irreversibel” erklärt, das Wort aber kaum kalt ist, bevor es in der politischen Debatte schon wieder aufgewärmt wird. Dabei haben Mischa Ehrhardt und Florian Neuhann im ZDF sorgfältig herausgearbeitet, dass EnBW selbst Atomkraft für nicht rentabel hält — Bauzeiten von Jahrzehnten, kein Endlager in Sicht, und die Kosten landen am Ende beim Steuerzahler. Der Rest dieser Debatte ist Wahlkampf oder gar Propaganda.

    Dabei zeigt das Beispiel des AKW Grohnde, wohin die Reise eigentlich gehen könnte: Aus dem alten Reaktor wird eine Batterie — mit mehr Leistung als der Reaktor jemals hatte. Drei Großspeicher, ein Solarpark, ein Umspannwerk — allein zwei der Speicher kommen auf 1,47 GW, das alte AKW hatte 1,36 GW, und das Ganze wird privat finanziert und ist in vier Jahren am Netz, ohne radioaktiven Müll. Das ist die Energiewende, wie sie in der Praxis funktionieren kann.

    Reiche schaltet den Rückwärtsgang ein

    Das eigentliche Trauerspiel dieser Energiepolitik schreibt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Das habe ich ja hier schon ausgeführt. Eine vom eigenen Ministerium – vor ihrer Zeit als Ministerin – beauftragte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Erneuerbare die regionale Wertschöpfung in Deutschland verdoppeln könnten. Das Ergebnis passt ihr nicht ins Zeug, also wurde den Ergebnisse versteckt auf einer Unterseite veröffentlicht, beworben wurde sie mit keinem Wort.

    Florian Harms hat es im Tagesanbruch eingeordnet: Merz behauptet, Klimaschutz dürfe die industrielle Basis nicht gefährden, aber in Wahrheit ist es genau umgekehrt — kluger Klimaschutz treibt Wirtschaftsentwicklung voran, schafft neue Märkte und Arbeitsplätze, und wer das nicht versteht oder nicht verstehen will, verschenkt gerade die nächste deutsche Industrie an China, so wie wir die Solarindustrie schon einmal verschenkt haben. Der Copernicus-Klimabericht 2025 reißt die 1,5-Grad-Grenze, die Ozeane heizen sich rekordverdächtig auf, die Gletscher schmelzen — und die Antwort von Schwarz-Rot lautet Tankrabatt für Benziner, Kürzung der Solar- und Windförderung, Gaskraftwerke.

    Die ADAC-Statistik als unfreiwilliger Kommentar

    In diese Gemengelage hinein liefert die ADAC-Pannenstatistik 2026 einen unfreiwilligen, aber treffenden Kommentar zur Debatte, die Diesel-Dieter und Elektro-Eddie seit Jahren führen: Elektroautos sind in allen Altersklassen zuverlässiger als Verbrenner, mit einer Pannenkennziffer von 6,5 bei vierjährigen E-Autos gegenüber 12,5 bei vergleichbaren Verbrennern. Das Narrativ vom unzuverlässigen Stromer, das jahrelang gepflegt wurde, läuft aus.

    Wir fahren inzwischen lieber entspann elektrisch vorwärts. Die Politik fährt rückwärts — und gibt dabei … Gas.

    Quellen & Leseempfehlungen

    #Atomkraft #Benzinpreis #Deutschland #EAuto #Energiepolitik #Energiewende #Klimaschutz #Ladelust #Solarenergie #Tempolimit #Vollgas
  11. Freie Fahrt für freie Bürger — Deutschland im Rückwärtsgang

    Ich gestehe: Auch ich bin Jahre lang mit meinen Dienstwagen über die deutschen Autobahnen geheizt. Natürlich schneller als 130 Stundenkiloometer, Ein typischer Vertreter der Dienstwagenfraktion, die mit ihren Reiserennmaschinen Typ Audi, Mercedes oder BMW Autobahnen bevölkern. Pro Jahr bin ich zehntausende Kilometer geschrubbt, von Event zu Event, von Redaktion zu Redaktion, von Niederlassung zu Niederlassung. Gut, ich war niemand der zu dicht aufgefahren ist, rechts überholt oder mit Lichthupe die anderen Autofahrer drangsaliert hat. Immerhin das. Trotzdem.

    Heute fahre ich entspannter — elektrisch — und ich vermisse die Raserei kein bisschen. Vielleicht liegt es daran, dass ich das Thema inzwischen anders betrachte: nicht als Angriff auf meine persönliche Freiheit, sondern als eine der simpelsten und offensichtlichsten Vernunftfragen der deutschen Energiepolitik, gerade in einer Phase explodierender Benzinpreise. Doch nein, eine Geschwindigkeitsbegrenzung steht nicht zur Diskussion. Selbst jetzt nicht. Stattdessen subventioniert man den Benzinpreis.

    Freie Fahrt — die heiligste Kuh der Republik

    In keinem anderen Land der Welt ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen so politisch unantastbar wie in Deutschland. Dabei wolle: 55 Prozent der Deutschen ein Tempolimit, wie Horst Schulte zusammenfasst — sogar unter den ADAC-Mitgliedern ist die Stimmung entsprechend. Dennoch ist das Thema in Berlin nicht diskutierbar, weil es eine Autolobby und Politiker freie Fahrt zur Grundsatzfrage erklärt hat. Es sind vor allem Konservative , Neoliberale und die Rechten, die das Narrativ pflegen. Die notorisch engen Beziehungen Christian Lindners zu Porsche waren kein Zufall.

    Vorschläge wie Tempo 30 in Städten, autofreie Zonen, höhere Parkgebühren für SUVs werden reflexartig als linksgrünversiffte „Ideologie“ diskreditiert und unter „Verbotspolitik“ abgeheftet, wie Edo Reents in der FAZ (€) treffend und mit wohltuender Schärfe seziert: die Möglichkeit, mit einem knapper oder teurer werdenden Gut einfach sparsamer umzugehen, wird politisch nicht einmal als Option erwogen.

    Dabei wäre die Logik simpel: Die Benzinpreise explodieren — befeuert durch den Iran-Konflikt, abgesahnt von Ölkonzernen, deren Gewinne laut Analyse kein Zufall sind und die die Übergewinnsteuer längst verdient hätten. Die naheliegendste energiepolitische Antwort — zumindest ein temporäres Tempolimit — ist nicht einmal Gegenstand einer ernsthaften Debatte. Stattdessen greift der Staat großzügig an die Zapfsäule, senkt die Energiesteuer um 17 Cent, und zwar mit der Gießkanne für alle, nicht nur für jene, die wirklich auf das Auto angewiesen sind. Das Signal, das diese Politik aussendet, ist unmissverständlich: Ihr dürft weiter rasen, und wenn der Sprit zu teuer wird, zahlen wir mit.

    Doch es ist nicht nur ein Problem des Lobbyismus und er Politik. Auf der einen Seite jammern viele über Inflation und steigende Preise, weniger Geld im Portemonnaie, aber deswegen mal nur 120 Stundenkilometer auf der Autobahn fahren und Benzin sparen. Das geht gar nicht. Dieses Verhaltensmuster lässt sich meiner Beobachtung nach auch auf andere Berieche übertragen.

    Atomkraft — das teuerste Placebo der Republik

    Weil Subventionieren an der Zapfsäule allein aber offenbar nicht reicht, holt Jens Spahn die nächste Wunderwaffe aus dem Schrank und spricht über Atomkraft und AKW-Reaktivierung. Kanzler Merz hat den Ausstieg zwar für „irreversibel“ erklärt, das Wort aber kaum kalt ist, bevor es in der politischen Debatte schon wieder aufgewärmt wird. Dabei haben Mischa Ehrhardt und Florian Neuhann im ZDF sorgfältig herausgearbeitet, dass EnBW selbst Atomkraft für nicht rentabel hält — Bauzeiten von Jahrzehnten, kein Endlager in Sicht, und die Kosten landen am Ende beim Steuerzahler. Der Rest dieser Debatte ist Wahlkampf oder gar Propaganda.

    Dabei zeigt das Beispiel des AKW Grohnde, wohin die Reise eigentlich gehen könnte: Aus dem alten Reaktor wird eine Batterie — mit mehr Leistung als der Reaktor jemals hatte. Drei Großspeicher, ein Solarpark, ein Umspannwerk — allein zwei der Speicher kommen auf 1,47 GW, das alte AKW hatte 1,36 GW, und das Ganze wird privat finanziert und ist in vier Jahren am Netz, ohne radioaktiven Müll. Das ist die Energiewende, wie sie in der Praxis funktionieren kann.

    Reiche schaltet den Rückwärtsgang ein

    Das eigentliche Trauerspiel dieser Energiepolitik schreibt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Das habe ich ja hier schon ausgeführt. Eine vom eigenen Ministerium – vor ihrer Zeit als Ministerin – beauftragte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Erneuerbare die regionale Wertschöpfung in Deutschland verdoppeln könnten. Das Ergebnis passt ihr nicht ins Zeug, also wurde den Ergebnisse versteckt auf einer Unterseite veröffentlicht, beworben wurde sie mit keinem Wort.

    Florian Harms hat es im Tagesanbruch eingeordnet: Merz behauptet, Klimaschutz dürfe die industrielle Basis nicht gefährden, aber in Wahrheit ist es genau umgekehrt — kluger Klimaschutz treibt Wirtschaftsentwicklung voran, schafft neue Märkte und Arbeitsplätze, und wer das nicht versteht oder nicht verstehen will, verschenkt gerade die nächste deutsche Industrie an China, so wie wir die Solarindustrie schon einmal verschenkt haben. Der Copernicus-Klimabericht 2025 reißt die 1,5-Grad-Grenze, die Ozeane heizen sich rekordverdächtig auf, die Gletscher schmelzen — und die Antwort von Schwarz-Rot lautet Tankrabatt für Benziner, Kürzung der Solar- und Windförderung, Gaskraftwerke.

    Die ADAC-Statistik als unfreiwilliger Kommentar

    In diese Gemengelage hinein liefert die ADAC-Pannenstatistik 2026 einen unfreiwilligen, aber treffenden Kommentar zur Debatte, die Diesel-Dieter und Elektro-Eddie seit Jahren führen: Elektroautos sind in allen Altersklassen zuverlässiger als Verbrenner, mit einer Pannenkennziffer von 6,5 bei vierjährigen E-Autos gegenüber 12,5 bei vergleichbaren Verbrennern. Das Narrativ vom unzuverlässigen Stromer, das jahrelang gepflegt wurde, läuft aus.

    Wir fahren inzwischen lieber entspann elektrisch vorwärts. Die Politik fährt rückwärts — und gibt dabei … Gas.

    Quellen & Leseempfehlungen

    #Atomkraft #Benzinpreis #Deutschland #EAuto #Energiepolitik #Energiewende #Klimaschutz #Ladelust #Solarenergie #Tempolimit #Vollgas
  12. 50 Jahre Apple: Herzlichen Glückwunsch — und die Frage nach meinem reinen Gewissen

    Heute vor genau fünfzig Jahren, am 1. April 1976, gründeten Steve Wozniak, Steve Jobs und der vergessene Ron Wayne in einer Garage in Los Altos eine Firma. Florian Harms hat das heute Morgen im t-online-Tagesanbruch wunderbar beschrieben: den Lötkolben-Magier Wozniak, den Design-Hohepriester Jobs, und den armen Ron Wayne, der seine Anteile nach zwölf Tagen für 800 Dollar verkaufte und damit das größte Geschäft der Wirtschaftsgeschichte verpasste. Fünfzig Jahre später sitze ich vor meinem MacBook hier und denke: Herzlichen Glückwunsch, Apple. Ihr habt mein digitales Leben gut im Griff. Und ich habe es euch erlaubt.

    Kein Microsoft, kein Google — aber Apple überall

    Wer meinen Blog kennt, weiß, dass ich mich seit Jahren mit digitaler Abhängigkeit und Souveränität beschäftige. Ich schreibe über Europas Abhängigkeit von US-Cloudanbietern, über Microsoft in der öffentlichen Verwaltung, über Mistral als europäische KI-Alternative. Bewusst habe ich privat einige Entscheidungen getroffen: Microsoft daheim? Brauche ich nicht und nutze ich nicht. Google? Nur ab und zu, sehr selten und mit Unbehagen. Meta? Nur reaktiv — wegen WhatsApp und weil zu viele Bekannte noch auf Facebook sind.

    Doch dann schaue ich mich zu Hause um. MacBooks. iPhones. Eine Apple Watch. Drei iPhones und drei MacBooks eigentlich, die Pfeiffers sind vollständig im Ökosystem. HomePods im Arbeits- und Wohnzimmer. Meine Musiksammlung, die vor langen Jahren mit iTunes begann. Fotos und Dateien? Liegen in der iCloud (und sind auch nochmals lokal im NAS gespeichert). Gesundheitsdaten und Fitness: „powered by Apple Watch“. Apple ist tief in meinen, in unseren digitalen Alltag eingewachsen.

    Meine Energiewende ist ‚managed by Apple‘

    Und die Geschichte geht weiter: meine PV-Anlage auf dem Dach. Die Wallbox in der Garage. Das Elektroauto. Und die smarten Heizkörperthermostate, über die ich schon 2022 im Blog geschrieben habe — damals noch mit dem Hinweis, dass man sich in der „etwas teureren Apple Home-kompatiblen Welt“ bewegt. Genau das ist passiert, und es ist weitergegangen.

    Die Energiewende der Pfeiffers läuft über das iPhone. Die App, die zeigt, wie viel Strom die Anlage gerade produziert. Die App, die den Ladestand des Autos regelt. Die App, die die Heizkörper im ganzen Haus steuert. Das ist nicht mehr Lifestyle — das ist Infrastruktur. Meine Energiewende ist „managed by Apple“. Der Fairness halber: Manches kann ich im Browser machen, vieles ist jedoch von unterwegs auf dem iPhone viel einfacher.

    Das ist der Punkt, an dem mein sonst gepflegtes Narrativ von der digitalen Souveränität ins Wanken gerät. Ich kann Europa ermutigen, auf Open Source zu setzen und US-Abhängigkeiten abzubauen. Ich kann beim ZenDiS-Podcast nicken, wenn Alexander Smolianitski sagt, Souveränität bedeute, jederzeit die Möglichkeit zu haben, zu wechseln.

    Kein Lock-in mehr — das ist schon Beton

    Aber was ist mit mir? Ein Wechsel weg von Apple würde nicht bedeuten, ein anderes Telefon zu kaufen. Es würde bedeuten, das gesamte System neu aufzubauen — Notebooks, Mobiltelefone, Haussteuerung, Energiemanagement, Musikbibliothek, alles. Das ist kein Lock-in mehr. Das ist schon Beton.

    Dabei habe ich Apple über die Jahre nicht unkritisch begleitet. Ich habe schon 2018 festgehalten, dass Apple kein „Gutkonzern“ ist und ich viel zu viel Geld für die Geräte ausgegeben habe — aber dass das Datenschutzversprechen zumindest glaubwürdiger wirkte als bei Facebook oder Google. Das stimmt immer noch, mit allen Einschränkungen.

    Harms benennt es heute klar: Vordergründig verkauft Apple Datenschutz als Luxusgut und Differenzierungsmerkmal — im Hinterzimmer verteidigt der Konzern verbissen seine Bastion. „Bestes“ Beispiel: der App Store. Erst nach jahrelangem Juristenkrieg hat die EU-Kommission erreicht, dass Apple seinen App Store für Drittanbieter zu öffnen verspricht.

    Apple zahlt lieber EU-Strafen, als den Walled Garden wirklich zu öffnen

    Passiert ist trotzdem wenig — Millionenstrafen inklusive. Der Walled Garden steht. Apple agiert als Gralshüter und Zöllner zugleich, kassiert seinen Zehnt von den App-Entwicklern und reguliert, was ins Ökosystem darf. Die EU kämpft. Apple zahlt lieber Strafen, als wirklich aufzumachen, scheint es.

    Müssen die Pfeiffers privat mit dieser Abhängigkeit leben? Im Moment: ja. Nicht nur aus Bequemlichkeit — auch aus Kostengründen und weil das Ökosystem funktioniert, weil die Integration zwischen Energieanlage, Fahrzeug und Haus tatsächlich einen realen Mehrwert liefert, und weil die Alternative kein einzelnes neues Gerät wäre, sondern ein vollständiger Systemumbau.

    Das ist der eigentliche Coup, den Apple in fünfzig Jahren gelandet hat. Nicht das iPhone. Nicht der Mac. Sondern die Tatsache, dass Apple seinen Kunden das Wechseln abgewöhnt hat — nicht durch Zwang, sondern weil das Zusammenspiel einfach funktioniert. Harms nennt das den „vergoldeten Käfig“. Wir leben darin, mit unserer Heizungssteuerung, unserer PV-Anlage und unserem Auto. Und auch auf meine Apple Watch möchte ich eigentlich nicht verzichten.

    Kleine Ausstiegsschritte statt Maximalforderungen

    Was also tun oder habe ich getan? In vielen Bereichen nutze ich bewusst keine Apple- oder Microsoft-Produkte: Office, Mail und Kalender liegen bei mailbox.org. Ich denke über Nextcloud nach. Mal schauen. Ist das perfekt? Nein, natürlich nicht, aber es sind mögliche Schritte, die ich gegangen bin. „Genau dort spielt sich die eigentliche Debatte ab – irgendwo zwischen pragmatischen Kompromissen und kleinen Ausstiegsschritten“, habe ich geschrieben, als ich Artikel von Mike Kuketz kommentiert habe: „Fortschritt entsteht selten durch Maximalforderungen, sondern durch realistische Schritte, die im Alltag funktionieren – und durch eine Kommunikation, die erklärt, statt zu urteilen“.

    Also happy Birthday, Apple. Ich gratuliere euch — und hoffe, dass durch den Druck der EU mehr Wahlmöglichkeiten geschaffen und wir Schritt für Schritt etwas unabhängiger werden können.

    Digital Independence Day: Am 5. April den nächsten Schritt wagen

    Wer jetzt nicht nur nicken, sondern auch handeln will, dem sei ein konkreter Termin empfohlen: Am 5. April findet der nächste Digital Independence Day (DI.DAY) statt — und der ist kein einmaliges Ereignis. Der DI.DAY findet an jedem ersten Sonntag im Monat statt und wird von einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis getragen.

    Einmal im Monat lädt der DI.DAY dazu ein, schrittweise zu demokratiefreundlichen digitalen Alternativen zu wechseln und digitale Abhängigkeiten abzubauen. Auf der zentralen Website di.day gibt es dafür sogenannte Wechselrezepte — einfache Anleitungen, mit denen Menschen etwa von Gmail zu Posteo, von WhatsApp zu Signal oder von Chrome zu Firefox wechseln können.

    Und ja, ich weiß: Wer seine PV-Anlage und seine Heizkörper über Apple Home steuert, wird den Wechsel nicht an einem Sonntag vollziehen. Aber vielleicht ist der Messenger ein Anfang.

    #Apple #Cloud #Datenschutz #DiDay #DigitaleSouveränität #Digitalisierung #EAuto #EU #Europa #Facebook #Google #iPhone #Ladelust #Mobile #OpenSource #SmartHome #WhatsApp
  13. 6 Wochen ohne Auto - meine Erfahrungen in #Darmstadt mit #ÖPNV #Ladelust

    Darmstadt, Eberstadt: Hier funktioniert Nahverkehr richtig gut – fast.
    Die Tram fährt, die Bahn… eher, wenn sie will.
    Sechs Wochen ohne Auto haben gezeigt: Zentrale Lage ist Freiheit.
    #Ladelust #LaLeLu #EAuto #ÖPNV #Darmstadt

    Das ganze Experiment – jetzt auf meinem Blog stefanpfeiffer.blog!

    youtube.com/shorts/1SQUbOuonLc

  14. Sechs Wochen ohne Auto – und? Kein Drama. In Eberstadt fährt die Tram, Book-n-drive steht um die Ecke, und selbst der Weg nach Frankfurt klappt (meistens). Nur die Bahn bleibt das bekannte Glücksspiel. Jetzt ist der ID.3 da – mal sehen, wie alltagstauglich er wirklich ist.
    #EAuto #ÖPNV #Ladelust

    stefanpfeiffer.blog/2025/11/09

  15. 22 Garagen.
    17 Eigentümer.
    2½ Jahre Bürokratie.
    Dann kamen Christian – der Organisator –
    und Jürgen – der Elektroingenieur mit Nerven wie Kupferkabel.
    Heute: 25 Cent pro kWh beim Laden im Garagenhof.
    #60Sekunden #Ladelust #EAuto #Energiewende #9vor9 #Podcast
    youtube.com/shorts/CaOiBzl1ZQM

  16. 22 Garagen, 17 Eigentümer, 2½ Jahre Arbeit – und endlich fließt der Strom. In Erlangen haben Christian Buggisch und Jürgen Gaukler vorgemacht, wie Nachbarn gemeinsam einen Garagenhof elektrifizieren. Wir sprechen mit ihnen bei #9vor9 #Ladelust.

    stefanpfeiffer.blog/2025/11/05

  17. Öffentlicher Nahverkehr, Heinerliner oder doch Carsharing? Mein erster Carsharing-Test mit Book-n-Drive: erst super easy, dann die Überraschung – plötzlich ein anderes Auto, 5 km entfernt! 😅Manchmal top, manchmal flop – aber spannend bleibt’s. 💸Mehr dazu im Praxistest in vier Wochen – bleibt dran und abonniert #LadeLust ⚡️
    #Carsharing #Darmstadt #Mobilität #Book-n-Drive #ÖPNV #EAuto #Stadtverkehr #Alltagstest #LadeLust #Verkehrswende #Erfahrungsbericht youtube.com/shorts/4raqmobYCT4

  18. Öffentlicher Nahverkehr, Heinerliner oder doch Carsharing? Mein erster Carsharing-Test mit Book-n-Drive: erst super easy, dann die Überraschung – plötzlich ein anderes Auto, 5 km entfernt! 😅Manchmal top, manchmal flop – aber spannend bleibt’s. Ein erster Preisvergleich zeigt: Carsharing, Heinerliner oder Bahn – preislich gar nicht so weit auseinander #LadeLust ⚡️
    #Darmstadt #Mobilität #Heinerliner #Book-n-Drive #Video #
    youtube.com/shorts/4raqmobYCT4

  19. Nahverkehr, HeinerLiner oder Carsharing? #Ladelust

    Mobilität im Alltag ohne eigenes Auto: Carsharing, ÖPNV und der HeinerLiner ersetzen unseren ID.3, der erst in vier Wochen kommt – hoffentlich. Eine erste Fahrt mit Book-n-drive in Darmstadt war beeindruckend einfach, die Umbuchung meines Wagens für Donnerstag ein Flop.#Ladelust #Darmstadt

    stefanpfeiffer.blog/2025/09/24

  20. Die Bundesnetzagentur will private Heimspeicher ins Spiel bringen – 19 GWh lagern schon in Kellern, 80 GWh in E-Autos. Doch alte Gesetze bremsen Bürger, Netzentgelte blockieren fairen Zugang. Die Speicher sind da, nur die überlastete Regeln und Bürokratie blockieren Fortschritt. Bei #Ladelust haben wir es diskutiert, @larasbas ...
    #Batteriespeicher: Private Heimspeicher fangen Dunkelflaute und Stromspitzen ab - #Golem golem.de/news/batteriespeicher

  21. #EAuto wird wohl erst in 4 Wochen geliefert. Ich werde versuchen, die Zeit bis dahin u.a. mit #CarSharing überbrücken. Die erste Erfahrung heute mit book-n-drive war schon mal sehr positiv. Blogbeitrag kommt nach 4 Wochen und das wäre dann auch mal ein Thema für #Ladelust bei #9vor9, @larsbas
    book-n-drive.de/so-funktionier

  22. Wie bringt man Solarstrom, Wärmepumpe und E-Auto unter einen Hut, ohne dass einem der Kopf raucht? Wer Solarstrom effizient für Haushalt, Wärmepumpe und E-Auto nutzen will, merkt schnell: Theorie und Praxis klaffen weit auseinander. Unser Gespräch mit Thomas Wedel und eigene Erfahrungen zeigen, wie sich Routine, Technik und Alltagslogik verbinden – und wie viel Experimentiergeist gefragt ist. #Ladelust stefanpfeiffer.blog/2025/09/21

  23. Wie bringt man Solarstrom, Wärmepumpe und E-Auto unter einen Hut, ohne dass einem der Kopf raucht?
    Die Energiezukunft beginnt zuhause: Solaranlage aufs Dach, Speicher in den Keller, E-Auto vor die Tür. Doch wie bringt man all diese Komponenten ins richtige Zusammenspiel? Unser Gespräch mit Thomas Wedel zwischen App-Chaos, Stromtarifen und Alltagsrealität zeigt sich: Es ist komplizierter – aber auch spannender – als gedacht. #Ladelust #Energiewende

    stefanpfeiffer.blog/2025/09/21

  24. Wie bringt man Solarstrom, Wärmepumpe und E-Auto unter einen Hut, ohne dass einem der Kopf raucht?

    Wie gelingt es, Strom aus der eigenen Solaranlage effizient zu nutzen – für Haushalt, Wärmepumpe und Elektroauto? Darüber haben Lars und ich in unserem Podcast #9vor9 mit Thomas Wedel in unserer Serie Ladelust gesprochen. Thomas ist seit drei Jahren in der Praxis unterwegs, hat viel ausprobiert und weiß, wo Chancen und Fallstricke liegen. Ich konnte dabei auch meine ganz eigenen Erfahrungen einbringen – und die zeigen, wie unterschiedlich die Realität aussehen kann.

    https://youtu.be/mCUtDJKLx5Y

    Fünf Parameter – oder das kleine Energie-Orchestrierungs-Chaos

    Bei Thomas fing alles harmlos an: erst die Wärmepumpe, dann die Solaranlage. Später kam ein Batteriespeicher dazu, eine Wallbox und schließlich das E-Auto. Und weil es noch nicht kompliziert genug war, hat er sich auch noch einen dynamischen Stromtarif gegönnt.

    „Damit habe ich im Prinzip fünf Parameter – vier Geräte plus Tarif – die ich gleichzeitig optimieren müsste. Rein mathematisch ist das ein Ding der Unmöglichkeit“, lacht er. Also: nicht optimieren, sondern experimentieren. Das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Homogen und einfach ist anders …

    Mögliche Komponenten einer PV-Anlage

    1. Wärmepumpe
    2. Photovoltaikanlage
    3. Batteriespeicher
    4. Wallbox/E-Auto
    5. dynamischer Stromtarif

    Kosten sparen? Autark sein? Nö, Ehefrau happy machen

    Thomas spielt allerdings auch mit 25 kWp PV-Leistung auf dem Dach, 40 kWh Speicher im Keller und E-Auto und Wärmepumpe in der Champions League der Energiewende mit Solarstrom. Dagegen sind wir mit 24 Panels (ca. 10 kWp) und 10 kWh Speicher eher in der Regionalliga unterwegs.

    Für uns scheint das – so die Erfahrungen bisher – zu reichen. Unser oder mein Ziel ist es – wie es sich für einen braven Ehemann gehört – meine Frau glücklich zu machen: Sie soll ohne Probleme täglich mit dem E-Auto nach Frankfurt zur Schirn pendeln können, sprich die rund 100 Kilometer am Tag ohne Ladestress auch im Winter bewältigen können. Es gibt also jenseits der im Podcast diskutierten Zielsetzungen Kosteneinsparungen oder Autarkie durch Solarstrom noch eine weitere mögliche Prämisse, zumindest für mich.

    Strom laden will gelernt sein

    Beim E-Auto gilt laut Thomas: alte Tankgewohnheiten über Bord werfen. Statt „volltanken und vergessen“ heißt es jetzt: lieber öfter kleine Portionen, am besten direkt mit Solarstrom. Thomas erklärt: „Wenn ich erst den Speicher lade und dann das Auto, habe ich doppelte Verluste. Effizienter ist es, wenn das Auto direkt an der Sonne hängt.“ Klingt logisch – bis die Realität zuschlägt: Wolken, Wärmepumpe, Trockner, schwankende Leistung. Plötzlich zapft das Auto Dach, Batterie und Netz gleichzeitig an. Willkommen im echten Leben. Und dem Physiker wird fast übel, wenn er an die Energieverluste beim Laden und Entladen von der Batterie ins Auto denkt.

    Ich bin auf den Winter gespannt, wenn eben nicht mehr so oft die Sonne scheint und Gaga (Göttergattin) trotzdem problemlos mit vorgewärmtem Lenkrad und angenehm temperiertem ID.3 nach Frankfurt fahren will. Die Voraussetzungen sollten eigentlich da sein, aber zur Realität gehört auch, dass ich derzeit drei verschiedene Apps oder Anwendungen bediene.

    Apps, Apps und Apps

    Für das E-Auto relevant ist die App von Cupra beziehungsweise von VW, wo ich beispielsweise vorgeben kann, dass das E-Auto auch mal auf 100 Prozent geladen werden soll, da beispielsweise eine längere Strecke ansteht. Mein Keba-Wallbox wird über die Keba-App gesteuert, die Überschussladen unterstützt, sodass möglichst Solarstrom ins Auto geladen wird. Die Keba-App ist für das Laden des E-Autos Chefin und übertrumpft die Auto-App. Und schließlich steuere ich die Solaranlage und Batterie noch mit einer separaten Anwendung, über die ich auch die Leistungsdaten, beispielsweise wie viel Strom generiert wurde, erhalte.

    Die eine umfassende App gibt es also nicht. Ein weiteres Learning aus meiner Praxis: Man muss selbst viel ausprobieren, da viele der Handwerker meist nur einen Teil einer solchen Anlage beherrschen (von Software gar nicht zu reden). Online-Portale und KI-Tools wie ChatGPT haben mir geholfen, die hoffentlich richtigen Einstellungen und Ladestrategien für Sommer und Winter zu finden. In der Praxis wird es sich zeigen.

    Thomas nickte zustimmend: Auch er kennt die Stolperfallen, wenn Wallbox, PV-Anlage, Speicher und Auto nicht perfekt zusammenspielen. Und er gibt sich nicht zufrieden: Mit Open-Source-Lösungen wie evcc will er die einzelnen Komponenten künftig noch smarter aufeinander abstimmen. Ich habe das Gefühl, dass man dafür aber wirklich ein Nerd wie Thomas sein muss, um ein solches System ans Laufen zu bringen. Gerade für die integrierte Steuerung solcher Systeme, wie sie Thomas oder ich betreiben, würde ich mir kompetente Dienstleister wünschen, die unterstützen. Gut, Thomas ist im Unruhestand und kann Zeit ins Experimentieren investieren …

    Winterblues und Sommerüberschuss

    Jenseits des E-Autos: Natürlich möchten wir auch einen großen Teil des Energieverbrauchs unserer Elektrogeräte in der Wohnung mit Solarstrom abdecken können. Im Sommer scheint das zu gelingen, auf die Erfahrungen im Winter bin ich gespannt. Für mich bedeutet das: ein spürbarer Schritt in Richtung Autarkie, aber nicht die 100 % Unabhängigkeit, die Thomas im Sommer erreicht.
    Der Unterschied zeigt, wie stark die Dimensionierung die Ergebnisse beeinflusst – und dass sich jeder genau überlegen muss, welche Investitionen wirklich Sinn ergeben.

    Im Sommer läuft’s also wie am Schnürchen: Thomas ist von April bis Oktober 100 % autark. Im Winter dagegen werden die Speicher von Thomas kaum voll, der Eigenanteil sinkt auf 20–25 %. Unterm Strich bleibt er über das Jahr bei rund 50–55 % Autarkie – und damit immer noch ein starkes Ergebnis. Wir sind natürlich auf unsere Zahlen im ersten Winter mit PV-Anlage und E-Auto gespannt.

    Dynamische Stromtarife – mehr Hype als Hilfe?

    Thomas hat den Selbstversuch gewagt und ist auf einen dynamischen Stromtarif umgestiegen – etwas, was wir nicht im Einsatz haben. Seine Erwartung: Strom dann nutzen, wenn er besonders günstig ist – im Sommer tagsüber oder in seltenen Stunden sogar mit negativen Preisen. Die Realität sah nüchterner aus. Vor allem im Winter, wenn die Wärmepumpe fast durchgehend läuft, waren die Preise oft höher als im Fixmodell. „Nach einem Jahr habe ich unterm Strich mehr bezahlt als mit einem festen Tarif“, so sein Fazit. Für ihn bleibt der dynamische Tarif ein spannendes Experiment, vor allem in Kombination mit dem E-Auto – aber sicher kein Allheilmittel für jedermann.

    Fazit: Viel Aufwand, viel Gewinn?

    Das Gespräch zeigte, wie wichtig zuverlässige Handwerker und gute Planung sind. Auch wenn moderne Systeme technisch ausgereift erscheinen, sind im Alltag Anpassungen, Recherche und eigenes Ausprobieren notwendig – etwa bei der Softwareanbindung zwischen Wallbox, PV-Anlage und Speicher. In puncto Rentabilität ergaben die Erfahrungen, dass sich eine Anlage nach zehn bis zwanzig Jahren amortisieren kann, abhängig vom Nutzerverhalten, der Strompreisentwicklung und der gewählten Technik.

    Thomas sagt klar: Er würde es jederzeit wieder machen. Autarkie, weniger Kosten, kleiner CO₂-Fußabdruck – das Ergebnis lohnt sich seiner Meinung nach.
    Und ich? Ich sehe das genauso, aber eben mit besonderem Fokus auf den Aspekt E-Auto. Ja, man muss tüfteln, ausprobieren, auch fluchen. Aber es macht Spaß, und es fühlt sich gut an, wenn man den eigenen Strom vom Dach ins Auto und in die Wohnung bringt. Den Spaß lassen wir uns auch von Frau Reiche nicht verderben.

    👉 Wer in die eigene Energiewende startet, sollte Geduld, Neugier und ein bisschen Humor mitbringen. Dann kann aus dem Zusammenspiel aller Energiekomponenten auch eine Erfolgsgeschichte werden.

    Praxis-Tipps

    • Dach statt Speicher, meint Thomas: Erst so viele Panels wie möglich, Speicher kann man nachrüsten.
    • Klein anfangen: Erfahrungen sammeln, dann erweitern.
    • Software im Blick behalten: Jede Komponente bringt ihre eigene App mit. Wer glaubt, die harmonieren perfekt, glaubt auch noch an den Weihnachtsmann.

    https://9vor9.podigee.io/184-effiziente-nutzung-solarenergie

    #9vor9 #App #EAuto #Energiemanagement #Ladelust #Podcast #PVAnlage #Software #Solarenergie #Stromtarif #Wallbox #Wärmepumpe

  25. Nach dem Urlaub kommt der Realitätscheck: @larsbas und ich sind mit frischem Elan aus der Sommerpause zurück. #9vor9 lebt – wir bringen die #Ladelust unter die Leute. Lars läutet das Ende der Pause ein, mit seinen Erfahrungen im E-Auto-Urlaub. Ich gebe wie immer meinen Senf dazu. #EAuto

    stefanpfeiffer.blog/2025/08/08

  26. Digitaler Stillstand beim Cupra Born: Die MyCupra-App funktioniert nicht, das Infotainment ist offline, die Werkstätten sind überlastet. Als ich schon den Austausch vorbereitet hatte, ging alles plötzlich wieder. Warum Cupra nicht offen mit IT-Problemen umgeht, bleibt für mich ein Ärgernis #Ladelust

    stefanpfeiffer.blog/2025/06/25

  27. Offline und Werkstatt-Wirrwarr: Mein Erfahrungsbericht mit dem Cupra Born #Ladelust

    Vergangene Woche habe ich noch berichtet, dass mein derzeitiger Wagen, ein Cupra Born, seit dem 12. Juni nicht mehr online erreichbar war, weder über die MyCupra-App auf dem iPhone noch direkt aus dem Wagen über das Infotainment-System. Da ich bei zwei Cupra-Werkstätten keinen zeitnahen Termin bekam, hatte ich bereits den Austausch des Wagens, den ich seit einigen Monaten abonniert habe, in die Wege geleitet. (Beide Cupra-Vertragswerkstätten waren nicht sehr responsiv und wollten mich erst nach 2 bis 3 Wochen dran nehmen.)

    Am Freitag, als ich in den Wagen steige, sehe ich nach 8 Tagen Stillstand plötzlich wieder meinen Avatar im Infotainment. Und ich kann mich mit den Cupra-Servern verbinden. Bin ich etwa wieder online? Schnell mal die App auf dem iPhone deinstalliert und siehe da: alles funktioniert wieder. Meine Vermutung, dass Cupra Server- und Verbindungsprobleme hat, scheint sich zu bestätigen. Darauf hatte ich in meiner ersten E-Mail an Cupra bereits getippt.

    Stattdessen bekam ich dubiose Anweisungen, was man tun könne, bis zum kompletten Reset der Software des Wagens. Sollten oder können Unternehmen nicht stattdessen einfach zugeben, wenn sie selbst IT-Probleme haben? Das geht. Man kann über seinen Schatten springen, und es tut nicht weh. Buffer, der Hersteller gleichnamiger Tools zum Social Media-Management, tut das. Die melden proaktiv Probleme, wenn etwas gerade nicht funktioniert. Bei Cupra oder anderen Anbietern hat man wahrscheinlich die Hosen voll vor Regressansprüchen.

    Meine Schlussfolgerung: Cupra werde ich nicht nochmals fahren, weil der Support mies ist und weil die Werkstätten nicht in der Lage sind, zumindest einen Termin zeitnah zu vereinbaren und sich erst viele Tage später melden. Mag bei anderen Anbietern ebenso sein. Trotzdem: Ich gehe nach Ablauf des Vertrages wieder zum Händler meines Vertrauens um die Ecke, der uns seit mehr als 20 Jahren kennt. Und ich gebe schweren Herzens zu: Meine Frau hatte recht. Mir hat der Cupra optisch besser gefallen, aber wir fahren dann halt wieder Volkswagen, die Marke, die keine 500 Meter weit weg von unserer Werkstatt, dem Autohaus Pullmann, unterstützt wird. Immerhin ist man dort auch Batteriekompetenzzentrum.

    Probleme mit der Software – auch beim Cupra Born (die ursprüngliche Nachricht)

    Doch was beschäftigt mich in den vergangenen Tagen? Derzeit ärgere ich mich über die Software des Cupra Born, den ich für einige Monate abonniert habe, bevor unser ID.3 hoffentlich zum angekündigten Termin geliefert wird. Seit Donnerstag zeigt meine App den Wagen als offline an, im Infotainment-System des Born kann ich den Wagen nicht auf Werkseinstellungen zurücksetzen, und nun warte ich auf den Cupra-Support. Der Wagen fährt, aber es fehlen halt einige Funktionen. Zeigt mal wieder, wie abhängig wir überall von Software sind.

    #Cupra #EAuto #Kundendienst #Ladelust #Service #Support

  28. Strom statt Sprit: Wie Lars und ich die E-Mobilität erleben und was die neue Regierung plant #9vor9

    Seit Anfang April bin auch ich auf ein E-Auto umgestiegen, während @larsbas bereits seit zwei Jahren Erfahrungen sammelt. Bei #9vor9 diskutieren wir über die Höhen und Tiefen des E-Auto-Alltags. Zusätzlich nehmen wir den den 8-Punkte-Plan der neuen Regierung zur E-Mobilität unter die Lupe. #Ladelust

    stefanpfeiffer.blog/2025/04/28

  29. Die Elektromobilität hält bei uns Einzug: Mit einem Cupra Born starten wir unsere Reise in die Welt der Elektromobilität. Warum Gebrauchtwagen keine Option waren, wie Leasing überzeugt hat und was das Auto-Abo bietet ... #EAuto #Ladelust #Finanzierung

    stefanpfeiffer.blog/2025/04/01

  30. Die große Ladehemmung
    Die Tarifstruktur an E-Auto-Ladesäulen entwickelt sich besorgniserregend: Günstige Strompreise gibt's oft nur mit teuren Verträgen bei einzelnen Anbietern. Das führt zur Oligopolbildung - wenige Große dominieren den Markt. Beispiel EnBW: 39 Cent/kWh, aber nur mit 17,99€ Monatsbeitrag. Bei Fremdanbietern verlangt EnBW bis zu 89 Cent/kWh. Die Politik schaut zu. @heiseonline

    Thema für #9vor9 #Ladelust @larsbas ! Suche den Ladefuchs
    heise.de/hintergrund/Tarifstru

  31. "Diesel-Dieter ist entspannter als Elektro-Lars" - aber stimmt das? Im #Ladelust Podcast sprechen @larsbas und ich über Reichweitenangst, die sich als irrational herausstellt. 240-400km je nach Jahreszeit sind real. Während Rechte & Klimaleugner Stimmung gegen E-Autos machen, zeigt die Praxis: Der Umstieg ist machbar. Die wahre Hürde sind die Preise, auch bei Gebrauchtwagen. #EAuto #Mobilitätswende stefanpfeiffer.blog/2025/02/02

  32. Reichweitenangst vs. Realität: Ein ID.3 (62 kWh) schafft im Winter 240km, im Sommer 400km. Für 90% der Fahrten reicht das völlig. Was wir brauchen: faire Preise für Neu- und Gebrauchtwagen sowie eine bessere Ladeinfrastruktur. #EAuto - #Ladelust Podcast mit @larsbas und mir buff.ly/3WKh6VI

  33. E-Auto: Gebraucht kaufen oder leasen? Zwischen Preisschock und Leasing-Angebot

    Während Politik und Medien über Förderstopps debattieren, kämpfen Verbraucher mit realen Fragen. Wie viel Reichweite braucht man wirklich? Sind 35.000 € für einen gebrauchten ID.3 Pro S gerechtfertigt? Und lohnt sich Leasing angesichts von VWs Kampagne ‚Drive electric – dive ID.3‘? Sommerreichweiten von 400 km vs. 240 km bei Frost. Das und mehr im #Ladelust-Podcast… #EAuto

    stefanpfeiffer.blog/2025/02/02

  34. Und bei der Frage 5 von @larsbas und mir geht es um die Kohle.

    Mit welchem Preisnachlasse zum Neupreis (prozentual) sollten wir bei einem E-Auto, frühestens 2023 zugelassen, maximal 20.00 KM gelaufen, in etwa rechnen?

    Oft gibt es signifikante Rabatte auf einen Neuwagen (z.B. gestern beim lokalen Cupra-Händler)

    Zur Auswahl stehen derzeit VW ID.3 und Cupra Born.

    #EAuto #9vor9 #Ladelust

  35. Weiter geht es mit Frage 4 von @larsbas und mir:

    Wir haben eine #PVAnlage auf dem Dach und einen Batteriespeicher im Keller, können darüber laden.

    Brauchen wir da noch einen Ladetarif mit Grundgebühr oder kommen wir für gelegentliche Langstrecken mit einem Ladetarif ohne Grundgebühr aus?

    #EAuto #9vor9 #Ladelust

  36. Und nun Frage 3 von @larsbas und mir zur Batterie:

    Sollte man die Batterie unabhängig testen lassen? "Den State of Health" (SoH) der Batterie prüfen.

    Wie wichtig ist die Garantie auf die Batterie?

    #EAuto #Ladelust #9vor9