#bloggen — Public Fediverse posts
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KI beim Texten: Ghostwriter oder hilfreicher Sparringspartnerin
Über die KI-Kennzeichnungspflicht und ihre Lücken habe ich bereits geschrieben. Viele schauen dabei auf Fake Videos und massenhaft produzierte Inhalte für Social Media. Nicht ganz so heiß wird diskutiert, was andernorts passiert: Texte. Reden, Marketingtexte, ganze Kampagnen entstehen längst mit KI-Unterstützung, meist ohne dass es offengelegt wird. Wie KI gar nicht mehr so heimlich die Sprache der Macht und der Wirtschaft formt, und was es stattdessen bräuchte: eine Auseinandersetzung mit dem Thema.
Reden, Romane, Redenschreiber: Wenn KI die Autorschaft übernimmt
Während bei Bildern oft gestritten wird, bleibt bei Texten vieles im Verborgenen – dafür sorgt die Ausnahmeklausel für redaktionell geprüfte Inhalte gleich mit. Der Ökonom Georg Weizsäcker hat in der FAZ argumentiert, warum es eben doch einen Unterschied macht, wer eine Rede schreibt: Als bekannt wurde, dass Thüringens CDU-Politiker Mario Voigt seine Gedenkrede zum Befreiungstag zweier Konzentrationslager mit KI-Unterstützung verfasst hatte, war die Empörung groß, während bei Digitalminister Karsten Wildberger, der offen KI in seine Reden einbaut, kaum jemand mit der Wimper zuckte. Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern in der Intention: Bei einer Holocaust-Gedenkrede erwartet „das Publikum“, dass sich jemand die Mühe des Nachdenkens tatsächlich gemacht hat. Eine aus meiner Sicht durchaus fragwürdige Argumentationskette.
Eine andere Position bezieht der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache, der die Reden der DAX-Vorstände jährlich prämiert. Verbandspräsident Peter Sprong winkt bei der Frage nach einer Kennzeichnungspflicht ab und bringt es auf den Punkt: „Das Verwenden der KI ist kein Zeichen geistiger Faulheit.“ In naher Zukunft, sagt er voraus, werde ohnehin niemand mehr ehrlich behaupten können, ein Text sei komplett ohne KI entstanden. Das ist bemerkenswert offen. Sollten wir also auf die KI-Kennzeichnungspflicht verzichten?
Die menschliche Erfahrung und die Literatur
Was aus seiner Sicht auf dem Spiel steht, bringt der Literaturwissenschaftler Wolfgang Matz auf den Punkt. Er widerspricht dem Leipziger Literaturprofessor Erik Schilling. Auch Menschen zitieren laut Schilling falsch und machen Fehler. Entscheidend sei nicht, wer einen Text schreibt, sondern wer ihn autorisiert und mit seinem Namen für dessen Qualität einsteht. Ein von einer KI geschriebener Romane können durchaus ebenbürtig sein. Matz‘ Gegenthese: Literatur lebt von Erfahrung, die ein Mensch gemacht und weitergegeben hat. Maschinen machen keine Erfahrungen, sie simulieren sie nur.
Ganz falsch ist das nicht. Aber es greift zu kurz, denn es macht einen Unterschied, wie jemand mit der KI arbeitet. Wer einen Text iterativ erarbeitet, immer wieder nachfragt, Fakten prüft, selbst redigiert und am Ende mit seinem Namen dafür geradesteht, hat mit dem Fall eines Voigt nichts gemein. Die Erfahrung, die Matz vermisst, steckt dann weiterhin im Text – nur im Umgang mit dem Werkzeug, nicht in jedem einzelnen Wort.
Entscheidend ist nicht, ob KI mitgeschrieben hat, sondern ob jemand Verantwortung übernimmt und das offen sagt. Wer so arbeitet, gehört nicht in denselben Topf wie Fake News und Fake Bilder. Genau diese Ehrlichkeit aber fordert das Gesetz nicht ein: Die Ausnahme für redaktionell geprüfte Texte ist so weit gefasst, dass es jedem selbst überlassen bleibt, ob er seine KI-Nutzung offenlegt – oder sie, wie Voigt, lieber verschweigt. Ich habe es in meinem Blog generell kenntlich gemacht und schreibe es jetzt auch meist unter meine Beiträge.
Nicht jeder zieht daraus dieselbe Konsequenz. Christian Buggisch etwa hält es strenger und schreibt in eigener Sache: „Als Blogger habe ich mich selbst dazu verpflichtet, euch gegenüber ehrlich zu sein und zu sagen, ob ein Text oder ein Bild mit Hilfe von KI entstanden ist (Spoiler: Text nie, Bild gelegentlich).“ Auch Christian Stöcker, Professor für Digitale Kommunikation an der HAW Hamburg, ermahnt seine Schüler immer wieder, auch ohne KI zu schreiben. Diese Haltung respektiere ich, sie ist in sich konsequent. Ich selbst arbeite unter den oben beschriebenen Prämissen anders: iterativ, mit KI auch am Text, aber offen benannt, wofür und wie.
Marketingabteilungen: Mehr Content, weniger Wirkung
Weizsäcker und die Redenschreiber liefern das Beispiel aus der Politik, Prof. Dr. Gerald Lembke liefert es aus der Wirtschaft. In den Marketingabteilungen, mit denen er arbeitet, sei KI längst Alltag: Texte, Bildmotive, Kampagnenideen, Reportings, Social-Posts entstehen heute im Akkord, ein Team, das früher acht Posts pro Woche schaffte, schafft jetzt dreißig. Trotzdem hört Lembke in fast jedem Gespräch denselben Satz: Wir produzieren immer mehr – aber immer mehr KI-Brei: glatt, korrekt, austauschbar. Die Markenstimme verdünnt sich mit jedem Durchlauf, die Datenbasis für echte Entscheidungen fehlt oft, und weil niemand mehr mitmisst, verliert sich aus dem Blick, was von alledem überhaupt Wirkung erzeugt.
Wie sieht also ein verantwortungsvoller Umgang mit KI aus? Der Wissenschaftsblogger Stefan A. K. Weichelt hat seine eigene Arbeitsweise offengelegt, und sie ist so unspektakulär wie lehrreich: Er lässt sich von KI-Systemen nicht die Antwort liefern, sondern nur die Fundstelle, samt Seitenzahl zum Nachlesen im Original. Er schickt dieselbe Frage bewusst an mehrere Modelle gleichzeitig, weil im Widerspruch zwischen den Antworten meist der eigentliche Streitpunkt eines Themas steckt. Und er prüft jede einzelne Quelle selbst nach, weil KI-Systeme erfundene Quellenangaben mit derselben Überzeugungskraft präsentieren wie echte. Verantwortung wird hier nicht behauptet, sondern praktiziert.
Zur gleichen Ehrlichkeit gehört aber auch, wie wir über die Werkzeuge selbst sprechen. Genau darauf zielt ein Beitrag auf mkln.org, der sich auf die Sprachforscherinnen Emily Bender und Nanna Inie beruft: Wer schreibt, ChatGPT „meine“ etwas oder Claude „behaupte“ etwas, erschafft sprachlich ein Gegenüber, das es gar nicht gibt – und verschiebt damit unbemerkt die Verantwortung von den Menschen, die ein System bauen, einsetzen und seine Ausgaben prüfen, auf eine imaginäre Maschinen-Persönlichkeit.
KI als Sparringspartnerin, nie als Autopilot
Beide Texte zusammen ergeben die eigentliche Pointe: Echte Transparenz beginnt nicht bei einem Label, das im Nachhinein irgendwo klein in der Ecke klebt. Sie beginnt bei der Art, wie wir während der Arbeit mit einer KI über sie sprechen und wie ernst wir die Prüfung ihrer Antworten nehmen. Genau das lässt sich nicht verordnen. Aber es lässt sich vorleben – und genau daran sollte sich messen lassen, wer KI nutzt, ob als Blogger, Redenschreiber oder Kampagnenmacher.
Ich kann verstehen und akzeptieren, dass Blogger wie Christian Buggisch den Einsatz von KI beim Texten ablehnen. Ich kann verstehen, dass an machen Stellen standardisierbare Nachrichten von der Börse oder Fußballergebnisse durch KI erstellt werden. Ich kann aber auch verstehen, dass man komplexeren Texten, Studien oder Prosa misstraut, die rein durch KI erstellt und nicht zumindest von Menschen überprüft, besser redigiert und überarbeitet wurden. Letzteres geht einfach nicht.
Trotzdem mein Plädoyer zum Schluss: KI ist ein Werkzeug, das sich längst durchgesetzt hat, wie einst die Schreibmaschine, wie die Textverarbeitung – nur mit weitaus weitreichenderen Folgen. Aufhalten lässt sie sich nicht, das ist müßig zu diskutieren. Also gilt: KI bewusst einsetzen, aber nicht an sie als Person oder Persönlichkeit oder als perfekte Texterin glauben. Jedes Ergebnis mehrmals Korrektur lesen, Fakten prüfen und nochmals prüfen. Und trotzdem die Chancen nutzen: die KI als Sparringspartnerin nutzen, Ideen hinein werfen, entwickeln, weiterdenken. Aus meiner Erfahrung kann Generative Künstliche Intelligenz hier wirklich helfen, fehlerfreiere, bessere Text, Reden und Manuskripte zu erstellen. Wer KI als Werkzeug und nicht als gottgegeben oder Altman-gegeben ansieht, der kann großen Nutzen daraus ziehen.
Quellen
KI schreibt für mich – Reden, Bücher, Texte
- Georg Weizsäcker (FAZ): Wie effizient sind Politikerreden mit KI?
- Erik Schilling (FAZ): Debatte um KI-Nutzung: Diesen Text hat ein Mensch geschrieben. Na und?
- Tillmann Neuscheler (FAZ): DAX-Chefs überzeugen – Redenschreiber loben Wirtschaftsrhetorik
- Wolfgang Matz (FAZ): Besser als der Mensch? Warum KI-Romane völlig wertlos sind
- Christian Buggisch: Über diesen Blog (Selbstverpflichtung zur KI-Kennzeichnung)
Marketingabteilungen: Mehr Content, weniger Wirkung
KI als Sparringspartnerin
- Stefan A. K. Weichelt: Wie ich früher recherchiert habe und wie ich es heute mache
- mkln.org: Über KI sprechen – wenn sprachliche Bequemlichkeit eine Illusion erzeugt
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KI beim Texten: Ghostwriter oder hilfreicher Sparringspartnerin
Über die KI-Kennzeichnungspflicht und ihre Lücken habe ich bereits geschrieben. Viele schauen dabei auf Fake Videos und massenhaft produzierte Inhalte für Social Media. Nicht ganz so heiß wird diskutiert, was andernorts passiert: Texte. Reden, Marketingtexte, ganze Kampagnen entstehen längst mit KI-Unterstützung, meist ohne dass es offengelegt wird. Wie KI gar nicht mehr so heimlich die Sprache der Macht und der Wirtschaft formt, und was es stattdessen bräuchte: eine Auseinandersetzung mit dem Thema.
Reden, Romane, Redenschreiber: Wenn KI die Autorschaft übernimmt
Während bei Bildern oft gestritten wird, bleibt bei Texten vieles im Verborgenen – dafür sorgt die Ausnahmeklausel für redaktionell geprüfte Inhalte gleich mit. Der Ökonom Georg Weizsäcker hat in der FAZ argumentiert, warum es eben doch einen Unterschied macht, wer eine Rede schreibt: Als bekannt wurde, dass Thüringens CDU-Politiker Mario Voigt seine Gedenkrede zum Befreiungstag zweier Konzentrationslager mit KI-Unterstützung verfasst hatte, war die Empörung groß, während bei Digitalminister Karsten Wildberger, der offen KI in seine Reden einbaut, kaum jemand mit der Wimper zuckte. Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern in der Intention: Bei einer Holocaust-Gedenkrede erwartet „das Publikum“, dass sich jemand die Mühe des Nachdenkens tatsächlich gemacht hat. Eine aus meiner Sicht durchaus fragwürdige Argumentationskette.
Eine andere Position bezieht der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache, der die Reden der DAX-Vorstände jährlich prämiert. Verbandspräsident Peter Sprong winkt bei der Frage nach einer Kennzeichnungspflicht ab und bringt es auf den Punkt: „Das Verwenden der KI ist kein Zeichen geistiger Faulheit.“ In naher Zukunft, sagt er voraus, werde ohnehin niemand mehr ehrlich behaupten können, ein Text sei komplett ohne KI entstanden. Das ist bemerkenswert offen. Sollten wir also auf die KI-Kennzeichnungspflicht verzichten?
Die menschliche Erfahrung und die Literatur
Was aus seiner Sicht auf dem Spiel steht, bringt der Literaturwissenschaftler Wolfgang Matz auf den Punkt. Er widerspricht dem Leipziger Literaturprofessor Erik Schilling. Auch Menschen zitieren laut Schilling falsch und machen Fehler. Entscheidend sei nicht, wer einen Text schreibt, sondern wer ihn autorisiert und mit seinem Namen für dessen Qualität einsteht. Ein von einer KI geschriebener Romane können durchaus ebenbürtig sein. Matz‘ Gegenthese: Literatur lebt von Erfahrung, die ein Mensch gemacht und weitergegeben hat. Maschinen machen keine Erfahrungen, sie simulieren sie nur.
Ganz falsch ist das nicht. Aber es greift zu kurz, denn es macht einen Unterschied, wie jemand mit der KI arbeitet. Wer einen Text iterativ erarbeitet, immer wieder nachfragt, Fakten prüft, selbst redigiert und am Ende mit seinem Namen dafür geradesteht, hat mit dem Fall eines Voigt nichts gemein. Die Erfahrung, die Matz vermisst, steckt dann weiterhin im Text – nur im Umgang mit dem Werkzeug, nicht in jedem einzelnen Wort.
Entscheidend ist nicht, ob KI mitgeschrieben hat, sondern ob jemand Verantwortung übernimmt und das offen sagt. Wer so arbeitet, gehört nicht in denselben Topf wie Fake News und Fake Bilder. Genau diese Ehrlichkeit aber fordert das Gesetz nicht ein: Die Ausnahme für redaktionell geprüfte Texte ist so weit gefasst, dass es jedem selbst überlassen bleibt, ob er seine KI-Nutzung offenlegt – oder sie, wie Voigt, lieber verschweigt. Ich habe es in meinem Blog generell kenntlich gemacht und schreibe es jetzt auch meist unter meine Beiträge.
Nicht jeder zieht daraus dieselbe Konsequenz. Christian Buggisch etwa hält es strenger und schreibt in eigener Sache: „Als Blogger habe ich mich selbst dazu verpflichtet, euch gegenüber ehrlich zu sein und zu sagen, ob ein Text oder ein Bild mit Hilfe von KI entstanden ist (Spoiler: Text nie, Bild gelegentlich).“ Auch Christian Stöcker, Professor für Digitale Kommunikation an der HAW Hamburg, ermahnt seine Schüler immer wieder, auch ohne KI zu schreiben. Diese Haltung respektiere ich, sie ist in sich konsequent. Ich selbst arbeite unter den oben beschriebenen Prämissen anders: iterativ, mit KI auch am Text, aber offen benannt, wofür und wie.
Marketingabteilungen: Mehr Content, weniger Wirkung
Weizsäcker und die Redenschreiber liefern das Beispiel aus der Politik, Prof. Dr. Gerald Lembke liefert es aus der Wirtschaft. In den Marketingabteilungen, mit denen er arbeitet, sei KI längst Alltag: Texte, Bildmotive, Kampagnenideen, Reportings, Social-Posts entstehen heute im Akkord, ein Team, das früher acht Posts pro Woche schaffte, schafft jetzt dreißig. Trotzdem hört Lembke in fast jedem Gespräch denselben Satz: Wir produzieren immer mehr – aber immer mehr KI-Brei: glatt, korrekt, austauschbar. Die Markenstimme verdünnt sich mit jedem Durchlauf, die Datenbasis für echte Entscheidungen fehlt oft, und weil niemand mehr mitmisst, verliert sich aus dem Blick, was von alledem überhaupt Wirkung erzeugt.
Wie sieht also ein verantwortungsvoller Umgang mit KI aus? Der Wissenschaftsblogger Stefan A. K. Weichelt hat seine eigene Arbeitsweise offengelegt, und sie ist so unspektakulär wie lehrreich: Er lässt sich von KI-Systemen nicht die Antwort liefern, sondern nur die Fundstelle, samt Seitenzahl zum Nachlesen im Original. Er schickt dieselbe Frage bewusst an mehrere Modelle gleichzeitig, weil im Widerspruch zwischen den Antworten meist der eigentliche Streitpunkt eines Themas steckt. Und er prüft jede einzelne Quelle selbst nach, weil KI-Systeme erfundene Quellenangaben mit derselben Überzeugungskraft präsentieren wie echte. Verantwortung wird hier nicht behauptet, sondern praktiziert.
Zur gleichen Ehrlichkeit gehört aber auch, wie wir über die Werkzeuge selbst sprechen. Genau darauf zielt ein Beitrag auf mkln.org, der sich auf die Sprachforscherinnen Emily Bender und Nanna Inie beruft: Wer schreibt, ChatGPT „meine“ etwas oder Claude „behaupte“ etwas, erschafft sprachlich ein Gegenüber, das es gar nicht gibt – und verschiebt damit unbemerkt die Verantwortung von den Menschen, die ein System bauen, einsetzen und seine Ausgaben prüfen, auf eine imaginäre Maschinen-Persönlichkeit.
KI als Sparringspartnerin, nie als Autopilot
Beide Texte zusammen ergeben die eigentliche Pointe: Echte Transparenz beginnt nicht bei einem Label, das im Nachhinein irgendwo klein in der Ecke klebt. Sie beginnt bei der Art, wie wir während der Arbeit mit einer KI über sie sprechen und wie ernst wir die Prüfung ihrer Antworten nehmen. Genau das lässt sich nicht verordnen. Aber es lässt sich vorleben – und genau daran sollte sich messen lassen, wer KI nutzt, ob als Blogger, Redenschreiber oder Kampagnenmacher.
Ich kann verstehen und akzeptieren, dass Blogger wie Christian Buggisch den Einsatz von KI beim Texten ablehnen. Ich kann verstehen, dass an machen Stellen standardisierbare Nachrichten von der Börse oder Fußballergebnisse durch KI erstellt werden. Ich kann aber auch verstehen, dass man komplexeren Texten, Studien oder Prosa misstraut, die rein durch KI erstellt und nicht zumindest von Menschen überprüft, besser redigiert und überarbeitet wurden. Letzteres geht einfach nicht.
Trotzdem mein Plädoyer zum Schluss: KI ist ein Werkzeug, das sich längst durchgesetzt hat, wie einst die Schreibmaschine, wie die Textverarbeitung – nur mit weitaus weitreichenderen Folgen. Aufhalten lässt sie sich nicht, das ist müßig zu diskutieren. Also gilt: KI bewusst einsetzen, aber nicht an sie als Person oder Persönlichkeit oder als perfekte Texterin glauben. Jedes Ergebnis mehrmals Korrektur lesen, Fakten prüfen und nochmals prüfen. Und trotzdem die Chancen nutzen: die KI als Sparringspartnerin nutzen, Ideen hinein werfen, entwickeln, weiterdenken. Aus meiner Erfahrung kann Generative Künstliche Intelligenz hier wirklich helfen, fehlerfreiere, bessere Text, Reden und Manuskripte zu erstellen. Wer KI als Werkzeug und nicht als gottgegeben oder Altman-gegeben ansieht, der kann großen Nutzen daraus ziehen.
Quellen
KI schreibt für mich – Reden, Bücher, Texte
- Georg Weizsäcker (FAZ): Wie effizient sind Politikerreden mit KI?
- Erik Schilling (FAZ): Debatte um KI-Nutzung: Diesen Text hat ein Mensch geschrieben. Na und?
- Tillmann Neuscheler (FAZ): DAX-Chefs überzeugen – Redenschreiber loben Wirtschaftsrhetorik
- Wolfgang Matz (FAZ): Besser als der Mensch? Warum KI-Romane völlig wertlos sind
- Christian Buggisch: Über diesen Blog (Selbstverpflichtung zur KI-Kennzeichnung)
Marketingabteilungen: Mehr Content, weniger Wirkung
KI als Sparringspartnerin
- Stefan A. K. Weichelt: Wie ich früher recherchiert habe und wie ich es heute mache
- mkln.org: Über KI sprechen – wenn sprachliche Bequemlichkeit eine Illusion erzeugt
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KI beim Texten: Ghostwriter oder hilfreicher Sparringspartnerin
Über die KI-Kennzeichnungspflicht und ihre Lücken habe ich bereits geschrieben. Viele schauen dabei auf Fake Videos und massenhaft produzierte Inhalte für Social Media. Nicht ganz so heiß wird diskutiert, was andernorts passiert: Texte. Reden, Marketingtexte, ganze Kampagnen entstehen längst mit KI-Unterstützung, meist ohne dass es offengelegt wird. Wie KI gar nicht mehr so heimlich die Sprache der Macht und der Wirtschaft formt, und was es stattdessen bräuchte: eine Auseinandersetzung mit dem Thema.
Reden, Romane, Redenschreiber: Wenn KI die Autorschaft übernimmt
Während bei Bildern oft gestritten wird, bleibt bei Texten vieles im Verborgenen – dafür sorgt die Ausnahmeklausel für redaktionell geprüfte Inhalte gleich mit. Der Ökonom Georg Weizsäcker hat in der FAZ argumentiert, warum es eben doch einen Unterschied macht, wer eine Rede schreibt: Als bekannt wurde, dass Thüringens CDU-Politiker Mario Voigt seine Gedenkrede zum Befreiungstag zweier Konzentrationslager mit KI-Unterstützung verfasst hatte, war die Empörung groß, während bei Digitalminister Karsten Wildberger, der offen KI in seine Reden einbaut, kaum jemand mit der Wimper zuckte. Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern in der Intention: Bei einer Holocaust-Gedenkrede erwartet „das Publikum“, dass sich jemand die Mühe des Nachdenkens tatsächlich gemacht hat. Eine aus meiner Sicht durchaus fragwürdige Argumentationskette.
Eine andere Position bezieht der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache, der die Reden der DAX-Vorstände jährlich prämiert. Verbandspräsident Peter Sprong winkt bei der Frage nach einer Kennzeichnungspflicht ab und bringt es auf den Punkt: „Das Verwenden der KI ist kein Zeichen geistiger Faulheit.“ In naher Zukunft, sagt er voraus, werde ohnehin niemand mehr ehrlich behaupten können, ein Text sei komplett ohne KI entstanden. Das ist bemerkenswert offen. Sollten wir also auf die KI-Kennzeichnungspflicht verzichten?
Die menschliche Erfahrung und die Literatur
Was aus seiner Sicht auf dem Spiel steht, bringt der Literaturwissenschaftler Wolfgang Matz auf den Punkt. Er widerspricht dem Leipziger Literaturprofessor Erik Schilling. Auch Menschen zitieren laut Schilling falsch und machen Fehler. Entscheidend sei nicht, wer einen Text schreibt, sondern wer ihn autorisiert und mit seinem Namen für dessen Qualität einsteht. Ein von einer KI geschriebener Romane können durchaus ebenbürtig sein. Matz‘ Gegenthese: Literatur lebt von Erfahrung, die ein Mensch gemacht und weitergegeben hat. Maschinen machen keine Erfahrungen, sie simulieren sie nur.
Ganz falsch ist das nicht. Aber es greift zu kurz, denn es macht einen Unterschied, wie jemand mit der KI arbeitet. Wer einen Text iterativ erarbeitet, immer wieder nachfragt, Fakten prüft, selbst redigiert und am Ende mit seinem Namen dafür geradesteht, hat mit dem Fall eines Voigt nichts gemein. Die Erfahrung, die Matz vermisst, steckt dann weiterhin im Text – nur im Umgang mit dem Werkzeug, nicht in jedem einzelnen Wort.
Entscheidend ist nicht, ob KI mitgeschrieben hat, sondern ob jemand Verantwortung übernimmt und das offen sagt. Wer so arbeitet, gehört nicht in denselben Topf wie Fake News und Fake Bilder. Genau diese Ehrlichkeit aber fordert das Gesetz nicht ein: Die Ausnahme für redaktionell geprüfte Texte ist so weit gefasst, dass es jedem selbst überlassen bleibt, ob er seine KI-Nutzung offenlegt – oder sie, wie Voigt, lieber verschweigt. Ich habe es in meinem Blog generell kenntlich gemacht und schreibe es jetzt auch meist unter meine Beiträge.
Nicht jeder zieht daraus dieselbe Konsequenz. Christian Buggisch etwa hält es strenger und schreibt in eigener Sache: „Als Blogger habe ich mich selbst dazu verpflichtet, euch gegenüber ehrlich zu sein und zu sagen, ob ein Text oder ein Bild mit Hilfe von KI entstanden ist (Spoiler: Text nie, Bild gelegentlich).“ Auch Christian Stöcker, Professor für Digitale Kommunikation an der HAW Hamburg, ermahnt seine Schüler immer wieder, auch ohne KI zu schreiben. Diese Haltung respektiere ich, sie ist in sich konsequent. Ich selbst arbeite unter den oben beschriebenen Prämissen anders: iterativ, mit KI auch am Text, aber offen benannt, wofür und wie.
Marketingabteilungen: Mehr Content, weniger Wirkung
Weizsäcker und die Redenschreiber liefern das Beispiel aus der Politik, Prof. Dr. Gerald Lembke liefert es aus der Wirtschaft. In den Marketingabteilungen, mit denen er arbeitet, sei KI längst Alltag: Texte, Bildmotive, Kampagnenideen, Reportings, Social-Posts entstehen heute im Akkord, ein Team, das früher acht Posts pro Woche schaffte, schafft jetzt dreißig. Trotzdem hört Lembke in fast jedem Gespräch denselben Satz: Wir produzieren immer mehr – aber immer mehr KI-Brei: glatt, korrekt, austauschbar. Die Markenstimme verdünnt sich mit jedem Durchlauf, die Datenbasis für echte Entscheidungen fehlt oft, und weil niemand mehr mitmisst, verliert sich aus dem Blick, was von alledem überhaupt Wirkung erzeugt.
Wie sieht also ein verantwortungsvoller Umgang mit KI aus? Der Wissenschaftsblogger Stefan A. K. Weichelt hat seine eigene Arbeitsweise offengelegt, und sie ist so unspektakulär wie lehrreich: Er lässt sich von KI-Systemen nicht die Antwort liefern, sondern nur die Fundstelle, samt Seitenzahl zum Nachlesen im Original. Er schickt dieselbe Frage bewusst an mehrere Modelle gleichzeitig, weil im Widerspruch zwischen den Antworten meist der eigentliche Streitpunkt eines Themas steckt. Und er prüft jede einzelne Quelle selbst nach, weil KI-Systeme erfundene Quellenangaben mit derselben Überzeugungskraft präsentieren wie echte. Verantwortung wird hier nicht behauptet, sondern praktiziert.
Zur gleichen Ehrlichkeit gehört aber auch, wie wir über die Werkzeuge selbst sprechen. Genau darauf zielt ein Beitrag auf mkln.org, der sich auf die Sprachforscherinnen Emily Bender und Nanna Inie beruft: Wer schreibt, ChatGPT „meine“ etwas oder Claude „behaupte“ etwas, erschafft sprachlich ein Gegenüber, das es gar nicht gibt – und verschiebt damit unbemerkt die Verantwortung von den Menschen, die ein System bauen, einsetzen und seine Ausgaben prüfen, auf eine imaginäre Maschinen-Persönlichkeit.
KI als Sparringspartnerin, nie als Autopilot
Beide Texte zusammen ergeben die eigentliche Pointe: Echte Transparenz beginnt nicht bei einem Label, das im Nachhinein irgendwo klein in der Ecke klebt. Sie beginnt bei der Art, wie wir während der Arbeit mit einer KI über sie sprechen und wie ernst wir die Prüfung ihrer Antworten nehmen. Genau das lässt sich nicht verordnen. Aber es lässt sich vorleben – und genau daran sollte sich messen lassen, wer KI nutzt, ob als Blogger, Redenschreiber oder Kampagnenmacher.
Ich kann verstehen und akzeptieren, dass Blogger wie Christian Buggisch den Einsatz von KI beim Texten ablehnen. Ich kann verstehen, dass an machen Stellen standardisierbare Nachrichten von der Börse oder Fußballergebnisse durch KI erstellt werden. Ich kann aber auch verstehen, dass man komplexeren Texten, Studien oder Prosa misstraut, die rein durch KI erstellt und nicht zumindest von Menschen überprüft, besser redigiert und überarbeitet wurden. Letzteres geht einfach nicht.
Trotzdem mein Plädoyer zum Schluss: KI ist ein Werkzeug, das sich längst durchgesetzt hat, wie einst die Schreibmaschine, wie die Textverarbeitung – nur mit weitaus weitreichenderen Folgen. Aufhalten lässt sie sich nicht, das ist müßig zu diskutieren. Also gilt: KI bewusst einsetzen, aber nicht an sie als Person oder Persönlichkeit oder als perfekte Texterin glauben. Jedes Ergebnis mehrmals Korrektur lesen, Fakten prüfen und nochmals prüfen. Und trotzdem die Chancen nutzen: die KI als Sparringspartnerin nutzen, Ideen hinein werfen, entwickeln, weiterdenken. Aus meiner Erfahrung kann Generative Künstliche Intelligenz hier wirklich helfen, fehlerfreiere, bessere Text, Reden und Manuskripte zu erstellen. Wer KI als Werkzeug und nicht als gottgegeben oder Altman-gegeben ansieht, der kann großen Nutzen daraus ziehen.
Quellen
KI schreibt für mich – Reden, Bücher, Texte
- Georg Weizsäcker (FAZ): Wie effizient sind Politikerreden mit KI?
- Erik Schilling (FAZ): Debatte um KI-Nutzung: Diesen Text hat ein Mensch geschrieben. Na und?
- Tillmann Neuscheler (FAZ): DAX-Chefs überzeugen – Redenschreiber loben Wirtschaftsrhetorik
- Wolfgang Matz (FAZ): Besser als der Mensch? Warum KI-Romane völlig wertlos sind
- Christian Buggisch: Über diesen Blog (Selbstverpflichtung zur KI-Kennzeichnung)
Marketingabteilungen: Mehr Content, weniger Wirkung
KI als Sparringspartnerin
- Stefan A. K. Weichelt: Wie ich früher recherchiert habe und wie ich es heute mache
- mkln.org: Über KI sprechen – wenn sprachliche Bequemlichkeit eine Illusion erzeugt
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KI beim Texten: Ghostwriter oder hilfreicher Sparringspartnerin
Über die KI-Kennzeichnungspflicht und ihre Lücken habe ich bereits geschrieben. Viele schauen dabei auf Fake Videos und massenhaft produzierte Inhalte für Social Media. Nicht ganz so heiß wird diskutiert, was andernorts passiert: Texte. Reden, Marketingtexte, ganze Kampagnen entstehen längst mit KI-Unterstützung, meist ohne dass es offengelegt wird. Wie KI gar nicht mehr so heimlich die Sprache der Macht und der Wirtschaft formt, und was es stattdessen bräuchte: eine Auseinandersetzung mit dem Thema.
Reden, Romane, Redenschreiber: Wenn KI die Autorschaft übernimmt
Während bei Bildern oft gestritten wird, bleibt bei Texten vieles im Verborgenen – dafür sorgt die Ausnahmeklausel für redaktionell geprüfte Inhalte gleich mit. Der Ökonom Georg Weizsäcker hat in der FAZ argumentiert, warum es eben doch einen Unterschied macht, wer eine Rede schreibt: Als bekannt wurde, dass Thüringens CDU-Politiker Mario Voigt seine Gedenkrede zum Befreiungstag zweier Konzentrationslager mit KI-Unterstützung verfasst hatte, war die Empörung groß, während bei Digitalminister Karsten Wildberger, der offen KI in seine Reden einbaut, kaum jemand mit der Wimper zuckte. Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern in der Intention: Bei einer Holocaust-Gedenkrede erwartet „das Publikum“, dass sich jemand die Mühe des Nachdenkens tatsächlich gemacht hat. Eine aus meiner Sicht durchaus fragwürdige Argumentationskette.
Eine andere Position bezieht der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache, der die Reden der DAX-Vorstände jährlich prämiert. Verbandspräsident Peter Sprong winkt bei der Frage nach einer Kennzeichnungspflicht ab und bringt es auf den Punkt: „Das Verwenden der KI ist kein Zeichen geistiger Faulheit.“ In naher Zukunft, sagt er voraus, werde ohnehin niemand mehr ehrlich behaupten können, ein Text sei komplett ohne KI entstanden. Das ist bemerkenswert offen. Sollten wir also auf die KI-Kennzeichnungspflicht verzichten?
Die menschliche Erfahrung und die Literatur
Was aus seiner Sicht auf dem Spiel steht, bringt der Literaturwissenschaftler Wolfgang Matz auf den Punkt. Er widerspricht dem Leipziger Literaturprofessor Erik Schilling. Auch Menschen zitieren laut Schilling falsch und machen Fehler. Entscheidend sei nicht, wer einen Text schreibt, sondern wer ihn autorisiert und mit seinem Namen für dessen Qualität einsteht. Ein von einer KI geschriebener Romane können durchaus ebenbürtig sein. Matz’ Gegenthese: Literatur lebt von Erfahrung, die ein Mensch gemacht und weitergegeben hat. Maschinen machen keine Erfahrungen, sie simulieren sie nur.
Ganz falsch ist das nicht. Aber es greift zu kurz, denn es macht einen Unterschied, wie jemand mit der KI arbeitet. Wer einen Text iterativ erarbeitet, immer wieder nachfragt, Fakten prüft, selbst redigiert und am Ende mit seinem Namen dafür geradesteht, hat mit dem Fall eines Voigt nichts gemein. Die Erfahrung, die Matz vermisst, steckt dann weiterhin im Text – nur im Umgang mit dem Werkzeug, nicht in jedem einzelnen Wort.
Entscheidend ist nicht, ob KI mitgeschrieben hat, sondern ob jemand Verantwortung übernimmt und das offen sagt. Wer so arbeitet, gehört nicht in denselben Topf wie Fake News und Fake Bilder. Genau diese Ehrlichkeit aber fordert das Gesetz nicht ein: Die Ausnahme für redaktionell geprüfte Texte ist so weit gefasst, dass es jedem selbst überlassen bleibt, ob er seine KI-Nutzung offenlegt – oder sie, wie Voigt, lieber verschweigt. Ich habe es in meinem Blog generell kenntlich gemacht und schreibe es jetzt auch meist unter meine Beiträge.
Nicht jeder zieht daraus dieselbe Konsequenz. Christian Buggisch etwa hält es strenger und schreibt in eigener Sache: „Als Blogger habe ich mich selbst dazu verpflichtet, euch gegenüber ehrlich zu sein und zu sagen, ob ein Text oder ein Bild mit Hilfe von KI entstanden ist (Spoiler: Text nie, Bild gelegentlich).“ Auch Christian Stöcker, Professor für Digitale Kommunikation an der HAW Hamburg, ermahnt seine Schüler immer wieder, auch ohne KI zu schreiben. Diese Haltung respektiere ich, sie ist in sich konsequent. Ich selbst arbeite unter den oben beschriebenen Prämissen anders: iterativ, mit KI auch am Text, aber offen benannt, wofür und wie.
Marketingabteilungen: Mehr Content, weniger Wirkung
Weizsäcker und die Redenschreiber liefern das Beispiel aus der Politik, Prof. Dr. Gerald Lembke liefert es aus der Wirtschaft. In den Marketingabteilungen, mit denen er arbeitet, sei KI längst Alltag: Texte, Bildmotive, Kampagnenideen, Reportings, Social-Posts entstehen heute im Akkord, ein Team, das früher acht Posts pro Woche schaffte, schafft jetzt dreißig. Trotzdem hört Lembke in fast jedem Gespräch denselben Satz: Wir produzieren immer mehr – aber immer mehr KI-Brei: glatt, korrekt, austauschbar. Die Markenstimme verdünnt sich mit jedem Durchlauf, die Datenbasis für echte Entscheidungen fehlt oft, und weil niemand mehr mitmisst, verliert sich aus dem Blick, was von alledem überhaupt Wirkung erzeugt.
Wie sieht also ein verantwortungsvoller Umgang mit KI aus? Der Wissenschaftsblogger Stefan A. K. Weichelt hat seine eigene Arbeitsweise offengelegt, und sie ist so unspektakulär wie lehrreich: Er lässt sich von KI-Systemen nicht die Antwort liefern, sondern nur die Fundstelle, samt Seitenzahl zum Nachlesen im Original. Er schickt dieselbe Frage bewusst an mehrere Modelle gleichzeitig, weil im Widerspruch zwischen den Antworten meist der eigentliche Streitpunkt eines Themas steckt. Und er prüft jede einzelne Quelle selbst nach, weil KI-Systeme erfundene Quellenangaben mit derselben Überzeugungskraft präsentieren wie echte. Verantwortung wird hier nicht behauptet, sondern praktiziert.
Zur gleichen Ehrlichkeit gehört aber auch, wie wir über die Werkzeuge selbst sprechen. Genau darauf zielt ein Beitrag auf mkln.org, der sich auf die Sprachforscherinnen Emily Bender und Nanna Inie beruft: Wer schreibt, ChatGPT „meine“ etwas oder Claude „behaupte“ etwas, erschafft sprachlich ein Gegenüber, das es gar nicht gibt – und verschiebt damit unbemerkt die Verantwortung von den Menschen, die ein System bauen, einsetzen und seine Ausgaben prüfen, auf eine imaginäre Maschinen-Persönlichkeit.
KI als Sparringspartnerin, nie als Autopilot
Beide Texte zusammen ergeben die eigentliche Pointe: Echte Transparenz beginnt nicht bei einem Label, das im Nachhinein irgendwo klein in der Ecke klebt. Sie beginnt bei der Art, wie wir während der Arbeit mit einer KI über sie sprechen und wie ernst wir die Prüfung ihrer Antworten nehmen. Genau das lässt sich nicht verordnen. Aber es lässt sich vorleben – und genau daran sollte sich messen lassen, wer KI nutzt, ob als Blogger, Redenschreiber oder Kampagnenmacher.
Ich kann verstehen und akzeptieren, dass Blogger wie Christian Buggisch den Einsatz von KI beim Texten ablehnen. Ich kann verstehen, dass an machen Stellen standardisierbare Nachrichten von der Börse oder Fußballergebnisse durch KI erstellt werden. Ich kann aber auch verstehen, dass man komplexeren Texten, Studien oder Prosa misstraut, die rein durch KI erstellt und nicht zumindest von Menschen überprüft, besser redigiert und überarbeitet wurden. Letzteres geht einfach nicht.
Trotzdem mein Plädoyer zum Schluss: KI ist ein Werkzeug, das sich längst durchgesetzt hat, wie einst die Schreibmaschine, wie die Textverarbeitung – nur mit weitaus weitreichenderen Folgen. Aufhalten lässt sie sich nicht, das ist müßig zu diskutieren. Also gilt: KI bewusst einsetzen, aber nicht an sie als Person oder Persönlichkeit oder als perfekte Texterin glauben. Jedes Ergebnis mehrmals Korrektur lesen, Fakten prüfen und nochmals prüfen. Und trotzdem die Chancen nutzen: die KI als Sparringspartnerin nutzen, Ideen hinein werfen, entwickeln, weiterdenken. Aus meiner Erfahrung kann Generative Künstliche Intelligenz hier wirklich helfen, fehlerfreiere, bessere Text, Reden und Manuskripte zu erstellen. Wer KI als Werkzeug und nicht als gottgegeben oder Altman-gegeben ansieht, der kann großen Nutzen daraus ziehen.
Quellen
KI schreibt für mich – Reden, Bücher, Texte
- Georg Weizsäcker (FAZ): Wie effizient sind Politikerreden mit KI?
- Erik Schilling (FAZ): Debatte um KI-Nutzung: Diesen Text hat ein Mensch geschrieben. Na und?
- Tillmann Neuscheler (FAZ): DAX-Chefs überzeugen – Redenschreiber loben Wirtschaftsrhetorik
- Wolfgang Matz (FAZ): Besser als der Mensch? Warum KI-Romane völlig wertlos sind
- Christian Buggisch: Über diesen Blog (Selbstverpflichtung zur KI-Kennzeichnung)
Marketingabteilungen: Mehr Content, weniger Wirkung
KI als Sparringspartnerin
- Stefan A. K. Weichelt: Wie ich früher recherchiert habe und wie ich es heute mache
- mkln.org: Über KI sprechen – wenn sprachliche Bequemlichkeit eine Illusion erzeugt
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Ein paar Schnipsel des Tages, ohne große Worte.
https://schnpsl.net/blog/schnipsel-i-ki-bloggen-rivva-und-so -
Ein paar Schnipsel des Tages, ohne große Worte.
https://schnpsl.net/blog/schnipsel-i-ki-bloggen-rivva-und-so -
Ein paar Schnipsel des Tages, ohne große Worte.
https://schnpsl.net/blog/schnipsel-i-ki-bloggen-rivva-und-so -
Ein paar Schnipsel des Tages, ohne große Worte.
https://schnpsl.net/blog/schnipsel-i-ki-bloggen-rivva-und-so -
Ein paar Schnipsel des Tages, ohne große Worte.
https://schnpsl.net/blog/schnipsel-i-ki-bloggen-rivva-und-so -
"2005, als bloggen noch potenzial hatte" ein netter Artikel über die #Blogosphäre damals und jetzt. #blogging #bloggen #weblogs
#webpolitik #schneeflocken
https://wirres.net/articles/2005-als-bloggen-noch-potenzial-hatte[via rivva: https://rivva.de/336903344]
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"2005, als bloggen noch potenzial hatte" ein netter Artikel über die #Blogosphäre damals und jetzt. #blogging #bloggen #weblogs
#webpolitik #schneeflocken
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Interessante Ansicht zum Thema WordPress
Piehnat greift das Thema WordPress als überdimensioniertes Blogging-Monster versus statische Seiten auf.
https://blogsequenz.de/interessante-ansicht-zum-thema-wordpress/
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Ihr entscheidet: Fliegt die Werbung von meinem Blog oder nicht?
Es gibt deutliche Anzeichen, dass das Werbegeschäft (hier im Blog und womöglich darüber hinaus) keine Zukunft hat. Hier eine Auslegeordnung mit einer – hoffentlich auch für euch Leserinnen und Leser interessanten – Alternative.https://blog.clickomania.ch/2026/08/06/alternative-zu-adsense-ebook-verkauf/
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RE: https://mastodon.social/@rivva/117019626939651086
Sven hat etliche Gedanken zum Thema #KünstlicheIntelligenz / #KI und #bloggen niedergeschrieben, jenseits des absoluten Pro und Kontra.
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RE: https://mastodon.social/@rivva/117019626939651086
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Sven hat etliche Gedanken zum Thema #KünstlicheIntelligenz / #KI und #bloggen niedergeschrieben, jenseits des absoluten Pro und Kontra.
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RE: https://mastodon.social/@rivva/117019626939651086
Sven hat etliche Gedanken zum Thema #KünstlicheIntelligenz / #KI und #bloggen niedergeschrieben, jenseits des absoluten Pro und Kontra.
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[Debatte] Totgesagte leben länger: Als Teil eines digitalen Ökosystems können Kulturblogs eine wichtige Plattform in der Kommunikation für Museen sein, wenn man sie strategisch richtig für seine Inhalte nutzt: https://musermeku.org/kunstblogs-museumsblogs-kulturblogs/
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[Debatte] Totgesagte leben länger: Als Teil eines digitalen Ökosystems können Kulturblogs eine wichtige Plattform in der Kommunikation für Museen sein, wenn man sie strategisch richtig für seine Inhalte nutzt: https://musermeku.org/kunstblogs-museumsblogs-kulturblogs/
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[Debatte] Totgesagte leben länger: Als Teil eines digitalen Ökosystems können Kulturblogs eine wichtige Plattform in der Kommunikation für Museen sein, wenn man sie strategisch richtig für seine Inhalte nutzt: https://musermeku.org/kunstblogs-museumsblogs-kulturblogs/
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26.07.2026: Warum bloggen wir eigentlich?
https://aquarium.teufel100.de/2026/07/26/26-07-2026-warum-bloggen-wir-eigentlich/ -
Im #UhleBlog:Blogs verfolgen: Wenn es dir immer schwerer gemacht wird
Wenn man Blogs verfolgen will, kann man das auf vielen Wegen machen. Einer, der technisch immer funktioniert, ist der Weg über RSS-Feeds. Ich schwöre ja auch meinen Feed, das wisst ihr ja. Dieser ist als Bestandteil dieses Blogs für mich wichtiger, als jedes Profil auf einer der vielen Plattformen. Ich mache es auf diesem Weg der Leserschaft einfach, diesem Blog zu folgen. Warum nur stolpere ich immer wieder über Blogs, denen ich per RSS nicht folgen kann? Warum machen die es einem so schwer? Ich verstehe das wirklich nicht.
[…]
https://www.henning-uhle.eu/informatik/wordpress-und-bloggen/blogs-verfolgen-wenn-es-dir-immer-schwerer-gemacht-wird?mtm_campaign=mastodon #blog #Bloggen #Community #Internet #Webseite #Wordpress -
Im #UhleBlog:Blogs verfolgen: Wenn es dir immer schwerer gemacht wird
Wenn man Blogs verfolgen will, kann man das auf vielen Wegen machen. Einer, der technisch immer funktioniert, ist der Weg über RSS-Feeds. Ich schwöre ja auch meinen Feed, das wisst ihr ja. Dieser ist als Bestandteil dieses Blogs für mich wichtiger, als jedes Profil auf einer der vielen Plattformen. Ich mache es auf diesem Weg der Leserschaft einfach, diesem Blog zu folgen. Warum nur stolpere ich immer wieder über Blogs, denen ich per RSS nicht folgen kann? Warum machen die es einem so schwer? Ich verstehe das wirklich nicht.
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Im #UhleBlog:Blogs verfolgen: Wenn es dir immer schwerer gemacht wird
Wenn man Blogs verfolgen will, kann man das auf vielen Wegen machen. Einer, der technisch immer funktioniert, ist der Weg über RSS-Feeds. Ich schwöre ja auch meinen Feed, das wisst ihr ja. Dieser ist als Bestandteil dieses Blogs für mich wichtiger, als jedes Profil auf einer der vielen Plattformen. Ich mache es auf diesem Weg der Leserschaft einfach, diesem Blog zu folgen. Warum nur stolpere ich immer wieder über Blogs, denen ich per RSS nicht folgen kann? Warum machen die es einem so schwer? Ich verstehe das wirklich nicht.
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Im #UhleBlog:Blogs verfolgen: Wenn es dir immer schwerer gemacht wird
Wenn man Blogs verfolgen will, kann man das auf vielen Wegen machen. Einer, der technisch immer funktioniert, ist der Weg über RSS-Feeds. Ich schwöre ja auch meinen Feed, das wisst ihr ja. Dieser ist als Bestandteil dieses Blogs für mich wichtiger, als jedes Profil auf einer der vielen Plattformen. Ich mache es auf diesem Weg der Leserschaft einfach, diesem Blog zu folgen. Warum nur stolpere ich immer wieder über Blogs, denen ich per RSS nicht folgen kann? Warum machen die es einem so schwer? Ich verstehe das wirklich nicht.
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Heute möchte ich mit euch teilen, warum mir das Schreiben schwerfällt und welche Ursachen das haben könnte.
https://anjaliebt.de/warum-mir-das-schreiben-schwer-faellt-ein-persoenlicher-einblick/
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22.07.2026: Bloggen und KI – Jetzt schreib auch ich was dazu …
https://aquarium.teufel100.de/2026/07/22/22-07-2026-bloggen-und-ki-jetzt-schreib-auch-ich-was-dazu/ -
Da sieht man mal wieder, wie schnell die Zeit vergeht. ⏱️ Fast hätte ich den Tag verpasst, aber mein Blog feiert tatsächlich 2-jähriges Jubiläum! 🥳 Inzwischen sind 118 Beiträge online. Danke an alle, die regelmäßig reinlesen und meine Gedanken im Alltag teilen. Auf die nächsten Jahre! 🥂
#Bloggen #Jubiläum #Schreiben #Alltag #ZweiJahre -
Die ersten 4 Beiträge meiner Blogreihe über die #Vampirliteratur des 19. Jahrhunderts sind online.
Hier geht's zur Einleitung: https://untot.subset42.com/vampirklassiker_teil1/
Von dort kommst du weiter zu den Beiträgen mit der Kurz-Vorstellung der Geschichten aus dem Zeitraum 1800 bis 1829. Die weiteren Jahrzehnte werden im Laufe der nächsten Monate ergänzt. Danach startet eine 2. Reihe mit Detailvorstellung, Besprechung & Analyse der einzelnen Geschichten.
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Vielen Dank, @stepano 🙏 - diese freundliche Rückmeldung bedeutet mir viel!
Denn als Arbeiterkind & erster Student, später Doktor des Familienzweiges ist ein Hauptmotiv für mein Bloggen der Dialog mit allen Interessierten - unabhängig von der formalen Bildung.
Mir ist bewusst, dass die Themen komplex sind, aber genau deswegen (!) finde ich es falsch, wenn Menschen durch finanzielle oder akademische Hürden ausgeschlossen werden.
Danke, dass Du Dich interessierst und einbringst - genau auch dafür blogge ich! 🙏😌📚✅
#Bloggen #Dialog #Arbeiterkind #Wissenschaftsbloggen #Medien #Fediverse
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Vielen Dank, @stepano 🙏 - diese freundliche Rückmeldung bedeutet mir viel!
Denn als Arbeiterkind & erster Student, später Doktor des Familienzweiges ist ein Hauptmotiv für mein Bloggen der Dialog mit allen Interessierten - unabhängig von der formalen Bildung.
Mir ist bewusst, dass die Themen komplex sind, aber genau deswegen (!) finde ich es falsch, wenn Menschen durch finanzielle oder akademische Hürden ausgeschlossen werden.
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#Bloggen #Dialog #Arbeiterkind #Wissenschaftsbloggen #Medien #Fediverse
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Wie schaffe ich es eigentlich zeitlich, zum Bloggen zu finden?
Wie schaffe ich es eigentlich zeitlich, zum Bloggen zu finden?Es ist mal wieder Zeit für den Bloggerschnack. Dieses Mal mit dem spannenden Thema:
Zeit fürs Bloggen finden
Und hier findest Du die Menschen, die mitgemacht haben. ;-)
Und ja, ich finde das Thema immer wiede
https://einfachmalselbstgedacht.com/2026/07/09/wie-schaffe-ich-es-eigentlich-zeitlich-zum-bloggen-zu-finden/
#bloggen #Bloggerschnack #Zeit -
Es gibt einen neuen Beitrag auf #Nerdjunk
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#Anime #Blog #Bloggen #Games #Gastautor #Gastbeitrag #Manga #Videospiele