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#freihandelsabkommen — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #freihandelsabkommen, aggregated by home.social.

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  1. Ursprungsprüfung angekündigt — wie gut ist dein Unternehmen vorbereitet?

    Nicht nur auf Papier, sondern in den Abläufen und Zuständigkeiten. Wer die 5 wichtigsten Fragen vorher klärt, steht bei einer BAZG-Prüfung deutlich besser da.

    🔗 douana.ch/zollpruefung-morgen-

    #Ursprungsprüfung #Freihandelsabkommen #TradeCompliance

  2. 10 Jahre #Freihandelsabkommen der #EU mit #Peru: Wer hat den Nutzen und wer den Schaden?
    2013 ist das Freihandelsabkommen der EU mit Peru in Kraft getreten. Eine Studie von Armando Mendoza Nava, die von RedGE (Red peruana por una Globalización con Equidad) und der Friedrich-Ebert-Stiftung 2025 veröffentlicht wurde, zieht nach zehn Jahren eine Bilanz der Konsequenzen für Peru.
    infostelle-peru.de/wirtschaft-

  3. Derisking für China und USA: BDI fordert eine neue EU-Position

    11. Oktober 2026 Satyajeet Malik Der BDI fordert eine neue De-Risking-Strategie Der BDI verlangt eine härtere EU-Linie gegenüber…
    #EuropeSays #EU #Europa #China #De-Risking #EuropäischeUnion #Freihandelsabkommen #Indien #Kanada #Mercosur #USA #Wirtschaft
    europesays.com/europa/112137/

  4. Derisking für China und USA: BDI fordert eine neue EU-Position

    11. Oktober 2026 Satyajeet Malik Der BDI fordert eine neue De-Risking-Strategie Der BDI verlangt eine härtere EU-Linie gegenüber…
    #EuropeSays #EU #Europa #China #De-Risking #EuropäischeUnion #Freihandelsabkommen #Indien #Kanada #Mercosur #USA #Wirtschaft
    europesays.com/europa/112119/

  5. Argentinien steigert Agrarexport in die EU – dank Mercosur-Abkommen

    Beim Vergleich der aktuellen Zahlen mit dem Referenzzeitraum in 2023 bis 2025 ist zu berücksichtigen, dass der Umsatz…
    #EuropeSays #EU #Europa #Agrarexporte #Argentinien #EuropäischeUnion #Freihandelsabkommen #Mercosur #Rindfleisch
    europesays.com/europa/111124/

  6. 🙌🏽 Die Allianz gegen Regenwald-Abholzung hat 85.000 Unterschriften gegen das Freihandelsabkommen zwischen Malaysia und der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA eingereicht. Ein starkes Zeichen für den Schutz der Regenwälder!
    ❌ Besonders umstritten sind die vorgesehenen Zollvergünstigungen für malaysisches Palmöl. Bis zu 12.500 t Palmöl könnten künftig zu reduzierten Zöllen in die Schweiz importiert werden.

    regenwald.org/news/16212/85-00

    #Freihandelsabkommen #schweiz #Palmöl #regenwaldschutz

  7. Freihandelsabkommen: Worauf sich die EU und die Philippinen geeinigt haben – und was noch aussteht • Table.Briefings

    Die entscheidenden Informationen für die entscheidenden Köpfe in Politik, Verwaltung, Unternehmen, Verbänden, NGOs, Wissenschaft, Stiftungen, Beratung, Thinktanks und…
    #EuropeSays #EU #Europa #EuropäischeUnion #Freihandel #Freihandelsabkommen #Halbleiter #Handel #Handelspolitik #Handelsschutz #kritischeRohstoffe #Philippinen #Rohstoffe
    europesays.com/europa/102764/

  8. EU-Philippinen-Freihandelsabkommen: Zölle für Maschinen, Arzneimittel und Schweinefleisch sollen s

    Die Europäische Union und die Philippinen haben sich grundsätzlich auf ein Freihandelsabkommen verständigt, das Zölle abbauen und den…
    #EuropeSays #EU #Europa #EU-Philippinen-Handel #EuropäischeUnion #Freihandelsabkommen #Indopazifik
    europesays.com/europa/102513/

  9. Die EU und die Philippinen erzielen eine Grundsatzvereinbarung und ebnen damit den Weg für den Abschluss eines Freihandelsabkommens.

    Am 22. September verkündeten die Europäische Union (EU) und die Philippinen einen „Durchbruch“ in den Verhandlungen über ein…
    #EuropeSays #EU #Europa #ASEAN #EuropäischeUnion #Freihandelsabkommen #Handelskooperation #Philippinen #Zölle
    europesays.com/europa/102440/

  10. EU und Philippinen einigen sich auf Freihandelsabkommen

    Stand: 22.09.2026 • 11:58 Uhr Die EU und die Philippinen haben sich im Grundsatz auf ein Freihandelsabkommen verständigt.…
    #EuropeSays #EU #Europa #EuropäischeUnion #Freihandelsabkommen #Philippinen
    europesays.com/europa/102405/

  11. EU und Philippinen einigen sich auf Freihandelsabkommen

    Die EU und die Philippinen haben sich im Grundsatz auf ein Freihandelsabkommen verständigt. Die Vereinbarung soll für Unternehmen auf beiden Seiten neue Exportmärkte erschließen und Lieferketten stabiler machen.

    ➡️ tagesschau.de/wirtschaft/weltw

    #EU #Philippinen #Freihandelsabkommen

  12. EU und Philippinen einigen sich auf Freihandelsabkommen

    Handel EU und Philippinen einigen sich auf Freihandelsabkommen Aktualisiert am 22.09.2026 – 10:08 UhrLesedauer: 2 Min. Die Präsidentin…
    #EuropeSays #EU #Europa #Arzneimittel #Brüssel #EU-Kommission #EuropäischeUnion #Freihandelsabkommen #Handelserleichterung #MarošŠefčovič #Philippinen #Schweinefleisch #UrsulavonderLeyen
    europesays.com/europa/102306/

  13. Freihandelsabkommen: Von der Leyen kündigt Handelsabkommen mit den Philippinen an

    Die Kommissionspräsidentin der Europäischen Union, Ursula von der Leyen, hat nach Gesprächen mit dem philippinischen Präsidenten Ferdinand ⁠Marcos…
    #EuropeSays #EU #Europa #EU-Kommission #EuropäischeUnion #Freihandelsabkommen #Philippinen #Politik #UrsulavonderLeyen
    europesays.com/europa/102257/

  14. #news ⚡ EU und Philippinen vereinbaren Freihandelsabkommen: Die Europäische Union und die Philippinen haben eine "weitgehende Einigung" in ihren Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen erziel... hubu.de/?p=344872 | #eu #freihandelsabkommen #philippinen #hubu

  15. Freihandelsabkommen: Von der Leyen kündigt Handelsabkommen mit den Philippinen an

    Die Kommissionspräsidentin der Europäischen Union, Ursula von der Leyen, hat nach Gesprächen mit dem philippinischen Präsidenten Ferdinand ⁠Marcos…
    #EuropeSays #EU #Europa #EuropäischeUnion #Freihandelsabkommen #Handelsabkommen #Kommissionspräsidentin #Philippinen #Politik #UrsulavonderLeyen
    europesays.com/europa/102145/

  16. An Carney gefällt, dass er Trump die Stirn bietet: Doch das kann für Kanada gefährlich werden

    Ursula von der Leyen wird in der Brüsseler Blase gerne als Ankündigungsweltmeisterin bezeichnet. Diesem Titel machte sie diese…
    #EuropeSays #EU #Europa #Begeisterung #Brüssel #Europäisch #Europäische #EuropäischesParlament #Freihandelsabkommen #Kanada #KünstlicheIntelligenz #MarkCarney #UrsulavonderLeyen
    europesays.com/europa/101320/

  17. Mehr Handel mit Kanada: Droht deutschen Landwirten neue Konkurrenz?

    Dennoch hat Kanadas Regierungschef Carney die Landwirtschaft gar nicht erwähnt. Und auch die EU-Präsidentin von der Leyen nicht.…
    #EuropeSays #EU #Europa #Agrarhandel #europäischeagrarpolitik #EuropäischeUnion #Freihandelsabkommen #Kanada
    europesays.com/europa/100701/

  18. Kanadas Premier in Straßburg: Carney schwärmt für Europa, aber nicht für eine Mitgliedschaft

    Kanadas Premier in StraßburgCarney schwärmt für Europa, aber nicht für eine Mitgliedschaft17.09.2026, 15:42 Uhr Von Lukas Märkle Artikel…
    #EuropeSays #EU #Europa #DonaldTrump #EU-Parlament #Freihandelsabkommen #Kanada #MarkCarney #Politik #Straßburg #UrsulavonderLeyen
    europesays.com/europa/100177/

  19. Handel: Was Donald Trumps politische Schwäche für die EU bedeutet • Table.Briefings

    Die entscheidenden Informationen für die entscheidenden Köpfe in Politik, Verwaltung, Unternehmen, Verbänden, NGOs, Wissenschaft, Stiftungen, Beratung, Thinktanks und…
    #EuropeSays #EU #Europa #EuropäischeUnion #Freihandel #Freihandelsabkommen #Handel #Handelskrieg #Handelspolitik #Handelsstreit
    europesays.com/europa/93526/

  20. Bangladesch: Wie sich ein Abkommen mit der EU auf den Textilsektor auswirken könnte • Table.Briefings

    Die entscheidenden Informationen für die entscheidenden Köpfe in Politik, Verwaltung, Unternehmen, Verbänden, NGOs, Wissenschaft, Stiftungen, Beratung, Thinktanks und…
    #EuropeSays #EU #Europa #EuropäischeUnion #Freihandel #Freihandelsabkommen #Handel #Handelspolitik #Menschenrechte #Menschenrechtsverletzungen #Umweltschutz
    europesays.com/europa/90080/

  21. Bangladesch: Wie sich ein Abkommen mit der EU auf den Textilsektor auswirken könnte • Table.Briefings

    Wegen auslaufender Zollregelungen steht Bangladesch unter Druck, seinen Zugang zum EU-Markt zu sichern. Beobachter hoffen, dass Brüssel seinen…
    #EuropeSays #EU #Europa #EuropäischeUnion #Freihandel #Freihandelsabkommen #Handel #Handelspolitik #Menschenrechte #Menschenrechtsverletzungen #Umweltschutz
    europesays.com/europa/88250/

  22. Handel: EU verzeichnet erstes Defizit in drei Jahren • Table.Briefings

    Die entscheidenden Informationen für die entscheidenden Köpfe in Politik, Verwaltung, Unternehmen, Verbänden, NGOs, Wissenschaft, Stiftungen, Beratung, Thinktanks und…
    #EuropeSays #EU #Europa #EuropäischeUnion #Freihandel #Freihandelsabkommen #Handel #Handelskrieg #Handelspolitik #Handelsstreit
    europesays.com/europa/87920/

  23. FHA Schweiz–China: Verhandlungen abgeschlossen 🇨🇭🇨🇳

    99,8 % der Schweizer Exporte sollen künftig zollfrei nach China — der grösste Schritt seit Inkrafttreten des Abkommens 2014. Doch mit neuen Zollkonditionen kommen auch aktualisierte Ursprungsregeln und Nachhaltigkeitsanforderungen.

    Alle Neuerungen im Überblick: douana.ch/optimierung-des-frei

    #Freihandelsabkommen #TradeCompliance #Zoll

  24. Gesellschaft für bedrohte Völker – Klimagerechtigkeit: Europa entscheidet mit über die Zukunft wichtiger Ökosysteme in Südamerika

    Die Zukunft wichtiger Ökosysteme Südamerikas wie Regen- und Trockenwäldern hängt auch von der europäischen Handelspolitik ab. (Foto: Mirna…
    #EuropeSays #EU #Europa #Amazonas #Europäisch #Europäische #Freihandelsabkommen #Klimagerechtigkeit #Klimakrise #Lieferkettengesetz #Regenwald #Suedamerika #Waldschutz
    europesays.com/europa/86859/

  25. Freihandelsabkommen: Was von den Verhandlungen diesen Herbst zu erwarten ist • Table.Briefings

    Die entscheidenden Informationen für die entscheidenden Köpfe in Politik, Verwaltung, Unternehmen, Verbänden, NGOs, Wissenschaft, Stiftungen, Beratung, Thinktanks und…
    #EuropeSays #EU #Europa #EuropäischeUnion #Freihandel #Freihandelsabkommen #Handel #Handelspolitik
    europesays.com/europa/84171/

  26. Freihandelsabkommen: Bangladesch will Gespräche mit der EU im September aufnehmen • Table.Briefings

    Die entscheidenden Informationen für die entscheidenden Köpfe in Politik, Verwaltung, Unternehmen, Verbänden, NGOs, Wissenschaft, Stiftungen, Beratung, Thinktanks und…
    #EuropeSays #EU #Europa #Diversifizierung #EuropäischeUnion #Freihandel #Freihandelsabkommen #Handel #Handelspolitik #Menschenrechte #Textilindustrie
    europesays.com/europa/82811/

  27. Hab ich das jetzt richtig verstanden? Wir, die EU, zahlen jetzt "nur" noch 15% Zölle dafür zahlen die USA 0%? Was ist das denn? Wer hat das denn durchgewunken und gesagt "Ja, der Deal klingt super!"? Trump hat euch dermaßen schnell über den Tisch gezogen dass ihr dachtet die Reibungshitze ist Nestwärme und habt euch danach auch noch bei ihm bedankt. Das ganze dann "Freihandelsabkommen" zu nennen ist an Schwachsinnigkeit nicht mehr zu unterbieten... #EU #Freihandelsabkommen #Shitshow #Farce

  28. Das Anfang des Jahres beschlossene #Freihandelsabkommen zwischen #EU und #Indien zeigt schon Wirkung, bevor es offiziell in Kraft tritt. Deutsche Unternehmen wollen ihr Indiengeschäft ausbauen und planen teils sogar Produktionsverlagerungen ins Schwellenland.
    (Handelsblatt)

  29. Elektrostaaten der Welt vereinigt Euch!?

    Wie das Ende der Fossilen die Geopolitik verändert

    Mit dem Angriff der USA auf den Iran erlebt die Welt die zweite Energiekrise innerhalb von fünf Jahren. Die letzte hatte 2022 Putins Überfall auf die Ukraine ausgelöst. Unübersehbar verschieben sich im Kampf um Energiedominanz die Gewichte globaler Politik. In der multipolaren Welt braucht Europa eine neue Geostrategie und neue Bündnispartner. Es muss auf Elektrifizierung und Erneuerbare setzen.

    Drei über Jahrzehnte geglaubte Gewissheiten gehen heute zu Ende. Das Ende der Hegemone, des Westens und der Fossilen schaffen eine neue geopolitische Realität.

    Das Ende der Hegemone, des Westens und der Fossilen.

    Es gibt keinen globalen Hegemon mehr.

    Der Fall der Mauer vor 35 Jahren war das Ende des einen Hegemon Sowjetunion. Doch es war auch der Anfang vom Ende des anderen Hegemon, der USA. In den Kriegen in Irak, Afghanistan und Libyen offenbarte sich deren Überdehnung. Die USA können heute keine globale Ordnung mehr organisieren. Unter Trump wollen sie es nicht mehr. Trump will bloß die stärkste Gang anführen in einer Welt unter dem Recht des Stärkeren.

    Ob das aufsteigende China Hegemon werden kann, ist offen. Die Welt ist multipolar geworden. In ihr muss Europa seine Rolle neu finden.

    Der Westen ist kein globales Leitbild mehr.

    Wohlstand und Freiheit zu verbinden, dafür stand 80 Jahre der demokratische Kapitalismus. In Europa und den USA wurde er zu dem Westen gerne ideologisch überhöht. Übersehen wurde schon damals, dass die Idee des Westens in Lateinamerika, in Südafrika gegen Europa und die USA erkämpft werden musste.

    Heute erodiert das Leitbild des demokratischen Kapitalismus. In Europa wie den USA machen sich faschistische und autokratische Kräfte breit. Weder das Wohlstands- noch das Freiheitsversprechen sind in diesen Gesellschaften noch Konsens.

    Global dagegen gerät der demokratische Kapitalismus durch China unter Druck. Chinas autoritärer Staatskapitalismus wird von vielen Gesellschaften als das effektivere Entwicklungsmodell angesehen.

    Der fossile Kapitalismus kommt zum Ende.

    Die Krisenanfälligkeit des fossilen Kapitalismus zeigt sich aktuell am deutlichsten in der Straße von Hormuz. Zweihundert Jahre Industrialisierung waren untrennbar mit der Nutzung von Kohle, Öl und Gas verbunden. Das Wohlstandsversprechen des demokratischen Kapitalismus hing an fossiler Energie. Geopolitische Macht erwuchs aus dem Besitz und der Verfügbarkeit über fossile Energie und ihrer Preise.

    Das ändert sich dramatisch. Die forcierte Klimakrise untergräbt massiv das Wohlstandsversprechen. Schon seit der doppelten Energiekrise von 1973 und 1979 hatten sich Wachstum und der Verbrauch von fossiler Energie abgekoppelt. Heute zeigt der globale Boom von Erneuerbaren, dass Wertschöpfung und Wachstum nicht länger von Kohle, Öl und Gas abhängen.

    Es gibt eine neue globale Polarisierung: Petro- vs. Elektrostaaten.

    Die multipolare Welt ringt um eine neue Ordnung. Die alten Gegensätze zwischen arm und reich, zwischen Demokratie und Autokratie bleiben bestehen. Sie werden aber von einer neuen Polarisierung zunehmend determiniert: Der Polarisierung zwischen Petro- und Elektrostaaten.

    Den alten Petrostaaten wie Russland, den USA oder den Golfstaaten stehen Staaten gegenüber, die statt auf Verbrennertechnologien auf Elektrifizierung von Industrie, Haushalten und Verkehr setzen.

    Elektrostaaten bedrohen die globale Macht der Petrostaaten existenziell. Für China ist die Frage nur, wann es sich aus der fossilen Abhängigkeit befreit, nicht ob. China steht energie- und industriepolitisch Europa heute näher als die USA und Russland.

    Die fossilen Energien verlieren das Rennen.

    Es ist offensichtlich, dass die fossilen Energien das Wettrennen mit den Erneuerbaren verlieren. Die Erneuerbaren sind kostengünstiger. Als überwiegend heimische Energien sind sie sicherer und zuverlässiger. Dies gilt nicht nur für die unmittelbare Stromerzeugung inklusive der Systemkosten.

    Erneuerbare verstärken den langfristigen Trend zu Elektrifizierung. Dieser wächst seit vierzig Jahren parallel zum globalen Bruttosozialprodukt. In China ist heute gut ein Drittel der gesamten genutzten Energie erneuerbarer Strom. Gestützt auf seine EVs ist China in fünf Jahren zum größten Automobilexporteur der Welt geworden. Es hat die USA, Japan und Deutschland überholt.

    Der fossile Machtverlust befeuert einen Imperialismus der Schwäche.

    Sowohl Russland wie die USA haben verstanden, dass sie den ökonomischen Wettlauf mit den Erneuerbaren nicht gewinnen können. Sie versuchen dies mit ihrer militärischen Stärke zu kompensieren. Imperialismus aus wirtschaftlicher Schwäche ist die gewaltsame Antwort der Petrostaaten auf ihre verlorene Wettbewerbsfähigkeit.

    Für Russland hängt an der Fähigkeit zum Export die Herrschaft des Systems Putin. Der Krieg gegen die Ukraine hat Russland Kunden in Europa gekostet und geostrategisch in die Abhängigkeit von China gebracht.

    Die USA hingegen sehen durch den Vormarsch der Erneuerbaren ihre Rolle als globaler Preisregulierer für Öl und Gas infrage gestellt. Deshalb steht „Energiedominanz“ im Zentrum der aktuellen US-Sicherheitsstrategie. Trump spricht offen aus, dass ihn in Venezuela oder im Iran nicht die Demokratie, sondern deren Öl und Gas interessiert. In den USA führt er einen Kampf gegen Windenergie und Fotovoltaik. Doch der von den KI-Rechenzentren getriebene Stromhunger lässt selbst Trumps Tech-Bro Musk auf Erneuerbare und Batterien setzen.

    Der Irankrieg ist das fossile Fukushima.

    Mit dem Überfall auf den Iran hat Trump eine globale Energiekrise historischer Dimension ausgelöst. Die IEA hält ihre Auswirkungen für signifikanter als die Krisen von 1973 und 1979 zusammen. Besonders trifft die Krise Asien und ärmere Länder des Globalen Süden. Zwar profitieren US Öl- und Gaskonzerne mit massiven Extraprofiten. Dennoch drohen die USA und Trump zu den Verlierern dieser Krise zu werden. Es steigen auch die Benzin- und Strompreise für seine Wähler in den USA.

    Mehr noch: Trumps Kampf um Energiedominanz droht, auf ihn zurück zu fallen. Immer mehr Länder wollen sich aus der fossilen Abhängigkeit befreien. Für sie ist der Irankrieg das fossile Fukushima. Sie setzen auf den Ausbau Erneuerbarer Energien und eine beschleunigte Elektrifizierung. Nur Deutschland setzt auf Laufzeitverlängerung für Verbrenner und Gasheizungen.

    Petro- vs. Elektrostaaten polarisieren in einer multipolaren Welt.

    Wir alle neigen dazu, die Welt mit uns bekannten Mustern zu erklären. Doch ich muss mich korrigieren. Petro- vs. Elektrostaaten beschreibt keine neue Blockkonfrontation. Die Welt wird nicht einfach wieder bipolar. Zu einem Block gehören homogene gemeinsame Interessen und ein gemeinsames Leitbild sowie ein Hegemon. All dies finden wir weder bei den Petro- noch bei den Elektrostaaten.

    Petro- oder Elektrostaaten sind keine naturwissenschaftliche Kategorie. Petro- oder Elektrostaaten beschreiben geopolitische Strategien. Nicht jeder öl- oder gasfördernde Staat verfolgt eine Petrostrategie. Zu nennen wäre hier etwa Norwegen, das konsequent auf die Elektrifizierung von Wärme und Verkehr setzt. Seine Einnahmen aus dem Öl und Gasverkauf werden vom Staatsfonds massiv in die Klimaneutralität investiert. Umgekehrt gibt es Staaten ohne fossile Rohstoffe, die nicht wissen, welcher Strategie sie folgen sollen. Hierzu zählt Deutschland, dass unter Friedrich Merz geostrategisch zunehmend lost agiert.

    Weder unter Petro- noch unter Elektrostaaten gibt es klare Wertepartner.

    Auch in einer anderen Frage geht die Welt nicht zurück in eine neue Bipolarität. Die Welt teilt sich nicht zwischen Demokratie und Autokratie, auch wenn der Gegensatz zwischen beiden die globalen Auseinandersetzungen mitprägt.

    Überlagert wird der Gegensatz zwischen Demokratie und Autokratie vom Konflikt zwischen Petro- und Elektrostaaten. Petrostaaten tendieren ins Autoritäre. Trump will sich nicht nur Rohstoffe von Venezuela, Grönland und dem Iran aneignen. Er baut die Demokratie in den USA massiv ab. Russland führt seinen Angriffskrieg erklärtermaßen gegen die Demokratie der Ukraine. Demokratie bedroht die auf fossiler Energie beruhende russische Herrschaft.

    Elektrostaaten hingegen sind nicht automatisch demokratisch. Demokratie und Marktwirtschaft sind gute Voraussetzungen für den Hochlauf von Erneuerbaren. Monopole und Korruption dagegen blockieren sie. Aber: Der größte Investor in Erneuerbare und Elektrifizierung, China, ist ein autoritär geführter Staatskapitalismus.

    Die Polarisierung zwischen Petro- und Elektrostaaten trifft Länder des Nordens wie des globalen Südens.

    So sehr viele Länder des globalen Südens unter den Folgen des Irankriegs und ihrer fossilen Abhängigkeit leiden, gibt es dort hinreichend Staaten deren Eliten weiter auf die Rendite und die Macht aus fossilen Energien setzen. Umgekehrt ist es für viele arme Staaten schwer, sich aus der fossilen Abhängigkeit zu befreien. Sie können von den Wettbewerbsvorteilen der Erneuerbaren nicht profitieren, da es ihnen an der Liquidität für die notwendigen Investitionen fehlt.

    Industrieländer wie Japan, Südkorea und auch Europa hingegen haben das Kapital, die Technologie und ein massives Interesse, sich aus ihrer fossilen Abhängigkeit zu befreien. Sie aber müssen dies gegen einen alten Bündnispartner durchsetzen, von dessen militärischem Schutz sie bisher profitierten. Indien hingegen hat beschlossen, den fossilen Umweg gar nicht erst gehen zu wollen.

    Elektrostaaten der Welt vereinigt Euch? Mehr BRICS wagen!

    Energiekooperationen zwischen Staaten des globalen Südens und Nordens sind der Weg in eine nachfossile Zukunft. Beispiele finden sich in der Kooperation Deutschlands etwa mit Chile und Namibia aber auch mit Kanada. In der Weltbank im IWF aber auch den anderen Entwicklungsbanken wird ein harter Kampf zwischen der Finanzierung von Erneuerbaren gegen Fossile Subventionen ausgefochten werden.

    Pragmatische Kooperationen finden statt, unabhängig von Differenzen in anderen Feldern, zwischen Demokratien wie Autokratien. In der multipolaren Welt werden solche Allianzen die Regel werden. Die neue Welt funktioniert eher nach dem Modell der BRICS-Staaten.

    Europas Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit hängen am Strom.

    Europa hat nur die Alternative, Elektrostaat zu werden, oder weiter in fossiler Abhängigkeit zu verharren und erpressbar zu bleiben. Nach der zweiten globalen Energiekrise innerhalb von fünf Jahren ist es an der Zeit, sich dieser Alternative zu stellen und die Abhängigkeit endlich zu beenden. Wettbewerbsfähig wird Europa nur mit billiger Energie. Billige und effiziente Energie ist erneuerbarer Strom.

    Klimaneutralität schafft Souveränität.

    Auf der Münchner Sicherheitskonferenz haben Merz und Macron mehr europäische Souveränität eingefordert. Dafür muss Europas Importabhängigkeit bei Energie drastisch reduziert werden. Durch den Ausbau der Erneuerbaren und beschleunigte Elektrifizierung kann Europa 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden.

    Ein klimaneutrales Europa ist ein geostrategisch souveräneres Europa. Trump will das mit allen Mitteln verhindern. Weshalb sein Außenminister Marco Rubio der Forderung nach einem souveränen Europa in München eine knallharte Absage erteilte. Es war mehr als peinlich, dass ihm dazu Wadephul und Pistorius stehend applaudierten. Anstatt für ein souveräneres Europa zu streiten, setzt die Regierung Merz und Klingbeil auf Appeasement gegenüber Trumps Imperialismus.

    Deutschland bremst Europa.

    Wie schon im Zollkrieg ist es vor allem Deutschland, das einen selbstbewussten Kurs Europas ängstlich blockiert. Es war Deutschland, das die EU zu einem schlechten Zollabkommen mit den USA drängte. Auf die Zollfreiheit für die USA und die 15 bis 50 Prozent Zölle auf EU-Produkte in den USA gab es als Morgengabe noch 750 Milliarden für Trump. Davon soll US-Frackinggas gekauft werden.

    Das ist nicht nur ein Anschlag auf Europas Klimaziele. Es untergräbt Europas Souveränität. Gas ist keine Übergangstechnologie, sondern es hält abhängig. Laufzeitverlängerungen für Verbrenner und Gasheizungen machen nicht wettbewerbsfähiger, sondern halten die Energiekosten hoch.

    Resilienz kostet, Souveränität lohnt sich.

    Die fossile Abhängigkeit zu beenden, ist notwendig, aber nicht hinreichend. Schlüsseltechnologien für Erneuerbare und Elektrifizierung müssen europäisch verfügbar sein. Wer nicht von Trump und Putin abhängig sein will, darf technologisch nicht von Xi abhängen. Der Fehler, die PV-Industrie aus Europa vertrieben zu haben, darf nicht wiederholt werden.

    Wir brauchen klare local content Regeln für die Windindustrie und Batterietechnologie, aber auch den Bann von Wechselrichtern aus China. Die Versorgungssicherheit muss im Krisenfall europäisch gesichert sein. Auch als Elektrostaat bleibt China Partner, häufig unfairer Wettbewerber wie systemischer Rivale.

    Das Gleiche gilt für andere Abhängigkeiten. Sie müssen beendet werden: Kein Outlook mehr in öffentlichen Diensten, keine öffentlichen Daten mehr auf US-Servern. Das alles kostet – aber es lohnt sich im Krisenfall.

    Die Antwort auf den fossilen Imperialismus: ein Bündnis der Mittelmächte gegen die fossilen Krieger.

    Das von Mark Carney in Davos vorgeschlagene Bündnis der Mittelmächte ist kein Bündnis der Elektrostaaten. Kanada ist ein Öl und Gas förderndes und exportierendes Land. Carney hat trotzdem recht.

    Soll der Macht des Stärkeren in der multipolaren Welt etwas entgegengesetzt werden, brauchen wir Räume des Rechts. Dazu müssen Allianzen mit Staaten gebildet werden, die ihre Konflikte miteinander nach Regeln austragen.

    Grundlage dieser Zusammenarbeit kann nur die Beachtung und Achtung des Völkerrechts sein. Dazu passt keine Politik der doppelten Standards. Wer wie Merz klar den Überfall Putins auf die Ukraine als völkerrechtswidrig verurteilt, dem darf der Trumps Überfall auf Venezuela und sein Krieg gegen den Iran völkerrechtlich nicht „zu komplex“ (Merz) sein. Dies untergräbt die globale Zusammenarbeit gerade mit Demokratien wie Brasilien oder Südafrika.

    Nur gemeinsam kann Europa sich verteidigen.

    Für Trump ist der Artikel 5 des NATO-Vertrags ein Instrument, Folgsamkeit zu erpressen, nicht länger eine Beistandszusage. Schutz gibt es bei ihm nur gegen Folgsamkeit. Die reicht von Abnahme von Öl und Gas bis zum Ansinnen, sich an seinen völkerrechtswidrigen Angriffskriegen zu beteiligen. Die NATO ist transatlantisch kein verlässliches Bündnis mehr.

    Europa muss in seine militärische Sicherheit investieren, will es nicht erpressbar bleiben und der Bedrohung durch Putins Imperialismus begegnen. Dafür muss die europäische Säule der NATO zusammen mit Kanada gestärkt werden.

    Europa braucht Räume regelbasierten Handelns.

    Dazu gehören strategische Bündnisse mit den Staaten Asiens, Lateinamerikas wie Afrikas. Die Verknüpfung gemeinsamer ökonomischer Interessen erleichtert das friedliche Austragen von Interessenkonflikten.

    Das geht weit über Freihandelsabkommen wie Mercosur und andere hinaus. Es geht um echte wirtschaftliche Kooperation auf Augenhöhe, um den Aufbau von Wertschöpfungsketten zum gemeinsamen Vorteil. In den multilateralen Investitionsbanken muss fossilen Technologien die Finanzierung schwerer gemacht werden. Die Überwindung des Liquiditätsproblems armer Länder beim Zugang zu erneuerbarer Technologie muss dagegen ein Investitionsschwerpunkt werden.

    Die Strategie der Zusammenarbeit wird konterkariert durch die Milliardenkürzungen für wirtschaftliche Zusammenarbeit, die Merz und Klingbeil Deutschland verordnet haben. Am Einbruch der globalen ODA-Ausgaben hat Deutschland nach den USA den zweitgrößten Anteil.

    Elektrifizierung und Erneuerbare schaffen Sicherheit und bremsen die Klimakrise.

    Der fossile Kapitalismus tritt nicht einfach ab. Die von ihm profitieren, wehren sich mit allen Mitteln gegen den Untergang. Ein Bündnis der Mittelmächte kann dieser Gewalt etwas entgegensetzen. Kooperation für schnellere Elektrifizierung und der forcierte Ausbau der Erneuerbaren sind die Antwort auf das gewaltsame Ende des fossilen Zeitalters. Es ist eine Strategie des Friedens, der Sicherheit und der Unabhängigkeit.

    Der Text beruht auf meiner Rede vor dem Berlin Forum on Global Cooperation der Heinrich-Böll-Stiftung. Im Lichte der Diskussion wurde dieser Beitrag überarbeitet. Für wichtige Anregungen danke ich Biqing Yang und Adam Tooze.

    Dieser Beitrag ist eine Übernahme von der Homepage des Autors, mit seiner freundlichen Genehmigung. Einige Links wurden nachträglich eingefügt.

    Über Jürgen Trittin:

    Unter der Kennung "Gastautor:innen" fassen wir die unterschiedlichsten Beiträge externer Quellen zusammen, die wir dankbar im Beueler-Extradienst (wieder-)veröffentlichen dürfen. Die Autor*innen, Quellen und ggf. Lizenzen sind, soweit bekannt, jeweils im Beitrag vermerkt und/oder verlinkt.

  30. #news ⚡ Merz will Freihandelsabkommen mit der Afrikanischen Union: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich am Dienstag für ein Freihandelsabkommen mit der Afrikanischen Union ausgesprochen.Die Euro... hubu.de/?p=322147 | #afrikanischen #freihandelsabkommen #merz

  31. Lieferantenerklärungen: Der unsichtbare Helfer im Schweizer Aussenhandel 📋

    Ohne sie können nachgelagerte Exporteure keine Präferenznachweise ausstellen. Besonders Langzeit-LE bergen Fallstricke bei Gültigkeit und Aktualisierungspflichten.

    douana.ch/lieferantenerklaerun

    #Zoll #Freihandelsabkommen #TradeCompliance

  32. Das Drawback-Verbot in Freihandelsabkommen verhindert doppelte Zollvorteile – aber die Regelungen unterscheiden sich je nach Handelspartner erheblich. Welche EFTA-Abkommen welche Bestimmungen haben: douana.ch/drawback-verbot-und- #Freihandelsabkommen #TradeCompliance #Zoll

  33. Die EU unterzeichnet ein Freihandelsabkommen mit Australien. Für Europa ist das ein Schritt in die richtige Richtung - dem aber weitere folgen müssen.#Freihandelsabkommen #EU #Australien
    Freihandel mit Australien: So weitermachen, nur schneller bitte
  34. Die EU unterzeichnet ein Freihandelsabkommen mit Australien. Für Europa ist das ein Schritt in die richtige Richtung - dem aber weitere folgen müssen.#Freihandelsabkommen #EU #Australien
    Mehr Australien wagen: Geht doch, EU
  35. Jahrelang wurde darum gerungen, nun einigen sich die Europäische Union und Australien auf einen Handelsdeal. Dieser soll Zölle für beide Seiten abbauen. Für Europa geht es aber auch darum, unabhängiger von China zu werden.#Freihandelsabkommen #China #Rohstoffhandel #Handelsbeziehungen #EU #Australien #Elektromobilität
    Bestimmte Zölle fallen weg: EU und Australien schließen Handelsabkommen
  36. Jahrelang wurde darum gerungen, nun einigen sich die Europäische Union und Australien auf einen Handelsdeal. Dieser soll Zölle für beide Seiten abbauen. Für Europa geht es auch darum, unabhängiger von China zu werden.#Wirtschaft #Freihandelsabkommen #China #Rohstoffhandel #Handelsbeziehungen #EU #Australien #Elektromobilität
    Fast alle Zölle fallen weg: EU und Australien schließen Handelsabkommen
  37. Indien? „Nächstes Jahr wieder Norwegen“

    Reisen kann Vorurteile abbauen, aber es kommt auf die Art des Reisens an.

    Ein Moped rast eine Dorfstraße auf etwa 1000 Höhenmetern entlang – auf der anderen Seite ist der 2805 Meter hohe Calanda zu sehen, nachdem auch die bekannteste Bier-Imitation des Kantons Graubünden getauft ist. 50 Meter neben mir bleibt das Moped kurz darauf stehen. Als die Fahrerin den Helm abnimmt, schaue ich die Schwester meines Gastgebers fragend an: „Das ist die 14-jährige Tochter unserer Nachbarn.“ Da mir die Antwort nicht ausreicht, blicke ich die Schwester weiter an: „Ja, in der Schweiz dürfen Jugendliche schon ab 14 Jahren Mopeds bis 30 Km/h fahren“, worauf ich erwidere: „Das waren doch mindestens 50 Km/h.” „Natürlich ist das Moped frisiert, wie soll denn die Ärmste sonst die Berge hochkommen?“

    Eine halbe Stunde später ziehen wir auf einem Rollwagen Holzabschnitte zu einem Abhang an dem schon Gartenabschnitte liegen. Als ich die Schwester anschaue, sagte sie im entschuldigenden Tonfall: „Ja, das ist nur halb erlaubt. Aber seitdem unsere Deponie geschlossen wurde, machen wir das alle im Dorf so. Oder sollen wir jetzt damit extra runter in die Stadt?“

    Schon bei meiner Ankunft am Bahnhof in Chur, wurde mein Schweiz-Bild, das aus der Vor-Corona Zeit stammt, aufpoliert. Im Bahnhof wurde trotz Rauchverbot ordentlich gequalmt. Abends durfte ich sehen, dass es die Kneipenwirte auch mit der Sperrstunde nicht so genau halten, wie das berühmte Schweizer Uhrwerk.

    Ungerechtes Berlin-Bashing – es ist überall so

    Auf meinen Zugfahrten in der letzten Woche durch Deutschland konnte ich sehen, dass es ungerecht ist, dass die Berliner Zeitungen andauernd schimpfen, dass in ihrer Stadt nichts klappt. Ob Frankfurt, Köln, Dortmund oder München – überall kamen die Züge zu spät oder fielen aus. Dazu waren die Informationsstände in den Bahnhöfen entweder nicht besetzt, oder es herrschte solch ein Massenandrang, dass ich dachte, ich sei wieder auf der Kumbh Mela in Indien. Auch die Fahrgastbetreuer am Münchener Hauptbahnhof waren genauso überfordert und wenig hilfreich, wie die in Berlin.

    Ja es stimmt, dass am Berliner Hauptbahnhof über Wochen fast alle Rolltreppen stillstanden, aber hätte ich das nicht vorher in der Zeitung gelesen, wäre es mir gar nicht aufgefallen, weil ich als Berliner überhaupt nicht erwarte, dass Treppen rollen können – und wenn sie es tun, das als angenehmes Extra sehe.

    BaWü ist “wie Pakistan”

    Vor meinem Abflug aus New Delhi nach Frankfurt kam ich am Check-in Schalter mit einem älteren Pärchen aus Baden-Württemberg ins Gespräch, das so gar nicht nach Indienreisenden aussah. Leider wusste ich dort noch nicht, das Baden-Württemberg mittlerweile wie Pakistan sei, wie mir ein junger Kosovare fünf Tage später im Zug nach Lindau erklärte. Er hatte ein Jahr in Stuttgart gelebt, bevor er nach München zog und hatte von mir erfahren, dass es in Pakistan wirtschaftlich rapide den Bach runtergeht. So fragte ich den etwa 60-Jährigen Mann des Paares aus dem heruntergekommenen Baden-Württemberg, wie es ihm in Indien gefallen hätte. Der vorher gutmütige Blick meines Gegenübers wurde schlagartig irre, als frage man einen Höhenängstigen an einem 500 Meter tiefen Abgrund, ob ihm die Aussicht gefalle. Knapp fünf Sekunden brauchte der 60-Jährige um sich wieder zu fangen, dann antwortete er: „Nächstes Jahr wieder Norwegen.“

    Dann brauchte er weitere fünf Sekunden um sich erneut zu sammeln und fügte hinzu: „Wir waren auf eigene Faust im Taj Mahal in Agra und haben uns Delhi angeschaut…“, dann gingen ihm wieder die Worte aus. „Da stimmt doch nichts von dem, was die uns zu Hause über Indien erzählen. Das soll eine kommende Weltmacht sein…“, es folgte erneut eine Pause. „Eine aufstrebende Wirtschaftsmacht… . Denen sollten wir erst einmal 50 Müllverbrennungsanlagen schenken… .“ Da ich merkte, dass er sich selber ein wenig über seine Worte erschreckte, wechselte ich das Thema.

    Müllverbrennungsanlagen an Indien verschenken

    Der Herr hatte offensichtliche in einer Woche Indien mehr verstanden, als die meisten Kollegen die seit Jahren aus Deutschland über Indien schreiben. Das mit den modernen Müllverbrennungsanlagen hatte ich vor Jahren auch einmal in einem Artikel vorgeschlagen, sozusagen als Start zu einer grundlegend neuen Zusammenarbeit zwischen Indien und der Europäischen Gemeinschaft.

    Nun kam es im Januar dieses Jahres jedoch zu einem Freihandelsabkommen zwischen Indien und der Europäischen Union das vorwiegend Wirtschaftswachstum im Blick hat. Steuererleichterungen für mehr dreckiges Leder aus Indien für Deutschland und mehr deutsche Benzinautos für Indien. Einer der größten Luftverschmutzer Indiens sind übrigens die Abgase von Fahrzeugen. In der indischen Hauptstadt sind sie an manchen Tagen für bis zu 53 Prozent der Feinstaubwerte verantwortlich. Da es noch Sender wie Arte gibt, kann jeder auch noch sehen, wenn er möchte, wie zum Beispiel seine Antibiotika in Indien hergestellt werden. Triggerwarnung: Kotztüte bereit halten.

    So schwenke ich am Check-In in Delhi zum Thema Wetter über, worauf die Frau des Pärchens aus dem Pakistan Deutschlands immer noch in einem Zustand leichter Ungläubigkeit sagt: „Und dann diese verpestete Luft. Ich dachte die hätten nur Smog im Winter?“

    Zehnfacher Grenzwert an Feinstaubbelastung

    Mit Temperaturen bis 35,7° Grad hatte Delhi den heißesten Herbstanfang seit 50 Jahren. Vorgestern am 9. März waren es dann 36 Grad, dazu zeigte der AQI 206 mg im Tagesdurchschnitt an, der alle Feinstaubpartikel in der Luft pro Kubikmeter misst. Im Hochhausghetto der oberen Mittelklasse in Noida/Delhi stiegen die Tageshöchstwerte sogar auf über 400 mg. Selbst in Indien beträgt der Grenzwert 40 mg. Laut einer Studie aus dem November 2025 atmet die Bevölkerung in 60 Prozent der 806 indischen Distrikte Luft, die gemäß dem US-amerikanischen Air Quality Index (AQI) als gefährlich einzustufen ist – mittlerweile das ganze Jahr über.

    An meinem letzten längeren Aufenthaltsort in Indien, Rishikesh am heiligen Ganges, lief mir ein professioneller Kellner aus dem indischen Bundesstaat Goa über den Weg. Für mich überraschend suchte er in Rishikesh nach Arbeit, gelten die Strände Goas doch als Touristen-Hotspot. Die Erklärung lieferte er dann selber: „Die indische Mittelklasse fliegt mittlerweile lieber nach Vietnam oder Thailand.“

    „Ah“, antwortete ich und musste daran denken, dass ich vor ein paar Tagen ein junges Pärchen aus Delhi getroffen hatte. Im Gegensatz zu den anderen lärmenden Touristen aus der indischen Hauptstadt fühlten die beiden sich trotz des Ganges nicht wohl in Rishikesh: „Überall nur Lärm, Gestank und Chaos“, sagte der männliche Teil des Paares unverkennbar angewidert. Die beiden waren im letzten Jahr für eine Woche in Vietnam gewesen und schwer überrascht worden: „Die Straßen in Hanoi waren sauber und es gab nirgendwo Chaos, obwohl dort auch viele Menschen leben.“ Dann machte der 30-Jährige eine kurze Pause um mir dann beinahe feierlich seine größte Erkenntnis aus seinem Vietnam-Urlaub mittzuteilen: „Ich dachte immer, dass es überall wie bei uns in Indien aussieht. Die Vietnamesen sind ja auch Asiaten und ebenfalls eine aufstrebende Wirtschaftsmacht, aber es sieht dort trotzdem nicht so schlimm aus, wie bei uns.“ Laut einer Untersuchung von Reiseveranstaltern suchen immer mehr indische Reisende Ruhe statt Chaos. Auch deswegen ist Vietnam bei ihnen angesagt.

    Pagal

    Gestern morgen schrieb mir dann noch ein junger indischer Freund, der wegen einer Beerdigung und einer Hochzeit für ein paar Tage in sein Geburtsdorf im Bundesstaat Uttar Pradesh zurückgekehrt war. Überrascht nahm er zur Kenntnis, dass sich seine Verwandtschaft angeregt über den Iran-Konflikt unterhielt. „Hast du gehört, die Nato unterstützt, diesen ‘pagal’ Trump nicht mehr“, soll sein Onkel zu einem Bekannten gesagt haben und dieser geantwortet: „Ja, aber China und Russland unterstützen heimlich den Iran.“ Dazu soll jeder seiner Verwandten das Wort pagal (verrückt) benutzt haben, wenn er anschließend Trump sagte. Bisher hielt mein Freund seine Verwandtschaft für etwas zurückgeblieben – mindestens 200 Jahre.

    Ja, selbst Reisen in sein Dorf kann Vorurteile abbauen. Aber: eine ältere Frau, die 40 Jahre lang im Urlaub ausschließlich in abgeschottete All-Inclusive-Resorts in der ganzen Welt gereist war, sagte mal zu mir: „Egal wie weit ich fliege, immer öfters denke ich, dass es überall gleich aussieht.“ 

    Reisen ist eben nicht Reisen, und die Entfernung ist dabei oft am nebensächlichsten.

    Über Gilbert Kolonko:

    Gilbert Kolonko reist seit über 25 Jahren durch Indien, Pakistan, Nepal und Bangladesch. Er hat ein Buch über den Bürgerkrieg in Nepal geschrieben und eines über Pakistan. Dazu Artikel und Reportagen über den Subkontinent für deutsch- und englischsprachige Medien.

  38. Freihandel für alle – Risiko für wen?

    Das geplante EU-Mercosur-Abkommen wird gerade begeistert als großer Wachstumsmotor gefeiert: mehr Handel, neue Märkte, mehr Wettbewerb. Klingt erst einmal großartig.
    Nur eine kleine Frage bleibt dabei erstaunlich leise:
    Was bedeutet das eigentlich für Verbraucher?

    👉 Wenn du magst, lies hier weiter: schuldnerberatung-vitovec.de/....
    #Mercosur #Freihandelsabkommen #EUHandel #Verbraucherschutz
    #Wirtschaftspolitik #Schuldnerberatung #Verbraucher #Wirtschaft
    #Politik

  39. #news ⚡ Reiche will Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) dringt auf Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien, um den Folgen der Zollpolitik... hubu.de/?p=316423 | #freihandelsabkommen #indonesien #malays

  40. Eilmeldung: Die EU-Kommission wendet das Mercosur-Abkommen vorläufig an – bis zur Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs.

    Ich hatte dafür gestimmt, das Abkommen dem EuGH vorzulegen, denn Rechtsklarheit ist zwingend notwendig. Zunächst erfolgt die Anwendung des Handelsteils des Abkommens. Zudem griefen Schutzklauseln.

    Dennoch bleibe ich dabei: In der abgeschlossenen Form ist das EU-Mercosur-Abkommen kein gutes Abkommen.

    #Mercosur #EU #Freihandelsabkommen #Landwirtschaft

  41. EU-Mercosur-Abkommen: Landwirtschaftsministerin Kaniber glaubt sich trotz Mercosur „an der Seite“ der bayerischen Bauern. Echt? Bayerische Betriebe sollen richtigerweise Tierwohl, Artenschutz und Klimaschutz leisten – während die CSU ein Abkommen unterstützt, das genau diese Standards unterläuft. Zu erwarten sind Höfesterben & neue Abhängigkeiten von Lebensmittel-Importen. Wir stehen für gentechnikfreies, regionales Fleisch mit höchsten Standards. #ödp #orangeaktiv #öodernie #freihandelsabkommen

  42. Neues aus Afrika

    mit Update am Nachmittag

    Marktführer der Diagnose deutscher Medienignoranz ist der Wissenschaftler Ladislaus Ludescher. Hier eine kleine Auswahl seiner erhellenden Veröffentlichungen. Ein Monopol hat er nur beinahe. Gestern fand ich zwei beachtenswerte Beispiele.

    Bernhard Schmid/Jungle World arbeitet in Paris und profitiert von dem dort durch Jahrhunderte des Kolonialismus und Neokolonialismus geweiteten Blick auf die Ex-Kolonien. Dabei behält er seinen eigenen kritischen Blick, mit dem er Statements diversester politischer Kräfte und Regierungen liest. Aktuell hier:

    “Attacke des »Islamischen Staats im Sahel« auf den Flughafen von Niamey: Propagandacoup für den IS – Der »Islamische Staat im Sahel« hat den hauptstädtischen Flughafen in Niger attackiert. Die Militärjunta des Landes beschuldigt fälschlich Frankreich, Benin und die Côte d’Ivoire.”

    Noch erhellender, weil er zarte emanzipatorische afrikanische Ansätze beschreibt, ist Kambale Musavuli aus der Demokratischen Republik Kongo in der Jungen Welt:

    “Neokoloniolismus: Ein neuer Wettlauf – Wie Handelsabkommen und KI die Zukunft Afrikas neu gestalten”.

    Schade nur, dass es bei der Jungen Welt Unsitte ist, die Texte nach einigen Tagen in einem Paywallarchiv zu beerdigen. Da wäre der Autor bei den netzpolitik-Kolleg*inn*en besser aufgehoben.

    Update am Nachmittag

    Bis heute völlig an mir vorbeigelaufen ist ein gesellschaftlich relevanter Medienvorgang, der jetzt erst bei uebermedien aus der Paywall befreit wurde. Vergessen Sie irgendwelche angeblichen deutschen “Leitmedien”, und nehmen Sie das zur Kenntnis, es wird Sie nicht dümmer machen:

    Andrej Reisin/uebermedien: “Afrika-Tour von YouTuber ‘IShowSpeed’: So hat die Welt Afrika noch nicht gesehen. Oder doch? – Der US-amerikanische YouTube-Star ‘IShowSpeed’ hat mit seinen Livestreams aus Afrika weltweit einen Hype ausgelöst: mit Millionen Abrufen, emotionalen Reaction-Videos und Menschenmassen vor Ort. Viele Fans glauben, er zeige den Kontinent so, wie es ihn sonst nie zu sehen gibt. Doch so einfach ist es nicht.”

    Einen ähnlichen Stellenwert in der afrikanischen Öffentlichkeit hatte allenfalls Muhammad Ali erobert. Der musste viel mehr und viel besser boxen, also härter arbeiten – und ist nun schon fast zehn Jahre tot.

  43. #news ⚡ Mehrheit sieht in Freihandelsabkommen vor allem Vorteile für Europa: Aus Sicht von zwei von drei Deutschen (66 Prozent) bringt die geplante Ausweitung von Freihandelsabkommen für Europa eher Vorteile.Jed... hubu.de/?p=313240 | #europa #freihandelsabkommen #me

  44. Die EU und #Indien haben ein #Freihandelsabkommen geschlossen, das Zölle auf EU-Autos deutlich senkt.

    Für ein Kontingent von 250.000 #Fahrzeugen pro Jahr sinkt der #Einfuhrzoll schrittweise von 110 auf bis zu 10 Prozent. Auch #Autoteile sollen künftig zollfrei importiert werden. #Elektroautos sind laut Medien zunächst ausgenommen, könnten aber später einbezogen werden.

    golem.de/news/handelsabkommen-

    #Handel #Automobilindustrie #Zollpolitik #BMW #Mercedes #EUHandelsabkommen #globaltrade

  45. Was Verbraucher vom Freihandelsabkommen mit Indien haben

    Das Freihandelsabkommen mit Indien ist unterschrieben. Für Unternehmen in der EU ein Schritt nach vorn. Doch was bringt der Deal am Ende den Verbrauchern? Von Samir Ibrahim.

    ➡️ tagesschau.de/wirtschaft/verbr

    #Indien #Importe #Verbraucher #Handel #Freihandelsabkommen

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