#layoffs — Public Fediverse posts
Live and recent posts from across the Fediverse tagged #layoffs, aggregated by home.social.
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"The turmoil at #Meta — which owns Facebook, Instagram and WhatsApp — offers an up-close look at #layoffs in the A.I. age. ... Tech workers, it is becoming clear, have been creating their own A.I. replacements." #AI https://www.nytimes.com/2026/05/19/technology/meta-layoffs-ai.html?unlocked_article_code=1.l1A.eS41.IhFKMjY0Yh1e&smid=url-share
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Zuckerberg's Yacht Appears in Seattle Amid Local Meta Layoffs
📰 Original title: Zuckerberg's $300M superyacht passes through Seattle's Ballard locks right when Meta cuts 1,400 local jobs
🤖 IA: It's clickbait ⚠️
👥 Users: It's clickbait ⚠️View full AI summary https://en.killbait.com/zuckerberg-s-yacht-appears-in-seattle-amid-local-meta-layoffs.html?utm_source=mastodon_world&utm_medium=social&utm_campaign=killbait.mastodon_world
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Tech CEOs are apparently suffering from AI psychosis | TechCrunch
https://techcrunch.com/2026/05/27/tech-ceos-are-apparently-suffering-from-ai-psychosis/ -
Tech CEOs are apparently suffering from AI psychosis | TechCrunch
https://techcrunch.com/2026/05/27/tech-ceos-are-apparently-suffering-from-ai-psychosis/ -
Tech CEOs are apparently suffering from AI psychosis | TechCrunch
https://techcrunch.com/2026/05/27/tech-ceos-are-apparently-suffering-from-ai-psychosis/ -
Tech CEOs are apparently suffering from AI psychosis | TechCrunch
https://techcrunch.com/2026/05/27/tech-ceos-are-apparently-suffering-from-ai-psychosis/ -
Tech CEOs are apparently suffering from AI psychosis | TechCrunch
https://techcrunch.com/2026/05/27/tech-ceos-are-apparently-suffering-from-ai-psychosis/ -
Tech CEOs are apparently suffering from AI psychosis
There is a certain wildness in the tech industry these days that both mimics previous eras of large…
#NewsBeep #News #Artificialintelligence #AI #AIpsychosis #ArtificialIntelligence #AU #Australia #box #Layoffs #techlayoffs #Technology
https://www.newsbeep.com/au/698671/ -
Tech CEOs are apparently suffering from AI psychosis
There is a certain wildness in the tech industry these days that both mimics previous eras of large…
#NewsBeep #News #Artificialintelligence #AI #AIpsychosis #ArtificialIntelligence #AU #Australia #box #Layoffs #techlayoffs #Technology
https://www.newsbeep.com/au/698671/ -
Stark juxtaposition this is…Zuckerberg's superyacht lands in Seattle the day Meta announces layoffs of 1,400 local employees - #meta #jobs #layoffs #employment #billionaires #Zuckerberg https://www.seattletimes.com/business/zuckerbergs-superyacht-arrives-in-seattle-the-same-day-meta-laid-off-1400-local-employees/
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Tech CEOs are apparently suffering from AI psychosis
There is a certain wildness in the tech industry these days that both mimics previous eras of large…
#NewsBeep #News #US #USA #UnitedStates #UnitedStatesOfAmerica #Artificialintelligence #AI #aipsychosis #ArtificialIntelligence #box #Layoffs #techlayoffs #Technology
https://www.newsbeep.com/us/668467/ -
Tech CEOs are apparently suffering from AI psychosis
There is a certain wildness in the tech industry these days that both mimics previous eras of large…
#NewsBeep #News #US #USA #UnitedStates #UnitedStatesOfAmerica #Artificialintelligence #AI #aipsychosis #ArtificialIntelligence #box #Layoffs #techlayoffs #Technology
https://www.newsbeep.com/us/668467/ -
https://www.europesays.com/ie/505455/ Tech CEOs are apparently suffering from AI psychosis #AI #AiPsychosis #ArtificialIntelligence #ArtificialIntelligence #Box #Éire #IE #Ireland #layoffs #TechLayoffs #Technology
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CT mourns piece of history. ‘Not just the loss of a business’ https://www.byteseu.com/2057030/ #Agriculture #business #BusinessShutdown #connecticut #CtNews #dairies #DairyFarmersOfAmerica #EastSide #GuidaSeibert #HartfordCourant #layoffs #LocalNews #MaxImagePreview #MayorBobbySanchez #MilkProcessing #NewBritain #RealEstate
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After receiving backlash, the CEO of Standard Chartered apologizes for hurt over saying ‘lower value human capital’ will be automated by AI
The baby boomer bank leader to…
#NewsBeep #News #Business #AIagents #Automation #banks #Careers #chatbots #chiefexecutiveofficer(CEO) #CorporateAmerica #Employment #Executives #Finance #Founders #GB #Hiring #jobs #Klarna #Layoffs #MarcBenioff #Salesforce #StandardChartered #TheFutureofWork #UK #Unemployment #UnitedKingdom
https://www.newsbeep.com/uk/606119/ -
Wie der KI-Hype Arbeitsplätze vernichtet und Milliarden zirkulieren lässt
Cisco baut 4.000 Stellen ab, fünf Prozent der Belegschaft. Die Aktie springt im nachbörslichen Handel 14 Prozent nach oben. Begründung des Konzerns: KI-Fokus. Es ist die Standardmeldung im Mai 2026, nicht die Ausnahme. Eine Woche vorher verkündete Meta 8.000 Kündigungen und kündigte an, die Organisation in sogenannte „AI-Pods“ umzubauen – keine klassischen Teams mehr, sondern KI-getriebene Pods mit neuen Rollenklassen wie „AI Builder“ und „AI Pod Lead“. Parallel investiert Meta zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur. Das ist nicht einfach Abbau; das ist Umverdrahtung. Oracle plant bis zu 30.000. Amazon hat seit Oktober rund 28.000 Bürojobs gestrichen. Microsoft kommt im laufenden Jahr auf 15.000. SAP hat vor zwei Jahren 10.000 Mitarbeitende entlassen. Auch DeepL, die deutsche KI-Hoffnung, baut ein Viertel ihrer Belegschaft ab. Wer die Quellen selbst lesen will: Am Ende des Beitrags – wie immer in meiner Kuratiert.-Serie – findet sich die vollständige Linkliste.
Allein im ersten Quartal 2026 hat die globale Tech-Branche 78.557 Stellen gestrichen – knapp die Hälfte davon, 37.638 Jobs, offiziell mit KI und Automatisierung begründet, wie Nikkei Asia ausgerechnet hat. Immer dieselbe Begründung, oft derselbe Reflex an der Börse: jubeln. Kommt mir vertraut vor: Es ist die exakt gleiche Choreografie wie bei den großen Restrukturierungswellen der letzten 25 Jahre. Nur dass das Etikett heute „Künstliche Intelligenz“ heißt – und nicht „Shareholder Value“, „Lean Management“ oder „Right-Sizing“. Funktioniert immer wieder.
Die immer gleiche Choreografie
Schauen wir uns Cisco genauer an. Der Netzwerkausrüster baut 4.000 Stellen ab – und hebt in derselben Pressemitteilung die Umsatzprognose nach oben. Begründung: starker Auftragseingang von Cloud-Anbietern für KI-Infrastruktur. Übersetzt heißt das: Microsoft, AWS, Google und ein paar kleinere Hyperscaler bauen ihre KI-Rechenzentren mit Cisco-Hardware aus. Cisco entlässt also seine eigenen Mitarbeitenden und baut die Infrastruktur, mit der die nächsten Konzerne ihre Mitarbeitenden entlassen. Die Aktie versteht das sofort: 14 Prozent nach oben.
Cisco ist nur die jüngste Folge. Microsoft hat 2025 rund 15.000 Stellen gestrichen, davon 9.000 in einer einzigen Juli-Runde – parallel zur Ankündigung, 80 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur zu investieren; laut Bloomberg hat allein die KI-Integration in Kundenservice und Vertrieb über 500 Millionen Dollar Einsparungen gebracht.
Oracle hat im März bis zu 30.000 Stellen angekündigt, die größte Entlassungswelle der Konzerngeschichte, getrieben von einer Cash-Klemme nach Milliardeninvestitionen in KI-Rechenzentren. Besonders perfide: Mehrere Oracle-Mitarbeitende berichten in der Time, sie seien zuvor gebeten worden, ihre eigenen Arbeitsabläufe zu dokumentieren – um damit jene KI-Systeme zu trainieren, die ihnen anschließend den Stuhl unter dem Hintern wegzogen. Workflow-Dokumentation als Vorbereitung der eigenen Kündigung.
Amazon hat im Oktober vierzehntausend Bürojobs gestrichen und im Januar noch einmal in derselben Größenordnung nachgelegt; CEO Andy Jassy hatte vorher offen angekündigt, dass die KI-Effizienzgewinne den Corporate-Headcount langfristig reduzieren werden.
Salesforce-Chef Marc Benioff verkündete im Logan-Bartlett-Podcast mit erstaunlicher Direktheit, er habe sein Support-Team von 9.000 auf 5.000 reduziert – wörtlich, weil er „weniger heads“ brauche, seit die Agentforce-Bots rund die Hälfte der Kundenanfragen erledigen. IBM-Chef Arvind Krishna sagte dem Wall Street Journal, KI-Chatbots hätten die Arbeit mehrerer hundert Mitarbeitender in der Personalabteilung übernommen.
Die Liste ließe sich verlängern. Und dann kommt noch der ironische Schlussstein: Ausgerechnet Sam Altman, der CEO von OpenAI, hat bei einer Konferenz in Indien öffentlich eingeräumt, ein Teil dieser Entlassungen sei reines „AI-Washing“ – Stellenkürzungen, die ohnehin gekommen wären, nur jetzt mit KI-Etikett verkauft. Wenn einer der obersten Profiteure der KI-Story die Story selbst entlarvt, sollte das Aufmerksamkeit erzeugen. Auch in anderen Branchen und Berufsfeldern sehen wir identisches Vorgehen. Was alle eint, ist die Erzählung.
Walldorf frisst sich selbst
Bei SAP wirkt die Geschichte richtig seltsam. Im Januar 2024, beim Weltwirtschaftsforum in Davos, sagte SAP-Technologiechef Jürgen Müller dem Handelsblatt-KI-Briefing noch unmissverständlich: „Die Einführung von KI-Tools dient doch nicht dazu, Entwicklungsressourcen abzubauen.“ Vorstandschef Christian Klein versprach im selben Zeitraum, die Belegschaft werde nicht schrumpfen, sondern in drei Jahren sogar leicht größer sein.
Gut zwei Jahre später lautet die Bilanz: Das 10.000-Stellen-Programm ist durch, davon rund 3.500 in Deutschland; der Aktienkurs hat sich zwischenzeitlich verdoppelt – und seit Februar 2025 wieder halbiert. Heute, wo Claude Code, GitHub Copilot und Cursor Entwicklerinnen und Entwickler bei Routinearbeiten in einem Tempo überflüssig machen, das selbst die Branche überrascht, würden Müllers Sätze von damals vermutlich nicht mehr fallen.
Die brutale Pointe: Dieselbe KI, mit der SAP den Stellenabbau verkauft hat, höhlt jetzt das SaaS-Geschäftsmodell aus, von dem der Konzern lebt. Wenn intelligente Agenten Buchhaltungslogik, Personalprozesse und Lieferkettenanalysen direkt auf dem Datenbestand erledigen können – wozu brauche ich dann noch teure SAP-Module? Focus Money formuliert es ungewöhnlich klar, und das Handelsblatt selbst spricht inzwischen offen aus, dass KI das SAP-Geschäftsmodell bedroht und die Börse an der Zukunftsfähigkeit des Konzerns zweifelt.
Der Inzest der Milliarden
Schauen wir auf die Geldströme hinter dem Geschehen – da wird es grotesk. Sascha Pallenberg hat das in seinem MeTacheles-Newsletter als „Inzest der Investitionen“ zugespitzt: Investoren aus dem Big-Tech-Lager finanzieren KI-Startups, und diese Startups geben das Geld direkt wieder an dieselben Investoren zurück – als Bezahlung für Rechenleistung und Chips. Ein in sich geschlossener Kreislauf, der die Umsätze aufbläht, ohne dass echte Wertschöpfung entsteht.
Ed Zitron hat den Mechanismus am Beispiel Anthropic–Amazon nachgezeichnet: Amazon investiert Milliarden in Anthropic, Anthropic bezahlt mit eben diesem Geld die AWS-Cloud-Rechnungen zurück. Kein Gewinn, aber blendende Quartalszahlen.
Wie groß dieser Kreislauf insgesamt ist, hat Gartner gerade vorgerechnet: Allein 2026 sollen die weltweiten KI-Ausgaben um 47 Prozent auf 2,59 Billionen Dollar steigen. Mehr als 45 Prozent davon fließen in KI-Infrastruktur, die Ausgaben für KI-optimierte Server sollen sich in den nächsten fünf Jahren verdreifachen, und das Segment der KI-Modelle wächst dieses Jahr um 110 Prozent auf rund 32,6 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Microsoft investiert 2026 laut Bloomberg 190 Milliarden Dollar Capex, Amazon 200 Milliarden und Meta zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar. Treiber, so Gartner-Analyst John-David Lovelock, sind genau die Cloud-Giganten AWS, Google und Microsoft. Also jene Konzerne, die ihr Personal mit der KI-Begründung feuern, angeblich um in Rechenzentren investieren zu können.
Sehr irritierend ist dann aber das KI-Barometer 2026: 90 Prozent der befragten deutschen Unternehmen berichten, dass KI in den letzten drei Jahren keinen messbaren Einfluss auf Beschäftigung oder Produktivität hatte. Knapp 70 Prozent der Führungskräfte würden KI-Budgets sogar wieder kürzen, wenn die gesteckten Ziele dieses Jahr nicht erreicht werden. Zwischen 2,59 Billionen Dollar Ausgaben und dem real messbaren Nutzen klafft derzeit also ein Abgrund, den niemand richtig erklären kann – außer mit dem Wort Hype.
Michael Burry hat am 8. Mai öffentlich gewarnt, der Markt erinnere ihn an die letzten Monate der Dotcom-Blase 1999/2000 – Aktien steigen nicht mehr wegen Arbeitsmarktdaten oder Konsumstimmung, sondern wegen der Nvidia-Quartalszahlen. Pallenberg zieht zur Einordnung Fritz Langs Metropolis heran und vergleicht die heutigen Tech-CEOs mit Joh Fredersen in seinem Turm Babel: blind für die Unterstadt, dabei, eine ganze Generation von Knowledge-Workern als überflüssige Kostenposition abzuschreiben.
Die Metapher ist vielleicht zu drastisch. Aber sie trifft einen Punkt, den ich nicht mehr ignorieren kann: Das ganze System funktioniert nur, solange das Narrativ trägt. Sobald der Markt anfängt, die zirkulären Geldströme und die ausbleibenden Produktivitätsgewinne zu hinterfragen, kippt es. Und dann ist für die entlassenen Mitarbeitenden zu spät.
Und das Geld? Fließt über den großen Teich
An dieser Stelle wird es für uns als Europäer richtig unangenehm. Wo landet eigentlich das Geld, das in Walldorf, Frankfurt, München oder Nürnberg eingespart wird? Nicht bei den Aktionären der entlassenden Konzerne – der SAP-Kurs hat sich halbiert.
Ganz übel ist es bei DeepL: Das KI-Übersetzungs-Start-up aus Köln – jahrelang als deutsche KI-Hoffnung neben Aleph Alpha und Mistral gehandelt – hat am 7. Mai angekündigt, rund 250 Stellen abzubauen, ein Viertel der Belegschaft. Die deutsche KI-Hoffnung wird durch dieselbe Technologie zerlegt, die sie selbst verkauft – weil Konsumenten ihre Übersetzungen längst über ChatGPT laufen lassen statt über DeepL.
Treffender kann die ganze Geschichte nicht symbolisiert werden. Unser Geld fließt, gefiltert durch Lizenzen und Cloud-Verträge, ziemlich zielsicher nach Santa Clara, Redmond, San Francisco, Seattle. Zu Nvidia, Microsoft, OpenAI, Anthropic, Google und AWS. Und solange die europäische Souveränitätsdebatte beim AI Act und ein paar Förderprogrammen stehen bleibt, wird sich daran nichts ändern.
Ich glaube, dass KI vieles verändern wird. Das tut sie schon. Aber das Narrativ, das gerade jede Quartalsmeldung durchzieht, ist bedenklich und erinnert an die Dotcom-Blase: Zukunftsinvestition, Kostensenkung und technologischer Führungsanspruch in einer einzigen Pressemitteilung. Sehr viele heiße Luft, zu wenig Substanz und messbare Erfolge, scheint mir. Diese Art von Disruption hatten wir schon einmal. Es wird Zeit, uns zu erden, Künstliche Intelligenz nüchterner zu betrachten, die europäische KI-Industrie zu stärken und nicht jeder mythischen Ankündigung und US-Pressemitteilung zu glauben.
Quellen & Leseempfehlungen
- FAZ – Meta plant KI-Fokus: Entlassungen und Umbau
- Handelsblatt – Cisco streicht für KI-Fokus knapp 4.000 Stellen, Aktie steigt kräftig
- Focus – 80.000 Jobs weg: Tech-Branche schiebt Entlassungen auf KI (Nikkei-Asia-Auswertung Q1 2026)
- heise online – 2,59 Billionen US-Dollar: Ausgaben für KI wachsen ungebremst (Gartner)
- heise online – KI-Barometer 2026: Wie Unternehmen KI heute tatsächlich einsetzen
- CNBC – AI was behind over 50,000 layoffs in 2025: Microsoft, Amazon, Salesforce, IBM
- CNBC – Amazon laying off 16,000 corporate workers in latest anti-bureaucracy push
- Bloomberg – Oracle Layoffs to Impact Thousands in AI Cash Crunch
- Time – Oracle Workers Say They Were Fired After Training AI to Replace Them
- Handelsblatt – Christian Klein im Interview: „Künstliche Intelligenz wird zu großen Umwälzungen führen“ (Januar 2024)
- Handelsblatt – Christian Kleins große Wette auf die Zukunft von SAP
- Handelsblatt – DeepL: KI-Firma streicht rund ein Viertel der Stellen
- Focus Money – SAP im freien Fall: Warum der Software-Titan nicht zur Ruhe kommt
- Börse Express – Commerzbank baut 3.000 Stellen für KI-Strategie ab
- MeTacheles / Sascha Pallenberg – Metropolis 2026: Willkommen im KI-Moloch
- Dr.Web – AI-Pods statt Teams: Meta kürzt 8.000 Köpfe
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Wie der KI-Hype Arbeitsplätze vernichtet und Milliarden zirkulieren lässt
Cisco baut 4.000 Stellen ab, fünf Prozent der Belegschaft. Die Aktie springt im nachbörslichen Handel 14 Prozent nach oben. Begründung des Konzerns: KI-Fokus. Es ist die Standardmeldung im Mai 2026, nicht die Ausnahme. Eine Woche vorher verkündete Meta 8.000 Kündigungen und kündigte an, die Organisation in sogenannte „AI-Pods“ umzubauen – keine klassischen Teams mehr, sondern KI-getriebene Pods mit neuen Rollenklassen wie „AI Builder“ und „AI Pod Lead“. Parallel investiert Meta zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur. Das ist nicht einfach Abbau; das ist Umverdrahtung. Oracle plant bis zu 30.000. Amazon hat seit Oktober rund 28.000 Bürojobs gestrichen. Microsoft kommt im laufenden Jahr auf 15.000. SAP hat vor zwei Jahren 10.000 Mitarbeitende entlassen. Auch DeepL, die deutsche KI-Hoffnung, baut ein Viertel ihrer Belegschaft ab. Wer die Quellen selbst lesen will: Am Ende des Beitrags – wie immer in meiner Kuratiert.-Serie – findet sich die vollständige Linkliste.
Allein im ersten Quartal 2026 hat die globale Tech-Branche 78.557 Stellen gestrichen – knapp die Hälfte davon, 37.638 Jobs, offiziell mit KI und Automatisierung begründet, wie Nikkei Asia ausgerechnet hat. Immer dieselbe Begründung, oft derselbe Reflex an der Börse: jubeln. Kommt mir vertraut vor: Es ist die exakt gleiche Choreografie wie bei den großen Restrukturierungswellen der letzten 25 Jahre. Nur dass das Etikett heute „Künstliche Intelligenz“ heißt – und nicht „Shareholder Value“, „Lean Management“ oder „Right-Sizing“. Funktioniert immer wieder.
Die immer gleiche Choreografie
Schauen wir uns Cisco genauer an. Der Netzwerkausrüster baut 4.000 Stellen ab – und hebt in derselben Pressemitteilung die Umsatzprognose nach oben. Begründung: starker Auftragseingang von Cloud-Anbietern für KI-Infrastruktur. Übersetzt heißt das: Microsoft, AWS, Google und ein paar kleinere Hyperscaler bauen ihre KI-Rechenzentren mit Cisco-Hardware aus. Cisco entlässt also seine eigenen Mitarbeitenden und baut die Infrastruktur, mit der die nächsten Konzerne ihre Mitarbeitenden entlassen. Die Aktie versteht das sofort: 14 Prozent nach oben.
Cisco ist nur die jüngste Folge. Microsoft hat 2025 rund 15.000 Stellen gestrichen, davon 9.000 in einer einzigen Juli-Runde – parallel zur Ankündigung, 80 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur zu investieren; laut Bloomberg hat allein die KI-Integration in Kundenservice und Vertrieb über 500 Millionen Dollar Einsparungen gebracht.
Oracle hat im März bis zu 30.000 Stellen angekündigt, die größte Entlassungswelle der Konzerngeschichte, getrieben von einer Cash-Klemme nach Milliardeninvestitionen in KI-Rechenzentren. Besonders perfide: Mehrere Oracle-Mitarbeitende berichten in der Time, sie seien zuvor gebeten worden, ihre eigenen Arbeitsabläufe zu dokumentieren – um damit jene KI-Systeme zu trainieren, die ihnen anschließend den Stuhl unter dem Hintern wegzogen. Workflow-Dokumentation als Vorbereitung der eigenen Kündigung.
Amazon hat im Oktober vierzehntausend Bürojobs gestrichen und im Januar noch einmal in derselben Größenordnung nachgelegt; CEO Andy Jassy hatte vorher offen angekündigt, dass die KI-Effizienzgewinne den Corporate-Headcount langfristig reduzieren werden.
Salesforce-Chef Marc Benioff verkündete im Logan-Bartlett-Podcast mit erstaunlicher Direktheit, er habe sein Support-Team von 9.000 auf 5.000 reduziert – wörtlich, weil er „weniger heads“ brauche, seit die Agentforce-Bots rund die Hälfte der Kundenanfragen erledigen. IBM-Chef Arvind Krishna sagte dem Wall Street Journal, KI-Chatbots hätten die Arbeit mehrerer hundert Mitarbeitender in der Personalabteilung übernommen.
Die Liste ließe sich verlängern. Und dann kommt noch der ironische Schlussstein: Ausgerechnet Sam Altman, der CEO von OpenAI, hat bei einer Konferenz in Indien öffentlich eingeräumt, ein Teil dieser Entlassungen sei reines „AI-Washing“ – Stellenkürzungen, die ohnehin gekommen wären, nur jetzt mit KI-Etikett verkauft. Wenn einer der obersten Profiteure der KI-Story die Story selbst entlarvt, sollte das Aufmerksamkeit erzeugen. Auch in anderen Branchen und Berufsfeldern sehen wir identisches Vorgehen. Was alle eint, ist die Erzählung.
Walldorf frisst sich selbst
Bei SAP wirkt die Geschichte richtig seltsam. Im Januar 2024, beim Weltwirtschaftsforum in Davos, sagte SAP-Technologiechef Jürgen Müller dem Handelsblatt-KI-Briefing noch unmissverständlich: „Die Einführung von KI-Tools dient doch nicht dazu, Entwicklungsressourcen abzubauen.“ Vorstandschef Christian Klein versprach im selben Zeitraum, die Belegschaft werde nicht schrumpfen, sondern in drei Jahren sogar leicht größer sein.
Gut zwei Jahre später lautet die Bilanz: Das 10.000-Stellen-Programm ist durch, davon rund 3.500 in Deutschland; der Aktienkurs hat sich zwischenzeitlich verdoppelt – und seit Februar 2025 wieder halbiert. Heute, wo Claude Code, GitHub Copilot und Cursor Entwicklerinnen und Entwickler bei Routinearbeiten in einem Tempo überflüssig machen, das selbst die Branche überrascht, würden Müllers Sätze von damals vermutlich nicht mehr fallen.
Die brutale Pointe: Dieselbe KI, mit der SAP den Stellenabbau verkauft hat, höhlt jetzt das SaaS-Geschäftsmodell aus, von dem der Konzern lebt. Wenn intelligente Agenten Buchhaltungslogik, Personalprozesse und Lieferkettenanalysen direkt auf dem Datenbestand erledigen können – wozu brauche ich dann noch teure SAP-Module? Focus Money formuliert es ungewöhnlich klar, und das Handelsblatt selbst spricht inzwischen offen aus, dass KI das SAP-Geschäftsmodell bedroht und die Börse an der Zukunftsfähigkeit des Konzerns zweifelt.
Der Inzest der Milliarden
Schauen wir auf die Geldströme hinter dem Geschehen – da wird es grotesk. Sascha Pallenberg hat das in seinem MeTacheles-Newsletter als „Inzest der Investitionen“ zugespitzt: Investoren aus dem Big-Tech-Lager finanzieren KI-Startups, und diese Startups geben das Geld direkt wieder an dieselben Investoren zurück – als Bezahlung für Rechenleistung und Chips. Ein in sich geschlossener Kreislauf, der die Umsätze aufbläht, ohne dass echte Wertschöpfung entsteht.
Ed Zitron hat den Mechanismus am Beispiel Anthropic–Amazon nachgezeichnet: Amazon investiert Milliarden in Anthropic, Anthropic bezahlt mit eben diesem Geld die AWS-Cloud-Rechnungen zurück. Kein Gewinn, aber blendende Quartalszahlen.
Wie groß dieser Kreislauf insgesamt ist, hat Gartner gerade vorgerechnet: Allein 2026 sollen die weltweiten KI-Ausgaben um 47 Prozent auf 2,59 Billionen Dollar steigen. Mehr als 45 Prozent davon fließen in KI-Infrastruktur, die Ausgaben für KI-optimierte Server sollen sich in den nächsten fünf Jahren verdreifachen, und das Segment der KI-Modelle wächst dieses Jahr um 110 Prozent auf rund 32,6 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Microsoft investiert 2026 laut Bloomberg 190 Milliarden Dollar Capex, Amazon 200 Milliarden und Meta zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar. Treiber, so Gartner-Analyst John-David Lovelock, sind genau die Cloud-Giganten AWS, Google und Microsoft. Also jene Konzerne, die ihr Personal mit der KI-Begründung feuern, angeblich um in Rechenzentren investieren zu können.
Sehr irritierend ist dann aber das KI-Barometer 2026: 90 Prozent der befragten deutschen Unternehmen berichten, dass KI in den letzten drei Jahren keinen messbaren Einfluss auf Beschäftigung oder Produktivität hatte. Knapp 70 Prozent der Führungskräfte würden KI-Budgets sogar wieder kürzen, wenn die gesteckten Ziele dieses Jahr nicht erreicht werden. Zwischen 2,59 Billionen Dollar Ausgaben und dem real messbaren Nutzen klafft derzeit also ein Abgrund, den niemand richtig erklären kann – außer mit dem Wort Hype.
Michael Burry hat am 8. Mai öffentlich gewarnt, der Markt erinnere ihn an die letzten Monate der Dotcom-Blase 1999/2000 – Aktien steigen nicht mehr wegen Arbeitsmarktdaten oder Konsumstimmung, sondern wegen der Nvidia-Quartalszahlen. Pallenberg zieht zur Einordnung Fritz Langs Metropolis heran und vergleicht die heutigen Tech-CEOs mit Joh Fredersen in seinem Turm Babel: blind für die Unterstadt, dabei, eine ganze Generation von Knowledge-Workern als überflüssige Kostenposition abzuschreiben.
Die Metapher ist vielleicht zu drastisch. Aber sie trifft einen Punkt, den ich nicht mehr ignorieren kann: Das ganze System funktioniert nur, solange das Narrativ trägt. Sobald der Markt anfängt, die zirkulären Geldströme und die ausbleibenden Produktivitätsgewinne zu hinterfragen, kippt es. Und dann ist für die entlassenen Mitarbeitenden zu spät.
Und das Geld? Fließt über den großen Teich
An dieser Stelle wird es für uns als Europäer richtig unangenehm. Wo landet eigentlich das Geld, das in Walldorf, Frankfurt, München oder Nürnberg eingespart wird? Nicht bei den Aktionären der entlassenden Konzerne – der SAP-Kurs hat sich halbiert.
Ganz übel ist es bei DeepL: Das KI-Übersetzungs-Start-up aus Köln – jahrelang als deutsche KI-Hoffnung neben Aleph Alpha und Mistral gehandelt – hat am 7. Mai angekündigt, rund 250 Stellen abzubauen, ein Viertel der Belegschaft. Die deutsche KI-Hoffnung wird durch dieselbe Technologie zerlegt, die sie selbst verkauft – weil Konsumenten ihre Übersetzungen längst über ChatGPT laufen lassen statt über DeepL.
Treffender kann die ganze Geschichte nicht symbolisiert werden. Unser Geld fließt, gefiltert durch Lizenzen und Cloud-Verträge, ziemlich zielsicher nach Santa Clara, Redmond, San Francisco, Seattle. Zu Nvidia, Microsoft, OpenAI, Anthropic, Google und AWS. Und solange die europäische Souveränitätsdebatte beim AI Act und ein paar Förderprogrammen stehen bleibt, wird sich daran nichts ändern.
Ich glaube, dass KI vieles verändern wird. Das tut sie schon. Aber das Narrativ, das gerade jede Quartalsmeldung durchzieht, ist bedenklich und erinnert an die Dotcom-Blase: Zukunftsinvestition, Kostensenkung und technologischer Führungsanspruch in einer einzigen Pressemitteilung. Sehr viele heiße Luft, zu wenig Substanz und messbare Erfolge, scheint mir. Diese Art von Disruption hatten wir schon einmal. Es wird Zeit, uns zu erden, Künstliche Intelligenz nüchterner zu betrachten, die europäische KI-Industrie zu stärken und nicht jeder mythischen Ankündigung und US-Pressemitteilung zu glauben.
Quellen & Leseempfehlungen
- FAZ – Meta plant KI-Fokus: Entlassungen und Umbau
- Handelsblatt – Cisco streicht für KI-Fokus knapp 4.000 Stellen, Aktie steigt kräftig
- Focus – 80.000 Jobs weg: Tech-Branche schiebt Entlassungen auf KI (Nikkei-Asia-Auswertung Q1 2026)
- heise online – 2,59 Billionen US-Dollar: Ausgaben für KI wachsen ungebremst (Gartner)
- heise online – KI-Barometer 2026: Wie Unternehmen KI heute tatsächlich einsetzen
- CNBC – AI was behind over 50,000 layoffs in 2025: Microsoft, Amazon, Salesforce, IBM
- CNBC – Amazon laying off 16,000 corporate workers in latest anti-bureaucracy push
- Bloomberg – Oracle Layoffs to Impact Thousands in AI Cash Crunch
- Time – Oracle Workers Say They Were Fired After Training AI to Replace Them
- Handelsblatt – Christian Klein im Interview: „Künstliche Intelligenz wird zu großen Umwälzungen führen“ (Januar 2024)
- Handelsblatt – Christian Kleins große Wette auf die Zukunft von SAP
- Handelsblatt – DeepL: KI-Firma streicht rund ein Viertel der Stellen
- Focus Money – SAP im freien Fall: Warum der Software-Titan nicht zur Ruhe kommt
- Börse Express – Commerzbank baut 3.000 Stellen für KI-Strategie ab
- MeTacheles / Sascha Pallenberg – Metropolis 2026: Willkommen im KI-Moloch
- Dr.Web – AI-Pods statt Teams: Meta kürzt 8.000 Köpfe
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Wie der KI-Hype Arbeitsplätze vernichtet und Milliarden zirkulieren lässt
Cisco baut 4.000 Stellen ab, fünf Prozent der Belegschaft. Die Aktie springt im nachbörslichen Handel 14 Prozent nach oben. Begründung des Konzerns: KI-Fokus. Es ist die Standardmeldung im Mai 2026, nicht die Ausnahme. Eine Woche vorher verkündete Meta 8.000 Kündigungen und kündigte an, die Organisation in sogenannte „AI-Pods“ umzubauen – keine klassischen Teams mehr, sondern KI-getriebene Pods mit neuen Rollenklassen wie „AI Builder“ und „AI Pod Lead“. Parallel investiert Meta zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur. Das ist nicht einfach Abbau; das ist Umverdrahtung. Oracle plant bis zu 30.000. Amazon hat seit Oktober rund 28.000 Bürojobs gestrichen. Microsoft kommt im laufenden Jahr auf 15.000. SAP hat vor zwei Jahren 10.000 Mitarbeitende entlassen. Auch DeepL, die deutsche KI-Hoffnung, baut ein Viertel ihrer Belegschaft ab. Wer die Quellen selbst lesen will: Am Ende des Beitrags – wie immer in meiner Kuratiert.-Serie – findet sich die vollständige Linkliste.
Allein im ersten Quartal 2026 hat die globale Tech-Branche 78.557 Stellen gestrichen – knapp die Hälfte davon, 37.638 Jobs, offiziell mit KI und Automatisierung begründet, wie Nikkei Asia ausgerechnet hat. Immer dieselbe Begründung, oft derselbe Reflex an der Börse: jubeln. Kommt mir vertraut vor: Es ist die exakt gleiche Choreografie wie bei den großen Restrukturierungswellen der letzten 25 Jahre. Nur dass das Etikett heute „Künstliche Intelligenz“ heißt – und nicht „Shareholder Value“, „Lean Management“ oder „Right-Sizing“. Funktioniert immer wieder.
Die immer gleiche Choreografie
Schauen wir uns Cisco genauer an. Der Netzwerkausrüster baut 4.000 Stellen ab – und hebt in derselben Pressemitteilung die Umsatzprognose nach oben. Begründung: starker Auftragseingang von Cloud-Anbietern für KI-Infrastruktur. Übersetzt heißt das: Microsoft, AWS, Google und ein paar kleinere Hyperscaler bauen ihre KI-Rechenzentren mit Cisco-Hardware aus. Cisco entlässt also seine eigenen Mitarbeitenden und baut die Infrastruktur, mit der die nächsten Konzerne ihre Mitarbeitenden entlassen. Die Aktie versteht das sofort: 14 Prozent nach oben.
Cisco ist nur die jüngste Folge. Microsoft hat 2025 rund 15.000 Stellen gestrichen, davon 9.000 in einer einzigen Juli-Runde – parallel zur Ankündigung, 80 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur zu investieren; laut Bloomberg hat allein die KI-Integration in Kundenservice und Vertrieb über 500 Millionen Dollar Einsparungen gebracht.
Oracle hat im März bis zu 30.000 Stellen angekündigt, die größte Entlassungswelle der Konzerngeschichte, getrieben von einer Cash-Klemme nach Milliardeninvestitionen in KI-Rechenzentren. Besonders perfide: Mehrere Oracle-Mitarbeitende berichten in der Time, sie seien zuvor gebeten worden, ihre eigenen Arbeitsabläufe zu dokumentieren – um damit jene KI-Systeme zu trainieren, die ihnen anschließend den Stuhl unter dem Hintern wegzogen. Workflow-Dokumentation als Vorbereitung der eigenen Kündigung.
Amazon hat im Oktober vierzehntausend Bürojobs gestrichen und im Januar noch einmal in derselben Größenordnung nachgelegt; CEO Andy Jassy hatte vorher offen angekündigt, dass die KI-Effizienzgewinne den Corporate-Headcount langfristig reduzieren werden.
Salesforce-Chef Marc Benioff verkündete im Logan-Bartlett-Podcast mit erstaunlicher Direktheit, er habe sein Support-Team von 9.000 auf 5.000 reduziert – wörtlich, weil er „weniger heads“ brauche, seit die Agentforce-Bots rund die Hälfte der Kundenanfragen erledigen. IBM-Chef Arvind Krishna sagte dem Wall Street Journal, KI-Chatbots hätten die Arbeit mehrerer hundert Mitarbeitender in der Personalabteilung übernommen.
Die Liste ließe sich verlängern. Und dann kommt noch der ironische Schlussstein: Ausgerechnet Sam Altman, der CEO von OpenAI, hat bei einer Konferenz in Indien öffentlich eingeräumt, ein Teil dieser Entlassungen sei reines „AI-Washing“ – Stellenkürzungen, die ohnehin gekommen wären, nur jetzt mit KI-Etikett verkauft. Wenn einer der obersten Profiteure der KI-Story die Story selbst entlarvt, sollte das Aufmerksamkeit erzeugen. Auch in anderen Branchen und Berufsfeldern sehen wir identisches Vorgehen. Was alle eint, ist die Erzählung.
Walldorf frisst sich selbst
Bei SAP wirkt die Geschichte richtig seltsam. Im Januar 2024, beim Weltwirtschaftsforum in Davos, sagte SAP-Technologiechef Jürgen Müller dem Handelsblatt-KI-Briefing noch unmissverständlich: „Die Einführung von KI-Tools dient doch nicht dazu, Entwicklungsressourcen abzubauen.“ Vorstandschef Christian Klein versprach im selben Zeitraum, die Belegschaft werde nicht schrumpfen, sondern in drei Jahren sogar leicht größer sein.
Gut zwei Jahre später lautet die Bilanz: Das 10.000-Stellen-Programm ist durch, davon rund 3.500 in Deutschland; der Aktienkurs hat sich zwischenzeitlich verdoppelt – und seit Februar 2025 wieder halbiert. Heute, wo Claude Code, GitHub Copilot und Cursor Entwicklerinnen und Entwickler bei Routinearbeiten in einem Tempo überflüssig machen, das selbst die Branche überrascht, würden Müllers Sätze von damals vermutlich nicht mehr fallen.
Die brutale Pointe: Dieselbe KI, mit der SAP den Stellenabbau verkauft hat, höhlt jetzt das SaaS-Geschäftsmodell aus, von dem der Konzern lebt. Wenn intelligente Agenten Buchhaltungslogik, Personalprozesse und Lieferkettenanalysen direkt auf dem Datenbestand erledigen können – wozu brauche ich dann noch teure SAP-Module? Focus Money formuliert es ungewöhnlich klar, und das Handelsblatt selbst spricht inzwischen offen aus, dass KI das SAP-Geschäftsmodell bedroht und die Börse an der Zukunftsfähigkeit des Konzerns zweifelt.
Der Inzest der Milliarden
Schauen wir auf die Geldströme hinter dem Geschehen – da wird es grotesk. Sascha Pallenberg hat das in seinem MeTacheles-Newsletter als „Inzest der Investitionen“ zugespitzt: Investoren aus dem Big-Tech-Lager finanzieren KI-Startups, und diese Startups geben das Geld direkt wieder an dieselben Investoren zurück – als Bezahlung für Rechenleistung und Chips. Ein in sich geschlossener Kreislauf, der die Umsätze aufbläht, ohne dass echte Wertschöpfung entsteht.
Ed Zitron hat den Mechanismus am Beispiel Anthropic–Amazon nachgezeichnet: Amazon investiert Milliarden in Anthropic, Anthropic bezahlt mit eben diesem Geld die AWS-Cloud-Rechnungen zurück. Kein Gewinn, aber blendende Quartalszahlen.
Wie groß dieser Kreislauf insgesamt ist, hat Gartner gerade vorgerechnet: Allein 2026 sollen die weltweiten KI-Ausgaben um 47 Prozent auf 2,59 Billionen Dollar steigen. Mehr als 45 Prozent davon fließen in KI-Infrastruktur, die Ausgaben für KI-optimierte Server sollen sich in den nächsten fünf Jahren verdreifachen, und das Segment der KI-Modelle wächst dieses Jahr um 110 Prozent auf rund 32,6 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Microsoft investiert 2026 laut Bloomberg 190 Milliarden Dollar Capex, Amazon 200 Milliarden und Meta zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar. Treiber, so Gartner-Analyst John-David Lovelock, sind genau die Cloud-Giganten AWS, Google und Microsoft. Also jene Konzerne, die ihr Personal mit der KI-Begründung feuern, angeblich um in Rechenzentren investieren zu können.
Sehr irritierend ist dann aber das KI-Barometer 2026: 90 Prozent der befragten deutschen Unternehmen berichten, dass KI in den letzten drei Jahren keinen messbaren Einfluss auf Beschäftigung oder Produktivität hatte. Knapp 70 Prozent der Führungskräfte würden KI-Budgets sogar wieder kürzen, wenn die gesteckten Ziele dieses Jahr nicht erreicht werden. Zwischen 2,59 Billionen Dollar Ausgaben und dem real messbaren Nutzen klafft derzeit also ein Abgrund, den niemand richtig erklären kann – außer mit dem Wort Hype.
Michael Burry hat am 8. Mai öffentlich gewarnt, der Markt erinnere ihn an die letzten Monate der Dotcom-Blase 1999/2000 – Aktien steigen nicht mehr wegen Arbeitsmarktdaten oder Konsumstimmung, sondern wegen der Nvidia-Quartalszahlen. Pallenberg zieht zur Einordnung Fritz Langs Metropolis heran und vergleicht die heutigen Tech-CEOs mit Joh Fredersen in seinem Turm Babel: blind für die Unterstadt, dabei, eine ganze Generation von Knowledge-Workern als überflüssige Kostenposition abzuschreiben.
Die Metapher ist vielleicht zu drastisch. Aber sie trifft einen Punkt, den ich nicht mehr ignorieren kann: Das ganze System funktioniert nur, solange das Narrativ trägt. Sobald der Markt anfängt, die zirkulären Geldströme und die ausbleibenden Produktivitätsgewinne zu hinterfragen, kippt es. Und dann ist für die entlassenen Mitarbeitenden zu spät.
Und das Geld? Fließt über den großen Teich
An dieser Stelle wird es für uns als Europäer richtig unangenehm. Wo landet eigentlich das Geld, das in Walldorf, Frankfurt, München oder Nürnberg eingespart wird? Nicht bei den Aktionären der entlassenden Konzerne – der SAP-Kurs hat sich halbiert.
Ganz übel ist es bei DeepL: Das KI-Übersetzungs-Start-up aus Köln – jahrelang als deutsche KI-Hoffnung neben Aleph Alpha und Mistral gehandelt – hat am 7. Mai angekündigt, rund 250 Stellen abzubauen, ein Viertel der Belegschaft. Die deutsche KI-Hoffnung wird durch dieselbe Technologie zerlegt, die sie selbst verkauft – weil Konsumenten ihre Übersetzungen längst über ChatGPT laufen lassen statt über DeepL.
Treffender kann die ganze Geschichte nicht symbolisiert werden. Unser Geld fließt, gefiltert durch Lizenzen und Cloud-Verträge, ziemlich zielsicher nach Santa Clara, Redmond, San Francisco, Seattle. Zu Nvidia, Microsoft, OpenAI, Anthropic, Google und AWS. Und solange die europäische Souveränitätsdebatte beim AI Act und ein paar Förderprogrammen stehen bleibt, wird sich daran nichts ändern.
Ich glaube, dass KI vieles verändern wird. Das tut sie schon. Aber das Narrativ, das gerade jede Quartalsmeldung durchzieht, ist bedenklich und erinnert an die Dotcom-Blase: Zukunftsinvestition, Kostensenkung und technologischer Führungsanspruch in einer einzigen Pressemitteilung. Sehr viele heiße Luft, zu wenig Substanz und messbare Erfolge, scheint mir. Diese Art von Disruption hatten wir schon einmal. Es wird Zeit, uns zu erden, Künstliche Intelligenz nüchterner zu betrachten, die europäische KI-Industrie zu stärken und nicht jeder mythischen Ankündigung und US-Pressemitteilung zu glauben.
Quellen & Leseempfehlungen
- FAZ – Meta plant KI-Fokus: Entlassungen und Umbau
- Handelsblatt – Cisco streicht für KI-Fokus knapp 4.000 Stellen, Aktie steigt kräftig
- Focus – 80.000 Jobs weg: Tech-Branche schiebt Entlassungen auf KI (Nikkei-Asia-Auswertung Q1 2026)
- heise online – 2,59 Billionen US-Dollar: Ausgaben für KI wachsen ungebremst (Gartner)
- heise online – KI-Barometer 2026: Wie Unternehmen KI heute tatsächlich einsetzen
- CNBC – AI was behind over 50,000 layoffs in 2025: Microsoft, Amazon, Salesforce, IBM
- CNBC – Amazon laying off 16,000 corporate workers in latest anti-bureaucracy push
- Bloomberg – Oracle Layoffs to Impact Thousands in AI Cash Crunch
- Time – Oracle Workers Say They Were Fired After Training AI to Replace Them
- Handelsblatt – Christian Klein im Interview: „Künstliche Intelligenz wird zu großen Umwälzungen führen“ (Januar 2024)
- Handelsblatt – Christian Kleins große Wette auf die Zukunft von SAP
- Handelsblatt – DeepL: KI-Firma streicht rund ein Viertel der Stellen
- Focus Money – SAP im freien Fall: Warum der Software-Titan nicht zur Ruhe kommt
- Börse Express – Commerzbank baut 3.000 Stellen für KI-Strategie ab
- MeTacheles / Sascha Pallenberg – Metropolis 2026: Willkommen im KI-Moloch
- Dr.Web – AI-Pods statt Teams: Meta kürzt 8.000 Köpfe
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Wie der KI-Hype Arbeitsplätze vernichtet und Milliarden zirkulieren lässt
Cisco baut 4.000 Stellen ab, fünf Prozent der Belegschaft. Die Aktie springt im nachbörslichen Handel 14 Prozent nach oben. Begründung des Konzerns: KI-Fokus. Es ist die Standardmeldung im Mai 2026, nicht die Ausnahme. Eine Woche vorher verkündete Meta 8.000 Kündigungen und kündigte an, die Organisation in sogenannte „AI-Pods“ umzubauen – keine klassischen Teams mehr, sondern KI-getriebene Pods mit neuen Rollenklassen wie „AI Builder“ und „AI Pod Lead“. Parallel investiert Meta zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur. Das ist nicht einfach Abbau; das ist Umverdrahtung. Oracle plant bis zu 30.000. Amazon hat seit Oktober rund 28.000 Bürojobs gestrichen. Microsoft kommt im laufenden Jahr auf 15.000. SAP hat vor zwei Jahren 10.000 Mitarbeitende entlassen. Auch DeepL, die deutsche KI-Hoffnung, baut ein Viertel ihrer Belegschaft ab. Wer die Quellen selbst lesen will: Am Ende des Beitrags – wie immer in meiner Kuratiert.-Serie – findet sich die vollständige Linkliste.
Allein im ersten Quartal 2026 hat die globale Tech-Branche 78.557 Stellen gestrichen – knapp die Hälfte davon, 37.638 Jobs, offiziell mit KI und Automatisierung begründet, wie Nikkei Asia ausgerechnet hat. Immer dieselbe Begründung, oft derselbe Reflex an der Börse: jubeln. Kommt mir vertraut vor: Es ist die exakt gleiche Choreografie wie bei den großen Restrukturierungswellen der letzten 25 Jahre. Nur dass das Etikett heute „Künstliche Intelligenz“ heißt – und nicht „Shareholder Value“, „Lean Management“ oder „Right-Sizing“. Funktioniert immer wieder.
Die immer gleiche Choreografie
Schauen wir uns Cisco genauer an. Der Netzwerkausrüster baut 4.000 Stellen ab – und hebt in derselben Pressemitteilung die Umsatzprognose nach oben. Begründung: starker Auftragseingang von Cloud-Anbietern für KI-Infrastruktur. Übersetzt heißt das: Microsoft, AWS, Google und ein paar kleinere Hyperscaler bauen ihre KI-Rechenzentren mit Cisco-Hardware aus. Cisco entlässt also seine eigenen Mitarbeitenden und baut die Infrastruktur, mit der die nächsten Konzerne ihre Mitarbeitenden entlassen. Die Aktie versteht das sofort: 14 Prozent nach oben.
Cisco ist nur die jüngste Folge. Microsoft hat 2025 rund 15.000 Stellen gestrichen, davon 9.000 in einer einzigen Juli-Runde – parallel zur Ankündigung, 80 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur zu investieren; laut Bloomberg hat allein die KI-Integration in Kundenservice und Vertrieb über 500 Millionen Dollar Einsparungen gebracht.
Oracle hat im März bis zu 30.000 Stellen angekündigt, die größte Entlassungswelle der Konzerngeschichte, getrieben von einer Cash-Klemme nach Milliardeninvestitionen in KI-Rechenzentren. Besonders perfide: Mehrere Oracle-Mitarbeitende berichten in der Time, sie seien zuvor gebeten worden, ihre eigenen Arbeitsabläufe zu dokumentieren – um damit jene KI-Systeme zu trainieren, die ihnen anschließend den Stuhl unter dem Hintern wegzogen. Workflow-Dokumentation als Vorbereitung der eigenen Kündigung.
Amazon hat im Oktober vierzehntausend Bürojobs gestrichen und im Januar noch einmal in derselben Größenordnung nachgelegt; CEO Andy Jassy hatte vorher offen angekündigt, dass die KI-Effizienzgewinne den Corporate-Headcount langfristig reduzieren werden.
Salesforce-Chef Marc Benioff verkündete im Logan-Bartlett-Podcast mit erstaunlicher Direktheit, er habe sein Support-Team von 9.000 auf 5.000 reduziert – wörtlich, weil er „weniger heads“ brauche, seit die Agentforce-Bots rund die Hälfte der Kundenanfragen erledigen. IBM-Chef Arvind Krishna sagte dem Wall Street Journal, KI-Chatbots hätten die Arbeit mehrerer hundert Mitarbeitender in der Personalabteilung übernommen.
Die Liste ließe sich verlängern. Und dann kommt noch der ironische Schlussstein: Ausgerechnet Sam Altman, der CEO von OpenAI, hat bei einer Konferenz in Indien öffentlich eingeräumt, ein Teil dieser Entlassungen sei reines „AI-Washing“ – Stellenkürzungen, die ohnehin gekommen wären, nur jetzt mit KI-Etikett verkauft. Wenn einer der obersten Profiteure der KI-Story die Story selbst entlarvt, sollte das Aufmerksamkeit erzeugen. Auch in anderen Branchen und Berufsfeldern sehen wir identisches Vorgehen. Was alle eint, ist die Erzählung.
Walldorf frisst sich selbst
Bei SAP wirkt die Geschichte richtig seltsam. Im Januar 2024, beim Weltwirtschaftsforum in Davos, sagte SAP-Technologiechef Jürgen Müller dem Handelsblatt-KI-Briefing noch unmissverständlich: „Die Einführung von KI-Tools dient doch nicht dazu, Entwicklungsressourcen abzubauen.“ Vorstandschef Christian Klein versprach im selben Zeitraum, die Belegschaft werde nicht schrumpfen, sondern in drei Jahren sogar leicht größer sein.
Gut zwei Jahre später lautet die Bilanz: Das 10.000-Stellen-Programm ist durch, davon rund 3.500 in Deutschland; der Aktienkurs hat sich zwischenzeitlich verdoppelt – und seit Februar 2025 wieder halbiert. Heute, wo Claude Code, GitHub Copilot und Cursor Entwicklerinnen und Entwickler bei Routinearbeiten in einem Tempo überflüssig machen, das selbst die Branche überrascht, würden Müllers Sätze von damals vermutlich nicht mehr fallen.
Die brutale Pointe: Dieselbe KI, mit der SAP den Stellenabbau verkauft hat, höhlt jetzt das SaaS-Geschäftsmodell aus, von dem der Konzern lebt. Wenn intelligente Agenten Buchhaltungslogik, Personalprozesse und Lieferkettenanalysen direkt auf dem Datenbestand erledigen können – wozu brauche ich dann noch teure SAP-Module? Focus Money formuliert es ungewöhnlich klar, und das Handelsblatt selbst spricht inzwischen offen aus, dass KI das SAP-Geschäftsmodell bedroht und die Börse an der Zukunftsfähigkeit des Konzerns zweifelt.
Der Inzest der Milliarden
Schauen wir auf die Geldströme hinter dem Geschehen – da wird es grotesk. Sascha Pallenberg hat das in seinem MeTacheles-Newsletter als „Inzest der Investitionen“ zugespitzt: Investoren aus dem Big-Tech-Lager finanzieren KI-Startups, und diese Startups geben das Geld direkt wieder an dieselben Investoren zurück – als Bezahlung für Rechenleistung und Chips. Ein in sich geschlossener Kreislauf, der die Umsätze aufbläht, ohne dass echte Wertschöpfung entsteht.
Ed Zitron hat den Mechanismus am Beispiel Anthropic–Amazon nachgezeichnet: Amazon investiert Milliarden in Anthropic, Anthropic bezahlt mit eben diesem Geld die AWS-Cloud-Rechnungen zurück. Kein Gewinn, aber blendende Quartalszahlen.
Wie groß dieser Kreislauf insgesamt ist, hat Gartner gerade vorgerechnet: Allein 2026 sollen die weltweiten KI-Ausgaben um 47 Prozent auf 2,59 Billionen Dollar steigen. Mehr als 45 Prozent davon fließen in KI-Infrastruktur, die Ausgaben für KI-optimierte Server sollen sich in den nächsten fünf Jahren verdreifachen, und das Segment der KI-Modelle wächst dieses Jahr um 110 Prozent auf rund 32,6 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Microsoft investiert 2026 laut Bloomberg 190 Milliarden Dollar Capex, Amazon 200 Milliarden und Meta zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar. Treiber, so Gartner-Analyst John-David Lovelock, sind genau die Cloud-Giganten AWS, Google und Microsoft. Also jene Konzerne, die ihr Personal mit der KI-Begründung feuern, angeblich um in Rechenzentren investieren zu können.
Sehr irritierend ist dann aber das KI-Barometer 2026: 90 Prozent der befragten deutschen Unternehmen berichten, dass KI in den letzten drei Jahren keinen messbaren Einfluss auf Beschäftigung oder Produktivität hatte. Knapp 70 Prozent der Führungskräfte würden KI-Budgets sogar wieder kürzen, wenn die gesteckten Ziele dieses Jahr nicht erreicht werden. Zwischen 2,59 Billionen Dollar Ausgaben und dem real messbaren Nutzen klafft derzeit also ein Abgrund, den niemand richtig erklären kann – außer mit dem Wort Hype.
Michael Burry hat am 8. Mai öffentlich gewarnt, der Markt erinnere ihn an die letzten Monate der Dotcom-Blase 1999/2000 – Aktien steigen nicht mehr wegen Arbeitsmarktdaten oder Konsumstimmung, sondern wegen der Nvidia-Quartalszahlen. Pallenberg zieht zur Einordnung Fritz Langs Metropolis heran und vergleicht die heutigen Tech-CEOs mit Joh Fredersen in seinem Turm Babel: blind für die Unterstadt, dabei, eine ganze Generation von Knowledge-Workern als überflüssige Kostenposition abzuschreiben.
Die Metapher ist vielleicht zu drastisch. Aber sie trifft einen Punkt, den ich nicht mehr ignorieren kann: Das ganze System funktioniert nur, solange das Narrativ trägt. Sobald der Markt anfängt, die zirkulären Geldströme und die ausbleibenden Produktivitätsgewinne zu hinterfragen, kippt es. Und dann ist für die entlassenen Mitarbeitenden zu spät.
Und das Geld? Fließt über den großen Teich
An dieser Stelle wird es für uns als Europäer richtig unangenehm. Wo landet eigentlich das Geld, das in Walldorf, Frankfurt, München oder Nürnberg eingespart wird? Nicht bei den Aktionären der entlassenden Konzerne – der SAP-Kurs hat sich halbiert.
Ganz übel ist es bei DeepL: Das KI-Übersetzungs-Start-up aus Köln – jahrelang als deutsche KI-Hoffnung neben Aleph Alpha und Mistral gehandelt – hat am 7. Mai angekündigt, rund 250 Stellen abzubauen, ein Viertel der Belegschaft. Die deutsche KI-Hoffnung wird durch dieselbe Technologie zerlegt, die sie selbst verkauft – weil Konsumenten ihre Übersetzungen längst über ChatGPT laufen lassen statt über DeepL.
Treffender kann die ganze Geschichte nicht symbolisiert werden. Unser Geld fließt, gefiltert durch Lizenzen und Cloud-Verträge, ziemlich zielsicher nach Santa Clara, Redmond, San Francisco, Seattle. Zu Nvidia, Microsoft, OpenAI, Anthropic, Google und AWS. Und solange die europäische Souveränitätsdebatte beim AI Act und ein paar Förderprogrammen stehen bleibt, wird sich daran nichts ändern.
Ich glaube, dass KI vieles verändern wird. Das tut sie schon. Aber das Narrativ, das gerade jede Quartalsmeldung durchzieht, ist bedenklich und erinnert an die Dotcom-Blase: Zukunftsinvestition, Kostensenkung und technologischer Führungsanspruch in einer einzigen Pressemitteilung. Sehr viele heiße Luft, zu wenig Substanz und messbare Erfolge, scheint mir. Diese Art von Disruption hatten wir schon einmal. Es wird Zeit, uns zu erden, Künstliche Intelligenz nüchterner zu betrachten, die europäische KI-Industrie zu stärken und nicht jeder mythischen Ankündigung und US-Pressemitteilung zu glauben.
Quellen & Leseempfehlungen
- FAZ – Meta plant KI-Fokus: Entlassungen und Umbau
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- CNBC – AI was behind over 50,000 layoffs in 2025: Microsoft, Amazon, Salesforce, IBM
- CNBC – Amazon laying off 16,000 corporate workers in latest anti-bureaucracy push
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- Handelsblatt – Christian Klein im Interview: „Künstliche Intelligenz wird zu großen Umwälzungen führen“ (Januar 2024)
- Handelsblatt – Christian Kleins große Wette auf die Zukunft von SAP
- Handelsblatt – DeepL: KI-Firma streicht rund ein Viertel der Stellen
- Focus Money – SAP im freien Fall: Warum der Software-Titan nicht zur Ruhe kommt
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- MeTacheles / Sascha Pallenberg – Metropolis 2026: Willkommen im KI-Moloch
- Dr.Web – AI-Pods statt Teams: Meta kürzt 8.000 Köpfe
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Oh, BTW… on the #Jobs and #employment front there is plenty to be worried about as
99% of CEOs Expect AI-Driven Layoffs in the Next Two Years https://gizmodo.com/99-of-ceos-expect-ai-driven-layoffs-in-the-next-two-years-2000762994 #layoffs #economy -
https://www.europesays.com/britain/49254/ Standard Chartered CEO apologizes for calling some workers ‘lower value human capital’ in AI push #AIAgents #Automation #Banks #Business #careers #Chatbots #ChiefExecutiveOfficer(CEO) #CorporateAmerica #employment #executives #Finance #founders #Hiring #jobs #Klarna #layoffs #MarcBenioff #Salesforce #StandardChartered #TheFutureOfWork #unemployment
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…The #Trump admin has used #NDAs in recent efforts to keep a close hold on certain #information.
The #Pentagon imposed NDAs & random #polygraph testing as part of a broader effort to root out #leaks & those deemed insufficiently #loyal. The Department of #VeteransAffairs also required officials working on #layoffs last year to sign agreements, keeping much of its workforce in the dark about #MassFirings, later canceled.
#idiocracy #criminality #law #FreeSpeech -
Fortune Tech: Pope Leo and AI, Samsung union drama, EU Google fine
Good morning. How much is riding on the expected IPOs of OpenAI and Anthropic? Look no further than…
#Europe #EU #Alphabet #Antitrust #EuropeanCommission #EuropeanUnion #FederalTradeCommission(FTC) #FortuneTech #Google #Iran #Layoffs #Massachusetts #nocopyright #OpenAI #Pope #Ride-Hailing #samsung #Softbank #TheVatican #Vatican #X
https://www.europesays.com/europe/52673/ -
"One of the things that I think people misunderstand about these layoffs is they think that it indicates somehow AI is successfully replacing all of these workers. But what’s important to understand is, these tech companies, they’re trying to get cost efficiencies now, in part because they’re spending an extraordinary amount of money trying to develop AI technologies. And they’re actually making a future bet that when they lay off the current human employees to gain current cost efficiencies, that they will hopefully then be able to automate them away later with AI. But it’s not, in fact, a representation of what AI can currently do.
But there are plenty of other sectors outside of the AI industry that are now doing the same thing. They’re also trying to make this future bet that they will be able to automate workers. And so, that is what’s actually having this cascading effect on the job market, where AI is being used as a justification to accelerate layoffs."
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"One of the things that I think people misunderstand about these layoffs is they think that it indicates somehow AI is successfully replacing all of these workers. But what’s important to understand is, these tech companies, they’re trying to get cost efficiencies now, in part because they’re spending an extraordinary amount of money trying to develop AI technologies. And they’re actually making a future bet that when they lay off the current human employees to gain current cost efficiencies, that they will hopefully then be able to automate them away later with AI. But it’s not, in fact, a representation of what AI can currently do.
But there are plenty of other sectors outside of the AI industry that are now doing the same thing. They’re also trying to make this future bet that they will be able to automate workers. And so, that is what’s actually having this cascading effect on the job market, where AI is being used as a justification to accelerate layoffs."
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🚀 Oh, look! Another article predicting the #apocalypse of tech jobs because #AI is here to gobble them up like a hungry Pac-Man. 😂 Apparently, the "Measurers" are getting their revenge by laying off humans faster than you can say "overhired during #COVID." AI capex is the new flex, darling! 💸
https://www.hackyexperiments.com/blog/the-revenge-of-the-measurers #techjobs #layoffs #Measurers #overhired #HackerNews #ngated -
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https://www.europesays.com/people/86179/ Leaked Audio: Zuckerberg Defends Monitoring Meta Employees to Win AI Race #AiCompetition #AIModels #AITraining #ArtificialIntelligence(ai) #Audio #BigTech #Corporate #employees #GeneralDataProtectionRegulation(GDPR) #GenerativeAI #layoffs #MarkZuckerberg #MetaInc #Privacy #SocialMedia #surveillance #tracking
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99% of CEOs Expect AI-Driven Layoffs in the Next Two Years
Virtually all CEOs surveyed in a recent study said they expect corporate AI initiatives to lead to layoffs…
#NewsBeep #News #Artificialintelligence #AI #ArtificialIntelligence #AU #Australia #employment #Layoffs #Technology
https://www.newsbeep.com/au/692970/ -
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https://www.newsbeep.com/us/663060/ -
99% of CEOs expect AI-driven layoffs within two years, according to a Global Talent Trends report from Mercer
A report from consulting firm Mercer indicates nearly all surveyed executives anticipate AI initiatives will lead to workforce reductions.
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99% of CEOs expect AI-driven layoffs within two years, according to a Global Talent Trends report from Mercer
A report from consulting firm Mercer indicates nearly all surveyed executives anticipate AI initiatives will lead to workforce reductions.
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99% of CEOs Expect AI-Driven Layoffs in the Next Two Years https://www.byteseu.com/2049844/ #AI #ArtificialIntelligence #Employment #layoffs
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https://www.europesays.com/people/85417/ After AI layoffs, Newsom faces pressure from labor unions to find ways to ease the pain #AFLCIO #AI #ArtificialIntelligence #Automation #CaliforniaLaborFederation #calmatters #DonaldTrump #Economy #Employment #Featured #FeaturedNews #GavinNewsom #JobLosses #Labor #LaborUnions #layoffs #MarkZuckerberg #Meta #NoRoboBossesAct #Politics #Technology #Unions #Workers'Rights
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https://winbuzzer.com/2026/05/24/wozniaks-actual-intelligence-line-wins-cheers-at-gvsu-xcxwbn/
Steve Wozniak's 'AI - actual intelligence' wordplay drew applause from Grand Valley State University graduates, in sharp contrast to other 2026 US commencement speakers (Schmidt, Caulfield, Borchetta) who were booed after mentioning AI.
#AI #SteveWozniak #EricSchmidt #BigTech #Innovation #Commencement #Layoffs #Jobs #BigTechLayoffs
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https://winbuzzer.com/2026/05/24/wozniaks-actual-intelligence-line-wins-cheers-at-gvsu-xcxwbn/
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After Meta’s ‘Big Beautiful Layoff’, Zuckerberg’s new promise sparks fresh debate https://english.mathrubhumi.com/technology/meta-layoffs-2026-ai-restructuring-zuckerberg-vvyfzqmj?utm_source=dlvr.it&utm_medium=mastodon #Meta #MarkZuckerberg #Layoffs #AI #TechNews
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https://www.europesays.com/people/84043/ Mark Zuckerberg Tells Employees Success ‘Isn’t a Given’ As Meta Begins Thousands Of Layoffs #AI #layoffs #MarkZuckerberg #Meta
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RE: https://mastodon.social/@grandrapidsnews/116621744223247760
Even more #AI related #layoffs (i.e., firings) 1 week after the grand opening of #Acrisure #amphitheater where #concert goers paid $60-693 USD to see #LionelRitchie play.
The $185M project - w/ $80M in #tax #subsidies and #BondFunding - that pushed the city $90M into debt when it had to replace the building it sold to the developer, to teardown and build the venue.
Dominos. Absolutely one crash after another, that took 8 years so far, wirh still more blocks to fall.
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RE: https://mastodon.social/@grandrapidsnews/116621744223247760
Even more #AI related #layoffs (i.e., firings) 1 week after the grand opening of #Acrisure #amphitheater where #concert goers paid $60-693 USD to see #LionelRitchie play.
The $185M project - w/ $80M in #tax #subsidies and #BondFunding - that pushed the city $90M into debt when it had to replace the building it sold to the developer, to teardown and build the venue.
Dominos. Absolutely one crash after another, that took 8 years so far, with still more blocks to fall.
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RE: https://mastodon.social/@grandrapidsnews/116621744223247760
Even more #AI related #layoffs (i.e., firings) 1 week after the grand opening of #Acrisure #amphitheater where #concert goers paid $60-693 USD to see #LionelRitchie play.
The $185M project - w/ $80M in #tax #subsidies and #BondFunding - that pushed the city $90M into debt when it had to replace the building it sold to the developer, to teardown and build the venue.
Dominos. Absolutely one crash after another, that took 8 years so far, with still more blocks to fall.