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#raterepublik — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #raterepublik, aggregated by home.social.

  1. Alle Macht den [Sowjets] oder: Was macht eine echte Revolution aus?

    Ich sag dir, dass alle echten Revolutionen auf derselben Grundlage stehen, aber du solltest niemandem glauben, der so pauschale Aussagen macht.

    Ich sag dir, dass alle echten Revolutionen von lokalen Entscheidungsgremien (nennen wir sie #Räte) gemacht werden, die sich dann vernetzen oder zusammenschließen, um eine größere, revolutionäre Gesellschaft aufzubauen.

    Und ich fange mit dem traurigsten Beispiel an, das mir einfällt. Alle Macht den Sowjets.

    Im März 1917 hatte das russische Volk seine #Februarrevolution (damals gab's einen anderen Kalender, also war Februar im März) und hat den Zaren rausgeschmissen und dann versucht, wie alle Leute in so einer Situation, herauszufinden, was zum Teufel sie als Nächstes machen sollten. Sie verbrachten den größten Teil des Jahres unter einer sogenannten „Doppelherrschaft”. Zwei verschiedene Regierungssysteme existierten unbeholfen nebeneinander. Auf der einen Seite stand die Duma, eine von oben nach unten gerichtete „demokratische” Struktur, die mehr oder weniger wie jede westliche #Republik aussah. Auf der anderen Seite standen die Sowjets, die demokratischen #Arbeiterräte, die sich zu einem größeren Kongress zusammenschlossen.

    Im Großen und Ganzen war die Duma die Regierung der Gemäßigten und die #Sowjets die Regierung der Radikalen. Die radikale Fraktion (Bolschewiki, Anarchisten und Linkssozialisten) forderte, dass die Macht bei den Sowjets und nicht bei der Duma liegen sollte. Ihr Slogan lautete „Alle Macht den Sowjets”, was so viel bedeutete wie „Alle Macht dem Volk”.

    Soweit ich weiß, wurde dieser Slogan von Wladimir Lenin geprägt.

    Leider für so ziemlich alle Beteiligten und für die Geschichte des Sozialismus im 20. Jahrhundert meinte Lenin nicht, was er sagte. Er sprach von der Macht der Arbeiter, aber er wollte die persönliche Macht an sich reißen.

    Als das russische Volk seine Oktoberrevolution machte (die, ehrlich gesagt, eher ein Staatsstreich war – die Anarchisten hatten große Teile des Militärs unter ihrer Kontrolle und setzten die Duma mit Gewalt ab), dauerte der politische Pluralismus nur ein paar Monate, bevor Lenin und die Bolschewiki die Macht an der Spitze der sowjetischen Struktur zentralisierten, genau die Sowjets entrechteten, denen sie angeblich Macht übertragen wollten, und die anderen Leute, die ihnen in beiden Revolutionen geholfen hatten (wie die #Anarchisten und die #Linkssozialisten), verhafteten, verboten und töteten.

    Heutzutage werden dir die #Bolschewiki und ihre Verteidiger sagen, dass die Zentralisierung der Macht und die Übernahme der #Staatsmacht notwendig waren, um eine sozialistische Revolution zu machen, aber die Sache ist, dass sie bereits eine sozialistische Revolution gemacht hatten. Sie hatten ein riesiges, koordiniertes Netzwerk von #Arbeiterräten in ihrem riesigen Land aufgebaut und sowohl den Zaren als auch die repräsentative Demokratie gestürzt, nur damit ein paar ihrer Anführer den Arbeitern einen Streich spielten und einen autoritären Staat schufen.

    Es waren #Dezentralisierung und #Pluralismus, die die Zaren besiegten, es waren Dezentralisierung und Pluralismus, die die #Duma besiegten (wenn auch auf fragwürdigere Weise). Es war die #Zentralisierung, die sich durchsetzte und den Slogan „Alle Macht den Sowjets“ zu einer kranken Verhöhnung seiner selbst machte.

    Die Leute nahmen das nicht einfach so hin, und es gab einen ganzen Bürgerkrieg mit einer Menge verschiedener Seiten (es gab eine weiße Armee, eine schwarze Armee, eine rote Armee, eine grüne Armee und verschiedene Nationalisten, die einfach nur komplett unabhängig von Russland sein wollten). Aber am Ende siegten die Bolschewiki. Nach einem letzten Kampf für den sozialistischen Pluralismus in der Schlacht von #Kronstadt wurden die Leute, die (nach meiner Definition) eine echte Revolution wollten, besiegt.

    (...)

    Weiterlesen in meiner Übersetzung des Beitrages "All Power to the [Soviets] or: what makes a genuine revolution" von Margaret Killjoy / @margaret

    #Anarchismus #Kommunismus #räterepublik #EZLN #Chiapas #Rojava #Perspektive #Revolution #Russland #Chiapas #EZLN #Rojava #Anarchism

  2. Wer war Sarah Sonja Lerch?

    lese und erzähle ich im "Florida" im Rahmen der Ausstellung "Resonanzen", in der die brasilianisch-russisch-deutsche Künstlerin Anna-Carolina Prata Mamirov ihren Wurzeln nachhorcht. Das passt gut zu meiner Recherche!

    Sonntag, 8.März 17 Uhr "Florida", Lothringer Str. 13 #München

    Ich freue mich auf Euch, Cornelia

    Fräulein Prolet. Roman von Cornelia Naumann. youtu.be/VWJO-Y1_V74

    #SonjaLerch #SarahSonjaLerch #KurtEisner #Räterepublik #Munitionsarbeiterstreik

  3. #Buchtipp: Gustav Landauer: Abschaffung des Kriegs durch Selbstbestimmung

    Ein neues Lesebuch mit ausgewählten Texte 1895-1919

    Zur #Rezension

    Gustav Landauer: Abschaffung des Kriegs durch Selbstbestimmung.

    Ausgewählte Texte 1895-1919. Bearbeitet von Peter Bürger und Jan Rolletschek.

    (= edition pace 41 ǀ Regal: Pazifisten & Antimilitaristen aus jüdischen Familien 14).

    Hamburg: BoD 2025. (ISBN: 978-3-8192-4282-3; Paperback; 376 Seiten; 15,99 €).

    #Anarchismus #Antimilitarismus #Pazifismus #Räterepublik #München

  4. ES GEHT DURCH DIE WELT EIN GEFLÜSTER

    Albert Earle Gurganus und die bayerische Revolution Di 11.11. 2025 um 17h im Werkstattkino.de #München

    Der emeriterte Germanistkprofessor und #KurtEisner-Biograf aus den USA ist weltweit einer der hervorragendsten Kenner der bayerischen #Revolution und #Räterepublik.

    17:00h Einführung ins Thema von Albert Earle Gurganus und Uli Bez
    17:15 -18:30h Film
    18:30-19:00 Filmgespräch

    Weiteres und Filmbeschreibung: esgehtdurchdiewelteingeflueste

  5. Erich #Mühsam, #Dichter, #Anarchist, Protagonist der #Räterepublik in #München und entschiedener Gegner des NS hat von 1927 bis 1933 in der #Dörchläuchtlinger Str 48, also in der #Hufeisensiedlung in #Berlin #Neukölln gelebt. Hier hat er u.a. seine 'Unpolitischen Erinnerungen' und seine Schrift 'Die Befreiung der Gesellschaft vom Staat' verfasst. Ein #Gedenkstein erinnert an den unermüdlichen Streiter für eine menschenwürdigere Welt. #Geschichte #Stadtführung #Stadtrundfahrt

  6. "Wir warten nicht auf die Revolution damit dann der #Sozialismus beginne, sondern wir fangen an den Sozialismus zur Wirklichkeit zu machen, damit dadurch der große Umschwung komme." #GustavLandauer.

    Hier findest du einen empfehlenswerten Aufruf von #KonstantinWecker für ein Landauer Denkmahl.
    Link youtube.com/watch?v=tUoNIFzL-_

    #BayerischeRevolution #Anarchismus #Anarchie #Räterepublik

  7. Erich #Mühsam, #Dichter, #Anarchist, Protagonist der #Räterepublik von 1919 in #München und entschiedener Gegner des #Nationalsozialismus hat von 1927 bis 1933 mit seiner Partnerin Zenzl in der Dörchläuchtlinger Str 48, also in der #Hufeisensiedlung in #Berlin #Neukölln gelebt. Hier hat er u.a. seine 'Unpolitischen Erinnerungen' und seine Schrift 'Die Befreiung der Gesellschaft vom Staat' verfasst. Ein #Gedenkstein erinnert an die beiden. #Geschichte #Stadtrundgang #Stadtführung #Stadtrundfahrt

  8. Rudi Egelhofer - Grab-Besuch
    Rudolf Egelhofer war in der Bayerischen Räterepublik der Kommandant der Roten Armee. Er wurde ohne Gerichtsbeschluss am 3.5.1919 ermordet. Eine Erinnerung u.a. daran findet ihr in unterem Video von der AK Denkmäler des Plenums R.

    Weiterverbreitung erwünscht LG Gerhard

    Das Grab von Rudi Egelhofer wurde 2016 im Umkreis des PlenumR ausfindig...
    raete-muenchen.de/rudi-egelhof
    #Erich Mühsam #Grab #Landesbibliothek #Medaille #Räterepublik #Rudi Egelhofer

  9. #podcast
    Erich #Mühsam - unbeugsamer Dichter und Anarchist
    Der anarchistische Schriftsteller Erich Mühsam stand zeitlebens ein für das Ideal einer freien Gesellschaft. Am 10.7.1934 wurde er im #KZ Oranienburg von der #SS ermordet.

    Erich Mühsam ist #Dichter, #Bohemian und #Anarchist. Er ist führend beteiligt an der ersten Münchner #Räterepublik und ein steter Warner vor dem heraufziehenden #Faschismus. In der Nacht des #Reichstagsbrandes wird Mühsam verhaftet, in Gefängnissen und #Konzentrationslagern gequält, bis er am 10. Juli 1934 im KZ #Oranienburg ermordet wird.

    *** Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    Markus Liske - Autor, Journalist und Mitherausgeber des Mühsam-Lesebuchs "Das seid ihr Hunde wert"*** ardaudiothek.de/episode/wdr-ze

  10. 90. Jahrestag der Ermordung von Erich Mühsam: Fanal

    Erich #Mühsam war einer der bedeutendsten politischen #Journalisten und #Schriftsteller in der Weimarer Republik. Seine Teilnahme an der Münchner #Räterepublik brachte ihm fünfzehn Jahre Festungshaft. Er blieb trotz der Haft ungebrochen und setzte seine journalistische Arbeit fort. In der Weimarer Republik setzte er sich in der Roten Hilfe für die Freilassung politischer Gefangener ein. In der Nacht vom 9. zum 10. Juli 1934 wurde der #Dichter, #Bohemian und #Anarchist im #Konzentrationslager #Oranienburg von der SS ermordet. (…)

    Wir gedenken seiner mit dem Gedicht „Fanal“:

    trueten.de/archives/12421-90.- #antifaschismus #OtD #Anarchismus #Anarchism

  11. Dreieinhalb Wochen im Münchner Frühling
    Do 2.5.24 in der Monacensia, am Fr. 3. Mai im Bürgerhaus Weichs, Sa 4.05.2024 um 20:00 Uhr Fraunhofer Theater im Rahmen der Kulturtage Ludwigsvorstadt
    #München - da gibt's keine Karten, nur früh genug da sein, aber noch ein paar Termine sind für Organisator*innen dieses Jahr vielleicht noch möglich ...

    Dreieinhalb Wochen im Münchner Frühling

    Eine Reise in die Zeit der
    #Räterepublik als dokumentarisches #Theaterstück mit Live-Musik, Bild- und Videoprojektionen

    Am 7. April 1919 wird die „Räterepublik
    #Baiern“ in München ausgerufen!
    Wie erleben die Münchner Bürgerinnen und Bürger den Alltag in der neuen Räterepublik: Herrschen fortan Chaos und Gewalt? Ist die Münchner Frau nun „Gemeinschaftseigentum“ - wie in Zeitungsartikeln außerhalb Münchens behauptet wird? Was bedeutet die Existenz eines Revolutionstribunals?

    Wie agieren die Exponenten der verschiedenen politischen Strömungen? Auf welche Weise versuchen sie die Stimmung in der Bevölkerung zu beeinflussen? Und zu guter Letzt: welches Lied sangen und pfiffen die Menschen in den Cafés und auf den Straßen Münchens?

    In Dreieinhalb Wochen im Münchner Frühling zeichnet das Kollektiv Herzfeld die spannenden historischen Ereignisse im April 1919 ausschließlich auf Basis von Originaldokumenten, Bildern und Videos dieser Zeit nach. Wir lassen dabei die Zeitzeugen Thomas Mann, Victor Klemperer, Josef Hofmiller, Erzbischof Faulhaber, Gustav Landauer u. v. m. „zu Wort kommen“ und versuchen durch mannigfache Perspektivwechsel die Distanz von über hundert Jahren auf ein Minimum zu reduzieren.

    Reservierung per Email bitte direkt beim Kollektiv Herzfeld:
    [email protected]

    Weitere Infos auf www.Muenchner-Fruehling.de

    Eine Textmontage von Reinhard Pabst & Florian Weiß

    Sprecher: Renate Groß, Richard Oehmann
    Musik: Claudia Kaiser, Martin Lickleder
    Video/Projektion: Martin Pflanzer
    Regie: Reinhard Pabst

    Eine Kollektiv-Herzfeld-Produktion
    https://vimeo.com/kollektivherzfeld #kollektivherzfeld

    https://vimeo.com/kollektivherzfeld

  12. Nicht das ganze Bild. Ein populäres Buch über die Organisation Consul - mit Leerstellen

    Eine #Rezension von @sebastianschroeder

    #Novemberrevolution 1918: »Mit dem Monarchen verschwand ein System von Hierarchien aus #Deutschland, das alle verinnerlicht hatten, vom Adeligen und Offizier bis zum Angestellten, Arbeiter und Dienstboten. Millionen hatten sich für diese Ordnung in den Schützengräben und in der Heimat aufgeopfert, um sie nun in ein paar novemberklammen Tagen zergehen zu sehen.«

    Nah an Motiven und Milieu der #Terroristen
    Das ist der Ausgangspunkt von Florian Hubers Buch über die Ermordung von Matthias #Erzberger sowie Walther #Rathenau und über die Täter aus der sogenannten Organisation Consul. Dabei schafft es Huber, die Lesenden sehr nahe an die Terroristen heranzuführen, an ihre Motive, an ihr Milieu und an die politischen Geschehnisse.

    Im Mittelpunkt der rechten Terrorserie, in der bis 1922 schon 354 (bewiesene) Morde begangen wurden, steht der Marineoffizier Hermann #Ehrhardt. Er gründete 1919 das nach ihm benannte Freikorps, eine von circa 350 Söldnergruppen im Dienst des Staates. Von der Regierung befehligt, zerschlug dieses Freikorps mit maßloser Gewalt die Münchner #Räterepublik. 1920 war Ehrhardt der dritte Verschwörer im Kapp-Lüttwitz-Putsch und konnte nach dem Scheitern problemlos nach München entkommen. Dort wurde er von Polizeipräsident Pöner in der antirepublikanischen »Ordnungszelle Bayern« vor Verfolgung geschützt. Mit falscher Identität leitete er die paramilitärische Struktur »Organisation Consul«, getarnt als »Holzverwertungsgesellschaft«. »Bis zum Spätsommer 1921 hatte die Organisation #Consul mit ihren Regionalablegern ein Netz von mindestens 5.000, internen Gerüchten zufolge bis zu 25.000 wartenden Kämpfern über das deutsche Reich ausgespannt.«

    Rekrutiert wurde die rechte Geheimarmee in der Unmenge an reaktionären Vereinen, Zusammenschlüssen und Organisationen, etwa dem berüchtigten »Alldeutschen Verband«. Huber verfolgt die Wege von Friedrich Wilhelm #Heinz und Ernst von #Salomon, die als Intellektuelle ihre Taten später glorifiziert haben.

    (...)

    trueten.de/archives/13165-Nich #Antifaschismus

  13. Nicht das ganze Bild. Ein populäres Buch über die Organisation Consul - mit Leerstellen

    Eine #Rezension von @sebastianschroeder

    #Novemberrevolution 1918: »Mit dem Monarchen verschwand ein System von Hierarchien aus #Deutschland, das alle verinnerlicht hatten, vom Adeligen und Offizier bis zum Angestellten, Arbeiter und Dienstboten. Millionen hatten sich für diese Ordnung in den Schützengräben und in der Heimat aufgeopfert, um sie nun in ein paar novemberklammen Tagen zergehen zu sehen.«

    Nah an Motiven und Milieu der #Terroristen
    Das ist der Ausgangspunkt von Florian Hubers Buch über die Ermordung von Matthias #Erzberger sowie Walther #Rathenau und über die Täter aus der sogenannten Organisation Consul. Dabei schafft es Huber, die Lesenden sehr nahe an die Terroristen heranzuführen, an ihre Motive, an ihr Milieu und an die politischen Geschehnisse.

    Im Mittelpunkt der rechten Terrorserie, in der bis 1922 schon 354 (bewiesene) Morde begangen wurden, steht der Marineoffizier Hermann #Ehrhardt. Er gründete 1919 das nach ihm benannte Freikorps, eine von circa 350 Söldnergruppen im Dienst des Staates. Von der Regierung befehligt, zerschlug dieses Freikorps mit maßloser Gewalt die Münchner #Räterepublik. 1920 war Ehrhardt der dritte Verschwörer im Kapp-Lüttwitz-Putsch und konnte nach dem Scheitern problemlos nach München entkommen. Dort wurde er von Polizeipräsident Pöner in der antirepublikanischen »Ordnungszelle Bayern« vor Verfolgung geschützt. Mit falscher Identität leitete er die paramilitärische Struktur »Organisation Consul«, getarnt als »Holzverwertungsgesellschaft«. »Bis zum Spätsommer 1921 hatte die Organisation #Consul mit ihren Regionalablegern ein Netz von mindestens 5.000, internen Gerüchten zufolge bis zu 25.000 wartenden Kämpfern über das deutsche Reich ausgespannt.«

    Rekrutiert wurde die rechte Geheimarmee in der Unmenge an reaktionären Vereinen, Zusammenschlüssen und Organisationen, etwa dem berüchtigten »Alldeutschen Verband«. Huber verfolgt die Wege von Friedrich Wilhelm #Heinz und Ernst von #Salomon, die als Intellektuelle ihre Taten später glorifiziert haben.

    (...)

    trueten.de/archives/13165-Nich #Antifaschismus

  14. Nicht das ganze Bild. Ein populäres Buch über die Organisation Consul - mit Leerstellen

    Eine #Rezension von @sebastianschroeder

    #Novemberrevolution 1918: »Mit dem Monarchen verschwand ein System von Hierarchien aus #Deutschland, das alle verinnerlicht hatten, vom Adeligen und Offizier bis zum Angestellten, Arbeiter und Dienstboten. Millionen hatten sich für diese Ordnung in den Schützengräben und in der Heimat aufgeopfert, um sie nun in ein paar novemberklammen Tagen zergehen zu sehen.«

    Nah an Motiven und Milieu der #Terroristen
    Das ist der Ausgangspunkt von Florian Hubers Buch über die Ermordung von Matthias #Erzberger sowie Walther #Rathenau und über die Täter aus der sogenannten Organisation Consul. Dabei schafft es Huber, die Lesenden sehr nahe an die Terroristen heranzuführen, an ihre Motive, an ihr Milieu und an die politischen Geschehnisse.

    Im Mittelpunkt der rechten Terrorserie, in der bis 1922 schon 354 (bewiesene) Morde begangen wurden, steht der Marineoffizier Hermann #Ehrhardt. Er gründete 1919 das nach ihm benannte Freikorps, eine von circa 350 Söldnergruppen im Dienst des Staates. Von der Regierung befehligt, zerschlug dieses Freikorps mit maßloser Gewalt die Münchner #Räterepublik. 1920 war Ehrhardt der dritte Verschwörer im Kapp-Lüttwitz-Putsch und konnte nach dem Scheitern problemlos nach München entkommen. Dort wurde er von Polizeipräsident Pöner in der antirepublikanischen »Ordnungszelle Bayern« vor Verfolgung geschützt. Mit falscher Identität leitete er die paramilitärische Struktur »Organisation Consul«, getarnt als »Holzverwertungsgesellschaft«. »Bis zum Spätsommer 1921 hatte die Organisation #Consul mit ihren Regionalablegern ein Netz von mindestens 5.000, internen Gerüchten zufolge bis zu 25.000 wartenden Kämpfern über das deutsche Reich ausgespannt.«

    Rekrutiert wurde die rechte Geheimarmee in der Unmenge an reaktionären Vereinen, Zusammenschlüssen und Organisationen, etwa dem berüchtigten »Alldeutschen Verband«. Huber verfolgt die Wege von Friedrich Wilhelm #Heinz und Ernst von #Salomon, die als Intellektuelle ihre Taten später glorifiziert haben.

    (...)

    trueten.de/archives/13165-Nich #Antifaschismus

  15. Nicht das ganze Bild. Ein populäres Buch über die Organisation Consul - mit Leerstellen

    Eine #Rezension von @sebastianschroeder

    #Novemberrevolution 1918: »Mit dem Monarchen verschwand ein System von Hierarchien aus #Deutschland, das alle verinnerlicht hatten, vom Adeligen und Offizier bis zum Angestellten, Arbeiter und Dienstboten. Millionen hatten sich für diese Ordnung in den Schützengräben und in der Heimat aufgeopfert, um sie nun in ein paar novemberklammen Tagen zergehen zu sehen.«

    Nah an Motiven und Milieu der #Terroristen
    Das ist der Ausgangspunkt von Florian Hubers Buch über die Ermordung von Matthias #Erzberger sowie Walther #Rathenau und über die Täter aus der sogenannten Organisation Consul. Dabei schafft es Huber, die Lesenden sehr nahe an die Terroristen heranzuführen, an ihre Motive, an ihr Milieu und an die politischen Geschehnisse.

    Im Mittelpunkt der rechten Terrorserie, in der bis 1922 schon 354 (bewiesene) Morde begangen wurden, steht der Marineoffizier Hermann #Ehrhardt. Er gründete 1919 das nach ihm benannte Freikorps, eine von circa 350 Söldnergruppen im Dienst des Staates. Von der Regierung befehligt, zerschlug dieses Freikorps mit maßloser Gewalt die Münchner #Räterepublik. 1920 war Ehrhardt der dritte Verschwörer im Kapp-Lüttwitz-Putsch und konnte nach dem Scheitern problemlos nach München entkommen. Dort wurde er von Polizeipräsident Pöner in der antirepublikanischen »Ordnungszelle Bayern« vor Verfolgung geschützt. Mit falscher Identität leitete er die paramilitärische Struktur »Organisation Consul«, getarnt als »Holzverwertungsgesellschaft«. »Bis zum Spätsommer 1921 hatte die Organisation #Consul mit ihren Regionalablegern ein Netz von mindestens 5.000, internen Gerüchten zufolge bis zu 25.000 wartenden Kämpfern über das deutsche Reich ausgespannt.«

    Rekrutiert wurde die rechte Geheimarmee in der Unmenge an reaktionären Vereinen, Zusammenschlüssen und Organisationen, etwa dem berüchtigten »Alldeutschen Verband«. Huber verfolgt die Wege von Friedrich Wilhelm #Heinz und Ernst von #Salomon, die als Intellektuelle ihre Taten später glorifiziert haben.

    (...)

    trueten.de/archives/13165-Nich #Antifaschismus

  16. Heute vor 105 Jahren war in #Baiern spontan ein #Nationalfeiertag, den die 2. #Räterepublik ausgerufen hatte: #GustavLandauer und #ErichMühsam darunter, #RetMarut (später B.#Traven) als Beauftragter für Zensur hatte mit seinem #ziegelbrenner schon Erfahrung, ... Die Regierung hielt leider nur eine Woche, die Spartakisten beteiligten sich nicht. Sie wollten schon die Diktatur des Proletariats. Eine Woche später waren #Mühsam u.a. entführt, am 2.Mai #Landauer & ca 1000 von Freikorps ermordet #SPD

  17. @hukl weißblau war leider die Fahne der Rechten, die in #Baiern und den vielen bairischen Städten Ende April / 2.Mai 1919 die #Räterepublik niedergeschossen hatten

  18. @necrosis

    Nennt sich meistens #Geschichtswerkstatt und bezieht sich meistens auf eine Gemeinde oder einen Stadtteil, war eine Bewegung der 1980er Jahre, als wir merkten, dass die Alten entweder mogelten oder schwiegen, die Lügen der Nazizeit über die #Räterepublik wiederholten und #Anarchie wie #Sozialismus verteufelten: 1988 feierten wir 70 Jahre Freistaat und die #Revolution des #Vorwärts-#Redakteur #KurtEisner mit den polnisch-stämmigen #SonjaLerch (früher Rabinowicz) und #ErnstToller, und seinem #Genossenschaft- und #Wohnprojekte-Freund #GustavLandauer 1918-1919.

    Dann schlugen bayrische Freikorps und die Reichs-#SPD unter Noske zu ...

  19. Morgen jährt sich zum 104. mal die Niederschlagung der #Räterepublik #Baiern durch rechte #Freikorps und #Reichswehr-Truppen der #SPD mit der brutalen Ermordung von #GustavLandauer im Knast in Stadelheim am 2.5.1919 in #München. Die Kämpfe gingen nur wenige Tage, an die tausend Leute wurden fast beliebig massakriert. Die Grundlagen für den #Faschismus wurden in der #ThuleGesellschaft gelegt.

  20. Im Jahr 1919 war der 7.April zum Nationalfeiertag ausgerufen: Die zweite #Räterepublik in #München hatte sich konstituiert, mit Leuten wie #ErichMühsam und #GustavLandauer, der gerade Geburtstag hatte: Sie hatten für ihre Ideen aber nur zwei Wochen Zeit, die #Propaganda von #Adel, Banken, der Besitzenden verbreitete massive Lügen, die #SPD bereitete von Berlin den Einmarsch mit den faschistischen #Freikorps und der #ThuleGesellschaft vor, den #Kommunisten (#Spartakus) waren die anarchistischen Pläne nicht zentralistisch genug ...

  21. „Ohne diese Presse wäre diese Abstumpfung des deutschen Geistes nicht möglich gewesen “, schrieb #KurtEisner im Dezember 1918 rückblickend zur Funktion der bürgerlichen deutschsprachigen Zeitungslandschaft.

    Am 21.2.1919 wurde er von einem verhetzten katholischen Burschenschafter, der dem jüdisch-feindlichen Kardinal
    #Faulhaber anhing, ermordet. Später traute der kardinal den "ehrenhaften" Mörder. #München in der #Räterepublik

  22. @fairmuenchen

    DER schöne Ort steht leider nicht mehr zur Verfügung, und wer kann einen vorschlagen, der von Ruhe zum Gespräch bis Essen und Trinken & vielleicht sogar Technik in Frage käme?

    #fairmuenchen #blog #muenchen #streiks #spd #sarahsonjalerch #rüstungsarbeiterinnen #revolution #räterepublik #kurteisner #feldcafe #ernsttoller #bayern

  23. @ralfobeck

    Seit November 1918 lässt die SPD auf Arbeiter schießen: mit Noske vom #Matrosenaufstand in #Kiel bis zur #Räterepublik in #München; bei den Arbeiteraufständen in #Berlin, immer war die SPD am Abzug. Wie früher der #Kaiser, der die #SPD ins #Parlament geholt hatte, um ihnen am Schluss auch noch die Schuld für den Krieg zu überlassen.
  24. Rudi Egelhofer – Grab-Besuch

    Rudolf Egelhofer war in der Bayerischen Räterepublik der Kommandant der Roten Armee. Er wurde ohne Gerichtsbeschluss am 3.5.1919 ermordet. Eine Erinnerung u.a. daran findet ihr in unterem Video von der AK Denkmäler des Plenums R. Weiterverbreitung erwünscht LG Gerhard

    Das Grab von Rudi Egelhofer wurde 2016 im Umkreis des PlenumR ausfindig gemacht und neu gestaltet:

    48.172964, 11.602828 wenn ich richtig gesehen habe: google.com/maps/place/48%C2%B0

    48°10’22.7″N 11°36’10.2″E entspricht 48.172964, 11.602828

    Spenden für den Erhalt der Grabstätte können auf das Konto des Freidenkerverbands DFV-München gezahlt werden:
    bei der Postbank   IBAN: DE47 7001 0080 0148 3298 06       BIC: PBNKDEFF   Als Stichwort  finde ich  „Grab Egelhofer“ gut.

    „Alte Heide“ in der Fröttmaninger Str. 18B, in 80805 #München für danach: 089-41857730

    Rudi Egelhofer war wohl noch einer der Matrosen,

    egelhofer-Grab Nordfriedhof 105

    die nach dem Aufstand in Kiel gegen das „letzte Auslaufen“ der Flotte meuterten, weil sie befürchten mussten, dass sie versenkt werden sollten …
    und dann nach München nach Hause kam und berichtete,
    später in der kommunistischen Räterepublik als 23 jähriger zum Stadtkommandanten der Roten Armee München wurde,

    nach dem Einmarsch der rechten Freikorps und Reichswehr erschossen an der Residenz am 3. Mai 1919,

    Prinz Chaos, alias Florian Kirner aus der Simpl-Familie, hatte schon bei der letzten Demo gegen die Sicherheitskonferenz in München das Rudi-Egelhofer-Lied gesungen,

    er lebt ansonsten auf Schloß Weitersroda in Thüringen bei Hildburghausen, wenn er nicht mit Liedermacher-KollegInnen wie Konstantin Wecker oder Anna Katharina unterwegs ist.

    Nordfriedhof München
    Sektion 105 Reihe 5 Grab Nr. 6

    Der 23jährige Rudi Egelhofer wurde Kommandant der Roten Arme München in der dritten Räterepublik München

    Erich Mühsam

    schrieb über die Situation damals um den 10. Januar 1919 und ihn:
    „Die Gläubigkeit an die Allmacht des Parlamentarismus war von der alten Sozialdemokratie so sehr zum Inhalt aller Politik gemacht worden, dass mit der Erkenntnis der Arbeiter, dass ihre früheren Führer Betrüger waren, zugleich die Einsicht aufging, dass das wichtigste Organ des Volksbetrugs eben die Parlament seien.

    Indem wir das Wesen der Räterepublik dem der parlamentarischen Demokratie gegenüberstellten, gewannen wir den besten Teil des Proletariats, dessen wachsender revolutionärer Wille den stärksten Ausdruck fand in der hasserfüllten Verwerfung der Wählerei. (…)

    Eisner selbst, dem der bürgerliche Parlamentarismus A und O seiner politischen Einstellung war, mußte dem Widerstand, zu dem sich ganz besonders der ‚Revolutionäre Arbeiterrat‘ verpflüchtet fühlte (wollte doch Eisner den Räten prinzipiell nur die Stellung eines ‚Nebenparlaments‘ mit einigen Kontrollrechten zuweisen), Rechnung tragen und verlegte sich auf eine dilatorische Politik, indem er die Bourgeoisie auf die Heimkunft der auf dem Rückmarsch befindlichen Heeresteile und selbst der Kriegsgefangenen vertröstete.

    Ende Dezember jedoch erpresste eine bewaffnete Demonstration rückständiger Regimenter von ihm die Zusage, daß die Wahlen zum 12. Januar anberaumt würden.

    Da Eisner von uns Störungen des Wahlakts und der Vorbereitungen dazu befürchtete, schritt er am 10. Januar 1919 zu einer Gewaltaktion. Er ließ in der Frühe des Tages die führenden Persönlichkeiten der KPD, und des RAR [Revolutionärer Arbeiter-Rat], verhaften, im ganzen 12 Personen, darunter Levien und mich.

    Mit diesem Unternehmen holte er sich eine entscheidende Niederlage und vernichtete bei der radikalisierten Masse Sympathien, die ihm seiner entschlossenen und persönlich tapferen Haltung beim Januarstreik und bei der Novemberrevolution wegen überreich entgegengebracht wurden.

    Eine spontane Riesendemonstration zog vor das Ministerium des Auswärtigen und verlange unsere Freigabe. Eisner wollte sie um keinen Preis zugeben, verweigerte sogar zuerst, mit dem Sprecher der Masse zu verhandeln.

    Schließlich erzwang sich der Matrose Rudolf Eglhofer, der spätere Oberkommandierende der Roten Armee, den Zutritt, indem er von außen am Hause emporkletterte und durchs Fenster in Eisners Arbeitszimmer eindrang.

    Angesichts der bedrohlichen Haltung der Menge mußte darauf Eisner unsere sofortige Freilassung anordnen. In der Volksversammlung, in der die Masse uns erwartete, wurden wir mit ungeheuren Ovationen empfangen.“

    Erich Mühsam, ‚Von Eisner bis Levine. Die Entstehung der bayrischen Räterepublik‘

    weitere Quellen, Ideen, Veranstaltungen:

    Der 23jährige Rudi Egelhofer, Kommandant der Roten Armee München in der 3. Räterepublik 1919, vorher Matrose kam nach dem Aufstand am 4.Nov in Kiel nach München, + am 3.Mai 1919

    Eine Rudolf-Egelhofer-Gedenk-Medaille gab es, wie auch diverse Straßenbenennungen, in der DDR, in Rostock, wo möglicherweise einmal mehr BIografie-Forschung gemacht worden war?

    Revolutionswerkstatt,  Mitte Januar bis Mitte Februar 2017 (Munitionsarbeiter-Streiks!) in der Sendlinger Kulturschmiede.

    Einen Abend zur „anderen“ Münchner Geschichte gibt es schon am Sonntag 13.11.16 abends im EineWelthaus  (Film mit Rudi Stumberger und Reinhard Mosner: https://raete-muenchen.de/nachruf-und-dank-an-reinhard-mosner)

    Egelhofer, Rudolf

    auch Eglhofer  auf Bayerische Landesbibliothek Online

    dort gibt es auch Hinweise auf die fehlenden Übereinstimmungen verschiedener Erzählungen und biografischer Unterlagen. Als 17-jähriger gegen den militaristischen Drill, im Gefängnis …

     

    Rudolf Egelhofer

    * 13.04.1896 München-Schwabing, † 03.05.1919 München

    Medienecho auf der offiziellen Seite des plenumR plenum-R.org

    Junge Welt 16.10.2004 Feuilleton:
    Norbert Göttlers Roman über die Münchner Räterepublik nimmt es mit der historischen Wahrheit nicht so genau  

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    #ErichMühsam #Grab #Landesbibliothek #Medaille #Räterepublik #RudiEgelhofer