#gustavlandauer — Public Fediverse posts
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📢 Merkt euch kommende Ausstellungsführungen & Veranstaltungen vor!
📆 bis zum 30. Juni 2026, täglich von 16:00 bis 20:00 Uhr
ℹ️ Landauer-Ausstellung im Anti-Kriegs-Museum in Berlin-Wedding
🔗 https://gustav-landauer.org/ausstellung📆 Freitag, 05. Juni 2026, 19:30 Uhr
ℹ️ Vortrag über die Geschichte der FAUD Berlin, 3. Teil in Berlin
🔗 genauere Infos demnächst hier: https://gustav-landauer.org/blogs/gustav-landauer-initiative📆 Samstag, 13., 20. und 27. Juni 2026, jeweils 17:30 Uhr
ℹ️ Führung durch die Landauer-Ausstellung unter besonderer Berücksichtigung der Friedenspolitik🔖 Save the date! 🔖
📆 Freitag, 03. Juli 2026, 19:30 Uhr
ℹ️ Vortrag und Stadtrundgang zum 150. Todestag von Bakunin, weitere Infos folgen!#Anarchismus #GustavLandauer #Museum #FAU #Ausstellung #Bildung #Bakunin #Berlin #Stadt #Bildung #Anarchosyndikalismus #Geschichte #History #AntiKriegsMuseum #FAUD #Friedenspolitik #GegenKrieg #Bakunin #MichailBakunin #GustavLandauerInitiative #Events
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📆 Freitag, 03. Juli 2026, 19:30 Uhr
ℹ️ Vortrag und Stadtrundgang zum 150. Todestag von Bakunin, weitere Infos folgen!#Anarchismus #GustavLandauer #Museum #FAU #Ausstellung #Bildung #Bakunin #Berlin #Stadt #Bildung #Anarchosyndikalismus #Geschichte #History #AntiKriegsMuseum #FAUD #Friedenspolitik #GegenKrieg #Bakunin #MichailBakunin #GustavLandauerInitiative #Events
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RE: https://digitalcourage.social/@gustav_landauer/116438509016616106
Auch heute um 17:30h gibt's wieder eine Führung!
Kommt zahlreich!#Anarchismus #Pazifismus #GegenKrieg #GustavLandauer #Museum #Berlin
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RE: https://digitalcourage.social/@gustav_landauer/116438509016616106
Auch heute um 17:30h gibt's wieder eine Führung!
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Auch heute um 17:30h gibt's wieder eine Führung!
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Auch heute um 17:30h gibt's wieder eine Führung!
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Auch heute um 17:30h gibt's wieder eine Führung!
Kommt zahlreich!#Anarchismus #Pazifismus #GegenKrieg #GustavLandauer #Museum #Berlin
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Generationen ohne Nachkriegsschäden?
Während wir noch an den Bombenfunden aus dem letzten Krieg in Alarme geraten und in den Altenheimen und Krankenstationen die Demenz der letzten Kriegsgeneration die Erinnerungen löscht, die mit autoritärer Erziehung unter Denunziations- und Sündenangst den äußeren Schein durch OP’s und Friseur-Künste aufrecht erhalten …
Die Revolten der 1960er Jahre gegen die wieder etablierten Alt-Nazis in allen höheren Posten und Universitäten, mit Folgen bis heute: In Bayern die Juristen- und damit auch Richter-Ausbildung bis Anfang der 1980er Jahre mit Professor Maunz „Der Wille des Führers ist Gesetz!“ – sogar als CSU-Kultusminister von 1957 bis 1964 war das CSU-Mitglied Maunz bayerischer Kultusminister, nachdem seine alten Schriften auch durch Hildegard Hamm-Brücher bekannt gemacht wurden.
Die kleinen Bewegungen, die entstanden, in vielen Jugendgruppen und Studierenden-Gemeinden mit sozialpolitischen Arbeitskreisen, die sich im ganzen Land austauschten und organisierten, in der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise AG SPAK, in Parteien und Verbänden
Die nächsten Generationen können – je nach Aufwachsen – neue Verhaltensweisen entwickeln
Die Ängste der Nachkriegszeit
Befreiungsbewegungen im Antikommunismus
Amerikanische Befreiungsbewegungen in der Literatur
Allen Ginsberg und die literarischen Aufbrüche in den #USA in der „Beat Generation“ werden die Bewegungen grundieren können, mit Patti Smith „Power to the people!“ wie der Blues und die verschiedenen folgenden Musikstile die Befreiung der Schwarzen mit Billie Holiday, der Frauen und der Queeren begleitet haben,
wie damals Bob Dylan für die #Weatherman zum Stichwort-Gebenden wurde: „You don’t have to ask the Weatermen …“ woher der Wind weht:
Nur wenige wissen noch, wie die #Vietnam–#Krieg’s-Bewegungen begannen, mit durchaus kräftigen Bomben-Anschlägen, aber ohne menschliche Ziele, das war immer faschistische Art …
Auch der SDS hatte ein US-Vorbild ….
… aber befreiende Pädagogik kam aus Südamerika:
Paulo Freire und Augusto Boal
Paulo Freire starb 75-jährig in Sao Paulo – am 2. Mai 1997
Am Freitag, 2. Mai ’97 verstarb unser Freund und Vorbild Paulo Freire. Wie kein anderer pflegte er den Dialog und ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern. Wir werden versuchen, sein Anliegen weiter zu verwirklichen.
Kurzporträt Paulo Freire
Geboren am 19.9.1921 in Recife (Nordosten Brasilien) unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire
1928 aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Umzug mit der Familie nach Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in Paulo Freires Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers…“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren.
1944 Heirat mit Elza Maria Oliviera, einer Grundschullehrerin. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
1946 Arbeit als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig.
1956 verließ Freire sein Amt im Sozialdienst der Industrie teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unternehmensseite bezüglich seiner demokratischen Arbeitsmethode, teils weil ihm die Grenzen der assistenzialistischen Hilfe bewußt wurde.
1961 startete eine von Freire konzipierte Alphabetisierungskampagne in Brasilien auf nationaler Basis. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freire’s Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten..
1964 Staatsstreich durch die Militärs, Freire mußte 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er u.a. 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor.
1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (spez. in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig.
1980 nach der Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort Mitarbeit u.a. im Rahmen der Erzdiözese Sao Paulo (Kardinal Arns), an der Kath. Universität (PUC), sowie ab 1989 als Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo.
1991 trat Freire von diesem Posten zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.
1994 hatten wir Paulo Freire und seine zweite Frau, die Historikerin Ana Maria Freire in München zu Gast.
Zu seinem zentralen Thema „Verantwortung in der dritten und ersten Welt übernehmen.“
„Die an mich oft gerichtete Frage oder Feststellung lautet: „Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewusstseinsbildung zu tun.“
Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken. Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst-Weltler zu sein.
Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll.
Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-WeltlerInnen„. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“
Paulo Freire hat von über 20 (zuletzt 35) Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten. Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:
- Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript ab 1968 in Verbreitung
- Pädagogik der Solidarität – Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974
- Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)
- Dialog als Prinzip – Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.
- „Der Lehrer ist Politiker und Künstler – Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981
- 1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.
Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.
Die Ideen Paulo Freire’s wurden hier durch die 1977 gegründete
Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseinsbildung
verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfasste:
- ArbeitsGemeinschaft SozialPolitischer ArbeitsKreise AG SPAK München,
- Centro di Animazione per ‚l Autogestione Populare (Palermo / Italien),
- Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim- Köln)
- Institut Oecuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris),
- Mouvement d‘ Animation de Base / International Ontmoetingscentrum (Hasselt / Belgien)
- und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich).
Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo Freire Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Fachtagungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.
Vor allem in Latein- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenenbildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit.
Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tome und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt.
Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire-Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. Das letzte Heft unserer Zeitschrift für befreiende Pädagogik ist diesen Projekten gewidmet.
Für Juli dieses Jahres (1996) war Paulo Freire von der UNESCO zum Weltkongress der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo Freire Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Ein Sammelband mit Berichten aus der Arbeit in unseren europäischen Situationen ist für Sommer geplant. Die Universität Oldenburg wollte ihm die Ehrendoktorwürde verleihen.
Für das Wintersemester ’97 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.
*) Vorstand der Paulo Freire Gesellschaft 1996-98: Eva Maria Antz (Köln-Brühl), Marita Hecker, Frankfurt, Dr. Heinz Peter Gerhardt (Bonn), Fritz Letsch (München), Prof. Dr. Manfred Peters (Namur), Andreas Schauder (Schallstadt-Wolfenweiler), Heinz Schulze (München) Dr. Ilse Schimpf-Herken, Berlin
Die UNESCO hatte ihn als Hauptredner zur Weltkonferenz Erwachsenenbildung eingeladen und plante ein internationales Memorial
der pädagogische US-Fachverlag Peter Lang plant für die nächste Ausgabe der Taboo eine Würdigung Peter Lang Publishing
Paulo Freire und die zeitschrift für befreiende pädagogik
Zur theoretischen Verbindung der beiden Praktiker in der Kritischen Praxis auf Freire-Boal
Paulo Freire (* 19. September 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor (wikipedia ) und wirkt international in Kritische Pädagogik wie Kritische Theorie: Kritische Praxis auch auf Freire-Boal
Die Gedanken und pädagogischen Ansätze von Paulo Freire in der Pädagogik der Unterdrückten waren in den siebziger Jahren so revolutionär, dass sie viele Menschen weltweit begeisterten. Konservativen Politikern und PädagogInnen erschienen sie (manchen bis heute) zu „verdächtig“, um sie in unsere Bildungs-Praxis umzusetzen:
Freire unterteilt den Prozess der Bewusstseinsbildung in drei Stufen:
1. semi-transitives Bewusstsein: Der Mensch sieht seine Situation als unveränderlich an und sein Erfahrungswert ist damit begrenzt. Er hat keine Kraft Widerstand zu leisten und resigniert.
2. naiv-transitives Bewusstsein: Durch den Dialog nehmen die Menschen ihre Lebenswelt und die damit verbundenen Widersprüche wahr.
3. kritisch-transitives Bewusstsein: Der Mensch nimmt die Missstände der Welt in der er lebt nicht nur wahr, sondern er kann sie auch kritisch reflektieren. Er ist in der Lage Lösungen für seine Probleme zu suchen.
Das Ziel von Freire ist es, dass die Bevölkerung die dritte Stufe des Bewusstseins erlangt.
Von Alphabetisierung, „educación popular“, solidarischer Ökonomie, lokaler Politik, Bewegung arbeitender Kinder, Konzepte für viele Basisorganisationen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, bis zu demokratischer Unternehmensführung gehen die „Auswirkungen“ der „befreienden Pädagogik“ von Paulo Freire.
Bankiers-Erziehung nannte Freire die Art, fertiges Wissen in die Köpfe der Kinder einzulagern und wieder abzufragen, Bulimie-Lernen nennen es heute Studierende, wenn sie mit Halbbildung für Berufe vorbereitet zu werden, statt selbst zu forschen und zu studieren. Heute wird international die Ecopedagogy hervorgehoben
Unsere Kultur des Schweigens mit den giftigen Mythen aufdecken:
Das „Theater der Unterdrückten“, das Augusto Boal im selben Kontext entwickelte, Teile der Befreiungstheologie, die „ Partzipativen Haushalte“ (Bürgerhaushalt) sowie die Arbeit an der „Lernenden Organisation“ beziehen den Hintergrund von ihm, die Idee des Weltsozialforum entstand im Porto Alegre durch Chico Withaker. https://de.wikipedia.org/wiki/Chico_Whitaker
Im Regenbogen der Wünsche, ursprünglich Rainbow of Desire entwarf er noch psychologisch tiefergehende Arbeitsweisen mit Theatermethoden auf der Bühne. Zuletzt schrieb Augusto Boal noch eine Aesthetik der Unterdrueckten, die seinen pädagogischen Weg zu einer gesellschaftlichen Sichtweise beschreibt.
Im Jahr 1994 war Paulo Freire bei uns in München
1994 hatten wir, die Paulo Freire Gesellschaft ihn in München und in verschiedenen europäischen Städten zu Gast, 1996 konnte eine weitere Deutschland-Reise, bei der er Jürgen Habermas treffen wollte, was für eine gemeinsame Tagung spannend gewesen wäre … leider nicht mehr stattfinden. Am 2.Mai 1997 ist er dann 75jährig in Sao Paulo (Brasilien) verstorben. Sein Denken trägt weiterhin Früchte.
Augusto Boal war oft in München – er starb am 2. Mai 2009 – 12 Jahre später
Ich erlebte ihn erstmals 1981, er wohnte damals in Paris, und in Berlin gab es die meisten Fortbildungen mit ihm, die grössten Projekte waren in Pasing und Gauting 1995 und 1997, im Rathaus München 1999.
Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.
Boal entwickelte die verschiedenen Theaterformen des „Theater der Unterdrückten“, wie „Forumtheater“ und „Unsichtbares Theater“ und Legislatives Theater.
Frühere Formen der Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung auf Grund der Kritischen Theorie in der Anlehnung an die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire im Theater waren viele körperliche Erfahrungs-Methoden, Spiele und Übungen, Zeitungstheater und „Chamber in the Street„, eine Form, die parlamentarische Abläufe auf die Straße brachte.
Eine Zeit lang arbeitete er mit psychologisch inspirierten Methoden des Regenbogen der Wünsche, die in den amerikanischen Ländern sehr schnellen Bühnenerfolg brachten, hierzulande haben wir sie eher selten angewandt. Zuletzt stellte er ein Buch fertig, die „Ästhetik der Unterdrückten“, in dem er darlegt, wie uns der Unterhaltungsmüll reaktionsunfähig macht und wie wir zu internationaler Solidarität zurückkommen. Dann starb er am 2.Mai 2009, wie schon 1997 Paulo Freire.
Von einander lernen
Wie Bert Brecht hatte Augusto Boal mit seinen Arbeiten auch seine Methoden gesammelt, die Übungen und Spiele, nach den Orten benannt, an denen er sie gelernt hatte. So arbeitete auch die Bewusstseinsbildung mit Elementen des Volkstheater,
Das gemeinschaftliche Lernen und Forschen von Freire ist auch im Ansatz schon bei Rosa Luxemburg zu finden:
Theorie sucht nach der Quelle, die Praxis nach dem Ziel
Bert Brecht sah seine Inszenierungen im Sinne der Aufklärung, nicht der Ablenkung: Ein Beispiel sei das „Brecht-Licht“, das eine Szene gleichmäßig ausleuchtet, das Gesamt-Geschehen durchsichtig macht, statt hinter Kulissen und Vorhängen diffuse Verwicklungen zu konstruieren.
Die Lehrstücke waren zur Ausbildung der Schauspielenden gedacht, die richtigen Fragen zu stellen, statt die überzeugendsten Gefühle und Stimmen zu präsentieren, damit das Denken der Zusehenden möglich bleibt.
Theater vor der Aufklärung
Illusionstheater mit Kulissen und Schminke wollte nach der griechischen Tragödie mit Chören etc. den Spannungsbogen vom Prolog bis zu einem moralischen Ende spannen, wie auch heute noch Hollywood-Filme ein „happy end“ versprechen, wie inzwischen auch eine Klopapier-Marke benannt ist.
Brecht’sche Ansätze über Freire
Augusto Boal bricht im Forumtheater den Spannungsbogen am höchsten Punkt und fordert zum Dialog auf dem Weg zu gemeinschaftlich gut befundenen Lösungen.
Die Joker-Figur führt das Gespräch mit der Forum-Gruppe und dem Publikum in offener Weise:
- Seid ihr zufrieden?
- Wollt ihr euch noch besprechen?
- Wer möchte eine andere Lösung?
- Magst du spielen?
- was hat sich geändert?
Für ein „Theater der Empörung“?
Analog zur Ecopedagogy auf dem Weg zur Pädagogik der Empörung von Paulo Freire bis 2. Mai 1997 schrieb Augusto Boal eine Ästhetik der Unterdrückten als Kulturkritik und Abschluss seines Lebenswerkes bis 2. Mai 2009 vielleicht auf Theater der Empörung?
fritz-letsch.blogspot.com/2006/04/gestalt-paedagogik-und-theater-methoden.html
Erich Mühsam – Soldatenlied
Wir lernten in der Schlacht zu stehn
bei Sturm und Höllenglut.
Wir lernten in den Tod zu gehn,
nicht achtend unser Blut.
Und wenn sich einst die Waffe kehrt
auf die, die uns den Kampf gelehrt,
sie werden uns nicht feige sehn.
Ihr Unterricht war gut.Wir töten, wie man uns befahl,
mit Blei und Dynamit,
für Vaterland und Kapital,
für Kaiser und Profit.
Doch wenn erfüllt die Tage sind,
dann stehn wir auf für Weib und Kind
und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
die lichte Sonne sieht.Soldaten! Ruft′s von Front zu Front:
Es ruhe das Gewehr!
Wer für die Reichen bluten konnt,
kann für die Seinen mehr.
Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
Vergesst den Freund im Feinde nicht!
In Flammen ruft der Horizont
nach Hause jedes Heer.Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
dass ferner Friede sei!
Nie wieder reiß das Völkerband
in rohem Krieg entzwei.
Sieg allen in der Heimatschlacht!
Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
und alle Welt ist Vaterland,
und alle Welt ist frei!Sein Lehrer und Vorbild Gustav Landauer war Schriftsteller, Anarchist, Anarcho-Pazifist. Er war Vordenker, Akteur sowohl nach der Novemberrevolution 1918 (nach der Pflege seiner an spanischer Grippe erkrankten Kinder) als auch bei der 2. Münchner Räterepublik ab 7.4.19 für 7 Tage als Volkskommissar für Volksaufklärung, wie man es statt Kultusminister sagen wollte. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung wurde er von Freikorps-Soldaten im Gefängnis Stadelheim ermordet 7. April 1870 – 2. Mai 1919 – und mit ihm die Rätezeit in Baiern und München
#AugustoBoal #ErichMühsam #Generationen #GustavLandauer #Krieg #Literatur #PauloReire -
Generationen ohne Nachkriegsschäden?
Während wir noch an den Bombenfunden aus dem letzten Krieg in Alarme geraten und in den Altenheimen und Krankenstationen die Demenz der letzten Kriegsgeneration die Erinnerungen löscht, die mit autoritärer Erziehung unter Denunziations- und Sündenangst den äußeren Schein durch OP’s und Friseur-Künste aufrecht erhalten …
Die Revolten der 1960er Jahre gegen die wieder etablierten Alt-Nazis in allen höheren Posten und Universitäten, mit Folgen bis heute: In Bayern die Juristen- und damit auch Richter-Ausbildung bis Anfang der 1980er Jahre mit Professor Maunz „Der Wille des Führers ist Gesetz!“ – sogar als CSU-Kultusminister von 1957 bis 1964 war das CSU-Mitglied Maunz bayerischer Kultusminister, nachdem seine alten Schriften auch durch Hildegard Hamm-Brücher bekannt gemacht wurden.
Die kleinen Bewegungen, die entstanden, in vielen Jugendgruppen und Studierenden-Gemeinden mit sozialpolitischen Arbeitskreisen, die sich im ganzen Land austauschten und organisierten, in der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise AG SPAK, in Parteien und Verbänden
Die nächsten Generationen können – je nach Aufwachsen – neue Verhaltensweisen entwickeln
Die Ängste der Nachkriegszeit
Befreiungsbewegungen im Antikommunismus
Amerikanische Befreiungsbewegungen in der Literatur
Allen Ginsberg und die literarischen Aufbrüche in den #USA in der „Beat Generation“ werden die Bewegungen grundieren können, mit Patti Smith „Power to the people!“ wie der Blues und die verschiedenen folgenden Musikstile die Befreiung der Schwarzen mit Billie Holiday, der Frauen und der Queeren begleitet haben,
wie damals Bob Dylan für die #Weatherman zum Stichwort-Gebenden wurde: „You don’t have to ask the Weatermen …“ woher der Wind weht:
Nur wenige wissen noch, wie die #Vietnam–#Krieg’s-Bewegungen begannen, mit durchaus kräftigen Bomben-Anschlägen, aber ohne menschliche Ziele, das war immer faschistische Art …
Auch der SDS hatte ein US-Vorbild ….
… aber befreiende Pädagogik kam aus Südamerika:
Paulo Freire und Augusto Boal
Paulo Freire starb 75-jährig in Sao Paulo – am 2. Mai 1997
Am Freitag, 2. Mai ’97 verstarb unser Freund und Vorbild Paulo Freire. Wie kein anderer pflegte er den Dialog und ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern. Wir werden versuchen, sein Anliegen weiter zu verwirklichen.
Kurzporträt Paulo Freire
Geboren am 19.9.1921 in Recife (Nordosten Brasilien) unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire
1928 aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Umzug mit der Familie nach Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in Paulo Freires Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers…“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren.
1944 Heirat mit Elza Maria Oliviera, einer Grundschullehrerin. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
1946 Arbeit als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig.
1956 verließ Freire sein Amt im Sozialdienst der Industrie teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unternehmensseite bezüglich seiner demokratischen Arbeitsmethode, teils weil ihm die Grenzen der assistenzialistischen Hilfe bewußt wurde.
1961 startete eine von Freire konzipierte Alphabetisierungskampagne in Brasilien auf nationaler Basis. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freire’s Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten..
1964 Staatsstreich durch die Militärs, Freire mußte 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er u.a. 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor.
1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (spez. in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig.
1980 nach der Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort Mitarbeit u.a. im Rahmen der Erzdiözese Sao Paulo (Kardinal Arns), an der Kath. Universität (PUC), sowie ab 1989 als Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo.
1991 trat Freire von diesem Posten zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.
1994 hatten wir Paulo Freire und seine zweite Frau, die Historikerin Ana Maria Freire in München zu Gast.
Zu seinem zentralen Thema „Verantwortung in der dritten und ersten Welt übernehmen.“
„Die an mich oft gerichtete Frage oder Feststellung lautet: „Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewusstseinsbildung zu tun.“
Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken. Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst-Weltler zu sein.
Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll.
Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-WeltlerInnen„. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“
Paulo Freire hat von über 20 (zuletzt 35) Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten. Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:
- Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript ab 1968 in Verbreitung
- Pädagogik der Solidarität – Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974
- Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)
- Dialog als Prinzip – Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.
- „Der Lehrer ist Politiker und Künstler – Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981
- 1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.
Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.
Die Ideen Paulo Freire’s wurden hier durch die 1977 gegründete
Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseinsbildung
verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfasste:
- ArbeitsGemeinschaft SozialPolitischer ArbeitsKreise AG SPAK München,
- Centro di Animazione per ‚l Autogestione Populare (Palermo / Italien),
- Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim- Köln)
- Institut Oecuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris),
- Mouvement d‘ Animation de Base / International Ontmoetingscentrum (Hasselt / Belgien)
- und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich).
Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo Freire Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Fachtagungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.
Vor allem in Latein- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenenbildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit.
Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tome und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt.
Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire-Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. Das letzte Heft unserer Zeitschrift für befreiende Pädagogik ist diesen Projekten gewidmet.
Für Juli dieses Jahres (1996) war Paulo Freire von der UNESCO zum Weltkongress der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo Freire Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Ein Sammelband mit Berichten aus der Arbeit in unseren europäischen Situationen ist für Sommer geplant. Die Universität Oldenburg wollte ihm die Ehrendoktorwürde verleihen.
Für das Wintersemester ’97 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.
*) Vorstand der Paulo Freire Gesellschaft 1996-98: Eva Maria Antz (Köln-Brühl), Marita Hecker, Frankfurt, Dr. Heinz Peter Gerhardt (Bonn), Fritz Letsch (München), Prof. Dr. Manfred Peters (Namur), Andreas Schauder (Schallstadt-Wolfenweiler), Heinz Schulze (München) Dr. Ilse Schimpf-Herken, Berlin
Die UNESCO hatte ihn als Hauptredner zur Weltkonferenz Erwachsenenbildung eingeladen und plante ein internationales Memorial
der pädagogische US-Fachverlag Peter Lang plant für die nächste Ausgabe der Taboo eine Würdigung Peter Lang Publishing
Paulo Freire und die zeitschrift für befreiende pädagogik
Zur theoretischen Verbindung der beiden Praktiker in der Kritischen Praxis auf Freire-Boal
Paulo Freire (* 19. September 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor (wikipedia ) und wirkt international in Kritische Pädagogik wie Kritische Theorie: Kritische Praxis auch auf Freire-Boal
Die Gedanken und pädagogischen Ansätze von Paulo Freire in der Pädagogik der Unterdrückten waren in den siebziger Jahren so revolutionär, dass sie viele Menschen weltweit begeisterten. Konservativen Politikern und PädagogInnen erschienen sie (manchen bis heute) zu „verdächtig“, um sie in unsere Bildungs-Praxis umzusetzen:
Freire unterteilt den Prozess der Bewusstseinsbildung in drei Stufen:
1. semi-transitives Bewusstsein: Der Mensch sieht seine Situation als unveränderlich an und sein Erfahrungswert ist damit begrenzt. Er hat keine Kraft Widerstand zu leisten und resigniert.
2. naiv-transitives Bewusstsein: Durch den Dialog nehmen die Menschen ihre Lebenswelt und die damit verbundenen Widersprüche wahr.
3. kritisch-transitives Bewusstsein: Der Mensch nimmt die Missstände der Welt in der er lebt nicht nur wahr, sondern er kann sie auch kritisch reflektieren. Er ist in der Lage Lösungen für seine Probleme zu suchen.
Das Ziel von Freire ist es, dass die Bevölkerung die dritte Stufe des Bewusstseins erlangt.
Von Alphabetisierung, „educación popular“, solidarischer Ökonomie, lokaler Politik, Bewegung arbeitender Kinder, Konzepte für viele Basisorganisationen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, bis zu demokratischer Unternehmensführung gehen die „Auswirkungen“ der „befreienden Pädagogik“ von Paulo Freire.
Bankiers-Erziehung nannte Freire die Art, fertiges Wissen in die Köpfe der Kinder einzulagern und wieder abzufragen, Bulimie-Lernen nennen es heute Studierende, wenn sie mit Halbbildung für Berufe vorbereitet zu werden, statt selbst zu forschen und zu studieren. Heute wird international die Ecopedagogy hervorgehoben
Unsere Kultur des Schweigens mit den giftigen Mythen aufdecken:
Das „Theater der Unterdrückten“, das Augusto Boal im selben Kontext entwickelte, Teile der Befreiungstheologie, die „ Partzipativen Haushalte“ (Bürgerhaushalt) sowie die Arbeit an der „Lernenden Organisation“ beziehen den Hintergrund von ihm, die Idee des Weltsozialforum entstand im Porto Alegre durch Chico Withaker. https://de.wikipedia.org/wiki/Chico_Whitaker
Im Regenbogen der Wünsche, ursprünglich Rainbow of Desire entwarf er noch psychologisch tiefergehende Arbeitsweisen mit Theatermethoden auf der Bühne. Zuletzt schrieb Augusto Boal noch eine Aesthetik der Unterdrueckten, die seinen pädagogischen Weg zu einer gesellschaftlichen Sichtweise beschreibt.
Im Jahr 1994 war Paulo Freire bei uns in München
1994 hatten wir, die Paulo Freire Gesellschaft ihn in München und in verschiedenen europäischen Städten zu Gast, 1996 konnte eine weitere Deutschland-Reise, bei der er Jürgen Habermas treffen wollte, was für eine gemeinsame Tagung spannend gewesen wäre … leider nicht mehr stattfinden. Am 2.Mai 1997 ist er dann 75jährig in Sao Paulo (Brasilien) verstorben. Sein Denken trägt weiterhin Früchte.
Augusto Boal war oft in München – er starb am 2. Mai 2009 – 12 Jahre später
Ich erlebte ihn erstmals 1981, er wohnte damals in Paris, und in Berlin gab es die meisten Fortbildungen mit ihm, die grössten Projekte waren in Pasing und Gauting 1995 und 1997, im Rathaus München 1999.
Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.
Boal entwickelte die verschiedenen Theaterformen des „Theater der Unterdrückten“, wie „Forumtheater“ und „Unsichtbares Theater“ und Legislatives Theater.
Frühere Formen der Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung auf Grund der Kritischen Theorie in der Anlehnung an die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire im Theater waren viele körperliche Erfahrungs-Methoden, Spiele und Übungen, Zeitungstheater und „Chamber in the Street„, eine Form, die parlamentarische Abläufe auf die Straße brachte.
Eine Zeit lang arbeitete er mit psychologisch inspirierten Methoden des Regenbogen der Wünsche, die in den amerikanischen Ländern sehr schnellen Bühnenerfolg brachten, hierzulande haben wir sie eher selten angewandt. Zuletzt stellte er ein Buch fertig, die „Ästhetik der Unterdrückten“, in dem er darlegt, wie uns der Unterhaltungsmüll reaktionsunfähig macht und wie wir zu internationaler Solidarität zurückkommen. Dann starb er am 2.Mai 2009, wie schon 1997 Paulo Freire.
Von einander lernen
Wie Bert Brecht hatte Augusto Boal mit seinen Arbeiten auch seine Methoden gesammelt, die Übungen und Spiele, nach den Orten benannt, an denen er sie gelernt hatte. So arbeitete auch die Bewusstseinsbildung mit Elementen des Volkstheater,
Das gemeinschaftliche Lernen und Forschen von Freire ist auch im Ansatz schon bei Rosa Luxemburg zu finden:
Theorie sucht nach der Quelle, die Praxis nach dem Ziel
Bert Brecht sah seine Inszenierungen im Sinne der Aufklärung, nicht der Ablenkung: Ein Beispiel sei das „Brecht-Licht“, das eine Szene gleichmäßig ausleuchtet, das Gesamt-Geschehen durchsichtig macht, statt hinter Kulissen und Vorhängen diffuse Verwicklungen zu konstruieren.
Die Lehrstücke waren zur Ausbildung der Schauspielenden gedacht, die richtigen Fragen zu stellen, statt die überzeugendsten Gefühle und Stimmen zu präsentieren, damit das Denken der Zusehenden möglich bleibt.
Theater vor der Aufklärung
Illusionstheater mit Kulissen und Schminke wollte nach der griechischen Tragödie mit Chören etc. den Spannungsbogen vom Prolog bis zu einem moralischen Ende spannen, wie auch heute noch Hollywood-Filme ein „happy end“ versprechen, wie inzwischen auch eine Klopapier-Marke benannt ist.
Brecht’sche Ansätze über Freire
Augusto Boal bricht im Forumtheater den Spannungsbogen am höchsten Punkt und fordert zum Dialog auf dem Weg zu gemeinschaftlich gut befundenen Lösungen.
Die Joker-Figur führt das Gespräch mit der Forum-Gruppe und dem Publikum in offener Weise:
- Seid ihr zufrieden?
- Wollt ihr euch noch besprechen?
- Wer möchte eine andere Lösung?
- Magst du spielen?
- was hat sich geändert?
Für ein „Theater der Empörung“?
Analog zur Ecopedagogy auf dem Weg zur Pädagogik der Empörung von Paulo Freire bis 2. Mai 1997 schrieb Augusto Boal eine Ästhetik der Unterdrückten als Kulturkritik und Abschluss seines Lebenswerkes bis 2. Mai 2009 vielleicht auf Theater der Empörung?
fritz-letsch.blogspot.com/2006/04/gestalt-paedagogik-und-theater-methoden.html
Erich Mühsam – Soldatenlied
Wir lernten in der Schlacht zu stehn
bei Sturm und Höllenglut.
Wir lernten in den Tod zu gehn,
nicht achtend unser Blut.
Und wenn sich einst die Waffe kehrt
auf die, die uns den Kampf gelehrt,
sie werden uns nicht feige sehn.
Ihr Unterricht war gut.Wir töten, wie man uns befahl,
mit Blei und Dynamit,
für Vaterland und Kapital,
für Kaiser und Profit.
Doch wenn erfüllt die Tage sind,
dann stehn wir auf für Weib und Kind
und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
die lichte Sonne sieht.Soldaten! Ruft′s von Front zu Front:
Es ruhe das Gewehr!
Wer für die Reichen bluten konnt,
kann für die Seinen mehr.
Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
Vergesst den Freund im Feinde nicht!
In Flammen ruft der Horizont
nach Hause jedes Heer.Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
dass ferner Friede sei!
Nie wieder reiß das Völkerband
in rohem Krieg entzwei.
Sieg allen in der Heimatschlacht!
Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
und alle Welt ist Vaterland,
und alle Welt ist frei!Sein Lehrer und Vorbild Gustav Landauer war Schriftsteller, Anarchist, Anarcho-Pazifist. Er war Vordenker, Akteur sowohl nach der Novemberrevolution 1918 (nach der Pflege seiner an spanischer Grippe erkrankten Kinder) als auch bei der 2. Münchner Räterepublik ab 7.4.19 für 7 Tage als Volkskommissar für Volksaufklärung, wie man es statt Kultusminister sagen wollte. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung wurde er von Freikorps-Soldaten im Gefängnis Stadelheim ermordet 7. April 1870 – 2. Mai 1919 – und mit ihm die Rätezeit in Baiern und München
#AugustoBoal #ErichMühsam #Generationen #GustavLandauer #Krieg #Literatur #PauloReire -
Generationen ohne Nachkriegsschäden?
Während wir noch an den Bombenfunden aus dem letzten Krieg in Alarme geraten und in den Altenheimen und Krankenstationen die Demenz der letzten Kriegsgeneration die Erinnerungen löscht, die mit autoritärer Erziehung unter Denunziations- und Sündenangst den äußeren Schein durch OP’s und Friseur-Künste aufrecht erhalten …
Die Revolten der 1960er Jahre gegen die wieder etablierten Alt-Nazis in allen höheren Posten und Universitäten, mit Folgen bis heute: In Bayern die Juristen- und damit auch Richter-Ausbildung bis Anfang der 1980er Jahre mit Professor Maunz „Der Wille des Führers ist Gesetz!“ – sogar als CSU-Kultusminister von 1957 bis 1964 war das CSU-Mitglied Maunz bayerischer Kultusminister, nachdem seine alten Schriften auch durch Hildegard Hamm-Brücher bekannt gemacht wurden.
Die kleinen Bewegungen, die entstanden, in vielen Jugendgruppen und Studierenden-Gemeinden mit sozialpolitischen Arbeitskreisen, die sich im ganzen Land austauschten und organisierten, in der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise AG SPAK, in Parteien und Verbänden
Die nächsten Generationen können – je nach Aufwachsen – neue Verhaltensweisen entwickeln
Die Ängste der Nachkriegszeit
Befreiungsbewegungen im Antikommunismus
Amerikanische Befreiungsbewegungen in der Literatur
Allen Ginsberg und die literarischen Aufbrüche in den #USA in der „Beat Generation“ werden die Bewegungen grundieren können, mit Patti Smith „Power to the people!“ wie der Blues und die verschiedenen folgenden Musikstile die Befreiung der Schwarzen mit Billie Holiday, der Frauen und der Queeren begleitet haben,
wie damals Bob Dylan für die #Weatherman zum Stichwort-Gebenden wurde: „You don’t have to ask the Weatermen …“ woher der Wind weht:
Nur wenige wissen noch, wie die #Vietnam–#Krieg’s-Bewegungen begannen, mit durchaus kräftigen Bomben-Anschlägen, aber ohne menschliche Ziele, das war immer faschistische Art …
Auch der SDS hatte ein US-Vorbild ….
… aber befreiende Pädagogik kam aus Südamerika:
Paulo Freire und Augusto Boal
Paulo Freire starb 75-jährig in Sao Paulo – am 2. Mai 1997
Am Freitag, 2. Mai ’97 verstarb unser Freund und Vorbild Paulo Freire. Wie kein anderer pflegte er den Dialog und ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern. Wir werden versuchen, sein Anliegen weiter zu verwirklichen.
Kurzporträt Paulo Freire
Geboren am 19.9.1921 in Recife (Nordosten Brasilien) unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire
1928 aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Umzug mit der Familie nach Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in Paulo Freires Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers…“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren.
1944 Heirat mit Elza Maria Oliviera, einer Grundschullehrerin. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
1946 Arbeit als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig.
1956 verließ Freire sein Amt im Sozialdienst der Industrie teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unternehmensseite bezüglich seiner demokratischen Arbeitsmethode, teils weil ihm die Grenzen der assistenzialistischen Hilfe bewußt wurde.
1961 startete eine von Freire konzipierte Alphabetisierungskampagne in Brasilien auf nationaler Basis. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freire’s Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten..
1964 Staatsstreich durch die Militärs, Freire mußte 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er u.a. 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor.
1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (spez. in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig.
1980 nach der Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort Mitarbeit u.a. im Rahmen der Erzdiözese Sao Paulo (Kardinal Arns), an der Kath. Universität (PUC), sowie ab 1989 als Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo.
1991 trat Freire von diesem Posten zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.
1994 hatten wir Paulo Freire und seine zweite Frau, die Historikerin Ana Maria Freire in München zu Gast.
Zu seinem zentralen Thema „Verantwortung in der dritten und ersten Welt übernehmen.“
„Die an mich oft gerichtete Frage oder Feststellung lautet: „Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewusstseinsbildung zu tun.“
Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken. Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst-Weltler zu sein.
Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll.
Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-WeltlerInnen„. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“
Paulo Freire hat von über 20 (zuletzt 35) Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten. Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:
- Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript ab 1968 in Verbreitung
- Pädagogik der Solidarität – Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974
- Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)
- Dialog als Prinzip – Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.
- „Der Lehrer ist Politiker und Künstler – Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981
- 1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.
Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.
Die Ideen Paulo Freire’s wurden hier durch die 1977 gegründete
Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseinsbildung
verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfasste:
- ArbeitsGemeinschaft SozialPolitischer ArbeitsKreise AG SPAK München,
- Centro di Animazione per ‚l Autogestione Populare (Palermo / Italien),
- Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim- Köln)
- Institut Oecuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris),
- Mouvement d‘ Animation de Base / International Ontmoetingscentrum (Hasselt / Belgien)
- und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich).
Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo Freire Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Fachtagungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.
Vor allem in Latein- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenenbildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit.
Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tome und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt.
Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire-Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. Das letzte Heft unserer Zeitschrift für befreiende Pädagogik ist diesen Projekten gewidmet.
Für Juli dieses Jahres (1996) war Paulo Freire von der UNESCO zum Weltkongress der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo Freire Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Ein Sammelband mit Berichten aus der Arbeit in unseren europäischen Situationen ist für Sommer geplant. Die Universität Oldenburg wollte ihm die Ehrendoktorwürde verleihen.
Für das Wintersemester ’97 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.
*) Vorstand der Paulo Freire Gesellschaft 1996-98: Eva Maria Antz (Köln-Brühl), Marita Hecker, Frankfurt, Dr. Heinz Peter Gerhardt (Bonn), Fritz Letsch (München), Prof. Dr. Manfred Peters (Namur), Andreas Schauder (Schallstadt-Wolfenweiler), Heinz Schulze (München) Dr. Ilse Schimpf-Herken, Berlin
Die UNESCO hatte ihn als Hauptredner zur Weltkonferenz Erwachsenenbildung eingeladen und plante ein internationales Memorial
der pädagogische US-Fachverlag Peter Lang plant für die nächste Ausgabe der Taboo eine Würdigung Peter Lang Publishing
Paulo Freire und die zeitschrift für befreiende pädagogik
Zur theoretischen Verbindung der beiden Praktiker in der Kritischen Praxis auf Freire-Boal
Paulo Freire (* 19. September 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor (wikipedia ) und wirkt international in Kritische Pädagogik wie Kritische Theorie: Kritische Praxis auch auf Freire-Boal
Die Gedanken und pädagogischen Ansätze von Paulo Freire in der Pädagogik der Unterdrückten waren in den siebziger Jahren so revolutionär, dass sie viele Menschen weltweit begeisterten. Konservativen Politikern und PädagogInnen erschienen sie (manchen bis heute) zu „verdächtig“, um sie in unsere Bildungs-Praxis umzusetzen:
Freire unterteilt den Prozess der Bewusstseinsbildung in drei Stufen:
1. semi-transitives Bewusstsein: Der Mensch sieht seine Situation als unveränderlich an und sein Erfahrungswert ist damit begrenzt. Er hat keine Kraft Widerstand zu leisten und resigniert.
2. naiv-transitives Bewusstsein: Durch den Dialog nehmen die Menschen ihre Lebenswelt und die damit verbundenen Widersprüche wahr.
3. kritisch-transitives Bewusstsein: Der Mensch nimmt die Missstände der Welt in der er lebt nicht nur wahr, sondern er kann sie auch kritisch reflektieren. Er ist in der Lage Lösungen für seine Probleme zu suchen.
Das Ziel von Freire ist es, dass die Bevölkerung die dritte Stufe des Bewusstseins erlangt.
Von Alphabetisierung, „educación popular“, solidarischer Ökonomie, lokaler Politik, Bewegung arbeitender Kinder, Konzepte für viele Basisorganisationen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, bis zu demokratischer Unternehmensführung gehen die „Auswirkungen“ der „befreienden Pädagogik“ von Paulo Freire.
Bankiers-Erziehung nannte Freire die Art, fertiges Wissen in die Köpfe der Kinder einzulagern und wieder abzufragen, Bulimie-Lernen nennen es heute Studierende, wenn sie mit Halbbildung für Berufe vorbereitet zu werden, statt selbst zu forschen und zu studieren. Heute wird international die Ecopedagogy hervorgehoben
Unsere Kultur des Schweigens mit den giftigen Mythen aufdecken:
Das „Theater der Unterdrückten“, das Augusto Boal im selben Kontext entwickelte, Teile der Befreiungstheologie, die „ Partzipativen Haushalte“ (Bürgerhaushalt) sowie die Arbeit an der „Lernenden Organisation“ beziehen den Hintergrund von ihm, die Idee des Weltsozialforum entstand im Porto Alegre durch Chico Withaker. https://de.wikipedia.org/wiki/Chico_Whitaker
Im Regenbogen der Wünsche, ursprünglich Rainbow of Desire entwarf er noch psychologisch tiefergehende Arbeitsweisen mit Theatermethoden auf der Bühne. Zuletzt schrieb Augusto Boal noch eine Aesthetik der Unterdrueckten, die seinen pädagogischen Weg zu einer gesellschaftlichen Sichtweise beschreibt.
Im Jahr 1994 war Paulo Freire bei uns in München
1994 hatten wir, die Paulo Freire Gesellschaft ihn in München und in verschiedenen europäischen Städten zu Gast, 1996 konnte eine weitere Deutschland-Reise, bei der er Jürgen Habermas treffen wollte, was für eine gemeinsame Tagung spannend gewesen wäre … leider nicht mehr stattfinden. Am 2.Mai 1997 ist er dann 75jährig in Sao Paulo (Brasilien) verstorben. Sein Denken trägt weiterhin Früchte.
Augusto Boal war oft in München – er starb am 2. Mai 2009 – 12 Jahre später
Ich erlebte ihn erstmals 1981, er wohnte damals in Paris, und in Berlin gab es die meisten Fortbildungen mit ihm, die grössten Projekte waren in Pasing und Gauting 1995 und 1997, im Rathaus München 1999.
Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.
Boal entwickelte die verschiedenen Theaterformen des „Theater der Unterdrückten“, wie „Forumtheater“ und „Unsichtbares Theater“ und Legislatives Theater.
Frühere Formen der Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung auf Grund der Kritischen Theorie in der Anlehnung an die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire im Theater waren viele körperliche Erfahrungs-Methoden, Spiele und Übungen, Zeitungstheater und „Chamber in the Street„, eine Form, die parlamentarische Abläufe auf die Straße brachte.
Eine Zeit lang arbeitete er mit psychologisch inspirierten Methoden des Regenbogen der Wünsche, die in den amerikanischen Ländern sehr schnellen Bühnenerfolg brachten, hierzulande haben wir sie eher selten angewandt. Zuletzt stellte er ein Buch fertig, die „Ästhetik der Unterdrückten“, in dem er darlegt, wie uns der Unterhaltungsmüll reaktionsunfähig macht und wie wir zu internationaler Solidarität zurückkommen. Dann starb er am 2.Mai 2009, wie schon 1997 Paulo Freire.
Von einander lernen
Wie Bert Brecht hatte Augusto Boal mit seinen Arbeiten auch seine Methoden gesammelt, die Übungen und Spiele, nach den Orten benannt, an denen er sie gelernt hatte. So arbeitete auch die Bewusstseinsbildung mit Elementen des Volkstheater,
Das gemeinschaftliche Lernen und Forschen von Freire ist auch im Ansatz schon bei Rosa Luxemburg zu finden:
Theorie sucht nach der Quelle, die Praxis nach dem Ziel
Bert Brecht sah seine Inszenierungen im Sinne der Aufklärung, nicht der Ablenkung: Ein Beispiel sei das „Brecht-Licht“, das eine Szene gleichmäßig ausleuchtet, das Gesamt-Geschehen durchsichtig macht, statt hinter Kulissen und Vorhängen diffuse Verwicklungen zu konstruieren.
Die Lehrstücke waren zur Ausbildung der Schauspielenden gedacht, die richtigen Fragen zu stellen, statt die überzeugendsten Gefühle und Stimmen zu präsentieren, damit das Denken der Zusehenden möglich bleibt.
Theater vor der Aufklärung
Illusionstheater mit Kulissen und Schminke wollte nach der griechischen Tragödie mit Chören etc. den Spannungsbogen vom Prolog bis zu einem moralischen Ende spannen, wie auch heute noch Hollywood-Filme ein „happy end“ versprechen, wie inzwischen auch eine Klopapier-Marke benannt ist.
Brecht’sche Ansätze über Freire
Augusto Boal bricht im Forumtheater den Spannungsbogen am höchsten Punkt und fordert zum Dialog auf dem Weg zu gemeinschaftlich gut befundenen Lösungen.
Die Joker-Figur führt das Gespräch mit der Forum-Gruppe und dem Publikum in offener Weise:
- Seid ihr zufrieden?
- Wollt ihr euch noch besprechen?
- Wer möchte eine andere Lösung?
- Magst du spielen?
- was hat sich geändert?
Für ein „Theater der Empörung“?
Analog zur Ecopedagogy auf dem Weg zur Pädagogik der Empörung von Paulo Freire bis 2. Mai 1997 schrieb Augusto Boal eine Ästhetik der Unterdrückten als Kulturkritik und Abschluss seines Lebenswerkes bis 2. Mai 2009 vielleicht auf Theater der Empörung?
fritz-letsch.blogspot.com/2006/04/gestalt-paedagogik-und-theater-methoden.html
Erich Mühsam – Soldatenlied
Wir lernten in der Schlacht zu stehn
bei Sturm und Höllenglut.
Wir lernten in den Tod zu gehn,
nicht achtend unser Blut.
Und wenn sich einst die Waffe kehrt
auf die, die uns den Kampf gelehrt,
sie werden uns nicht feige sehn.
Ihr Unterricht war gut.Wir töten, wie man uns befahl,
mit Blei und Dynamit,
für Vaterland und Kapital,
für Kaiser und Profit.
Doch wenn erfüllt die Tage sind,
dann stehn wir auf für Weib und Kind
und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
die lichte Sonne sieht.Soldaten! Ruft′s von Front zu Front:
Es ruhe das Gewehr!
Wer für die Reichen bluten konnt,
kann für die Seinen mehr.
Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
Vergesst den Freund im Feinde nicht!
In Flammen ruft der Horizont
nach Hause jedes Heer.Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
dass ferner Friede sei!
Nie wieder reiß das Völkerband
in rohem Krieg entzwei.
Sieg allen in der Heimatschlacht!
Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
und alle Welt ist Vaterland,
und alle Welt ist frei!Sein Lehrer und Vorbild Gustav Landauer war Schriftsteller, Anarchist, Anarcho-Pazifist. Er war Vordenker, Akteur sowohl nach der Novemberrevolution 1918 (nach der Pflege seiner an spanischer Grippe erkrankten Kinder) als auch bei der 2. Münchner Räterepublik ab 7.4.19 für 7 Tage als Volkskommissar für Volksaufklärung, wie man es statt Kultusminister sagen wollte. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung wurde er von Freikorps-Soldaten im Gefängnis Stadelheim ermordet 7. April 1870 – 2. Mai 1919 – und mit ihm die Rätezeit in Baiern und München
#AugustoBoal #ErichMühsam #Generationen #GustavLandauer #Krieg #Literatur #PauloReire -
Generationen ohne Nachkriegsschäden?
Während wir noch an den Bombenfunden aus dem letzten Krieg in Alarme geraten und in den Altenheimen und Krankenstationen die Demenz der letzten Kriegsgeneration die Erinnerungen löscht, die mit autoritärer Erziehung unter Denunziations- und Sündenangst den äußeren Schein durch OP’s und Friseur-Künste aufrecht erhalten …
Die Revolten der 1960er Jahre gegen die wieder etablierten Alt-Nazis in allen höheren Posten und Universitäten, mit Folgen bis heute: In Bayern die Juristen- und damit auch Richter-Ausbildung bis Anfang der 1980er Jahre mit Professor Maunz „Der Wille des Führers ist Gesetz!“ – sogar als CSU-Kultusminister von 1957 bis 1964 war das CSU-Mitglied Maunz bayerischer Kultusminister, nachdem seine alten Schriften auch durch Hildegard Hamm-Brücher bekannt gemacht wurden.
Die kleinen Bewegungen, die entstanden, in vielen Jugendgruppen und Studierenden-Gemeinden mit sozialpolitischen Arbeitskreisen, die sich im ganzen Land austauschten und organisierten, in der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise AG SPAK, in Parteien und Verbänden
Die nächsten Generationen können – je nach Aufwachsen – neue Verhaltensweisen entwickeln
Die Ängste der Nachkriegszeit
Befreiungsbewegungen im Antikommunismus
Amerikanische Befreiungsbewegungen in der Literatur
Allen Ginsberg und die literarischen Aufbrüche in den #USA in der „Beat Generation“ werden die Bewegungen grundieren können, mit Patti Smith „Power to the people!“ wie der Blues und die verschiedenen folgenden Musikstile die Befreiung der Schwarzen mit Billie Holiday, der Frauen und der Queeren begleitet haben,
wie damals Bob Dylan für die #Weatherman zum Stichwort-Gebenden wurde: „You don’t have to ask the Weatermen …“ woher der Wind weht:
Nur wenige wissen noch, wie die #Vietnam–#Krieg’s-Bewegungen begannen, mit durchaus kräftigen Bomben-Anschlägen, aber ohne menschliche Ziele, das war immer faschistische Art …
Auch der SDS hatte ein US-Vorbild ….
… aber befreiende Pädagogik kam aus Südamerika:
Paulo Freire und Augusto Boal
Paulo Freire starb 75-jährig in Sao Paulo – am 2. Mai 1997
Am Freitag, 2. Mai ’97 verstarb unser Freund und Vorbild Paulo Freire. Wie kein anderer pflegte er den Dialog und ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern. Wir werden versuchen, sein Anliegen weiter zu verwirklichen.
Kurzporträt Paulo Freire
Geboren am 19.9.1921 in Recife (Nordosten Brasilien) unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire
1928 aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Umzug mit der Familie nach Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in Paulo Freires Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers…“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren.
1944 Heirat mit Elza Maria Oliviera, einer Grundschullehrerin. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
1946 Arbeit als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig.
1956 verließ Freire sein Amt im Sozialdienst der Industrie teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unternehmensseite bezüglich seiner demokratischen Arbeitsmethode, teils weil ihm die Grenzen der assistenzialistischen Hilfe bewußt wurde.
1961 startete eine von Freire konzipierte Alphabetisierungskampagne in Brasilien auf nationaler Basis. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freire’s Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten..
1964 Staatsstreich durch die Militärs, Freire mußte 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er u.a. 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor.
1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (spez. in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig.
1980 nach der Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort Mitarbeit u.a. im Rahmen der Erzdiözese Sao Paulo (Kardinal Arns), an der Kath. Universität (PUC), sowie ab 1989 als Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo.
1991 trat Freire von diesem Posten zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.
1994 hatten wir Paulo Freire und seine zweite Frau, die Historikerin Ana Maria Freire in München zu Gast.
Zu seinem zentralen Thema „Verantwortung in der dritten und ersten Welt übernehmen.“
„Die an mich oft gerichtete Frage oder Feststellung lautet: „Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewusstseinsbildung zu tun.“
Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken. Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst-Weltler zu sein.
Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll.
Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-WeltlerInnen„. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“
Paulo Freire hat von über 20 (zuletzt 35) Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten. Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:
- Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript ab 1968 in Verbreitung
- Pädagogik der Solidarität – Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974
- Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)
- Dialog als Prinzip – Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.
- „Der Lehrer ist Politiker und Künstler – Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981
- 1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.
Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.
Die Ideen Paulo Freire’s wurden hier durch die 1977 gegründete
Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseinsbildung
verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfasste:
- ArbeitsGemeinschaft SozialPolitischer ArbeitsKreise AG SPAK München,
- Centro di Animazione per ‚l Autogestione Populare (Palermo / Italien),
- Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim- Köln)
- Institut Oecuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris),
- Mouvement d‘ Animation de Base / International Ontmoetingscentrum (Hasselt / Belgien)
- und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich).
Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo Freire Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Fachtagungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.
Vor allem in Latein- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenenbildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit.
Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tome und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt.
Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire-Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. Das letzte Heft unserer Zeitschrift für befreiende Pädagogik ist diesen Projekten gewidmet.
Für Juli dieses Jahres (1996) war Paulo Freire von der UNESCO zum Weltkongress der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo Freire Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Ein Sammelband mit Berichten aus der Arbeit in unseren europäischen Situationen ist für Sommer geplant. Die Universität Oldenburg wollte ihm die Ehrendoktorwürde verleihen.
Für das Wintersemester ’97 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.
*) Vorstand der Paulo Freire Gesellschaft 1996-98: Eva Maria Antz (Köln-Brühl), Marita Hecker, Frankfurt, Dr. Heinz Peter Gerhardt (Bonn), Fritz Letsch (München), Prof. Dr. Manfred Peters (Namur), Andreas Schauder (Schallstadt-Wolfenweiler), Heinz Schulze (München) Dr. Ilse Schimpf-Herken, Berlin
Die UNESCO hatte ihn als Hauptredner zur Weltkonferenz Erwachsenenbildung eingeladen und plante ein internationales Memorial
der pädagogische US-Fachverlag Peter Lang plant für die nächste Ausgabe der Taboo eine Würdigung Peter Lang Publishing
Paulo Freire und die zeitschrift für befreiende pädagogik
Zur theoretischen Verbindung der beiden Praktiker in der Kritischen Praxis auf Freire-Boal
Paulo Freire (* 19. September 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor (wikipedia ) und wirkt international in Kritische Pädagogik wie Kritische Theorie: Kritische Praxis auch auf Freire-Boal
Die Gedanken und pädagogischen Ansätze von Paulo Freire in der Pädagogik der Unterdrückten waren in den siebziger Jahren so revolutionär, dass sie viele Menschen weltweit begeisterten. Konservativen Politikern und PädagogInnen erschienen sie (manchen bis heute) zu „verdächtig“, um sie in unsere Bildungs-Praxis umzusetzen:
Freire unterteilt den Prozess der Bewusstseinsbildung in drei Stufen:
1. semi-transitives Bewusstsein: Der Mensch sieht seine Situation als unveränderlich an und sein Erfahrungswert ist damit begrenzt. Er hat keine Kraft Widerstand zu leisten und resigniert.
2. naiv-transitives Bewusstsein: Durch den Dialog nehmen die Menschen ihre Lebenswelt und die damit verbundenen Widersprüche wahr.
3. kritisch-transitives Bewusstsein: Der Mensch nimmt die Missstände der Welt in der er lebt nicht nur wahr, sondern er kann sie auch kritisch reflektieren. Er ist in der Lage Lösungen für seine Probleme zu suchen.
Das Ziel von Freire ist es, dass die Bevölkerung die dritte Stufe des Bewusstseins erlangt.
Von Alphabetisierung, „educación popular“, solidarischer Ökonomie, lokaler Politik, Bewegung arbeitender Kinder, Konzepte für viele Basisorganisationen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, bis zu demokratischer Unternehmensführung gehen die „Auswirkungen“ der „befreienden Pädagogik“ von Paulo Freire.
Bankiers-Erziehung nannte Freire die Art, fertiges Wissen in die Köpfe der Kinder einzulagern und wieder abzufragen, Bulimie-Lernen nennen es heute Studierende, wenn sie mit Halbbildung für Berufe vorbereitet zu werden, statt selbst zu forschen und zu studieren. Heute wird international die Ecopedagogy hervorgehoben
Unsere Kultur des Schweigens mit den giftigen Mythen aufdecken:
Das „Theater der Unterdrückten“, das Augusto Boal im selben Kontext entwickelte, Teile der Befreiungstheologie, die „ Partzipativen Haushalte“ (Bürgerhaushalt) sowie die Arbeit an der „Lernenden Organisation“ beziehen den Hintergrund von ihm, die Idee des Weltsozialforum entstand im Porto Alegre durch Chico Withaker. https://de.wikipedia.org/wiki/Chico_Whitaker
Im Regenbogen der Wünsche, ursprünglich Rainbow of Desire entwarf er noch psychologisch tiefergehende Arbeitsweisen mit Theatermethoden auf der Bühne. Zuletzt schrieb Augusto Boal noch eine Aesthetik der Unterdrueckten, die seinen pädagogischen Weg zu einer gesellschaftlichen Sichtweise beschreibt.
Im Jahr 1994 war Paulo Freire bei uns in München
1994 hatten wir, die Paulo Freire Gesellschaft ihn in München und in verschiedenen europäischen Städten zu Gast, 1996 konnte eine weitere Deutschland-Reise, bei der er Jürgen Habermas treffen wollte, was für eine gemeinsame Tagung spannend gewesen wäre … leider nicht mehr stattfinden. Am 2.Mai 1997 ist er dann 75jährig in Sao Paulo (Brasilien) verstorben. Sein Denken trägt weiterhin Früchte.
Augusto Boal war oft in München – er starb am 2. Mai 2009 – 12 Jahre später
Ich erlebte ihn erstmals 1981, er wohnte damals in Paris, und in Berlin gab es die meisten Fortbildungen mit ihm, die grössten Projekte waren in Pasing und Gauting 1995 und 1997, im Rathaus München 1999.
Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.
Boal entwickelte die verschiedenen Theaterformen des „Theater der Unterdrückten“, wie „Forumtheater“ und „Unsichtbares Theater“ und Legislatives Theater.
Frühere Formen der Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung auf Grund der Kritischen Theorie in der Anlehnung an die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire im Theater waren viele körperliche Erfahrungs-Methoden, Spiele und Übungen, Zeitungstheater und „Chamber in the Street„, eine Form, die parlamentarische Abläufe auf die Straße brachte.
Eine Zeit lang arbeitete er mit psychologisch inspirierten Methoden des Regenbogen der Wünsche, die in den amerikanischen Ländern sehr schnellen Bühnenerfolg brachten, hierzulande haben wir sie eher selten angewandt. Zuletzt stellte er ein Buch fertig, die „Ästhetik der Unterdrückten“, in dem er darlegt, wie uns der Unterhaltungsmüll reaktionsunfähig macht und wie wir zu internationaler Solidarität zurückkommen. Dann starb er am 2.Mai 2009, wie schon 1997 Paulo Freire.
Von einander lernen
Wie Bert Brecht hatte Augusto Boal mit seinen Arbeiten auch seine Methoden gesammelt, die Übungen und Spiele, nach den Orten benannt, an denen er sie gelernt hatte. So arbeitete auch die Bewusstseinsbildung mit Elementen des Volkstheater,
Das gemeinschaftliche Lernen und Forschen von Freire ist auch im Ansatz schon bei Rosa Luxemburg zu finden:
Theorie sucht nach der Quelle, die Praxis nach dem Ziel
Bert Brecht sah seine Inszenierungen im Sinne der Aufklärung, nicht der Ablenkung: Ein Beispiel sei das „Brecht-Licht“, das eine Szene gleichmäßig ausleuchtet, das Gesamt-Geschehen durchsichtig macht, statt hinter Kulissen und Vorhängen diffuse Verwicklungen zu konstruieren.
Die Lehrstücke waren zur Ausbildung der Schauspielenden gedacht, die richtigen Fragen zu stellen, statt die überzeugendsten Gefühle und Stimmen zu präsentieren, damit das Denken der Zusehenden möglich bleibt.
Theater vor der Aufklärung
Illusionstheater mit Kulissen und Schminke wollte nach der griechischen Tragödie mit Chören etc. den Spannungsbogen vom Prolog bis zu einem moralischen Ende spannen, wie auch heute noch Hollywood-Filme ein „happy end“ versprechen, wie inzwischen auch eine Klopapier-Marke benannt ist.
Brecht’sche Ansätze über Freire
Augusto Boal bricht im Forumtheater den Spannungsbogen am höchsten Punkt und fordert zum Dialog auf dem Weg zu gemeinschaftlich gut befundenen Lösungen.
Die Joker-Figur führt das Gespräch mit der Forum-Gruppe und dem Publikum in offener Weise:
- Seid ihr zufrieden?
- Wollt ihr euch noch besprechen?
- Wer möchte eine andere Lösung?
- Magst du spielen?
- was hat sich geändert?
Für ein „Theater der Empörung“?
Analog zur Ecopedagogy auf dem Weg zur Pädagogik der Empörung von Paulo Freire bis 2. Mai 1997 schrieb Augusto Boal eine Ästhetik der Unterdrückten als Kulturkritik und Abschluss seines Lebenswerkes bis 2. Mai 2009 vielleicht auf Theater der Empörung?
fritz-letsch.blogspot.com/2006/04/gestalt-paedagogik-und-theater-methoden.html
Erich Mühsam – Soldatenlied
Wir lernten in der Schlacht zu stehn
bei Sturm und Höllenglut.
Wir lernten in den Tod zu gehn,
nicht achtend unser Blut.
Und wenn sich einst die Waffe kehrt
auf die, die uns den Kampf gelehrt,
sie werden uns nicht feige sehn.
Ihr Unterricht war gut.Wir töten, wie man uns befahl,
mit Blei und Dynamit,
für Vaterland und Kapital,
für Kaiser und Profit.
Doch wenn erfüllt die Tage sind,
dann stehn wir auf für Weib und Kind
und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
die lichte Sonne sieht.Soldaten! Ruft′s von Front zu Front:
Es ruhe das Gewehr!
Wer für die Reichen bluten konnt,
kann für die Seinen mehr.
Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
Vergesst den Freund im Feinde nicht!
In Flammen ruft der Horizont
nach Hause jedes Heer.Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
dass ferner Friede sei!
Nie wieder reiß das Völkerband
in rohem Krieg entzwei.
Sieg allen in der Heimatschlacht!
Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
und alle Welt ist Vaterland,
und alle Welt ist frei!Sein Lehrer und Vorbild Gustav Landauer war Schriftsteller, Anarchist, Anarcho-Pazifist. Er war Vordenker, Akteur sowohl nach der Novemberrevolution 1918 (nach der Pflege seiner an spanischer Grippe erkrankten Kinder) als auch bei der 2. Münchner Räterepublik ab 7.4.19 für 7 Tage als Volkskommissar für Volksaufklärung, wie man es statt Kultusminister sagen wollte. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung wurde er von Freikorps-Soldaten im Gefängnis Stadelheim ermordet 7. April 1870 – 2. Mai 1919 – und mit ihm die Rätezeit in Baiern und München
#AugustoBoal #ErichMühsam #Generationen #GustavLandauer #Krieg #Literatur #PauloReire -
Generationen ohne Nachkriegsschäden?
Während wir noch an den Bombenfunden aus dem letzten Krieg in Alarme geraten und in den Altenheimen und Krankenstationen die Demenz der letzten Kriegsgeneration die Erinnerungen löscht, die mit autoritärer Erziehung unter Denunziations- und Sündenangst den äußeren Schein durch OP’s und Friseur-Künste aufrecht erhalten …
Die Revolten der 1960er Jahre gegen die wieder etablierten Alt-Nazis in allen höheren Posten und Universitäten, mit Folgen bis heute: In Bayern die Juristen- und damit auch Richter-Ausbildung bis Anfang der 1980er Jahre mit Professor Maunz „Der Wille des Führers ist Gesetz!“ – sogar als CSU-Kultusminister von 1957 bis 1964 war das CSU-Mitglied Maunz bayerischer Kultusminister, nachdem seine alten Schriften auch durch Hildegard Hamm-Brücher bekannt gemacht wurden.
Die kleinen Bewegungen, die entstanden, in vielen Jugendgruppen und Studierenden-Gemeinden mit sozialpolitischen Arbeitskreisen, die sich im ganzen Land austauschten und organisierten, in der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise AG SPAK, in Parteien und Verbänden
Die nächsten Generationen können – je nach Aufwachsen – neue Verhaltensweisen entwickeln
Die Ängste der Nachkriegszeit
Befreiungsbewegungen im Antikommunismus
Amerikanische Befreiungsbewegungen in der Literatur
Allen Ginsberg und die literarischen Aufbrüche in den #USA in der „Beat Generation“ werden die Bewegungen grundieren können, mit Patti Smith „Power to the people!“ wie der Blues und die verschiedenen folgenden Musikstile die Befreiung der Schwarzen mit Billie Holiday, der Frauen und der Queeren begleitet haben,
wie damals Bob Dylan für die #Weatherman zum Stichwort-Gebenden wurde: „You don’t have to ask the Weatermen …“ woher der Wind weht:
Nur wenige wissen noch, wie die #Vietnam–#Krieg’s-Bewegungen begannen, mit durchaus kräftigen Bomben-Anschlägen, aber ohne menschliche Ziele, das war immer faschistische Art …
Auch der SDS hatte ein US-Vorbild ….
… aber befreiende Pädagogik kam aus Südamerika:
Paulo Freire und Augusto Boal
Paulo Freire starb 75-jährig in Sao Paulo – am 2. Mai 1997
Am Freitag, 2. Mai ’97 verstarb unser Freund und Vorbild Paulo Freire. Wie kein anderer pflegte er den Dialog und ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern. Wir werden versuchen, sein Anliegen weiter zu verwirklichen.
Kurzporträt Paulo Freire
Geboren am 19.9.1921 in Recife (Nordosten Brasilien) unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire
1928 aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Umzug mit der Familie nach Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in Paulo Freires Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers…“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren.
1944 Heirat mit Elza Maria Oliviera, einer Grundschullehrerin. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
1946 Arbeit als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig.
1956 verließ Freire sein Amt im Sozialdienst der Industrie teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unternehmensseite bezüglich seiner demokratischen Arbeitsmethode, teils weil ihm die Grenzen der assistenzialistischen Hilfe bewußt wurde.
1961 startete eine von Freire konzipierte Alphabetisierungskampagne in Brasilien auf nationaler Basis. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freire’s Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten..
1964 Staatsstreich durch die Militärs, Freire mußte 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er u.a. 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor.
1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (spez. in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig.
1980 nach der Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort Mitarbeit u.a. im Rahmen der Erzdiözese Sao Paulo (Kardinal Arns), an der Kath. Universität (PUC), sowie ab 1989 als Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo.
1991 trat Freire von diesem Posten zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.
1994 hatten wir Paulo Freire und seine zweite Frau, die Historikerin Ana Maria Freire in München zu Gast.
Zu seinem zentralen Thema „Verantwortung in der dritten und ersten Welt übernehmen.“
„Die an mich oft gerichtete Frage oder Feststellung lautet: „Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewusstseinsbildung zu tun.“
Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken. Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst-Weltler zu sein.
Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll.
Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-WeltlerInnen„. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“
Paulo Freire hat von über 20 (zuletzt 35) Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten. Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:
- Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript ab 1968 in Verbreitung
- Pädagogik der Solidarität – Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974
- Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)
- Dialog als Prinzip – Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.
- „Der Lehrer ist Politiker und Künstler – Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981
- 1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.
Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.
Die Ideen Paulo Freire’s wurden hier durch die 1977 gegründete
Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseinsbildung
verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfasste:
- ArbeitsGemeinschaft SozialPolitischer ArbeitsKreise AG SPAK München,
- Centro di Animazione per ‚l Autogestione Populare (Palermo / Italien),
- Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim- Köln)
- Institut Oecuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris),
- Mouvement d‘ Animation de Base / International Ontmoetingscentrum (Hasselt / Belgien)
- und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich).
Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo Freire Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Fachtagungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.
Vor allem in Latein- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenenbildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit.
Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tome und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt.
Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire-Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. Das letzte Heft unserer Zeitschrift für befreiende Pädagogik ist diesen Projekten gewidmet.
Für Juli dieses Jahres (1996) war Paulo Freire von der UNESCO zum Weltkongress der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo Freire Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Ein Sammelband mit Berichten aus der Arbeit in unseren europäischen Situationen ist für Sommer geplant. Die Universität Oldenburg wollte ihm die Ehrendoktorwürde verleihen.
Für das Wintersemester ’97 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.
*) Vorstand der Paulo Freire Gesellschaft 1996-98: Eva Maria Antz (Köln-Brühl), Marita Hecker, Frankfurt, Dr. Heinz Peter Gerhardt (Bonn), Fritz Letsch (München), Prof. Dr. Manfred Peters (Namur), Andreas Schauder (Schallstadt-Wolfenweiler), Heinz Schulze (München) Dr. Ilse Schimpf-Herken, Berlin
Die UNESCO hatte ihn als Hauptredner zur Weltkonferenz Erwachsenenbildung eingeladen und plante ein internationales Memorial
der pädagogische US-Fachverlag Peter Lang plant für die nächste Ausgabe der Taboo eine Würdigung Peter Lang Publishing
Paulo Freire und die zeitschrift für befreiende pädagogik
Zur theoretischen Verbindung der beiden Praktiker in der Kritischen Praxis auf Freire-Boal
Paulo Freire (* 19. September 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor (wikipedia ) und wirkt international in Kritische Pädagogik wie Kritische Theorie: Kritische Praxis auch auf Freire-Boal
Die Gedanken und pädagogischen Ansätze von Paulo Freire in der Pädagogik der Unterdrückten waren in den siebziger Jahren so revolutionär, dass sie viele Menschen weltweit begeisterten. Konservativen Politikern und PädagogInnen erschienen sie (manchen bis heute) zu „verdächtig“, um sie in unsere Bildungs-Praxis umzusetzen:
Freire unterteilt den Prozess der Bewusstseinsbildung in drei Stufen:
1. semi-transitives Bewusstsein: Der Mensch sieht seine Situation als unveränderlich an und sein Erfahrungswert ist damit begrenzt. Er hat keine Kraft Widerstand zu leisten und resigniert.
2. naiv-transitives Bewusstsein: Durch den Dialog nehmen die Menschen ihre Lebenswelt und die damit verbundenen Widersprüche wahr.
3. kritisch-transitives Bewusstsein: Der Mensch nimmt die Missstände der Welt in der er lebt nicht nur wahr, sondern er kann sie auch kritisch reflektieren. Er ist in der Lage Lösungen für seine Probleme zu suchen.
Das Ziel von Freire ist es, dass die Bevölkerung die dritte Stufe des Bewusstseins erlangt.
Von Alphabetisierung, „educación popular“, solidarischer Ökonomie, lokaler Politik, Bewegung arbeitender Kinder, Konzepte für viele Basisorganisationen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, bis zu demokratischer Unternehmensführung gehen die „Auswirkungen“ der „befreienden Pädagogik“ von Paulo Freire.
Bankiers-Erziehung nannte Freire die Art, fertiges Wissen in die Köpfe der Kinder einzulagern und wieder abzufragen, Bulimie-Lernen nennen es heute Studierende, wenn sie mit Halbbildung für Berufe vorbereitet zu werden, statt selbst zu forschen und zu studieren. Heute wird international die Ecopedagogy hervorgehoben
Unsere Kultur des Schweigens mit den giftigen Mythen aufdecken:
Das „Theater der Unterdrückten“, das Augusto Boal im selben Kontext entwickelte, Teile der Befreiungstheologie, die „ Partzipativen Haushalte“ (Bürgerhaushalt) sowie die Arbeit an der „Lernenden Organisation“ beziehen den Hintergrund von ihm, die Idee des Weltsozialforum entstand im Porto Alegre durch Chico Withaker. https://de.wikipedia.org/wiki/Chico_Whitaker
Im Regenbogen der Wünsche, ursprünglich Rainbow of Desire entwarf er noch psychologisch tiefergehende Arbeitsweisen mit Theatermethoden auf der Bühne. Zuletzt schrieb Augusto Boal noch eine Aesthetik der Unterdrueckten, die seinen pädagogischen Weg zu einer gesellschaftlichen Sichtweise beschreibt.
Im Jahr 1994 war Paulo Freire bei uns in München
1994 hatten wir, die Paulo Freire Gesellschaft ihn in München und in verschiedenen europäischen Städten zu Gast, 1996 konnte eine weitere Deutschland-Reise, bei der er Jürgen Habermas treffen wollte, was für eine gemeinsame Tagung spannend gewesen wäre … leider nicht mehr stattfinden. Am 2.Mai 1997 ist er dann 75jährig in Sao Paulo (Brasilien) verstorben. Sein Denken trägt weiterhin Früchte.
Augusto Boal war oft in München – er starb am 2. Mai 2009 – 12 Jahre später
Ich erlebte ihn erstmals 1981, er wohnte damals in Paris, und in Berlin gab es die meisten Fortbildungen mit ihm, die grössten Projekte waren in Pasing und Gauting 1995 und 1997, im Rathaus München 1999.
Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.
Boal entwickelte die verschiedenen Theaterformen des „Theater der Unterdrückten“, wie „Forumtheater“ und „Unsichtbares Theater“ und Legislatives Theater.
Frühere Formen der Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung auf Grund der Kritischen Theorie in der Anlehnung an die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire im Theater waren viele körperliche Erfahrungs-Methoden, Spiele und Übungen, Zeitungstheater und „Chamber in the Street„, eine Form, die parlamentarische Abläufe auf die Straße brachte.
Eine Zeit lang arbeitete er mit psychologisch inspirierten Methoden des Regenbogen der Wünsche, die in den amerikanischen Ländern sehr schnellen Bühnenerfolg brachten, hierzulande haben wir sie eher selten angewandt. Zuletzt stellte er ein Buch fertig, die „Ästhetik der Unterdrückten“, in dem er darlegt, wie uns der Unterhaltungsmüll reaktionsunfähig macht und wie wir zu internationaler Solidarität zurückkommen. Dann starb er am 2.Mai 2009, wie schon 1997 Paulo Freire.
Von einander lernen
Wie Bert Brecht hatte Augusto Boal mit seinen Arbeiten auch seine Methoden gesammelt, die Übungen und Spiele, nach den Orten benannt, an denen er sie gelernt hatte. So arbeitete auch die Bewusstseinsbildung mit Elementen des Volkstheater,
Das gemeinschaftliche Lernen und Forschen von Freire ist auch im Ansatz schon bei Rosa Luxemburg zu finden:
Theorie sucht nach der Quelle, die Praxis nach dem Ziel
Bert Brecht sah seine Inszenierungen im Sinne der Aufklärung, nicht der Ablenkung: Ein Beispiel sei das „Brecht-Licht“, das eine Szene gleichmäßig ausleuchtet, das Gesamt-Geschehen durchsichtig macht, statt hinter Kulissen und Vorhängen diffuse Verwicklungen zu konstruieren.
Die Lehrstücke waren zur Ausbildung der Schauspielenden gedacht, die richtigen Fragen zu stellen, statt die überzeugendsten Gefühle und Stimmen zu präsentieren, damit das Denken der Zusehenden möglich bleibt.
Theater vor der Aufklärung
Illusionstheater mit Kulissen und Schminke wollte nach der griechischen Tragödie mit Chören etc. den Spannungsbogen vom Prolog bis zu einem moralischen Ende spannen, wie auch heute noch Hollywood-Filme ein „happy end“ versprechen, wie inzwischen auch eine Klopapier-Marke benannt ist.
Brecht’sche Ansätze über Freire
Augusto Boal bricht im Forumtheater den Spannungsbogen am höchsten Punkt und fordert zum Dialog auf dem Weg zu gemeinschaftlich gut befundenen Lösungen.
Die Joker-Figur führt das Gespräch mit der Forum-Gruppe und dem Publikum in offener Weise:
- Seid ihr zufrieden?
- Wollt ihr euch noch besprechen?
- Wer möchte eine andere Lösung?
- Magst du spielen?
- was hat sich geändert?
Für ein „Theater der Empörung“?
Analog zur Ecopedagogy auf dem Weg zur Pädagogik der Empörung von Paulo Freire bis 2. Mai 1997 schrieb Augusto Boal eine Ästhetik der Unterdrückten als Kulturkritik und Abschluss seines Lebenswerkes bis 2. Mai 2009 vielleicht auf Theater der Empörung?
fritz-letsch.blogspot.com/2006/04/gestalt-paedagogik-und-theater-methoden.html
Erich Mühsam – Soldatenlied
Wir lernten in der Schlacht zu stehn
bei Sturm und Höllenglut.
Wir lernten in den Tod zu gehn,
nicht achtend unser Blut.
Und wenn sich einst die Waffe kehrt
auf die, die uns den Kampf gelehrt,
sie werden uns nicht feige sehn.
Ihr Unterricht war gut.Wir töten, wie man uns befahl,
mit Blei und Dynamit,
für Vaterland und Kapital,
für Kaiser und Profit.
Doch wenn erfüllt die Tage sind,
dann stehn wir auf für Weib und Kind
und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
die lichte Sonne sieht.Soldaten! Ruft′s von Front zu Front:
Es ruhe das Gewehr!
Wer für die Reichen bluten konnt,
kann für die Seinen mehr.
Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
Vergesst den Freund im Feinde nicht!
In Flammen ruft der Horizont
nach Hause jedes Heer.Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
dass ferner Friede sei!
Nie wieder reiß das Völkerband
in rohem Krieg entzwei.
Sieg allen in der Heimatschlacht!
Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
und alle Welt ist Vaterland,
und alle Welt ist frei!Sein Lehrer und Vorbild Gustav Landauer war Schriftsteller, Anarchist, Anarcho-Pazifist. Er war Vordenker, Akteur sowohl nach der Novemberrevolution 1918 (nach der Pflege seiner an spanischer Grippe erkrankten Kinder) als auch bei der 2. Münchner Räterepublik ab 7.4.19 für 7 Tage als Volkskommissar für Volksaufklärung, wie man es statt Kultusminister sagen wollte. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung wurde er von Freikorps-Soldaten im Gefängnis Stadelheim ermordet 7. April 1870 – 2. Mai 1919 – und mit ihm die Rätezeit in Baiern und München
#AugustoBoal #ErichMühsam #Generationen #GustavLandauer #Krieg #Literatur #PauloReire -
Erinnert mich an die Sätze von #gustavlandauer
"Der Staat ist immer organisierter Übergriff"
und
"Wer vom Staat lebt, stirbt vom Staat"
-
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"Die Abschaffung des Krieges durch die Selbstbestimmung des Volkes"Auf Spotify https://open.spotify.com/episode/77EHq9xWguwfhj94daHlYg
Youtube https://www.youtube.com/watch?v=Bfv0ilMraHM
Weitere Kanäle: https://linktr.ee/Zamdoa#GustavLandauer war Schriftsteller, #Anarchist und #Pazifist. Als bedeutender Vertreter des libertären #Sozialismus setzte er sich für eine gewaltfreie, föderal organisierte Gesellschaft ein. Während der #bayerischeRevolution übernahm er kurzzeitig ein politisches Amt als Beauftragter für Volksaufklärung. Im Zuge der Niederschlagung der Revolution wurde er von Soldaten der konterrevolutionären Regierung brutal ermordet. Landauers Schriften und Gedanken wirken bis heute nach und haben angesichts der modernen Schlachtfelder kaum an Aktualität verloren. Derzeit sammelt die Gustav Landauer Initiative Geld für ein Denkmahl zu Ehren Landauers.
Anmerkung zum Text: 1911 wurde er als Massenbroschüre in einer Erstauflage von 100.000 gedruckt, jedoch durch einen Spitzel verraten und (illegal) vor Auslieferung konfisziert. Im Zuges eines Rechtsstreit wurde sie wieder freigegeben; daraufhin wurde - weil der Aufruf zum Massenstreik illegal war - eine Passage eingefügt, in der von Massenkündigungen die Rede ist.
| Zum lesen: https://www.anarchismus.at/anarchistische-klassiker/gustav-landauer/102-gustav-landauer-die-abschaffung-des-krieges-durch-die-selbstbestimmung-des-volkes
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Anmerkung zum Text: Noch vor der Verbreitung der 1. Auflage am 04.12.1911 wurde er von der Polizei beschlagnahmt. Grund war der Spitzel Prawitz-Reimann. Die vorgeschobene Anklage lautete: die Aufforderung zum #Generalstreik. Alle 10 000 Exemplare wurden vernichtet. Landauer selbst blieb unbehelligt, weil der Text nicht unter seinem Namen erschienen war.
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Noch 3 Tage, um sich an der Crowdfunding-Kampagne für die künstlerische Gestaltung eines Gustav-Landauer-Denkmals in Berlin-Kreuzberg zu beteiligen! :anarchoheart1:Gustav Landauer (1870-1919), selbsterklärter Anarchist aus jüdischer Familie, war eine herausragende Gestalt der frühen libertären Bewegung in Deutschland. Brutal ermordet von Freikorps-Soldaten am 2. Mai 1919 im Gefängnis Stadelheim (München), verfemt durch die Nazis, verschwiegen und vergessen in der postnazistischen BRD, aber auch in der parteioffiziellen Geschichtsschreibung der DDR, war Landauer vielen lange unbekannt. Dies hat sich mittlerweile, nicht zuletzt durch die tolle Arbeit der @gustav_landauer , geändert und es wird Zeit für ein würdiges Gedenken in Berlin, wo Landauer über 20 Jahre lebte und wirkte.
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Gustav Landauer in Berlin Ausstellung
2025
#gustavlandauer #anarchismus #b0605 #b1006 #berlinposter #politicalposter
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Gustav Landauer in Berlin Ausstellung
2025
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"Wir warten nicht auf die Revolution damit dann der #Sozialismus beginne, sondern wir fangen an den Sozialismus zur Wirklichkeit zu machen, damit dadurch der große Umschwung komme." #GustavLandauer.
Hier findest du einen empfehlenswerten Aufruf von #KonstantinWecker für ein Landauer Denkmahl.
Link https://www.youtube.com/watch?v=tUoNIFzL-_g -
💥Announcement! Thursday 05.06.2025💥
📜 Together to the Gustav Landauer exhibition! 📜
Thursday, 05.06.2025 | 05:00 pm | Nürtingen-Grundschule Mariannenplatz 28, 10997 Berlin
Arrival: U1, U3, U8 Kottbusser Tor | Bus 140 Mariannenplatz | Bus 147 Adalbertstraße | M29 Rio-Reiser-Platz
📣Call: https://asanb.noblogs.org/?p=11756 - @awochen_bln
The @awochen_bln and the @elsejahnkurve invite you to visit the exhibition on Gustav Landauer together.
Gustav Landauer was a German anarchist who fought for a society free of domination and solidarity.
He did not believe in parties or states, but in the power of people to organise their lives together in a self-determined way.
Landauer was against war, exploitation and oppression and campaigned for freedom, community and education. In 1919, he was part of the Munich Soviet Republic, an attempt to reorganise society.
He was murdered by soldiers for his ideas - but his courage and his thoughts live on.
Come with us to the exhibition and let's talk about Landauer and about a world as it could be!
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💥Ankündigung! Donnerstag 05.06.2025💥
📜 Gemeinsam zur Gustav Landauer Ausstellung! 📜
Donnerstag, 05.06.2025 | 17:00 Uhr | Nürtingen-Grundschule Mariannenplatz 28, 10997 Berlin
Anreise: U1, U3, U8 Kottbusser Tor | Bus 140 Mariannenplatz | Bus 147 Adalbertstraße | M29 Rio-Reiser-Platz
📣Aufruf: https://asanb.noblogs.org/?p=11756 - @awochen_bln
Die @awochen_bln und die @elsejahnkurve laden euch ein zusammen die Ausstellung zu Gustav Landauer zu besuchen.
Gustav Landauer war ein deutscher Anarchist, der für eine herrschaftsfreie und solidarische Gesellschaft kämpfte.
Er glaubte nicht an Parteien oder Staaten, sondern an die Kraft der Menschen, ihr Leben selbstbestimmt und gemeinsam zu gestalten.
Landauer war gegen Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung und setzte sich für Freiheit, Gemeinschaft und Bildung ein. 1919 war er Teil der Münchner Räterepublik einem Versuch, die Gesellschaft neu zu gestalten.
Für seine Ideen wurde er von Soldaten ermordet – doch sein Mut und seine Gedanken leben weiter.
Kommt mit uns zur Ausstellung und lasst uns über Landauer sprechen und über eine Welt, wie sie sein könnte!
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Donnerstag, 05.06.2025 | 17:00 Uhr | Nürtingen-Grundschule Mariannenplatz 28, 10997 Berlin
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Gustav Landauer war ein deutscher Anarchist, der für eine herrschaftsfreie und solidarische Gesellschaft kämpfte.
Er glaubte nicht an Parteien oder Staaten, sondern an die Kraft der Menschen, ihr Leben selbstbestimmt und gemeinsam zu gestalten.
Landauer war gegen Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung und setzte sich für Freiheit, Gemeinschaft und Bildung ein. 1919 war er Teil der Münchner Räterepublik einem Versuch, die Gesellschaft neu zu gestalten.
Für seine Ideen wurde er von Soldaten ermordet – doch sein Mut und seine Gedanken leben weiter.
Kommt mit uns zur Ausstellung und lasst uns über Landauer sprechen und über eine Welt, wie sie sein könnte!
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DenkMalTour: Gustav Landauer in Berlin 14.06.2025, 14:00)
https://www.helle-panke.de/de/topic/3.termine.html?id=3859
Termine :
Samstag, 14. Juni 2025,
14:00 bis 16:30,
Antiquariat Müßiggang, Oranienstr. 21, 10997 BerlinDenkMalTour: Gustav Landauer in Berlin
Ein Denkmal für einen Anarchisten
DenkMalTour
Sammlung Marcus Leicher
Der nördliche Teil Kreuzbergs ist der wohl wichtigste Entstehungsort des Anarchismus in Deutschland. Doch ist dieser Teil der Geschichte Berlins kaum bekannt. Nichts im öffentlichen Raum erinnert daran. Dabei sollte der freiheitliche Sozialismus gerade heute wieder interessieren: Der kapitalistische Normalbetrieb treibt die Welt in den Abgrund, und der Staatssozialismus hat, anstatt zu einer Alternative, zu starren bürokratischen Regimen geführt.
Vor diesem Hintergrund setzt sich die Gustav Landauer Initiative seit vielen Jahren für ein Berliner Landauer-Denkmal ein, um an das uneingelöste Versprechen eines freiheitlichen Sozialismus zu erinnern. Gustav Landauer (1870-1919) gilt als der bedeutendste Vertreter dieser Strömung im deutschsprachigen Raum – und er hat fast drei Jahrzehnte in Berlin gelebt und gewirkt.
Ausgehend vom Rio-Reiser-Platz gehen wir entlang einiger Stationen, die eng mit dem Wirken Landauers in Kreuzberg verbunden sind, zum geplanten Standort für das Landauer-Denkmal am Mariannenplatz. Hier schließt sich eine Führung durch die Landauer-Ausstellung der Initiative an, die unter Mitwirkung namhafter Wissenschaftler*innen und Archive zum 100. Todestag Landauers entstanden ist.
Referent: Jan Rolletschek, ist Kulturwissenschaftler und im Vorstand der Gustav Landauer Initiative. Er forscht seit vielen Jahren zu Gustav Landauer, über den er auch promoviert.
Treffpunkt: Antiquariat Müßiggang, Oranienstr. 14a, 10999 Berlin
Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit den NaturFreunden Berlin statt.
Weitere Informationen:
Gustav Landauer Initiative
Denkmalinitiative
Landauer-Ausstellung
Fundraising-Kampagne für das Landauer-Denkmal
Kosten: 5.-
Wo?
Antiquariat Müßiggang Oranienstr. 21 10997 Berlin#DenkMalTour: #GustavLandauer #Berlin #Kreuzberg #Veranstaltung #NaturFreundeBerlin
#Anarchismus in #Deutschland #Geschichte -
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Ein Denkmal für einen Anarchisten
DenkMalTour
Sammlung Marcus Leicher
Der nördliche Teil Kreuzbergs ist der wohl wichtigste Entstehungsort des Anarchismus in Deutschland. Doch ist dieser Teil der Geschichte Berlins kaum bekannt. Nichts im öffentlichen Raum erinnert daran. Dabei sollte der freiheitliche Sozialismus gerade heute wieder interessieren: Der kapitalistische Normalbetrieb treibt die Welt in den Abgrund, und der Staatssozialismus hat, anstatt zu einer Alternative, zu starren bürokratischen Regimen geführt.
Vor diesem Hintergrund setzt sich die Gustav Landauer Initiative seit vielen Jahren für ein Berliner Landauer-Denkmal ein, um an das uneingelöste Versprechen eines freiheitlichen Sozialismus zu erinnern. Gustav Landauer (1870-1919) gilt als der bedeutendste Vertreter dieser Strömung im deutschsprachigen Raum – und er hat fast drei Jahrzehnte in Berlin gelebt und gewirkt.
Ausgehend vom Rio-Reiser-Platz gehen wir entlang einiger Stationen, die eng mit dem Wirken Landauers in Kreuzberg verbunden sind, zum geplanten Standort für das Landauer-Denkmal am Mariannenplatz. Hier schließt sich eine Führung durch die Landauer-Ausstellung der Initiative an, die unter Mitwirkung namhafter Wissenschaftler*innen und Archive zum 100. Todestag Landauers entstanden ist.
Referent: Jan Rolletschek, ist Kulturwissenschaftler und im Vorstand der Gustav Landauer Initiative. Er forscht seit vielen Jahren zu Gustav Landauer, über den er auch promoviert.
Treffpunkt: Antiquariat Müßiggang, Oranienstr. 14a, 10999 Berlin
Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit den NaturFreunden Berlin statt.
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Landauer-Ausstellung
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Sammlung Marcus Leicher
Der nördliche Teil Kreuzbergs ist der wohl wichtigste Entstehungsort des Anarchismus in Deutschland. Doch ist dieser Teil der Geschichte Berlins kaum bekannt. Nichts im öffentlichen Raum erinnert daran. Dabei sollte der freiheitliche Sozialismus gerade heute wieder interessieren: Der kapitalistische Normalbetrieb treibt die Welt in den Abgrund, und der Staatssozialismus hat, anstatt zu einer Alternative, zu starren bürokratischen Regimen geführt.
Vor diesem Hintergrund setzt sich die Gustav Landauer Initiative seit vielen Jahren für ein Berliner Landauer-Denkmal ein, um an das uneingelöste Versprechen eines freiheitlichen Sozialismus zu erinnern. Gustav Landauer (1870-1919) gilt als der bedeutendste Vertreter dieser Strömung im deutschsprachigen Raum – und er hat fast drei Jahrzehnte in Berlin gelebt und gewirkt.
Ausgehend vom Rio-Reiser-Platz gehen wir entlang einiger Stationen, die eng mit dem Wirken Landauers in Kreuzberg verbunden sind, zum geplanten Standort für das Landauer-Denkmal am Mariannenplatz. Hier schließt sich eine Führung durch die Landauer-Ausstellung der Initiative an, die unter Mitwirkung namhafter Wissenschaftler*innen und Archive zum 100. Todestag Landauers entstanden ist.
Referent: Jan Rolletschek, ist Kulturwissenschaftler und im Vorstand der Gustav Landauer Initiative. Er forscht seit vielen Jahren zu Gustav Landauer, über den er auch promoviert.
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Die Veranstaltung findet in Kooperation mit den NaturFreunden Berlin statt.
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Der nördliche Teil Kreuzbergs ist der wohl wichtigste Entstehungsort des Anarchismus in Deutschland. Doch ist dieser Teil der Geschichte Berlins kaum bekannt. Nichts im öffentlichen Raum erinnert daran. Dabei sollte der freiheitliche Sozialismus gerade heute wieder interessieren: Der kapitalistische Normalbetrieb treibt die Welt in den Abgrund, und der Staatssozialismus hat, anstatt zu einer Alternative, zu starren bürokratischen Regimen geführt.
Vor diesem Hintergrund setzt sich die Gustav Landauer Initiative seit vielen Jahren für ein Berliner Landauer-Denkmal ein, um an das uneingelöste Versprechen eines freiheitlichen Sozialismus zu erinnern. Gustav Landauer (1870-1919) gilt als der bedeutendste Vertreter dieser Strömung im deutschsprachigen Raum – und er hat fast drei Jahrzehnte in Berlin gelebt und gewirkt.
Ausgehend vom Rio-Reiser-Platz gehen wir entlang einiger Stationen, die eng mit dem Wirken Landauers in Kreuzberg verbunden sind, zum geplanten Standort für das Landauer-Denkmal am Mariannenplatz. Hier schließt sich eine Führung durch die Landauer-Ausstellung der Initiative an, die unter Mitwirkung namhafter Wissenschaftler*innen und Archive zum 100. Todestag Landauers entstanden ist.
Referent: Jan Rolletschek, ist Kulturwissenschaftler und im Vorstand der Gustav Landauer Initiative. Er forscht seit vielen Jahren zu Gustav Landauer, über den er auch promoviert.
Treffpunkt: Antiquariat Müßiggang, Oranienstr. 14a, 10999 Berlin
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Der nördliche Teil Kreuzbergs ist der wohl wichtigste Entstehungsort des Anarchismus in Deutschland. Doch ist dieser Teil der Geschichte Berlins kaum bekannt. Nichts im öffentlichen Raum erinnert daran. Dabei sollte der freiheitliche Sozialismus gerade heute wieder interessieren: Der kapitalistische Normalbetrieb treibt die Welt in den Abgrund, und der Staatssozialismus hat, anstatt zu einer Alternative, zu starren bürokratischen Regimen geführt.
Vor diesem Hintergrund setzt sich die Gustav Landauer Initiative seit vielen Jahren für ein Berliner Landauer-Denkmal ein, um an das uneingelöste Versprechen eines freiheitlichen Sozialismus zu erinnern. Gustav Landauer (1870-1919) gilt als der bedeutendste Vertreter dieser Strömung im deutschsprachigen Raum – und er hat fast drei Jahrzehnte in Berlin gelebt und gewirkt.
Ausgehend vom Rio-Reiser-Platz gehen wir entlang einiger Stationen, die eng mit dem Wirken Landauers in Kreuzberg verbunden sind, zum geplanten Standort für das Landauer-Denkmal am Mariannenplatz. Hier schließt sich eine Führung durch die Landauer-Ausstellung der Initiative an, die unter Mitwirkung namhafter Wissenschaftler*innen und Archive zum 100. Todestag Landauers entstanden ist.
Referent: Jan Rolletschek, ist Kulturwissenschaftler und im Vorstand der Gustav Landauer Initiative. Er forscht seit vielen Jahren zu Gustav Landauer, über den er auch promoviert.
Treffpunkt: Antiquariat Müßiggang, Oranienstr. 14a, 10999 Berlin
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#Anarchismus in #Deutschland #Geschichte -
📘️Siegbert Wolf: Gustav Landauer als jüdischer Intellektueller?
Die hier anzuzeigende Veröffentlichung über den libertären Kulturphilosophen, Schriftsteller, Theatermacher, Übersetzer, Antimilitarist und Initiator zahlreicher anarchistischer Projekte Gustav Landauer (1870-1919) ist auf die Frage fokussiert, „inwieweit Landauers jüdisches Erbe, also sowohl sein familiärer Hintergrund als auch all das, was Landauer als Erbe annahm, tatsächlich Einfluss auf sein Werk und sein Denken hatte.“ (S. 2) Der Verfasser versteht seine Studie als intellektuelle Biografie, die Leben und Werk Landauers „im Hinblick auf dessen Verwobenheit in den Entstehungsprozess einer modernen säkularen jüdischen Kultur“ (S. 12) nachzeichnet.
[…]
www.hagalil.com/2025/04/gustav-landauer-als-juedischer-intellektueller/
#GustavLandauer #SiegbertWolf #haGalil #Rezension #SebastianVenske
(comment on Gustav Landauer als jüdischer Intellektueller?)
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📘️Siegbert Wolf: Gustav Landauer als jüdischer Intellektueller?
Die hier anzuzeigende Veröffentlichung über den libertären Kulturphilosophen, Schriftsteller, Theatermacher, Übersetzer, Antimilitarist und Initiator zahlreicher anarchistischer Projekte Gustav Landauer (1870-1919) ist auf die Frage fokussiert, „inwieweit Landauers jüdisches Erbe, also sowohl sein familiärer Hintergrund als auch all das, was Landauer als Erbe annahm, tatsächlich Einfluss auf sein Werk und sein Denken hatte.“ (S. 2) Der Verfasser versteht seine Studie als intellektuelle Biografie, die Leben und Werk Landauers „im Hinblick auf dessen Verwobenheit in den Entstehungsprozess einer modernen säkularen jüdischen Kultur“ (S. 12) nachzeichnet.
[…]
www.hagalil.com/2025/04/gustav-landauer-als-juedischer-intellektueller/
#GustavLandauer #SiegbertWolf #haGalil #Rezension #SebastianVenske
(comment on Gustav Landauer als jüdischer Intellektueller?)
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Baierns Nationalfeiertag 7.4.1919 und Palmsonntagsputsch
https://raete-muenchen.de/baierns-nationalfeiertag-7-4-1919-und-palmsonntagsputsch