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#augusto-boal — Public Fediverse posts

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  1. Generationen ohne Nachkriegsschäden?

    Während wir noch an den Bombenfunden aus dem letzten Krieg in Alarme geraten und in den Altenheimen und Krankenstationen die Demenz der letzten Kriegsgeneration die Erinnerungen löscht, die mit autoritärer Erziehung unter Denunziations- und Sündenangst den äußeren Schein durch OP’s und Friseur-Künste aufrecht erhalten …

    Die Revolten der 1960er Jahre gegen die wieder etablierten Alt-Nazis in allen höheren Posten und Universitäten, mit Folgen bis heute: In Bayern die Juristen- und damit auch Richter-Ausbildung bis Anfang der 1980er Jahre mit Professor Maunz „Der Wille des Führers ist Gesetz!“ – sogar als CSU-Kultusminister von 1957 bis 1964 war das CSU-Mitglied Maunz bayerischer Kultusminister, nachdem seine alten Schriften auch durch Hildegard Hamm-Brücher bekannt gemacht wurden.

    Die kleinen Bewegungen, die entstanden, in vielen Jugendgruppen und Studierenden-Gemeinden mit sozialpolitischen Arbeitskreisen, die sich im ganzen Land austauschten und organisierten, in der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise AG SPAK, in Parteien und Verbänden

    Die nächsten Generationen können – je nach Aufwachsen – neue Verhaltensweisen entwickeln

    Die Ängste der Nachkriegszeit

    Befreiungsbewegungen im Antikommunismus

    Amerikanische Befreiungsbewegungen in der Literatur

    Allen Ginsberg und die literarischen Aufbrüche in den #USA in der „Beat Generation“ werden die Bewegungen grundieren können, mit Patti Smith „Power to the people!“ wie der Blues und die verschiedenen folgenden Musikstile die Befreiung der Schwarzen mit Billie Holiday, der Frauen und der Queeren begleitet haben,

    wie damals Bob Dylan für die #Weatherman zum Stichwort-Gebenden wurde: „You don’t have to ask the Weatermen …“ woher der Wind weht:

    Nur wenige wissen noch, wie die #Vietnam#Krieg’s-Bewegungen begannen, mit durchaus kräftigen Bomben-Anschlägen, aber ohne menschliche Ziele, das war immer faschistische Art …

    Auch der SDS hatte ein US-Vorbild ….

    … aber befreiende Pädagogik kam aus Südamerika:

    Paulo Freire und Augusto Boal

    Paulo Freire starb 75-jährig in Sao Paulo – am 2. Mai 1997

    Am Freitag, 2. Mai ’97 verstarb unser Freund und Vorbild Paulo Freire. Wie kein anderer pflegte er den Dialog und ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern. Wir werden versuchen, sein Anliegen weiter zu verwirklichen.

    Kurzporträt Paulo Freire

    Geboren am 19.9.1921 in Recife (Nordosten Brasilien) unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire

    1928 aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Umzug mit der Familie nach Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in Paulo Freires Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers…“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren.

    1944 Heirat mit Elza Maria Oliviera, einer Grundschullehrerin. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.

    1946 Arbeit als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig.

    1956 verließ Freire sein Amt im Sozialdienst der Industrie teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unternehmensseite bezüglich seiner demokratischen Arbeitsmethode, teils weil ihm die Grenzen der assistenzialistischen Hilfe bewußt wurde.

    1961 startete eine von Freire konzipierte Alphabetisierungskampagne in Brasilien auf nationaler Basis. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freire’s Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten..

    1964 Staatsstreich durch die Militärs, Freire mußte 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er u.a. 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor.

    1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (spez. in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig.

    1980 nach der Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort Mitarbeit u.a. im Rahmen der Erzdiözese Sao Paulo (Kardinal Arns), an der Kath. Universität (PUC), sowie ab 1989 als Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo.

    1991 trat Freire von diesem Posten zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.

    1994 hatten wir Paulo Freire und seine zweite Frau, die Historikerin Ana Maria Freire in München zu Gast.

    Zu seinem zentralen Thema „Verantwortung in der dritten und ersten Welt übernehmen.“

    „Die an mich oft gerichtete Frage oder Feststellung lautet: „Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewusstseinsbildung zu tun.“

    Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken. Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst-Weltler zu sein.

    Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll.

    Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-WeltlerInnen„. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“

    Paulo Freire hat von über 20 (zuletzt 35) Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten. Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:

    • Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript ab 1968 in Verbreitung
    • Pädagogik der Solidarität – Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974
    • Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)
    • Dialog als Prinzip – Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.
    • Der Lehrer ist Politiker und Künstler – Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981
    • 1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.

    Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.

    Die Ideen Paulo Freire’s wurden hier durch die 1977 gegründete

    Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseinsbildung

    verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfasste:

    • ArbeitsGemeinschaft SozialPolitischer ArbeitsKreise AG SPAK München,
    • Centro di Animazione per ‚l Autogestione Populare (Palermo / Italien),
    • Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim- Köln)
    • Institut Oecuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris),
    • Mouvement d‘ Animation de Base / International Ontmoetingscentrum (Hasselt / Belgien)
    • und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich).

    Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo Freire Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Fachtagungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.

    Vor allem in Latein- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenenbildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit.

    Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tome und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt.

    Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire-Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. Das letzte Heft unserer Zeitschrift für befreiende Pädagogik ist diesen Projekten gewidmet.

    Für Juli dieses Jahres (1996) war Paulo Freire von der UNESCO zum Weltkongress der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo Freire Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Ein Sammelband mit Berichten aus der Arbeit in unseren europäischen Situationen ist für Sommer geplant. Die Universität Oldenburg wollte ihm die Ehrendoktorwürde verleihen.

    Für das Wintersemester ’97 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.

    *) Vorstand der Paulo Freire Gesellschaft 1996-98: Eva Maria Antz (Köln-Brühl), Marita Hecker, Frankfurt, Dr. Heinz Peter Gerhardt (Bonn), Fritz Letsch (München), Prof. Dr. Manfred Peters (Namur), Andreas Schauder (Schallstadt-Wolfenweiler), Heinz Schulze (München) Dr. Ilse Schimpf-Herken, Berlin

    Die UNESCO hatte ihn als Hauptredner zur Weltkonferenz Erwachsenenbildung eingeladen und plante ein internationales Memorial

    der pädagogische US-Fachverlag Peter Lang plant für die nächste Ausgabe der Taboo eine Würdigung Peter Lang Publishing

    Paulo Freire und die zeitschrift für befreiende pädagogik

    Zur theoretischen Verbindung der beiden Praktiker in der Kritischen Praxis auf Freire-Boal

    Paulo Freire (* 19. September 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor (wikipedia ) und wirkt international in Kritische Pädagogik wie Kritische TheorieKritische Praxis auch auf Freire-Boal

    Die Gedanken und pädagogischen Ansätze von Paulo Freire in der Pädagogik der Unterdrückten waren in den siebziger Jahren so revolutionär, dass sie viele Menschen weltweit begeisterten. Konservativen Politikern und PädagogInnen erschienen sie (manchen bis heute) zu „verdächtig“, um sie in unsere Bildungs-Praxis umzusetzen:

    Freire unterteilt den Prozess der Bewusstseinsbildung in drei Stufen:

    1. semi-transitives Bewusstsein: Der Mensch sieht seine Situation als unveränderlich an und sein Erfahrungswert ist damit begrenzt. Er hat keine Kraft Widerstand zu leisten und resigniert.

    2. naiv-transitives Bewusstsein: Durch den Dialog nehmen die Menschen ihre Lebenswelt und die damit verbundenen Widersprüche wahr.

    3. kritisch-transitives Bewusstsein: Der Mensch nimmt die Missstände der Welt in der er lebt nicht nur wahr, sondern er kann sie auch kritisch reflektieren. Er ist in der Lage Lösungen für seine Probleme zu suchen.

    Das Ziel von Freire ist es, dass die Bevölkerung die dritte Stufe des Bewusstseins erlangt.

    Von Alphabetisierung, „educación popular“, solidarischer Ökonomie, lokaler Politik, Bewegung arbeitender Kinder, Konzepte für viele Basisorganisationen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, bis zu demokratischer Unternehmensführung gehen die „Auswirkungen“ der befreienden Pädagogik von Paulo Freire.

    Bankiers-Erziehung nannte Freire die Art, fertiges Wissen in die Köpfe der Kinder einzulagern und wieder abzufragen, Bulimie-Lernen nennen es heute Studierende, wenn sie mit Halbbildung für Berufe vorbereitet zu werden, statt selbst zu forschen und zu studieren. Heute wird international die Ecopedagogy hervorgehoben

    Unsere Kultur des Schweigens mit den giftigen Mythen aufdecken:

    Das Theater der Unterdrückten, das Augusto Boal im selben Kontext entwickelte, Teile der Befreiungstheologie, die „ Partzipativen Haushalte“ (Bürgerhaushalt) sowie die Arbeit an der „Lernenden Organisation“ beziehen den Hintergrund von ihm, die Idee des Weltsozialforum entstand im Porto Alegre durch Chico Withakerhttps://de.wikipedia.org/wiki/Chico_Whitaker

    Im Regenbogen der Wünsche, ursprünglich Rainbow of Desire entwarf er noch psychologisch tiefergehende Arbeitsweisen mit Theatermethoden auf der Bühne. Zuletzt schrieb Augusto Boal noch eine Aesthetik der Unterdrueckten, die seinen pädagogischen Weg zu einer gesellschaftlichen Sichtweise beschreibt.

    Im Jahr 1994 war Paulo Freire bei uns in München

    1994 hatten wir, die Paulo Freire Gesellschaft ihn in München und in verschiedenen europäischen Städten zu Gast,  1996 konnte eine weitere Deutschland-Reise, bei der er Jürgen Habermas treffen wollte, was für eine gemeinsame Tagung spannend gewesen wäre … leider nicht mehr stattfinden. Am 2.Mai 1997 ist er dann 75jährig in Sao Paulo (Brasilien) verstorben. Sein Denken trägt weiterhin Früchte.

    Augusto Boal war oft in München – er starb am 2. Mai 2009 – 12 Jahre später

    Ich erlebte ihn erstmals 1981, er wohnte damals in Paris, und in Berlin gab es die meisten Fortbildungen mit ihm, die grössten Projekte waren in Pasing und Gauting 1995 und 1997, im Rathaus München 1999.

    Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.

    Boal entwickelte die verschiedenen Theaterformen des „Theater der Unterdrückten“, wie „Forumtheater“ und „Unsichtbares Theater“ und Legislatives Theater.

    Frühere Formen der Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung auf Grund der Kritischen Theorie in der Anlehnung an die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire im Theater waren viele körperliche Erfahrungs-Methoden, Spiele und Übungen, Zeitungstheater und „Chamber in the Street„, eine Form, die parlamentarische Abläufe auf die Straße brachte.

    Eine Zeit lang arbeitete er mit psychologisch inspirierten Methoden des Regenbogen der Wünsche, die in den amerikanischen Ländern sehr schnellen Bühnenerfolg brachten, hierzulande haben wir sie eher selten angewandt.  Zuletzt stellte er ein Buch fertig, die „Ästhetik der Unterdrückten“, in dem er darlegt, wie uns der Unterhaltungsmüll reaktionsunfähig macht und wie wir zu internationaler Solidarität zurückkommen. Dann starb er am 2.Mai 2009, wie schon 1997 Paulo Freire.

    Von einander lernen

    Wie Bert Brecht hatte Augusto Boal mit seinen Arbeiten auch seine Methoden gesammelt, die Übungen und Spiele, nach den Orten benannt, an denen er sie gelernt hatte. So arbeitete auch die Bewusstseinsbildung mit Elementen des Volkstheater,

    Das gemeinschaftliche Lernen und Forschen von Freire ist auch im Ansatz schon bei Rosa Luxemburg zu finden:

    Theorie sucht nach der Quelle, die Praxis nach dem Ziel

    Bert Brecht sah seine Inszenierungen im Sinne der Aufklärung, nicht der Ablenkung: Ein Beispiel sei das „Brecht-Licht“, das eine Szene gleichmäßig ausleuchtet, das Gesamt-Geschehen durchsichtig macht, statt hinter Kulissen und Vorhängen diffuse Verwicklungen zu konstruieren.

    Die Lehrstücke waren zur Ausbildung der Schauspielenden gedacht, die richtigen Fragen zu stellen, statt die überzeugendsten Gefühle und Stimmen zu präsentieren, damit das Denken der Zusehenden möglich bleibt.

    Theater vor der Aufklärung

    Illusionstheater mit Kulissen und Schminke wollte nach der griechischen Tragödie mit Chören etc. den Spannungsbogen vom Prolog bis zu einem moralischen Ende spannen, wie auch heute noch Hollywood-Filme ein „happy end“ versprechen, wie inzwischen auch eine Klopapier-Marke benannt ist.

    Brecht’sche Ansätze über Freire

    Augusto Boal bricht im Forumtheater den Spannungsbogen am höchsten Punkt und fordert zum Dialog auf dem Weg zu gemeinschaftlich gut befundenen Lösungen.

    Die Joker-Figur führt das Gespräch mit der Forum-Gruppe und dem Publikum in offener Weise:

    • Seid ihr zufrieden?
    • Wollt ihr euch noch besprechen?
    • Wer möchte eine andere Lösung?
    • Magst du spielen?
    • was hat sich geändert?

    Für ein „Theater der Empörung“?

    Analog zur Ecopedagogy auf dem Weg zur Pädagogik der Empörung von Paulo Freire bis 2. Mai 1997 schrieb Augusto Boal eine Ästhetik der Unterdrückten als Kulturkritik und Abschluss seines Lebenswerkes bis 2. Mai 2009 vielleicht auf Theater der Empörung?

    fritz-letsch.blogspot.com/2006/04/gestalt-paedagogik-und-theater-methoden.html

    Erich Mühsam – Soldatenlied

    Wir lernten in der Schlacht zu stehn
    bei Sturm und Höllenglut.
    Wir lernten in den Tod zu gehn,
    nicht achtend unser Blut.
    Und wenn sich einst die Waffe kehrt
    auf die, die uns den Kampf gelehrt,
    sie werden uns nicht feige sehn.
    Ihr Unterricht war gut.

    Wir töten, wie man uns befahl,
    mit Blei und Dynamit,
    für Vaterland und Kapital,
    für Kaiser und Profit.
    Doch wenn erfüllt die Tage sind,
    dann stehn wir auf für Weib und Kind
    und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
    die lichte Sonne sieht.

    Soldaten! Ruft′s von Front zu Front:
    Es ruhe das Gewehr!
    Wer für die Reichen bluten konnt,
    kann für die Seinen mehr.
    Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
    Vergesst den Freund im Feinde nicht!
    In Flammen ruft der Horizont
    nach Hause jedes Heer.

    Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
    dass ferner Friede sei!
    Nie wieder reiß das Völkerband
    in rohem Krieg entzwei.
    Sieg allen in der Heimatschlacht!
    Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
    und alle Welt ist Vaterland,
    und alle Welt ist frei!

    Sein Lehrer und Vorbild Gustav Landauer war Schriftsteller, Anarchist, Anarcho-Pazifist. Er war Vordenker, Akteur sowohl nach der Novemberrevolution 1918 (nach der Pflege seiner an spanischer Grippe erkrankten Kinder) als auch bei der 2. Münchner Räterepublik ab 7.4.19 für 7 Tage als Volkskommissar für Volksaufklärung, wie man es statt Kultusminister sagen wollte. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung wurde er von Freikorps-Soldaten im Gefängnis Stadelheim ermordet 7. April 1870 – 2. Mai 1919 – und mit ihm die Rätezeit in Baiern und München

    #AugustoBoal #ErichMühsam #Generationen #GustavLandauer #Krieg #Literatur #PauloReire
  2. Machtverhältnisse im Theater

    A Krump-Contemporary Production Am 31. Januar 2026 um 20 Uhr gastiert die Tanztheater-Performance „Negotiating Power" im Stadttheater Beckum. Das Stück ist ein körpergewordener Aufstand - roh, kraftvoll und vibrierend - und verbindet zeitgenössischen Tanz mit der urbanen Tanzform Krump zu einer eindringlichen Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen in unserer Gesellschaft. Ausdrucksstark und realitätsnah verhandelt Negotiating Power unterschiedliche Formen von Diskriminierung, […]

    forumtheaterblog.wordpress.com

  3. Demokratie war immer bekämpft …

    und den meisten bekämpften Demokraten und RepublikanerInnen waren die Feinde von Gleichberechtigung und Gerechtigkeit, von Menschenrechten und Selbstorganisation immer bekannt: Adelige, Mehr-Besitzende und Herrschende, Reaktionäre in den Kirchen, Militärs und Handels-Bereichernde, die bis heute, nun als neo-liberal bezeichnet, in den politischen Handels- und Rüstungsbeziehungen so viel absahnen, wie es bräuchte, den Hunger in der Welt zu beseitigen.

    In unseren Köpfen sind die ganzen kapitalistisch-erklärenden „Notwendigkeiten“ anders bezeichnet: Entwicklungshilfe, Mission, Polizei-Ausbildung, … Freihandel.

    Was die Kirchen und Religionen als die „Armen“ bezeichneten, wurde in den politischen Befreiungsbewegungen zu „Unterdrückten“, in den herrschenden Medien zu „Aufständischen“ und Terroristen, falls sie sich bewaffneten, wie die Verteidiger der Mächtigen.

    Demokratie nur als Parlamente, Parteien und Kammern?

    Die Spielfelder können vielfältig sein, aber zentral ist die Frage: Wer hat die Macht? „Alle Macht geht vom Volke aus“ war die Formel für Republik oder Freistaat, im Gegensatz zu Adel, Fürsten und Monarchie, Könige und Kaiser, Diktatoren.

    Gelernt müsste die demokratische Mitwirkung schon in Familie, Kindergarten und Schule, aber das ist meines Wissens nur im Bundesland Bremen beschlossen, in Bayern bisher gar nicht denkbar: Die Hierarchie der StaatsreGierung greift bis in die regelmäßige Beurteilung der Lehrkraft von oben nach unten, und wehe, deine Schulleitung ist mit deinem gehorsam nicht zufrieden … die Anstellung oder die nächste Beförderungsstufe sind gefährdet!

    Unterrichtet werden in unseren Schulen aber Halb-Wahrheiten, Demi-Kratie, wie „Schüler-Mitverwaltung“ und wie zum Beispiel die Erzählung zur Gewaltenteilung: Der Europäische Gerichtshof sagt: frei-aber-nicht-unabhangig: „Die europäischen Richter bemängelten das Weisungsrecht der Justizminister in Einzelfällen. Aufgrund dieses Weisungsrechts, so der EuGH in seiner Entscheidung, seien deutsche Staatsanwälte nicht unabhängig genug, um einen Europäischen Haftbefehl anordnen zu dürfen.“ Aber nichts wird verändert?

    Klima-KritikerInnen nach Innenminister-Wut zu kriminalisieren: Willige Juristen wie schon früher mal? Die enormen Geldstrafen bei einfachen kurzzeitigen Straßenverkehrs-Blockaden und lebens-zerstörende „Geschäftsausfälle“ der Flughafen-Gesellschaften als „Recht“ der Weiter-so -Generation?

    Mut ist in Gruppen erlernbar

    Forumtheater geht von den persönlichen Themen in die gesellschaftliche Veränderung

    Ausgehend von persönlichen Erfahrungen und Situationen, aktuellen Gefühlen und Stimmungen, gehen wir über den Austausch in Statuen-Bildern und Szenen in Gruppen zu weiteren Kreisen: Gemeinsames, politisches, Systeme der Gewalt und Unterdrückung, die wir erleben.

    In Aufwärm-Übungen erweitern wir unsere Wahrnehmung für uns selbst und in der Gruppe, üben die Aufmerksamkeit für die Kraft der Veränderung in den Bildern und Szenen und erproben erste Eingriffe, sehen die Folgen und können die nächsten Schritte erproben.

    ALLES KÖNNTE ANDERS SEIN

    „Genug mit dem Theater, das die Realität nur interpretiert – Zeit, sie zu verändern!“ – Augusto Boal

    Forumtheater, entwickelt von Augusto Boal als Teil des „Theater der Unterdrückten„,
    macht Zuschauerinnen zu aktiven Teilnehmerinnen. 

    Eine kurze Modellszene zeigt eine Unterdrückungs-Situation, in der eine Person scheitert;
    dann dürfen Zuschauende eingreifen, Rollen übernehmen und Alternativen ausprobieren.
    Studierende der Sozialen Arbeit an der Hochschule München haben in Zusammenarbeit mit Fritz Letsch einen Abend im Fraunhofertheater mit etlichen Szenen präsentiert, nun könnt ihr als Nächstes zum 

    Theaterworkshop mit allen Sinnen

    vom 8.-10. Mai 2026 in Altenmünster westlich von Augsburg: Kosten Übernachtung EZ 54€ – DZ 39€ – 3erZimmer 20€, Matratzenlager 5€ je Nacht, Vollverpflegung 44€ /Tag, Gruppenraum-Anteil 7,50€ /Tag

    Honorar nach Möglichkeiten als Spenden / oder Fortbildungsrechnung für Fachkräfte + Zertifikat über das Netzwerk-Gemeinsinn.de oder möglicherweise das NordSuedforum.de München

    teile in Diaspora #AugustoBoal #Forumtheater
  4. Demokratie-Werkstatt braucht Geschichte

    In Licht, Freude und Heiterkeit blühen wir auf und entfalten uns in unserer alltäglichen Schönheit – das jedenfalls ist die allgemeine Vorstellung vom Leben und sie entspricht unserem personalen Ich-Ideal. Was aber geschieht in Dunkelheit, Angst und im drohenden Untergang?…

    Das Dunkle sehen – ein Ausdruck von Liebe – von Gertrude R. Croissier im pressenza.net

    Demi-kratie war nicht das Ziel

    Nicht die halbe Demi-kratie , dass wir Parteien und deren Wahl-Männer /-Leute wählen dürfen, sondern die ganze Demokratie, in Räten auf allen Ebenen, die uns betreffen, mitsprechen und unsere dort bestimmten VertreterInnen auch abberufen oder zur Rechenschaft bitten können, das wären reife Formen.

    Eine konkurrierende Part-ei-en-Landschaft aus der Kaiserzeit kann nicht die einzige Form der Demokratie sein, die seit der Revolution und Rätezeit, besonders seit dem Kalten Krieg und der Einparteien-Vorstellung der marxistisch inspirierten Staaten verteidigt wird. Aber China wird ja unser Freund … wie Serbien, für das Lithium.

    Lernen aus den Alten Kulturen

    Augusto_Boal hatte uns vermittelt, dass der Austausch zwischen den Kulturen zu neuen partizipativen Arbeitsformen führen kann: Nicht ewig alte Aufführungen und Autoren modernisieren, sondern die eigenen Herausforderungen, Problematiken und Themen in das Gespräch im Theater bringen:

    Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die damals junge hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.

    Die Alten Kulturen waren nicht so ungleich wie die Fürstentümer

    Die Anfänge unseres Menschseins waren ganz anders, als uns die aus dem Pharaonen-Reich Entflohenen in der Bibel bis heute erzählen wollen:

    Wir wurden durch die Religionen dazu verführt, an Herrschaft und Obrigkeit zu glauben, weil ja auch Gott über uns herrscht, „mit seiner Gnade“ und „für unsere Sünden“? Die Ideologie der Schuld führt zur Schuld für unser Leben: Du hast zu schuften und zu zahlen.

    Es geht auch anders

    bitte wweiter sagen ....
    #AugustoBoal #DemiKratie #Demokratie #Forumtheater #pressenza #pressenzaNet
  5. Die Erfahrungen mit Forumtheater weiter schreiben @theatermachtpolitik.wordpress.com@theatermachtpolitik.wordpress.com ·

    Paulo Freire und die Kritische Theorie:
    Bewusstseinsbildung und Ecopedagogy und die Ästhetik der Unterdrückten

    Ausgangslage: Der hiesige Untergang der Ästhetik des Widerstands, wie sie in den 1970er Jahren auch in die politische Bildung gewachsen war, im Rückschritt der Kohl-Merkel-Zeit und im #Schulwesen:

    Von der Wiederbelebung der Aufklärung zur reaktionären Wende in der Kohl-Merkel-Zeit, auch in den linken & grünen Kreisen in deren Karrieren-Professionalisierung: Theater der Unterdrückten von Augusto Boal in der dt. und europ. Bildungs- und #Theaterszene:

    Überflug zum #Pluriversum der weltweiten Umweltszenen #AugustoBoal

    Teil eines Buch-Beitrages für den internat. Austausch der Pluriversum-Bewegungen, wie sie seit zwei Jahren in der Uni Bonn begonnen worden war: Ethik in der Philosophie im Center for Life Ethics/Hertz Chair TRA 4 an der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

    Die Ästhetik des Widerstands

    Die Ästhetik des Widerstands, der Roman von Peter Weiss, war eine wichtige Grundlage für die neue Geschichtsarbeit, wie sie in den 1970er Jahren begonnen in den 1980er in Geschichtswerkstätten und mit Vereinen und einer Zeitschrift fundiert wurden: Das Beschönigen der Kirchen und der Politik, das Schweigen der Eltern und Vorfahren, der Verlust der Vorgeschichte in der Scham über das Ende:

    Wiederaufbau und Kalter Krieg

    Demokratisierung war ein Beginn in den Jugendverbänden der amerikanischen Zone, selbstbestimmte demokratische Strukturen aufzubauen, aber bald wuchs die politische Kontrolle durch Kultusministerium und die Linie des Antikommunismus, die keinen Frieden, sondern Fronten wollte: Wiederbewaffnung bedeutete Verbot von Demonstrationen und linken Parteigruppen, später Berufsverbote für Mitglieder von VVN, DFG, KPD, DKP, …

    Trotzdem war eine Bewegung für Ästhetische Bildung, Kunstunterricht und Kunsttherapie entstanden, der eigenen Wahrnehmung mehr zu trauen und die Freiheit der Kunst auch gegen politische Bevormundung zu verteidigen. 

    Zeige deine Wunde

    Eines der damals umstrittendsten Kunstwerke steht heute etwas trocken in der Ausstellung des Lenbachhaus, eine Installation von Joseph Beuys, aus „2 Werkzeuge (Schepser), 2 weiße Tafeln, 2 doppelzinkige Forken mit Tuchfetzen auf 2 Schieferplatten stehend, 2 Leichenbahren …“ die heftigste Reaktionen in München hervorrief, weil sie indirekt die Scham der verlorenen Erregung, der Ideen, der Kinder, Verwandten und der Untaten signalisierten, die von Justiz und Medizin, von Politik und Polizei in jenen Jahren noch vollkommen verdrängt und zerredet worden waren: 

    München hat als Stadt der Finanziers der Nazis und „Hauptstadt der Bewegung“ mehr als 70 Jahre gebraucht, aus den zugeschütteten Ruinen des „Braunen Hauses“ ein NS-Doku-Zentrum zu gestalten, das nun immerhin vor allem der Opfergruppen gedenkt. Die Täter leben im Reichtum ihrer Erben wie BMW:

    Baron Finck und sein arisierend gewachsenes Bankhaus, neben Hitler bei der Grundsteinlegung des „Haus der dt. Kunst“, für das er die Spenden eingesammelt hatte: Der Enkel in der Schweiz fördert nun die AfD, die FDP für das damalige Mövenpick-Mehrwertsteuer-Gesetz … die Tradition steht am Lenbachplatz.

    Ästhetik der Unterdrückten

    Augusto Boal hatte sein Alterswerk so genannt, in dem er seine weltweiten Erfahrungen mit dem Theater der Unterdrückten zusammenfasste: Am 2. Mai 2009 hatte er es abgeschlossen, 12 Jahre, nachdem Paulo Freire gestorben war, den wir in Toronto 1979 beim internationalen Treffen des „Theatre of the Oppressed“ mit Gruppen aus Indien, Japan, Europa, Süd- und Nordamerika betrauert hatten.

    Beim Besuch in München 1994 hatte Paulo Freire das Theater der Unterdrückten als „glücklichste Umsetzung seiner Ideen bezeichnet, im weltweiten Kontext ist seine Pädagogik der Unterdrückten in den verschiedenen Ausprägungen in Büchern und der Weiterentwicklung der Kritischen Theorie bekannt:

    „Since the publication of the English-language edition in 1970, Pedagogy of the Oppressed has had a large impact in education and pedagogy worldwide,[60] especially as a defining work of critical pedagogy. According to Israeli writer and education reform theorist Sol Stern, it has „achieved near-iconic status in America’s teacher-training programs“.[61] Connections have also been made between Freire’s non-dualism theory in pedagogy and Eastern philosophical traditions such as the Advaita Vedanta.[62]

    Paulo Freire defines critical consciousness as the ability to intervene in reality in order to change it.[3] Critical consciousness proceeds through the identification of „generative themes“, which Freire identifies as „iconic representations that have a powerful emotional impact in the daily lives of learners.“ In this way, individual consciousness helps end the „culture of silence“ in which the socially dispossessed internalize the negative images of themselves created and propagated by the oppressor in situations of extreme poverty. Liberating learners from this mimicry of the powerful, and from the fratricidal violence that results therefrom is a major goal of critical consciousness. Critical consciousness is a fundamental aspect of Freire’s concept of popular education.

    In den europäischen Bewegungen ist die Bewusstseinsbildung nicht wirklich verankert: In Bayern hat der alte Antikommunismus der CSU die Bildungsarbeit an den Hochschulen und in der Lehrer-Aus- und Fortbildung mit Kritischer Theorie in „Sprachregelungen“ behindert, auch die Ecopedagogy ist hier nicht angekommen, denn die Umweltbildung speist sich hierzulande aus den braun-grünen Quellen des alten Naturschutzes, der die Kapital- und Machtverhältnisse nicht infrage stellen kann.

    Die Ästhetik der Unterdrückten ist noch nicht ins Deutsche übersetzt, wird aber in Workshops vermittelt, die mit dem Forumtheater beginnen, die sehr vereinfachte Start-Version, an eigene Szenen von Ärger und Hoffnungslosigkeit, Scham und der Unterdrückung zu kommen, sie in Gruppen zu Szenen aufzustellen und daraus vielleicht eine Vorstellung für ein Publikum zu machen, das diese Szenen in seinen Ideen zu einem besseren Ende spielen kann.

    Theater im Pluriversum

    Unsere Schäden der Kolonialzeit – auch die Gewalt in unseren Familien und Kirchen, der weiter grassierende Militarismus, immer gerechtfertigt mit Entwicklung, Mission, Feindabwehr, haben unsere Zivilisation an ein Ende gebracht: Die Klimakatastrophe zwingt uns zu wirklichen Veränderungen, aber die Politik des Kapitals greift nach den alten Mitteln der Propaganda und Unterhaltung, die uns das Hirn weich machen sollen für weiteren Konsum: Das könnte für noch mehr Arten und uns tödlich werden.

    Im Unterbewussten wachsen die Ängste und Irritationen, und die Politik und viel Psychotherapeuten wollen weitermachen wie bisher: Haben wir keine anderen Lösungen?

    Bewusstseinsbildung – Ich hatte gedacht, wir hätten längst einen Artikel in Wikipedia geschrieben, oder ist er wieder verschwunden (worden)?

    Internationale solidarische Selbstorganisation, statt auf Lösungen von oben zu warten: Über 100 Autor*innen aus aller Welt, zuerst in englisch und wohl auch in spanisch erschienen, nun in deutsch: Pluriversum. Ein Lexikon des Guten Lebens für alle – 2023  / ISBN 978-3-945959-67-1 /  326 Seiten. Das Buch ist auch als PDf-Datei unter agspak.de/pluriversum kostenlos abrufbar!

    Augusto Boal und die Ästhetik der Unterdrückten

    RADIO CORAX: PARTIZIPATIVE AKTIONSFORSCHUNG NACH PAULO FREIRE.
    2. Mai 2022

    Radio Corax ist ein freier nichtkommerzieller Radiosender in Deutschland, der für seine politische Bildungsarbeit mehrfach ausgezeichnet wurde.

    Anlässlich des 25. Todestages von Paulo Freire am 2. Mai 2022 wurde ein Beitrag mit Gerald Faschingeder veröffentlicht, der sich mit partizipativer Aktionsforschung beschäftigt. Inwiefern sind die Wurzeln dieses Forschungsansatzes mit dem Denken Paulo Freires verknüpft, und welche Beispiele für davon inspirierte Forschungsprojekte gibt es? https://www.pfz.at/radiosendungen/radio-corax-partizipative-aktionsforschung-nach-paulo-freire

    Weitere spannende Sendungen zum Nachhören können unter https://radiocorax.de/ abgerufen werden.

    https://theatermachtpolitik.wordpress.com/2024/09/21/beteiligende-forschung-freire-und-boal-anwenden/

    #AugustoBoal #Pluriversum #Schulwesen #Theaterszene

  6. Ästhetik der Unterdrückten

    Der Untergang der Ästhetik des Widerstands, wie sie in den 1970er Jahren auch in die politische Bildung gewachsen war, im Rückschritt der Kohl-Merkel-Zeit und im #Schulwesen:

    Von der Wiederbelebung der Aufklärung zur reaktionären Wende in der Kohl-Merkel-Zeit, auch in den linken & grünen Kreisen in deren Karrieren-Professionalisierung: Theater der Unterdrückten von Augusto Boal in der dt. und europ. Bildungs- und #Theaterszene:

    Überflug zum #Pluriversum der weltweiten Umweltszenen #AugustoBoal

    Teil eines Buch-Beitrages für den internationalen Austausch der Pluriversum-Bewegungen, wie sie seit zwei Jahren in der Uni Bonn begonnen worden war: Ethik in der Philosophie im Center for Life Ethics/Hertz Chair TRA 4 an der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

    Die Ästhetik des Widerstands

    Die Ästhetik des Widerstands, der Roman von Peter Weiss, war eine wichtige Grundlage für die neue Geschichtsarbeit, wie sie in den 1970er Jahren begonnen in den 1980er in Geschichtswerkstätten und mit Vereinen und einer Zeitschrift fundiert wurden: Das Beschönigen der Kirchen und der Politik, das Schweigen der Eltern und Vorfahren, der Verlust der Vorgeschichte in der Scham über das Ende:

    Wiederaufbau und Kalter Krieg

    Demokratisierung war ein Beginn in den Jugendverbänden der amerikanischen Zone, selbstbestimmte demokratische Strukturen aufzubauen, aber bald wuchs die politische Kontrolle durch Kultusministerium und die Linie des Antikommunismus, die keinen Frieden, sondern Fronten wollte: Wiederbewaffnung bedeutete Verbot von Demonstrationen und linken Parteigruppen, später Berufsverbote für Mitglieder von VVN, DFG, KPD, DKP, …

    Trotzdem war eine Bewegung für Ästhetische Bildung, Kunstunterricht und Kunsttherapie entstanden, der eigenen Wahrnehmung mehr zu trauen und die Freiheit der Kunst auch gegen politische Bevormundung zu verteidigen.

    Zeige deine Wunde

    Eines der umstrittendsten Kunstwerke steht heute etwas trocken in der Ausstellung des Lenbachhaus, eine Installation von Joseph Beuys, aus „2 Werkzeuge (Schepser), 2 weiße Tafeln, 2 doppelzinkige Forken mit Tuchfetzen auf 2 Schieferplatten stehend, 2 Leichenbahren …“ die heftigste Reaktionen in München hervorrief, weil sie indirekt die Scham der verlorenen Erregung, der Ideen, der Kinder, Verwandten und der Untaten signalisierten, die von Justiz und Medizin, von Politik und Polizei in jenen Jahren noch vollkommen verdrängt und zerredet worden waren:

    München hat als Stadt der Finanziers der Nazis und „Hauptstadt der Bewegung“ mehr als 70 Jahre gebraucht, aus den verschütteten Ruinen des „Braunen Hauses“ ein NS-Doku-Zentrum zu gestalten, das nun immerhin vor allem der Opfergruppen gedenkt.

    Baron Finck und sein arisierend gewachsenes Bankhaus, neben Hitler bei der Grundsteinlegung des „Haus der dt. Kunst“, für das er die Spenden eingesammelt hatte: Der Enkel in der Schweiz fördert nun die AfD, die FDP für das damalige Mövenpick-Mehrwertsteuer-Gesetz … die Tradition steht am Lenbachplatz.

    Ästhetik der Unterdrückten

    Augusto Boal hatte sein Alterswerk so genannt, in dem er seine weltweiten Erfahrungen mit dem Theater der Unterdrückten zusammenfasste: Am 2. Mai 2009 hatte er es abgeschlossen, 12 Jahre, nachdem Paulo Freire gestorben war, den wir in Toronto 1979 beim internationalen Treffen des „Theatre of the Oppressed“ mit Gruppen aus Indien, Japan, Europa, Süd- und Nordamerika betrauert hatten.

    Beim Besuch in München 1994 hatte Paulo Freire das Theater der Unterdrückten als „glücklichste Umsetzung seiner Ideen bezeichnet, im weltweiten Kontext ist seine Pädagogik der Unterdrückten in den verschiedenen Ausprägungen in Büchern und der Weiterentwicklung der Kritischen Theorie bekannt:

    „Since the publication of the English-language edition in 1970, Pedagogy of the Oppressed has had a large impact in education and pedagogy worldwide,[60] especially as a defining work of critical pedagogy. According to Israeli writer and education reform theorist Sol Stern, it has „achieved near-iconic status in America’s teacher-training programs“.[61] Connections have also been made between Freire’s non-dualism theory in pedagogy and Eastern philosophical traditions such as the Advaita Vedanta.[62]

    Paulo Freire defines critical consciousness as the ability to intervene in reality in order to change it.[3] Critical consciousness proceeds through the identification of „generative themes“, which Freire identifies as „iconic representations that have a powerful emotional impact in the daily lives of learners.“ In this way, individual consciousness helps end the „culture of silence“ in which the socially dispossessed internalize the negative images of themselves created and propagated by the oppressor in situations of extreme poverty. Liberating learners from this mimicry of the powerful, and from the fratricidal violence that results therefrom is a major goal of critical consciousness. Critical consciousness is a fundamental aspect of Freire’s concept of popular education.

    In den europäischen Bewegungen ist die Bewusstseinsbildung nicht wirklich verankert: In Bayern hat der alte Antikommunismus der CSU die Bildungsarbeit an den Hochschulen und in der Lehrer-Aus- und Fortbildung mit Kritischer Theorie in „Sprachregelungen“ behindert, auch die Ecopedagogy ist hier nicht angekommen, denn die Umweltbildung speist sich hierzulande aus den braun-grünen Quellen des alten Naturschutzes, der die Kapital- und Machtverhältnisse nicht infrage stellen kann.

    Die Ästhetik der Unterdrückten ist noch nicht ins Deutsche übersetzt, wird aber in Workshops vermittelt, die mit dem Forumtheater beginnen, die sehr vereinfachte Start-Version, an eigene Szenen von Ärger und Hoffnungslosigkeit, Scham und der Unterdrückung zu kommen, sie in Gruppen zu Szenen aufzustellen und daraus vielleicht eine Vorstellung für ein Publikum zu machen, das diese Szenen in seinen Ideen zu einem besseren Ende spielen kann.

    Theater im Pluriversum

    Unsere Schäden der Kolonialzeit – auch die Gewalt in unseren Familien und Kirchen, der weiter grassierende Militarismus, immer gerechtfertigt mit Entwicklung, Mission, Feindabwehr, haben unsere Zivilisation an ein Ende gebracht: Die Klimakatastrophe zwingt uns zu wirklichen Veränderungen, aber die Politik des Kapitals greift nach den alten Mitteln der Propaganda und Unterhaltung, die uns das Hirn weich machen sollen für weiteren Konsum: Das könnte für noch mehr Arten und uns tödlich werden.

    Im Unterbewussten wachsen die Ängste und Irritationen, und die Politik und viel Psychotherapeuten wollen weitermachen wie bisher: Haben wir keine anderen Lösungen?

    Bewusstseinsbildung – Ich hatte gedacht, wir hätten längst einen Artikel in Wikipedia geschrieben, oder ist er wieder verschwunden (worden)?

    Internationale solidarische Selbstorganisation, statt auf Lösungen von oben zu warten: Über 100 Autor*innen aus aller Welt, zuerst in englisch und wohl auch in spanisch erschienen, nun in deutsch: Pluriversum. Ein Lexikon des Guten Lebens für alle – 2023  / ISBN 978-3-945959-67-1 /  326 Seiten. Das Buch ist auch als PDf-Datei unter agspak.de/pluriversum kostenlos abrufbar!

    Hintergrund und Quellen

    Die Ästhetik des Widerstands ist der Titel eines dreibändigen, um die eintausend Seiten umfassenden Romans von Peter Weiss, der in zehnjähriger Arbeit zwischen 1971 und 1981 entstand. Das Werk stellt den Versuch dar, die historischen und gesellschaftlichen Erfahrungen und die ästhetischen und politischen Erkenntnisse der Arbeiterbewegung in den Jahren des Widerstands gegen den Faschismus zum Leben zu erwecken und weiterzugeben. Zentral ist der Gedanke der zu erreichenden Einheit: zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten wie zwischen der künstlerischen Moderne und der Arbeiterbewegung. https://de.wikipedia.org/wiki/Die_%C3%84sthetik_des_Widerstands

    Das Floß der Medusa, JEAN LOUIS THÉODORE_GÉRICAULT_-_La_Balsa_de_la_Medusa_(Museo_del_Louvre,_1818-19)

    Von Théodore Géricault – Ursprung unbekannt, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17456087

    Ästhetische Bildung: Eine Bewegung, wie sie aus der Pädagogischen Aktion in München zu verschiedenen Einrichtungen und bundesweiten Impulsen gewachsen war, die neben der Übung der Ausdrucksfähigkeit und Wahrnehmung auch politische Hintergründe entschlüsseln konnte.

    Zukunftswerkstätten nach Robert Jungk, befreundet mit Peter Weiss und

    Robert Jungk: Trotzdem: mein-leben-fur-die-zukunft

    Denkende Felder: Bewegungen an den Hochschulen und in Verbänden um Gewerkschaften und Parteien, Arbeitsgemeinschaften im Wandervogel, Archive,

    Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise AG SPAK: Verlag AGSPAK-Buecher: Kothari, Salleh, Escobar, Demaria, Acosta (Hg.) Pluriversum ISBN 9783945959671

    Till Baumann: zu Augusto Boal: Herausgabe und Übersetzung der Übungen und Spiele für Schauspieler und Nicht-Schauspieler von Augusto Boal, aktualisierte und erweiterte Ausgabe, 2013 Suhrkamp Verlag

    https://www.suhrkamp.de/buch/augusto-boal-uebungen-und-spiele-fuer-schauspieler-und-nicht-schauspieler-t-9783518464496

    Forumtheater gemeinsam mit Bárbara Santos und Christoph Leucht:
    KURINGA gemeinsam mit Pascal Kleßen u.v.a.: zukunftsmusik -beide Texte erschienen in: Visionen der Veränderung. Forumtheater nach Augusto Boal – Theorie, Entwicklungen, aktuelle Positionen und Perspektiven, herausgegeben von Simone Odierna und Janina Woll, Ulm 2021.

    Ästhetik der Unterdrückten gemeinsam mit Bárbara Santos: SOM / RITMO in: Bárbara Santos: Percursos Estéticos: imagem, som, ritmo, palavra. Abordagens originais sobre o Teatro do Oprimido, São Paulo 2018.

    gemeinsam mit Bárbara Santos: KURINGA and JANA SANSKRITI Aesthetics of the Oppressed – Sound/Rhythm in Badu (2016)

    Kunst und Therapie gemeinsam mit Ilse Schimpf-Herken: Dimensionen der Kunst in der psychosozialen Arbeit in: Sinapius, Peter / Niemann, Annika (Hrsg.): Das Dritte in Kunst und Therapie, Frankfurt a.M. 2011.

    in Kolumbien in spanischer Übersetzung erschienen: El „tercer espacio“ en el arte y la terapia. Dimensiones del arte en el trabajo psicosocial in: Praxis & Saber. Revista de Investigación y Pedagogía, Vol. 6 Núm 12, Julio-Diciembre de 2015, Tunja – Boyacá, Colombia.

    #AugustoBoal #Pluriversum #Schulwesen #Theaterszene
  7. Der Untergang der Ästhetik des Widerstands, wie sie in den 1970er Jahren auch in die politische Bildung gewachsen war, im Rückschritt der Kohl-Merkel-Zeit und im #Schulwesen: Von der Wiederbelebung der Aufklärung zur Reaktionären Wende in der Kohl-Merkel-Zeit, auch in den linken & grünen Kreisen in deren Karrieren-Professionalisierung: Theater der Unterdrückten von Augusto Boal in der dt. und europ. Bildungs- und #Theaterszene: Überflug zum #Pluriversum der weltweiten Umweltszenen #AugustoBoal

  8. Theatre of the Oppressed

    "This text is vital reading for activists, progressives, and all artists trying to effect social change." --John Longenbaugh

    @bookstodon
    #theatre
    #AugustoBoal

  9. #Introduction for this community: Forumtheater is the central form in the “Theater of the Oppressed”, which was learned from #AugustoBoal and refers to #BertBrecht and #PauloFreire; Basis of #CriticalTheory in the American countries, in connection with #Gestalt and #Gestalttherapy and with #futureworkshops according to #RobertJungk and in research on #decolonization, #racism and #queer-hostility

    #neuhier für diese Community: Forumtheater ist die zentrale Form im „Theater der Unterdrückten“, das von #AugustoBoal gelernt wurde und sich auf #BertBrecht und #PauloFreire bezieht; Grundlage der #KritischenTheorie in den amerikanischen Ländern, in Verbindung mit #Gestalt und #Gestalttherapie und mit #Zukunftswerkstätten nach #RobertJungk und in der Forschung zur #Dekolonialisierung, zu #Rassismus und #Queerfeindlichkeit

  10. Im globalen Süden ist das #Bewusstsein zur #Kolonialisierung, auch des Denkens und der #Wissenschaften schon lange verbreitet, aber die #Konsumkultur wählt die Inhalte sorgsam ... #PauloFreire und #AugustoBoal waren Brückenglieder in beide Richtungen wie früher #MichailBakunin und #FrantzFanon, wie zuletzt Inge #SchimpfHerken und viele vor ihr ...

  11. Ja, du musst Gedichte machen,
    du musst Rap-Schlachten machen,
    du musst Partys und Partys auf der Straße organisieren, ja ...

    All dies, um die proletarische Jugend zu bestreiten,
    alle mit theoretischem Zentralismus ...
    Lade mich ein, in der Revolution zu tanzen !!! @raufitoo

    Und es muss für heute sein!

    Jahrestag des Todes von Augusto Boal (2009) und Paulo Freire (1997) am 2. Mai
    - und von #GustavLandauer 1919 - #AugustoBoal #PauloFreire

  12. Erinnerungen im Institut für Jugendarbeit in Gauting an die jahrzehntelange Arbeit mit dem #Forumtheater, zuerst als #Aktionstheater zu #Umwelt-Themen, dann auch zu #queer und was die Teilnehmenden einbrachten, dann auch mit #AugustoBoal für den #BJR, den #BayrischenJugendring

  13. Hi, I'm new here, as you all? Try to train my english for better self-organisation in the international space: Following the ideas of #MichailBakunin, after #AntonioGramsci and all i have lernes by #PauloFreire and #AugustoBoal and the #pedagogy and #theater of the #oppressed, ending in an #aesthetic of the oppressed

  14. KUNST IST MAGIE, BEFREIT VON DER LÜGE, WAHRHEIT ZU SEIN ~T.W ADORNO

    Die Künste haben sich darauf spezialisiert, unsere Sinne anzusprechen, in jeweils verschiedener ART:

    Mit „
    #Ästhetik“ meint #AugustoBoal nicht, wie viele unserer Kunst-Sinnigen, die Betrachtung der Schönheit, sondern die Wahrnehmung. Ästhetische Erziehung meinte auch hierzulande die gesellschaftliche Wahrnehmung, bis sie wieder auf Kunst als Markt reduziert wurde.

    Ästhetik der Unterdrückten meint entsprechend die
    #Wahrnehmung der #Gesellschaft auch aus der meist von den bürgerlichen Medien ausgeblendeten Sicht „von unten“, wie sie von den (theologisch gesagt) „Ärmsten“ erlebt und gesehen und interpretiert wird.

    Der „
    #Mittelstand“ wundert sich zur Zeit öfter über „Hoffnungslosigkeit“, wie er sich schon länger über „#BurnOut“ oder „Depressionen“ als persönliche Problematik schlecht fühlte. (Zum Mittelstand rechneten sich neulich auch Privat-Jet-Besitzende.)

    Wenn ich heute zu vermitteln versuche, dass die ganze Gesellschaft in der Depression, oder ausgebrannt ist wie das Klima, bekomme ich erstaunte Reaktionen, denn alle haben wir gelernt, uns nur als kranke Einzelwesen zu definieren.

    Gesellschaftskrankheiten wie der ständige Wettbewerb in Arbeit, Schule und Sport, um Einkommen, Mode, Schönheit und Leistung, die von den Einzelnen unreflektiert als Selbstverständlichkeit genommen werden, so lange sie nicht eine Subkultur nachhaltig in Frage stellen und kritisieren kann.
    Gesellschaftskrankheiten wie die Verärgerung, die sich in Demonstrationen, Polizeiübergriffen und Straßenschlachten, wie in Hass-Tiraden auf Facebook und Twitter etc. abspielen, gegen andere Parteien,
    Die Blindheit für zB. chinesische Einflüsse und Übernahmen wird durch die Gier und den Wettbewerb des Kapitals aufrecht erhalten, in Anerkennung für das autoritäre System.
    Die Blindheit für die Veränderungen der Lebensbedingungen durch immer mehr illusionäre Filme, Spiele, Untergangs-Szenarien aus biblisch-apokalyptischer oder hollywood-Mad-Max-Vorstellung, die jeweils unabwendbar sind oder durch Helden gemeistert werden.
    „Die meisten Menschen verfügen nicht über die Möglichkeit, sich professionell und medienwirksam auszudrücken. Sie haben aber Zugang zu ihren eigenen ästhetischen Fähigkeiten: Musik, Texte, bildende Kunst, Tanz, Skulptur usw.
    Außerdem sind sie in der Lage, aus all dem, was wir in der Gesellschaft offenbar nicht mehr brauchen, symbolische Bilder zu verfassen. Die Ästhetik der Unterdrückten unterstützt persönliche Entwicklungsprozesse und liefert zudem Material für Forumtheatervorstellungen.“
    https://tdu-wien.at/tdu-wien/techniken

    https://2016.ferienuni.de/files/Thesen-zum-Workshop-Probe-oder-Echtzeit.pdf
    https://elibrary.utb.de/doi/epdf/10.3278/HBV1004W346
    Ein Ausschnitt mit Bildern auf
    https://basisfinden.wordpress.com/2023/02/22/wahrnehmung-uben/

  15. #PauloFreire hatte die Grundlegungen neuer #Pädagogik wie bei #MartinBuber, von dessen Freund #GustavLandauer und #AntonioGramsci in die #PädagogikderUnterdrückten aufgenommen, ein lernendes Menschenbild entgegen unserer deutschen Stoff-Kanons, die immer noch in #HochSchulen verabreicht werden.

    #AugustoBoal hat die Grundgedanken von #Freire in die Zusammenfassung seiner #TheaterMethoden, das #TheaterderUnterdrückten auch aus den Träumen von #Brecht entwickelt. wiki.eineweltnetz.org/doku.php

  16. Wer von euch hat als Kind nicht geschauspielt? Egal ob mit den Kuscheltieren oder mit Freund*innen! ✨🧝🏽‍♀️✨🦹🏻‍♂️✨🦸🏼‍♀️✨🧙🏾✨👩🏿‍🚒✨🧑‍🚀✨

    #boal #augustoboal #forumtheater #theaterderunterdrückten #freizeit #hobby

  17. Paulo Freire und Augusto Boal gingen am 2.5. - wie Gustav Landauer

    Paulo Freire und Augusto Boal starben am 2.5. - wie Gustav Landauer

    Beide Brasilieiros haben die Bildungsarbeit, das Theater und die Pädagogik verändert, wovon die konservativen Strukturen in unseren...

    befreiungsbewegung.fairmuenche

    ##AugustoBoal ##PauloFreire #Befreiungstheologie #Forumtheater #Pädagogik der Hoffnung #Pädagogik der Unterdrückten #Theater der Unterdrückten

  18. Theater ist eine Form des Wissens; sie soll und kann auch ein Mittel zur Veränderung der Gesellschaft sein. Theater kann uns helfen, unsere Zukunft aufzubauen, anstatt darauf zu warten.
    #AugustoBoal (1931-2.Mai 2009)

    Das System fürchtet die hungrigen Armen nicht.
    Es fürchtet den armen Mann, der zu denken versteht.
    #PauloFreire. (1921-2.Mai 1997)

    »Es gibt für uns nur Weg, nur Zukunft;
    auch die Vergangenheit ist Zukunft,
    die mit unserm Weiterschreiten wird,
    sich verändert, anders gewesen ist.«
    #GustavLandauer: Die Revolution 1907
    (7. April 1870 - 2. Mai 1919)

  19. Paulo Freire c’è
    di Roberto Mazzini (*)

    Reinventiamolo per reinventare un altro mondo inedito


    Chi era Paulo Freire? E perché importa oggi il suo pensiero a più di mezzo secolo di distanza? Cosa c’entra il Brasile anni ‘50 del
    labottegadelbarbieri.org/paulo
    #bottegadelbarbieri #labottegadelbarbieri
    #Articoli #Scor-date #AugustoBoal #Brasile #coscientizzazione #oppressione #PauloFreire #pedagogiadellacoscientizzazione #RobertoMazzini #teatrodell'oppresso