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#generationen — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #generationen, aggregated by home.social.

  1. @BlumeEvolution
    Eine Analogie: In jahrzehntealten Konzernen, in denen man die agile Arbeitsweise einführt, hat man als Agile Coach während der gesamten Transformation immer wieder mit den weniger änderungswilligen/änderungsfähigen Menschen zu tun.
    Die muss man dennoch mitnehmen, damit die Transformation klappt, auch wenn es oft heißt, "bei uns dauert es noch eine Generation" (bis die Führungsriege einmal runderneuert wurde und agiles Arbeiten schon in Schülerprojekten erlernt wurde).

    Läßt man eine kritische Masse einfach zurück, sind das noch immer Rollenvorbilder (Mimesis läßt grüßen), die als Multiplikatoren weiterhin stark die alte Arbeitsweise propagieren und damit oft Erfolg haben.

    Daher also wirklich Alle im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei der Transformation mitnehmen, auch wenn das oft sehr anstrengend sein wird.

    #Berlin #Bundespolitik #Deutschland #Preußen #Fossilismus #Parteien #Merz #Reiche #Klingbeil #Wirtschaft #Erneuerbare #Friedensenergien #Solarpunk #Generationen #Demografie

  2. @BlumeEvolution
    Eine Analogie: In jahrzehntealten Konzernen, in denen man die agile Arbeitsweise einführt, hat man als Agile Coach während der gesamten Transformation immer wieder mit den weniger änderungswilligen/änderungsfähigen Menschen zu tun.
    Die muss man dennoch mitnehmen, damit die Transformation klappt, auch wenn es oft heißt, "bei uns dauert es noch eine Generation" (bis die Führungsriege einmal runderneuert wurde und agiles Arbeiten schon in Schülerprojekten erlernt wurde).

    Läßt man eine kritische Masse einfach zurück, sind das noch immer Rollenvorbilder (Mimesis läßt grüßen), die als Multiplikatoren weiterhin stark die alte Arbeitsweise propagieren und damit oft Erfolg haben.

    Daher also wirklich Alle im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei der Transformation mitnehmen, auch wenn das oft sehr anstrengend sein wird.

    #Berlin #Bundespolitik #Deutschland #Preußen #Fossilismus #Parteien #Merz #Reiche #Klingbeil #Wirtschaft #Erneuerbare #Friedensenergien #Solarpunk #Generationen #Demografie

  3. @BlumeEvolution
    Eine Analogie: In Jahrzehnten alten Konzernen, in denen man die agile Arbeitsweise einführt, hat man als Agile Coach während der gesamten Transformation immer wieder mit den weniger änderungswilligen/änderungsfähigen Menschen zu tun.
    Die muss man dennoch mitnehmen, damit die Transformation klappt, auch wenn es oft heißt, "bei uns dauert es noch eine Generation" (bis die Führungsriege einmal runderneuert wurde und agiles Arbeiten schon in Schülerprojekten erlernt wurde).

    Läßt man eine kritische Masse einfach zurück, sind das noch immer Rollenvorbilder (Mimesis läßt grüßen), die als Multiplikatoren weiterhin starke die alte Arbeitsweise propagieren und damit oft Erfolg haben.

    Daher also im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei der Transformation mitnehmen, auch wenn das oft sehr anstrengend sein wird.

    #Berlin #Bundespolitik #Deutschland #Preußen #Fossilismus #Parteien #Merz #Reiche #Klingbeil #Wirtschaft #Erneuerbare #Friedensenergien #Solarpunk #Generationen #Demografie

  4. @BlumeEvolution
    Eine Analogie: In jahrzehntealten Konzernen, in denen man die agile Arbeitsweise einführt, hat man als Agile Coach während der gesamten Transformation immer wieder mit den weniger änderungswilligen/änderungsfähigen Menschen zu tun.
    Die muss man dennoch mitnehmen, damit die Transformation klappt, auch wenn es oft heißt, "bei uns dauert es noch eine Generation" (bis die Führungsriege einmal runderneuert wurde und agiles Arbeiten schon in Schülerprojekten erlernt wurde).

    Läßt man eine kritische Masse einfach zurück, sind das noch immer Rollenvorbilder (Mimesis läßt grüßen), die als Multiplikatoren weiterhin stark die alte Arbeitsweise propagieren und damit oft Erfolg haben.

    Daher also wirklich Alle im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei der Transformation mitnehmen, auch wenn das oft sehr anstrengend sein wird.

    #Berlin #Bundespolitik #Deutschland #Preußen #Fossilismus #Parteien #Merz #Reiche #Klingbeil #Wirtschaft #Erneuerbare #Friedensenergien #Solarpunk #Generationen #Demografie

  5. @BlumeEvolution
    Eine Analogie: In Jahrzehnten alten Konzernen, in denen man die agile Arbeitsweise einführt, hat man als Agile Coach während der gesamten Transformation immer wieder mit den weniger änderungswilligen/änderungsfähigen Menschen zu tun.
    Die muss man dennoch mitnehmen, damit die Transformation klappt, auch wenn es oft heißt, "bei uns dauert es noch eine Generation" (bis die Führungsriege einmal runderneuert wurde und agiles Arbeiten schon in Schülerprojekten erlernt wurde).

    Läßt man eine kritische Masse einfach zurück, sind das noch immer Rollenvorbilder (Mimesis läßt grüßen), die als Multiplikatoren weiterhin stark die alte Arbeitsweise propagieren und damit oft Erfolg haben.

    Daher also wirklich Alle im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei der Transformation mitnehmen, auch wenn das oft sehr anstrengend sein wird.

    #Berlin #Bundespolitik #Deutschland #Preußen #Fossilismus #Parteien #Merz #Reiche #Klingbeil #Wirtschaft #Erneuerbare #Friedensenergien #Solarpunk #Generationen #Demografie

  6. „Zuhörbank“ in Eckernförde

    Der Seniorenbeirat bietet eine generationsübergreifende Zuhörbank im Freien an:

    Bei schönem Wetter jeden Donnerstag zwischen 15 Uhr 17 Uhr im Kurpark beim Brunnen (kein professionelles Angebot!).

    Ob Sorgen teilen oder einfach nur mal Schnacken - für alle Themen wird ein offenes Ohr geboten.

    🌐 eckernfoerde.de/index.php?obje

    #eckernforde #zuhoren #senioren #Seniorenbeirat #zuhorbank #generationen

  7. „Zuhörbank“ in Eckernförde

    Der Seniorenbeirat bietet eine generationsübergreifendes Zuhörbank im Freien an: Bei schönem Wetter jeden Donnerstag zwischen 15 Uhr 17 Uhr im Kurpark beim Brunnen (kein professionelles Angebot!).

    Ob Sorgen Teilen oder einfach nur mal Schnacken - für alle Themen wird ein offenes Ohr angeboten.
    🌐 eckernfoerde.de/index.php?obje

    #Eckernförde #Zuhören #Senioren #Seniorenbeirat #Zuhörbank #Generationen

  8. „Zuhörbank“ in Eckernförde

    Der Seniorenbeirat bietet eine generationsübergreifendes Zuhörbank im Freien an: Bei schönem Wetter jeden Donnerstag zwischen 15 Uhr 17 Uhr im Kurpark beim Brunnen (kein professionelles Angebot!).

    Ob Sorgen Teilen oder einfach nur mal Schnacken - für alle Themen wird ein offenes Ohr angeboten.
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  9. „Zuhörbank“ in Eckernförde

    Der Seniorenbeirat bietet eine generationsübergreifendes Zuhörbank im Freien an: Bei schönem Wetter jeden Donnerstag zwischen 15 Uhr 17 Uhr im Kurpark beim Brunnen (kein professionelles Angebot!).

    Ob Sorgen Teilen oder einfach nur mal Schnacken - für alle Themen wird ein offenes Ohr angeboten.
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  10. „Zuhörbank“ in Eckernförde

    Der Seniorenbeirat bietet eine generationsübergreifendes Zuhörbank im Freien an: Bei schönem Wetter jeden Donnerstag zwischen 15 Uhr 17 Uhr im Kurpark beim Brunnen (kein professionelles Angebot!).

    Ob Sorgen Teilen oder einfach nur mal Schnacken - für alle Themen wird ein offenes Ohr angeboten.
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    #Eckernförde #Zuhören #Senioren #Seniorenbeirat #Zuhörbank #Generationen

  11. Mir wurde in dieser Woche von einem befreundeten Wissenschaftler geraten, mich nicht am Fossilismus & Gas-Lobbyismus der Berliner Blase abzuarbeiten - denn "diese Generation hat eben noch fossile Wirtschaft in großen Konzernen gelernt. Und erst die nächste wird erneuerbare Friedensenergien wirklich verstehen." Auch in der Wissenschaft bräuchten verbesserte Theorien oft ein bis zwei Generationen, bis der Widerstand weggestorben sei.

    Habe inzwischen viel darüber nachgedacht. Aber bevor ich mich selbst dazu äußere, möchte ich wissen: Was denkst Du über diesen Rat?

    #Berlin #Bundespolitik #Deutschland #Preußen #Fossilismus #Parteien #Merz #Reiche #Klingbeil #Wirtschaft #Erneuerbare #Friedensenergien #Solarpunk #Generationen #Demografie

  12. Mir wurde in dieser Woche von einem befreundeten Wissenschaftler geraten, mich nicht am Fossilismus & Gas-Lobbyismus der Berliner Blase abzuarbeiten - denn "diese Generation hat eben noch fossile Wirtschaft in großen Konzernen gelernt. Und erst die nächste wird erneuerbare Friedensenergien wirklich verstehen." Auch in der Wissenschaft bräuchten verbesserte Theorien oft ein bis zwei Generationen, bis der Widerstand weggestorben sei.

    Habe inzwischen viel darüber nachgedacht. Aber bevor ich mich selbst dazu äußere, möchte ich wissen: Was denkst Du über diesen Rat?

    #Berlin #Bundespolitik #Deutschland #Preußen #Fossilismus #Parteien #Merz #Reiche #Klingbeil #Wirtschaft #Erneuerbare #Friedensenergien #Solarpunk #Generationen #Demografie

  13. Mir wurde in dieser Woche von einem befreundeten Wissenschaftler geraten, mich nicht am Fossilismus & Gas-Lobbyismus der Berliner Blase abzuarbeiten - denn "diese Generation hat eben noch fossile Wirtschaft in großen Konzernen gelernt. Und erst die nächste wird erneuerbare Friedensenergien wirklich verstehen." Auch in der Wissenschaft bräuchten verbesserte Theorien oft ein bis zwei Generationen, bis der Widerstand weggestorben sei.

    Habe inzwischen viel darüber nachgedacht. Aber bevor ich mich selbst dazu äußere, möchte ich wissen: Was denkst Du über diesen Rat?

    #Berlin #Bundespolitik #Deutschland #Preußen #Fossilismus #Parteien #Merz #Reiche #Klingbeil #Wirtschaft #Erneuerbare #Friedensenergien #Solarpunk #Generationen #Demografie

  14. Mir wurde in dieser Woche von einem befreundeten Wissenschaftler geraten, mich nicht am Fossilismus & Gas-Lobbyismus der Berliner Blase abzuarbeiten - denn "diese Generation hat eben noch fossile Wirtschaft in großen Konzernen gelernt. Und erst die nächste wird erneuerbare Friedensenergien wirklich verstehen." Auch in der Wissenschaft bräuchten verbesserte Theorien oft ein bis zwei Generationen, bis der Widerstand weggestorben sei.

    Habe inzwischen viel darüber nachgedacht. Aber bevor ich mich selbst dazu äußere, möchte ich wissen: Was denkst Du über diesen Rat?

    #Berlin #Bundespolitik #Deutschland #Preußen #Fossilismus #Parteien #Merz #Reiche #Klingbeil #Wirtschaft #Erneuerbare #Friedensenergien #Solarpunk #Generationen #Demografie

  15. Mir wurde in dieser Woche von einem befreundeten Wissenschaftler geraten, mich nicht am Fossilismus & Gas-Lobbyismus der Berliner Blase abzuarbeiten - denn "diese Generation hat eben noch fossile Wirtschaft in großen Konzernen gelernt. Und erst die nächste wird erneuerbare Friedensenergien wirklich verstehen." Auch in der Wissenschaft bräuchten verbesserte Theorien oft ein bis zwei Generationen, bis der Widerstand weggestorben sei.

    Habe inzwischen viel darüber nachgedacht. Aber bevor ich mich selbst dazu äußere, möchte ich wissen: Was denkst Du über diesen Rat?

    #Berlin #Bundespolitik #Deutschland #Preußen #Fossilismus #Parteien #Merz #Reiche #Klingbeil #Wirtschaft #Erneuerbare #Friedensenergien #Solarpunk #Generationen #Demografie

  16. Generationen ohne Nachkriegsschäden?

    Während wir noch an den Bombenfunden aus dem letzten Krieg in Alarme geraten und in den Altenheimen und Krankenstationen die Demenz der letzten Kriegsgeneration die Erinnerungen löscht, die mit autoritärer Erziehung unter Denunziations- und Sündenangst den äußeren Schein durch OP’s und Friseur-Künste aufrecht erhalten …

    Die Revolten der 1960er Jahre gegen die wieder etablierten Alt-Nazis in allen höheren Posten und Universitäten, mit Folgen bis heute: In Bayern die Juristen- und damit auch Richter-Ausbildung bis Anfang der 1980er Jahre mit Professor Maunz „Der Wille des Führers ist Gesetz!“ – sogar als CSU-Kultusminister von 1957 bis 1964 war das CSU-Mitglied Maunz bayerischer Kultusminister, nachdem seine alten Schriften auch durch Hildegard Hamm-Brücher bekannt gemacht wurden.

    Die kleinen Bewegungen, die entstanden, in vielen Jugendgruppen und Studierenden-Gemeinden mit sozialpolitischen Arbeitskreisen, die sich im ganzen Land austauschten und organisierten, in der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise AG SPAK, in Parteien und Verbänden

    Die nächsten Generationen können – je nach Aufwachsen – neue Verhaltensweisen entwickeln

    Die Ängste der Nachkriegszeit

    Befreiungsbewegungen im Antikommunismus

    Amerikanische Befreiungsbewegungen in der Literatur

    Allen Ginsberg und die literarischen Aufbrüche in den #USA in der „Beat Generation“ werden die Bewegungen grundieren können, mit Patti Smith „Power to the people!“ wie der Blues und die verschiedenen folgenden Musikstile die Befreiung der Schwarzen mit Billie Holiday, der Frauen und der Queeren begleitet haben,

    wie damals Bob Dylan für die #Weatherman zum Stichwort-Gebenden wurde: „You don’t have to ask the Weatermen …“ woher der Wind weht:

    Nur wenige wissen noch, wie die #Vietnam#Krieg’s-Bewegungen begannen, mit durchaus kräftigen Bomben-Anschlägen, aber ohne menschliche Ziele, das war immer faschistische Art …

    Auch der SDS hatte ein US-Vorbild ….

    … aber befreiende Pädagogik kam aus Südamerika:

    Paulo Freire und Augusto Boal

    Paulo Freire starb 75-jährig in Sao Paulo – am 2. Mai 1997

    Am Freitag, 2. Mai ’97 verstarb unser Freund und Vorbild Paulo Freire. Wie kein anderer pflegte er den Dialog und ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern. Wir werden versuchen, sein Anliegen weiter zu verwirklichen.

    Kurzporträt Paulo Freire

    Geboren am 19.9.1921 in Recife (Nordosten Brasilien) unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire

    1928 aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Umzug mit der Familie nach Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in Paulo Freires Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers…“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren.

    1944 Heirat mit Elza Maria Oliviera, einer Grundschullehrerin. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.

    1946 Arbeit als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig.

    1956 verließ Freire sein Amt im Sozialdienst der Industrie teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unternehmensseite bezüglich seiner demokratischen Arbeitsmethode, teils weil ihm die Grenzen der assistenzialistischen Hilfe bewußt wurde.

    1961 startete eine von Freire konzipierte Alphabetisierungskampagne in Brasilien auf nationaler Basis. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freire’s Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten..

    1964 Staatsstreich durch die Militärs, Freire mußte 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er u.a. 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor.

    1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (spez. in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig.

    1980 nach der Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort Mitarbeit u.a. im Rahmen der Erzdiözese Sao Paulo (Kardinal Arns), an der Kath. Universität (PUC), sowie ab 1989 als Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo.

    1991 trat Freire von diesem Posten zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.

    1994 hatten wir Paulo Freire und seine zweite Frau, die Historikerin Ana Maria Freire in München zu Gast.

    Zu seinem zentralen Thema „Verantwortung in der dritten und ersten Welt übernehmen.“

    „Die an mich oft gerichtete Frage oder Feststellung lautet: „Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewusstseinsbildung zu tun.“

    Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken. Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst-Weltler zu sein.

    Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll.

    Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-WeltlerInnen„. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“

    Paulo Freire hat von über 20 (zuletzt 35) Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten. Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:

    • Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript ab 1968 in Verbreitung
    • Pädagogik der Solidarität – Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974
    • Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)
    • Dialog als Prinzip – Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.
    • Der Lehrer ist Politiker und Künstler – Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981
    • 1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.

    Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.

    Die Ideen Paulo Freire’s wurden hier durch die 1977 gegründete

    Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseinsbildung

    verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfasste:

    • ArbeitsGemeinschaft SozialPolitischer ArbeitsKreise AG SPAK München,
    • Centro di Animazione per ‚l Autogestione Populare (Palermo / Italien),
    • Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim- Köln)
    • Institut Oecuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris),
    • Mouvement d‘ Animation de Base / International Ontmoetingscentrum (Hasselt / Belgien)
    • und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich).

    Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo Freire Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Fachtagungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.

    Vor allem in Latein- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenenbildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit.

    Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tome und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt.

    Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire-Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. Das letzte Heft unserer Zeitschrift für befreiende Pädagogik ist diesen Projekten gewidmet.

    Für Juli dieses Jahres (1996) war Paulo Freire von der UNESCO zum Weltkongress der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo Freire Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Ein Sammelband mit Berichten aus der Arbeit in unseren europäischen Situationen ist für Sommer geplant. Die Universität Oldenburg wollte ihm die Ehrendoktorwürde verleihen.

    Für das Wintersemester ’97 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.

    *) Vorstand der Paulo Freire Gesellschaft 1996-98: Eva Maria Antz (Köln-Brühl), Marita Hecker, Frankfurt, Dr. Heinz Peter Gerhardt (Bonn), Fritz Letsch (München), Prof. Dr. Manfred Peters (Namur), Andreas Schauder (Schallstadt-Wolfenweiler), Heinz Schulze (München) Dr. Ilse Schimpf-Herken, Berlin

    Die UNESCO hatte ihn als Hauptredner zur Weltkonferenz Erwachsenenbildung eingeladen und plante ein internationales Memorial

    der pädagogische US-Fachverlag Peter Lang plant für die nächste Ausgabe der Taboo eine Würdigung Peter Lang Publishing

    Paulo Freire und die zeitschrift für befreiende pädagogik

    Zur theoretischen Verbindung der beiden Praktiker in der Kritischen Praxis auf Freire-Boal

    Paulo Freire (* 19. September 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor (wikipedia ) und wirkt international in Kritische Pädagogik wie Kritische TheorieKritische Praxis auch auf Freire-Boal

    Die Gedanken und pädagogischen Ansätze von Paulo Freire in der Pädagogik der Unterdrückten waren in den siebziger Jahren so revolutionär, dass sie viele Menschen weltweit begeisterten. Konservativen Politikern und PädagogInnen erschienen sie (manchen bis heute) zu „verdächtig“, um sie in unsere Bildungs-Praxis umzusetzen:

    Freire unterteilt den Prozess der Bewusstseinsbildung in drei Stufen:

    1. semi-transitives Bewusstsein: Der Mensch sieht seine Situation als unveränderlich an und sein Erfahrungswert ist damit begrenzt. Er hat keine Kraft Widerstand zu leisten und resigniert.

    2. naiv-transitives Bewusstsein: Durch den Dialog nehmen die Menschen ihre Lebenswelt und die damit verbundenen Widersprüche wahr.

    3. kritisch-transitives Bewusstsein: Der Mensch nimmt die Missstände der Welt in der er lebt nicht nur wahr, sondern er kann sie auch kritisch reflektieren. Er ist in der Lage Lösungen für seine Probleme zu suchen.

    Das Ziel von Freire ist es, dass die Bevölkerung die dritte Stufe des Bewusstseins erlangt.

    Von Alphabetisierung, „educación popular“, solidarischer Ökonomie, lokaler Politik, Bewegung arbeitender Kinder, Konzepte für viele Basisorganisationen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, bis zu demokratischer Unternehmensführung gehen die „Auswirkungen“ der befreienden Pädagogik von Paulo Freire.

    Bankiers-Erziehung nannte Freire die Art, fertiges Wissen in die Köpfe der Kinder einzulagern und wieder abzufragen, Bulimie-Lernen nennen es heute Studierende, wenn sie mit Halbbildung für Berufe vorbereitet zu werden, statt selbst zu forschen und zu studieren. Heute wird international die Ecopedagogy hervorgehoben

    Unsere Kultur des Schweigens mit den giftigen Mythen aufdecken:

    Das Theater der Unterdrückten, das Augusto Boal im selben Kontext entwickelte, Teile der Befreiungstheologie, die „ Partzipativen Haushalte“ (Bürgerhaushalt) sowie die Arbeit an der „Lernenden Organisation“ beziehen den Hintergrund von ihm, die Idee des Weltsozialforum entstand im Porto Alegre durch Chico Withakerhttps://de.wikipedia.org/wiki/Chico_Whitaker

    Im Regenbogen der Wünsche, ursprünglich Rainbow of Desire entwarf er noch psychologisch tiefergehende Arbeitsweisen mit Theatermethoden auf der Bühne. Zuletzt schrieb Augusto Boal noch eine Aesthetik der Unterdrueckten, die seinen pädagogischen Weg zu einer gesellschaftlichen Sichtweise beschreibt.

    Im Jahr 1994 war Paulo Freire bei uns in München

    1994 hatten wir, die Paulo Freire Gesellschaft ihn in München und in verschiedenen europäischen Städten zu Gast,  1996 konnte eine weitere Deutschland-Reise, bei der er Jürgen Habermas treffen wollte, was für eine gemeinsame Tagung spannend gewesen wäre … leider nicht mehr stattfinden. Am 2.Mai 1997 ist er dann 75jährig in Sao Paulo (Brasilien) verstorben. Sein Denken trägt weiterhin Früchte.

    Augusto Boal war oft in München – er starb am 2. Mai 2009 – 12 Jahre später

    Ich erlebte ihn erstmals 1981, er wohnte damals in Paris, und in Berlin gab es die meisten Fortbildungen mit ihm, die grössten Projekte waren in Pasing und Gauting 1995 und 1997, im Rathaus München 1999.

    Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.

    Boal entwickelte die verschiedenen Theaterformen des „Theater der Unterdrückten“, wie „Forumtheater“ und „Unsichtbares Theater“ und Legislatives Theater.

    Frühere Formen der Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung auf Grund der Kritischen Theorie in der Anlehnung an die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire im Theater waren viele körperliche Erfahrungs-Methoden, Spiele und Übungen, Zeitungstheater und „Chamber in the Street„, eine Form, die parlamentarische Abläufe auf die Straße brachte.

    Eine Zeit lang arbeitete er mit psychologisch inspirierten Methoden des Regenbogen der Wünsche, die in den amerikanischen Ländern sehr schnellen Bühnenerfolg brachten, hierzulande haben wir sie eher selten angewandt.  Zuletzt stellte er ein Buch fertig, die „Ästhetik der Unterdrückten“, in dem er darlegt, wie uns der Unterhaltungsmüll reaktionsunfähig macht und wie wir zu internationaler Solidarität zurückkommen. Dann starb er am 2.Mai 2009, wie schon 1997 Paulo Freire.

    Von einander lernen

    Wie Bert Brecht hatte Augusto Boal mit seinen Arbeiten auch seine Methoden gesammelt, die Übungen und Spiele, nach den Orten benannt, an denen er sie gelernt hatte. So arbeitete auch die Bewusstseinsbildung mit Elementen des Volkstheater,

    Das gemeinschaftliche Lernen und Forschen von Freire ist auch im Ansatz schon bei Rosa Luxemburg zu finden:

    Theorie sucht nach der Quelle, die Praxis nach dem Ziel

    Bert Brecht sah seine Inszenierungen im Sinne der Aufklärung, nicht der Ablenkung: Ein Beispiel sei das „Brecht-Licht“, das eine Szene gleichmäßig ausleuchtet, das Gesamt-Geschehen durchsichtig macht, statt hinter Kulissen und Vorhängen diffuse Verwicklungen zu konstruieren.

    Die Lehrstücke waren zur Ausbildung der Schauspielenden gedacht, die richtigen Fragen zu stellen, statt die überzeugendsten Gefühle und Stimmen zu präsentieren, damit das Denken der Zusehenden möglich bleibt.

    Theater vor der Aufklärung

    Illusionstheater mit Kulissen und Schminke wollte nach der griechischen Tragödie mit Chören etc. den Spannungsbogen vom Prolog bis zu einem moralischen Ende spannen, wie auch heute noch Hollywood-Filme ein „happy end“ versprechen, wie inzwischen auch eine Klopapier-Marke benannt ist.

    Brecht’sche Ansätze über Freire

    Augusto Boal bricht im Forumtheater den Spannungsbogen am höchsten Punkt und fordert zum Dialog auf dem Weg zu gemeinschaftlich gut befundenen Lösungen.

    Die Joker-Figur führt das Gespräch mit der Forum-Gruppe und dem Publikum in offener Weise:

    • Seid ihr zufrieden?
    • Wollt ihr euch noch besprechen?
    • Wer möchte eine andere Lösung?
    • Magst du spielen?
    • was hat sich geändert?

    Für ein „Theater der Empörung“?

    Analog zur Ecopedagogy auf dem Weg zur Pädagogik der Empörung von Paulo Freire bis 2. Mai 1997 schrieb Augusto Boal eine Ästhetik der Unterdrückten als Kulturkritik und Abschluss seines Lebenswerkes bis 2. Mai 2009 vielleicht auf Theater der Empörung?

    fritz-letsch.blogspot.com/2006/04/gestalt-paedagogik-und-theater-methoden.html

    Erich Mühsam – Soldatenlied

    Wir lernten in der Schlacht zu stehn
    bei Sturm und Höllenglut.
    Wir lernten in den Tod zu gehn,
    nicht achtend unser Blut.
    Und wenn sich einst die Waffe kehrt
    auf die, die uns den Kampf gelehrt,
    sie werden uns nicht feige sehn.
    Ihr Unterricht war gut.

    Wir töten, wie man uns befahl,
    mit Blei und Dynamit,
    für Vaterland und Kapital,
    für Kaiser und Profit.
    Doch wenn erfüllt die Tage sind,
    dann stehn wir auf für Weib und Kind
    und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
    die lichte Sonne sieht.

    Soldaten! Ruft′s von Front zu Front:
    Es ruhe das Gewehr!
    Wer für die Reichen bluten konnt,
    kann für die Seinen mehr.
    Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
    Vergesst den Freund im Feinde nicht!
    In Flammen ruft der Horizont
    nach Hause jedes Heer.

    Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
    dass ferner Friede sei!
    Nie wieder reiß das Völkerband
    in rohem Krieg entzwei.
    Sieg allen in der Heimatschlacht!
    Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
    und alle Welt ist Vaterland,
    und alle Welt ist frei!

    Sein Lehrer und Vorbild Gustav Landauer war Schriftsteller, Anarchist, Anarcho-Pazifist. Er war Vordenker, Akteur sowohl nach der Novemberrevolution 1918 (nach der Pflege seiner an spanischer Grippe erkrankten Kinder) als auch bei der 2. Münchner Räterepublik ab 7.4.19 für 7 Tage als Volkskommissar für Volksaufklärung, wie man es statt Kultusminister sagen wollte. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung wurde er von Freikorps-Soldaten im Gefängnis Stadelheim ermordet 7. April 1870 – 2. Mai 1919 – und mit ihm die Rätezeit in Baiern und München

    #AugustoBoal #ErichMühsam #Generationen #GustavLandauer #Krieg #Literatur #PauloReire
  17. Generationen ohne Nachkriegsschäden?

    Während wir noch an den Bombenfunden aus dem letzten Krieg in Alarme geraten und in den Altenheimen und Krankenstationen die Demenz der letzten Kriegsgeneration die Erinnerungen löscht, die mit autoritärer Erziehung unter Denunziations- und Sündenangst den äußeren Schein durch OP’s und Friseur-Künste aufrecht erhalten …

    Die Revolten der 1960er Jahre gegen die wieder etablierten Alt-Nazis in allen höheren Posten und Universitäten, mit Folgen bis heute: In Bayern die Juristen- und damit auch Richter-Ausbildung bis Anfang der 1980er Jahre mit Professor Maunz „Der Wille des Führers ist Gesetz!“ – sogar als CSU-Kultusminister von 1957 bis 1964 war das CSU-Mitglied Maunz bayerischer Kultusminister, nachdem seine alten Schriften auch durch Hildegard Hamm-Brücher bekannt gemacht wurden.

    Die kleinen Bewegungen, die entstanden, in vielen Jugendgruppen und Studierenden-Gemeinden mit sozialpolitischen Arbeitskreisen, die sich im ganzen Land austauschten und organisierten, in der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise AG SPAK, in Parteien und Verbänden

    Die nächsten Generationen können – je nach Aufwachsen – neue Verhaltensweisen entwickeln

    Die Ängste der Nachkriegszeit

    Befreiungsbewegungen im Antikommunismus

    Amerikanische Befreiungsbewegungen in der Literatur

    Allen Ginsberg und die literarischen Aufbrüche in den #USA in der „Beat Generation“ werden die Bewegungen grundieren können, mit Patti Smith „Power to the people!“ wie der Blues und die verschiedenen folgenden Musikstile die Befreiung der Schwarzen mit Billie Holiday, der Frauen und der Queeren begleitet haben,

    wie damals Bob Dylan für die #Weatherman zum Stichwort-Gebenden wurde: „You don’t have to ask the Weatermen …“ woher der Wind weht:

    Nur wenige wissen noch, wie die #Vietnam#Krieg’s-Bewegungen begannen, mit durchaus kräftigen Bomben-Anschlägen, aber ohne menschliche Ziele, das war immer faschistische Art …

    Auch der SDS hatte ein US-Vorbild ….

    … aber befreiende Pädagogik kam aus Südamerika:

    Paulo Freire und Augusto Boal

    Paulo Freire starb 75-jährig in Sao Paulo – am 2. Mai 1997

    Am Freitag, 2. Mai ’97 verstarb unser Freund und Vorbild Paulo Freire. Wie kein anderer pflegte er den Dialog und ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern. Wir werden versuchen, sein Anliegen weiter zu verwirklichen.

    Kurzporträt Paulo Freire

    Geboren am 19.9.1921 in Recife (Nordosten Brasilien) unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire

    1928 aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Umzug mit der Familie nach Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in Paulo Freires Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers…“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren.

    1944 Heirat mit Elza Maria Oliviera, einer Grundschullehrerin. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.

    1946 Arbeit als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig.

    1956 verließ Freire sein Amt im Sozialdienst der Industrie teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unternehmensseite bezüglich seiner demokratischen Arbeitsmethode, teils weil ihm die Grenzen der assistenzialistischen Hilfe bewußt wurde.

    1961 startete eine von Freire konzipierte Alphabetisierungskampagne in Brasilien auf nationaler Basis. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freire’s Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten..

    1964 Staatsstreich durch die Militärs, Freire mußte 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er u.a. 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor.

    1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (spez. in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig.

    1980 nach der Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort Mitarbeit u.a. im Rahmen der Erzdiözese Sao Paulo (Kardinal Arns), an der Kath. Universität (PUC), sowie ab 1989 als Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo.

    1991 trat Freire von diesem Posten zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.

    1994 hatten wir Paulo Freire und seine zweite Frau, die Historikerin Ana Maria Freire in München zu Gast.

    Zu seinem zentralen Thema „Verantwortung in der dritten und ersten Welt übernehmen.“

    „Die an mich oft gerichtete Frage oder Feststellung lautet: „Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewusstseinsbildung zu tun.“

    Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken. Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst-Weltler zu sein.

    Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll.

    Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-WeltlerInnen„. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“

    Paulo Freire hat von über 20 (zuletzt 35) Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten. Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:

    • Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript ab 1968 in Verbreitung
    • Pädagogik der Solidarität – Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974
    • Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)
    • Dialog als Prinzip – Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.
    • Der Lehrer ist Politiker und Künstler – Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981
    • 1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.

    Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.

    Die Ideen Paulo Freire’s wurden hier durch die 1977 gegründete

    Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseinsbildung

    verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfasste:

    • ArbeitsGemeinschaft SozialPolitischer ArbeitsKreise AG SPAK München,
    • Centro di Animazione per ‚l Autogestione Populare (Palermo / Italien),
    • Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim- Köln)
    • Institut Oecuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris),
    • Mouvement d‘ Animation de Base / International Ontmoetingscentrum (Hasselt / Belgien)
    • und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich).

    Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo Freire Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Fachtagungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.

    Vor allem in Latein- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenenbildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit.

    Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tome und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt.

    Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire-Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. Das letzte Heft unserer Zeitschrift für befreiende Pädagogik ist diesen Projekten gewidmet.

    Für Juli dieses Jahres (1996) war Paulo Freire von der UNESCO zum Weltkongress der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo Freire Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Ein Sammelband mit Berichten aus der Arbeit in unseren europäischen Situationen ist für Sommer geplant. Die Universität Oldenburg wollte ihm die Ehrendoktorwürde verleihen.

    Für das Wintersemester ’97 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.

    *) Vorstand der Paulo Freire Gesellschaft 1996-98: Eva Maria Antz (Köln-Brühl), Marita Hecker, Frankfurt, Dr. Heinz Peter Gerhardt (Bonn), Fritz Letsch (München), Prof. Dr. Manfred Peters (Namur), Andreas Schauder (Schallstadt-Wolfenweiler), Heinz Schulze (München) Dr. Ilse Schimpf-Herken, Berlin

    Die UNESCO hatte ihn als Hauptredner zur Weltkonferenz Erwachsenenbildung eingeladen und plante ein internationales Memorial

    der pädagogische US-Fachverlag Peter Lang plant für die nächste Ausgabe der Taboo eine Würdigung Peter Lang Publishing

    Paulo Freire und die zeitschrift für befreiende pädagogik

    Zur theoretischen Verbindung der beiden Praktiker in der Kritischen Praxis auf Freire-Boal

    Paulo Freire (* 19. September 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor (wikipedia ) und wirkt international in Kritische Pädagogik wie Kritische TheorieKritische Praxis auch auf Freire-Boal

    Die Gedanken und pädagogischen Ansätze von Paulo Freire in der Pädagogik der Unterdrückten waren in den siebziger Jahren so revolutionär, dass sie viele Menschen weltweit begeisterten. Konservativen Politikern und PädagogInnen erschienen sie (manchen bis heute) zu „verdächtig“, um sie in unsere Bildungs-Praxis umzusetzen:

    Freire unterteilt den Prozess der Bewusstseinsbildung in drei Stufen:

    1. semi-transitives Bewusstsein: Der Mensch sieht seine Situation als unveränderlich an und sein Erfahrungswert ist damit begrenzt. Er hat keine Kraft Widerstand zu leisten und resigniert.

    2. naiv-transitives Bewusstsein: Durch den Dialog nehmen die Menschen ihre Lebenswelt und die damit verbundenen Widersprüche wahr.

    3. kritisch-transitives Bewusstsein: Der Mensch nimmt die Missstände der Welt in der er lebt nicht nur wahr, sondern er kann sie auch kritisch reflektieren. Er ist in der Lage Lösungen für seine Probleme zu suchen.

    Das Ziel von Freire ist es, dass die Bevölkerung die dritte Stufe des Bewusstseins erlangt.

    Von Alphabetisierung, „educación popular“, solidarischer Ökonomie, lokaler Politik, Bewegung arbeitender Kinder, Konzepte für viele Basisorganisationen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, bis zu demokratischer Unternehmensführung gehen die „Auswirkungen“ der befreienden Pädagogik von Paulo Freire.

    Bankiers-Erziehung nannte Freire die Art, fertiges Wissen in die Köpfe der Kinder einzulagern und wieder abzufragen, Bulimie-Lernen nennen es heute Studierende, wenn sie mit Halbbildung für Berufe vorbereitet zu werden, statt selbst zu forschen und zu studieren. Heute wird international die Ecopedagogy hervorgehoben

    Unsere Kultur des Schweigens mit den giftigen Mythen aufdecken:

    Das Theater der Unterdrückten, das Augusto Boal im selben Kontext entwickelte, Teile der Befreiungstheologie, die „ Partzipativen Haushalte“ (Bürgerhaushalt) sowie die Arbeit an der „Lernenden Organisation“ beziehen den Hintergrund von ihm, die Idee des Weltsozialforum entstand im Porto Alegre durch Chico Withakerhttps://de.wikipedia.org/wiki/Chico_Whitaker

    Im Regenbogen der Wünsche, ursprünglich Rainbow of Desire entwarf er noch psychologisch tiefergehende Arbeitsweisen mit Theatermethoden auf der Bühne. Zuletzt schrieb Augusto Boal noch eine Aesthetik der Unterdrueckten, die seinen pädagogischen Weg zu einer gesellschaftlichen Sichtweise beschreibt.

    Im Jahr 1994 war Paulo Freire bei uns in München

    1994 hatten wir, die Paulo Freire Gesellschaft ihn in München und in verschiedenen europäischen Städten zu Gast,  1996 konnte eine weitere Deutschland-Reise, bei der er Jürgen Habermas treffen wollte, was für eine gemeinsame Tagung spannend gewesen wäre … leider nicht mehr stattfinden. Am 2.Mai 1997 ist er dann 75jährig in Sao Paulo (Brasilien) verstorben. Sein Denken trägt weiterhin Früchte.

    Augusto Boal war oft in München – er starb am 2. Mai 2009 – 12 Jahre später

    Ich erlebte ihn erstmals 1981, er wohnte damals in Paris, und in Berlin gab es die meisten Fortbildungen mit ihm, die grössten Projekte waren in Pasing und Gauting 1995 und 1997, im Rathaus München 1999.

    Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.

    Boal entwickelte die verschiedenen Theaterformen des „Theater der Unterdrückten“, wie „Forumtheater“ und „Unsichtbares Theater“ und Legislatives Theater.

    Frühere Formen der Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung auf Grund der Kritischen Theorie in der Anlehnung an die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire im Theater waren viele körperliche Erfahrungs-Methoden, Spiele und Übungen, Zeitungstheater und „Chamber in the Street„, eine Form, die parlamentarische Abläufe auf die Straße brachte.

    Eine Zeit lang arbeitete er mit psychologisch inspirierten Methoden des Regenbogen der Wünsche, die in den amerikanischen Ländern sehr schnellen Bühnenerfolg brachten, hierzulande haben wir sie eher selten angewandt.  Zuletzt stellte er ein Buch fertig, die „Ästhetik der Unterdrückten“, in dem er darlegt, wie uns der Unterhaltungsmüll reaktionsunfähig macht und wie wir zu internationaler Solidarität zurückkommen. Dann starb er am 2.Mai 2009, wie schon 1997 Paulo Freire.

    Von einander lernen

    Wie Bert Brecht hatte Augusto Boal mit seinen Arbeiten auch seine Methoden gesammelt, die Übungen und Spiele, nach den Orten benannt, an denen er sie gelernt hatte. So arbeitete auch die Bewusstseinsbildung mit Elementen des Volkstheater,

    Das gemeinschaftliche Lernen und Forschen von Freire ist auch im Ansatz schon bei Rosa Luxemburg zu finden:

    Theorie sucht nach der Quelle, die Praxis nach dem Ziel

    Bert Brecht sah seine Inszenierungen im Sinne der Aufklärung, nicht der Ablenkung: Ein Beispiel sei das „Brecht-Licht“, das eine Szene gleichmäßig ausleuchtet, das Gesamt-Geschehen durchsichtig macht, statt hinter Kulissen und Vorhängen diffuse Verwicklungen zu konstruieren.

    Die Lehrstücke waren zur Ausbildung der Schauspielenden gedacht, die richtigen Fragen zu stellen, statt die überzeugendsten Gefühle und Stimmen zu präsentieren, damit das Denken der Zusehenden möglich bleibt.

    Theater vor der Aufklärung

    Illusionstheater mit Kulissen und Schminke wollte nach der griechischen Tragödie mit Chören etc. den Spannungsbogen vom Prolog bis zu einem moralischen Ende spannen, wie auch heute noch Hollywood-Filme ein „happy end“ versprechen, wie inzwischen auch eine Klopapier-Marke benannt ist.

    Brecht’sche Ansätze über Freire

    Augusto Boal bricht im Forumtheater den Spannungsbogen am höchsten Punkt und fordert zum Dialog auf dem Weg zu gemeinschaftlich gut befundenen Lösungen.

    Die Joker-Figur führt das Gespräch mit der Forum-Gruppe und dem Publikum in offener Weise:

    • Seid ihr zufrieden?
    • Wollt ihr euch noch besprechen?
    • Wer möchte eine andere Lösung?
    • Magst du spielen?
    • was hat sich geändert?

    Für ein „Theater der Empörung“?

    Analog zur Ecopedagogy auf dem Weg zur Pädagogik der Empörung von Paulo Freire bis 2. Mai 1997 schrieb Augusto Boal eine Ästhetik der Unterdrückten als Kulturkritik und Abschluss seines Lebenswerkes bis 2. Mai 2009 vielleicht auf Theater der Empörung?

    fritz-letsch.blogspot.com/2006/04/gestalt-paedagogik-und-theater-methoden.html

    Erich Mühsam – Soldatenlied

    Wir lernten in der Schlacht zu stehn
    bei Sturm und Höllenglut.
    Wir lernten in den Tod zu gehn,
    nicht achtend unser Blut.
    Und wenn sich einst die Waffe kehrt
    auf die, die uns den Kampf gelehrt,
    sie werden uns nicht feige sehn.
    Ihr Unterricht war gut.

    Wir töten, wie man uns befahl,
    mit Blei und Dynamit,
    für Vaterland und Kapital,
    für Kaiser und Profit.
    Doch wenn erfüllt die Tage sind,
    dann stehn wir auf für Weib und Kind
    und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
    die lichte Sonne sieht.

    Soldaten! Ruft′s von Front zu Front:
    Es ruhe das Gewehr!
    Wer für die Reichen bluten konnt,
    kann für die Seinen mehr.
    Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
    Vergesst den Freund im Feinde nicht!
    In Flammen ruft der Horizont
    nach Hause jedes Heer.

    Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
    dass ferner Friede sei!
    Nie wieder reiß das Völkerband
    in rohem Krieg entzwei.
    Sieg allen in der Heimatschlacht!
    Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
    und alle Welt ist Vaterland,
    und alle Welt ist frei!

    Sein Lehrer und Vorbild Gustav Landauer war Schriftsteller, Anarchist, Anarcho-Pazifist. Er war Vordenker, Akteur sowohl nach der Novemberrevolution 1918 (nach der Pflege seiner an spanischer Grippe erkrankten Kinder) als auch bei der 2. Münchner Räterepublik ab 7.4.19 für 7 Tage als Volkskommissar für Volksaufklärung, wie man es statt Kultusminister sagen wollte. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung wurde er von Freikorps-Soldaten im Gefängnis Stadelheim ermordet 7. April 1870 – 2. Mai 1919 – und mit ihm die Rätezeit in Baiern und München

    #AugustoBoal #ErichMühsam #Generationen #GustavLandauer #Krieg #Literatur #PauloReire
  18. Generationen ohne Nachkriegsschäden?

    Während wir noch an den Bombenfunden aus dem letzten Krieg in Alarme geraten und in den Altenheimen und Krankenstationen die Demenz der letzten Kriegsgeneration die Erinnerungen löscht, die mit autoritärer Erziehung unter Denunziations- und Sündenangst den äußeren Schein durch OP’s und Friseur-Künste aufrecht erhalten …

    Die Revolten der 1960er Jahre gegen die wieder etablierten Alt-Nazis in allen höheren Posten und Universitäten, mit Folgen bis heute: In Bayern die Juristen- und damit auch Richter-Ausbildung bis Anfang der 1980er Jahre mit Professor Maunz „Der Wille des Führers ist Gesetz!“ – sogar als CSU-Kultusminister von 1957 bis 1964 war das CSU-Mitglied Maunz bayerischer Kultusminister, nachdem seine alten Schriften auch durch Hildegard Hamm-Brücher bekannt gemacht wurden.

    Die kleinen Bewegungen, die entstanden, in vielen Jugendgruppen und Studierenden-Gemeinden mit sozialpolitischen Arbeitskreisen, die sich im ganzen Land austauschten und organisierten, in der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise AG SPAK, in Parteien und Verbänden

    Die nächsten Generationen können – je nach Aufwachsen – neue Verhaltensweisen entwickeln

    Die Ängste der Nachkriegszeit

    Befreiungsbewegungen im Antikommunismus

    Amerikanische Befreiungsbewegungen in der Literatur

    Allen Ginsberg und die literarischen Aufbrüche in den #USA in der „Beat Generation“ werden die Bewegungen grundieren können, mit Patti Smith „Power to the people!“ wie der Blues und die verschiedenen folgenden Musikstile die Befreiung der Schwarzen mit Billie Holiday, der Frauen und der Queeren begleitet haben,

    wie damals Bob Dylan für die #Weatherman zum Stichwort-Gebenden wurde: „You don’t have to ask the Weatermen …“ woher der Wind weht:

    Nur wenige wissen noch, wie die #Vietnam#Krieg’s-Bewegungen begannen, mit durchaus kräftigen Bomben-Anschlägen, aber ohne menschliche Ziele, das war immer faschistische Art …

    Auch der SDS hatte ein US-Vorbild ….

    … aber befreiende Pädagogik kam aus Südamerika:

    Paulo Freire und Augusto Boal

    Paulo Freire starb 75-jährig in Sao Paulo – am 2. Mai 1997

    Am Freitag, 2. Mai ’97 verstarb unser Freund und Vorbild Paulo Freire. Wie kein anderer pflegte er den Dialog und ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern. Wir werden versuchen, sein Anliegen weiter zu verwirklichen.

    Kurzporträt Paulo Freire

    Geboren am 19.9.1921 in Recife (Nordosten Brasilien) unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire

    1928 aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Umzug mit der Familie nach Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in Paulo Freires Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers…“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren.

    1944 Heirat mit Elza Maria Oliviera, einer Grundschullehrerin. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.

    1946 Arbeit als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig.

    1956 verließ Freire sein Amt im Sozialdienst der Industrie teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unternehmensseite bezüglich seiner demokratischen Arbeitsmethode, teils weil ihm die Grenzen der assistenzialistischen Hilfe bewußt wurde.

    1961 startete eine von Freire konzipierte Alphabetisierungskampagne in Brasilien auf nationaler Basis. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freire’s Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten..

    1964 Staatsstreich durch die Militärs, Freire mußte 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er u.a. 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor.

    1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (spez. in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig.

    1980 nach der Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort Mitarbeit u.a. im Rahmen der Erzdiözese Sao Paulo (Kardinal Arns), an der Kath. Universität (PUC), sowie ab 1989 als Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo.

    1991 trat Freire von diesem Posten zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.

    1994 hatten wir Paulo Freire und seine zweite Frau, die Historikerin Ana Maria Freire in München zu Gast.

    Zu seinem zentralen Thema „Verantwortung in der dritten und ersten Welt übernehmen.“

    „Die an mich oft gerichtete Frage oder Feststellung lautet: „Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewusstseinsbildung zu tun.“

    Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken. Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst-Weltler zu sein.

    Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll.

    Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-WeltlerInnen„. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“

    Paulo Freire hat von über 20 (zuletzt 35) Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten. Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:

    • Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript ab 1968 in Verbreitung
    • Pädagogik der Solidarität – Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974
    • Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)
    • Dialog als Prinzip – Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.
    • Der Lehrer ist Politiker und Künstler – Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981
    • 1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.

    Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.

    Die Ideen Paulo Freire’s wurden hier durch die 1977 gegründete

    Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseinsbildung

    verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfasste:

    • ArbeitsGemeinschaft SozialPolitischer ArbeitsKreise AG SPAK München,
    • Centro di Animazione per ‚l Autogestione Populare (Palermo / Italien),
    • Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim- Köln)
    • Institut Oecuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris),
    • Mouvement d‘ Animation de Base / International Ontmoetingscentrum (Hasselt / Belgien)
    • und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich).

    Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo Freire Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Fachtagungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.

    Vor allem in Latein- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenenbildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit.

    Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tome und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt.

    Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire-Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. Das letzte Heft unserer Zeitschrift für befreiende Pädagogik ist diesen Projekten gewidmet.

    Für Juli dieses Jahres (1996) war Paulo Freire von der UNESCO zum Weltkongress der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo Freire Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Ein Sammelband mit Berichten aus der Arbeit in unseren europäischen Situationen ist für Sommer geplant. Die Universität Oldenburg wollte ihm die Ehrendoktorwürde verleihen.

    Für das Wintersemester ’97 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.

    *) Vorstand der Paulo Freire Gesellschaft 1996-98: Eva Maria Antz (Köln-Brühl), Marita Hecker, Frankfurt, Dr. Heinz Peter Gerhardt (Bonn), Fritz Letsch (München), Prof. Dr. Manfred Peters (Namur), Andreas Schauder (Schallstadt-Wolfenweiler), Heinz Schulze (München) Dr. Ilse Schimpf-Herken, Berlin

    Die UNESCO hatte ihn als Hauptredner zur Weltkonferenz Erwachsenenbildung eingeladen und plante ein internationales Memorial

    der pädagogische US-Fachverlag Peter Lang plant für die nächste Ausgabe der Taboo eine Würdigung Peter Lang Publishing

    Paulo Freire und die zeitschrift für befreiende pädagogik

    Zur theoretischen Verbindung der beiden Praktiker in der Kritischen Praxis auf Freire-Boal

    Paulo Freire (* 19. September 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor (wikipedia ) und wirkt international in Kritische Pädagogik wie Kritische TheorieKritische Praxis auch auf Freire-Boal

    Die Gedanken und pädagogischen Ansätze von Paulo Freire in der Pädagogik der Unterdrückten waren in den siebziger Jahren so revolutionär, dass sie viele Menschen weltweit begeisterten. Konservativen Politikern und PädagogInnen erschienen sie (manchen bis heute) zu „verdächtig“, um sie in unsere Bildungs-Praxis umzusetzen:

    Freire unterteilt den Prozess der Bewusstseinsbildung in drei Stufen:

    1. semi-transitives Bewusstsein: Der Mensch sieht seine Situation als unveränderlich an und sein Erfahrungswert ist damit begrenzt. Er hat keine Kraft Widerstand zu leisten und resigniert.

    2. naiv-transitives Bewusstsein: Durch den Dialog nehmen die Menschen ihre Lebenswelt und die damit verbundenen Widersprüche wahr.

    3. kritisch-transitives Bewusstsein: Der Mensch nimmt die Missstände der Welt in der er lebt nicht nur wahr, sondern er kann sie auch kritisch reflektieren. Er ist in der Lage Lösungen für seine Probleme zu suchen.

    Das Ziel von Freire ist es, dass die Bevölkerung die dritte Stufe des Bewusstseins erlangt.

    Von Alphabetisierung, „educación popular“, solidarischer Ökonomie, lokaler Politik, Bewegung arbeitender Kinder, Konzepte für viele Basisorganisationen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, bis zu demokratischer Unternehmensführung gehen die „Auswirkungen“ der befreienden Pädagogik von Paulo Freire.

    Bankiers-Erziehung nannte Freire die Art, fertiges Wissen in die Köpfe der Kinder einzulagern und wieder abzufragen, Bulimie-Lernen nennen es heute Studierende, wenn sie mit Halbbildung für Berufe vorbereitet zu werden, statt selbst zu forschen und zu studieren. Heute wird international die Ecopedagogy hervorgehoben

    Unsere Kultur des Schweigens mit den giftigen Mythen aufdecken:

    Das Theater der Unterdrückten, das Augusto Boal im selben Kontext entwickelte, Teile der Befreiungstheologie, die „ Partzipativen Haushalte“ (Bürgerhaushalt) sowie die Arbeit an der „Lernenden Organisation“ beziehen den Hintergrund von ihm, die Idee des Weltsozialforum entstand im Porto Alegre durch Chico Withakerhttps://de.wikipedia.org/wiki/Chico_Whitaker

    Im Regenbogen der Wünsche, ursprünglich Rainbow of Desire entwarf er noch psychologisch tiefergehende Arbeitsweisen mit Theatermethoden auf der Bühne. Zuletzt schrieb Augusto Boal noch eine Aesthetik der Unterdrueckten, die seinen pädagogischen Weg zu einer gesellschaftlichen Sichtweise beschreibt.

    Im Jahr 1994 war Paulo Freire bei uns in München

    1994 hatten wir, die Paulo Freire Gesellschaft ihn in München und in verschiedenen europäischen Städten zu Gast,  1996 konnte eine weitere Deutschland-Reise, bei der er Jürgen Habermas treffen wollte, was für eine gemeinsame Tagung spannend gewesen wäre … leider nicht mehr stattfinden. Am 2.Mai 1997 ist er dann 75jährig in Sao Paulo (Brasilien) verstorben. Sein Denken trägt weiterhin Früchte.

    Augusto Boal war oft in München – er starb am 2. Mai 2009 – 12 Jahre später

    Ich erlebte ihn erstmals 1981, er wohnte damals in Paris, und in Berlin gab es die meisten Fortbildungen mit ihm, die grössten Projekte waren in Pasing und Gauting 1995 und 1997, im Rathaus München 1999.

    Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.

    Boal entwickelte die verschiedenen Theaterformen des „Theater der Unterdrückten“, wie „Forumtheater“ und „Unsichtbares Theater“ und Legislatives Theater.

    Frühere Formen der Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung auf Grund der Kritischen Theorie in der Anlehnung an die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire im Theater waren viele körperliche Erfahrungs-Methoden, Spiele und Übungen, Zeitungstheater und „Chamber in the Street„, eine Form, die parlamentarische Abläufe auf die Straße brachte.

    Eine Zeit lang arbeitete er mit psychologisch inspirierten Methoden des Regenbogen der Wünsche, die in den amerikanischen Ländern sehr schnellen Bühnenerfolg brachten, hierzulande haben wir sie eher selten angewandt.  Zuletzt stellte er ein Buch fertig, die „Ästhetik der Unterdrückten“, in dem er darlegt, wie uns der Unterhaltungsmüll reaktionsunfähig macht und wie wir zu internationaler Solidarität zurückkommen. Dann starb er am 2.Mai 2009, wie schon 1997 Paulo Freire.

    Von einander lernen

    Wie Bert Brecht hatte Augusto Boal mit seinen Arbeiten auch seine Methoden gesammelt, die Übungen und Spiele, nach den Orten benannt, an denen er sie gelernt hatte. So arbeitete auch die Bewusstseinsbildung mit Elementen des Volkstheater,

    Das gemeinschaftliche Lernen und Forschen von Freire ist auch im Ansatz schon bei Rosa Luxemburg zu finden:

    Theorie sucht nach der Quelle, die Praxis nach dem Ziel

    Bert Brecht sah seine Inszenierungen im Sinne der Aufklärung, nicht der Ablenkung: Ein Beispiel sei das „Brecht-Licht“, das eine Szene gleichmäßig ausleuchtet, das Gesamt-Geschehen durchsichtig macht, statt hinter Kulissen und Vorhängen diffuse Verwicklungen zu konstruieren.

    Die Lehrstücke waren zur Ausbildung der Schauspielenden gedacht, die richtigen Fragen zu stellen, statt die überzeugendsten Gefühle und Stimmen zu präsentieren, damit das Denken der Zusehenden möglich bleibt.

    Theater vor der Aufklärung

    Illusionstheater mit Kulissen und Schminke wollte nach der griechischen Tragödie mit Chören etc. den Spannungsbogen vom Prolog bis zu einem moralischen Ende spannen, wie auch heute noch Hollywood-Filme ein „happy end“ versprechen, wie inzwischen auch eine Klopapier-Marke benannt ist.

    Brecht’sche Ansätze über Freire

    Augusto Boal bricht im Forumtheater den Spannungsbogen am höchsten Punkt und fordert zum Dialog auf dem Weg zu gemeinschaftlich gut befundenen Lösungen.

    Die Joker-Figur führt das Gespräch mit der Forum-Gruppe und dem Publikum in offener Weise:

    • Seid ihr zufrieden?
    • Wollt ihr euch noch besprechen?
    • Wer möchte eine andere Lösung?
    • Magst du spielen?
    • was hat sich geändert?

    Für ein „Theater der Empörung“?

    Analog zur Ecopedagogy auf dem Weg zur Pädagogik der Empörung von Paulo Freire bis 2. Mai 1997 schrieb Augusto Boal eine Ästhetik der Unterdrückten als Kulturkritik und Abschluss seines Lebenswerkes bis 2. Mai 2009 vielleicht auf Theater der Empörung?

    fritz-letsch.blogspot.com/2006/04/gestalt-paedagogik-und-theater-methoden.html

    Erich Mühsam – Soldatenlied

    Wir lernten in der Schlacht zu stehn
    bei Sturm und Höllenglut.
    Wir lernten in den Tod zu gehn,
    nicht achtend unser Blut.
    Und wenn sich einst die Waffe kehrt
    auf die, die uns den Kampf gelehrt,
    sie werden uns nicht feige sehn.
    Ihr Unterricht war gut.

    Wir töten, wie man uns befahl,
    mit Blei und Dynamit,
    für Vaterland und Kapital,
    für Kaiser und Profit.
    Doch wenn erfüllt die Tage sind,
    dann stehn wir auf für Weib und Kind
    und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
    die lichte Sonne sieht.

    Soldaten! Ruft′s von Front zu Front:
    Es ruhe das Gewehr!
    Wer für die Reichen bluten konnt,
    kann für die Seinen mehr.
    Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
    Vergesst den Freund im Feinde nicht!
    In Flammen ruft der Horizont
    nach Hause jedes Heer.

    Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
    dass ferner Friede sei!
    Nie wieder reiß das Völkerband
    in rohem Krieg entzwei.
    Sieg allen in der Heimatschlacht!
    Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
    und alle Welt ist Vaterland,
    und alle Welt ist frei!

    Sein Lehrer und Vorbild Gustav Landauer war Schriftsteller, Anarchist, Anarcho-Pazifist. Er war Vordenker, Akteur sowohl nach der Novemberrevolution 1918 (nach der Pflege seiner an spanischer Grippe erkrankten Kinder) als auch bei der 2. Münchner Räterepublik ab 7.4.19 für 7 Tage als Volkskommissar für Volksaufklärung, wie man es statt Kultusminister sagen wollte. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung wurde er von Freikorps-Soldaten im Gefängnis Stadelheim ermordet 7. April 1870 – 2. Mai 1919 – und mit ihm die Rätezeit in Baiern und München

    #AugustoBoal #ErichMühsam #Generationen #GustavLandauer #Krieg #Literatur #PauloReire
  19. Generationen ohne Nachkriegsschäden?

    Während wir noch an den Bombenfunden aus dem letzten Krieg in Alarme geraten und in den Altenheimen und Krankenstationen die Demenz der letzten Kriegsgeneration die Erinnerungen löscht, die mit autoritärer Erziehung unter Denunziations- und Sündenangst den äußeren Schein durch OP’s und Friseur-Künste aufrecht erhalten …

    Die Revolten der 1960er Jahre gegen die wieder etablierten Alt-Nazis in allen höheren Posten und Universitäten, mit Folgen bis heute: In Bayern die Juristen- und damit auch Richter-Ausbildung bis Anfang der 1980er Jahre mit Professor Maunz „Der Wille des Führers ist Gesetz!“ – sogar als CSU-Kultusminister von 1957 bis 1964 war das CSU-Mitglied Maunz bayerischer Kultusminister, nachdem seine alten Schriften auch durch Hildegard Hamm-Brücher bekannt gemacht wurden.

    Die kleinen Bewegungen, die entstanden, in vielen Jugendgruppen und Studierenden-Gemeinden mit sozialpolitischen Arbeitskreisen, die sich im ganzen Land austauschten und organisierten, in der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise AG SPAK, in Parteien und Verbänden

    Die nächsten Generationen können – je nach Aufwachsen – neue Verhaltensweisen entwickeln

    Die Ängste der Nachkriegszeit

    Befreiungsbewegungen im Antikommunismus

    Amerikanische Befreiungsbewegungen in der Literatur

    Allen Ginsberg und die literarischen Aufbrüche in den #USA in der „Beat Generation“ werden die Bewegungen grundieren können, mit Patti Smith „Power to the people!“ wie der Blues und die verschiedenen folgenden Musikstile die Befreiung der Schwarzen mit Billie Holiday, der Frauen und der Queeren begleitet haben,

    wie damals Bob Dylan für die #Weatherman zum Stichwort-Gebenden wurde: „You don’t have to ask the Weatermen …“ woher der Wind weht:

    Nur wenige wissen noch, wie die #Vietnam#Krieg’s-Bewegungen begannen, mit durchaus kräftigen Bomben-Anschlägen, aber ohne menschliche Ziele, das war immer faschistische Art …

    Auch der SDS hatte ein US-Vorbild ….

    … aber befreiende Pädagogik kam aus Südamerika:

    Paulo Freire und Augusto Boal

    Paulo Freire starb 75-jährig in Sao Paulo – am 2. Mai 1997

    Am Freitag, 2. Mai ’97 verstarb unser Freund und Vorbild Paulo Freire. Wie kein anderer pflegte er den Dialog und ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern. Wir werden versuchen, sein Anliegen weiter zu verwirklichen.

    Kurzporträt Paulo Freire

    Geboren am 19.9.1921 in Recife (Nordosten Brasilien) unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire

    1928 aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Umzug mit der Familie nach Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in Paulo Freires Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers…“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren.

    1944 Heirat mit Elza Maria Oliviera, einer Grundschullehrerin. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.

    1946 Arbeit als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig.

    1956 verließ Freire sein Amt im Sozialdienst der Industrie teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unternehmensseite bezüglich seiner demokratischen Arbeitsmethode, teils weil ihm die Grenzen der assistenzialistischen Hilfe bewußt wurde.

    1961 startete eine von Freire konzipierte Alphabetisierungskampagne in Brasilien auf nationaler Basis. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freire’s Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten..

    1964 Staatsstreich durch die Militärs, Freire mußte 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er u.a. 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor.

    1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (spez. in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig.

    1980 nach der Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort Mitarbeit u.a. im Rahmen der Erzdiözese Sao Paulo (Kardinal Arns), an der Kath. Universität (PUC), sowie ab 1989 als Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo.

    1991 trat Freire von diesem Posten zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.

    1994 hatten wir Paulo Freire und seine zweite Frau, die Historikerin Ana Maria Freire in München zu Gast.

    Zu seinem zentralen Thema „Verantwortung in der dritten und ersten Welt übernehmen.“

    „Die an mich oft gerichtete Frage oder Feststellung lautet: „Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewusstseinsbildung zu tun.“

    Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken. Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst-Weltler zu sein.

    Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll.

    Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-WeltlerInnen„. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“

    Paulo Freire hat von über 20 (zuletzt 35) Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten. Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:

    • Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript ab 1968 in Verbreitung
    • Pädagogik der Solidarität – Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974
    • Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)
    • Dialog als Prinzip – Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.
    • Der Lehrer ist Politiker und Künstler – Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981
    • 1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.

    Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.

    Die Ideen Paulo Freire’s wurden hier durch die 1977 gegründete

    Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseinsbildung

    verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfasste:

    • ArbeitsGemeinschaft SozialPolitischer ArbeitsKreise AG SPAK München,
    • Centro di Animazione per ‚l Autogestione Populare (Palermo / Italien),
    • Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim- Köln)
    • Institut Oecuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris),
    • Mouvement d‘ Animation de Base / International Ontmoetingscentrum (Hasselt / Belgien)
    • und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich).

    Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo Freire Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Fachtagungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.

    Vor allem in Latein- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenenbildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit.

    Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tome und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt.

    Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire-Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. Das letzte Heft unserer Zeitschrift für befreiende Pädagogik ist diesen Projekten gewidmet.

    Für Juli dieses Jahres (1996) war Paulo Freire von der UNESCO zum Weltkongress der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo Freire Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Ein Sammelband mit Berichten aus der Arbeit in unseren europäischen Situationen ist für Sommer geplant. Die Universität Oldenburg wollte ihm die Ehrendoktorwürde verleihen.

    Für das Wintersemester ’97 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.

    *) Vorstand der Paulo Freire Gesellschaft 1996-98: Eva Maria Antz (Köln-Brühl), Marita Hecker, Frankfurt, Dr. Heinz Peter Gerhardt (Bonn), Fritz Letsch (München), Prof. Dr. Manfred Peters (Namur), Andreas Schauder (Schallstadt-Wolfenweiler), Heinz Schulze (München) Dr. Ilse Schimpf-Herken, Berlin

    Die UNESCO hatte ihn als Hauptredner zur Weltkonferenz Erwachsenenbildung eingeladen und plante ein internationales Memorial

    der pädagogische US-Fachverlag Peter Lang plant für die nächste Ausgabe der Taboo eine Würdigung Peter Lang Publishing

    Paulo Freire und die zeitschrift für befreiende pädagogik

    Zur theoretischen Verbindung der beiden Praktiker in der Kritischen Praxis auf Freire-Boal

    Paulo Freire (* 19. September 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor (wikipedia ) und wirkt international in Kritische Pädagogik wie Kritische TheorieKritische Praxis auch auf Freire-Boal

    Die Gedanken und pädagogischen Ansätze von Paulo Freire in der Pädagogik der Unterdrückten waren in den siebziger Jahren so revolutionär, dass sie viele Menschen weltweit begeisterten. Konservativen Politikern und PädagogInnen erschienen sie (manchen bis heute) zu „verdächtig“, um sie in unsere Bildungs-Praxis umzusetzen:

    Freire unterteilt den Prozess der Bewusstseinsbildung in drei Stufen:

    1. semi-transitives Bewusstsein: Der Mensch sieht seine Situation als unveränderlich an und sein Erfahrungswert ist damit begrenzt. Er hat keine Kraft Widerstand zu leisten und resigniert.

    2. naiv-transitives Bewusstsein: Durch den Dialog nehmen die Menschen ihre Lebenswelt und die damit verbundenen Widersprüche wahr.

    3. kritisch-transitives Bewusstsein: Der Mensch nimmt die Missstände der Welt in der er lebt nicht nur wahr, sondern er kann sie auch kritisch reflektieren. Er ist in der Lage Lösungen für seine Probleme zu suchen.

    Das Ziel von Freire ist es, dass die Bevölkerung die dritte Stufe des Bewusstseins erlangt.

    Von Alphabetisierung, „educación popular“, solidarischer Ökonomie, lokaler Politik, Bewegung arbeitender Kinder, Konzepte für viele Basisorganisationen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, bis zu demokratischer Unternehmensführung gehen die „Auswirkungen“ der befreienden Pädagogik von Paulo Freire.

    Bankiers-Erziehung nannte Freire die Art, fertiges Wissen in die Köpfe der Kinder einzulagern und wieder abzufragen, Bulimie-Lernen nennen es heute Studierende, wenn sie mit Halbbildung für Berufe vorbereitet zu werden, statt selbst zu forschen und zu studieren. Heute wird international die Ecopedagogy hervorgehoben

    Unsere Kultur des Schweigens mit den giftigen Mythen aufdecken:

    Das Theater der Unterdrückten, das Augusto Boal im selben Kontext entwickelte, Teile der Befreiungstheologie, die „ Partzipativen Haushalte“ (Bürgerhaushalt) sowie die Arbeit an der „Lernenden Organisation“ beziehen den Hintergrund von ihm, die Idee des Weltsozialforum entstand im Porto Alegre durch Chico Withakerhttps://de.wikipedia.org/wiki/Chico_Whitaker

    Im Regenbogen der Wünsche, ursprünglich Rainbow of Desire entwarf er noch psychologisch tiefergehende Arbeitsweisen mit Theatermethoden auf der Bühne. Zuletzt schrieb Augusto Boal noch eine Aesthetik der Unterdrueckten, die seinen pädagogischen Weg zu einer gesellschaftlichen Sichtweise beschreibt.

    Im Jahr 1994 war Paulo Freire bei uns in München

    1994 hatten wir, die Paulo Freire Gesellschaft ihn in München und in verschiedenen europäischen Städten zu Gast,  1996 konnte eine weitere Deutschland-Reise, bei der er Jürgen Habermas treffen wollte, was für eine gemeinsame Tagung spannend gewesen wäre … leider nicht mehr stattfinden. Am 2.Mai 1997 ist er dann 75jährig in Sao Paulo (Brasilien) verstorben. Sein Denken trägt weiterhin Früchte.

    Augusto Boal war oft in München – er starb am 2. Mai 2009 – 12 Jahre später

    Ich erlebte ihn erstmals 1981, er wohnte damals in Paris, und in Berlin gab es die meisten Fortbildungen mit ihm, die grössten Projekte waren in Pasing und Gauting 1995 und 1997, im Rathaus München 1999.

    Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.

    Boal entwickelte die verschiedenen Theaterformen des „Theater der Unterdrückten“, wie „Forumtheater“ und „Unsichtbares Theater“ und Legislatives Theater.

    Frühere Formen der Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung auf Grund der Kritischen Theorie in der Anlehnung an die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire im Theater waren viele körperliche Erfahrungs-Methoden, Spiele und Übungen, Zeitungstheater und „Chamber in the Street„, eine Form, die parlamentarische Abläufe auf die Straße brachte.

    Eine Zeit lang arbeitete er mit psychologisch inspirierten Methoden des Regenbogen der Wünsche, die in den amerikanischen Ländern sehr schnellen Bühnenerfolg brachten, hierzulande haben wir sie eher selten angewandt.  Zuletzt stellte er ein Buch fertig, die „Ästhetik der Unterdrückten“, in dem er darlegt, wie uns der Unterhaltungsmüll reaktionsunfähig macht und wie wir zu internationaler Solidarität zurückkommen. Dann starb er am 2.Mai 2009, wie schon 1997 Paulo Freire.

    Von einander lernen

    Wie Bert Brecht hatte Augusto Boal mit seinen Arbeiten auch seine Methoden gesammelt, die Übungen und Spiele, nach den Orten benannt, an denen er sie gelernt hatte. So arbeitete auch die Bewusstseinsbildung mit Elementen des Volkstheater,

    Das gemeinschaftliche Lernen und Forschen von Freire ist auch im Ansatz schon bei Rosa Luxemburg zu finden:

    Theorie sucht nach der Quelle, die Praxis nach dem Ziel

    Bert Brecht sah seine Inszenierungen im Sinne der Aufklärung, nicht der Ablenkung: Ein Beispiel sei das „Brecht-Licht“, das eine Szene gleichmäßig ausleuchtet, das Gesamt-Geschehen durchsichtig macht, statt hinter Kulissen und Vorhängen diffuse Verwicklungen zu konstruieren.

    Die Lehrstücke waren zur Ausbildung der Schauspielenden gedacht, die richtigen Fragen zu stellen, statt die überzeugendsten Gefühle und Stimmen zu präsentieren, damit das Denken der Zusehenden möglich bleibt.

    Theater vor der Aufklärung

    Illusionstheater mit Kulissen und Schminke wollte nach der griechischen Tragödie mit Chören etc. den Spannungsbogen vom Prolog bis zu einem moralischen Ende spannen, wie auch heute noch Hollywood-Filme ein „happy end“ versprechen, wie inzwischen auch eine Klopapier-Marke benannt ist.

    Brecht’sche Ansätze über Freire

    Augusto Boal bricht im Forumtheater den Spannungsbogen am höchsten Punkt und fordert zum Dialog auf dem Weg zu gemeinschaftlich gut befundenen Lösungen.

    Die Joker-Figur führt das Gespräch mit der Forum-Gruppe und dem Publikum in offener Weise:

    • Seid ihr zufrieden?
    • Wollt ihr euch noch besprechen?
    • Wer möchte eine andere Lösung?
    • Magst du spielen?
    • was hat sich geändert?

    Für ein „Theater der Empörung“?

    Analog zur Ecopedagogy auf dem Weg zur Pädagogik der Empörung von Paulo Freire bis 2. Mai 1997 schrieb Augusto Boal eine Ästhetik der Unterdrückten als Kulturkritik und Abschluss seines Lebenswerkes bis 2. Mai 2009 vielleicht auf Theater der Empörung?

    fritz-letsch.blogspot.com/2006/04/gestalt-paedagogik-und-theater-methoden.html

    Erich Mühsam – Soldatenlied

    Wir lernten in der Schlacht zu stehn
    bei Sturm und Höllenglut.
    Wir lernten in den Tod zu gehn,
    nicht achtend unser Blut.
    Und wenn sich einst die Waffe kehrt
    auf die, die uns den Kampf gelehrt,
    sie werden uns nicht feige sehn.
    Ihr Unterricht war gut.

    Wir töten, wie man uns befahl,
    mit Blei und Dynamit,
    für Vaterland und Kapital,
    für Kaiser und Profit.
    Doch wenn erfüllt die Tage sind,
    dann stehn wir auf für Weib und Kind
    und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
    die lichte Sonne sieht.

    Soldaten! Ruft′s von Front zu Front:
    Es ruhe das Gewehr!
    Wer für die Reichen bluten konnt,
    kann für die Seinen mehr.
    Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
    Vergesst den Freund im Feinde nicht!
    In Flammen ruft der Horizont
    nach Hause jedes Heer.

    Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
    dass ferner Friede sei!
    Nie wieder reiß das Völkerband
    in rohem Krieg entzwei.
    Sieg allen in der Heimatschlacht!
    Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
    und alle Welt ist Vaterland,
    und alle Welt ist frei!

    Sein Lehrer und Vorbild Gustav Landauer war Schriftsteller, Anarchist, Anarcho-Pazifist. Er war Vordenker, Akteur sowohl nach der Novemberrevolution 1918 (nach der Pflege seiner an spanischer Grippe erkrankten Kinder) als auch bei der 2. Münchner Räterepublik ab 7.4.19 für 7 Tage als Volkskommissar für Volksaufklärung, wie man es statt Kultusminister sagen wollte. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung wurde er von Freikorps-Soldaten im Gefängnis Stadelheim ermordet 7. April 1870 – 2. Mai 1919 – und mit ihm die Rätezeit in Baiern und München

    #AugustoBoal #ErichMühsam #Generationen #GustavLandauer #Krieg #Literatur #PauloReire
  20. Generationen ohne Nachkriegsschäden?

    Während wir noch an den Bombenfunden aus dem letzten Krieg in Alarme geraten und in den Altenheimen und Krankenstationen die Demenz der letzten Kriegsgeneration die Erinnerungen löscht, die mit autoritärer Erziehung unter Denunziations- und Sündenangst den äußeren Schein durch OP’s und Friseur-Künste aufrecht erhalten …

    Die Revolten der 1960er Jahre gegen die wieder etablierten Alt-Nazis in allen höheren Posten und Universitäten, mit Folgen bis heute: In Bayern die Juristen- und damit auch Richter-Ausbildung bis Anfang der 1980er Jahre mit Professor Maunz „Der Wille des Führers ist Gesetz!“ – sogar als CSU-Kultusminister von 1957 bis 1964 war das CSU-Mitglied Maunz bayerischer Kultusminister, nachdem seine alten Schriften auch durch Hildegard Hamm-Brücher bekannt gemacht wurden.

    Die kleinen Bewegungen, die entstanden, in vielen Jugendgruppen und Studierenden-Gemeinden mit sozialpolitischen Arbeitskreisen, die sich im ganzen Land austauschten und organisierten, in der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise AG SPAK, in Parteien und Verbänden

    Die nächsten Generationen können – je nach Aufwachsen – neue Verhaltensweisen entwickeln

    Die Ängste der Nachkriegszeit

    Befreiungsbewegungen im Antikommunismus

    Amerikanische Befreiungsbewegungen in der Literatur

    Allen Ginsberg und die literarischen Aufbrüche in den #USA in der „Beat Generation“ werden die Bewegungen grundieren können, mit Patti Smith „Power to the people!“ wie der Blues und die verschiedenen folgenden Musikstile die Befreiung der Schwarzen mit Billie Holiday, der Frauen und der Queeren begleitet haben,

    wie damals Bob Dylan für die #Weatherman zum Stichwort-Gebenden wurde: „You don’t have to ask the Weatermen …“ woher der Wind weht:

    Nur wenige wissen noch, wie die #Vietnam#Krieg’s-Bewegungen begannen, mit durchaus kräftigen Bomben-Anschlägen, aber ohne menschliche Ziele, das war immer faschistische Art …

    Auch der SDS hatte ein US-Vorbild ….

    … aber befreiende Pädagogik kam aus Südamerika:

    Paulo Freire und Augusto Boal

    Paulo Freire starb 75-jährig in Sao Paulo – am 2. Mai 1997

    Am Freitag, 2. Mai ’97 verstarb unser Freund und Vorbild Paulo Freire. Wie kein anderer pflegte er den Dialog und ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern. Wir werden versuchen, sein Anliegen weiter zu verwirklichen.

    Kurzporträt Paulo Freire

    Geboren am 19.9.1921 in Recife (Nordosten Brasilien) unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire

    1928 aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Umzug mit der Familie nach Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in Paulo Freires Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers…“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren.

    1944 Heirat mit Elza Maria Oliviera, einer Grundschullehrerin. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.

    1946 Arbeit als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig.

    1956 verließ Freire sein Amt im Sozialdienst der Industrie teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unternehmensseite bezüglich seiner demokratischen Arbeitsmethode, teils weil ihm die Grenzen der assistenzialistischen Hilfe bewußt wurde.

    1961 startete eine von Freire konzipierte Alphabetisierungskampagne in Brasilien auf nationaler Basis. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freire’s Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten..

    1964 Staatsstreich durch die Militärs, Freire mußte 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er u.a. 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor.

    1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (spez. in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig.

    1980 nach der Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort Mitarbeit u.a. im Rahmen der Erzdiözese Sao Paulo (Kardinal Arns), an der Kath. Universität (PUC), sowie ab 1989 als Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo.

    1991 trat Freire von diesem Posten zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.

    1994 hatten wir Paulo Freire und seine zweite Frau, die Historikerin Ana Maria Freire in München zu Gast.

    Zu seinem zentralen Thema „Verantwortung in der dritten und ersten Welt übernehmen.“

    „Die an mich oft gerichtete Frage oder Feststellung lautet: „Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewusstseinsbildung zu tun.“

    Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken. Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst-Weltler zu sein.

    Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll.

    Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-WeltlerInnen„. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“

    Paulo Freire hat von über 20 (zuletzt 35) Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten. Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:

    • Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript ab 1968 in Verbreitung
    • Pädagogik der Solidarität – Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974
    • Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)
    • Dialog als Prinzip – Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.
    • Der Lehrer ist Politiker und Künstler – Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981
    • 1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.

    Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.

    Die Ideen Paulo Freire’s wurden hier durch die 1977 gegründete

    Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseinsbildung

    verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfasste:

    • ArbeitsGemeinschaft SozialPolitischer ArbeitsKreise AG SPAK München,
    • Centro di Animazione per ‚l Autogestione Populare (Palermo / Italien),
    • Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim- Köln)
    • Institut Oecuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris),
    • Mouvement d‘ Animation de Base / International Ontmoetingscentrum (Hasselt / Belgien)
    • und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich).

    Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo Freire Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Fachtagungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.

    Vor allem in Latein- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenenbildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit.

    Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tome und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt.

    Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire-Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. Das letzte Heft unserer Zeitschrift für befreiende Pädagogik ist diesen Projekten gewidmet.

    Für Juli dieses Jahres (1996) war Paulo Freire von der UNESCO zum Weltkongress der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo Freire Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Ein Sammelband mit Berichten aus der Arbeit in unseren europäischen Situationen ist für Sommer geplant. Die Universität Oldenburg wollte ihm die Ehrendoktorwürde verleihen.

    Für das Wintersemester ’97 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.

    *) Vorstand der Paulo Freire Gesellschaft 1996-98: Eva Maria Antz (Köln-Brühl), Marita Hecker, Frankfurt, Dr. Heinz Peter Gerhardt (Bonn), Fritz Letsch (München), Prof. Dr. Manfred Peters (Namur), Andreas Schauder (Schallstadt-Wolfenweiler), Heinz Schulze (München) Dr. Ilse Schimpf-Herken, Berlin

    Die UNESCO hatte ihn als Hauptredner zur Weltkonferenz Erwachsenenbildung eingeladen und plante ein internationales Memorial

    der pädagogische US-Fachverlag Peter Lang plant für die nächste Ausgabe der Taboo eine Würdigung Peter Lang Publishing

    Paulo Freire und die zeitschrift für befreiende pädagogik

    Zur theoretischen Verbindung der beiden Praktiker in der Kritischen Praxis auf Freire-Boal

    Paulo Freire (* 19. September 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor (wikipedia ) und wirkt international in Kritische Pädagogik wie Kritische TheorieKritische Praxis auch auf Freire-Boal

    Die Gedanken und pädagogischen Ansätze von Paulo Freire in der Pädagogik der Unterdrückten waren in den siebziger Jahren so revolutionär, dass sie viele Menschen weltweit begeisterten. Konservativen Politikern und PädagogInnen erschienen sie (manchen bis heute) zu „verdächtig“, um sie in unsere Bildungs-Praxis umzusetzen:

    Freire unterteilt den Prozess der Bewusstseinsbildung in drei Stufen:

    1. semi-transitives Bewusstsein: Der Mensch sieht seine Situation als unveränderlich an und sein Erfahrungswert ist damit begrenzt. Er hat keine Kraft Widerstand zu leisten und resigniert.

    2. naiv-transitives Bewusstsein: Durch den Dialog nehmen die Menschen ihre Lebenswelt und die damit verbundenen Widersprüche wahr.

    3. kritisch-transitives Bewusstsein: Der Mensch nimmt die Missstände der Welt in der er lebt nicht nur wahr, sondern er kann sie auch kritisch reflektieren. Er ist in der Lage Lösungen für seine Probleme zu suchen.

    Das Ziel von Freire ist es, dass die Bevölkerung die dritte Stufe des Bewusstseins erlangt.

    Von Alphabetisierung, „educación popular“, solidarischer Ökonomie, lokaler Politik, Bewegung arbeitender Kinder, Konzepte für viele Basisorganisationen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, bis zu demokratischer Unternehmensführung gehen die „Auswirkungen“ der befreienden Pädagogik von Paulo Freire.

    Bankiers-Erziehung nannte Freire die Art, fertiges Wissen in die Köpfe der Kinder einzulagern und wieder abzufragen, Bulimie-Lernen nennen es heute Studierende, wenn sie mit Halbbildung für Berufe vorbereitet zu werden, statt selbst zu forschen und zu studieren. Heute wird international die Ecopedagogy hervorgehoben

    Unsere Kultur des Schweigens mit den giftigen Mythen aufdecken:

    Das Theater der Unterdrückten, das Augusto Boal im selben Kontext entwickelte, Teile der Befreiungstheologie, die „ Partzipativen Haushalte“ (Bürgerhaushalt) sowie die Arbeit an der „Lernenden Organisation“ beziehen den Hintergrund von ihm, die Idee des Weltsozialforum entstand im Porto Alegre durch Chico Withakerhttps://de.wikipedia.org/wiki/Chico_Whitaker

    Im Regenbogen der Wünsche, ursprünglich Rainbow of Desire entwarf er noch psychologisch tiefergehende Arbeitsweisen mit Theatermethoden auf der Bühne. Zuletzt schrieb Augusto Boal noch eine Aesthetik der Unterdrueckten, die seinen pädagogischen Weg zu einer gesellschaftlichen Sichtweise beschreibt.

    Im Jahr 1994 war Paulo Freire bei uns in München

    1994 hatten wir, die Paulo Freire Gesellschaft ihn in München und in verschiedenen europäischen Städten zu Gast,  1996 konnte eine weitere Deutschland-Reise, bei der er Jürgen Habermas treffen wollte, was für eine gemeinsame Tagung spannend gewesen wäre … leider nicht mehr stattfinden. Am 2.Mai 1997 ist er dann 75jährig in Sao Paulo (Brasilien) verstorben. Sein Denken trägt weiterhin Früchte.

    Augusto Boal war oft in München – er starb am 2. Mai 2009 – 12 Jahre später

    Ich erlebte ihn erstmals 1981, er wohnte damals in Paris, und in Berlin gab es die meisten Fortbildungen mit ihm, die grössten Projekte waren in Pasing und Gauting 1995 und 1997, im Rathaus München 1999.

    Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.

    Boal entwickelte die verschiedenen Theaterformen des „Theater der Unterdrückten“, wie „Forumtheater“ und „Unsichtbares Theater“ und Legislatives Theater.

    Frühere Formen der Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung auf Grund der Kritischen Theorie in der Anlehnung an die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire im Theater waren viele körperliche Erfahrungs-Methoden, Spiele und Übungen, Zeitungstheater und „Chamber in the Street„, eine Form, die parlamentarische Abläufe auf die Straße brachte.

    Eine Zeit lang arbeitete er mit psychologisch inspirierten Methoden des Regenbogen der Wünsche, die in den amerikanischen Ländern sehr schnellen Bühnenerfolg brachten, hierzulande haben wir sie eher selten angewandt.  Zuletzt stellte er ein Buch fertig, die „Ästhetik der Unterdrückten“, in dem er darlegt, wie uns der Unterhaltungsmüll reaktionsunfähig macht und wie wir zu internationaler Solidarität zurückkommen. Dann starb er am 2.Mai 2009, wie schon 1997 Paulo Freire.

    Von einander lernen

    Wie Bert Brecht hatte Augusto Boal mit seinen Arbeiten auch seine Methoden gesammelt, die Übungen und Spiele, nach den Orten benannt, an denen er sie gelernt hatte. So arbeitete auch die Bewusstseinsbildung mit Elementen des Volkstheater,

    Das gemeinschaftliche Lernen und Forschen von Freire ist auch im Ansatz schon bei Rosa Luxemburg zu finden:

    Theorie sucht nach der Quelle, die Praxis nach dem Ziel

    Bert Brecht sah seine Inszenierungen im Sinne der Aufklärung, nicht der Ablenkung: Ein Beispiel sei das „Brecht-Licht“, das eine Szene gleichmäßig ausleuchtet, das Gesamt-Geschehen durchsichtig macht, statt hinter Kulissen und Vorhängen diffuse Verwicklungen zu konstruieren.

    Die Lehrstücke waren zur Ausbildung der Schauspielenden gedacht, die richtigen Fragen zu stellen, statt die überzeugendsten Gefühle und Stimmen zu präsentieren, damit das Denken der Zusehenden möglich bleibt.

    Theater vor der Aufklärung

    Illusionstheater mit Kulissen und Schminke wollte nach der griechischen Tragödie mit Chören etc. den Spannungsbogen vom Prolog bis zu einem moralischen Ende spannen, wie auch heute noch Hollywood-Filme ein „happy end“ versprechen, wie inzwischen auch eine Klopapier-Marke benannt ist.

    Brecht’sche Ansätze über Freire

    Augusto Boal bricht im Forumtheater den Spannungsbogen am höchsten Punkt und fordert zum Dialog auf dem Weg zu gemeinschaftlich gut befundenen Lösungen.

    Die Joker-Figur führt das Gespräch mit der Forum-Gruppe und dem Publikum in offener Weise:

    • Seid ihr zufrieden?
    • Wollt ihr euch noch besprechen?
    • Wer möchte eine andere Lösung?
    • Magst du spielen?
    • was hat sich geändert?

    Für ein „Theater der Empörung“?

    Analog zur Ecopedagogy auf dem Weg zur Pädagogik der Empörung von Paulo Freire bis 2. Mai 1997 schrieb Augusto Boal eine Ästhetik der Unterdrückten als Kulturkritik und Abschluss seines Lebenswerkes bis 2. Mai 2009 vielleicht auf Theater der Empörung?

    fritz-letsch.blogspot.com/2006/04/gestalt-paedagogik-und-theater-methoden.html

    Erich Mühsam – Soldatenlied

    Wir lernten in der Schlacht zu stehn
    bei Sturm und Höllenglut.
    Wir lernten in den Tod zu gehn,
    nicht achtend unser Blut.
    Und wenn sich einst die Waffe kehrt
    auf die, die uns den Kampf gelehrt,
    sie werden uns nicht feige sehn.
    Ihr Unterricht war gut.

    Wir töten, wie man uns befahl,
    mit Blei und Dynamit,
    für Vaterland und Kapital,
    für Kaiser und Profit.
    Doch wenn erfüllt die Tage sind,
    dann stehn wir auf für Weib und Kind
    und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
    die lichte Sonne sieht.

    Soldaten! Ruft′s von Front zu Front:
    Es ruhe das Gewehr!
    Wer für die Reichen bluten konnt,
    kann für die Seinen mehr.
    Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
    Vergesst den Freund im Feinde nicht!
    In Flammen ruft der Horizont
    nach Hause jedes Heer.

    Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
    dass ferner Friede sei!
    Nie wieder reiß das Völkerband
    in rohem Krieg entzwei.
    Sieg allen in der Heimatschlacht!
    Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
    und alle Welt ist Vaterland,
    und alle Welt ist frei!

    Sein Lehrer und Vorbild Gustav Landauer war Schriftsteller, Anarchist, Anarcho-Pazifist. Er war Vordenker, Akteur sowohl nach der Novemberrevolution 1918 (nach der Pflege seiner an spanischer Grippe erkrankten Kinder) als auch bei der 2. Münchner Räterepublik ab 7.4.19 für 7 Tage als Volkskommissar für Volksaufklärung, wie man es statt Kultusminister sagen wollte. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung wurde er von Freikorps-Soldaten im Gefängnis Stadelheim ermordet 7. April 1870 – 2. Mai 1919 – und mit ihm die Rätezeit in Baiern und München

    #AugustoBoal #ErichMühsam #Generationen #GustavLandauer #Krieg #Literatur #PauloReire
  21. europesays.com/at/116705/ Süßstoffe: Negative Effekte bis in die nächste Generation? – Stevia und Sucralose verändern Darmflora und Genaktivität bei Mäusen und ihren Nachkommen #AT #Austria #Darmflora #epigenetisch #Genaktivität #Generationen #Gesundheit #Health #Österreich #Stevia #Sucralose #Süßstoff

  22. Landesseniorenrat BW e.V. @landesseniorenrat@bawü.social ·

    𝗩𝗼𝗿𝘁𝗿𝗮𝗴 𝘃𝗼𝗻 𝗣𝗿𝗼𝗳. 𝗗𝗿. 𝗞𝗿𝘂𝘀𝗲 𝗷𝗲𝘁𝘇𝘁 𝗼𝗻𝗹𝗶𝗻𝗲

    In Kooperation mit dem Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) hatten wir vergangenes Jahr die Ehre, Prof. Dr. Kruse für einen Vortrag zum Thema „Generationensolidarität“ zu gewinnen.

    Jetzt Video auf unserer Website unter „Aktuelles“ oder bei YouTube ansehen: t1p.de/9ig0z

    Mehr zum Thema Generationensolidarität finden Sie auch im Themenheft „Im Fokus": t1p.de/j57ee

    #Landesseniorenrat #Generationendialog #Seniorenpolitik #AlternInWürde #ZukunftGestalten #LSR #Generationen #lmzbw

  23. Landesseniorenrat BW e.V. @landesseniorenrat@bawü.social ·

    𝗩𝗼𝗿𝘁𝗿𝗮𝗴 𝘃𝗼𝗻 𝗣𝗿𝗼𝗳. 𝗗𝗿. 𝗞𝗿𝘂𝘀𝗲 𝗷𝗲𝘁𝘇𝘁 𝗼𝗻𝗹𝗶𝗻𝗲

    In Kooperation mit dem Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) hatten wir vergangenes Jahr die Ehre, Prof. Dr. Kruse für einen Vortrag zum Thema „Generationensolidarität“ zu gewinnen.

    Jetzt Video auf unserer Website unter „Aktuelles“ oder bei YouTube ansehen: t1p.de/9ig0z

    Mehr zum Thema Generationensolidarität finden Sie auch im Themenheft „Im Fokus": t1p.de/j57ee

    #Landesseniorenrat #Generationendialog #Seniorenpolitik #AlternInWürde #ZukunftGestalten #LSR #Generationen #lmzbw

  24. 🕊️ **Kriegsenkel – Die stille Last der Babyboomer-Generation**

    Zwischen 1955 und 1975/80 geboren, behütet aufgewachsen – und doch ein stilles Drama erlebt:
    → Eltern, die als Kinder im Krieg traumatisiert wurden
    → Wiederaufbau statt Verarbeitung
    → Der Preis: Gefühlsarmut, Kontrolle, Misstrauen

    Die Folgen für die Kriegsenkel?
    → Diffuse Unsicherheit und Haltlosigkeit
    → Schwierigkeiten mit Bindung und Zugehörigkeit
    → Ein Leben mit angezogener Handbremse

    Referentin Mari Böhrk-Martin beleuchtet die Weitergabe von Traumata über Generationen – mit anschließender Gesprächsrunde.

    📅 Mi. 25.03.2026, 17:30 Uhr
    📍 Ratssaal, Rathaus Ratzeburg
    ♿ Barrierefrei
    💰 Eintritt frei

    🔗 Infos: www.vhs-ratzeburg.de
    ☎️ 04541 891386

    #VHS #Ratzeburg #Kriegsenkel #Trauma #Generationen #Babyboomer #Erinnerungskultur #Psychologie #Vortrag
    #vhsratzeburg

  25. 🕊️ **Kriegsenkel – Die stille Last der Babyboomer-Generation**

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    → Eltern, die als Kinder im Krieg traumatisiert wurden
    → Wiederaufbau statt Verarbeitung
    → Der Preis: Gefühlsarmut, Kontrolle, Misstrauen

    Die Folgen für die Kriegsenkel?
    → Diffuse Unsicherheit und Haltlosigkeit
    → Schwierigkeiten mit Bindung und Zugehörigkeit
    → Ein Leben mit angezogener Handbremse

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    → Eltern, die als Kinder im Krieg traumatisiert wurden
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    Die Folgen für die Kriegsenkel?
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    Zwischen 1955 und 1975/80 geboren, behütet aufgewachsen – und doch ein stilles Drama erlebt:
    → Eltern, die als Kinder im Krieg traumatisiert wurden
    → Wiederaufbau statt Verarbeitung
    → Der Preis: Gefühlsarmut, Kontrolle, Misstrauen

    Die Folgen für die Kriegsenkel?
    → Diffuse Unsicherheit und Haltlosigkeit
    → Schwierigkeiten mit Bindung und Zugehörigkeit
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    Zwischen 1955 und 1975/80 geboren, behütet aufgewachsen – und doch ein stilles Drama erlebt:
    → Eltern, die als Kinder im Krieg traumatisiert wurden
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    Die Folgen für die Kriegsenkel?
    → Diffuse Unsicherheit und Haltlosigkeit
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    Referentin Mari Böhrk-Martin beleuchtet die Weitergabe von Traumata über Generationen – mit anschließender Gesprächsrunde.

    📅 Mi. 25.03.2026, 17:30 Uhr
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    #vhsratzeburg

  29. Wenn Junge von mir erwarten, dass ich "ihre Sprache" spreche, ihren Lifestyle verstehe und respektiere, erwarte ich im Gegenzug von ihnen Geschichtskenntnisse und freiwilliges Mitwirken in der Gesellschaft, in öffentlichen und sozialen Institutionen, in Vereinen, etc.

    #Gesellschaft #Welt #Solidarität #Reziprozität #Generationen #Generationenkonflikt

  30. „Ok, Boomer“ – schnell getippt, schnell geurteilt. Das change Magazin der Bertelsmann Stiftung erinnert daran: Dieselbe Generation hat einst rebelliert, Proteste organisiert, Rock gehört und später Wirtschaft und Konsum geprägt. Heute: Smartphone in der Hand, Zeitung auf dem Tisch. Die Welt ist selten so simpel wie ein Meme.
    change-magazin.de/de/generatio
    #Babyboomer #Generationen #Gesellschaft

  31. Guten Morgen Ihr Lieben.
    Da werden #Menschen #Generationen lang in #Duldung, möglicherweise auch im #Arbeitsverbot gehalten und mensch beschwert sich dann über #clankriminalität. Und natürlich muss die bekämpft werden.
    Aber niemand kommt auf die Idee, weitere Entstehung von kriminellen Clans zu verhindern, indem die #Ursachen abgeschafft werden: Arbeitsverbot und #Kettenduldung .
    Und ja, es gibt Menschen, die können keine #ID- Cards oder #Pässe besorgen. Die Staaten oder nicht Staaten, wo das unmöglich ist, sind bekannt.
    Es sind übrigens, das sei allen Abschiebefans gesagt, meistens die Länder, in die #Abschiebung en nicht möglich ist
    Ich wünsche Euch allen einen schönen Freitag

  32. Guten Morgen Ihr Lieben.
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    Aber niemand kommt auf die Idee, weitere Entstehung von kriminellen Clans zu verhindern, indem die #Ursachen abgeschafft werden: Arbeitsverbot und #Kettenduldung .
    Und ja, es gibt Menschen, die können keine #ID- Cards oder #Pässe besorgen. Die Staaten oder nicht Staaten, wo das unmöglich ist, sind bekannt.
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