#erichmuhsam — Public Fediverse posts
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Generationen ohne Nachkriegsschäden?
Während wir noch an den Bombenfunden aus dem letzten Krieg in Alarme geraten und in den Altenheimen und Krankenstationen die Demenz der letzten Kriegsgeneration die Erinnerungen löscht, die mit autoritärer Erziehung unter Denunziations- und Sündenangst den äußeren Schein durch OP’s und Friseur-Künste aufrecht erhalten …
Die Revolten der 1960er Jahre gegen die wieder etablierten Alt-Nazis in allen höheren Posten und Universitäten, mit Folgen bis heute: In Bayern die Juristen- und damit auch Richter-Ausbildung bis Anfang der 1980er Jahre mit Professor Maunz „Der Wille des Führers ist Gesetz!“ – sogar als CSU-Kultusminister von 1957 bis 1964 war das CSU-Mitglied Maunz bayerischer Kultusminister, nachdem seine alten Schriften auch durch Hildegard Hamm-Brücher bekannt gemacht wurden.
Die kleinen Bewegungen, die entstanden, in vielen Jugendgruppen und Studierenden-Gemeinden mit sozialpolitischen Arbeitskreisen, die sich im ganzen Land austauschten und organisierten, in der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise AG SPAK, in Parteien und Verbänden
Die nächsten Generationen können – je nach Aufwachsen – neue Verhaltensweisen entwickeln
Die Ängste der Nachkriegszeit
Befreiungsbewegungen im Antikommunismus
Amerikanische Befreiungsbewegungen in der Literatur
Allen Ginsberg und die literarischen Aufbrüche in den #USA in der „Beat Generation“ werden die Bewegungen grundieren können, mit Patti Smith „Power to the people!“ wie der Blues und die verschiedenen folgenden Musikstile die Befreiung der Schwarzen mit Billie Holiday, der Frauen und der Queeren begleitet haben,
wie damals Bob Dylan für die #Weatherman zum Stichwort-Gebenden wurde: „You don’t have to ask the Weatermen …“ woher der Wind weht:
Nur wenige wissen noch, wie die #Vietnam–#Krieg’s-Bewegungen begannen, mit durchaus kräftigen Bomben-Anschlägen, aber ohne menschliche Ziele, das war immer faschistische Art …
Auch der SDS hatte ein US-Vorbild ….
… aber befreiende Pädagogik kam aus Südamerika:
Paulo Freire und Augusto Boal
Paulo Freire starb 75-jährig in Sao Paulo – am 2. Mai 1997
Am Freitag, 2. Mai ’97 verstarb unser Freund und Vorbild Paulo Freire. Wie kein anderer pflegte er den Dialog und ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern. Wir werden versuchen, sein Anliegen weiter zu verwirklichen.
Kurzporträt Paulo Freire
Geboren am 19.9.1921 in Recife (Nordosten Brasilien) unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire
1928 aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Umzug mit der Familie nach Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in Paulo Freires Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers…“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren.
1944 Heirat mit Elza Maria Oliviera, einer Grundschullehrerin. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
1946 Arbeit als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig.
1956 verließ Freire sein Amt im Sozialdienst der Industrie teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unternehmensseite bezüglich seiner demokratischen Arbeitsmethode, teils weil ihm die Grenzen der assistenzialistischen Hilfe bewußt wurde.
1961 startete eine von Freire konzipierte Alphabetisierungskampagne in Brasilien auf nationaler Basis. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freire’s Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten..
1964 Staatsstreich durch die Militärs, Freire mußte 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er u.a. 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor.
1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (spez. in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig.
1980 nach der Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort Mitarbeit u.a. im Rahmen der Erzdiözese Sao Paulo (Kardinal Arns), an der Kath. Universität (PUC), sowie ab 1989 als Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo.
1991 trat Freire von diesem Posten zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.
1994 hatten wir Paulo Freire und seine zweite Frau, die Historikerin Ana Maria Freire in München zu Gast.
Zu seinem zentralen Thema „Verantwortung in der dritten und ersten Welt übernehmen.“
„Die an mich oft gerichtete Frage oder Feststellung lautet: „Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewusstseinsbildung zu tun.“
Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken. Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst-Weltler zu sein.
Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll.
Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-WeltlerInnen„. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“
Paulo Freire hat von über 20 (zuletzt 35) Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten. Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:
- Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript ab 1968 in Verbreitung
- Pädagogik der Solidarität – Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974
- Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)
- Dialog als Prinzip – Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.
- „Der Lehrer ist Politiker und Künstler – Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981
- 1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.
Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.
Die Ideen Paulo Freire’s wurden hier durch die 1977 gegründete
Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseinsbildung
verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfasste:
- ArbeitsGemeinschaft SozialPolitischer ArbeitsKreise AG SPAK München,
- Centro di Animazione per ‚l Autogestione Populare (Palermo / Italien),
- Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim- Köln)
- Institut Oecuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris),
- Mouvement d‘ Animation de Base / International Ontmoetingscentrum (Hasselt / Belgien)
- und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich).
Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo Freire Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Fachtagungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.
Vor allem in Latein- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenenbildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit.
Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tome und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt.
Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire-Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. Das letzte Heft unserer Zeitschrift für befreiende Pädagogik ist diesen Projekten gewidmet.
Für Juli dieses Jahres (1996) war Paulo Freire von der UNESCO zum Weltkongress der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo Freire Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Ein Sammelband mit Berichten aus der Arbeit in unseren europäischen Situationen ist für Sommer geplant. Die Universität Oldenburg wollte ihm die Ehrendoktorwürde verleihen.
Für das Wintersemester ’97 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.
*) Vorstand der Paulo Freire Gesellschaft 1996-98: Eva Maria Antz (Köln-Brühl), Marita Hecker, Frankfurt, Dr. Heinz Peter Gerhardt (Bonn), Fritz Letsch (München), Prof. Dr. Manfred Peters (Namur), Andreas Schauder (Schallstadt-Wolfenweiler), Heinz Schulze (München) Dr. Ilse Schimpf-Herken, Berlin
Die UNESCO hatte ihn als Hauptredner zur Weltkonferenz Erwachsenenbildung eingeladen und plante ein internationales Memorial
der pädagogische US-Fachverlag Peter Lang plant für die nächste Ausgabe der Taboo eine Würdigung Peter Lang Publishing
Paulo Freire und die zeitschrift für befreiende pädagogik
Zur theoretischen Verbindung der beiden Praktiker in der Kritischen Praxis auf Freire-Boal
Paulo Freire (* 19. September 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor (wikipedia ) und wirkt international in Kritische Pädagogik wie Kritische Theorie: Kritische Praxis auch auf Freire-Boal
Die Gedanken und pädagogischen Ansätze von Paulo Freire in der Pädagogik der Unterdrückten waren in den siebziger Jahren so revolutionär, dass sie viele Menschen weltweit begeisterten. Konservativen Politikern und PädagogInnen erschienen sie (manchen bis heute) zu „verdächtig“, um sie in unsere Bildungs-Praxis umzusetzen:
Freire unterteilt den Prozess der Bewusstseinsbildung in drei Stufen:
1. semi-transitives Bewusstsein: Der Mensch sieht seine Situation als unveränderlich an und sein Erfahrungswert ist damit begrenzt. Er hat keine Kraft Widerstand zu leisten und resigniert.
2. naiv-transitives Bewusstsein: Durch den Dialog nehmen die Menschen ihre Lebenswelt und die damit verbundenen Widersprüche wahr.
3. kritisch-transitives Bewusstsein: Der Mensch nimmt die Missstände der Welt in der er lebt nicht nur wahr, sondern er kann sie auch kritisch reflektieren. Er ist in der Lage Lösungen für seine Probleme zu suchen.
Das Ziel von Freire ist es, dass die Bevölkerung die dritte Stufe des Bewusstseins erlangt.
Von Alphabetisierung, „educación popular“, solidarischer Ökonomie, lokaler Politik, Bewegung arbeitender Kinder, Konzepte für viele Basisorganisationen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, bis zu demokratischer Unternehmensführung gehen die „Auswirkungen“ der „befreienden Pädagogik“ von Paulo Freire.
Bankiers-Erziehung nannte Freire die Art, fertiges Wissen in die Köpfe der Kinder einzulagern und wieder abzufragen, Bulimie-Lernen nennen es heute Studierende, wenn sie mit Halbbildung für Berufe vorbereitet zu werden, statt selbst zu forschen und zu studieren. Heute wird international die Ecopedagogy hervorgehoben
Unsere Kultur des Schweigens mit den giftigen Mythen aufdecken:
Das „Theater der Unterdrückten“, das Augusto Boal im selben Kontext entwickelte, Teile der Befreiungstheologie, die „ Partzipativen Haushalte“ (Bürgerhaushalt) sowie die Arbeit an der „Lernenden Organisation“ beziehen den Hintergrund von ihm, die Idee des Weltsozialforum entstand im Porto Alegre durch Chico Withaker. https://de.wikipedia.org/wiki/Chico_Whitaker
Im Regenbogen der Wünsche, ursprünglich Rainbow of Desire entwarf er noch psychologisch tiefergehende Arbeitsweisen mit Theatermethoden auf der Bühne. Zuletzt schrieb Augusto Boal noch eine Aesthetik der Unterdrueckten, die seinen pädagogischen Weg zu einer gesellschaftlichen Sichtweise beschreibt.
Im Jahr 1994 war Paulo Freire bei uns in München
1994 hatten wir, die Paulo Freire Gesellschaft ihn in München und in verschiedenen europäischen Städten zu Gast, 1996 konnte eine weitere Deutschland-Reise, bei der er Jürgen Habermas treffen wollte, was für eine gemeinsame Tagung spannend gewesen wäre … leider nicht mehr stattfinden. Am 2.Mai 1997 ist er dann 75jährig in Sao Paulo (Brasilien) verstorben. Sein Denken trägt weiterhin Früchte.
Augusto Boal war oft in München – er starb am 2. Mai 2009 – 12 Jahre später
Ich erlebte ihn erstmals 1981, er wohnte damals in Paris, und in Berlin gab es die meisten Fortbildungen mit ihm, die grössten Projekte waren in Pasing und Gauting 1995 und 1997, im Rathaus München 1999.
Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.
Boal entwickelte die verschiedenen Theaterformen des „Theater der Unterdrückten“, wie „Forumtheater“ und „Unsichtbares Theater“ und Legislatives Theater.
Frühere Formen der Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung auf Grund der Kritischen Theorie in der Anlehnung an die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire im Theater waren viele körperliche Erfahrungs-Methoden, Spiele und Übungen, Zeitungstheater und „Chamber in the Street„, eine Form, die parlamentarische Abläufe auf die Straße brachte.
Eine Zeit lang arbeitete er mit psychologisch inspirierten Methoden des Regenbogen der Wünsche, die in den amerikanischen Ländern sehr schnellen Bühnenerfolg brachten, hierzulande haben wir sie eher selten angewandt. Zuletzt stellte er ein Buch fertig, die „Ästhetik der Unterdrückten“, in dem er darlegt, wie uns der Unterhaltungsmüll reaktionsunfähig macht und wie wir zu internationaler Solidarität zurückkommen. Dann starb er am 2.Mai 2009, wie schon 1997 Paulo Freire.
Von einander lernen
Wie Bert Brecht hatte Augusto Boal mit seinen Arbeiten auch seine Methoden gesammelt, die Übungen und Spiele, nach den Orten benannt, an denen er sie gelernt hatte. So arbeitete auch die Bewusstseinsbildung mit Elementen des Volkstheater,
Das gemeinschaftliche Lernen und Forschen von Freire ist auch im Ansatz schon bei Rosa Luxemburg zu finden:
Theorie sucht nach der Quelle, die Praxis nach dem Ziel
Bert Brecht sah seine Inszenierungen im Sinne der Aufklärung, nicht der Ablenkung: Ein Beispiel sei das „Brecht-Licht“, das eine Szene gleichmäßig ausleuchtet, das Gesamt-Geschehen durchsichtig macht, statt hinter Kulissen und Vorhängen diffuse Verwicklungen zu konstruieren.
Die Lehrstücke waren zur Ausbildung der Schauspielenden gedacht, die richtigen Fragen zu stellen, statt die überzeugendsten Gefühle und Stimmen zu präsentieren, damit das Denken der Zusehenden möglich bleibt.
Theater vor der Aufklärung
Illusionstheater mit Kulissen und Schminke wollte nach der griechischen Tragödie mit Chören etc. den Spannungsbogen vom Prolog bis zu einem moralischen Ende spannen, wie auch heute noch Hollywood-Filme ein „happy end“ versprechen, wie inzwischen auch eine Klopapier-Marke benannt ist.
Brecht’sche Ansätze über Freire
Augusto Boal bricht im Forumtheater den Spannungsbogen am höchsten Punkt und fordert zum Dialog auf dem Weg zu gemeinschaftlich gut befundenen Lösungen.
Die Joker-Figur führt das Gespräch mit der Forum-Gruppe und dem Publikum in offener Weise:
- Seid ihr zufrieden?
- Wollt ihr euch noch besprechen?
- Wer möchte eine andere Lösung?
- Magst du spielen?
- was hat sich geändert?
Für ein „Theater der Empörung“?
Analog zur Ecopedagogy auf dem Weg zur Pädagogik der Empörung von Paulo Freire bis 2. Mai 1997 schrieb Augusto Boal eine Ästhetik der Unterdrückten als Kulturkritik und Abschluss seines Lebenswerkes bis 2. Mai 2009 vielleicht auf Theater der Empörung?
fritz-letsch.blogspot.com/2006/04/gestalt-paedagogik-und-theater-methoden.html
Erich Mühsam – Soldatenlied
Wir lernten in der Schlacht zu stehn
bei Sturm und Höllenglut.
Wir lernten in den Tod zu gehn,
nicht achtend unser Blut.
Und wenn sich einst die Waffe kehrt
auf die, die uns den Kampf gelehrt,
sie werden uns nicht feige sehn.
Ihr Unterricht war gut.Wir töten, wie man uns befahl,
mit Blei und Dynamit,
für Vaterland und Kapital,
für Kaiser und Profit.
Doch wenn erfüllt die Tage sind,
dann stehn wir auf für Weib und Kind
und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
die lichte Sonne sieht.Soldaten! Ruft′s von Front zu Front:
Es ruhe das Gewehr!
Wer für die Reichen bluten konnt,
kann für die Seinen mehr.
Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
Vergesst den Freund im Feinde nicht!
In Flammen ruft der Horizont
nach Hause jedes Heer.Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
dass ferner Friede sei!
Nie wieder reiß das Völkerband
in rohem Krieg entzwei.
Sieg allen in der Heimatschlacht!
Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
und alle Welt ist Vaterland,
und alle Welt ist frei!Sein Lehrer und Vorbild Gustav Landauer war Schriftsteller, Anarchist, Anarcho-Pazifist. Er war Vordenker, Akteur sowohl nach der Novemberrevolution 1918 (nach der Pflege seiner an spanischer Grippe erkrankten Kinder) als auch bei der 2. Münchner Räterepublik ab 7.4.19 für 7 Tage als Volkskommissar für Volksaufklärung, wie man es statt Kultusminister sagen wollte. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung wurde er von Freikorps-Soldaten im Gefängnis Stadelheim ermordet 7. April 1870 – 2. Mai 1919 – und mit ihm die Rätezeit in Baiern und München
#AugustoBoal #ErichMühsam #Generationen #GustavLandauer #Krieg #Literatur #PauloReire -
Generationen ohne Nachkriegsschäden?
Während wir noch an den Bombenfunden aus dem letzten Krieg in Alarme geraten und in den Altenheimen und Krankenstationen die Demenz der letzten Kriegsgeneration die Erinnerungen löscht, die mit autoritärer Erziehung unter Denunziations- und Sündenangst den äußeren Schein durch OP’s und Friseur-Künste aufrecht erhalten …
Die Revolten der 1960er Jahre gegen die wieder etablierten Alt-Nazis in allen höheren Posten und Universitäten, mit Folgen bis heute: In Bayern die Juristen- und damit auch Richter-Ausbildung bis Anfang der 1980er Jahre mit Professor Maunz „Der Wille des Führers ist Gesetz!“ – sogar als CSU-Kultusminister von 1957 bis 1964 war das CSU-Mitglied Maunz bayerischer Kultusminister, nachdem seine alten Schriften auch durch Hildegard Hamm-Brücher bekannt gemacht wurden.
Die kleinen Bewegungen, die entstanden, in vielen Jugendgruppen und Studierenden-Gemeinden mit sozialpolitischen Arbeitskreisen, die sich im ganzen Land austauschten und organisierten, in der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise AG SPAK, in Parteien und Verbänden
Die nächsten Generationen können – je nach Aufwachsen – neue Verhaltensweisen entwickeln
Die Ängste der Nachkriegszeit
Befreiungsbewegungen im Antikommunismus
Amerikanische Befreiungsbewegungen in der Literatur
Allen Ginsberg und die literarischen Aufbrüche in den #USA in der „Beat Generation“ werden die Bewegungen grundieren können, mit Patti Smith „Power to the people!“ wie der Blues und die verschiedenen folgenden Musikstile die Befreiung der Schwarzen mit Billie Holiday, der Frauen und der Queeren begleitet haben,
wie damals Bob Dylan für die #Weatherman zum Stichwort-Gebenden wurde: „You don’t have to ask the Weatermen …“ woher der Wind weht:
Nur wenige wissen noch, wie die #Vietnam–#Krieg’s-Bewegungen begannen, mit durchaus kräftigen Bomben-Anschlägen, aber ohne menschliche Ziele, das war immer faschistische Art …
Auch der SDS hatte ein US-Vorbild ….
… aber befreiende Pädagogik kam aus Südamerika:
Paulo Freire und Augusto Boal
Paulo Freire starb 75-jährig in Sao Paulo – am 2. Mai 1997
Am Freitag, 2. Mai ’97 verstarb unser Freund und Vorbild Paulo Freire. Wie kein anderer pflegte er den Dialog und ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern. Wir werden versuchen, sein Anliegen weiter zu verwirklichen.
Kurzporträt Paulo Freire
Geboren am 19.9.1921 in Recife (Nordosten Brasilien) unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire
1928 aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Umzug mit der Familie nach Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in Paulo Freires Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers…“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren.
1944 Heirat mit Elza Maria Oliviera, einer Grundschullehrerin. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
1946 Arbeit als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig.
1956 verließ Freire sein Amt im Sozialdienst der Industrie teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unternehmensseite bezüglich seiner demokratischen Arbeitsmethode, teils weil ihm die Grenzen der assistenzialistischen Hilfe bewußt wurde.
1961 startete eine von Freire konzipierte Alphabetisierungskampagne in Brasilien auf nationaler Basis. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freire’s Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten..
1964 Staatsstreich durch die Militärs, Freire mußte 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er u.a. 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor.
1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (spez. in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig.
1980 nach der Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort Mitarbeit u.a. im Rahmen der Erzdiözese Sao Paulo (Kardinal Arns), an der Kath. Universität (PUC), sowie ab 1989 als Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo.
1991 trat Freire von diesem Posten zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.
1994 hatten wir Paulo Freire und seine zweite Frau, die Historikerin Ana Maria Freire in München zu Gast.
Zu seinem zentralen Thema „Verantwortung in der dritten und ersten Welt übernehmen.“
„Die an mich oft gerichtete Frage oder Feststellung lautet: „Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewusstseinsbildung zu tun.“
Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken. Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst-Weltler zu sein.
Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll.
Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-WeltlerInnen„. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“
Paulo Freire hat von über 20 (zuletzt 35) Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten. Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:
- Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript ab 1968 in Verbreitung
- Pädagogik der Solidarität – Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974
- Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)
- Dialog als Prinzip – Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.
- „Der Lehrer ist Politiker und Künstler – Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981
- 1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.
Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.
Die Ideen Paulo Freire’s wurden hier durch die 1977 gegründete
Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseinsbildung
verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfasste:
- ArbeitsGemeinschaft SozialPolitischer ArbeitsKreise AG SPAK München,
- Centro di Animazione per ‚l Autogestione Populare (Palermo / Italien),
- Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim- Köln)
- Institut Oecuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris),
- Mouvement d‘ Animation de Base / International Ontmoetingscentrum (Hasselt / Belgien)
- und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich).
Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo Freire Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Fachtagungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.
Vor allem in Latein- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenenbildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit.
Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tome und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt.
Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire-Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. Das letzte Heft unserer Zeitschrift für befreiende Pädagogik ist diesen Projekten gewidmet.
Für Juli dieses Jahres (1996) war Paulo Freire von der UNESCO zum Weltkongress der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo Freire Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Ein Sammelband mit Berichten aus der Arbeit in unseren europäischen Situationen ist für Sommer geplant. Die Universität Oldenburg wollte ihm die Ehrendoktorwürde verleihen.
Für das Wintersemester ’97 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.
*) Vorstand der Paulo Freire Gesellschaft 1996-98: Eva Maria Antz (Köln-Brühl), Marita Hecker, Frankfurt, Dr. Heinz Peter Gerhardt (Bonn), Fritz Letsch (München), Prof. Dr. Manfred Peters (Namur), Andreas Schauder (Schallstadt-Wolfenweiler), Heinz Schulze (München) Dr. Ilse Schimpf-Herken, Berlin
Die UNESCO hatte ihn als Hauptredner zur Weltkonferenz Erwachsenenbildung eingeladen und plante ein internationales Memorial
der pädagogische US-Fachverlag Peter Lang plant für die nächste Ausgabe der Taboo eine Würdigung Peter Lang Publishing
Paulo Freire und die zeitschrift für befreiende pädagogik
Zur theoretischen Verbindung der beiden Praktiker in der Kritischen Praxis auf Freire-Boal
Paulo Freire (* 19. September 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor (wikipedia ) und wirkt international in Kritische Pädagogik wie Kritische Theorie: Kritische Praxis auch auf Freire-Boal
Die Gedanken und pädagogischen Ansätze von Paulo Freire in der Pädagogik der Unterdrückten waren in den siebziger Jahren so revolutionär, dass sie viele Menschen weltweit begeisterten. Konservativen Politikern und PädagogInnen erschienen sie (manchen bis heute) zu „verdächtig“, um sie in unsere Bildungs-Praxis umzusetzen:
Freire unterteilt den Prozess der Bewusstseinsbildung in drei Stufen:
1. semi-transitives Bewusstsein: Der Mensch sieht seine Situation als unveränderlich an und sein Erfahrungswert ist damit begrenzt. Er hat keine Kraft Widerstand zu leisten und resigniert.
2. naiv-transitives Bewusstsein: Durch den Dialog nehmen die Menschen ihre Lebenswelt und die damit verbundenen Widersprüche wahr.
3. kritisch-transitives Bewusstsein: Der Mensch nimmt die Missstände der Welt in der er lebt nicht nur wahr, sondern er kann sie auch kritisch reflektieren. Er ist in der Lage Lösungen für seine Probleme zu suchen.
Das Ziel von Freire ist es, dass die Bevölkerung die dritte Stufe des Bewusstseins erlangt.
Von Alphabetisierung, „educación popular“, solidarischer Ökonomie, lokaler Politik, Bewegung arbeitender Kinder, Konzepte für viele Basisorganisationen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, bis zu demokratischer Unternehmensführung gehen die „Auswirkungen“ der „befreienden Pädagogik“ von Paulo Freire.
Bankiers-Erziehung nannte Freire die Art, fertiges Wissen in die Köpfe der Kinder einzulagern und wieder abzufragen, Bulimie-Lernen nennen es heute Studierende, wenn sie mit Halbbildung für Berufe vorbereitet zu werden, statt selbst zu forschen und zu studieren. Heute wird international die Ecopedagogy hervorgehoben
Unsere Kultur des Schweigens mit den giftigen Mythen aufdecken:
Das „Theater der Unterdrückten“, das Augusto Boal im selben Kontext entwickelte, Teile der Befreiungstheologie, die „ Partzipativen Haushalte“ (Bürgerhaushalt) sowie die Arbeit an der „Lernenden Organisation“ beziehen den Hintergrund von ihm, die Idee des Weltsozialforum entstand im Porto Alegre durch Chico Withaker. https://de.wikipedia.org/wiki/Chico_Whitaker
Im Regenbogen der Wünsche, ursprünglich Rainbow of Desire entwarf er noch psychologisch tiefergehende Arbeitsweisen mit Theatermethoden auf der Bühne. Zuletzt schrieb Augusto Boal noch eine Aesthetik der Unterdrueckten, die seinen pädagogischen Weg zu einer gesellschaftlichen Sichtweise beschreibt.
Im Jahr 1994 war Paulo Freire bei uns in München
1994 hatten wir, die Paulo Freire Gesellschaft ihn in München und in verschiedenen europäischen Städten zu Gast, 1996 konnte eine weitere Deutschland-Reise, bei der er Jürgen Habermas treffen wollte, was für eine gemeinsame Tagung spannend gewesen wäre … leider nicht mehr stattfinden. Am 2.Mai 1997 ist er dann 75jährig in Sao Paulo (Brasilien) verstorben. Sein Denken trägt weiterhin Früchte.
Augusto Boal war oft in München – er starb am 2. Mai 2009 – 12 Jahre später
Ich erlebte ihn erstmals 1981, er wohnte damals in Paris, und in Berlin gab es die meisten Fortbildungen mit ihm, die grössten Projekte waren in Pasing und Gauting 1995 und 1997, im Rathaus München 1999.
Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.
Boal entwickelte die verschiedenen Theaterformen des „Theater der Unterdrückten“, wie „Forumtheater“ und „Unsichtbares Theater“ und Legislatives Theater.
Frühere Formen der Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung auf Grund der Kritischen Theorie in der Anlehnung an die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire im Theater waren viele körperliche Erfahrungs-Methoden, Spiele und Übungen, Zeitungstheater und „Chamber in the Street„, eine Form, die parlamentarische Abläufe auf die Straße brachte.
Eine Zeit lang arbeitete er mit psychologisch inspirierten Methoden des Regenbogen der Wünsche, die in den amerikanischen Ländern sehr schnellen Bühnenerfolg brachten, hierzulande haben wir sie eher selten angewandt. Zuletzt stellte er ein Buch fertig, die „Ästhetik der Unterdrückten“, in dem er darlegt, wie uns der Unterhaltungsmüll reaktionsunfähig macht und wie wir zu internationaler Solidarität zurückkommen. Dann starb er am 2.Mai 2009, wie schon 1997 Paulo Freire.
Von einander lernen
Wie Bert Brecht hatte Augusto Boal mit seinen Arbeiten auch seine Methoden gesammelt, die Übungen und Spiele, nach den Orten benannt, an denen er sie gelernt hatte. So arbeitete auch die Bewusstseinsbildung mit Elementen des Volkstheater,
Das gemeinschaftliche Lernen und Forschen von Freire ist auch im Ansatz schon bei Rosa Luxemburg zu finden:
Theorie sucht nach der Quelle, die Praxis nach dem Ziel
Bert Brecht sah seine Inszenierungen im Sinne der Aufklärung, nicht der Ablenkung: Ein Beispiel sei das „Brecht-Licht“, das eine Szene gleichmäßig ausleuchtet, das Gesamt-Geschehen durchsichtig macht, statt hinter Kulissen und Vorhängen diffuse Verwicklungen zu konstruieren.
Die Lehrstücke waren zur Ausbildung der Schauspielenden gedacht, die richtigen Fragen zu stellen, statt die überzeugendsten Gefühle und Stimmen zu präsentieren, damit das Denken der Zusehenden möglich bleibt.
Theater vor der Aufklärung
Illusionstheater mit Kulissen und Schminke wollte nach der griechischen Tragödie mit Chören etc. den Spannungsbogen vom Prolog bis zu einem moralischen Ende spannen, wie auch heute noch Hollywood-Filme ein „happy end“ versprechen, wie inzwischen auch eine Klopapier-Marke benannt ist.
Brecht’sche Ansätze über Freire
Augusto Boal bricht im Forumtheater den Spannungsbogen am höchsten Punkt und fordert zum Dialog auf dem Weg zu gemeinschaftlich gut befundenen Lösungen.
Die Joker-Figur führt das Gespräch mit der Forum-Gruppe und dem Publikum in offener Weise:
- Seid ihr zufrieden?
- Wollt ihr euch noch besprechen?
- Wer möchte eine andere Lösung?
- Magst du spielen?
- was hat sich geändert?
Für ein „Theater der Empörung“?
Analog zur Ecopedagogy auf dem Weg zur Pädagogik der Empörung von Paulo Freire bis 2. Mai 1997 schrieb Augusto Boal eine Ästhetik der Unterdrückten als Kulturkritik und Abschluss seines Lebenswerkes bis 2. Mai 2009 vielleicht auf Theater der Empörung?
fritz-letsch.blogspot.com/2006/04/gestalt-paedagogik-und-theater-methoden.html
Erich Mühsam – Soldatenlied
Wir lernten in der Schlacht zu stehn
bei Sturm und Höllenglut.
Wir lernten in den Tod zu gehn,
nicht achtend unser Blut.
Und wenn sich einst die Waffe kehrt
auf die, die uns den Kampf gelehrt,
sie werden uns nicht feige sehn.
Ihr Unterricht war gut.Wir töten, wie man uns befahl,
mit Blei und Dynamit,
für Vaterland und Kapital,
für Kaiser und Profit.
Doch wenn erfüllt die Tage sind,
dann stehn wir auf für Weib und Kind
und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
die lichte Sonne sieht.Soldaten! Ruft′s von Front zu Front:
Es ruhe das Gewehr!
Wer für die Reichen bluten konnt,
kann für die Seinen mehr.
Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
Vergesst den Freund im Feinde nicht!
In Flammen ruft der Horizont
nach Hause jedes Heer.Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
dass ferner Friede sei!
Nie wieder reiß das Völkerband
in rohem Krieg entzwei.
Sieg allen in der Heimatschlacht!
Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
und alle Welt ist Vaterland,
und alle Welt ist frei!Sein Lehrer und Vorbild Gustav Landauer war Schriftsteller, Anarchist, Anarcho-Pazifist. Er war Vordenker, Akteur sowohl nach der Novemberrevolution 1918 (nach der Pflege seiner an spanischer Grippe erkrankten Kinder) als auch bei der 2. Münchner Räterepublik ab 7.4.19 für 7 Tage als Volkskommissar für Volksaufklärung, wie man es statt Kultusminister sagen wollte. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung wurde er von Freikorps-Soldaten im Gefängnis Stadelheim ermordet 7. April 1870 – 2. Mai 1919 – und mit ihm die Rätezeit in Baiern und München
#AugustoBoal #ErichMühsam #Generationen #GustavLandauer #Krieg #Literatur #PauloReire -
Generationen ohne Nachkriegsschäden?
Während wir noch an den Bombenfunden aus dem letzten Krieg in Alarme geraten und in den Altenheimen und Krankenstationen die Demenz der letzten Kriegsgeneration die Erinnerungen löscht, die mit autoritärer Erziehung unter Denunziations- und Sündenangst den äußeren Schein durch OP’s und Friseur-Künste aufrecht erhalten …
Die Revolten der 1960er Jahre gegen die wieder etablierten Alt-Nazis in allen höheren Posten und Universitäten, mit Folgen bis heute: In Bayern die Juristen- und damit auch Richter-Ausbildung bis Anfang der 1980er Jahre mit Professor Maunz „Der Wille des Führers ist Gesetz!“ – sogar als CSU-Kultusminister von 1957 bis 1964 war das CSU-Mitglied Maunz bayerischer Kultusminister, nachdem seine alten Schriften auch durch Hildegard Hamm-Brücher bekannt gemacht wurden.
Die kleinen Bewegungen, die entstanden, in vielen Jugendgruppen und Studierenden-Gemeinden mit sozialpolitischen Arbeitskreisen, die sich im ganzen Land austauschten und organisierten, in der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise AG SPAK, in Parteien und Verbänden
Die nächsten Generationen können – je nach Aufwachsen – neue Verhaltensweisen entwickeln
Die Ängste der Nachkriegszeit
Befreiungsbewegungen im Antikommunismus
Amerikanische Befreiungsbewegungen in der Literatur
Allen Ginsberg und die literarischen Aufbrüche in den #USA in der „Beat Generation“ werden die Bewegungen grundieren können, mit Patti Smith „Power to the people!“ wie der Blues und die verschiedenen folgenden Musikstile die Befreiung der Schwarzen mit Billie Holiday, der Frauen und der Queeren begleitet haben,
wie damals Bob Dylan für die #Weatherman zum Stichwort-Gebenden wurde: „You don’t have to ask the Weatermen …“ woher der Wind weht:
Nur wenige wissen noch, wie die #Vietnam–#Krieg’s-Bewegungen begannen, mit durchaus kräftigen Bomben-Anschlägen, aber ohne menschliche Ziele, das war immer faschistische Art …
Auch der SDS hatte ein US-Vorbild ….
… aber befreiende Pädagogik kam aus Südamerika:
Paulo Freire und Augusto Boal
Paulo Freire starb 75-jährig in Sao Paulo – am 2. Mai 1997
Am Freitag, 2. Mai ’97 verstarb unser Freund und Vorbild Paulo Freire. Wie kein anderer pflegte er den Dialog und ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern. Wir werden versuchen, sein Anliegen weiter zu verwirklichen.
Kurzporträt Paulo Freire
Geboren am 19.9.1921 in Recife (Nordosten Brasilien) unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire
1928 aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Umzug mit der Familie nach Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in Paulo Freires Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers…“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren.
1944 Heirat mit Elza Maria Oliviera, einer Grundschullehrerin. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
1946 Arbeit als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig.
1956 verließ Freire sein Amt im Sozialdienst der Industrie teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unternehmensseite bezüglich seiner demokratischen Arbeitsmethode, teils weil ihm die Grenzen der assistenzialistischen Hilfe bewußt wurde.
1961 startete eine von Freire konzipierte Alphabetisierungskampagne in Brasilien auf nationaler Basis. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freire’s Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten..
1964 Staatsstreich durch die Militärs, Freire mußte 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er u.a. 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor.
1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (spez. in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig.
1980 nach der Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort Mitarbeit u.a. im Rahmen der Erzdiözese Sao Paulo (Kardinal Arns), an der Kath. Universität (PUC), sowie ab 1989 als Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo.
1991 trat Freire von diesem Posten zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.
1994 hatten wir Paulo Freire und seine zweite Frau, die Historikerin Ana Maria Freire in München zu Gast.
Zu seinem zentralen Thema „Verantwortung in der dritten und ersten Welt übernehmen.“
„Die an mich oft gerichtete Frage oder Feststellung lautet: „Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewusstseinsbildung zu tun.“
Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken. Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst-Weltler zu sein.
Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll.
Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-WeltlerInnen„. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“
Paulo Freire hat von über 20 (zuletzt 35) Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten. Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:
- Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript ab 1968 in Verbreitung
- Pädagogik der Solidarität – Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974
- Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)
- Dialog als Prinzip – Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.
- „Der Lehrer ist Politiker und Künstler – Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981
- 1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.
Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.
Die Ideen Paulo Freire’s wurden hier durch die 1977 gegründete
Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseinsbildung
verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfasste:
- ArbeitsGemeinschaft SozialPolitischer ArbeitsKreise AG SPAK München,
- Centro di Animazione per ‚l Autogestione Populare (Palermo / Italien),
- Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim- Köln)
- Institut Oecuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris),
- Mouvement d‘ Animation de Base / International Ontmoetingscentrum (Hasselt / Belgien)
- und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich).
Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo Freire Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Fachtagungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.
Vor allem in Latein- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenenbildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit.
Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tome und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt.
Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire-Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. Das letzte Heft unserer Zeitschrift für befreiende Pädagogik ist diesen Projekten gewidmet.
Für Juli dieses Jahres (1996) war Paulo Freire von der UNESCO zum Weltkongress der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo Freire Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Ein Sammelband mit Berichten aus der Arbeit in unseren europäischen Situationen ist für Sommer geplant. Die Universität Oldenburg wollte ihm die Ehrendoktorwürde verleihen.
Für das Wintersemester ’97 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.
*) Vorstand der Paulo Freire Gesellschaft 1996-98: Eva Maria Antz (Köln-Brühl), Marita Hecker, Frankfurt, Dr. Heinz Peter Gerhardt (Bonn), Fritz Letsch (München), Prof. Dr. Manfred Peters (Namur), Andreas Schauder (Schallstadt-Wolfenweiler), Heinz Schulze (München) Dr. Ilse Schimpf-Herken, Berlin
Die UNESCO hatte ihn als Hauptredner zur Weltkonferenz Erwachsenenbildung eingeladen und plante ein internationales Memorial
der pädagogische US-Fachverlag Peter Lang plant für die nächste Ausgabe der Taboo eine Würdigung Peter Lang Publishing
Paulo Freire und die zeitschrift für befreiende pädagogik
Zur theoretischen Verbindung der beiden Praktiker in der Kritischen Praxis auf Freire-Boal
Paulo Freire (* 19. September 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor (wikipedia ) und wirkt international in Kritische Pädagogik wie Kritische Theorie: Kritische Praxis auch auf Freire-Boal
Die Gedanken und pädagogischen Ansätze von Paulo Freire in der Pädagogik der Unterdrückten waren in den siebziger Jahren so revolutionär, dass sie viele Menschen weltweit begeisterten. Konservativen Politikern und PädagogInnen erschienen sie (manchen bis heute) zu „verdächtig“, um sie in unsere Bildungs-Praxis umzusetzen:
Freire unterteilt den Prozess der Bewusstseinsbildung in drei Stufen:
1. semi-transitives Bewusstsein: Der Mensch sieht seine Situation als unveränderlich an und sein Erfahrungswert ist damit begrenzt. Er hat keine Kraft Widerstand zu leisten und resigniert.
2. naiv-transitives Bewusstsein: Durch den Dialog nehmen die Menschen ihre Lebenswelt und die damit verbundenen Widersprüche wahr.
3. kritisch-transitives Bewusstsein: Der Mensch nimmt die Missstände der Welt in der er lebt nicht nur wahr, sondern er kann sie auch kritisch reflektieren. Er ist in der Lage Lösungen für seine Probleme zu suchen.
Das Ziel von Freire ist es, dass die Bevölkerung die dritte Stufe des Bewusstseins erlangt.
Von Alphabetisierung, „educación popular“, solidarischer Ökonomie, lokaler Politik, Bewegung arbeitender Kinder, Konzepte für viele Basisorganisationen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, bis zu demokratischer Unternehmensführung gehen die „Auswirkungen“ der „befreienden Pädagogik“ von Paulo Freire.
Bankiers-Erziehung nannte Freire die Art, fertiges Wissen in die Köpfe der Kinder einzulagern und wieder abzufragen, Bulimie-Lernen nennen es heute Studierende, wenn sie mit Halbbildung für Berufe vorbereitet zu werden, statt selbst zu forschen und zu studieren. Heute wird international die Ecopedagogy hervorgehoben
Unsere Kultur des Schweigens mit den giftigen Mythen aufdecken:
Das „Theater der Unterdrückten“, das Augusto Boal im selben Kontext entwickelte, Teile der Befreiungstheologie, die „ Partzipativen Haushalte“ (Bürgerhaushalt) sowie die Arbeit an der „Lernenden Organisation“ beziehen den Hintergrund von ihm, die Idee des Weltsozialforum entstand im Porto Alegre durch Chico Withaker. https://de.wikipedia.org/wiki/Chico_Whitaker
Im Regenbogen der Wünsche, ursprünglich Rainbow of Desire entwarf er noch psychologisch tiefergehende Arbeitsweisen mit Theatermethoden auf der Bühne. Zuletzt schrieb Augusto Boal noch eine Aesthetik der Unterdrueckten, die seinen pädagogischen Weg zu einer gesellschaftlichen Sichtweise beschreibt.
Im Jahr 1994 war Paulo Freire bei uns in München
1994 hatten wir, die Paulo Freire Gesellschaft ihn in München und in verschiedenen europäischen Städten zu Gast, 1996 konnte eine weitere Deutschland-Reise, bei der er Jürgen Habermas treffen wollte, was für eine gemeinsame Tagung spannend gewesen wäre … leider nicht mehr stattfinden. Am 2.Mai 1997 ist er dann 75jährig in Sao Paulo (Brasilien) verstorben. Sein Denken trägt weiterhin Früchte.
Augusto Boal war oft in München – er starb am 2. Mai 2009 – 12 Jahre später
Ich erlebte ihn erstmals 1981, er wohnte damals in Paris, und in Berlin gab es die meisten Fortbildungen mit ihm, die grössten Projekte waren in Pasing und Gauting 1995 und 1997, im Rathaus München 1999.
Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.
Boal entwickelte die verschiedenen Theaterformen des „Theater der Unterdrückten“, wie „Forumtheater“ und „Unsichtbares Theater“ und Legislatives Theater.
Frühere Formen der Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung auf Grund der Kritischen Theorie in der Anlehnung an die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire im Theater waren viele körperliche Erfahrungs-Methoden, Spiele und Übungen, Zeitungstheater und „Chamber in the Street„, eine Form, die parlamentarische Abläufe auf die Straße brachte.
Eine Zeit lang arbeitete er mit psychologisch inspirierten Methoden des Regenbogen der Wünsche, die in den amerikanischen Ländern sehr schnellen Bühnenerfolg brachten, hierzulande haben wir sie eher selten angewandt. Zuletzt stellte er ein Buch fertig, die „Ästhetik der Unterdrückten“, in dem er darlegt, wie uns der Unterhaltungsmüll reaktionsunfähig macht und wie wir zu internationaler Solidarität zurückkommen. Dann starb er am 2.Mai 2009, wie schon 1997 Paulo Freire.
Von einander lernen
Wie Bert Brecht hatte Augusto Boal mit seinen Arbeiten auch seine Methoden gesammelt, die Übungen und Spiele, nach den Orten benannt, an denen er sie gelernt hatte. So arbeitete auch die Bewusstseinsbildung mit Elementen des Volkstheater,
Das gemeinschaftliche Lernen und Forschen von Freire ist auch im Ansatz schon bei Rosa Luxemburg zu finden:
Theorie sucht nach der Quelle, die Praxis nach dem Ziel
Bert Brecht sah seine Inszenierungen im Sinne der Aufklärung, nicht der Ablenkung: Ein Beispiel sei das „Brecht-Licht“, das eine Szene gleichmäßig ausleuchtet, das Gesamt-Geschehen durchsichtig macht, statt hinter Kulissen und Vorhängen diffuse Verwicklungen zu konstruieren.
Die Lehrstücke waren zur Ausbildung der Schauspielenden gedacht, die richtigen Fragen zu stellen, statt die überzeugendsten Gefühle und Stimmen zu präsentieren, damit das Denken der Zusehenden möglich bleibt.
Theater vor der Aufklärung
Illusionstheater mit Kulissen und Schminke wollte nach der griechischen Tragödie mit Chören etc. den Spannungsbogen vom Prolog bis zu einem moralischen Ende spannen, wie auch heute noch Hollywood-Filme ein „happy end“ versprechen, wie inzwischen auch eine Klopapier-Marke benannt ist.
Brecht’sche Ansätze über Freire
Augusto Boal bricht im Forumtheater den Spannungsbogen am höchsten Punkt und fordert zum Dialog auf dem Weg zu gemeinschaftlich gut befundenen Lösungen.
Die Joker-Figur führt das Gespräch mit der Forum-Gruppe und dem Publikum in offener Weise:
- Seid ihr zufrieden?
- Wollt ihr euch noch besprechen?
- Wer möchte eine andere Lösung?
- Magst du spielen?
- was hat sich geändert?
Für ein „Theater der Empörung“?
Analog zur Ecopedagogy auf dem Weg zur Pädagogik der Empörung von Paulo Freire bis 2. Mai 1997 schrieb Augusto Boal eine Ästhetik der Unterdrückten als Kulturkritik und Abschluss seines Lebenswerkes bis 2. Mai 2009 vielleicht auf Theater der Empörung?
fritz-letsch.blogspot.com/2006/04/gestalt-paedagogik-und-theater-methoden.html
Erich Mühsam – Soldatenlied
Wir lernten in der Schlacht zu stehn
bei Sturm und Höllenglut.
Wir lernten in den Tod zu gehn,
nicht achtend unser Blut.
Und wenn sich einst die Waffe kehrt
auf die, die uns den Kampf gelehrt,
sie werden uns nicht feige sehn.
Ihr Unterricht war gut.Wir töten, wie man uns befahl,
mit Blei und Dynamit,
für Vaterland und Kapital,
für Kaiser und Profit.
Doch wenn erfüllt die Tage sind,
dann stehn wir auf für Weib und Kind
und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
die lichte Sonne sieht.Soldaten! Ruft′s von Front zu Front:
Es ruhe das Gewehr!
Wer für die Reichen bluten konnt,
kann für die Seinen mehr.
Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
Vergesst den Freund im Feinde nicht!
In Flammen ruft der Horizont
nach Hause jedes Heer.Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
dass ferner Friede sei!
Nie wieder reiß das Völkerband
in rohem Krieg entzwei.
Sieg allen in der Heimatschlacht!
Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
und alle Welt ist Vaterland,
und alle Welt ist frei!Sein Lehrer und Vorbild Gustav Landauer war Schriftsteller, Anarchist, Anarcho-Pazifist. Er war Vordenker, Akteur sowohl nach der Novemberrevolution 1918 (nach der Pflege seiner an spanischer Grippe erkrankten Kinder) als auch bei der 2. Münchner Räterepublik ab 7.4.19 für 7 Tage als Volkskommissar für Volksaufklärung, wie man es statt Kultusminister sagen wollte. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung wurde er von Freikorps-Soldaten im Gefängnis Stadelheim ermordet 7. April 1870 – 2. Mai 1919 – und mit ihm die Rätezeit in Baiern und München
#AugustoBoal #ErichMühsam #Generationen #GustavLandauer #Krieg #Literatur #PauloReire -
Generationen ohne Nachkriegsschäden?
Während wir noch an den Bombenfunden aus dem letzten Krieg in Alarme geraten und in den Altenheimen und Krankenstationen die Demenz der letzten Kriegsgeneration die Erinnerungen löscht, die mit autoritärer Erziehung unter Denunziations- und Sündenangst den äußeren Schein durch OP’s und Friseur-Künste aufrecht erhalten …
Die Revolten der 1960er Jahre gegen die wieder etablierten Alt-Nazis in allen höheren Posten und Universitäten, mit Folgen bis heute: In Bayern die Juristen- und damit auch Richter-Ausbildung bis Anfang der 1980er Jahre mit Professor Maunz „Der Wille des Führers ist Gesetz!“ – sogar als CSU-Kultusminister von 1957 bis 1964 war das CSU-Mitglied Maunz bayerischer Kultusminister, nachdem seine alten Schriften auch durch Hildegard Hamm-Brücher bekannt gemacht wurden.
Die kleinen Bewegungen, die entstanden, in vielen Jugendgruppen und Studierenden-Gemeinden mit sozialpolitischen Arbeitskreisen, die sich im ganzen Land austauschten und organisierten, in der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise AG SPAK, in Parteien und Verbänden
Die nächsten Generationen können – je nach Aufwachsen – neue Verhaltensweisen entwickeln
Die Ängste der Nachkriegszeit
Befreiungsbewegungen im Antikommunismus
Amerikanische Befreiungsbewegungen in der Literatur
Allen Ginsberg und die literarischen Aufbrüche in den #USA in der „Beat Generation“ werden die Bewegungen grundieren können, mit Patti Smith „Power to the people!“ wie der Blues und die verschiedenen folgenden Musikstile die Befreiung der Schwarzen mit Billie Holiday, der Frauen und der Queeren begleitet haben,
wie damals Bob Dylan für die #Weatherman zum Stichwort-Gebenden wurde: „You don’t have to ask the Weatermen …“ woher der Wind weht:
Nur wenige wissen noch, wie die #Vietnam–#Krieg’s-Bewegungen begannen, mit durchaus kräftigen Bomben-Anschlägen, aber ohne menschliche Ziele, das war immer faschistische Art …
Auch der SDS hatte ein US-Vorbild ….
… aber befreiende Pädagogik kam aus Südamerika:
Paulo Freire und Augusto Boal
Paulo Freire starb 75-jährig in Sao Paulo – am 2. Mai 1997
Am Freitag, 2. Mai ’97 verstarb unser Freund und Vorbild Paulo Freire. Wie kein anderer pflegte er den Dialog und ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern. Wir werden versuchen, sein Anliegen weiter zu verwirklichen.
Kurzporträt Paulo Freire
Geboren am 19.9.1921 in Recife (Nordosten Brasilien) unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire
1928 aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Umzug mit der Familie nach Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in Paulo Freires Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers…“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren.
1944 Heirat mit Elza Maria Oliviera, einer Grundschullehrerin. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
1946 Arbeit als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig.
1956 verließ Freire sein Amt im Sozialdienst der Industrie teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unternehmensseite bezüglich seiner demokratischen Arbeitsmethode, teils weil ihm die Grenzen der assistenzialistischen Hilfe bewußt wurde.
1961 startete eine von Freire konzipierte Alphabetisierungskampagne in Brasilien auf nationaler Basis. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freire’s Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten..
1964 Staatsstreich durch die Militärs, Freire mußte 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er u.a. 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor.
1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (spez. in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig.
1980 nach der Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort Mitarbeit u.a. im Rahmen der Erzdiözese Sao Paulo (Kardinal Arns), an der Kath. Universität (PUC), sowie ab 1989 als Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo.
1991 trat Freire von diesem Posten zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.
1994 hatten wir Paulo Freire und seine zweite Frau, die Historikerin Ana Maria Freire in München zu Gast.
Zu seinem zentralen Thema „Verantwortung in der dritten und ersten Welt übernehmen.“
„Die an mich oft gerichtete Frage oder Feststellung lautet: „Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewusstseinsbildung zu tun.“
Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken. Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst-Weltler zu sein.
Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll.
Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-WeltlerInnen„. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“
Paulo Freire hat von über 20 (zuletzt 35) Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten. Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:
- Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript ab 1968 in Verbreitung
- Pädagogik der Solidarität – Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974
- Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)
- Dialog als Prinzip – Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.
- „Der Lehrer ist Politiker und Künstler – Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981
- 1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.
Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.
Die Ideen Paulo Freire’s wurden hier durch die 1977 gegründete
Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseinsbildung
verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfasste:
- ArbeitsGemeinschaft SozialPolitischer ArbeitsKreise AG SPAK München,
- Centro di Animazione per ‚l Autogestione Populare (Palermo / Italien),
- Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim- Köln)
- Institut Oecuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris),
- Mouvement d‘ Animation de Base / International Ontmoetingscentrum (Hasselt / Belgien)
- und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich).
Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo Freire Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Fachtagungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.
Vor allem in Latein- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenenbildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit.
Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tome und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt.
Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire-Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. Das letzte Heft unserer Zeitschrift für befreiende Pädagogik ist diesen Projekten gewidmet.
Für Juli dieses Jahres (1996) war Paulo Freire von der UNESCO zum Weltkongress der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo Freire Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Ein Sammelband mit Berichten aus der Arbeit in unseren europäischen Situationen ist für Sommer geplant. Die Universität Oldenburg wollte ihm die Ehrendoktorwürde verleihen.
Für das Wintersemester ’97 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.
*) Vorstand der Paulo Freire Gesellschaft 1996-98: Eva Maria Antz (Köln-Brühl), Marita Hecker, Frankfurt, Dr. Heinz Peter Gerhardt (Bonn), Fritz Letsch (München), Prof. Dr. Manfred Peters (Namur), Andreas Schauder (Schallstadt-Wolfenweiler), Heinz Schulze (München) Dr. Ilse Schimpf-Herken, Berlin
Die UNESCO hatte ihn als Hauptredner zur Weltkonferenz Erwachsenenbildung eingeladen und plante ein internationales Memorial
der pädagogische US-Fachverlag Peter Lang plant für die nächste Ausgabe der Taboo eine Würdigung Peter Lang Publishing
Paulo Freire und die zeitschrift für befreiende pädagogik
Zur theoretischen Verbindung der beiden Praktiker in der Kritischen Praxis auf Freire-Boal
Paulo Freire (* 19. September 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor (wikipedia ) und wirkt international in Kritische Pädagogik wie Kritische Theorie: Kritische Praxis auch auf Freire-Boal
Die Gedanken und pädagogischen Ansätze von Paulo Freire in der Pädagogik der Unterdrückten waren in den siebziger Jahren so revolutionär, dass sie viele Menschen weltweit begeisterten. Konservativen Politikern und PädagogInnen erschienen sie (manchen bis heute) zu „verdächtig“, um sie in unsere Bildungs-Praxis umzusetzen:
Freire unterteilt den Prozess der Bewusstseinsbildung in drei Stufen:
1. semi-transitives Bewusstsein: Der Mensch sieht seine Situation als unveränderlich an und sein Erfahrungswert ist damit begrenzt. Er hat keine Kraft Widerstand zu leisten und resigniert.
2. naiv-transitives Bewusstsein: Durch den Dialog nehmen die Menschen ihre Lebenswelt und die damit verbundenen Widersprüche wahr.
3. kritisch-transitives Bewusstsein: Der Mensch nimmt die Missstände der Welt in der er lebt nicht nur wahr, sondern er kann sie auch kritisch reflektieren. Er ist in der Lage Lösungen für seine Probleme zu suchen.
Das Ziel von Freire ist es, dass die Bevölkerung die dritte Stufe des Bewusstseins erlangt.
Von Alphabetisierung, „educación popular“, solidarischer Ökonomie, lokaler Politik, Bewegung arbeitender Kinder, Konzepte für viele Basisorganisationen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, bis zu demokratischer Unternehmensführung gehen die „Auswirkungen“ der „befreienden Pädagogik“ von Paulo Freire.
Bankiers-Erziehung nannte Freire die Art, fertiges Wissen in die Köpfe der Kinder einzulagern und wieder abzufragen, Bulimie-Lernen nennen es heute Studierende, wenn sie mit Halbbildung für Berufe vorbereitet zu werden, statt selbst zu forschen und zu studieren. Heute wird international die Ecopedagogy hervorgehoben
Unsere Kultur des Schweigens mit den giftigen Mythen aufdecken:
Das „Theater der Unterdrückten“, das Augusto Boal im selben Kontext entwickelte, Teile der Befreiungstheologie, die „ Partzipativen Haushalte“ (Bürgerhaushalt) sowie die Arbeit an der „Lernenden Organisation“ beziehen den Hintergrund von ihm, die Idee des Weltsozialforum entstand im Porto Alegre durch Chico Withaker. https://de.wikipedia.org/wiki/Chico_Whitaker
Im Regenbogen der Wünsche, ursprünglich Rainbow of Desire entwarf er noch psychologisch tiefergehende Arbeitsweisen mit Theatermethoden auf der Bühne. Zuletzt schrieb Augusto Boal noch eine Aesthetik der Unterdrueckten, die seinen pädagogischen Weg zu einer gesellschaftlichen Sichtweise beschreibt.
Im Jahr 1994 war Paulo Freire bei uns in München
1994 hatten wir, die Paulo Freire Gesellschaft ihn in München und in verschiedenen europäischen Städten zu Gast, 1996 konnte eine weitere Deutschland-Reise, bei der er Jürgen Habermas treffen wollte, was für eine gemeinsame Tagung spannend gewesen wäre … leider nicht mehr stattfinden. Am 2.Mai 1997 ist er dann 75jährig in Sao Paulo (Brasilien) verstorben. Sein Denken trägt weiterhin Früchte.
Augusto Boal war oft in München – er starb am 2. Mai 2009 – 12 Jahre später
Ich erlebte ihn erstmals 1981, er wohnte damals in Paris, und in Berlin gab es die meisten Fortbildungen mit ihm, die grössten Projekte waren in Pasing und Gauting 1995 und 1997, im Rathaus München 1999.
Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.
Boal entwickelte die verschiedenen Theaterformen des „Theater der Unterdrückten“, wie „Forumtheater“ und „Unsichtbares Theater“ und Legislatives Theater.
Frühere Formen der Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung auf Grund der Kritischen Theorie in der Anlehnung an die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire im Theater waren viele körperliche Erfahrungs-Methoden, Spiele und Übungen, Zeitungstheater und „Chamber in the Street„, eine Form, die parlamentarische Abläufe auf die Straße brachte.
Eine Zeit lang arbeitete er mit psychologisch inspirierten Methoden des Regenbogen der Wünsche, die in den amerikanischen Ländern sehr schnellen Bühnenerfolg brachten, hierzulande haben wir sie eher selten angewandt. Zuletzt stellte er ein Buch fertig, die „Ästhetik der Unterdrückten“, in dem er darlegt, wie uns der Unterhaltungsmüll reaktionsunfähig macht und wie wir zu internationaler Solidarität zurückkommen. Dann starb er am 2.Mai 2009, wie schon 1997 Paulo Freire.
Von einander lernen
Wie Bert Brecht hatte Augusto Boal mit seinen Arbeiten auch seine Methoden gesammelt, die Übungen und Spiele, nach den Orten benannt, an denen er sie gelernt hatte. So arbeitete auch die Bewusstseinsbildung mit Elementen des Volkstheater,
Das gemeinschaftliche Lernen und Forschen von Freire ist auch im Ansatz schon bei Rosa Luxemburg zu finden:
Theorie sucht nach der Quelle, die Praxis nach dem Ziel
Bert Brecht sah seine Inszenierungen im Sinne der Aufklärung, nicht der Ablenkung: Ein Beispiel sei das „Brecht-Licht“, das eine Szene gleichmäßig ausleuchtet, das Gesamt-Geschehen durchsichtig macht, statt hinter Kulissen und Vorhängen diffuse Verwicklungen zu konstruieren.
Die Lehrstücke waren zur Ausbildung der Schauspielenden gedacht, die richtigen Fragen zu stellen, statt die überzeugendsten Gefühle und Stimmen zu präsentieren, damit das Denken der Zusehenden möglich bleibt.
Theater vor der Aufklärung
Illusionstheater mit Kulissen und Schminke wollte nach der griechischen Tragödie mit Chören etc. den Spannungsbogen vom Prolog bis zu einem moralischen Ende spannen, wie auch heute noch Hollywood-Filme ein „happy end“ versprechen, wie inzwischen auch eine Klopapier-Marke benannt ist.
Brecht’sche Ansätze über Freire
Augusto Boal bricht im Forumtheater den Spannungsbogen am höchsten Punkt und fordert zum Dialog auf dem Weg zu gemeinschaftlich gut befundenen Lösungen.
Die Joker-Figur führt das Gespräch mit der Forum-Gruppe und dem Publikum in offener Weise:
- Seid ihr zufrieden?
- Wollt ihr euch noch besprechen?
- Wer möchte eine andere Lösung?
- Magst du spielen?
- was hat sich geändert?
Für ein „Theater der Empörung“?
Analog zur Ecopedagogy auf dem Weg zur Pädagogik der Empörung von Paulo Freire bis 2. Mai 1997 schrieb Augusto Boal eine Ästhetik der Unterdrückten als Kulturkritik und Abschluss seines Lebenswerkes bis 2. Mai 2009 vielleicht auf Theater der Empörung?
fritz-letsch.blogspot.com/2006/04/gestalt-paedagogik-und-theater-methoden.html
Erich Mühsam – Soldatenlied
Wir lernten in der Schlacht zu stehn
bei Sturm und Höllenglut.
Wir lernten in den Tod zu gehn,
nicht achtend unser Blut.
Und wenn sich einst die Waffe kehrt
auf die, die uns den Kampf gelehrt,
sie werden uns nicht feige sehn.
Ihr Unterricht war gut.Wir töten, wie man uns befahl,
mit Blei und Dynamit,
für Vaterland und Kapital,
für Kaiser und Profit.
Doch wenn erfüllt die Tage sind,
dann stehn wir auf für Weib und Kind
und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
die lichte Sonne sieht.Soldaten! Ruft′s von Front zu Front:
Es ruhe das Gewehr!
Wer für die Reichen bluten konnt,
kann für die Seinen mehr.
Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
Vergesst den Freund im Feinde nicht!
In Flammen ruft der Horizont
nach Hause jedes Heer.Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
dass ferner Friede sei!
Nie wieder reiß das Völkerband
in rohem Krieg entzwei.
Sieg allen in der Heimatschlacht!
Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
und alle Welt ist Vaterland,
und alle Welt ist frei!Sein Lehrer und Vorbild Gustav Landauer war Schriftsteller, Anarchist, Anarcho-Pazifist. Er war Vordenker, Akteur sowohl nach der Novemberrevolution 1918 (nach der Pflege seiner an spanischer Grippe erkrankten Kinder) als auch bei der 2. Münchner Räterepublik ab 7.4.19 für 7 Tage als Volkskommissar für Volksaufklärung, wie man es statt Kultusminister sagen wollte. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung wurde er von Freikorps-Soldaten im Gefängnis Stadelheim ermordet 7. April 1870 – 2. Mai 1919 – und mit ihm die Rätezeit in Baiern und München
#AugustoBoal #ErichMühsam #Generationen #GustavLandauer #Krieg #Literatur #PauloReire -
Generationen ohne Nachkriegsschäden?
Während wir noch an den Bombenfunden aus dem letzten Krieg in Alarme geraten und in den Altenheimen und Krankenstationen die Demenz der letzten Kriegsgeneration die Erinnerungen löscht, die mit autoritärer Erziehung unter Denunziations- und Sündenangst den äußeren Schein durch OP’s und Friseur-Künste aufrecht erhalten …
Die Revolten der 1960er Jahre gegen die wieder etablierten Alt-Nazis in allen höheren Posten und Universitäten, mit Folgen bis heute: In Bayern die Juristen- und damit auch Richter-Ausbildung bis Anfang der 1980er Jahre mit Professor Maunz „Der Wille des Führers ist Gesetz!“ – sogar als CSU-Kultusminister von 1957 bis 1964 war das CSU-Mitglied Maunz bayerischer Kultusminister, nachdem seine alten Schriften auch durch Hildegard Hamm-Brücher bekannt gemacht wurden.
Die kleinen Bewegungen, die entstanden, in vielen Jugendgruppen und Studierenden-Gemeinden mit sozialpolitischen Arbeitskreisen, die sich im ganzen Land austauschten und organisierten, in der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise AG SPAK, in Parteien und Verbänden
Die nächsten Generationen können – je nach Aufwachsen – neue Verhaltensweisen entwickeln
Die Ängste der Nachkriegszeit
Befreiungsbewegungen im Antikommunismus
Amerikanische Befreiungsbewegungen in der Literatur
Allen Ginsberg und die literarischen Aufbrüche in den #USA in der „Beat Generation“ werden die Bewegungen grundieren können, mit Patti Smith „Power to the people!“ wie der Blues und die verschiedenen folgenden Musikstile die Befreiung der Schwarzen mit Billie Holiday, der Frauen und der Queeren begleitet haben,
wie damals Bob Dylan für die #Weatherman zum Stichwort-Gebenden wurde: „You don’t have to ask the Weatermen …“ woher der Wind weht:
Nur wenige wissen noch, wie die #Vietnam–#Krieg’s-Bewegungen begannen, mit durchaus kräftigen Bomben-Anschlägen, aber ohne menschliche Ziele, das war immer faschistische Art …
Auch der SDS hatte ein US-Vorbild ….
… aber befreiende Pädagogik kam aus Südamerika:
Paulo Freire und Augusto Boal
Paulo Freire starb 75-jährig in Sao Paulo – am 2. Mai 1997
Am Freitag, 2. Mai ’97 verstarb unser Freund und Vorbild Paulo Freire. Wie kein anderer pflegte er den Dialog und ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern. Wir werden versuchen, sein Anliegen weiter zu verwirklichen.
Kurzporträt Paulo Freire
Geboren am 19.9.1921 in Recife (Nordosten Brasilien) unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire
1928 aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Umzug mit der Familie nach Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in Paulo Freires Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers…“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren.
1944 Heirat mit Elza Maria Oliviera, einer Grundschullehrerin. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
1946 Arbeit als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig.
1956 verließ Freire sein Amt im Sozialdienst der Industrie teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unternehmensseite bezüglich seiner demokratischen Arbeitsmethode, teils weil ihm die Grenzen der assistenzialistischen Hilfe bewußt wurde.
1961 startete eine von Freire konzipierte Alphabetisierungskampagne in Brasilien auf nationaler Basis. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freire’s Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten..
1964 Staatsstreich durch die Militärs, Freire mußte 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er u.a. 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor.
1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (spez. in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig.
1980 nach der Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort Mitarbeit u.a. im Rahmen der Erzdiözese Sao Paulo (Kardinal Arns), an der Kath. Universität (PUC), sowie ab 1989 als Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo.
1991 trat Freire von diesem Posten zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.
1994 hatten wir Paulo Freire und seine zweite Frau, die Historikerin Ana Maria Freire in München zu Gast.
Zu seinem zentralen Thema „Verantwortung in der dritten und ersten Welt übernehmen.“
„Die an mich oft gerichtete Frage oder Feststellung lautet: „Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewusstseinsbildung zu tun.“
Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken. Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst-Weltler zu sein.
Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll.
Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-WeltlerInnen„. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“
Paulo Freire hat von über 20 (zuletzt 35) Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten. Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:
- Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript ab 1968 in Verbreitung
- Pädagogik der Solidarität – Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974
- Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)
- Dialog als Prinzip – Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.
- „Der Lehrer ist Politiker und Künstler – Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981
- 1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.
Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.
Die Ideen Paulo Freire’s wurden hier durch die 1977 gegründete
Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseinsbildung
verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfasste:
- ArbeitsGemeinschaft SozialPolitischer ArbeitsKreise AG SPAK München,
- Centro di Animazione per ‚l Autogestione Populare (Palermo / Italien),
- Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim- Köln)
- Institut Oecuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris),
- Mouvement d‘ Animation de Base / International Ontmoetingscentrum (Hasselt / Belgien)
- und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich).
Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo Freire Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Fachtagungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.
Vor allem in Latein- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenenbildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit.
Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tome und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt.
Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire-Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. Das letzte Heft unserer Zeitschrift für befreiende Pädagogik ist diesen Projekten gewidmet.
Für Juli dieses Jahres (1996) war Paulo Freire von der UNESCO zum Weltkongress der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo Freire Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Ein Sammelband mit Berichten aus der Arbeit in unseren europäischen Situationen ist für Sommer geplant. Die Universität Oldenburg wollte ihm die Ehrendoktorwürde verleihen.
Für das Wintersemester ’97 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.
*) Vorstand der Paulo Freire Gesellschaft 1996-98: Eva Maria Antz (Köln-Brühl), Marita Hecker, Frankfurt, Dr. Heinz Peter Gerhardt (Bonn), Fritz Letsch (München), Prof. Dr. Manfred Peters (Namur), Andreas Schauder (Schallstadt-Wolfenweiler), Heinz Schulze (München) Dr. Ilse Schimpf-Herken, Berlin
Die UNESCO hatte ihn als Hauptredner zur Weltkonferenz Erwachsenenbildung eingeladen und plante ein internationales Memorial
der pädagogische US-Fachverlag Peter Lang plant für die nächste Ausgabe der Taboo eine Würdigung Peter Lang Publishing
Paulo Freire und die zeitschrift für befreiende pädagogik
Zur theoretischen Verbindung der beiden Praktiker in der Kritischen Praxis auf Freire-Boal
Paulo Freire (* 19. September 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor (wikipedia ) und wirkt international in Kritische Pädagogik wie Kritische Theorie: Kritische Praxis auch auf Freire-Boal
Die Gedanken und pädagogischen Ansätze von Paulo Freire in der Pädagogik der Unterdrückten waren in den siebziger Jahren so revolutionär, dass sie viele Menschen weltweit begeisterten. Konservativen Politikern und PädagogInnen erschienen sie (manchen bis heute) zu „verdächtig“, um sie in unsere Bildungs-Praxis umzusetzen:
Freire unterteilt den Prozess der Bewusstseinsbildung in drei Stufen:
1. semi-transitives Bewusstsein: Der Mensch sieht seine Situation als unveränderlich an und sein Erfahrungswert ist damit begrenzt. Er hat keine Kraft Widerstand zu leisten und resigniert.
2. naiv-transitives Bewusstsein: Durch den Dialog nehmen die Menschen ihre Lebenswelt und die damit verbundenen Widersprüche wahr.
3. kritisch-transitives Bewusstsein: Der Mensch nimmt die Missstände der Welt in der er lebt nicht nur wahr, sondern er kann sie auch kritisch reflektieren. Er ist in der Lage Lösungen für seine Probleme zu suchen.
Das Ziel von Freire ist es, dass die Bevölkerung die dritte Stufe des Bewusstseins erlangt.
Von Alphabetisierung, „educación popular“, solidarischer Ökonomie, lokaler Politik, Bewegung arbeitender Kinder, Konzepte für viele Basisorganisationen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, bis zu demokratischer Unternehmensführung gehen die „Auswirkungen“ der „befreienden Pädagogik“ von Paulo Freire.
Bankiers-Erziehung nannte Freire die Art, fertiges Wissen in die Köpfe der Kinder einzulagern und wieder abzufragen, Bulimie-Lernen nennen es heute Studierende, wenn sie mit Halbbildung für Berufe vorbereitet zu werden, statt selbst zu forschen und zu studieren. Heute wird international die Ecopedagogy hervorgehoben
Unsere Kultur des Schweigens mit den giftigen Mythen aufdecken:
Das „Theater der Unterdrückten“, das Augusto Boal im selben Kontext entwickelte, Teile der Befreiungstheologie, die „ Partzipativen Haushalte“ (Bürgerhaushalt) sowie die Arbeit an der „Lernenden Organisation“ beziehen den Hintergrund von ihm, die Idee des Weltsozialforum entstand im Porto Alegre durch Chico Withaker. https://de.wikipedia.org/wiki/Chico_Whitaker
Im Regenbogen der Wünsche, ursprünglich Rainbow of Desire entwarf er noch psychologisch tiefergehende Arbeitsweisen mit Theatermethoden auf der Bühne. Zuletzt schrieb Augusto Boal noch eine Aesthetik der Unterdrueckten, die seinen pädagogischen Weg zu einer gesellschaftlichen Sichtweise beschreibt.
Im Jahr 1994 war Paulo Freire bei uns in München
1994 hatten wir, die Paulo Freire Gesellschaft ihn in München und in verschiedenen europäischen Städten zu Gast, 1996 konnte eine weitere Deutschland-Reise, bei der er Jürgen Habermas treffen wollte, was für eine gemeinsame Tagung spannend gewesen wäre … leider nicht mehr stattfinden. Am 2.Mai 1997 ist er dann 75jährig in Sao Paulo (Brasilien) verstorben. Sein Denken trägt weiterhin Früchte.
Augusto Boal war oft in München – er starb am 2. Mai 2009 – 12 Jahre später
Ich erlebte ihn erstmals 1981, er wohnte damals in Paris, und in Berlin gab es die meisten Fortbildungen mit ihm, die grössten Projekte waren in Pasing und Gauting 1995 und 1997, im Rathaus München 1999.
Augusto Boal, 16.3.1931 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille.
Boal entwickelte die verschiedenen Theaterformen des „Theater der Unterdrückten“, wie „Forumtheater“ und „Unsichtbares Theater“ und Legislatives Theater.
Frühere Formen der Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung auf Grund der Kritischen Theorie in der Anlehnung an die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire im Theater waren viele körperliche Erfahrungs-Methoden, Spiele und Übungen, Zeitungstheater und „Chamber in the Street„, eine Form, die parlamentarische Abläufe auf die Straße brachte.
Eine Zeit lang arbeitete er mit psychologisch inspirierten Methoden des Regenbogen der Wünsche, die in den amerikanischen Ländern sehr schnellen Bühnenerfolg brachten, hierzulande haben wir sie eher selten angewandt. Zuletzt stellte er ein Buch fertig, die „Ästhetik der Unterdrückten“, in dem er darlegt, wie uns der Unterhaltungsmüll reaktionsunfähig macht und wie wir zu internationaler Solidarität zurückkommen. Dann starb er am 2.Mai 2009, wie schon 1997 Paulo Freire.
Von einander lernen
Wie Bert Brecht hatte Augusto Boal mit seinen Arbeiten auch seine Methoden gesammelt, die Übungen und Spiele, nach den Orten benannt, an denen er sie gelernt hatte. So arbeitete auch die Bewusstseinsbildung mit Elementen des Volkstheater,
Das gemeinschaftliche Lernen und Forschen von Freire ist auch im Ansatz schon bei Rosa Luxemburg zu finden:
Theorie sucht nach der Quelle, die Praxis nach dem Ziel
Bert Brecht sah seine Inszenierungen im Sinne der Aufklärung, nicht der Ablenkung: Ein Beispiel sei das „Brecht-Licht“, das eine Szene gleichmäßig ausleuchtet, das Gesamt-Geschehen durchsichtig macht, statt hinter Kulissen und Vorhängen diffuse Verwicklungen zu konstruieren.
Die Lehrstücke waren zur Ausbildung der Schauspielenden gedacht, die richtigen Fragen zu stellen, statt die überzeugendsten Gefühle und Stimmen zu präsentieren, damit das Denken der Zusehenden möglich bleibt.
Theater vor der Aufklärung
Illusionstheater mit Kulissen und Schminke wollte nach der griechischen Tragödie mit Chören etc. den Spannungsbogen vom Prolog bis zu einem moralischen Ende spannen, wie auch heute noch Hollywood-Filme ein „happy end“ versprechen, wie inzwischen auch eine Klopapier-Marke benannt ist.
Brecht’sche Ansätze über Freire
Augusto Boal bricht im Forumtheater den Spannungsbogen am höchsten Punkt und fordert zum Dialog auf dem Weg zu gemeinschaftlich gut befundenen Lösungen.
Die Joker-Figur führt das Gespräch mit der Forum-Gruppe und dem Publikum in offener Weise:
- Seid ihr zufrieden?
- Wollt ihr euch noch besprechen?
- Wer möchte eine andere Lösung?
- Magst du spielen?
- was hat sich geändert?
Für ein „Theater der Empörung“?
Analog zur Ecopedagogy auf dem Weg zur Pädagogik der Empörung von Paulo Freire bis 2. Mai 1997 schrieb Augusto Boal eine Ästhetik der Unterdrückten als Kulturkritik und Abschluss seines Lebenswerkes bis 2. Mai 2009 vielleicht auf Theater der Empörung?
fritz-letsch.blogspot.com/2006/04/gestalt-paedagogik-und-theater-methoden.html
Erich Mühsam – Soldatenlied
Wir lernten in der Schlacht zu stehn
bei Sturm und Höllenglut.
Wir lernten in den Tod zu gehn,
nicht achtend unser Blut.
Und wenn sich einst die Waffe kehrt
auf die, die uns den Kampf gelehrt,
sie werden uns nicht feige sehn.
Ihr Unterricht war gut.Wir töten, wie man uns befahl,
mit Blei und Dynamit,
für Vaterland und Kapital,
für Kaiser und Profit.
Doch wenn erfüllt die Tage sind,
dann stehn wir auf für Weib und Kind
und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
die lichte Sonne sieht.Soldaten! Ruft′s von Front zu Front:
Es ruhe das Gewehr!
Wer für die Reichen bluten konnt,
kann für die Seinen mehr.
Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
Vergesst den Freund im Feinde nicht!
In Flammen ruft der Horizont
nach Hause jedes Heer.Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
dass ferner Friede sei!
Nie wieder reiß das Völkerband
in rohem Krieg entzwei.
Sieg allen in der Heimatschlacht!
Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
und alle Welt ist Vaterland,
und alle Welt ist frei!Sein Lehrer und Vorbild Gustav Landauer war Schriftsteller, Anarchist, Anarcho-Pazifist. Er war Vordenker, Akteur sowohl nach der Novemberrevolution 1918 (nach der Pflege seiner an spanischer Grippe erkrankten Kinder) als auch bei der 2. Münchner Räterepublik ab 7.4.19 für 7 Tage als Volkskommissar für Volksaufklärung, wie man es statt Kultusminister sagen wollte. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung wurde er von Freikorps-Soldaten im Gefängnis Stadelheim ermordet 7. April 1870 – 2. Mai 1919 – und mit ihm die Rätezeit in Baiern und München
#AugustoBoal #ErichMühsam #Generationen #GustavLandauer #Krieg #Literatur #PauloReire -
👉🏼 War heute zur kostenlosen 3h-Führung in der Hufeisensiedlung in Berlin Britz: "Leben im Weltkulturerbe
Im Rahmen der Veranstaltungreihe 100 Jahre Hufeisen"✅ Viel gelernt, wer dort alles gelebt hat und wie sich ab 1933 alles verändert hat ...
ℹ️ Hier gibts Infos zur Reihe der vhs Neukölln, es gibt noch fünf weitere kostenlose Führungen: https://www.berlin.de/vhs-neukoelln/ueber-die-vhs/aktuelles/artikel.1637132.php
#Architektur #Berlin #Moderne #architecture #UNESCO #erichmuhsam #Bauhaus #Design #VHS #Bildung #Wiederwasgelernt #Volkshochschule
-
Don't miss it:
Veranstaltung zu Erich Mühsam in den Sophiensälen📆 7. März 2026
🕢️ 17 Uhr
📍 Sophiensæle, Kantine
🫰 5 EuroIn den 1920er-Jahren spricht der jüdisch-queere Anarchist Erich Mühsam auf mehreren Veranstaltungen in den Sophiensælen. Im Gespräch mit einem Vertreter der Gustav Landauer Initiative reflektiert der Künstler Noam Brusilovsky diese Auftritte und Mühsams Bedeutung für anarchistische und sozialistische Bewegungen. Davon ausgehend widmet sich Brusilovsky in einem zweiten künstlerischen Teil des Abends der Frage, wie wir Mühsams Visionen einer freien Gesellschaft und weitere revolutionäre Gedanken heute wieder aufgreifen und welche Rolle sie in aktuellen gesellschaftlichen Diskursen spielen können.
https://sophiensaele.com/de/stueck/erich-muehsam-in-den-sophiensaelen
:BoostOK:
#Anarchismus #ErichMühsam #Berlin #Queer #Geschichte #Arbeiter #GustavLandauerInitiative
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Je mehr einer sich für andere gibt, um so mehr hat er #selbst.
(Erich #Mühsam)
#psychotHHerapie #Zitat #Zitate #Altruismus #ErichMühsam -
im Goldenen Anker in der Schillerstraße München …
fand ab 1916 ein Treffen mit dem Kulturjournalisten und Zeitungs-Redakteur, früher für den „VORWÄRTS“ der SPD, Kurt Eisner statt, auch mit vielen Frauen, damals noch nicht wahlberechtigt, oft Munitionsarbeiterinnen, auch Literaten wie Ernst Toller kommen dazu, Erich Mühsam bekommt mal Hausverbot, weil er mit seinem Radikalismuszu sehr stört, auch Oskar Maria Graf schreibt darüber.
Herzliche Einladung an alle demokrat/-innenMo. 10.11.2025 9.30-12.30 uhr ort: derya-grill, (ex-goldener anker), schillerstr. 34, münchen - erstes-grab-kurt-eisner-symposium (www.erstes-grab-eisner.org) (---> das "erste Grab" wurde 1922 von den Gewerkschaften für die Urne Eisners erbaut, im Ostfriedhof) frauenwahlrecht, 'massenbildung', friedensarbeit #bayerischermahatmaghandi #bavarianmahatmaghandi freier eintritt - mehr und anmelden auf www.stadtfuehrer-max.de unter kalendertermineDas Kulturreferat fördert unser Symposium - nach fünf Jahren Vorarbeit...
Montagsgespräche“, wie sie Kurt Eisner und die USP nach der Abspaltung von der SPD im Gasthaus zum Goldenen Anker in der Schillerstraẞe (damals 30, heute 34, https://www.derya.restaurant/Derya, Weite, Tiefe und Schönheit, die mit dem Meer assoziiert werden) in München führten,
mit aktuellen Beiträgen, was mich gerade in der Welt / Stadt bewegt, wie Kurt Eisner als Kultur-Redakteur vernetzt war, verwoben in der internationalistischen Seite der Sozialisten in der Schweiz, in der SPD, dann erst in der pazifistischen Bewegung mit Max Weber und dem jungen Ernst Toller, der bei diesem in Heidelberg studiert hatte,
und dann den Möglichkeiten, welche Gruppen in der Stadt schon arbeiten … und wie es zur Revolution kommen kann …
Damalige Gäste
Ausführlich in Steckbriefe gegen Eisner, Kurt und Genossen wegen Landesverrates Ein Lesebuch über Münchner Revolutionärinnen und Revolutionäre im Januar 1918 herausgegeben von Cornelia Naumann und Günther Gerstenberg http://www.edition-av.de
Weiteres zum Buch: https://raete-muenchen.de/steckbriefe-kurt-eisner-und-genossinnen
Von wegen Caféhaus-Literaten: Was neulich ferne Schrift-Stellende und Feuilletonisten den angeblichen „Träumern“ nachsagen, ist auf der bürgerlichen Schiene von oben herab wie pfeifen im Wald:
Wer von den Lebens-Verhältnissen der Menschen nichts wissen will, kann sie leichter verurteilen, ihre Ideen von Sozialismus und gerechtem Leben für alle Werktätigen für Spinnerei abtun.
Ein Symposium im heutigen Lokal Zum Goldenen Anker wird die Ideen zur besseren öffentlichen Erinnerung vom Denkmal im Ostfriedhof bis zu seinem Grab mit Gustav Landauer im jüdischen Friedhof, mit seinen Netzwerken und seinem Vorgehen, seinen Vorstellungen zu den Räten und den heutigen Bedeutungen, wie sie auch Hannah Arendt für die Demokratie sah, bis zur Bedeutung der Beiträge für die Politik der Frauen, die in jener Zeit nicht gewürdigt werden konnte.
10-2025-6-Erstes-Grab-Kurt-Eisner-Symposium-ReferentInnen.pdf
teile in Diaspora#bavarianmahatmaghandi #bayerischermahatmaghandi #ErichMühsam #ErnstToller #KurtEisner #sonjaLerch
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Der 7.April war in #Baiern 1919 #Nationalfeiertag, die anarchistische Räterepublik mit #gustavlandauer und #erichMühsam mit etlichen Kollegen nahm die Arbeit auf: Ein Allg.StudentenAusschuss ASTA sollte die rechtslastige Universität erneuern ..
Die Regierung endete durch den rechten Palmsonntagsputsch, wie heuer am 13. April, mit Gefangennahme #erichMühsam's und etlicher Mitglieder und ihrer Entführung in den Knast nach Ebrach in den Bereich der MSPD in Bamberg (mit Hilfe der ThuleGesellschaft)
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Der 7.April war in #Baiern 1919 #Nationalfeiertag, die anarchistische Räterepublik mit #gustavlandauer und #erichMühsam mit etlichen Kollegen nahm die Arbeit auf: Ein Allg.StudentenAusschuss ASTA sollte die rechtslastige Universität erneuern ..
Die Regierung endete durch den rechten Palmsonntagsputsch, wie heuer am 13. April, mit Gefangennahme #erichMühsam's und etlicher Mitglieder und ihrer Entführung in den Knast nach Ebrach in den Bereich der MSPD in Bamberg (mit Hilfe der ThuleGesellschaft)
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Der 7.April war in #Baiern 1919 #Nationalfeiertag, die anarchistische Räterepublik mit #gustavlandauer und #erichMühsam mit etlichen Kollegen nahm die Arbeit auf: Ein Allg.StudentenAusschuss ASTA sollte die rechtslastige Universität erneuern ..
Die Regierung endete durch den rechten Palmsonntagsputsch, wie heuer am 13. April, mit Gefangennahme #erichMühsam's und etlicher Mitglieder und ihrer Entführung in den Knast nach Ebrach in den Bereich der MSPD in Bamberg (mit Hilfe der ThuleGesellschaft)
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Der 7.April war in #Baiern 1919 #Nationalfeiertag, die anarchistische Räterepublik mit #gustavlandauer und #erichMühsam mit etlichen Kollegen nahm die Arbeit auf: Ein Allg.StudentenAusschuss ASTA sollte die rechtslastige Universität erneuern ..
Die Regierung endete durch den rechten Palmsonntagsputsch, wie heuer am 13. April, mit Gefangennahme #erichMühsam's und etlicher Mitglieder und ihrer Entführung in den Knast nach Ebrach in den Bereich der MSPD in Bamberg (mit Thule-G.)
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Erich Mühsam geerbt: Eine schöne Zusammenstellung seiner Schriften durch die Jahre ... Klaus Guhl Verlag Berlin 1978, hg von fidus ... #erichmuehsam #erichmuhsam #muhsam
#BuchmesseZuHause -
- unbeugsamer #Dichter und #Anarchist
Der anarchistische Schriftsteller Erich Mühsam stand zeitlebens ein für das Ideal einer freien Gesellschaft. Am 10.7.1934 wurde er im #KZ #Oranienburg von der #SS #ermordet.
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- unbeugsamer #Dichter und #Anarchist
Der anarchistische Schriftsteller Erich Mühsam stand zeitlebens ein für das Ideal einer freien Gesellschaft. Am 10.7.1934 wurde er im #KZ #Oranienburg von der #SS #ermordet.
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- unbeugsamer #Dichter und #Anarchist
Der anarchistische Schriftsteller Erich Mühsam stand zeitlebens ein für das Ideal einer freien Gesellschaft. Am 10.7.1934 wurde er im #KZ #Oranienburg von der #SS #ermordet.
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- unbeugsamer #Dichter und #Anarchist
Der anarchistische Schriftsteller Erich Mühsam stand zeitlebens ein für das Ideal einer freien Gesellschaft. Am 10.7.1934 wurde er im #KZ #Oranienburg von der #SS #ermordet.
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- unbeugsamer #Dichter und #Anarchist
Der anarchistische Schriftsteller Erich Mühsam stand zeitlebens ein für das Ideal einer freien Gesellschaft. Am 10.7.1934 wurde er im #KZ #Oranienburg von der #SS #ermordet.
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🔴 21:10 - #b1007 #erichmühsam #zenzlmühsam
Sind am Bahnhof hier gibt es noch einen Redebeitrag dann ist fertig.
Folgt den Anarchistischen Wochen
https://www.instagram.com/awochen_bln/?locale=pt_BR&hl=afFür Infos und weitere Termine.
Danke an die orga, die redner*innen, künstler*innen und allen Menschen die hier mit auf der Straße waren.
Wir sind damit raus für heute. -
🔴 21:00 - #b1007 #erichmühsam #zenzlmühsam
Das Gedicht Freiheit in ketten von Erich Mühsam, wird wunderschön verlesen. Irgendwas mit Brecht das Gesetz und Sprengt den Staat.
"Fremdbestimmung wollen wir nie, kämpfen für die Anarchie " -
🔴 20:50 - #b1007 #erichmühsam #zenzlmühsam
Nach einem redebeitrag über Zenzl mühsam ihr politisches wirken und ihre Zeit in haft und gulag läuft die Demo jetzt zurück an Bahnhof -
🔴 20:30 - #b1007 #erichmühsam #zenzlmühsam
Sechser von teuterekordz spielt jetzt noch paar geile Lieder von seiner solo ep bundespressekonferenz.
https://youtu.be/wBOtDOe3-RQ?si=UcicjcYXiXHHmYq- -
🔴 20:15- #b1007 #erichmühsam #zenzlmühsam
Redebeitrag zu Erich Mühsam und seinen politischen Kampf und die Umstände seiner Ermordung durch die nazis -
🔴 20:10 - #b1007 #erichmühsam #zenzlmühsam
Sind jetzt am denkmal für Erich Mühsam.
Wir gedenken heute auch Esther Bejarano, die genossin verstanden heute vor drei jahren. Sie setzte sich ihr Leben lang gegen Unterdrückung ein. Nach dem sie die NS Zeit und KZ Aufenthalt überlebt hat zog sie nach Israel und setzte sich gegen die Unterdrückung und Ungleichbehandlung der palästinenser*innen ein -
🔴 20:00 - #b1007 #erichmühsam #zenzlmühsam
Demo zieht am Schloss vorbei, sind jetzt breite Straße.
Bullen mit 8 Wannen vorm Schloss und x cops neben der Demo her.
"Kein Gott kein Staat kein Patriarchat!!!" -
🔴 19:42 - #b1007 #erichmühsam #zenzlmühsam
Demo geht los Richtung Gedenkstätte
https://youtu.be/r7Fr69oTME0?si=p8WNJ_1VF1Y_I_pj -
🔴 19:40 - #b1007 #erichmühsam #zenzlmühsam
Noch ein redebeitrag zur afd. Diese Demo ist nicht nur eine Geschichts und Gedenkdemo sondern auch ein Zeichen von Solidarität für die antifaschist*innen in Oranienburg. Lasst uns unsere Kämpfe verbinden.
Alle zusammen gegen den Faschismus -
🔴 19:35 - #b1007 #erichmühsam #zenzlmühsam
Krasser starker redebeitrag zur Situation von Maja und den anderen Gefangenen im budapestprozess.
Bullen und justiz handeln illegal um antifaschistische Strukturen zu unterdrücken. Zeit uns die Straße zu nehmen, Druck zu machen und die scheiße zu beenden.
#FreeMaja #FreeAllAntifas -
🔴 19:20 - #b1007 #erichmühsam #zenzlmühsam
Paul geigenzähler spielt schöne Musik. Für alle Saboteur*innen und besonders die russische antikriegsbewegung -
🔴 19:15 - #b1007 #erichmühsam #zenzlmühsam
Auftaktkundgebung beginnt mit redebeitrag über die faschoangriffe der letzten Zeit.
Naja wir sind hier am 90. Todestag von Erich Mühsam um mehr Aufmerksamkeit für Anarchismus und antiautoritäre Ideen zu schaffen. -
🔴 18:30 - #b1007 #erichmühsam #zenzlmühsam
Guten morgen Berlin🏴
Heute alle raus nach Oranienburg zur Demo
"Sprengt das Gesetz!
Zerschlagt den Staat!
Zenzl und Erich Mühsam unvergessen!"
https://asanb.noblogs.org/?event=zenzl-und-erich-muehsam-unvergessen
19 Uhr geht's am S Bahnhof Oranienburg los mit live Musik von Paul geigenzähler und Sechser von teuterekordz.
Kommt gerne rum -
📻 Erich Mühsam – unbeugsamer Dichter und Anarchist 🏴
WDR Zeitzeichen. 10.07.2024. 14:46 Min.. Verfügbar bis 11.07.2099. WDR 5.
Der anarchistische Schriftsteller Erich Mühsam stand zeitlebens ein für das Ideal einer freien Gesellschaft. Am 10.7.1934 wurde er im KZ Oranienburg von der SS ermordet.
Erich Mühsam ist Dichter, Bohemian und Anarchist. Er ist führend beteiligt an der ersten Münchner Räterepublik und ein steter Warner vor dem heraufziehenden Faschismus. In der Nacht des Reichstagsbrandes wird Mühsam verhaftet, in Gefängnissen und Konzentrationslagern gequält, bis er am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg ermordet wird.
#ErichMühsam #OTD #WDRZeitzeichen #Zeitzeichen
(comment on Mühsam)
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Denn gerade in einer Zeit wie dieser, in der praktische Solidarität wichtiger denn je ist, ist die unbeugsame Haltung, wie sie das Aktivist*innenpaar Zenzl und Erich Mühsam zusammen lebten, ein wichtiger Orientierungspunkt.
Wir verstehen die Demonstration an Erich Mühsams Todestag darum nicht als bloße Geschichts- und Gedenkveranstaltung, sondern als zusätzliches Zeichen der Solidarität mit allen Menschen die in Oranienburg und Umgebung dem Faschismus die Stirn bieten. Gleichzeitig möchten wir mit der Demo zugleich die Forderung der Oranienburger Stadtgesellschaft unterstützten, die sich dafür einsetzt, dass bei der aktuellen Neukonzeption des Gedenkortes KZ Oranienburg Erich und Zenzl Mühsam bei den 10 vorgesehenen Gedenkstelen sichtbaren Platz erhalten.
Kommt zur Demo in Oranienburg, besucht die Veranstaltungen und kommt zur Geburtstagsparty und zum Gedenken am 27. Juli an Zenzls 140. Geburtstag.
Weitere Veranstaltungen rund um Erich Mühsams 90. Todestag in Berlin und Umgebung findet ihr hier:
Oranienburger Stadtgesellschaft:
🔸https://muehsam-in-oranienburg.info/Muehsam
▪️Fachtagung: 04.07. – 7.07.
▪️Ausstellung: 21.06. – 27.07.Hufeisen gegen rechts:
🔸https://hufeiserngegenrechts.de2/2
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💥Ankündigung! Mittwoch 10.07.2024💥
🔥Zenzl und Erich Mühsam unvergessen!🔥
Mittwoch, 10.07.2024 | 19:00 Uhr | S-Bhf. Oranienburg 16515 Oranienburg
Anreise: S1, RB12, RB20, RB32, RB54, RE5, Bus 801, 802, 803, 805, 825
📣 Aufruf: https://asanb.noblogs.org/?p=8042 - @awochen_bln
#b1007 #erichmühsam #zenzlmühsam
Sprengt das Gesetz!
Zerschlagt den Staat!Zenzl und Erich Mühsam unvergessen.
90. Todestag von Erich Mühsam
🎶 Live-Musik:
▪️@sechser.teute
▪️Paul Geigerzähler🏴🚩 Organisiert vom Bündnis
"Anarchistische Wochen"
🔸@awochen_bln
🔸https://awochen.noblogs.orgVor 90 Jahren, am 10. Juli 1934 wurde Erich Mühsam von den Nazis im KZ-Oraninenburg ermordet.
Vor 90 Jahren, am 10. Juli 1934 wurde Erich Mühsam von den Nazis im KZ-Oraninenburg ermordet. Anlässlich seines Todestage und anlässlich des 140 Geburtstages von Zenzl Mühsam finden vom 10. bis 27. Juli die Anarchistischen Wochen statt. Wir organisieren Veranstaltungen, Gedenken, eine Party und rufen alle dazu auf sich in diesem Zeitraum selber mit Veranstaltungen zu beteiligen. Wir möchten mit den A-Wochen Anarchismus, dessen Geschichte, seine Persönlichkeiten und Ideenwelt etwas mehr Sichtbarkeit verschaffen.
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Nach dem Reichstags-Brand nicht schnell genug geflohen, im Konzentrationslager bei #Berlin erst halbtot geschlagen, dann zum 9.7.34 vor 90 Jahren aufgehängt: #ErichMühsam, Dichter, Schriftsteller und Revolutionär in der Räte-Republik München, Volksbeauftragter.
Seine Tagebücher, 11 Bände im Verbrecher-Verlag sind auch online zu lesen, sein Lied: der #Lampenputzer, gewidmet der #SPD, die später die Münchner Arbeiterräte niederschiessen ließ, bis heute traurig aktuell...
Sein erstes Buch zur Bisexualität ist Rarität, er war mit allen Lebensreformern und dem Monte Verita vertraut wie mit #OttoGross, Franzika #Reventlow und den Schwabinger Cafehäusern und den Berliner Künstlerkolonien wie mit den Gemeinschaftsprojekten von #GustavLandauer in Friedrichshagen etc.
Als Herausgeber verschiedener Zeitschriften wie #Kain und #Fanal trug er zur Gründung der #RoteHilfe bei, die seine Frau Zenzl weiter führte, bis zur Flucht nach Prag ...
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Nach dem Reichstags-Brand nicht schnell genug geflohen, im Konzentrationslager bei #Berlin erst halbtot geschlagen, dann zum 9.7.34 vor 90 Jahren aufgehängt: #ErichMühsam, Dichter, Schriftsteller und Revolutionär in der Räte-Republik München, Volksbeauftragter.
Seine Tagebücher, 11 Bände im Verbrecher-Verlag sind auch online zu lesen, sein Lied: der #Lampenputzer, gewidmet der #SPD, die später die Münchner Arbeiterräte niederschiessen ließ, bis heute traurig aktuell...
Sein erstes Buch zur Bisexualität ist Rarität, er war mit allen Lebensreformern und dem Monte Verita vertraut wie mit #OttoGross, Franzika #Reventlow und den Schwabinger Cafehäusern und den Berliner Künstlerkolonien wie mit den Gemeinschaftsprojekten von #GustavLandauer in Friedrichshagen etc.
Als Herausgeber verschiedener Zeitschriften wie #Kain und #Fanal trug er zur Gründung der #RoteHilfe bei, die seine Frau Zenzl weiter führte, bis zur Flucht nach Prag ...
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📘️Neuerwerbung der Gustav-Landauer-Bibliothek Witten:
Erich Mühsam:
Notizbücher
Band 2: 1929–1933
Zur Mühsam-Ausstellung im Mai 2023 im Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin stellt die Gustav Landauer Initiative die Erstedition der Notizbücher von Erich Mühsam in zwei Broschüren vor. Die Einträge belegen eindrucksvoll die politischen und künstlerischen Aktivitäten des Schriftstellers in der Zeit zwischen 1926 und 1933, in der er keine Tagebücher führte.
Bislang fehlen detaillierte Darstellungen über das Leben und die politischen Aktivitäten Erich Mühsams in der Zeit zwischen seiner Entlassung aus der Festungshaft in Bayern Ende Dezember 1924 und seiner Ermordung im KZ Oranienburg 1934. Einen wichtigen Einblick ermöglichen die Eintragungen in seine Notizbücher, von denen die Akademie der Künste Berlin nach Zenzl Mühsams Rückkehr aus der Sowjetunion Kopien erhielt.
In zwei Broschüren werden nun die Transkripte nach intensiven und langwierigen Recherchen von der Gustav Landauer Initiative veröffentlicht. Erstmals werden Mühsams Reisen, Vorträge und persönliche Kontakte in den letzten zehn Jahren seines Lebens nachvollziehbar. Die Ausgabe soll auch zu neuen Forschungen über das Leben Erich Mühsams motivieren, um die noch bestehenden Lücken zu schließen. Es lassen sich nun viele neue Anhaltspunkte finden, um z. B. in lokalen Archiven seiner Reiseorte über seine Vorträge oder bislang unbekannte persönliche Kontakte zu recherchieren.
Allerdings hatte Mühsam manche Eintragungen oft flüchtig und mit schwer deutbaren Abkürzungen vorgenommen, bei einer ohnehin schwer lesbaren Handschrift. Dies dürfte der Grund sein, warum nur so wenige Angaben aus den Notizbüchern bislang veröffentlicht wurden. Die nicht lesbaren Passagen wurden dennoch in die Ausgabe aufgenommen, so dass Forschende die Möglichkeit einer eigenen Deutung erhalten. Die Edition wurde mit einigen weniger bekannten Artikeln von Mühsam und Veranstaltungsankündigungen zu seinen Vorträgen ergänzt, vor allem aus den bislang kaum ausgewerteten „Mitteilungen der Arbeitsbörse Groß-Berlin der Freien Arbeiter Union Deutschlands“ (FAUD). Sie belegen das herausragende Engagement Mühsams im Rahmen der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaftsarbeit in Berlin. Somit wird das Bild von Mühsams politischen Aktivitäten korrigiert werden müssen. Nach einer vorwiegend von der Mitarbeit in der Roten Hilfe bestimmten Periode zwischen 1925 und 1927 folgte zwischen 1928 und 1930 eine intensive Vortragstätigkeit für die FAUD und die ihr angegliederten Organisationen.
(Quelle: Gustav Landauer Initiative)
#Witten #GLBibW #ErichMühsam #Anarchismus
(comment on Notizbücher)
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📘️Neuerwerbung der Gustav-Landauer-Bibliothek Witten:
Erich Mühsam:
Notizbücher
Band 1: 1926–1928
Zur Mühsam-Ausstellung im Mai 2023 im Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin stellt die Gustav Landauer Initiative die Erstedition der Notizbücher von Erich Mühsam in zwei Broschüren vor. Die Einträge belegen eindrucksvoll die politischen und künstlerischen Aktivitäten des Schriftstellers in der Zeit zwischen 1926 und 1933, in der er keine Tagebücher führte.
Bislang fehlen detaillierte Darstellungen über das Leben und die politischen Aktivitäten Erich Mühsams in der Zeit zwischen seiner Entlassung aus der Festungshaft in Bayern Ende Dezember 1924 und seiner Ermordung im KZ Oranienburg 1934. Einen wichtigen Einblick ermöglichen die Eintragungen in seine Notizbücher, von denen die Akademie der Künste Berlin nach Zenzl Mühsams Rückkehr aus der Sowjetunion Kopien erhielt.
In zwei Broschüren werden nun die Transkripte nach intensiven und langwierigen Recherchen von der Gustav Landauer Initiative veröffentlicht. Erstmals werden Mühsams Reisen, Vorträge und persönliche Kontakte in den letzten zehn Jahren seines Lebens nachvollziehbar. Die Ausgabe soll auch zu neuen Forschungen über das Leben Erich Mühsams motivieren, um die noch bestehenden Lücken zu schließen. Es lassen sich nun viele neue Anhaltspunkte finden, um z. B. in lokalen Archiven seiner Reiseorte über seine Vorträge oder bislang unbekannte persönliche Kontakte zu recherchieren.
Allerdings hatte Mühsam manche Eintragungen oft flüchtig und mit schwer deutbaren Abkürzungen vorgenommen, bei einer ohnehin schwer lesbaren Handschrift. Dies dürfte der Grund sein, warum nur so wenige Angaben aus den Notizbüchern bislang veröffentlicht wurden. Die nicht lesbaren Passagen wurden dennoch in die Ausgabe aufgenommen, so dass Forschende die Möglichkeit einer eigenen Deutung erhalten. Die Edition wurde mit einigen weniger bekannten Artikeln von Mühsam und Veranstaltungsankündigungen zu seinen Vorträgen ergänzt, vor allem aus den bislang kaum ausgewerteten „Mitteilungen der Arbeitsbörse Groß-Berlin der Freien Arbeiter Union Deutschlands“ (FAUD). Sie belegen das herausragende Engagement Mühsams im Rahmen der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaftsarbeit in Berlin. Somit wird das Bild von Mühsams politischen Aktivitäten korrigiert werden müssen. Nach einer vorwiegend von der Mitarbeit in der Roten Hilfe bestimmten Periode zwischen 1925 und 1927 folgte zwischen 1928 und 1930 eine intensive Vortragstätigkeit für die FAUD und die ihr angegliederten Organisationen.
(Quelle: Gustav Landauer Initiative)
🥰️Vielen Dank an die Gustav Landauer Initiative @[email protected] für die Spende!🎁️
#Witten #GLBibW #ErichMühsam #Anarchismus
(comment on Notizbücher)
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Heute vor 105 Jahren, am 13.4.1919 wurden #ErichMühsam und einige weitere Genossen von reaktionären Freikorps-#Militaristen entführt und nach #Ebrach in den Knast geschafft, dann für etliche Jahre, die bairische #SPD und die rechte Justiz rächten sich für seine Beteiligung im. #Zentralrat der Arbeiter- #Räteregierung
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Heute vor 105 Jahren war in #Baiern spontan ein #Nationalfeiertag, den die 2. #Räterepublik ausgerufen hatte: #GustavLandauer und #ErichMühsam darunter, #RetMarut (später B.#Traven) als Beauftragter für Zensur hatte mit seinem #ziegelbrenner schon Erfahrung, ... Die Regierung hielt leider nur eine Woche, die Spartakisten beteiligten sich nicht. Sie wollten schon die Diktatur des Proletariats. Eine Woche später waren #Mühsam u.a. entführt, am 2.Mai #Landauer & ca 1000 von Freikorps ermordet #SPD
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Das Buch von #ErichMühsam zur Homosexualität und seine Beziehung mit #JohannesNohl wurden in der Linken zugusten seiner treuen Beziehung zu Zenzl, die seine Schriften gerettet hatte, gerne ausgeblendet:
So wie #OttoGross und #WilhelmReich als frühe politisch denkende #Psychoanalytiker und #Freud-Schüler, #Gross am #MonteVerita und im Austausch mit #Mühsam über #FreieLiebe, #Reich mit der #Sexpol gegen Abtreibungsstrafen und für Aufklärung
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Die Generation #ZORN
hat es aber auch immer gegeben, von den Alten aber gerne totgeschwiegen, wenn der #Ärger oder #Hype vorbei war:Die europäisch orientierte #Wandervogel-Bewegung ab 1906, der #MonteVeritá als literarische und poetische Ausstrahlung mit #ErichMühsam & #HermannHesse und bis heute, die #Edelweißpiraten ...
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Im Jahr 1919 war der 7.April zum Nationalfeiertag ausgerufen: Die zweite #Räterepublik in #München hatte sich konstituiert, mit Leuten wie #ErichMühsam und #GustavLandauer, der gerade Geburtstag hatte: Sie hatten für ihre Ideen aber nur zwei Wochen Zeit, die #Propaganda von #Adel, Banken, der Besitzenden verbreitete massive Lügen, die #SPD bereitete von Berlin den Einmarsch mit den faschistischen #Freikorps und der #ThuleGesellschaft vor, den #Kommunisten (#Spartakus) waren die anarchistischen Pläne nicht zentralistisch genug ...