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#militardiktatur — Public Fediverse posts

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  1. Die (no-)memoria der neurechten Erinnerungskultur


    Flexibler Geschichtsrevisionismus in Lateinamerika

    Lateinamerika erlebt aktuell eine besorgniserregende Rechtswende. Mittlerweile wird fast die gesamte Region von rechten politischen Kräften regiert. Diese unterscheiden sich bezüglich ihrer politischen Prioritäten (Sicherheit, Migration, Rückbau des Staates), ihres Stils und ihrer Rhetorik teilweise deutlich voneinander. Gemeinsam ist ihnen jedoch ein kulturkämpferischer Eifer, der sich nicht zuletzt auf den Feldern der Vergangenheitspolitik und der Erinnerungskultur manifestiert.

    Konkret werden geschichtsrevisionistische Instrumente genutzt, um vermeintliche oder tatsächliche progressive Errungenschaften im Hinblick auf die Aufarbeitung der Vergangenheit anzugreifen und gleichzeitig eigene Geschichtsnarrative zu etablieren. Während der klassische Negationismus – also das Abstreiten der Faktizität von Verbrechen in der Vergangenheit – zweifellos fortbesteht, zeigen sich die gegenwärtigen Vertreter*innen der lateinamerikanischen Rechten durchaus innovativ und bieten darüber hinaus neue Interpretationsschemata an, um die vorherrschenden Diskurse der (moralischen) Verurteilung vergangener Gewaltgeschichten und insbesondere der staatlichen Verbrechen zu bekämpfen.

    Es geht ihnen nicht um das Ausblenden der „schweren Vergangenheit“ oder einer Politik des aktiven Vergessens oder Beschweigens. Im Gegenteil: Es ist zu beobachten, wie die neue Rechte in Lateinamerika etablierte Vergangenheitsnarrative aufgreift, die Dimension staatlicher Verbrechen nicht negiert, sondern relativiert und gleichzeitig für sich in Anspruch nimmt, Garanten des Gedenkens des Leidens bisher vergessener Opfergruppen zu sein. Hierfür bedient sie sich im Begriffsrepertoire der etablierten demokratischen Erinnerungskulturen (Wahrheit, Gerechtigkeit, Aufarbeitung) und setzt einen revisionistischen Anspruch um, der die mühsam erkämpften Errungenschaften in der Verurteilung staatlicher Verbrechen entkernt. Beim aktuellen neurechten Geschichtsrevisionismus in Lateinamerika handelt es sich nicht um einen monolithischen Leugnungsdiskurs. Die Angriffe auf die vorherrschenden Normen der Erinnerungskultur bedienen sich vielmehr aus einem flexiblen und kontextabhängig neu zusammensetzbaren Repertoire. Progressive politische Akteur*innen sollten diese erneuerte Spielart des Geschichtsrevisionismus ernst nehmen, da sich die neue Rechte damit zunehmend von einer plumpen Zurückweisung der breiten historiographischen Evidenz und Kausalitäten verabschiedet und zugleich an den Schwächen und Leerstellen der vorherrschenden Muster der Erinnerungskultur ansetzt.

    Durch die Brille der (no-)memoria

    Der neurechte Geschichtsrevisionismus erfordert eine Rekalibrierung des begrifflichen Instrumentariums der Erinnerungsforschung. Für die Analyse dieser Neubestimmung der vergangenheitspolitischen Positionierung scheint die Kategorie der (no-)memoria, die den Fokus auf spannungsreiche Dynamiken von Erinnerung und Desartikulation von Erinnerung legt, besonders geeignet zu sein. 
Die (no-)memoria markiert eine grundlegende Spannung zwischen der Faktizität der Ereignisgeschichte und deren Einpassung in die Erzählweise dieser Vergangenheit in der von vergangenheitspolitischen Kalkülen und erinnerungskulturellen Sensibilitäten durchzogenen Gegenwart. Die Kategorie wurde von uns vor etwa zehn Jahren zur Erfassung wichtiger Ergänzungen von gesellschaftlich marginalisierten Perspektiven und unbequemen Aspekten der Vergangenheit eingeführt. Wir taten dies angesichts des ETA-Attentats auf Francos rechte Hand und designierten Nachfolger Carrero Blanco 1973, das er nicht überlebte. Möglicher- und paradoxerweise hat dieses Attentat als Türöffner für die demokratische Transition in Spanien gewirkt, seine historische Bedeutung rückte im Verlauf der „transición“ (des Übergangs zur Demokratie) aber recht schnell in den Hintergrund. Was Jahre zuvor noch als Akt der Befreiung gefeiert wurde, wurde später zu einem Gründungsmoment einer langen Reihe von traumatischen Terrorakten. Das einschneidende Ereignis und zugleich ein zentraler, wenn auch schwieriger Referenzpunkt der jüngsten Vergangenheit wurde so als unbequemer historischer Moment in die Zone des Schweigens und der Vergessenheit verlagert.

    Der Begriff der (no-)memoria erhebt die Spannungen im Umgang mit komplizierten und umstrittenen Ausschnitten der Vergangenheit zum Thema. Er wirft den analytischen Blick auf die Deutungskämpfe um die Bilder der Vergangenheit und fragt danach, wie neu auftauchende Vergangenheitsinterpretationen mit alternativen Deutungsangeboten die Legitimität vorherrschender Darstellungen in Zweifel ziehen. Und er weist darauf hin, wie bestimmte Elemente der Vergangenheit konstitutiv für das kollektive Gedächtnis und seine identitätsstiftenden Narrative werden, während andere in den Hintergrund gerückt werden. Zentral ist dabei, dass es sich um Vergangenheitsinterpretationen handelt, die auf einem realen historischen Substrat (Untergrund, Ursprung) basieren und entsprechend für Diskussionen aus der etablierten Erinnerungsforschung sowie für Forderungen sozialer Bewegungen für Wahrheit und Gerechtigkeit anschlussfähig sind. Zugleich ist die Kategorie nicht auf bestimmte politische Positionierungen festgelegt und eignet sich daher auch zur Analyse des aktuellen rechten Geschichtsrevisionismus in Lateinamerika und in Teilen Europas, der Erinnerungspolitik gezielt nutzt, um Errungenschaften der Menschenrechts- und Demokratieförderung zu entleeren.

    Gangarten des neueren lateinamerikanischen Geschichtsrelativismus

    Der aktuelle Geschichtsrevisionismus nutzt verschiedene Gangarten im Umgang mit der Geschichte von Menschenrechtsverbrechen. Erstens werden diese nicht negiert, sondern relativiert – im Zentrum steht eine Rückweisung etablierter Opferzahlen. Die argentinische Milei-Regierung stellt die ikonische Zahl der 30000 Verschwundenen der letzten zivil-militärischen Diktatur infrage, gestützt auf das (nicht von der Hand zu weisende) Argument, die Zahl belegter Opfer sei deutlich geringer. Der rechte Geschichtsrevisionismus hat damit leichtes Spiel: Er operiert auf der Ebene abstrakter Zahlen und muss nicht einmal Negationismus betreiben, um Zweifel an der von vielen Argentinier*innen als Faktum akzeptierten Zahl 30000 zu streuen. Auch der im Juni 2026 gewählte kolumbianische Präsident Abelardo de la Espriella betreibt Geschichtspolitik mit Zahlen. Er bezeichnete die Angaben der kolumbianischen Institutionen der „justicia transicional” (Übergangsjustiz und kollektive Vergangenheitsbewältigung) zu den sogenannten „falsos positivos“ (außergerichtlichen Tötungen von Zivilist*innen, die das Militär im Zuge der Guerillabekämpfung fälschlich als im Gefecht getötete Guerillakämpfer*innen auswies) als „Zahlen der Linken“ und spricht ihnen damit Legitimität ab.

    Dies geht zweitens einher mit der Fokussierung auf vermeintlich oder tatsächlich vergessene beziehungsweise wenig beachtete Opfer der Gewalt. Die geschichtsrevisionistischen Akteur*innen rekurrieren insbesondere auf die Opfergeschichten von Militärs, Polizist*innen oder Unternehmer*innen und deren Angehörigen – diese wurden tatsächlich von der progressiven Erinnerungspolitik in der Vergangenheit kaum beachtet. Diese Leerstelle wird nun skandalisiert und mit geschichtsrevisionistischem Eifer gefüllt: Im Versprechen einer inklusiven Erinnerung sollen die vergangenheitspolitischen Koordinaten massiv verschoben werden. Die Umdeutungen folgen dabei einem Schema, das staatliche Verbrechen banalisiert und den Fokus auf die linksrevolutionäre Gewalt gegen Repräsentant*innen des „Establishments“ legt.

    Dies geht drittens mit einer Politik einher, die solche Richtungsverschiebungen institutionell absichert. Zentrale Politikfelder sind Bildung und Kultur, die als Hochburgen progressiver beziehungsweise „kulturmarxistischer“ Perspektiven imaginiert werden. In Kolumbien ließ die damals noch designierte Bildungsministerin bereits vor Amtsantritt verlautbaren, in den Schulen solle mehr Gott und weniger Marx vorkommen; Perus Bildungsminister José Antonio Chang kündigte im September 2026 an, die Lehrpläne „ohne jede Ideologie“ zu gestalten, wobei die gesetzlich vorgeschriebene Behandlung des internen bewaffneten Konflikts (1980-2000) zeigt, dass diese vermeintliche Neutralität selbstverständlich eine politische Deutung ist. Ähnlich verfährt die Regierung Milei, die über das Ministerium für Humankapital einen Kanal eingerichtet hat, über den politische Aktivitäten sowie „Adoctrinamiento“ (ideologische Indoktrinierung) durch schulische Lehrkräfte gemeldet werden können. Auch hier läuft die behauptete Neutralität im Kern darauf hinaus, die schulische Vergangenheitsbearbeitung in Richtung eines Antiterrorismus-Narrativs zu verschieben.

    Viertens nutzt die extreme Rechte in Lateinamerika Austeritätspolitik zur Durchsetzung dieser Richtungsverschiebungen. In Argentinien wurden die Mittel für etablierte Akteur*innen der Vergangenheitsbearbeitung massiv reduziert, in Chile die Budgets für Gedenkstätten gekürzt und Verfahren wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit personell ausgehungert. In Kolumbien setzt die Regierung Espriella den Rotstift bei der Sondergerichtsbarkeit für den Frieden („Jurisdicción Especial para la Paz“, JEP) an und legitimiert die Kürzungen mit deren vermeintlich geringen Ergebnissen, während die freiwerdenden Mittel in ein für Klientelpolitik bekanntes Ressort der Justiz umgelenkt werden sollen.

    Auch der seit März 2026 amtierende chilenische Präsident José Antonio Kast (Partido Republicano) leugnet die Verbrechen der Pinochet-Diktatur nicht, sondern relativiert sie. Seine Regierung schloss das Menschenrechtsprogramm des Justizministeriums, kürzte Mittel für Gedenkstätten und trat von dem mit Deutschland geplanten Vorhaben eines Mahnmals auf dem Gelände der Colonia Dignidad zurück.

    Fünftens werden die geschichtsrevisionistischen Strategien öffentlichkeitswirksam inszeniert. Im September 2026 brach Kast erstmals mit der jahrzehntelangen Tradition offizieller Gedenkakte zum Jahrestag des Putsches von 1973, ein deutlicher Bruch mit der bisherigen Gedenkpraxis, die zuvor einen Konsens darstellte. In Argentinien hat Milei den 24. März als Gedenktag des Militärputsches 1976 für die Positionierung eines geschichtsrevisionistischen Diskurses und die Infragestellung der Eckpunkte des „vorherrschenden Diskurses“ des Kirchnerismus genutzt, der, so die Kritik des Mileismus, aus den Menschenrechten ein ideologisiertes und parteipolitisch instrumentalisiertes Geschäft gemacht hat.

    Brasiliens Sonderstellung in der Vergangenheitsaufarbeitung

    Brasilien stellt im Vergleich zu den anderen Ländern des Cono Sur einen Ausnahmefall dar, wie in der vergleichenden Transitional-Justice-Forschung hervorgehoben wird. Während Argentinien, Chile und Uruguay – trotz sehr unterschiedlicher Geschwindigkeiten und Reichweiten – teils nennenswerte Fortschritte an strafrechtlicher Aufarbeitung erzielen konnten, hat Brasilien bis heute praktisch keine rechtskräftige Verurteilung von Tätern der Militärdiktatur vorzuweisen. Die Gräuel und Verbrechen der Militärs wurden aufgrund eines Amnestiegesetzes (1979 vom Parlament verabschiedet und 2010 bestätigt) bislang nicht strafrechtlich belangt. Unter diesen vollkommen unterschiedlichen Bedingungen verwundert es auch nicht, dass der rechte Geschichtsrevisionismus unterschiedlich agiert. Ex-Präsident und Militär Jair Bolsonaro sowie der Bolsonarismus treten seit Langem für den Versuch ein, die Militärdiktatur (1964-1985) zu rehabilitieren, sie haben gar Ehrungen für Folterer wie Oberst Ustra organisiert. Im Zeichen der im September 2025 letztinstanzlich bestätigten Verurteilung Bolsonaros zu 27 Jahren Haft wegen versuchten Staatsputschs hat sich sein Lager radikalisiert. Unter dem Begriff „anistia“ fordert es eine Amnestie für Bolsonaro und die verurteilten Beteiligten des Sturms auf Regierungsgebäude am 8. Januar 2023, die als „politische Gefangene“ inszeniert werden – eine Aneignung des Vokabulars der Diktaturopfer. Zugleich lässt sich in Brasilien, trotz der schwierigen Lage in der staatlich-öffentlichen Auseinandersetzung mit der Militärdiktatur, feststellen, dass die Kultursphäre und Zivilgesellschaft dort aktiv werden, wo der Staat und die Justiz versagen oder passiv bleiben. Walter Salles’ Film „Ainda Estou Aqui“ (2024) über die Verschleppung des Abgeordneten Rubens Paiva brachte Brasilien 2025 den ersten Oscar ein und stimulierte eine dynamische Erinnerungsdebatte, wie sie bisher kein politischer Akteur ausgelöst hatte.

    Die kommentierten Fälle zeigen: Neurechter Geschichtsrevisionismus in Lateinamerika ist kein einheitliches Deutungsmuster, sondern kombiniert je nach historischem Substrat und institutionellem Zugriff unterschiedliche Module eines gemeinsamen Repertoires. Es ist ein flexibler Revisionismus, der mit Zahlen argumentiert, Diskurse der Täter-Opfer-Umkehrung einführt, drastische Kürzung der staatlichen Gedenkpolitik und juristischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sowie Interventionen auf der Ebene der Forschungs- und Bildungspolitik durchsetzt. Mileis Glückwunsch an Kast als „Mitstreiter für die Ideen der Freiheit“ und die guten Beziehungen zwischen den gewählten Staatsmännern der neuen Rechten deuten zudem auf eine transnationale Konsolidierung und Zirkulation auch der geschichtsrevisionistischen Deutungsmuster hin, deren Reichweite kritisch zu beobachten künftig von zentraler Bedeutung sein wird.

    Dieser Beitrag ist eine Übernahme aus ila 499 Okt. 2026, hrsg. und mit freundlicher Genehmigung der Informationsstelle Lateinamerika in Bonn. Einige Links wurden nachträglich eingefügt.

    Über Patrick Eser, Stefan Peters - Informationsstelle Lateinamerika:

    Die Informationsstelle Lateinamerika e. V. (ila) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz im Oscar-Romero-Haus in Bonn. Das Ziel des Vereins ist die Veröffentlichung kritischer und unabhängiger Informationen aus Lateinamerika. Der Schwerpunkt liegt auf Nachrichten und Hintergrundinformationen aus basisdemokratischer Perspektive. Die Informationsstelle Lateinamerika begreift sich als Teil der politischen Linken und engagiert sich in übergreifenden politischen Bündnissen wie der Friedens- und Antikriegsbewegung oder Attac. Der Verein besteht seit 1975 und gibt die gleichnamige Zeitschrift ila heraus. Alle Beiträge im Extradienst sind Übernahmen mit freundlicher Genehmigung.

  2. #Argentinien - Abuelas protestieren gegen Budgetkürzungen für Gen-Datenbank; Die Suche nach Verschwundenen ist der Regierung Milei ein Dorn im Auge. Durch Budget-Kürzungen soll die Arbeit der https://www.npla.de/?p=78071 #AbuelasDePlazaDeMayo #Babydiebstahl #militärdiktatur #Verschwundene

  3. Heute vor 50 Jahre gab es in #Argentinien einen #Militärputsch. Es begann eine schreckliche, sechsjährige blutige #Militärdiktatur. Die „Mütter der Plaza de Mayo“, eine der wichtigsten Menschenrechtsorganisationen Argentiniens, begannen schon während der #Diktatur mit einer Demonstration: Jeden Donnerstag, erstmals am 30. April 1977, umrunden sie für eine halbe Stunde stumm den Platz, weil Proteste im Stehen seinerzeit verboten waren.
    🔗 de.wikipedia.org/wiki/Argentin
    🔗 de.wikipedia.org/wiki/Madres_d

  4. k9 » größenwahn » politischer fiimabend: „Mi país imaginario - Das Land meiner Träume“

    SONNTAG 19. OKTOBER 2025 - 19h

    Am 18. Oktober 2019 kommt es in #Chile zu #Massenprotesten. Die Erhöhung der #Metro-Preise treibt über eine Million Menschen auf die Straßen der Hauptstadt #Santiago. Vor allem Jugendliche, besonders aktiv dabei die jungen Frauen wollen das aus der #Pinochet-Diktatur stammende System zu Fall bringen.

    Eventuell ist eine Aktivistin vom 18. Oktober anwesend.

    „Mi país imaginario - Das Land meiner Träume“

    Am 18. Oktober 2019 setzt eine kollektive Revolte Chile in Brand, es ist ein #Volksaufstand, Aufbruch und Hoffnung.

    Der chilenische Filmemacher Patricio #Guzmán, seit dem Putsch von 1973 in #Frankreich im Exil, dokumentiert den Volksaufstand, der das Land im Herbst 2019 erschüttert. An vorderster Stelle: Die Frauen.

    Die Rechte indigener Gemeinschaften sollen festgeschrieben werden und LGBT+ - Rechte wie etwa das Recht auf eine gleichgeschlechtliche Ehe. Und auch die Rechte von #Flüchtlinge​n und #Migranten. Und dabei soll es nicht bleiben.

    Die Proteste zeigen die Mobilisierungskraft der #Frauen, es kommt zur Uraufführung des Protestsongs gegen Gewalt an Frauen, der darauf um die ganze Welt gehen sollte: "El violador eres tú! - der Vergewaltiger bist du!" Ob in #Madrid, #Melbourne, #Lausanne, #Istanbul oder #Caracas, der Song fand weltweit Nachahmerinnen.

    Während der Proteste verbreitete eine Performance des Theaterkollektivs #LasTesis sich im ganzen Land. Mit verbundenen Augen richteten Frauen in einer Protestaktion den Zeigefinger kollektiv auf die strukturellen Probleme, die häuslicher u. institutioneller Gewalt gegen Frauen zugrunde liegen.

    Es war das Ereignis, auf das der Dokumentarfilmer Patricio Guzmán sein ganzes Leben lang gewartet hatte: anderthalb Millionen Menschen auf den Straßen von Santiago de Chile, die Gerechtigkeit, #Bildung, #Gesundheitsversorgung u. eine neue Verfassung forderten, welche die strengen Regeln ersetzen sollte, die dem Land während der #Militärdiktatur Pinochets auferlegt worden waren.

    MI PAÌS IMAGINARIO zeigt aufwühlende Aufnahmen von Protesten an vorderster Stelle u. Interviews mit engagierten Aktivistenführer*innen u. stellt auf eindrucksvolle Weise eine Verbindung zwischen der komplizierten und blutigen Geschichte Chiles, den aktuellen revolutionären sozialen Bewegungen und der Wahl eines neuen Präsidenten her.

    Ein halbes Jahrhundert zuvor hatte der junge Regisseur Patricio Guzmán zunächst in „Das erste Jahr“ die Anfänge der sozialistischen Regierung Salvador #Allende​s und in dem Dreiteiler „Der Kampf um Chile“ das Abdriften seines Landes in die #Diktatur dokumentiert. Als Achtzigjähriger kehrte der Filmemacher aus dem französischen Exil zurück in seine Heimat und filmte begeistert, aber auch mit Sorge den Aufstand „ohne Anführer und ohne Ideologie".

    Was hat nach Jahrzehnten des ungezügelten #Neoliberalismus ein ganzes Land wachgerüttelt? Guzmán, der miterlebte, wie der #Militärputsch 1973 die Hoffnungen seiner Generation zerstörte, gewährt hautnah Einblick in den chilenischen Volksaufstand: vom brutalen Vorgehen des Staatspräsidenten Sebastián #Piñera gegen die Protestierenden über die Arbeit der Versammlung, die eine neue – inzwischen per Referendum abgelehnte – Verfassung ausarbeiten sollte, bis hin zur Wahl seines jungen, linksgerichteten Nachfolgers Gabriel Boric. Beeindruckende Aufnahmen, vor allem aus der Luft, zeugen von der Gewalt, aber auch vom kreativen Elan der Demonstrationen.

    Sie werden ergänzt von den Berichten eines Dutzends Frauen, die bei der Revolte an vorderster Stelle standen.

    combatiente zeigt geschichtsbewußt: revolucion muß sein! filme aus aktivem widerstand & revolutionären kämpfen

    kinzigstraße 9 + 10247 berlin + U5 samariterstraße + S frankfurter allee

    Quelle

    #Berlin #Kreuzberg

  5. taz.de/Eritrea-Festival-in-Hes #Eritrea-Festivals werden von in #Deutschland lebenden Anhängern des menschenverachtenden Regimes in Eritrea veranstaltet. Dazu wurden in den letzten Jahren auch immer Politiker und Propagandisten der #Militärdiktatur am Horn von Afrika eingeflogen, zu der Deutschland nicht einmal normale diplomatische Beziehungen unterhält. #hessen

  6. Indonesien liegt nicht im Verborgenen

    Es war von Anfang an nicht rosig: Die doppelte Rolle des Militärs und unser historischer Gedächtnisverlust

    Seit Anfang 2025 ist der Hashtag #IndonesiaGelap („Indonesien in der Dunkelheit“) zum Schlachtruf von studentischen Aktivisten, linken Gruppen, #Demokratie​verfechtern, #NGO​s und sogar großen Teilen der anarchistischen Szene geworden. Der Slogan drückt die Frustration und Enttäuschung der Öffentlichkeit über das politische System aus – vor allem über den Aufstieg von Prabowo zum Präsidenten, den einige linke Persönlichkeiten und politische Analysten als Zeichen für einen Schritt in Richtung Diktatur sehen.

    Aber diese oppositionellen Rufe entsprechen nicht immer der Realität. Tatsächlich haben sowohl unter der vorherigen als auch unter der aktuellen #Regierung mehrere bekannte militante linke Aktivisten Positionen in der #Regierung inne. Was steckt also genau hinter der neuen Hysterie um „Indonesien in der Dunkelheit”? Warum springen so viele Linke auf diesen Zug auf – der oft oberflächlich und faktisch fragwürdig ist und die Öffentlichkeit zu einem kollektiven Vergessen zu verleiten scheint?

    Vor ein paar Monaten gab es in mehreren Städten I#ndonesien​s Proteste – die teilweise in längere Zusammenstöße ausarteten – gegen das neue #Militärgesetz (UU TNI), das viele als bloße formale Wiedereinführung der Doppelfunktion des Militärs (Dwifungsi TNI) sehen. Beamte und Militärführer haben diese Vorwürfe zurückgewiesen. Sie bedienen sich dabei dessen, was George #Orwell Mitte des 20. Jahrhunderts als „Doublespeak“ bezeichnet hat – einer bewusst verzerrten Sprache, um die Wahrheit zu verschleiern. Sie betonen, dass dies kein Zeichen für die Rückkehr der „Dwifungsi“ sei. Aber schauen wir uns einmal an, was wirklich passiert. Wenn das #Militär in zivile Institutionen (#Politik und #Verwaltung) integriert wird, wenn seine Rolle von #Verteidigung und #Sicherheit auf soziale und politische Angelegenheiten ausgeweitet wird – wie kann man das anders nennen als eine doppelte Funktion? #Dwifungsi, per Definition. Das ist Doppelzüngigkeit in Reinform: etwas als nicht A zu bezeichnen, während man genau A tut.

    Für diejenigen, die aufmerksam sind – oder es selbst erleben –, ist das nichts Neues. Das passiert schon seit geraumer Zeit, und jetzt passiert es wieder. Man stelle sich vor: 2.569 aktive Soldaten bekleiden derzeit „zivile” Positionen. Die Dominanz des Militärs erlebt eindeutig eine Wiederauferstehung, nun mit rechtlicher Absicherung, sich in alle Bereiche der Regierungsführung und des politischen Lebens einzumischen. Aber das sollte keine Überraschung sein. Der Weg zur militärischen Vorherrschaft wurde seit Beginn der #Jokowi-Regierung konsequent geebnet. Viele Liberale, Gemäßigte und sogar Linke verherrlichen immer noch blind die Ära des ehemaligen Präsidenten als Sieg der reinen zivilen Macht. Das sind auch die gleichen Leute, die einst kompromisslos für die Abschaffung der „Dwifungsi TNI” gekämpft haben – damals, als die indonesischen Streitkräfte noch #ABRI hießen. Da stimmt etwas ganz und gar nicht. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht mehr, was in den Köpfen dieser sogenannten Linken vorgeht.

    Sogar Intellektuelle, die allgemein als links gelten – wie Martin #Suryajaya –, haben Jokowi damals unterstützt. Liebe macht blind, sagt man. Und anscheinend sind sie es auch. Eine weitere häufige Reaktion unter Intellektuellen ist, auf Nummer sicher zu gehen – sauber, berechnend, aber dennoch integer zu wirken. Ich kenne eine Frau, die sich selbst als kritisch, philosophisch versiert und linksorientiert betrachtet.

    Aber selbst sie hat eine Grenze überschritten, als sie sich zu #Prabowo äußerte. Sie sagte, wir sollten Prabowo nicht mehr aufgrund seiner Vergangenheit beurteilen, sondern uns darauf konzentrieren, ob er als Präsident gute Arbeit leisten kann. Was für eine erbärmliche Rechtfertigung. Hier ist jemand, der ständig mit seiner intellektuellen Kompetenz prahlt, aber vorgibt, Prabowo nicht als das zu sehen, was er wirklich ist: ein wahnhafter Relikt der #Militärdiktatur der Neuen Ordnung, ein Mann, der immer noch so tut, als befinde sich die Welt in einer Mentalität des Kalten Krieges. Und sie wagt es zu sagen, wir sollten ihn nicht nach seiner Vergangenheit beurteilen? Wenn die Vergangenheit keine Rolle spielt, dann frag ich dich mal was: Stell dir vor, du hast ein fünf- oder sechsjähriges Kind und suchst einen Kindergarten. Du findest einen mit super Ausstattung, einem soliden Lehrplan und bezahlbaren Gebühren. Aber dann erfährst du, dass der Leiter ein verurteilter Pädophiler ist. Würdest du dein Kind trotzdem in diesen Kindergarten schicken? Würdest du sagen: „Lass uns nicht in seiner Vergangenheit schwelgen – schauen wir einfach, ob er die Schule gut leiten kann.“ Rechtlich und formal mag sie Recht haben. Aber meine Frage ist einfach: Würden Sie Ihr Kind ihm anvertrauen?

    (...)

    Weiterlesen in meiner Übersetzung des vi organizemagazine erschienenen Textes "Indonesia is NOT in Darkness".

    #Anarchismus #Indonesien #Bali

    @indonesia @anarchism

  7. Χρόνια πολλά για τα 100ά γενέθλιά σου, Μίκι Θεοδωράκη!

    Heute hätte der vor vier Jahren verstorbene Mikis Theodorakis seinen 100. Geburtstag gefeiert. Vor 55 Jahren konnte eine internationale #Solidaritätsbewegung die #Freilassung des von der griechischen #Militärjunta inhaftierten und gefolterten #Komponist​en, #Schriftsteller​s und #Politiker​s erkämpfen.

    "Am 21. April 1967 kam es zum Putsch der faschistischen #Obristen in #Griechenland. Theodorakis ging sofort in den #Untergrund und veröffentlichte schon zwei Tage später einen ersten Aufruf zum #Widerstand. Seine Musik wurde verboten, der Besitz seiner Platten, sogar das Singen und Hören seiner Lieder wurden mit #Gefängnisstrafe geahndet. Am 21. August wurde er verhaftet und im Hauptquartier der #Sicherheitspolizei physisch und seelisch gefoltert.

    Eine internationale #Solidaritätsbewegung, angeführt unter anderem von Dmitri #Schostakowitsch, Leonard #Bernstein, Arthur #Miller und Harry #Belafonte, setzte sich für seine Freilassung ein. Am 13. April 1970 gelang es dann, den Junta-Chef Georgios #Papadopoulos zu überzeugen, #Theodorakis ins #Exil nach #Frankreich zu entlassen."

    (WikiPedia)

    Anlässlich seines 100. Geburtstages zeigen wir einige Ausschnitte aus dem Konzert, das Mikis Theodorakis am 10. Oktober 1974 im #Karaiskakis Stadion in #Athen gab, ergänzt durch Interviews.

    #Antifa #Militärdiktatur #Musik #Literatur

  8. 🇧🇷⚖️ In Brasilien steht Volkswagen vor Gericht – wegen mutmaßlicher Sklavenarbeit auf einer eigenen Farm im Amazonas. Zwischen 1974–1986 sollen dort Hunderte Landarbeiter*innen unter Zwang geschuftet haben – überwacht von bewaffnetem Personal, unterstützt von der Militärdiktatur.

    👉 Die Staatsanwaltschaft fordert 26 Mio. € Entschädigung und spricht von gezielter Gewalt gegen eine „soziale Randgruppe“.

    Schon wieder VW. Schon wieder systematische Gewalt. Schon wieder keine Verantwortung.

    ✊🏽 Solidarität mit den Betroffenen!

    📖 Mehr Infos: amerika21.de/2025/06/275586/vw

    #Justiça #Menschenrechte #Konzernklagen #KritischeÖffentlichkeit #VW #Brasilien #Militärdiktatur

  9. Ein weiterer Blick aufs #Brasilien jener Jahre: „Für immer hier“ erzählt die wahre Geschichte von Eunice Paiva – #Mutter, Gefangene, Menschenrechtsanwältin. #Oscar-prämiert und erschütternd aktuell, meint Carmela Thiele: #kino #film #militärdiktatur #archiv riffreporter.de/de/internation

  10. Queere #Liebe im Schatten der #Militärdiktatur: Victor Heringers #Roman „Die Liebe vereinzelter Männer“ erzählt vom Aufwachsen in #Brasilien zwischen Sprachlosigkeit, Hitze und Hoffnung. Die #Rezension von @ThieleCarmela kannst du jetzt kostenlos lesen: #LGBTQI riffreporter.de/de/internation

  11. 3️⃣ #Argentinien hatte die Methode des Verschwindenlassens in der #Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983 ebenso erfolgreich durchgeführt: Über dem Meer gefesselt aus dem Flugzeug werfen. Von Tausenden von #Desaparecidos fehlt bis heute jede Spur.
    de.wikipedia.org/wiki/Desapare

  12. 🇦🇷 Am 24. März gingen Hunderttausende in #Argentinien auf die Straße – gegen die staatliche Leugnung der blutigen #Militärdiktatur (1976–1983). Präsident Milei steckt tief im #Geschichtsrevisionismus.
    📰 Schließ ein LN-Abo ab, um informmiert zu bleiben!
    🔗 lateinamerika-nachrichten.de/a

  13. Lenora de Barros' #Kunst fordert zum Nachdenken auf: Mit Tischtennisbällen und „Ping-Pong-Poems“ entlarvt die Künstlerin die Gewalt von Sprache und Körper in der brasilianischen #Militärdiktatur. Ein subversiver Akt der Poesie, meint @ThieleCarmela. riffreporter.de/de/internation

  14. „Für immer hier“ erzählt die Geschichte der Anwältin Eunice Paiva – von ihrer Verhaftung durch die brasilianische #Militärdiktatur bis zu ihrem Engagement für #Menschenrechte. Ein Film über Mut, Widerstand und die Bedeutung von #Demokratie: @ThieleCarmela riffreporter.de/de/internation

  15. In #Bolivien stehen 2025 Präsidentschaftswahlen an. Ein Konflikt zwischen Amtsinhaber #Acre und seinem Vorgänger #Morales spaltet das Land, dessen Wirtschaftsmodell - Profite aus dem Erdgasverkauf vergesellschaften - so nicht mehr funktioniert, denn die Gasfelder sind abgeerntet.

    Die wachsende Frustration nutzt ein US-Unternehmer um dem neoliberalen Kandidaten Reyes zum Sieg zu verhelfen. Dessen Vater war unter der #Militärdiktatur Verteidigungsminister.

    nd-aktuell.de/artikel/1187512.

  16. Argentiniens Präsident und die Diktatur: Die anderen waren auch ganz schlimm - taz.de

    Unter Argentiniens Präsident Javier #Milei läuft eine massive Kampagne zur Relativierung der Menschenrechtsverbrechen der #Militärdiktatur.
    taz.de/Argentiniens-Praesident

  17. Seit dreieinhalb Jahren herrscht in Myanmar Bürgerkrieg. Die zwei Athleten, die in Paris antreten, sollten das Land einen. Doch das hat andere Sorgen.#Militärdiktatur #OlympischeSpiele2024 #Sport #Schwerpunkt
    Myanmarische Olympia-Delegation: Myanmars Verräter
  18. #Babys aus #Südkorea
    Kinder gg pol. Gefälligkeiten

    Während #Südkorea.s #Militärdiktatur in den 70/80er kamen Tausende Kinder gg Willen der Eltern über Adoption ins Ausland. Eine #Kommission arbeitet dies nun auf.
    August Zwischenbericht..

    #KathrinErdmann

    share.deutschlandradio.de/sued

  19. Zehntausende Argentinier haben an die Opfer der #Militärdiktatur in ihrem Land erinnert und den umstrittenen neuen Präsidenten Javier #Milei kritisiert. #Argentinien nd-aktuell.de/artikel/1181014.

  20. Das Ergebnis des Verfassungsreferendums in Chile ist im Sinne der Rechten. Auch wenn ihr Entwurf scheiterte, wollten sie keine sozialen Reformen.#Chile #Verfassung #Referendum #Militärdiktatur #Amerika #Politik
    Referendum in Chile: Ein Land in Stillstand
  21. Ägypten - Vor der Präsidentenwahl

    In Ägypten gilt eine 3. Amtszeit von Staatschef Abdel Fattah Al-Sisi als sicher. Opposition wird unterdrückt. In der Krise folgen die Wähler Machthaber Al-Sisi.#ÄGYPTEN #Al-Sisi #Militärdiktatur
    Ägypten: Wahl von Al-Sisi quasi entschieden

  22. Heute vor 50 Jahren: Der 17. November ist in #Griechenland ein bedeutsamer historischer Tag. Er erinnert an den 1973 niedergeschlagenen Aufstand der Studierenden und Arbeiter*innen am Polytechnikum in Athen, sowie in Thessaloniki, Patras und Ioannina, während der faschistischen #Militärdiktatur.

    #AndiesemTag

  23. Am Sonntag wird in Argentinien gewählt. Sollte der rechte Kandidat die Wahlen gewinnen, könnte das die Aufklärung der Militärdiktatur erschweren.#Argentinien #Militärdiktatur #Vergangenheitsbewältigung #Amerika #Politik
    Argentinien vor der Wahl: Bis auf die Knochen
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