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  1. "Ein Panorama realer Alternativen zur marktförmigen Bewältigung der Klimakatastrophe darzustellen u zu diskutieren": Das war das Ziel der Vortragsreihe "Demokratische Planwirtschaft in Zeiten der Klimakatastrophe" von La Banda Vaga. In O-Ton Playback könnt Ihr die Mitschnitte der vier Vorträge nachhören, die wir aufzeichnen durften.

    La Banda Vaga: Die Welt brennt, aber wird schon laufen

    Die Klimakrise ist allgegenwärtig. Doch weder Staat noch Markt sind in der Lage der Klimakatastrophe etwas entgegenzusetzen.Ganz im Gegenteil, ist es doch gerade ihr Handeln, das die Lage eskaliert. Demgegenüber werden in den letzten Jahren Stimmen lauter, welche für eine vernünftige Planung der Wirtschaft plädieren.La Banda Vaga wollte im Eröffnungsvortrag eine Kritik an dem marktförmigen Versuch der Bewältigung der Klimakatastrophe darstellen u eine Skizze einer demokratischen Planwirtschaft darstellen, welche den heutigen Herausforderungen tatsächlich etwas entgegensetzen könnte.

    #rdl #labandavaga #JanGroos #freiburg #demokratie #HeideLutosch #Planwirtschaft #Zukunft #Sozialismus #Gewerkschaft #Rätekommunismus #Utopie #WaltherZeug #faugewerkschaft #antiautoritär #klimakrise #carearbeit #selbstverwaltung #antikapitalismus #solidarität #feminismus #freiearbeiterinnenunion
    @RDL
    rdl.de/programmhinweis/demokra

  2. @STimmchen @koje71

    🙂 Guten Abend.
    Du bist dbzgl. absolut nicht komisch,
    und es ist auch nicht absurd.
    Es ist intelligent. 😃
    Kenne einerseits Mitmenschen, die beruflich sämtliche Premiumversionen v. #AI / #KI nutzen (müssen), weil sie sonst ihre Jobs nicht bewältigen könnten.

    Andererseits kenne ich welche, die privat #Alexa, #Siri, #ChatGPT etc. absolut hirnlos nutzen, sich der Konsequenzen, physisch & psychisch nicht bewusst sind.

    Nur 1 Beispiel:
    t3n.de/news/studie-zu-ki-schon

    Lieben Gruß.

  3. Wort der Woche 7: Soziale Netzwerke

    Der Safer Internet Day, der am 10. Februar stattfindet, ruft unter dem Motto „Together for a better internet“ Institutionen, Unternehmen und Privatpersonen weltweit dazu auf, sich mit Projekten und Aktionen für ein besseres und sicheres Miteinander im digitalen Raum einzusetzen. Im Mittelpunkt steht dabei die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen beim sicheren Umgang mit digitalen Medien.

    Neben den vielen Vorteilen, die soziale Netzwerke in unserem digitalen Alltag bieten, bergen sie auch die Gefahr der Verbreitung von Fake News und Cyber-Mobbing. Die Materialien und Hinweise unserer diesmaligen Linktipps helfen Kindern und Jugendlichen sowie Lehrkräften, diese Herausforderungen zu bewältigen.

    politik-lexikon.at/soziale-net

    Linktipp Nr. 1: politik-lernen.at/pa_digitaler ''polis'' aktuell 2025/03: Ethische und menschenrechtliche Aspekte der Digitalisierung
    Linktipp Nr. 2: politik-lernen.at/rechte-und-p #dcey25 Dossier Rechte & Pflichten zu Hatespeech und Cybermobbing

    #politiklexikon #wortderwoche #PolitischeBildung #PolitikEdu #FediLZ #socialmedia #cybermobbing #fakenews #SID2026AT

  4. Aggressionen bewältigen: Was hilft gegen Wut? - Wissen - SRF
    srf.ch/wissen/mensch/durchatme
    Hinter einem Wutausbruch, verstecken sich häufig Angst und Traurigkeit. Dem immer wieder auf den Grund zu gehen verlangt ebenso sportlichen Ehrgeiz ab, wie Sport selbst.
    #mentalhealth
    #psychischegesundheit
    #angststorungen
    #wut

  5. Schädliche Anreize

    EU-Forschungsabteilung: Ein Internet ohne schädliche Anreize ist möglich

    Soziale Netzwerke und ihre auf Überwachung und Personalisierung basierenden Geschäftsmodelle schaffen Anreize, die letztlich die Demokratie gefährden. Für die EU ist es höchste Zeit, dem etwas entgegenzusetzen, fordert eine umfassende Studie der Forschungsabteilung der EU-Kommission.

    Es ist schon eine Ansage: Die EU sollte in ihrem Streben nach digitaler Souveränität neue Geschäftsmodelle im digitalen Raum entwickeln, die besser mit der Demokratie vereinbar sind. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission.

    Der Titel der englischsprachigen Studie ist so alarmierend wie programmatisch: „Fractured reality – How democracy can win the global struggle over the information space“ (auf Deutsch: „Zersplitterte Realität – Wie die Demokratie den globalen Kampf um den Informationsraum gewinnen kann“). Verfasst haben sie ein Dutzend renommierter Forscher:innen zu dem Thema, darunter die Hauptautoren, der Kognitionspsychologe Stephan Lewandowsky und der Verhaltensforscher Mario Scharfbillig.

    Aufmerksamkeitsökonomie unter der Lupe

    In der heutigen „Aufmerksamkeitsökonomie“ ist die Zeit und Aufnahmefähigkeit von Menschen begrenzt, schreiben die Autor:innen. Viele Online-Dienste, insbesondere soziale Medien, kämpfen geschickt um das kostbare Gut: Sie haben ihre personalisierten Produkte so gestaltet, dass Nutzer:innen möglichst lange auf ihrem Dienst bleiben. Dann können sie ihnen möglichst viele und passgenaue Werbeanzeigen einblenden.

    Dies begünstige „strukturell – wenn auch unbeabsichtigt – Inhalte, die die Demokratie bedrohen, da die menschliche Aufmerksamkeit Informationen bevorzugt, die negativ, emotional und konfliktgeladen sind“, heißt es in der Studie. Zudem würden die Dienste den Weg zu Echokammern ebnen. In diesen würden sich Menschen gegenseitig unwidersprochen ihre Ansichten bestätigen.

    Grundsätzlich neu sei dieses Phänomen zwar nicht, jedoch ermögliche Technologie eine zuvor ungekannte Vielfalt und Fragmentierung von Wahrnehmungen der Realität. Dies sei ein Problem: „Demokratische Institutionen und die Demokratie selbst können ohne ein gewisses Maß an gemeinsamer Realität nicht überleben.“

    Wenn sich soziale Medien nun zunehmend zu einer wichtigen Informationsquelle entwickeln und sich strukturell bedingt Informationen minderwertiger Qualität schneller verbreiten, öffnet das die Tür für Falschnachrichten, ob unbeabsichtigt (Misinformation) oder bewusst gestreut (Desinformation). Inzwischen habe sich das Phänomen jedoch gewandelt: Es gehe nicht mehr darum, konkrete Behauptungen aufzustellen oder anzufechten, sondern darum, den Informationsraum zu überfluten („flooding the zone“).

    Dominanter Fantasie-Industrie-Komplex

    Während Informationsmanipulation früher auf „systematischen Lügen“ basierte, setze sich die heutige Situation aus einer Mischung aus Desinformation, Täuschung, irreführenden Informationen und wahren Kernen zusammen. Die Autor:innen beschreiben dies als „Fantasie-Industrie-Komplex“, der sich selbst organisiere und lose koordiniert sei.

    Ziel der Informationsmanipulation sei es heute oft nicht, Menschen von bestimmten falschen Behauptungen zu überzeugen, sondern „abzulenken, Misstrauen zu schüren und antidemokratische Normen, autoritäre Instinkte und Verhaltensweisen zu aktivieren“. Dies sei ein systemisches Problem, betonen die Autor:innen. „Einzelpersonen für Fehlinformationen verantwortlich zu machen, verkennt die eigentliche Ursache.“

    Mit diesem „Fantasie-Industrie-Komplex“ ist eine der Ko-Autor:innen allzu gut vertraut. Als Studentin hatte die heute an der Georgetown University lehrende Desinformationsforscherin Renée DiResta ein Praktikum beim US-Geheimdienst CIA absolviert. Daraus drehten ihr rechte und rechtsextreme US-Influencer:innen einen Strick: Unter anderem Elon Musk nutzte seinen Einfluss sowie die Tatsache, den Kurznachrichtendienst X zu besitzen, um mit vermeintlichen Enthüllungen über einen „Zensur-Industrie-Komplex“ politisch Stimmung zu machen.

    Im Zentrum der Auseinandersetzung fand sich DiResta wieder. In einschlägigen Ecken des Internets als „CIA Renee“ verunglimpft, ging es ihren Widersacher:innen vor allem darum, ihre Glaubwürdigkeit und in weiterer Folge die des Stanford Internet Observatory (SIO) zu beschädigen. Zu dieser Zeit forschte DiResta dort zu Desinformation und landete im Visier von US-Republikanern. Denen gefiel nicht, dass das SIO ihre oft auf Lügen basierende Wahlkampftaktik offenlegte.

    Republikaner hacken Forschung kurz und klein

    Der konzertierte Angriff auf das SIO und eine Reihe anderer vergleichbarer Institute, der auch aus Anhörungen im republikanischen Repräsentantenhaus bestand, hatte schließlich Erfolg. Verträge wurden nicht verlängert, das Budget gekürzt, im Jahr 2024 machte die Stanford University das SIO ganz dicht – gerade noch rechtzeitig vor den US-Präsidentschaftswahlen im Herbst.

    Auf den Druck von rechts reagierten neben US-Universitäten auch einige prominente soziale Netzwerke: Meta kündigte etwa öffentlichkeitswirksam an, zeitgleich zum Amtsantritt Donald Trumps seine Moderationsregeln auf Facebook und Instagram zurückzuschrauben. Im Sommer darauf zog auch YouTube still und heimlich nach. Solange Falschinformationen rund um Themen wie Impfungen, Minderheiten oder Wahlbetrug im „öffentlichen Interesse“ stehen, bleiben sie auf dem größten Video-Streamingportal der Welt unmoderiert stehen.

    Vor dieser von der Realität weitgehend losgelösten Entwicklung warnen die Autor:innen der EU-Studie. „Demokratie braucht einen gesunden Informationsraum, der ausreichend genaue und überprüfbare Informationen enthält, eine politische Vielfalt an Meinungen und Stimmen zulässt, breit gefächerte Besitzverhältnisse im Medienbereich umfasst sowie ein geringes Maß an schädlichen Inhalten und Fehlinformationen aufweist, wenn wir ein gewisses Realitätsgefühl erhalten wollen“.

    Abkehr von der Aufmerksamkeitsökonomie

    Um dem etwas entgegenzusetzen, bringen die Autor:innen konkrete Empfehlungen mit. Zuvorderst müssten wir alternative öffentliche Räume schaffen, sowohl online als auch offline, die nicht von der Aufmerksamkeitsökonomie abhängen. Wir sollten uns auch vom Erfolg crowd-basierter und dezentraler Ansätze wie jenem der Online-Enzyklopädie Wikipedia inspirieren lassen.

    Nutzer:innen sollten zugleich mehr Autonomie erhalten, etwa mit einer Verbesserung des Plattformdesigns durch Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung. Beispielsweise durch Abkühlphasen – etwas, was der anstehende Digital Fairness Act der EU durchaus auf dem Schirm hat.

    Verbesserungsmöglichkeiten macht die Studie auch bei Faktenchecks aus. Selbst wenn diese stattfinden, erreichen sie oft ihr Zielpublikum nicht. Das ließe sich durch angepasste Ausspiel-Mechanismen verändern. Zudem sollten ausgewiesene Verbreiter:innen von Falschinformationen demonetarisiert werden: „Solange Desinformation profitabel ist, wird sie nicht verschwinden“.

    Indes weisen die Autor:innen darauf hin, dass keine dieser Maßnahmen ausreiche, wenn keine Alternativen zu den derzeitigen Geschäftsmodellen entstehen, die auf „Engagement“ basierten. Als Alternativen stellen sie unter anderem Abo-Modelle in den Raum, eine Besteuerung digitaler Werbeanzeigen, oder auch Gebühren für Online-Dienste, die besonders viel Falschinformationen verbreiten. Helfen könnten auch Auflagen zu Interoperabilität, mit der Nutzer:innen ihre Daten möglichst einfach von einem Anbieter zu einem anderen mitnehmen und umziehen könnten.

    Papiertiger ohne europäische Alternativen

    Bleibt aber immer noch das Problem, dass die meisten großen Online-Dienste derzeit nicht aus Europa stammen. Forschungsergebnisse deuten der EU-Studie zufolge darauf hin, dass Algorithmen von Plattformbetreibern zu deren Gunsten instrumentalisiert werden – was sich wohl am deutlichsten an dem zur rechten Propagandaplattform umgebauten Xablesen lässt.

    „Die Informationsdiät der Europäer liegt somit in den Händen ausländischer Akteure, die möglicherweise nicht die europäischen demokratischen Werte teilen“, warnen die Autor:innen. Trotz der vorangegangenen Empfehlungen lassen sich diese Werte ohne digitale Souveränität und Autonomie der EU nicht vollständig schützen, schreiben sie.

    Dabei dürfe die EU jedoch nicht in offenkundige Fallen tappen, warnt die Studie: „Es besteht derzeit die Gefahr, dass ein verstärktes Streben nach digitaler Souveränität auf Technologieebene die Chance auf einen besseren demokratischen Rahmen verspielt und ähnliche Probleme in Europa wiederholt, insbesondere wenn Geschäftsmodelle nicht mit demokratischen Prinzipien vereinbar sind.“

    Mit demokratischen Modellen experimentieren

    Um die Stellung der EU im digitalen Raum zu stärken, sollte Europa in dezentrale System wie Atmosphere, Fediverse, Mastodon oder Eurosky investieren und zugleich eine europäische Cloud-Infrastruktur samt ausreichender Rechenkapazität schaffen. Damit ließe sich die Macht ausländischer Unternehmen schwächen, während die alternativen Dienste „demokratische Modelle in Echtzeit“ erforschen könnten. Neben finanzieller Förderung solcher Ansätze könnten etwa Verpflichtungen für öffentliche Einrichtungen und Behörden, die entstehenden Online-Dienste zu nutzen, anstatt auf X und Co. zu verharren, deren Attraktivität steigern.

    Darüber hinaus sollte die EU bei der Forschung keine Kompromisse machen. „Das rasante Tempo des Wandels stellt die Forschung vor die Herausforderung, Schritt zu halten und Auswirkungen zu untersuchen, zumal Plattformdaten größtenteils privat bleiben“, heißt es in der Studie. Den im Digital Services Act (DSA) enthaltenen Zugang für die Wissenschaft, der bis heute noch nicht so recht vollständig umgesetzt ist, geht den Autor:innen augenscheinlich nicht weit genug.

    Angesichts des Bedarfs an schnellerer Forschung und Evaluierung digitaler Strategien sei ein europäisches „CERN für Daten und Demokratie“ erforderlich, um die in Europa fragmentierten Kapazitäten für die kontinuierliche Plattformforschung im industriellen Maßstab zu bündeln. Trotz ihrer globalen Vorreiterrolle bei der Digitalregulierung sollte sich die EU lieber beeilen: „Ein globaler Innovationswettlauf ohne Berücksichtigung seiner gesellschaftlichen Folgen könnte die Fähigkeit der Gesellschaften überfordern, diese Veränderungen friedlich zu bewältigen.“

    Tomas Rudl ist in Wien aufgewachsen, hat dort für diverse Provider gearbeitet und daneben Politikwissenschaft studiert. Seine journalistische Ausbildung erhielt er im Heise-Verlag, wo er für die Mac & i, c’t und Heise Online schrieb. Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Bluesky. Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

  6. "Ein Panorama realer Alternativen zur marktförmigen Bewältigung der Klimakatastrophe darzustellen u zu diskutieren": Das war das Ziel der Vortragsreihe "Demokratische Planwirtschaft in Zeiten der Klimakatastrophe" von La Banda Vaga. In O-Ton Playback könnt Ihr die Mitschnitte der vier Vorträge nachhören, die wir aufzeichnen durften.

    La Banda Vaga: Die Welt brennt, aber wird schon laufen

    Die Klimakrise ist allgegenwärtig. Doch weder Staat noch Markt sind in der Lage der Klimakatastrophe etwas entgegenzusetzen.Ganz im Gegenteil, ist es doch gerade ihr Handeln, das die Lage eskaliert. Demgegenüber werden in den letzten Jahren Stimmen lauter, welche für eine vernünftige Planung der Wirtschaft plädieren.La Banda Vaga wollte im Eröffnungsvortrag eine Kritik an dem marktförmigen Versuch der Bewältigung der Klimakatastrophe darstellen u eine Skizze einer demokratischen Planwirtschaft darstellen, welche den heutigen Herausforderungen tatsächlich etwas entgegensetzen könnte.

    #rdl #labandavaga #JanGroos #freiburg #demokratie #HeideLutosch #Planwirtschaft #Zukunft #Sozialismus #Gewerkschaft #Rätekommunismus #Utopie #WaltherZeug #faugewerkschaft #antiautoritär #klimakrise #carearbeit #selbstverwaltung #antikapitalismus #solidarität #feminismus #freiearbeiterinnenunion
    @RDL
    rdl.de/programmhinweis/demokra

  7. "Ein Panorama realer Alternativen zur marktförmigen Bewältigung der Klimakatastrophe darzustellen u zu diskutieren": Das war das Ziel der Vortragsreihe "Demokratische Planwirtschaft in Zeiten der Klimakatastrophe" von La Banda Vaga. In O-Ton Playback könnt Ihr die Mitschnitte der vier Vorträge nachhören, die wir aufzeichnen durften.

    La Banda Vaga: Die Welt brennt, aber wird schon laufen

    Die Klimakrise ist allgegenwärtig. Doch weder Staat noch Markt sind in der Lage der Klimakatastrophe etwas entgegenzusetzen.Ganz im Gegenteil, ist es doch gerade ihr Handeln, das die Lage eskaliert. Demgegenüber werden in den letzten Jahren Stimmen lauter, welche für eine vernünftige Planung der Wirtschaft plädieren.La Banda Vaga wollte im Eröffnungsvortrag eine Kritik an dem marktförmigen Versuch der Bewältigung der Klimakatastrophe darstellen u eine Skizze einer demokratischen Planwirtschaft darstellen, welche den heutigen Herausforderungen tatsächlich etwas entgegensetzen könnte.

    #rdl #labandavaga #JanGroos #freiburg #demokratie #HeideLutosch #Planwirtschaft #Zukunft #Sozialismus #Gewerkschaft #Rätekommunismus #Utopie #WaltherZeug #faugewerkschaft #antiautoritär #klimakrise #carearbeit #selbstverwaltung #antikapitalismus #solidarität #feminismus #freiearbeiterinnenunion
    @RDL
    rdl.de/programmhinweis/demokra

  8. "Ein Panorama realer Alternativen zur marktförmigen Bewältigung der Klimakatastrophe darzustellen u zu diskutieren": Das war das Ziel der Vortragsreihe "Demokratische Planwirtschaft in Zeiten der Klimakatastrophe" von La Banda Vaga. In O-Ton Playback könnt Ihr die Mitschnitte der vier Vorträge nachhören, die wir aufzeichnen durften.

    La Banda Vaga: Die Welt brennt, aber wird schon laufen

    Die Klimakrise ist allgegenwärtig. Doch weder Staat noch Markt sind in der Lage der Klimakatastrophe etwas entgegenzusetzen.Ganz im Gegenteil, ist es doch gerade ihr Handeln, das die Lage eskaliert. Demgegenüber werden in den letzten Jahren Stimmen lauter, welche für eine vernünftige Planung der Wirtschaft plädieren.La Banda Vaga wollte im Eröffnungsvortrag eine Kritik an dem marktförmigen Versuch der Bewältigung der Klimakatastrophe darstellen u eine Skizze einer demokratischen Planwirtschaft darstellen, welche den heutigen Herausforderungen tatsächlich etwas entgegensetzen könnte.

    #rdl #labandavaga #JanGroos #freiburg #demokratie #HeideLutosch #Planwirtschaft #Zukunft #Sozialismus #Gewerkschaft #Rätekommunismus #Utopie #WaltherZeug #faugewerkschaft #antiautoritär #klimakrise #carearbeit #selbstverwaltung #antikapitalismus #solidarität #feminismus #freiearbeiterinnenunion
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  9. Digitale Souveränität kostet – und Deutschland hat die Rechnung lange ignoriert

    Die Debatte um digitale Souveränität in Deutschland bekommt konkrete Zahlen – und die sind politisch brisant. Über 90 Prozent der Behörden arbeiten mit Microsoft, während die Kosten auf bis zu eine Milliarde Euro jährlich steigen. Auf Open Source basierte Alternativen erscheinen als Ausweg, sind aber vor allem ein unbequemer Systemwechsel. Die zentrale Frage: Ist der Staat bereit, für Kontrolle tatsächlich zu zahlen? Besser: Meinen es die etablierten Parteien, die jahrelang Microsoft hinterher gelaufen sind, endlich ernst?

    Über den Deutschlandfunk bin ich gleich zweimal über das Thema gestolpert. Ausführlich mit O-Tönen der knapp zwanzigminütige Audiobeitrag von Anna Loll „Open Source – Die Suche nach mehr digitaler Unabhängigkeit“ und der zugehörige Textbeitrag „Arbeiten ohne Microsoft – Wie deutsche Behörden digital unabhängiger werden sollen“. Gleich zu Beginn der Audioaufnahme erklärt Kanzler Friedrich Merz, OpenDesk sei bereits im Kanzleramt im Einsatz. Das soll nach Aufbruch klingen, gar nach Durchbruch.

    Microsoft-Abhängigkeit: Wie offizielle Zahlen die Realität unterschätzen

    Die Zahlen, die Christoph Schmees in seinem Blog summiert, sind alarmierend. 481 Millionen Euro direkte Microsoft-Kosten im Bund für 2025, rund eine Milliarde Euro inklusive indirekter Strukturen. Das klingt nach sehr viel Geld, ist aber wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Realität. Denn es fehlen die Ausgaben die der Länder und die der Kommunen.

    Zudem erfassen diese Zahlen nur das, was sichtbar ist: Lizenzen, Verträge, direkte Zahlungen. Was fehlt, sind die versteckten Kosten: Integrationen, Schulungen, externe Dienstleister und vor allem die langfristigen Lock-in-Effekte. Realistisch betrachtet muss man diese Summe vervielfachen. Das bedeutet: Die tatsächliche Abhängigkeit bewegt sich nicht im Milliarden-, sondern im Mehr-Milliarden-Bereich.

    Aber nun kam Trumps zweite Amtszeit …

    Meine Beobachtung: Diese Zahlen wurden nie in dieser klaren und ehrlichen Weise von den Vertretern der etablierten Parteien, von CDU/CSU oder SPD, von der FDP spreche ich gar nicht, kommuniziert. Darum hat man sich immer bewusst gedrückt – denn man hatte ja keine Alternative zu Microsoft. Aus dem Kreis der Politikerinnen und Politiker ist mir nur die Linke Anke Domscheit-Berg in Erinnerung, die das Thema klar adressiert hat. Alle anderen haben geschwiegen – beziehungsweise die wahren Kosten unverzeihlicherweise verschleiert. Wird Transparenz nicht verweigert, weil sie unmöglich ist, sondern weil sie politisch unerwünscht ist?

    Cloud-Abhängigkeit: Wie Abo-Modelle staatliche Exit-Optionen zerstören

    Parallel hat Microsoft sein Geschäftsmodell strategisch umgebaut – und damit die Abhängigkeit vertieft. Statt einmaliger Lizenzen dominieren heute Abo-Modelle, die kontinuierliche Zahlungen und dauerhafte Bindung erzeugen. Diese Modelle verändern die Dynamik: Kosten steigen schleichend, Wechsel wird komplexer, und die technische Integration wird immer tiefer. Behörden geraten in eine Situation, in der ein Ausstieg organisatorisch kaum noch zu bewältigen ist. Der Staat hat sich in ein System hineinoptimiert, aus dem er nur mit massiven Investitionen wieder herauskommt – wen überhaupt.

    Aber nun kam Trumps zweite Amtszeit … Das hat die Debatte radikal verändert

    Cloud Act und Datenhoheit: Wie US-Gesetze europäische Souveränität aushebeln

    Denn die eigentliche Brisanz liegt nicht im Preis, sondern im Zugriff. Mit der Verlagerung in die Cloud geraten staatliche Daten unter die Kontrolle von US-Unternehmen – und damit indirekt unter US-Recht. Der CLOUD Act verpflichtet amerikanische Unternehmen, US-Behörden Zugriff auf Daten zu gewähren – unabhängig davon, wo diese Daten physisch gespeichert sind. Das betrifft auch europäische Verwaltungsdaten, wenn sie auf Infrastruktur von Microsoft liegen.

    Damit wird digitale Souveränität zur Illusion. Selbst wenn Server in Europa stehen, kann der Zugriff rechtlich erzwungen werden. Der Staat verliert damit nicht nur technische Kontrolle, sondern auch rechtliche Souveränität über seine eigenen Daten. Und es gibt Präzedenzfälle, dass die Trump-Administration keine Skrupel hat, beispielsweise die E-Mail eines Richters des Internationalen Gerichtshofs zu sperren. Erkenntnis: Digitale Souveränität endet dort, wo fremdes Recht auf eigene Daten zugreift.

    Digitale Souveränität: Wie politische Inszenierung strukturelle Schwäche kaschiert

    Digitale Souveränität wird also in den vergangenen Monaten politisch beschworen. Digitalgipfel und der Kanzler hebt im Kanzleramt hervor, dass einige seiner Leute Open Desk – die Alternative zu Microsofts Angeboten – nutzen. Er sendet – halbherzig – das Signal: Wir könnten unabhängig sein.

    Mit dem ZenDiS, dem Zentrum für Digitale Souerväntität, versucht die Bundesregierung, diese Erzählung zu unterfüttern. Open Source soll koordiniert, skaliert und strategisch verankert werden. Das ist grundsätzlich richtig – aber es bleibt halbherzig, solange die bestehenden Abhängigkeiten nicht konsequent zurückgebaut werden. Denn genau hier liegt die Diskrepanz: Während über Souveränität gesprochen wird, wachsen die bestehenden Bindungen weiter. Die politische Kommunikation ist ambitionierter als die tatsächliche Umsetzung.

    Schleswig-Holstein-Beispiel: Wie Holpersteine politisch überhöht werden

    Nun wird vor allem ein Projekt, ein Bundesland von den Verfechtern Digitaler Souveränität herausgestellt: Schleswig-Holstein als Testfeld für Open Source. Und fast zwangsläufig werden die Probleme betont – Systeme haken, E-Mails laufen nicht sauber, Abläufe geraten ins Stocken. Diese Holpersteine werden schnell zum Beleg dafür gemacht, dass der Ansatz nicht funktioniert.

    Doch genau diese Bewertung verzerrt die Realität. Solche Reibungen sind kein Sonderfall von Open Source, sondern die Regel bei nahezu allen großen IT-Projekten. Wer SAP-Einführungen oder andere komplexe Systemwechsel erlebt hat, weiß: Instabilität, Verzögerungen und Fehler gehören zur Anfangsphase dazu. Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern in der Erzählung darüber.

    Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob es Probleme gibt – die sind er Normalfall jeder IT-Transformation .-, sondern wie mit ihnen umgegangen wird. Wenn gleichzeitig investiert, weiterentwickelt und konsequent nachjustiert wird, verschwinden diese Holpersteine Schritt für Schritt – und Systeme werden langfristig stabiler und unabhängiger. Zu dieser Investition muss „die Politik“ aber bereit sein.

    Open Source-Investitionen: Wie Entwicklung über Reibung entscheidet

    Der entscheidende Punkt wird oft ausgeblendet: Open Source funktioniert nur dann reibungslos, wenn kontinuierlich investiert und aktiv weiterentwickelt wird. Wer glaubt, Open Source sei einfach eine kostenlose Alternative zu Microsoft, hat das Modell nicht verstanden.

    Staatliche IT müsste hier wie Infrastruktur gedacht werden: langfristig finanziert, kontinuierlich verbessert, institutionell getragen. Genau das leisten Konzerne wie Microsoft intern – sie investieren permanent in Stabilität, Integration und Nutzerfreundlichkeit. Wenn der Staat diesen Anspruch nicht übernimmt, bleibt Open Source zwangsläufig hinter diesen Standards zurück.

    Die Konsequenz ist klar: Je mehr investiert wird und je besser die Projekte professionell gemanagt werden, desto stabiler werden Systeme, desto reibungsloser laufen Prozesse, desto attraktiver wird der Umstieg. Open Source ist kein Sparmodell, sondern ein Entwicklungsmodell. Ohne dauerhafte Investitionen bleibt Open Source in der Verwaltung ein Experiment – mit Investitionen wird es zur echten Alternative.

    Microsoft oder Open Source. Warum es vor allem um Bequemlichkeit geht

    Am Ende legt der Beitrag von Anna Loll den eigentlichen Konflikt frei: Es geht nicht primär um Technologie, sondern um Macht und Abhängigkeit. Microsoft dominiert die Verwaltung nicht, weil die Software perfekt ist, sondern weil sie bequem ist. Open Source stellt diese Bequemlichkeit infrage – und verlangt stattdessen Investitionen, klare Zuständigkeiten und langfristige Entwicklung. Die zugespitzte Konsequenz lautet: Digitale Souveränität gibt es nicht als Plug-and-Play. Wer sie will, muss durch die Phase des Kontrollverlusts hindurch – oder er entscheidet sich bewusst dagegen – für die Abhängigkeit von Trump und seinen Tech Bros.

    Ob sich OpenDesk und andere Open-Source-Lösungen langfristig in der öffentlichen Verwaltung durchsetzen, bleibt weiter offen. Entscheidend wird dabei weniger die Technik sein, als der politische Wille – im Bund, in den Ländern und über Legislaturperioden hinweg. Es geht nicht um IT-Budgets, sondern um staatliche Handlungsfähigkeit. Und es geht darum, jetzt endlich der Einflussnahme der BigTech-Lobbyisten in Brüssel und Berlin zu widerstehen, die gerade auf Politikerinnen und Politiker der etablierten Parteien durchaus Einfluss haben. Digitale Souveränität scheitert nicht am Können – sondern am fehlenden politischen Willen zu investieren. Hoffentlich wurde verstanden, dass wir dank Trump keine Wahl haben. Wir müssen Schritt für Schritt unabhängiger werden.


    #ÖffentlicheVerwaltung #Deutschland #DigitaleSouveränität #Microsoft #OpenDesk #OpenSource #ZenDiS
  10. Digitale Souveränität kostet – und Deutschland hat die Rechnung lange ignoriert

    Die Debatte um digitale Souveränität in Deutschland bekommt konkrete Zahlen – und die sind politisch brisant. Über 90 Prozent der Behörden arbeiten mit Microsoft, während die Kosten auf bis zu eine Milliarde Euro jährlich steigen. Auf Open Source basierte Alternativen erscheinen als Ausweg, sind aber vor allem ein unbequemer Systemwechsel. Die zentrale Frage: Ist der Staat bereit, für Kontrolle tatsächlich zu zahlen? Besser: Meinen es die etablierten Parteien, die jahrelang Microsoft hinterher gelaufen sind, endlich ernst?

    Über den Deutschlandfunk bin ich gleich zweimal über das Thema gestolpert. Ausführlich mit O-Tönen der knapp zwanzigminütige Audiobeitrag von Anna Loll „Open Source – Die Suche nach mehr digitaler Unabhängigkeit“ und der zugehörige Textbeitrag „Arbeiten ohne Microsoft – Wie deutsche Behörden digital unabhängiger werden sollen“. Gleich zu Beginn der Audioaufnahme erklärt Kanzler Friedrich Merz, OpenDesk sei bereits im Kanzleramt im Einsatz. Das soll nach Aufbruch klingen, gar nach Durchbruch.

    Microsoft-Abhängigkeit: Wie offizielle Zahlen die Realität unterschätzen

    Die Zahlen, die Christoph Schmees in seinem Blog summiert, sind alarmierend. 481 Millionen Euro direkte Microsoft-Kosten im Bund für 2025, rund eine Milliarde Euro inklusive indirekter Strukturen. Das klingt nach sehr viel Geld, ist aber wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Realität. Denn es fehlen die Ausgaben die der Länder und die der Kommunen.

    Zudem erfassen diese Zahlen nur das, was sichtbar ist: Lizenzen, Verträge, direkte Zahlungen. Was fehlt, sind die versteckten Kosten: Integrationen, Schulungen, externe Dienstleister und vor allem die langfristigen Lock-in-Effekte. Realistisch betrachtet muss man diese Summe vervielfachen. Das bedeutet: Die tatsächliche Abhängigkeit bewegt sich nicht im Milliarden-, sondern im Mehr-Milliarden-Bereich.

    Aber nun kam Trumps zweite Amtszeit …

    Meine Beobachtung: Diese Zahlen wurden nie in dieser klaren und ehrlichen Weise von den Vertretern der etablierten Parteien, von CDU/CSU oder SPD, von der FDP spreche ich gar nicht, kommuniziert. Darum hat man sich immer bewusst gedrückt – denn man hatte ja keine Alternative zu Microsoft. Aus dem Kreis der Politikerinnen und Politiker ist mir nur die Linke Anke Domscheit-Berg in Erinnerung, die das Thema klar adressiert hat. Alle anderen haben geschwiegen – beziehungsweise die wahren Kosten unverzeihlicherweise verschleiert. Wird Transparenz nicht verweigert, weil sie unmöglich ist, sondern weil sie politisch unerwünscht ist?

    Cloud-Abhängigkeit: Wie Abo-Modelle staatliche Exit-Optionen zerstören

    Parallel hat Microsoft sein Geschäftsmodell strategisch umgebaut – und damit die Abhängigkeit vertieft. Statt einmaliger Lizenzen dominieren heute Abo-Modelle, die kontinuierliche Zahlungen und dauerhafte Bindung erzeugen. Diese Modelle verändern die Dynamik: Kosten steigen schleichend, Wechsel wird komplexer, und die technische Integration wird immer tiefer. Behörden geraten in eine Situation, in der ein Ausstieg organisatorisch kaum noch zu bewältigen ist. Der Staat hat sich in ein System hineinoptimiert, aus dem er nur mit massiven Investitionen wieder herauskommt – wen überhaupt.

    Aber nun kam Trumps zweite Amtszeit … Das hat die Debatte radikal verändert

    Cloud Act und Datenhoheit: Wie US-Gesetze europäische Souveränität aushebeln

    Denn die eigentliche Brisanz liegt nicht im Preis, sondern im Zugriff. Mit der Verlagerung in die Cloud geraten staatliche Daten unter die Kontrolle von US-Unternehmen – und damit indirekt unter US-Recht. Der CLOUD Act verpflichtet amerikanische Unternehmen, US-Behörden Zugriff auf Daten zu gewähren – unabhängig davon, wo diese Daten physisch gespeichert sind. Das betrifft auch europäische Verwaltungsdaten, wenn sie auf Infrastruktur von Microsoft liegen.

    Damit wird digitale Souveränität zur Illusion. Selbst wenn Server in Europa stehen, kann der Zugriff rechtlich erzwungen werden. Der Staat verliert damit nicht nur technische Kontrolle, sondern auch rechtliche Souveränität über seine eigenen Daten. Und es gibt Präzedenzfälle, dass die Trump-Administration keine Skrupel hat, beispielsweise die E-Mail eines Richters des Internationalen Gerichtshofs zu sperren. Erkenntnis: Digitale Souveränität endet dort, wo fremdes Recht auf eigene Daten zugreift.

    Digitale Souveränität: Wie politische Inszenierung strukturelle Schwäche kaschiert

    Digitale Souveränität wird also in den vergangenen Monaten politisch beschworen. Digitalgipfel und der Kanzler hebt im Kanzleramt hervor, dass einige seiner Leute Open Desk – die Alternative zu Microsofts Angeboten – nutzen. Er sendet – halbherzig – das Signal: Wir könnten unabhängig sein.

    Mit dem ZenDiS, dem Zentrum für Digitale Souerväntität, versucht die Bundesregierung, diese Erzählung zu unterfüttern. Open Source soll koordiniert, skaliert und strategisch verankert werden. Das ist grundsätzlich richtig – aber es bleibt halbherzig, solange die bestehenden Abhängigkeiten nicht konsequent zurückgebaut werden. Denn genau hier liegt die Diskrepanz: Während über Souveränität gesprochen wird, wachsen die bestehenden Bindungen weiter. Die politische Kommunikation ist ambitionierter als die tatsächliche Umsetzung.

    Schleswig-Holstein-Beispiel: Wie Holpersteine politisch überhöht werden

    Nun wird vor allem ein Projekt, ein Bundesland von den Verfechtern Digitaler Souveränität herausgestellt: Schleswig-Holstein als Testfeld für Open Source. Und fast zwangsläufig werden die Probleme betont – Systeme haken, E-Mails laufen nicht sauber, Abläufe geraten ins Stocken. Diese Holpersteine werden schnell zum Beleg dafür gemacht, dass der Ansatz nicht funktioniert.

    Doch genau diese Bewertung verzerrt die Realität. Solche Reibungen sind kein Sonderfall von Open Source, sondern die Regel bei nahezu allen großen IT-Projekten. Wer SAP-Einführungen oder andere komplexe Systemwechsel erlebt hat, weiß: Instabilität, Verzögerungen und Fehler gehören zur Anfangsphase dazu. Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern in der Erzählung darüber.

    Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob es Probleme gibt – die sind er Normalfall jeder IT-Transformation .-, sondern wie mit ihnen umgegangen wird. Wenn gleichzeitig investiert, weiterentwickelt und konsequent nachjustiert wird, verschwinden diese Holpersteine Schritt für Schritt – und Systeme werden langfristig stabiler und unabhängiger. Zu dieser Investition muss „die Politik“ aber bereit sein.

    Open Source-Investitionen: Wie Entwicklung über Reibung entscheidet

    Der entscheidende Punkt wird oft ausgeblendet: Open Source funktioniert nur dann reibungslos, wenn kontinuierlich investiert und aktiv weiterentwickelt wird. Wer glaubt, Open Source sei einfach eine kostenlose Alternative zu Microsoft, hat das Modell nicht verstanden.

    Staatliche IT müsste hier wie Infrastruktur gedacht werden: langfristig finanziert, kontinuierlich verbessert, institutionell getragen. Genau das leisten Konzerne wie Microsoft intern – sie investieren permanent in Stabilität, Integration und Nutzerfreundlichkeit. Wenn der Staat diesen Anspruch nicht übernimmt, bleibt Open Source zwangsläufig hinter diesen Standards zurück.

    Die Konsequenz ist klar: Je mehr investiert wird und je besser die Projekte professionell gemanagt werden, desto stabiler werden Systeme, desto reibungsloser laufen Prozesse, desto attraktiver wird der Umstieg. Open Source ist kein Sparmodell, sondern ein Entwicklungsmodell. Ohne dauerhafte Investitionen bleibt Open Source in der Verwaltung ein Experiment – mit Investitionen wird es zur echten Alternative.

    Microsoft oder Open Source. Warum es vor allem um Bequemlichkeit geht

    Am Ende legt der Beitrag von Anna Loll den eigentlichen Konflikt frei: Es geht nicht primär um Technologie, sondern um Macht und Abhängigkeit. Microsoft dominiert die Verwaltung nicht, weil die Software perfekt ist, sondern weil sie bequem ist. Open Source stellt diese Bequemlichkeit infrage – und verlangt stattdessen Investitionen, klare Zuständigkeiten und langfristige Entwicklung. Die zugespitzte Konsequenz lautet: Digitale Souveränität gibt es nicht als Plug-and-Play. Wer sie will, muss durch die Phase des Kontrollverlusts hindurch – oder er entscheidet sich bewusst dagegen – für die Abhängigkeit von Trump und seinen Tech Bros.

    Ob sich OpenDesk und andere Open-Source-Lösungen langfristig in der öffentlichen Verwaltung durchsetzen, bleibt weiter offen. Entscheidend wird dabei weniger die Technik sein, als der politische Wille – im Bund, in den Ländern und über Legislaturperioden hinweg. Es geht nicht um IT-Budgets, sondern um staatliche Handlungsfähigkeit. Und es geht darum, jetzt endlich der Einflussnahme der BigTech-Lobbyisten in Brüssel und Berlin zu widerstehen, die gerade auf Politikerinnen und Politiker der etablierten Parteien durchaus Einfluss haben. Digitale Souveränität scheitert nicht am Können – sondern am fehlenden politischen Willen zu investieren. Hoffentlich wurde verstanden, dass wir dank Trump keine Wahl haben. Wir müssen Schritt für Schritt unabhängiger werden.


    #ÖffentlicheVerwaltung #Deutschland #DigitaleSouveränität #Microsoft #OpenDesk #OpenSource #ZenDiS
  11. Digitale Souveränität kostet – und Deutschland hat die Rechnung lange ignoriert

    Die Debatte um digitale Souveränität in Deutschland bekommt konkrete Zahlen – und die sind politisch brisant. Über 90 Prozent der Behörden arbeiten mit Microsoft, während die Kosten auf bis zu eine Milliarde Euro jährlich steigen. Auf Open Source basierte Alternativen erscheinen als Ausweg, sind aber vor allem ein unbequemer Systemwechsel. Die zentrale Frage: Ist der Staat bereit, für Kontrolle tatsächlich zu zahlen? Besser: Meinen es die etablierten Parteien, die jahrelang Microsoft hinterher gelaufen sind, endlich ernst?

    Über den Deutschlandfunk bin ich gleich zweimal über das Thema gestolpert. Ausführlich mit O-Tönen der knapp zwanzigminütige Audiobeitrag von Anna Loll „Open Source – Die Suche nach mehr digitaler Unabhängigkeit“ und der zugehörige Textbeitrag „Arbeiten ohne Microsoft – Wie deutsche Behörden digital unabhängiger werden sollen“. Gleich zu Beginn der Audioaufnahme erklärt Kanzler Friedrich Merz, OpenDesk sei bereits im Kanzleramt im Einsatz. Das soll nach Aufbruch klingen, gar nach Durchbruch.

    Microsoft-Abhängigkeit: Wie offizielle Zahlen die Realität unterschätzen

    Die Zahlen, die Christoph Schmees in seinem Blog summiert, sind alarmierend. 481 Millionen Euro direkte Microsoft-Kosten im Bund für 2025, rund eine Milliarde Euro inklusive indirekter Strukturen. Das klingt nach sehr viel Geld, ist aber wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Realität. Denn es fehlen die Ausgaben die der Länder und die der Kommunen.

    Zudem erfassen diese Zahlen nur das, was sichtbar ist: Lizenzen, Verträge, direkte Zahlungen. Was fehlt, sind die versteckten Kosten: Integrationen, Schulungen, externe Dienstleister und vor allem die langfristigen Lock-in-Effekte. Realistisch betrachtet muss man diese Summe vervielfachen. Das bedeutet: Die tatsächliche Abhängigkeit bewegt sich nicht im Milliarden-, sondern im Mehr-Milliarden-Bereich.

    Aber nun kam Trumps zweite Amtszeit …

    Meine Beobachtung: Diese Zahlen wurden nie in dieser klaren und ehrlichen Weise von den Vertretern der etablierten Parteien, von CDU/CSU oder SPD, von der FDP spreche ich gar nicht, kommuniziert. Darum hat man sich immer bewusst gedrückt – denn man hatte ja keine Alternative zu Microsoft. Aus dem Kreis der Politikerinnen und Politiker ist mir nur die Linke Anke Domscheit-Berg in Erinnerung, die das Thema klar adressiert hat. Alle anderen haben geschwiegen – beziehungsweise die wahren Kosten unverzeihlicherweise verschleiert. Wird Transparenz nicht verweigert, weil sie unmöglich ist, sondern weil sie politisch unerwünscht ist?

    Cloud-Abhängigkeit: Wie Abo-Modelle staatliche Exit-Optionen zerstören

    Parallel hat Microsoft sein Geschäftsmodell strategisch umgebaut – und damit die Abhängigkeit vertieft. Statt einmaliger Lizenzen dominieren heute Abo-Modelle, die kontinuierliche Zahlungen und dauerhafte Bindung erzeugen. Diese Modelle verändern die Dynamik: Kosten steigen schleichend, Wechsel wird komplexer, und die technische Integration wird immer tiefer. Behörden geraten in eine Situation, in der ein Ausstieg organisatorisch kaum noch zu bewältigen ist. Der Staat hat sich in ein System hineinoptimiert, aus dem er nur mit massiven Investitionen wieder herauskommt – wen überhaupt.

    Aber nun kam Trumps zweite Amtszeit … Das hat die Debatte radikal verändert

    Cloud Act und Datenhoheit: Wie US-Gesetze europäische Souveränität aushebeln

    Denn die eigentliche Brisanz liegt nicht im Preis, sondern im Zugriff. Mit der Verlagerung in die Cloud geraten staatliche Daten unter die Kontrolle von US-Unternehmen – und damit indirekt unter US-Recht. Der CLOUD Act verpflichtet amerikanische Unternehmen, US-Behörden Zugriff auf Daten zu gewähren – unabhängig davon, wo diese Daten physisch gespeichert sind. Das betrifft auch europäische Verwaltungsdaten, wenn sie auf Infrastruktur von Microsoft liegen.

    Damit wird digitale Souveränität zur Illusion. Selbst wenn Server in Europa stehen, kann der Zugriff rechtlich erzwungen werden. Der Staat verliert damit nicht nur technische Kontrolle, sondern auch rechtliche Souveränität über seine eigenen Daten. Und es gibt Präzedenzfälle, dass die Trump-Administration keine Skrupel hat, beispielsweise die E-Mail eines Richters des Internationalen Gerichtshofs zu sperren. Erkenntnis: Digitale Souveränität endet dort, wo fremdes Recht auf eigene Daten zugreift.

    Digitale Souveränität: Wie politische Inszenierung strukturelle Schwäche kaschiert

    Digitale Souveränität wird also in den vergangenen Monaten politisch beschworen. Digitalgipfel und der Kanzler hebt im Kanzleramt hervor, dass einige seiner Leute Open Desk – die Alternative zu Microsofts Angeboten – nutzen. Er sendet – halbherzig – das Signal: Wir könnten unabhängig sein.

    Mit dem ZenDiS, dem Zentrum für Digitale Souerväntität, versucht die Bundesregierung, diese Erzählung zu unterfüttern. Open Source soll koordiniert, skaliert und strategisch verankert werden. Das ist grundsätzlich richtig – aber es bleibt halbherzig, solange die bestehenden Abhängigkeiten nicht konsequent zurückgebaut werden. Denn genau hier liegt die Diskrepanz: Während über Souveränität gesprochen wird, wachsen die bestehenden Bindungen weiter. Die politische Kommunikation ist ambitionierter als die tatsächliche Umsetzung.

    Schleswig-Holstein-Beispiel: Wie Holpersteine politisch überhöht werden

    Nun wird vor allem ein Projekt, ein Bundesland von den Verfechtern Digitaler Souveränität herausgestellt: Schleswig-Holstein als Testfeld für Open Source. Und fast zwangsläufig werden die Probleme betont – Systeme haken, E-Mails laufen nicht sauber, Abläufe geraten ins Stocken. Diese Holpersteine werden schnell zum Beleg dafür gemacht, dass der Ansatz nicht funktioniert.

    Doch genau diese Bewertung verzerrt die Realität. Solche Reibungen sind kein Sonderfall von Open Source, sondern die Regel bei nahezu allen großen IT-Projekten. Wer SAP-Einführungen oder andere komplexe Systemwechsel erlebt hat, weiß: Instabilität, Verzögerungen und Fehler gehören zur Anfangsphase dazu. Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern in der Erzählung darüber.

    Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob es Probleme gibt – die sind er Normalfall jeder IT-Transformation .-, sondern wie mit ihnen umgegangen wird. Wenn gleichzeitig investiert, weiterentwickelt und konsequent nachjustiert wird, verschwinden diese Holpersteine Schritt für Schritt – und Systeme werden langfristig stabiler und unabhängiger. Zu dieser Investition muss „die Politik“ aber bereit sein.

    Open Source-Investitionen: Wie Entwicklung über Reibung entscheidet

    Der entscheidende Punkt wird oft ausgeblendet: Open Source funktioniert nur dann reibungslos, wenn kontinuierlich investiert und aktiv weiterentwickelt wird. Wer glaubt, Open Source sei einfach eine kostenlose Alternative zu Microsoft, hat das Modell nicht verstanden.

    Staatliche IT müsste hier wie Infrastruktur gedacht werden: langfristig finanziert, kontinuierlich verbessert, institutionell getragen. Genau das leisten Konzerne wie Microsoft intern – sie investieren permanent in Stabilität, Integration und Nutzerfreundlichkeit. Wenn der Staat diesen Anspruch nicht übernimmt, bleibt Open Source zwangsläufig hinter diesen Standards zurück.

    Die Konsequenz ist klar: Je mehr investiert wird und je besser die Projekte professionell gemanagt werden, desto stabiler werden Systeme, desto reibungsloser laufen Prozesse, desto attraktiver wird der Umstieg. Open Source ist kein Sparmodell, sondern ein Entwicklungsmodell. Ohne dauerhafte Investitionen bleibt Open Source in der Verwaltung ein Experiment – mit Investitionen wird es zur echten Alternative.

    Microsoft oder Open Source. Warum es vor allem um Bequemlichkeit geht

    Am Ende legt der Beitrag von Anna Loll den eigentlichen Konflikt frei: Es geht nicht primär um Technologie, sondern um Macht und Abhängigkeit. Microsoft dominiert die Verwaltung nicht, weil die Software perfekt ist, sondern weil sie bequem ist. Open Source stellt diese Bequemlichkeit infrage – und verlangt stattdessen Investitionen, klare Zuständigkeiten und langfristige Entwicklung. Die zugespitzte Konsequenz lautet: Digitale Souveränität gibt es nicht als Plug-and-Play. Wer sie will, muss durch die Phase des Kontrollverlusts hindurch – oder er entscheidet sich bewusst dagegen – für die Abhängigkeit von Trump und seinen Tech Bros.

    Ob sich OpenDesk und andere Open-Source-Lösungen langfristig in der öffentlichen Verwaltung durchsetzen, bleibt weiter offen. Entscheidend wird dabei weniger die Technik sein, als der politische Wille – im Bund, in den Ländern und über Legislaturperioden hinweg. Es geht nicht um IT-Budgets, sondern um staatliche Handlungsfähigkeit. Und es geht darum, jetzt endlich der Einflussnahme der BigTech-Lobbyisten in Brüssel und Berlin zu widerstehen, die gerade auf Politikerinnen und Politiker der etablierten Parteien durchaus Einfluss haben. Digitale Souveränität scheitert nicht am Können – sondern am fehlenden politischen Willen zu investieren. Hoffentlich wurde verstanden, dass wir dank Trump keine Wahl haben. Wir müssen Schritt für Schritt unabhängiger werden.


    #ÖffentlicheVerwaltung #Deutschland #DigitaleSouveränität #Microsoft #OpenDesk #OpenSource #ZenDiS
  12. Digitale Souveränität kostet – und Deutschland hat die Rechnung lange ignoriert

    Die Debatte um digitale Souveränität in Deutschland bekommt konkrete Zahlen – und die sind politisch brisant. Über 90 Prozent der Behörden arbeiten mit Microsoft, während die Kosten auf bis zu eine Milliarde Euro jährlich steigen. Auf Open Source basierte Alternativen erscheinen als Ausweg, sind aber vor allem ein unbequemer Systemwechsel. Die zentrale Frage: Ist der Staat bereit, für Kontrolle tatsächlich zu zahlen? Besser: Meinen es die etablierten Parteien, die jahrelang Microsoft hinterher gelaufen sind, endlich ernst?

    Über den Deutschlandfunk bin ich gleich zweimal über das Thema gestolpert. Ausführlich mit O-Tönen der knapp zwanzigminütige Audiobeitrag von Anna Loll „Open Source – Die Suche nach mehr digitaler Unabhängigkeit“ und der zugehörige Textbeitrag „Arbeiten ohne Microsoft – Wie deutsche Behörden digital unabhängiger werden sollen“. Gleich zu Beginn der Audioaufnahme erklärt Kanzler Friedrich Merz, OpenDesk sei bereits im Kanzleramt im Einsatz. Das soll nach Aufbruch klingen, gar nach Durchbruch.

    Microsoft-Abhängigkeit: Wie offizielle Zahlen die Realität unterschätzen

    Die Zahlen, die Christoph Schmees in seinem Blog summiert, sind alarmierend. 481 Millionen Euro direkte Microsoft-Kosten im Bund für 2025, rund eine Milliarde Euro inklusive indirekter Strukturen. Das klingt nach sehr viel Geld, ist aber wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Realität. Denn es fehlen die Ausgaben die der Länder und die der Kommunen.

    Zudem erfassen diese Zahlen nur das, was sichtbar ist: Lizenzen, Verträge, direkte Zahlungen. Was fehlt, sind die versteckten Kosten: Integrationen, Schulungen, externe Dienstleister und vor allem die langfristigen Lock-in-Effekte. Realistisch betrachtet muss man diese Summe vervielfachen. Das bedeutet: Die tatsächliche Abhängigkeit bewegt sich nicht im Milliarden-, sondern im Mehr-Milliarden-Bereich.

    Aber nun kam Trumps zweite Amtszeit …

    Meine Beobachtung: Diese Zahlen wurden nie in dieser klaren und ehrlichen Weise von den Vertretern der etablierten Parteien, von CDU/CSU oder SPD, von der FDP spreche ich gar nicht, kommuniziert. Darum hat man sich immer bewusst gedrückt – denn man hatte ja keine Alternative zu Microsoft. Aus dem Kreis der Politikerinnen und Politiker ist mir nur die Linke Anke Domscheit-Berg in Erinnerung, die das Thema klar adressiert hat. Alle anderen haben geschwiegen – beziehungsweise die wahren Kosten unverzeihlicherweise verschleiert. Wird Transparenz nicht verweigert, weil sie unmöglich ist, sondern weil sie politisch unerwünscht ist?

    Cloud-Abhängigkeit: Wie Abo-Modelle staatliche Exit-Optionen zerstören

    Parallel hat Microsoft sein Geschäftsmodell strategisch umgebaut – und damit die Abhängigkeit vertieft. Statt einmaliger Lizenzen dominieren heute Abo-Modelle, die kontinuierliche Zahlungen und dauerhafte Bindung erzeugen. Diese Modelle verändern die Dynamik: Kosten steigen schleichend, Wechsel wird komplexer, und die technische Integration wird immer tiefer. Behörden geraten in eine Situation, in der ein Ausstieg organisatorisch kaum noch zu bewältigen ist. Der Staat hat sich in ein System hineinoptimiert, aus dem er nur mit massiven Investitionen wieder herauskommt – wen überhaupt.

    Aber nun kam Trumps zweite Amtszeit … Das hat die Debatte radikal verändert

    Cloud Act und Datenhoheit: Wie US-Gesetze europäische Souveränität aushebeln

    Denn die eigentliche Brisanz liegt nicht im Preis, sondern im Zugriff. Mit der Verlagerung in die Cloud geraten staatliche Daten unter die Kontrolle von US-Unternehmen – und damit indirekt unter US-Recht. Der CLOUD Act verpflichtet amerikanische Unternehmen, US-Behörden Zugriff auf Daten zu gewähren – unabhängig davon, wo diese Daten physisch gespeichert sind. Das betrifft auch europäische Verwaltungsdaten, wenn sie auf Infrastruktur von Microsoft liegen.

    Damit wird digitale Souveränität zur Illusion. Selbst wenn Server in Europa stehen, kann der Zugriff rechtlich erzwungen werden. Der Staat verliert damit nicht nur technische Kontrolle, sondern auch rechtliche Souveränität über seine eigenen Daten. Und es gibt Präzedenzfälle, dass die Trump-Administration keine Skrupel hat, beispielsweise die E-Mail eines Richters des Internationalen Gerichtshofs zu sperren. Erkenntnis: Digitale Souveränität endet dort, wo fremdes Recht auf eigene Daten zugreift.

    Digitale Souveränität: Wie politische Inszenierung strukturelle Schwäche kaschiert

    Digitale Souveränität wird also in den vergangenen Monaten politisch beschworen. Digitalgipfel und der Kanzler hebt im Kanzleramt hervor, dass einige seiner Leute Open Desk – die Alternative zu Microsofts Angeboten – nutzen. Er sendet – halbherzig – das Signal: Wir könnten unabhängig sein.

    Mit dem ZenDiS, dem Zentrum für Digitale Souerväntität, versucht die Bundesregierung, diese Erzählung zu unterfüttern. Open Source soll koordiniert, skaliert und strategisch verankert werden. Das ist grundsätzlich richtig – aber es bleibt halbherzig, solange die bestehenden Abhängigkeiten nicht konsequent zurückgebaut werden. Denn genau hier liegt die Diskrepanz: Während über Souveränität gesprochen wird, wachsen die bestehenden Bindungen weiter. Die politische Kommunikation ist ambitionierter als die tatsächliche Umsetzung.

    Schleswig-Holstein-Beispiel: Wie Holpersteine politisch überhöht werden

    Nun wird vor allem ein Projekt, ein Bundesland von den Verfechtern Digitaler Souveränität herausgestellt: Schleswig-Holstein als Testfeld für Open Source. Und fast zwangsläufig werden die Probleme betont – Systeme haken, E-Mails laufen nicht sauber, Abläufe geraten ins Stocken. Diese Holpersteine werden schnell zum Beleg dafür gemacht, dass der Ansatz nicht funktioniert.

    Doch genau diese Bewertung verzerrt die Realität. Solche Reibungen sind kein Sonderfall von Open Source, sondern die Regel bei nahezu allen großen IT-Projekten. Wer SAP-Einführungen oder andere komplexe Systemwechsel erlebt hat, weiß: Instabilität, Verzögerungen und Fehler gehören zur Anfangsphase dazu. Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern in der Erzählung darüber.

    Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob es Probleme gibt – die sind er Normalfall jeder IT-Transformation .-, sondern wie mit ihnen umgegangen wird. Wenn gleichzeitig investiert, weiterentwickelt und konsequent nachjustiert wird, verschwinden diese Holpersteine Schritt für Schritt – und Systeme werden langfristig stabiler und unabhängiger. Zu dieser Investition muss „die Politik“ aber bereit sein.

    Open Source-Investitionen: Wie Entwicklung über Reibung entscheidet

    Der entscheidende Punkt wird oft ausgeblendet: Open Source funktioniert nur dann reibungslos, wenn kontinuierlich investiert und aktiv weiterentwickelt wird. Wer glaubt, Open Source sei einfach eine kostenlose Alternative zu Microsoft, hat das Modell nicht verstanden.

    Staatliche IT müsste hier wie Infrastruktur gedacht werden: langfristig finanziert, kontinuierlich verbessert, institutionell getragen. Genau das leisten Konzerne wie Microsoft intern – sie investieren permanent in Stabilität, Integration und Nutzerfreundlichkeit. Wenn der Staat diesen Anspruch nicht übernimmt, bleibt Open Source zwangsläufig hinter diesen Standards zurück.

    Die Konsequenz ist klar: Je mehr investiert wird und je besser die Projekte professionell gemanagt werden, desto stabiler werden Systeme, desto reibungsloser laufen Prozesse, desto attraktiver wird der Umstieg. Open Source ist kein Sparmodell, sondern ein Entwicklungsmodell. Ohne dauerhafte Investitionen bleibt Open Source in der Verwaltung ein Experiment – mit Investitionen wird es zur echten Alternative.

    Microsoft oder Open Source. Warum es vor allem um Bequemlichkeit geht

    Am Ende legt der Beitrag von Anna Loll den eigentlichen Konflikt frei: Es geht nicht primär um Technologie, sondern um Macht und Abhängigkeit. Microsoft dominiert die Verwaltung nicht, weil die Software perfekt ist, sondern weil sie bequem ist. Open Source stellt diese Bequemlichkeit infrage – und verlangt stattdessen Investitionen, klare Zuständigkeiten und langfristige Entwicklung. Die zugespitzte Konsequenz lautet: Digitale Souveränität gibt es nicht als Plug-and-Play. Wer sie will, muss durch die Phase des Kontrollverlusts hindurch – oder er entscheidet sich bewusst dagegen – für die Abhängigkeit von Trump und seinen Tech Bros.

    Ob sich OpenDesk und andere Open-Source-Lösungen langfristig in der öffentlichen Verwaltung durchsetzen, bleibt weiter offen. Entscheidend wird dabei weniger die Technik sein, als der politische Wille – im Bund, in den Ländern und über Legislaturperioden hinweg. Es geht nicht um IT-Budgets, sondern um staatliche Handlungsfähigkeit. Und es geht darum, jetzt endlich der Einflussnahme der BigTech-Lobbyisten in Brüssel und Berlin zu widerstehen, die gerade auf Politikerinnen und Politiker der etablierten Parteien durchaus Einfluss haben. Digitale Souveränität scheitert nicht am Können – sondern am fehlenden politischen Willen zu investieren. Hoffentlich wurde verstanden, dass wir dank Trump keine Wahl haben. Wir müssen Schritt für Schritt unabhängiger werden.


    #ÖffentlicheVerwaltung #Deutschland #DigitaleSouveränität #Microsoft #OpenDesk #OpenSource #ZenDiS
  13. Digitale Souveränität kostet – und Deutschland hat die Rechnung lange ignoriert

    Die Debatte um digitale Souveränität in Deutschland bekommt konkrete Zahlen – und die sind politisch brisant. Über 90 Prozent der Behörden arbeiten mit Microsoft, während die Kosten auf bis zu eine Milliarde Euro jährlich steigen. Auf Open Source basierte Alternativen erscheinen als Ausweg, sind aber vor allem ein unbequemer Systemwechsel. Die zentrale Frage: Ist der Staat bereit, für Kontrolle tatsächlich zu zahlen? Besser: Meinen es die etablierten Parteien, die jahrelang Microsoft hinterher gelaufen sind, endlich ernst?

    Über den Deutschlandfunk bin ich gleich zweimal über das Thema gestolpert. Ausführlich mit O-Tönen der knapp zwanzigminütige Audiobeitrag von Anna Loll „Open Source – Die Suche nach mehr digitaler Unabhängigkeit“ und der zugehörige Textbeitrag „Arbeiten ohne Microsoft – Wie deutsche Behörden digital unabhängiger werden sollen“. Gleich zu Beginn der Audioaufnahme erklärt Kanzler Friedrich Merz, OpenDesk sei bereits im Kanzleramt im Einsatz. Das soll nach Aufbruch klingen, gar nach Durchbruch.

    Microsoft-Abhängigkeit: Wie offizielle Zahlen die Realität unterschätzen

    Die Zahlen, die Christoph Schmees in seinem Blog summiert, sind alarmierend. 481 Millionen Euro direkte Microsoft-Kosten im Bund für 2025, rund eine Milliarde Euro inklusive indirekter Strukturen. Das klingt nach sehr viel Geld, ist aber wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Realität. Denn es fehlen die Ausgaben die der Länder und die der Kommunen.

    Zudem erfassen diese Zahlen nur das, was sichtbar ist: Lizenzen, Verträge, direkte Zahlungen. Was fehlt, sind die versteckten Kosten: Integrationen, Schulungen, externe Dienstleister und vor allem die langfristigen Lock-in-Effekte. Realistisch betrachtet muss man diese Summe vervielfachen. Das bedeutet: Die tatsächliche Abhängigkeit bewegt sich nicht im Milliarden-, sondern im Mehr-Milliarden-Bereich.

    Aber nun kam Trumps zweite Amtszeit …

    Meine Beobachtung: Diese Zahlen wurden nie in dieser klaren und ehrlichen Weise von den Vertretern der etablierten Parteien, von CDU/CSU oder SPD, von der FDP spreche ich gar nicht, kommuniziert. Darum hat man sich immer bewusst gedrückt – denn man hatte ja keine Alternative zu Microsoft. Aus dem Kreis der Politikerinnen und Politiker ist mir nur die Linke Anke Domscheit-Berg in Erinnerung, die das Thema klar adressiert hat. Alle anderen haben geschwiegen – beziehungsweise die wahren Kosten unverzeihlicherweise verschleiert. Wird Transparenz nicht verweigert, weil sie unmöglich ist, sondern weil sie politisch unerwünscht ist?

    Cloud-Abhängigkeit: Wie Abo-Modelle staatliche Exit-Optionen zerstören

    Parallel hat Microsoft sein Geschäftsmodell strategisch umgebaut – und damit die Abhängigkeit vertieft. Statt einmaliger Lizenzen dominieren heute Abo-Modelle, die kontinuierliche Zahlungen und dauerhafte Bindung erzeugen. Diese Modelle verändern die Dynamik: Kosten steigen schleichend, Wechsel wird komplexer, und die technische Integration wird immer tiefer. Behörden geraten in eine Situation, in der ein Ausstieg organisatorisch kaum noch zu bewältigen ist. Der Staat hat sich in ein System hineinoptimiert, aus dem er nur mit massiven Investitionen wieder herauskommt – wen überhaupt.

    Aber nun kam Trumps zweite Amtszeit … Das hat die Debatte radikal verändert

    Cloud Act und Datenhoheit: Wie US-Gesetze europäische Souveränität aushebeln

    Denn die eigentliche Brisanz liegt nicht im Preis, sondern im Zugriff. Mit der Verlagerung in die Cloud geraten staatliche Daten unter die Kontrolle von US-Unternehmen – und damit indirekt unter US-Recht. Der CLOUD Act verpflichtet amerikanische Unternehmen, US-Behörden Zugriff auf Daten zu gewähren – unabhängig davon, wo diese Daten physisch gespeichert sind. Das betrifft auch europäische Verwaltungsdaten, wenn sie auf Infrastruktur von Microsoft liegen.

    Damit wird digitale Souveränität zur Illusion. Selbst wenn Server in Europa stehen, kann der Zugriff rechtlich erzwungen werden. Der Staat verliert damit nicht nur technische Kontrolle, sondern auch rechtliche Souveränität über seine eigenen Daten. Und es gibt Präzedenzfälle, dass die Trump-Administration keine Skrupel hat, beispielsweise die E-Mail eines Richters des Internationalen Gerichtshofs zu sperren. Erkenntnis: Digitale Souveränität endet dort, wo fremdes Recht auf eigene Daten zugreift.

    Digitale Souveränität: Wie politische Inszenierung strukturelle Schwäche kaschiert

    Digitale Souveränität wird also in den vergangenen Monaten politisch beschworen. Digitalgipfel und der Kanzler hebt im Kanzleramt hervor, dass einige seiner Leute Open Desk – die Alternative zu Microsofts Angeboten – nutzen. Er sendet – halbherzig – das Signal: Wir könnten unabhängig sein.

    Mit dem ZenDiS, dem Zentrum für Digitale Souerväntität, versucht die Bundesregierung, diese Erzählung zu unterfüttern. Open Source soll koordiniert, skaliert und strategisch verankert werden. Das ist grundsätzlich richtig – aber es bleibt halbherzig, solange die bestehenden Abhängigkeiten nicht konsequent zurückgebaut werden. Denn genau hier liegt die Diskrepanz: Während über Souveränität gesprochen wird, wachsen die bestehenden Bindungen weiter. Die politische Kommunikation ist ambitionierter als die tatsächliche Umsetzung.

    Schleswig-Holstein-Beispiel: Wie Holpersteine politisch überhöht werden

    Nun wird vor allem ein Projekt, ein Bundesland von den Verfechtern Digitaler Souveränität herausgestellt: Schleswig-Holstein als Testfeld für Open Source. Und fast zwangsläufig werden die Probleme betont – Systeme haken, E-Mails laufen nicht sauber, Abläufe geraten ins Stocken. Diese Holpersteine werden schnell zum Beleg dafür gemacht, dass der Ansatz nicht funktioniert.

    Doch genau diese Bewertung verzerrt die Realität. Solche Reibungen sind kein Sonderfall von Open Source, sondern die Regel bei nahezu allen großen IT-Projekten. Wer SAP-Einführungen oder andere komplexe Systemwechsel erlebt hat, weiß: Instabilität, Verzögerungen und Fehler gehören zur Anfangsphase dazu. Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern in der Erzählung darüber.

    Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob es Probleme gibt – die sind er Normalfall jeder IT-Transformation .-, sondern wie mit ihnen umgegangen wird. Wenn gleichzeitig investiert, weiterentwickelt und konsequent nachjustiert wird, verschwinden diese Holpersteine Schritt für Schritt – und Systeme werden langfristig stabiler und unabhängiger. Zu dieser Investition muss „die Politik“ aber bereit sein.

    Open Source-Investitionen: Wie Entwicklung über Reibung entscheidet

    Der entscheidende Punkt wird oft ausgeblendet: Open Source funktioniert nur dann reibungslos, wenn kontinuierlich investiert und aktiv weiterentwickelt wird. Wer glaubt, Open Source sei einfach eine kostenlose Alternative zu Microsoft, hat das Modell nicht verstanden.

    Staatliche IT müsste hier wie Infrastruktur gedacht werden: langfristig finanziert, kontinuierlich verbessert, institutionell getragen. Genau das leisten Konzerne wie Microsoft intern – sie investieren permanent in Stabilität, Integration und Nutzerfreundlichkeit. Wenn der Staat diesen Anspruch nicht übernimmt, bleibt Open Source zwangsläufig hinter diesen Standards zurück.

    Die Konsequenz ist klar: Je mehr investiert wird und je besser die Projekte professionell gemanagt werden, desto stabiler werden Systeme, desto reibungsloser laufen Prozesse, desto attraktiver wird der Umstieg. Open Source ist kein Sparmodell, sondern ein Entwicklungsmodell. Ohne dauerhafte Investitionen bleibt Open Source in der Verwaltung ein Experiment – mit Investitionen wird es zur echten Alternative.

    Microsoft oder Open Source. Warum es vor allem um Bequemlichkeit geht

    Am Ende legt der Beitrag von Anna Loll den eigentlichen Konflikt frei: Es geht nicht primär um Technologie, sondern um Macht und Abhängigkeit. Microsoft dominiert die Verwaltung nicht, weil die Software perfekt ist, sondern weil sie bequem ist. Open Source stellt diese Bequemlichkeit infrage – und verlangt stattdessen Investitionen, klare Zuständigkeiten und langfristige Entwicklung. Die zugespitzte Konsequenz lautet: Digitale Souveränität gibt es nicht als Plug-and-Play. Wer sie will, muss durch die Phase des Kontrollverlusts hindurch – oder er entscheidet sich bewusst dagegen – für die Abhängigkeit von Trump und seinen Tech Bros.

    Ob sich OpenDesk und andere Open-Source-Lösungen langfristig in der öffentlichen Verwaltung durchsetzen, bleibt weiter offen. Entscheidend wird dabei weniger die Technik sein, als der politische Wille – im Bund, in den Ländern und über Legislaturperioden hinweg. Es geht nicht um IT-Budgets, sondern um staatliche Handlungsfähigkeit. Und es geht darum, jetzt endlich der Einflussnahme der BigTech-Lobbyisten in Brüssel und Berlin zu widerstehen, die gerade auf Politikerinnen und Politiker der etablierten Parteien durchaus Einfluss haben. Digitale Souveränität scheitert nicht am Können – sondern am fehlenden politischen Willen zu investieren. Hoffentlich wurde verstanden, dass wir dank Trump keine Wahl haben. Wir müssen Schritt für Schritt unabhängiger werden.


    #ÖffentlicheVerwaltung #Deutschland #DigitaleSouveränität #Microsoft #OpenDesk #OpenSource #ZenDiS
  14. Wo die Hoffnung wohnt: In all den indigenen Ländern, die ihre #Kolonialisation zu bewältigen gelernt haben und die damals erobernden #Religionen abstreifen, indem sie sich um die Fähigkeiten und Kräfte ihrer Ahnen und Vorfahren in der Natur kümmerten und international in den Austausch gingen, das #Pluriversum Im Lexikon des Guten Lebens all der Bewegungen auf dem Planeten auszutauschen ...

    Kannst du dich auch anschließen: Als Buch zu verschenken oder im Internet drin zu schmökern: agspak.de/pluriversum/pluriver gibt dir den Zugang

    agspak-buecher.de/epages/15458

  15. Wo die Hoffnung wohnt: In all den indigenen Ländern, die ihre #Kolonialisation zu bewältigen gelernt haben und die damals erobernden #Religionen abstreifen, indem sie sich um die Fähigkeiten und Kräfte ihrer Ahnen und Vorfahren in der Natur kümmerten und international in den Austausch gingen, das #Pluriversum Im Lexikon des Guten Lebens all der Bewegungen auf dem Planeten auszutauschen ...

    Kannst du dich auch anschließen: Als Buch zu verschenken oder im Internet drin zu schmökern: agspak.de/pluriversum/pluriver gibt dir den Zugang

    agspak-buecher.de/epages/15458

  16. Traumhafter #Ausblick in #Traunkirchen im #Salzkammergut 🤩

    Für #Ausflugstipps besuche unseren #Blog: www.muatsdrawig.at

    Wer schon mal hier ist kann auf den kleinen #Johannesberg zur #Johannesbergkapelle raufspazieren und von dort aus die Aussicht genießen.

    Eckdaten dazu:
    ✅frei zugänglich
    ✅ganzjährig möglich
    ✅trotz ein paar Höhenmeter leicht zu bewältigen für alle Fitnesslevel

    #gmunden #oberösterreich #traunsee #adventure #lake #hiking #view #see #friday #photo #photography #foto #blog

  17. Denken ist nicht jedermanns Sache.
    Und das merkt man auch
    Das sind dann die, die einem auch einreden wollen, dass man nicht immer alles "zerreden" soll.
    Dabei ist Reden die Grundlage für die Bewältigung von Ängsten, Sorgen, Stress und vieles anderes mehr.

    #kommunikation #denken #reden #angst #stress #sorgen #lebenswert #leben

  18. Schön auch, wie hier einmal geschildert wird, wie "#H2ready" als Anforderung für neue Gaskraftwerke mitnichten umweltfreundlich ist:

    In Kraftwerken würde zur Verbrennung von #H2 normale Luft statt reiner Sauerstoff verwendet werden. Dabei entstehen giftige Stickoxide.

    Entscheidender ist aber, dass "H2 ready" enorm kostspielig im Bau und Betrieb wäre und es wesentlich sinnvollere Lösungen gibt, um die weniger als 10 Tage #Dunkelflaute im Jahr klimaneutral zu bewältigen.

    #Wasserstoff

  19. Ich könnte die @tagesschau als Medienakteur ernst nehmen, wenn sie ihren Job machen und die Annahmen hinter dieser Meldung hinterfragen würde.

    Tut sie aber nicht, sondern übernimmt ohne Not das neoliberale Framing, nach dem kein Geld da wäre.

    Das ist absoluter Blödsinn! Jeder ins Gesundheitswesen investierte Euro würde sich mehrfach auszahlen, "die Wirtschaft" in Schwung bringen und sich, eine vernünftige Steuerpolitik vorausgesetzt, absolut selbst finanzieren.

    Dass öffentliche Güter wie die Gesundheit, die Bahn, Schulen ... runtergerockt werden, während Milliardäre und fossiles Kapital weiter gepampert werden, ist eine politische Entscheidung. Über die gilt es zu reden, nicht über einen imaginierten Sparzwang.

    Wo bleibt unser verdammter Mamdani-Moment, in dem wer auch immer eine anschlussfähige, realistische Zukunftsvision aufmacht, aus der Erkenntnis heraus, dass an mit der Bewältigung tatsächlicher Probleme Wahlen gewinnen kann?

    ard.social/@tagesschau/1164075

    #Warken #Gesundheit #neoliberalismus #Demokratie #MMT #DoughnutEconomics

  20. OSR für Newbies: Mietlinge – mysteriöse Wesen am Rande der Regeln

    Im Anschluss an meinen letzten Beitrag wurde von einem Leser vorgeschlagen, auf das Thema Mietlinge näher einzugehen. Denn alle reden von Mietlingen, aber kaum jemand kennt sie. In allen möglichen Oldschool-Beiträgen wird ihre Wichtigkeit betont, doch tauchen sie in den meisten Regeln nur am Rande auf. Und dann ist oft von Anhängern, Gefolgsleuten oder von Spezialisten die Rede. Was hat das alles miteinander zu tun? Worin liegt der Unterschied? Und v.a.: Wofür sind sie im Spiel gut?

    Dann lasse uns mal starten.

    Eine kurze Geschichte der Mietlinge

    In der allerersten Version von OD&D heißt es (übersetzt) in typisch gygax’scher Sprache:

    Höchstwahrscheinlich wird es die Spielleitung als sinnvoll erachten, den an der Kampagne teilnehmenden Personen zu erlauben, einen oder mehrere Charaktere „anzuwerben“. Manchmal mag es sich dabei nur um eine Gruppe von Söldnern handeln, die angeheuert wird, um an einem Abenteuer teilzunehmen und um an dessen Erfolg beteiligt zu werden. Wahrscheinlich wird die Gruppe allerdings den Wunsch verspüren, sich ein ordentliches Gefolge aus verschiedenen Arten von Charakteren, Monstern und einer Armee in der einen oder anderen Form zuzulegen1.

    Hinweis: Unter Monstern wurden damals alle Kreaturen verstanden, die in Dungeons anzutreffen sind, also auch menschliche NSC.

    Der Spielleitung wird also empfohlen, die Gruppe auf Wunsch Verstärkung anwerben zu lassen. Im weiteren Text wird erläutert, wie das geschieht: Gruppenmitglieder bringen Aushänge in Wirtshäusern und Gasthöfen an, suchen Orte auf, an denen die gewünschten Mietlinge (der Begriffe fällt hier erstmals überhaupt!) anzutreffen sind oder senden sogar Boten in andere Länder, wo gesuchte Mietlinge zu finden sind.

    Das SL-Handbuch für AD&D 1e von 1978: Die erste auf deutsch verfügbare A/D&D-Version

    Neben Zeit ist dafür Geld aufzuwenden. Und natürlich entscheidet die Spielleitung, wie hoch dieser finanzielle Aufwand ausfällt. Das Minimum sollte laut Gygax bei 100 GM liegen. Das ist nicht gerade wenig! Und danach muss mit einem Wurf noch ermittelt werden, ob die potenziellen Mietlinge überhaupt auf das Angebot eingehen oder stattdessen auf den Charakter losgehen. Höhere Angebote und ein hoher Charisma-Wert machen sich dabei als Bonus beim Wurf bemerkbar.

    In der ersten Edition von AD&D wird im SL-Handbuch2 genauer zwischen einfachen und speziellen „Söldlingen“ (gemeint sind Mietlinge) unterschieden. Erstere umfassen die bekannten Fackelträger und Fuhrleute zum Transportieren von Ausrüstung und Schätzen. Letztere neben etlichen Spezialberufen (s.u.: Spezialist:innen) auch Soldaten und damit die Art von NSC-Charakteren, die eine Gruppe oft kämpferisch unter die Arme greifen dürfen.

    Textauszug aus dem AD&D 1e-SL-Handbuch (S. 33)

    Das wirkt aus heutiger Sicht etwas befremdlich, wenn du aktuelle D&D-Regeln und auch die Regeln der meisten Oldschool-Rollenspiele vergleichst. In heutigen Regelversionen tauchen Mietlinge gar nicht mehr auf und in den meisten Retroklon3-Spielen wird das Thema wiederum als stillschweigend bekannt vorausgesetzt.

    Im klassischen Spiel waren Charaktere deutlich „vulnerabler“ als die Superheld:innen heutiger Editionen, die selbst auf Stufe 1 selten etwas aus den Stiefeln haut… Entlastung, welcher Art auch immer, war im klassischen Spiel daher viel relevanter: Sei es das Vermeiden von Kämpfen durch Diplomatie oder Tricks, das deutlich vorsichtigere und geplantere Erkunden gefährlicher unbekannter Gebiete, oder eben das Rekrutieren von Verstärkungen.

    Warum der ganze Aufwand?

    Mietlinge haben einige nützliche Eigenschaften:

    Gruppe verstärken

    Ist deine Gruppe gerade ersatzgeschwächt? Oder weiß die Gruppe bereits, dass das nächste Abenteuer ein paar besonders knackige Herausforderungen bereithält?

    Dann könnten sich die Mühe und die Kosten evtl. lohnen: Denn wenn der erwartete Erfolg hoch genug ausfällt, könnten die Extrakosten für die Rekrutierung und Beschäftigung der Mietlinge nicht so sehr ins Gewicht fallen.

    Lücken schließen

    Auch an sog. Offenen Spieltischen4 können Mietlinge helfen, Lücken zu schließen. Wenn an einem Abend die Gruppenstärke geringer als für eine Herausforderung sinnvoll ausfällt, können Mietlinge helfen, die Gruppe zu verstärken. Und am nächsten Spielabend ist die Gruppe vielleicht schon wieder stark genug und kann auf die Verstärkung verzichten.

    Dann gibt es natürlich Gruppen, in denen niemand Kleriker:in oder Dieb:in sein möchte… gegen Einwurf einiger Münzen könnte dann ein Mietling diese vakante Stelle übernehmen.

    Es soll auch schon vorgekommen sein, dass aus Mietlingen feste Gruppenmitglieder wurden. Diese Möglichkeit wurde von Gygax und Arneson damals vielleicht noch nicht in dieser Form vorgesehen, aber wenn ein SC nicht mehr aus dem Dungeon zurückkehrt, soll schon mal ein Mietling zum SC aufgestiegen sein.

    … und die Nachteile

    • Kosten: Mietlinge kosten Geld. Manchmal auch zweifach: Je nach „Dienstvertrag“ ist neben dem Sold auch noch ein Anteil an gefundenen Schätzen einzukalkulieren.
    • Zeit: Wenn die Spielleitung das Anwerben wie oben beschrieben verlangt, ist das mit einigem Zeitaufwand verbunden. Kämpfende oder diebische Mietlinge dürften noch relativ leicht aufzutreiben sein. Bei geistlichen NSC wird es schon schwieriger, falls es nicht gemeinsame Interessen gibt (wie z. B. das böse Monster in der Mitte des Dungeons, das neben lockenden Schätzen dummerweise immer wieder Teile der lokalen Bevölkerung entführt). Und Zauberkundige könnten so seltene und begehrte Spezialist:innen sein, dass die Gruppe tatsächlich Boten mit besonders lukrativen Angeboten in entfernte Gegenden entsenden muss, um solche Koryphäen in ihren Reihen begrüßen zu können.
    • Moral: Mietlinge sind auch nur Menschen (meistens zumindest). Und sie wollen wie solche behandelt werden. In manchen Gruppen soll es üblich sein, Mietlinge in Kämpfen als „Monsterfutter“ bzw. leicht entbehrliche Hilfskräfte in die erste Kampfreihe zu stellen. Neben einer gewissen Gleichgültigkeit der Gruppe gegenüber ihrem Umfeld schwingt da sicherlich der Gedanke mit, dass mit toten Mietlingen keine Schätze geteilt werden müssen.

      Das kann je nach Spielleitung aber eine echte Kehrseite haben: Es gibt zwar in den meisten Spielwelten keine Mietlinggewerkschaft, die zu Streiks aufrufen kann. Aber gleichgültige oder ausbeuterische Gruppen werden in den meisten Kampagnen rasch einen schlechten Ruf weg haben. Und welche Mietlinge wollen schon bei einer Abenteuergruppe anheuern, in der die durchschnittliche Lebenserwartung nach der Rekrutierung in Tagen gemessen wird?

      Das kann unterschiedliche Konsequenzen für die Gruppe haben:

      • Boykott („In diese Monsterhöhle gehen wir nicht mit. Das ist uns zu gefährlich. Und für diese Almosen schon gar nicht!“),
      • schlechte Kampfmoral (wenn ein Kampf hart wird, geben die Mietlinge Fersengeld) und
      • Schwierigkeiten beim Anwerben („Für euch arbeiten? Hier wurde nicht vergessen, was Sera und Vanyan widerfahren ist!“).

    Verwendung im Spiel

    Eben war von Söldnern oder spezialisierten Berufen wie klerikalen Charakteren und Zauberkundigen die Rede. Es gibt aber viel banalere Tätigkeiten. Hier ein Überblick:

    • Träger sorgen dafür, dass die Gruppe mehr Ausrüstung ins Abenteuer mitnehmen und mehr Schätze von dort wieder heimbringen kann. Wichtig: Da ja die o.g. „Monster“ alles mögliche umfassen können: Das können menschliche Träger oder ganz banal Mulis, Kamele oder ein kleiner Karren mit Zugtieren und Fuhrmann sein (je nach Gruppenkasse und Möglichkeiten im Abenteuer).
    • Fackelträger sind in Dungeons sehr praktisch. Wenn ein Charakter eine Laterne oder Fackel trägt, dann ist eine seiner Hände belegt und kann nicht zum Untersuchen eines Schlosses, Entschärfen einer Falle oder zum Kämpfen verwendet werden.
    • Söldner: Gut, die sind zum Kämpfen da und können die Gruppe auf diese Weise entlasten oder bestimmte Herausforderungen überhaupt erst bewältigbar machen.
    • Spezialisten: Das kann wirklich alles umfassen. Vom Kleriker, der verletzte Charaktere heilen und Untote vertreiben kann, über Zauberkundige, die in vielen Situationen einen passenden Zauber beisteuern können, bis hin zu Gelehrten, Spionen oder sogar Assassinen für spezielle Aufgaben.

    Wieviele sind genug?

    Gygax und Arneson reden von „einen oder mehreren“ Mietlingen. Und so würde ich das auch handhaben. Zu viele NSC machen das Spiel dann doch etwas langsam und umständlich. Als Faustregel in meinen Gruppen hat sich bewährt, dass es nicht mehr als ein bis zwei je Gruppenmitglied sein sollten. Denn:

    Wer spielt die Mietlinge?

    In meinen Gruppen spielen die Gruppenmitglieder die Mietlinge mit. Das ist am einfachsten. Die Spielleitung achtet nur darauf, ob die Mietlinge auch mit allen Entscheidungen einverstanden sind. Wenn schon mehrere Kämpfe für die Mietlinge ungünstig verlaufen sind, dann könnte die Spielleitung einwerfen, dass sie das nicht mehr länger so mitmachen werden.

    Eine Art geteilte Verantwortung für die Mietlinge funktioniert also in der Praxis ganz gut. Dass ich hier so viel auf Eigenerfahrungen und nicht auf weitere Regelabschnitte verweise, zeigt, dass die Meinungen hier etwas weniger gefestigt sind. Eure Eigenerfahrungen könnt ihr gerne unten in den Kommentaren teilen!

    Das Swords & Wizardry-Gesamtregelwerk, ein Retroklon der Ur-D&D-Version.

    Und was sind Gefolgsleute und Spezialist:innen?

    Grenzen wir doch die Mietlinge zu den ganzen Groupies und Hausgeistern ab, die es zusätzlich im Spiel gibt:

    • Gefolgsleute wurden schon oben im Regelzitat erwähnt. In den meisten mir bekannten Oldschool-Spielen ist der Begriff enger definiert: Da sind jene NSC mit Klassenstufen gemeint, die ab einer gewissen Stufenhöhe aus freien Stücken einem SC „zulaufen“, echte Groupies halt. Ein Beispiel ist die Waldläufer-Klasse in Swords & Wizardry, bei der sogar genau angegeben ist, wie viele Gefolgsleute welcher Klassen auszuwürfeln sind. Sie sind eher auf höheren Stufen (ab ca. SC-Stufe 9) anzutreffen.
    • Mit Spezialist:innen sind oft „stationäre“ Mietlinge gemeint, die am ausgebauten Heimatstützpunkt der Charaktere (meist „Festung“ genannt) beschäftigt werden. Das kann dann von der Schmiedin, über Dienstpersonal bis hin zu Gelehrten alles mögliche umfassen. Swords & Wizardry widmet z. B. im Festungskapitel einen ganzen Abschnitt allerlei Gefolgsleuten und deren Unterhaltskosten. Sprich: Auch sie kommen vorwiegend auf höheren Stufen ins Spiel.
    Regelbuchpassage über Spezialist:innen (Swords & Wizardry Gesamtregelwerk, S. 65)

    Fazit

    Gebt Mietlingen eine Chance! Sie bereichern das Spiel, helfen schwache Gruppen zu verstärken und geben der Gruppe einen stärkeren Spielweltbezug. Jawohl: Das Anwerben geschieht nicht im luftleeren Raum. Die Gruppe sollte sich Gedanken machen, welche Mietlinge sie wo findet und womit sie sie zur Arbeit in der Gruppe motivieren kann.

    Und selbst wenn die Rekrutierung abstrahiert wird („Ihr sucht also nach zwei Kämpfern? Ihr macht einen Aushang und es meldet sich eine erfahrene Sergeantin und ein abenteuerlustiger Stadtwächter bei euch.“), sollten die Bedürfnisse und Motivationen der Mietlinge nie ganz ausgeblendet werden: Sie können der Gruppe mit Infohäppchen oder sogar mit Aufhängern für neue Abenteuer helfen. Und keine Gruppe will sich in einer brenzligen Spielsituation auf unzufriedene oder völlig verängstigte Mietlinge verlassen müssen!

    1. Gygax & Arneson: D&D (1974), Book 1: Men & Magic, S. 12, „Non-Player-Characters“ ↩︎
    2. Gygax: AD&D: Das offizielle Handbuch für Spielleiter, S. 33 ff., „Söldlinge“ ↩︎
    3. Unter Retroklonen werden OSR-Rollenspiele verstanden, die eine bestimmte frühere klassische Spielversion möglichst detailgetreu emulieren. Vgl. hier. ↩︎
    4. Offener Spieltisch / „Open Table“-Runden: Die Gruppe hat eine feste Startbasis, von der sie jeden Spieleabend startet und zu der sie am Ende des Abends wieder zurückkehrt. Dadurch muss nicht immer dieselbe Gruppe an jedem Abend aufbrechen: Die Zusammensetzung der Gruppe kann sich von Abend zu Abend ändern. ↩︎

    #1e #ADD #Gefolgsleute #hochstufig #Mietlinge #Oldschool #OSR #Söldlinge #SpezialistInnen #SwordsWizardry

  21. OSR für Newbies: Mietlinge – mysteriöse Wesen am Rande der Regeln

    Im Anschluss an meinen letzten Beitrag wurde von einem Leser vorgeschlagen, auf das Thema Mietlinge näher einzugehen. Denn alle reden von Mietlingen, aber kaum jemand kennt sie. In allen möglichen Oldschool-Beiträgen wird ihre Wichtigkeit betont, doch tauchen sie in den meisten Regeln nur am Rande auf. Und dann ist oft von Anhängern, Gefolgsleuten oder von Spezialisten die Rede. Was hat das alles miteinander zu tun? Worin liegt der Unterschied? Und v.a.: Wofür sind sie im Spiel gut?

    Dann lasse uns mal starten.

    Eine kurze Geschichte der Mietlinge

    In der allerersten Version von OD&D heißt es (übersetzt) in typisch gygax’scher Sprache:

    Höchstwahrscheinlich wird es die Spielleitung als sinnvoll erachten, den an der Kampagne teilnehmenden Personen zu erlauben, einen oder mehrere Charaktere „anzuwerben“. Manchmal mag es sich dabei nur um eine Gruppe von Söldnern handeln, die angeheuert wird, um an einem Abenteuer teilzunehmen und um an dessen Erfolg beteiligt zu werden. Wahrscheinlich wird die Gruppe allerdings den Wunsch verspüren, sich ein ordentliches Gefolge aus verschiedenen Arten von Charakteren, Monstern und einer Armee in der einen oder anderen Form zuzulegen1.

    Hinweis: Unter Monstern wurden damals alle Kreaturen verstanden, die in Dungeons anzutreffen sind, also auch menschliche NSC.

    Der Spielleitung wird also empfohlen, die Gruppe auf Wunsch Verstärkung anwerben zu lassen. Im weiteren Text wird erläutert, wie das geschieht: Gruppenmitglieder bringen Aushänge in Wirtshäusern und Gasthöfen an, suchen Orte auf, an denen die gewünschten Mietlinge (der Begriffe fällt hier erstmals überhaupt!) anzutreffen sind oder senden sogar Boten in andere Länder, wo gesuchte Mietlinge zu finden sind.

    Das SL-Handbuch für AD&D 1e von 1978: Die erste auf deutsch verfügbare A/D&D-Version

    Neben Zeit ist dafür Geld aufzuwenden. Und natürlich entscheidet die Spielleitung, wie hoch dieser finanzielle Aufwand ausfällt. Das Minimum sollte laut Gygax bei 100 GM liegen. Das ist nicht gerade wenig! Und danach muss mit einem Wurf noch ermittelt werden, ob die potenziellen Mietlinge überhaupt auf das Angebot eingehen oder stattdessen auf den Charakter losgehen. Höhere Angebote und ein hoher Charisma-Wert machen sich dabei als Bonus beim Wurf bemerkbar.

    In der ersten Edition von AD&D wird im SL-Handbuch2 genauer zwischen einfachen und speziellen „Söldlingen“ (gemeint sind Mietlinge) unterschieden. Erstere umfassen die bekannten Fackelträger und Fuhrleute zum Transportieren von Ausrüstung und Schätzen. Letztere neben etlichen Spezialberufen (s.u.: Spezialist:innen) auch Soldaten und damit die Art von NSC-Charakteren, die eine Gruppe oft kämpferisch unter die Arme greifen dürfen.

    Textauszug aus dem AD&D 1e-SL-Handbuch (S. 33)

    Das wirkt aus heutiger Sicht etwas befremdlich, wenn du aktuelle D&D-Regeln und auch die Regeln der meisten Oldschool-Rollenspiele vergleichst. In heutigen Regelversionen tauchen Mietlinge gar nicht mehr auf und in den meisten Retroklon3-Spielen wird das Thema wiederum als stillschweigend bekannt vorausgesetzt.

    Im klassischen Spiel waren Charaktere deutlich „vulnerabler“ als die Superheld:innen heutiger Editionen, die selbst auf Stufe 1 selten etwas aus den Stiefeln haut… Entlastung, welcher Art auch immer, war im klassischen Spiel daher viel relevanter: Sei es das Vermeiden von Kämpfen durch Diplomatie oder Tricks, das deutlich vorsichtigere und geplantere Erkunden gefährlicher unbekannter Gebiete, oder eben das Rekrutieren von Verstärkungen.

    Warum der ganze Aufwand?

    Mietlinge haben einige nützliche Eigenschaften:

    Gruppe verstärken

    Ist deine Gruppe gerade ersatzgeschwächt? Oder weiß die Gruppe bereits, dass das nächste Abenteuer ein paar besonders knackige Herausforderungen bereithält?

    Dann könnten sich die Mühe und die Kosten evtl. lohnen: Denn wenn der erwartete Erfolg hoch genug ausfällt, könnten die Extrakosten für die Rekrutierung und Beschäftigung der Mietlinge nicht so sehr ins Gewicht fallen.

    Lücken schließen

    Auch an sog. Offenen Spieltischen4 können Mietlinge helfen, Lücken zu schließen. Wenn an einem Abend die Gruppenstärke geringer als für eine Herausforderung sinnvoll ausfällt, können Mietlinge helfen, die Gruppe zu verstärken. Und am nächsten Spielabend ist die Gruppe vielleicht schon wieder stark genug und kann auf die Verstärkung verzichten.

    Dann gibt es natürlich Gruppen, in denen niemand Kleriker:in oder Dieb:in sein möchte… gegen Einwurf einiger Münzen könnte dann ein Mietling diese vakante Stelle übernehmen.

    Es soll auch schon vorgekommen sein, dass aus Mietlingen feste Gruppenmitglieder wurden. Diese Möglichkeit wurde von Gygax und Arneson damals vielleicht noch nicht in dieser Form vorgesehen, aber wenn ein SC nicht mehr aus dem Dungeon zurückkehrt, soll schon mal ein Mietling zum SC aufgestiegen sein.

    … und die Nachteile

    • Kosten: Mietlinge kosten Geld. Manchmal auch zweifach: Je nach „Dienstvertrag“ ist neben dem Sold auch noch ein Anteil an gefundenen Schätzen einzukalkulieren.
    • Zeit: Wenn die Spielleitung das Anwerben wie oben beschrieben verlangt, ist das mit einigem Zeitaufwand verbunden. Kämpfende oder diebische Mietlinge dürften noch relativ leicht aufzutreiben sein. Bei geistlichen NSC wird es schon schwieriger, falls es nicht gemeinsame Interessen gibt (wie z. B. das böse Monster in der Mitte des Dungeons, das neben lockenden Schätzen dummerweise immer wieder Teile der lokalen Bevölkerung entführt). Und Zauberkundige könnten so seltene und begehrte Spezialist:innen sein, dass die Gruppe tatsächlich Boten mit besonders lukrativen Angeboten in entfernte Gegenden entsenden muss, um solche Koryphäen in ihren Reihen begrüßen zu können.
    • Moral: Mietlinge sind auch nur Menschen (meistens zumindest). Und sie wollen wie solche behandelt werden. In manchen Gruppen soll es üblich sein, Mietlinge in Kämpfen als „Monsterfutter“ bzw. leicht entbehrliche Hilfskräfte in die erste Kampfreihe zu stellen. Neben einer gewissen Gleichgültigkeit der Gruppe gegenüber ihrem Umfeld schwingt da sicherlich der Gedanke mit, dass mit toten Mietlingen keine Schätze geteilt werden müssen.

      Das kann je nach Spielleitung aber eine echte Kehrseite haben: Es gibt zwar in den meisten Spielwelten keine Mietlinggewerkschaft, die zu Streiks aufrufen kann. Aber gleichgültige oder ausbeuterische Gruppen werden in den meisten Kampagnen rasch einen schlechten Ruf weg haben. Und welche Mietlinge wollen schon bei einer Abenteuergruppe anheuern, in der die durchschnittliche Lebenserwartung nach der Rekrutierung in Tagen gemessen wird?

      Das kann unterschiedliche Konsequenzen für die Gruppe haben:

      • Boykott („In diese Monsterhöhle gehen wir nicht mit. Das ist uns zu gefährlich. Und für diese Almosen schon gar nicht!“),
      • schlechte Kampfmoral (wenn ein Kampf hart wird, geben die Mietlinge Fersengeld) und
      • Schwierigkeiten beim Anwerben („Für euch arbeiten? Hier wurde nicht vergessen, was Sera und Vanyan widerfahren ist!“).

    Verwendung im Spiel

    Eben war von Söldnern oder spezialisierten Berufen wie klerikalen Charakteren und Zauberkundigen die Rede. Es gibt aber viel banalere Tätigkeiten. Hier ein Überblick:

    • Träger sorgen dafür, dass die Gruppe mehr Ausrüstung ins Abenteuer mitnehmen und mehr Schätze von dort wieder heimbringen kann. Wichtig: Da ja die o.g. „Monster“ alles mögliche umfassen können: Das können menschliche Träger oder ganz banal Mulis, Kamele oder ein kleiner Karren mit Zugtieren und Fuhrmann sein (je nach Gruppenkasse und Möglichkeiten im Abenteuer).
    • Fackelträger sind in Dungeons sehr praktisch. Wenn ein Charakter eine Laterne oder Fackel trägt, dann ist eine seiner Hände belegt und kann nicht zum Untersuchen eines Schlosses, Entschärfen einer Falle oder zum Kämpfen verwendet werden.
    • Söldner: Gut, die sind zum Kämpfen da und können die Gruppe auf diese Weise entlasten oder bestimmte Herausforderungen überhaupt erst bewältigbar machen.
    • Spezialisten: Das kann wirklich alles umfassen. Vom Kleriker, der verletzte Charaktere heilen und Untote vertreiben kann, über Zauberkundige, die in vielen Situationen einen passenden Zauber beisteuern können, bis hin zu Gelehrten, Spionen oder sogar Assassinen für spezielle Aufgaben.

    Wieviele sind genug?

    Gygax und Arneson reden von „einen oder mehreren“ Mietlingen. Und so würde ich das auch handhaben. Zu viele NSC machen das Spiel dann doch etwas langsam und umständlich. Als Faustregel in meinen Gruppen hat sich bewährt, dass es nicht mehr als ein bis zwei je Gruppenmitglied sein sollten. Denn:

    Wer spielt die Mietlinge?

    In meinen Gruppen spielen die Gruppenmitglieder die Mietlinge mit. Das ist am einfachsten. Die Spielleitung achtet nur darauf, ob die Mietlinge auch mit allen Entscheidungen einverstanden sind. Wenn schon mehrere Kämpfe für die Mietlinge ungünstig verlaufen sind, dann könnte die Spielleitung einwerfen, dass sie das nicht mehr länger so mitmachen werden.

    Eine Art geteilte Verantwortung für die Mietlinge funktioniert also in der Praxis ganz gut. Dass ich hier so viel auf Eigenerfahrungen und nicht auf weitere Regelabschnitte verweise, zeigt, dass die Meinungen hier etwas weniger gefestigt sind. Eure Eigenerfahrungen könnt ihr gerne unten in den Kommentaren teilen!

    Das Swords & Wizardry-Gesamtregelwerk, ein Retroklon der Ur-D&D-Version.

    Und was sind Gefolgsleute und Spezialist:innen?

    Grenzen wir doch die Mietlinge zu den ganzen Groupies und Hausgeistern ab, die es zusätzlich im Spiel gibt:

    • Gefolgsleute wurden schon oben im Regelzitat erwähnt. In den meisten mir bekannten Oldschool-Spielen ist der Begriff enger definiert: Da sind jene NSC mit Klassenstufen gemeint, die ab einer gewissen Stufenhöhe aus freien Stücken einem SC „zulaufen“, echte Groupies halt. Ein Beispiel ist die Waldläufer-Klasse in Swords & Wizardry, bei der sogar genau angegeben ist, wie viele Gefolgsleute welcher Klassen auszuwürfeln sind. Sie sind eher auf höheren Stufen (ab ca. SC-Stufe 9) anzutreffen.
    • Mit Spezialist:innen sind oft „stationäre“ Mietlinge gemeint, die am ausgebauten Heimatstützpunkt der Charaktere (meist „Festung“ genannt) beschäftigt werden. Das kann dann von der Schmiedin, über Dienstpersonal bis hin zu Gelehrten alles mögliche umfassen. Swords & Wizardry widmet z. B. im Festungskapitel einen ganzen Abschnitt allerlei Gefolgsleuten und deren Unterhaltskosten. Sprich: Auch sie kommen vorwiegend auf höheren Stufen ins Spiel.
    Regelbuchpassage über Spezialist:innen (Swords & Wizardry Gesamtregelwerk, S. 65)

    Fazit

    Gebt Mietlingen eine Chance! Sie bereichern das Spiel, helfen schwache Gruppen zu verstärken und geben der Gruppe einen stärkeren Spielweltbezug. Jawohl: Das Anwerben geschieht nicht im luftleeren Raum. Die Gruppe sollte sich Gedanken machen, welche Mietlinge sie wo findet und womit sie sie zur Arbeit in der Gruppe motivieren kann.

    Und selbst wenn die Rekrutierung abstrahiert wird („Ihr sucht also nach zwei Kämpfern? Ihr macht einen Aushang und es meldet sich eine erfahrene Sergeantin und ein abenteuerlustiger Stadtwächter bei euch.“), sollten die Bedürfnisse und Motivationen der Mietlinge nie ganz ausgeblendet werden: Sie können der Gruppe mit Infohäppchen oder sogar mit Aufhängern für neue Abenteuer helfen. Und keine Gruppe will sich in einer brenzligen Spielsituation auf unzufriedene oder völlig verängstigte Mietlinge verlassen müssen!

    1. Gygax & Arneson: D&D (1974), Book 1: Men & Magic, S. 12, „Non-Player-Characters“ ↩︎
    2. Gygax: AD&D: Das offizielle Handbuch für Spielleiter, S. 33 ff., „Söldlinge“ ↩︎
    3. Unter Retroklonen werden OSR-Rollenspiele verstanden, die eine bestimmte frühere klassische Spielversion möglichst detailgetreu emulieren. Vgl. hier. ↩︎
    4. Offener Spieltisch / „Open Table“-Runden: Die Gruppe hat eine feste Startbasis, von der sie jeden Spieleabend startet und zu der sie am Ende des Abends wieder zurückkehrt. Dadurch muss nicht immer dieselbe Gruppe an jedem Abend aufbrechen: Die Zusammensetzung der Gruppe kann sich von Abend zu Abend ändern. ↩︎

    #1e #ADD #Gefolgsleute #hochstufig #Mietlinge #Oldschool #OSR #Söldlinge #SpezialistInnen #SwordsWizardry

  22. OSR für Newbies: Mietlinge – mysteriöse Wesen am Rande der Regeln

    Im Anschluss an meinen letzten Beitrag wurde von einem Leser vorgeschlagen, auf das Thema Mietlinge näher einzugehen. Denn alle reden von Mietlingen, aber kaum jemand kennt sie. In allen möglichen Oldschool-Beiträgen wird ihre Wichtigkeit betont, doch tauchen sie in den meisten Regeln nur am Rande auf. Und dann ist oft von Anhängern, Gefolgsleuten oder von Spezialisten die Rede. Was hat das alles miteinander zu tun? Worin liegt der Unterschied? Und v.a.: Wofür sind sie im Spiel gut?

    Dann lasse uns mal starten.

    Eine kurze Geschichte der Mietlinge

    In der allerersten Version von OD&D heißt es (übersetzt) in typisch gygax’scher Sprache:

    Höchstwahrscheinlich wird es die Spielleitung als sinnvoll erachten, den an der Kampagne teilnehmenden Personen zu erlauben, einen oder mehrere Charaktere „anzuwerben“. Manchmal mag es sich dabei nur um eine Gruppe von Söldnern handeln, die angeheuert wird, um an einem Abenteuer teilzunehmen und um an dessen Erfolg beteiligt zu werden. Wahrscheinlich wird die Gruppe allerdings den Wunsch verspüren, sich ein ordentliches Gefolge aus verschiedenen Arten von Charakteren, Monstern und einer Armee in der einen oder anderen Form zuzulegen1.

    Hinweis: Unter Monstern wurden damals alle Kreaturen verstanden, die in Dungeons anzutreffen sind, also auch menschliche NSC.

    Der Spielleitung wird also empfohlen, die Gruppe auf Wunsch Verstärkung anwerben zu lassen. Im weiteren Text wird erläutert, wie das geschieht: Gruppenmitglieder bringen Aushänge in Wirtshäusern und Gasthöfen an, suchen Orte auf, an denen die gewünschten Mietlinge (der Begriffe fällt hier erstmals überhaupt!) anzutreffen sind oder senden sogar Boten in andere Länder, wo gesuchte Mietlinge zu finden sind.

    Das SL-Handbuch für AD&D 1e von 1978: Die erste auf deutsch verfügbare A/D&D-Version

    Neben Zeit ist dafür Geld aufzuwenden. Und natürlich entscheidet die Spielleitung, wie hoch dieser finanzielle Aufwand ausfällt. Das Minimum sollte laut Gygax bei 100 GM liegen. Das ist nicht gerade wenig! Und danach muss mit einem Wurf noch ermittelt werden, ob die potenziellen Mietlinge überhaupt auf das Angebot eingehen oder stattdessen auf den Charakter losgehen. Höhere Angebote und ein hoher Charisma-Wert machen sich dabei als Bonus beim Wurf bemerkbar.

    In der ersten Edition von AD&D wird im SL-Handbuch2 genauer zwischen einfachen und speziellen „Söldlingen“ (gemeint sind Mietlinge) unterschieden. Erstere umfassen die bekannten Fackelträger und Fuhrleute zum Transportieren von Ausrüstung und Schätzen. Letztere neben etlichen Spezialberufen (s.u.: Spezialist:innen) auch Soldaten und damit die Art von NSC-Charakteren, die eine Gruppe oft kämpferisch unter die Arme greifen dürfen.

    Textauszug aus dem AD&D 1e-SL-Handbuch (S. 33)

    Das wirkt aus heutiger Sicht etwas befremdlich, wenn du aktuelle D&D-Regeln und auch die Regeln der meisten Oldschool-Rollenspiele vergleichst. In heutigen Regelversionen tauchen Mietlinge gar nicht mehr auf und in den meisten Retroklon3-Spielen wird das Thema wiederum als stillschweigend bekannt vorausgesetzt.

    Im klassischen Spiel waren Charaktere deutlich „vulnerabler“ als die Superheld:innen heutiger Editionen, die selbst auf Stufe 1 selten etwas aus den Stiefeln haut… Entlastung, welcher Art auch immer, war im klassischen Spiel daher viel relevanter: Sei es das Vermeiden von Kämpfen durch Diplomatie oder Tricks, das deutlich vorsichtigere und geplantere Erkunden gefährlicher unbekannter Gebiete, oder eben das Rekrutieren von Verstärkungen.

    Warum der ganze Aufwand?

    Mietlinge haben einige nützliche Eigenschaften:

    Gruppe verstärken

    Ist deine Gruppe gerade ersatzgeschwächt? Oder weiß die Gruppe bereits, dass das nächste Abenteuer ein paar besonders knackige Herausforderungen bereithält?

    Dann könnten sich die Mühe und die Kosten evtl. lohnen: Denn wenn der erwartete Erfolg hoch genug ausfällt, könnten die Extrakosten für die Rekrutierung und Beschäftigung der Mietlinge nicht so sehr ins Gewicht fallen.

    Lücken schließen

    Auch an sog. Offenen Spieltischen4 können Mietlinge helfen, Lücken zu schließen. Wenn an einem Abend die Gruppenstärke geringer als für eine Herausforderung sinnvoll ausfällt, können Mietlinge helfen, die Gruppe zu verstärken. Und am nächsten Spielabend ist die Gruppe vielleicht schon wieder stark genug und kann auf die Verstärkung verzichten.

    Dann gibt es natürlich Gruppen, in denen niemand Kleriker:in oder Dieb:in sein möchte… gegen Einwurf einiger Münzen könnte dann ein Mietling diese vakante Stelle übernehmen.

    Es soll auch schon vorgekommen sein, dass aus Mietlingen feste Gruppenmitglieder wurden. Diese Möglichkeit wurde von Gygax und Arneson damals vielleicht noch nicht in dieser Form vorgesehen, aber wenn ein SC nicht mehr aus dem Dungeon zurückkehrt, soll schon mal ein Mietling zum SC aufgestiegen sein.

    … und die Nachteile

    • Kosten: Mietlinge kosten Geld. Manchmal auch zweifach: Je nach „Dienstvertrag“ ist neben dem Sold auch noch ein Anteil an gefundenen Schätzen einzukalkulieren.
    • Zeit: Wenn die Spielleitung das Anwerben wie oben beschrieben verlangt, ist das mit einigem Zeitaufwand verbunden. Kämpfende oder diebische Mietlinge dürften noch relativ leicht aufzutreiben sein. Bei geistlichen NSC wird es schon schwieriger, falls es nicht gemeinsame Interessen gibt (wie z. B. das böse Monster in der Mitte des Dungeons, das neben lockenden Schätzen dummerweise immer wieder Teile der lokalen Bevölkerung entführt). Und Zauberkundige könnten so seltene und begehrte Spezialist:innen sein, dass die Gruppe tatsächlich Boten mit besonders lukrativen Angeboten in entfernte Gegenden entsenden muss, um solche Koryphäen in ihren Reihen begrüßen zu können.
    • Moral: Mietlinge sind auch nur Menschen (meistens zumindest). Und sie wollen wie solche behandelt werden. In manchen Gruppen soll es üblich sein, Mietlinge in Kämpfen als „Monsterfutter“ bzw. leicht entbehrliche Hilfskräfte in die erste Kampfreihe zu stellen. Neben einer gewissen Gleichgültigkeit der Gruppe gegenüber ihrem Umfeld schwingt da sicherlich der Gedanke mit, dass mit toten Mietlingen keine Schätze geteilt werden müssen.

      Das kann je nach Spielleitung aber eine echte Kehrseite haben: Es gibt zwar in den meisten Spielwelten keine Mietlinggewerkschaft, die zu Streiks aufrufen kann. Aber gleichgültige oder ausbeuterische Gruppen werden in den meisten Kampagnen rasch einen schlechten Ruf weg haben. Und welche Mietlinge wollen schon bei einer Abenteuergruppe anheuern, in der die durchschnittliche Lebenserwartung nach der Rekrutierung in Tagen gemessen wird?

      Das kann unterschiedliche Konsequenzen für die Gruppe haben:

      • Boykott („In diese Monsterhöhle gehen wir nicht mit. Das ist uns zu gefährlich. Und für diese Almosen schon gar nicht!“),
      • schlechte Kampfmoral (wenn ein Kampf hart wird, geben die Mietlinge Fersengeld) und
      • Schwierigkeiten beim Anwerben („Für euch arbeiten? Hier wurde nicht vergessen, was Sera und Vanyan widerfahren ist!“).

    Verwendung im Spiel

    Eben war von Söldnern oder spezialisierten Berufen wie klerikalen Charakteren und Zauberkundigen die Rede. Es gibt aber viel banalere Tätigkeiten. Hier ein Überblick:

    • Träger sorgen dafür, dass die Gruppe mehr Ausrüstung ins Abenteuer mitnehmen und mehr Schätze von dort wieder heimbringen kann. Wichtig: Da ja die o.g. „Monster“ alles mögliche umfassen können: Das können menschliche Träger oder ganz banal Mulis, Kamele oder ein kleiner Karren mit Zugtieren und Fuhrmann sein (je nach Gruppenkasse und Möglichkeiten im Abenteuer).
    • Fackelträger sind in Dungeons sehr praktisch. Wenn ein Charakter eine Laterne oder Fackel trägt, dann ist eine seiner Hände belegt und kann nicht zum Untersuchen eines Schlosses, Entschärfen einer Falle oder zum Kämpfen verwendet werden.
    • Söldner: Gut, die sind zum Kämpfen da und können die Gruppe auf diese Weise entlasten oder bestimmte Herausforderungen überhaupt erst bewältigbar machen.
    • Spezialisten: Das kann wirklich alles umfassen. Vom Kleriker, der verletzte Charaktere heilen und Untote vertreiben kann, über Zauberkundige, die in vielen Situationen einen passenden Zauber beisteuern können, bis hin zu Gelehrten, Spionen oder sogar Assassinen für spezielle Aufgaben.

    Wieviele sind genug?

    Gygax und Arneson reden von „einen oder mehreren“ Mietlingen. Und so würde ich das auch handhaben. Zu viele NSC machen das Spiel dann doch etwas langsam und umständlich. Als Faustregel in meinen Gruppen hat sich bewährt, dass es nicht mehr als ein bis zwei je Gruppenmitglied sein sollten. Denn:

    Wer spielt die Mietlinge?

    In meinen Gruppen spielen die Gruppenmitglieder die Mietlinge mit. Das ist am einfachsten. Die Spielleitung achtet nur darauf, ob die Mietlinge auch mit allen Entscheidungen einverstanden sind. Wenn schon mehrere Kämpfe für die Mietlinge ungünstig verlaufen sind, dann könnte die Spielleitung einwerfen, dass sie das nicht mehr länger so mitmachen werden.

    Eine Art geteilte Verantwortung für die Mietlinge funktioniert also in der Praxis ganz gut. Dass ich hier so viel auf Eigenerfahrungen und nicht auf weitere Regelabschnitte verweise, zeigt, dass die Meinungen hier etwas weniger gefestigt sind. Eure Eigenerfahrungen könnt ihr gerne unten in den Kommentaren teilen!

    Das Swords & Wizardry-Gesamtregelwerk, ein Retroklon der Ur-D&D-Version.

    Und was sind Gefolgsleute und Spezialist:innen?

    Grenzen wir doch die Mietlinge zu den ganzen Groupies und Hausgeistern ab, die es zusätzlich im Spiel gibt:

    • Gefolgsleute wurden schon oben im Regelzitat erwähnt. In den meisten mir bekannten Oldschool-Spielen ist der Begriff enger definiert: Da sind jene NSC mit Klassenstufen gemeint, die ab einer gewissen Stufenhöhe aus freien Stücken einem SC „zulaufen“, echte Groupies halt. Ein Beispiel ist die Waldläufer-Klasse in Swords & Wizardry, bei der sogar genau angegeben ist, wie viele Gefolgsleute welcher Klassen auszuwürfeln sind. Sie sind eher auf höheren Stufen (ab ca. SC-Stufe 9) anzutreffen.
    • Mit Spezialist:innen sind oft „stationäre“ Mietlinge gemeint, die am ausgebauten Heimatstützpunkt der Charaktere (meist „Festung“ genannt) beschäftigt werden. Das kann dann von der Schmiedin, über Dienstpersonal bis hin zu Gelehrten alles mögliche umfassen. Swords & Wizardry widmet z. B. im Festungskapitel einen ganzen Abschnitt allerlei Gefolgsleuten und deren Unterhaltskosten. Sprich: Auch sie kommen vorwiegend auf höheren Stufen ins Spiel.
    Regelbuchpassage über Spezialist:innen (Swords & Wizardry Gesamtregelwerk, S. 65)

    Fazit

    Gebt Mietlingen eine Chance! Sie bereichern das Spiel, helfen schwache Gruppen zu verstärken und geben der Gruppe einen stärkeren Spielweltbezug. Jawohl: Das Anwerben geschieht nicht im luftleeren Raum. Die Gruppe sollte sich Gedanken machen, welche Mietlinge sie wo findet und womit sie sie zur Arbeit in der Gruppe motivieren kann.

    Und selbst wenn die Rekrutierung abstrahiert wird („Ihr sucht also nach zwei Kämpfern? Ihr macht einen Aushang und es meldet sich eine erfahrene Sergeantin und ein abenteuerlustiger Stadtwächter bei euch.“), sollten die Bedürfnisse und Motivationen der Mietlinge nie ganz ausgeblendet werden: Sie können der Gruppe mit Infohäppchen oder sogar mit Aufhängern für neue Abenteuer helfen. Und keine Gruppe will sich in einer brenzligen Spielsituation auf unzufriedene oder völlig verängstigte Mietlinge verlassen müssen!

    1. Gygax & Arneson: D&D (1974), Book 1: Men & Magic, S. 12, „Non-Player-Characters“ ↩︎
    2. Gygax: AD&D: Das offizielle Handbuch für Spielleiter, S. 33 ff., „Söldlinge“ ↩︎
    3. Unter Retroklonen werden OSR-Rollenspiele verstanden, die eine bestimmte frühere klassische Spielversion möglichst detailgetreu emulieren. Vgl. hier. ↩︎
    4. Offener Spieltisch / „Open Table“-Runden: Die Gruppe hat eine feste Startbasis, von der sie jeden Spieleabend startet und zu der sie am Ende des Abends wieder zurückkehrt. Dadurch muss nicht immer dieselbe Gruppe an jedem Abend aufbrechen: Die Zusammensetzung der Gruppe kann sich von Abend zu Abend ändern. ↩︎

    #1e #ADD #Gefolgsleute #hochstufig #Mietlinge #Oldschool #OSR #Söldlinge #SpezialistInnen #SwordsWizardry

  23. heute vor 3 jahren ist das drahteselchen bei mir eingezogen.
    dass es mein leben so nachhaltig verändern würde,
    hätte ich niemals gedacht.
    inzwischen bewältige ich mit meinen zwei #pedelecs nahezu alle wege des alltags,
    jährlich sind das gut 6000 km,
    das auto steht nur noch rum.
    wenn ihr das nächste mal radfahrende,
    die mit strom unterwegs sind,
    aburteilt, abwertet oder sonstwie reduziert,
    könnt ihr ja mal darüber nachdenken.
    #PmdRiS #fahrRad #mdRddAlltag #RadReise

  24. Nächsten Freitag ist wieder Zeit! 🤩

    Wir freuen uns schon sehr auf unsere Vortragenden
    𝗞𝗮𝘁𝗿𝗶𝗻 𝗟𝗲𝗵𝗻𝗲𝗻 (
    @jlugiessen ) mit einem Vortrag zu "𝗥𝗼𝗹𝗹𝗲𝗻𝗸𝗼𝗻𝘇𝗲𝗽𝘁𝗲 𝘂𝗻𝗱 𝗸𝗼𝗹𝗹𝗮𝗯𝗼𝗿𝗮𝘁𝗶𝘃𝗲 𝗣𝗿𝗮𝗸𝘁𝗶𝗸𝗲𝗻 𝗯𝗲𝗶𝗺 𝗦𝗰𝗵𝗿𝗲𝗶𝗯𝗲𝗻 𝗺𝗶𝘁 𝗞𝗜" 👩‍💻

    und

    𝗕𝗲𝗿𝗻𝗱 𝗠𝗲𝘆𝗲𝗿 (
    @unimainz ) mit einem Einblick in das "𝗣𝗼𝘁𝗲𝗻𝘇𝗶𝗮𝗹 𝘃𝗼𝗻 𝘁𝗿𝗮𝗻𝘀𝗹𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻 𝗮𝗽𝗽𝘀 𝗳ü𝗿 𝗱𝗶𝗲 𝗕𝗲𝘄ä𝗹𝘁𝗶𝗴𝘂𝗻𝗴 𝘃𝗼𝗻 𝗦𝗽𝗿𝗮𝗰𝗵𝗯𝗮𝗿𝗿𝗶𝗲𝗿𝗲𝗻 𝗶𝗻 ö𝗳𝗳𝗲𝗻𝘁𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗘𝗶𝗻𝗿𝗶𝗰𝗵𝘁𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻". 🤳

  25. Nächsten Freitag ist wieder #ArtificialFriday Zeit! 🤩

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  27. Wenn man sich deutsche Digitalprojekte im Gesundheitswesen oder der Verwaltung so ansieht, könnte man den Eindruck bekommen, Deutschland sei eine von einem riesigen Ozean umgebene Inselnation in Mitteleuropa, die an Herausforderungen arbeitet, die keine andere Nation jemals bewältigt hat.

    Dass es Esten, Letten, Franzosen und Dänen gibt und dass die garantiert auch Autos zulassen, Wohnsitze anmelden, Sozialleistungen beantragen etc. und das ggf. schon komplett digital bei denen funktioniert heißt ja nun nicht, dass man sich anschaut, was die wie machen und einfach abschreibt und es weitgehend übernimmt, nein.

    Da kann die Volt-Partei noch so oft auf Estland, Finnland etc verweisen.

    #digitalisierung #Verwaltung #telematik #epa

  28. 💡Heute stellen wir euch eine #Projektförderung für euer Projekt im Bereich #Impact, #Nachhaltigkeit und #Gemeinwohl vor!
    Der Impact VC Fonds von IBB Ventures investiert in Berliner Start-ups, die eine messbare positive soziale und/oder ökologische Wirkung erzielen. Mit einem Fondsvolumen von über 30 Mio. €, kofinanziert durch #EFRE-Mittel und Rückflüsse, unterstützt IBB Ventures Unternehmen, die neben wirtschaftlichem Erfolg auch zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen. 🧵👇

  29. 💡Heute stellen wir euch eine #Projektförderung für euer Projekt im Bereich #Impact, #Nachhaltigkeit und #Gemeinwohl vor!
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