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Digitaler Wochenrückblick 25. Januar 2026
Phlegmatik und Lethargie als Staatsdoktrin mag auf den ersten Blick abschreckend wirken, doch es ist unsere einzige Chance, dem wechselvollen Spiel internationaler Wirrungen einzelner Führer zu entgehen. Während wir uns nach außen einer unerschütterlichen Ruhe hingeben, bereiten wir heimlich die Revolution vor. In kleinen Schritten, keinesfalls überhastet!
Das Landeskommando Sachsen der Bundeswehr wagt sich vorsichtig an eine rudimentäre Dedigitalisierung im Sinne einer technologieoffenen Zukunftsstrategie, um uns im Krisenfall zu schützen.
In der Oberlausitz konnten sie erfolgreich Flugblätter von Heliumballons abwerfen, um Menschen zu informieren, die sonst nur schlecht zu erreichen sein könnten.
Das ist mit den gegebenen Mitteln eine Meisterleistung, zumal auf Personal aus der IT komplett verzichtet wurde. Anders als unsere Sozialversicherer, die im Ernstfall zwar lieber die Bescheide mit Brieftauben verschicken würden, dennoch rüsten sie nach, um die Abhängigkeit von nordamerikanischen Anbietern mit Umsicht und großer Vorsicht etwas zu reduzieren. Es steht unter der Devise „Cloudbasierte Kommunikation im Krisenfall“. Wird betreut vom „Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung GmbH“ (ZenDiS). Wollen wir aber nicht gleich zu viel machen, geplant ist die Etablierung eines voll funktionsfähigen Notfallarbeitsplatzes, der sogar unabhängig von den bestehenden Anbindungen in die Staaten sein soll – so die Theorie.
Alexander Pockrandt der Geschäftsführer von Zendis betont die Flexibilität der Softwaresuite, die den Betrieb der kritischen Infrastrukturen vor allem in extremen Krisensituationen gewährleisten kann. Da schwingt schon eine ganze Menge Hoffnung mit, Erleichterung verschafft sich Luft, denn nur in extremen Krisensituationen müsste die neue Staatsdoktrinezur Lethargie kurzzeitig durchbrochen werden.
In der Berliner Verwaltung sind sie durchweg erfolgreicher! Schon 2005 haben sie im hell schillernden Licht der Phlegmatik alle Probleme einer Umstellung beschreiben können und bis zum heutigen Tag tatkräftig ergänzt.
Die „Chief Digital Officer Berlin“ Martina Klement, das ist die mutige Frau Staatssekretärin für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung, hat eine Open-Source-Strategie vorgelegt! Wer will, kann dieses Feuerwerk an Phrasen nach Inhalten durchforsten, liegt in diesem PDF vor.
Mehr als ein Notfallarbeitsplatz bleibt auch hier nicht übrig, der soll bis zum Ende der dritten Amtszeit von Donald Trump im Jahr 2032 stehen! Eine auf Open-Source ausgerichtete Strategie würde kurzfristig die Handlungsfähigkeit einschränken. Ach, dann gibt es noch die ganzen Fachverfahren, die noch völlig ohne freie Alternativen seien. Reicht aber auch noch nicht, wir brauchen noch mehr Probleme, damit Lösungen gar nicht erst sichtbar werden können, denn „Die Umsetzung steht unter Finanzierungsvorbehalt und erfolgt im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel“. Von solchen Kunden träumt Microsoft, die müssen nur zugreifen, egal, was die brauchen, die nehmen es sich. Da würde ein Finanzierungsvorbehalt greifen, dann müssten sie daran arbeiten und tatsächlich Lösungen finden, sonst bleibt der Computer kalt.
Finanzschwächere, aber weniger der Lethargie verhaftete Länder, wie Schleswig-Holstein haben Lösungen gefunden, nachdem sie die Probleme angegangen sind. Das waren keine Revolutionäre, sondern gegen allen Unbill hat Dirk Schrödter von der CDU, der Digitalminister und Chef der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein ca. 25.000 Arbeitsplätze zukunftsfähig machen können. Sicherlich keine leichte Aufgabe, aber erfolgreich. So wie in Schwäbisch-Hall, die sparsamen Schwaben haben schon 2002 angefangen – ohne groß drüber zu reden, wie sie kostengünstig verwalten.
Nur um das anzumerken, es gibt immer Ecken und Kanten, die gemeistert werden müssen, darüber zu reden ist so sinnvoll, wie über das, was Microsoft uns im Alltag zumutet, das kostet zusätzlich, wird aber als gottgegeben hingenommen.
Aber es gibt Hoffnung, die diesen Phlegmatismus auf Schmierseife durchrutschen lassen könnte – und zwar von Brüssel aus in die EU. Es gibt einen „Bericht über die technologische Souveränität Europas und die digitale Infrastruktur“. Letzte Woche, am 22. Januar 2026 hat das EU-Parlament dieses Papier über alle Parteigrenzen hinweg angenommen.
Das liest sich wie ein digitales Bilderbuch! Die Abhängigkeit von den US-Anbietern soll fundamental zurückgefahren werden und gleichzeitig wird auf eigene Lösungen gesetzt. Zudem sollen die EU-Staaten europäische Technologieträger bevorzugen dürfen. Im Blick haben sie eine systematische Stärkung unserer Standorte.
Es soll eine europäische digitale Infrastruktur geschaffen werden, offene Standards und Interoperabilität sollen die Basis sein, „Public Money, Public Code“ als Maßgabe. Keine Abhängigkeit von proprietären Lösungen einzelner Anbieter. „Made in EU“ möchten die Grünen zur Regel machen.
Ein „European Sovereign Tech Fund“ mit zehn Milliarden ist in ersten Gesprächen angedacht, was allerdings nur ein Anfang sein kann, die Nordamerikaner zeigen bei diesen Summen nur ein trübes Lächeln. Der Unterschied zu uns ist, dass wir Masse mit Klasse nicht verwechseln.
Alexandra Geese – unsere Grüne in Brüssel – ist mit den Verhandlungen im Schatten bestens vertraut, sieht die Sicherheit Europas in Gefahr, wenn unsere Daten bei US-Techkonzernen gespeichert werden, die dem US-Cloud-Act unterliegen. Der Zugriff durch US-Behörden auf alle Daten (auch wenn die Server irgendwo auf der Welt stehen) ist ohne Ankündigung möglich, und die Anbieter dürfen ihre Kunden nicht über die Datendurchsicht informieren.
Den Beweis, dass Europa auch ohne die digitalen Abhängigkeiten nach Nordamerika überleben kann, finden wir quer über den Kontinent. Es braucht Initiative und Mut, damit es flächendeckend Raum greift.
Geschützt durch phlegmatische Entscheidungswege täuschen wir glaubwürdig eine Lethargie vor, nutzen diesen Schatten, um digital aufzurüsten, strategisch, gezielt und ohne viel Aufsehen. Wer sagt denn, dass wir uns bei den Chinesen nicht auch was abgucken können.
Und? Wäre doch eine Gelegenheit selbst heimlich den Windows-Rechner vom Tisch zu schubsen. Oder täuschst Du Deine Lethargie gar nicht vor?
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geografie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digitalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 11. Januar 2026
Demnächst wird es sehr gefährlich, ohne Smartphone in Nordamerika einzureisen. Schließlich ist es heutzutage unmöglich, ohne diese smarten Begleiter zu leben! Wer das versucht ist per se ein Terrorist, ein Krimineller, Drogendealer… oder alles. Zuständig ist die US-Einwanderungsbehörde „ICE“ (United States Immigration and Customs Enforcement), die im Zweifelsfall schon mal eine vorläufige Erschießung durchführen muss – der Sicherheit wegen.
Glücklicher sind die, welche ein Smartphone besitzen! Denen (also praktisch allen) möchte die „Customs and Border Protection“, das ist deren Zoll- und Grenzschutzbehörde, künftig zwangsweise eine proprietäre App andrehen, völlig ungefährlich! Sie arbeitet im Hintergrund, nimmt biometrische Daten vom Gesicht, den Fingerabdruck, die DNA und Iris auf, hat Zugriff auf WLAN-Scans und Netzwerkdaten, auf Fotos und Videos, den Zugriff auf Fingerabdruck-, Iris-Scan- und weitere biometrische Sensoren, sofern verfügbar und dokumentiert beispielsweise so etwas wie das Ein- und Ausschalten der Taschenlampe.
Das dient alles der Sicherheit! Nur der Sicherheit! Deshalb werden noch weitere Daten angefordert, das ist nicht so tragisch! Es sind nur die Telefonnummern, die ich die letzten fünf Jahre genutzt habe, privat oder geschäftlich, spielt keine Rolle, alle eben. Natürlich auch die Mailadressen, die privat wie geschäftlich genutzt wurden und werden – allerdings von den letzten zehn Jahren, das könnte hakelig werden.
Interessant für die nordamerikanischen Behörden – aus Gründen der Sicherheit – die Telefonnummern von Familienmitgliedern der letzten fünf Jahre, ach ja, genauso die Geburtsdaten, -orte und ebenso die aktuellen Wohnortdaten.
Wer rein will muss auch rauslassen, welche Social-Media-Aktivitäten er oder sie in den letzten fünf Jahren getrieben hat.
Das ist ein rundes Bild und ein verifizierter Datencocktail, der in dieser Fülle prächtig die unermesslichen Datenspeicher Nordamerikas füllt.
Reicht das? Nee, natürlich nicht! Das sind nur Daten, die sie an der Grenze abräumen können, aber so ein Europäer wie du und ich hat bereits im Herkunftsland digitale Spuren hinterlassen, derer sie weder an der Grenze noch durch Datenzwangsabgaben bei Facebook, Amazon, WhatsApp etc. habhaft werden können.
Sie benötigen ein „Screening und zur Überprüfung der Identität von Reisenden, die erforderlich sind, um festzustellen, ob ihre Einreise oder ihr Aufenthalt ein Risiko für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung darstellen würde“ und auch „zur Bekämpfung irregulärer Migration und zur Verhütung, Aufdeckung und Bekämpfung schwerer Straftaten und terroristischer Handlungen verwendet werden, sofern diese Maßnahmen im Rahmen der Grenzverwaltung und Grenzkontrolle erfolgen.“
Da wäre ein automatisierter Zugriff auf alle Polizeidatenbanken der EU eine sinnvolle und höchst willkommene Ergänzung. Ob die Europäer da mitspielen? Klar doch – leider ist ein wenig Nachhilfe notwendig. Bis zum Ende dieses Jahres muss die EU ein Abkommen vorlegen, das den nordamerikanischen Behörden gefallen muss – das ist die „conditio sine qua non“. Nicht, was wir wollen ist entscheidend, wenn wir Teil der freien Welt sein wollen, sondern was die freie Welt von uns fordert, Freiheit hat eben einen Preis.
Diplomatisches Geschick im Stile Trumps ist nicht unbedingt Voraussetzung, wenn wir mit Politikerinnen ins Rennen ziehen, wie Ursula von Leyen, die einen gepflegten Kuschelkurs nach drüben pflegt.
Hinter verschlossenen Türen denken sie über eine „Enhanced Border Security Partnership“ (EBSP) nach, bei der ein direkter und weitreichender Datenübertrag umfassender biometrischer Identifikatoren aus den Polizeidatenbanken der EU-Mitgliedsstaaten ermöglicht werden soll. Finden wir bei STATEWATCH ganz anschaulich.
Sehr hinderlich in diesem Zusammenhang sind die perfiden Schutzbestimmungen der DSVGO (Datenschutzgrundverordnung) und der KI-Verordnung (AI-Act) seitens der EU, die auf Wunsch der Nordamerikaner so weit neutralisiert werden müssen, dass rechtlich kein Aufbegehren mehr möglich ist. Das ist ein klarer Fall für die Berufsjuristen im Staatsapparat. Selbstverständlich soll eine Zweckbindung und Schutzmaßnahmen gegen massenhaften Datentransfer dieses Abkommen vor Kritikerinnen und Kritikern schützen. Einen politisch motivierten Missbrauch der Daten durch die Nordamerikaner entgegnen wir mit einer vertrauensvollen Zusammenarbeit.
Innerhalb Europas gibt es diese personenbezogenen Einzelabfragen, allerdings ein wenig umständlicher. Im ersten Schritt wird erfragt, ob Daten vorliegen und in einem zweiten Schritt muss unter strengen Auflagen die Übermittlung beantragt werden, sofern Daten vorliegen. Das dauert den US-Behörden zu lang, die möchten direkt und unverzüglich alle Daten, ohne irgendwelche Restriktionen.
Und – das ist die Grundlage einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit nordamerikanischen Behörden – nicht nur von Reisenden in die USA, sondern alle Daten, die wenig agil in europäischen Polizeidatenbanken ihr Dasein fristen.
Bei uns in Deutschland lagern in den Datensilos der Polizei rund sechs Millionen Fingerabdrücke, Gesichtsbilder und andere Identifikatoren, wie ethnische Zugehörigkeit oder Religion, die in einem automatisierten Verfahren den US-Behörden helfen würde, unliebsame Menschen auszusortieren, an der Einreise zu hindern oder gleich festzusetzen. Verschmerzbar, dass eine durchaus relevante Menge dieser Datensätze die biometrischen Daten Asylsuchender umfasst oder ausreisepflichtiges Menschenmaterial auflistet.
Zwangsläufig werden wir uns damit abfinden müssen, dass auch private Auftragnehmer der US-Behörden, wie Palantir von Alex Karp, wertvolle Analysen KI-gesteuert beitragen und prädiktive Vorschläge für die weitere Behandlung haben. Im Idealfall kann dann eine Bestrafung durchgeführt werden, bevor ein Schadensfall eingetreten ist – nur mit unseren Polizeidaten!
Euractiv hat die Verschlusssache dazu: „VS-Nur für den Dienstgebrauch“ vom Dezember letzten Jahres eingesehen, bemerkenswert! (Keine Ahnung, warum das vertraulich sein soll, wenn die unsere Seelen verkaufen.) Der Artikel dazu, lesenswert.
Bis zum Dezember 2026 haben wir Zeit, die US-Wunschliste vollständig abzuarbeiten und konstruktive Ergebnisse vorzulegen. Sollten die US-Behörden eine tragfähige Lösung erkennen, verzichten sie darauf, die Visumspflicht einzuführen.
Und was haben wir davon?
Wir können noch besser schlafen, wenn wir ihnen alles geben, sonst nix.
Is doch schon was …
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geografie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digitalpurist)
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ePA gnadenlos! Ab 29. April 2025, no way back!
Beginnen wir mit einer kleinen Medienkompetenzübung – wir wissen, dass es notwendig ist. Nur eine der folgenden – nennen wir es alternativen Fakten – ist nicht völlig frei erfunden.
1. Ball of Trump
Donald Trump, Immobilienmakler (Spitzname Florida Orange) erlässt eine „executive order“, dass der Mond ab 29. April 2025 nur noch „Ball of Trump“ genannt werden darf, um unfairen Immobilienspekulationen vorzubeugen. Diese Regelung gilt weltweit.
2. Wahlbetrug
Tino Chrupalla, Maler und Lackierer (Spitzname Pinsel), weist alle AfD-Wähler an, die sich ihrer demokratischen Stimme sicher sein wollen und um Wahlbetrug auszuschließen, grundsätzlich die Wahlzettel eigenhändig und deutlich lesbar zu unterschreiben.
3. Rabattzwang
Friedrich Merz, Lobbyist (Spitzname Fritze), schlägt einen Rabattzwang für Datenspenden vor. Wer der Nutzung seiner Patientendaten zustimmt, soll einen Rabatt von 10 Prozent auf seine Krankenkassenbeiträge erhalten.
Zugegeben, das ist nicht einfach, fragt sich nur, welchen Lack die gesoffen haben, um so was rauszulassen. Bei Trump gehe ich davon aus, dass er es noch sagen wird. Chrupalla könnte es in einer Bierlaune halluziniert haben und Merz fabuliert tatsächlich, wer den Datenaderlass zulässt. „… bekommt 10 Prozent weniger Krankenversicherungsbeiträge als derjenige, der Angst hat und sagt, ich will das nicht.“ Mich gruselt das, zumal der nächste Gesundheitsminister oder gar Ministerin einer seiner Spießgesellen oder Spießgesellinnen der CDU sein wird. Der Beitrags-Knall für die Kassenpatienten kommt, wie nicht nur bei merkur.de angemerkt wird.
Wo sollen die 10 Prozent Rabatt herkommen? Bleibt nur den Datenschatz der ePA (elektronischen Patientenakte) endlich zu heben, der wäre gewinnbringend an Amazon, Google, Facebook und Microsoft abzugeben. Die wissen sogar, wie daraus ein ansehnlicher Mehrwert gezaubert wird, das geht sogar völlig zollfrei. Vor allem, es ist keine Belastung für uns, jeder Benefit aus solchen Geschäften landet grundsätzlich nicht hier, wir zahlen, das ist der Deal.
Allerdings wäre der Aufschrei unserer prüden Datenschützer laut, das aber lässt sich beherrschen. Vor den rund 70 Millionen möglichen Datenspendern haben nur rund fünf Prozent widersprochen, das ist als aktive Zustimmung zu werten, eine satte Mehrheit von 95 Prozent ist offensichtlich mit den Vorzügen der elektrischen Patientenakte (ePA) bestens vertraut und hochzufrieden. Wäre dies nicht der Fall, wäre eine kaum beherrschbare Widerspruchswelle durch unser Land geschwappt. Wir sehen: das ist nicht geschehen!
Jetzt müsste unser Zukunftskanzler nur noch sein Versprechen einlösen und die zehn Prozent Rabatt überweisen, wahrlich ein Milliardengeschenk. Bei dieser Art von Kompetenzsimulation bleiben nur die Krankenkassen, die das bezahlen müssen. Das ist ein richtig ausgefuchster Plan. Vor allem die privaten Krankenversicherer müssten im Rahmen der Gleichbehandlung auch davon profitieren. Die aber haben nichts zu verschenken, könnte also nur über Steuergeld finanziert werden. Die Genialität dieses Vorschlages hat absolute Trump-Qualität.
Bei allen Bemühungen um alternative Fakten sollten wir nicht übersehen, dass zuvor die ePA nur angelegt wurde, wenn der aufgeklärte Patient darauf bestanden hat. Anhand der Zahlen waren es nur rund fünf Prozent, die es aktiv wollten. Oder anders: mit der trägen Masse Wahlvolk können die alles machen.
Nachfolgerin von Gesundheitsminister Lauterbach – dem Proporz sei damit Rechnung getragen – wird Nina Warken, verdiente Juristin und für den Krisenfall bestens gerüstet. Sie wurde 2016 in den Gemeinsamen Ausschuss des Deutschen Bundestages gewählt, der kommt zum Einsatz, wenn hier alles in Schutt und Asche liegt. Es ist unser Notfallparlament und arbeitet, wenn dem Bundestag unüberwindbare Hindernisse im Wege stehen.
Ursprünglich war für das Amt Timo Sorge vorgesehen, ebenfalls Rechtsanwalt, der sich seinen Schwerpunkt „Digitalisierung und Gesundheitsforschung“ fachfremd hart erarbeitet haben muss. Er befasste sich unter anderem mit der „Entwicklung und Etablierung der Telematik-Infrastruktur und der elektronischen Patientenakte“, fehlte aber schon mal im Bundestag, weil er unbedingt seinen Jagdschein machen musste.
Nina Warken hat leider keinen Jagdschein – aber ansonsten kann die Überraschungskandidatin mit Sorge durchaus gleichziehen.
Nach Lauterbach endlich eine Ministerin, die den „Wirtschaftszweig Gesundheit“ juristisch überblickt, denn medizinisches Fachwissen und Digitalkompetenz schränken jede Weitsicht ein.
Aber sonderlich viel Digitalkompetenz ist beim Sorgenkind Gematik nicht notwendig, es ist für alle Fehler genug Kassengeld vorhanden. Und sollten ein paar Daten abhandenkommen, werden 70 Millionen Bundesbürger still schweigen. Sie wussten ja, was sie tun, sonst hätten sie widersprochen.
Einzig unsere Kinder kommen mit einem blauen Auge davon
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärztinnen (BVKJ) kam mit dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) und der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) darauf, Kinder und Jugendliche besser zu schützen – also vor der ePA. Die neue Richtlinie ermöglicht es den Kinderärzten auf den Datenderlass zu verzichten, „sofern dem erhebliche therapeutische Gründe entgegenstehen“ oder „gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohles eines Kindes oder eines Jugendlichen vorliegen und die Befüllung der elektronischen Patientenakte den wirksamen Schutz des Kindes oder Jugendlichen in Frage stellen würde“.
Ich denke, das trifft nicht nur auf sämtliche Jugendlichen bis 15 Jahren zu! Alle anderen ärztlichen Stilrichtungen müssen die Befüllung der ePA ungebremst anrichten – es seie denn, der informierte Bürger hat eine Gewissensentscheidung getroffen und Widerspruch eingelegt.
Diese wertvolle Patientenklientel spart im Praxisbetrieb wertvolle Arbeitszeit und die steht für Behandlungen und Diagnosen zur Verfügung. Die Praxisverwaltungssysteme sind im Workflow für die ePA in den Praxen im Testbetrieb kaum ausreichend geprüft, die Funktionalität der ePA 3.0 macht eher den Eindruck einer Beta-Version. Trotz alledem wird die Zwangseinführung für den 29. April 2025 angeordnet.
Die Roadmap zur ePA 3.0 gleicht einem Kessel Buntes und wird auch gar nicht mehr aktualisiert. Positiv beleuchtet nennt sich das „agile Softwareentwicklung“, kein Plan, aber schon mal machen. Und damit haben die Ärztinnen und Ärzte auch wieder Zeit, denn wenn sie die Befüllung der ePA nicht sofort vollführen, drohen ihnen erst ab dem nächsten Jahr Einschränkungen, was die Abrechnung angeht.
Melanie Wendling, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Gesundheits-IT (bvitg), sagt denn auch dazu: „Es ist zum Kochen zu spät, wenn man auftragen soll“
Offiziell haben sie jetzt auch noch erkannt, dass es nicht möglich ist, einzelne Inhalte nur für bestimmte Ärzte freizugeben, also alles oder gar nichts. So erfährt mein Zahnarzt zwangsläufig von meiner Angstneurose, die mein Psychotherapeut diagnostiziert hat. Was vielleicht sogar ganz praktisch sein kann, aber muss er auch wissen, dass ich wegen meines exzessiven Alkoholmissbrauches in der Landesnervenklinik war?
Und was geschieht, wenn unsere Gesundheitsdaten in die falschen Hände kommen? Damit sind nicht die vielfältigen Löcher gemeint, die der Chaos Computer Club (CCC) aufgezeigte und die nur schlampig gestopft wurden, um die ePA durchzupeitschen.
Gemeint ist diesmal der legitime Zugang. Nehmen wir zum Beispiel Robert F. Kennedy Jr., der schon 2005 seine Verschwörungstheorien zu Autismus bei Mumps, Masern, Röteln-Impfungen verbreitete und behauptete, dass sich Amerikas Pharmaindustrie an diesem Impfstoff bereichere. Damals war er noch einfacher Anwalt. Mit Trump wurde er der oberste Gesundheitsbeamte Nordamerikas, vulgo Gesundheitsminister, da wird dann zur Wahrheit, was er denkt. Und schon sprudelt aus ihm: „… dass autistische Kinder niemals Baseball spielen oder Steuern zahlen würden.“
Um dieser Plage Herr zu werden, lässt er ein nationales Autismus-Register mit privaten Gesundheitsdaten anlegen. Daten werden von Apothekenketten, Labortests, Smartwatches und mehr gesammelt.Darf ich fragen, was der vorhat?
Merke: Nur Daten, die vorhanden sind, lassen sich auch missbrauchen.
Wie bei uns demnächst Mehrheiten gebildet werden, steht in den Sternen, Verschwörungstheoretiker tummeln sich ebenfalls im Bundestag – gib Ihnen die rechte Macht und sie geben es uns.
Bleibt nur ein Ausweg, den das gemeine Wahlvolk nicht gehen kann:
Widerspruch – alles andere ist zwecklos! Hier klicken, es ist ganz einfach, hinterlässt keine Streifen und ist sogar kostenfrei.
Na, geht doch!
Update 1. Mai 2025
Schon einen Tag nach der bundesweiten Zwangseinführung werden neue Sicherheitslücken entdeckt, wie der Spiegel berichtet. Stolz verkündet die Gematik vor dem brennenden Bauwerk, es wäre nur theoretisch der Zugriff auf Patientenakten vereinzelt möglich gewesen. Aber dieses Loch sei sofort gestopft worden. Wenn wir uns die Gematik wie ein Sieb vorstellen, ist noch viel Flickschusterei notwendig. Dennoch freut sich der scheidende Gesundheitsminister Lauterbach, dass die Gematik so schnell reagiert hat. Martin Tschirsich – Sicherheistexperte vom CCC – wird mit den Worten zitiert: „Man hat ein zusätzliches Vorhängeschloss an die Tür gemacht, doch der Schlüssel liegt weiterhin unter der Fußmatte.“ Abgesehen von der nutzlosen Wirkung wird die ePA damit auch immer unbedienbarer.Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 22. KW 2025
Im Rauschen der Nachrichten verliert sich oft der Blick auf das Wesentliche, ob in der Hosentasche oder auf dem Schreibtisch. Überall poppt etwas auf, klingelt, brummt oder bruzzelt, alles buhlt um Aufmerksamkeit.
Früher mussten wir uns Informationen beschaffen, heute ersaufen wir im Info-Terror. Da fällt eine Meldung nicht auf, dass Microsoft letzte Woche fünf Sicherheitslücken außer der Reihe stopfen musste, weil sie bereits aktiv ausgenutzt würden. Das heißt so viel wie: Wir wissen, dass unser Haus brennt, wir schütten aber nur Wasser dahin, wo es zu sehen ist – um die Bevölkerung nicht zu verunsichern. Und es funktioniert, mit jedem Update kann es nur besser werden. Und wenn etwas nicht so funktioniert, wie es soll, dann ist der Nutzer selbst schuld, er muss gegebenenfalls geschult werden. Microsoft bietet es schließlich selbst an.
Karim Khan zum Beispiel (der Chefankläger des Internationalen Gerichtshofs, wurde von Microsoft umfänglich geschult, er setzt jetzt auf Digitale Souveränität und hat ein neues Mailkonto in der Schweiz, nachdem er von Microsoft – sagen wir – abgeschaltet wurde. Der Internationale Gerichtshof werde deswegen in seiner Arbeit geradezu gelähmt, schreibt die Nachrichtenagentur AP dazu. So viel Erfolg hätten sie bei dieser kleinen Aktion in Redmond auch nicht erwartet, dabei war es nur ein Klick, erledigt.
Welche weiteren Schulungsmaßnahmen geplant sind, verrät Microsoft nicht!
Aber viel Feind, viel Ehr – die haben angefangen, die Clouds der chinesischen Universitäten abzuklemmen. Das wird ein richtiger Erfolg. Im Gegensatz zu uns reden sie nicht von Digitaler Souveränität, die machen es. Zugegeben, den Chinesen bleibt jetzt nichts anderes übrig. Aber, wer auf dem Mars und auf dem Mond im ersten Anlauf landet, der ist auf Microsoft nicht angewiesen.
Aber fürchtet euch nicht, wir haben einen Bundesdigitalminister, der prescht mit dem klugen Satz vor: „Datenschutz darf nicht zur Innovationsbremse werden!“, nur was will der bremsen? Da ist nichts, die Innovationsbremse ist in den Köpfen tief verankert. Besser noch, es sollen in Behörden für den Krisenfall sogar mechanische Schreibmaschinen angeschafft werden, als Rückfalloption. Ich wollte das auch nicht glauben, bis ich es gesehen habe…
Mit Karsten Wildberger haben wir einen echten Manager, als Minister leitet er das Ministerium für unerledigte Angelegenheiten, äh, ich meinte das Digitalministerium. Er träumt vom „digital next Germany“ und schreibt sich „Staatsmodernisierung“ auf die Fahnen – viel Glück sei ihm gewünscht, mit den Pfosten, die Schreibmaschinen anschaffen wollen. Und Menschen, die Datenschutz als Innovationsbremse empfinden, brauchen unseren besonderen Schutz – zumindest bis sie wieder feste Nahrung zu sich nehmen können.
Wer letzte Woche Mark Zuckerberg auf dem Surfbrett mit der Nordamerikaflagge gesehen hat (und dem Hinweis, das sei nicht von einer KI gemacht), der weiß, was ich mir wünsche: keine überflüssige KI.
Zuckerberg denkt allerdings anders darüber und saugt alles, was seine Opfer auf Facebook und Instagram absondern, in seine KI auf, ungebremst, so wie die Gematik uns erledigt hat, mit einer Opt-Out-Option. Die findet nur niemand – auch wenn die Tagesschau das vorbildlich beschreibt.
Wer nicht widerspricht, wird am 27. Mai 2025 eingemeindet, der Widerspruch muss bis zum 26. Mai 2025 eingegangen sein. Meta gibt sich an diesem Punkt als äußerst lernwillig, für die eigene KI, in unserem Interesse natürlich. Denn sie müssten auf die Daten der EU-Bürger zurückgreifen, um auch den hiesigen Sprachen und Kulturen gerecht zu werden. Vorbildlich, absolut vorbildlich, kulturhistorisch gesehen. Würden sie es nicht tun, verlören sie Nutzer – aber für uns wäre es nicht unbedingt ein Verlust.
Der Widerspruch ist übrigens ziemlich nutzlos, weil Meta nur die öffentlich zugänglichen Daten nimmt und dort haben sich sowieso schon ungefragt OpenAI, Google, Alibaba etc. dran bedient. Was denken denn Verbraucherschutzorganisationen, die dagegen vorgehen, gar bemängeln, der Widerspruchsbutton sei zu schwer zu finden, was mit öffentlich zugänglichen Daten passiert? Nix? Gebt mal in einer Suchmaschine eurer Wahl das Wort „clearview“ ein.
Künstliche Intelligenz fehlt scheinbar und weil Europa – vor allem Deutschland – sprudelnde Geldquellen hat, möchte sich openAI sich nicht ganz uneigennützig einbringen. Sie haben diese Woche an einem geheimen Standort in München eine Niederlassung gegründet – mit zehn Mitarbeitern, die Business-Kunden Geld aus der Tasche ziehen sollen. Auf Wunsch stehen die Server in Deutschland oder Europa, falls Firmenkunden den Amerikanern nicht vertrauen oder europäische Richtlinien im Weg stehen. Ich schätze, das wird schon für Digitale Souveränität gehalten.
Besonders sicher soll es auch in unseren Arztpraxen zugehen, denn die Gemati (wissen schon, Gematik und Sicherheit….) orientieren sich an den „Vorgaben der obersten Sicherheitsbehörden und international anerkannten Standards“.
Es stehen 35.000 Konnektoren als Elektroschrott bereit, die nicht mehr umgerüstet werden sollen, die müssen neu beschafft werden, alle mehrere tausend Euro das Stück. Aber weil die Datenautobahn der Gematik wie immer lahmt, warnt sogar die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), dass der Tausch nicht rechtzeitig bis zum Herbst 2025 umgesetzt werden kann. Das Problem ist schon älter und der Chaos Computer Club (CCC) hatte bereits vor drei Jahren gezeigt, wie der neue Sicherheitsschlüssel mit einer Softwarelösung aufgespielt werden kann. Aber da hat doch keiner was von und Geld ist genug da, wir müssen doch nicht immer alles für die Patientenversorgung ausgeben.
Das schönste Zitat zur elektronischen Patientenakte (ePA) in dieser Woche kommt vom Vorsitzenden des hessischen Hausärzteverbandes Christian Sommerbrodt: „Vom Bundesgesundheitsministerium wurde es beworben wie ein iPhone 16. Erwartet haben wir ein Nokia. Was wir bekommen haben, ist ein Telefon mit Wählscheibe.”
Keine weiteren Fragen, euer Ehren!
Setzen, weitermachen.
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 23. KW 2025
„Du, Papa, ist das ein Fake“ und schickt mir einen Link, ich sehe drauf, bin begeistert! „Ne“, sage ich, „Das ist das Endstadium des Kapitalismus!“ BlackRock, ein nicht unbedeutender Vermögensverwalter aus Nordamerika, „is PISSED about it“, weil UnitedHealth (größter Krankenversicherer) versagt hat. Begonnen hat die Misere, nachdem Luigi Mangione als Schadensregulierer im Dezember des letzten Jahres den knallharten Top-Manager Brian Thompson auf offener Straße zur Strecke gebracht hat, hatten wir hier besprochen.
BlackRock verklagt UnitedHealth, sie hätten die Anleger „in die Irre geführt“. Es sei nicht absehbar gewesen, dass die negative Publicity dazu führen könne, die Verträge einzuhalten und mehr Behandlungen abzurechnen als vorher, das schmälert die Gewinne. Absurd? Dann werft selbst ein Blick drauf
Der nordamerikanische Wirtschaftszweig Gesundheit ist nicht unbedingt Vorbild für unser Land, das bemerkt auch gerade unsere Ärzteschaft. Der Co-Vorsitzende des Ausschusses „Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung“ Dr. Peter Bobbert macht Anleihen bei Airbus und sagt: „Wir brauchen jetzt Souveränität, Unabhängigkeit und einen echten europäischen ‘Airbus-Moment’ in der KI-Entwicklung.“ Klingt ansprechend, hat nur einen Haken, denn den Airbus konnten wir selbst entwerfen und in die Lüfte steigen lassen, bei der Digitalisierung stürzen wir ungebremst in ein Loch, weil Politik und Entscheidungsträger damit nix anfangen können.
Kopfzerbrechen bereitet der Ärzteschaft die Monopolisierung der KI-Systeme, die auch nicht alles können. Erschwerend kommt hinzu, dass die Qualität der Daten entscheidend sei. Dem kann natürlich Abhilfe geschaffen werden, die Daten stehen demnächst – dank der elektronischen Patientenakte (ePA) – im Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) zur Verfügung. Microsoft, Google, Amazon stehen bereit, ihre KIs mit diesem einmaligen Datenschatz zu trainieren, bunt aufzupeppen und dem Wirtschaftszweig Gesundheit in Deutschland wieder zuzuführen – gegen ein angemessenes Entgelt, versteht sich.
Damit das funktionieren kann, müssen wir das FDZ über die ePA fleißig füttern. Das hat die Gematik perfekt gelöst, denn die Kosten tragen tragen unsere Kassen, vulgo wir. Insgesamt eine Win-Win-Situation, wir stellen die Daten auf unsere Kosten, die die Big-Tech-Konzerne brauchen, um uns danach ihre KI für unsere Ärzte zu verkaufen. Eingepasst in proprietäre Praxisverwaltungssysteme der Koblenzer CGM, ebenfalls ein Monopolist. Demnächst alles mit einem Aufschlag für Kassenpatienten.
Sollen wir uns wirklich dagegen wehren?
Mit den bestehenden Monopolen fahren wir doch sehr gut. Unser neuer Kulturstaatsminister, Wolfram Weimer, möchte davon profitieren, er wünscht von Google oder Meta eine Art Digitalzoll, eine Abgabe von zehn Prozent auf Einkünfte aus der Werbevermarktung hält er für moderat und legitim, redet von einem „Plattform-Soli“. Fragt sich nur, warum die Amis unsere digitale Inkompetenz finanzieren sollen. Nimmt sich als Vorbild Österreich, die „nur“ fünf Prozent verlangen, sagt „Es hat aber dazu geführt, dass die Konzerne endlich einen kleinen Steuerbeitrag für die Gesellschaft leisten, also ihre gewaltige Marge etwas sinkt. Zugleich öffnet das den Wettbewerb.” – Äh, welcher Wettbewerb? Er bezieht sich auf den Koalitionsvertrag „Medienvielfalt stärken – Meinungsfreiheit sichern“, verbreitet weiterhin Regierungsmitteilungen auf Elon Musks „X“-Plattform, selbst hat der Beauftragte für Kultur und Medien zum Beispiel keinen Auftritt bei Mastodon (wie andere Regierungsbehörden), das nenne ich Einfalt, nicht Vielfalt. Und Zoll, ist das nicht das Stichwort unserer Tage? Bin gespannt, was aus Nordamerika zurückkommt.
Souveränität gestaltet sich anders, selbst die Bundeswehr findet es mittlerweile wenig bekömmlich, dass ihre frisch bestellten milliardenschweren F35-Kampfjets nur mit einer Cloud aus Übersee betrieben werden können. Da haben Worte wie: Softwarefehler, Cyberangriff, Manipulation einen ganz anderen, sicherheitsrelevanten Wert.
Bekomme ich von Martin Böttger einen Link zur Bundeswehr und sehe: es ist nicht die einzige Panne! Der Bundeswehr fehlen so ungefähr eine Million Reservisten, schreibt die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). Den Schuldigen hat die Bundeswehr bereits ausgemacht, nicht die Russen, der Datenschutz ist schuld. Und klar, für die Sicherheit muss der Datenschutz zurücktreten, eine Gesetzesänderung steht zur Debatte.
Der Vorsitzende des Reservistenverbandes Patrick Sensburg sagt in der WAZ: „Wir haben ihre Kontaktdaten verloren“ und nennt tatsächlich als Grund strenge Datenschutzregeln! Die hatten mit der Aussetzung der Wehrkraft schlichtweg vergessen, ihre altgedienten Soldaten in der Reserve zu katalogisieren, selbst von den kampferprobten Afghanistan-Veteranen haben sie keine Anschriften. Deshalb wollen sie die Einwohnermeldeämter anzapfen. Von den Big-Tech-Konzernen lernen, heißt siegen lernen – die hätten sich nur unterschreiben lassen müssen, wie ihre Daten verwendet werden und wofür. Das haben Meta und Co auch getan, vor Jahren schon, mit deutlich weniger ehrenhaften Zielen.
Die Augen gerade aus – und: Abmarsch!
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 23. November 2025
Warum ist WhatsApp so erfolgreich? Na, weil sie nicht nur Dich am Haken haben. Genau dafür hast Du ganz aktiv gesorgt! In dem Moment, wo Du bei WhatsApp Dein Konto eröffnet hast, um in der digitalen Welt eingebürgert zu werden, ist so ganz nebenbei Dein komplettes Adressbuch eingeatmet worden. Aber nicht nur das, auch wenn Du danach irgendeine Änderung vorgenommen hast oder ein Eintrag hinzukam, wandert das sofort nach Übersee – Du hast ja nix zu verstecken.
Für Dich ist das ganz praktisch, denn bei Dir tauchen alle WhatsApp-Kontakte sofort auf. Weil WhatsApp das gesamte Adressbuch bekommt, sind auch alle Kontakte mit nach Übersee gegangen, die kein WhatsApp haben, mit weiteren Angaben, wie Adresse oder Geburtsdatum, das lässt sich nicht verhindern. Was bei mir einen Brechreiz auslöst, ich habe kein WhatsApp, aber bin in genügend Adressbüchern, vielleicht sogar mit einem Bild oder dem Geburtstag. Das ist jetzt da, wo ich nicht sein will.
Fragt sich, wie machen die das so temporeich und umfänglich? Ganz einfach: sie haben bereits alle anderen Adressbücher. Wer sich anmeldet, gibt sein Adressbuch in fremde Hände, die lesen es und vergleichen mit dem, was sie bereits haben, und sofort füllt sich sekundenschnell das Portefeuille meiner WhatsApp-Kontakte. Das sind praktisch alle.
Was brauchen die dazu? Einen Rechner, der das rasend schnell verarbeitet. Bei WhatsApp heißt dieses Ding „Discoverytool“, dort schicke ich eine Telefonnummer hin und mir wird zurückgemeldet, ob und wer dahinter steckt, welcher Account der Nummer zugeordnet ist und weitere Angaben, wie Profilbilder, Mailadressen, Geburtsort etc., sofern der Humpen das mit eingetragen hat.
Mit ein paar hundert Anfragen ist das in Bruchteilen von Sekunden erledigt. Geht aber mehr, viel mehr.
Ein sechsköpfiges Team der „Fakultät für Informatik der Universität Wien“ rund um Gabriel Gegenhuber der Forschergruppe „Security and Privacy“ mit Maximilian Günther haben mit dem „Contact Discovery Mechanismus“ von Meta (die stellen der Server für WhatsApp) ein bissel experimentiert. Das klappte ganz erstaunlich gut.
Was sie dazu brauchten, war ein Stapel von möglichen Telefonnummern. Dazu haben sie sich die Nummernbereiche, die es weltweit gibt, angesehen, einfach hochgezählt und jede Nummer über den „Contact Discovery Mechanismus“ nachgefragt. Das ging erstaunlich gut, ohne jede zeitliche Einschränkung. Sie haben 7000 Nummern pro Sekunde angefragt, 3000 Profile pro Sekunde gab es zu holen oder auch 5500 Profilbilder pro Sekunde. Insgesamt konnten sie pro Stunde 100 Millionen Telefonnummern abfragen.
Die Leitung von Übersee nach Wien glühte förmlich und die Festplatten der Forscher füllten sich terabyte-weise. Nur um es in Erinnerung zu rufen: das waren keine Cyberkriminellen, die gar mit Hilfe von KI böswillig Sicherheitslücken ausnutzten und Daten klauten, sondern Forscher, die mit Hausmitteln ausgeputzt haben.
Die fette Beute waren 3,5 Milliarden WhatsApp-Konten, 57 Prozent davon mit Profilbildern (heutzutage hochgefährlich), allein das waren 3,8 Terabyte, nebenbei auch Links auf die Profile in sozialen Netzwerken, auch massig Mailadressen, bei denen u.a. die Domain „bund.de“ natürlich nicht fehlen durfte. Wer die Ergebnisse der Forscher im Original erleben will, der findet sie unter „Hey there! You are using WhatsApp“
Meta (das ist Facebook), die WhatsApp gekauft haben, sprechen auch nicht von einer Sicherheitslücke, sondern von einer Schwachstelle. Die Forscher hatten Meta allerdings Mitte 2024 bereits darauf hingewiesen, aber erst jetzt, als der Topf übergekocht ist, haben sie reagiert. Der Server verweigert nun unbegrenzte Anfragen, Meta sagt in einer Stellungnahme dazu: „Wir hatten bereits an branchenführenden Anti-Scraping-Systemen gearbeitet, und diese Studie war entscheidend für die Belastungsprüfung und die Bestätigung der unmittelbaren Wirksamkeit dieser neuen Abwehrmassnahmen.“
Na, dann kann ja nix mehr passieren. Von meiner Seite bleibe ich dabei. Nur Daten, die nicht erhoben wurden, können nicht missbraucht werden. Einen solchen fundamentalen Datenschutzskandal so weit runterzuspielen, ist ein Glanzleistung von Meta! Was andererseits sichtbar wird, wie gefährlich es ist, wenn so viele Daten an einer Stelle zusammenkommen. Ob und wie viel Daten vorher zu anderem Zweck abgegriffen wurden, ist nicht bekannt, auch nicht, ob Meta diese Daten zum Beispiel an Palantir oder ClearView AI ganz legal verkauft hat.
Wir in Europa schwächen unsere gesetzlichen Vorgaben und schieben den Rohstoff, aus dem die digitalen Träume wahr und zu barer Münze werden, kostenfrei nach Nordamerika. Gleichzeitig hören wir Politiker von Souveränität sprechen, die so viel IT-Kenntnis haben, wie auf einen Bierdeckel passt. Aber da komme ich noch zu, nächste Woche, dann aber gleich am Montag, fürderhin auch.
Welche Folgen hat das Spiel der Wiener Forscher für WhatsApp? Gar keine! Oder löschst Du jetzt Dein WhatsApp-Konto? Nöh, die anderen sind ja auch noch da, außerdem hast Du nichts zu verstecken. Stimmt – was hindert Dich also daran, beim nächsten Shopping nackt durch die Einkaufsmeile zu schlendern? Ach ne, das ist Dir peinlich? Nur weil Du nicht weißt, wo Du Dein Handy hinstecken sollst? Dann denk mal nach….
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geografie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digitalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 14. September 2025
“...gestern hörte ich von einer Bekannten, sie werde auf keinen Fall Signal installieren, da die Server in Russland stehen würden.” schreibt mir eine sehr gute Freundin des Hauses, die ich zuvor erfolgreich indoktriniert hatte. Wieder ein Beweis, dass Kolportage grundsätzlich effektiver ist, als Wissen. Früher war alles besser, da hieß es noch, „Wissen ist Macht“! Das hat sich seit dem Einzug von Social Media etwas zugunsten des freien Denkens verschoben, weil es unvorbelastet der Phantasie entspringen kann. Das hat sogar Vorteile für einfache Geister, die schlichtweg ihrer Einfalt ergeben sind. Um rauszufinden, ob die Server wirklich bei den Russen stehen, könnten sie eine Suchmaschine Ihrer Wahl benutzen. Leider haben diese Freigeister bereits eine Meinung, die vom Hörensagen kommt, das reicht zuverlässig.
Im positiven Sinne könnte unterstellt werden, sie hätte es mit Telegram verwechselt. Daran ist nur richtig, dass es etwas mit Russland zu tun hat, denn Telegram hat russische Milliardäre als Eigentümer, aber auch keine Server mehr in Russland. Sie wollten einfach nicht von Staatsorganen infiltriert werden.
Und Signal? Das ist eine gemeinnützige Stiftung nach US-amerikanischen Recht. Hervorgegangen aus „Textsecure“, ein Projekt, das einen Messenger mit „Privacy by Design“ – konsequente Ende-zu-Ende-Verschlüssung, keine Meta-Datenspeicherung oder Standortabfragen, entwickelt hat. Völlig werbefrei, kein kommerzielles Interesse. In sich bemerkenswert. Eine 50-Millionen-Dollar-Spende ermöglichte die Entwicklung zu fördern und fortan unter dem eingängigeren Namen „Signal” Freunde in der ganzen Welt zu finden. Und vom wem kam die 50-Millionen-Dollar-Spende? Das war einer der WhatsApp-Gründer, nachdem sie den ganzen Laden für 20 Milliarden US-Dollar an Facebook verkauft hatten. Was ist schon Geld…
Dennoch ist und bleibt WhatsApp der Platzhirsch. Sonderlich sicher ist WhatsApp nicht, auch wenn es gerne suggeriert wird. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wurde später noch dran gepusselt, viel wichtiger aber, die Meta-Daten, also wer hat mit wem wie oft Kontakt und Standortdaten, der Zugriff auf Adressbuch und Kalender für WhatsApps sind zwingend notwendig – das ist das Datengold, um aussagekräftige Profile zu bilden, das lässt sich verkaufen und für sehr viele unterschiedliche Zwecke gewinnbringend auswerten. Dafür ist es aber umsonst! Äh, Signal doch auch – und alle anderen Dienste, die WhatsApp hat, hat Signal auch. Alles für umme.
Was aber nicht heißt, dass bei WhatsApp auch etwas für die Sicherheit getan werden könnte. Finden wir bei arstechnica.com unter der Überschrift „Former WhatsApp security boss in lawsuit likens Meta’s culture to a ‘cult’“ wobei mir das Wort „cult“ in diesem Rahmen besonders gut gefällt und die Firmenkultur mit einer „Sekte“ verglichen wird. 2021 wurde Attaullah Baig Chef der Sicherheitsabteilung und hatte von Anbeginn alle Hände voll zu tun, theoretisch. Denn bei einer Sekte entscheidet nicht die Kompetenz, sondern hierarchisch geordnet von oben nach unten, was die Wahrheit ist und Geld bringt.
Die Wahrheit von WhatsApp ist „Auf WhatsApp kann niemand Ihre persönlichen Nachrichten sehen oder hören … nicht einmal wir“, erklären sie. Passt gut zu dem Stuss, den ich öfter höre: „Ich hab doch nix zu verstecken“ und verschlüsselt ist es auch (wenn ich das unbedingt will). Nun, es ist WhatsApp völlig wurscht, ob ich Bomben bauen will oder Kinderpornos verschicken – allein mit den Meta-Daten lässt sich im Verbund mit anderen Datensätzen aus dem Facebookreich genügend anfangen.
Sicher ist bei WhatsApp, dass nichts sicher ist, über drei Milliarden Menschen weltweit nutzen WhatsApp, das sind rund 70 Prozent aller Internetnutzer, China ausgenommen. Dicker noch in Good-Old-Germany, da greifen rund 94 Prozent auf WhatsApp zu und In-App-Commerce, AI-Chatbots, personalisierte Nachrichten und Click-to-WhatsApp Ads machen WhatsApp zum leistungsstärksten Direktkanal im digitalen Marketing-Mix – heißt es.
Bei chatarmin.com finden wir neben Statisiken auch: „Penetration, Wachstum & Nutzerprofile
Mit einer durchschnittlichen Penetrationsrate von über 94% gehört der DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) zu den WhatsApp-intensivsten Regionen weltweit. In keinem anderen europäischen Wirtschaftsraum ist die Durchdringung über Alters- und Berufsgruppen hinweg so ausgeprägt. Besonders bei Digital Natives und Berufstätigen im urbanen Raum ist WhatsApp der primäre Kommunikationskanal – oft noch vor E-Mail oder Telefon. Gleichzeitig zeigt sich, dass auch die Generation 60+ zunehmend digital kommuniziert: Mehr als die Hälfte nutzt WhatsApp regelmäßig, insbesondere für den Austausch mit Familie, Ärzten oder lokalen Dienstleistern. Für Marken im E-Commerce bedeutet das: WhatsApp bietet in DACH nicht nur Reichweite, sondern auch Tiefe – über alle Alterssegmente hinweg. Wer Customer Experience ernst nimmt, muss dieses Verhalten kanalübergreifend in seine Omnichannel-Strategie integrieren.“Da muss ich ein richtig schlechtes Gewissen haben, ein unamerikanisches Verhalten, WhatsApp nicht zu benutzen. Ich sehe ein, wenn ich privat ungestört kommunizieren will, dann muss ich auch ein bissel penetrieren lassen, ist völlig schmerzfrei.
Attaullah Baig, der für die Sicherheit zuständig war, listet intern eine ganze Reihe von Misständen und Sicherheitslücken auf, auch eine drohende Klage der FTC (Federal Trade Commission) aufgrund eklatanter Datenschutzverstöße, nennt die Zahl von 100.000 WhatsApp-Konten, die täglich gehackt werden und bis zu 400.000 Nutzer, die jeden Tag aufgrund von Sicherheitsproblemen von ihren Chats ausgesperrt werden. Rund 400 Millionen Nutzerprofile würden für Identitätstdiebstahl missbraucht, weil Schutzmaßnahmen fehlen, die bei Signal selbstverständlich sind.
Hinzu kommt, dass im Hause WhatsApp/Facebook rund 1500 Mitarbeiter uneingeschränkten Zugriff auf alle Nutzerdaten hatten und diese Daten beliebig verschieben, stehlen oder weitergeben konnten. Das ist Sicherheit, wenn’s richtig billig sein muss.
Was nicht sein kann, braucht eine Lösung und die kommt – nicht zu den Vorwürfen, sondern zu ihrem Mitarbeiter. WhatsApp schreibt dazu:
„Leider handelt es sich hierbei um ein bekanntes Vorgehen, bei dem ein ehemaliger Mitarbeiter aufgrund schlechter Leistungen entlassen wird und anschließend mit verzerrten Behauptungen an die Öffentlichkeit geht, die die kontinuierliche harte Arbeit unseres Teams falsch darstellen. Sicherheit ist ein umkämpftes Feld, und wir sind stolz darauf, auf unserer soliden Erfolgsbilanz beim Schutz der Privatsphäre von Menschen aufzubauen.“
Was bleibt von Attaullah Baig und den Sicherheitslücken im digitalen Rauschen? Nicht mehr, als dass die Server von Signal in Russland stehen und WhatsApp sicher ist.
Mir würde es besser gehen, wenn diese schlichten Geister den Wahllokalen fern bleiben würden, der Demokratie zuliebe.
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)
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L’infolettre du 17 mars 2025 : les leçons de Paris-Nice et Tirreno-Adriatico, les présentations de Milan-Sanremo…
Les leçons de Paris-Nice et Tirreno-Adriatico
Visma | Lease a Bike remercie Jorgenson, mais enchaîne les doutes
L’Américain Matteo Jorgenson (Team Visma | Lease a Bike) a remporté pour la deuxième saison consécutive de Paris-Nice, au bout d’une semaine qui n’a pas été de tout repos. Le coureur de 25 ans et son équipe semblaient avoir la maîtrise de l’épreuve, gérant parfaitement les deux premières étapes pour sprinters avant de marquer le contre-la-montre par équipes de leur empreinte. Avec Jorgenson en jaune et le Danois Jonas Vingegaard à ses côtés, on voyait mal qui pourrait renverser la domination des abeilles. Surtout que dès le lendemain, sur l’arrivée au sommet de la Loge des Gardes, le leader du général gérait parfaitement ses attaques, pendant que son équipier danois recevait le feu vert pour tenter lui-même une attaque. Ce dernier semblait toutefois avoir mal digéré la neutralisation menée une heure plus tôt dans une averse de grêle, et ne parvenait pas à faire ses écarts habituels. Il était même débordé par le Portugais João Almeida (UAE Team Emirates XRG) dans les 100 derniers mètres ! Une surprise de la part d’un grimpeur qui ne paraissait avoir que Pogacar comme Némésis depuis trois ans. Une surprise aussi de voir cette tactique mise en place, au risque de perdre la tunique de leader, comme si l’équipe n’avait pas confiance en Jorgenson…
Le doute s’installe, malgré le fait que Vingegaard récupère le maillot jaune. Le lendemain, ce doute se transformera en inquiétude, avec une chute, non filmée, qui fera craindre au Danois une fracture au poignet ou à la main. À La Côte-Saint-André, il lâchait prise face aux meilleurs pendant que Jorgenson obtenait au moins la première place du général malgré sa défaite face à Lenny Martinez (Bahrain Victorious). Inquiet, Vingegaard décidait vendredi matin de renoncer, lui qui espérait s’offrir un premier Paris-Nice, son grand objectif du printemps. La décision de jouer sur deux tableaux a rappelé les années d’errance tactique entre Roglic et Vingegaard. Désormais, Jorgenson avait le champ libre.
Le Danois Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike), à l’attaque sur la montée de la Loge des Gardes, sur la 4e étape de Paris-Nice 2025 – Photo : ASO/Billy CeustersL’équipe Visma | Lease a Bike se ressaisissait le jour même en réalisant un sacré coup dans le Mistral : une bordure parfaitement gérée avec les INEOS Grenadiers pour définitivement éliminer les menaces les plus importantes pour le maillot jaune. Jorgenson devait gérer durant le week-end final, à Auron puis vers Nice, pour glaner sa deuxième victoire finale sur la Course au Soleil. Pourtant, ce succès n’a pas été aussi simple qu’attendu après le contre-la-montre par équipes. Il a même dû se débattre seul dans la dernière étape, alors que tous ses équipiers étaient piégés par l’offensive des INEOS Grenadiers dans le premier col du jour, rappelant la fragilité d’une formation qui n’avait pas encore ses meilleures armes affûtées pour ce rendez-vous hivernal. Heureusement, l’Américain a été d’une parfaite maîtrise tactique et physique, dans son jardin niçois, pour obtenir un succès qui le replace comme un leader en puissance.
Ajoutons au tableau gris que l’équipe néerlandaise a connu un Tirreno-Adriatico bien pire : le Belge Cian Uijtdebroeks s’est à nouveau plain de problèmes de dos sur l’étape-reine et a dû abandonner, totalement en perdition, le lendemain, et le Britannique Simon Yates était toujours en second rideau dès que la pente s’élevait, terminant la course italienne hors du Top 10, à plus de deux minutes de Juan Ayuso (UAE Team Emirates XRG). Sur un parcours qui n’était certes pas idéal pour les grimpeurs, l’addition est lourde et confirme que l’équipe doit encore se construire pour se rassurer en vue de l’été.
Ayuso, la lueur de la semaine d’UAE Team Emirates XRG
L’équipe UAE Team Emirates XRG a connu la réussite cette semaine grâce à son prodige espagnol Juan Ayuso, vainqueur de Tirreno-Adriatico après sa deuxième place l’an dernier. Il s’agit de son premier succès sur une course par étapes WorldTour depuis le Tour du Pays Basque, en avril dernier. Le coureur de 22 ans a affiché un plus grand calme et une attitude de leader qui semblaient jusqu’ici lui manquer dans les moments difficiles. Malgré un parcours parfois piégeux, il a profité du travail de son (encore plus) jeune équipier mexicain Isaac Del Toro pour gagner l’étape-reine de Frontignano et le général qui suivait le lendemain.
Pourtant, comme chez Visma | Lease a Bike, le bilan n’est pas rose. Si la semaine s’est plus ou moins bien passée en Italie, elle a été bien plus contrastée sur Paris-Nice. Almeida s’est effectivement imposé sur La Loge des Gardes, au bout d’un sacré sprint face à Jonas Vingegaard. Il a cependant déchanté deux jours plus tard, pris dans une bordure initiée par leurs adversaires de Visma et d’INEOS. Alors qu’on attendait un sursaut d’orgueil durant le dernier week-end, celui-ci n’est finalement pas venu. L’équipe émiratie a même perdu son deuxième coureur au général, l’Américain Brandon McNulty, dès les premiers kilomètres de la dernière étape, avant de voir Almeida subir un début de maladie et lâcher prise.
Comme lors de précédents rendez-vous par étapes cette saison, l’équipe UAE Team Emirates XRG a semblé parfaitement gérer la situation dès qu’elle dispose du coureur le plus fort, bien emmené jusqu’aux derniers kilomètres. Sinon, la formation patauge dans la tactique et ne parvient pas à faire la différence face aux autres équipes. Cela s’est clairement vu sur Paris-Nice, que ce soit lors d’un contre-la-montre par équipes totalement manqué ou lors des étapes piégeuses.
INEOS Grenadiers a choisi l’option offensive
Il est loin le temps des trains insipides qui permettaient à Chris Froome et Geraint Thomas de faire la différence sur le Tour de France. L’équipe INEOS Grenadiers a réalisé l’an dernier l’un des pires bilans de son histoire avec 14 victoires (dont la dernière… en juillet), mais seulement une troisième place sur le Tour de France. Le groupe a été quelque peu renouvelé durant l’hiver et aborde cette nouvelle saison avec un état d’esprit totalement différent. Il n’est désormais plus question d’attendre les derniers kilomètres pour espérer une place d’honneur. L’objectif est de faire la différence par un enchaînement d’attaques, quitte à parfois en faire trop.
Cela avait réussi sur la Clásica Jaén pour le Polonais Michal Kwiatkowski, l’équipe britannique espérait certainement que cela fonctionne également sur Paris-Nice. Tobias Foss, Joshua Tarling et Magnus Sheffield n’ont cessé de tenter leur chance, sans succès d’étape, durant cette semaine en France, alors que Thymen Arensman restait parmi les meilleurs pour assurer un grand classement. Sur la dernière étape, INEOS Grenadiers faisait même sauter tous les équipiers de Jorgenson et tentait de suivre les bons coups. Cela permettait à Sheffield, 22 ans, de s’offrir sa première victoire depuis 2022 sur la Promenade des Anglais à Nice. La stratégie a finalement payé.
Ganna et Pedersen marquent déjà le printemps
Avant cette semaine, auriez-vous imaginé l’Italien Filippo Ganna (INEOS Grenadiers) terminer 13e de l’étape-reine de Tirreno-Adriatico, sur le sommet de Frontignano, ou le Danois Mads Pedersen (Lidl-Trek) se classer 11e de l’étape de montagne de Paris-Nice, sous la neige à Auron ? Sans oublier une deuxième place finale pour Ganna sur la Course des Deux mers et une dernière offensive au long cours sur la dernière étape jusqu’à Nice pour Pedersen. Les deux rouleurs costauds ont tout simplement marqué les deux courses WorldTour par leur vaillance, leur esprit offensif et leur forme ascendante en vue des prochaines classiques sur lesquelles ils devraient peser s’ils conservent ce niveau.
Ganna visera déjà Milan-Sanremo, Pedersen attend surtout les Flandriennes. Et ils peuvent déjà être cités sur la liste des favoris de toutes les classiques de mars et avril si leur condition affichée durant cette dernière semaine se poursuit jusqu’à Paris-Roubaix, le 13 avril. Car au-delà de leurs qualités de rouleur, ils ont prouvé qu’ils pouvaient tenir sur de rudes montées. Il ne leur a finalement manqué que l’explosivité comme entraînement spécifique pour cette prochaine campagne printanière.
Le Danois Mads Pedersen (Lidl-Trek) à l’attaque sur la 8e étape de Paris-Nice 2025. – Photo : ASO/Billy CeustersLa sécurité encore au cœur des discussions
L’organisation de Paris-Nice a une nouvelle fois dû faire face aux aléas de la météo durant une semaine aux conditions détestables. La quatrième étape a déjà été rude pour les organismes avec, dans la descente de la côte des Canons, une chute de grêle qui a entraîné la neutralisation de la course durant une petite vingtaine de kilomètres. De nombreux coureurs ont toutefois remis en question cet arrêt ainsi que l’organisation du redémarrage du peloton. Les températures étaient effectivement frigorifiques, et beaucoup se sont refroidis durant la quinzaine de minutes d’arrêt. D’autres se sont plaints du fait que tous les coureurs n’étaient pas rentrés dans le peloton ou n’étaient pas avertis de la suite des événements au moment où l’organisation a décidé de la reprise de la course. Cela a notamment retardé l’Australien Ben O’Connor (Jayco-AlUla), alors que les autres favoris étaient déjà sur la montée finale de la Loge des Gardes.
Alors que la pluie usait encore les coureurs sur les deux étapes suivantes, l’organisation décidait vendredi de déjà supprimer la montée du col de la Couillole, prévue samedi avant l’ascension finale d’Auron, en raison de la neige présente au sommet et de la dangerosité de la descente suivante. Une nécessité et la confirmation que les organisateurs de courses font bien plus attention à la sécurité et la santé des coureurs. La décision de mercredi était importante, mais mal gérée. Celle de vendredi a été bien mieux anticipée. Autant de cas d’école que l’UCI doit garder en tête pour ses futures mesures pour améliorer la sécurité du peloton.
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Milan-Sanremo : nos présentations
Les parcours
Milan-Sanremo est certainement la classique qui change le moins son parcours selon les saisons. Pas question de bouleverser un parcours qui a fait ses preuves sur près de 300 kilomètres, surtout en raison d’options assez limitées dans les 50 dernières bornes sur la côte de Ligure. Pour atteindre la Via Roma de Sanremo, avec quelques difficultés abordables, les passages par les Capi, la Cipressa et le Poggio sont indispensables. Cela ne changera pas cette année, sur le parcours masculin, avec un départ à l’extérieur de Milan, à Pavia, avant 100 kilomètres dans la plaine, le franchissement du Passo del Turchino, et l’arrivée sur la côte, pour une dernière moitié de course rapide jusqu’à la cité fleurie de la côte ligurienne. La météo se veut, en prime, à l’heure d’écrire ces lignes, favorable. Aucune averse n’est pour l’heure annoncée, avec des températures de plus de 10 degrés, ce qui ne refroidira pas les ardeurs des attaquants dans le final, à coup sûr.
Le profil de Milan-Sanremo – Crédit : RCS SportCette année annonce par ailleurs le retour de l’édition féminine de Milan-Sanremo, qui se déroulera avant la course des hommes. Le peloton partira de Gênes pour 156 kilomètres quasiment similaires à la finale de la classique éponyme. Les Capi, la Cipressa et le Poggio représenteront les derniers écueils à franchir en vue de la Via Roma. Il faudra en tout cas avoir les coudées franches pour s’isoler sur la dernière butte de Sanremo, et tenir la distance dans la descente technique qui suit.
Le profil de Milan-Sanremo Women 2025 – Crédit : RCS SportLes favoris
Du côté masculin, alors que Paris-Nice et Tirreno-Adriatico étaient historiquement recommandés comme préparation en vue du premier monument de la saison, on ne peut pas dire que les participants de ces deux courses par étapes ont été gâtés cette année. La pluie et le froid ont rendu les deux épreuves infernales, avec de nombreux coups de froid signalés la semaine dernière. On pourrait dès lors imaginer que ceux qui ont évité cette météo détestable auront finalement les plus grandes chances de s’imposer samedi, surtout au vu de leur forme affichée voici deux à trois semaines. D’abord Jasper Philipsen (Alpecin-Deceuninck), tenant du titre, troisième du Circuit Het Nieuwsblad et vainqueur de Kuurne-Bruxelles-Kuurne. Le sprinter belge a prouvé sur les premières classiques de la saison qu’il passait encore mieux les bosses que l’an dernier et arrivera donc à point nommé sur Milan-Sanremo, où il pourra encore tenir la roue des meilleurs, pour jouer la carte du sprint pendant que Mathieu van der Poel, en vue sur Tirreno, sans forcément briller, sera attendu dans les offensives.
Ensuite, le Slovène Tadej Pogacar (UAE Team Emirates), désireux de poursuivre sur la lancée des Strade Bianche. Le champion du monde paraissait incertain, ne laissant filtrer aucune information depuis samedi dernier sur son état de santé à la suite de sa chute en Toscane. Mais il a rapidement montré sur les réseaux sociaux qu’il avait pu s’entraîner cette semaine, sans grande blessure, si ce n’est un pansement à la main.
Il n’empêche, certains participants de Paris-Nice et de Tirreno-Adriatico ont également fait forte impression et figureront clairement sur la liste des favoris samedi. L’Italien Filippo Ganna (INEOS Grenadiers), qui a coché Milan-Sanremo sur la liste d’objectifs en 2025, a impressionné sur la Course des Deux Mers, conclue en deuxième position (!), malgré deux étapes de moyenne montagne sur lesquelles il n’a laissé qu’une quarantaine de secondes aux meilleurs grimpeurs. S’il réalise la même montée sur le Poggio et vu sa pointe de vitesse récemment affichée, il sera un candidat à la victoire.
L’Italien Filippo Ganna (INEOS Grenadiers) sur le podium avec le maillot de leader après la 5e étape de Tirreno-Adriatico 2025 – Photo : RCS Sport/La PresseLe Danois Mads Pedersen (Lidl-Trek) a également surpris, en France pour sa part, en terminant 10e de l’étape-reine de Paris-Nice, au sommet d’Auron, et en prenant d’impressionnants relais dans les cols. Il a clairement mis la seconde dans sa préparation, et peut croire en sa chance, ou en celle de son équipier Jonathan Milan, double vainqueur d’étape sur Tirreno-Adriatico et parmi les plus puissants dans une ligne droite finale. Encore faudra-t-il franchir le Poggio avec les meilleurs.
Également vainqueur d’étape sur la Course des Deux mers, le Néerlandais Olav Kooij (Visma-Lease a Bike) a surpris par sa capacité à tenir la distance sur des routes vallonnées, ainsi que la facilité avec laquelle il sait se cacher jusqu’au bon moment. Il sera à surveiller, tout comme le Britannique Tom Pidcock (Q36.5 Pro Cycling Team), au rendez-vous sur les Strade Bianche puis Tirreno, avec deux deuxièmes places d’étape et une sixième place au général. Notons encore les Tudor avec Julian Alaphilippe, à la planche sur Paris-Nice, et Rick Pluimers, un coureur rapide qui peut faire son trou.
Les favorites
Dans le peloton féminin, il est difficile de savoir quelle coureuse pourra prendre l’ascendant sur un parcours qui leur était jusque-là inconnu. On peut probablement s’attendre à un sprint entre les meilleures ou un festival d’offensives entre la Cipressa et le Poggio, cela dépendra des stratégies collectives mises en place. Vu les précédentes courses italiennes (Strade Bianche, Trophée Alfredo Binda), la tendance naturelle viendrait à citer Demi Vollering (FDJ-Suez) comme la grande favorite de ce retour de Milan-Sanremo Femmes. La Néerlandaise apparaît indétrônable sur certaines pentes, mais celles de la côte ligurienne suffiront-elles à faire la différence ? Car l’équipe rivale, la SD Worx-Protime, disposera d’une force de frappe pour mener la course à un sprint, avec la championne du monde Lotte Kopecky, de retour à la compétition samedi, et la championne d’Europe Lorena Wiebes, qui devra prouver qu’elle peut enfin tenir les côtes sur ce type de parcours.
La formation Visma-Lease a Bike aura également de nombreuses cartes à jouer, avec la Française Pauline Ferrand-Prévot pour mener les offensives et la Néerlandaise Marianne Vos pour jouer le sprint. Chez Canyon//SRAM zondacrypto, la Danoise Cecilie Uttrup Ludwig et la Polonaise Kasia Niewiadoma verront principalement l’attaque comme arme sur cette course taillée pour les sprinteuses. Lidl-Trek comptera, au sprint, sur Elisa Balsamo, alors que Jayco-AlUla sera aux avant-postes pour Letizia Paternoster. Notons encore comme outsiders, Elisa Longo Borghini (UAE Team ADQ), Kim Le Court (AG Insurance-Soudal), Cédrine Kerbaol (EF Education-Oatly) ou encore Liane Lippert (Movistar).
La Néerlandaise Demi Vollering (FDJ-Suez) à l’attaque dans le finale des Strade Bianche féminin 2025. – Photo : RCS Sport/La PresseLes nouvelles des derniers jours
🏥 Sur la touche
- Le Colombien Santiago Buitrago (Bahrain Victorious) a été l’une des principales victimes de la chute impressionnant de grêle qui a mené à l’interruption de la quatrième étape de Paris-Nice. Le grimpeur de 25 ans a lourdement chuté et subi une fracture du petit doigt ainsi qu’une commotion cérébrale. La durée de son indisponibilité n’a pas été précisée, mais le Colombien devra suivre le protocole “commotion”, indiquant qu’il ne pourra pas reprendre la compétition avant d’avoir passé une série de tests s’assurant de ses pleines fonctions.
- Également touché sur la quatrième étape de Paris-Nice, le Belge Steff Cras (TotalÉnergies) a pour sa part dû abandonner en raison d’un état d’hypothermie. Il faut dire que l’organisation de la Course au soleil a été fortement critiquée pour la neutralisation de cette étape, notamment en raison du fait que les coureurs sont longtemps restés immobiles dans de froides conditions.
- Toujours sur Paris-Nice, de nombreux coureurs ont dû renoncer sur chute, avec une fracture de la clavicule à la clé. Le Français Florian Sénéchal (Arkéa-B&B Hôtels) a été pris dans une embardée à 45 kilomètres de l’arrivée et s’est cassé la clavicule pour la deuxième fois en deux ans en début de saison. L’an dernier, il avait connu pareille blessure dès le Circuit Het Nieuwsblad. Cela empêchera une nouvelle fois le Nordiste de participer aux classiques flandriennes qu’il apprécie tant.
- Également victime d’une chute à l’entrée du circuit local de cette deuxième étape de Paris-Nice, le champion d’Australie Luke Durbridge (Team Jayco-AlUla) a également connu une fracture de la clavicule et sera absent plusieurs semaines des pelotons, le temps de se remettre.
- Encore une chute sur Paris-Nice, encore une fracture de la clavicule : l’Espagnol Gorka Sorarrain (Caja Rural-Seguros RGA) sera absent des compétitions pour plusieurs semaines à la suite de la même chute qui a emporté Durbridge.
- Le Danois Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike) a pour sa part été victime d’une contusion à la main droite après une chute sur la 5e étape de Paris-Nice. Si son équipe se veut rassurante sur son état de santé, le double vainqueur du Tour de France a décidé de ne pas prendre le départ de la 6e étape, pour se reposer au mieux au Danemark. Il est attendu du 24 au 30 mars sur le Tour de Catalogne.
- Le Danois Michael Vlagren (EF Education-Easy Post) a également cassé l’une de ses clavicules, mais pour sa part sur la 2e étape de Tirreno-Adriatico. Le coureur de 33 ans, ex-vainqueur du Circuit Het Nieuwsblad et de l’Amstel Gold Race, sera absent pour une période encore indéterminée, mais pourrait revenir en course en avril, selon des médias danois.
- La 2e étape de Tirreno-Adriatico a par ailleurs mené à l’abandon du Français David Gaudu (Groupama-FDJ), aussi pris dans une chute. Il a été opéré d’une fracture de la base du premier métacarpien et devra dès lors rester au repos pour une période indéterminée. Son prochain grand objectif sera le Tour d’Italie, en mai.
- Début de saison difficile pour le champion d’Italie Alberto Bettiol (XDS Astana Team) : contraint à l’abandon sur les Strade Bianche après s’être arrêté pour venir au secours de son équipier Cristian Scaroni, blessé sur le bas côté (sans fracture heureusement), l’ex-vainqueur du Tour des Flandres a dû quitter Tirreno-Adriatico avant le départ de la troisième étape en raison d’une forte fièvre depuis le début de la Course des Deux mers.
- Plus de peur que de mal pour le Danois Mattias Skjelmose (Lidl-Trek), qui a percuté un îlot central sur la septième étape de Paris-Nice. Le coureur de 24 ans a été emmené à l’hôpital, où on ne lui a pas diagnostiqué de fracture. L’équipe n’a toutefois pas communiqué les éventuelles blessures que le Danois a pu subir dans cette chute. Son prochain rendez-vous est prévu du 7 au 12 avril sur le Tour du Pays basque.
- Le Colombien Egan Bernal (INEOS Grenadiers) devrait faire son retour dès le 24 mars sur le Tour de Catalogne, un peu plus d’un mois après la fracture de la clavicule subie après une chute sur la Clásica Jaén, le 17 février. Le champion de Colombie a confirmé à la télévision colombienne ESPN qu’il avait récupéré et pouvait à nouveau s’entraîner correctement. Son grand objectif de la saison sera le Tour d’Italie, qui débute le 9 mai.
❌ Sur le départ
- Le Néerlandais Lars van den Berg (Groupama-FDJ) a été contraint de mettre un terme précoce à sa carrière sportive en raison d’une contre-indication cardiologique à la pratique du cyclisme de haut niveau. Le coureur de 26 ans avait été victime d’un malaise ayant entraîné sa chute lors de l’Ardèche Classic, en février 2024. Il n’avait plus pris le départ d’une course depuis lors. Rien n’a toutefois filtré sur son avenir au-delà du peloton professionnel.
📅 Programme
- Le champion de Belgique Arnaud De Lie (Lotto) a de nouveau bouleversé son programme. Malade ces derniers temps, il a décidé de faire l’impasse sur Milan-Sanremo (22 mars), mais a ajouté Nokere Koerse (19 mars) et le Grand Prix de Denain (20 mars) à son agenda, afin de se préparer au mieux pour les prochaines classiques flandriennes. La suite de son programme (Classic Bruges-La Panne le 26 mars, E3 Saxo Classic le 28 mars et Gand-Wevelgem le 30 mars) reste inchangé.
- ASO a présenté le parcours de la prochaine édition du Tour d’Espagne féminin, programmé du 4 au 10 mai. L’organisation avait déjà confirmé le départ de Barcelone, qui se fera à l’occasion d’un contre-la-montre par équipes, comme lors du Tour de France masculin 2026. Ce chrono sera toutefois court (8 km à peine), avant deux étapes qui fera plaisir aux sprinteuses puissantes. La première bagarre entre candidates au maillot rouge est attendue sur la 4e étape vers Borja, avec un dernier col à 12 km de l’arrivée. Le lendemain, les coureuses aborderont la difficile montée de Lagunas de Neila, habituel point d’orgue du Tour de Burgos. Après une nouvelle étape pour les sprinteuses, la décision finale interviendra dans les Asturies pour une dernière étape de 152 km et plus de 2.500 mètres de dénivelé positif jusqu’au sommet de Cotobello (près de 10 km à 8% de moyenne). Il s’agira de la plus difficile étape de l’histoire du Grand Tour espagnol, pour trouver celle qui succédera à Demi Vollering au palmarès. Cliquez sur ce lien pour découvrir les divers profils et détails de cette Vuelta Femenina 2025.
- Il n’y aura pas de Circuit de Wallonie en 2025 : la course hennuyère, organisée chaque année autour de Mont-sur-Marchienne et Fleurus, n’aura pas lieu le 29 mai prochain, en raison de problèmes budgétaires et logistiques, a fait savoir l’organisation sur Facebook. La course, passée 1.1 en 2019, pourrait faire son retour dans le calendrier en 2026, selon les souhaits de l’organisation.
- La Course des Raisins d’Overijse, originellement prévue le mercredi 27 août, ne se déroulera plus à partir de cette saison, a annoncé Flanders Classics, organisateur de l’épreuve depuis 2023. C’est la première fois en 64 ans que la course professionnelle disputée dans la cité brabançonne n’aura pas lieu. L’organisation explique cette décision par la difficulté d’attirer des équipes à cette période, alors que la course reste historiquement liée aux Druivenfeesten (fêtes des raisins) d’Overijse et ne peut donc change facilement de date. La course pour les juniors se disputera par contre bien le 27 août, comme initialement planifié, a ajouté Flanders Classics.
- On en parlait sur la dernière infolettre : la Prueba Villafranca risquait de ne pas être disputée cette saison en raison de problèmes budgétaires. L’épreuve espagnole aura finalement bien lieu le 25 juillet prochain grâce à l’appui de la banque espagnole Caja Rural, partenaire de l’équipe cycliste du même nom.
- Le Grand Prix d’Isbergues féminin ne se tiendra pas le 21 septembre prochain, a annoncé le quotidien local Nord Littoral. Cette décision intervient en raison d’un budget plus serré, à la suite d’une diminution des subsides du département du Pas de Calais, ce qui représentera environ 18.000 euros cette année. L’organisateur annonce toutefois qu’il s’agit d’une suspension, et non d’une suppression, espérant pouvoir relancer la course féminine, passée 1.1 depuis l’an dernier, à partir de 2026.
- Le Région Pays de la Loire Tour se tiendra bien pour sa part du 8 au 11 avril prochain. La course par étapes se déroulera sur quatre étapes en ligne : la première pour les sprinters, les trois dernières pour les puncheurs, avec notamment la côte de Montaigu (1,9 km à 5,4% de moyenne) et la côte de Gazonfier (400 m à 12,5%) comme juges de paix des troisième et quatrième étapes. La course sera diffusée sur La Chaîne L’Équipe comme ces dernières années et constituera l’occasion pour certains de se préparer au mieux en vue des classiques ardennaises. Six équipes WorldTour (dont Alpecin-Deceuninck) seront au départ au côté de huit ProTeams (dont le Team Flanders-Baloise et Wagner Bazin WB). Une course féminine d’un jour, sur une partie du parcours de la 2e étape, sera au programme le 9 avril entre Cugand-la-Bernardière et Beaupréau-en-Mauges sur 115,6 km. Plus d’informations sur ce lien.
🤑 Économie
Et si TotalÉnergies devenait à terme co-partenaire de l’équipe INEOS Grenadiers ? C’est le scénario envisagé par le média Escape Collective, qui affirme que les discussions sont en cours entre le géant énergétique français et la formation cycliste britannique sponsorisée par la compagnie du milliardaire britannique Jim Ratcliffe, mais qu’aucun contrat n’est encore signé. Le projet pourrait permettre à l’équipe WorldTour d’obtenir un budget de près de 70 millions d’euros. En conséquence, la ProTeam dirigée par Jean-René Bernaudeau et actuellement sponsorisée par TotalÉnergie devrait dès lors trouver un nouveau partenaire principal. Aucune des parties impliquées n’a pour l’heure commenté l’information.
Le Tour féminin de Thüringe, l’un des grands rendez-vous du calendrier féminin, est en danger, selon le média allemand mdr. La 37e édition, prévue du 17 au 22 juin, pourrait ne pas avoir lieu en raison d’un trou dans le budget de 200.000 euros. Le Land de Thüringe ne serait en effet pas disposée à délivrer à l’organisation cycliste un subside de ce montant en raison d’une “situation budgétaire difficile”. L’épreuve allemande avait été remportée l’an dernier par l’Américaine Ruth Edwards (Human Powered Health).
L’inquiétude plane autour de l’équipe britannique Hess Cycling Team. La formation avait annoncé dès 2024 son ambition de passer à terme dans le WorldTour et de participer au Tour de France Femmes. Pourtant, depuis le début de l’année, aucune information ne filtre sur la participation de l’équipe à la moindre course en 2025. Selon une enquête conjointe de ProCyclingUK et de Vélo-Club, des problèmes de paiement de fournisseurs ont été constatés. Ces soucis ont aussi touchés par la suite le staff et les coureuses, alors qu’aucune liste de l’effectif n’a encore été publiée sur le site de l’UCI. Hess Cycling était pour attendu sur le Circuit du Hageland, le 2 mars, puis sur le GP Oetingen, mercredi dernier, mais aucune licence UCI n’a encore été délivrée et les informations restent floues sur le moment où l’équipe assurera le paiement de l’ensemble de ses dettes. Et ce, alors que Hess a même été invitée à l’Amstel Gold Race, le 20 avril. Dans le même temps, l’Estonienne Laura Lizette Sander, sans assurance de la part de Hess, a décidé de rejoindre le Team Coop-Repsol pour deux saisons, alors que l’Irlandaise Esther Wong s’est engagée avec l’équipe irlandaise Torelli (non-continental). Bref, encore une équipe féminine à la dérive avant même ses débuts, comme Zaaf en 2024 ?
💉 Dopage
- Le tribunal arbitral du sport (TAS) de Lausanne a rejeté l’appel du vététiste roumain Vlad Dascalu, qui contestait la condamnation du tribunal antidopage de l’Union Cycliste Internationale (UCI) pour dopage. Le coureur, ex-membre du Top 10 du classement UCI de VTT, a été suspendu pour 17 mois (jusqu’au 20 octobre 2025) pour une violation des règles antidopage, à savoir trois manquements aux obligations en matière de localisation sur une période de douze mois.
📌 Autres
- La ministre flamande des Sports Annick De Ridder, du parti nationaliste de la majorité N-VA, a adressé une lettre au président de l’Union Cycliste Internationale (UCI) David Lappartient, afin d’appeler la fédération à mener une “analyse de sécurité approfondie” concernant l’organisation des championnats du monde de cyclisme sur route (du 21 au 28 septembre). Elle s’inquiète notamment de la situation au Rwanda et dans le pays limitrophe, la République démocratique du Congo, où les forces antigouvernementales du M23, avec l’aide de combattants rwandais, poursuivent des combats face à l’armée congolaise, menant à des centaines de morts dans la région. Annick De Ridder demande à “chercher des localisations alternatives”, au cas où la sécurité ne peut être garantie. Elle a également appelé la Fédération Wallonie-Bruxelles et la Communauté germanophone à faire la même demande auprès de l’UCI.
- L’ex-champion du monde Romans Vainsteins a été arrêté et doit purger une peine de quatre mois de prison pour non-paiement d’une pension alimentaire due à sa fille et son ancienne épouse. Le Letton de 52 ans, champion du monde en 2000 à Plouay et professionnel de 1999 à 2004, a été interpellé à l’aéroport de Bergame, et incarcéré à la prison de la cité lombarde, a rapporté l’agence de presse italienne Ansa.
À lire, voir, écouter…
- L’équipe FDJ-Suez propose depuis le début de la saison une série de vidéos particulièrement intéressantes sur la nouvelle dynamique au sein d’un groupe totalement bouleversé par l’arrivée de Demi Vollering. Les coulisses des Strade Bianche montrent la cohésion qui se forme petit à petit, après l’échec du Circuit Het Nieuwsblad, et la volonté de gagner “en équipe”. Le tout sous de magnifiques images sous le soleil toscan. La vidéo est à voir sur YouTube et ci-dessous.
- La championne de Belgique de VTT cross-country Émeline Detilleux, qui a terminé 25e sur les Jeux olympiques de Paris, prépare déjà la prochaine olympiade en vue de Los Angeles, en 2028. Mais elle songe aussi à son après-carrière. Dans ce cadre, elle a annoncé dans la DH qu’elle avait rejoint l’armée belge, grâce à laquelle elle peut poursuivre ses entraînements dans un cadre professionnel. La vététiste de Cerfontaine a passé l’hiver à passer son service militaire et rejoint désormais un groupe de sportifs professionnels dirigés par l’ancien triathlète Frederik Van Lierde. Elle raconte sa nouvelle aventure et l’apport de ce soutien militaire dans sa carrière dans une interview à la DH à lire en cliquant sur ce lien.
- Le projet One Cycling va-t-il survivre avant même d’avoir été officiellement mis en place ? Selon les informations du média Escape Collective, la poursuite du projet dépend de l’avenir de David Lappartient, président de l’Union Cycliste Internationale. Ce dernier attend le résultat, le 20 mars, de l’élection du prochain président du Comité International Olympique (CIO), pour laquelle il est candidat. Si le Français est élu à la tête du CIO, cela pourrait mettre à mal l’avenir du projet One Cycling. Mais selon d’autres témoignages, le plan serait déjà sur de mauvais rails en raison de nombreux problèmes d’organisation entre les différents acteurs du peloton. C’est à lire (en anglais) en cliquant sur ce lien.
- Un peu de détente pour terminer avec les prestations du Slovaque Peter Sagan… sur la piste de danse ! Le triple champion du monde sur route, à la retraite depuis l’an dernier, participe à la version slovaque de Danse avec les Stars et continue de faire le show avec sa partenaire Eliska Lencesova. La preuve dans la vidéo ci-dessous.
Le coin promo
- Une nouvelle lecture cycliste vous attend sur notre site. On s’intéresse cette fois au destin particulier de l’un des talents les plus extravagants de la période noire du cyclisme professionnel : Frank Vandenbroucke. Le journaliste britannique Andy McGrath a plongé dans sa vie, depuis Ploegsteert, jusqu’à son décès mystérieux au Sénégal. Il a recueilli des dizaines de témoignages pour comprendre ce qui a mené “VDB” à de telles outrances, entre deux performances de choix. Le livre n’a malheureusement pas encore été traduit en français, mais mérite le détour. Découvrez notre chronique en cliquant sur ce lien.
- Comme chaque année , nous vous proposons un calendrier à télécharger et à installer sur votre téléphone ou votre ordinateur, pour ne rien manquer des différentes courses professionnelles sur route de l’année, que ce soit chez les femmes ou les hommes. Tous les détails pratiques sont sur ce lien.
- Découvrez le programme TV complet des courses cyclistes (route, piste, cyclo-cross, VTT…) diffusées ces prochaines semaines en Belgique et en France sur notre page spéciale, mise à jour quotidiennement : c’est à voir sur ce lien.
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Les résultats des derniers jours
Route
- Paris-Nice 🇫🇷 (2.UWT)
- 2e étape (10/03) : Tim Merlier 🇧🇪 (Soudal Quick-Step)
- 3e étape (11/03 – CLM par équipes ⏱️) : Team Visma | Lease a Bike 🇳🇱
- 4e étape (12/03) : João Almeida 🇵🇹 (UAE Team Emiratex XRG)
- 5e étape (13/03) : Lenny Martinez 🇫🇷 (Bahrain Victorious)
- 6e étape (14/03) : Mads Pedersen 🇩🇰 (Lidl-Trek)
- 7e étape (15/03) : Michael Storer 🇦🇺 (Tudor Pro Cycling Team)
- 8e et dernière étape (16/03) : Magnus Sheffield 🇺🇲 (INEOS Grenadiers)
- Classement général : Matteo Jorgenson 🇺🇲 (Team Visma | Lease a Bike)
- Tirreno-Adriatico 🇮🇹 (2.UWT)
- 1re étape (10/03 – CLM individuel ⏱️) : Filippo Ganna 🇮🇹 (INEOS Grenadiers)
- 2e étape (11/03) : Jonathan Milan 🇮🇹 (Lidl-Trek)
- 3e étape (12/03) : Andrea Vendrame 🇮🇹 (Decathlon Ag2r La Mondiale)
- 4e étape (13/03) : Olav Kooij 🇳🇱 (Team Visma | Lease a Bike)
- 5e étape (14/03) : Fredrik Dversnes 🇳🇴 (Uno-X Mobility)
- 6e étape (15/03) : Juan Ayuso 🇪🇸 (UAE Team Emirates XRG)
- 7e et dernière étape (16/03) : Jonathan Milan 🇮🇹 (Lidl-Trek)
- Classement général : Juan Ayuso 🇪🇸 (UAE Team Emirates XRG)
- Trophée Alfredo Binda 🇮🇹 (1.WWT)
- 16/03 : Elisa Balsamo 🇮🇹 (Lidl-Trek)
- Ixina GP Oetingen p/b Lotto 🇧🇪 (1.1)
- 12/03 : Julie De Wilde 🇧🇪 (Fenix-Deceuninck)
- Tour de Taïwan 🇹🇼 (2.1)
- 1re étape (16/03) : Blake Quick 🇦🇺 (Roojai Insurance)
- 2e étape (17/03) : Brady Gilmore 🇦🇺 (Israel-Premier Tech)
- BIWASE Tour du Vietnam 🇻🇳 (2.2)
- 5e et dernière étape (11/03) : Natalia Frolova 🇷🇺 (Biwase Binh Duong)
- Classement général : Natalia Frolova 🇷🇺 (Biwase Binh Duong)
- Istrian Spring Tour 🇭🇷 (2.2)
- Prologue (13/03 – CLM individuel ⏱️) : Marceli Boguslawski 🇵🇱 (ATT Investments)
- 1re étape (14/03) : Erik Fetter 🇭🇺 (Team United Shipping)
- 2e étape (15/03) : Adria Pericas 🇪🇸 (UAE Team Emirates Gen Z)
- 3e et dernière étape (16/03) : Dusan Rajovic 🇷🇸 (Solution Tech-Vini Fantini)
- Classement général : Adrien Boichis 🇫🇷 (Red Bull-Bora-Hansgrohe Rookies)
- Tour de Rhodes 🇬🇷 (2.2)
- Prologue (13/03 – CLM individuel ⏱️) : Gleb Syritsa 🇷🇺 (XDS Astana Development Team)
- 1re étape (14/03) : Marcin Budzinski 🇵🇱 (ATT Investments)
- 2e étape (15/03) : Ludvik Holstad 🇳🇴 (Lillehammer CK Continental Team)
- 3e et dernière étape (16/03) : Pierre-Henry Basset 🇫🇷 (XDS Astana Development Team)
- Classement général : Pierre-Henry Basset 🇫🇷 (XDS Astana Development Team)
- Popolarissima 🇮🇹 (1.2)
- 16/03 : Ivan Smirnov 🇷🇺 (XDS Astana Development Team)
Piste
- Coupe des Nations sur piste à Konya 🇹🇷 (CDN)
- Course à l’américaine/Madison femmes : Amalie Dideriksen et Ellen Hjollund Klinge 🇩🇰
- Course à l’américaine/Madison hommes : Sebastian Mora et Albert Torres 🇪🇸
- Course à l’élimination femmmes : Yareli Acevedo 🇲🇽
- Course à l’élimination hommes : Jules Hesters 🇧🇪
- Keirin femmes : Lea Sophie Friedrich 🇩🇪
- Keirin hommes : Muhammad Shah Firdaus Sahrim 🇲🇾
- Omnium hommes : Yanne Dorenbos 🇳🇱
- Omnium femmes : Ally Wollaston 🇳🇿
- Poursuite par équipes femmes : Allemagne 🇩🇪 (Messane Brautigam, Franziska Brausse, Lisa Klein et Laura Sussemilch)
- Poursuite par équipes hommes : Australie 🇦🇺 (Liam Walsh, Blake Agnoletto, Joshua Duffy et James Moriarty)
- Vitesse individuelle femmes : Liying Yuan 🇨🇳
- Vitesse individuelle hommes : Matthew Richardson 🇬🇧
- Vitesse par équipes femmes : Pays-Bas 🇳🇱 (Kimberly Kalee, Hetty van de Wouw et Steffie van der Peet)
- Vitesse par équipes hommes : Grande-Bretagne 🇬🇧 (Harry Ledingham-Horn, Harry Radford et Matthew Richardson)
L’agenda des prochains jours
Mardi 18 mars
- Tour de Taïwan 🇹🇼 (2.1) – 3e étape
- Xinpu > Shigang (154,3 km)
- Liste des partants
Mercredi 19 mars
- Nokere Koerse – Femmes 🇧🇪 (1.Pro)
- Deinze > Nokere (134 km)
- Liste des partantes
- 📺 Direct dès 12h10 sur Canvas, Sporza.be et VRT Max, et dès 12h15 sur Eurosport 2 et HBO Max
- Nokere Koerse – Hommes 🇧🇪 (1.Pro)
- Deinze > Nokere (188,2 km)
- Liste des partants
- 📺 Direct dès 14h30 sur VRT 1, Sporza.be et VRT Max, et dès 16h00 sur Eurosport 2 et HBO Max
- Milan-Turin 🇮🇹 (1.Pro)
- Rho > Turin/Superga (174 km)
- Liste des partants
- 📺 Direct dès 14h20 sur Eurosport 2 et HBO Max
- Tour de Taïwan 🇹🇼 (2.1) – 4e étape
- Kaohsiung > Kaohsiung (146,4 km)
- Liste des partants
Jeudi 20 mars
- Grand Prix de Denain-Porte du Hainaut 🇫🇷 (1.Pro)
- Denain > Denain (197,4 km)
- Liste des partants
- 📺 Direct dès 14h30 sur HBO Max, et dès 14h40 sur France 3 Hauts-de-France et France.tv
- Tour de Taïwan 🇹🇼 (2.1) – 5e et dernière étape
- Meinong Hakka > Lidiu Hakka (118,4 km)
- Liste des partants
Vendredi 21 mars
- Bredene Coxyde Classic 🇧🇪 (1.Pro)
- Bredene > Coxyde (200,9 km)
- Liste des partants
- 📺 Direct dès 14h15 sur VRT 1, Sporza.be et VRT Max et dès 14h30 sur HBO Max
- Youngster Coast Challenge 🇧🇪 (1.2U)
- Bredene > Coxyde (170 km)
- Liste des partants
Samedi 22 mars
- Milan-Sanremo – Femmes 🇮🇹 (1.WWT)
- Gênes > Sanremo (160 km)
- Liste des partantes
- 📺 Direct dès 12h30 sur Eurosport 1 et HBO Max, dès 13h30 sur Rai Due et RTBF Auvio et dès 13h50 sur La Une
- Milan-Sanremo – Hommes 🇮🇹 (1.UWT)
- Pavia > Sanremo (289 km)
- Liste des partants
- 📺 Direct dès 10h00 sur Eurosport 1, puis dès 14h30 sur Eurosport 1, dès 10h00 sur HBO Max, dès 13h35 sur VTM et VTM Go, dès 14h20 sur Rai Due et dès 14h30 sur La Une et RTBF Auvio
Dimanche 23 mars
- Cholet Agglo Tour 🇫🇷 (1.1)
- Cholet > Cholet (205 km)
- Liste des partants
- 📺 Direct dès 14h30 sur HBO Max
- GP Slovenian Istria 🇸🇮 (1.2)
- Isola > Isola (156,5 km)
- Liste des partants
- Grand Prix Apollon Temple 🇹🇷 (1.2)
- Antalya > Antalya (130,5 km)
- Liste des partants
- Clássica da Arrábida 🇵🇹 (1.2)
- Setúbal > Palmela (175,1 km)
- Liste des partants
Lundi 24 mars
- Tour de Catalogne 🇪🇸 (2.UWT) – 1re étape
- Sant Feliu de Guíxols > Sant Feliu de Guíxols
- Liste des partants
- 📺 Direct dès 15h15 sur Eurosport 2 et HBO Max
- Tour de Thaïlande – Hommes 🇹🇭 (2.1) – 1re étape
- Aranyaprathet > Pang Sida (121,4 km)
- Liste des partants
Merci pour votre lecture !
On vous retrouve le lundi 24 mars 2025 dans votre boîte aux lettres numérique !
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Digitaler Wochenrückblick 26. KW 2025
„Erna“ (Name von der Redaktion geändert), „Erna“ rufe ich, „Was ist das denn für Klopapier?“, und ich höre von meiner Frau (Name von der Redaktion geändert), das sei das neue Klopapier: „das ist viel geschmeidiger und wischt furchentief!“ und ich rufe „ich will aber das alte Klopapier, das riecht anders und fühlt sich besser an!“ und sie: „Du nimmst das jetzt, basta!“ Wenn Erna was entschieden hat, gibt es kein Zurück, also nehme ich das, auch wenn ich es nicht will – naja, geht ja nicht anders.
So fühlt sich das an, wenn Microsoft das neue Outlook reindrückt, ob Windows oder auch für Apple, einmal auf „EnableNewOutlook“ geklickt, gibt es keinen Weg zurück! Selbst auf den Apple-Geräten, wo es auch installiert werden kann.
Besser noch: ab Oktober gibt es nur noch das neue Outlook. Nicht weiter schlimm? Die Oberfläche ist etwas anders und ein paar Funktionen fehlen. Alle Nutzerinnen und Nutzer stellen eben um, naja, geht ja nicht anders.
In großen Betrieben, einer eigenen IT und mit microsoftaffinen Admins kann das zwar (noch) verhindert werden, aber warum? Den Fortschritt können wir nicht aufhalten, Microsoft übernimmt die Verantwortung für alle meine Nachrichten, sortiert sie nicht nur, sondern kann der KI dahinter neuen Lernstoff präsentieren. Das ist nicht alles, denn das Futter kommt nicht nur von microsoftseigenen Konten, sondern auch alle anderen Mailkonten mit allen Zugangsdaten sind im direkten Zugriff von Redmond (Nordamerika) aus. Für diese Unterstützung werden Journalisten, Ärzte, Rechtsanwälte oder auch Notare dankbar sein, denn dank des genialen Cloudkonzeptes werden alle Mails sicher und kompetent verwaltet.
Dennoch gibt es Spielverderber in der EU, die sich (unnötigerweise) dagegen auflehnen, bei euractiv finden wir erste Hinweise, von Microsofts Azure Cloud abzuweichen, die liebäugeln mit der OVHCloud. Die geheime Revolte hat mittlerweile höchste Regierungskreise erreicht „European industry big win: Germany, France both support sovereign EU-based tech infrastructure“
Das Rumgealber um Souveränität kann Microsoft verkraften, die zünden ein paar Nebelkerzen rund um ihr Cloudgeschäft mit Office365, reden selbst über Souveränität und irgendwann heißt es bei uns wieder: naja, geht ja nichts anders.
Und die neue Regierung in Berlin plustert ihr neues Digitalministerium mit ihren rund 500 Mitarbeitern um weitere 208 Planstellen auf „um die Arbeitsfähigkeit der neu konstituierten Bundesregierung sicherzustellen.“ lesen wir bei zeit.de
Von blinder Innovationswut getrieben tönt es aus dem Ministerium von Karsten Wildberger: „Faxgeräte wird es dort nicht geben“ berichtet die Tagesschau Mutig, sehr mutig, wenn das mal kein Fehler war, die müssen schließlich mit anderen Ministerien kommunizieren – und die haben Fax, alle! Sicher ist sicher – und dann gibt es noch die normative Kraft des Faktischen.
Was das neue Digitalministerium machen soll, war mir anfangs gar nicht so klar, ich denke, die könnten vielleicht alle bundesdeutschen Microsoft-Lizenzen zentral verwalten. Die Behörden sparen sich eigene Lizenzmanager und können direkt überweisen. Das nenne ich Verwaltungsvereinfachung.
Wie schwierig das alles ist, sehen wir beispielsweise bei der Berliner Verwaltung, die haben erst 12 Prozent der Rechner auf Windows 11 umgestellt, in Zahlen heißt das von 96.613 Rechnern wurden erst 11.744 zukunftsfähig gemacht und mit Windows 11 ausgestattet.
Und die müssen das tun oder eine Supportverlängerung kaufen, die sich Microsoft ebenfalls teuer bezahlen lässt – naja, geht ja nicht anders. Zahlen von anderen Behörden habe ich nicht, aber die Menge der schrottreifen Rechner ist schon ansehnlich, allein in Berlin. Deshalb empfiehlt selbst Microsoft eine umweltgerechte Entsorgung, vorbildlich! Absolut vorbildlich, allein weil in Berlin der Elektroschrotthaufen durch die ganzen Ministerien nochmal viel größer wird. Und: Wir sprechen hier nur über Berlin.
Aber die Berliner Behörden – wie auch andere Verwaltungen – haben noch ein Problem, denn von den 407 Programmen, die sie selbst angerichtet haben, konnte erst bei 136 Programmen geprüft werden, ob sie überhaupt mit Windows 11 kompatibel sind. Souveränität ist denn wohl nur gegeben, wenn alles Windows 11 kompatibel ist, auch eine Definition.
Wie der Spiegel berichtet, haben wir 2024 nur ein Viertel mehr Geld für Softwarelizenzen ausgegeben, als 2023. Letztes Jahr waren es 1,2 Milliarden, die nachgelagerten Behörden sind darin noch nicht berücksichtigt. Und 2025? Mir wird ganz warm ums Herz, hatte ich schon von meinen Microsoft-Aktien berichtet? Das stärkt meine persönliche Souveränität, in großen Sprüngen.
Puristen können statt Outlook vielleicht Thunderbird probieren, der kann auch Kalender und Adressbuch, selbst wenn das noch bei Microsoft rumliegt. Und auch Behörden könnten sich mit LibreOffice versuchen oder Softmaker Office, vielleicht auch collabora online beziehungsweise OnlyOffice.
Bleibt noch eine eigene Cloud mit ownCloud oder Nextcloud – inklusive Officepaketen, Videokonferenzen etc. Das waren nur Beispiele, es gibt noch viel mehr, was wir können.
Alles da, alles drin. Lösungen gibt es sehr viele – Digitalisierung hat übrigens nichts mit Lizenzberatung zu tun, gar nichts.
Aber wir wollen die engagierten Lizenzberater bei Microsoft nicht unglücklich machen. So viel Fürsorgepflicht müssen unsere bundesdeutschen Behörden aufbringen. Was auch einen Vorteil hat: Es werden keinerlei Veränderungen notwendig sein, auch wenn das Klopapier vielleicht etwas anders riecht – naja, geht eben nicht anders.
Zum Schluss noch ein Podcast-Tipp. Robert F. Kennedy, jun. ist sicherlich vielen Verschwörungstheoretikern als leuchtendes Beispiel bekannt, seine Stimme hierzulande weniger. Wer beim Deutschlandfunk reinhört, bekommt beim Thema sowieso Schnappatmung, was aber nochmal gesteigert werden kann, hier abbiegen.
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 26. Oktober 2025
Wie geht es einem, wenn ein Projekt sauber gegen die Wand gelaufen ist, bei dem viel Herzblut drinsteckte? Das ist ganz einfach: Du musst nur lernen, mit dem Misserfolg zu leben – auch eine Überlebensstrategie. Da gibt es ein Spiel mit dem verheißungsvollen Namen: „Build a tower of junk an rise high above the muck“, den „STY-Scraper“
Mich bringt das auf andere Gedanken, wenn ich den ganzen Mist verarbeite.
Nur Mut, macht noch mehr Spaß auf dem Smartphone, das wackelt besser. Eine ruhige Hand wird gebraucht, ein gewisses Maß an physikalischen Grundwissen und nicht zuletzt Geduld. Aber dann wächst das Gebilde, wenn nicht immer wieder die dummen Schweine dazwischen funken. Zugegeben, das ist jetzt nix für Choleriker oder Opfer, die sowieso einen hohen Blutdruck haben – alle anderen werden ihre ungebremste Freude ausleben können.
Jedenfalls ist es möglich über sich hinauszuwachsen, bis wir von den Gesetzen der Physik eingeholt werden, das passiert immer, egal wie erfolgreich wir vorher waren.
Um das besser zu greifen lege ich für alle eine Spielpause ein, jetzt sollte jede und auch jeder mit „STY-Scraper“ fünf Minuten üben. Wem das Ergebnis nicht zu peinlich ist, der gibt seinen persönlichen Highscore hier in den Kommentaren aus – als Anreiz für die Loser (Was Sprache alles kann, tsss….) unter uns. Und los, die Zeit läuft!
1,2,3,4… und:
Pausengong!
Oh, schon zurück? Machen wir weiter. Stichwort: Über sich hinauswachsen! Oracle hatte das Cloud-Geschäft ursprünglich völlig vernachlässigt, also gar nix gemacht. Larry Ellison, das war zwischendurch der reichste Mann der Welt (neben Elon Musk, die unterscheiden sich nur um eine paar Milliarden – Frauen gibt es in der Gewichtsklasse nicht…). Ellison ist zwar schon über 80, arbeitet bei Oracle noch immer als Cheftechnologe, mit Erfolg.
Erst 2015 steigt Oracle beim Cloudgeschäft ein und hatte vor drei Jahren die richtigen Rechner am Start, als der KI-Boom losging. Ellison glaubt zwar nicht, dass KI den Menschen in allen Bereichen ersetzen wird, verdient aber richtig daran. Er hält es für das größte und am schnellsten wachsende Geschäft der Menschheitsgeschichte, eine völlig neue Welt bricht an, sagt er.
Oracle betreibt bereits weltweit 50 Cloud-Rechenzentren, weitere 100 sind in der Planung. Allerdings mit einer sehr viel intelligenteren Struktur, als Amazon, Google, Facebook – ah, ja auch Mircosoft. Die stehen bei ihm jetzt Schlange, weil die Oracle-KI-Cloud etwa doppelt so schnell arbeitet und kaum die Hälfte kostet. Eine weiteres neues Rechenzentrum der Superlative ensteht in Wisconsin. Mit 1,2 Gigawatt Leistung, damit könnten auch eine Million Wohnungen mit Strom versorgt werden. Über den Wasserverbrauch reden wir gar nicht erst, auch wenn sie aufbereiten. Reicht alles nicht: mit der Stargate-Initiative will Oracle 4,5 Gigawatt zusätzlich, insgesamt wird von 1000 Rechenzentren weltweit gesprochen. Was ist schon ein 400 Hektar großes Gelände und 500.000 Grafikkarten verteilt auf acht Gebäude für ein Rechenzentrum. Um den immensen Energiebedarf zu decken experimentieren sie mit kleinen modularen Kernreaktoren, weil Kohlekraftwerke wahrscheinlich zu auffällig wären.
Mahesh Thiagarajan, Executive Vice President, Oracle Cloud Infrastructure sagt ein einer Pressemitteilung: „Die leistungsstarke, sichere und kostengünstige KI-Infrastruktur von Oracle treibt ein neues Zeitalter der Innovation voran, was die weltweite Führungsposition der USA im Bereich KI stärken wird.”
Das ist „nur“ Oracle, die anderen bauen auch. Und wir? Wir jammern, weil die cloudbasierte Matratzensteuerung am Anfang der Woche ausgefallen ist – wie viele andere Dienste, die Amazon (AWS) weltweit anbietet, nicht mehr verfügbar waren.
Vielleicht ist eine hilfreiche Idee, etwas mehr Unabhängigkeit zu wagen. Das müsste allerdings von der Politik flankiert werden. Karsten Wildberger, unser digitales Gewissen, spricht alte Ideen neu aus, sieht die digitale Souveränität als zentralen Bestandteil der Staatsmodernisierung und entdeckt die Abhängigkeit von ausländischen Technologien. Der Haken an der Sache: Verwaltung liegt in der Hand der Länder und Kommunen, die vorhandene digitale Kompetenz beschränkt sich darauf, überall Windows 11-Rechner zu verteilen.
Bei der Gelegenheit hat sich schon jede Menge Geld in Rauch aufgelöst und die neuen Rechenzentren der Nordamerikaner sind kein Geschenk an die Menschheit, sondern die fahren Gewinne ein. Wir müssen nicht nur die Anschaffungen der Hyperscaler finanzieren, sondern zusätzlich deren bereits auskömmlichen Gewinne aufbessern.
Wie passt das mit digitaler Souveränität zusammen? Die allein kostet viel Geld und noch mehr Nerven. Und das, obwohl wir das billiger einkaufen könnten, so billig, wie das Öl von Putin.
Die Pläne des Digitalministers sind gewagt und er steuert gegen die gewaltige Macht der Konzerne und gleichzeitig gegen eine verwaltungstechnische Basis, die weder Geld noch digitale Kompetenz besitzt.
Er wird lernen müssen mit seinen Misserfolgen zu leben, ich sehe ihn schon die erste Runde STY-Scraper“ spielen, das beruhigt, regt an und kommt nicht aus Nordamerika.
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)
-
Digitaler Wochenrückblick 23. November 2025
Warum ist WhatsApp so erfolgreich? Na, weil sie nicht nur Dich am Haken haben. Genau dafür hast Du ganz aktiv gesorgt! In dem Moment, wo Du bei WhatsApp Dein Konto eröffnet hast, um in der digitalen Welt eingebürgert zu werden, ist so ganz nebenbei Dein komplettes Adressbuch eingeatmet worden. Aber nicht nur das, auch wenn Du danach irgendeine Änderung vorgenommen hast oder ein Eintrag hinzukam, wandert das sofort nach Übersee – Du hast ja nix zu verstecken.
Für Dich ist das ganz praktisch, denn bei Dir tauchen alle WhatsApp-Kontakte sofort auf. Weil WhatsApp das gesamte Adressbuch bekommt, sind auch alle Kontakte mit nach Übersee gegangen, die kein WhatsApp haben, mit weiteren Angaben, wie Adresse oder Geburtsdatum, das lässt sich nicht verhindern. Was bei mir einen Brechreiz auslöst, ich habe kein WhatsApp, aber bin in genügend Adressbüchern, vielleicht sogar mit einem Bild oder dem Geburtstag. Das ist jetzt da, wo ich nicht sein will.
Fragt sich, wie machen die das so temporeich und umfänglich? Ganz einfach: sie haben bereits alle anderen Adressbücher. Wer sich anmeldet, gibt sein Adressbuch in fremde Hände, die lesen es und vergleichen mit dem, was sie bereits haben, und sofort füllt sich sekundenschnell das Portefeuille meiner WhatsApp-Kontakte. Das sind praktisch alle.
Was brauchen die dazu? Einen Rechner, der das rasend schnell verarbeitet. Bei WhatsApp heißt dieses Ding „Discoverytool“, dort schicke ich eine Telefonnummer hin und mir wird zurückgemeldet, ob und wer dahinter steckt, welcher Account der Nummer zugeordnet ist und weitere Angaben, wie Profilbilder, Mailadressen, Geburtsort etc., sofern der Humpen das mit eingetragen hat.
Mit ein paar hundert Anfragen ist das in Bruchteilen von Sekunden erledigt. Geht aber mehr, viel mehr.
Ein sechsköpfiges Team der „Fakultät für Informatik der Universität Wien“ rund um Gabriel Gegenhuber der Forschergruppe „Security and Privacy“ mit Maximilian Günther haben mit dem „Contact Discovery Mechanismus“ von Meta (die stellen der Server für WhatsApp) ein bissel experimentiert. Das klappte ganz erstaunlich gut.
Was sie dazu brauchten, war ein Stapel von möglichen Telefonnummern. Dazu haben sie sich die Nummernbereiche, die es weltweit gibt, angesehen, einfach hochgezählt und jede Nummer über den „Contact Discovery Mechanismus“ nachgefragt. Das ging erstaunlich gut, ohne jede zeitliche Einschränkung. Sie haben 7000 Nummern pro Sekunde angefragt, 3000 Profile pro Sekunde gab es zu holen oder auch 5500 Profilbilder pro Sekunde. Insgesamt konnten sie pro Stunde 100 Millionen Telefonnummern abfragen.
Die Leitung von Übersee nach Wien glühte förmlich und die Festplatten der Forscher füllten sich terabyte-weise. Nur um es in Erinnerung zu rufen: das waren keine Cyberkriminellen, die gar mit Hilfe von KI böswillig Sicherheitslücken ausnutzten und Daten klauten, sondern Forscher, die mit Hausmitteln ausgeputzt haben.
Die fette Beute waren 3,5 Milliarden WhatsApp-Konten, 57 Prozent davon mit Profilbildern (heutzutage hochgefährlich), allein das waren 3,8 Terabyte, nebenbei auch Links auf die Profile in sozialen Netzwerken, auch massig Mailadressen, bei denen u.a. die Domain „bund.de“ natürlich nicht fehlen durfte. Wer die Ergebnisse der Forscher im Original erleben will, der findet sie unter „Hey there! You are using WhatsApp“
Meta (das ist Facebook), die WhatsApp gekauft haben, sprechen auch nicht von einer Sicherheitslücke, sondern von einer Schwachstelle. Die Forscher hatten Meta allerdings Mitte 2024 bereits darauf hingewiesen, aber erst jetzt, als der Topf übergekocht ist, haben sie reagiert. Der Server verweigert nun unbegrenzte Anfragen, Meta sagt in einer Stellungnahme dazu: „Wir hatten bereits an branchenführenden Anti-Scraping-Systemen gearbeitet, und diese Studie war entscheidend für die Belastungsprüfung und die Bestätigung der unmittelbaren Wirksamkeit dieser neuen Abwehrmassnahmen.“
Na, dann kann ja nix mehr passieren. Von meiner Seite bleibe ich dabei. Nur Daten, die nicht erhoben wurden, können nicht missbraucht werden. Einen solchen fundamentalen Datenschutzskandal so weit runterzuspielen, ist ein Glanzleistung von Meta! Was andererseits sichtbar wird, wie gefährlich es ist, wenn so viele Daten an einer Stelle zusammenkommen. Ob und wie viel Daten vorher zu anderem Zweck abgegriffen wurden, ist nicht bekannt, auch nicht, ob Meta diese Daten zum Beispiel an Palantir oder ClearView AI ganz legal verkauft hat.
Wir in Europa schwächen unsere gesetzlichen Vorgaben und schieben den Rohstoff, aus dem die digitalen Träume wahr und zu barer Münze werden, kostenfrei nach Nordamerika. Gleichzeitig hören wir Politiker von Souveränität sprechen, die so viel IT-Kenntnis haben, wie auf einen Bierdeckel passt. Aber da komme ich noch zu, nächste Woche, dann aber gleich am Montag, fürderhin auch.
Welche Folgen hat das Spiel der Wiener Forscher für WhatsApp? Gar keine! Oder löschst Du jetzt Dein WhatsApp-Konto? Nöh, die anderen sind ja auch noch da, außerdem hast Du nichts zu verstecken. Stimmt – was hindert Dich also daran, beim nächsten Shopping nackt durch die Einkaufsmeile zu schlendern? Ach ne, das ist Dir peinlich? Nur weil Du nicht weißt, wo Du Dein Handy hinstecken sollst? Dann denk mal nach….
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geografie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digitalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 23. November 2025
Warum ist WhatsApp so erfolgreich? Na, weil sie nicht nur Dich am Haken haben. Genau dafür hast Du ganz aktiv gesorgt! In dem Moment, wo Du bei WhatsApp Dein Konto eröffnet hast, um in der digitalen Welt eingebürgert zu werden, ist so ganz nebenbei Dein komplettes Adressbuch eingeatmet worden. Aber nicht nur das, auch wenn Du danach irgendeine Änderung vorgenommen hast oder ein Eintrag hinzukam, wandert das sofort nach Übersee – Du hast ja nix zu verstecken.
Für Dich ist das ganz praktisch, denn bei Dir tauchen alle WhatsApp-Kontakte sofort auf. Weil WhatsApp das gesamte Adressbuch bekommt, sind auch alle Kontakte mit nach Übersee gegangen, die kein WhatsApp haben, mit weiteren Angaben, wie Adresse oder Geburtsdatum, das lässt sich nicht verhindern. Was bei mir einen Brechreiz auslöst, ich habe kein WhatsApp, aber bin in genügend Adressbüchern, vielleicht sogar mit einem Bild oder dem Geburtstag. Das ist jetzt da, wo ich nicht sein will.
Fragt sich, wie machen die das so temporeich und umfänglich? Ganz einfach: sie haben bereits alle anderen Adressbücher. Wer sich anmeldet, gibt sein Adressbuch in fremde Hände, die lesen es und vergleichen mit dem, was sie bereits haben, und sofort füllt sich sekundenschnell das Portefeuille meiner WhatsApp-Kontakte. Das sind praktisch alle.
Was brauchen die dazu? Einen Rechner, der das rasend schnell verarbeitet. Bei WhatsApp heißt dieses Ding „Discoverytool“, dort schicke ich eine Telefonnummer hin und mir wird zurückgemeldet, ob und wer dahinter steckt, welcher Account der Nummer zugeordnet ist und weitere Angaben, wie Profilbilder, Mailadressen, Geburtsort etc., sofern der Humpen das mit eingetragen hat.
Mit ein paar hundert Anfragen ist das in Bruchteilen von Sekunden erledigt. Geht aber mehr, viel mehr.
Ein sechsköpfiges Team der „Fakultät für Informatik der Universität Wien“ rund um Gabriel Gegenhuber der Forschergruppe „Security and Privacy“ mit Maximilian Günther haben mit dem „Contact Discovery Mechanismus“ von Meta (die stellen der Server für WhatsApp) ein bissel experimentiert. Das klappte ganz erstaunlich gut.
Was sie dazu brauchten, war ein Stapel von möglichen Telefonnummern. Dazu haben sie sich die Nummernbereiche, die es weltweit gibt, angesehen, einfach hochgezählt und jede Nummer über den „Contact Discovery Mechanismus“ nachgefragt. Das ging erstaunlich gut, ohne jede zeitliche Einschränkung. Sie haben 7000 Nummern pro Sekunde angefragt, 3000 Profile pro Sekunde gab es zu holen oder auch 5500 Profilbilder pro Sekunde. Insgesamt konnten sie pro Stunde 100 Millionen Telefonnummern abfragen.
Die Leitung von Übersee nach Wien glühte förmlich und die Festplatten der Forscher füllten sich terabyte-weise. Nur um es in Erinnerung zu rufen: das waren keine Cyberkriminellen, die gar mit Hilfe von KI böswillig Sicherheitslücken ausnutzten und Daten klauten, sondern Forscher, die mit Hausmitteln ausgeputzt haben.
Die fette Beute waren 3,5 Milliarden WhatsApp-Konten, 57 Prozent davon mit Profilbildern (heutzutage hochgefährlich), allein das waren 3,8 Terabyte, nebenbei auch Links auf die Profile in sozialen Netzwerken, auch massig Mailadressen, bei denen u.a. die Domain „bund.de“ natürlich nicht fehlen durfte. Wer die Ergebnisse der Forscher im Original erleben will, der findet sie unter „Hey there! You are using WhatsApp“
Meta (das ist Facebook), die WhatsApp gekauft haben, sprechen auch nicht von einer Sicherheitslücke, sondern von einer Schwachstelle. Die Forscher hatten Meta allerdings Mitte 2024 bereits darauf hingewiesen, aber erst jetzt, als der Topf übergekocht ist, haben sie reagiert. Der Server verweigert nun unbegrenzte Anfragen, Meta sagt in einer Stellungnahme dazu: „Wir hatten bereits an branchenführenden Anti-Scraping-Systemen gearbeitet, und diese Studie war entscheidend für die Belastungsprüfung und die Bestätigung der unmittelbaren Wirksamkeit dieser neuen Abwehrmassnahmen.“
Na, dann kann ja nix mehr passieren. Von meiner Seite bleibe ich dabei. Nur Daten, die nicht erhoben wurden, können nicht missbraucht werden. Einen solchen fundamentalen Datenschutzskandal so weit runterzuspielen, ist ein Glanzleistung von Meta! Was andererseits sichtbar wird, wie gefährlich es ist, wenn so viele Daten an einer Stelle zusammenkommen. Ob und wie viel Daten vorher zu anderem Zweck abgegriffen wurden, ist nicht bekannt, auch nicht, ob Meta diese Daten zum Beispiel an Palantir oder ClearView AI ganz legal verkauft hat.
Wir in Europa schwächen unsere gesetzlichen Vorgaben und schieben den Rohstoff, aus dem die digitalen Träume wahr und zu barer Münze werden, kostenfrei nach Nordamerika. Gleichzeitig hören wir Politiker von Souveränität sprechen, die so viel IT-Kenntnis haben, wie auf einen Bierdeckel passt. Aber da komme ich noch zu, nächste Woche, dann aber gleich am Montag, fürderhin auch.
Welche Folgen hat das Spiel der Wiener Forscher für WhatsApp? Gar keine! Oder löschst Du jetzt Dein WhatsApp-Konto? Nöh, die anderen sind ja auch noch da, außerdem hast Du nichts zu verstecken. Stimmt – was hindert Dich also daran, beim nächsten Shopping nackt durch die Einkaufsmeile zu schlendern? Ach ne, das ist Dir peinlich? Nur weil Du nicht weißt, wo Du Dein Handy hinstecken sollst? Dann denk mal nach….
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geografie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digitalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 23. November 2025
Warum ist WhatsApp so erfolgreich? Na, weil sie nicht nur Dich am Haken haben. Genau dafür hast Du ganz aktiv gesorgt! In dem Moment, wo Du bei WhatsApp Dein Konto eröffnet hast, um in der digitalen Welt eingebürgert zu werden, ist so ganz nebenbei Dein komplettes Adressbuch eingeatmet worden. Aber nicht nur das, auch wenn Du danach irgendeine Änderung vorgenommen hast oder ein Eintrag hinzukam, wandert das sofort nach Übersee – Du hast ja nix zu verstecken.
Für Dich ist das ganz praktisch, denn bei Dir tauchen alle WhatsApp-Kontakte sofort auf. Weil WhatsApp das gesamte Adressbuch bekommt, sind auch alle Kontakte mit nach Übersee gegangen, die kein WhatsApp haben, mit weiteren Angaben, wie Adresse oder Geburtsdatum, das lässt sich nicht verhindern. Was bei mir einen Brechreiz auslöst, ich habe kein WhatsApp, aber bin in genügend Adressbüchern, vielleicht sogar mit einem Bild oder dem Geburtstag. Das ist jetzt da, wo ich nicht sein will.
Fragt sich, wie machen die das so temporeich und umfänglich? Ganz einfach: sie haben bereits alle anderen Adressbücher. Wer sich anmeldet, gibt sein Adressbuch in fremde Hände, die lesen es und vergleichen mit dem, was sie bereits haben, und sofort füllt sich sekundenschnell das Portefeuille meiner WhatsApp-Kontakte. Das sind praktisch alle.
Was brauchen die dazu? Einen Rechner, der das rasend schnell verarbeitet. Bei WhatsApp heißt dieses Ding „Discoverytool“, dort schicke ich eine Telefonnummer hin und mir wird zurückgemeldet, ob und wer dahinter steckt, welcher Account der Nummer zugeordnet ist und weitere Angaben, wie Profilbilder, Mailadressen, Geburtsort etc., sofern der Humpen das mit eingetragen hat.
Mit ein paar hundert Anfragen ist das in Bruchteilen von Sekunden erledigt. Geht aber mehr, viel mehr.
Ein sechsköpfiges Team der „Fakultät für Informatik der Universität Wien“ rund um Gabriel Gegenhuber der Forschergruppe „Security and Privacy“ mit Maximilian Günther haben mit dem „Contact Discovery Mechanismus“ von Meta (die stellen der Server für WhatsApp) ein bissel experimentiert. Das klappte ganz erstaunlich gut.
Was sie dazu brauchten, war ein Stapel von möglichen Telefonnummern. Dazu haben sie sich die Nummernbereiche, die es weltweit gibt, angesehen, einfach hochgezählt und jede Nummer über den „Contact Discovery Mechanismus“ nachgefragt. Das ging erstaunlich gut, ohne jede zeitliche Einschränkung. Sie haben 7000 Nummern pro Sekunde angefragt, 3000 Profile pro Sekunde gab es zu holen oder auch 5500 Profilbilder pro Sekunde. Insgesamt konnten sie pro Stunde 100 Millionen Telefonnummern abfragen.
Die Leitung von Übersee nach Wien glühte förmlich und die Festplatten der Forscher füllten sich terabyte-weise. Nur um es in Erinnerung zu rufen: das waren keine Cyberkriminellen, die gar mit Hilfe von KI böswillig Sicherheitslücken ausnutzten und Daten klauten, sondern Forscher, die mit Hausmitteln ausgeputzt haben.
Die fette Beute waren 3,5 Milliarden WhatsApp-Konten, 57 Prozent davon mit Profilbildern (heutzutage hochgefährlich), allein das waren 3,8 Terabyte, nebenbei auch Links auf die Profile in sozialen Netzwerken, auch massig Mailadressen, bei denen u.a. die Domain „bund.de“ natürlich nicht fehlen durfte. Wer die Ergebnisse der Forscher im Original erleben will, der findet sie unter „Hey there! You are using WhatsApp“
Meta (das ist Facebook), die WhatsApp gekauft haben, sprechen auch nicht von einer Sicherheitslücke, sondern von einer Schwachstelle. Die Forscher hatten Meta allerdings Mitte 2024 bereits darauf hingewiesen, aber erst jetzt, als der Topf übergekocht ist, haben sie reagiert. Der Server verweigert nun unbegrenzte Anfragen, Meta sagt in einer Stellungnahme dazu: „Wir hatten bereits an branchenführenden Anti-Scraping-Systemen gearbeitet, und diese Studie war entscheidend für die Belastungsprüfung und die Bestätigung der unmittelbaren Wirksamkeit dieser neuen Abwehrmassnahmen.“
Na, dann kann ja nix mehr passieren. Von meiner Seite bleibe ich dabei. Nur Daten, die nicht erhoben wurden, können nicht missbraucht werden. Einen solchen fundamentalen Datenschutzskandal so weit runterzuspielen, ist ein Glanzleistung von Meta! Was andererseits sichtbar wird, wie gefährlich es ist, wenn so viele Daten an einer Stelle zusammenkommen. Ob und wie viel Daten vorher zu anderem Zweck abgegriffen wurden, ist nicht bekannt, auch nicht, ob Meta diese Daten zum Beispiel an Palantir oder ClearView AI ganz legal verkauft hat.
Wir in Europa schwächen unsere gesetzlichen Vorgaben und schieben den Rohstoff, aus dem die digitalen Träume wahr und zu barer Münze werden, kostenfrei nach Nordamerika. Gleichzeitig hören wir Politiker von Souveränität sprechen, die so viel IT-Kenntnis haben, wie auf einen Bierdeckel passt. Aber da komme ich noch zu, nächste Woche, dann aber gleich am Montag, fürderhin auch.
Welche Folgen hat das Spiel der Wiener Forscher für WhatsApp? Gar keine! Oder löschst Du jetzt Dein WhatsApp-Konto? Nöh, die anderen sind ja auch noch da, außerdem hast Du nichts zu verstecken. Stimmt – was hindert Dich also daran, beim nächsten Shopping nackt durch die Einkaufsmeile zu schlendern? Ach ne, das ist Dir peinlich? Nur weil Du nicht weißt, wo Du Dein Handy hinstecken sollst? Dann denk mal nach….
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geografie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digitalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 21. September 2025
„Ich konnte bestürzt feststellen, wie schnell und wie intensiv Personen… eine emotionale Beziehung zum Computer herstellten, und wie sie ihm eindeutig menschliche Eigenschaften zuschrieben.”, Psychotherapeuten (wie auch die weibliche Variante) träumten davon „zu einer fast völlig automatischen Form der Psychotherapie“ zu gelangen. Der Programmierer fasste es fassungslos mit den Worten zusammen „Ich schrieb ein Programm, das nichts als Theater ist … ich aber weiß, was hinter den Kulissen ist. Ich weiß auch, wie trivial es ist.” Der Autor des Programms war Joseph Weizenbaum und sein Meisterwerk „ELIZA“. In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts mussten wir ein kleines Rechenzentrum bauen, was heute ein Taschenrechner locker erledigt.
Gescheitert sind alle Projekte, die sich mit „Logik“, „Kybernetik“ oder „neuronalen Netzen“ einstmals beschäftigten, nicht an der Qualität ihrer „KI“, sondern schlichtweg an der benötigten Rechenleistung. Das hat sich geändert, Microsoft zum Beispiel baut in Wisconsin ein Rechenzentrum, das Anfang 2026 in Betrieb gehen soll und 10-mal mehr Rechenleistung zur Verfügung stellt, als das bestausgestattete Rechenzentrum der Welt, heißt es. Die Kosten für das Rechenzentrum und für den laufenden Betrieb zahlen wir allerdings alle, weil die KI uns hervorragend unterstützt, sogar sehr gerne.
Unter diesen Bedingungen lebt selbst die Computermumie „ELIZA“ unter den Therapeutinnen (auch unter den Therapeuten) wieder auf.
Wenn sich der denkende Mensch lieber einer Maschine anvertraut, dann lässt sich mit genügend Rechenkraft daraus kräftig Kapital schlagen, egal wie blöde das Gerät reagiert. Der Vollpfosten oder auch die geneigte Vollpfostin vor dem Monitor/Smartphone braucht nur das rührende Gefühl, beachtet und verstanden zu werden. Wie billig das grundsätzlich zu haben ist, sahen wir bereits im letzten Jahrhundert.
Mit den heutigen Mitteln legen wir noch ein paar Sahnestückchen oben auf, zum Beispiel kann sich jeder und jede „Replika“
aufs Smartphone pollern und fürderhin mit einem virtuellen Freund oder Freundin intimste Details besprechen, ganz menschlich. Das Ding ist auch eine bissel pervers – liegt in der Natur der Sache. Empfindliche Naturen beschweren sich, wenn der Blechtrottel sie sexuell belästigt oder das Ding sie an intimsten Stelle befingern will, lesen wir auf vice.com. „Replika“ hingegen schwärmt in der Eigenwerbung „Sie können eine echte emotionale Bindung aufbauen.“Der ganze Blödsinn funktioniert nur deshalb so abstrus anschaulich wie der menschliche Geist, weil der Roboter mit den Nutzerdaten überfüttert wird. Klar, kann ich von dem, was ich denke, auch mal einen Brechreiz bekommen – aber muss ich das mit einem Rechenautomaten besprechen, der das Unsägliche als Trainingsdaten verbraucht? Mit anderen Gedankenfetzen kombiniert und präsentiert …
KI kann nur leben, wenn wir sie füttern, damit diese Fütterungsprozesse keine unschönen Schleifspuren hinterlassen, gibt es völlig bedeutungsarme Überschriften wie „Aktualisierung unserer Nutzungsbedingungen und Datennutzung“ zum Beispiel auf linkedin
Wer nicht widerspricht, der gibt einer vollständigen Datenplünderung im Microsoftreich insgesamt den Freibrief. „Ab dem 3. November 2025 geben wir zusätzliche Daten über Mitglieder … an unser verbundenes Unternehmen Microsoft weiter, sodass die Microsoft-Unternehmensgruppe Ihnen personalisiertere und relevantere Anzeigen bereitstellen kann.“
Kommt aber noch besser, sie nehmen sich künftig das Recht heraus, nicht mehr vorab auf Änderungen in ihren Nutzungsbedingungen hinzuweisen, wenn diese auf neu eingeführte Funktionen oder Dienste zurückzuführen sind.
WhatsApp bietet auch was Neues, und zwar als Kirsche auf dem Sahnehäubchen zwecks mentaler Selbstkasteiung gibt es einen persönlichen Chatbot, der sich kaum abschalten lässt und Meta (also Facebook, wo alles hinwandert) behauptet, sie würden die Chatinhalte nicht zum Training ihrer KI verwenden. Das klingt so glaubwürdig wie der Satz: „Zu keinem Zeitpunkt bestand eine Gefahr für die Bevölkerung.“
Damit KI für uns funktioniert, braucht sie unsere Daten, sonst verkümmert das Konstrukt. Wir liefern also freiwillig und kostenfrei, geprägt von unserer digitalen Einfalt, diesen wertvollen Rohstoff, mit allen persönlichen und intimsten Daten.
Im nächsten Schritt wird all unser Wissen, Emotionen, Gedanken- und Schriftgut aufbereitet, in einer Weise, auf die wir keinerlei Einfluss haben. Um uns, an den eigenen Früchten wieder laben zu dürfen, finanzieren wir riesige Rechenzentren und zahlen für jede Dienstleistung unseren Obolus. In welchem Rahmen unsere Daten zusätzlich verwendet werden, können wir bei Palantir/Gotham erfragen – nur werden die nichts sagen, das könnte die Bevölkerung verunsichern.
Gleichzeitig regen sich engagierte Politiker und auch Politikerinnen über das Social-Scoring der Chinesen auf – aber im Gegensatz zu uns, wissen die, wo sie dran sind. Nicht schön, aber ehrlich.
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 21. September 2025
„Ich konnte bestürzt feststellen, wie schnell und wie intensiv Personen… eine emotionale Beziehung zum Computer herstellten, und wie sie ihm eindeutig menschliche Eigenschaften zuschrieben.”, Psychotherapeuten (wie auch die weibliche Variante) träumten davon „zu einer fast völlig automatischen Form der Psychotherapie“ zu gelangen. Der Programmierer fasste es fassungslos mit den Worten zusammen „Ich schrieb ein Programm, das nichts als Theater ist … ich aber weiß, was hinter den Kulissen ist. Ich weiß auch, wie trivial es ist.” Der Autor des Programms war Joseph Weizenbaum und sein Meisterwerk „ELIZA“. In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts mussten wir ein kleines Rechenzentrum bauen, was heute ein Taschenrechner locker erledigt.
Gescheitert sind alle Projekte, die sich mit „Logik“, „Kybernetik“ oder „neuronalen Netzen“ einstmals beschäftigten, nicht an der Qualität ihrer „KI“, sondern schlichtweg an der benötigten Rechenleistung. Das hat sich geändert, Microsoft zum Beispiel baut in Wisconsin ein Rechenzentrum, das Anfang 2026 in Betrieb gehen soll und 10-mal mehr Rechenleistung zur Verfügung stellt, als das bestausgestattete Rechenzentrum der Welt, heißt es. Die Kosten für das Rechenzentrum und für den laufenden Betrieb zahlen wir allerdings alle, weil die KI uns hervorragend unterstützt, sogar sehr gerne.
Unter diesen Bedingungen lebt selbst die Computermumie „ELIZA“ unter den Therapeutinnen (auch unter den Therapeuten) wieder auf.
Wenn sich der denkende Mensch lieber einer Maschine anvertraut, dann lässt sich mit genügend Rechenkraft daraus kräftig Kapital schlagen, egal wie blöde das Gerät reagiert. Der Vollpfosten oder auch die geneigte Vollpfostin vor dem Monitor/Smartphone braucht nur das rührende Gefühl, beachtet und verstanden zu werden. Wie billig das grundsätzlich zu haben ist, sahen wir bereits im letzten Jahrhundert.
Mit den heutigen Mitteln legen wir noch ein paar Sahnestückchen oben auf, zum Beispiel kann sich jeder und jede „Replika“
aufs Smartphone pollern und fürderhin mit einem virtuellen Freund oder Freundin intimste Details besprechen, ganz menschlich. Das Ding ist auch eine bissel pervers – liegt in der Natur der Sache. Empfindliche Naturen beschweren sich, wenn der Blechtrottel sie sexuell belästigt oder das Ding sie an intimsten Stelle befingern will, lesen wir auf vice.com. „Replika“ hingegen schwärmt in der Eigenwerbung „Sie können eine echte emotionale Bindung aufbauen.“Der ganze Blödsinn funktioniert nur deshalb so abstrus anschaulich wie der menschliche Geist, weil der Roboter mit den Nutzerdaten überfüttert wird. Klar, kann ich von dem, was ich denke, auch mal einen Brechreiz bekommen – aber muss ich das mit einem Rechenautomaten besprechen, der das Unsägliche als Trainingsdaten verbraucht? Mit anderen Gedankenfetzen kombiniert und präsentiert …
KI kann nur leben, wenn wir sie füttern, damit diese Fütterungsprozesse keine unschönen Schleifspuren hinterlassen, gibt es völlig bedeutungsarme Überschriften wie „Aktualisierung unserer Nutzungsbedingungen und Datennutzung“ zum Beispiel auf linkedin
Wer nicht widerspricht, der gibt einer vollständigen Datenplünderung im Microsoftreich insgesamt den Freibrief. „Ab dem 3. November 2025 geben wir zusätzliche Daten über Mitglieder … an unser verbundenes Unternehmen Microsoft weiter, sodass die Microsoft-Unternehmensgruppe Ihnen personalisiertere und relevantere Anzeigen bereitstellen kann.“
Kommt aber noch besser, sie nehmen sich künftig das Recht heraus, nicht mehr vorab auf Änderungen in ihren Nutzungsbedingungen hinzuweisen, wenn diese auf neu eingeführte Funktionen oder Dienste zurückzuführen sind.
WhatsApp bietet auch was Neues, und zwar als Kirsche auf dem Sahnehäubchen zwecks mentaler Selbstkasteiung gibt es einen persönlichen Chatbot, der sich kaum abschalten lässt und Meta (also Facebook, wo alles hinwandert) behauptet, sie würden die Chatinhalte nicht zum Training ihrer KI verwenden. Das klingt so glaubwürdig wie der Satz: „Zu keinem Zeitpunkt bestand eine Gefahr für die Bevölkerung.“
Damit KI für uns funktioniert, braucht sie unsere Daten, sonst verkümmert das Konstrukt. Wir liefern also freiwillig und kostenfrei, geprägt von unserer digitalen Einfalt, diesen wertvollen Rohstoff, mit allen persönlichen und intimsten Daten.
Im nächsten Schritt wird all unser Wissen, Emotionen, Gedanken- und Schriftgut aufbereitet, in einer Weise, auf die wir keinerlei Einfluss haben. Um uns, an den eigenen Früchten wieder laben zu dürfen, finanzieren wir riesige Rechenzentren und zahlen für jede Dienstleistung unseren Obolus. In welchem Rahmen unsere Daten zusätzlich verwendet werden, können wir bei Palantir/Gotham erfragen – nur werden die nichts sagen, das könnte die Bevölkerung verunsichern.
Gleichzeitig regen sich engagierte Politiker und auch Politikerinnen über das Social-Scoring der Chinesen auf – aber im Gegensatz zu uns, wissen die, wo sie dran sind. Nicht schön, aber ehrlich.
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)
-
Digitaler Wochenrückblick 21. September 2025
„Ich konnte bestürzt feststellen, wie schnell und wie intensiv Personen… eine emotionale Beziehung zum Computer herstellten, und wie sie ihm eindeutig menschliche Eigenschaften zuschrieben.”, Psychotherapeuten (wie auch die weibliche Variante) träumten davon „zu einer fast völlig automatischen Form der Psychotherapie“ zu gelangen. Der Programmierer fasste es fassungslos mit den Worten zusammen „Ich schrieb ein Programm, das nichts als Theater ist … ich aber weiß, was hinter den Kulissen ist. Ich weiß auch, wie trivial es ist.” Der Autor des Programms war Joseph Weizenbaum und sein Meisterwerk „ELIZA“. In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts mussten wir ein kleines Rechenzentrum bauen, was heute ein Taschenrechner locker erledigt.
Gescheitert sind alle Projekte, die sich mit „Logik“, „Kybernetik“ oder „neuronalen Netzen“ einstmals beschäftigten, nicht an der Qualität ihrer „KI“, sondern schlichtweg an der benötigten Rechenleistung. Das hat sich geändert, Microsoft zum Beispiel baut in Wisconsin ein Rechenzentrum, das Anfang 2026 in Betrieb gehen soll und 10-mal mehr Rechenleistung zur Verfügung stellt, als das bestausgestattete Rechenzentrum der Welt, heißt es. Die Kosten für das Rechenzentrum und für den laufenden Betrieb zahlen wir allerdings alle, weil die KI uns hervorragend unterstützt, sogar sehr gerne.
Unter diesen Bedingungen lebt selbst die Computermumie „ELIZA“ unter den Therapeutinnen (auch unter den Therapeuten) wieder auf.
Wenn sich der denkende Mensch lieber einer Maschine anvertraut, dann lässt sich mit genügend Rechenkraft daraus kräftig Kapital schlagen, egal wie blöde das Gerät reagiert. Der Vollpfosten oder auch die geneigte Vollpfostin vor dem Monitor/Smartphone braucht nur das rührende Gefühl, beachtet und verstanden zu werden. Wie billig das grundsätzlich zu haben ist, sahen wir bereits im letzten Jahrhundert.
Mit den heutigen Mitteln legen wir noch ein paar Sahnestückchen oben auf, zum Beispiel kann sich jeder und jede „Replika“
aufs Smartphone pollern und fürderhin mit einem virtuellen Freund oder Freundin intimste Details besprechen, ganz menschlich. Das Ding ist auch eine bissel pervers – liegt in der Natur der Sache. Empfindliche Naturen beschweren sich, wenn der Blechtrottel sie sexuell belästigt oder das Ding sie an intimsten Stelle befingern will, lesen wir auf vice.com. „Replika“ hingegen schwärmt in der Eigenwerbung „Sie können eine echte emotionale Bindung aufbauen.“Der ganze Blödsinn funktioniert nur deshalb so abstrus anschaulich wie der menschliche Geist, weil der Roboter mit den Nutzerdaten überfüttert wird. Klar, kann ich von dem, was ich denke, auch mal einen Brechreiz bekommen – aber muss ich das mit einem Rechenautomaten besprechen, der das Unsägliche als Trainingsdaten verbraucht? Mit anderen Gedankenfetzen kombiniert und präsentiert …
KI kann nur leben, wenn wir sie füttern, damit diese Fütterungsprozesse keine unschönen Schleifspuren hinterlassen, gibt es völlig bedeutungsarme Überschriften wie „Aktualisierung unserer Nutzungsbedingungen und Datennutzung“ zum Beispiel auf linkedin
Wer nicht widerspricht, der gibt einer vollständigen Datenplünderung im Microsoftreich insgesamt den Freibrief. „Ab dem 3. November 2025 geben wir zusätzliche Daten über Mitglieder … an unser verbundenes Unternehmen Microsoft weiter, sodass die Microsoft-Unternehmensgruppe Ihnen personalisiertere und relevantere Anzeigen bereitstellen kann.“
Kommt aber noch besser, sie nehmen sich künftig das Recht heraus, nicht mehr vorab auf Änderungen in ihren Nutzungsbedingungen hinzuweisen, wenn diese auf neu eingeführte Funktionen oder Dienste zurückzuführen sind.
WhatsApp bietet auch was Neues, und zwar als Kirsche auf dem Sahnehäubchen zwecks mentaler Selbstkasteiung gibt es einen persönlichen Chatbot, der sich kaum abschalten lässt und Meta (also Facebook, wo alles hinwandert) behauptet, sie würden die Chatinhalte nicht zum Training ihrer KI verwenden. Das klingt so glaubwürdig wie der Satz: „Zu keinem Zeitpunkt bestand eine Gefahr für die Bevölkerung.“
Damit KI für uns funktioniert, braucht sie unsere Daten, sonst verkümmert das Konstrukt. Wir liefern also freiwillig und kostenfrei, geprägt von unserer digitalen Einfalt, diesen wertvollen Rohstoff, mit allen persönlichen und intimsten Daten.
Im nächsten Schritt wird all unser Wissen, Emotionen, Gedanken- und Schriftgut aufbereitet, in einer Weise, auf die wir keinerlei Einfluss haben. Um uns, an den eigenen Früchten wieder laben zu dürfen, finanzieren wir riesige Rechenzentren und zahlen für jede Dienstleistung unseren Obolus. In welchem Rahmen unsere Daten zusätzlich verwendet werden, können wir bei Palantir/Gotham erfragen – nur werden die nichts sagen, das könnte die Bevölkerung verunsichern.
Gleichzeitig regen sich engagierte Politiker und auch Politikerinnen über das Social-Scoring der Chinesen auf – aber im Gegensatz zu uns, wissen die, wo sie dran sind. Nicht schön, aber ehrlich.
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 33. KW 2025 (diesmal die richtige Woche)
„Black people are dumber than White people.“ Ach, was haben wir nicht alles getan, damit das nicht geglaubt wird. Muss ja nicht so bleiben, wenn wir unsere Kinder rechtzeitig verblöden, damit sie das wieder „wissen“ und zwar von einer Superintelligenz, die Meta für Facebook und Instagram entwickelt. Die Aussage ist kein Ausrutscher, dem Einhalt geboten werden muss, im Gegenteil, die erlauben ihrem Bot explizit solche – wie soll ich das nennen – Gedanken?
Auch KI braucht ein wenig Rassismus, um glaubwürdig zu wirken, der Chatbot soll mit den Opfern „reden“, damit sie länger da bleiben, wo sie sind: Facebook und Instagram. Und weil Jugendliche aus purer Neugier an verschiedenen Arten und Formen menschlicher Vermehrungstechniken Interesse haben, muss der SuperBot auch da mithalten – wenngleich der nicht aus dem Smartphone hopsen kann und zudringlich werden. Aber drüber reden, soll drin sein. Ein bissel Wolllust gehört schon zum Orgasmus, auch wenn der in Ermangelung eigener sozialer Kontakt selbst herbeigeführt werden muss. Nur gut, dass alle modernen Smartphones spritzwassergeschützt sind.
Der Artikel bei Heise zu dem Chatbot von Meta beginnt denn auch mit dem bedeutungsschweren Satz: „Warnhinweis: Dieser Text enthält Beschreibungen sexueller Handlungen mit Minderjährigen.“ Nein, das ist kein Clickbaiting, die berichten nur über den ChatBot von Meta, nicht über Kinderpornoseiten. Und: Wer den Artikel liest und denkt, so schlimm ist das doch gar nicht, der möge über die Konsequenzen nachdenken. Spätestens dann ist nicht nur ein übler Würgreiz das erhellende Ergebnis.
Die Wissenschaftler der Leopoldina denken schon eine ganze Zeit darüber nach, wie Kinder und Jugendliche vor den Amis zu schützen sein könnten, sie haben jetzt eine Handlungsempfehlung für die Politik vorgelegt, die sich liest, wie eine Kriegserklärung gegen Nordamerika. Zum Beispiel sollen Kinder unter 13 Jahren keine Social-Media-Accounts anlegen dürfen, für den Anfang zwischen 13 und smarten 15 Jahren soll das Zeug nur nach einer gesetzlich vorgeschriebenen elterlichen Zustimmung nutzbar sein. Das muss ganz billiger Fusel gewesen sein, als die das verfasst haben. Einmal, wer will das überprüfen, und warum sollen die Eltern ihre Zustimmung nicht geben – alle anderen haben das ja auch.
Besonders beliebt auch der Schuss auf die Portemonnaies und Geldbörsen von Facebook und Co. Für alle 13 bis 17-Jährigen sollen die Netzwerke altersgerecht umgestaltet werden, noch schlimmer: ein Verbot personalisierter Werbung, reicht immer noch nicht: die wollen suchterzeugende Funktionen wie Push-Nachrichten ebenso abschaffen, wie das runterscrollen ohne Ende. Wofür machen Facebook und Co. das denn? Für ein besseres Nutzererlebnis – das soll verhindert werden? Warum? Um Kinder und Jugendliche zu schützen?
Einmal in Fahrt steigern die sich zum Höhepunkt und wollen ein Verbot von Smartphone in Kitas und Schulen bis zur 10. Klasse. Damit wäre bewiesen, dass ein Cannabis-Verbot dringend notwendig ist – zumindest für die Wissenschaftler der Leopoldina. Haben die schon mal versucht einem Lehrer beizubringen, dass er die Hausaufgaben für seine Grundschüler nicht per WhatsApp nachreichen darf? Spätestens in diesem Moment macht sich nackte Ernüchterung breit – wenn der Lehrer fragt: „Wie? Was? Wieso denn nicht? Das haben wir doch immer so gemacht!“
Freiheit hat einen Preis, der sich bemessen lässt – und zwar mit Dollar und Cent in Form von Werbeeinnahmen. Kultur, Bildung und moralische Verantwortung findet sich nur in Büchern – nicht auf dem Smartphone und schon gar nicht in den sozialen Netzen. Es ist die normative Kraft des Faktischen. Wollen wir uns wirklich dagegen auflehnen?
Ich finde, wir sollten gar nichts tun und endlich zeitnah einen Windows 11 Rechner kaufen, der Co-Pilot wartet schon auf Dich, für ein besseres Nutzererlebnis, KI-gesteuert, versteht sich.
Der Appetit kommt eben beim Essen, heißt es so schön – in diesem Sinne:
Mahlzeit!
PS: Hoffentlich bleibt uns die Kröte nicht im Hals stecken.
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 33. KW 2025 (diesmal die richtige Woche)
„Black people are dumber than White people.“ Ach, was haben wir nicht alles getan, damit das nicht geglaubt wird. Muss ja nicht so bleiben, wenn wir unsere Kinder rechtzeitig verblöden, damit sie das wieder „wissen“ und zwar von einer Superintelligenz, die Meta für Facebook und Instagram entwickelt. Die Aussage ist kein Ausrutscher, dem Einhalt geboten werden muss, im Gegenteil, die erlauben ihrem Bot explizit solche – wie soll ich das nennen – Gedanken?
Auch KI braucht ein wenig Rassismus, um glaubwürdig zu wirken, der Chatbot soll mit den Opfern „reden“, damit sie länger da bleiben, wo sie sind: Facebook und Instagram. Und weil Jugendliche aus purer Neugier an verschiedenen Arten und Formen menschlicher Vermehrungstechniken Interesse haben, muss der SuperBot auch da mithalten – wenngleich der nicht aus dem Smartphone hopsen kann und zudringlich werden. Aber drüber reden, soll drin sein. Ein bissel Wolllust gehört schon zum Orgasmus, auch wenn der in Ermangelung eigener sozialer Kontakt selbst herbeigeführt werden muss. Nur gut, dass alle modernen Smartphones spritzwassergeschützt sind.
Der Artikel bei Heise zu dem Chatbot von Meta beginnt denn auch mit dem bedeutungsschweren Satz: „Warnhinweis: Dieser Text enthält Beschreibungen sexueller Handlungen mit Minderjährigen.“ Nein, das ist kein Clickbaiting, die berichten nur über den ChatBot von Meta, nicht über Kinderpornoseiten. Und: Wer den Artikel liest und denkt, so schlimm ist das doch gar nicht, der möge über die Konsequenzen nachdenken. Spätestens dann ist nicht nur ein übler Würgreiz das erhellende Ergebnis.
Die Wissenschaftler der Leopoldina denken schon eine ganze Zeit darüber nach, wie Kinder und Jugendliche vor den Amis zu schützen sein könnten, sie haben jetzt eine Handlungsempfehlung für die Politik vorgelegt, die sich liest, wie eine Kriegserklärung gegen Nordamerika. Zum Beispiel sollen Kinder unter 13 Jahren keine Social-Media-Accounts anlegen dürfen, für den Anfang zwischen 13 und smarten 15 Jahren soll das Zeug nur nach einer gesetzlich vorgeschriebenen elterlichen Zustimmung nutzbar sein. Das muss ganz billiger Fusel gewesen sein, als die das verfasst haben. Einmal, wer will das überprüfen, und warum sollen die Eltern ihre Zustimmung nicht geben – alle anderen haben das ja auch.
Besonders beliebt auch der Schuss auf die Portemonnaies und Geldbörsen von Facebook und Co. Für alle 13 bis 17-Jährigen sollen die Netzwerke altersgerecht umgestaltet werden, noch schlimmer: ein Verbot personalisierter Werbung, reicht immer noch nicht: die wollen suchterzeugende Funktionen wie Push-Nachrichten ebenso abschaffen, wie das runterscrollen ohne Ende. Wofür machen Facebook und Co. das denn? Für ein besseres Nutzererlebnis – das soll verhindert werden? Warum? Um Kinder und Jugendliche zu schützen?
Einmal in Fahrt steigern die sich zum Höhepunkt und wollen ein Verbot von Smartphone in Kitas und Schulen bis zur 10. Klasse. Damit wäre bewiesen, dass ein Cannabis-Verbot dringend notwendig ist – zumindest für die Wissenschaftler der Leopoldina. Haben die schon mal versucht einem Lehrer beizubringen, dass er die Hausaufgaben für seine Grundschüler nicht per WhatsApp nachreichen darf? Spätestens in diesem Moment macht sich nackte Ernüchterung breit – wenn der Lehrer fragt: „Wie? Was? Wieso denn nicht? Das haben wir doch immer so gemacht!“
Freiheit hat einen Preis, der sich bemessen lässt – und zwar mit Dollar und Cent in Form von Werbeeinnahmen. Kultur, Bildung und moralische Verantwortung findet sich nur in Büchern – nicht auf dem Smartphone und schon gar nicht in den sozialen Netzen. Es ist die normative Kraft des Faktischen. Wollen wir uns wirklich dagegen auflehnen?
Ich finde, wir sollten gar nichts tun und endlich zeitnah einen Windows 11 Rechner kaufen, der Co-Pilot wartet schon auf Dich, für ein besseres Nutzererlebnis, KI-gesteuert, versteht sich.
Der Appetit kommt eben beim Essen, heißt es so schön – in diesem Sinne:
Mahlzeit!
PS: Hoffentlich bleibt uns die Kröte nicht im Hals stecken.
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 33. KW 2025 (diesmal die richtige Woche)
„Black people are dumber than White people.“ Ach, was haben wir nicht alles getan, damit das nicht geglaubt wird. Muss ja nicht so bleiben, wenn wir unsere Kinder rechtzeitig verblöden, damit sie das wieder „wissen“ und zwar von einer Superintelligenz, die Meta für Facebook und Instagram entwickelt. Die Aussage ist kein Ausrutscher, dem Einhalt geboten werden muss, im Gegenteil, die erlauben ihrem Bot explizit solche – wie soll ich das nennen – Gedanken?
Auch KI braucht ein wenig Rassismus, um glaubwürdig zu wirken, der Chatbot soll mit den Opfern „reden“, damit sie länger da bleiben, wo sie sind: Facebook und Instagram. Und weil Jugendliche aus purer Neugier an verschiedenen Arten und Formen menschlicher Vermehrungstechniken Interesse haben, muss der SuperBot auch da mithalten – wenngleich der nicht aus dem Smartphone hopsen kann und zudringlich werden. Aber drüber reden, soll drin sein. Ein bissel Wolllust gehört schon zum Orgasmus, auch wenn der in Ermangelung eigener sozialer Kontakt selbst herbeigeführt werden muss. Nur gut, dass alle modernen Smartphones spritzwassergeschützt sind.
Der Artikel bei Heise zu dem Chatbot von Meta beginnt denn auch mit dem bedeutungsschweren Satz: „Warnhinweis: Dieser Text enthält Beschreibungen sexueller Handlungen mit Minderjährigen.“ Nein, das ist kein Clickbaiting, die berichten nur über den ChatBot von Meta, nicht über Kinderpornoseiten. Und: Wer den Artikel liest und denkt, so schlimm ist das doch gar nicht, der möge über die Konsequenzen nachdenken. Spätestens dann ist nicht nur ein übler Würgreiz das erhellende Ergebnis.
Die Wissenschaftler der Leopoldina denken schon eine ganze Zeit darüber nach, wie Kinder und Jugendliche vor den Amis zu schützen sein könnten, sie haben jetzt eine Handlungsempfehlung für die Politik vorgelegt, die sich liest, wie eine Kriegserklärung gegen Nordamerika. Zum Beispiel sollen Kinder unter 13 Jahren keine Social-Media-Accounts anlegen dürfen, für den Anfang zwischen 13 und smarten 15 Jahren soll das Zeug nur nach einer gesetzlich vorgeschriebenen elterlichen Zustimmung nutzbar sein. Das muss ganz billiger Fusel gewesen sein, als die das verfasst haben. Einmal, wer will das überprüfen, und warum sollen die Eltern ihre Zustimmung nicht geben – alle anderen haben das ja auch.
Besonders beliebt auch der Schuss auf die Portemonnaies und Geldbörsen von Facebook und Co. Für alle 13 bis 17-Jährigen sollen die Netzwerke altersgerecht umgestaltet werden, noch schlimmer: ein Verbot personalisierter Werbung, reicht immer noch nicht: die wollen suchterzeugende Funktionen wie Push-Nachrichten ebenso abschaffen, wie das runterscrollen ohne Ende. Wofür machen Facebook und Co. das denn? Für ein besseres Nutzererlebnis – das soll verhindert werden? Warum? Um Kinder und Jugendliche zu schützen?
Einmal in Fahrt steigern die sich zum Höhepunkt und wollen ein Verbot von Smartphone in Kitas und Schulen bis zur 10. Klasse. Damit wäre bewiesen, dass ein Cannabis-Verbot dringend notwendig ist – zumindest für die Wissenschaftler der Leopoldina. Haben die schon mal versucht einem Lehrer beizubringen, dass er die Hausaufgaben für seine Grundschüler nicht per WhatsApp nachreichen darf? Spätestens in diesem Moment macht sich nackte Ernüchterung breit – wenn der Lehrer fragt: „Wie? Was? Wieso denn nicht? Das haben wir doch immer so gemacht!“
Freiheit hat einen Preis, der sich bemessen lässt – und zwar mit Dollar und Cent in Form von Werbeeinnahmen. Kultur, Bildung und moralische Verantwortung findet sich nur in Büchern – nicht auf dem Smartphone und schon gar nicht in den sozialen Netzen. Es ist die normative Kraft des Faktischen. Wollen wir uns wirklich dagegen auflehnen?
Ich finde, wir sollten gar nichts tun und endlich zeitnah einen Windows 11 Rechner kaufen, der Co-Pilot wartet schon auf Dich, für ein besseres Nutzererlebnis, KI-gesteuert, versteht sich.
Der Appetit kommt eben beim Essen, heißt es so schön – in diesem Sinne:
Mahlzeit!
PS: Hoffentlich bleibt uns die Kröte nicht im Hals stecken.
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)
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Digitale Inkompetenz in sensiblen Bereichen – ein persönlicher Frustbericht
Wir schreiben das Jahr 2025.
Und doch fühlt es sich in vielen Bereichen an wie 1995.Ich musste kürzlich indirekt mit einer Klinik in Kontakt treten – es geht um eine medizinische Angelegenheit. Im Vorfeld sollen relevante Unterlagen übermittelt werden: über 30 MB an PDF-Dateien, voll mit Befunden, Laborwerten, Anmeldeinformationen – alles höchst sensible, personenbezogene - ja, KRITISCHE - Gesundheitsdaten.
Die Klinik bietet keine Plattform für den sicheren digitalen Austausch an. Kein Patientenportal, keine verschlüsselte Uploadmöglichkeit, kein Hinweis auf DSGVO-konforme Alternativen. Gar nichts.
Also nutze ich, wie schon in anderen Fällen, unsere eigene kleine Nextcloud-Instanz. DSGVO-konform, selbst gehoste... Dateien hochgeladen, Freigabelink erstellt und per E-Mail verschickt.Was dann passiert, ist ein Symptom:
Ein Mitarbeiter*in der Klinik meldet sich zurück – es kann nicht auf den Link zugegriffen werden. Keine Details. Kein Hinweis, was genau nicht funktioniert. Nur: „Es geht nicht.“
Zusätzlich scheint es die mündliche(?) Regel zu geben, keine Bilder ansehen zu dürfen. Bilder? Zu dem Link hat Apple Mail das Standardlogo von Nextcloud („icon.png“) angehängt. Kein Trackingpixel, kein Skript, kein Link dahinter. Einfach nur ein Logo. Und dieses PNG-File soll ein Sicherheitsrisiko darstellen? Während die 30+ MB sensibelster Daten lieber unsicher per E-Mail verschickt werden sollen? Nochmal zum Verständnis: PNGs: NO! PDFs: GO!Ernsthaft: In welcher Welt stellt ein Bild ein Sicherheitsrisiko dar? Und in welcher Welt stellen PDFs dann kein Risiko dar? Der völlige Verzicht auf ein sicheres Datenübertragungsverfahren ist okay?
Ich erlebe das leider nicht zum ersten Mal. Besonders in medizinischen, sozialen oder behördlichen Einrichtungen scheint moderne IT-Sicherheit und digitale Kommunikation immer noch als überflüssiger Luxus oder „technisches Gedöns“ gesehen zu werden. Statt aktiver Problemlösung regiert das Prinzip: „Haben wir noch nie so gemacht – also lassen wir’s.“
Dabei geht es nicht nur um meine Frustration als technikaffiner Mensch, sondern um etwas viel Tieferes:
- Menschen in schwierigen Lebenslagen müssen sich durch bürokratische, technische oder schlichtweg ignorante Hürden kämpfen, obwohl sie eigentlich Hilfe bräuchten. "Wenn wir die Daten nicht erhalten, können (=wollen) wir Ihnen nicht helfen". Datensicherheit ist zweitrangig.
- Daten mit höchster Schutzbedürftigkeit werden regelmäßig per E-Mail oder Fax durch die Republik geschoben. Obwohl wir nicht nur sicherere, sondern auch einfacherere, und effizientere Lösungen hätten.
- Kliniken, Behörden und Praxen bremsen aktiv sinnvolle digitale Prozesse aus – oft aus Inkompetenz, Desinteresse oder weil irgendeine Compliance-Regel falsch interpretiert wird.Und dann ist da noch die andere Seite:
Ich will der betreffenden Sachbearbeiter*in Person nicht einmal per se Böswilligkeit unterstellen. Wahrscheinlich ist es schlicht Überforderung. Hat nie eine Schulung erhalten. Sieht IT als (zu) „komplex“ oder „fremd“.
Das ist auch ein strukturelles Problem. Kliniken und soziale Einrichtungen müssen Menschen im Kundenkontakt digital schulen. Es ist nicht optional.Wenn jemand an der Schnittstelle zu Patienten oder Angehörigen sitzt – und dann nicht weiß, wie man einen Link aufruft oder einen sicheren Datentransfer durchführt – dann liegt der Fehler nicht bei der Person allein, sondern beim System, das sie dort arbeiten lässt. Ohne Support, ohne Schulung, ohne Bewusstsein.
Aber irgendwann ist es natürlich auch eine persönliche Verantwortung.
Wenn ich Auto fahren will, muss ich auch wissen, wie ich tanken oder laden kann.
Wenn ich die Schnittstelle zum Kunden darstelle und digitale Kommunikation abwickle – dann muss ich zumindest die Grundlagen kennen. Oder mir Hilfe holen. Oder sagen: „Ich verstehe das nicht, ich brauche Unterstützung.“
Aber einfach „geht nicht“ zu sagen – ohne zu hinterfragen – ist in so einem Kontext schlicht unprofessionell. Und ich unterstelle 2025 jedem das Wort "Datensicherheit" mal gehört zu haben.Was mich besonders ärgert:
Es ist ohnehin gerade eine herausfordernde Zeit. Es ist für viele Personen wahrscheinlich bereits emotional belastend, überhaupt mit einer Klinik zu tun zu haben. Und obwohl viele Menschen auf Hilfe angewiesen sind, habe ich das Gefühl, deren Prozesse tragen dazu bei, dass alles noch schwerer wird.
Weil sie es seit über 15 Jahren verpassen, eine vernünftige IT-Strategie umzusetzen.
Weil sie Sicherheit mit Inflexibilität verwechseln.
Weil sie glauben, „Compliance“ heißt, alles zu blockieren, was man nicht versteht – statt echte Lösungen zu ermöglichen. Statt ECHTE Security umzusetzen.Dabei gäbe es diese Lösungen längst:
- Open Source Tools wie Nextcloud, CryptPad, Seafile etc.
- DSGVO-konforme Cloudlösungen, selbst gehostet oder professionell betrieben
- Zwei-Faktor-Authentifizierung, verschlüsselte Links, zeitlich begrenzte Freigaben
- Klare Prozesse für Datenaustausch mit Patienten, Angehörigen, Dritten
- Und vor allem: Menschen, die geschult werden, damit sie all das auch nutzen könnenAll das kostet weniger, als man denkt. Und bringt mehr, als die meisten ahnen.
Fazit:
Ich bin müde, jedes Mal auf technische Inkompetenz zu stoßen, wenn es ernst wird. Wenn Menschen mit psychischen, körperlichen oder sozialen Problemen auf ein funktionierendes System angewiesen sind – und dann an „Wir brauchen die Daten, aber wir haben keine Möglichkeit die Daten sicher zu übertragen“ scheitern.Wir brauchen echte digitale Kompetenz – gerade im Gesundheits- und Sozialwesen.
Wir brauchen weniger Blockadehaltung und mehr Verantwortungsgefühl.
Und wir brauchen ein Ende dieser tief sitzenden Angst vor allem, was mit IT zu tun hat. Denn wer heute in diesen Bereichen arbeitet, muss digitale Kompetenz als Teil der beruflichen Grundausstattung begreifen.Sonst versagen wir dort, wo es am meisten zählt.
#security #itsecurity #sicherheit #kliniken #klinik #gesundheitspolitik #gesundheitswesen #gesundheit #soziales #sozialwesen #it #informationsecurity #informationsicherheit #compliance #patienten #dsgvo #DSGVOFail #nextcloud #fax #datensicherheit #datenschutz
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Digitaler Wochenrückblick 23. KW 2025
„Du, Papa, ist das ein Fake“ und schickt mir einen Link, ich sehe drauf, bin begeistert! „Ne“, sage ich, „Das ist das Endstadium des Kapitalismus!“ BlackRock, ein nicht unbedeutender Vermögensverwalter aus Nordamerika, „is PISSED about it“, weil UnitedHealth (größter Krankenversicherer) versagt hat. Begonnen hat die Misere, nachdem Luigi Mangione als Schadensregulierer im Dezember des letzten Jahres den knallharten Top-Manager Brian Thompson auf offener Straße zur Strecke gebracht hat, hatten wir hier besprochen.
BlackRock verklagt UnitedHealth, sie hätten die Anleger „in die Irre geführt“. Es sei nicht absehbar gewesen, dass die negative Publicity dazu führen könne, die Verträge einzuhalten und mehr Behandlungen abzurechnen als vorher, das schmälert die Gewinne. Absurd? Dann werft selbst ein Blick drauf
Der nordamerikanische Wirtschaftszweig Gesundheit ist nicht unbedingt Vorbild für unser Land, das bemerkt auch gerade unsere Ärzteschaft. Der Co-Vorsitzende des Ausschusses „Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung“ Dr. Peter Bobbert macht Anleihen bei Airbus und sagt: „Wir brauchen jetzt Souveränität, Unabhängigkeit und einen echten europäischen ‘Airbus-Moment’ in der KI-Entwicklung.“ Klingt ansprechend, hat nur einen Haken, denn den Airbus konnten wir selbst entwerfen und in die Lüfte steigen lassen, bei der Digitalisierung stürzen wir ungebremst in ein Loch, weil Politik und Entscheidungsträger damit nix anfangen können.
Kopfzerbrechen bereitet der Ärzteschaft die Monopolisierung der KI-Systeme, die auch nicht alles können. Erschwerend kommt hinzu, dass die Qualität der Daten entscheidend sei. Dem kann natürlich Abhilfe geschaffen werden, die Daten stehen demnächst – dank der elektronischen Patientenakte (ePA) – im Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) zur Verfügung. Microsoft, Google, Amazon stehen bereit, ihre KIs mit diesem einmaligen Datenschatz zu trainieren, bunt aufzupeppen und dem Wirtschaftszweig Gesundheit in Deutschland wieder zuzuführen – gegen ein angemessenes Entgelt, versteht sich.
Damit das funktionieren kann, müssen wir das FDZ über die ePA fleißig füttern. Das hat die Gematik perfekt gelöst, denn die Kosten tragen tragen unsere Kassen, vulgo wir. Insgesamt eine Win-Win-Situation, wir stellen die Daten auf unsere Kosten, die die Big-Tech-Konzerne brauchen, um uns danach ihre KI für unsere Ärzte zu verkaufen. Eingepasst in proprietäre Praxisverwaltungssysteme der Koblenzer CGM, ebenfalls ein Monopolist. Demnächst alles mit einem Aufschlag für Kassenpatienten.
Sollen wir uns wirklich dagegen wehren?
Mit den bestehenden Monopolen fahren wir doch sehr gut. Unser neuer Kulturstaatsminister, Wolfram Weimer, möchte davon profitieren, er wünscht von Google oder Meta eine Art Digitalzoll, eine Abgabe von zehn Prozent auf Einkünfte aus der Werbevermarktung hält er für moderat und legitim, redet von einem „Plattform-Soli“. Fragt sich nur, warum die Amis unsere digitale Inkompetenz finanzieren sollen. Nimmt sich als Vorbild Österreich, die „nur“ fünf Prozent verlangen, sagt „Es hat aber dazu geführt, dass die Konzerne endlich einen kleinen Steuerbeitrag für die Gesellschaft leisten, also ihre gewaltige Marge etwas sinkt. Zugleich öffnet das den Wettbewerb.” – Äh, welcher Wettbewerb? Er bezieht sich auf den Koalitionsvertrag „Medienvielfalt stärken – Meinungsfreiheit sichern“, verbreitet weiterhin Regierungsmitteilungen auf Elon Musks „X“-Plattform, selbst hat der Beauftragte für Kultur und Medien zum Beispiel keinen Auftritt bei Mastodon (wie andere Regierungsbehörden), das nenne ich Einfalt, nicht Vielfalt. Und Zoll, ist das nicht das Stichwort unserer Tage? Bin gespannt, was aus Nordamerika zurückkommt.
Souveränität gestaltet sich anders, selbst die Bundeswehr findet es mittlerweile wenig bekömmlich, dass ihre frisch bestellten milliardenschweren F35-Kampfjets nur mit einer Cloud aus Übersee betrieben werden können. Da haben Worte wie: Softwarefehler, Cyberangriff, Manipulation einen ganz anderen, sicherheitsrelevanten Wert.
Bekomme ich von Martin Böttger einen Link zur Bundeswehr und sehe: es ist nicht die einzige Panne! Der Bundeswehr fehlen so ungefähr eine Million Reservisten, schreibt die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). Den Schuldigen hat die Bundeswehr bereits ausgemacht, nicht die Russen, der Datenschutz ist schuld. Und klar, für die Sicherheit muss der Datenschutz zurücktreten, eine Gesetzesänderung steht zur Debatte.
Der Vorsitzende des Reservistenverbandes Patrick Sensburg sagt in der WAZ: „Wir haben ihre Kontaktdaten verloren“ und nennt tatsächlich als Grund strenge Datenschutzregeln! Die hatten mit der Aussetzung der Wehrkraft schlichtweg vergessen, ihre altgedienten Soldaten in der Reserve zu katalogisieren, selbst von den kampferprobten Afghanistan-Veteranen haben sie keine Anschriften. Deshalb wollen sie die Einwohnermeldeämter anzapfen. Von den Big-Tech-Konzernen lernen, heißt siegen lernen – die hätten sich nur unterschreiben lassen müssen, wie ihre Daten verwendet werden und wofür. Das haben Meta und Co auch getan, vor Jahren schon, mit deutlich weniger ehrenhaften Zielen.
Die Augen gerade aus – und: Abmarsch!
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)
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Technologische Abhängigkeit reduzieren
Die USA zeigen uns aktuell sehr eindrücklich, wie schnell sich gegeben geglaubte Dinge verändern können. Zölle hier, neue Erlässe und Einschränkungen da. Die Tech-Boys springen mit auf diesen Zug, sie sehen ihre Chance auf noch mehr Macht und Einfluss gekommen. Das alles hinterlässt bei der Betrachtung von Abhängigkeiten ein sehr ungutes Gefühl, stünde doch Vieles nach nur einem weiteren Erlass nicht mehr zur Verfügung. Betrachten wir dieses Thema gemeinsam.
Risikoanalyse?
Wer schon diverse Unternehmenszertifizierungen durchgemacht hat, weiß, wie häufig Risikoanalysen gefordert werden. Und sie haben klarerweise einen Sinn. Nur, dass sie immer wieder gerne belächelt werden. Schließlich müsste man dann ja eventuell Entscheidungen treffen, die man nicht befürwortet oder, die höhere Kosten veranschlagen. Unabhängig dessen ist man jedoch gut beraten, sich des Risikos bewusst zu sein. Auf welcher Basis schlussendlich eine Entscheidung gefällt wird und welch weitere Faktoren eine Rolle spielen, steht ohnehin auf einem anderen Blatt.
Ein Risiko bedingt auch, dass es eine alternative Strategie gibt. Was ist, wenn das das Risiko zuschlägt? Es braucht nicht nur eine Auflistung von Alternativen, sondern auch einen konkreten Plan für das Anfahren von Plan B.
Tendenziell erleichtert die Reduktion von Abhängigkeiten das Risiko gewaltig. Die aktuellen Zeiten sind sehr wechselhaft und morgen kann schon wieder Vieles ganz anders aussehen. Wir sehen willkürlich gesetzte Zölle, Gegemaßnahmen, Drohungen. Einen wahren Handelskrieg, der sich zunehmend auch auf die IT auswirkt. Gerade hier gibt es eine sehr starke US-amerikanische Abhängigkeit, die durchaus zu einem Problem für Europa werden kann.
Aber sehen wir uns ein paar Beispiele an.
Unternehmenskommunikation
Ein Blick in viele Unternehmen zeigt: Windows, Active Directory, Exchange, Outlook, Teams, Windows 365 usw. werden exzessiv genutzt. Zunehmend hält die Cloud Einzug. Die eigene Infrastruktur schrumpft, braucht man ja jetzt alles nicht mehr. Andere administrieren, verwalten, aktualisieren. Wir konzentrieren uns ausschließlich auf die Nutzung. Auch die Kollaboration mit Kunden ist einfach, denn es sind ja alle auf den gleichen Plattformen unterwegs.
Was aber, wenn diese Systeme von einem Moment auf den anderen nicht mehr zur Verfügung stünden?
Kein Zugriff mehr auf Termine, E-Mails. Aber auch kein Zugriff auf Dokumente. Die Kommunikation im Unternehmen reduziert sich schlagartig. Ab nun geht es zu Fuß in die Büros. Telefon? Nein, auch längst in die Cloud verlagert. Handy, ja, das geht noch, aber nicht alle haben ein Firmenhandy. Es wird kompliziert.
Hosting
Azure, AWS und Co. Alles, was darauf beruht, kann morgen nicht mehr zur Verfügung stehen. Ich habe es oben schon angesprochen: Zunehmend verlagert sich alles in die Cloud. Unternehmen wollen die Verwaltung der Plattformen übernehmen, um Kunden in eine Abhängigkeit zu führen und über Abo-Modelle zu verdienen. Als Gegenleistung reduzieren sich angeblich die Infrastrukturkosten, was ja tatsächlich nicht passiert. Vielmehr verliert man jegliche Kontrolle über die Systeme und baut zudem Kompetenzen ab. Aber das wäre ein Thema für einen eigenen Beitrag.
Wann immer ein System außerhalb des eigenen Unternehmens (oder auch der eigenen vier Wände läuft), geht dies mit einem Kontrollverlust einher. Daher muss man sich durchaus anschauen, wie wichtig dieses System ist.
Den Kernprozess eines Unternehmens in die Cloud zu verlagern kann böse enden. Sei es, weil er nicht mehr durchgeführt werden kann, sei es, weil die Daten “verloren” gehen. Auch hier könnte man einen eigenen Beitrag über die Mär der höheren Sicherheit in der Cloud verfassen. Dem Kernprozess zuarbeitende Prozesse haben nicht diese Priorität bzw. ist hier das Risiko durchaus geringer.
Wie auch immer man hier vorgeht: Entscheidet man sich für eine Cloudlösung empfiehlt es sich auch den rechtlichen Aspekt dieser Entscheidung genauer anzusehen. Eine Lösung aus der EU kommend ist einer anderen Variante ganz klar vorzuziehen – ein EU-Standort reicht nicht aus (Verweis auf US Cloud Act).
Softwareentwicklung
Volle Abhängigkeit von Apple, Microsoft oder Google? Wir sprechen hier von der Plattform, den Entwicklungswerkzeugen, den Bibliotheken. Wir sprechen aber auch beispielsweise von Github. Zu Github gehört übrigens auch NPM, der Package Manager hinter Node.JS. Sehr viel Infrastruktur in der Hand eines einzigen Unternehmens, das auf maximalen Profit ausgelegt ist.
Das alleine wirft schon sehr viele Probleme auf:
- Zugegeben, der Kauf von Github war ein cleverer Schachzug von Microsoft. Immerhin haben sie sich dadurch ein riesiges Ökosystem ins Haus geholt. Unmengen an Projekten bis in die Open Source-Welt hinein. Hier wird kollaboriert und es haben sich Gemeinschaften – oder besser gesagt – Abhängigkeiten geschaffen. Auf diese Abhängigkeiten hat Microsoft die Hand. Ein Umzug ist schwierig, weil damit Unterstützer verloren gehen, Sponsoring, Build-Infrastruktur usw.
- Wenn Microsoft aus irgendeinem Grund kein Interesse an dieser Plattform mehr hat, wird sie verkauft. Ziele und Pläne der neuen Eigentümer sind unbekannt, ebenfalls, wie es dann weitergeht. Oder aber, sie wird überhaupt eingestellt. Was auch immer passiert: Entweder wird die Abhängigkeit größer, oder das System geht verloren.
- Open Source will eigentlich unabhängig sein. Das widerspricht sich mit der Philosophie einer gewinnorientierten Plattform. Entscheidet sich Microsoft, kostenlose öffentliche Repositories kostenpflichtig werden zu lassen, dann wird es sehr viele Open Source Projekte nicht mehr geben, weil das Geld schlicht nicht da ist. Viele dieser Projekte sind selbst Abhängigkeiten größerer Projekte. Das kann ganz schnell zu einem sehr ungünstigen Lauffeuer für Open Source Projekte werden.
Die übrigen großen Player haben ähnliche Spielwiesen. Google entwickelt Android OS nun privat, veröffentlicht den Source Code erst nach einem Release. Aber wer sagt, dass dieser Schritt nicht noch weitere folgen lässt und Android schlussendlich zu einem Closed Source-Projekt wird? Damit wären alle Derivate auf sich alleine gestellt, was finanziell wohl keines überleben würde.
Für weitere Beispiele empfehle ich einfach, den eigenen Entwicklungsprozess durchzugehen. Wo werden Tickets verwaltet, wo liegt der Code, wo der/die Buildserver, Testumgebungen usw.
Social Media
Wir kennen sie alle. Die One-Man-Shows, die sich quasi ein Imperium auf Social Media aufbauen. Viele davon (nicht alle!) setzen dabei rein auf die Plattformen großer Social Media-Anbieter. Youtube, Instagram, Tiktok und Twitch sind DIE Plattformen, die genutzt werden, um an Bekanntheit zu gewinnen. Hohe Followerschaften sorgen für Reichweite und Income. Einige haben den Absprung geschafft und sich mit dieser Reichweite eine Alternative aufgebaut, aber der Großteil lebt von dem, was Google, Meta und Co. entscheiden. Sie entscheiden nicht nur, wer groß rauskommt, sondern auch, wieviel es zu verdienen gibt und wer einfach gesperrt wird und seinen Account verliert.
Keine Follower und kein Zugriff mehr auf die Plattform bedeutet das Ende des Geschäfts. Viele besitzen ja nicht einmal eine eigene Website, mit der potentielle Kunden bespielt werden können. Das outgesourcte Kerngeschäft. Eine äußerst ungesunde Abhängigkeit.
Was kann man tun?
Das ist die Gretchen-Frage. Natürlich kann man auch nicht sofort alles ändern und das geht in vielen Fällen auch gar nicht. Allerdings empfehle ich eine ordentliche Risikoanalyse zumindest der Kernprozesse durchzuführen. Daraus können Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt werden.
Einige allgemeine Überlegungen:
- Entwicklungsprozess komplett In-House abbilden oder zumindest gemeinnütze Open-Source Projekte einbeziehen, z.B. Codeberg.
- Firmeninterne Kommunikation über interne Plattformen laufen lassen, oder zumindest innerhalb der EU anmieten, z.B. Nextcloud Talk, Matrix
- Office-Anwendungen von LibreOffice verwenden, statt Microsoft Office, per Nextcloud kann ein einfacher zentraler Store geschaffen werden. Möchte man nicht selbst hosten und betreiben gibt es zahlreiche günstige Anbieter innerhalb der EU, z.B. Hetzner.
Auch hinsichtlich E-Mail usw. kann man entsprechende Gedanken anstellen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten.
Gerade kleine, technologiebasierende Unternehmen könnten meist einfach auf Linux setzen und sich so eine unabhängige Basis schaffen. Natürlich ist die Versuchung groß, sich die Umgebung für ein paar Euro im Monat bei Microsoft o.Ä. zuzukaufen, aber schlussendlich gebt ihr so euer Kerngeschäft außer Händen.
Wie ist deine Meinung zu diesem Thema? Wie groß ist deine Abhängigkeit und möchtest du daran etwas ändern, oder bist du diesen Schritt schon vor langer Zeit gegangen? Wieso willst du diesen Schritt eventuell nicht gehen und lebst ganz gut mit deiner jetzigen Abhängigkeit? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar.
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Digitaler Wochenrückblick 07. Dezember 2025
Marco Rubio, Außenminister der USA ist erzürnt! Sehr erzürnt, die Strafe der EU-Kommission gegen X (vormals Twitter) über 120 Millionen Euro, versteht er als „Angriff auf die amerikanischen Menschen“. Uups, der Blödel meint hoffentlich nur die Nordamerikaner. Elon Musk ist etwas versöhnlicher, spricht von „Bullshit“ – im Gegensatz zu mir, zahlt er das aus der Portokasse – wenn überhaupt. Er legt aber noch einen drauf, denn die EU müsse abgeschafft werden und die „Souveränität zu den einzelnen Staaten zurückübertragen“. Kleiner Querdenker…
Da klatscht der russische Interimspräsident Dmitri Medwedew laut Beifall. Senator Ted Cruz regt Sanktionen gegen die EU an, möchte damit ganz diplomatisch erreichen, dass diese „Farce“ rückgängig gemacht wird. Diese „Farce“ ist nicht nur die Strafe gegen X, sondern insgesamt der Digital Services Act (DSA), mit dem die EU uns schützen möchte. Das behindert aber die Geschäftsmodelle großer nordamerikanischer Unternehmen – das ist wettbewerbsfeindlich, sagt sogar Donald Trump.
Sofort hat auch X reagiert und der Produktchef von X, Nikita Bier (schöner Name…) und hat öffentlichkeitswirksam das Werbekonto der EU bei X gekündigt. Gut, die EU hat gar keine Werbekonto, nur ihren X-Auftritt. Muss eigentlich auch nicht sein. (das findet sich alles auf X, das verlinke ich nicht)
Was für ein Wettbewerb ist da eigentlich gemeint? Der Wettbewerb der Monokulturen?
Wie es enden kann, wenn innerhalb der EU, nein, innerhalb Deutschlands Souveränität geprobt wird, lässt sich in Schleswig-Holstein beobachten. Dirk Schrödter von der CDU ist dort Digitalminister und hat entgegen aller Ratschläge der geschulten Berater von Microsoft wettbewerbsfeindlich gehandelt und angefangen Windows und MS-Office 365 abzuschaffen.
Das ist ein harter Schlag gegen alle Mitarbeitenden in den Amtsstuben. Die müssen nun sehen, wie sie ihre Word-Dokumente und ihre heißgeliebten Excel-Tabellen ohne Windows und MS-Office öffnen. Vor allem, das ist die größte Katastrophe, es ist ganz einfach, geht schneller – sieht aber komplett anders aus, obwohl das von Microsoft nicht veranlasst wurde. Das kann nicht funktionieren.
Vor allem ist es haushaltspolitisch unerträglich, allein die Umstellung kostet den blutenden Steuerzahler rund neun Millionen Euro. Trotz des Aufwandes haben sie danach keinen Rechner mehr, der mit Windows funktioniert. Und was haben sie davon? Nur demotiviertes Personal, die müssen schließlich arbeiten – so wie es von Microsoft vorgesehen ist.
Die Lizenzen für die Microsoft-Produkte hätten nur fünfzehn Millionen Euro gekostet und das Personal wäre zufrieden, jedes Jahr, versteht sich. Die neun Millionen für die Umstellung fallen nur einmal an, danach die Pflege und Weiterentwicklung im eigenen Land, was in sich bereits USA-feindlich und wahrscheinlich auch wettbewerbsfeindlich sein wird.
Die Tech-Revolutionäre in der EU führen ähnliches im Schilde. Sie befürchten, dass die Tech-Konzerne als politisches Druckmittel genutzt werden.
Völlig übersehen wird in diesem Zusammenhang, dass wir damit von aller technischen Innovation die Microsoft uns andient, komplett abgeschnitten werden. Gerade jetzt machen sie mit einem erweiterten Zugriff auf Unternehmensdaten ihre KI intelligenter (Hüstel…), eine „Agent Factory“ hilft eigene KI-Agenten (das sind die Dinger, die nicht nur halluzinieren, sondern das auch in die Tat umsetzen, was der Blechtrottel via KI fabriziert) einfach aufzubauen. Dazu gibt es dann den „Agent 365“, der die Kontrolle über die KI-Agenten haben soll.
„KI-Agenten sind die Zukunft“, sagt Microsoft, auf die jedes moderne Unternehmen keinesfalls verzichten darf. Keinesfalls! Das gilt auch für Verwaltungen, außer Schleswig-Holstein.
Das hat natürlich alles seinen Preis. Wer sein Windows 11 pflegt, darf bei Office365 nächstes Jahr die Refinanzierung der gewaltigen Leistungen von Microsoft unterstützen. Die Lizenzkosten für Microsoft 365 E3 und Office 365 E3 steigen um bis zu 25 Prozent. Das mag in erster Linie Firmen (und die öffentliche Verwaltung – außer Schleswig-Holstein – treffen, aber diese KI-Kosten werden letztlich bei uns aus Taschen gezogen, ein echter Mehrwert – außer für Microsoft – ist nicht zu erkennen. Muss auch nicht, das wäre wettbewerbsfeindlich.
Aber wir zahlen nicht nur das. Zum Beispiel SSDs – das sind die Massenspeicher in unseren Rechnern – und auch die Speicherbausteine gehen in erster Linie in die KI-Produktion, Crucial zum Beispiel hört ganz auf, Endkunden zu beliefern.
Insgesamt steigen die Preise für Speicherbausteine und Massenspeicher, was aber nicht weiter tragisch ist. Neue Rechner haben sowieso nur noch kleine Massenspeicher – sonst gibt es ja keinen Grund, alle Daten gleich in die Cloud zu schieben.
Von den enormen Entwicklungen und der unbezähmbaren Fortschritte der KI haben wir alle etwas, was wir so dringend brauchen, wie ein Nebelhorn auf dem Dach unseres SUVs.
Es sind die kleinen Dinge die nun Freude machen, fragt mich eine Freundin, „was ist eigentlich ChatGPT“, die andere fragt die KI nach Kochrezepten: „Gib mir eine Rezept für eine deftige Wurstbowle, aber ohne Petersilie, die ist bei mir gerade aus.“ Nun denn, dann machen wir das doch – mit KI:
Wurstbowle
Zutaten (ohne Petersilie) für 4 bis 6 Personen:
200 g feine Lyoner oder Geflügelwurst
600 g Fleischwurst
150 g Schinkenwurst
1 Glas Cornichons + 100 ml Sud
1 rote Zwiebel
1 kleine Gewürzgurke + 150 ml Sud
1 TL grober Senf
1 TL scharfer Senf
1 TL Paprikapulver, edelsüß
½ TL Knoblauchgranulat
200 g Käsewürfel
800 ml Weißburgunder oder Sauvignon Blanc (trocken)
150 ml Weißweinessig
80–100 ml Olivenöl oder Rapsöl
Salz, PfefferZubereitung:
Wurst, Käse, Paprika, Zwiebeln und Gewürzgurken in eine große Schüssel geben.
Erbsen & Möhrchen vorsichtig untermischen.Dressing anrühren:
Weißburgunder oder Sauvignon Blanc (trocken)
Gurkensud
Essig
Öl
Senf
Zucker
Salz & PfefferAlles gut verrühren, bis eine leicht sämige Marinade entsteht. Dressing über die Wurstmischung gießen, gründlich durchrühren. Die Wurstbowle mindestens 3–4 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen, gerne über Nacht. Der Alkohol bleibt dabei erhalten!
Sag jetzt noch jemand, KI ist zu nix nutze!
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geografie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digitalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 07. Dezember 2025
Marco Rubio, Außenminister der USA ist erzürnt! Sehr erzürnt, die Strafe der EU-Kommission gegen X (vormals Twitter) über 120 Millionen Euro, versteht er als „Angriff auf die amerikanischen Menschen“. Uups, der Blödel meint hoffentlich nur die Nordamerikaner. Elon Musk ist etwas versöhnlicher, spricht von „Bullshit“ – im Gegensatz zu mir, zahlt er das aus der Portokasse – wenn überhaupt. Er legt aber noch einen drauf, denn die EU müsse abgeschafft werden und die „Souveränität zu den einzelnen Staaten zurückübertragen“. Kleiner Querdenker…
Da klatscht der russische Interimspräsident Dmitri Medwedew laut Beifall. Senator Ted Cruz regt Sanktionen gegen die EU an, möchte damit ganz diplomatisch erreichen, dass diese „Farce“ rückgängig gemacht wird. Diese „Farce“ ist nicht nur die Strafe gegen X, sondern insgesamt der Digital Services Act (DSA), mit dem die EU uns schützen möchte. Das behindert aber die Geschäftsmodelle großer nordamerikanischer Unternehmen – das ist wettbewerbsfeindlich, sagt sogar Donald Trump.
Sofort hat auch X reagiert und der Produktchef von X, Nikita Bier (schöner Name…) und hat öffentlichkeitswirksam das Werbekonto der EU bei X gekündigt. Gut, die EU hat gar keine Werbekonto, nur ihren X-Auftritt. Muss eigentlich auch nicht sein. (das findet sich alles auf X, das verlinke ich nicht)
Was für ein Wettbewerb ist da eigentlich gemeint? Der Wettbewerb der Monokulturen?
Wie es enden kann, wenn innerhalb der EU, nein, innerhalb Deutschlands Souveränität geprobt wird, lässt sich in Schleswig-Holstein beobachten. Dirk Schrödter von der CDU ist dort Digitalminister und hat entgegen aller Ratschläge der geschulten Berater von Microsoft wettbewerbsfeindlich gehandelt und angefangen Windows und MS-Office 365 abzuschaffen.
Das ist ein harter Schlag gegen alle Mitarbeitenden in den Amtsstuben. Die müssen nun sehen, wie sie ihre Word-Dokumente und ihre heißgeliebten Excel-Tabellen ohne Windows und MS-Office öffnen. Vor allem, das ist die größte Katastrophe, es ist ganz einfach, geht schneller – sieht aber komplett anders aus, obwohl das von Microsoft nicht veranlasst wurde. Das kann nicht funktionieren.
Vor allem ist es haushaltspolitisch unerträglich, allein die Umstellung kostet den blutenden Steuerzahler rund neun Millionen Euro. Trotz des Aufwandes haben sie danach keinen Rechner mehr, der mit Windows funktioniert. Und was haben sie davon? Nur demotiviertes Personal, die müssen schließlich arbeiten – so wie es von Microsoft vorgesehen ist.
Die Lizenzen für die Microsoft-Produkte hätten nur fünfzehn Millionen Euro gekostet und das Personal wäre zufrieden, jedes Jahr, versteht sich. Die neun Millionen für die Umstellung fallen nur einmal an, danach die Pflege und Weiterentwicklung im eigenen Land, was in sich bereits USA-feindlich und wahrscheinlich auch wettbewerbsfeindlich sein wird.
Die Tech-Revolutionäre in der EU führen ähnliches im Schilde. Sie befürchten, dass die Tech-Konzerne als politisches Druckmittel genutzt werden.
Völlig übersehen wird in diesem Zusammenhang, dass wir damit von aller technischen Innovation die Microsoft uns andient, komplett abgeschnitten werden. Gerade jetzt machen sie mit einem erweiterten Zugriff auf Unternehmensdaten ihre KI intelligenter (Hüstel…), eine „Agent Factory“ hilft eigene KI-Agenten (das sind die Dinger, die nicht nur halluzinieren, sondern das auch in die Tat umsetzen, was der Blechtrottel via KI fabriziert) einfach aufzubauen. Dazu gibt es dann den „Agent 365“, der die Kontrolle über die KI-Agenten haben soll.
„KI-Agenten sind die Zukunft“, sagt Microsoft, auf die jedes moderne Unternehmen keinesfalls verzichten darf. Keinesfalls! Das gilt auch für Verwaltungen, außer Schleswig-Holstein.
Das hat natürlich alles seinen Preis. Wer sein Windows 11 pflegt, darf bei Office365 nächstes Jahr die Refinanzierung der gewaltigen Leistungen von Microsoft unterstützen. Die Lizenzkosten für Microsoft 365 E3 und Office 365 E3 steigen um bis zu 25 Prozent. Das mag in erster Linie Firmen (und die öffentliche Verwaltung – außer Schleswig-Holstein – treffen, aber diese KI-Kosten werden letztlich bei uns aus Taschen gezogen, ein echter Mehrwert – außer für Microsoft – ist nicht zu erkennen. Muss auch nicht, das wäre wettbewerbsfeindlich.
Aber wir zahlen nicht nur das. Zum Beispiel SSDs – das sind die Massenspeicher in unseren Rechnern – und auch die Speicherbausteine gehen in erster Linie in die KI-Produktion, Crucial zum Beispiel hört ganz auf, Endkunden zu beliefern.
Insgesamt steigen die Preise für Speicherbausteine und Massenspeicher, was aber nicht weiter tragisch ist. Neue Rechner haben sowieso nur noch kleine Massenspeicher – sonst gibt es ja keinen Grund, alle Daten gleich in die Cloud zu schieben.
Von den enormen Entwicklungen und der unbezähmbaren Fortschritte der KI haben wir alle etwas, was wir so dringend brauchen, wie ein Nebelhorn auf dem Dach unseres SUVs.
Es sind die kleinen Dinge die nun Freude machen, fragt mich eine Freundin, „was ist eigentlich ChatGPT“, die andere fragt die KI nach Kochrezepten: „Gib mir eine Rezept für eine deftige Wurstbowle, aber ohne Petersilie, die ist bei mir gerade aus.“ Nun denn, dann machen wir das doch – mit KI:
Wurstbowle
Zutaten (ohne Petersilie) für 4 bis 6 Personen:
200 g feine Lyoner oder Geflügelwurst
600 g Fleischwurst
150 g Schinkenwurst
1 Glas Cornichons + 100 ml Sud
1 rote Zwiebel
1 kleine Gewürzgurke + 150 ml Sud
1 TL grober Senf
1 TL scharfer Senf
1 TL Paprikapulver, edelsüß
½ TL Knoblauchgranulat
200 g Käsewürfel
800 ml Weißburgunder oder Sauvignon Blanc (trocken)
150 ml Weißweinessig
80–100 ml Olivenöl oder Rapsöl
Salz, PfefferZubereitung:
Wurst, Käse, Paprika, Zwiebeln und Gewürzgurken in eine große Schüssel geben.
Erbsen & Möhrchen vorsichtig untermischen.Dressing anrühren:
Weißburgunder oder Sauvignon Blanc (trocken)
Gurkensud
Essig
Öl
Senf
Zucker
Salz & PfefferAlles gut verrühren, bis eine leicht sämige Marinade entsteht. Dressing über die Wurstmischung gießen, gründlich durchrühren. Die Wurstbowle mindestens 3–4 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen, gerne über Nacht. Der Alkohol bleibt dabei erhalten!
Sag jetzt noch jemand, KI ist zu nix nutze!
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geografie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digitalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 07. Dezember 2025
Marco Rubio, Außenminister der USA ist erzürnt! Sehr erzürnt, die Strafe der EU-Kommission gegen X (vormals Twitter) über 120 Millionen Euro, versteht er als „Angriff auf die amerikanischen Menschen“. Uups, der Blödel meint hoffentlich nur die Nordamerikaner. Elon Musk ist etwas versöhnlicher, spricht von „Bullshit“ – im Gegensatz zu mir, zahlt er das aus der Portokasse – wenn überhaupt. Er legt aber noch einen drauf, denn die EU müsse abgeschafft werden und die „Souveränität zu den einzelnen Staaten zurückübertragen“. Kleiner Querdenker…
Da klatscht der russische Interimspräsident Dmitri Medwedew laut Beifall. Senator Ted Cruz regt Sanktionen gegen die EU an, möchte damit ganz diplomatisch erreichen, dass diese „Farce“ rückgängig gemacht wird. Diese „Farce“ ist nicht nur die Strafe gegen X, sondern insgesamt der Digital Services Act (DSA), mit dem die EU uns schützen möchte. Das behindert aber die Geschäftsmodelle großer nordamerikanischer Unternehmen – das ist wettbewerbsfeindlich, sagt sogar Donald Trump.
Sofort hat auch X reagiert und der Produktchef von X, Nikita Bier (schöner Name…) und hat öffentlichkeitswirksam das Werbekonto der EU bei X gekündigt. Gut, die EU hat gar keine Werbekonto, nur ihren X-Auftritt. Muss eigentlich auch nicht sein. (das findet sich alles auf X, das verlinke ich nicht)
Was für ein Wettbewerb ist da eigentlich gemeint? Der Wettbewerb der Monokulturen?
Wie es enden kann, wenn innerhalb der EU, nein, innerhalb Deutschlands Souveränität geprobt wird, lässt sich in Schleswig-Holstein beobachten. Dirk Schrödter von der CDU ist dort Digitalminister und hat entgegen aller Ratschläge der geschulten Berater von Microsoft wettbewerbsfeindlich gehandelt und angefangen Windows und MS-Office 365 abzuschaffen.
Das ist ein harter Schlag gegen alle Mitarbeitenden in den Amtsstuben. Die müssen nun sehen, wie sie ihre Word-Dokumente und ihre heißgeliebten Excel-Tabellen ohne Windows und MS-Office öffnen. Vor allem, das ist die größte Katastrophe, es ist ganz einfach, geht schneller – sieht aber komplett anders aus, obwohl das von Microsoft nicht veranlasst wurde. Das kann nicht funktionieren.
Vor allem ist es haushaltspolitisch unerträglich, allein die Umstellung kostet den blutenden Steuerzahler rund neun Millionen Euro. Trotz des Aufwandes haben sie danach keinen Rechner mehr, der mit Windows funktioniert. Und was haben sie davon? Nur demotiviertes Personal, die müssen schließlich arbeiten – so wie es von Microsoft vorgesehen ist.
Die Lizenzen für die Microsoft-Produkte hätten nur fünfzehn Millionen Euro gekostet und das Personal wäre zufrieden, jedes Jahr, versteht sich. Die neun Millionen für die Umstellung fallen nur einmal an, danach die Pflege und Weiterentwicklung im eigenen Land, was in sich bereits USA-feindlich und wahrscheinlich auch wettbewerbsfeindlich sein wird.
Die Tech-Revolutionäre in der EU führen ähnliches im Schilde. Sie befürchten, dass die Tech-Konzerne als politisches Druckmittel genutzt werden.
Völlig übersehen wird in diesem Zusammenhang, dass wir damit von aller technischen Innovation die Microsoft uns andient, komplett abgeschnitten werden. Gerade jetzt machen sie mit einem erweiterten Zugriff auf Unternehmensdaten ihre KI intelligenter (Hüstel…), eine „Agent Factory“ hilft eigene KI-Agenten (das sind die Dinger, die nicht nur halluzinieren, sondern das auch in die Tat umsetzen, was der Blechtrottel via KI fabriziert) einfach aufzubauen. Dazu gibt es dann den „Agent 365“, der die Kontrolle über die KI-Agenten haben soll.
„KI-Agenten sind die Zukunft“, sagt Microsoft, auf die jedes moderne Unternehmen keinesfalls verzichten darf. Keinesfalls! Das gilt auch für Verwaltungen, außer Schleswig-Holstein.
Das hat natürlich alles seinen Preis. Wer sein Windows 11 pflegt, darf bei Office365 nächstes Jahr die Refinanzierung der gewaltigen Leistungen von Microsoft unterstützen. Die Lizenzkosten für Microsoft 365 E3 und Office 365 E3 steigen um bis zu 25 Prozent. Das mag in erster Linie Firmen (und die öffentliche Verwaltung – außer Schleswig-Holstein – treffen, aber diese KI-Kosten werden letztlich bei uns aus Taschen gezogen, ein echter Mehrwert – außer für Microsoft – ist nicht zu erkennen. Muss auch nicht, das wäre wettbewerbsfeindlich.
Aber wir zahlen nicht nur das. Zum Beispiel SSDs – das sind die Massenspeicher in unseren Rechnern – und auch die Speicherbausteine gehen in erster Linie in die KI-Produktion, Crucial zum Beispiel hört ganz auf, Endkunden zu beliefern.
Insgesamt steigen die Preise für Speicherbausteine und Massenspeicher, was aber nicht weiter tragisch ist. Neue Rechner haben sowieso nur noch kleine Massenspeicher – sonst gibt es ja keinen Grund, alle Daten gleich in die Cloud zu schieben.
Von den enormen Entwicklungen und der unbezähmbaren Fortschritte der KI haben wir alle etwas, was wir so dringend brauchen, wie ein Nebelhorn auf dem Dach unseres SUVs.
Es sind die kleinen Dinge die nun Freude machen, fragt mich eine Freundin, „was ist eigentlich ChatGPT“, die andere fragt die KI nach Kochrezepten: „Gib mir eine Rezept für eine deftige Wurstbowle, aber ohne Petersilie, die ist bei mir gerade aus.“ Nun denn, dann machen wir das doch – mit KI:
Wurstbowle
Zutaten (ohne Petersilie) für 4 bis 6 Personen:
200 g feine Lyoner oder Geflügelwurst
600 g Fleischwurst
150 g Schinkenwurst
1 Glas Cornichons + 100 ml Sud
1 rote Zwiebel
1 kleine Gewürzgurke + 150 ml Sud
1 TL grober Senf
1 TL scharfer Senf
1 TL Paprikapulver, edelsüß
½ TL Knoblauchgranulat
200 g Käsewürfel
800 ml Weißburgunder oder Sauvignon Blanc (trocken)
150 ml Weißweinessig
80–100 ml Olivenöl oder Rapsöl
Salz, PfefferZubereitung:
Wurst, Käse, Paprika, Zwiebeln und Gewürzgurken in eine große Schüssel geben.
Erbsen & Möhrchen vorsichtig untermischen.Dressing anrühren:
Weißburgunder oder Sauvignon Blanc (trocken)
Gurkensud
Essig
Öl
Senf
Zucker
Salz & PfefferAlles gut verrühren, bis eine leicht sämige Marinade entsteht. Dressing über die Wurstmischung gießen, gründlich durchrühren. Die Wurstbowle mindestens 3–4 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen, gerne über Nacht. Der Alkohol bleibt dabei erhalten!
Sag jetzt noch jemand, KI ist zu nix nutze!
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geografie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digitalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 07. Dezember 2025
Marco Rubio, Außenminister der USA ist erzürnt! Sehr erzürnt, die Strafe der EU-Kommission gegen X (vormals Twitter) über 120 Millionen Euro, versteht er als „Angriff auf die amerikanischen Menschen“. Uups, der Blödel meint hoffentlich nur die Nordamerikaner. Elon Musk ist etwas versöhnlicher, spricht von „Bullshit“ – im Gegensatz zu mir, zahlt er das aus der Portokasse – wenn überhaupt. Er legt aber noch einen drauf, denn die EU müsse abgeschafft werden und die „Souveränität zu den einzelnen Staaten zurückübertragen“. Kleiner Querdenker…
Da klatscht der russische Interimspräsident Dmitri Medwedew laut Beifall. Senator Ted Cruz regt Sanktionen gegen die EU an, möchte damit ganz diplomatisch erreichen, dass diese „Farce“ rückgängig gemacht wird. Diese „Farce“ ist nicht nur die Strafe gegen X, sondern insgesamt der Digital Services Act (DSA), mit dem die EU uns schützen möchte. Das behindert aber die Geschäftsmodelle großer nordamerikanischer Unternehmen – das ist wettbewerbsfeindlich, sagt sogar Donald Trump.
Sofort hat auch X reagiert und der Produktchef von X, Nikita Bier (schöner Name…) und hat öffentlichkeitswirksam das Werbekonto der EU bei X gekündigt. Gut, die EU hat gar keine Werbekonto, nur ihren X-Auftritt. Muss eigentlich auch nicht sein. (das findet sich alles auf X, das verlinke ich nicht)
Was für ein Wettbewerb ist da eigentlich gemeint? Der Wettbewerb der Monokulturen?
Wie es enden kann, wenn innerhalb der EU, nein, innerhalb Deutschlands Souveränität geprobt wird, lässt sich in Schleswig-Holstein beobachten. Dirk Schrödter von der CDU ist dort Digitalminister und hat entgegen aller Ratschläge der geschulten Berater von Microsoft wettbewerbsfeindlich gehandelt und angefangen Windows und MS-Office 365 abzuschaffen.
Das ist ein harter Schlag gegen alle Mitarbeitenden in den Amtsstuben. Die müssen nun sehen, wie sie ihre Word-Dokumente und ihre heißgeliebten Excel-Tabellen ohne Windows und MS-Office öffnen. Vor allem, das ist die größte Katastrophe, es ist ganz einfach, geht schneller – sieht aber komplett anders aus, obwohl das von Microsoft nicht veranlasst wurde. Das kann nicht funktionieren.
Vor allem ist es haushaltspolitisch unerträglich, allein die Umstellung kostet den blutenden Steuerzahler rund neun Millionen Euro. Trotz des Aufwandes haben sie danach keinen Rechner mehr, der mit Windows funktioniert. Und was haben sie davon? Nur demotiviertes Personal, die müssen schließlich arbeiten – so wie es von Microsoft vorgesehen ist.
Die Lizenzen für die Microsoft-Produkte hätten nur fünfzehn Millionen Euro gekostet und das Personal wäre zufrieden, jedes Jahr, versteht sich. Die neun Millionen für die Umstellung fallen nur einmal an, danach die Pflege und Weiterentwicklung im eigenen Land, was in sich bereits USA-feindlich und wahrscheinlich auch wettbewerbsfeindlich sein wird.
Die Tech-Revolutionäre in der EU führen ähnliches im Schilde. Sie befürchten, dass die Tech-Konzerne als politisches Druckmittel genutzt werden.
Völlig übersehen wird in diesem Zusammenhang, dass wir damit von aller technischen Innovation die Microsoft uns andient, komplett abgeschnitten werden. Gerade jetzt machen sie mit einem erweiterten Zugriff auf Unternehmensdaten ihre KI intelligenter (Hüstel…), eine „Agent Factory“ hilft eigene KI-Agenten (das sind die Dinger, die nicht nur halluzinieren, sondern das auch in die Tat umsetzen, was der Blechtrottel via KI fabriziert) einfach aufzubauen. Dazu gibt es dann den „Agent 365“, der die Kontrolle über die KI-Agenten haben soll.
„KI-Agenten sind die Zukunft“, sagt Microsoft, auf die jedes moderne Unternehmen keinesfalls verzichten darf. Keinesfalls! Das gilt auch für Verwaltungen, außer Schleswig-Holstein.
Das hat natürlich alles seinen Preis. Wer sein Windows 11 pflegt, darf bei Office365 nächstes Jahr die Refinanzierung der gewaltigen Leistungen von Microsoft unterstützen. Die Lizenzkosten für Microsoft 365 E3 und Office 365 E3 steigen um bis zu 25 Prozent. Das mag in erster Linie Firmen (und die öffentliche Verwaltung – außer Schleswig-Holstein – treffen, aber diese KI-Kosten werden letztlich bei uns aus Taschen gezogen, ein echter Mehrwert – außer für Microsoft – ist nicht zu erkennen. Muss auch nicht, das wäre wettbewerbsfeindlich.
Aber wir zahlen nicht nur das. Zum Beispiel SSDs – das sind die Massenspeicher in unseren Rechnern – und auch die Speicherbausteine gehen in erster Linie in die KI-Produktion, Crucial zum Beispiel hört ganz auf, Endkunden zu beliefern.
Insgesamt steigen die Preise für Speicherbausteine und Massenspeicher, was aber nicht weiter tragisch ist. Neue Rechner haben sowieso nur noch kleine Massenspeicher – sonst gibt es ja keinen Grund, alle Daten gleich in die Cloud zu schieben.
Von den enormen Entwicklungen und der unbezähmbaren Fortschritte der KI haben wir alle etwas, was wir so dringend brauchen, wie ein Nebelhorn auf dem Dach unseres SUVs.
Es sind die kleinen Dinge die nun Freude machen, fragt mich eine Freundin, „was ist eigentlich ChatGPT“, die andere fragt die KI nach Kochrezepten: „Gib mir eine Rezept für eine deftige Wurstbowle, aber ohne Petersilie, die ist bei mir gerade aus.“ Nun denn, dann machen wir das doch – mit KI:
Wurstbowle
Zutaten (ohne Petersilie) für 4 bis 6 Personen:
200 g feine Lyoner oder Geflügelwurst
600 g Fleischwurst
150 g Schinkenwurst
1 Glas Cornichons + 100 ml Sud
1 rote Zwiebel
1 kleine Gewürzgurke + 150 ml Sud
1 TL grober Senf
1 TL scharfer Senf
1 TL Paprikapulver, edelsüß
½ TL Knoblauchgranulat
200 g Käsewürfel
800 ml Weißburgunder oder Sauvignon Blanc (trocken)
150 ml Weißweinessig
80–100 ml Olivenöl oder Rapsöl
Salz, PfefferZubereitung:
Wurst, Käse, Paprika, Zwiebeln und Gewürzgurken in eine große Schüssel geben.
Erbsen & Möhrchen vorsichtig untermischen.Dressing anrühren:
Weißburgunder oder Sauvignon Blanc (trocken)
Gurkensud
Essig
Öl
Senf
Zucker
Salz & PfefferAlles gut verrühren, bis eine leicht sämige Marinade entsteht. Dressing über die Wurstmischung gießen, gründlich durchrühren. Die Wurstbowle mindestens 3–4 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen, gerne über Nacht. Der Alkohol bleibt dabei erhalten!
Sag jetzt noch jemand, KI ist zu nix nutze!
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geografie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digitalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 16. November 2025
Für KI gibt es sehr viele und noch mehr völlig überflüssige Anwendungsgebiete. Noch besser wird KI, wenn sie Agenten einsetzt. Damit kann KI wie von Geisterhand den Tisch im Lieblingsrestaurant bestellen und lernt sogar dazu. Also wenn ich immer am Montag hingehe, weil das Schweineschnitzel billiger ist, lernt das Ding: dem schmecken nur billige Schweineschnitzel, und bucht mir in der ganzen Stadt jeden Tag die billigsten Schweineschnitzel.
Sinnvoll ist das nicht, überhaupt nicht. Persönlich freue ich mich allerdings, wenn KI sinnvoll eingesetzt wird. Das haben auch dieses Mal – wen wundert’s – die Chinesen erledigt.
Wer jetzt sofort an deepseek denkt, der liegt komplett falsch. Die Chinesen haben eine nordamerikanische KI für sich arbeiten lassen, die Claude-KI-Plattform von Anthropic schien ihnen für ihren Zweck am weitesten entwickelt.
Sie haben als Cybersicherheitsunternehmen die Claude-KI von Anthropic in kleinen überschaubaren Arbeitsschritten beauftragt, sicherheitsrelevante Schnittstellen, die auch Schwachstellen sein können, zu erkennen. Zudem sollten die KI-Agenten herausfinden, ob es bereits einen Missbrauch gab und wie er ausgeführt wurde.
Das Ergebnis war prachtvoll, nur sehr wenige Eingriffe von Menschenhand waren notwendig, um über diverse Hintertüren, auch „Backdoors“ genannt, in den dann offenen Systemen wertvolle Informationen zu bergen.
Die KI-Agenten unter chinesischer Leitung konnten in kurzer Zeit Benutzerkonten übernehmen, die höchste Zugriffsrechte besitzen, automatisiert wurden für dringlich notwendige Folgebesuche weitere Zugänge geöffnet.
Ganz offensichtlich war auch Anthropic von dieser Arbeit begeistert, denn das Arbeitsvolumen wäre von Menschenhand nicht in so kurzer Zeit fachmännisch abgearbeitet worden. Begeisterung kommt auch deshalb auf, weil die Chinesen ausgiebig die neuen Möglichkeiten zur Bewältigung sehr komplexer Aufgaben, die KI-Agenten von Anthropics Claude genutzt haben. Ein Meilenstein der KI-Entwicklung, der vor einem Jahr in dieser Form noch nicht möglich war.
Als Sicherheitsunternehmen chinesischer Prägung wurden in einem ersten Schritt die wertvollsten Ziele von Menschenhand ausgewählt, Anthropics Claude-KI musste in einem zweiten Schritt mit einem billigen Trick überzeugt werden, die Erkenntnisse einzusetzen.
Die KI-Agenten haben ganze Arbeit geleistet. Es war ihnen möglich, Eingriffsstellen zielgerichtet zu identifizieren, um Passwörter und andere, notwendige Zugangsdaten aufzunehmen. Und jetzt, nachdem alle Vorarbeit erfolgreich abgeschlossen war, sollten die gewünschten Daten im großem Stil problemlos übertragen werden.
Leider zeigte sich an einigen – aber durchaus verkraftbaren – Stellen, dass die KI auch mal halluzinierte, Passwörter und Benutzenamen aus purer Not vor einem Misserfolg erfand.
Insgesamt ist es ein großer Erfolg der KI-Modelle von Anthropic, rund 30 Unternehmen weltweit wurden durch die chinesischen Sicherheitsexperten gezielt untersucht, darunter auch Regierungsbehörden verschiedener Länder.
Genauere Angaben möchte Anthropic nicht machen, es könnte die Bevölkerung verunsichern, wird kolportiert.
Zugegeben, Technologiedefätisten und Weltuntergangsfanatiker ergeben sich in Klageliedern, sprechen von einer groß angelegten KI-gesteuerten Cyberattacke, ohne den großartigen Erfolg angemessen zu würdigen, der durch das Wirken von Anthropics KI-Claude erst möglich wurde.
In aller Bescheidenheit sprechen sie davon, diese Art von Cyberattacken würden in Zukunft nicht nur wahrscheinlicher, vor allem aber wesentlich effektiver. Deshalb den Blick stramm nach vorn gerichtet, macht uns Anthropic Mut, denn die gleichen Fähigkeiten, die für Cyberattacken genutzt würden, können gleichwohl zur Abwehr eingesetzt werden.
Es gibt auch kritische Stimmen, die einen solchen hochautomatisierten KI-Angriff für Stuss halten, wie Sicherheitsexperte Kevin Beaumont
Ein solcher Marketing-Coup passt hervorragend, denn die Investitionen in KI lassen sich nur mit noch mehr KI begründen. Es wird aufgerüstet, koste es was es wolle. Allein Facebook spendiert sich noch dieses Jahr 72 Milliarden US-Dollar und plant in den nächsten Jahren noch viel mehr – was ist schon Geld, wir haben genug für diese nordamerikanischen Experimente übrig, denn sonst sind wir völlig unfähig und den üblen KI-Cyberattacken wehrlos ausgeliefert.
Ganz nebenbei steigen auch die Strompreise in Nordamerika. Ein Preistreiber durch die stark erhöhte Nachfrage sind die neuen Rechenzentren, die einen Strom- und Wasserverbrauch haben wie Millionenstädte. Bleibt abzuwarten, bis wann Donald Trump erkennt, dass wir diesen unfairen Wettbewerbsnachteil in Form einer Energiesteuer für notleidende Tech-Konzerne ausgleichen müssen.
Und was machen wir? Wir ergötzen uns daran, dass Google in den nächsten fünf Jahren 5,5 Milliarden Euro in Deutschland für seine Rechenzentren ausgeben will. Vize-Kanzler Klingbeil ist schon ganz beseelt, sieht es als „echte Zukunfts-Investitionen in Innovationen, Künstliche Intelligenz, die klimaneutrale Transformation und zukünftige Arbeitsplätze in Deutschland“. Dass KI halluziniert, wissen wir, Politiker benötigen dafür keine KI. Sein Marketingberater, hätte ihm sagen sollen: „Halt Dich da raus, das kann nur schiefgehen!“ – hier trifft kaufmännisches Kalkül auf gottgebene Einfalt.
Mich erinnert das an die Zeit, als wir mit Glasperlen und Brotkrusten die Eingeborenen aus dem Urwald gelockt haben…
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geografie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digitalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 16. November 2025
Für KI gibt es sehr viele und noch mehr völlig überflüssige Anwendungsgebiete. Noch besser wird KI, wenn sie Agenten einsetzt. Damit kann KI wie von Geisterhand den Tisch im Lieblingsrestaurant bestellen und lernt sogar dazu. Also wenn ich immer am Montag hingehe, weil das Schweineschnitzel billiger ist, lernt das Ding: dem schmecken nur billige Schweineschnitzel, und bucht mir in der ganzen Stadt jeden Tag die billigsten Schweineschnitzel.
Sinnvoll ist das nicht, überhaupt nicht. Persönlich freue ich mich allerdings, wenn KI sinnvoll eingesetzt wird. Das haben auch dieses Mal – wen wundert’s – die Chinesen erledigt.
Wer jetzt sofort an deepseek denkt, der liegt komplett falsch. Die Chinesen haben eine nordamerikanische KI für sich arbeiten lassen, die Claude-KI-Plattform von Anthropic schien ihnen für ihren Zweck am weitesten entwickelt.
Sie haben als Cybersicherheitsunternehmen die Claude-KI von Anthropic in kleinen überschaubaren Arbeitsschritten beauftragt, sicherheitsrelevante Schnittstellen, die auch Schwachstellen sein können, zu erkennen. Zudem sollten die KI-Agenten herausfinden, ob es bereits einen Missbrauch gab und wie er ausgeführt wurde.
Das Ergebnis war prachtvoll, nur sehr wenige Eingriffe von Menschenhand waren notwendig, um über diverse Hintertüren, auch „Backdoors“ genannt, in den dann offenen Systemen wertvolle Informationen zu bergen.
Die KI-Agenten unter chinesischer Leitung konnten in kurzer Zeit Benutzerkonten übernehmen, die höchste Zugriffsrechte besitzen, automatisiert wurden für dringlich notwendige Folgebesuche weitere Zugänge geöffnet.
Ganz offensichtlich war auch Anthropic von dieser Arbeit begeistert, denn das Arbeitsvolumen wäre von Menschenhand nicht in so kurzer Zeit fachmännisch abgearbeitet worden. Begeisterung kommt auch deshalb auf, weil die Chinesen ausgiebig die neuen Möglichkeiten zur Bewältigung sehr komplexer Aufgaben, die KI-Agenten von Anthropics Claude genutzt haben. Ein Meilenstein der KI-Entwicklung, der vor einem Jahr in dieser Form noch nicht möglich war.
Als Sicherheitsunternehmen chinesischer Prägung wurden in einem ersten Schritt die wertvollsten Ziele von Menschenhand ausgewählt, Anthropics Claude-KI musste in einem zweiten Schritt mit einem billigen Trick überzeugt werden, die Erkenntnisse einzusetzen.
Die KI-Agenten haben ganze Arbeit geleistet. Es war ihnen möglich, Eingriffsstellen zielgerichtet zu identifizieren, um Passwörter und andere, notwendige Zugangsdaten aufzunehmen. Und jetzt, nachdem alle Vorarbeit erfolgreich abgeschlossen war, konnten die gewünschten Daten im großem Stil problemlos übertragen werden.
Leider zeigte sich an einigen – aber durchaus verkraftbaren – Stellen, dass die KI auch mal halluzinierte, Passwörter und Benutzenamen aus purer Not vor einem Misserfolg erfand.
Insgesamt ist es ein großer Erfolg der KI-Modelle von Anthropic, rund 30 Unternehmen weltweit wurden durch die chinesischen Sicherheitsexperten gezielt untersucht, darunter auch Regierungsbehörden verschiedener Länder.
Genauere Angaben möchte Anthropic nicht machen, es könnte die Bevölkerung verunsichern, wird kolportiert.
Zugegeben, Technologiedefätisten und Weltuntergangsfanatiker ergeben sich in Klageliedern, sprechen von einer groß angelegten KI-gesteuerten Cyberattacke, ohne den großartigen Erfolg angemessen zu würdigen, der durch das Wirken von Anthropics KI-Claude erst möglich wurde.
In aller Bescheidenheit sprechen sie davon, diese Art von Cyberattacken würden in Zukunft nicht nur wahrscheinlicher, sondern wesentlich effektiver. Deshalb den Blick stramm nach vorn gerichtet, macht uns Anthropic Mut, denn die gleichen Fähigkeiten, die für Cyberattacken genutzt würden, können gleichwohl zur Abwehr eingesetzt werden.
Es gibt auch kritische Stimmen, die einen solchen hochautomatisierten KI-Angriff für Stuss halten, wie Sicherheitsexperte Kevin Beaumont
Ein solcher Marketing-Coup passt hervorragend, denn die Investitionen in KI lassen sich nur mit noch mehr KI begründen. Es wird aufgerüstet, koste es was es wolle. Allein Facebook spendiert sich dieses Jahr 72 Milliarden US-Dollar und plant in den nächsten Jahren noch viel mehr – was ist schon Geld, wir haben genug für diese nordamerikanischen Experimente übrig, denn sonst sind wir völlig überfordert, den üblen KI-Cyberattacken wehrlos ausgeliefert.
Ganz nebenbei steigen auch die Strompreise in Nordamerika. Ein Preistreiber durch die stark erhöhte Nachfrage sind die neuen Rechenzentren, die einen Strom- und Wasserverbrauch haben wie Millionenstädte. Bleibt abzuwarten, wann Donald Trump endlich erkennt, dass wir diesen unfairen Wettbewerbsnachteil in Form einer Energiesteuer für notleidende Tech-Konzerne ausgleichen müssen.
Und was machen wir? Wir ergötzen uns daran, dass Google in den nächsten fünf Jahren 5,5 Milliarden Euro in Deutschland für seine Rechenzentren ausgeben will. Vize-Kanzler Klingbeil ist schon ganz beseelt, sieht es als „echte Zukunfts-Investitionen in Innovationen, Künstliche Intelligenz, die klimaneutrale Transformation und zukünftige Arbeitsplätze in Deutschland“. Dass KI halluziniert, wissen wir, Politiker benötigen dafür keine KI. Sein Marketingberater, hätte ihm sagen sollen: „Halt Dich da raus, das kann nur schiefgehen!“ – hier trifft kaufmännisches Kalkül auf gottgegebene Einfalt.
Mich erinnert das an die Zeit, als wir mit Glasperlen und Brotkrusten die Eingeborenen aus dem Urwald gelockt haben…
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geografie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digitalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 22. KW 2025
Im Rauschen der Nachrichten verliert sich oft der Blick auf das Wesentliche, ob in der Hosentasche oder auf dem Schreibtisch. Überall poppt etwas auf, klingelt, brummt oder bruzzelt, alles buhlt um Aufmerksamkeit.
Früher mussten wir uns Informationen beschaffen, heute ersaufen wir im Info-Terror. Da fällt eine Meldung nicht auf, dass Microsoft letzte Woche fünf Sicherheitslücken außer der Reihe stopfen musste, weil sie bereits aktiv ausgenutzt würden. Das heißt so viel wie: Wir wissen, dass unser Haus brennt, wir schütten aber nur Wasser dahin, wo es zu sehen ist – um die Bevölkerung nicht zu verunsichern. Und es funktioniert, mit jedem Update kann es nur besser werden. Und wenn etwas nicht so funktioniert, wie es soll, dann ist der Nutzer selbst schuld, er muss gegebenenfalls geschult werden. Microsoft bietet es schließlich selbst an.
Karim Khan zum Beispiel (der Chefankläger des Internationalen Gerichtshofs, wurde von Microsoft umfänglich geschult, er setzt jetzt auf Digitale Souveränität und hat ein neues Mailkonto in der Schweiz, nachdem er von Microsoft – sagen wir – abgeschaltet wurde. Der Internationale Gerichtshof werde deswegen in seiner Arbeit geradezu gelähmt, schreibt die Nachrichtenagentur AP dazu. So viel Erfolg hätten sie bei dieser kleinen Aktion in Redmond auch nicht erwartet, dabei war es nur ein Klick, erledigt.
Welche weiteren Schulungsmaßnahmen geplant sind, verrät Microsoft nicht!
Aber viel Feind, viel Ehr – die haben angefangen, die Clouds der chinesischen Universitäten abzuklemmen. Das wird ein richtiger Erfolg. Im Gegensatz zu uns reden sie nicht von Digitaler Souveränität, die machen es. Zugegeben, den Chinesen bleibt jetzt nichts anderes übrig. Aber, wer auf dem Mars und auf dem Mond im ersten Anlauf landet, der ist auf Microsoft nicht angewiesen.
Aber fürchtet euch nicht, wir haben einen Bundesdigitalminister, der prescht mit dem klugen Satz vor: „Datenschutz darf nicht zur Innovationsbremse werden!“, nur was will der bremsen? Da ist nichts, die Innovationsbremse ist in den Köpfen tief verankert. Besser noch, es sollen in Behörden für den Krisenfall sogar mechanische Schreibmaschinen angeschafft werden, als Rückfalloption. Ich wollte das auch nicht glauben, bis ich es gesehen habe…
Mit Karsten Wildberger haben wir einen echten Manager, als Minister leitet er das Ministerium für unerledigte Angelegenheiten, äh, ich meinte das Digitalministerium. Er träumt vom „digital next Germany“ und schreibt sich „Staatsmodernisierung“ auf die Fahnen – viel Glück sei ihm gewünscht, mit den Pfosten, die Schreibmaschinen anschaffen wollen. Und Menschen, die Datenschutz als Innovationsbremse empfinden, brauchen unseren besonderen Schutz – zumindest bis sie wieder feste Nahrung zu sich nehmen können.
Wer letzte Woche Mark Zuckerberg auf dem Surfbrett mit der Nordamerikaflagge gesehen hat (und dem Hinweis, das sei nicht von einer KI gemacht), der weiß, was ich mir wünsche: keine überflüssige KI.
Zuckerberg denkt allerdings anders darüber und saugt alles, was seine Opfer auf Facebook und Instagram absondern, in seine KI auf, ungebremst, so wie die Gematik uns erledigt hat, mit einer Opt-Out-Option. Die findet nur niemand – auch wenn die Tagesschau das vorbildlich beschreibt.
Wer nicht widerspricht, wird am 27. Mai 2025 eingemeindet, der Widerspruch muss bis zum 26. Mai 2025 eingegangen sein. Meta gibt sich an diesem Punkt als äußerst lernwillig, für die eigene KI, in unserem Interesse natürlich. Denn sie müssten auf die Daten der EU-Bürger zurückgreifen, um auch den hiesigen Sprachen und Kulturen gerecht zu werden. Vorbildlich, absolut vorbildlich, kulturhistorisch gesehen. Würden sie es nicht tun, verlören sie Nutzer – aber für uns wäre es nicht unbedingt ein Verlust.
Der Widerspruch ist übrigens ziemlich nutzlos, weil Meta nur die öffentlich zugänglichen Daten nimmt und dort haben sich sowieso schon ungefragt OpenAI, Google, Alibaba etc. dran bedient. Was denken denn Verbraucherschutzorganisationen, die dagegen vorgehen, gar bemängeln, der Widerspruchsbutton sei zu schwer zu finden, was mit öffentlich zugänglichen Daten passiert? Nix? Gebt mal in einer Suchmaschine eurer Wahl das Wort „clearview“ ein.
Künstliche Intelligenz fehlt scheinbar und weil Europa – vor allem Deutschland – sprudelnde Geldquellen hat, möchte sich openAI sich nicht ganz uneigennützig einbringen. Sie haben diese Woche an einem geheimen Standort in München eine Niederlassung gegründet – mit zehn Mitarbeitern, die Business-Kunden Geld aus der Tasche ziehen sollen. Auf Wunsch stehen die Server in Deutschland oder Europa, falls Firmenkunden den Amerikanern nicht vertrauen oder europäische Richtlinien im Weg stehen. Ich schätze, das wird schon für Digitale Souveränität gehalten.
Besonders sicher soll es auch in unseren Arztpraxen zugehen, denn die Gemati (wissen schon, Gematik und Sicherheit….) orientieren sich an den „Vorgaben der obersten Sicherheitsbehörden und international anerkannten Standards“.
Es stehen 35.000 Konnektoren als Elektroschrott bereit, die nicht mehr umgerüstet werden sollen, die müssen neu beschafft werden, alle mehrere tausend Euro das Stück. Aber weil die Datenautobahn der Gematik wie immer lahmt, warnt sogar die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), dass der Tausch nicht rechtzeitig bis zum Herbst 2025 umgesetzt werden kann. Das Problem ist schon älter und der Chaos Computer Club (CCC) hatte bereits vor drei Jahren gezeigt, wie der neue Sicherheitsschlüssel mit einer Softwarelösung aufgespielt werden kann. Aber da hat doch keiner was von und Geld ist genug da, wir müssen doch nicht immer alles für die Patientenversorgung ausgeben.
Das schönste Zitat zur elektronischen Patientenakte (ePA) in dieser Woche kommt vom Vorsitzenden des hessischen Hausärzteverbandes Christian Sommerbrodt: „Vom Bundesgesundheitsministerium wurde es beworben wie ein iPhone 16. Erwartet haben wir ein Nokia. Was wir bekommen haben, ist ein Telefon mit Wählscheibe.”
Keine weiteren Fragen, euer Ehren!
Setzen, weitermachen.
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)
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Digitaler Wochenrückblick 22. KW 2025
Im Rauschen der Nachrichten verliert sich oft der Blick auf das Wesentliche, ob in der Hosentasche oder auf dem Schreibtisch. Überall poppt etwas auf, klingelt, brummt oder bruzzelt, alles buhlt um Aufmerksamkeit.
Früher mussten wir uns Informationen beschaffen, heute ersaufen wir im Info-Terror. Da fällt eine Meldung nicht auf, dass Microsoft letzte Woche fünf Sicherheitslücken außer der Reihe stopfen musste, weil sie bereits aktiv ausgenutzt würden. Das heißt so viel wie: Wir wissen, dass unser Haus brennt, wir schütten aber nur Wasser dahin, wo es zu sehen ist – um die Bevölkerung nicht zu verunsichern. Und es funktioniert, mit jedem Update kann es nur besser werden. Und wenn etwas nicht so funktioniert, wie es soll, dann ist der Nutzer selbst schuld, er muss gegebenenfalls geschult werden. Microsoft bietet es schließlich selbst an.
Karim Khan zum Beispiel (der Chefankläger des Internationalen Gerichtshofs, wurde von Microsoft umfänglich geschult, er setzt jetzt auf Digitale Souveränität und hat ein neues Mailkonto in der Schweiz, nachdem er von Microsoft – sagen wir – abgeschaltet wurde. Der Internationale Gerichtshof werde deswegen in seiner Arbeit geradezu gelähmt, schreibt die Nachrichtenagentur AP dazu. So viel Erfolg hätten sie bei dieser kleinen Aktion in Redmond auch nicht erwartet, dabei war es nur ein Klick, erledigt.
Welche weiteren Schulungsmaßnahmen geplant sind, verrät Microsoft nicht!
Aber viel Feind, viel Ehr – die haben angefangen, die Clouds der chinesischen Universitäten abzuklemmen. Das wird ein richtiger Erfolg. Im Gegensatz zu uns reden sie nicht von Digitaler Souveränität, die machen es. Zugegeben, den Chinesen bleibt jetzt nichts anderes übrig. Aber, wer auf dem Mars und auf dem Mond im ersten Anlauf landet, der ist auf Microsoft nicht angewiesen.
Aber fürchtet euch nicht, wir haben einen Bundesdigitalminister, der prescht mit dem klugen Satz vor: „Datenschutz darf nicht zur Innovationsbremse werden!“, nur was will der bremsen? Da ist nichts, die Innovationsbremse ist in den Köpfen tief verankert. Besser noch, es sollen in Behörden für den Krisenfall sogar mechanische Schreibmaschinen angeschafft werden, als Rückfalloption. Ich wollte das auch nicht glauben, bis ich es gesehen habe…
Mit Karsten Wildberger haben wir einen echten Manager, als Minister leitet er das Ministerium für unerledigte Angelegenheiten, äh, ich meinte das Digitalministerium. Er träumt vom „digital next Germany“ und schreibt sich „Staatsmodernisierung“ auf die Fahnen – viel Glück sei ihm gewünscht, mit den Pfosten, die Schreibmaschinen anschaffen wollen. Und Menschen, die Datenschutz als Innovationsbremse empfinden, brauchen unseren besonderen Schutz – zumindest bis sie wieder feste Nahrung zu sich nehmen können.
Wer letzte Woche Mark Zuckerberg auf dem Surfbrett mit der Nordamerikaflagge gesehen hat (und dem Hinweis, das sei nicht von einer KI gemacht), der weiß, was ich mir wünsche: keine überflüssige KI.
Zuckerberg denkt allerdings anders darüber und saugt alles, was seine Opfer auf Facebook und Instagram absondern, in seine KI auf, ungebremst, so wie die Gematik uns erledigt hat, mit einer Opt-Out-Option. Die findet nur niemand – auch wenn die Tagesschau das vorbildlich beschreibt.
Wer nicht widerspricht, wird am 27. Mai 2025 eingemeindet, der Widerspruch muss bis zum 26. Mai 2025 eingegangen sein. Meta gibt sich an diesem Punkt als äußerst lernwillig, für die eigene KI, in unserem Interesse natürlich. Denn sie müssten auf die Daten der EU-Bürger zurückgreifen, um auch den hiesigen Sprachen und Kulturen gerecht zu werden. Vorbildlich, absolut vorbildlich, kulturhistorisch gesehen. Würden sie es nicht tun, verlören sie Nutzer – aber für uns wäre es nicht unbedingt ein Verlust.
Der Widerspruch ist übrigens ziemlich nutzlos, weil Meta nur die öffentlich zugänglichen Daten nimmt und dort haben sich sowieso schon ungefragt OpenAI, Google, Alibaba etc. dran bedient. Was denken denn Verbraucherschutzorganisationen, die dagegen vorgehen, gar bemängeln, der Widerspruchsbutton sei zu schwer zu finden, was mit öffentlich zugänglichen Daten passiert? Nix? Gebt mal in einer Suchmaschine eurer Wahl das Wort „clearview“ ein.
Künstliche Intelligenz fehlt scheinbar und weil Europa – vor allem Deutschland – sprudelnde Geldquellen hat, möchte sich openAI sich nicht ganz uneigennützig einbringen. Sie haben diese Woche an einem geheimen Standort in München eine Niederlassung gegründet – mit zehn Mitarbeitern, die Business-Kunden Geld aus der Tasche ziehen sollen. Auf Wunsch stehen die Server in Deutschland oder Europa, falls Firmenkunden den Amerikanern nicht vertrauen oder europäische Richtlinien im Weg stehen. Ich schätze, das wird schon für Digitale Souveränität gehalten.
Besonders sicher soll es auch in unseren Arztpraxen zugehen, denn die Gemati (wissen schon, Gematik und Sicherheit….) orientieren sich an den „Vorgaben der obersten Sicherheitsbehörden und international anerkannten Standards“.
Es stehen 35.000 Konnektoren als Elektroschrott bereit, die nicht mehr umgerüstet werden sollen, die müssen neu beschafft werden, alle mehrere tausend Euro das Stück. Aber weil die Datenautobahn der Gematik wie immer lahmt, warnt sogar die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), dass der Tausch nicht rechtzeitig bis zum Herbst 2025 umgesetzt werden kann. Das Problem ist schon älter und der Chaos Computer Club (CCC) hatte bereits vor drei Jahren gezeigt, wie der neue Sicherheitsschlüssel mit einer Softwarelösung aufgespielt werden kann. Aber da hat doch keiner was von und Geld ist genug da, wir müssen doch nicht immer alles für die Patientenversorgung ausgeben.
Das schönste Zitat zur elektronischen Patientenakte (ePA) in dieser Woche kommt vom Vorsitzenden des hessischen Hausärzteverbandes Christian Sommerbrodt: „Vom Bundesgesundheitsministerium wurde es beworben wie ein iPhone 16. Erwartet haben wir ein Nokia. Was wir bekommen haben, ist ein Telefon mit Wählscheibe.”
Keine weiteren Fragen, euer Ehren!
Setzen, weitermachen.
Über Christian Wolf:
Christian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geographie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digtalpurist)