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#dirkschrodter — Public Fediverse posts

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  1. Schleswig-Holstein: Fast 80 Prozent der Microsoft-Lizenzen gekündigt

    "Im Interview zieht Minister Dirk Schrödter eine Zwischenbilanz des Umstiegs auf Open Source..."

    heise.de/hintergrund/Schleswig

    "Einige Länder wie Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Bayern ... wechseln zu Microsoft Teams oder Microsoft 365 in der Microsoft-Cloud" 😟

    #SchleswigHolstein #DigitaleSouveränität #digitalSovereignty #OpenXchange #microsoft #microsoft365 #linux #DirkSchrödter #DigitalOnly

  2. Medien als Säule der Demokratie

    Wie müs­sen wir die Platt­for­men regu­lie­ren, damit sie wirk­lich zur Medi­en­viel­falt beitragen?

    Auf dem Som­mer­li­chen Emp­fand der Medi­en­an­stalt Ham­bur­g/­Schles­wig-Hol­stein lob­te Schles­wig-Hol­steins Medi­en­mi­nis­ter Dirk Schröd­ter die pri­va­ten Rund­funk­an­bie­ter als „Säu­len der frei­heit­lich demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung“. Und ich frag­te mich, ob man das eigent­lich auch über die heu­te mäch­tigs­ten Medi­en der Welt sagen wür­den – die Social Media Plattformen.

    Zeitung, Radio, Fernsehen unter Druck

    Die klas­si­schen Medi­en ste­hen unter Druck. Welt­weit gehen Zei­tun­gen ein, Redak­tio­nen wer­den zusam­men­ge­legt, das Ange­bot ver­klei­nert. In den USA gibt es schon gan­ze Regio­nen ohne Zei­tung. Dort sind jetzt auch die Anbie­ter von Kabel­fern­se­hen unter Druck. Das Ange­bot der Strea­ming-Diens­te ist wesent­lich bil­li­ger. In Deutsch­land lau­fen eini­ge Sen­der schon prak­tisch ohne Per­so­nal.

    Einer der Grün­de: Das Wer­be­ge­schäft ist zu einem gro­ßen Teil zu Meta und Goog­le und ande­ren Online-Anbie­tern abge­wan­dert. Die ver­spre­chen ziel­ge­naue Aus­spie­lung, weil sie alle Men­schen kreuz und quer durch ihr Leben tra­cken können.

    Big-Tech schließt die Ausgänge

    Auch ein Groß­teil des Traf­fics, den klas­si­sche Medi­en­an­ge­bo­te noch bekom­men, kommt von den Big-Tech-Platt­for­men: Per Such­ma­schi­ne oder als Links in Sozia­len Netz­wer­ken. Auf den Platt­for­men von Meta wer­den exter­ne Links ohne­hin schlech­ter ange­zeigt, als Inhal­te, die die Leu­te auf der Platt­form hal­ten. Insta­gram hat prak­ti­sche kei­ne aus­ge­hen­den Links. Jetzt wer­den gene­rell poli­ti­sche Inhal­te ver­steckt. Auch die Micro­soft-Platt­form Lin­ke­dIn bestraft aus­ge­hen­de Links. Die Leu­te sol­len auf den Platt­for­men bleiben.

    Gleich­zei­tig wer­den aus den ehe­mals „Sozia­len Netz­wer­ken“ immer mehr Unter­hal­tungs­ap­ps. Tik­Tok hat es vor­ge­macht: Fol­lower spie­len prak­tisch kei­ne Rol­le mehr – es zählt allein, was der Algo­rith­mus für den „For-You-Feed“ aus­wählt. Vide­os, die dem indi­vi­du­el­len User sehr wahr­schein­lich gefal­len. Ande­re machen es nach: You­Tube, Insta­gram, X, Face­book. Selbst bei Lin­ke­dIn mischen sich immer mehr Inhal­te von Leu­ten in mei­nen Feed, denen ich nicht folge.

    Social Media muss sich ver­än­dern, weil die Ansprü­che jun­ger Men­schen ande­re sind als die der älte­ren. Ich bin noch damit auf­ge­wach­sen, dass man froh sein konn­te, wenn jemand „im Inter­net“ war. Im IRC haben wir mit allen gechat­tet, die da waren. Bei Face­book waren mei­ne ers­ten Kon­tak­te Leu­te, die ich nicht kann­te – die waren ein­fach da. 

    Jun­ge Men­schen haben alle ihre wich­ti­gen Kon­tak­te im Smart­phone, sobald sie eines bekom­men. Wenn sie mit jeman­den kom­mu­ni­zie­ren wol­len, dann kön­nen sie das mit Leu­te tun, die sie ken­nen. Die brau­chen kein Social Net­work, um mit Ran­doms zu spre­chen. Die wol­len unter­hal­ten wer­den. Also wer­den aus Sozia­len Netz­wer­ken Unterhaltungsapps.

    Das Web unter Druck

    Goog­le ärgert sich natür­lich, dass die sich aus­ge­rech­net ein Busi­ness aus­ge­sucht haben, das davon lebt, Leu­te auf ande­re Web­sites zu schi­cken. Aber halt! Die Leu­te wol­len doch gar nicht durchs Inter­net sur­fen – die wol­len Ant­wor­ten auf ihre Fra­gen! Also wird Goog­le zukünf­tig alle Anfra­gen selbst per Chat­bot beant­wor­ten. Immer weni­ger Traf­fic wer­den klas­si­sche Medi­en­sei­ten von Goog­le und ande­ren Such­ma­schi­ne bekom­men. Das Tech-Maga­zin „The Ver­ge“ spricht in die­sem Zusam­men­hang von dem Sze­na­rio „Goog­le Zero“ – wenn also gar kein Traf­fic mehr von Goog­le kommt. 

    Ich weiß nicht, wie reprä­sen­ta­tiv mein klei­nes Blog hier ist – mir schickt Goog­le nur noch 1/​4 der Lesen­den heu­te im Ver­gleich zu 2020. Wenn das bei Medi­en­sei­ten auch so wäre, ist das schon signi­fi­kant weni­ger Traf­fic, den die Platt­for­men zusam­men weitergeben.

    Rechtlicher Rahmen

    Die Social_­Me­dia-Platt­for­men wer­den im Medi­en­staats­ver­trag als Medi­en­in­ter­me­diä­re bezeich­net, weil sie ursprüng­lich mal zwi­schen Medi­en und Publi­kum ver­mit­telt haben. Dadurch haben dort bei­spiels­wei­se die Ver­pflich­tung bekom­men, nicht bestimm­te Medi­en zu dis­kri­mi­nie­ren (§ 94 MStV) und „die zen­tra­len Kri­te­ri­en einer Aggre­ga­ti­on, Selek­ti­on und Prä­sen­ta­ti­on von Inhal­ten und ihre Gewich­tung ein­schließ­lich Infor­ma­tio­nen über die Funk­ti­ons­wei­se der ein­ge­setz­ten Algo­rith­men in ver­ständ­li­cher Spra­che“ trans­pa­rent zu machen (§ 93 MStV).

    Dane­ben gibt es noch die Medi­en­platt­for­men, die klas­si­sche Medi­en­an­ge­bo­te von Rund­funk und Fern­se­hen bün­deln. Das sind bei­spiels­wei­se Magen­ta TV, Zat­too aber auch Net­flix oder Ama­zon Prime. Medi­en­platt­for­men sind im Medi­en­staats­ver­trag viel detail­lier­ter regu­liert als die rie­si­gen Medi­en­in­ter­me­diä­re. Da müs­sen die Betrei­ber sogar den Lan­des­me­di­en­an­stal­ten gegen­über offen­le­gen, zu wel­chen Prei­sen Medi­en Zugang zu ihrer Platt­form bekom­men (§ 83 MStV). Es ist auch vor­ge­schrie­ben, dass die Ange­bo­te der Öffent­lich-Recht­li­chen Medi­en und aus­ge­wähl­ter pri­va­ter Anbie­ter leicht auf­find­bar sein müs­sen (§ 84 MStV). Das gilt dann bei­spiels­wei­se auch für Enter­tain­ment-Sys­te­me in Autos.

    Das mag alles ein Fort­schritt gewe­sen sein, als der Medi­en­staats­ver­trag 2020 beschlos­sen wur­de. Es passt aber nicht mehr zu der Medi­en­land­schaft, die sich gera­de am Hori­zont abzeich­net: Inter­me­diä­re wol­len kei­ne Inter­me­diä­re sein. Alle haben wei­ter­hin Zugang zu den Platt­for­men, aber alle Inhal­te von „Säu­len der frei­heit­lich demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung“ wer­den gleich schlecht behan­delt – um der Dis­kri­mi­nie­rungs­frei­heit aus dem Medi­en­staats­ver­trag gerecht zu werden.

    Unterhaltsamkeit als einziger Maßstab

    Wer Din­ge auf die­sen Platt­for­men ver­öf­fent­licht muss sie allein nach den Regeln der Platt­form ver­öf­fent­li­chen. Social-Media-Leu­te sagen dann so Sachen wie „damit es im Algo­rith­mus per­formt“. Das sind so Klei­nig­kei­ten wie, dass Posts mit Bild bes­ser ange­zeigt wer­den als ohne – klar: ten­den­zi­ell ver­spricht ein „Hin­gu­cker“ mehr Auf­merk­sam­keit und mehr Inter­ak­ti­on. Mehr Inter­ak­ti­on heißt, die Leu­te sind län­ger in der App und je län­ger sie in der App sind, des­to mehr Rekla­me kann man ihnen anzei­gen. Also ver­dient die Platt­form mehr Geld. 

    Grund­sätz­lich bedeu­tet das natür­lich, dass ein Algo­rith­mus die inter­es­san­tes­ten Sachen für die User her­aus­sucht. Das macht den Dienst inter­es­sant und hält die Leu­te an der App. Aus der Unter­hal­tungs-Per­spek­ti­ve ist das natür­lich super. Nichts gegen Unter­hal­tung. Die muss auch nicht immer einen Bil­dungs­auf­trag erfül­len. Auch frü­her gab es jede Men­ge „Blöd­sinn“. Unter­hal­tung muss kei­ne „Säu­le der frei­heit­lich demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung“ sein.

    Unter­halt­sam ist im Zusam­men­hang mit Social-Media nicht gleich­be­deu­tend mit „wit­zig“ oder „schön“: Denn wenn man Unter­halt­sam­keit in der Wäh­rung von Inter­ak­tio­nen wer­tet, weil die am meis­ten Geld brin­gen, dann sind Kon­tro­ver­sen und Auf­re­ger sehr unterhaltsam.

    Die Inhal­te auf den ehe­ma­li­gen Social-Media-Platt­for­men sind nicht aus­schließ­lich klas­si­sche Unter­hal­tung, son­dern auch Nach­rich­ten und Poli­tik. Dabei för­dert der auf Inter­ak­ti­on getrimm­te Algo­rith­mus die Art Inhal­te, die das „schnel­le Den­ken“ – die Instink­te – anspricht: Schnell liken, tei­len, kur­ze Kom­men­ta­re – „einen raus­hau­en“. Wie wir von dem Psy­cho­lo­gen und Nobel­preis­trä­ger Dani­el Kah­ne­man wis­sen, sind Instink­te leicht in die Irre zu füh­ren und Men­schen sam­meln dann Über­zeu­gun­gen, zu denen sie nicht kämen, wenn sie ein­mal wirk­lich dar­über nach­den­ken würden. 

    Wah­re Infor­ma­tio­nen gehen oft nicht so schnell und unge­fil­tert ins Hirn, weil wir dazu das lang­sa­me Den­ken benö­ti­gen, um sie wirk­lich zu ver­ste­hen. Des­we­gen ist es ein unglei­ches Spiel­feld für Orga­ni­sa­tio­nen, die Des­in­for­ma­ti­on ver­brei­ten und die Orga­ni­sa­tio­nen, die ech­te Infor­ma­tio­nen ver­brei­ten wol­len. (Nein, ihr Social-Media-Schlau­mei­er-Exper­ten, die ande­ren Par­tei­en kön­nen nicht ein­fach das machen, was die AfD auf Tik­Tok macht.)

    Welche Medien wollen wir?

    Eine Fra­ge ist, was wir für ein Medi­en­sys­tem brau­chen, und was wir dafür tun müssen. 

    Wie können sich Medien finanzieren?

    Selbst Lokal­me­di­en müs­sen zukünf­tig leben kön­nen. Sie brau­chen ein rela­tiv ein­fa­ches und zuver­läs­si­ges Geschäfts­mo­dell. Wir kön­nen es nicht jeder Zei­tung ein­zeln über­las­sen, da etwas indi­vi­du­el­les her­aus­zu­fin­den. Denn wenn Zei­tun­gen vor Ort schei­tern, gibt es in der Regi­on kei­nen Lokal­jour­na­lis­mus mehr. Den aber wür­den wir wohl als „Säu­le der frei­heit­lich demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung“ bezeichnen.

    Brau­chen wir hier irgend­ei­ne Art Sys­tem der Umver­tei­lung? Wie der öffent­lich-recht­li­che Rund­funk, aber pri­vat­wirt­schaft­lich? Kön­nen wir die Platt­for­men ver­pflich­ten, in ein sol­ches Sys­tem ein­zu­zah­len – ent­we­der in Form von Geld oder in Form von Reichweite?

    Wie funktioniert die Distribution?

    Auf wel­chem Weg fin­den die Men­schen ihren Jour­na­lis­mus, wenn nicht mehr über die ehe­ma­li­gen Inter­me­diä­re? Wel­che Art der Dis­tri­bu­ti­on soll dann funk­tio­nie­ren? Wir haben im Inter­net nicht all­zu vie­le Tech­no­lo­gien, die dabei hel­fen. Es ist http – als Pro­to­koll für das Web. Die Leu­te könn­ten direkt die URLs abtip­pen. Aber wer macht das? Dann gibt es Links. Aber wenn die Such­ma­schi­nen als ehe­mals zen­tra­le Ver­tei­ler nicht mehr ver­lin­ken wol­len und die Social-Media-Platt­for­men auch nicht mehr – was bleibt dann? Die Leu­te kön­nen per News­let­ter oder RSS abon­nie­ren – ePa­per wür­de ich unter News­let­ter fas­sen. Und man könn­te Reich­wei­te per Acti­vi­ty­Pub auf­bau­en. Das ist der­zeit auch noch ein har­tes Brot.

    War­um kön­nen wir die ehe­ma­li­gen Inter­me­diä­re nicht zu Medi­en­platt­for­men erklä­ren und sie dazu zwin­gen, bestimm­ten Infor­ma­ti­ons­an­ge­bo­ten auch eine Sicht­bar­keit in ihrem For-You-Feed zu geben?

    Was auch immer wir tun: Wir müs­sen eini­ger­ma­ßen schnell han­deln, damit wir erhal­ten kön­nen, was an demo­kra­ti­scher Öffent­lich­keit noch vor­han­den ist. Wir brau­chen die­se „Säu­le der frei­heit­lich demo­kra­ti­schen Grundordnung“!

    Im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass die Mono­po­le zer­schla­gen wer­den müssen.

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    Link: kaffeeringe.de/2024/09/04/medi

  3. Der Stellenwert Sozialer Netzwerke

    Sind Sozia­le Netz­wer­ke „Säu­len unse­rer frei­heit­lich-demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung“ wie Zei­tun­gen, Radio und Fern­se­hen? Eini­ge Gedanken.

    https://kaffeeringe.de/2024/07/26/der-stellenwert-sozialer-netzwerke/

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