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1000 results for “mike_verdun”

  1. NOW ON VERDANT SQUARE RADIO ==

    NOW PLAYING == Making Contact 2/18/26: Remembering #FredHampton (Encore) - Radio adaptation of Mike Gray and Howard Alk's film, The Murder of Fred Hampton, which offers a glimpse into Hampton's short life and the Illinois #BlackPantherParty. youtube.com/watch?v=K-TGQsC6hRI #news #documentary #journalism #socialjustice #history #humanrights #activism #activist #peace #geopoliticshttps://mastodon.social/@VerdantSquareRadio/116092577131186478

  2. NOW ON VERDANT SQUARE RADIO ==

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  3. NOW ON VERDANT SQUARE RADIO ==

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  5. NOW ON VERDANT SQUARE RADIO ==

    NOW PLAYING == Making Contact 2/18/26: Remembering #FredHampton (Encore) - Radio adaptation of Mike Gray and Howard Alk's film, The Murder of Fred Hampton, which offers a glimpse into Hampton's short life and the Illinois #BlackPantherParty. youtube.com/watch?v=K-TGQsC6hRI #news #documentary #journalism #socialjustice #history #humanrights #activism #activist #peace #geopoliticshttps://mastodon.social/@VerdantSquareRadio/116092577131186478

  6. Checkliste für den Lazy Dungeon Master

    Mike “Sly Flourish” Shea hat mit seinem Buch Return of the Lazy Dungeon Master eine Methode zur Spielvorbereitung für die Spielleiter*innen unter uns etabliert, die – reden wir nicht drum rum – faul sind. Der Leitsatz des Lazy Dungeon Masters: “Bereite vor, was dein Spiel weiter bringt” (Prepare what benefits your game) ist dabei abschließend zu verstehen. Er meint vor allem: “Bereite nichts vor, das dein Spiel sowieso nicht weiter bringt“. Das Ziel ist ganz klar gesetzt: Wir wollen so wenig Zeit und Aufwand wie möglich auf die Vorbereitung verwenden und trotzdem ein großartiges Rollenspielerlebnis bieten.

    Ich werde seine Methode hier nicht vollständig vorstellen und ich werde auch nicht darauf eingehen, ob der “Weg der faulen Spielleiter*in” (Way of the Lazy Dungeon Master) tatsächlich die effizienteste aller Herangehensweisen ist. Statt dessen schlage ich vor, dass ihr das Buch selbst lest oder hört und euch ein eigenes Bild macht – ich denke, es lohnt sich! Für alte Hasen übrigens noch eher als für Neueinsteiger.

    Im folgenden stelle ich die Checkliste aus Kapitel 2 vor. Das vollständige Kapitel gibt es als kostenlose Leseprobe zum Download – leider nur in englischer Sprache, bisher liegt keine Übersetzung des Buches vor. Und los…

    Schau dir nochmal die Charaktere an

    Bevor du los legst, ist es hilfreich sich nochmal in Erinnerung zu rufen, wer die Protagonisten der Geschichte – die Spielercharaktere – sind. Wie lauten ihre Namen? Was sind ihre Ziele? Wie könnten ihre Hintergrundgeschichten mit dem Abenteuer verbunden sein? Was macht den SpielerInnen Spaß?

    Starte stark!

    Nichts prägt den Ton einer Spielsitzung stärker als ihr Anfang. Er ist der wichtigste Teil deiner Vorbereitung, denn mit dem Anfang setzt du meist auch den Fokus und legst den SpielerInnen nahe, wo sich die Handlung abspielen könnte (was aber natürlich nur deine Meinung ist). Ein Twist der Ereignisse der letzten Sitzung kann zum Beispiel interessant sein. Im Zweifel ist ein Kampf immer eine gute Eröffnung.

    Skizziere potentielle Szenen

    Ausgehend vom Start kannst du ein paar mögliche Szenen vorbereiten. Stecke nicht zuviel Aufwand in diesen Schritt, denn das Spiel kann in eine vollkommen andere Richtung laufen, wie du gedacht hast. Schreibe nicht mehr als ein paar Wörter pro Szene auf und erwarte ca. ein oder zwei Szenen pro Spielstunde. Sei bereit diese Szenen weg zu werfen! Wenn du dich ausreichend sicher fühlst, kannst du diesen Schritt auch auslassen.

    Lege Geheimnisse und Hinweise fest

    Das ist das Fleisch (oder das Gemüse) des Lazy Dungeon Masters und nach dem starken Start der zweit-wichtigste Punkt. Geheimnisse und Hinweise sind kurze, für sich stehende Sätze, die Spuren legen, Teile der Geschichte erzählen oder etwas über die Welt in der die SpielerInnen sich bewegen verraten. Wichtig: Schreibe nicht auf, wie die SpielerInnen diese Geheimnisse und Hinweise erfahren werden! Du selbst erfährst es auch erst, wenn sich eine Gelegenheit gibt sie einzustreuen. Dadurch hast du die volle Freiheit die Spielsitzung fließen zu lassen, ohne in Versuchung zu geraten die SpielerInnen in eine bestimmte Richtung zu drängen. Schreibe zehn Geheimnisse und Hinweise auf.

    Entwickle Fantastische Orte

    Atmosphärische Orte zu erschaffen ist etwas, das die wenigsten gut improvisieren können. Kannst du es, überspringe diesen Punkt. Ansonsten lege dir eine handvoll fantastischer Orte zurecht, die die SpielerInnen finden und erkunden könnten. Gib solchen Orten einen kurzen, plastisch beschreibenden Titel wie “Die Sonnenspitze”. Dann notiere drei fantastische Aspekte wie “Ein gleißender Lichtstrahl scheint zum Himmel”, “Graben aus geschmolzenem Fels” und “Riesige, elfische Glyphen gemeißelt in uralten Stein”. Schon ein Bild vor Augen? Gut! Aus solchen Orten kann ein ganzer Dungeon zusammen gesetzt werden. Und wenn du einen der vorbereiteten Orte in dieser Sitzung nicht benötigst, bewahre ihn für die nächste auf.

    Skizziere wichtige NPCs

    Zwei Dinge braucht ein vorbereiteter NPC: Einen Namen und einen Archetypen, den du einfach aus der Popkultur nehmen kannst. Notiere zum Beispiel: “Esmer Feinstab, Jessica Jones” – den Rest kannst du improvisieren. Beschränke dich in diesem Schritt auf wirklich wichtige NPCs. Unwichtige improvisierst du komplett.

    Wähle relevante Monster

    Welche Monster könnten den SpielerInnen begegnen? Welche passen zu bestimmten Orten und Situationen? Meistens reicht es eine Liste von Monstern anzulegen und daraus Begegnungen zu improvisieren. Dabei ist es hilfreich zu wissen wie Herausforderungsstufen der Monster und die Stufen der Spielercharaktere in Zusammenhang stehen. Bosskämpfe solltest du allerdings genauer planen.

    Suche Magische Gegenstände als Belohnungen aus

    SpielerInnen lieben magische Gegenstände und es lohnt sich, zu überlegen welche sie interessant finden könnten. Sie sind auch ein hervorragendes Vehikel, um den SpielerInnen Geheimnisse und Hinweise direkt in die Hände zu spielen.

    Das ist schon alles. Wie du diese Checkliste einsetzt ändert sich wahrscheinlich von Spiel zu Spiel. Sie jedes mal vor der Vorbereitung anzusehen kann dir helfen deine Energie auf die Punkte zu konzentrieren, die der Spielsitzung am meisten bringen und dir so Sicherheit geben für das, was ohnehin unweigerlich passieren wird: Improvisation. Je geübter du darin wirst, desto eher wirst du Punkte auf der Checkliste überspringen. Wichtig ist am Ende nur, dass du auf die Punkte achtest, die deinen SpielerInnen Spaß machen. Jedem dieser Punkte ist im Buch übrigens ein ganzes Kapitel gewidmet. Die Checkliste stellt das natürlich sehr verkürzt dar.

    PS: Zum Thema Improvisation im Rollenspiel hat Petelectro ein tolles Video in seiner Reihe “Mit Vorteil” gemacht.

    https://www.dnddeutsch.de/checkliste-fuer-den-lazy-dungeon-master/

    #MikeShea #SessionZero #SlyFlourish

  7. @Kristian
    Zum einen: Warum hat Mastodon als deutlich jüngeres Projekt deutlich mehr Nutzer für sich gewinnen können als die Projekte, die schon länger am Start sind? Was ist denen gelungen, was alle anderen nicht geschafft haben?

    Halb Zufall, halb Publicity.

    2016. Mastodon ist raus. Anscheinend redet Gargron online viel darüber. Jedenfalls mehr als die hinter Pleroma, Friendica und Hubzilla. Und das ebenfalls zentralistische und nicht mehr mit dem Fediverse verbundene Identi.ca ist eh nicht in den Händen von jemandem, der Deutsch kann, und auch Evan Prodromou redet nicht groß drüber, jedenfalls nicht mit Leuten, die ihm über Mainstream-Medien Publicity verschaffen könnten.

    Ein deutsches Mainstream-Medium wird drauf aufmerksam und interviewt ihn und macht eine Story über ihn und Mastodon. Viele Leute lesen darüber, daß es an Microblogging nicht nur Twitter gibt. Twitter ist damals schon nicht unumstritten, aber allgemein wird bisher angenommen, daß es keinen Alternative dazu gibt. Identi.ca kennt keiner, GNU social kennt keiner, Pleroma kennt keiner, Friendica kennt keiner, Hubzilla kennt keiner. Aber von Mastodon lesen sie jetzt. Schon kommen neue Nutzer, die weiter microbloggen wollen, aber von Twitter wegwollen, nach Mastodon.

    2017. Auf Twitter werden Furries, Manga-/Anime-Fans und queere Personen von rechten Störenfrieden angegriffen. Irgendjemand entweder unter ihnen oder unter den Leuten, die sie kennen, kennt Mastodon und sagt, da können sie doch hingehen. Es findet ein großer Exodus dieser Personengruppen von Twitter nach Mastodon statt. Mastodon wächst weiter. Wieder kennt niemand Identi.ca, GNU social, Pleroma, Friendica oder Hubzilla. Daher gehen ausnahmslos alle nach Mastodon, und nur Mastodon profitiert davon.

    In den nächsten Jahren gibt es weitere solche Vorfälle auf Twitter. Wieder ist Mastodon die einzige bekannte Alternative (Grund: siehe 2016 und 2017). Wieder geht der Exodus nur nach Mastodon.

    Ein Schneeball kommt ins Rollen: Mastodon wird größer, mehr Leute sind da, mehr Leute kennen es, mehr Leute empfehlen Mastodon, Mastodon wird größer und so weiter.

    Mehr und mehr andere Serveranwendungen kommen ins Fediverse und verbinden sich mit Mastodon. Mastodon selbst ist aber so riesengroß, daß es innerhalb Mastodon geschätzte 99% allen Inhalts stellt. Inhalte von woanders sind auf Mastodon superselten.

    Dazu kommt: Mastodon zeigt nicht an, woher Beiträge kommen. Mastodon zeigt bei Beiträgen von Misskey nicht an, daß die von Misskey kommen. Daher erfahren Mastodon-Nutzer auch nicht, daß die von Misskey kommen. Sie erfahren somit nicht, daß es Misskey gibt. Sie glauben, das sind Mastodon-Tröts.

    Dazu kommt dann auch noch: Mastodon ist noch auf Version 3.x. Mastodon kann noch keine wie auch immer geartete Textformatierung darstellen. Das wird alles, aber auch wirklich alles von Mastodons HTML-"Sanitiser" rausgelöscht. Mastodon zeigt nur Klartext an. Das einzige, was Nicht-Mastodon-Beiträge von Mastodon-Tröts unterscheidet, ist, daß sie über 500 Zeichen lang sein können, daß Erwähnungen anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet), und daß Hashtags anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet).

    Februar 2022. Elon Musk, längst ein durch und durch xenophober Faschist, kündigt an, Twitter aufzukaufen. Viele wollen weg, wissen aber nicht wohin. Millionen von ihnen werden eingeladen nach Mastodon. Ohne irgendeine Erwähnung von irgendeiner anderen Alternative. Weil die, die sie einladen, selbst auch nur Twitter und Mastodon kennen und nie von irgendeiner anderen Alternative gehört haben.

    Februar/März 2022. Millionen von Twitter-Nutzern flüchten von Twitter nach Mastodon. Alle mit dem Wissensstand "es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon". Das so schon nicht kleine Mastodon wächst auf ein Vielfaches seiner Größe. Sowohl die Anzahl als auch der relative Anteil derjenigen, die glauben, das Fediverse sei nur Mastodon, und es gäbe nur Twitter und Mastodon, steigt.

    Die wenigen Pleroma-Nutzer scheinen die Situation zu verpennen.

    Misskey wächst auch, aber nur in Ostasien und speziell in Japan, wo es den Stellenwert hat, den Mastodon in der westlichen Welt hat. Aufgrund von Zeitzonen- und Sprachbarrieren (und weil die meisten westlichen Fediverse-Server den Misskey-Leuchtturmserver misskey.io gesperrt haben) kommen aus Japan kaum bis keine Informationen über die Existenz von Misskey an westliche Mastodon-Nutzer. Nennenswerte Forkeys gibt es zu diesem Zeitpunkt in der westlichen Welt auch noch nicht.

    Auf Friendica, Hubzilla und (streams) tut man auch nichts, weil das ein Twitter-Thema ist und man eher Richtung Facebook orientiert ist. Ein paar Friendica-Nutzer wären bereit gewesen, Leute von Facebook nach Friendica zu holen. Auf Hubzilla sorgte man sich eher darüber, wie tageslichttauglich Hubzilla gerade war, und die Community steckte allgemein in einer Lethargie. (streams) hatte zu diesem Zeitpunkt kaum Nutzer. Und überall schien man anzuzweifeln, daß man in der Lage ist, einen Riesenexodus von mehreren Millionen auf den existierenden Servern aufnehmen zu können.

    Oktober 2022. Elon Musk kauft Twitter auf. Noch sehr viel mehr Leute wollen da weg, wissen aber nicht wohin. Sie werden nun nach Mastodon eingeladen von denen, die im Februar/März von Twitter nach Mastodon geflohen sind. Ihr Wissensstand ist immer noch derselbe: "Es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon".

    Pleroma? Misskey? Forkeys? Friendica? Hubzilla? (streams)? Siehe oben.

    So, warum sind Friendica und Hubzilla nicht größer, obwohl sie älter sind?

    Zunächst einmal: Mike Macgirvin hat bis 2023 angenommen, wenn er etwas baut, dann kommen die Leute schon von ganz alleine. Er ist kein Mensch der Öffentlichkeit. Er lebt mit seiner Frau, zwei Australian Shepherds und ein paar Hühnern auf einer Farm im australischen Outback, also in einer ziemlichen Einöde, wo man schon seine eigenen Nachbarn nicht sieht.

    Mikes Hoffnung scheint auf dem Leidensdruck der Leute und ihrer Bereitschaft zum selbständigen Googlen zu beruhen. Mike glaubt, wenn die Leute mit Facebook nur unzufrieden genug sind, dann googlen sie von ganz alleine nach Alternativen, und dann werden sie seine Kreationen finden und als am besten erachten. Was er nicht auf dem Zettel hat: Niemand googlet nach dezentralen Facebook-Alternativen, wenn man nicht einmal eine vage Vorahnung hat, daß es sowas geben könnte. Oder daß es überhaupt Alternativen zu Facebook geben könnte. Social Networking = Facebook zur damaligen Zeit.

    Jedenfalls:

    März 2010. Facebook wird langsam so schlimm, daß Mike sich selbst daransetzt, eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare und obendrein sehr mächtige Alternative zu entwickeln.

    Mai 2010. Zum einen: Mike rollt die erste Vorabversion von Mistpark aus.

    Zum anderen: Vier junge Apple-Fanbois in den USA finden Facebook auch schlimm. Auch sie wollen eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare Alternative zu Facebook entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch zu früh, um Mistpark auf Google zu finden. Abgesehen davon rechnen auch die vier nicht damit, daß jemand so etwas schon mal gemacht haben könnte. Sonst hätten sie ja davon gehört, oder?

    Jedenfalls: Die vier beschließen, ihren "Facebook-Killer" namens diaspora* über den Sommer 2010 zu entwickeln. Dafür brauchen sie aber Geld. $3.000 pro Nase, also $12.000 insgesamt. Sie starten eine Crowdfunding-Kampagne. Die geht komplett viral. Die Mainstream-Massenmedien picken auf, daß da vier Jungs etwas entwickeln wollen, was das immer schlimmer werdende Facebook ersetzen soll, und zwar, ohne die Nutzer auszuspionieren.

    Binnen kürzester Zeit nehmen sie über $200.000 ein.

    An dieser Stelle hätte Mike sich an die Massenmedien wenden können: Das, was die vier da vorhaben, das hat er schon fast fertig entwickelt. Ohne Crowdfunding. Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Juli 2010. Mike rollt den ersten stabilen Release von Mistpark aus. Die mächtigste föderierte Serversoftware, bis Mike es selbst entthronen wird. Wieder ohne jegliche Werbung, PR, Publicitiy oder was auch immer. Jetzt hätte Mike erst recht an die Tech- und Massenmedien gehen können und sagen können: "Hier, ich habe ganz alleine und für lau einen Facebook-Killer entwickelt, der sogar noch viel besser und mächtiger ist als Facebook!" Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Herbst 2010. Die erste superfrühe Alpha-Version von diaspora* wird ausgerollt. Im Grunde ist es eine ziemliche Enttäuschung. Es ist buggy, es läuft nur auf Mac-Servern, und es kann auch nicht sehr viel. Trotzdem wird es zumindest von genügend Hipstern angenommen, daß Google davon erfährt und diaspora* nach Strich und Faden für sein eigenes Google+ abkupfert und sogar das Aussehen von diaspora* zu Googles neuer Corporate Identity macht.

    Auch etliche Tech-Geeks gehen nach diaspora*. Warum nicht nach Mistpark? Weil sie von Mistpark nichts wissen. Und weil sie angesichts der Sowieso-Verfügbarkeit von diaspora* kein Stück auf die Idee kommen zu googlen, ob's nicht noch was Besseres gibt.

    Sogar auf diaspora* erfährt man erst allmählich von Mistpark, das inzwischen Friendika heißt, als es dessen Entwicklern gelungen ist, sich ohne jegliche API oder so mit diaspora* zu verbinden. Friendika wird auf diaspora* dadurch bekannt, daß a) es selbst dort vertreten ist und b) seine Nutzer zu diaspora*-Nutzern darüber reden. Ein paar ziehen tatsächlich um, weil ihnen diaspora* zu unterausgestattet ist. Das heißt, einige merken auch diese Unterausstattung erst, als sie Friendika ausprobieren.

    Das geht so weiter. Auch als Tobias und Michael übernehmen, machen sie für Friendica kaum Werbung. Das heißt, es gibt einen Vortrag auf einem CCC. Aber der Vortrag ist nicht auf potentielle Nutzer ausgelegt, sondern auf Entwickler und Serveradmins.

    Als Friendica sich mit Facebook verbindet, hofft man darauf, daß Friendica auf Facebook durch seine bloße Präsenz für sich werben kann. Klappt nicht.

    April 2015. diaspora* ist weitestgehend wieder vergessen. Von Friendica weiß weiterhin keine Sau.

    Nun wird das gerade erst aus der Red Matrix umgebaute Hubzilla erstmals vorgestellt. Es ist mächtiger als alles, was es bisher an dezentraler, föderierter Software gab. Aber weder Mike noch Mario noch Harald macht irgendwelche Werbung dafür. Wieder hofft man auf Suchmaschinen.

    Die Communities von beiden machen auch nichts. Ihnen gehört das ja nicht, also ist Werbung nicht ihr Bier. Außerdem haben gerade die Friendica-Nutzer immer noch PTSD davon, daß Friendica-Nodes sogar auf dedizierten Servern oft nur ein paar hundert Leute aufnehmen können. Man könnte Leute allenfalls kleckerweise von Facebook holen, aber keine riesige Umsteigerlawine verkraften. Und auf Hubzilla redet man sich ein, daß Hubzilla ja eigentlich kein soziales Netzwerk ist, sondern ein "soziales CMS", aber trotzdem jetzt nicht so unbedingt direkt eine Facebook-Alternative, daß man jetzt unbedingt Leute von Facebook einladen müßte.

    Das zieht sich bis heute so hin. Die erste zaghafte Werbung gibt es erst 2023. Und auch die gibt's nur im längst von Mastodon dominierten Fediverse. Und auch die hält sich zum einen nicht an Mastodons Regeln (zu lange Posts führen zu Mutes und Blocks, fehlende Hashtags führen zu Unauffindbarkeit, aber wer kann schon damit rechnen, daß man Hashtags braucht, wenn man doch selbst an Gruppen gewöhnt ist). Zum anderen spricht man nicht die Sprache der Mastodon-Nutzer, erklärt ihnen also nicht, daß Friendica/Hubzilla/(streams) im Fediverse und damit auch mit Mastodon verbunden ist. Selbst wenn man das täte, würde man mehr Mastodon-Nutzer verstören als anziehen.

    Und zum anderen: Was würde denn all die benannten Beteiligten davon abhalten, das zu tun genau jetzt? Warum passiert genau das noch nicht? Wäre doch, wenn alle das wollen, leicht möglich, oder? Abschauen, was Mastodon richtig gemacht hat nach außen, und das genau so gut oder besser machen? Welche Entschuldigung gibt es dann im Moment, das nicht zu tun?

    Die "Entschuldigung" wäre, daß viele andere Fediverse-Anwendungen dann aufhören könnten.

    Ich rede nicht von denen, die von vornherein ganz anders aufgestellt sind als Mastodon (PeerTube, Funkwhale, Owncast, Mobilizon, Flohmarkt, Ibex etc.).

    Ich rede von denen, die im Prinzip auch das tun könnten, was Mastodon. Deren Alleinstellungsmerkmal aber ist, daß sie eben gerade anders sind als Mastodon und Dinge anders machen als Mastodon (Pleroma, Akkoma, Misskey, Sharkey, CherryPick, Iceshrimp-JS, Iceshrimp.NET, GoToSocial, Mitra, snac2, Socialhome, Friendica, Hubzilla, (streams), Forte etc.).

    Wenn die alle total an Mastodon angepaßt werden, wenn die alle ganz genau wie Mastodon werden, wofür braucht es die dann noch? Warum sollte sie jemand benutzen? Was außer dem Namen unterscheidet sie dann noch von Mastodon?

    Und vor allem: Glaubst du wirklich, die Entwickler werden ihre Babys zusammenschnippeln auf Mastodon-Format, nur um Frieden mit Mastodon zu haben? Und glaubst du auch, die Serveradmins werden auf diese zusammengeschnippelten neuen Versionen updaten?

    Okay, nehmen wir mal Hubzilla als Beispiel, das ultimative Anti-Mastodon.

    Nehmen wir mal an, morgen früh (um das Ganze möglichst schnell zu machen; du willst ja, daß das jetzt sofort augenblicklich passiert) rollen @Mario Vavti und @Harald Eilertsen Hubzilla 12.0 aus. Änderungen:
    • Die Mastodon Client API wird eingeführt. Der gesamte Funktionsumfang wird reduziert auf das, was die Mastodon Client API abdeckt. Hubzillas eigene Client API wird abgeschafft.
    • ActivityPub ist jetzt das Basisprotokoll.
    • Unterstützung für alle anderen Protokolle, inklusive Zot6 und diaspora*, aber auch der RSS- und Atom-Aggregator, fliegen raus.
    • Es gibt keine mehreren Identitäten pro Konto mehr, weil Mastodon die nicht versteht. Jeder Kanal wird zu einem eigenständigen Konto mit denselben Credentials wie das Konto, zu dem er vorher gehörte.
    • Das heißt, Forenkanäle werden gänzlich gelöscht, weil Mastodon keine Gruppen unterstützt.
    • Es gibt keine nomadische Identität mehr, weil Mastodon das nicht hat und damit nicht umgehen kann. Klone werden zu eigenständigen Konten. Umziehen geht höchstens noch per Export und Import. Und auch die Formate sind an Mastodon angepaßt.
    • Alle Profile außer dem öffentlichen werden gelöscht. Damit könnte Mastodon sowieso nicht umgehen.
    • Beim öffentlichen Profil werden alle Profilfelder außer dem Profiltext gelöscht. Vier neue Mehrzweck-Profilfelder werden angelegt. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Das Konzept bidirektionaler Kontakte wird ersetzt durch einseitiges Folgen und auch einseitiges Gefolgtwerden wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Privacy-Gruppen werden umgewandelt in Listen, die nur noch haargenau die Features und die Handhabung von Mastodon-Listen haben.
    • Es gibt keine verschiedenen Kanalrollen mehr, nur noch eine Art von Konto. Wie auf Mastodon. Wie gesagt, Forenkanäle werden nicht in Konten umgewandelt, sondern gänzlich gelöscht.
    • Das komplette Berechtigungssystem wird ersatzlos gelöscht. Alle existierenden Berechtigungen (außer bei DMs) werden auf öffentlich gesetzt.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Blacklist wird umgewandelt in jeweils eine Filtereinstellung pro Zeile. Reine Schlüsselwörter werden normale Filter. Schlüsselwörter mit RegEx, die nur dazu dienen, daß die Wörter nur als Ganzes erkannt werden, werden umgewandelt in entsprechende Filter. Alle anderen Filterzeilen werden ersatzlos gelöscht.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Whitelist wird ersatzlos gelöscht, ebenso die individuellen Filter pro Kontakt.
    • Überhaupt, alle Pro-Kontakt-Einstellungen werden gelöscht, weil Mastodon sowas nicht unterstützt und auch nicht damit rechnet.
    • Die NSFW-Filterliste könnte auch entsprechend in Filterzeilen konvertiert werden, die Posts nicht löschen, sondern verstecken. Weil dieses Feature auf Mastodon aber nie Teil der Mastodon-Kultur geworden ist, die noch auf Mastodon 3.x basiert, wird die NSFW-Filterliste gänzlich und ersatzlos gelöscht.
    • Die maximale Postlänge wird von 16.777.215 Zeichen auf 500 Zeichen reduziert. Längere Beiträge werden automatisch in Threads zerstückelt.
    • Titel werden abgeschafft; existierende Titel werden gelöscht. Damit kann Mastodon eh nichts anfangen.
    • Das Zusammenfassungsfeld wird in CW-Feld umbenannt, damit es aus Mastodon-Sicht nicht mehr falsch benutzt wird.
    • Jegliche Form von Textformatierung und -gestaltung wird ersatzlos abgeschafft. Schon existierende Formatierungen werden entfernt.
    • Eingebettete Bilder und mehr als vier Bilder pro Beitrag werden auch abgeschafft. Von den Bildern in Beiträgen werden die ersten vier in Dateianhänge umgewandelt und die übrigen gelöscht. Alt-Texte wandern in separate Text- und Datenbankfelder mit einem harten Limit von 1.500 Zeichen.
    • Zitate werden abgeschafft. Auch die könnte Mastodon darstellen, aber nicht erzeugen, also gehören sie nicht nach Mastodon.
    • Das Teilen von Beiträgen wird in "Zitieren" umbenannt und umgestellt auf dieselbe Art und Weise, die auch Mastodon anwendet. Oder gleich komplett abgeschafft, weil es Mastodon-Nutzer stören könnte.
    • Das Wiederholen von Beiträgen wird in "Boosten" umbenannt. Oder gleich in "Retröten", weil das mehr Mastodon-Nutzer verstehen.
    • Umfragen können nur noch vier Optionen haben, deren Namen auf 50 Zeichen beschränkt sind, und das Wählen mehrerer Optionen geht nicht mehr.
    • Jegliche Unterstützung geschlossener Konversationen wird abgeschafft zugunsten eines losen Threadmodells wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht. Die Unterstützung für FEP-171b "Conversation Containers" wird komplett und ersatzlos gestrichen. Das ganze FEP wird gelöscht.
    • Posts heißen jetzt Tröts.
    • Kommentare heißen jetzt auch Tröts.
    • Der Zähler für ungelesene Beiträge wird abgeschafft.
    • Die HQ-Seite wird abgeschafft. Die Kanalseite wird abgeschafft. Es gibt nur noch den Network-Stream. Der wird darauf hartgecodet, nur noch Einzelbeiträge zu zeigen und keine ganzen Konversationen mehr. Das soll verhindern, daß Hubzilla-Nutzer immer noch Hubzilla irgendwie anders nutzen, als Mastodon-Nutzer Mastodon nutzen.
    • Der Filespace wird abgeschafft. WebDAV sowieso. Dateien werden so gehandhabt wie auf Mastodon.
    • Der Eventkalender wird abgeschafft, weil Mastodon eh keine Events kann.
    • Der CalDAV-Kalenderserver wird abgeschafft.
    • Der CardDAV-Adreßbuchserver wird abgeschafft.
    • Artikel werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Planungskarten werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Wikis werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Webpages werden abgeschafft. Hubzilla wird eine neue offizielle Website brauchen.
    • Kanalquellen werden abgeschafft. Auf Mastodon kann man ja auch nicht mit Bordmitteln Bots bauen, außerdem sind Bots böse.
    • Der PDL-Editor wird abgeschafft. Die Unterstützung von Themes wird abgeschafft. Hubzillas Oberfläche wird hartgecodet. Entweder sieht es jetzt wie Mastodon oder wie Twitter aus. Egal, ob es eigentlich aus einer Facebook-Alternative hervorgegangen ist. Aber die primäre Facebook-Alternative im Fediverse ist jetzt auch Mastodon.
    • Alle anderen optionalen Apps werden auch abgeschafft. Hubzilla ist nicht mehr modular.

    So, jetzt frage ich dich: Glaubst du, Mario und Harald machen das wirklich?

    Glaubst du wirklich, sie kastrieren Hubzilla tatsächlich freiwillig um locker 90% seiner Features, nur um sich Mastodon anzubiedern? Die beiden, die sich bis jetzt von Gargron überhaupt gar nichts haben sagen lassen?

    Und glaubst du allen Ernstes, Hub-Admins wie @Der Pepe (Hubzilla) ⁂, @Mark Nowiasz oder @Steffen gehen wirklich dabei und stellen ihre Hubs auf das so zusammengestrichene Hubzilla 12.0 um, das sich außer im Namen praktisch nicht mehr von Mastodon unterscheidet? Für einen Diktatfrieden mit dem eigentlich konzeptionell völlig anderen und bis dahin featuremäßig hoffnungslos unterlegenen Mastodon?

    Und warum glaubst du, daß genau diese Personen genau das auch tatsächlich tun werden? Auch ich hätte dafür gerne eine ehrliche Antwort.

    Wohlgemerkt, @Steffen 🦉🇪🇺 hat erst vor kurzem einen Mastodon-Server abgeschaltet und setzt jetzt nur noch auf Friendica und Hubzilla. Und du glaubst allen Ernstes, er läßt zu, daß beide durch neue Versionen der Serversoftware zu Mastodon-Klonen reduziert werden?

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #diaspora* #Mistpark #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) #Mastoverse #MastodonFediverse
  8. @Kristian
    Zum einen: Warum hat Mastodon als deutlich jüngeres Projekt deutlich mehr Nutzer für sich gewinnen können als die Projekte, die schon länger am Start sind? Was ist denen gelungen, was alle anderen nicht geschafft haben?

    Halb Zufall, halb Publicity.

    2016. Mastodon ist raus. Anscheinend redet Gargron online viel darüber. Jedenfalls mehr als die hinter Pleroma, Friendica und Hubzilla. Und das ebenfalls zentralistische und nicht mehr mit dem Fediverse verbundene Identi.ca ist eh nicht in den Händen von jemandem, der Deutsch kann, und auch Evan Prodromou redet nicht groß drüber, jedenfalls nicht mit Leuten, die ihm über Mainstream-Medien Publicity verschaffen könnten.

    Ein deutsches Mainstream-Medium wird drauf aufmerksam und interviewt ihn und macht eine Story über ihn und Mastodon. Viele Leute lesen darüber, daß es an Microblogging nicht nur Twitter gibt. Twitter ist damals schon nicht unumstritten, aber allgemein wird bisher angenommen, daß es keinen Alternative dazu gibt. Identi.ca kennt keiner, GNU social kennt keiner, Pleroma kennt keiner, Friendica kennt keiner, Hubzilla kennt keiner. Aber von Mastodon lesen sie jetzt. Schon kommen neue Nutzer, die weiter microbloggen wollen, aber von Twitter wegwollen, nach Mastodon.

    2017. Auf Twitter werden Furries, Manga-/Anime-Fans und queere Personen von rechten Störenfrieden angegriffen. Irgendjemand entweder unter ihnen oder unter den Leuten, die sie kennen, kennt Mastodon und sagt, da können sie doch hingehen. Es findet ein großer Exodus dieser Personengruppen von Twitter nach Mastodon statt. Mastodon wächst weiter. Wieder kennt niemand Identi.ca, GNU social, Pleroma, Friendica oder Hubzilla. Daher gehen ausnahmslos alle nach Mastodon, und nur Mastodon profitiert davon.

    In den nächsten Jahren gibt es weitere solche Vorfälle auf Twitter. Wieder ist Mastodon die einzige bekannte Alternative (Grund: siehe 2016 und 2017). Wieder geht der Exodus nur nach Mastodon.

    Ein Schneeball kommt ins Rollen: Mastodon wird größer, mehr Leute sind da, mehr Leute kennen es, mehr Leute empfehlen Mastodon, Mastodon wird größer und so weiter.

    Mehr und mehr andere Serveranwendungen kommen ins Fediverse und verbinden sich mit Mastodon. Mastodon selbst ist aber so riesengroß, daß es innerhalb Mastodon geschätzte 99% allen Inhalts stellt. Inhalte von woanders sind auf Mastodon superselten.

    Dazu kommt: Mastodon zeigt nicht an, woher Beiträge kommen. Mastodon zeigt bei Beiträgen von Misskey nicht an, daß die von Misskey kommen. Daher erfahren Mastodon-Nutzer auch nicht, daß die von Misskey kommen. Sie erfahren somit nicht, daß es Misskey gibt. Sie glauben, das sind Mastodon-Tröts.

    Dazu kommt dann auch noch: Mastodon ist noch auf Version 3.x. Mastodon kann noch keine wie auch immer geartete Textformatierung darstellen. Das wird alles, aber auch wirklich alles von Mastodons HTML-"Sanitiser" rausgelöscht. Mastodon zeigt nur Klartext an. Das einzige, was Nicht-Mastodon-Beiträge von Mastodon-Tröts unterscheidet, ist, daß sie über 500 Zeichen lang sein können, daß Erwähnungen anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet), und daß Hashtags anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet).

    Februar 2022. Elon Musk, längst ein durch und durch xenophober Faschist, kündigt an, Twitter aufzukaufen. Viele wollen weg, wissen aber nicht wohin. Millionen von ihnen werden eingeladen nach Mastodon. Ohne irgendeine Erwähnung von irgendeiner anderen Alternative. Weil die, die sie einladen, selbst auch nur Twitter und Mastodon kennen und nie von irgendeiner anderen Alternative gehört haben.

    Februar/März 2022. Millionen von Twitter-Nutzern flüchten von Twitter nach Mastodon. Alle mit dem Wissensstand "es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon". Das so schon nicht kleine Mastodon wächst auf ein Vielfaches seiner Größe. Sowohl die Anzahl als auch der relative Anteil derjenigen, die glauben, das Fediverse sei nur Mastodon, und es gäbe nur Twitter und Mastodon, steigt.

    Die wenigen Pleroma-Nutzer scheinen die Situation zu verpennen.

    Misskey wächst auch, aber nur in Ostasien und speziell in Japan, wo es den Stellenwert hat, den Mastodon in der westlichen Welt hat. Aufgrund von Zeitzonen- und Sprachbarrieren (und weil die meisten westlichen Fediverse-Server den Misskey-Leuchtturmserver misskey.io gesperrt haben) kommen aus Japan kaum bis keine Informationen über die Existenz von Misskey an westliche Mastodon-Nutzer. Nennenswerte Forkeys gibt es zu diesem Zeitpunkt in der westlichen Welt auch noch nicht.

    Auf Friendica, Hubzilla und (streams) tut man auch nichts, weil das ein Twitter-Thema ist und man eher Richtung Facebook orientiert ist. Ein paar Friendica-Nutzer wären bereit gewesen, Leute von Facebook nach Friendica zu holen. Auf Hubzilla sorgte man sich eher darüber, wie tageslichttauglich Hubzilla gerade war, und die Community steckte allgemein in einer Lethargie. (streams) hatte zu diesem Zeitpunkt kaum Nutzer. Und überall schien man anzuzweifeln, daß man in der Lage ist, einen Riesenexodus von mehreren Millionen auf den existierenden Servern aufnehmen zu können.

    Oktober 2022. Elon Musk kauft Twitter auf. Noch sehr viel mehr Leute wollen da weg, wissen aber nicht wohin. Sie werden nun nach Mastodon eingeladen von denen, die im Februar/März von Twitter nach Mastodon geflohen sind. Ihr Wissensstand ist immer noch derselbe: "Es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon".

    Pleroma? Misskey? Forkeys? Friendica? Hubzilla? (streams)? Siehe oben.

    So, warum sind Friendica und Hubzilla nicht größer, obwohl sie älter sind?

    Zunächst einmal: Mike Macgirvin hat bis 2023 angenommen, wenn er etwas baut, dann kommen die Leute schon von ganz alleine. Er ist kein Mensch der Öffentlichkeit. Er lebt mit seiner Frau, zwei Australian Shepherds und ein paar Hühnern auf einer Farm im australischen Outback, also in einer ziemlichen Einöde, wo man schon seine eigenen Nachbarn nicht sieht.

    Mikes Hoffnung scheint auf dem Leidensdruck der Leute und ihrer Bereitschaft zum selbständigen Googlen zu beruhen. Mike glaubt, wenn die Leute mit Facebook nur unzufrieden genug sind, dann googlen sie von ganz alleine nach Alternativen, und dann werden sie seine Kreationen finden und als am besten erachten. Was er nicht auf dem Zettel hat: Niemand googlet nach dezentralen Facebook-Alternativen, wenn man nicht einmal eine vage Vorahnung hat, daß es sowas geben könnte. Oder daß es überhaupt Alternativen zu Facebook geben könnte. Social Networking = Facebook zur damaligen Zeit.

    Jedenfalls:

    März 2010. Facebook wird langsam so schlimm, daß Mike sich selbst daransetzt, eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare und obendrein sehr mächtige Alternative zu entwickeln.

    Mai 2010. Zum einen: Mike rollt die erste Vorabversion von Mistpark aus.

    Zum anderen: Vier junge Apple-Fanbois in den USA finden Facebook auch schlimm. Auch sie wollen eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare Alternative zu Facebook entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch zu früh, um Mistpark auf Google zu finden. Abgesehen davon rechnen auch die vier nicht damit, daß jemand so etwas schon mal gemacht haben könnte. Sonst hätten sie ja davon gehört, oder?

    Jedenfalls: Die vier beschließen, ihren "Facebook-Killer" namens diaspora* über den Sommer 2010 zu entwickeln. Dafür brauchen sie aber Geld. $3.000 pro Nase, also $12.000 insgesamt. Sie starten eine Crowdfunding-Kampagne. Die geht komplett viral. Die Mainstream-Massenmedien picken auf, daß da vier Jungs etwas entwickeln wollen, was das immer schlimmer werdende Facebook ersetzen soll, und zwar, ohne die Nutzer auszuspionieren.

    Binnen kürzester Zeit nehmen sie über $200.000 ein.

    An dieser Stelle hätte Mike sich an die Massenmedien wenden können: Das, was die vier da vorhaben, das hat er schon fast fertig entwickelt. Ohne Crowdfunding. Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Juli 2010. Mike rollt den ersten stabilen Release von Mistpark aus. Die mächtigste föderierte Serversoftware, bis Mike es selbst entthronen wird. Wieder ohne jegliche Werbung, PR, Publicitiy oder was auch immer. Jetzt hätte Mike erst recht an die Tech- und Massenmedien gehen können und sagen können: "Hier, ich habe ganz alleine und für lau einen Facebook-Killer entwickelt, der sogar noch viel besser und mächtiger ist als Facebook!" Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Herbst 2010. Die erste superfrühe Alpha-Version von diaspora* wird ausgerollt. Im Grunde ist es eine ziemliche Enttäuschung. Es ist buggy, es läuft nur auf Mac-Servern, und es kann auch nicht sehr viel. Trotzdem wird es zumindest von genügend Hipstern angenommen, daß Google davon erfährt und diaspora* nach Strich und Faden für sein eigenes Google+ abkupfert und sogar das Aussehen von diaspora* zu Googles neuer Corporate Identity macht.

    Auch etliche Tech-Geeks gehen nach diaspora*. Warum nicht nach Mistpark? Weil sie von Mistpark nichts wissen. Und weil sie angesichts der Sowieso-Verfügbarkeit von diaspora* kein Stück auf die Idee kommen zu googlen, ob's nicht noch was Besseres gibt.

    Sogar auf diaspora* erfährt man erst allmählich von Mistpark, das inzwischen Friendika heißt, als es dessen Entwicklern gelungen ist, sich ohne jegliche API oder so mit diaspora* zu verbinden. Friendika wird auf diaspora* dadurch bekannt, daß a) es selbst dort vertreten ist und b) seine Nutzer zu diaspora*-Nutzern darüber reden. Ein paar ziehen tatsächlich um, weil ihnen diaspora* zu unterausgestattet ist. Das heißt, einige merken auch diese Unterausstattung erst, als sie Friendika ausprobieren.

    Das geht so weiter. Auch als Tobias und Michael übernehmen, machen sie für Friendica kaum Werbung. Das heißt, es gibt einen Vortrag auf einem CCC. Aber der Vortrag ist nicht auf potentielle Nutzer ausgelegt, sondern auf Entwickler und Serveradmins.

    Als Friendica sich mit Facebook verbindet, hofft man darauf, daß Friendica auf Facebook durch seine bloße Präsenz für sich werben kann. Klappt nicht.

    April 2015. diaspora* ist weitestgehend wieder vergessen. Von Friendica weiß weiterhin keine Sau.

    Nun wird das gerade erst aus der Red Matrix umgebaute Hubzilla erstmals vorgestellt. Es ist mächtiger als alles, was es bisher an dezentraler, föderierter Software gab. Aber weder Mike noch Mario noch Harald macht irgendwelche Werbung dafür. Wieder hofft man auf Suchmaschinen.

    Die Communities von beiden machen auch nichts. Ihnen gehört das ja nicht, also ist Werbung nicht ihr Bier. Außerdem haben gerade die Friendica-Nutzer immer noch PTSD davon, daß Friendica-Nodes sogar auf dedizierten Servern oft nur ein paar hundert Leute aufnehmen können. Man könnte Leute allenfalls kleckerweise von Facebook holen, aber keine riesige Umsteigerlawine verkraften. Und auf Hubzilla redet man sich ein, daß Hubzilla ja eigentlich kein soziales Netzwerk ist, sondern ein "soziales CMS", aber trotzdem jetzt nicht so unbedingt direkt eine Facebook-Alternative, daß man jetzt unbedingt Leute von Facebook einladen müßte.

    Das zieht sich bis heute so hin. Die erste zaghafte Werbung gibt es erst 2023. Und auch die gibt's nur im längst von Mastodon dominierten Fediverse. Und auch die hält sich zum einen nicht an Mastodons Regeln (zu lange Posts führen zu Mutes und Blocks, fehlende Hashtags führen zu Unauffindbarkeit, aber wer kann schon damit rechnen, daß man Hashtags braucht, wenn man doch selbst an Gruppen gewöhnt ist). Zum anderen spricht man nicht die Sprache der Mastodon-Nutzer, erklärt ihnen also nicht, daß Friendica/Hubzilla/(streams) im Fediverse und damit auch mit Mastodon verbunden ist. Selbst wenn man das täte, würde man mehr Mastodon-Nutzer verstören als anziehen.

    Und zum anderen: Was würde denn all die benannten Beteiligten davon abhalten, das zu tun genau jetzt? Warum passiert genau das noch nicht? Wäre doch, wenn alle das wollen, leicht möglich, oder? Abschauen, was Mastodon richtig gemacht hat nach außen, und das genau so gut oder besser machen? Welche Entschuldigung gibt es dann im Moment, das nicht zu tun?

    Die "Entschuldigung" wäre, daß viele andere Fediverse-Anwendungen dann aufhören könnten.

    Ich rede nicht von denen, die von vornherein ganz anders aufgestellt sind als Mastodon (PeerTube, Funkwhale, Owncast, Mobilizon, Flohmarkt, Ibex etc.).

    Ich rede von denen, die im Prinzip auch das tun könnten, was Mastodon. Deren Alleinstellungsmerkmal aber ist, daß sie eben gerade anders sind als Mastodon und Dinge anders machen als Mastodon (Pleroma, Akkoma, Misskey, Sharkey, CherryPick, Iceshrimp-JS, Iceshrimp.NET, GoToSocial, Mitra, snac2, Socialhome, Friendica, Hubzilla, (streams), Forte etc.).

    Wenn die alle total an Mastodon angepaßt werden, wenn die alle ganz genau wie Mastodon werden, wofür braucht es die dann noch? Warum sollte sie jemand benutzen? Was außer dem Namen unterscheidet sie dann noch von Mastodon?

    Und vor allem: Glaubst du wirklich, die Entwickler werden ihre Babys zusammenschnippeln auf Mastodon-Format, nur um Frieden mit Mastodon zu haben? Und glaubst du auch, die Serveradmins werden auf diese zusammengeschnippelten neuen Versionen updaten?

    Okay, nehmen wir mal Hubzilla als Beispiel, das ultimative Anti-Mastodon.

    Nehmen wir mal an, morgen früh (um das Ganze möglichst schnell zu machen; du willst ja, daß das jetzt sofort augenblicklich passiert) rollen @Mario Vavti und @Harald Eilertsen Hubzilla 12.0 aus. Änderungen:
    • Die Mastodon Client API wird eingeführt. Der gesamte Funktionsumfang wird reduziert auf das, was die Mastodon Client API abdeckt. Hubzillas eigene Client API wird abgeschafft.
    • ActivityPub ist jetzt das Basisprotokoll.
    • Unterstützung für alle anderen Protokolle, inklusive Zot6 und diaspora*, aber auch der RSS- und Atom-Aggregator, fliegen raus.
    • Es gibt keine mehreren Identitäten pro Konto mehr, weil Mastodon die nicht versteht. Jeder Kanal wird zu einem eigenständigen Konto mit denselben Credentials wie das Konto, zu dem er vorher gehörte.
    • Das heißt, Forenkanäle werden gänzlich gelöscht, weil Mastodon keine Gruppen unterstützt.
    • Es gibt keine nomadische Identität mehr, weil Mastodon das nicht hat und damit nicht umgehen kann. Klone werden zu eigenständigen Konten. Umziehen geht höchstens noch per Export und Import. Und auch die Formate sind an Mastodon angepaßt.
    • Alle Profile außer dem öffentlichen werden gelöscht. Damit könnte Mastodon sowieso nicht umgehen.
    • Beim öffentlichen Profil werden alle Profilfelder außer dem Profiltext gelöscht. Vier neue Mehrzweck-Profilfelder werden angelegt. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Das Konzept bidirektionaler Kontakte wird ersetzt durch einseitiges Folgen und auch einseitiges Gefolgtwerden wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Privacy-Gruppen werden umgewandelt in Listen, die nur noch haargenau die Features und die Handhabung von Mastodon-Listen haben.
    • Es gibt keine verschiedenen Kanalrollen mehr, nur noch eine Art von Konto. Wie auf Mastodon. Wie gesagt, Forenkanäle werden nicht in Konten umgewandelt, sondern gänzlich gelöscht.
    • Das komplette Berechtigungssystem wird ersatzlos gelöscht. Alle existierenden Berechtigungen (außer bei DMs) werden auf öffentlich gesetzt.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Blacklist wird umgewandelt in jeweils eine Filtereinstellung pro Zeile. Reine Schlüsselwörter werden normale Filter. Schlüsselwörter mit RegEx, die nur dazu dienen, daß die Wörter nur als Ganzes erkannt werden, werden umgewandelt in entsprechende Filter. Alle anderen Filterzeilen werden ersatzlos gelöscht.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Whitelist wird ersatzlos gelöscht, ebenso die individuellen Filter pro Kontakt.
    • Überhaupt, alle Pro-Kontakt-Einstellungen werden gelöscht, weil Mastodon sowas nicht unterstützt und auch nicht damit rechnet.
    • Die NSFW-Filterliste könnte auch entsprechend in Filterzeilen konvertiert werden, die Posts nicht löschen, sondern verstecken. Weil dieses Feature auf Mastodon aber nie Teil der Mastodon-Kultur geworden ist, die noch auf Mastodon 3.x basiert, wird die NSFW-Filterliste gänzlich und ersatzlos gelöscht.
    • Die maximale Postlänge wird von 16.777.215 Zeichen auf 500 Zeichen reduziert. Längere Beiträge werden automatisch in Threads zerstückelt.
    • Titel werden abgeschafft; existierende Titel werden gelöscht. Damit kann Mastodon eh nichts anfangen.
    • Das Zusammenfassungsfeld wird in CW-Feld umbenannt, damit es aus Mastodon-Sicht nicht mehr falsch benutzt wird.
    • Jegliche Form von Textformatierung und -gestaltung wird ersatzlos abgeschafft. Schon existierende Formatierungen werden entfernt.
    • Eingebettete Bilder und mehr als vier Bilder pro Beitrag werden auch abgeschafft. Von den Bildern in Beiträgen werden die ersten vier in Dateianhänge umgewandelt und die übrigen gelöscht. Alt-Texte wandern in separate Text- und Datenbankfelder mit einem harten Limit von 1.500 Zeichen.
    • Zitate werden abgeschafft. Auch die könnte Mastodon darstellen, aber nicht erzeugen, also gehören sie nicht nach Mastodon.
    • Das Teilen von Beiträgen wird in "Zitieren" umbenannt und umgestellt auf dieselbe Art und Weise, die auch Mastodon anwendet. Oder gleich komplett abgeschafft, weil es Mastodon-Nutzer stören könnte.
    • Das Wiederholen von Beiträgen wird in "Boosten" umbenannt. Oder gleich in "Retröten", weil das mehr Mastodon-Nutzer verstehen.
    • Umfragen können nur noch vier Optionen haben, deren Namen auf 50 Zeichen beschränkt sind, und das Wählen mehrerer Optionen geht nicht mehr.
    • Jegliche Unterstützung geschlossener Konversationen wird abgeschafft zugunsten eines losen Threadmodells wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht. Die Unterstützung für FEP-171b "Conversation Containers" wird komplett und ersatzlos gestrichen. Das ganze FEP wird gelöscht.
    • Posts heißen jetzt Tröts.
    • Kommentare heißen jetzt auch Tröts.
    • Der Zähler für ungelesene Beiträge wird abgeschafft.
    • Die HQ-Seite wird abgeschafft. Die Kanalseite wird abgeschafft. Es gibt nur noch den Network-Stream. Der wird darauf hartgecodet, nur noch Einzelbeiträge zu zeigen und keine ganzen Konversationen mehr. Das soll verhindern, daß Hubzilla-Nutzer immer noch Hubzilla irgendwie anders nutzen, als Mastodon-Nutzer Mastodon nutzen.
    • Der Filespace wird abgeschafft. WebDAV sowieso. Dateien werden so gehandhabt wie auf Mastodon.
    • Der Eventkalender wird abgeschafft, weil Mastodon eh keine Events kann.
    • Der CalDAV-Kalenderserver wird abgeschafft.
    • Der CardDAV-Adreßbuchserver wird abgeschafft.
    • Artikel werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Planungskarten werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Wikis werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Webpages werden abgeschafft. Hubzilla wird eine neue offizielle Website brauchen.
    • Kanalquellen werden abgeschafft. Auf Mastodon kann man ja auch nicht mit Bordmitteln Bots bauen, außerdem sind Bots böse.
    • Der PDL-Editor wird abgeschafft. Die Unterstützung von Themes wird abgeschafft. Hubzillas Oberfläche wird hartgecodet. Entweder sieht es jetzt wie Mastodon oder wie Twitter aus. Egal, ob es eigentlich aus einer Facebook-Alternative hervorgegangen ist. Aber die primäre Facebook-Alternative im Fediverse ist jetzt auch Mastodon.
    • Alle anderen optionalen Apps werden auch abgeschafft. Hubzilla ist nicht mehr modular.

    So, jetzt frage ich dich: Glaubst du, Mario und Harald machen das wirklich?

    Glaubst du wirklich, sie kastrieren Hubzilla tatsächlich freiwillig um locker 90% seiner Features, nur um sich Mastodon anzubiedern? Die beiden, die sich bis jetzt von Gargron überhaupt gar nichts haben sagen lassen?

    Und glaubst du allen Ernstes, Hub-Admins wie @Der Pepe (Hubzilla) ⁂, @Mark Nowiasz oder @Steffen gehen wirklich dabei und stellen ihre Hubs auf das so zusammengestrichene Hubzilla 12.0 um, das sich außer im Namen praktisch nicht mehr von Mastodon unterscheidet? Für einen Diktatfrieden mit dem eigentlich konzeptionell völlig anderen und bis dahin featuremäßig hoffnungslos unterlegenen Mastodon?

    Und warum glaubst du, daß genau diese Personen genau das auch tatsächlich tun werden? Auch ich hätte dafür gerne eine ehrliche Antwort.

    Wohlgemerkt, @Steffen 🦉🇪🇺 hat erst vor kurzem einen Mastodon-Server abgeschaltet und setzt jetzt nur noch auf Friendica und Hubzilla. Und du glaubst allen Ernstes, er läßt zu, daß beide durch neue Versionen der Serversoftware zu Mastodon-Klonen reduziert werden?

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #diaspora* #Mistpark #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) #Mastoverse #MastodonFediverse
  9. @Kristian
    Zum einen: Warum hat Mastodon als deutlich jüngeres Projekt deutlich mehr Nutzer für sich gewinnen können als die Projekte, die schon länger am Start sind? Was ist denen gelungen, was alle anderen nicht geschafft haben?

    Halb Zufall, halb Publicity.

    2016. Mastodon ist raus. Anscheinend redet Gargron online viel darüber. Jedenfalls mehr als die hinter Pleroma, Friendica und Hubzilla. Und das ebenfalls zentralistische und nicht mehr mit dem Fediverse verbundene Identi.ca ist eh nicht in den Händen von jemandem, der Deutsch kann, und auch Evan Prodromou redet nicht groß drüber, jedenfalls nicht mit Leuten, die ihm über Mainstream-Medien Publicity verschaffen könnten.

    Ein deutsches Mainstream-Medium wird drauf aufmerksam und interviewt ihn und macht eine Story über ihn und Mastodon. Viele Leute lesen darüber, daß es an Microblogging nicht nur Twitter gibt. Twitter ist damals schon nicht unumstritten, aber allgemein wird bisher angenommen, daß es keinen Alternative dazu gibt. Identi.ca kennt keiner, GNU social kennt keiner, Pleroma kennt keiner, Friendica kennt keiner, Hubzilla kennt keiner. Aber von Mastodon lesen sie jetzt. Schon kommen neue Nutzer, die weiter microbloggen wollen, aber von Twitter wegwollen, nach Mastodon.

    2017. Auf Twitter werden Furries, Manga-/Anime-Fans und queere Personen von rechten Störenfrieden angegriffen. Irgendjemand entweder unter ihnen oder unter den Leuten, die sie kennen, kennt Mastodon und sagt, da können sie doch hingehen. Es findet ein großer Exodus dieser Personengruppen von Twitter nach Mastodon statt. Mastodon wächst weiter. Wieder kennt niemand Identi.ca, GNU social, Pleroma, Friendica oder Hubzilla. Daher gehen ausnahmslos alle nach Mastodon, und nur Mastodon profitiert davon.

    In den nächsten Jahren gibt es weitere solche Vorfälle auf Twitter. Wieder ist Mastodon die einzige bekannte Alternative (Grund: siehe 2016 und 2017). Wieder geht der Exodus nur nach Mastodon.

    Ein Schneeball kommt ins Rollen: Mastodon wird größer, mehr Leute sind da, mehr Leute kennen es, mehr Leute empfehlen Mastodon, Mastodon wird größer und so weiter.

    Mehr und mehr andere Serveranwendungen kommen ins Fediverse und verbinden sich mit Mastodon. Mastodon selbst ist aber so riesengroß, daß es innerhalb Mastodon geschätzte 99% allen Inhalts stellt. Inhalte von woanders sind auf Mastodon superselten.

    Dazu kommt: Mastodon zeigt nicht an, woher Beiträge kommen. Mastodon zeigt bei Beiträgen von Misskey nicht an, daß die von Misskey kommen. Daher erfahren Mastodon-Nutzer auch nicht, daß die von Misskey kommen. Sie erfahren somit nicht, daß es Misskey gibt. Sie glauben, das sind Mastodon-Tröts.

    Dazu kommt dann auch noch: Mastodon ist noch auf Version 3.x. Mastodon kann noch keine wie auch immer geartete Textformatierung darstellen. Das wird alles, aber auch wirklich alles von Mastodons HTML-"Sanitiser" rausgelöscht. Mastodon zeigt nur Klartext an. Das einzige, was Nicht-Mastodon-Beiträge von Mastodon-Tröts unterscheidet, ist, daß sie über 500 Zeichen lang sein können, daß Erwähnungen anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet), und daß Hashtags anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet).

    Februar 2022. Elon Musk, längst ein durch und durch xenophober Faschist, kündigt an, Twitter aufzukaufen. Viele wollen weg, wissen aber nicht wohin. Millionen von ihnen werden eingeladen nach Mastodon. Ohne irgendeine Erwähnung von irgendeiner anderen Alternative. Weil die, die sie einladen, selbst auch nur Twitter und Mastodon kennen und nie von irgendeiner anderen Alternative gehört haben.

    Februar/März 2022. Millionen von Twitter-Nutzern flüchten von Twitter nach Mastodon. Alle mit dem Wissensstand "es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon". Das so schon nicht kleine Mastodon wächst auf ein Vielfaches seiner Größe. Sowohl die Anzahl als auch der relative Anteil derjenigen, die glauben, das Fediverse sei nur Mastodon, und es gäbe nur Twitter und Mastodon, steigt.

    Die wenigen Pleroma-Nutzer scheinen die Situation zu verpennen.

    Misskey wächst auch, aber nur in Ostasien und speziell in Japan, wo es den Stellenwert hat, den Mastodon in der westlichen Welt hat. Aufgrund von Zeitzonen- und Sprachbarrieren (und weil die meisten westlichen Fediverse-Server den Misskey-Leuchtturmserver misskey.io gesperrt haben) kommen aus Japan kaum bis keine Informationen über die Existenz von Misskey an westliche Mastodon-Nutzer. Nennenswerte Forkeys gibt es zu diesem Zeitpunkt in der westlichen Welt auch noch nicht.

    Auf Friendica, Hubzilla und (streams) tut man auch nichts, weil das ein Twitter-Thema ist und man eher Richtung Facebook orientiert ist. Ein paar Friendica-Nutzer wären bereit gewesen, Leute von Facebook nach Friendica zu holen. Auf Hubzilla sorgte man sich eher darüber, wie tageslichttauglich Hubzilla gerade war, und die Community steckte allgemein in einer Lethargie. (streams) hatte zu diesem Zeitpunkt kaum Nutzer. Und überall schien man anzuzweifeln, daß man in der Lage ist, einen Riesenexodus von mehreren Millionen auf den existierenden Servern aufnehmen zu können.

    Oktober 2022. Elon Musk kauft Twitter auf. Noch sehr viel mehr Leute wollen da weg, wissen aber nicht wohin. Sie werden nun nach Mastodon eingeladen von denen, die im Februar/März von Twitter nach Mastodon geflohen sind. Ihr Wissensstand ist immer noch derselbe: "Es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon".

    Pleroma? Misskey? Forkeys? Friendica? Hubzilla? (streams)? Siehe oben.

    So, warum sind Friendica und Hubzilla nicht größer, obwohl sie älter sind?

    Zunächst einmal: Mike Macgirvin hat bis 2023 angenommen, wenn er etwas baut, dann kommen die Leute schon von ganz alleine. Er ist kein Mensch der Öffentlichkeit. Er lebt mit seiner Frau, zwei Australian Shepherds und ein paar Hühnern auf einer Farm im australischen Outback, also in einer ziemlichen Einöde, wo man schon seine eigenen Nachbarn nicht sieht.

    Mikes Hoffnung scheint auf dem Leidensdruck der Leute und ihrer Bereitschaft zum selbständigen Googlen zu beruhen. Mike glaubt, wenn die Leute mit Facebook nur unzufrieden genug sind, dann googlen sie von ganz alleine nach Alternativen, und dann werden sie seine Kreationen finden und als am besten erachten. Was er nicht auf dem Zettel hat: Niemand googlet nach dezentralen Facebook-Alternativen, wenn man nicht einmal eine vage Vorahnung hat, daß es sowas geben könnte. Oder daß es überhaupt Alternativen zu Facebook geben könnte. Social Networking = Facebook zur damaligen Zeit.

    Jedenfalls:

    März 2010. Facebook wird langsam so schlimm, daß Mike sich selbst daransetzt, eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare und obendrein sehr mächtige Alternative zu entwickeln.

    Mai 2010. Zum einen: Mike rollt die erste Vorabversion von Mistpark aus.

    Zum anderen: Vier junge Apple-Fanbois in den USA finden Facebook auch schlimm. Auch sie wollen eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare Alternative zu Facebook entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch zu früh, um Mistpark auf Google zu finden. Abgesehen davon rechnen auch die vier nicht damit, daß jemand so etwas schon mal gemacht haben könnte. Sonst hätten sie ja davon gehört, oder?

    Jedenfalls: Die vier beschließen, ihren "Facebook-Killer" namens diaspora* über den Sommer 2010 zu entwickeln. Dafür brauchen sie aber Geld. $3.000 pro Nase, also $12.000 insgesamt. Sie starten eine Crowdfunding-Kampagne. Die geht komplett viral. Die Mainstream-Massenmedien picken auf, daß da vier Jungs etwas entwickeln wollen, was das immer schlimmer werdende Facebook ersetzen soll, und zwar, ohne die Nutzer auszuspionieren.

    Binnen kürzester Zeit nehmen sie über $200.000 ein.

    An dieser Stelle hätte Mike sich an die Massenmedien wenden können: Das, was die vier da vorhaben, das hat er schon fast fertig entwickelt. Ohne Crowdfunding. Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Juli 2010. Mike rollt den ersten stabilen Release von Mistpark aus. Die mächtigste föderierte Serversoftware, bis Mike es selbst entthronen wird. Wieder ohne jegliche Werbung, PR, Publicitiy oder was auch immer. Jetzt hätte Mike erst recht an die Tech- und Massenmedien gehen können und sagen können: "Hier, ich habe ganz alleine und für lau einen Facebook-Killer entwickelt, der sogar noch viel besser und mächtiger ist als Facebook!" Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Herbst 2010. Die erste superfrühe Alpha-Version von diaspora* wird ausgerollt. Im Grunde ist es eine ziemliche Enttäuschung. Es ist buggy, es läuft nur auf Mac-Servern, und es kann auch nicht sehr viel. Trotzdem wird es zumindest von genügend Hipstern angenommen, daß Google davon erfährt und diaspora* nach Strich und Faden für sein eigenes Google+ abkupfert und sogar das Aussehen von diaspora* zu Googles neuer Corporate Identity macht.

    Auch etliche Tech-Geeks gehen nach diaspora*. Warum nicht nach Mistpark? Weil sie von Mistpark nichts wissen. Und weil sie angesichts der Sowieso-Verfügbarkeit von diaspora* kein Stück auf die Idee kommen zu googlen, ob's nicht noch was Besseres gibt.

    Sogar auf diaspora* erfährt man erst allmählich von Mistpark, das inzwischen Friendika heißt, als es dessen Entwicklern gelungen ist, sich ohne jegliche API oder so mit diaspora* zu verbinden. Friendika wird auf diaspora* dadurch bekannt, daß a) es selbst dort vertreten ist und b) seine Nutzer zu diaspora*-Nutzern darüber reden. Ein paar ziehen tatsächlich um, weil ihnen diaspora* zu unterausgestattet ist. Das heißt, einige merken auch diese Unterausstattung erst, als sie Friendika ausprobieren.

    Das geht so weiter. Auch als Tobias und Michael übernehmen, machen sie für Friendica kaum Werbung. Das heißt, es gibt einen Vortrag auf einem CCC. Aber der Vortrag ist nicht auf potentielle Nutzer ausgelegt, sondern auf Entwickler und Serveradmins.

    Als Friendica sich mit Facebook verbindet, hofft man darauf, daß Friendica auf Facebook durch seine bloße Präsenz für sich werben kann. Klappt nicht.

    April 2015. diaspora* ist weitestgehend wieder vergessen. Von Friendica weiß weiterhin keine Sau.

    Nun wird das gerade erst aus der Red Matrix umgebaute Hubzilla erstmals vorgestellt. Es ist mächtiger als alles, was es bisher an dezentraler, föderierter Software gab. Aber weder Mike noch Mario noch Harald macht irgendwelche Werbung dafür. Wieder hofft man auf Suchmaschinen.

    Die Communities von beiden machen auch nichts. Ihnen gehört das ja nicht, also ist Werbung nicht ihr Bier. Außerdem haben gerade die Friendica-Nutzer immer noch PTSD davon, daß Friendica-Nodes sogar auf dedizierten Servern oft nur ein paar hundert Leute aufnehmen können. Man könnte Leute allenfalls kleckerweise von Facebook holen, aber keine riesige Umsteigerlawine verkraften. Und auf Hubzilla redet man sich ein, daß Hubzilla ja eigentlich kein soziales Netzwerk ist, sondern ein "soziales CMS", aber trotzdem jetzt nicht so unbedingt direkt eine Facebook-Alternative, daß man jetzt unbedingt Leute von Facebook einladen müßte.

    Das zieht sich bis heute so hin. Die erste zaghafte Werbung gibt es erst 2023. Und auch die gibt's nur im längst von Mastodon dominierten Fediverse. Und auch die hält sich zum einen nicht an Mastodons Regeln (zu lange Posts führen zu Mutes und Blocks, fehlende Hashtags führen zu Unauffindbarkeit, aber wer kann schon damit rechnen, daß man Hashtags braucht, wenn man doch selbst an Gruppen gewöhnt ist). Zum anderen spricht man nicht die Sprache der Mastodon-Nutzer, erklärt ihnen also nicht, daß Friendica/Hubzilla/(streams) im Fediverse und damit auch mit Mastodon verbunden ist. Selbst wenn man das täte, würde man mehr Mastodon-Nutzer verstören als anziehen.

    Und zum anderen: Was würde denn all die benannten Beteiligten davon abhalten, das zu tun genau jetzt? Warum passiert genau das noch nicht? Wäre doch, wenn alle das wollen, leicht möglich, oder? Abschauen, was Mastodon richtig gemacht hat nach außen, und das genau so gut oder besser machen? Welche Entschuldigung gibt es dann im Moment, das nicht zu tun?

    Die "Entschuldigung" wäre, daß viele andere Fediverse-Anwendungen dann aufhören könnten.

    Ich rede nicht von denen, die von vornherein ganz anders aufgestellt sind als Mastodon (PeerTube, Funkwhale, Owncast, Mobilizon, Flohmarkt, Ibex etc.).

    Ich rede von denen, die im Prinzip auch das tun könnten, was Mastodon. Deren Alleinstellungsmerkmal aber ist, daß sie eben gerade anders sind als Mastodon und Dinge anders machen als Mastodon (Pleroma, Akkoma, Misskey, Sharkey, CherryPick, Iceshrimp-JS, Iceshrimp.NET, GoToSocial, Mitra, snac2, Socialhome, Friendica, Hubzilla, (streams), Forte etc.).

    Wenn die alle total an Mastodon angepaßt werden, wenn die alle ganz genau wie Mastodon werden, wofür braucht es die dann noch? Warum sollte sie jemand benutzen? Was außer dem Namen unterscheidet sie dann noch von Mastodon?

    Und vor allem: Glaubst du wirklich, die Entwickler werden ihre Babys zusammenschnippeln auf Mastodon-Format, nur um Frieden mit Mastodon zu haben? Und glaubst du auch, die Serveradmins werden auf diese zusammengeschnippelten neuen Versionen updaten?

    Okay, nehmen wir mal Hubzilla als Beispiel, das ultimative Anti-Mastodon.

    Nehmen wir mal an, morgen früh (um das Ganze möglichst schnell zu machen; du willst ja, daß das jetzt sofort augenblicklich passiert) rollen @Mario Vavti und @Harald Eilertsen Hubzilla 12.0 aus. Änderungen:
    • Die Mastodon Client API wird eingeführt. Der gesamte Funktionsumfang wird reduziert auf das, was die Mastodon Client API abdeckt. Hubzillas eigene Client API wird abgeschafft.
    • ActivityPub ist jetzt das Basisprotokoll.
    • Unterstützung für alle anderen Protokolle, inklusive Zot6 und diaspora*, aber auch der RSS- und Atom-Aggregator, fliegen raus.
    • Es gibt keine mehreren Identitäten pro Konto mehr, weil Mastodon die nicht versteht. Jeder Kanal wird zu einem eigenständigen Konto mit denselben Credentials wie das Konto, zu dem er vorher gehörte.
    • Das heißt, Forenkanäle werden gänzlich gelöscht, weil Mastodon keine Gruppen unterstützt.
    • Es gibt keine nomadische Identität mehr, weil Mastodon das nicht hat und damit nicht umgehen kann. Klone werden zu eigenständigen Konten. Umziehen geht höchstens noch per Export und Import. Und auch die Formate sind an Mastodon angepaßt.
    • Alle Profile außer dem öffentlichen werden gelöscht. Damit könnte Mastodon sowieso nicht umgehen.
    • Beim öffentlichen Profil werden alle Profilfelder außer dem Profiltext gelöscht. Vier neue Mehrzweck-Profilfelder werden angelegt. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Das Konzept bidirektionaler Kontakte wird ersetzt durch einseitiges Folgen und auch einseitiges Gefolgtwerden wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Privacy-Gruppen werden umgewandelt in Listen, die nur noch haargenau die Features und die Handhabung von Mastodon-Listen haben.
    • Es gibt keine verschiedenen Kanalrollen mehr, nur noch eine Art von Konto. Wie auf Mastodon. Wie gesagt, Forenkanäle werden nicht in Konten umgewandelt, sondern gänzlich gelöscht.
    • Das komplette Berechtigungssystem wird ersatzlos gelöscht. Alle existierenden Berechtigungen (außer bei DMs) werden auf öffentlich gesetzt.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Blacklist wird umgewandelt in jeweils eine Filtereinstellung pro Zeile. Reine Schlüsselwörter werden normale Filter. Schlüsselwörter mit RegEx, die nur dazu dienen, daß die Wörter nur als Ganzes erkannt werden, werden umgewandelt in entsprechende Filter. Alle anderen Filterzeilen werden ersatzlos gelöscht.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Whitelist wird ersatzlos gelöscht, ebenso die individuellen Filter pro Kontakt.
    • Überhaupt, alle Pro-Kontakt-Einstellungen werden gelöscht, weil Mastodon sowas nicht unterstützt und auch nicht damit rechnet.
    • Die NSFW-Filterliste könnte auch entsprechend in Filterzeilen konvertiert werden, die Posts nicht löschen, sondern verstecken. Weil dieses Feature auf Mastodon aber nie Teil der Mastodon-Kultur geworden ist, die noch auf Mastodon 3.x basiert, wird die NSFW-Filterliste gänzlich und ersatzlos gelöscht.
    • Die maximale Postlänge wird von 16.777.215 Zeichen auf 500 Zeichen reduziert. Längere Beiträge werden automatisch in Threads zerstückelt.
    • Titel werden abgeschafft; existierende Titel werden gelöscht. Damit kann Mastodon eh nichts anfangen.
    • Das Zusammenfassungsfeld wird in CW-Feld umbenannt, damit es aus Mastodon-Sicht nicht mehr falsch benutzt wird.
    • Jegliche Form von Textformatierung und -gestaltung wird ersatzlos abgeschafft. Schon existierende Formatierungen werden entfernt.
    • Eingebettete Bilder und mehr als vier Bilder pro Beitrag werden auch abgeschafft. Von den Bildern in Beiträgen werden die ersten vier in Dateianhänge umgewandelt und die übrigen gelöscht. Alt-Texte wandern in separate Text- und Datenbankfelder mit einem harten Limit von 1.500 Zeichen.
    • Zitate werden abgeschafft. Auch die könnte Mastodon darstellen, aber nicht erzeugen, also gehören sie nicht nach Mastodon.
    • Das Teilen von Beiträgen wird in "Zitieren" umbenannt und umgestellt auf dieselbe Art und Weise, die auch Mastodon anwendet. Oder gleich komplett abgeschafft, weil es Mastodon-Nutzer stören könnte.
    • Das Wiederholen von Beiträgen wird in "Boosten" umbenannt. Oder gleich in "Retröten", weil das mehr Mastodon-Nutzer verstehen.
    • Umfragen können nur noch vier Optionen haben, deren Namen auf 50 Zeichen beschränkt sind, und das Wählen mehrerer Optionen geht nicht mehr.
    • Jegliche Unterstützung geschlossener Konversationen wird abgeschafft zugunsten eines losen Threadmodells wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht. Die Unterstützung für FEP-171b "Conversation Containers" wird komplett und ersatzlos gestrichen. Das ganze FEP wird gelöscht.
    • Posts heißen jetzt Tröts.
    • Kommentare heißen jetzt auch Tröts.
    • Der Zähler für ungelesene Beiträge wird abgeschafft.
    • Die HQ-Seite wird abgeschafft. Die Kanalseite wird abgeschafft. Es gibt nur noch den Network-Stream. Der wird darauf hartgecodet, nur noch Einzelbeiträge zu zeigen und keine ganzen Konversationen mehr. Das soll verhindern, daß Hubzilla-Nutzer immer noch Hubzilla irgendwie anders nutzen, als Mastodon-Nutzer Mastodon nutzen.
    • Der Filespace wird abgeschafft. WebDAV sowieso. Dateien werden so gehandhabt wie auf Mastodon.
    • Der Eventkalender wird abgeschafft, weil Mastodon eh keine Events kann.
    • Der CalDAV-Kalenderserver wird abgeschafft.
    • Der CardDAV-Adreßbuchserver wird abgeschafft.
    • Artikel werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Planungskarten werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Wikis werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Webpages werden abgeschafft. Hubzilla wird eine neue offizielle Website brauchen.
    • Kanalquellen werden abgeschafft. Auf Mastodon kann man ja auch nicht mit Bordmitteln Bots bauen, außerdem sind Bots böse.
    • Der PDL-Editor wird abgeschafft. Die Unterstützung von Themes wird abgeschafft. Hubzillas Oberfläche wird hartgecodet. Entweder sieht es jetzt wie Mastodon oder wie Twitter aus. Egal, ob es eigentlich aus einer Facebook-Alternative hervorgegangen ist. Aber die primäre Facebook-Alternative im Fediverse ist jetzt auch Mastodon.
    • Alle anderen optionalen Apps werden auch abgeschafft. Hubzilla ist nicht mehr modular.

    So, jetzt frage ich dich: Glaubst du, Mario und Harald machen das wirklich?

    Glaubst du wirklich, sie kastrieren Hubzilla tatsächlich freiwillig um locker 90% seiner Features, nur um sich Mastodon anzubiedern? Die beiden, die sich bis jetzt von Gargron überhaupt gar nichts haben sagen lassen?

    Und glaubst du allen Ernstes, Hub-Admins wie @Der Pepe (Hubzilla) ⁂, @Mark Nowiasz oder @Steffen gehen wirklich dabei und stellen ihre Hubs auf das so zusammengestrichene Hubzilla 12.0 um, das sich außer im Namen praktisch nicht mehr von Mastodon unterscheidet? Für einen Diktatfrieden mit dem eigentlich konzeptionell völlig anderen und bis dahin featuremäßig hoffnungslos unterlegenen Mastodon?

    Und warum glaubst du, daß genau diese Personen genau das auch tatsächlich tun werden? Auch ich hätte dafür gerne eine ehrliche Antwort.

    Wohlgemerkt, @Steffen 🦉🇪🇺 hat erst vor kurzem einen Mastodon-Server abgeschaltet und setzt jetzt nur noch auf Friendica und Hubzilla. Und du glaubst allen Ernstes, er läßt zu, daß beide durch neue Versionen der Serversoftware zu Mastodon-Klonen reduziert werden?

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #diaspora* #Mistpark #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) #Mastoverse #MastodonFediverse
  10. @Kristian
    Zum einen: Warum hat Mastodon als deutlich jüngeres Projekt deutlich mehr Nutzer für sich gewinnen können als die Projekte, die schon länger am Start sind? Was ist denen gelungen, was alle anderen nicht geschafft haben?

    Halb Zufall, halb Publicity.

    2016. Mastodon ist raus. Anscheinend redet Gargron online viel darüber. Jedenfalls mehr als die hinter Pleroma, Friendica und Hubzilla. Und das ebenfalls zentralistische und nicht mehr mit dem Fediverse verbundene Identi.ca ist eh nicht in den Händen von jemandem, der Deutsch kann, und auch Evan Prodromou redet nicht groß drüber, jedenfalls nicht mit Leuten, die ihm über Mainstream-Medien Publicity verschaffen könnten.

    Ein deutsches Mainstream-Medium wird drauf aufmerksam und interviewt ihn und macht eine Story über ihn und Mastodon. Viele Leute lesen darüber, daß es an Microblogging nicht nur Twitter gibt. Twitter ist damals schon nicht unumstritten, aber allgemein wird bisher angenommen, daß es keinen Alternative dazu gibt. Identi.ca kennt keiner, GNU social kennt keiner, Pleroma kennt keiner, Friendica kennt keiner, Hubzilla kennt keiner. Aber von Mastodon lesen sie jetzt. Schon kommen neue Nutzer, die weiter microbloggen wollen, aber von Twitter wegwollen, nach Mastodon.

    2017. Auf Twitter werden Furries, Manga-/Anime-Fans und queere Personen von rechten Störenfrieden angegriffen. Irgendjemand entweder unter ihnen oder unter den Leuten, die sie kennen, kennt Mastodon und sagt, da können sie doch hingehen. Es findet ein großer Exodus dieser Personengruppen von Twitter nach Mastodon statt. Mastodon wächst weiter. Wieder kennt niemand Identi.ca, GNU social, Pleroma, Friendica oder Hubzilla. Daher gehen ausnahmslos alle nach Mastodon, und nur Mastodon profitiert davon.

    In den nächsten Jahren gibt es weitere solche Vorfälle auf Twitter. Wieder ist Mastodon die einzige bekannte Alternative (Grund: siehe 2016 und 2017). Wieder geht der Exodus nur nach Mastodon.

    Ein Schneeball kommt ins Rollen: Mastodon wird größer, mehr Leute sind da, mehr Leute kennen es, mehr Leute empfehlen Mastodon, Mastodon wird größer und so weiter.

    Mehr und mehr andere Serveranwendungen kommen ins Fediverse und verbinden sich mit Mastodon. Mastodon selbst ist aber so riesengroß, daß es innerhalb Mastodon geschätzte 99% allen Inhalts stellt. Inhalte von woanders sind auf Mastodon superselten.

    Dazu kommt: Mastodon zeigt nicht an, woher Beiträge kommen. Mastodon zeigt bei Beiträgen von Misskey nicht an, daß die von Misskey kommen. Daher erfahren Mastodon-Nutzer auch nicht, daß die von Misskey kommen. Sie erfahren somit nicht, daß es Misskey gibt. Sie glauben, das sind Mastodon-Tröts.

    Dazu kommt dann auch noch: Mastodon ist noch auf Version 3.x. Mastodon kann noch keine wie auch immer geartete Textformatierung darstellen. Das wird alles, aber auch wirklich alles von Mastodons HTML-"Sanitiser" rausgelöscht. Mastodon zeigt nur Klartext an. Das einzige, was Nicht-Mastodon-Beiträge von Mastodon-Tröts unterscheidet, ist, daß sie über 500 Zeichen lang sein können, daß Erwähnungen anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet), und daß Hashtags anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet).

    Februar 2022. Elon Musk, längst ein durch und durch xenophober Faschist, kündigt an, Twitter aufzukaufen. Viele wollen weg, wissen aber nicht wohin. Millionen von ihnen werden eingeladen nach Mastodon. Ohne irgendeine Erwähnung von irgendeiner anderen Alternative. Weil die, die sie einladen, selbst auch nur Twitter und Mastodon kennen und nie von irgendeiner anderen Alternative gehört haben.

    Februar/März 2022. Millionen von Twitter-Nutzern flüchten von Twitter nach Mastodon. Alle mit dem Wissensstand "es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon". Das so schon nicht kleine Mastodon wächst auf ein Vielfaches seiner Größe. Sowohl die Anzahl als auch der relative Anteil derjenigen, die glauben, das Fediverse sei nur Mastodon, und es gäbe nur Twitter und Mastodon, steigt.

    Die wenigen Pleroma-Nutzer scheinen die Situation zu verpennen.

    Misskey wächst auch, aber nur in Ostasien und speziell in Japan, wo es den Stellenwert hat, den Mastodon in der westlichen Welt hat. Aufgrund von Zeitzonen- und Sprachbarrieren (und weil die meisten westlichen Fediverse-Server den Misskey-Leuchtturmserver misskey.io gesperrt haben) kommen aus Japan kaum bis keine Informationen über die Existenz von Misskey an westliche Mastodon-Nutzer. Nennenswerte Forkeys gibt es zu diesem Zeitpunkt in der westlichen Welt auch noch nicht.

    Auf Friendica, Hubzilla und (streams) tut man auch nichts, weil das ein Twitter-Thema ist und man eher Richtung Facebook orientiert ist. Ein paar Friendica-Nutzer wären bereit gewesen, Leute von Facebook nach Friendica zu holen. Auf Hubzilla sorgte man sich eher darüber, wie tageslichttauglich Hubzilla gerade war, und die Community steckte allgemein in einer Lethargie. (streams) hatte zu diesem Zeitpunkt kaum Nutzer. Und überall schien man anzuzweifeln, daß man in der Lage ist, einen Riesenexodus von mehreren Millionen auf den existierenden Servern aufnehmen zu können.

    Oktober 2022. Elon Musk kauft Twitter auf. Noch sehr viel mehr Leute wollen da weg, wissen aber nicht wohin. Sie werden nun nach Mastodon eingeladen von denen, die im Februar/März von Twitter nach Mastodon geflohen sind. Ihr Wissensstand ist immer noch derselbe: "Es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon".

    Pleroma? Misskey? Forkeys? Friendica? Hubzilla? (streams)? Siehe oben.

    So, warum sind Friendica und Hubzilla nicht größer, obwohl sie älter sind?

    Zunächst einmal: Mike Macgirvin hat bis 2023 angenommen, wenn er etwas baut, dann kommen die Leute schon von ganz alleine. Er ist kein Mensch der Öffentlichkeit. Er lebt mit seiner Frau, zwei Australian Shepherds und ein paar Hühnern auf einer Farm im australischen Outback, also in einer ziemlichen Einöde, wo man schon seine eigenen Nachbarn nicht sieht.

    Mikes Hoffnung scheint auf dem Leidensdruck der Leute und ihrer Bereitschaft zum selbständigen Googlen zu beruhen. Mike glaubt, wenn die Leute mit Facebook nur unzufrieden genug sind, dann googlen sie von ganz alleine nach Alternativen, und dann werden sie seine Kreationen finden und als am besten erachten. Was er nicht auf dem Zettel hat: Niemand googlet nach dezentralen Facebook-Alternativen, wenn man nicht einmal eine vage Vorahnung hat, daß es sowas geben könnte. Oder daß es überhaupt Alternativen zu Facebook geben könnte. Social Networking = Facebook zur damaligen Zeit.

    Jedenfalls:

    März 2010. Facebook wird langsam so schlimm, daß Mike sich selbst daransetzt, eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare und obendrein sehr mächtige Alternative zu entwickeln.

    Mai 2010. Zum einen: Mike rollt die erste Vorabversion von Mistpark aus.

    Zum anderen: Vier junge Apple-Fanbois in den USA finden Facebook auch schlimm. Auch sie wollen eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare Alternative zu Facebook entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch zu früh, um Mistpark auf Google zu finden. Abgesehen davon rechnen auch die vier nicht damit, daß jemand so etwas schon mal gemacht haben könnte. Sonst hätten sie ja davon gehört, oder?

    Jedenfalls: Die vier beschließen, ihren "Facebook-Killer" namens diaspora* über den Sommer 2010 zu entwickeln. Dafür brauchen sie aber Geld. $3.000 pro Nase, also $12.000 insgesamt. Sie starten eine Crowdfunding-Kampagne. Die geht komplett viral. Die Mainstream-Massenmedien picken auf, daß da vier Jungs etwas entwickeln wollen, was das immer schlimmer werdende Facebook ersetzen soll, und zwar, ohne die Nutzer auszuspionieren.

    Binnen kürzester Zeit nehmen sie über $200.000 ein.

    An dieser Stelle hätte Mike sich an die Massenmedien wenden können: Das, was die vier da vorhaben, das hat er schon fast fertig entwickelt. Ohne Crowdfunding. Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Juli 2010. Mike rollt den ersten stabilen Release von Mistpark aus. Die mächtigste föderierte Serversoftware, bis Mike es selbst entthronen wird. Wieder ohne jegliche Werbung, PR, Publicitiy oder was auch immer. Jetzt hätte Mike erst recht an die Tech- und Massenmedien gehen können und sagen können: "Hier, ich habe ganz alleine und für lau einen Facebook-Killer entwickelt, der sogar noch viel besser und mächtiger ist als Facebook!" Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Herbst 2010. Die erste superfrühe Alpha-Version von diaspora* wird ausgerollt. Im Grunde ist es eine ziemliche Enttäuschung. Es ist buggy, es läuft nur auf Mac-Servern, und es kann auch nicht sehr viel. Trotzdem wird es zumindest von genügend Hipstern angenommen, daß Google davon erfährt und diaspora* nach Strich und Faden für sein eigenes Google+ abkupfert und sogar das Aussehen von diaspora* zu Googles neuer Corporate Identity macht.

    Auch etliche Tech-Geeks gehen nach diaspora*. Warum nicht nach Mistpark? Weil sie von Mistpark nichts wissen. Und weil sie angesichts der Sowieso-Verfügbarkeit von diaspora* kein Stück auf die Idee kommen zu googlen, ob's nicht noch was Besseres gibt.

    Sogar auf diaspora* erfährt man erst allmählich von Mistpark, das inzwischen Friendika heißt, als es dessen Entwicklern gelungen ist, sich ohne jegliche API oder so mit diaspora* zu verbinden. Friendika wird auf diaspora* dadurch bekannt, daß a) es selbst dort vertreten ist und b) seine Nutzer zu diaspora*-Nutzern darüber reden. Ein paar ziehen tatsächlich um, weil ihnen diaspora* zu unterausgestattet ist. Das heißt, einige merken auch diese Unterausstattung erst, als sie Friendika ausprobieren.

    Das geht so weiter. Auch als Tobias und Michael übernehmen, machen sie für Friendica kaum Werbung. Das heißt, es gibt einen Vortrag auf einem CCC. Aber der Vortrag ist nicht auf potentielle Nutzer ausgelegt, sondern auf Entwickler und Serveradmins.

    Als Friendica sich mit Facebook verbindet, hofft man darauf, daß Friendica auf Facebook durch seine bloße Präsenz für sich werben kann. Klappt nicht.

    April 2015. diaspora* ist weitestgehend wieder vergessen. Von Friendica weiß weiterhin keine Sau.

    Nun wird das gerade erst aus der Red Matrix umgebaute Hubzilla erstmals vorgestellt. Es ist mächtiger als alles, was es bisher an dezentraler, föderierter Software gab. Aber weder Mike noch Mario noch Harald macht irgendwelche Werbung dafür. Wieder hofft man auf Suchmaschinen.

    Die Communities von beiden machen auch nichts. Ihnen gehört das ja nicht, also ist Werbung nicht ihr Bier. Außerdem haben gerade die Friendica-Nutzer immer noch PTSD davon, daß Friendica-Nodes sogar auf dedizierten Servern oft nur ein paar hundert Leute aufnehmen können. Man könnte Leute allenfalls kleckerweise von Facebook holen, aber keine riesige Umsteigerlawine verkraften. Und auf Hubzilla redet man sich ein, daß Hubzilla ja eigentlich kein soziales Netzwerk ist, sondern ein "soziales CMS", aber trotzdem jetzt nicht so unbedingt direkt eine Facebook-Alternative, daß man jetzt unbedingt Leute von Facebook einladen müßte.

    Das zieht sich bis heute so hin. Die erste zaghafte Werbung gibt es erst 2023. Und auch die gibt's nur im längst von Mastodon dominierten Fediverse. Und auch die hält sich zum einen nicht an Mastodons Regeln (zu lange Posts führen zu Mutes und Blocks, fehlende Hashtags führen zu Unauffindbarkeit, aber wer kann schon damit rechnen, daß man Hashtags braucht, wenn man doch selbst an Gruppen gewöhnt ist). Zum anderen spricht man nicht die Sprache der Mastodon-Nutzer, erklärt ihnen also nicht, daß Friendica/Hubzilla/(streams) im Fediverse und damit auch mit Mastodon verbunden ist. Selbst wenn man das täte, würde man mehr Mastodon-Nutzer verstören als anziehen.

    Und zum anderen: Was würde denn all die benannten Beteiligten davon abhalten, das zu tun genau jetzt? Warum passiert genau das noch nicht? Wäre doch, wenn alle das wollen, leicht möglich, oder? Abschauen, was Mastodon richtig gemacht hat nach außen, und das genau so gut oder besser machen? Welche Entschuldigung gibt es dann im Moment, das nicht zu tun?

    Die "Entschuldigung" wäre, daß viele andere Fediverse-Anwendungen dann aufhören könnten.

    Ich rede nicht von denen, die von vornherein ganz anders aufgestellt sind als Mastodon (PeerTube, Funkwhale, Owncast, Mobilizon, Flohmarkt, Ibex etc.).

    Ich rede von denen, die im Prinzip auch das tun könnten, was Mastodon. Deren Alleinstellungsmerkmal aber ist, daß sie eben gerade anders sind als Mastodon und Dinge anders machen als Mastodon (Pleroma, Akkoma, Misskey, Sharkey, CherryPick, Iceshrimp-JS, Iceshrimp.NET, GoToSocial, Mitra, snac2, Socialhome, Friendica, Hubzilla, (streams), Forte etc.).

    Wenn die alle total an Mastodon angepaßt werden, wenn die alle ganz genau wie Mastodon werden, wofür braucht es die dann noch? Warum sollte sie jemand benutzen? Was außer dem Namen unterscheidet sie dann noch von Mastodon?

    Und vor allem: Glaubst du wirklich, die Entwickler werden ihre Babys zusammenschnippeln auf Mastodon-Format, nur um Frieden mit Mastodon zu haben? Und glaubst du auch, die Serveradmins werden auf diese zusammengeschnippelten neuen Versionen updaten?

    Okay, nehmen wir mal Hubzilla als Beispiel, das ultimative Anti-Mastodon.

    Nehmen wir mal an, morgen früh (um das Ganze möglichst schnell zu machen; du willst ja, daß das jetzt sofort augenblicklich passiert) rollen @Mario Vavti und @Harald Eilertsen Hubzilla 12.0 aus. Änderungen:
    • Die Mastodon Client API wird eingeführt. Der gesamte Funktionsumfang wird reduziert auf das, was die Mastodon Client API abdeckt. Hubzillas eigene Client API wird abgeschafft.
    • ActivityPub ist jetzt das Basisprotokoll.
    • Unterstützung für alle anderen Protokolle, inklusive Zot6 und diaspora*, aber auch der RSS- und Atom-Aggregator, fliegen raus.
    • Es gibt keine mehreren Identitäten pro Konto mehr, weil Mastodon die nicht versteht. Jeder Kanal wird zu einem eigenständigen Konto mit denselben Credentials wie das Konto, zu dem er vorher gehörte.
    • Das heißt, Forenkanäle werden gänzlich gelöscht, weil Mastodon keine Gruppen unterstützt.
    • Es gibt keine nomadische Identität mehr, weil Mastodon das nicht hat und damit nicht umgehen kann. Klone werden zu eigenständigen Konten. Umziehen geht höchstens noch per Export und Import. Und auch die Formate sind an Mastodon angepaßt.
    • Alle Profile außer dem öffentlichen werden gelöscht. Damit könnte Mastodon sowieso nicht umgehen.
    • Beim öffentlichen Profil werden alle Profilfelder außer dem Profiltext gelöscht. Vier neue Mehrzweck-Profilfelder werden angelegt. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Das Konzept bidirektionaler Kontakte wird ersetzt durch einseitiges Folgen und auch einseitiges Gefolgtwerden wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Privacy-Gruppen werden umgewandelt in Listen, die nur noch haargenau die Features und die Handhabung von Mastodon-Listen haben.
    • Es gibt keine verschiedenen Kanalrollen mehr, nur noch eine Art von Konto. Wie auf Mastodon. Wie gesagt, Forenkanäle werden nicht in Konten umgewandelt, sondern gänzlich gelöscht.
    • Das komplette Berechtigungssystem wird ersatzlos gelöscht. Alle existierenden Berechtigungen (außer bei DMs) werden auf öffentlich gesetzt.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Blacklist wird umgewandelt in jeweils eine Filtereinstellung pro Zeile. Reine Schlüsselwörter werden normale Filter. Schlüsselwörter mit RegEx, die nur dazu dienen, daß die Wörter nur als Ganzes erkannt werden, werden umgewandelt in entsprechende Filter. Alle anderen Filterzeilen werden ersatzlos gelöscht.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Whitelist wird ersatzlos gelöscht, ebenso die individuellen Filter pro Kontakt.
    • Überhaupt, alle Pro-Kontakt-Einstellungen werden gelöscht, weil Mastodon sowas nicht unterstützt und auch nicht damit rechnet.
    • Die NSFW-Filterliste könnte auch entsprechend in Filterzeilen konvertiert werden, die Posts nicht löschen, sondern verstecken. Weil dieses Feature auf Mastodon aber nie Teil der Mastodon-Kultur geworden ist, die noch auf Mastodon 3.x basiert, wird die NSFW-Filterliste gänzlich und ersatzlos gelöscht.
    • Die maximale Postlänge wird von 16.777.215 Zeichen auf 500 Zeichen reduziert. Längere Beiträge werden automatisch in Threads zerstückelt.
    • Titel werden abgeschafft; existierende Titel werden gelöscht. Damit kann Mastodon eh nichts anfangen.
    • Das Zusammenfassungsfeld wird in CW-Feld umbenannt, damit es aus Mastodon-Sicht nicht mehr falsch benutzt wird.
    • Jegliche Form von Textformatierung und -gestaltung wird ersatzlos abgeschafft. Schon existierende Formatierungen werden entfernt.
    • Eingebettete Bilder und mehr als vier Bilder pro Beitrag werden auch abgeschafft. Von den Bildern in Beiträgen werden die ersten vier in Dateianhänge umgewandelt und die übrigen gelöscht. Alt-Texte wandern in separate Text- und Datenbankfelder mit einem harten Limit von 1.500 Zeichen.
    • Zitate werden abgeschafft. Auch die könnte Mastodon darstellen, aber nicht erzeugen, also gehören sie nicht nach Mastodon.
    • Das Teilen von Beiträgen wird in "Zitieren" umbenannt und umgestellt auf dieselbe Art und Weise, die auch Mastodon anwendet. Oder gleich komplett abgeschafft, weil es Mastodon-Nutzer stören könnte.
    • Das Wiederholen von Beiträgen wird in "Boosten" umbenannt. Oder gleich in "Retröten", weil das mehr Mastodon-Nutzer verstehen.
    • Umfragen können nur noch vier Optionen haben, deren Namen auf 50 Zeichen beschränkt sind, und das Wählen mehrerer Optionen geht nicht mehr.
    • Jegliche Unterstützung geschlossener Konversationen wird abgeschafft zugunsten eines losen Threadmodells wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht. Die Unterstützung für FEP-171b "Conversation Containers" wird komplett und ersatzlos gestrichen. Das ganze FEP wird gelöscht.
    • Posts heißen jetzt Tröts.
    • Kommentare heißen jetzt auch Tröts.
    • Der Zähler für ungelesene Beiträge wird abgeschafft.
    • Die HQ-Seite wird abgeschafft. Die Kanalseite wird abgeschafft. Es gibt nur noch den Network-Stream. Der wird darauf hartgecodet, nur noch Einzelbeiträge zu zeigen und keine ganzen Konversationen mehr. Das soll verhindern, daß Hubzilla-Nutzer immer noch Hubzilla irgendwie anders nutzen, als Mastodon-Nutzer Mastodon nutzen.
    • Der Filespace wird abgeschafft. WebDAV sowieso. Dateien werden so gehandhabt wie auf Mastodon.
    • Der Eventkalender wird abgeschafft, weil Mastodon eh keine Events kann.
    • Der CalDAV-Kalenderserver wird abgeschafft.
    • Der CardDAV-Adreßbuchserver wird abgeschafft.
    • Artikel werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Planungskarten werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Wikis werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Webpages werden abgeschafft. Hubzilla wird eine neue offizielle Website brauchen.
    • Kanalquellen werden abgeschafft. Auf Mastodon kann man ja auch nicht mit Bordmitteln Bots bauen, außerdem sind Bots böse.
    • Der PDL-Editor wird abgeschafft. Die Unterstützung von Themes wird abgeschafft. Hubzillas Oberfläche wird hartgecodet. Entweder sieht es jetzt wie Mastodon oder wie Twitter aus. Egal, ob es eigentlich aus einer Facebook-Alternative hervorgegangen ist. Aber die primäre Facebook-Alternative im Fediverse ist jetzt auch Mastodon.
    • Alle anderen optionalen Apps werden auch abgeschafft. Hubzilla ist nicht mehr modular.

    So, jetzt frage ich dich: Glaubst du, Mario und Harald machen das wirklich?

    Glaubst du wirklich, sie kastrieren Hubzilla tatsächlich freiwillig um locker 90% seiner Features, nur um sich Mastodon anzubiedern? Die beiden, die sich bis jetzt von Gargron überhaupt gar nichts haben sagen lassen?

    Und glaubst du allen Ernstes, Hub-Admins wie @Der Pepe (Hubzilla) ⁂, @Mark Nowiasz oder @Steffen gehen wirklich dabei und stellen ihre Hubs auf das so zusammengestrichene Hubzilla 12.0 um, das sich außer im Namen praktisch nicht mehr von Mastodon unterscheidet? Für einen Diktatfrieden mit dem eigentlich konzeptionell völlig anderen und bis dahin featuremäßig hoffnungslos unterlegenen Mastodon?

    Und warum glaubst du, daß genau diese Personen genau das auch tatsächlich tun werden? Auch ich hätte dafür gerne eine ehrliche Antwort.

    Wohlgemerkt, @Steffen 🦉🇪🇺 hat erst vor kurzem einen Mastodon-Server abgeschaltet und setzt jetzt nur noch auf Friendica und Hubzilla. Und du glaubst allen Ernstes, er läßt zu, daß beide durch neue Versionen der Serversoftware zu Mastodon-Klonen reduziert werden?

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #diaspora* #Mistpark #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) #Mastoverse #MastodonFediverse
  11. Eine Verteidigung der Corporate Learning Community

    Diesen Beitrag schrieb ich im Sommer 2025 für das Buch „Gemeinsam lernen, gemeinsam wachsen. 15 Jahre Corporate Learning Community – Geschichten, Menschen, Erfahrungen, Themen“. Jetzt ist das Buch erschienen und ich veröffentliche den Beitrag auch hier. Weitere Beiträge anderer Autor:innen aus und zu dem Buch sammeln wir unter dem Hashtag #CLCBuch2025.

    Die Corporate Learning Community ist ein bemerkenswert uneinheitliches Gebilde aus locker organisiert in Verbindung stehenden Angestellten, Selbstständigen und potenziell lernlustigen Menschen in Unternehmen, Unis, Schulen, Vereinen oder anderen Organisationen, die sich in vielfältiger Weise dem Lernen in Organisationen verbunden fühlen. „Corporate Learning Professionals“ ist die für mich immer noch gewöhnungsbedürftige Selbstzuschreibung von Ernsthaftigkeit, die sich irgendwann mangels besserer Alternativen etabliert hat.

    So informell und vielfältig das Interessengebiet der Community und die namensgebende Profession und Professionalität sind, so differenziert sind auch die Blicke auf, Erwartungen an und Verständnisse davon, wie sich die Community nach außen und innen gibt, was sie antreibt, was sie eint und was sie entzweit. Da jede interessierte Person auch ohne Aufnahme und Mitgliedsausweis mitmachen, sich zugehörig fühlen, Mitgestaltungsansprüche anmelden, Kritik äußern und mit Lob vergiften kann, sind die Ansprüche an die Community und ihre Mitglieder kon-trovers. Es wird gelernt, gespielt, probiert, proklamiert, gedrückt, gezerrt, genervt …

    Mein eigenes Verhältnis zur CLC hat sich in den letzten Jahren verändert. So sehr ich mich ab meinen ersten Kontakten ab 2017 schockverliebt verbunden, in meinem Verständnis von Lernen verstanden, im Bestreben nach besserem Lernen in Unternehmen gestärkt und auch in einer sich selbst verstärkenden Echokammer eingerichtet habe, so irritiert und frustriert bin ich seit Anfang 2023 von der zunehmenden und für mich unverständlichen Begeisterung vieler Community-Mitglieder für „KI“-Narrative, durch die Lernpotenziale angegriffen werden und erodieren. So akut wie nie scheint es mir, mich von der CLC abzugrenzen.

    Und dann blicke ich auf die vielen kleinen und großen Aktivitäten, die hier trotz „KI“-Sermon immer wieder aufblühen, das gemeinsame Tasten, Ausprobieren und Tun, die guten Gespräche, die schon durch den Aufhänger einer gemeinsamen CLC-Mitgliedschaft mit Badge im LinkedIn-Profil oder uniformen Button am Revers starten, entstehenden oder langjährigen Beziehungen zu vielen Menschen aus der Community, das Vertrauen und die Wertschätzung, die die Mitglieder trotz partiell gegensätzlicher Interessen einander entgegenbringen … und grundsätzlich der großen Wichtigkeit, dass es informell organisierte, organisationsübergreifende Interessengruppen gibt, über die Mitwirkende die Möglichkeit erhalten, die Beschränkungen, Zwänge und Strukturen, die ein Arbeitsalltag mit sich bringt, zumindest zeitweilig zu überwinden und das Interesse zu verfolgen, das sie eigentlich an ihre Profession bindet … .

    Und dann überkommt es mich, Stimme für die CLC zu ergreifen, und sie verteidigen zu wollen gegen die Vorwürfe und Kritik derjenigen, die mit ihr nichts (mehr) anfangen, die kein Mitglied (mehr) sein wollen oder die misstrauisch sind, mit welchen Tätigkeiten „Corporate Learning Professionals“ dort ihre (Arbeits-)Zeit verbringen …

    Gegen die Nüchternen, die unsere Lernlust nicht teilen

    … und sagen, wir wären „ein Haufen naiver Idealisten“. „Ihr feiert Lernen um des Lernens willen. Ihr feiert euch selbst und vergesst eure Kundschaft.“ „Hipp Hipp Hurra, alles ist super, alles ist wunderbar?“

    Ja, die CLC ist ein Hort von Menschen, die heillos ins Lernen vernarrt sind. Die sich ihren Lernlüsten hingeben. Die sich nicht auf gegebene Vorgaben und Rahmenbedingungen beschränken, sondern Lernen entfesseln und über ihre Organisation hinaus weiten wollen … und die darüber bisweilen selbst- und fremdgesteckte Ziele vergessen …

    … in Barcamp-Sessions, die den Rahmen sprengen, die goldene Regel „Eine Session dauert 45 Minuten“ schlicht ignorieren oder dem Respekt der nächsten Gruppe geschuldet auf den Fluren weitergeführt, spontan auf den nächsten freien Sessionplan-Slot gesetzt oder am Podcast-Tisch zusammengeführt werden, sich in digitale Sphären verlagern, auch tage- und wochenlang noch das Fediverse (na gut, mittlerweile leider auch LinkedIn) erhitzen, darüber Dritte einbeziehen und uns intellektuell erregen. (Besonders lebendig war dieser temporäre Erregungszustand damals auf Twitter in den #CLChatDE Events zu spüren. Eine Neugeburt im Fediverse steht an!)

    … wie in vielen Dutzend #MeinZiel-Lernvorhaben, die ausufern, Jahre statt Wochen und Monate dauern, ihre Ziele aus den Augen verlieren und zufällig über geteilte Ergebnisse stolpernde Mitglieder wie mich inspirieren, weil so viele neue Ziele auf dem Weg liegen oder mit der Community kreiert werden. Dann zeigt mir die CLC immer wieder, wie attraktiv, nahbar, vielfältig und voller Möglichkeiten meine Profession ist. Sie erweitert meine Vorstellung davon, was Lernen in Unternehmen bedeutet. Sie zeigt mir Lernfelder, die mir im Arbeitsalltag unerreichbar sind, macht sie betret- und beackerbar und lässt auf ihnen wachsen, auf dass ich mich in ihnen verheddern, verirren und Lernen um des Lernens willen zelebrieren darf – als Antrieb dafür, nur einen Bruchteil davon in meine Lohnarbeit zu überführen.

    Session-Nachbesprechung am Podcast-Tisch auf dem #CLC22 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Podcast-Nachbesprechung meiner lernOS-Lernzirkelgruppe auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Franziska Raabe)

    Gegen die Kritischen, die unserer kollektiven Intelligenz misstrauen und nur Flachsinn sehen:

    … „Triviales Gelaber ohne Punkt und Komma“ – „Hier hat jeder zu allem was zu sagen.“ – „Halbwissen in Endlosschleife“.

    Ja, auf den Events der CLC wird geredet und geredet bis tief in die Nacht. Wir loben gemeinsam unser Nicht-Wissen, unser Nicht-Können und unsere unendlichen Lernbedarfe. Wir ehren den unwissenden Lehrmeister. Wir suchen nach fehlenden Worten, gescheiterten Ansätzen, konfusen Konzepten und falschen Ergebnissen. Wir ringen um Deutungen und haben selten den Anspruch, richtig zu liegen. Wir spinnen, experimentieren und verwerfen. So vergewissern wir uns unserer Entwicklungsmöglichkeiten, hinterfragen uns selbst und andere … denn Fragen sind wertvoller als Antworten. Und manchmal erfinden wir für diese Torheiten Hashtags wie #KrasseHerde als Distinktionsmerkmal und Social-Media-verbindende Albernheit.

    Improtheater-Session mit Mike Meister auf dem #CLC18 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Auf der Rückreise vom #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)

    Gegen die Seriösen, die Ordnung, Klarheit und Professionalität vermissen:

    „Wo ist die klare Botschaft?“ – „Unprofessionelles Marketing“ – „Zu viele Kanäle“ – „Alles nerdig“ – „Mit Masto…was? habt ihr mich verloren“ – „Wer ist jetzt verantwortlich?“ – „Selbstorganisation funktioniert nicht“ – „Ihr haltet euch selbst nicht an das, was ihr predigt!“

    Ja, die CLC besteht aus ihren Mitgliedern und wird durch ihre Mitglieder organisiert. Das macht uns zur genannten #KrasseHerde, in der alle kakophonisch wuselnd mitblöken und -muhen, in ihrem eigenen Ton, ihrem eigenen Fell. Das sorgt für spontan-überschäumende Exaltiertheit, die wie von selbst entsteht und von außen mit Befremden betrachtet werden darf. Das lässt den Zugang kompliziert erscheinen und macht ihn letztlich umso einfacher, macht Organisation und Durchführung von Events aufwendig und lässt sie dadurch zum Lernfest werden. Neue Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten verbergen sich, manchmal zufällig, manchmal geplant, in jeder CLC-Aktivität.

    … entdeckend, was eigentlich dezentrale soziale Netzwerke wie Mastodon sind, wie die ersten Schritte über Karlheinz Papes legendäre Lernbooster-Sessions gelingen und wie die Community-Heimat im Fediverse auf colearn.social ausgebaut werden kann,

    … Hands-on als Spiel- und Experimentierwiese für alle möglichen Arten von Konzepten und Techniken, die direkt ausprobiert werden müssen,

    … verbindend, wie hybride Veranstaltungen über mehrere Locations, vor Ort und online durchgeführt werden, was funktioniert und was sicher scheitert,

    … vorbildhaft, dass sich jede:r mit und nach den eigenen Ressourcen einbringen und auch wieder ausklinken kann,

    … und dass etwa 15 regionale Communities, mal mehr, mal weniger, emergent entstehen, wieder einschlafen oder in anderer Besetzung neu zueinander finden, wie z. B. die unstete #CLC10 Berlin, die schon in unterschiedlichen Konstellationen gegründet wurde, wieder auseinander ging, vor und nach der Pandemie verschiedene Hybridformen ausprobierte und aktuell eine neue Blüte erlebt.

    Auf dem #CLC22 wird hybrid zwischen den Standorten und Online-Teilgebenden hin- und hergeschaltet (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Als hätten wir es geahnt: Kurz vor Beginn der Pandemie trifft sich die #CLC10-Regionalgruppe und experimentiert mit MS Teams und Hybrid-Settings (Quelle: Twitter, Johannes Starke)

    Gegen die Misstrauischen, die an den Vorhaben der Anderen zweifeln:

    „Plattform für Werbung und Selbstdarstellung“ – „Zu viele Freiberufler, Berater und Agenturen“ – „Die LinkedIn-Gruppe ist die Hölle.“

    Ja, auch in der CLC bieten Handelnde ihre Waren feil, platzieren Werbung und loben ihre Leistung. Das macht das Filtern des Barcamp-Sessionplans anstrengend und lässt auch die LinkedIn-Gruppe so verloren wirken wie das Gros dieses „Business-Netzwerks“. Ebenso zuverlässig aktiviert werblich verdächtiges Gebaren das sensible Immunsystem der Community. Missbrauch wird erkannt, Dreistigkeit geächtet. Von außen nicht unbedingt erkennbar: Auffällige Akteur:innen werden mit leeren Sessions oder stiller Ignoranz honoriert. Gleichsam wird freiberuflich oder beratend tätigen Mitgestaltenden vorbehaltlos vertrauend eine Möglichkeit geboten, ihr Wissen mit allen in der Community zu teilen, ohne ihnen von Vornherein unlautere Absichten zu unterstellen.

    Während Selbstdarstellung in kapitalistisch pervertierter Form schwer verdaulich ist, birgt sie in anderem Zuschnitt oft übersehene Chancen der Emanzipation, des Spiels und der eigenen Entfaltung. Die befreienden und lernförderlichen Aspekte von Selbstdarstellung werden in der CLC aktiv gefördert, z. B. über das Projekt „CLC Domain of One‘s Own“. #CLCDoOO unterstützt Community-Mitglieder darin, sich eigene digitale Bereiche im Internet aufzubauen, über die sie selbst volle Kontrolle haben, unabhängig von kommerziellen Plattformen und Algorithmen. Die LinkedIn-Hölle kann jeden Tag verschwinden oder ihre Spielregeln ändern, so wie dieser Tage mit den neuen Datenschutzrichtlinien. Die eigene Domain, ins Leben gebracht mit Unterstützung aus der CLC, bleibt und birgt in ihrer freien Gestaltungsmöglichkeit unermessliche Lernmöglichkeiten.

    Online-Teilgabe aus dem Homeoffice beim #CLC21 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Walk and Talk auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)

    Gegen die Mahnenden, die das, was wir tun, für gefährlich halten:

    „Ist das auch mit Deinem Arbeitgeber abgestimmt?“ – „Ihr teilt Interna mit der Konkurrenz!“.

    Ja, in der CLC teilen wir Ideen, die uns nicht gehören und besprechen Pläne, die in Besprechungsräumen unserer Arbeitgeber geboren wurden. Damit tragen wir sie in ein Anwendungsfeld, erproben sie und bringen sie aufgeladen und verbessert zurück ins eigene Unternehmen. Gleichzeitig finden wir neue Inspiration in der CLC, überführen sie in unsere eigene Arbeit, bringen sie zur Wirkung und entlassen sie in neuer Form zurück in die Community. Die Community erprobt so realitätsnahe, iterative und flexible Arten des Wissensmanagements und zeitgemäße Schleifen firmenübergreifender Kooperation in der Netzwerkgesellschaft. Mit unseren Aktivitäten in der Community repräsentieren wir unsere Arbeit und unsere Arbeitgeber … auf eine informelle Art, was wirksamer sein kann als Formalseiten-Politur. Nebeneffekt: Glaubwürdiges Recruiting und nahbares „Employer Branding“. Firmen-Repräsentant:innen werden ansprechbarer und zugänglicher als auf Jobmessen.

    Die weak ties der CLC stärken unser formal-berufliches Wirken stärker als Abschottung und Geheimniskrämerei. Ein Meilenstein in der Entwicklung der CLC und meine ersten Kontakte mit ihr waren das Corporate Learning 2.0 MOOC ab 2015 und der Corporate Learning 2025 MOOCathon #cl2025 in 2017. In beiden MOOCs gestalteten Unternehmen die einzelnen Wochen und boten allen Interessierten eine Möglichkeit, über attraktives, modernes und wirksames Lernen in den gastgebenden Corporates zu lernen und eigene Beiträge beizusteuern.

    Zitat von Karlheinz Pape auf dem #CLC22 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)

    Gegen die Berechnenden, für die der ROI nicht stimmt:

    „Das ist doch verschwendete Arbeitszeit“ – „Ich habe keine Leads generiert“ – „Die CLC ist für uns keine Plattform.“ – „Dafür werde ich nicht bezahlt.“

    Ja, Engagement in der CLC braucht Zeit. Klassische Zielvorgaben und Vertriebs-Marketing-Metriken scheinen mit der Community schwer in Einklang zu bringen. Die Teilgabe an Barcamps ist Arbeitszeit, die ich nicht fakturieren kann. Diesen Text tippe ich im Urlaub. Wenn Du allerdings bis hierhin gelesen hast und meine Verteidigung der CLC ansatzweise teilst, bin ich optimistisch, dass Du den Faden selbst weiterspinnst. Die CLC unterstützt alle in ihr mitwirkenden Angestellten wie freiberuflich Tätigen darin, engagiert und kompetent zu arbeiten. Sie ist nicht nur eine relevante persönliche Arena der Weiterentwicklung, sondern fördert durch ihr sich in viele Unternehmen erstreckendes Netzwerk die Lebendigkeit von Corporate Learning und der gesamten Branche. Sie unterstützt über Bande auch meinen Arbeitgeber darin, glaubwürdige Angebote in einem dafür reifen Markt zu platzieren.

    Sessionplanung auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Mike Meister hat meine Session auf dem #CLC21 live als Sketchnote verewigt
    (Quelle: Twitter, Mike Meister)

    Die Corporate Learning Community lässt uns in und über unsere Organisationen hinweg lernen. Das ist eine der wichtigsten Treiber unserer Arbeit, bewahrt uns vor Vereinzelung und Entfremdung, lässt uns produktiv und respektvoll streiten, aneinander zerren und nerven. Vielleicht, so seltsam sich das anfühlt, macht mich die CLC in ihrer Vielfalt und unplanbaren Entwicklung sogar erst zum souveräneren „Professional“? Deshalb ist dieser Text meine Abgrenzung von, meine Zuschreibung zu und meine verlässliche Verteidigung der CLC.

    #CLC22 (Quelle: Mastodon, Johannes Starke)

    #cl2025 #CLC10 #CLC18 #clc19ko #CLC21 #clc22 #CLCBuch2025 #clcDoOO #CLChatDE #krasseherde #MeinZiel
  12. Going Green

    Yesterday I had a new smart TV installed and the technician took away my old scruffy TV and a DVD player that had long since lost its cable to connect it to anything.

    When the new TV was being set up, I asked how I was to access my regular TV apps using the new technology. I enjoy BritBox, Prime, Apple TV, and sometimes Netflix and I am used to getting to them via my TV. I was told to continue using my old TV remote as usual. It seems the smartness of my new TV is largely redundant.

    I explained that I had tried to cancel my broadcast TV subscription online but found it impossible to do so using the provider’s website. The technician told me that in order to cancel I would have to phone in to the network company and that I should expect to be on hold for an hour or two. He knew this from experience. He regularly goes about his daily work while being on hold with the service provider via headphones.

    So, this is where the new technology has brought me. I cannot easily cancel my old television contract and I can’t access the potential of my new equipment until I have done so.

    Image via GoodFon.com

    This evening, as I used my new television to watch movies using my old TV remote, I started work on a new crochet project. It’s an Afghan using yarn in varying shades of green, and I am enjoying the variety of verdant hues.

    As I was looking for a movie to watch, I noticed that Wicked was now available to me and, since I have never seen it, I decided to click on it. I have mixed feelings about the underlying implications of the story line, but I loved the singing. In fact, I hope someone sings Defying Gravity at my memorial when the time comes.

    Image via Mike Mozart at Flickr

    Then, because the evening was young, I looked for something else to watch and chose Mask. I was only ten minutes into it when I realized I had picked two movies and a crochet project all with green themes. I have no idea what this all means, but if green means money I’m all in favour of it.

    In the meantime, I am watching a television with much better graphics than I previously had, and it is positioned perfectly for me as I sit in my recliner. All is right with the world in my living room. You should be green with envy.

    #crafts #crochet #graphics #green #mask #technology2 #television #wicked

  13. Going Green

    Yesterday I had a new smart TV installed and the technician took away my old scruffy TV and a DVD player that had long since lost its cable to connect it to anything.

    When the new TV was being set up, I asked how I was to access my regular TV apps using the new technology. I enjoy BritBox, Prime, Apple TV, and sometimes Netflix and I am used to getting to them via my TV. I was told to continue using my old TV remote as usual. It seems the smartness of my new TV is largely redundant.

    I explained that I had tried to cancel my broadcast TV subscription online but found it impossible to do so using the provider’s website. The technician told me that in order to cancel I would have to phone in to the network company and that I should expect to be on hold for an hour or two. He knew this from experience. He regularly goes about his daily work while being on hold with the service provider via headphones.

    So, this is where the new technology has brought me. I cannot easily cancel my old television contract and I can’t access the potential of my new equipment until I have done so.

    Image via GoodFon.com

    This evening, as I used my new television to watch movies using my old TV remote, I started work on a new crochet project. It’s an Afghan using yarn in varying shades of green, and I am enjoying the variety of verdant hues.

    As I was looking for a movie to watch, I noticed that Wicked was now available to me and, since I have never seen it, I decided to click on it. I have mixed feelings about the underlying implications of the story line, but I loved the singing. In fact, I hope someone sings Defying Gravity at my memorial when the time comes.

    Image via Mike Mozart at Flickr

    Then, because the evening was young, I looked for something else to watch and chose Mask. I was only ten minutes into it when I realized I had picked two movies and a crochet project all with green themes. I have no idea what this all means, but if green means money I’m all in favour of it.

    In the meantime, I am watching a television with much better graphics than I previously had, and it is positioned perfectly for me as I sit in my recliner. All is right with the world in my living room. You should be green with envy.

    #crafts #crochet #graphics #green #mask #technology2 #television #wicked

  14. Going Green

    Yesterday I had a new smart TV installed and the technician took away my old scruffy TV and a DVD player that had long since lost its cable to connect it to anything.

    When the new TV was being set up, I asked how I was to access my regular TV apps using the new technology. I enjoy BritBox, Prime, Apple TV, and sometimes Netflix and I am used to getting to them via my TV. I was told to continue using my old TV remote as usual. It seems the smartness of my new TV is largely redundant.

    I explained that I had tried to cancel my broadcast TV subscription online but found it impossible to do so using the provider’s website. The technician told me that in order to cancel I would have to phone in to the network company and that I should expect to be on hold for an hour or two. He knew this from experience. He regularly goes about his daily work while being on hold with the service provider via headphones.

    So, this is where the new technology has brought me. I cannot easily cancel my old television contract and I can’t access the potential of my new equipment until I have done so.

    Image via GoodFon.com

    This evening, as I used my new television to watch movies using my old TV remote, I started work on a new crochet project. It’s an Afghan using yarn in varying shades of green, and I am enjoying the variety of verdant hues.

    As I was looking for a movie to watch, I noticed that Wicked was now available to me and, since I have never seen it, I decided to click on it. I have mixed feelings about the underlying implications of the story line, but I loved the singing. In fact, I hope someone sings Defying Gravity at my memorial when the time comes.

    Image via Mike Mozart at Flickr

    Then, because the evening was young, I looked for something else to watch and chose Mask. I was only ten minutes into it when I realized I had picked two movies and a crochet project all with green themes. I have no idea what this all means, but if green means money I’m all in favour of it.

    In the meantime, I am watching a television with much better graphics than I previously had, and it is positioned perfectly for me as I sit in my recliner. All is right with the world in my living room. You should be green with envy.

    #crafts #crochet #graphics #green #mask #technology2 #television #wicked

  15. Going Green

    Yesterday I had a new smart TV installed and the technician took away my old scruffy TV and a DVD player that had long since lost its cable to connect it to anything.

    When the new TV was being set up, I asked how I was to access my regular TV apps using the new technology. I enjoy BritBox, Prime, Apple TV, and sometimes Netflix and I am used to getting to them via my TV. I was told to continue using my old TV remote as usual. It seems the smartness of my new TV is largely redundant.

    I explained that I had tried to cancel my broadcast TV subscription online but found it impossible to do so using the provider’s website. The technician told me that in order to cancel I would have to phone in to the network company and that I should expect to be on hold for an hour or two. He knew this from experience. He regularly goes about his daily work while being on hold with the service provider via headphones.

    So, this is where the new technology has brought me. I cannot easily cancel my old television contract and I can’t access the potential of my new equipment until I have done so.

    Image via GoodFon.com

    This evening, as I used my new television to watch movies using my old TV remote, I started work on a new crochet project. It’s an Afghan using yarn in varying shades of green, and I am enjoying the variety of verdant hues.

    As I was looking for a movie to watch, I noticed that Wicked was now available to me and, since I have never seen it, I decided to click on it. I have mixed feelings about the underlying implications of the story line, but I loved the singing. In fact, I hope someone sings Defying Gravity at my memorial when the time comes.

    Image via Mike Mozart at Flickr

    Then, because the evening was young, I looked for something else to watch and chose Mask. I was only ten minutes into it when I realized I had picked two movies and a crochet project all with green themes. I have no idea what this all means, but if green means money I’m all in favour of it.

    In the meantime, I am watching a television with much better graphics than I previously had, and it is positioned perfectly for me as I sit in my recliner. All is right with the world in my living room. You should be green with envy.

    #crafts #crochet #graphics #green #life #mask #movies #technology2 #television #tv #wicked

  16. Ava DuVernay, Javier Bardem, Olivia Colman und Mark Ruffalo unter mehr als 1.300, die eine Zusammenarbeit mit israelischen Filminstitutionen ablehnen

    In einer historischen Aktion gehören #Oscar-, #BAFTA-, #Emmy-, #Cannes-, #Berlinale-, #Venedig-, #César-, #Goya- und #Peabody-Preisträger zu den mehr als 1.300 Filmemachern, die sich weigern, mit israelischen #Filminstitutionen und -unternehmen zusammenzuarbeiten, die „am Völkermord und der Apartheid gegen das palästinensische Volk beteiligt sind“.

    Die Schauspieler Olivia Colman, Ayo Edebiri, Mark Ruffalo, Riz Ahmed, Tilda Swinton und Javier Bardem sowie die Drehbuchautoren und Regisseure Yorgos Lanthimos, Ava DuVernay, Asif Kapadia, Emma Seligman, Boots Riley, Adam McKay und Joshua Oppenheimer sagen: „In dieser dringenden #Krisensituation, in der viele unserer Regierungen das #Gemetzel in #Gaza ermöglichen, müssen wir alles in unserer Macht Stehende tun, um gegen die Mitschuld an diesem unerbittlichen Horror vorzugehen.“

    Die Branchenprofis, darunter die Produzenten James Wilson, Robyn Slovo und Tracey Seaward, sagen: „Wir folgen dem Aufruf palästinensischer #Filmemacher, die die internationale #Filmindustrie dazu aufgefordert haben, #Schweigen, #Rassismus und #Entmenschlichung abzulehnen und ‚alles Menschenmögliche zu tun‘, um die Mitschuld an ihrer Unterdrückung zu beenden.“

    Unter Hinweis darauf, dass „das höchste #Gericht der Welt, der Internationale #Gerichtshof, entschieden hat, dass in #Gaza ein plausibles Risiko eines #Völkermord​s besteht und dass die Besetzung und Apartheid Israels gegenüber den Palästinensern rechtswidrig sind“, heißt es in einer Fußnote der Erklärung, dass Beispiele für Mittäterschaft „die #Verharmlosung oder #Rechtfertigung von #Völkermord und Apartheid und/oder die Zusammenarbeit mit der Regierung, die diese begeht“, umfassen.

    Film Workers for Palestine, die die Erklärung veröffentlicht haben, schreiben auf einer FAQ-Seite„Obwohl sie im israelischen Apartheid-System tätig sind und somit davon profitieren, hat die überwiegende Mehrheit der israelischen #Filmproduktion​s- und -#vertriebsgesellschaften, #Verkaufsagentur​en, #Kino​s und anderen #Filminstitution​en niemals die vollständigen, international anerkannten Rechte des palästinensischen Volkes unterstützt.“

    Die Massendeklaration wurde von Filmmakers United Against Apartheid inspiriert, einer Organisation, die 1987 von Jonathan Demme, Martin Scorsese und 100 weiteren prominenten Filmemachern gegründet wurde, um von der US-Filmindustrie zu fordern, den Vertrieb von Filmen im #Apartheid-​#Südafrika zu verweigern.

    Der Oscar-nominierte Produzent und Regisseur Mike Lerner kommentierte seine Entscheidung, die Film Workers Pledge zu unterzeichnen, wie folgt: „Es liegt in der Verantwortung jedes #´unabhängig denkenden #Künstler​s, alle ihm zur Verfügung stehenden Ausdrucksmöglichkeiten zu nutzen, um den weltweiten Widerstand gegen dieses Grauen zu unterstützen. Diese Erklärung ist ein wichtiges gewaltfreies Instrument, um die tödliche #Straffreiheit zu untergraben, die #Israel und seine Verbündeten derzeit genießen.“

    Quelle: Pressemitteilung Übersetzung: Thomas Trueten

    Film Workers for Palestine ist ein Aufruf, der von mehr als 8.000 #Filmemacher​n und #Kinomitarbeitern unterstützt wird, um sich für ein Ende des Völkermords und für ein freies #Palästina einzusetzen. Wir schaffen Räume und Infrastrukturen für die Organisation als Reaktion auf den #Krieg gegen die Palästinenser und die #Zensur von Stimmen, die sich gegen Israels Völkermordkampagne aussprechen.

    @israel @palestine @gaza

  17. Ava DuVernay, Javier Bardem, Olivia Colman und Mark Ruffalo unter mehr als 1.300, die eine Zusammenarbeit mit israelischen Filminstitutionen ablehnen

    In einer historischen Aktion gehören #Oscar-, #BAFTA-, #Emmy-, #Cannes-, #Berlinale-, #Venedig-, #César-, #Goya- und #Peabody-Preisträger zu den mehr als 1.300 Filmemachern, die sich weigern, mit israelischen #Filminstitutionen und -unternehmen zusammenzuarbeiten, die „am Völkermord und der Apartheid gegen das palästinensische Volk beteiligt sind“.

    Die Schauspieler Olivia Colman, Ayo Edebiri, Mark Ruffalo, Riz Ahmed, Tilda Swinton und Javier Bardem sowie die Drehbuchautoren und Regisseure Yorgos Lanthimos, Ava DuVernay, Asif Kapadia, Emma Seligman, Boots Riley, Adam McKay und Joshua Oppenheimer sagen: „In dieser dringenden #Krisensituation, in der viele unserer Regierungen das #Gemetzel in #Gaza ermöglichen, müssen wir alles in unserer Macht Stehende tun, um gegen die Mitschuld an diesem unerbittlichen Horror vorzugehen.“

    Die Branchenprofis, darunter die Produzenten James Wilson, Robyn Slovo und Tracey Seaward, sagen: „Wir folgen dem Aufruf palästinensischer #Filmemacher, die die internationale #Filmindustrie dazu aufgefordert haben, #Schweigen, #Rassismus und #Entmenschlichung abzulehnen und ‚alles Menschenmögliche zu tun‘, um die Mitschuld an ihrer Unterdrückung zu beenden.“

    Unter Hinweis darauf, dass „das höchste #Gericht der Welt, der Internationale #Gerichtshof, entschieden hat, dass in #Gaza ein plausibles Risiko eines #Völkermord​s besteht und dass die Besetzung und Apartheid Israels gegenüber den Palästinensern rechtswidrig sind“, heißt es in einer Fußnote der Erklärung, dass Beispiele für Mittäterschaft „die #Verharmlosung oder #Rechtfertigung von #Völkermord und Apartheid und/oder die Zusammenarbeit mit der Regierung, die diese begeht“, umfassen.

    Film Workers for Palestine, die die Erklärung veröffentlicht haben, schreiben auf einer FAQ-Seite„Obwohl sie im israelischen Apartheid-System tätig sind und somit davon profitieren, hat die überwiegende Mehrheit der israelischen #Filmproduktion​s- und -#vertriebsgesellschaften, #Verkaufsagentur​en, #Kino​s und anderen #Filminstitution​en niemals die vollständigen, international anerkannten Rechte des palästinensischen Volkes unterstützt.“

    Die Massendeklaration wurde von Filmmakers United Against Apartheid inspiriert, einer Organisation, die 1987 von Jonathan Demme, Martin Scorsese und 100 weiteren prominenten Filmemachern gegründet wurde, um von der US-Filmindustrie zu fordern, den Vertrieb von Filmen im #Apartheid-​#Südafrika zu verweigern.

    Der Oscar-nominierte Produzent und Regisseur Mike Lerner kommentierte seine Entscheidung, die Film Workers Pledge zu unterzeichnen, wie folgt: „Es liegt in der Verantwortung jedes #´unabhängig denkenden #Künstler​s, alle ihm zur Verfügung stehenden Ausdrucksmöglichkeiten zu nutzen, um den weltweiten Widerstand gegen dieses Grauen zu unterstützen. Diese Erklärung ist ein wichtiges gewaltfreies Instrument, um die tödliche #Straffreiheit zu untergraben, die #Israel und seine Verbündeten derzeit genießen.“

    Quelle: Pressemitteilung Übersetzung: Thomas Trueten

    Film Workers for Palestine ist ein Aufruf, der von mehr als 8.000 #Filmemacher​n und #Kinomitarbeitern unterstützt wird, um sich für ein Ende des Völkermords und für ein freies #Palästina einzusetzen. Wir schaffen Räume und Infrastrukturen für die Organisation als Reaktion auf den #Krieg gegen die Palästinenser und die #Zensur von Stimmen, die sich gegen Israels Völkermordkampagne aussprechen.

    @israel @palestine @gaza

  18. Ava DuVernay, Javier Bardem, Olivia Colman und Mark Ruffalo unter mehr als 1.300, die eine Zusammenarbeit mit israelischen Filminstitutionen ablehnen

    In einer historischen Aktion gehören #Oscar-, #BAFTA-, #Emmy-, #Cannes-, #Berlinale-, #Venedig-, #César-, #Goya- und #Peabody-Preisträger zu den mehr als 1.300 Filmemachern, die sich weigern, mit israelischen #Filminstitutionen und -unternehmen zusammenzuarbeiten, die „am Völkermord und der Apartheid gegen das palästinensische Volk beteiligt sind“.

    Die Schauspieler Olivia Colman, Ayo Edebiri, Mark Ruffalo, Riz Ahmed, Tilda Swinton und Javier Bardem sowie die Drehbuchautoren und Regisseure Yorgos Lanthimos, Ava DuVernay, Asif Kapadia, Emma Seligman, Boots Riley, Adam McKay und Joshua Oppenheimer sagen: „In dieser dringenden #Krisensituation, in der viele unserer Regierungen das #Gemetzel in #Gaza ermöglichen, müssen wir alles in unserer Macht Stehende tun, um gegen die Mitschuld an diesem unerbittlichen Horror vorzugehen.“

    Die Branchenprofis, darunter die Produzenten James Wilson, Robyn Slovo und Tracey Seaward, sagen: „Wir folgen dem Aufruf palästinensischer #Filmemacher, die die internationale #Filmindustrie dazu aufgefordert haben, #Schweigen, #Rassismus und #Entmenschlichung abzulehnen und ‚alles Menschenmögliche zu tun‘, um die Mitschuld an ihrer Unterdrückung zu beenden.“

    Unter Hinweis darauf, dass „das höchste #Gericht der Welt, der Internationale #Gerichtshof, entschieden hat, dass in #Gaza ein plausibles Risiko eines #Völkermord​s besteht und dass die Besetzung und Apartheid Israels gegenüber den Palästinensern rechtswidrig sind“, heißt es in einer Fußnote der Erklärung, dass Beispiele für Mittäterschaft „die #Verharmlosung oder #Rechtfertigung von #Völkermord und Apartheid und/oder die Zusammenarbeit mit der Regierung, die diese begeht“, umfassen.

    Film Workers for Palestine, die die Erklärung veröffentlicht haben, schreiben auf einer FAQ-Seite„Obwohl sie im israelischen Apartheid-System tätig sind und somit davon profitieren, hat die überwiegende Mehrheit der israelischen #Filmproduktion​s- und -#vertriebsgesellschaften, #Verkaufsagentur​en, #Kino​s und anderen #Filminstitution​en niemals die vollständigen, international anerkannten Rechte des palästinensischen Volkes unterstützt.“

    Die Massendeklaration wurde von Filmmakers United Against Apartheid inspiriert, einer Organisation, die 1987 von Jonathan Demme, Martin Scorsese und 100 weiteren prominenten Filmemachern gegründet wurde, um von der US-Filmindustrie zu fordern, den Vertrieb von Filmen im #Apartheid-​#Südafrika zu verweigern.

    Der Oscar-nominierte Produzent und Regisseur Mike Lerner kommentierte seine Entscheidung, die Film Workers Pledge zu unterzeichnen, wie folgt: „Es liegt in der Verantwortung jedes #´unabhängig denkenden #Künstler​s, alle ihm zur Verfügung stehenden Ausdrucksmöglichkeiten zu nutzen, um den weltweiten Widerstand gegen dieses Grauen zu unterstützen. Diese Erklärung ist ein wichtiges gewaltfreies Instrument, um die tödliche #Straffreiheit zu untergraben, die #Israel und seine Verbündeten derzeit genießen.“

    Quelle: Pressemitteilung Übersetzung: Thomas Trueten

    Film Workers for Palestine ist ein Aufruf, der von mehr als 8.000 #Filmemacher​n und #Kinomitarbeitern unterstützt wird, um sich für ein Ende des Völkermords und für ein freies #Palästina einzusetzen. Wir schaffen Räume und Infrastrukturen für die Organisation als Reaktion auf den #Krieg gegen die Palästinenser und die #Zensur von Stimmen, die sich gegen Israels Völkermordkampagne aussprechen.

    @israel @palestine @gaza

  19. Ava DuVernay, Javier Bardem, Olivia Colman und Mark Ruffalo unter mehr als 1.300, die eine Zusammenarbeit mit israelischen Filminstitutionen ablehnen

    In einer historischen Aktion gehören #Oscar-, #BAFTA-, #Emmy-, #Cannes-, #Berlinale-, #Venedig-, #César-, #Goya- und #Peabody-Preisträger zu den mehr als 1.300 Filmemachern, die sich weigern, mit israelischen #Filminstitutionen und -unternehmen zusammenzuarbeiten, die „am Völkermord und der Apartheid gegen das palästinensische Volk beteiligt sind“.

    Die Schauspieler Olivia Colman, Ayo Edebiri, Mark Ruffalo, Riz Ahmed, Tilda Swinton und Javier Bardem sowie die Drehbuchautoren und Regisseure Yorgos Lanthimos, Ava DuVernay, Asif Kapadia, Emma Seligman, Boots Riley, Adam McKay und Joshua Oppenheimer sagen: „In dieser dringenden #Krisensituation, in der viele unserer Regierungen das #Gemetzel in #Gaza ermöglichen, müssen wir alles in unserer Macht Stehende tun, um gegen die Mitschuld an diesem unerbittlichen Horror vorzugehen.“

    Die Branchenprofis, darunter die Produzenten James Wilson, Robyn Slovo und Tracey Seaward, sagen: „Wir folgen dem Aufruf palästinensischer #Filmemacher, die die internationale #Filmindustrie dazu aufgefordert haben, #Schweigen, #Rassismus und #Entmenschlichung abzulehnen und ‚alles Menschenmögliche zu tun‘, um die Mitschuld an ihrer Unterdrückung zu beenden.“

    Unter Hinweis darauf, dass „das höchste #Gericht der Welt, der Internationale #Gerichtshof, entschieden hat, dass in #Gaza ein plausibles Risiko eines #Völkermord​s besteht und dass die Besetzung und Apartheid Israels gegenüber den Palästinensern rechtswidrig sind“, heißt es in einer Fußnote der Erklärung, dass Beispiele für Mittäterschaft „die #Verharmlosung oder #Rechtfertigung von #Völkermord und Apartheid und/oder die Zusammenarbeit mit der Regierung, die diese begeht“, umfassen.

    Film Workers for Palestine, die die Erklärung veröffentlicht haben, schreiben auf einer FAQ-Seite„Obwohl sie im israelischen Apartheid-System tätig sind und somit davon profitieren, hat die überwiegende Mehrheit der israelischen #Filmproduktion​s- und -#vertriebsgesellschaften, #Verkaufsagentur​en, #Kino​s und anderen #Filminstitution​en niemals die vollständigen, international anerkannten Rechte des palästinensischen Volkes unterstützt.“

    Die Massendeklaration wurde von Filmmakers United Against Apartheid inspiriert, einer Organisation, die 1987 von Jonathan Demme, Martin Scorsese und 100 weiteren prominenten Filmemachern gegründet wurde, um von der US-Filmindustrie zu fordern, den Vertrieb von Filmen im #Apartheid-​#Südafrika zu verweigern.

    Der Oscar-nominierte Produzent und Regisseur Mike Lerner kommentierte seine Entscheidung, die Film Workers Pledge zu unterzeichnen, wie folgt: „Es liegt in der Verantwortung jedes #´unabhängig denkenden #Künstler​s, alle ihm zur Verfügung stehenden Ausdrucksmöglichkeiten zu nutzen, um den weltweiten Widerstand gegen dieses Grauen zu unterstützen. Diese Erklärung ist ein wichtiges gewaltfreies Instrument, um die tödliche #Straffreiheit zu untergraben, die #Israel und seine Verbündeten derzeit genießen.“

    Quelle: Pressemitteilung Übersetzung: Thomas Trueten

    Film Workers for Palestine ist ein Aufruf, der von mehr als 8.000 #Filmemacher​n und #Kinomitarbeitern unterstützt wird, um sich für ein Ende des Völkermords und für ein freies #Palästina einzusetzen. Wir schaffen Räume und Infrastrukturen für die Organisation als Reaktion auf den #Krieg gegen die Palästinenser und die #Zensur von Stimmen, die sich gegen Israels Völkermordkampagne aussprechen.

    @israel @palestine @gaza

  20. Ava DuVernay, Javier Bardem, Olivia Colman und Mark Ruffalo unter mehr als 1.300, die eine Zusammenarbeit mit israelischen Filminstitutionen ablehnen

    In einer historischen Aktion gehören #Oscar-, #BAFTA-, #Emmy-, #Cannes-, #Berlinale-, #Venedig-, #César-, #Goya- und #Peabody-Preisträger zu den mehr als 1.300 Filmemachern, die sich weigern, mit israelischen #Filminstitutionen und -unternehmen zusammenzuarbeiten, die „am Völkermord und der Apartheid gegen das palästinensische Volk beteiligt sind“.

    Die Schauspieler Olivia Colman, Ayo Edebiri, Mark Ruffalo, Riz Ahmed, Tilda Swinton und Javier Bardem sowie die Drehbuchautoren und Regisseure Yorgos Lanthimos, Ava DuVernay, Asif Kapadia, Emma Seligman, Boots Riley, Adam McKay und Joshua Oppenheimer sagen: „In dieser dringenden #Krisensituation, in der viele unserer Regierungen das #Gemetzel in #Gaza ermöglichen, müssen wir alles in unserer Macht Stehende tun, um gegen die Mitschuld an diesem unerbittlichen Horror vorzugehen.“

    Die Branchenprofis, darunter die Produzenten James Wilson, Robyn Slovo und Tracey Seaward, sagen: „Wir folgen dem Aufruf palästinensischer #Filmemacher, die die internationale #Filmindustrie dazu aufgefordert haben, #Schweigen, #Rassismus und #Entmenschlichung abzulehnen und ‚alles Menschenmögliche zu tun‘, um die Mitschuld an ihrer Unterdrückung zu beenden.“

    Unter Hinweis darauf, dass „das höchste #Gericht der Welt, der Internationale #Gerichtshof, entschieden hat, dass in #Gaza ein plausibles Risiko eines #Völkermord​s besteht und dass die Besetzung und Apartheid Israels gegenüber den Palästinensern rechtswidrig sind“, heißt es in einer Fußnote der Erklärung, dass Beispiele für Mittäterschaft „die #Verharmlosung oder #Rechtfertigung von #Völkermord und Apartheid und/oder die Zusammenarbeit mit der Regierung, die diese begeht“, umfassen.

    Film Workers for Palestine, die die Erklärung veröffentlicht haben, schreiben auf einer FAQ-Seite„Obwohl sie im israelischen Apartheid-System tätig sind und somit davon profitieren, hat die überwiegende Mehrheit der israelischen #Filmproduktion​s- und -#vertriebsgesellschaften, #Verkaufsagentur​en, #Kino​s und anderen #Filminstitution​en niemals die vollständigen, international anerkannten Rechte des palästinensischen Volkes unterstützt.“

    Die Massendeklaration wurde von Filmmakers United Against Apartheid inspiriert, einer Organisation, die 1987 von Jonathan Demme, Martin Scorsese und 100 weiteren prominenten Filmemachern gegründet wurde, um von der US-Filmindustrie zu fordern, den Vertrieb von Filmen im #Apartheid-​#Südafrika zu verweigern.

    Der Oscar-nominierte Produzent und Regisseur Mike Lerner kommentierte seine Entscheidung, die Film Workers Pledge zu unterzeichnen, wie folgt: „Es liegt in der Verantwortung jedes #´unabhängig denkenden #Künstler​s, alle ihm zur Verfügung stehenden Ausdrucksmöglichkeiten zu nutzen, um den weltweiten Widerstand gegen dieses Grauen zu unterstützen. Diese Erklärung ist ein wichtiges gewaltfreies Instrument, um die tödliche #Straffreiheit zu untergraben, die #Israel und seine Verbündeten derzeit genießen.“

    Quelle: Pressemitteilung Übersetzung: Thomas Trueten

    Film Workers for Palestine ist ein Aufruf, der von mehr als 8.000 #Filmemacher​n und #Kinomitarbeitern unterstützt wird, um sich für ein Ende des Völkermords und für ein freies #Palästina einzusetzen. Wir schaffen Räume und Infrastrukturen für die Organisation als Reaktion auf den #Krieg gegen die Palästinenser und die #Zensur von Stimmen, die sich gegen Israels Völkermordkampagne aussprechen.

    @israel @palestine @gaza

  21. Höckes Helfer in Bochum: Die AfD-Jugend im Wahlkampf

    Der Kommunalwahlkampf in Bochum geht in die heiße Phase. Überall im Stadtgebiet hängen Wahlplakate, und nahezu täglich sind Wahlkampfstände verschiedener Parteien zu sehen. Politiker:innen suchen das Gespräch mit den Bürger:innen, geben sich bürgernah und buhlen um Stimmen.

    Auch die AfD Bochum zeigt inzwischen vermehrt Präsenz in den Stadtteilen. Wiederkehrende Infostände auf Marktplätzen und das Verteilen von Flyern in innenstadtnahen Vierteln zeigen, dass die lokale AfD ihren Wahlkampf intensiviert. Auffällig ist dabei vor allem eine extrem rechte Clique rund um Leon Biallawons, dem ein übersteigertes Geltungsbedürfnis attestiert werden kann.

    Christian Loose, Cornelia Heitmann, Kim-alina von Wedelstädt und Leon Biallawons beim Wahlkampf der AfD AfD Wahlkampfstand in Eppendorf Kim-Alina von Wedelstädt, Leon Biallawons, Cedric Santowski und „Julian“ beim Wahlkampf in Altenbochum Profil der AfD Jugend Bochum


    Die Clique um Leon Biallawons

    Matthias Helferich bewirbt Leon Biallawons

    Leon Biallawons, politischer Ziehsohn des Dortmunder AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich (dem selbsternannten „freundlichen Gesicht des Nationalsozialismus“), war Kopf der inzwischen aufgelösten Jungen Alternative (JA) in Bochum und entwickelte sich zuletzt zu einer Führungsfigur der JA-NRW. Die JA wurde von ihrer Mutterpartei verboten, weil sie aufgrund ihrer extrem rechten, völkischen und antidemokratischen Gesamtstruktur auf der einen Seite gefährlich für die AfD selbst wurde und dem drohenden Parteiverbot ständig Futter gab und auf der anderen Seite kurz vor einem Verbot stand, weshalb die völkischen Kreise in der AfD ihren Nachwuchs gerne unter den Schutzschirm der Partei nehmen wollten. Ende November findet in Gießen das Neugründungstreffen der AfD-Jugend statt und es zeichnet sich bereits ab, dass dieselben Jungfaschisten und völkischen Netzwerke erneut tonangebend sein werden.

    Leon Biallawons aus Wattenscheid ist in diesen Kreisen mittlerweile bestens vernetzt wie seine diesjährige Anwesenheit beim Sommerfest der ehemaligen JA-Altmark in Roxförde belegt, wo er gemeinsam mit weiteren JA-Führungspersonen aus NRW während des heimischen Wahlkampfes vom 22. bis 24. August weilte. Dieses Sommerfest ist ein traditioneller Treff- und Vernetzungspunkt der rechten Szene, wo klassische Neonazis, Identitäre und eben der geneigte AfD-Nachwuchs Kontakte knüpfen. In diesem Jahr wurde dort rituell ein Holzkreuz ins Feuer geworfen, welches sich mit dem Spruch “Kreuz ohne Haken” explizit gegen den Nationalsozialismus richtet. Biallawons ist ein Vertreter des menschenverachtenden und verfassungsfeindlichen Konzepts “millionenfacher Remigration”. Er verklebt in seinem Wohnumfeld entsprechende Aufkleber und ist durch den NS-affinen Matthias Helferich ohnehin ideologisch auf Spur gebracht. Nachdem an seiner ehemaligen Berufsschule im Bochumer Zentrum bekannt wurde, welche rassistischen Ansichten er nach Schulende vertritt, geriet er dort ins Abseits. Die Schule handelte nach anfänglichem Zögern und einem Brandbrief engagierter Schüler:innen vorbildlich und konsultierte professionelle Unterstützung, während Biallawons verzweifelt versuchte weitere Schüler:innen für seine braunen Machenschaften zu gewinnen und sich als Unschuldslamm zu gerieren. Im Februar machte sich Biallawons schließlich in ekelhafter Art über die durch ihn bedrohten Mitschüler:innen lustig. Auf der Rückseite eines Wahlplakates vor dem Schulgebäude war zu lesen: “Leon, remigrier dich ins Knie. Deutschland ist auch unsere Heimat!”. Biallawons posierte lachend vor diesem Spruch, wofür er bei seinen extrem rechten Kameraden Anerkennung erhielt. Mitschüler:innen berichteten auch von verbalen rassistischen Übergriffen und Asfällen. Schüler:innenschaft und Schule siegten jedoch schließlich und Biallawons brach die Schule ab. 

    „Kreuz ohne Haken“ in der Altmark eom Biallawons beim JA Sommerfest in der Altmark


    In Bochum treibt Biallawons im aktuellen Wahlkampf die Neugründung der AfD-Parteijugend in Bochum aktiv voran. Obwohl er dem AfD-Kreisverband Bochum angehört, ist er dem Kreisverband Dortmund viel enger verbunden und bekommt seine Instruktionen von Helferich. Am 22.05.2024 wollten er und sein Dortmunder Pendant Mike Barth gemeinsam eine Veranstaltung mit Matthias Helferich in der renommierten Bochumer Gaststätte “Mutter Wittig” durch.

    JA in Bochum – Leon Bialliwons 22.05.24

    Dies konnte durch Antifaschistische Recherche und Intervention schließlich verhindert werden. Offenbar soll er nun eine junge, radikale JA-Truppe aufbauen, die dann den Bochumer Kreisverband übernehmen soll, die er intern als “hoffnungslos verboomert” bezeichnet. Mittlerweile konnte er bereits einen kleinen Personenkreis um sich scharen, der zwar aufgrund seines fortgeschrittenen Alters nicht besonders jugendlich wirkt, jedoch offenbar Biallawons´ “starker Bochumer Jugend” angehört. Dies ist ganz im Sinne Helferichs, der gerade eine interne Fehde gegen den aktuellen AfD-NRW-Landesvorstand führt und dabei schon einige Kreisverbände auf seine Seite geputscht hat (siehe Düsseldorf oder Bonn). Mutmaßlich hat der Kreisverband Bochum, Biallawons dafür mit Listenplatz 25 bei der Kommunalwahl abgestraft. Schließlich ordnet sich der KV Bochum eher dem Lager des NRW-Landesvorsitzenden (und Helferich-Kontrahenten) Martin Vincentz zu, während Biallawons dem völkisch-nationalistischen Höcke-Lager angehört – was sein Aktivismus in der Jugendorganisation deutlich zeigt. Bei dieser Kommunalwahl tritt der 26-Jährige nun für die AfD im Wahlbezirk Eppendorf-Munscheid und für die Bezirksvertretung in Wattenscheid an. Der Versuch der Bochumer AfD als “gemäßigt” aufzutreten wird von ihm dabei ad absurdum geführt.

    Leon Biallawons Aufkleber in der Straße von Leon Biallawons


    Ein ständiger Begleiter von Biallawons ist Cedric Sontowski (Jg. 1989), aufgewachsen in Bochum-Günnigfeld und mittlerweile wohnhaft in Hofstede. Der ehemalige Betreiber der Gaststätte

    Cedric Santowski aus Wattenscheid Günnigfeld

    „Zum Deutschen Haus“ in Bochum-Goldhamme beteiligte sich bereits am 22.02.2025 an einem AfD-Wahlkampfstand in der Innenstadt. Seit Juli hat Sontowski seine Social-Media-Präsenz ganz seinem politischen Aktivismus verschrieben und wirbt offen auf seinem Profil für die AfD. Auch Kim-Alina von Wedelstädt beteiligt sich aktiv am Kommunalwahlkampf. Die ausgebildete Augenoptikerin arbeitet derzeit bei Lindemann Optik in der Kortumstraße in der Bochumer Innenstadt. Ähnlich wie ihr Partner Leon Biallawons engagiert sich von Wedelstädt in der Parteijugend und besucht Vernetzungstreffen. So wirkte sie bereits beim ersten öffentlichen Auftritt der neu formierten Jungen Alternative Bochum am 27.04.2024 mit.

    Optikerin Kima Alina von Wedelstädt JA in Bochum – Kim von Wedelstaedt 22.05.24 Matthias Helferich, Kim-Alina von Wedelstädt, Leon Biallawons, Mike Barthold, Luca Hofrath, Christian Zaum


    Als vermeintliches Bindeglied zwischen „jung“ und „alt“ in der AfD-Bochum agiert Ingrid Mohelska (Listenplatz 14). Sie wohnt in der Hildegardstraße in Bochum-Hamme und ist sowohl an Wahlkampfständen der Partei als auch beim Verteilen von Flyern anzutreffen. Nachbar*innen berichten, Mohelska schlendere als „Mensch gewordenes Meme“ im T-Shirt mit der Aufschrift „Alice Weidel for Kanzler“ durch die Straßen von Hamme.

    Komplettiert wird die Biallawons-Clique durch seine Erziehungsberechtigte. Nicole Noack tritt erst seit Juli öffentlich in Erscheinung, während ihr Zögling sich schon länger offen für die faschistische AfD engagiert. Dennoch scheint sie durch ihn im Hintergrund bereits Fuß gefasst zu haben und nun Teil der lokalen AfD-Jugend-Netzwerke zu sein.

    Leon Biallawons und Nicole Noack icole , CedricSantowski, Ingrid Mohelska und Leon Biallawons beim AfD Stand in Riemke


    Die Jugend rebelliert

    Während sich der AfD-Kreisverband Bochum von Matthias Helferich und dem völkisch-nationalistischen Höcke-Lager zu distanzieren versucht, sind die jungen Akteure um Leon Biallawons eindeutig diesem Lager zuzurechnen. Biallawons spielt eine zentrale Rolle beim Aufbau von Helferichs extrem rechtem Netzwerk. Er propagiert ein völkisch-nationalistisches Weltbild und träumt – wie Höcke und Helferich – von einem weißen Ethnostaat. Im Machtkampf innerhalb des Bochumer Kreisverbands sammelt Biallawons bereits Unterstützer um sich. Er ist in der AfD-Jugend bestens vernetzt, was ein geplanter „Jugend-Stammtisch“ mit AfD-Bundestagsabgeordnetem Manuel Krauthausen am 29.08.2025 in Bochum-Wattenscheid verdeutlicht. Schon der Ankündigungstext für dieses Treffen liest sich wie eine Kampfansage an den Bochumer AfD-Verband. So heißt es dort: „Zeigen wir dem KV vor Ort, wie wichtig eine aktive und unabhängige Jugendorganisation ist.

    Es bleibt an uns, den rechten Netzwerken ihre Räume zu nehmen und ihre Strukturen offenzulegen.

    Nieder mit der AfD – überall und jederzeit!

    Antifaschistische Linke Bochum, August 2025

     

    #AfD #Bochum #CedricSontowski #CorneliaErikaHeitmann #JungeAlternative #JungeAlternativeBochum #KimAlinaVonWedelstädt #LeonBiallawons #NicoleNoack

  22. Höckes Helfer in Bochum: Die AfD-Jugend im Wahlkampf

    Der Kommunalwahlkampf in Bochum geht in die heiße Phase. Überall im Stadtgebiet hängen Wahlplakate, und nahezu täglich sind Wahlkampfstände verschiedener Parteien zu sehen. Politiker:innen suchen das Gespräch mit den Bürger:innen, geben sich bürgernah und buhlen um Stimmen.

    Auch die AfD Bochum zeigt inzwischen vermehrt Präsenz in den Stadtteilen. Wiederkehrende Infostände auf Marktplätzen und das Verteilen von Flyern in innenstadtnahen Vierteln zeigen, dass die lokale AfD ihren Wahlkampf intensiviert. Auffällig ist dabei vor allem eine extrem rechte Clique rund um Leon Biallawons, dem ein übersteigertes Geltungsbedürfnis attestiert werden kann.

    Christian Loose, Cornelia Heitmann, Kim-alina von Wedelstädt und Leon Biallawons beim Wahlkampf der AfD AfD Wahlkampfstand in Eppendorf Kim-Alina von Wedelstädt, Leon Biallawons, Cedric Santowski und „Julian“ beim Wahlkampf in Altenbochum Profil der AfD Jugend Bochum


    Die Clique um Leon Biallawons

    Matthias Helferich bewirbt Leon Biallawons

    Leon Biallawons, politischer Ziehsohn des Dortmunder AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich (dem selbsternannten „freundlichen Gesicht des Nationalsozialismus“), war Kopf der inzwischen aufgelösten Jungen Alternative (JA) in Bochum und entwickelte sich zuletzt zu einer Führungsfigur der JA-NRW. Die JA wurde von ihrer Mutterpartei verboten, weil sie aufgrund ihrer extrem rechten, völkischen und antidemokratischen Gesamtstruktur auf der einen Seite gefährlich für die AfD selbst wurde und dem drohenden Parteiverbot ständig Futter gab und auf der anderen Seite kurz vor einem Verbot stand, weshalb die völkischen Kreise in der AfD ihren Nachwuchs gerne unter den Schutzschirm der Partei nehmen wollten. Ende November findet in Gießen das Neugründungstreffen der AfD-Jugend statt und es zeichnet sich bereits ab, dass dieselben Jungfaschisten und völkischen Netzwerke erneut tonangebend sein werden.

    Leon Biallawons aus Wattenscheid ist in diesen Kreisen mittlerweile bestens vernetzt wie seine diesjährige Anwesenheit beim Sommerfest der ehemaligen JA-Altmark in Roxförde belegt, wo er gemeinsam mit weiteren JA-Führungspersonen aus NRW während des heimischen Wahlkampfes vom 22. bis 24. August weilte. Dieses Sommerfest ist ein traditioneller Treff- und Vernetzungspunkt der rechten Szene, wo klassische Neonazis, Identitäre und eben der geneigte AfD-Nachwuchs Kontakte knüpfen. In diesem Jahr wurde dort rituell ein Holzkreuz ins Feuer geworfen, welches sich mit dem Spruch “Kreuz ohne Haken” explizit gegen den Nationalsozialismus richtet. Biallawons ist ein Vertreter des menschenverachtenden und verfassungsfeindlichen Konzepts “millionenfacher Remigration”. Er verklebt in seinem Wohnumfeld entsprechende Aufkleber und ist durch den NS-affinen Matthias Helferich ohnehin ideologisch auf Spur gebracht. Nachdem an seiner ehemaligen Berufsschule im Bochumer Zentrum bekannt wurde, welche rassistischen Ansichten er nach Schulende vertritt, geriet er dort ins Abseits. Die Schule handelte nach anfänglichem Zögern und einem Brandbrief engagierter Schüler:innen vorbildlich und konsultierte professionelle Unterstützung, während Biallawons verzweifelt versuchte weitere Schüler:innen für seine braunen Machenschaften zu gewinnen und sich als Unschuldslamm zu gerieren. Im Februar machte sich Biallawons schließlich in ekelhafter Art über die durch ihn bedrohten Mitschüler:innen lustig. Auf der Rückseite eines Wahlplakates vor dem Schulgebäude war zu lesen: “Leon, remigrier dich ins Knie. Deutschland ist auch unsere Heimat!”. Biallawons posierte lachend vor diesem Spruch, wofür er bei seinen extrem rechten Kameraden Anerkennung erhielt. Mitschüler:innen berichteten auch von verbalen rassistischen Übergriffen und Asfällen. Schüler:innenschaft und Schule siegten jedoch schließlich und Biallawons brach die Schule ab. 

    „Kreuz ohne Haken“ in der Altmark eom Biallawons beim JA Sommerfest in der Altmark


    In Bochum treibt Biallawons im aktuellen Wahlkampf die Neugründung der AfD-Parteijugend in Bochum aktiv voran. Obwohl er dem AfD-Kreisverband Bochum angehört, ist er dem Kreisverband Dortmund viel enger verbunden und bekommt seine Instruktionen von Helferich. Am 22.05.2024 wollten er und sein Dortmunder Pendant Mike Barth gemeinsam eine Veranstaltung mit Matthias Helferich in der renommierten Bochumer Gaststätte “Mutter Wittig” durch.

    JA in Bochum – Leon Bialliwons 22.05.24

    Dies konnte durch Antifaschistische Recherche und Intervention schließlich verhindert werden. Offenbar soll er nun eine junge, radikale JA-Truppe aufbauen, die dann den Bochumer Kreisverband übernehmen soll, die er intern als “hoffnungslos verboomert” bezeichnet. Mittlerweile konnte er bereits einen kleinen Personenkreis um sich scharen, der zwar aufgrund seines fortgeschrittenen Alters nicht besonders jugendlich wirkt, jedoch offenbar Biallawons´ “starker Bochumer Jugend” angehört. Dies ist ganz im Sinne Helferichs, der gerade eine interne Fehde gegen den aktuellen AfD-NRW-Landesvorstand führt und dabei schon einige Kreisverbände auf seine Seite geputscht hat (siehe Düsseldorf oder Bonn). Mutmaßlich hat der Kreisverband Bochum, Biallawons dafür mit Listenplatz 25 bei der Kommunalwahl abgestraft. Schließlich ordnet sich der KV Bochum eher dem Lager des NRW-Landesvorsitzenden (und Helferich-Kontrahenten) Martin Vincentz zu, während Biallawons dem völkisch-nationalistischen Höcke-Lager angehört – was sein Aktivismus in der Jugendorganisation deutlich zeigt. Bei dieser Kommunalwahl tritt der 26-Jährige nun für die AfD im Wahlbezirk Eppendorf-Munscheid und für die Bezirksvertretung in Wattenscheid an. Der Versuch der Bochumer AfD als “gemäßigt” aufzutreten wird von ihm dabei ad absurdum geführt.

    Leon Biallawons Aufkleber in der Straße von Leon Biallawons


    Ein ständiger Begleiter von Biallawons ist Cedric Sontowski (Jg. 1989), aufgewachsen in Bochum-Günnigfeld und mittlerweile wohnhaft in Hofstede. Der ehemalige Betreiber der Gaststätte

    Cedric Santowski aus Wattenscheid Günnigfeld

    „Zum Deutschen Haus“ in Bochum-Goldhamme beteiligte sich bereits am 22.02.2025 an einem AfD-Wahlkampfstand in der Innenstadt. Seit Juli hat Sontowski seine Social-Media-Präsenz ganz seinem politischen Aktivismus verschrieben und wirbt offen auf seinem Profil für die AfD. Auch Kim-Alina von Wedelstädt beteiligt sich aktiv am Kommunalwahlkampf. Die ausgebildete Augenoptikerin arbeitet derzeit bei Lindemann Optik in der Kortumstraße in der Bochumer Innenstadt. Ähnlich wie ihr Partner Leon Biallawons engagiert sich von Wedelstädt in der Parteijugend und besucht Vernetzungstreffen. So wirkte sie bereits beim ersten öffentlichen Auftritt der neu formierten Jungen Alternative Bochum am 27.04.2024 mit.

    Optikerin Kima Alina von Wedelstädt JA in Bochum – Kim von Wedelstaedt 22.05.24 Matthias Helferich, Kim-Alina von Wedelstädt, Leon Biallawons, Mike Barthold, Luca Hofrath, Christian Zaum


    Als vermeintliches Bindeglied zwischen „jung“ und „alt“ in der AfD-Bochum agiert Ingrid Mohelska (Listenplatz 14). Sie wohnt in der Hildegardstraße in Bochum-Hamme und ist sowohl an Wahlkampfständen der Partei als auch beim Verteilen von Flyern anzutreffen. Nachbar*innen berichten, Mohelska schlendere als „Mensch gewordenes Meme“ im T-Shirt mit der Aufschrift „Alice Weidel for Kanzler“ durch die Straßen von Hamme.

    Komplettiert wird die Biallawons-Clique durch seine Erziehungsberechtigte. Nicole Noack tritt erst seit Juli öffentlich in Erscheinung, während ihr Zögling sich schon länger offen für die faschistische AfD engagiert. Dennoch scheint sie durch ihn im Hintergrund bereits Fuß gefasst zu haben und nun Teil der lokalen AfD-Jugend-Netzwerke zu sein.

    Leon Biallawons und Nicole Noack icole , CedricSantowski, Ingrid Mohelska und Leon Biallawons beim AfD Stand in Riemke


    Die Jugend rebelliert

    Während sich der AfD-Kreisverband Bochum von Matthias Helferich und dem völkisch-nationalistischen Höcke-Lager zu distanzieren versucht, sind die jungen Akteure um Leon Biallawons eindeutig diesem Lager zuzurechnen. Biallawons spielt eine zentrale Rolle beim Aufbau von Helferichs extrem rechtem Netzwerk. Er propagiert ein völkisch-nationalistisches Weltbild und träumt – wie Höcke und Helferich – von einem weißen Ethnostaat. Im Machtkampf innerhalb des Bochumer Kreisverbands sammelt Biallawons bereits Unterstützer um sich. Er ist in der AfD-Jugend bestens vernetzt, was ein geplanter „Jugend-Stammtisch“ mit AfD-Bundestagsabgeordnetem Manuel Krauthausen am 29.08.2025 in Bochum-Wattenscheid verdeutlicht. Schon der Ankündigungstext für dieses Treffen liest sich wie eine Kampfansage an den Bochumer AfD-Verband. So heißt es dort: „Zeigen wir dem KV vor Ort, wie wichtig eine aktive und unabhängige Jugendorganisation ist.

    Es bleibt an uns, den rechten Netzwerken ihre Räume zu nehmen und ihre Strukturen offenzulegen.

    Nieder mit der AfD – überall und jederzeit!

    Antifaschistische Linke Bochum, August 2025

     

    #AfD #Bochum #CedricSontowski #CorneliaErikaHeitmann #JungeAlternative #JungeAlternativeBochum #KimAlinaVonWedelstädt #LeonBiallawons #NicoleNoack

  23. Höckes Helfer in Bochum: Die AfD-Jugend im Wahlkampf

    Der Kommunalwahlkampf in Bochum geht in die heiße Phase. Überall im Stadtgebiet hängen Wahlplakate, und nahezu täglich sind Wahlkampfstände verschiedener Parteien zu sehen. Politiker:innen suchen das Gespräch mit den Bürger:innen, geben sich bürgernah und buhlen um Stimmen.

    Auch die AfD Bochum zeigt inzwischen vermehrt Präsenz in den Stadtteilen. Wiederkehrende Infostände auf Marktplätzen und das Verteilen von Flyern in innenstadtnahen Vierteln zeigen, dass die lokale AfD ihren Wahlkampf intensiviert. Auffällig ist dabei vor allem eine extrem rechte Clique rund um Leon Biallawons, dem ein übersteigertes Geltungsbedürfnis attestiert werden kann.

    Christian Loose, Cornelia Heitmann, Kim-alina von Wedelstädt und Leon Biallawons beim Wahlkampf der AfD AfD Wahlkampfstand in Eppendorf Kim-Alina von Wedelstädt, Leon Biallawons, Cedric Santowski und „Julian“ beim Wahlkampf in Altenbochum Profil der AfD Jugend Bochum


    Die Clique um Leon Biallawons

    Matthias Helferich bewirbt Leon Biallawons

    Leon Biallawons, politischer Ziehsohn des Dortmunder AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich (dem selbsternannten „freundlichen Gesicht des Nationalsozialismus“), war Kopf der inzwischen aufgelösten Jungen Alternative (JA) in Bochum und entwickelte sich zuletzt zu einer Führungsfigur der JA-NRW. Die JA wurde von ihrer Mutterpartei verboten, weil sie aufgrund ihrer extrem rechten, völkischen und antidemokratischen Gesamtstruktur auf der einen Seite gefährlich für die AfD selbst wurde und dem drohenden Parteiverbot ständig Futter gab und auf der anderen Seite kurz vor einem Verbot stand, weshalb die völkischen Kreise in der AfD ihren Nachwuchs gerne unter den Schutzschirm der Partei nehmen wollten. Ende November findet in Gießen das Neugründungstreffen der AfD-Jugend statt und es zeichnet sich bereits ab, dass dieselben Jungfaschisten und völkischen Netzwerke erneut tonangebend sein werden.

    Leon Biallawons aus Wattenscheid ist in diesen Kreisen mittlerweile bestens vernetzt wie seine diesjährige Anwesenheit beim Sommerfest der ehemaligen JA-Altmark in Roxförde belegt, wo er gemeinsam mit weiteren JA-Führungspersonen aus NRW während des heimischen Wahlkampfes vom 22. bis 24. August weilte. Dieses Sommerfest ist ein traditioneller Treff- und Vernetzungspunkt der rechten Szene, wo klassische Neonazis, Identitäre und eben der geneigte AfD-Nachwuchs Kontakte knüpfen. In diesem Jahr wurde dort rituell ein Holzkreuz ins Feuer geworfen, welches sich mit dem Spruch “Kreuz ohne Haken” explizit gegen den Nationalsozialismus richtet. Biallawons ist ein Vertreter des menschenverachtenden und verfassungsfeindlichen Konzepts “millionenfacher Remigration”. Er verklebt in seinem Wohnumfeld entsprechende Aufkleber und ist durch den NS-affinen Matthias Helferich ohnehin ideologisch auf Spur gebracht. Nachdem an seiner ehemaligen Berufsschule im Bochumer Zentrum bekannt wurde, welche rassistischen Ansichten er nach Schulende vertritt, geriet er dort ins Abseits. Die Schule handelte nach anfänglichem Zögern und einem Brandbrief engagierter Schüler:innen vorbildlich und konsultierte professionelle Unterstützung, während Biallawons verzweifelt versuchte weitere Schüler:innen für seine braunen Machenschaften zu gewinnen und sich als Unschuldslamm zu gerieren. Im Februar machte sich Biallawons schließlich in ekelhafter Art über die durch ihn bedrohten Mitschüler:innen lustig. Auf der Rückseite eines Wahlplakates vor dem Schulgebäude war zu lesen: “Leon, remigrier dich ins Knie. Deutschland ist auch unsere Heimat!”. Biallawons posierte lachend vor diesem Spruch, wofür er bei seinen extrem rechten Kameraden Anerkennung erhielt. Mitschüler:innen berichteten auch von verbalen rassistischen Übergriffen und Asfällen. Schüler:innenschaft und Schule siegten jedoch schließlich und Biallawons brach die Schule ab. 

    „Kreuz ohne Haken“ in der Altmark eom Biallawons beim JA Sommerfest in der Altmark


    In Bochum treibt Biallawons im aktuellen Wahlkampf die Neugründung der AfD-Parteijugend in Bochum aktiv voran. Obwohl er dem AfD-Kreisverband Bochum angehört, ist er dem Kreisverband Dortmund viel enger verbunden und bekommt seine Instruktionen von Helferich. Am 22.05.2024 wollten er und sein Dortmunder Pendant Mike Barth gemeinsam eine Veranstaltung mit Matthias Helferich in der renommierten Bochumer Gaststätte “Mutter Wittig” durch.

    JA in Bochum – Leon Bialliwons 22.05.24

    Dies konnte durch Antifaschistische Recherche und Intervention schließlich verhindert werden. Offenbar soll er nun eine junge, radikale JA-Truppe aufbauen, die dann den Bochumer Kreisverband übernehmen soll, die er intern als “hoffnungslos verboomert” bezeichnet. Mittlerweile konnte er bereits einen kleinen Personenkreis um sich scharen, der zwar aufgrund seines fortgeschrittenen Alters nicht besonders jugendlich wirkt, jedoch offenbar Biallawons´ “starker Bochumer Jugend” angehört. Dies ist ganz im Sinne Helferichs, der gerade eine interne Fehde gegen den aktuellen AfD-NRW-Landesvorstand führt und dabei schon einige Kreisverbände auf seine Seite geputscht hat (siehe Düsseldorf oder Bonn). Mutmaßlich hat der Kreisverband Bochum, Biallawons dafür mit Listenplatz 25 bei der Kommunalwahl abgestraft. Schließlich ordnet sich der KV Bochum eher dem Lager des NRW-Landesvorsitzenden (und Helferich-Kontrahenten) Martin Vincentz zu, während Biallawons dem völkisch-nationalistischen Höcke-Lager angehört – was sein Aktivismus in der Jugendorganisation deutlich zeigt. Bei dieser Kommunalwahl tritt der 26-Jährige nun für die AfD im Wahlbezirk Eppendorf-Munscheid und für die Bezirksvertretung in Wattenscheid an. Der Versuch der Bochumer AfD als “gemäßigt” aufzutreten wird von ihm dabei ad absurdum geführt.

    Leon Biallawons Aufkleber in der Straße von Leon Biallawons


    Ein ständiger Begleiter von Biallawons ist Cedric Sontowski (Jg. 1989), aufgewachsen in Bochum-Günnigfeld und mittlerweile wohnhaft in Hofstede. Der ehemalige Betreiber der Gaststätte

    Cedric Santowski aus Wattenscheid Günnigfeld

    „Zum Deutschen Haus“ in Bochum-Goldhamme beteiligte sich bereits am 22.02.2025 an einem AfD-Wahlkampfstand in der Innenstadt. Seit Juli hat Sontowski seine Social-Media-Präsenz ganz seinem politischen Aktivismus verschrieben und wirbt offen auf seinem Profil für die AfD. Auch Kim-Alina von Wedelstädt beteiligt sich aktiv am Kommunalwahlkampf. Die ausgebildete Augenoptikerin arbeitet derzeit bei Lindemann Optik in der Kortumstraße in der Bochumer Innenstadt. Ähnlich wie ihr Partner Leon Biallawons engagiert sich von Wedelstädt in der Parteijugend und besucht Vernetzungstreffen. So wirkte sie bereits beim ersten öffentlichen Auftritt der neu formierten Jungen Alternative Bochum am 27.04.2024 mit.

    Optikerin Kima Alina von Wedelstädt JA in Bochum – Kim von Wedelstaedt 22.05.24 Matthias Helferich, Kim-Alina von Wedelstädt, Leon Biallawons, Mike Barthold, Luca Hofrath, Christian Zaum


    Als vermeintliches Bindeglied zwischen „jung“ und „alt“ in der AfD-Bochum agiert Ingrid Mohelska (Listenplatz 14). Sie wohnt in der Hildegardstraße in Bochum-Hamme und ist sowohl an Wahlkampfständen der Partei als auch beim Verteilen von Flyern anzutreffen. Nachbar*innen berichten, Mohelska schlendere als „Mensch gewordenes Meme“ im T-Shirt mit der Aufschrift „Alice Weidel for Kanzler“ durch die Straßen von Hamme.

    Komplettiert wird die Biallawons-Clique durch seine Erziehungsberechtigte. Nicole Noack tritt erst seit Juli öffentlich in Erscheinung, während ihr Zögling sich schon länger offen für die faschistische AfD engagiert. Dennoch scheint sie durch ihn im Hintergrund bereits Fuß gefasst zu haben und nun Teil der lokalen AfD-Jugend-Netzwerke zu sein.

    Leon Biallawons und Nicole Noack icole , CedricSantowski, Ingrid Mohelska und Leon Biallawons beim AfD Stand in Riemke


    Die Jugend rebelliert

    Während sich der AfD-Kreisverband Bochum von Matthias Helferich und dem völkisch-nationalistischen Höcke-Lager zu distanzieren versucht, sind die jungen Akteure um Leon Biallawons eindeutig diesem Lager zuzurechnen. Biallawons spielt eine zentrale Rolle beim Aufbau von Helferichs extrem rechtem Netzwerk. Er propagiert ein völkisch-nationalistisches Weltbild und träumt – wie Höcke und Helferich – von einem weißen Ethnostaat. Im Machtkampf innerhalb des Bochumer Kreisverbands sammelt Biallawons bereits Unterstützer um sich. Er ist in der AfD-Jugend bestens vernetzt, was ein geplanter „Jugend-Stammtisch“ mit AfD-Bundestagsabgeordnetem Manuel Krauthausen am 29.08.2025 in Bochum-Wattenscheid verdeutlicht. Schon der Ankündigungstext für dieses Treffen liest sich wie eine Kampfansage an den Bochumer AfD-Verband. So heißt es dort: „Zeigen wir dem KV vor Ort, wie wichtig eine aktive und unabhängige Jugendorganisation ist.

    Es bleibt an uns, den rechten Netzwerken ihre Räume zu nehmen und ihre Strukturen offenzulegen.

    Nieder mit der AfD – überall und jederzeit!

    Antifaschistische Linke Bochum, August 2025

     

    #AfD #Bochum #CedricSontowski #CorneliaErikaHeitmann #JungeAlternative #JungeAlternativeBochum #KimAlinaVonWedelstädt #LeonBiallawons #NicoleNoack

  24. Höckes Helfer in Bochum: Die AfD-Jugend im Wahlkampf

    Der Kommunalwahlkampf in Bochum geht in die heiße Phase. Überall im Stadtgebiet hängen Wahlplakate, und nahezu täglich sind Wahlkampfstände verschiedener Parteien zu sehen. Politiker:innen suchen das Gespräch mit den Bürger:innen, geben sich bürgernah und buhlen um Stimmen.

    Auch die AfD Bochum zeigt inzwischen vermehrt Präsenz in den Stadtteilen. Wiederkehrende Infostände auf Marktplätzen und das Verteilen von Flyern in innenstadtnahen Vierteln zeigen, dass die lokale AfD ihren Wahlkampf intensiviert. Auffällig ist dabei vor allem eine extrem rechte Clique rund um Leon Biallawons, dem ein übersteigertes Geltungsbedürfnis attestiert werden kann.

    Christian Loose, Cornelia Heitmann, Kim-alina von Wedelstädt und Leon Biallawons beim Wahlkampf der AfD AfD Wahlkampfstand in Eppendorf Kim-Alina von Wedelstädt, Leon Biallawons, Cedric Santowski und „Julian“ beim Wahlkampf in Altenbochum Profil der AfD Jugend Bochum


    Die Clique um Leon Biallawons

    Matthias Helferich bewirbt Leon Biallawons

    Leon Biallawons, politischer Ziehsohn des Dortmunder AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich (dem selbsternannten „freundlichen Gesicht des Nationalsozialismus“), war Kopf der inzwischen aufgelösten Jungen Alternative (JA) in Bochum und entwickelte sich zuletzt zu einer Führungsfigur der JA-NRW. Die JA wurde von ihrer Mutterpartei verboten, weil sie aufgrund ihrer extrem rechten, völkischen und antidemokratischen Gesamtstruktur auf der einen Seite gefährlich für die AfD selbst wurde und dem drohenden Parteiverbot ständig Futter gab und auf der anderen Seite kurz vor einem Verbot stand, weshalb die völkischen Kreise in der AfD ihren Nachwuchs gerne unter den Schutzschirm der Partei nehmen wollten. Ende November findet in Gießen das Neugründungstreffen der AfD-Jugend statt und es zeichnet sich bereits ab, dass dieselben Jungfaschisten und völkischen Netzwerke erneut tonangebend sein werden.

    Leon Biallawons aus Wattenscheid ist in diesen Kreisen mittlerweile bestens vernetzt wie seine diesjährige Anwesenheit beim Sommerfest der ehemaligen JA-Altmark in Roxförde belegt, wo er gemeinsam mit weiteren JA-Führungspersonen aus NRW während des heimischen Wahlkampfes vom 22. bis 24. August weilte. Dieses Sommerfest ist ein traditioneller Treff- und Vernetzungspunkt der rechten Szene, wo klassische Neonazis, Identitäre und eben der geneigte AfD-Nachwuchs Kontakte knüpfen. In diesem Jahr wurde dort rituell ein Holzkreuz ins Feuer geworfen, welches sich mit dem Spruch “Kreuz ohne Haken” explizit gegen den Nationalsozialismus richtet. Biallawons ist ein Vertreter des menschenverachtenden und verfassungsfeindlichen Konzepts “millionenfacher Remigration”. Er verklebt in seinem Wohnumfeld entsprechende Aufkleber und ist durch den NS-affinen Matthias Helferich ohnehin ideologisch auf Spur gebracht. Nachdem an seiner ehemaligen Berufsschule im Bochumer Zentrum bekannt wurde, welche rassistischen Ansichten er nach Schulende vertritt, geriet er dort ins Abseits. Die Schule handelte nach anfänglichem Zögern und einem Brandbrief engagierter Schüler:innen vorbildlich und konsultierte professionelle Unterstützung, während Biallawons verzweifelt versuchte weitere Schüler:innen für seine braunen Machenschaften zu gewinnen und sich als Unschuldslamm zu gerieren. Im Februar machte sich Biallawons schließlich in ekelhafter Art über die durch ihn bedrohten Mitschüler:innen lustig. Auf der Rückseite eines Wahlplakates vor dem Schulgebäude war zu lesen: “Leon, remigrier dich ins Knie. Deutschland ist auch unsere Heimat!”. Biallawons posierte lachend vor diesem Spruch, wofür er bei seinen extrem rechten Kameraden Anerkennung erhielt. Mitschüler:innen berichteten auch von verbalen rassistischen Übergriffen und Asfällen. Schüler:innenschaft und Schule siegten jedoch schließlich und Biallawons brach die Schule ab. 

    „Kreuz ohne Haken“ in der Altmark eom Biallawons beim JA Sommerfest in der Altmark


    In Bochum treibt Biallawons im aktuellen Wahlkampf die Neugründung der AfD-Parteijugend in Bochum aktiv voran. Obwohl er dem AfD-Kreisverband Bochum angehört, ist er dem Kreisverband Dortmund viel enger verbunden und bekommt seine Instruktionen von Helferich. Am 22.05.2024 wollten er und sein Dortmunder Pendant Mike Barth gemeinsam eine Veranstaltung mit Matthias Helferich in der renommierten Bochumer Gaststätte “Mutter Wittig” durch.

    JA in Bochum – Leon Bialliwons 22.05.24

    Dies konnte durch Antifaschistische Recherche und Intervention schließlich verhindert werden. Offenbar soll er nun eine junge, radikale JA-Truppe aufbauen, die dann den Bochumer Kreisverband übernehmen soll, die er intern als “hoffnungslos verboomert” bezeichnet. Mittlerweile konnte er bereits einen kleinen Personenkreis um sich scharen, der zwar aufgrund seines fortgeschrittenen Alters nicht besonders jugendlich wirkt, jedoch offenbar Biallawons´ “starker Bochumer Jugend” angehört. Dies ist ganz im Sinne Helferichs, der gerade eine interne Fehde gegen den aktuellen AfD-NRW-Landesvorstand führt und dabei schon einige Kreisverbände auf seine Seite geputscht hat (siehe Düsseldorf oder Bonn). Mutmaßlich hat der Kreisverband Bochum, Biallawons dafür mit Listenplatz 25 bei der Kommunalwahl abgestraft. Schließlich ordnet sich der KV Bochum eher dem Lager des NRW-Landesvorsitzenden (und Helferich-Kontrahenten) Martin Vincentz zu, während Biallawons dem völkisch-nationalistischen Höcke-Lager angehört – was sein Aktivismus in der Jugendorganisation deutlich zeigt. Bei dieser Kommunalwahl tritt der 26-Jährige nun für die AfD im Wahlbezirk Eppendorf-Munscheid und für die Bezirksvertretung in Wattenscheid an. Der Versuch der Bochumer AfD als “gemäßigt” aufzutreten wird von ihm dabei ad absurdum geführt.

    Leon Biallawons Aufkleber in der Straße von Leon Biallawons


    Ein ständiger Begleiter von Biallawons ist Cedric Sontowski (Jg. 1989), aufgewachsen in Bochum-Günnigfeld und mittlerweile wohnhaft in Hofstede. Der ehemalige Betreiber der Gaststätte

    Cedric Santowski aus Wattenscheid Günnigfeld

    „Zum Deutschen Haus“ in Bochum-Goldhamme beteiligte sich bereits am 22.02.2025 an einem AfD-Wahlkampfstand in der Innenstadt. Seit Juli hat Sontowski seine Social-Media-Präsenz ganz seinem politischen Aktivismus verschrieben und wirbt offen auf seinem Profil für die AfD. Auch Kim-Alina von Wedelstädt beteiligt sich aktiv am Kommunalwahlkampf. Die ausgebildete Augenoptikerin arbeitet derzeit bei Lindemann Optik in der Kortumstraße in der Bochumer Innenstadt. Ähnlich wie ihr Partner Leon Biallawons engagiert sich von Wedelstädt in der Parteijugend und besucht Vernetzungstreffen. So wirkte sie bereits beim ersten öffentlichen Auftritt der neu formierten Jungen Alternative Bochum am 27.04.2024 mit.

    Optikerin Kima Alina von Wedelstädt JA in Bochum – Kim von Wedelstaedt 22.05.24 Matthias Helferich, Kim-Alina von Wedelstädt, Leon Biallawons, Mike Barthold, Luca Hofrath, Christian Zaum


    Als vermeintliches Bindeglied zwischen „jung“ und „alt“ in der AfD-Bochum agiert Ingrid Mohelska (Listenplatz 14). Sie wohnt in der Hildegardstraße in Bochum-Hamme und ist sowohl an Wahlkampfständen der Partei als auch beim Verteilen von Flyern anzutreffen. Nachbar*innen berichten, Mohelska schlendere als „Mensch gewordenes Meme“ im T-Shirt mit der Aufschrift „Alice Weidel for Kanzler“ durch die Straßen von Hamme.

    Komplettiert wird die Biallawons-Clique durch seine Erziehungsberechtigte. Nicole Noack tritt erst seit Juli öffentlich in Erscheinung, während ihr Zögling sich schon länger offen für die faschistische AfD engagiert. Dennoch scheint sie durch ihn im Hintergrund bereits Fuß gefasst zu haben und nun Teil der lokalen AfD-Jugend-Netzwerke zu sein.

    Leon Biallawons und Nicole Noack icole , CedricSantowski, Ingrid Mohelska und Leon Biallawons beim AfD Stand in Riemke


    Die Jugend rebelliert

    Während sich der AfD-Kreisverband Bochum von Matthias Helferich und dem völkisch-nationalistischen Höcke-Lager zu distanzieren versucht, sind die jungen Akteure um Leon Biallawons eindeutig diesem Lager zuzurechnen. Biallawons spielt eine zentrale Rolle beim Aufbau von Helferichs extrem rechtem Netzwerk. Er propagiert ein völkisch-nationalistisches Weltbild und träumt – wie Höcke und Helferich – von einem weißen Ethnostaat. Im Machtkampf innerhalb des Bochumer Kreisverbands sammelt Biallawons bereits Unterstützer um sich. Er ist in der AfD-Jugend bestens vernetzt, was ein geplanter „Jugend-Stammtisch“ mit AfD-Bundestagsabgeordnetem Manuel Krauthausen am 29.08.2025 in Bochum-Wattenscheid verdeutlicht. Schon der Ankündigungstext für dieses Treffen liest sich wie eine Kampfansage an den Bochumer AfD-Verband. So heißt es dort: „Zeigen wir dem KV vor Ort, wie wichtig eine aktive und unabhängige Jugendorganisation ist.

    Es bleibt an uns, den rechten Netzwerken ihre Räume zu nehmen und ihre Strukturen offenzulegen.

    Nieder mit der AfD – überall und jederzeit!

    Antifaschistische Linke Bochum, August 2025

     

    #AfD #Bochum #CedricSontowski #CorneliaErikaHeitmann #JungeAlternative #JungeAlternativeBochum #KimAlinaVonWedelstädt #LeonBiallawons #NicoleNoack

  25. Höckes Helfer in Bochum: Die AfD-Jugend im Wahlkampf

    Der Kommunalwahlkampf in Bochum geht in die heiße Phase. Überall im Stadtgebiet hängen Wahlplakate, und nahezu täglich sind Wahlkampfstände verschiedener Parteien zu sehen. Politiker:innen suchen das Gespräch mit den Bürger:innen, geben sich bürgernah und buhlen um Stimmen.

    Auch die AfD Bochum zeigt inzwischen vermehrt Präsenz in den Stadtteilen. Wiederkehrende Infostände auf Marktplätzen und das Verteilen von Flyern in innenstadtnahen Vierteln zeigen, dass die lokale AfD ihren Wahlkampf intensiviert. Auffällig ist dabei vor allem eine extrem rechte Clique rund um Leon Biallawons, dem ein übersteigertes Geltungsbedürfnis attestiert werden kann.

    Christian Loose, Cornelia Heitmann, Kim-alina von Wedelstädt und Leon Biallawons beim Wahlkampf der AfD AfD Wahlkampfstand in Eppendorf Kim-Alina von Wedelstädt, Leon Biallawons, Cedric Santowski und „Julian“ beim Wahlkampf in Altenbochum Profil der AfD Jugend Bochum


    Die Clique um Leon Biallawons

    Matthias Helferich bewirbt Leon Biallawons

    Leon Biallawons, politischer Ziehsohn des Dortmunder AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich (dem selbsternannten „freundlichen Gesicht des Nationalsozialismus“), war Kopf der inzwischen aufgelösten Jungen Alternative (JA) in Bochum und entwickelte sich zuletzt zu einer Führungsfigur der JA-NRW. Die JA wurde von ihrer Mutterpartei verboten, weil sie aufgrund ihrer extrem rechten, völkischen und antidemokratischen Gesamtstruktur auf der einen Seite gefährlich für die AfD selbst wurde und dem drohenden Parteiverbot ständig Futter gab und auf der anderen Seite kurz vor einem Verbot stand, weshalb die völkischen Kreise in der AfD ihren Nachwuchs gerne unter den Schutzschirm der Partei nehmen wollten. Ende November findet in Gießen das Neugründungstreffen der AfD-Jugend statt und es zeichnet sich bereits ab, dass dieselben Jungfaschisten und völkischen Netzwerke erneut tonangebend sein werden.

    Leon Biallawons aus Wattenscheid ist in diesen Kreisen mittlerweile bestens vernetzt wie seine diesjährige Anwesenheit beim Sommerfest der ehemaligen JA-Altmark in Roxförde belegt, wo er gemeinsam mit weiteren JA-Führungspersonen aus NRW während des heimischen Wahlkampfes vom 22. bis 24. August weilte. Dieses Sommerfest ist ein traditioneller Treff- und Vernetzungspunkt der rechten Szene, wo klassische Neonazis, Identitäre und eben der geneigte AfD-Nachwuchs Kontakte knüpfen. In diesem Jahr wurde dort rituell ein Holzkreuz ins Feuer geworfen, welches sich mit dem Spruch “Kreuz ohne Haken” explizit gegen den Nationalsozialismus richtet. Biallawons ist ein Vertreter des menschenverachtenden und verfassungsfeindlichen Konzepts “millionenfacher Remigration”. Er verklebt in seinem Wohnumfeld entsprechende Aufkleber und ist durch den NS-affinen Matthias Helferich ohnehin ideologisch auf Spur gebracht. Nachdem an seiner ehemaligen Berufsschule im Bochumer Zentrum bekannt wurde, welche rassistischen Ansichten er nach Schulende vertritt, geriet er dort ins Abseits. Die Schule handelte nach anfänglichem Zögern und einem Brandbrief engagierter Schüler:innen vorbildlich und konsultierte professionelle Unterstützung, während Biallawons verzweifelt versuchte weitere Schüler:innen für seine braunen Machenschaften zu gewinnen und sich als Unschuldslamm zu gerieren. Im Februar machte sich Biallawons schließlich in ekelhafter Art über die durch ihn bedrohten Mitschüler:innen lustig. Auf der Rückseite eines Wahlplakates vor dem Schulgebäude war zu lesen: “Leon, remigrier dich ins Knie. Deutschland ist auch unsere Heimat!”. Biallawons posierte lachend vor diesem Spruch, wofür er bei seinen extrem rechten Kameraden Anerkennung erhielt. Mitschüler:innen berichteten auch von verbalen rassistischen Übergriffen und Asfällen. Schüler:innenschaft und Schule siegten jedoch schließlich und Biallawons brach die Schule ab. 

    „Kreuz ohne Haken“ in der Altmark eom Biallawons beim JA Sommerfest in der Altmark


    In Bochum treibt Biallawons im aktuellen Wahlkampf die Neugründung der AfD-Parteijugend in Bochum aktiv voran. Obwohl er dem AfD-Kreisverband Bochum angehört, ist er dem Kreisverband Dortmund viel enger verbunden und bekommt seine Instruktionen von Helferich. Am 22.05.2024 wollten er und sein Dortmunder Pendant Mike Barth gemeinsam eine Veranstaltung mit Matthias Helferich in der renommierten Bochumer Gaststätte “Mutter Wittig” durch.

    JA in Bochum – Leon Bialliwons 22.05.24

    Dies konnte durch Antifaschistische Recherche und Intervention schließlich verhindert werden. Offenbar soll er nun eine junge, radikale JA-Truppe aufbauen, die dann den Bochumer Kreisverband übernehmen soll, die er intern als “hoffnungslos verboomert” bezeichnet. Mittlerweile konnte er bereits einen kleinen Personenkreis um sich scharen, der zwar aufgrund seines fortgeschrittenen Alters nicht besonders jugendlich wirkt, jedoch offenbar Biallawons´ “starker Bochumer Jugend” angehört. Dies ist ganz im Sinne Helferichs, der gerade eine interne Fehde gegen den aktuellen AfD-NRW-Landesvorstand führt und dabei schon einige Kreisverbände auf seine Seite geputscht hat (siehe Düsseldorf oder Bonn). Mutmaßlich hat der Kreisverband Bochum, Biallawons dafür mit Listenplatz 25 bei der Kommunalwahl abgestraft. Schließlich ordnet sich der KV Bochum eher dem Lager des NRW-Landesvorsitzenden (und Helferich-Kontrahenten) Martin Vincentz zu, während Biallawons dem völkisch-nationalistischen Höcke-Lager angehört – was sein Aktivismus in der Jugendorganisation deutlich zeigt. Bei dieser Kommunalwahl tritt der 26-Jährige nun für die AfD im Wahlbezirk Eppendorf-Munscheid und für die Bezirksvertretung in Wattenscheid an. Der Versuch der Bochumer AfD als “gemäßigt” aufzutreten wird von ihm dabei ad absurdum geführt.

    Leon Biallawons Aufkleber in der Straße von Leon Biallawons


    Ein ständiger Begleiter von Biallawons ist Cedric Sontowski (Jg. 1989), aufgewachsen in Bochum-Günnigfeld und mittlerweile wohnhaft in Hofstede. Der ehemalige Betreiber der Gaststätte

    Cedric Santowski aus Wattenscheid Günnigfeld

    „Zum Deutschen Haus“ in Bochum-Goldhamme beteiligte sich bereits am 22.02.2025 an einem AfD-Wahlkampfstand in der Innenstadt. Seit Juli hat Sontowski seine Social-Media-Präsenz ganz seinem politischen Aktivismus verschrieben und wirbt offen auf seinem Profil für die AfD. Auch Kim-Alina von Wedelstädt beteiligt sich aktiv am Kommunalwahlkampf. Die ausgebildete Augenoptikerin arbeitet derzeit bei Lindemann Optik in der Kortumstraße in der Bochumer Innenstadt. Ähnlich wie ihr Partner Leon Biallawons engagiert sich von Wedelstädt in der Parteijugend und besucht Vernetzungstreffen. So wirkte sie bereits beim ersten öffentlichen Auftritt der neu formierten Jungen Alternative Bochum am 27.04.2024 mit.

    Optikerin Kima Alina von Wedelstädt JA in Bochum – Kim von Wedelstaedt 22.05.24 Matthias Helferich, Kim-Alina von Wedelstädt, Leon Biallawons, Mike Barthold, Luca Hofrath, Christian Zaum


    Als vermeintliches Bindeglied zwischen „jung“ und „alt“ in der AfD-Bochum agiert Ingrid Mohelska (Listenplatz 14). Sie wohnt in der Hildegardstraße in Bochum-Hamme und ist sowohl an Wahlkampfständen der Partei als auch beim Verteilen von Flyern anzutreffen. Nachbar*innen berichten, Mohelska schlendere als „Mensch gewordenes Meme“ im T-Shirt mit der Aufschrift „Alice Weidel for Kanzler“ durch die Straßen von Hamme.

    Komplettiert wird die Biallawons-Clique durch seine Erziehungsberechtigte. Nicole Noack tritt erst seit Juli öffentlich in Erscheinung, während ihr Zögling sich schon länger offen für die faschistische AfD engagiert. Dennoch scheint sie durch ihn im Hintergrund bereits Fuß gefasst zu haben und nun Teil der lokalen AfD-Jugend-Netzwerke zu sein.

    Leon Biallawons und Nicole Noack icole , CedricSantowski, Ingrid Mohelska und Leon Biallawons beim AfD Stand in Riemke


    Die Jugend rebelliert

    Während sich der AfD-Kreisverband Bochum von Matthias Helferich und dem völkisch-nationalistischen Höcke-Lager zu distanzieren versucht, sind die jungen Akteure um Leon Biallawons eindeutig diesem Lager zuzurechnen. Biallawons spielt eine zentrale Rolle beim Aufbau von Helferichs extrem rechtem Netzwerk. Er propagiert ein völkisch-nationalistisches Weltbild und träumt – wie Höcke und Helferich – von einem weißen Ethnostaat. Im Machtkampf innerhalb des Bochumer Kreisverbands sammelt Biallawons bereits Unterstützer um sich. Er ist in der AfD-Jugend bestens vernetzt, was ein geplanter „Jugend-Stammtisch“ mit AfD-Bundestagsabgeordnetem Manuel Krauthausen am 29.08.2025 in Bochum-Wattenscheid verdeutlicht. Schon der Ankündigungstext für dieses Treffen liest sich wie eine Kampfansage an den Bochumer AfD-Verband. So heißt es dort: „Zeigen wir dem KV vor Ort, wie wichtig eine aktive und unabhängige Jugendorganisation ist.

    Es bleibt an uns, den rechten Netzwerken ihre Räume zu nehmen und ihre Strukturen offenzulegen.

    Nieder mit der AfD – überall und jederzeit!

    Antifaschistische Linke Bochum, August 2025

     

    #AfD #Bochum #CedricSontowski #CorneliaErikaHeitmann #JungeAlternative #JungeAlternativeBochum #KimAlinaVonWedelstädt #LeonBiallawons #NicoleNoack

  26. @Tealk Ja, aber das ist nicht mit Mastodon erfunden worden. Und das Fediverse ist auch nicht mit ActivityPub erfunden worden.

    Das Fediverse fing eigentlich zweigleisig an.

    Einmal war da OStatus, ehemals OpenMicroBlog. Das hatte ab 2008 Identi.ca und das daraus abgeleitete Laconi.ca/StatusNet-Projekt, aus dem ja auch GNU social hervorging. Dann ab 2010 Friendica, dann ab 2012 die Red Matrix (Friendica-Fork), aus der 2015 Hubzilla wurde, dann ab 2016 Pleroma und Mastodon. Auch Mastodon fing auf OStatus an.

    Nebenher gab's noch das diaspora*-Protokoll, das nie so wirklich offen war. Das hatte ab 2010 nur diaspora*. Dann hat sich in einer sechsmonatigen Sisyphusarbeit Friendica einseitig mit diaspora* verbunden, das keine Protokolldokumentation hatte, geschweige denn eine API.

    Das kann man sich so vorstellen, wie wenn man Hardware an einen Computer anschließen will, es aber keine Schnittstelle dafür gibt und das Ganze dann auch noch geschützt ist. Erst verbringst du mehrere Monate, die Funktionsweise des Computers zu reverse-engineeren. Dann bohrst du mit einem Diamant-Kernlochbohrer ein Loch ins Computergehäuse, das aus Stahlbeton besteht. Und dann nimmst du dein Kabel und lötest 25 einzelne Litzen direkt auf eine oder mehrere Platinen. So in der Art lief die Föderation von Friendica nach diaspora* ab. Aber von da an wußte man wenigstens, wie das geht.

    2011 kam also Friendica dazu, 2012 die Red Matrix, die wie gesagt 2015 zu Hubzilla wurde. Später haben sich da noch ein paar andere mit eingeklinkt.

    Eigentlich waren das zwei getrennte Netzwerke, weil direkte Konversation zwischen StatusNet und diaspora* nicht möglich war. Und tatsächlich war die diaspora*-Seite nachher sogar größer. Das lag einmal daran, daß diaspora* an sich nicht klein war. Außerdem hat es dem StatusNet/GNU social-Konglomerat geschadet, daß Identi.ca 2013 von OStatus auf pump.io umgestellt wurde und dadurch mit nichts anderem mehr kompatibel war. Und Identi.ca machte mindestens 90% des Gesamtvolumens von StatusNet aus.

    ActivityPub kam erst 2017. Wie gesagt, da gab es Mastodon schon, da gab es Pleroma schon, da gab es auch Misskey schon seit 2014, wobei ich nicht weiß, welches Protokoll das ursprünglich verwendete. Friendica und Hubzilla gab es ja auch, aber die hatten ihre eigenen Protokolle (DFRN und Zot), und Hubzilla hat es heute noch.

    Im Juli 2017 hat Hubzilla als erste Serversoftware überhaupt ActivityPub implementiert, und Hubzilla spricht ja immer noch fast soviel wie Friendica. Im September 2017 hat Mastodon nachgezogen, das bis 2019 sowohl ActivityPub als auch OStatus sprach.

    2018 hat der W3C dann ActivityPub hochoffiziell zum Web-Standard erklärt. Da zogen dann peu à peu andere nach. Bis dahin gab es ActivityPub nur auf Hubzilla und Mastodon, und zwischen den beiden gab's damals schon Meinungsverschiedenheiten.

    Also: Ja, ActivityPub ist inzwischen der Standard.

    Aaaber: Der Standard ist nicht Mastodons Implementation von ActivityPub. Der Standard ist der Wischiwaschi-"Standard" in der offiziellen W3C-Spezifikation. Und dazu gibt's noch die FEPs.

    Mastodon biegt sich den W3C-Standard so hin, wie es ihm paßt, und geht dabei an die Grenzen des noch Erlaubten. Vieles ignoriert Mastodon gleich gänzlich, z. B. wehrt es sich schon immer mit Zähnen und Klauen dagegen, in irgendeiner Form volle HTML-Textformatierung auch nur anzuzeigen. Article-Type Objects (= Blogartikel) haben es im Fediverse sehr schwer, weil Mastodon sich standhaft weigert, die vernünftig darzustellen. Das heißt: Mastodon stellt sie überhaupt nicht dar, sondern verlinkt drauf. Das ist Mastodons Reaktion auf Hubzillas Beschwerde darüber, daß Mastodons HTML-Sanitiser vollformatierte Article-Type-Posts bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt hat.

    Obendrein baut Mastodon auf einer Asbach-Uralt-Version des W3C-Standard auf. FEPs interessieren Mastodon nicht. Statt dessen baut Mastodon ständig proprietäre Nicht-Standard-Sachen ein (Sensitive-Flag für Bilder, Webfinger, CW-Feld, eigene Server2Client-API, fediverse:creator usw.), und alles, was diese proprietären Nicht-Standard-Sachen von Mastodon nicht auch implementiert, stellt Mastodon dann eben als "kaputt" hin.

    Und weil immer noch die überwältigende Mehrzahl der Mastodon-Nutzer glaubt, Mastodon sei der Ursprung des Fediverse und der Goldstandard im Fediverse, werden ganz neue Fediverse-Projekte nur oder hauptsächlich gegen Mastodon gebaut und nicht gegen den W3C-Standard plus FEPs. Die werden also tatsächlich als Extras an Mastodon drangeschraubt. Ältere Projekte machen da aber nicht unbedingt mit.

    Nehmen wir mal Mike Macgirvin. Der hat seit 2010 zwei Fediverse-Protokolle (DFRN, Zot/Nomad) und round about elf Fediverse-Serveranwendungen erschaffen, von denen vier heute noch existieren, und er hat 2011 nomadische Identität erfunden. Der wanzt sich nicht mehr an Mastodon an. Der baut ActivityPub-Sachen nur noch strikt nach W3C-Standard und FEPs. Wenn es dann nicht mit Mastodon funktioniert, dann ist Mastodon kaputt, weil es seine (streams) und Forte sind, die sich an Standards und Übereinkünfte halten.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Mastodon #Fediverse #OStatus #diaspora* #ActivityPub #W3C #FEP
  27. @Kristian Na ja, Friendica war ja ausgereift. Zumindest soweit ausgereift, wie Friendica selbst und das DFRN-Protokoll es zuließen. Smartphone-Apps gab es nicht, weil man damals, 2010/2011, Smartphone-Apps für Sachen, die es auch als Websites gab, noch als Gimmicks ansah und noch nicht als lebensnotwendig. Das war, bevor die Leute gewisse Websites mehr über dedizierte Apps nutzten als über die Websites selbst.

    Nur: Eine Weiterentwicklung war zwingend notwendig. Und die ging nicht mit Friendica, wie es war, denn die ging auch nicht mit DFRN.

    Der Auslöser: 2011 waren binnen kurzer Zeit mehrere größere Friendica-Nodes von jetzt auf sofort ohne Ankündigung verschwunden. Einfach so weg. Friendica war durch das Verschwinden einiger weniger, aber jeweils sehr großer öffentlicher Nodes auf die Hälfte seiner Größe geschrumpft. Die andere Hälfte der Nutzer hatte alles verloren ohne die Chance, irgendwas zu retten. Die konnten wieder ganz neu bei null anfangen.

    Das beste, was Mike an Friendica selbst machen konnte, war, eine Export- und Importfunktion einzubauen. Damit konnte man Backups des eigenen Konto machen. Das half aber nur, wenn man entweder brav ein tägliches Backup machte oder die Schließung eines Node vorher angekündigt wurde. Noch einmal: Genau das war 2011 nicht passiert. Die Nodes waren einfach futsch. Da hilft dir auch eine Backup-Funktion nicht, wenn du nicht laufend regelmäßig Backups machst.

    Mike sah nur eine mögliche wirkliche Lösung. Und das war, indem deine Identität nicht bombenfest an einen Server gebunden ist, sondern simultan gleichzeitig als identische Klone auf mehreren unabhängigen Servern existieren kann. Wenn davon mal einer ausfällt, egal, die anderen laufen ja noch, also läuft deine Identität noch.

    Problem: Mit DFRN ging das nicht umzusetzen. Es brauchte ein ganz neues Protokoll. Auch deshalb, weil Mike noch andere Verbesserungen im Kopf hatte wie ein nochmals deutlich aufgebohrtes Berechtigungssystem. Auch das ging mit DFRN so nicht und brauchte ein neues Protokoll. So entstand Zot.

    Zum einen hieß ein neues Protokoll aber auch, wo auch immer das eingebaut werden soll, muß das komplette Backend ausgetauscht und neu geschrieben werden. Und große Teile des Frontend gleich mit. Das konnte Mike aber nicht auf Friendica im laufenden Betrieb machen. Friendica hätte unmöglich seine Grundfunktionalität gleichzeitig auf DFRN und auf Zot betreiben können. Und ein Protokollaustausch hätte bedeutet, daß Nodes, die die neue Friendica-Version mit Zot fahren, sich nicht mehr nativ hätten verbinden können mit Nodes, die alte Versionen mit DFRN fahren. Die wären zueinander inkompatibel gewesen.

    Mike hatte als neue Entwicklungsplattform ja gerade das neue Red, das ein Fork seiner bisherigen "geheimen" Entwicklungsplattform Free-Friendika war. Das war ebenso "geheim", das konnte er also entsprechend umbauen.

    Mike hätte aber niemals gleichzeitig Red komplett umbauen und Friendica selbst auf Free-Friendika weiterpflegen und die Weiterentwicklungen von Free-Friendika nach Friendica selbst bringen können. Und die einzige Alternative zum Umbau von Red auf Zot war, wieder solche Massencrashs wie 2011 mit exakt denselben Auswirkungen zu haben, ohne irgendwas tun zu können.

    Also hat Mike sich auf Red konzentriert (dessen Umbau ja alleine schon länger dauern sollte als die Entwicklung von Friendica) und Friendica in die Hände von Tobias und Michael gegeben, die es seitdem nach ihren Vorstellungen weiterentwickeln. Die beiden waren ja meines Wissens sowieso schon Co-Entwickler von Friendica. Das hat Mike ja längst nicht mehr alles alleine gemacht.

    Bei Red war das wieder anders. Das machte Mike ganz alleine. Das mußte er ja erstmal aufbauen. Und selbst als es fertig war, wurde es kaum angenommen. Es war zwar kein Geheimprojekt mehr, nachdem es sich von Friendica gelöst hatte. Aber es wurde kaum angenommen.

    Auch als es umbenannt wurde in Red Matrix, was es leichter machte, es zu googlen, wurde es nicht angenommen. Die Friendica-Nutzer nahmen es wahr als Friendica mit nomadischer Identität. Was nomadische Identität ist, verstanden sie gar nicht. Selbst wenn doch: Die meisten von ihnen hatten inzwischen ihre eigenen privaten Einzelnutzer-Nodes.

    So sahen sie in der Red Matrix gegenüber Friendica keine Vorteile, also warum umsteigen? Mal ganz davon abgesehen, daß Friendica und die Red Matrix nur über das diaspora*-Protokoll oder OStatus kommunizieren konnten. Die einzigen, die wechselten, dürften die gewesen sein, die eh immer das neueste, heißeste Zeug ausprobieren wollten.

    Außerhalb von Friendica wußte eh keine Sau, daß die Red Matrix existierte. Herzlich wenige Leute wußten ja überhaupt auch nur, daß Friendica existierte. Mikes "Wenn du es baust, werden sie kommen" funktionierte damals schon nicht. Kleckerweise kamen noch neue Leute nach Friendica. Aber kaum einer ging von Friendica auf die Red Matrix, und absolut niemand ging von null auf die Red Matrix.

    Interessant wurde die Red Matrix eigentlich erst 2015, als sie zu Hubzilla aufgebohrt wurde, also auf einmal Sachen konnte, die Friendica nicht konnte, die aber vielleicht nützlich sein konnten. Damit konnte Hubzilla auch für ganz andere Sachen eingesetzt werden als Friendica, also nicht nur als Facebook-Ersatz oder Blog.

    Aber wenn Mario schon Anfang 2015 das noch brandneue Hubzilla übernahm, was ja so auf der offiziellen Website steht (nach meinen Informationen war es erst 2018), dann war es ein Wunder, daß Mike überhaupt jemanden fand, der übernehmen würde, der also schon seit Red-Matrix-Zeiten dabei war. Aber Mike hat ja an der Weiterentwicklung von Hubzilla noch weiter aktiv mitgewirkt, nur eben nicht als Projektleiter.

    Hubzilla selbst wurde ja erst ab Ende 2015 interessant, als es seinen ersten stabilen Release hatte. Und auch Hubzillas Existenz war eigentlich nur auf Friendica bekannt. Selbst heute noch sind die allermeisten Hubzilla-Nutzer Friendica-Veteranen. Direkt von Mastodon nach Hubzilla ist kaum einer gekommen, von null nach Hubzilla schon gar nicht.

    Selbst da war Mike keiner, der Sachen so läßt, wie sie sind, und sie nur noch weiter poliert. Wenn es etwas zu verbessern gibt, dann macht er das auch. Und wenn das nicht auf existierender Software im laufenden Produktivbetrieb geht, dann forkt er eben, und dann nimmt er sich weit mehr Zeit für seinen Fork als für das, was er vorher gemacht hatte. Und das ist auch gut so. Ansonsten hätten wir heute noch nur Friendica und immer noch keine Lösung für das Problem, daß die Leute alles verlieren, wenn mal wieder ein großer Node verschwindet.

    Jetzt wollte Mike Zot weiterentwickeln, wohl auch deshalb, weil Zot, wie es damals war, nicht gut mit ActivityPub zusammenspielte. Aber potentiell kompatibilitätsbrechend. In einem eigenen zusätzlichen Branch von Hubzilla wäre das nicht gegangen, schon deshalb, weil Hubzilla für solche Experimente schlicht und ergreifend zu groß war.

    Also hat Mike 2018 Osada von Hubzilla abgeforkt und alles rausgerissen, was im Weg war. Artikel, Karten, Wikis, Webpages, alle Verbindungsmöglichkeiten außer Zot, ActivityPub und RSS/Atom, alles raus.

    Weil dann abzusehen war, daß nomadisches Zot6 (zumindest vorerst) mit ActivityPub überhaupt nicht mehr funktionieren würde, brauchte Mike zwei Projekte: Osada behielt ActivityPub, wurde aber nichtnomadisch. Zusätzlich forkte er Zap von Osada, ließ es nomadisch, entfernte aber ActivityPub.

    Jetzt konnte Mike endgültig nicht gleichzeitig Zot6 entwickeln und Osada entwickeln und Zap entwickeln und Hubzilla weiterpflegen. Auch dieses Mal half ihm bei den Neuentwicklungen niemand. Also überließ er Hubzilla gänzlich Mario.

    Wie es dann weiterging, lag nicht an Mikes Sprunghaftigkeit.

    Anfang 2019 fand er einen Weg, auch nomadisches Zot6 mit ActivityPub kompatibel zu machen. Abgesehen davon war die Idee, einen nomadischen Zap-Kanal über einen nichtnomadischen Osada-Kanal mit dem Fediverse zu verbinden, sowieso kompletter Blödsinn und technisch in der Praxis kaum realisierbar, selbst mit Kanalquellen nicht. Also stellte Mike Osada ein, forkte von Zap ein ganz neues Osada und baute da ActivityPub-Support ein. Noch war nomadisches Zot6 + ActivityPub ja noch experimentell, deswegen hat er es nicht in Zap eingebaut.

    Dann aber wurden Osada und Zap stabil und bekamen sogar einen 1.0-Release. Inzwischen gab es Leute, die Osada oder Zap produktiv nutzten. Die kamen alle von Hubzilla, denn nur da wußte man, daß es Osada und Zap gab. Nicht mal auf Friendica wußte das jemand, im übrigen Fediverse erst recht nicht und außerhalb des Fediverse schon gar nicht.

    So baute Mike dann Osadas ActivityPub-Support auch in Zap ein, schaltete ihn aber standardmäßig auf Serverebene ab, auf Kanalebene sowieso. Das führte dazu, daß Osada und Zap bis auf das Branding und die Standardeinstellungen völlig identisch waren. Es brauchte gar nicht mehr beide. Mike ließ das aber so.

    Irgendwie gab es wohl genug Osada- und Zap-Anwender, daß Mike jemanden fand, der beides weiterpflegen wollte. Denn Mike hatte wieder neue Weiterentwicklungen im Sinne, die er aber nicht mehr auf Osada und Zap machen konnte, weil die jetzt beide als stabile Produktivsoftware galten. So gab er Osada und Zap dann wieder an "die Community" weiter, die als quasi erste Amtshandlung mit Mikes Segen Osada nach Zap mergete, in dem Zuge auch auf Zap ActivityPub standardmäßig aktivierte und Osada kurzerhand einstellte.

    2020 ging es dann weiter. Zap war damals State of the Art. Zot6 war so stabil, daß es nach Hubzilla zurückportiert wurde. Zap war jetzt quasi der modernere kleine Bruder von Hubzilla, der sich etwas eleganter bediente und einen nicht mit Features erschlug. Nur war Zap immer noch obskurer als Hubzilla, Hubzilla war obskurer als Friendica, und Friendica war selbst sehr obskur, weil für keins der drei wirklich Werbung gemacht wurde. Zap war weiterhin sonst nur auf Hubzilla bekannt und Hubzilla sonst nur auf Friendica.

    Und Mike bastelte an Zot8, das nochmals besser werden sollte. Dafür brauchte er aber Software zum Experimentieren. Und so entstanden drei neue Forks in so kurzer Folge, daß heute nicht mehr bekannt ist, was jetzt wovon geforkt wurde, nur daß irgendwas von Zap geforkt worden ist. Im einzelnen waren das schon wieder ein neues Osada, ein neues Mistpark und eine neue Redmatrix.

    Warum drei?

    Es ging das Gerücht um, das seien verschiedene Stabilitätsstufen. Redmatrix 2020 sei experimentell mit wie früher bei Zap standardmäßig deaktiviertem ActivityPub, das damit der Entwicklung von Zot8 nicht im Wege stehe. Osada sei auch experimentell, aber wie früher schon bei Osada mit standardmäßig aktiviertem ActivityPub, um zu gucken, wie die Weiterentwicklungen von Zot8 sich mit ActivityPub vertragen. Mistpark 2020 wiederum sei "halbstabil" wie Debian testing, also stabiler als Osada und eher für den Produktiveinsatz geeignet, aber aktueller als Zap.

    Zap sei also für die, die etwas neueres als Hubzilla haben wollten und auf die Zusatzfeatures von Hubzilla verzichten konnten. Misty sei für die, die etwas noch aktuelleres als Zap haben wollten, also das neueste Zeug noch früher, und die etwaige Instabilitäten in Kauf zu nehmen bereit waren. Osada sei für die, die unbedingt bleeding-edge wollten, instabil oder nicht. Und Redmatrix 2020 sei eh nur für Mike.

    In Wahrheit waren Osada, Misty und Redmatrix 2020 bis auf das Branding völlig identisch und quasi Soft-Forks. Alle Commits wurden gleichermaßen und fast gleichzeitig in alle drei eingepflegt.

    Warum?

    Weil Mike der Markenfetischismus im Fediverse auf den Keks ging. Es gab Leute, die bildeten sich ein, die Software, die sie nutzten, sei die beste, einfach, weil sie Fans der Softwaremarke waren. Ganz besonders gab es die natürlich auf Mastodon, aber auch sonst. Genau diese Leute wollte er trollen, indem er drei bis auf den Namen und das Logo völlig identische Serveranwendungen pflegte. Misty z. B. konnte überhaupt nicht "die beste Fediverse-Serversoftware" sein, egal, wer sich das einbildete, wenn Osada und Redmatrix bis auf die Marke völlig baugleich waren.

    Anfang 2021 kam dann Roadhouse dazu. Das Abenteuer Zot8 war im Grunde vorbei, bevor Zot8 stabil war. Denn Zot11 sollte noch besser werden. Vor allem sollte Zot11 von allen Zot-Versionen die beste Kompatibilität mit ActivityPub bekommen. Blöderweise konnte Mike aber Zot11 nicht auf Osada, Misty und Redmatrix entwickeln. Zot11 sollte nämlich zu allen Vorgängern so inkompatibel werden, daß es letztlich nicht mehr Zot heißen sollte. Aber es gab Leute, die Osada, Misty oder Redmatrix produktiv nutzten.

    Also mußte Mike von einem von den dreien Roadhouse forken. War ihm aber egal, weil er damit die Leute mit noch einer weiteren Marke trollen konnte. Wohlgemerkt, effektiv hatte er sogar Zap noch an der Backe, weil es in der Community dann wohl doch zuwenig Interesse an der Weiterentwicklung gab.

    Nomad, eigentlich ja Zot11, wurde zum Erfolg. Und das Erfolgsrezept lag auch darin, zusätzlich Support für Hubzillas Zot6 einzubauen, über den Roadhouse auch mit Osada, Misty und Redmatrix kommunizieren konnte. Ansonsten waren von den praktischen Features her Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse identisch und von der Benutzeroberfläche her auch beinahe. Es machte in der Praxis keinen großen Unterschied, welches man nutzte. Außerhalb waren sie eh, wenn überhaupt, nur auf Hubzilla bekannt. Das heißt, Roadhouse war beinahe komplett unbekannt, weil da endgültig nur Mike drüber redete.

    Daß es (streams) gibt, obwohl Roadhouse doch gut war, hatte andere Gründe.

    Grund 1: Mike fand einen neuen Weg, die Markenfetischisten zu trollen. Nämlich mit Software, die gar keinen Namen und gar keine Markenidentität hat. Also nahm Mike dem neuen Roadhouse-Fork von Ende 2021 den Namen und sogar den fediverseinternen festen Identifikator weg. Letzteren kann man entweder händisch ausfüllen, oder (streams) übernimmt ihn vom Instanznamen. Alleine das wäre mit einem "Debranding" von Roadhouse nicht getan gewesen, weil weiter alle von "Roadhouse" gesprochen hätten.

    Grund 2: Dieses ständige Wetteifern, welche Software auf The Federation, Fediverse Observer, der FediDB usw. jetzt am populärsten ist und am meisten genutzt wird, ging ihm inzwischen auch auf dem Zeiger. Ein weiteres "Feature" von (streams) ist, daß Mike neben dem Namen und der Markenidentität auch nodeinfo praktisch komplett entfernt hat. (streams) sendet überhaupt keine Statistiken und hält sich von allen Instanzlisten-Websites fern. Und das ist so gewollt.

    Grund 3: Zusätzlich wollte Mike es der Free-Software- und Open-Source-Community leichter machen. Da kloppt man sich ja bekanntlich darum, welche Lizenzen wirklich frei sind und welche nicht. Also hat Mike (streams), dessen sämtliche Vorgänger unter der MIT-Lizenz stehen, in die Public Domain gestellt. Freier als das geht's nun wirklich nicht mehr. Gleichzeitig wollte Mike diejenigen ärgern, die vielleicht vorhaben könnten, aus (streams) proprietäre, kommerzielle Closed-Source-Software zu machen. Die ganzen Apps sind nämlich durchaus schon mal Fremdcode und stehen unter eigenen Lizenzen. Und die sind untereinander inkompatibel.

    (streams) sollte stabil werden und wurde stabil. Im Grunde war Mikes Plan, (streams) zu der Fediverse-Software der Zukunft zu machen. So hat er am 31.12.2022 offiziell Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse eingestellt. Das war aber kein Problem, denn zwischen den fünfen konnten Admins durch einfaches Rebasen nicht nur crossgraden, sondern auch zu (streams) upgraden.

    Jetzt gab es nur noch Friendica, Hubzilla und (streams), wovon Mike nur noch (streams) betreute.

    Dann kam ja silverpill auf Mike zu mit der Idee der nomadischen Identität über ActivityPub. Mike war interessiert. silverpill trieb das ziemlich voran inklusive dem einen oder anderen neuen FEP, darunter auch FEP-ef61, das in ActivityPub dezentrale Identitäten einführen sollte. Zot hat so etwas, Nomad natürlich auch, aber anders, und ActivityPub hatte das natürlich nicht.

    Diese dezentralen Identitäten hat Mike auch in (streams) eingebaut. Langfristig sollte es ja möglich sein, zwischen verschiedenen Serveranwendungen zu klonen, so auch zwischen (streams) und Mitra. Zumindest aber sollten sie voneinander die dezentralen Identitäten als ebensolche verstehen. So sollte (streams) geklonte Mitra-Identitäten als solche erkennen, und Mitra sollte geklonte (streams)-Kanäle als solche erkennen.

    Unter Laborbedingungen in Mikes nomadic-Zweig funktionierten die. Also mergete Mike im Juni 2024 den nomadic-Zweig in den dev-Zweig, den allgemeinen Entwicklungszweig. Auch der lief nur unter Laborbedingungen, weil (im Gegensatz zu Hubzilla, wo zwei öffentliche Produktivhubs Entwicklerversionen fahren) niemand außer Mike den dev-Zweig von (streams) produktiv fuhr.

    Im Juli 2024 mergete Mike dann den dev-Zweig in den release-Zweig, um die neuesten Weiterentwicklungen an die produktiv gefahrenen, stabilen Server auszurollen. Da war allerdings Schluß mit Laborbedingungen. Jetzt mußten sich FEP-ef61 und die DIDs unter täglichen und breitgefächerten Realbedingungen beweisen.

    Genau das taten sie nicht. Erst jetzt stellte sich heraus, daß (streams) mit den vielen Identitäten nicht klarkam. Es föderierte nicht mehr über ActivityPub. Es föderierte nicht mehr mit Hubzilla. Es föderierte nicht mal mehr mit sich selbst. Es konnte sich mit nichts mehr vernünftig verbinden.

    Mike brauchte eine Weile, um überhaupt festzustellen, daß der Verursacher dieser Misere ein Identitätenchaos war. Das konnte er aber nicht auf (streams) selbst beheben. Hilfe hatte er auch keine. Die (streams)-Community war so winzig, da gab es niemanden, der ihm hätte helfen können. Der einzige, der die Fähigkeit gehabt hätte, hatte keine Zeit. Und der einzige, der Zeit und Bock hatte, hatte vom Coden keine Ahnung.

    So mußte Mike sich erstmal einen Überblick verschaffen. Im August, also dem Monat nach dem Crash, als der Crash noch nicht behoben war, forkte er das streams-Repository und schuf Forte. Da wiederum riß er alles raus, was nicht ActivityPub war, also die Unterstützung sowohl von Nomad als auch von Zot6, um einen freien, ungehinderten Blick auf ActivityPub zu haben.

    Inzwischen hatte er auch zwei andere Sachen gelernt: Software, die keinen Namen hat, interessiert keinen. Das verwirrt die Leute eher. Also bekam Forte wieder einen Namen. Die Public Domain brachte auch nichts. Also kam Forte wieder unter die MIT-Lizenz. Und Fediverse-Software, die überhaupt keine nodeinfo hat, ist praktisch unsichtbar. Also bekam Forte wieder nodeinfo, zunächst aber, ohne brauchbare Zahlen zu versenden. So konnte Forte zumindest vom Fediverse Observer und später vom FediIndex gelistet werden.

    Forte half ihm, die ID-Misere zu entwirren, zu entflechten und zu lösen. Das reichte er dann auch nach (streams) weiter, das allmählich wieder funktionierte. Allerdings brannte er sich in dem August derart aus, daß er zum 31.8.2024 offiziell sowohl das streams-Repository als auch Forte zur Übernahme anbot und seinen Ruhestand ankündigte.

    Dieses Mal fand eine Übernahme gleich gar nicht statt. Wie gesagt, in der (streams)-Community gab es niemanden, der sowohl die Zeit als auch das Know-how hatte, um auch nur Mike zu helfen, geschweige denn, eine Rolle wie Tobias oder Michael oder Mario anzunehmen.

    Außerhalb von (streams) war (streams) selbst sogar auf Hubzilla kaum bekannt. Forte war sogar auf Hubzilla noch unbekannter, zumal es noch eine obskure, nichtöffentliche Bastelbude war, bis Mike im September 2024 die erste "offizielle" Entwicklerversion von Forte (und damit Forte selbst) veröffentlichte.

    Und außerhalb von Hubzilla? Mike war es so leid, daß Mastodon als alternativlose Referenzimplementation des Fediverse angesehen wurde, daß er um 2023 anfing, Werbung für (streams) zu machen. Das erste Mal überhaupt, daß Mike von "wenn du es baust, werden sie kommen" abkam (es kam ja keiner) und irgendwas bewarb. Nur wußte Mike nicht, wie man zu Mastodon-Leuten spricht; ehrlich gesagt, das weiß auch auf Friendica und Hubzilla kaum jemand.

    Oft genug ging aus Mikes Posts nicht mal hervor, daß er über ein konkretes Fediverse-Produkt sprach, und schon gar nicht, über welches. Wie auch, sprach er doch von etwas Namenlosem. Das heißt, auch er fing langsam an, den Namen des Repository zu verwenden. Aber er machte nicht unbedingt wirklich glasklar, daß er von etwas sprach, das jetzt in diesem Augenblick im Fediverse existierte. Schon gar nicht erwähnte er, daß es auch mit Mastodon verbunden ist, denn kaum jemand außerhalb von Mastodon weiß, daß Mastodon-Nutzer das nicht unbedingt automatisch verstehen.

    Stand Mitte September 2024 hatte (streams) keine 100 aktiven Nutzer und Forte außer Mike gar keine. Traurigerweise hatte (streams) damals mehr öffentliche Server als heute, derweil Forte anderthalb Jahre gebraucht hat, um auch nur einen hervorzubringen. Wo sollen da Entwickler herkommen?

    Mike hat übrigens nicht vor, (streams) einzustellen. Er und nicht nur er sagt, (streams) hat weiterhin seine Existenzberechtigung, und zwar als moderne Fediverse-Software, die von ActivityPub unabhängig ist. Er und nicht nur er sieht den ActivityPub-Schalter als eine Art letztes Bollwerk gegen Mastodon an und das einzige, das auf Kanalebene funktioniert, also nicht nur serverweit.

    So, nun noch das Wort zu Smartphone-Apps.

    Von Mike selbst war da nie etwas zu erwarten. Fediverse-Apps sind reine Frontend-Sachen. Und wir sollten inzwischen wissen, daß Mike nicht mal Web-UIs kann. Hubzilla ist für seine Oberfläche berüchtigt. Es ist doch erst schick geworden, als Saiwal mit seinen Utsukta-Themes anfing.

    Außerdem hatte Mike immer schon genügend mit Webentwicklung zu tun. Da konnte man von ihm nicht auch noch erwarten, eine Smartphone-App zu entwickeln. Besser gesagt, zwei Smartphone-Apps, weil die iOS-App wahrscheinlich separat hätte entwickelt werden müssen. Mike wäre ja auch keiner gewesen, der in einer Smartphone-App nur das nötigste an Features eingebaut hätte. Wenn, dann alles. Er hätte also neben der Serversoftware zwei ziemliche Monster-Apps entwickeln und pflegen müssen.

    Apps von Drittentwicklern?

    Guck dir mal an, wie lange es gedauert hat, bis es von RaccoonForFriendica einen öffentlich verfügbaren Android-Release gab. Für iOS ist es meines Wissens bis heute nur über TestDrive verfügbar, aber nicht im App Store. Und selbst auf Android ist es noch nicht so stabil und fully featured, daß man es als Daily Driver nutzen könnte.

    Für Hubzilla gab es mal Nomad für Android. Das wird seit gut sechs Jahren nicht mehr weiterentwickelt. Unter aktuellen Android-Versionen läuft es inzwischen gar nicht mehr. Und auch das ist nur ein Wrapper für die Weboberfläche, also ein glorifizierter Webbrowser. Ansonsten gibt's nur eine Minimalst-App von Mario, mit der er mal versuchsweise getestet hat, ob man von Android aus nach Hubzilla posten kann. Das ist absolut das einzige, was die App überhaupt kann.

    Hubzilla hat eine Client API. Ob die aber funktioniert, ist weitestgehend unbekannt, weil noch nie jemand versucht hat, dagegen eine hinreichend mit Features ausgestattete App zu bauen. Dasselbe dürfte für (streams) und Forte gelten, für die es überhaupt noch nie irgendwelche Apps gegeben hat. Alle drei setzen statt dessen auf den Einsatz als PWA, nur daß da draußen keine Sau weiß, daß es das überhaupt gibt, geschweige denn, wie man das einrichtet.

    Auf Drittentwickler kann man hier erst recht nicht hoffen. Von den Leuten im Fediverse, die Smartphone-Apps entwickeln können, kennt genau niemand Hubzilla, geschweige denn (streams) oder Forte. Selbst wenn sie Hubzilla kennenlernen würden, hätten sie keinen Bock, dafür eine App zu entwickeln. Lohnt sich nicht, weil nutzt keiner. Es lohnt sich viel mehr, die drölfzigtausendste reine Mastodon-App fürs iPhone zu bauen. Das heißt, mindestens die Hälfte von denen weiß doch sowieso nicht, was es außer Mastodon sonst noch so im Fediverse gibt.

    Auf Hubzilla selbst gibt's nicht einen Mobilentwickler. Auf (streams) und Forte dürfte es niemanden geben, der überhaupt wirklich irgendwas entwickeln kann, nicht mal Webanwendungen (sonst hätte Mike Hilfe), Smartphone-Apps schon gar nicht.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #DFRN #Zot #Zot6 #Zot8 #Nomad #Mistpark #Friendica #RedMatrix #Hubzilla #Osada #Zap #Roadhouse #Streams #(streams) #Forte
  28. @Kristian Na ja, Friendica war ja ausgereift. Zumindest soweit ausgereift, wie Friendica selbst und das DFRN-Protokoll es zuließen. Smartphone-Apps gab es nicht, weil man damals, 2010/2011, Smartphone-Apps für Sachen, die es auch als Websites gab, noch als Gimmicks ansah und noch nicht als lebensnotwendig. Das war, bevor die Leute gewisse Websites mehr über dedizierte Apps nutzten als über die Websites selbst.

    Nur: Eine Weiterentwicklung war zwingend notwendig. Und die ging nicht mit Friendica, wie es war, denn die ging auch nicht mit DFRN.

    Der Auslöser: 2011 waren binnen kurzer Zeit mehrere größere Friendica-Nodes von jetzt auf sofort ohne Ankündigung verschwunden. Einfach so weg. Friendica war durch das Verschwinden einiger weniger, aber jeweils sehr großer öffentlicher Nodes auf die Hälfte seiner Größe geschrumpft. Die andere Hälfte der Nutzer hatte alles verloren ohne die Chance, irgendwas zu retten. Die konnten wieder ganz neu bei null anfangen.

    Das beste, was Mike an Friendica selbst machen konnte, war, eine Export- und Importfunktion einzubauen. Damit konnte man Backups des eigenen Konto machen. Das half aber nur, wenn man entweder brav ein tägliches Backup machte oder die Schließung eines Node vorher angekündigt wurde. Noch einmal: Genau das war 2011 nicht passiert. Die Nodes waren einfach futsch. Da hilft dir auch eine Backup-Funktion nicht, wenn du nicht laufend regelmäßig Backups machst.

    Mike sah nur eine mögliche wirkliche Lösung. Und das war, indem deine Identität nicht bombenfest an einen Server gebunden ist, sondern simultan gleichzeitig als identische Klone auf mehreren unabhängigen Servern existieren kann. Wenn davon mal einer ausfällt, egal, die anderen laufen ja noch, also läuft deine Identität noch.

    Problem: Mit DFRN ging das nicht umzusetzen. Es brauchte ein ganz neues Protokoll. Auch deshalb, weil Mike noch andere Verbesserungen im Kopf hatte wie ein nochmals deutlich aufgebohrtes Berechtigungssystem. Auch das ging mit DFRN so nicht und brauchte ein neues Protokoll. So entstand Zot.

    Zum einen hieß ein neues Protokoll aber auch, wo auch immer das eingebaut werden soll, muß das komplette Backend ausgetauscht und neu geschrieben werden. Und große Teile des Frontend gleich mit. Das konnte Mike aber nicht auf Friendica im laufenden Betrieb machen. Friendica hätte unmöglich seine Grundfunktionalität gleichzeitig auf DFRN und auf Zot betreiben können. Und ein Protokollaustausch hätte bedeutet, daß Nodes, die die neue Friendica-Version mit Zot fahren, sich nicht mehr nativ hätten verbinden können mit Nodes, die alte Versionen mit DFRN fahren. Die wären zueinander inkompatibel gewesen.

    Mike hatte als neue Entwicklungsplattform ja gerade das neue Red, das ein Fork seiner bisherigen "geheimen" Entwicklungsplattform Free-Friendika war. Das war ebenso "geheim", das konnte er also entsprechend umbauen.

    Mike hätte aber niemals gleichzeitig Red komplett umbauen und Friendica selbst auf Free-Friendika weiterpflegen und die Weiterentwicklungen von Free-Friendika nach Friendica selbst bringen können. Und die einzige Alternative zum Umbau von Red auf Zot war, wieder solche Massencrashs wie 2011 mit exakt denselben Auswirkungen zu haben, ohne irgendwas tun zu können.

    Also hat Mike sich auf Red konzentriert (dessen Umbau ja alleine schon länger dauern sollte als die Entwicklung von Friendica) und Friendica in die Hände von Tobias und Michael gegeben, die es seitdem nach ihren Vorstellungen weiterentwickeln. Die beiden waren ja meines Wissens sowieso schon Co-Entwickler von Friendica. Das hat Mike ja längst nicht mehr alles alleine gemacht.

    Bei Red war das wieder anders. Das machte Mike ganz alleine. Das mußte er ja erstmal aufbauen. Und selbst als es fertig war, wurde es kaum angenommen. Es war zwar kein Geheimprojekt mehr, nachdem es sich von Friendica gelöst hatte. Aber es wurde kaum angenommen.

    Auch als es umbenannt wurde in Red Matrix, was es leichter machte, es zu googlen, wurde es nicht angenommen. Die Friendica-Nutzer nahmen es wahr als Friendica mit nomadischer Identität. Was nomadische Identität ist, verstanden sie gar nicht. Selbst wenn doch: Die meisten von ihnen hatten inzwischen ihre eigenen privaten Einzelnutzer-Nodes.

    So sahen sie in der Red Matrix gegenüber Friendica keine Vorteile, also warum umsteigen? Mal ganz davon abgesehen, daß Friendica und die Red Matrix nur über das diaspora*-Protokoll oder OStatus kommunizieren konnten. Die einzigen, die wechselten, dürften die gewesen sein, die eh immer das neueste, heißeste Zeug ausprobieren wollten.

    Außerhalb von Friendica wußte eh keine Sau, daß die Red Matrix existierte. Herzlich wenige Leute wußten ja überhaupt auch nur, daß Friendica existierte. Mikes "Wenn du es baust, werden sie kommen" funktionierte damals schon nicht. Kleckerweise kamen noch neue Leute nach Friendica. Aber kaum einer ging von Friendica auf die Red Matrix, und absolut niemand ging von null auf die Red Matrix.

    Interessant wurde die Red Matrix eigentlich erst 2015, als sie zu Hubzilla aufgebohrt wurde, also auf einmal Sachen konnte, die Friendica nicht konnte, die aber vielleicht nützlich sein konnten. Damit konnte Hubzilla auch für ganz andere Sachen eingesetzt werden als Friendica, also nicht nur als Facebook-Ersatz oder Blog.

    Aber wenn Mario schon Anfang 2015 das noch brandneue Hubzilla übernahm, was ja so auf der offiziellen Website steht (nach meinen Informationen war es erst 2018), dann war es ein Wunder, daß Mike überhaupt jemanden fand, der übernehmen würde, der also schon seit Red-Matrix-Zeiten dabei war. Aber Mike hat ja an der Weiterentwicklung von Hubzilla noch weiter aktiv mitgewirkt, nur eben nicht als Projektleiter.

    Hubzilla selbst wurde ja erst ab Ende 2015 interessant, als es seinen ersten stabilen Release hatte. Und auch Hubzillas Existenz war eigentlich nur auf Friendica bekannt. Selbst heute noch sind die allermeisten Hubzilla-Nutzer Friendica-Veteranen. Direkt von Mastodon nach Hubzilla ist kaum einer gekommen, von null nach Hubzilla schon gar nicht.

    Selbst da war Mike keiner, der Sachen so läßt, wie sie sind, und sie nur noch weiter poliert. Wenn es etwas zu verbessern gibt, dann macht er das auch. Und wenn das nicht auf existierender Software im laufenden Produktivbetrieb geht, dann forkt er eben, und dann nimmt er sich weit mehr Zeit für seinen Fork als für das, was er vorher gemacht hatte. Und das ist auch gut so. Ansonsten hätten wir heute noch nur Friendica und immer noch keine Lösung für das Problem, daß die Leute alles verlieren, wenn mal wieder ein großer Node verschwindet.

    Jetzt wollte Mike Zot weiterentwickeln, wohl auch deshalb, weil Zot, wie es damals war, nicht gut mit ActivityPub zusammenspielte. Aber potentiell kompatibilitätsbrechend. In einem eigenen zusätzlichen Branch von Hubzilla wäre das nicht gegangen, schon deshalb, weil Hubzilla für solche Experimente schlicht und ergreifend zu groß war.

    Also hat Mike 2018 Osada von Hubzilla abgeforkt und alles rausgerissen, was im Weg war. Artikel, Karten, Wikis, Webpages, alle Verbindungsmöglichkeiten außer Zot, ActivityPub und RSS/Atom, alles raus.

    Weil dann abzusehen war, daß nomadisches Zot6 (zumindest vorerst) mit ActivityPub überhaupt nicht mehr funktionieren würde, brauchte Mike zwei Projekte: Osada behielt ActivityPub, wurde aber nichtnomadisch. Zusätzlich forkte er Zap von Osada, ließ es nomadisch, entfernte aber ActivityPub.

    Jetzt konnte Mike endgültig nicht gleichzeitig Zot6 entwickeln und Osada entwickeln und Zap entwickeln und Hubzilla weiterpflegen. Auch dieses Mal half ihm bei den Neuentwicklungen niemand. Also überließ er Hubzilla gänzlich Mario.

    Wie es dann weiterging, lag nicht an Mikes Sprunghaftigkeit.

    Anfang 2019 fand er einen Weg, auch nomadisches Zot6 mit ActivityPub kompatibel zu machen. Abgesehen davon war die Idee, einen nomadischen Zap-Kanal über einen nichtnomadischen Osada-Kanal mit dem Fediverse zu verbinden, sowieso kompletter Blödsinn und technisch in der Praxis kaum realisierbar, selbst mit Kanalquellen nicht. Also stellte Mike Osada ein, forkte von Zap ein ganz neues Osada und baute da ActivityPub-Support ein. Noch war nomadisches Zot6 + ActivityPub ja noch experimentell, deswegen hat er es nicht in Zap eingebaut.

    Dann aber wurden Osada und Zap stabil und bekamen sogar einen 1.0-Release. Inzwischen gab es Leute, die Osada oder Zap produktiv nutzten. Die kamen alle von Hubzilla, denn nur da wußte man, daß es Osada und Zap gab. Nicht mal auf Friendica wußte das jemand, im übrigen Fediverse erst recht nicht und außerhalb des Fediverse schon gar nicht.

    So baute Mike dann Osadas ActivityPub-Support auch in Zap ein, schaltete ihn aber standardmäßig auf Serverebene ab, auf Kanalebene sowieso. Das führte dazu, daß Osada und Zap bis auf das Branding und die Standardeinstellungen völlig identisch waren. Es brauchte gar nicht mehr beide. Mike ließ das aber so.

    Irgendwie gab es wohl genug Osada- und Zap-Anwender, daß Mike jemanden fand, der beides weiterpflegen wollte. Denn Mike hatte wieder neue Weiterentwicklungen im Sinne, die er aber nicht mehr auf Osada und Zap machen konnte, weil die jetzt beide als stabile Produktivsoftware galten. So gab er Osada und Zap dann wieder an "die Community" weiter, die als quasi erste Amtshandlung mit Mikes Segen Osada nach Zap mergete, in dem Zuge auch auf Zap ActivityPub standardmäßig aktivierte und Osada kurzerhand einstellte.

    2020 ging es dann weiter. Zap war damals State of the Art. Zot6 war so stabil, daß es nach Hubzilla zurückportiert wurde. Zap war jetzt quasi der modernere kleine Bruder von Hubzilla, der sich etwas eleganter bediente und einen nicht mit Features erschlug. Nur war Zap immer noch obskurer als Hubzilla, Hubzilla war obskurer als Friendica, und Friendica war selbst sehr obskur, weil für keins der drei wirklich Werbung gemacht wurde. Zap war weiterhin sonst nur auf Hubzilla bekannt und Hubzilla sonst nur auf Friendica.

    Und Mike bastelte an Zot8, das nochmals besser werden sollte. Dafür brauchte er aber Software zum Experimentieren. Und so entstanden drei neue Forks in so kurzer Folge, daß heute nicht mehr bekannt ist, was jetzt wovon geforkt wurde, nur daß irgendwas von Zap geforkt worden ist. Im einzelnen waren das schon wieder ein neues Osada, ein neues Mistpark und eine neue Redmatrix.

    Warum drei?

    Es ging das Gerücht um, das seien verschiedene Stabilitätsstufen. Redmatrix 2020 sei experimentell mit wie früher bei Zap standardmäßig deaktiviertem ActivityPub, das damit der Entwicklung von Zot8 nicht im Wege stehe. Osada sei auch experimentell, aber wie früher schon bei Osada mit standardmäßig aktiviertem ActivityPub, um zu gucken, wie die Weiterentwicklungen von Zot8 sich mit ActivityPub vertragen. Mistpark 2020 wiederum sei "halbstabil" wie Debian testing, also stabiler als Osada und eher für den Produktiveinsatz geeignet, aber aktueller als Zap.

    Zap sei also für die, die etwas neueres als Hubzilla haben wollten und auf die Zusatzfeatures von Hubzilla verzichten konnten. Misty sei für die, die etwas noch aktuelleres als Zap haben wollten, also das neueste Zeug noch früher, und die etwaige Instabilitäten in Kauf zu nehmen bereit waren. Osada sei für die, die unbedingt bleeding-edge wollten, instabil oder nicht. Und Redmatrix 2020 sei eh nur für Mike.

    In Wahrheit waren Osada, Misty und Redmatrix 2020 bis auf das Branding völlig identisch und quasi Soft-Forks. Alle Commits wurden gleichermaßen und fast gleichzeitig in alle drei eingepflegt.

    Warum?

    Weil Mike der Markenfetischismus im Fediverse auf den Keks ging. Es gab Leute, die bildeten sich ein, die Software, die sie nutzten, sei die beste, einfach, weil sie Fans der Softwaremarke waren. Ganz besonders gab es die natürlich auf Mastodon, aber auch sonst. Genau diese Leute wollte er trollen, indem er drei bis auf den Namen und das Logo völlig identische Serveranwendungen pflegte. Misty z. B. konnte überhaupt nicht "die beste Fediverse-Serversoftware" sein, egal, wer sich das einbildete, wenn Osada und Redmatrix bis auf die Marke völlig baugleich waren.

    Anfang 2021 kam dann Roadhouse dazu. Das Abenteuer Zot8 war im Grunde vorbei, bevor Zot8 stabil war. Denn Zot11 sollte noch besser werden. Vor allem sollte Zot11 von allen Zot-Versionen die beste Kompatibilität mit ActivityPub bekommen. Blöderweise konnte Mike aber Zot11 nicht auf Osada, Misty und Redmatrix entwickeln. Zot11 sollte nämlich zu allen Vorgängern so inkompatibel werden, daß es letztlich nicht mehr Zot heißen sollte. Aber es gab Leute, die Osada, Misty oder Redmatrix produktiv nutzten.

    Also mußte Mike von einem von den dreien Roadhouse forken. War ihm aber egal, weil er damit die Leute mit noch einer weiteren Marke trollen konnte. Wohlgemerkt, effektiv hatte er sogar Zap noch an der Backe, weil es in der Community dann wohl doch zuwenig Interesse an der Weiterentwicklung gab.

    Nomad, eigentlich ja Zot11, wurde zum Erfolg. Und das Erfolgsrezept lag auch darin, zusätzlich Support für Hubzillas Zot6 einzubauen, über den Roadhouse auch mit Osada, Misty und Redmatrix kommunizieren konnte. Ansonsten waren von den praktischen Features her Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse identisch und von der Benutzeroberfläche her auch beinahe. Es machte in der Praxis keinen großen Unterschied, welches man nutzte. Außerhalb waren sie eh, wenn überhaupt, nur auf Hubzilla bekannt. Das heißt, Roadhouse war beinahe komplett unbekannt, weil da endgültig nur Mike drüber redete.

    Daß es (streams) gibt, obwohl Roadhouse doch gut war, hatte andere Gründe.

    Grund 1: Mike fand einen neuen Weg, die Markenfetischisten zu trollen. Nämlich mit Software, die gar keinen Namen und gar keine Markenidentität hat. Also nahm Mike dem neuen Roadhouse-Fork von Ende 2021 den Namen und sogar den fediverseinternen festen Identifikator weg. Letzteren kann man entweder händisch ausfüllen, oder (streams) übernimmt ihn vom Instanznamen. Alleine das wäre mit einem "Debranding" von Roadhouse nicht getan gewesen, weil weiter alle von "Roadhouse" gesprochen hätten.

    Grund 2: Dieses ständige Wetteifern, welche Software auf The Federation, Fediverse Observer, der FediDB usw. jetzt am populärsten ist und am meisten genutzt wird, ging ihm inzwischen auch auf dem Zeiger. Ein weiteres "Feature" von (streams) ist, daß Mike neben dem Namen und der Markenidentität auch nodeinfo praktisch komplett entfernt hat. (streams) sendet überhaupt keine Statistiken und hält sich von allen Instanzlisten-Websites fern. Und das ist so gewollt.

    Grund 3: Zusätzlich wollte Mike es der Free-Software- und Open-Source-Community leichter machen. Da kloppt man sich ja bekanntlich darum, welche Lizenzen wirklich frei sind und welche nicht. Also hat Mike (streams), dessen sämtliche Vorgänger unter der MIT-Lizenz stehen, in die Public Domain gestellt. Freier als das geht's nun wirklich nicht mehr. Gleichzeitig wollte Mike diejenigen ärgern, die vielleicht vorhaben könnten, aus (streams) proprietäre, kommerzielle Closed-Source-Software zu machen. Die ganzen Apps sind nämlich durchaus schon mal Fremdcode und stehen unter eigenen Lizenzen. Und die sind untereinander inkompatibel.

    (streams) sollte stabil werden und wurde stabil. Im Grunde war Mikes Plan, (streams) zu der Fediverse-Software der Zukunft zu machen. So hat er am 31.12.2022 offiziell Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse eingestellt. Das war aber kein Problem, denn zwischen den fünfen konnten Admins durch einfaches Rebasen nicht nur crossgraden, sondern auch zu (streams) upgraden.

    Jetzt gab es nur noch Friendica, Hubzilla und (streams), wovon Mike nur noch (streams) betreute.

    Dann kam ja silverpill auf Mike zu mit der Idee der nomadischen Identität über ActivityPub. Mike war interessiert. silverpill trieb das ziemlich voran inklusive dem einen oder anderen neuen FEP, darunter auch FEP-ef61, das in ActivityPub dezentrale Identitäten einführen sollte. Zot hat so etwas, Nomad natürlich auch, aber anders, und ActivityPub hatte das natürlich nicht.

    Diese dezentralen Identitäten hat Mike auch in (streams) eingebaut. Langfristig sollte es ja möglich sein, zwischen verschiedenen Serveranwendungen zu klonen, so auch zwischen (streams) und Mitra. Zumindest aber sollten sie voneinander die dezentralen Identitäten als ebensolche verstehen. So sollte (streams) geklonte Mitra-Identitäten als solche erkennen, und Mitra sollte geklonte (streams)-Kanäle als solche erkennen.

    Unter Laborbedingungen in Mikes nomadic-Zweig funktionierten die. Also mergete Mike im Juni 2024 den nomadic-Zweig in den dev-Zweig, den allgemeinen Entwicklungszweig. Auch der lief nur unter Laborbedingungen, weil (im Gegensatz zu Hubzilla, wo zwei öffentliche Produktivhubs Entwicklerversionen fahren) niemand außer Mike den dev-Zweig von (streams) produktiv fuhr.

    Im Juli 2024 mergete Mike dann den dev-Zweig in den release-Zweig, um die neuesten Weiterentwicklungen an die produktiv gefahrenen, stabilen Server auszurollen. Da war allerdings Schluß mit Laborbedingungen. Jetzt mußten sich FEP-ef61 und die DIDs unter täglichen und breitgefächerten Realbedingungen beweisen.

    Genau das taten sie nicht. Erst jetzt stellte sich heraus, daß (streams) mit den vielen Identitäten nicht klarkam. Es föderierte nicht mehr über ActivityPub. Es föderierte nicht mehr mit Hubzilla. Es föderierte nicht mal mehr mit sich selbst. Es konnte sich mit nichts mehr vernünftig verbinden.

    Mike brauchte eine Weile, um überhaupt festzustellen, daß der Verursacher dieser Misere ein Identitätenchaos war. Das konnte er aber nicht auf (streams) selbst beheben. Hilfe hatte er auch keine. Die (streams)-Community war so winzig, da gab es niemanden, der ihm hätte helfen können. Der einzige, der die Fähigkeit gehabt hätte, hatte keine Zeit. Und der einzige, der Zeit und Bock hatte, hatte vom Coden keine Ahnung.

    So mußte Mike sich erstmal einen Überblick verschaffen. Im August, also dem Monat nach dem Crash, als der Crash noch nicht behoben war, forkte er das streams-Repository und schuf Forte. Da wiederum riß er alles raus, was nicht ActivityPub war, also die Unterstützung sowohl von Nomad als auch von Zot6, um einen freien, ungehinderten Blick auf ActivityPub zu haben.

    Inzwischen hatte er auch zwei andere Sachen gelernt: Software, die keinen Namen hat, interessiert keinen. Das verwirrt die Leute eher. Also bekam Forte wieder einen Namen. Die Public Domain brachte auch nichts. Also kam Forte wieder unter die MIT-Lizenz. Und Fediverse-Software, die überhaupt keine nodeinfo hat, ist praktisch unsichtbar. Also bekam Forte wieder nodeinfo, zunächst aber, ohne brauchbare Zahlen zu versenden. So konnte Forte zumindest vom Fediverse Observer und später vom FediIndex gelistet werden.

    Forte half ihm, die ID-Misere zu entwirren, zu entflechten und zu lösen. Das reichte er dann auch nach (streams) weiter, das allmählich wieder funktionierte. Allerdings brannte er sich in dem August derart aus, daß er zum 31.8.2024 offiziell sowohl das streams-Repository als auch Forte zur Übernahme anbot und seinen Ruhestand ankündigte.

    Dieses Mal fand eine Übernahme gleich gar nicht statt. Wie gesagt, in der (streams)-Community gab es niemanden, der sowohl die Zeit als auch das Know-how hatte, um auch nur Mike zu helfen, geschweige denn, eine Rolle wie Tobias oder Michael oder Mario anzunehmen.

    Außerhalb von (streams) war (streams) selbst sogar auf Hubzilla kaum bekannt. Forte war sogar auf Hubzilla noch unbekannter, zumal es noch eine obskure, nichtöffentliche Bastelbude war, bis Mike im September 2024 die erste "offizielle" Entwicklerversion von Forte (und damit Forte selbst) veröffentlichte.

    Und außerhalb von Hubzilla? Mike war es so leid, daß Mastodon als alternativlose Referenzimplementation des Fediverse angesehen wurde, daß er um 2023 anfing, Werbung für (streams) zu machen. Das erste Mal überhaupt, daß Mike von "wenn du es baust, werden sie kommen" abkam (es kam ja keiner) und irgendwas bewarb. Nur wußte Mike nicht, wie man zu Mastodon-Leuten spricht; ehrlich gesagt, das weiß auch auf Friendica und Hubzilla kaum jemand.

    Oft genug ging aus Mikes Posts nicht mal hervor, daß er über ein konkretes Fediverse-Produkt sprach, und schon gar nicht, über welches. Wie auch, sprach er doch von etwas Namenlosem. Das heißt, auch er fing langsam an, den Namen des Repository zu verwenden. Aber er machte nicht unbedingt wirklich glasklar, daß er von etwas sprach, das jetzt in diesem Augenblick im Fediverse existierte. Schon gar nicht erwähnte er, daß es auch mit Mastodon verbunden ist, denn kaum jemand außerhalb von Mastodon weiß, daß Mastodon-Nutzer das nicht unbedingt automatisch verstehen.

    Stand Mitte September 2024 hatte (streams) keine 100 aktiven Nutzer und Forte außer Mike gar keine. Traurigerweise hatte (streams) damals mehr öffentliche Server als heute, derweil Forte anderthalb Jahre gebraucht hat, um auch nur einen hervorzubringen. Wo sollen da Entwickler herkommen?

    Mike hat übrigens nicht vor, (streams) einzustellen. Er und nicht nur er sagt, (streams) hat weiterhin seine Existenzberechtigung, und zwar als moderne Fediverse-Software, die von ActivityPub unabhängig ist. Er und nicht nur er sieht den ActivityPub-Schalter als eine Art letztes Bollwerk gegen Mastodon an und das einzige, das auf Kanalebene funktioniert, also nicht nur serverweit.

    So, nun noch das Wort zu Smartphone-Apps.

    Von Mike selbst war da nie etwas zu erwarten. Fediverse-Apps sind reine Frontend-Sachen. Und wir sollten inzwischen wissen, daß Mike nicht mal Web-UIs kann. Hubzilla ist für seine Oberfläche berüchtigt. Es ist doch erst schick geworden, als Saiwal mit seinen Utsukta-Themes anfing.

    Außerdem hatte Mike immer schon genügend mit Webentwicklung zu tun. Da konnte man von ihm nicht auch noch erwarten, eine Smartphone-App zu entwickeln. Besser gesagt, zwei Smartphone-Apps, weil die iOS-App wahrscheinlich separat hätte entwickelt werden müssen. Mike wäre ja auch keiner gewesen, der in einer Smartphone-App nur das nötigste an Features eingebaut hätte. Wenn, dann alles. Er hätte also neben der Serversoftware zwei ziemliche Monster-Apps entwickeln und pflegen müssen.

    Apps von Drittentwicklern?

    Guck dir mal an, wie lange es gedauert hat, bis es von RaccoonForFriendica einen öffentlich verfügbaren Android-Release gab. Für iOS ist es meines Wissens bis heute nur über TestDrive verfügbar, aber nicht im App Store. Und selbst auf Android ist es noch nicht so stabil und fully featured, daß man es als Daily Driver nutzen könnte.

    Für Hubzilla gab es mal Nomad für Android. Das wird seit gut sechs Jahren nicht mehr weiterentwickelt. Unter aktuellen Android-Versionen läuft es inzwischen gar nicht mehr. Und auch das ist nur ein Wrapper für die Weboberfläche, also ein glorifizierter Webbrowser. Ansonsten gibt's nur eine Minimalst-App von Mario, mit der er mal versuchsweise getestet hat, ob man von Android aus nach Hubzilla posten kann. Das ist absolut das einzige, was die App überhaupt kann.

    Hubzilla hat eine Client API. Ob die aber funktioniert, ist weitestgehend unbekannt, weil noch nie jemand versucht hat, dagegen eine hinreichend mit Features ausgestattete App zu bauen. Dasselbe dürfte für (streams) und Forte gelten, für die es überhaupt noch nie irgendwelche Apps gegeben hat. Alle drei setzen statt dessen auf den Einsatz als PWA, nur daß da draußen keine Sau weiß, daß es das überhaupt gibt, geschweige denn, wie man das einrichtet.

    Auf Drittentwickler kann man hier erst recht nicht hoffen. Von den Leuten im Fediverse, die Smartphone-Apps entwickeln können, kennt genau niemand Hubzilla, geschweige denn (streams) oder Forte. Selbst wenn sie Hubzilla kennenlernen würden, hätten sie keinen Bock, dafür eine App zu entwickeln. Lohnt sich nicht, weil nutzt keiner. Es lohnt sich viel mehr, die drölfzigtausendste reine Mastodon-App fürs iPhone zu bauen. Das heißt, mindestens die Hälfte von denen weiß doch sowieso nicht, was es außer Mastodon sonst noch so im Fediverse gibt.

    Auf Hubzilla selbst gibt's nicht einen Mobilentwickler. Auf (streams) und Forte dürfte es niemanden geben, der überhaupt wirklich irgendwas entwickeln kann, nicht mal Webanwendungen (sonst hätte Mike Hilfe), Smartphone-Apps schon gar nicht.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #DFRN #Zot #Zot6 #Zot8 #Nomad #Mistpark #Friendica #RedMatrix #Hubzilla #Osada #Zap #Roadhouse #Streams #(streams) #Forte
  29. @Kristian Na ja, Friendica war ja ausgereift. Zumindest soweit ausgereift, wie Friendica selbst und das DFRN-Protokoll es zuließen. Smartphone-Apps gab es nicht, weil man damals, 2010/2011, Smartphone-Apps für Sachen, die es auch als Websites gab, noch als Gimmicks ansah und noch nicht als lebensnotwendig. Das war, bevor die Leute gewisse Websites mehr über dedizierte Apps nutzten als über die Websites selbst.

    Nur: Eine Weiterentwicklung war zwingend notwendig. Und die ging nicht mit Friendica, wie es war, denn die ging auch nicht mit DFRN.

    Der Auslöser: 2011 waren binnen kurzer Zeit mehrere größere Friendica-Nodes von jetzt auf sofort ohne Ankündigung verschwunden. Einfach so weg. Friendica war durch das Verschwinden einiger weniger, aber jeweils sehr großer öffentlicher Nodes auf die Hälfte seiner Größe geschrumpft. Die andere Hälfte der Nutzer hatte alles verloren ohne die Chance, irgendwas zu retten. Die konnten wieder ganz neu bei null anfangen.

    Das beste, was Mike an Friendica selbst machen konnte, war, eine Export- und Importfunktion einzubauen. Damit konnte man Backups des eigenen Konto machen. Das half aber nur, wenn man entweder brav ein tägliches Backup machte oder die Schließung eines Node vorher angekündigt wurde. Noch einmal: Genau das war 2011 nicht passiert. Die Nodes waren einfach futsch. Da hilft dir auch eine Backup-Funktion nicht, wenn du nicht laufend regelmäßig Backups machst.

    Mike sah nur eine mögliche wirkliche Lösung. Und das war, indem deine Identität nicht bombenfest an einen Server gebunden ist, sondern simultan gleichzeitig als identische Klone auf mehreren unabhängigen Servern existieren kann. Wenn davon mal einer ausfällt, egal, die anderen laufen ja noch, also läuft deine Identität noch.

    Problem: Mit DFRN ging das nicht umzusetzen. Es brauchte ein ganz neues Protokoll. Auch deshalb, weil Mike noch andere Verbesserungen im Kopf hatte wie ein nochmals deutlich aufgebohrtes Berechtigungssystem. Auch das ging mit DFRN so nicht und brauchte ein neues Protokoll. So entstand Zot.

    Zum einen hieß ein neues Protokoll aber auch, wo auch immer das eingebaut werden soll, muß das komplette Backend ausgetauscht und neu geschrieben werden. Und große Teile des Frontend gleich mit. Das konnte Mike aber nicht auf Friendica im laufenden Betrieb machen. Friendica hätte unmöglich seine Grundfunktionalität gleichzeitig auf DFRN und auf Zot betreiben können. Und ein Protokollaustausch hätte bedeutet, daß Nodes, die die neue Friendica-Version mit Zot fahren, sich nicht mehr nativ hätten verbinden können mit Nodes, die alte Versionen mit DFRN fahren. Die wären zueinander inkompatibel gewesen.

    Mike hatte als neue Entwicklungsplattform ja gerade das neue Red, das ein Fork seiner bisherigen "geheimen" Entwicklungsplattform Free-Friendika war. Das war ebenso "geheim", das konnte er also entsprechend umbauen.

    Mike hätte aber niemals gleichzeitig Red komplett umbauen und Friendica selbst auf Free-Friendika weiterpflegen und die Weiterentwicklungen von Free-Friendika nach Friendica selbst bringen können. Und die einzige Alternative zum Umbau von Red auf Zot war, wieder solche Massencrashs wie 2011 mit exakt denselben Auswirkungen zu haben, ohne irgendwas tun zu können.

    Also hat Mike sich auf Red konzentriert (dessen Umbau ja alleine schon länger dauern sollte als die Entwicklung von Friendica) und Friendica in die Hände von Tobias und Michael gegeben, die es seitdem nach ihren Vorstellungen weiterentwickeln. Die beiden waren ja meines Wissens sowieso schon Co-Entwickler von Friendica. Das hat Mike ja längst nicht mehr alles alleine gemacht.

    Bei Red war das wieder anders. Das machte Mike ganz alleine. Das mußte er ja erstmal aufbauen. Und selbst als es fertig war, wurde es kaum angenommen. Es war zwar kein Geheimprojekt mehr, nachdem es sich von Friendica gelöst hatte. Aber es wurde kaum angenommen.

    Auch als es umbenannt wurde in Red Matrix, was es leichter machte, es zu googlen, wurde es nicht angenommen. Die Friendica-Nutzer nahmen es wahr als Friendica mit nomadischer Identität. Was nomadische Identität ist, verstanden sie gar nicht. Selbst wenn doch: Die meisten von ihnen hatten inzwischen ihre eigenen privaten Einzelnutzer-Nodes.

    So sahen sie in der Red Matrix gegenüber Friendica keine Vorteile, also warum umsteigen? Mal ganz davon abgesehen, daß Friendica und die Red Matrix nur über das diaspora*-Protokoll oder OStatus kommunizieren konnten. Die einzigen, die wechselten, dürften die gewesen sein, die eh immer das neueste, heißeste Zeug ausprobieren wollten.

    Außerhalb von Friendica wußte eh keine Sau, daß die Red Matrix existierte. Herzlich wenige Leute wußten ja überhaupt auch nur, daß Friendica existierte. Mikes "Wenn du es baust, werden sie kommen" funktionierte damals schon nicht. Kleckerweise kamen noch neue Leute nach Friendica. Aber kaum einer ging von Friendica auf die Red Matrix, und absolut niemand ging von null auf die Red Matrix.

    Interessant wurde die Red Matrix eigentlich erst 2015, als sie zu Hubzilla aufgebohrt wurde, also auf einmal Sachen konnte, die Friendica nicht konnte, die aber vielleicht nützlich sein konnten. Damit konnte Hubzilla auch für ganz andere Sachen eingesetzt werden als Friendica, also nicht nur als Facebook-Ersatz oder Blog.

    Aber wenn Mario schon Anfang 2015 das noch brandneue Hubzilla übernahm, was ja so auf der offiziellen Website steht (nach meinen Informationen war es erst 2018), dann war es ein Wunder, daß Mike überhaupt jemanden fand, der übernehmen würde, der also schon seit Red-Matrix-Zeiten dabei war. Aber Mike hat ja an der Weiterentwicklung von Hubzilla noch weiter aktiv mitgewirkt, nur eben nicht als Projektleiter.

    Hubzilla selbst wurde ja erst ab Ende 2015 interessant, als es seinen ersten stabilen Release hatte. Und auch Hubzillas Existenz war eigentlich nur auf Friendica bekannt. Selbst heute noch sind die allermeisten Hubzilla-Nutzer Friendica-Veteranen. Direkt von Mastodon nach Hubzilla ist kaum einer gekommen, von null nach Hubzilla schon gar nicht.

    Selbst da war Mike keiner, der Sachen so läßt, wie sie sind, und sie nur noch weiter poliert. Wenn es etwas zu verbessern gibt, dann macht er das auch. Und wenn das nicht auf existierender Software im laufenden Produktivbetrieb geht, dann forkt er eben, und dann nimmt er sich weit mehr Zeit für seinen Fork als für das, was er vorher gemacht hatte. Und das ist auch gut so. Ansonsten hätten wir heute noch nur Friendica und immer noch keine Lösung für das Problem, daß die Leute alles verlieren, wenn mal wieder ein großer Node verschwindet.

    Jetzt wollte Mike Zot weiterentwickeln, wohl auch deshalb, weil Zot, wie es damals war, nicht gut mit ActivityPub zusammenspielte. Aber potentiell kompatibilitätsbrechend. In einem eigenen zusätzlichen Branch von Hubzilla wäre das nicht gegangen, schon deshalb, weil Hubzilla für solche Experimente schlicht und ergreifend zu groß war.

    Also hat Mike 2018 Osada von Hubzilla abgeforkt und alles rausgerissen, was im Weg war. Artikel, Karten, Wikis, Webpages, alle Verbindungsmöglichkeiten außer Zot, ActivityPub und RSS/Atom, alles raus.

    Weil dann abzusehen war, daß nomadisches Zot6 (zumindest vorerst) mit ActivityPub überhaupt nicht mehr funktionieren würde, brauchte Mike zwei Projekte: Osada behielt ActivityPub, wurde aber nichtnomadisch. Zusätzlich forkte er Zap von Osada, ließ es nomadisch, entfernte aber ActivityPub.

    Jetzt konnte Mike endgültig nicht gleichzeitig Zot6 entwickeln und Osada entwickeln und Zap entwickeln und Hubzilla weiterpflegen. Auch dieses Mal half ihm bei den Neuentwicklungen niemand. Also überließ er Hubzilla gänzlich Mario.

    Wie es dann weiterging, lag nicht an Mikes Sprunghaftigkeit.

    Anfang 2019 fand er einen Weg, auch nomadisches Zot6 mit ActivityPub kompatibel zu machen. Abgesehen davon war die Idee, einen nomadischen Zap-Kanal über einen nichtnomadischen Osada-Kanal mit dem Fediverse zu verbinden, sowieso kompletter Blödsinn und technisch in der Praxis kaum realisierbar, selbst mit Kanalquellen nicht. Also stellte Mike Osada ein, forkte von Zap ein ganz neues Osada und baute da ActivityPub-Support ein. Noch war nomadisches Zot6 + ActivityPub ja noch experimentell, deswegen hat er es nicht in Zap eingebaut.

    Dann aber wurden Osada und Zap stabil und bekamen sogar einen 1.0-Release. Inzwischen gab es Leute, die Osada oder Zap produktiv nutzten. Die kamen alle von Hubzilla, denn nur da wußte man, daß es Osada und Zap gab. Nicht mal auf Friendica wußte das jemand, im übrigen Fediverse erst recht nicht und außerhalb des Fediverse schon gar nicht.

    So baute Mike dann Osadas ActivityPub-Support auch in Zap ein, schaltete ihn aber standardmäßig auf Serverebene ab, auf Kanalebene sowieso. Das führte dazu, daß Osada und Zap bis auf das Branding und die Standardeinstellungen völlig identisch waren. Es brauchte gar nicht mehr beide. Mike ließ das aber so.

    Irgendwie gab es wohl genug Osada- und Zap-Anwender, daß Mike jemanden fand, der beides weiterpflegen wollte. Denn Mike hatte wieder neue Weiterentwicklungen im Sinne, die er aber nicht mehr auf Osada und Zap machen konnte, weil die jetzt beide als stabile Produktivsoftware galten. So gab er Osada und Zap dann wieder an "die Community" weiter, die als quasi erste Amtshandlung mit Mikes Segen Osada nach Zap mergete, in dem Zuge auch auf Zap ActivityPub standardmäßig aktivierte und Osada kurzerhand einstellte.

    2020 ging es dann weiter. Zap war damals State of the Art. Zot6 war so stabil, daß es nach Hubzilla zurückportiert wurde. Zap war jetzt quasi der modernere kleine Bruder von Hubzilla, der sich etwas eleganter bediente und einen nicht mit Features erschlug. Nur war Zap immer noch obskurer als Hubzilla, Hubzilla war obskurer als Friendica, und Friendica war selbst sehr obskur, weil für keins der drei wirklich Werbung gemacht wurde. Zap war weiterhin sonst nur auf Hubzilla bekannt und Hubzilla sonst nur auf Friendica.

    Und Mike bastelte an Zot8, das nochmals besser werden sollte. Dafür brauchte er aber Software zum Experimentieren. Und so entstanden drei neue Forks in so kurzer Folge, daß heute nicht mehr bekannt ist, was jetzt wovon geforkt wurde, nur daß irgendwas von Zap geforkt worden ist. Im einzelnen waren das schon wieder ein neues Osada, ein neues Mistpark und eine neue Redmatrix.

    Warum drei?

    Es ging das Gerücht um, das seien verschiedene Stabilitätsstufen. Redmatrix 2020 sei experimentell mit wie früher bei Zap standardmäßig deaktiviertem ActivityPub, das damit der Entwicklung von Zot8 nicht im Wege stehe. Osada sei auch experimentell, aber wie früher schon bei Osada mit standardmäßig aktiviertem ActivityPub, um zu gucken, wie die Weiterentwicklungen von Zot8 sich mit ActivityPub vertragen. Mistpark 2020 wiederum sei "halbstabil" wie Debian testing, also stabiler als Osada und eher für den Produktiveinsatz geeignet, aber aktueller als Zap.

    Zap sei also für die, die etwas neueres als Hubzilla haben wollten und auf die Zusatzfeatures von Hubzilla verzichten konnten. Misty sei für die, die etwas noch aktuelleres als Zap haben wollten, also das neueste Zeug noch früher, und die etwaige Instabilitäten in Kauf zu nehmen bereit waren. Osada sei für die, die unbedingt bleeding-edge wollten, instabil oder nicht. Und Redmatrix 2020 sei eh nur für Mike.

    In Wahrheit waren Osada, Misty und Redmatrix 2020 bis auf das Branding völlig identisch und quasi Soft-Forks. Alle Commits wurden gleichermaßen und fast gleichzeitig in alle drei eingepflegt.

    Warum?

    Weil Mike der Markenfetischismus im Fediverse auf den Keks ging. Es gab Leute, die bildeten sich ein, die Software, die sie nutzten, sei die beste, einfach, weil sie Fans der Softwaremarke waren. Ganz besonders gab es die natürlich auf Mastodon, aber auch sonst. Genau diese Leute wollte er trollen, indem er drei bis auf den Namen und das Logo völlig identische Serveranwendungen pflegte. Misty z. B. konnte überhaupt nicht "die beste Fediverse-Serversoftware" sein, egal, wer sich das einbildete, wenn Osada und Redmatrix bis auf die Marke völlig baugleich waren.

    Anfang 2021 kam dann Roadhouse dazu. Das Abenteuer Zot8 war im Grunde vorbei, bevor Zot8 stabil war. Denn Zot11 sollte noch besser werden. Vor allem sollte Zot11 von allen Zot-Versionen die beste Kompatibilität mit ActivityPub bekommen. Blöderweise konnte Mike aber Zot11 nicht auf Osada, Misty und Redmatrix entwickeln. Zot11 sollte nämlich zu allen Vorgängern so inkompatibel werden, daß es letztlich nicht mehr Zot heißen sollte. Aber es gab Leute, die Osada, Misty oder Redmatrix produktiv nutzten.

    Also mußte Mike von einem von den dreien Roadhouse forken. War ihm aber egal, weil er damit die Leute mit noch einer weiteren Marke trollen konnte. Wohlgemerkt, effektiv hatte er sogar Zap noch an der Backe, weil es in der Community dann wohl doch zuwenig Interesse an der Weiterentwicklung gab.

    Nomad, eigentlich ja Zot11, wurde zum Erfolg. Und das Erfolgsrezept lag auch darin, zusätzlich Support für Hubzillas Zot6 einzubauen, über den Roadhouse auch mit Osada, Misty und Redmatrix kommunizieren konnte. Ansonsten waren von den praktischen Features her Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse identisch und von der Benutzeroberfläche her auch beinahe. Es machte in der Praxis keinen großen Unterschied, welches man nutzte. Außerhalb waren sie eh, wenn überhaupt, nur auf Hubzilla bekannt. Das heißt, Roadhouse war beinahe komplett unbekannt, weil da endgültig nur Mike drüber redete.

    Daß es (streams) gibt, obwohl Roadhouse doch gut war, hatte andere Gründe.

    Grund 1: Mike fand einen neuen Weg, die Markenfetischisten zu trollen. Nämlich mit Software, die gar keinen Namen und gar keine Markenidentität hat. Also nahm Mike dem neuen Roadhouse-Fork von Ende 2021 den Namen und sogar den fediverseinternen festen Identifikator weg. Letzteren kann man entweder händisch ausfüllen, oder (streams) übernimmt ihn vom Instanznamen. Alleine das wäre mit einem "Debranding" von Roadhouse nicht getan gewesen, weil weiter alle von "Roadhouse" gesprochen hätten.

    Grund 2: Dieses ständige Wetteifern, welche Software auf The Federation, Fediverse Observer, der FediDB usw. jetzt am populärsten ist und am meisten genutzt wird, ging ihm inzwischen auch auf dem Zeiger. Ein weiteres "Feature" von (streams) ist, daß Mike neben dem Namen und der Markenidentität auch nodeinfo praktisch komplett entfernt hat. (streams) sendet überhaupt keine Statistiken und hält sich von allen Instanzlisten-Websites fern. Und das ist so gewollt.

    Grund 3: Zusätzlich wollte Mike es der Free-Software- und Open-Source-Community leichter machen. Da kloppt man sich ja bekanntlich darum, welche Lizenzen wirklich frei sind und welche nicht. Also hat Mike (streams), dessen sämtliche Vorgänger unter der MIT-Lizenz stehen, in die Public Domain gestellt. Freier als das geht's nun wirklich nicht mehr. Gleichzeitig wollte Mike diejenigen ärgern, die vielleicht vorhaben könnten, aus (streams) proprietäre, kommerzielle Closed-Source-Software zu machen. Die ganzen Apps sind nämlich durchaus schon mal Fremdcode und stehen unter eigenen Lizenzen. Und die sind untereinander inkompatibel.

    (streams) sollte stabil werden und wurde stabil. Im Grunde war Mikes Plan, (streams) zu der Fediverse-Software der Zukunft zu machen. So hat er am 31.12.2022 offiziell Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse eingestellt. Das war aber kein Problem, denn zwischen den fünfen konnten Admins durch einfaches Rebasen nicht nur crossgraden, sondern auch zu (streams) upgraden.

    Jetzt gab es nur noch Friendica, Hubzilla und (streams), wovon Mike nur noch (streams) betreute.

    Dann kam ja silverpill auf Mike zu mit der Idee der nomadischen Identität über ActivityPub. Mike war interessiert. silverpill trieb das ziemlich voran inklusive dem einen oder anderen neuen FEP, darunter auch FEP-ef61, das in ActivityPub dezentrale Identitäten einführen sollte. Zot hat so etwas, Nomad natürlich auch, aber anders, und ActivityPub hatte das natürlich nicht.

    Diese dezentralen Identitäten hat Mike auch in (streams) eingebaut. Langfristig sollte es ja möglich sein, zwischen verschiedenen Serveranwendungen zu klonen, so auch zwischen (streams) und Mitra. Zumindest aber sollten sie voneinander die dezentralen Identitäten als ebensolche verstehen. So sollte (streams) geklonte Mitra-Identitäten als solche erkennen, und Mitra sollte geklonte (streams)-Kanäle als solche erkennen.

    Unter Laborbedingungen in Mikes nomadic-Zweig funktionierten die. Also mergete Mike im Juni 2024 den nomadic-Zweig in den dev-Zweig, den allgemeinen Entwicklungszweig. Auch der lief nur unter Laborbedingungen, weil (im Gegensatz zu Hubzilla, wo zwei öffentliche Produktivhubs Entwicklerversionen fahren) niemand außer Mike den dev-Zweig von (streams) produktiv fuhr.

    Im Juli 2024 mergete Mike dann den dev-Zweig in den release-Zweig, um die neuesten Weiterentwicklungen an die produktiv gefahrenen, stabilen Server auszurollen. Da war allerdings Schluß mit Laborbedingungen. Jetzt mußten sich FEP-ef61 und die DIDs unter täglichen und breitgefächerten Realbedingungen beweisen.

    Genau das taten sie nicht. Erst jetzt stellte sich heraus, daß (streams) mit den vielen Identitäten nicht klarkam. Es föderierte nicht mehr über ActivityPub. Es föderierte nicht mehr mit Hubzilla. Es föderierte nicht mal mehr mit sich selbst. Es konnte sich mit nichts mehr vernünftig verbinden.

    Mike brauchte eine Weile, um überhaupt festzustellen, daß der Verursacher dieser Misere ein Identitätenchaos war. Das konnte er aber nicht auf (streams) selbst beheben. Hilfe hatte er auch keine. Die (streams)-Community war so winzig, da gab es niemanden, der ihm hätte helfen können. Der einzige, der die Fähigkeit gehabt hätte, hatte keine Zeit. Und der einzige, der Zeit und Bock hatte, hatte vom Coden keine Ahnung.

    So mußte Mike sich erstmal einen Überblick verschaffen. Im August, also dem Monat nach dem Crash, als der Crash noch nicht behoben war, forkte er das streams-Repository und schuf Forte. Da wiederum riß er alles raus, was nicht ActivityPub war, also die Unterstützung sowohl von Nomad als auch von Zot6, um einen freien, ungehinderten Blick auf ActivityPub zu haben.

    Inzwischen hatte er auch zwei andere Sachen gelernt: Software, die keinen Namen hat, interessiert keinen. Das verwirrt die Leute eher. Also bekam Forte wieder einen Namen. Die Public Domain brachte auch nichts. Also kam Forte wieder unter die MIT-Lizenz. Und Fediverse-Software, die überhaupt keine nodeinfo hat, ist praktisch unsichtbar. Also bekam Forte wieder nodeinfo, zunächst aber, ohne brauchbare Zahlen zu versenden. So konnte Forte zumindest vom Fediverse Observer und später vom FediIndex gelistet werden.

    Forte half ihm, die ID-Misere zu entwirren, zu entflechten und zu lösen. Das reichte er dann auch nach (streams) weiter, das allmählich wieder funktionierte. Allerdings brannte er sich in dem August derart aus, daß er zum 31.8.2024 offiziell sowohl das streams-Repository als auch Forte zur Übernahme anbot und seinen Ruhestand ankündigte.

    Dieses Mal fand eine Übernahme gleich gar nicht statt. Wie gesagt, in der (streams)-Community gab es niemanden, der sowohl die Zeit als auch das Know-how hatte, um auch nur Mike zu helfen, geschweige denn, eine Rolle wie Tobias oder Michael oder Mario anzunehmen.

    Außerhalb von (streams) war (streams) selbst sogar auf Hubzilla kaum bekannt. Forte war sogar auf Hubzilla noch unbekannter, zumal es noch eine obskure, nichtöffentliche Bastelbude war, bis Mike im September 2024 die erste "offizielle" Entwicklerversion von Forte (und damit Forte selbst) veröffentlichte.

    Und außerhalb von Hubzilla? Mike war es so leid, daß Mastodon als alternativlose Referenzimplementation des Fediverse angesehen wurde, daß er um 2023 anfing, Werbung für (streams) zu machen. Das erste Mal überhaupt, daß Mike von "wenn du es baust, werden sie kommen" abkam (es kam ja keiner) und irgendwas bewarb. Nur wußte Mike nicht, wie man zu Mastodon-Leuten spricht; ehrlich gesagt, das weiß auch auf Friendica und Hubzilla kaum jemand.

    Oft genug ging aus Mikes Posts nicht mal hervor, daß er über ein konkretes Fediverse-Produkt sprach, und schon gar nicht, über welches. Wie auch, sprach er doch von etwas Namenlosem. Das heißt, auch er fing langsam an, den Namen des Repository zu verwenden. Aber er machte nicht unbedingt wirklich glasklar, daß er von etwas sprach, das jetzt in diesem Augenblick im Fediverse existierte. Schon gar nicht erwähnte er, daß es auch mit Mastodon verbunden ist, denn kaum jemand außerhalb von Mastodon weiß, daß Mastodon-Nutzer das nicht unbedingt automatisch verstehen.

    Stand Mitte September 2024 hatte (streams) keine 100 aktiven Nutzer und Forte außer Mike gar keine. Traurigerweise hatte (streams) damals mehr öffentliche Server als heute, derweil Forte anderthalb Jahre gebraucht hat, um auch nur einen hervorzubringen. Wo sollen da Entwickler herkommen?

    Mike hat übrigens nicht vor, (streams) einzustellen. Er und nicht nur er sagt, (streams) hat weiterhin seine Existenzberechtigung, und zwar als moderne Fediverse-Software, die von ActivityPub unabhängig ist. Er und nicht nur er sieht den ActivityPub-Schalter als eine Art letztes Bollwerk gegen Mastodon an und das einzige, das auf Kanalebene funktioniert, also nicht nur serverweit.

    So, nun noch das Wort zu Smartphone-Apps.

    Von Mike selbst war da nie etwas zu erwarten. Fediverse-Apps sind reine Frontend-Sachen. Und wir sollten inzwischen wissen, daß Mike nicht mal Web-UIs kann. Hubzilla ist für seine Oberfläche berüchtigt. Es ist doch erst schick geworden, als Saiwal mit seinen Utsukta-Themes anfing.

    Außerdem hatte Mike immer schon genügend mit Webentwicklung zu tun. Da konnte man von ihm nicht auch noch erwarten, eine Smartphone-App zu entwickeln. Besser gesagt, zwei Smartphone-Apps, weil die iOS-App wahrscheinlich separat hätte entwickelt werden müssen. Mike wäre ja auch keiner gewesen, der in einer Smartphone-App nur das nötigste an Features eingebaut hätte. Wenn, dann alles. Er hätte also neben der Serversoftware zwei ziemliche Monster-Apps entwickeln und pflegen müssen.

    Apps von Drittentwicklern?

    Guck dir mal an, wie lange es gedauert hat, bis es von RaccoonForFriendica einen öffentlich verfügbaren Android-Release gab. Für iOS ist es meines Wissens bis heute nur über TestDrive verfügbar, aber nicht im App Store. Und selbst auf Android ist es noch nicht so stabil und fully featured, daß man es als Daily Driver nutzen könnte.

    Für Hubzilla gab es mal Nomad für Android. Das wird seit gut sechs Jahren nicht mehr weiterentwickelt. Unter aktuellen Android-Versionen läuft es inzwischen gar nicht mehr. Und auch das ist nur ein Wrapper für die Weboberfläche, also ein glorifizierter Webbrowser. Ansonsten gibt's nur eine Minimalst-App von Mario, mit der er mal versuchsweise getestet hat, ob man von Android aus nach Hubzilla posten kann. Das ist absolut das einzige, was die App überhaupt kann.

    Hubzilla hat eine Client API. Ob die aber funktioniert, ist weitestgehend unbekannt, weil noch nie jemand versucht hat, dagegen eine hinreichend mit Features ausgestattete App zu bauen. Dasselbe dürfte für (streams) und Forte gelten, für die es überhaupt noch nie irgendwelche Apps gegeben hat. Alle drei setzen statt dessen auf den Einsatz als PWA, nur daß da draußen keine Sau weiß, daß es das überhaupt gibt, geschweige denn, wie man das einrichtet.

    Auf Drittentwickler kann man hier erst recht nicht hoffen. Von den Leuten im Fediverse, die Smartphone-Apps entwickeln können, kennt genau niemand Hubzilla, geschweige denn (streams) oder Forte. Selbst wenn sie Hubzilla kennenlernen würden, hätten sie keinen Bock, dafür eine App zu entwickeln. Lohnt sich nicht, weil nutzt keiner. Es lohnt sich viel mehr, die drölfzigtausendste reine Mastodon-App fürs iPhone zu bauen. Das heißt, mindestens die Hälfte von denen weiß doch sowieso nicht, was es außer Mastodon sonst noch so im Fediverse gibt.

    Auf Hubzilla selbst gibt's nicht einen Mobilentwickler. Auf (streams) und Forte dürfte es niemanden geben, der überhaupt wirklich irgendwas entwickeln kann, nicht mal Webanwendungen (sonst hätte Mike Hilfe), Smartphone-Apps schon gar nicht.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #DFRN #Zot #Zot6 #Zot8 #Nomad #Mistpark #Friendica #RedMatrix #Hubzilla #Osada #Zap #Roadhouse #Streams #(streams) #Forte
  30. @Kristian Na ja, Friendica war ja ausgereift. Zumindest soweit ausgereift, wie Friendica selbst und das DFRN-Protokoll es zuließen. Smartphone-Apps gab es nicht, weil man damals, 2010/2011, Smartphone-Apps für Sachen, die es auch als Websites gab, noch als Gimmicks ansah und noch nicht als lebensnotwendig. Das war, bevor die Leute gewisse Websites mehr über dedizierte Apps nutzten als über die Websites selbst.

    Nur: Eine Weiterentwicklung war zwingend notwendig. Und die ging nicht mit Friendica, wie es war, denn die ging auch nicht mit DFRN.

    Der Auslöser: 2011 waren binnen kurzer Zeit mehrere größere Friendica-Nodes von jetzt auf sofort ohne Ankündigung verschwunden. Einfach so weg. Friendica war durch das Verschwinden einiger weniger, aber jeweils sehr großer öffentlicher Nodes auf die Hälfte seiner Größe geschrumpft. Die andere Hälfte der Nutzer hatte alles verloren ohne die Chance, irgendwas zu retten. Die konnten wieder ganz neu bei null anfangen.

    Das beste, was Mike an Friendica selbst machen konnte, war, eine Export- und Importfunktion einzubauen. Damit konnte man Backups des eigenen Konto machen. Das half aber nur, wenn man entweder brav ein tägliches Backup machte oder die Schließung eines Node vorher angekündigt wurde. Noch einmal: Genau das war 2011 nicht passiert. Die Nodes waren einfach futsch. Da hilft dir auch eine Backup-Funktion nicht, wenn du nicht laufend regelmäßig Backups machst.

    Mike sah nur eine mögliche wirkliche Lösung. Und das war, indem deine Identität nicht bombenfest an einen Server gebunden ist, sondern simultan gleichzeitig als identische Klone auf mehreren unabhängigen Servern existieren kann. Wenn davon mal einer ausfällt, egal, die anderen laufen ja noch, also läuft deine Identität noch.

    Problem: Mit DFRN ging das nicht umzusetzen. Es brauchte ein ganz neues Protokoll. Auch deshalb, weil Mike noch andere Verbesserungen im Kopf hatte wie ein nochmals deutlich aufgebohrtes Berechtigungssystem. Auch das ging mit DFRN so nicht und brauchte ein neues Protokoll. So entstand Zot.

    Zum einen hieß ein neues Protokoll aber auch, wo auch immer das eingebaut werden soll, muß das komplette Backend ausgetauscht und neu geschrieben werden. Und große Teile des Frontend gleich mit. Das konnte Mike aber nicht auf Friendica im laufenden Betrieb machen. Friendica hätte unmöglich seine Grundfunktionalität gleichzeitig auf DFRN und auf Zot betreiben können. Und ein Protokollaustausch hätte bedeutet, daß Nodes, die die neue Friendica-Version mit Zot fahren, sich nicht mehr nativ hätten verbinden können mit Nodes, die alte Versionen mit DFRN fahren. Die wären zueinander inkompatibel gewesen.

    Mike hatte als neue Entwicklungsplattform ja gerade das neue Red, das ein Fork seiner bisherigen "geheimen" Entwicklungsplattform Free-Friendika war. Das war ebenso "geheim", das konnte er also entsprechend umbauen.

    Mike hätte aber niemals gleichzeitig Red komplett umbauen und Friendica selbst auf Free-Friendika weiterpflegen und die Weiterentwicklungen von Free-Friendika nach Friendica selbst bringen können. Und die einzige Alternative zum Umbau von Red auf Zot war, wieder solche Massencrashs wie 2011 mit exakt denselben Auswirkungen zu haben, ohne irgendwas tun zu können.

    Also hat Mike sich auf Red konzentriert (dessen Umbau ja alleine schon länger dauern sollte als die Entwicklung von Friendica) und Friendica in die Hände von Tobias und Michael gegeben, die es seitdem nach ihren Vorstellungen weiterentwickeln. Die beiden waren ja meines Wissens sowieso schon Co-Entwickler von Friendica. Das hat Mike ja längst nicht mehr alles alleine gemacht.

    Bei Red war das wieder anders. Das machte Mike ganz alleine. Das mußte er ja erstmal aufbauen. Und selbst als es fertig war, wurde es kaum angenommen. Es war zwar kein Geheimprojekt mehr, nachdem es sich von Friendica gelöst hatte. Aber es wurde kaum angenommen.

    Auch als es umbenannt wurde in Red Matrix, was es leichter machte, es zu googlen, wurde es nicht angenommen. Die Friendica-Nutzer nahmen es wahr als Friendica mit nomadischer Identität. Was nomadische Identität ist, verstanden sie gar nicht. Selbst wenn doch: Die meisten von ihnen hatten inzwischen ihre eigenen privaten Einzelnutzer-Nodes.

    So sahen sie in der Red Matrix gegenüber Friendica keine Vorteile, also warum umsteigen? Mal ganz davon abgesehen, daß Friendica und die Red Matrix nur über das diaspora*-Protokoll oder OStatus kommunizieren konnten. Die einzigen, die wechselten, dürften die gewesen sein, die eh immer das neueste, heißeste Zeug ausprobieren wollten.

    Außerhalb von Friendica wußte eh keine Sau, daß die Red Matrix existierte. Herzlich wenige Leute wußten ja überhaupt auch nur, daß Friendica existierte. Mikes "Wenn du es baust, werden sie kommen" funktionierte damals schon nicht. Kleckerweise kamen noch neue Leute nach Friendica. Aber kaum einer ging von Friendica auf die Red Matrix, und absolut niemand ging von null auf die Red Matrix.

    Interessant wurde die Red Matrix eigentlich erst 2015, als sie zu Hubzilla aufgebohrt wurde, also auf einmal Sachen konnte, die Friendica nicht konnte, die aber vielleicht nützlich sein konnten. Damit konnte Hubzilla auch für ganz andere Sachen eingesetzt werden als Friendica, also nicht nur als Facebook-Ersatz oder Blog.

    Aber wenn Mario schon Anfang 2015 das noch brandneue Hubzilla übernahm, was ja so auf der offiziellen Website steht (nach meinen Informationen war es erst 2018), dann war es ein Wunder, daß Mike überhaupt jemanden fand, der übernehmen würde, der also schon seit Red-Matrix-Zeiten dabei war. Aber Mike hat ja an der Weiterentwicklung von Hubzilla noch weiter aktiv mitgewirkt, nur eben nicht als Projektleiter.

    Hubzilla selbst wurde ja erst ab Ende 2015 interessant, als es seinen ersten stabilen Release hatte. Und auch Hubzillas Existenz war eigentlich nur auf Friendica bekannt. Selbst heute noch sind die allermeisten Hubzilla-Nutzer Friendica-Veteranen. Direkt von Mastodon nach Hubzilla ist kaum einer gekommen, von null nach Hubzilla schon gar nicht.

    Selbst da war Mike keiner, der Sachen so läßt, wie sie sind, und sie nur noch weiter poliert. Wenn es etwas zu verbessern gibt, dann macht er das auch. Und wenn das nicht auf existierender Software im laufenden Produktivbetrieb geht, dann forkt er eben, und dann nimmt er sich weit mehr Zeit für seinen Fork als für das, was er vorher gemacht hatte. Und das ist auch gut so. Ansonsten hätten wir heute noch nur Friendica und immer noch keine Lösung für das Problem, daß die Leute alles verlieren, wenn mal wieder ein großer Node verschwindet.

    Jetzt wollte Mike Zot weiterentwickeln, wohl auch deshalb, weil Zot, wie es damals war, nicht gut mit ActivityPub zusammenspielte. Aber potentiell kompatibilitätsbrechend. In einem eigenen zusätzlichen Branch von Hubzilla wäre das nicht gegangen, schon deshalb, weil Hubzilla für solche Experimente schlicht und ergreifend zu groß war.

    Also hat Mike 2018 Osada von Hubzilla abgeforkt und alles rausgerissen, was im Weg war. Artikel, Karten, Wikis, Webpages, alle Verbindungsmöglichkeiten außer Zot, ActivityPub und RSS/Atom, alles raus.

    Weil dann abzusehen war, daß nomadisches Zot6 (zumindest vorerst) mit ActivityPub überhaupt nicht mehr funktionieren würde, brauchte Mike zwei Projekte: Osada behielt ActivityPub, wurde aber nichtnomadisch. Zusätzlich forkte er Zap von Osada, ließ es nomadisch, entfernte aber ActivityPub.

    Jetzt konnte Mike endgültig nicht gleichzeitig Zot6 entwickeln und Osada entwickeln und Zap entwickeln und Hubzilla weiterpflegen. Auch dieses Mal half ihm bei den Neuentwicklungen niemand. Also überließ er Hubzilla gänzlich Mario.

    Wie es dann weiterging, lag nicht an Mikes Sprunghaftigkeit.

    Anfang 2019 fand er einen Weg, auch nomadisches Zot6 mit ActivityPub kompatibel zu machen. Abgesehen davon war die Idee, einen nomadischen Zap-Kanal über einen nichtnomadischen Osada-Kanal mit dem Fediverse zu verbinden, sowieso kompletter Blödsinn und technisch in der Praxis kaum realisierbar, selbst mit Kanalquellen nicht. Also stellte Mike Osada ein, forkte von Zap ein ganz neues Osada und baute da ActivityPub-Support ein. Noch war nomadisches Zot6 + ActivityPub ja noch experimentell, deswegen hat er es nicht in Zap eingebaut.

    Dann aber wurden Osada und Zap stabil und bekamen sogar einen 1.0-Release. Inzwischen gab es Leute, die Osada oder Zap produktiv nutzten. Die kamen alle von Hubzilla, denn nur da wußte man, daß es Osada und Zap gab. Nicht mal auf Friendica wußte das jemand, im übrigen Fediverse erst recht nicht und außerhalb des Fediverse schon gar nicht.

    So baute Mike dann Osadas ActivityPub-Support auch in Zap ein, schaltete ihn aber standardmäßig auf Serverebene ab, auf Kanalebene sowieso. Das führte dazu, daß Osada und Zap bis auf das Branding und die Standardeinstellungen völlig identisch waren. Es brauchte gar nicht mehr beide. Mike ließ das aber so.

    Irgendwie gab es wohl genug Osada- und Zap-Anwender, daß Mike jemanden fand, der beides weiterpflegen wollte. Denn Mike hatte wieder neue Weiterentwicklungen im Sinne, die er aber nicht mehr auf Osada und Zap machen konnte, weil die jetzt beide als stabile Produktivsoftware galten. So gab er Osada und Zap dann wieder an "die Community" weiter, die als quasi erste Amtshandlung mit Mikes Segen Osada nach Zap mergete, in dem Zuge auch auf Zap ActivityPub standardmäßig aktivierte und Osada kurzerhand einstellte.

    2020 ging es dann weiter. Zap war damals State of the Art. Zot6 war so stabil, daß es nach Hubzilla zurückportiert wurde. Zap war jetzt quasi der modernere kleine Bruder von Hubzilla, der sich etwas eleganter bediente und einen nicht mit Features erschlug. Nur war Zap immer noch obskurer als Hubzilla, Hubzilla war obskurer als Friendica, und Friendica war selbst sehr obskur, weil für keins der drei wirklich Werbung gemacht wurde. Zap war weiterhin sonst nur auf Hubzilla bekannt und Hubzilla sonst nur auf Friendica.

    Und Mike bastelte an Zot8, das nochmals besser werden sollte. Dafür brauchte er aber Software zum Experimentieren. Und so entstanden drei neue Forks in so kurzer Folge, daß heute nicht mehr bekannt ist, was jetzt wovon geforkt wurde, nur daß irgendwas von Zap geforkt worden ist. Im einzelnen waren das schon wieder ein neues Osada, ein neues Mistpark und eine neue Redmatrix.

    Warum drei?

    Es ging das Gerücht um, das seien verschiedene Stabilitätsstufen. Redmatrix 2020 sei experimentell mit wie früher bei Zap standardmäßig deaktiviertem ActivityPub, das damit der Entwicklung von Zot8 nicht im Wege stehe. Osada sei auch experimentell, aber wie früher schon bei Osada mit standardmäßig aktiviertem ActivityPub, um zu gucken, wie die Weiterentwicklungen von Zot8 sich mit ActivityPub vertragen. Mistpark 2020 wiederum sei "halbstabil" wie Debian testing, also stabiler als Osada und eher für den Produktiveinsatz geeignet, aber aktueller als Zap.

    Zap sei also für die, die etwas neueres als Hubzilla haben wollten und auf die Zusatzfeatures von Hubzilla verzichten konnten. Misty sei für die, die etwas noch aktuelleres als Zap haben wollten, also das neueste Zeug noch früher, und die etwaige Instabilitäten in Kauf zu nehmen bereit waren. Osada sei für die, die unbedingt bleeding-edge wollten, instabil oder nicht. Und Redmatrix 2020 sei eh nur für Mike.

    In Wahrheit waren Osada, Misty und Redmatrix 2020 bis auf das Branding völlig identisch und quasi Soft-Forks. Alle Commits wurden gleichermaßen und fast gleichzeitig in alle drei eingepflegt.

    Warum?

    Weil Mike der Markenfetischismus im Fediverse auf den Keks ging. Es gab Leute, die bildeten sich ein, die Software, die sie nutzten, sei die beste, einfach, weil sie Fans der Softwaremarke waren. Ganz besonders gab es die natürlich auf Mastodon, aber auch sonst. Genau diese Leute wollte er trollen, indem er drei bis auf den Namen und das Logo völlig identische Serveranwendungen pflegte. Misty z. B. konnte überhaupt nicht "die beste Fediverse-Serversoftware" sein, egal, wer sich das einbildete, wenn Osada und Redmatrix bis auf die Marke völlig baugleich waren.

    Anfang 2021 kam dann Roadhouse dazu. Das Abenteuer Zot8 war im Grunde vorbei, bevor Zot8 stabil war. Denn Zot11 sollte noch besser werden. Vor allem sollte Zot11 von allen Zot-Versionen die beste Kompatibilität mit ActivityPub bekommen. Blöderweise konnte Mike aber Zot11 nicht auf Osada, Misty und Redmatrix entwickeln. Zot11 sollte nämlich zu allen Vorgängern so inkompatibel werden, daß es letztlich nicht mehr Zot heißen sollte. Aber es gab Leute, die Osada, Misty oder Redmatrix produktiv nutzten.

    Also mußte Mike von einem von den dreien Roadhouse forken. War ihm aber egal, weil er damit die Leute mit noch einer weiteren Marke trollen konnte. Wohlgemerkt, effektiv hatte er sogar Zap noch an der Backe, weil es in der Community dann wohl doch zuwenig Interesse an der Weiterentwicklung gab.

    Nomad, eigentlich ja Zot11, wurde zum Erfolg. Und das Erfolgsrezept lag auch darin, zusätzlich Support für Hubzillas Zot6 einzubauen, über den Roadhouse auch mit Osada, Misty und Redmatrix kommunizieren konnte. Ansonsten waren von den praktischen Features her Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse identisch und von der Benutzeroberfläche her auch beinahe. Es machte in der Praxis keinen großen Unterschied, welches man nutzte. Außerhalb waren sie eh, wenn überhaupt, nur auf Hubzilla bekannt. Das heißt, Roadhouse war beinahe komplett unbekannt, weil da endgültig nur Mike drüber redete.

    Daß es (streams) gibt, obwohl Roadhouse doch gut war, hatte andere Gründe.

    Grund 1: Mike fand einen neuen Weg, die Markenfetischisten zu trollen. Nämlich mit Software, die gar keinen Namen und gar keine Markenidentität hat. Also nahm Mike dem neuen Roadhouse-Fork von Ende 2021 den Namen und sogar den fediverseinternen festen Identifikator weg. Letzteren kann man entweder händisch ausfüllen, oder (streams) übernimmt ihn vom Instanznamen. Alleine das wäre mit einem "Debranding" von Roadhouse nicht getan gewesen, weil weiter alle von "Roadhouse" gesprochen hätten.

    Grund 2: Dieses ständige Wetteifern, welche Software auf The Federation, Fediverse Observer, der FediDB usw. jetzt am populärsten ist und am meisten genutzt wird, ging ihm inzwischen auch auf dem Zeiger. Ein weiteres "Feature" von (streams) ist, daß Mike neben dem Namen und der Markenidentität auch nodeinfo praktisch komplett entfernt hat. (streams) sendet überhaupt keine Statistiken und hält sich von allen Instanzlisten-Websites fern. Und das ist so gewollt.

    Grund 3: Zusätzlich wollte Mike es der Free-Software- und Open-Source-Community leichter machen. Da kloppt man sich ja bekanntlich darum, welche Lizenzen wirklich frei sind und welche nicht. Also hat Mike (streams), dessen sämtliche Vorgänger unter der MIT-Lizenz stehen, in die Public Domain gestellt. Freier als das geht's nun wirklich nicht mehr. Gleichzeitig wollte Mike diejenigen ärgern, die vielleicht vorhaben könnten, aus (streams) proprietäre, kommerzielle Closed-Source-Software zu machen. Die ganzen Apps sind nämlich durchaus schon mal Fremdcode und stehen unter eigenen Lizenzen. Und die sind untereinander inkompatibel.

    (streams) sollte stabil werden und wurde stabil. Im Grunde war Mikes Plan, (streams) zu der Fediverse-Software der Zukunft zu machen. So hat er am 31.12.2022 offiziell Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse eingestellt. Das war aber kein Problem, denn zwischen den fünfen konnten Admins durch einfaches Rebasen nicht nur crossgraden, sondern auch zu (streams) upgraden.

    Jetzt gab es nur noch Friendica, Hubzilla und (streams), wovon Mike nur noch (streams) betreute.

    Dann kam ja silverpill auf Mike zu mit der Idee der nomadischen Identität über ActivityPub. Mike war interessiert. silverpill trieb das ziemlich voran inklusive dem einen oder anderen neuen FEP, darunter auch FEP-ef61, das in ActivityPub dezentrale Identitäten einführen sollte. Zot hat so etwas, Nomad natürlich auch, aber anders, und ActivityPub hatte das natürlich nicht.

    Diese dezentralen Identitäten hat Mike auch in (streams) eingebaut. Langfristig sollte es ja möglich sein, zwischen verschiedenen Serveranwendungen zu klonen, so auch zwischen (streams) und Mitra. Zumindest aber sollten sie voneinander die dezentralen Identitäten als ebensolche verstehen. So sollte (streams) geklonte Mitra-Identitäten als solche erkennen, und Mitra sollte geklonte (streams)-Kanäle als solche erkennen.

    Unter Laborbedingungen in Mikes nomadic-Zweig funktionierten die. Also mergete Mike im Juni 2024 den nomadic-Zweig in den dev-Zweig, den allgemeinen Entwicklungszweig. Auch der lief nur unter Laborbedingungen, weil (im Gegensatz zu Hubzilla, wo zwei öffentliche Produktivhubs Entwicklerversionen fahren) niemand außer Mike den dev-Zweig von (streams) produktiv fuhr.

    Im Juli 2024 mergete Mike dann den dev-Zweig in den release-Zweig, um die neuesten Weiterentwicklungen an die produktiv gefahrenen, stabilen Server auszurollen. Da war allerdings Schluß mit Laborbedingungen. Jetzt mußten sich FEP-ef61 und die DIDs unter täglichen und breitgefächerten Realbedingungen beweisen.

    Genau das taten sie nicht. Erst jetzt stellte sich heraus, daß (streams) mit den vielen Identitäten nicht klarkam. Es föderierte nicht mehr über ActivityPub. Es föderierte nicht mehr mit Hubzilla. Es föderierte nicht mal mehr mit sich selbst. Es konnte sich mit nichts mehr vernünftig verbinden.

    Mike brauchte eine Weile, um überhaupt festzustellen, daß der Verursacher dieser Misere ein Identitätenchaos war. Das konnte er aber nicht auf (streams) selbst beheben. Hilfe hatte er auch keine. Die (streams)-Community war so winzig, da gab es niemanden, der ihm hätte helfen können. Der einzige, der die Fähigkeit gehabt hätte, hatte keine Zeit. Und der einzige, der Zeit und Bock hatte, hatte vom Coden keine Ahnung.

    So mußte Mike sich erstmal einen Überblick verschaffen. Im August, also dem Monat nach dem Crash, als der Crash noch nicht behoben war, forkte er das streams-Repository und schuf Forte. Da wiederum riß er alles raus, was nicht ActivityPub war, also die Unterstützung sowohl von Nomad als auch von Zot6, um einen freien, ungehinderten Blick auf ActivityPub zu haben.

    Inzwischen hatte er auch zwei andere Sachen gelernt: Software, die keinen Namen hat, interessiert keinen. Das verwirrt die Leute eher. Also bekam Forte wieder einen Namen. Die Public Domain brachte auch nichts. Also kam Forte wieder unter die MIT-Lizenz. Und Fediverse-Software, die überhaupt keine nodeinfo hat, ist praktisch unsichtbar. Also bekam Forte wieder nodeinfo, zunächst aber, ohne brauchbare Zahlen zu versenden. So konnte Forte zumindest vom Fediverse Observer und später vom FediIndex gelistet werden.

    Forte half ihm, die ID-Misere zu entwirren, zu entflechten und zu lösen. Das reichte er dann auch nach (streams) weiter, das allmählich wieder funktionierte. Allerdings brannte er sich in dem August derart aus, daß er zum 31.8.2024 offiziell sowohl das streams-Repository als auch Forte zur Übernahme anbot und seinen Ruhestand ankündigte.

    Dieses Mal fand eine Übernahme gleich gar nicht statt. Wie gesagt, in der (streams)-Community gab es niemanden, der sowohl die Zeit als auch das Know-how hatte, um auch nur Mike zu helfen, geschweige denn, eine Rolle wie Tobias oder Michael oder Mario anzunehmen.

    Außerhalb von (streams) war (streams) selbst sogar auf Hubzilla kaum bekannt. Forte war sogar auf Hubzilla noch unbekannter, zumal es noch eine obskure, nichtöffentliche Bastelbude war, bis Mike im September 2024 die erste "offizielle" Entwicklerversion von Forte (und damit Forte selbst) veröffentlichte.

    Und außerhalb von Hubzilla? Mike war es so leid, daß Mastodon als alternativlose Referenzimplementation des Fediverse angesehen wurde, daß er um 2023 anfing, Werbung für (streams) zu machen. Das erste Mal überhaupt, daß Mike von "wenn du es baust, werden sie kommen" abkam (es kam ja keiner) und irgendwas bewarb. Nur wußte Mike nicht, wie man zu Mastodon-Leuten spricht; ehrlich gesagt, das weiß auch auf Friendica und Hubzilla kaum jemand.

    Oft genug ging aus Mikes Posts nicht mal hervor, daß er über ein konkretes Fediverse-Produkt sprach, und schon gar nicht, über welches. Wie auch, sprach er doch von etwas Namenlosem. Das heißt, auch er fing langsam an, den Namen des Repository zu verwenden. Aber er machte nicht unbedingt wirklich glasklar, daß er von etwas sprach, das jetzt in diesem Augenblick im Fediverse existierte. Schon gar nicht erwähnte er, daß es auch mit Mastodon verbunden ist, denn kaum jemand außerhalb von Mastodon weiß, daß Mastodon-Nutzer das nicht unbedingt automatisch verstehen.

    Stand Mitte September 2024 hatte (streams) keine 100 aktiven Nutzer und Forte außer Mike gar keine. Traurigerweise hatte (streams) damals mehr öffentliche Server als heute, derweil Forte anderthalb Jahre gebraucht hat, um auch nur einen hervorzubringen. Wo sollen da Entwickler herkommen?

    Mike hat übrigens nicht vor, (streams) einzustellen. Er und nicht nur er sagt, (streams) hat weiterhin seine Existenzberechtigung, und zwar als moderne Fediverse-Software, die von ActivityPub unabhängig ist. Er und nicht nur er sieht den ActivityPub-Schalter als eine Art letztes Bollwerk gegen Mastodon an und das einzige, das auf Kanalebene funktioniert, also nicht nur serverweit.

    So, nun noch das Wort zu Smartphone-Apps.

    Von Mike selbst war da nie etwas zu erwarten. Fediverse-Apps sind reine Frontend-Sachen. Und wir sollten inzwischen wissen, daß Mike nicht mal Web-UIs kann. Hubzilla ist für seine Oberfläche berüchtigt. Es ist doch erst schick geworden, als Saiwal mit seinen Utsukta-Themes anfing.

    Außerdem hatte Mike immer schon genügend mit Webentwicklung zu tun. Da konnte man von ihm nicht auch noch erwarten, eine Smartphone-App zu entwickeln. Besser gesagt, zwei Smartphone-Apps, weil die iOS-App wahrscheinlich separat hätte entwickelt werden müssen. Mike wäre ja auch keiner gewesen, der in einer Smartphone-App nur das nötigste an Features eingebaut hätte. Wenn, dann alles. Er hätte also neben der Serversoftware zwei ziemliche Monster-Apps entwickeln und pflegen müssen.

    Apps von Drittentwicklern?

    Guck dir mal an, wie lange es gedauert hat, bis es von RaccoonForFriendica einen öffentlich verfügbaren Android-Release gab. Für iOS ist es meines Wissens bis heute nur über TestDrive verfügbar, aber nicht im App Store. Und selbst auf Android ist es noch nicht so stabil und fully featured, daß man es als Daily Driver nutzen könnte.

    Für Hubzilla gab es mal Nomad für Android. Das wird seit gut sechs Jahren nicht mehr weiterentwickelt. Unter aktuellen Android-Versionen läuft es inzwischen gar nicht mehr. Und auch das ist nur ein Wrapper für die Weboberfläche, also ein glorifizierter Webbrowser. Ansonsten gibt's nur eine Minimalst-App von Mario, mit der er mal versuchsweise getestet hat, ob man von Android aus nach Hubzilla posten kann. Das ist absolut das einzige, was die App überhaupt kann.

    Hubzilla hat eine Client API. Ob die aber funktioniert, ist weitestgehend unbekannt, weil noch nie jemand versucht hat, dagegen eine hinreichend mit Features ausgestattete App zu bauen. Dasselbe dürfte für (streams) und Forte gelten, für die es überhaupt noch nie irgendwelche Apps gegeben hat. Alle drei setzen statt dessen auf den Einsatz als PWA, nur daß da draußen keine Sau weiß, daß es das überhaupt gibt, geschweige denn, wie man das einrichtet.

    Auf Drittentwickler kann man hier erst recht nicht hoffen. Von den Leuten im Fediverse, die Smartphone-Apps entwickeln können, kennt genau niemand Hubzilla, geschweige denn (streams) oder Forte. Selbst wenn sie Hubzilla kennenlernen würden, hätten sie keinen Bock, dafür eine App zu entwickeln. Lohnt sich nicht, weil nutzt keiner. Es lohnt sich viel mehr, die drölfzigtausendste reine Mastodon-App fürs iPhone zu bauen. Das heißt, mindestens die Hälfte von denen weiß doch sowieso nicht, was es außer Mastodon sonst noch so im Fediverse gibt.

    Auf Hubzilla selbst gibt's nicht einen Mobilentwickler. Auf (streams) und Forte dürfte es niemanden geben, der überhaupt wirklich irgendwas entwickeln kann, nicht mal Webanwendungen (sonst hätte Mike Hilfe), Smartphone-Apps schon gar nicht.

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