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Eine Verteidigung der Corporate Learning Community
Diesen Beitrag schrieb ich im Sommer 2025 für das Buch „Gemeinsam lernen, gemeinsam wachsen. 15 Jahre Corporate Learning Community – Geschichten, Menschen, Erfahrungen, Themen“. Jetzt ist das Buch erschienen und ich veröffentliche den Beitrag auch hier. Weitere Beiträge anderer Autor:innen aus und zu dem Buch sammeln wir unter dem Hashtag #CLCBuch2025.
Die Corporate Learning Community ist ein bemerkenswert uneinheitliches Gebilde aus locker organisiert in Verbindung stehenden Angestellten, Selbstständigen und potenziell lernlustigen Menschen in Unternehmen, Unis, Schulen, Vereinen oder anderen Organisationen, die sich in vielfältiger Weise dem Lernen in Organisationen verbunden fühlen. „Corporate Learning Professionals“ ist die für mich immer noch gewöhnungsbedürftige Selbstzuschreibung von Ernsthaftigkeit, die sich irgendwann mangels besserer Alternativen etabliert hat.
So informell und vielfältig das Interessengebiet der Community und die namensgebende Profession und Professionalität sind, so differenziert sind auch die Blicke auf, Erwartungen an und Verständnisse davon, wie sich die Community nach außen und innen gibt, was sie antreibt, was sie eint und was sie entzweit. Da jede interessierte Person auch ohne Aufnahme und Mitgliedsausweis mitmachen, sich zugehörig fühlen, Mitgestaltungsansprüche anmelden, Kritik äußern und mit Lob vergiften kann, sind die Ansprüche an die Community und ihre Mitglieder kon-trovers. Es wird gelernt, gespielt, probiert, proklamiert, gedrückt, gezerrt, genervt …
Mein eigenes Verhältnis zur CLC hat sich in den letzten Jahren verändert. So sehr ich mich ab meinen ersten Kontakten ab 2017 schockverliebt verbunden, in meinem Verständnis von Lernen verstanden, im Bestreben nach besserem Lernen in Unternehmen gestärkt und auch in einer sich selbst verstärkenden Echokammer eingerichtet habe, so irritiert und frustriert bin ich seit Anfang 2023 von der zunehmenden und für mich unverständlichen Begeisterung vieler Community-Mitglieder für „KI“-Narrative, durch die Lernpotenziale angegriffen werden und erodieren. So akut wie nie scheint es mir, mich von der CLC abzugrenzen.
Und dann blicke ich auf die vielen kleinen und großen Aktivitäten, die hier trotz „KI“-Sermon immer wieder aufblühen, das gemeinsame Tasten, Ausprobieren und Tun, die guten Gespräche, die schon durch den Aufhänger einer gemeinsamen CLC-Mitgliedschaft mit Badge im LinkedIn-Profil oder uniformen Button am Revers starten, entstehenden oder langjährigen Beziehungen zu vielen Menschen aus der Community, das Vertrauen und die Wertschätzung, die die Mitglieder trotz partiell gegensätzlicher Interessen einander entgegenbringen … und grundsätzlich der großen Wichtigkeit, dass es informell organisierte, organisationsübergreifende Interessengruppen gibt, über die Mitwirkende die Möglichkeit erhalten, die Beschränkungen, Zwänge und Strukturen, die ein Arbeitsalltag mit sich bringt, zumindest zeitweilig zu überwinden und das Interesse zu verfolgen, das sie eigentlich an ihre Profession bindet … .
Und dann überkommt es mich, Stimme für die CLC zu ergreifen, und sie verteidigen zu wollen gegen die Vorwürfe und Kritik derjenigen, die mit ihr nichts (mehr) anfangen, die kein Mitglied (mehr) sein wollen oder die misstrauisch sind, mit welchen Tätigkeiten „Corporate Learning Professionals“ dort ihre (Arbeits-)Zeit verbringen …
Gegen die Nüchternen, die unsere Lernlust nicht teilen
… und sagen, wir wären „ein Haufen naiver Idealisten“. „Ihr feiert Lernen um des Lernens willen. Ihr feiert euch selbst und vergesst eure Kundschaft.“ „Hipp Hipp Hurra, alles ist super, alles ist wunderbar?“
Ja, die CLC ist ein Hort von Menschen, die heillos ins Lernen vernarrt sind. Die sich ihren Lernlüsten hingeben. Die sich nicht auf gegebene Vorgaben und Rahmenbedingungen beschränken, sondern Lernen entfesseln und über ihre Organisation hinaus weiten wollen … und die darüber bisweilen selbst- und fremdgesteckte Ziele vergessen …
… in Barcamp-Sessions, die den Rahmen sprengen, die goldene Regel „Eine Session dauert 45 Minuten“ schlicht ignorieren oder dem Respekt der nächsten Gruppe geschuldet auf den Fluren weitergeführt, spontan auf den nächsten freien Sessionplan-Slot gesetzt oder am Podcast-Tisch zusammengeführt werden, sich in digitale Sphären verlagern, auch tage- und wochenlang noch das Fediverse (na gut, mittlerweile leider auch LinkedIn) erhitzen, darüber Dritte einbeziehen und uns intellektuell erregen. (Besonders lebendig war dieser temporäre Erregungszustand damals auf Twitter in den #CLChatDE Events zu spüren. Eine Neugeburt im Fediverse steht an!)
… wie in vielen Dutzend #MeinZiel-Lernvorhaben, die ausufern, Jahre statt Wochen und Monate dauern, ihre Ziele aus den Augen verlieren und zufällig über geteilte Ergebnisse stolpernde Mitglieder wie mich inspirieren, weil so viele neue Ziele auf dem Weg liegen oder mit der Community kreiert werden. Dann zeigt mir die CLC immer wieder, wie attraktiv, nahbar, vielfältig und voller Möglichkeiten meine Profession ist. Sie erweitert meine Vorstellung davon, was Lernen in Unternehmen bedeutet. Sie zeigt mir Lernfelder, die mir im Arbeitsalltag unerreichbar sind, macht sie betret- und beackerbar und lässt auf ihnen wachsen, auf dass ich mich in ihnen verheddern, verirren und Lernen um des Lernens willen zelebrieren darf – als Antrieb dafür, nur einen Bruchteil davon in meine Lohnarbeit zu überführen.
Session-Nachbesprechung am Podcast-Tisch auf dem #CLC22 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Podcast-Nachbesprechung meiner lernOS-Lernzirkelgruppe auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Franziska Raabe)Gegen die Kritischen, die unserer kollektiven Intelligenz misstrauen und nur Flachsinn sehen:
… „Triviales Gelaber ohne Punkt und Komma“ – „Hier hat jeder zu allem was zu sagen.“ – „Halbwissen in Endlosschleife“.
Ja, auf den Events der CLC wird geredet und geredet bis tief in die Nacht. Wir loben gemeinsam unser Nicht-Wissen, unser Nicht-Können und unsere unendlichen Lernbedarfe. Wir ehren den unwissenden Lehrmeister. Wir suchen nach fehlenden Worten, gescheiterten Ansätzen, konfusen Konzepten und falschen Ergebnissen. Wir ringen um Deutungen und haben selten den Anspruch, richtig zu liegen. Wir spinnen, experimentieren und verwerfen. So vergewissern wir uns unserer Entwicklungsmöglichkeiten, hinterfragen uns selbst und andere … denn Fragen sind wertvoller als Antworten. Und manchmal erfinden wir für diese Torheiten Hashtags wie #KrasseHerde als Distinktionsmerkmal und Social-Media-verbindende Albernheit.
Improtheater-Session mit Mike Meister auf dem #CLC18 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Auf der Rückreise vom #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Seriösen, die Ordnung, Klarheit und Professionalität vermissen:
„Wo ist die klare Botschaft?“ – „Unprofessionelles Marketing“ – „Zu viele Kanäle“ – „Alles nerdig“ – „Mit Masto…was? habt ihr mich verloren“ – „Wer ist jetzt verantwortlich?“ – „Selbstorganisation funktioniert nicht“ – „Ihr haltet euch selbst nicht an das, was ihr predigt!“
Ja, die CLC besteht aus ihren Mitgliedern und wird durch ihre Mitglieder organisiert. Das macht uns zur genannten #KrasseHerde, in der alle kakophonisch wuselnd mitblöken und -muhen, in ihrem eigenen Ton, ihrem eigenen Fell. Das sorgt für spontan-überschäumende Exaltiertheit, die wie von selbst entsteht und von außen mit Befremden betrachtet werden darf. Das lässt den Zugang kompliziert erscheinen und macht ihn letztlich umso einfacher, macht Organisation und Durchführung von Events aufwendig und lässt sie dadurch zum Lernfest werden. Neue Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten verbergen sich, manchmal zufällig, manchmal geplant, in jeder CLC-Aktivität.
… entdeckend, was eigentlich dezentrale soziale Netzwerke wie Mastodon sind, wie die ersten Schritte über Karlheinz Papes legendäre Lernbooster-Sessions gelingen und wie die Community-Heimat im Fediverse auf colearn.social ausgebaut werden kann,
… Hands-on als Spiel- und Experimentierwiese für alle möglichen Arten von Konzepten und Techniken, die direkt ausprobiert werden müssen,
… verbindend, wie hybride Veranstaltungen über mehrere Locations, vor Ort und online durchgeführt werden, was funktioniert und was sicher scheitert,
… vorbildhaft, dass sich jede:r mit und nach den eigenen Ressourcen einbringen und auch wieder ausklinken kann,
… und dass etwa 15 regionale Communities, mal mehr, mal weniger, emergent entstehen, wieder einschlafen oder in anderer Besetzung neu zueinander finden, wie z. B. die unstete #CLC10 Berlin, die schon in unterschiedlichen Konstellationen gegründet wurde, wieder auseinander ging, vor und nach der Pandemie verschiedene Hybridformen ausprobierte und aktuell eine neue Blüte erlebt.
Auf dem #CLC22 wird hybrid zwischen den Standorten und Online-Teilgebenden hin- und hergeschaltet (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Als hätten wir es geahnt: Kurz vor Beginn der Pandemie trifft sich die #CLC10-Regionalgruppe und experimentiert mit MS Teams und Hybrid-Settings (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Misstrauischen, die an den Vorhaben der Anderen zweifeln:
„Plattform für Werbung und Selbstdarstellung“ – „Zu viele Freiberufler, Berater und Agenturen“ – „Die LinkedIn-Gruppe ist die Hölle.“
Ja, auch in der CLC bieten Handelnde ihre Waren feil, platzieren Werbung und loben ihre Leistung. Das macht das Filtern des Barcamp-Sessionplans anstrengend und lässt auch die LinkedIn-Gruppe so verloren wirken wie das Gros dieses „Business-Netzwerks“. Ebenso zuverlässig aktiviert werblich verdächtiges Gebaren das sensible Immunsystem der Community. Missbrauch wird erkannt, Dreistigkeit geächtet. Von außen nicht unbedingt erkennbar: Auffällige Akteur:innen werden mit leeren Sessions oder stiller Ignoranz honoriert. Gleichsam wird freiberuflich oder beratend tätigen Mitgestaltenden vorbehaltlos vertrauend eine Möglichkeit geboten, ihr Wissen mit allen in der Community zu teilen, ohne ihnen von Vornherein unlautere Absichten zu unterstellen.
Während Selbstdarstellung in kapitalistisch pervertierter Form schwer verdaulich ist, birgt sie in anderem Zuschnitt oft übersehene Chancen der Emanzipation, des Spiels und der eigenen Entfaltung. Die befreienden und lernförderlichen Aspekte von Selbstdarstellung werden in der CLC aktiv gefördert, z. B. über das Projekt „CLC Domain of One‘s Own“. #CLCDoOO unterstützt Community-Mitglieder darin, sich eigene digitale Bereiche im Internet aufzubauen, über die sie selbst volle Kontrolle haben, unabhängig von kommerziellen Plattformen und Algorithmen. Die LinkedIn-Hölle kann jeden Tag verschwinden oder ihre Spielregeln ändern, so wie dieser Tage mit den neuen Datenschutzrichtlinien. Die eigene Domain, ins Leben gebracht mit Unterstützung aus der CLC, bleibt und birgt in ihrer freien Gestaltungsmöglichkeit unermessliche Lernmöglichkeiten.
Online-Teilgabe aus dem Homeoffice beim #CLC21 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Walk and Talk auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Mahnenden, die das, was wir tun, für gefährlich halten:
„Ist das auch mit Deinem Arbeitgeber abgestimmt?“ – „Ihr teilt Interna mit der Konkurrenz!“.
Ja, in der CLC teilen wir Ideen, die uns nicht gehören und besprechen Pläne, die in Besprechungsräumen unserer Arbeitgeber geboren wurden. Damit tragen wir sie in ein Anwendungsfeld, erproben sie und bringen sie aufgeladen und verbessert zurück ins eigene Unternehmen. Gleichzeitig finden wir neue Inspiration in der CLC, überführen sie in unsere eigene Arbeit, bringen sie zur Wirkung und entlassen sie in neuer Form zurück in die Community. Die Community erprobt so realitätsnahe, iterative und flexible Arten des Wissensmanagements und zeitgemäße Schleifen firmenübergreifender Kooperation in der Netzwerkgesellschaft. Mit unseren Aktivitäten in der Community repräsentieren wir unsere Arbeit und unsere Arbeitgeber … auf eine informelle Art, was wirksamer sein kann als Formalseiten-Politur. Nebeneffekt: Glaubwürdiges Recruiting und nahbares „Employer Branding“. Firmen-Repräsentant:innen werden ansprechbarer und zugänglicher als auf Jobmessen.
Die weak ties der CLC stärken unser formal-berufliches Wirken stärker als Abschottung und Geheimniskrämerei. Ein Meilenstein in der Entwicklung der CLC und meine ersten Kontakte mit ihr waren das Corporate Learning 2.0 MOOC ab 2015 und der Corporate Learning 2025 MOOCathon #cl2025 in 2017. In beiden MOOCs gestalteten Unternehmen die einzelnen Wochen und boten allen Interessierten eine Möglichkeit, über attraktives, modernes und wirksames Lernen in den gastgebenden Corporates zu lernen und eigene Beiträge beizusteuern.
Zitat von Karlheinz Pape auf dem #CLC22 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Berechnenden, für die der ROI nicht stimmt:
„Das ist doch verschwendete Arbeitszeit“ – „Ich habe keine Leads generiert“ – „Die CLC ist für uns keine Plattform.“ – „Dafür werde ich nicht bezahlt.“
Ja, Engagement in der CLC braucht Zeit. Klassische Zielvorgaben und Vertriebs-Marketing-Metriken scheinen mit der Community schwer in Einklang zu bringen. Die Teilgabe an Barcamps ist Arbeitszeit, die ich nicht fakturieren kann. Diesen Text tippe ich im Urlaub. Wenn Du allerdings bis hierhin gelesen hast und meine Verteidigung der CLC ansatzweise teilst, bin ich optimistisch, dass Du den Faden selbst weiterspinnst. Die CLC unterstützt alle in ihr mitwirkenden Angestellten wie freiberuflich Tätigen darin, engagiert und kompetent zu arbeiten. Sie ist nicht nur eine relevante persönliche Arena der Weiterentwicklung, sondern fördert durch ihr sich in viele Unternehmen erstreckendes Netzwerk die Lebendigkeit von Corporate Learning und der gesamten Branche. Sie unterstützt über Bande auch meinen Arbeitgeber darin, glaubwürdige Angebote in einem dafür reifen Markt zu platzieren.
Sessionplanung auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Mike Meister hat meine Session auf dem #CLC21 live als Sketchnote verewigt
(Quelle: Twitter, Mike Meister)Die Corporate Learning Community lässt uns in und über unsere Organisationen hinweg lernen. Das ist eine der wichtigsten Treiber unserer Arbeit, bewahrt uns vor Vereinzelung und Entfremdung, lässt uns produktiv und respektvoll streiten, aneinander zerren und nerven. Vielleicht, so seltsam sich das anfühlt, macht mich die CLC in ihrer Vielfalt und unplanbaren Entwicklung sogar erst zum souveräneren „Professional“? Deshalb ist dieser Text meine Abgrenzung von, meine Zuschreibung zu und meine verlässliche Verteidigung der CLC.
#CLC22 (Quelle: Mastodon, Johannes Starke) #cl2025 #CLC10 #CLC18 #clc19ko #CLC21 #clc22 #CLCBuch2025 #clcDoOO #CLChatDE #krasseherde #MeinZiel -
Eine Verteidigung der Corporate Learning Community
Diesen Beitrag schrieb ich im Sommer 2025 für das Buch „Gemeinsam lernen, gemeinsam wachsen. 15 Jahre Corporate Learning Community – Geschichten, Menschen, Erfahrungen, Themen“. Jetzt ist das Buch erschienen und ich veröffentliche den Beitrag auch hier. Weitere Beiträge anderer Autor:innen aus und zu dem Buch sammeln wir unter dem Hashtag #CLCBuch2025.
Die Corporate Learning Community ist ein bemerkenswert uneinheitliches Gebilde aus locker organisiert in Verbindung stehenden Angestellten, Selbstständigen und potenziell lernlustigen Menschen in Unternehmen, Unis, Schulen, Vereinen oder anderen Organisationen, die sich in vielfältiger Weise dem Lernen in Organisationen verbunden fühlen. „Corporate Learning Professionals“ ist die für mich immer noch gewöhnungsbedürftige Selbstzuschreibung von Ernsthaftigkeit, die sich irgendwann mangels besserer Alternativen etabliert hat.
So informell und vielfältig das Interessengebiet der Community und die namensgebende Profession und Professionalität sind, so differenziert sind auch die Blicke auf, Erwartungen an und Verständnisse davon, wie sich die Community nach außen und innen gibt, was sie antreibt, was sie eint und was sie entzweit. Da jede interessierte Person auch ohne Aufnahme und Mitgliedsausweis mitmachen, sich zugehörig fühlen, Mitgestaltungsansprüche anmelden, Kritik äußern und mit Lob vergiften kann, sind die Ansprüche an die Community und ihre Mitglieder kon-trovers. Es wird gelernt, gespielt, probiert, proklamiert, gedrückt, gezerrt, genervt …
Mein eigenes Verhältnis zur CLC hat sich in den letzten Jahren verändert. So sehr ich mich ab meinen ersten Kontakten ab 2017 schockverliebt verbunden, in meinem Verständnis von Lernen verstanden, im Bestreben nach besserem Lernen in Unternehmen gestärkt und auch in einer sich selbst verstärkenden Echokammer eingerichtet habe, so irritiert und frustriert bin ich seit Anfang 2023 von der zunehmenden und für mich unverständlichen Begeisterung vieler Community-Mitglieder für „KI“-Narrative, durch die Lernpotenziale angegriffen werden und erodieren. So akut wie nie scheint es mir, mich von der CLC abzugrenzen.
Und dann blicke ich auf die vielen kleinen und großen Aktivitäten, die hier trotz „KI“-Sermon immer wieder aufblühen, das gemeinsame Tasten, Ausprobieren und Tun, die guten Gespräche, die schon durch den Aufhänger einer gemeinsamen CLC-Mitgliedschaft mit Badge im LinkedIn-Profil oder uniformen Button am Revers starten, entstehenden oder langjährigen Beziehungen zu vielen Menschen aus der Community, das Vertrauen und die Wertschätzung, die die Mitglieder trotz partiell gegensätzlicher Interessen einander entgegenbringen … und grundsätzlich der großen Wichtigkeit, dass es informell organisierte, organisationsübergreifende Interessengruppen gibt, über die Mitwirkende die Möglichkeit erhalten, die Beschränkungen, Zwänge und Strukturen, die ein Arbeitsalltag mit sich bringt, zumindest zeitweilig zu überwinden und das Interesse zu verfolgen, das sie eigentlich an ihre Profession bindet … .
Und dann überkommt es mich, Stimme für die CLC zu ergreifen, und sie verteidigen zu wollen gegen die Vorwürfe und Kritik derjenigen, die mit ihr nichts (mehr) anfangen, die kein Mitglied (mehr) sein wollen oder die misstrauisch sind, mit welchen Tätigkeiten „Corporate Learning Professionals“ dort ihre (Arbeits-)Zeit verbringen …
Gegen die Nüchternen, die unsere Lernlust nicht teilen
… und sagen, wir wären „ein Haufen naiver Idealisten“. „Ihr feiert Lernen um des Lernens willen. Ihr feiert euch selbst und vergesst eure Kundschaft.“ „Hipp Hipp Hurra, alles ist super, alles ist wunderbar?“
Ja, die CLC ist ein Hort von Menschen, die heillos ins Lernen vernarrt sind. Die sich ihren Lernlüsten hingeben. Die sich nicht auf gegebene Vorgaben und Rahmenbedingungen beschränken, sondern Lernen entfesseln und über ihre Organisation hinaus weiten wollen … und die darüber bisweilen selbst- und fremdgesteckte Ziele vergessen …
… in Barcamp-Sessions, die den Rahmen sprengen, die goldene Regel „Eine Session dauert 45 Minuten“ schlicht ignorieren oder dem Respekt der nächsten Gruppe geschuldet auf den Fluren weitergeführt, spontan auf den nächsten freien Sessionplan-Slot gesetzt oder am Podcast-Tisch zusammengeführt werden, sich in digitale Sphären verlagern, auch tage- und wochenlang noch das Fediverse (na gut, mittlerweile leider auch LinkedIn) erhitzen, darüber Dritte einbeziehen und uns intellektuell erregen. (Besonders lebendig war dieser temporäre Erregungszustand damals auf Twitter in den #CLChatDE Events zu spüren. Eine Neugeburt im Fediverse steht an!)
… wie in vielen Dutzend #MeinZiel-Lernvorhaben, die ausufern, Jahre statt Wochen und Monate dauern, ihre Ziele aus den Augen verlieren und zufällig über geteilte Ergebnisse stolpernde Mitglieder wie mich inspirieren, weil so viele neue Ziele auf dem Weg liegen oder mit der Community kreiert werden. Dann zeigt mir die CLC immer wieder, wie attraktiv, nahbar, vielfältig und voller Möglichkeiten meine Profession ist. Sie erweitert meine Vorstellung davon, was Lernen in Unternehmen bedeutet. Sie zeigt mir Lernfelder, die mir im Arbeitsalltag unerreichbar sind, macht sie betret- und beackerbar und lässt auf ihnen wachsen, auf dass ich mich in ihnen verheddern, verirren und Lernen um des Lernens willen zelebrieren darf – als Antrieb dafür, nur einen Bruchteil davon in meine Lohnarbeit zu überführen.
Session-Nachbesprechung am Podcast-Tisch auf dem #CLC22 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Podcast-Nachbesprechung meiner lernOS-Lernzirkelgruppe auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Franziska Raabe)Gegen die Kritischen, die unserer kollektiven Intelligenz misstrauen und nur Flachsinn sehen:
… „Triviales Gelaber ohne Punkt und Komma“ – „Hier hat jeder zu allem was zu sagen.“ – „Halbwissen in Endlosschleife“.
Ja, auf den Events der CLC wird geredet und geredet bis tief in die Nacht. Wir loben gemeinsam unser Nicht-Wissen, unser Nicht-Können und unsere unendlichen Lernbedarfe. Wir ehren den unwissenden Lehrmeister. Wir suchen nach fehlenden Worten, gescheiterten Ansätzen, konfusen Konzepten und falschen Ergebnissen. Wir ringen um Deutungen und haben selten den Anspruch, richtig zu liegen. Wir spinnen, experimentieren und verwerfen. So vergewissern wir uns unserer Entwicklungsmöglichkeiten, hinterfragen uns selbst und andere … denn Fragen sind wertvoller als Antworten. Und manchmal erfinden wir für diese Torheiten Hashtags wie #KrasseHerde als Distinktionsmerkmal und Social-Media-verbindende Albernheit.
Improtheater-Session mit Mike Meister auf dem #CLC18 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Auf der Rückreise vom #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Seriösen, die Ordnung, Klarheit und Professionalität vermissen:
„Wo ist die klare Botschaft?“ – „Unprofessionelles Marketing“ – „Zu viele Kanäle“ – „Alles nerdig“ – „Mit Masto…was? habt ihr mich verloren“ – „Wer ist jetzt verantwortlich?“ – „Selbstorganisation funktioniert nicht“ – „Ihr haltet euch selbst nicht an das, was ihr predigt!“
Ja, die CLC besteht aus ihren Mitgliedern und wird durch ihre Mitglieder organisiert. Das macht uns zur genannten #KrasseHerde, in der alle kakophonisch wuselnd mitblöken und -muhen, in ihrem eigenen Ton, ihrem eigenen Fell. Das sorgt für spontan-überschäumende Exaltiertheit, die wie von selbst entsteht und von außen mit Befremden betrachtet werden darf. Das lässt den Zugang kompliziert erscheinen und macht ihn letztlich umso einfacher, macht Organisation und Durchführung von Events aufwendig und lässt sie dadurch zum Lernfest werden. Neue Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten verbergen sich, manchmal zufällig, manchmal geplant, in jeder CLC-Aktivität.
… entdeckend, was eigentlich dezentrale soziale Netzwerke wie Mastodon sind, wie die ersten Schritte über Karlheinz Papes legendäre Lernbooster-Sessions gelingen und wie die Community-Heimat im Fediverse auf colearn.social ausgebaut werden kann,
… Hands-on als Spiel- und Experimentierwiese für alle möglichen Arten von Konzepten und Techniken, die direkt ausprobiert werden müssen,
… verbindend, wie hybride Veranstaltungen über mehrere Locations, vor Ort und online durchgeführt werden, was funktioniert und was sicher scheitert,
… vorbildhaft, dass sich jede:r mit und nach den eigenen Ressourcen einbringen und auch wieder ausklinken kann,
… und dass etwa 15 regionale Communities, mal mehr, mal weniger, emergent entstehen, wieder einschlafen oder in anderer Besetzung neu zueinander finden, wie z. B. die unstete #CLC10 Berlin, die schon in unterschiedlichen Konstellationen gegründet wurde, wieder auseinander ging, vor und nach der Pandemie verschiedene Hybridformen ausprobierte und aktuell eine neue Blüte erlebt.
Auf dem #CLC22 wird hybrid zwischen den Standorten und Online-Teilgebenden hin- und hergeschaltet (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Als hätten wir es geahnt: Kurz vor Beginn der Pandemie trifft sich die #CLC10-Regionalgruppe und experimentiert mit MS Teams und Hybrid-Settings (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Misstrauischen, die an den Vorhaben der Anderen zweifeln:
„Plattform für Werbung und Selbstdarstellung“ – „Zu viele Freiberufler, Berater und Agenturen“ – „Die LinkedIn-Gruppe ist die Hölle.“
Ja, auch in der CLC bieten Handelnde ihre Waren feil, platzieren Werbung und loben ihre Leistung. Das macht das Filtern des Barcamp-Sessionplans anstrengend und lässt auch die LinkedIn-Gruppe so verloren wirken wie das Gros dieses „Business-Netzwerks“. Ebenso zuverlässig aktiviert werblich verdächtiges Gebaren das sensible Immunsystem der Community. Missbrauch wird erkannt, Dreistigkeit geächtet. Von außen nicht unbedingt erkennbar: Auffällige Akteur:innen werden mit leeren Sessions oder stiller Ignoranz honoriert. Gleichsam wird freiberuflich oder beratend tätigen Mitgestaltenden vorbehaltlos vertrauend eine Möglichkeit geboten, ihr Wissen mit allen in der Community zu teilen, ohne ihnen von Vornherein unlautere Absichten zu unterstellen.
Während Selbstdarstellung in kapitalistisch pervertierter Form schwer verdaulich ist, birgt sie in anderem Zuschnitt oft übersehene Chancen der Emanzipation, des Spiels und der eigenen Entfaltung. Die befreienden und lernförderlichen Aspekte von Selbstdarstellung werden in der CLC aktiv gefördert, z. B. über das Projekt „CLC Domain of One‘s Own“. #CLCDoOO unterstützt Community-Mitglieder darin, sich eigene digitale Bereiche im Internet aufzubauen, über die sie selbst volle Kontrolle haben, unabhängig von kommerziellen Plattformen und Algorithmen. Die LinkedIn-Hölle kann jeden Tag verschwinden oder ihre Spielregeln ändern, so wie dieser Tage mit den neuen Datenschutzrichtlinien. Die eigene Domain, ins Leben gebracht mit Unterstützung aus der CLC, bleibt und birgt in ihrer freien Gestaltungsmöglichkeit unermessliche Lernmöglichkeiten.
Online-Teilgabe aus dem Homeoffice beim #CLC21 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Walk and Talk auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Mahnenden, die das, was wir tun, für gefährlich halten:
„Ist das auch mit Deinem Arbeitgeber abgestimmt?“ – „Ihr teilt Interna mit der Konkurrenz!“.
Ja, in der CLC teilen wir Ideen, die uns nicht gehören und besprechen Pläne, die in Besprechungsräumen unserer Arbeitgeber geboren wurden. Damit tragen wir sie in ein Anwendungsfeld, erproben sie und bringen sie aufgeladen und verbessert zurück ins eigene Unternehmen. Gleichzeitig finden wir neue Inspiration in der CLC, überführen sie in unsere eigene Arbeit, bringen sie zur Wirkung und entlassen sie in neuer Form zurück in die Community. Die Community erprobt so realitätsnahe, iterative und flexible Arten des Wissensmanagements und zeitgemäße Schleifen firmenübergreifender Kooperation in der Netzwerkgesellschaft. Mit unseren Aktivitäten in der Community repräsentieren wir unsere Arbeit und unsere Arbeitgeber … auf eine informelle Art, was wirksamer sein kann als Formalseiten-Politur. Nebeneffekt: Glaubwürdiges Recruiting und nahbares „Employer Branding“. Firmen-Repräsentant:innen werden ansprechbarer und zugänglicher als auf Jobmessen.
Die weak ties der CLC stärken unser formal-berufliches Wirken stärker als Abschottung und Geheimniskrämerei. Ein Meilenstein in der Entwicklung der CLC und meine ersten Kontakte mit ihr waren das Corporate Learning 2.0 MOOC ab 2015 und der Corporate Learning 2025 MOOCathon #cl2025 in 2017. In beiden MOOCs gestalteten Unternehmen die einzelnen Wochen und boten allen Interessierten eine Möglichkeit, über attraktives, modernes und wirksames Lernen in den gastgebenden Corporates zu lernen und eigene Beiträge beizusteuern.
Zitat von Karlheinz Pape auf dem #CLC22 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Berechnenden, für die der ROI nicht stimmt:
„Das ist doch verschwendete Arbeitszeit“ – „Ich habe keine Leads generiert“ – „Die CLC ist für uns keine Plattform.“ – „Dafür werde ich nicht bezahlt.“
Ja, Engagement in der CLC braucht Zeit. Klassische Zielvorgaben und Vertriebs-Marketing-Metriken scheinen mit der Community schwer in Einklang zu bringen. Die Teilgabe an Barcamps ist Arbeitszeit, die ich nicht fakturieren kann. Diesen Text tippe ich im Urlaub. Wenn Du allerdings bis hierhin gelesen hast und meine Verteidigung der CLC ansatzweise teilst, bin ich optimistisch, dass Du den Faden selbst weiterspinnst. Die CLC unterstützt alle in ihr mitwirkenden Angestellten wie freiberuflich Tätigen darin, engagiert und kompetent zu arbeiten. Sie ist nicht nur eine relevante persönliche Arena der Weiterentwicklung, sondern fördert durch ihr sich in viele Unternehmen erstreckendes Netzwerk die Lebendigkeit von Corporate Learning und der gesamten Branche. Sie unterstützt über Bande auch meinen Arbeitgeber darin, glaubwürdige Angebote in einem dafür reifen Markt zu platzieren.
Sessionplanung auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Mike Meister hat meine Session auf dem #CLC21 live als Sketchnote verewigt
(Quelle: Twitter, Mike Meister)Die Corporate Learning Community lässt uns in und über unsere Organisationen hinweg lernen. Das ist eine der wichtigsten Treiber unserer Arbeit, bewahrt uns vor Vereinzelung und Entfremdung, lässt uns produktiv und respektvoll streiten, aneinander zerren und nerven. Vielleicht, so seltsam sich das anfühlt, macht mich die CLC in ihrer Vielfalt und unplanbaren Entwicklung sogar erst zum souveräneren „Professional“? Deshalb ist dieser Text meine Abgrenzung von, meine Zuschreibung zu und meine verlässliche Verteidigung der CLC.
#CLC22 (Quelle: Mastodon, Johannes Starke) #cl2025 #CLC10 #CLC18 #clc19ko #CLC21 #clc22 #CLCBuch2025 #clcDoOO #CLChatDE #krasseherde #MeinZiel -
Eine Verteidigung der Corporate Learning Community
Diesen Beitrag schrieb ich im Sommer 2025 für das Buch „Gemeinsam lernen, gemeinsam wachsen. 15 Jahre Corporate Learning Community – Geschichten, Menschen, Erfahrungen, Themen“. Jetzt ist das Buch erschienen und ich veröffentliche den Beitrag auch hier. Weitere Beiträge anderer Autor:innen aus und zu dem Buch sammeln wir unter dem Hashtag #CLCBuch2025.
Die Corporate Learning Community ist ein bemerkenswert uneinheitliches Gebilde aus locker organisiert in Verbindung stehenden Angestellten, Selbstständigen und potenziell lernlustigen Menschen in Unternehmen, Unis, Schulen, Vereinen oder anderen Organisationen, die sich in vielfältiger Weise dem Lernen in Organisationen verbunden fühlen. „Corporate Learning Professionals“ ist die für mich immer noch gewöhnungsbedürftige Selbstzuschreibung von Ernsthaftigkeit, die sich irgendwann mangels besserer Alternativen etabliert hat.
So informell und vielfältig das Interessengebiet der Community und die namensgebende Profession und Professionalität sind, so differenziert sind auch die Blicke auf, Erwartungen an und Verständnisse davon, wie sich die Community nach außen und innen gibt, was sie antreibt, was sie eint und was sie entzweit. Da jede interessierte Person auch ohne Aufnahme und Mitgliedsausweis mitmachen, sich zugehörig fühlen, Mitgestaltungsansprüche anmelden, Kritik äußern und mit Lob vergiften kann, sind die Ansprüche an die Community und ihre Mitglieder kon-trovers. Es wird gelernt, gespielt, probiert, proklamiert, gedrückt, gezerrt, genervt …
Mein eigenes Verhältnis zur CLC hat sich in den letzten Jahren verändert. So sehr ich mich ab meinen ersten Kontakten ab 2017 schockverliebt verbunden, in meinem Verständnis von Lernen verstanden, im Bestreben nach besserem Lernen in Unternehmen gestärkt und auch in einer sich selbst verstärkenden Echokammer eingerichtet habe, so irritiert und frustriert bin ich seit Anfang 2023 von der zunehmenden und für mich unverständlichen Begeisterung vieler Community-Mitglieder für „KI“-Narrative, durch die Lernpotenziale angegriffen werden und erodieren. So akut wie nie scheint es mir, mich von der CLC abzugrenzen.
Und dann blicke ich auf die vielen kleinen und großen Aktivitäten, die hier trotz „KI“-Sermon immer wieder aufblühen, das gemeinsame Tasten, Ausprobieren und Tun, die guten Gespräche, die schon durch den Aufhänger einer gemeinsamen CLC-Mitgliedschaft mit Badge im LinkedIn-Profil oder uniformen Button am Revers starten, entstehenden oder langjährigen Beziehungen zu vielen Menschen aus der Community, das Vertrauen und die Wertschätzung, die die Mitglieder trotz partiell gegensätzlicher Interessen einander entgegenbringen … und grundsätzlich der großen Wichtigkeit, dass es informell organisierte, organisationsübergreifende Interessengruppen gibt, über die Mitwirkende die Möglichkeit erhalten, die Beschränkungen, Zwänge und Strukturen, die ein Arbeitsalltag mit sich bringt, zumindest zeitweilig zu überwinden und das Interesse zu verfolgen, das sie eigentlich an ihre Profession bindet … .
Und dann überkommt es mich, Stimme für die CLC zu ergreifen, und sie verteidigen zu wollen gegen die Vorwürfe und Kritik derjenigen, die mit ihr nichts (mehr) anfangen, die kein Mitglied (mehr) sein wollen oder die misstrauisch sind, mit welchen Tätigkeiten „Corporate Learning Professionals“ dort ihre (Arbeits-)Zeit verbringen …
Gegen die Nüchternen, die unsere Lernlust nicht teilen
… und sagen, wir wären „ein Haufen naiver Idealisten“. „Ihr feiert Lernen um des Lernens willen. Ihr feiert euch selbst und vergesst eure Kundschaft.“ „Hipp Hipp Hurra, alles ist super, alles ist wunderbar?“
Ja, die CLC ist ein Hort von Menschen, die heillos ins Lernen vernarrt sind. Die sich ihren Lernlüsten hingeben. Die sich nicht auf gegebene Vorgaben und Rahmenbedingungen beschränken, sondern Lernen entfesseln und über ihre Organisation hinaus weiten wollen … und die darüber bisweilen selbst- und fremdgesteckte Ziele vergessen …
… in Barcamp-Sessions, die den Rahmen sprengen, die goldene Regel „Eine Session dauert 45 Minuten“ schlicht ignorieren oder dem Respekt der nächsten Gruppe geschuldet auf den Fluren weitergeführt, spontan auf den nächsten freien Sessionplan-Slot gesetzt oder am Podcast-Tisch zusammengeführt werden, sich in digitale Sphären verlagern, auch tage- und wochenlang noch das Fediverse (na gut, mittlerweile leider auch LinkedIn) erhitzen, darüber Dritte einbeziehen und uns intellektuell erregen. (Besonders lebendig war dieser temporäre Erregungszustand damals auf Twitter in den #CLChatDE Events zu spüren. Eine Neugeburt im Fediverse steht an!)
… wie in vielen Dutzend #MeinZiel-Lernvorhaben, die ausufern, Jahre statt Wochen und Monate dauern, ihre Ziele aus den Augen verlieren und zufällig über geteilte Ergebnisse stolpernde Mitglieder wie mich inspirieren, weil so viele neue Ziele auf dem Weg liegen oder mit der Community kreiert werden. Dann zeigt mir die CLC immer wieder, wie attraktiv, nahbar, vielfältig und voller Möglichkeiten meine Profession ist. Sie erweitert meine Vorstellung davon, was Lernen in Unternehmen bedeutet. Sie zeigt mir Lernfelder, die mir im Arbeitsalltag unerreichbar sind, macht sie betret- und beackerbar und lässt auf ihnen wachsen, auf dass ich mich in ihnen verheddern, verirren und Lernen um des Lernens willen zelebrieren darf – als Antrieb dafür, nur einen Bruchteil davon in meine Lohnarbeit zu überführen.
Session-Nachbesprechung am Podcast-Tisch auf dem #CLC22 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Podcast-Nachbesprechung meiner lernOS-Lernzirkelgruppe auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Franziska Raabe)Gegen die Kritischen, die unserer kollektiven Intelligenz misstrauen und nur Flachsinn sehen:
… „Triviales Gelaber ohne Punkt und Komma“ – „Hier hat jeder zu allem was zu sagen.“ – „Halbwissen in Endlosschleife“.
Ja, auf den Events der CLC wird geredet und geredet bis tief in die Nacht. Wir loben gemeinsam unser Nicht-Wissen, unser Nicht-Können und unsere unendlichen Lernbedarfe. Wir ehren den unwissenden Lehrmeister. Wir suchen nach fehlenden Worten, gescheiterten Ansätzen, konfusen Konzepten und falschen Ergebnissen. Wir ringen um Deutungen und haben selten den Anspruch, richtig zu liegen. Wir spinnen, experimentieren und verwerfen. So vergewissern wir uns unserer Entwicklungsmöglichkeiten, hinterfragen uns selbst und andere … denn Fragen sind wertvoller als Antworten. Und manchmal erfinden wir für diese Torheiten Hashtags wie #KrasseHerde als Distinktionsmerkmal und Social-Media-verbindende Albernheit.
Improtheater-Session mit Mike Meister auf dem #CLC18 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Auf der Rückreise vom #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Seriösen, die Ordnung, Klarheit und Professionalität vermissen:
„Wo ist die klare Botschaft?“ – „Unprofessionelles Marketing“ – „Zu viele Kanäle“ – „Alles nerdig“ – „Mit Masto…was? habt ihr mich verloren“ – „Wer ist jetzt verantwortlich?“ – „Selbstorganisation funktioniert nicht“ – „Ihr haltet euch selbst nicht an das, was ihr predigt!“
Ja, die CLC besteht aus ihren Mitgliedern und wird durch ihre Mitglieder organisiert. Das macht uns zur genannten #KrasseHerde, in der alle kakophonisch wuselnd mitblöken und -muhen, in ihrem eigenen Ton, ihrem eigenen Fell. Das sorgt für spontan-überschäumende Exaltiertheit, die wie von selbst entsteht und von außen mit Befremden betrachtet werden darf. Das lässt den Zugang kompliziert erscheinen und macht ihn letztlich umso einfacher, macht Organisation und Durchführung von Events aufwendig und lässt sie dadurch zum Lernfest werden. Neue Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten verbergen sich, manchmal zufällig, manchmal geplant, in jeder CLC-Aktivität.
… entdeckend, was eigentlich dezentrale soziale Netzwerke wie Mastodon sind, wie die ersten Schritte über Karlheinz Papes legendäre Lernbooster-Sessions gelingen und wie die Community-Heimat im Fediverse auf colearn.social ausgebaut werden kann,
… Hands-on als Spiel- und Experimentierwiese für alle möglichen Arten von Konzepten und Techniken, die direkt ausprobiert werden müssen,
… verbindend, wie hybride Veranstaltungen über mehrere Locations, vor Ort und online durchgeführt werden, was funktioniert und was sicher scheitert,
… vorbildhaft, dass sich jede:r mit und nach den eigenen Ressourcen einbringen und auch wieder ausklinken kann,
… und dass etwa 15 regionale Communities, mal mehr, mal weniger, emergent entstehen, wieder einschlafen oder in anderer Besetzung neu zueinander finden, wie z. B. die unstete #CLC10 Berlin, die schon in unterschiedlichen Konstellationen gegründet wurde, wieder auseinander ging, vor und nach der Pandemie verschiedene Hybridformen ausprobierte und aktuell eine neue Blüte erlebt.
Auf dem #CLC22 wird hybrid zwischen den Standorten und Online-Teilgebenden hin- und hergeschaltet (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Als hätten wir es geahnt: Kurz vor Beginn der Pandemie trifft sich die #CLC10-Regionalgruppe und experimentiert mit MS Teams und Hybrid-Settings (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Misstrauischen, die an den Vorhaben der Anderen zweifeln:
„Plattform für Werbung und Selbstdarstellung“ – „Zu viele Freiberufler, Berater und Agenturen“ – „Die LinkedIn-Gruppe ist die Hölle.“
Ja, auch in der CLC bieten Handelnde ihre Waren feil, platzieren Werbung und loben ihre Leistung. Das macht das Filtern des Barcamp-Sessionplans anstrengend und lässt auch die LinkedIn-Gruppe so verloren wirken wie das Gros dieses „Business-Netzwerks“. Ebenso zuverlässig aktiviert werblich verdächtiges Gebaren das sensible Immunsystem der Community. Missbrauch wird erkannt, Dreistigkeit geächtet. Von außen nicht unbedingt erkennbar: Auffällige Akteur:innen werden mit leeren Sessions oder stiller Ignoranz honoriert. Gleichsam wird freiberuflich oder beratend tätigen Mitgestaltenden vorbehaltlos vertrauend eine Möglichkeit geboten, ihr Wissen mit allen in der Community zu teilen, ohne ihnen von Vornherein unlautere Absichten zu unterstellen.
Während Selbstdarstellung in kapitalistisch pervertierter Form schwer verdaulich ist, birgt sie in anderem Zuschnitt oft übersehene Chancen der Emanzipation, des Spiels und der eigenen Entfaltung. Die befreienden und lernförderlichen Aspekte von Selbstdarstellung werden in der CLC aktiv gefördert, z. B. über das Projekt „CLC Domain of One‘s Own“. #CLCDoOO unterstützt Community-Mitglieder darin, sich eigene digitale Bereiche im Internet aufzubauen, über die sie selbst volle Kontrolle haben, unabhängig von kommerziellen Plattformen und Algorithmen. Die LinkedIn-Hölle kann jeden Tag verschwinden oder ihre Spielregeln ändern, so wie dieser Tage mit den neuen Datenschutzrichtlinien. Die eigene Domain, ins Leben gebracht mit Unterstützung aus der CLC, bleibt und birgt in ihrer freien Gestaltungsmöglichkeit unermessliche Lernmöglichkeiten.
Online-Teilgabe aus dem Homeoffice beim #CLC21 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Walk and Talk auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Mahnenden, die das, was wir tun, für gefährlich halten:
„Ist das auch mit Deinem Arbeitgeber abgestimmt?“ – „Ihr teilt Interna mit der Konkurrenz!“.
Ja, in der CLC teilen wir Ideen, die uns nicht gehören und besprechen Pläne, die in Besprechungsräumen unserer Arbeitgeber geboren wurden. Damit tragen wir sie in ein Anwendungsfeld, erproben sie und bringen sie aufgeladen und verbessert zurück ins eigene Unternehmen. Gleichzeitig finden wir neue Inspiration in der CLC, überführen sie in unsere eigene Arbeit, bringen sie zur Wirkung und entlassen sie in neuer Form zurück in die Community. Die Community erprobt so realitätsnahe, iterative und flexible Arten des Wissensmanagements und zeitgemäße Schleifen firmenübergreifender Kooperation in der Netzwerkgesellschaft. Mit unseren Aktivitäten in der Community repräsentieren wir unsere Arbeit und unsere Arbeitgeber … auf eine informelle Art, was wirksamer sein kann als Formalseiten-Politur. Nebeneffekt: Glaubwürdiges Recruiting und nahbares „Employer Branding“. Firmen-Repräsentant:innen werden ansprechbarer und zugänglicher als auf Jobmessen.
Die weak ties der CLC stärken unser formal-berufliches Wirken stärker als Abschottung und Geheimniskrämerei. Ein Meilenstein in der Entwicklung der CLC und meine ersten Kontakte mit ihr waren das Corporate Learning 2.0 MOOC ab 2015 und der Corporate Learning 2025 MOOCathon #cl2025 in 2017. In beiden MOOCs gestalteten Unternehmen die einzelnen Wochen und boten allen Interessierten eine Möglichkeit, über attraktives, modernes und wirksames Lernen in den gastgebenden Corporates zu lernen und eigene Beiträge beizusteuern.
Zitat von Karlheinz Pape auf dem #CLC22 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Berechnenden, für die der ROI nicht stimmt:
„Das ist doch verschwendete Arbeitszeit“ – „Ich habe keine Leads generiert“ – „Die CLC ist für uns keine Plattform.“ – „Dafür werde ich nicht bezahlt.“
Ja, Engagement in der CLC braucht Zeit. Klassische Zielvorgaben und Vertriebs-Marketing-Metriken scheinen mit der Community schwer in Einklang zu bringen. Die Teilgabe an Barcamps ist Arbeitszeit, die ich nicht fakturieren kann. Diesen Text tippe ich im Urlaub. Wenn Du allerdings bis hierhin gelesen hast und meine Verteidigung der CLC ansatzweise teilst, bin ich optimistisch, dass Du den Faden selbst weiterspinnst. Die CLC unterstützt alle in ihr mitwirkenden Angestellten wie freiberuflich Tätigen darin, engagiert und kompetent zu arbeiten. Sie ist nicht nur eine relevante persönliche Arena der Weiterentwicklung, sondern fördert durch ihr sich in viele Unternehmen erstreckendes Netzwerk die Lebendigkeit von Corporate Learning und der gesamten Branche. Sie unterstützt über Bande auch meinen Arbeitgeber darin, glaubwürdige Angebote in einem dafür reifen Markt zu platzieren.
Sessionplanung auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Mike Meister hat meine Session auf dem #CLC21 live als Sketchnote verewigt
(Quelle: Twitter, Mike Meister)Die Corporate Learning Community lässt uns in und über unsere Organisationen hinweg lernen. Das ist eine der wichtigsten Treiber unserer Arbeit, bewahrt uns vor Vereinzelung und Entfremdung, lässt uns produktiv und respektvoll streiten, aneinander zerren und nerven. Vielleicht, so seltsam sich das anfühlt, macht mich die CLC in ihrer Vielfalt und unplanbaren Entwicklung sogar erst zum souveräneren „Professional“? Deshalb ist dieser Text meine Abgrenzung von, meine Zuschreibung zu und meine verlässliche Verteidigung der CLC.
#CLC22 (Quelle: Mastodon, Johannes Starke) #cl2025 #CLC10 #CLC18 #clc19ko #CLC21 #clc22 #CLCBuch2025 #clcDoOO #CLChatDE #krasseherde #MeinZiel -
Eine Verteidigung der Corporate Learning Community
Diesen Beitrag schrieb ich im Sommer 2025 für das Buch „Gemeinsam lernen, gemeinsam wachsen. 15 Jahre Corporate Learning Community – Geschichten, Menschen, Erfahrungen, Themen“. Jetzt ist das Buch erschienen und ich veröffentliche den Beitrag auch hier. Weitere Beiträge anderer Autor:innen aus und zu dem Buch sammeln wir unter dem Hashtag #CLCBuch2025.
Die Corporate Learning Community ist ein bemerkenswert uneinheitliches Gebilde aus locker organisiert in Verbindung stehenden Angestellten, Selbstständigen und potenziell lernlustigen Menschen in Unternehmen, Unis, Schulen, Vereinen oder anderen Organisationen, die sich in vielfältiger Weise dem Lernen in Organisationen verbunden fühlen. „Corporate Learning Professionals“ ist die für mich immer noch gewöhnungsbedürftige Selbstzuschreibung von Ernsthaftigkeit, die sich irgendwann mangels besserer Alternativen etabliert hat.
So informell und vielfältig das Interessengebiet der Community und die namensgebende Profession und Professionalität sind, so differenziert sind auch die Blicke auf, Erwartungen an und Verständnisse davon, wie sich die Community nach außen und innen gibt, was sie antreibt, was sie eint und was sie entzweit. Da jede interessierte Person auch ohne Aufnahme und Mitgliedsausweis mitmachen, sich zugehörig fühlen, Mitgestaltungsansprüche anmelden, Kritik äußern und mit Lob vergiften kann, sind die Ansprüche an die Community und ihre Mitglieder kon-trovers. Es wird gelernt, gespielt, probiert, proklamiert, gedrückt, gezerrt, genervt …
Mein eigenes Verhältnis zur CLC hat sich in den letzten Jahren verändert. So sehr ich mich ab meinen ersten Kontakten ab 2017 schockverliebt verbunden, in meinem Verständnis von Lernen verstanden, im Bestreben nach besserem Lernen in Unternehmen gestärkt und auch in einer sich selbst verstärkenden Echokammer eingerichtet habe, so irritiert und frustriert bin ich seit Anfang 2023 von der zunehmenden und für mich unverständlichen Begeisterung vieler Community-Mitglieder für „KI“-Narrative, durch die Lernpotenziale angegriffen werden und erodieren. So akut wie nie scheint es mir, mich von der CLC abzugrenzen.
Und dann blicke ich auf die vielen kleinen und großen Aktivitäten, die hier trotz „KI“-Sermon immer wieder aufblühen, das gemeinsame Tasten, Ausprobieren und Tun, die guten Gespräche, die schon durch den Aufhänger einer gemeinsamen CLC-Mitgliedschaft mit Badge im LinkedIn-Profil oder uniformen Button am Revers starten, entstehenden oder langjährigen Beziehungen zu vielen Menschen aus der Community, das Vertrauen und die Wertschätzung, die die Mitglieder trotz partiell gegensätzlicher Interessen einander entgegenbringen … und grundsätzlich der großen Wichtigkeit, dass es informell organisierte, organisationsübergreifende Interessengruppen gibt, über die Mitwirkende die Möglichkeit erhalten, die Beschränkungen, Zwänge und Strukturen, die ein Arbeitsalltag mit sich bringt, zumindest zeitweilig zu überwinden und das Interesse zu verfolgen, das sie eigentlich an ihre Profession bindet … .
Und dann überkommt es mich, Stimme für die CLC zu ergreifen, und sie verteidigen zu wollen gegen die Vorwürfe und Kritik derjenigen, die mit ihr nichts (mehr) anfangen, die kein Mitglied (mehr) sein wollen oder die misstrauisch sind, mit welchen Tätigkeiten „Corporate Learning Professionals“ dort ihre (Arbeits-)Zeit verbringen …
Gegen die Nüchternen, die unsere Lernlust nicht teilen
… und sagen, wir wären „ein Haufen naiver Idealisten“. „Ihr feiert Lernen um des Lernens willen. Ihr feiert euch selbst und vergesst eure Kundschaft.“ „Hipp Hipp Hurra, alles ist super, alles ist wunderbar?“
Ja, die CLC ist ein Hort von Menschen, die heillos ins Lernen vernarrt sind. Die sich ihren Lernlüsten hingeben. Die sich nicht auf gegebene Vorgaben und Rahmenbedingungen beschränken, sondern Lernen entfesseln und über ihre Organisation hinaus weiten wollen … und die darüber bisweilen selbst- und fremdgesteckte Ziele vergessen …
… in Barcamp-Sessions, die den Rahmen sprengen, die goldene Regel „Eine Session dauert 45 Minuten“ schlicht ignorieren oder dem Respekt der nächsten Gruppe geschuldet auf den Fluren weitergeführt, spontan auf den nächsten freien Sessionplan-Slot gesetzt oder am Podcast-Tisch zusammengeführt werden, sich in digitale Sphären verlagern, auch tage- und wochenlang noch das Fediverse (na gut, mittlerweile leider auch LinkedIn) erhitzen, darüber Dritte einbeziehen und uns intellektuell erregen. (Besonders lebendig war dieser temporäre Erregungszustand damals auf Twitter in den #CLChatDE Events zu spüren. Eine Neugeburt im Fediverse steht an!)
… wie in vielen Dutzend #MeinZiel-Lernvorhaben, die ausufern, Jahre statt Wochen und Monate dauern, ihre Ziele aus den Augen verlieren und zufällig über geteilte Ergebnisse stolpernde Mitglieder wie mich inspirieren, weil so viele neue Ziele auf dem Weg liegen oder mit der Community kreiert werden. Dann zeigt mir die CLC immer wieder, wie attraktiv, nahbar, vielfältig und voller Möglichkeiten meine Profession ist. Sie erweitert meine Vorstellung davon, was Lernen in Unternehmen bedeutet. Sie zeigt mir Lernfelder, die mir im Arbeitsalltag unerreichbar sind, macht sie betret- und beackerbar und lässt auf ihnen wachsen, auf dass ich mich in ihnen verheddern, verirren und Lernen um des Lernens willen zelebrieren darf – als Antrieb dafür, nur einen Bruchteil davon in meine Lohnarbeit zu überführen.
Session-Nachbesprechung am Podcast-Tisch auf dem #CLC22 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Podcast-Nachbesprechung meiner lernOS-Lernzirkelgruppe auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Franziska Raabe)Gegen die Kritischen, die unserer kollektiven Intelligenz misstrauen und nur Flachsinn sehen:
… „Triviales Gelaber ohne Punkt und Komma“ – „Hier hat jeder zu allem was zu sagen.“ – „Halbwissen in Endlosschleife“.
Ja, auf den Events der CLC wird geredet und geredet bis tief in die Nacht. Wir loben gemeinsam unser Nicht-Wissen, unser Nicht-Können und unsere unendlichen Lernbedarfe. Wir ehren den unwissenden Lehrmeister. Wir suchen nach fehlenden Worten, gescheiterten Ansätzen, konfusen Konzepten und falschen Ergebnissen. Wir ringen um Deutungen und haben selten den Anspruch, richtig zu liegen. Wir spinnen, experimentieren und verwerfen. So vergewissern wir uns unserer Entwicklungsmöglichkeiten, hinterfragen uns selbst und andere … denn Fragen sind wertvoller als Antworten. Und manchmal erfinden wir für diese Torheiten Hashtags wie #KrasseHerde als Distinktionsmerkmal und Social-Media-verbindende Albernheit.
Improtheater-Session mit Mike Meister auf dem #CLC18 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Auf der Rückreise vom #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Seriösen, die Ordnung, Klarheit und Professionalität vermissen:
„Wo ist die klare Botschaft?“ – „Unprofessionelles Marketing“ – „Zu viele Kanäle“ – „Alles nerdig“ – „Mit Masto…was? habt ihr mich verloren“ – „Wer ist jetzt verantwortlich?“ – „Selbstorganisation funktioniert nicht“ – „Ihr haltet euch selbst nicht an das, was ihr predigt!“
Ja, die CLC besteht aus ihren Mitgliedern und wird durch ihre Mitglieder organisiert. Das macht uns zur genannten #KrasseHerde, in der alle kakophonisch wuselnd mitblöken und -muhen, in ihrem eigenen Ton, ihrem eigenen Fell. Das sorgt für spontan-überschäumende Exaltiertheit, die wie von selbst entsteht und von außen mit Befremden betrachtet werden darf. Das lässt den Zugang kompliziert erscheinen und macht ihn letztlich umso einfacher, macht Organisation und Durchführung von Events aufwendig und lässt sie dadurch zum Lernfest werden. Neue Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten verbergen sich, manchmal zufällig, manchmal geplant, in jeder CLC-Aktivität.
… entdeckend, was eigentlich dezentrale soziale Netzwerke wie Mastodon sind, wie die ersten Schritte über Karlheinz Papes legendäre Lernbooster-Sessions gelingen und wie die Community-Heimat im Fediverse auf colearn.social ausgebaut werden kann,
… Hands-on als Spiel- und Experimentierwiese für alle möglichen Arten von Konzepten und Techniken, die direkt ausprobiert werden müssen,
… verbindend, wie hybride Veranstaltungen über mehrere Locations, vor Ort und online durchgeführt werden, was funktioniert und was sicher scheitert,
… vorbildhaft, dass sich jede:r mit und nach den eigenen Ressourcen einbringen und auch wieder ausklinken kann,
… und dass etwa 15 regionale Communities, mal mehr, mal weniger, emergent entstehen, wieder einschlafen oder in anderer Besetzung neu zueinander finden, wie z. B. die unstete #CLC10 Berlin, die schon in unterschiedlichen Konstellationen gegründet wurde, wieder auseinander ging, vor und nach der Pandemie verschiedene Hybridformen ausprobierte und aktuell eine neue Blüte erlebt.
Auf dem #CLC22 wird hybrid zwischen den Standorten und Online-Teilgebenden hin- und hergeschaltet (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Als hätten wir es geahnt: Kurz vor Beginn der Pandemie trifft sich die #CLC10-Regionalgruppe und experimentiert mit MS Teams und Hybrid-Settings (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Misstrauischen, die an den Vorhaben der Anderen zweifeln:
„Plattform für Werbung und Selbstdarstellung“ – „Zu viele Freiberufler, Berater und Agenturen“ – „Die LinkedIn-Gruppe ist die Hölle.“
Ja, auch in der CLC bieten Handelnde ihre Waren feil, platzieren Werbung und loben ihre Leistung. Das macht das Filtern des Barcamp-Sessionplans anstrengend und lässt auch die LinkedIn-Gruppe so verloren wirken wie das Gros dieses „Business-Netzwerks“. Ebenso zuverlässig aktiviert werblich verdächtiges Gebaren das sensible Immunsystem der Community. Missbrauch wird erkannt, Dreistigkeit geächtet. Von außen nicht unbedingt erkennbar: Auffällige Akteur:innen werden mit leeren Sessions oder stiller Ignoranz honoriert. Gleichsam wird freiberuflich oder beratend tätigen Mitgestaltenden vorbehaltlos vertrauend eine Möglichkeit geboten, ihr Wissen mit allen in der Community zu teilen, ohne ihnen von Vornherein unlautere Absichten zu unterstellen.
Während Selbstdarstellung in kapitalistisch pervertierter Form schwer verdaulich ist, birgt sie in anderem Zuschnitt oft übersehene Chancen der Emanzipation, des Spiels und der eigenen Entfaltung. Die befreienden und lernförderlichen Aspekte von Selbstdarstellung werden in der CLC aktiv gefördert, z. B. über das Projekt „CLC Domain of One‘s Own“. #CLCDoOO unterstützt Community-Mitglieder darin, sich eigene digitale Bereiche im Internet aufzubauen, über die sie selbst volle Kontrolle haben, unabhängig von kommerziellen Plattformen und Algorithmen. Die LinkedIn-Hölle kann jeden Tag verschwinden oder ihre Spielregeln ändern, so wie dieser Tage mit den neuen Datenschutzrichtlinien. Die eigene Domain, ins Leben gebracht mit Unterstützung aus der CLC, bleibt und birgt in ihrer freien Gestaltungsmöglichkeit unermessliche Lernmöglichkeiten.
Online-Teilgabe aus dem Homeoffice beim #CLC21 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Walk and Talk auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Mahnenden, die das, was wir tun, für gefährlich halten:
„Ist das auch mit Deinem Arbeitgeber abgestimmt?“ – „Ihr teilt Interna mit der Konkurrenz!“.
Ja, in der CLC teilen wir Ideen, die uns nicht gehören und besprechen Pläne, die in Besprechungsräumen unserer Arbeitgeber geboren wurden. Damit tragen wir sie in ein Anwendungsfeld, erproben sie und bringen sie aufgeladen und verbessert zurück ins eigene Unternehmen. Gleichzeitig finden wir neue Inspiration in der CLC, überführen sie in unsere eigene Arbeit, bringen sie zur Wirkung und entlassen sie in neuer Form zurück in die Community. Die Community erprobt so realitätsnahe, iterative und flexible Arten des Wissensmanagements und zeitgemäße Schleifen firmenübergreifender Kooperation in der Netzwerkgesellschaft. Mit unseren Aktivitäten in der Community repräsentieren wir unsere Arbeit und unsere Arbeitgeber … auf eine informelle Art, was wirksamer sein kann als Formalseiten-Politur. Nebeneffekt: Glaubwürdiges Recruiting und nahbares „Employer Branding“. Firmen-Repräsentant:innen werden ansprechbarer und zugänglicher als auf Jobmessen.
Die weak ties der CLC stärken unser formal-berufliches Wirken stärker als Abschottung und Geheimniskrämerei. Ein Meilenstein in der Entwicklung der CLC und meine ersten Kontakte mit ihr waren das Corporate Learning 2.0 MOOC ab 2015 und der Corporate Learning 2025 MOOCathon #cl2025 in 2017. In beiden MOOCs gestalteten Unternehmen die einzelnen Wochen und boten allen Interessierten eine Möglichkeit, über attraktives, modernes und wirksames Lernen in den gastgebenden Corporates zu lernen und eigene Beiträge beizusteuern.
Zitat von Karlheinz Pape auf dem #CLC22 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Berechnenden, für die der ROI nicht stimmt:
„Das ist doch verschwendete Arbeitszeit“ – „Ich habe keine Leads generiert“ – „Die CLC ist für uns keine Plattform.“ – „Dafür werde ich nicht bezahlt.“
Ja, Engagement in der CLC braucht Zeit. Klassische Zielvorgaben und Vertriebs-Marketing-Metriken scheinen mit der Community schwer in Einklang zu bringen. Die Teilgabe an Barcamps ist Arbeitszeit, die ich nicht fakturieren kann. Diesen Text tippe ich im Urlaub. Wenn Du allerdings bis hierhin gelesen hast und meine Verteidigung der CLC ansatzweise teilst, bin ich optimistisch, dass Du den Faden selbst weiterspinnst. Die CLC unterstützt alle in ihr mitwirkenden Angestellten wie freiberuflich Tätigen darin, engagiert und kompetent zu arbeiten. Sie ist nicht nur eine relevante persönliche Arena der Weiterentwicklung, sondern fördert durch ihr sich in viele Unternehmen erstreckendes Netzwerk die Lebendigkeit von Corporate Learning und der gesamten Branche. Sie unterstützt über Bande auch meinen Arbeitgeber darin, glaubwürdige Angebote in einem dafür reifen Markt zu platzieren.
Sessionplanung auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Mike Meister hat meine Session auf dem #CLC21 live als Sketchnote verewigt
(Quelle: Twitter, Mike Meister)Die Corporate Learning Community lässt uns in und über unsere Organisationen hinweg lernen. Das ist eine der wichtigsten Treiber unserer Arbeit, bewahrt uns vor Vereinzelung und Entfremdung, lässt uns produktiv und respektvoll streiten, aneinander zerren und nerven. Vielleicht, so seltsam sich das anfühlt, macht mich die CLC in ihrer Vielfalt und unplanbaren Entwicklung sogar erst zum souveräneren „Professional“? Deshalb ist dieser Text meine Abgrenzung von, meine Zuschreibung zu und meine verlässliche Verteidigung der CLC.
#CLC22 (Quelle: Mastodon, Johannes Starke) #cl2025 #CLC10 #CLC18 #clc19ko #CLC21 #clc22 #CLCBuch2025 #clcDoOO #CLChatDE #krasseherde #MeinZiel -
Eine Verteidigung der Corporate Learning Community
Diesen Beitrag schrieb ich im Sommer 2025 für das Buch „Gemeinsam lernen, gemeinsam wachsen. 15 Jahre Corporate Learning Community – Geschichten, Menschen, Erfahrungen, Themen“. Jetzt ist das Buch erschienen und ich veröffentliche den Beitrag auch hier. Weitere Beiträge anderer Autor:innen aus und zu dem Buch sammeln wir unter dem Hashtag #CLCBuch2025.
Die Corporate Learning Community ist ein bemerkenswert uneinheitliches Gebilde aus locker organisiert in Verbindung stehenden Angestellten, Selbstständigen und potenziell lernlustigen Menschen in Unternehmen, Unis, Schulen, Vereinen oder anderen Organisationen, die sich in vielfältiger Weise dem Lernen in Organisationen verbunden fühlen. „Corporate Learning Professionals“ ist die für mich immer noch gewöhnungsbedürftige Selbstzuschreibung von Ernsthaftigkeit, die sich irgendwann mangels besserer Alternativen etabliert hat.
So informell und vielfältig das Interessengebiet der Community und die namensgebende Profession und Professionalität sind, so differenziert sind auch die Blicke auf, Erwartungen an und Verständnisse davon, wie sich die Community nach außen und innen gibt, was sie antreibt, was sie eint und was sie entzweit. Da jede interessierte Person auch ohne Aufnahme und Mitgliedsausweis mitmachen, sich zugehörig fühlen, Mitgestaltungsansprüche anmelden, Kritik äußern und mit Lob vergiften kann, sind die Ansprüche an die Community und ihre Mitglieder kon-trovers. Es wird gelernt, gespielt, probiert, proklamiert, gedrückt, gezerrt, genervt …
Mein eigenes Verhältnis zur CLC hat sich in den letzten Jahren verändert. So sehr ich mich ab meinen ersten Kontakten ab 2017 schockverliebt verbunden, in meinem Verständnis von Lernen verstanden, im Bestreben nach besserem Lernen in Unternehmen gestärkt und auch in einer sich selbst verstärkenden Echokammer eingerichtet habe, so irritiert und frustriert bin ich seit Anfang 2023 von der zunehmenden und für mich unverständlichen Begeisterung vieler Community-Mitglieder für „KI“-Narrative, durch die Lernpotenziale angegriffen werden und erodieren. So akut wie nie scheint es mir, mich von der CLC abzugrenzen.
Und dann blicke ich auf die vielen kleinen und großen Aktivitäten, die hier trotz „KI“-Sermon immer wieder aufblühen, das gemeinsame Tasten, Ausprobieren und Tun, die guten Gespräche, die schon durch den Aufhänger einer gemeinsamen CLC-Mitgliedschaft mit Badge im LinkedIn-Profil oder uniformen Button am Revers starten, entstehenden oder langjährigen Beziehungen zu vielen Menschen aus der Community, das Vertrauen und die Wertschätzung, die die Mitglieder trotz partiell gegensätzlicher Interessen einander entgegenbringen … und grundsätzlich der großen Wichtigkeit, dass es informell organisierte, organisationsübergreifende Interessengruppen gibt, über die Mitwirkende die Möglichkeit erhalten, die Beschränkungen, Zwänge und Strukturen, die ein Arbeitsalltag mit sich bringt, zumindest zeitweilig zu überwinden und das Interesse zu verfolgen, das sie eigentlich an ihre Profession bindet … .
Und dann überkommt es mich, Stimme für die CLC zu ergreifen, und sie verteidigen zu wollen gegen die Vorwürfe und Kritik derjenigen, die mit ihr nichts (mehr) anfangen, die kein Mitglied (mehr) sein wollen oder die misstrauisch sind, mit welchen Tätigkeiten „Corporate Learning Professionals“ dort ihre (Arbeits-)Zeit verbringen …
Gegen die Nüchternen, die unsere Lernlust nicht teilen
… und sagen, wir wären „ein Haufen naiver Idealisten“. „Ihr feiert Lernen um des Lernens willen. Ihr feiert euch selbst und vergesst eure Kundschaft.“ „Hipp Hipp Hurra, alles ist super, alles ist wunderbar?“
Ja, die CLC ist ein Hort von Menschen, die heillos ins Lernen vernarrt sind. Die sich ihren Lernlüsten hingeben. Die sich nicht auf gegebene Vorgaben und Rahmenbedingungen beschränken, sondern Lernen entfesseln und über ihre Organisation hinaus weiten wollen … und die darüber bisweilen selbst- und fremdgesteckte Ziele vergessen …
… in Barcamp-Sessions, die den Rahmen sprengen, die goldene Regel „Eine Session dauert 45 Minuten“ schlicht ignorieren oder dem Respekt der nächsten Gruppe geschuldet auf den Fluren weitergeführt, spontan auf den nächsten freien Sessionplan-Slot gesetzt oder am Podcast-Tisch zusammengeführt werden, sich in digitale Sphären verlagern, auch tage- und wochenlang noch das Fediverse (na gut, mittlerweile leider auch LinkedIn) erhitzen, darüber Dritte einbeziehen und uns intellektuell erregen. (Besonders lebendig war dieser temporäre Erregungszustand damals auf Twitter in den #CLChatDE Events zu spüren. Eine Neugeburt im Fediverse steht an!)
… wie in vielen Dutzend #MeinZiel-Lernvorhaben, die ausufern, Jahre statt Wochen und Monate dauern, ihre Ziele aus den Augen verlieren und zufällig über geteilte Ergebnisse stolpernde Mitglieder wie mich inspirieren, weil so viele neue Ziele auf dem Weg liegen oder mit der Community kreiert werden. Dann zeigt mir die CLC immer wieder, wie attraktiv, nahbar, vielfältig und voller Möglichkeiten meine Profession ist. Sie erweitert meine Vorstellung davon, was Lernen in Unternehmen bedeutet. Sie zeigt mir Lernfelder, die mir im Arbeitsalltag unerreichbar sind, macht sie betret- und beackerbar und lässt auf ihnen wachsen, auf dass ich mich in ihnen verheddern, verirren und Lernen um des Lernens willen zelebrieren darf – als Antrieb dafür, nur einen Bruchteil davon in meine Lohnarbeit zu überführen.
Session-Nachbesprechung am Podcast-Tisch auf dem #CLC22 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Podcast-Nachbesprechung meiner lernOS-Lernzirkelgruppe auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Franziska Raabe)Gegen die Kritischen, die unserer kollektiven Intelligenz misstrauen und nur Flachsinn sehen:
… „Triviales Gelaber ohne Punkt und Komma“ – „Hier hat jeder zu allem was zu sagen.“ – „Halbwissen in Endlosschleife“.
Ja, auf den Events der CLC wird geredet und geredet bis tief in die Nacht. Wir loben gemeinsam unser Nicht-Wissen, unser Nicht-Können und unsere unendlichen Lernbedarfe. Wir ehren den unwissenden Lehrmeister. Wir suchen nach fehlenden Worten, gescheiterten Ansätzen, konfusen Konzepten und falschen Ergebnissen. Wir ringen um Deutungen und haben selten den Anspruch, richtig zu liegen. Wir spinnen, experimentieren und verwerfen. So vergewissern wir uns unserer Entwicklungsmöglichkeiten, hinterfragen uns selbst und andere … denn Fragen sind wertvoller als Antworten. Und manchmal erfinden wir für diese Torheiten Hashtags wie #KrasseHerde als Distinktionsmerkmal und Social-Media-verbindende Albernheit.
Improtheater-Session mit Mike Meister auf dem #CLC18 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Auf der Rückreise vom #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Seriösen, die Ordnung, Klarheit und Professionalität vermissen:
„Wo ist die klare Botschaft?“ – „Unprofessionelles Marketing“ – „Zu viele Kanäle“ – „Alles nerdig“ – „Mit Masto…was? habt ihr mich verloren“ – „Wer ist jetzt verantwortlich?“ – „Selbstorganisation funktioniert nicht“ – „Ihr haltet euch selbst nicht an das, was ihr predigt!“
Ja, die CLC besteht aus ihren Mitgliedern und wird durch ihre Mitglieder organisiert. Das macht uns zur genannten #KrasseHerde, in der alle kakophonisch wuselnd mitblöken und -muhen, in ihrem eigenen Ton, ihrem eigenen Fell. Das sorgt für spontan-überschäumende Exaltiertheit, die wie von selbst entsteht und von außen mit Befremden betrachtet werden darf. Das lässt den Zugang kompliziert erscheinen und macht ihn letztlich umso einfacher, macht Organisation und Durchführung von Events aufwendig und lässt sie dadurch zum Lernfest werden. Neue Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten verbergen sich, manchmal zufällig, manchmal geplant, in jeder CLC-Aktivität.
… entdeckend, was eigentlich dezentrale soziale Netzwerke wie Mastodon sind, wie die ersten Schritte über Karlheinz Papes legendäre Lernbooster-Sessions gelingen und wie die Community-Heimat im Fediverse auf colearn.social ausgebaut werden kann,
… Hands-on als Spiel- und Experimentierwiese für alle möglichen Arten von Konzepten und Techniken, die direkt ausprobiert werden müssen,
… verbindend, wie hybride Veranstaltungen über mehrere Locations, vor Ort und online durchgeführt werden, was funktioniert und was sicher scheitert,
… vorbildhaft, dass sich jede:r mit und nach den eigenen Ressourcen einbringen und auch wieder ausklinken kann,
… und dass etwa 15 regionale Communities, mal mehr, mal weniger, emergent entstehen, wieder einschlafen oder in anderer Besetzung neu zueinander finden, wie z. B. die unstete #CLC10 Berlin, die schon in unterschiedlichen Konstellationen gegründet wurde, wieder auseinander ging, vor und nach der Pandemie verschiedene Hybridformen ausprobierte und aktuell eine neue Blüte erlebt.
Auf dem #CLC22 wird hybrid zwischen den Standorten und Online-Teilgebenden hin- und hergeschaltet (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Als hätten wir es geahnt: Kurz vor Beginn der Pandemie trifft sich die #CLC10-Regionalgruppe und experimentiert mit MS Teams und Hybrid-Settings (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Misstrauischen, die an den Vorhaben der Anderen zweifeln:
„Plattform für Werbung und Selbstdarstellung“ – „Zu viele Freiberufler, Berater und Agenturen“ – „Die LinkedIn-Gruppe ist die Hölle.“
Ja, auch in der CLC bieten Handelnde ihre Waren feil, platzieren Werbung und loben ihre Leistung. Das macht das Filtern des Barcamp-Sessionplans anstrengend und lässt auch die LinkedIn-Gruppe so verloren wirken wie das Gros dieses „Business-Netzwerks“. Ebenso zuverlässig aktiviert werblich verdächtiges Gebaren das sensible Immunsystem der Community. Missbrauch wird erkannt, Dreistigkeit geächtet. Von außen nicht unbedingt erkennbar: Auffällige Akteur:innen werden mit leeren Sessions oder stiller Ignoranz honoriert. Gleichsam wird freiberuflich oder beratend tätigen Mitgestaltenden vorbehaltlos vertrauend eine Möglichkeit geboten, ihr Wissen mit allen in der Community zu teilen, ohne ihnen von Vornherein unlautere Absichten zu unterstellen.
Während Selbstdarstellung in kapitalistisch pervertierter Form schwer verdaulich ist, birgt sie in anderem Zuschnitt oft übersehene Chancen der Emanzipation, des Spiels und der eigenen Entfaltung. Die befreienden und lernförderlichen Aspekte von Selbstdarstellung werden in der CLC aktiv gefördert, z. B. über das Projekt „CLC Domain of One‘s Own“. #CLCDoOO unterstützt Community-Mitglieder darin, sich eigene digitale Bereiche im Internet aufzubauen, über die sie selbst volle Kontrolle haben, unabhängig von kommerziellen Plattformen und Algorithmen. Die LinkedIn-Hölle kann jeden Tag verschwinden oder ihre Spielregeln ändern, so wie dieser Tage mit den neuen Datenschutzrichtlinien. Die eigene Domain, ins Leben gebracht mit Unterstützung aus der CLC, bleibt und birgt in ihrer freien Gestaltungsmöglichkeit unermessliche Lernmöglichkeiten.
Online-Teilgabe aus dem Homeoffice beim #CLC21 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Walk and Talk auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Mahnenden, die das, was wir tun, für gefährlich halten:
„Ist das auch mit Deinem Arbeitgeber abgestimmt?“ – „Ihr teilt Interna mit der Konkurrenz!“.
Ja, in der CLC teilen wir Ideen, die uns nicht gehören und besprechen Pläne, die in Besprechungsräumen unserer Arbeitgeber geboren wurden. Damit tragen wir sie in ein Anwendungsfeld, erproben sie und bringen sie aufgeladen und verbessert zurück ins eigene Unternehmen. Gleichzeitig finden wir neue Inspiration in der CLC, überführen sie in unsere eigene Arbeit, bringen sie zur Wirkung und entlassen sie in neuer Form zurück in die Community. Die Community erprobt so realitätsnahe, iterative und flexible Arten des Wissensmanagements und zeitgemäße Schleifen firmenübergreifender Kooperation in der Netzwerkgesellschaft. Mit unseren Aktivitäten in der Community repräsentieren wir unsere Arbeit und unsere Arbeitgeber … auf eine informelle Art, was wirksamer sein kann als Formalseiten-Politur. Nebeneffekt: Glaubwürdiges Recruiting und nahbares „Employer Branding“. Firmen-Repräsentant:innen werden ansprechbarer und zugänglicher als auf Jobmessen.
Die weak ties der CLC stärken unser formal-berufliches Wirken stärker als Abschottung und Geheimniskrämerei. Ein Meilenstein in der Entwicklung der CLC und meine ersten Kontakte mit ihr waren das Corporate Learning 2.0 MOOC ab 2015 und der Corporate Learning 2025 MOOCathon #cl2025 in 2017. In beiden MOOCs gestalteten Unternehmen die einzelnen Wochen und boten allen Interessierten eine Möglichkeit, über attraktives, modernes und wirksames Lernen in den gastgebenden Corporates zu lernen und eigene Beiträge beizusteuern.
Zitat von Karlheinz Pape auf dem #CLC22 (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Gegen die Berechnenden, für die der ROI nicht stimmt:
„Das ist doch verschwendete Arbeitszeit“ – „Ich habe keine Leads generiert“ – „Die CLC ist für uns keine Plattform.“ – „Dafür werde ich nicht bezahlt.“
Ja, Engagement in der CLC braucht Zeit. Klassische Zielvorgaben und Vertriebs-Marketing-Metriken scheinen mit der Community schwer in Einklang zu bringen. Die Teilgabe an Barcamps ist Arbeitszeit, die ich nicht fakturieren kann. Diesen Text tippe ich im Urlaub. Wenn Du allerdings bis hierhin gelesen hast und meine Verteidigung der CLC ansatzweise teilst, bin ich optimistisch, dass Du den Faden selbst weiterspinnst. Die CLC unterstützt alle in ihr mitwirkenden Angestellten wie freiberuflich Tätigen darin, engagiert und kompetent zu arbeiten. Sie ist nicht nur eine relevante persönliche Arena der Weiterentwicklung, sondern fördert durch ihr sich in viele Unternehmen erstreckendes Netzwerk die Lebendigkeit von Corporate Learning und der gesamten Branche. Sie unterstützt über Bande auch meinen Arbeitgeber darin, glaubwürdige Angebote in einem dafür reifen Markt zu platzieren.
Sessionplanung auf dem #CLC19ko (Quelle: Twitter, Johannes Starke)Mike Meister hat meine Session auf dem #CLC21 live als Sketchnote verewigt
(Quelle: Twitter, Mike Meister)Die Corporate Learning Community lässt uns in und über unsere Organisationen hinweg lernen. Das ist eine der wichtigsten Treiber unserer Arbeit, bewahrt uns vor Vereinzelung und Entfremdung, lässt uns produktiv und respektvoll streiten, aneinander zerren und nerven. Vielleicht, so seltsam sich das anfühlt, macht mich die CLC in ihrer Vielfalt und unplanbaren Entwicklung sogar erst zum souveräneren „Professional“? Deshalb ist dieser Text meine Abgrenzung von, meine Zuschreibung zu und meine verlässliche Verteidigung der CLC.
#CLC22 (Quelle: Mastodon, Johannes Starke) #cl2025 #CLC10 #CLC18 #clc19ko #CLC21 #clc22 #CLCBuch2025 #clcDoOO #CLChatDE #krasseherde #MeinZiel -
@mattistoehr @Lambo @GratianRiter @markus_netzpolitik @tibhannover @republica @TIB_AVPortal Sehr spannend, dass bereits 9 Jahre @republica zum Nachschauen auf dem @TIB_AVPortal vorhanden sind 🚀 habe gerade einen inspirierenden Talk vom @jimgroom (wieder)gefunden, den ich auf der #rp18 gehört habe: Domain of One's Own: Reclaim Your Data https://av.tib.eu/media/36642 Das hat mich z.B. 2021 zu dem @CLC Projekt #clcdooo https://colearn.de/clcdooo/ geführt. #MemoryLane"
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@MarisKrobathMA Ich vermute, das ist ein umso wichtigeres Argument für möglichst viel Selbsthosten. #DoOO #CLCDoOO
OpenAI und Google nutzen Youtube-Videos zum Trainieren ihrer Modelle. Wie es konkret bei den versch Podcast-Plattformen ist, das weiß ich noch nicht. Aber was gestohlen werden kann, wird aktuell wohl auch gestohlen werden, bei dem Hype, der da aktuell herrscht ... Mit #PeerTube und #Podlove machen wir es vielleicht ein ganz kleines bisschen schwerer? -
@MarisKrobathMA Ich vermute, das ist ein umso wichtigeres Argument für möglichst viel Selbsthosten. #DoOO #CLCDoOO
OpenAI und Google nutzen Youtube-Videos zum Trainieren ihrer Modelle. Wie es konkret bei den versch Podcast-Plattformen ist, das weiß ich noch nicht. Aber was gestohlen werden kann, wird aktuell wohl auch gestohlen werden, bei dem Hype, der da aktuell herrscht ... Mit #PeerTube und #Podlove machen wir es vielleicht ein ganz kleines bisschen schwerer? -
@MarisKrobathMA Ich vermute, das ist ein umso wichtigeres Argument für möglichst viel Selbsthosten. #DoOO #CLCDoOO
OpenAI und Google nutzen Youtube-Videos zum Trainieren ihrer Modelle. Wie es konkret bei den versch Podcast-Plattformen ist, das weiß ich noch nicht. Aber was gestohlen werden kann, wird aktuell wohl auch gestohlen werden, bei dem Hype, der da aktuell herrscht ... Mit #PeerTube und #Podlove machen wir es vielleicht ein ganz kleines bisschen schwerer? -
@MarisKrobathMA Ich vermute, das ist ein umso wichtigeres Argument für möglichst viel Selbsthosten. #DoOO #CLCDoOO
OpenAI und Google nutzen Youtube-Videos zum Trainieren ihrer Modelle. Wie es konkret bei den versch Podcast-Plattformen ist, das weiß ich noch nicht. Aber was gestohlen werden kann, wird aktuell wohl auch gestohlen werden, bei dem Hype, der da aktuell herrscht ... Mit #PeerTube und #Podlove machen wir es vielleicht ein ganz kleines bisschen schwerer? -
@MarisKrobathMA Ich vermute, das ist ein umso wichtigeres Argument für möglichst viel Selbsthosten. #DoOO #CLCDoOO
OpenAI und Google nutzen Youtube-Videos zum Trainieren ihrer Modelle. Wie es konkret bei den versch Podcast-Plattformen ist, das weiß ich noch nicht. Aber was gestohlen werden kann, wird aktuell wohl auch gestohlen werden, bei dem Hype, der da aktuell herrscht ... Mit #PeerTube und #Podlove machen wir es vielleicht ein ganz kleines bisschen schwerer? -
t is becoming increasingly obvious that there is no way around systematic #DomainofOnesOwn!
Or as @tante writes: "#WordPress a product that got its market and mind share because of enabling people to write, to publish, to be creative and expressive now tells you that anything you do is just data sludge to feed to whoever has the most NVIDIA cards to burn through."
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t is becoming increasingly obvious that there is no way around systematic #DomainofOnesOwn!
Or as @tante writes: "#WordPress a product that got its market and mind share because of enabling people to write, to publish, to be creative and expressive now tells you that anything you do is just data sludge to feed to whoever has the most NVIDIA cards to burn through."
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Or as @tante writes: "#WordPress a product that got its market and mind share because of enabling people to write, to publish, to be creative and expressive now tells you that anything you do is just data sludge to feed to whoever has the most NVIDIA cards to burn through."
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Or as @tante writes: "#WordPress a product that got its market and mind share because of enabling people to write, to publish, to be creative and expressive now tells you that anything you do is just data sludge to feed to whoever has the most NVIDIA cards to burn through."
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Or as @tante writes: "#WordPress a product that got its market and mind share because of enabling people to write, to publish, to be creative and expressive now tells you that anything you do is just data sludge to feed to whoever has the most NVIDIA cards to burn through."
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2023 – Ein Rückblick in vier Teilen (und ein kurzer Ausblick)
(Antworten auf diesen Beitrag erscheinen nach Freigabe auch direkt auf dem Blog als Kommentar)Intro
Mein letzter Blogbeitrag ist über ein Jahr her, daher will ich den Jahresbeginn nutzen, um auf 2023 zurückzuschauen und hierbei einen besonderen Fokus auf meinen digitalen Ideen- und Wissensgarten (#DigitalGardening, #PKM) zu legen. Ich streife hierbei durch die Themen, die mich das letzte Jahr über beschäftigt haben (#LernenmitKI #HybrideArbeitswelt #ÖkologischerHandabdruck) und gebe einen Ausblick auf 2024. Bei der Veröffentlichung habe ich mich für eine kleine Reihe mit vier thematisch unterschiedliche Blogbeiträgen entschieden. Los gehts!
🧵1/4 …
Das Setup für meinen digitalen Ideen- und Wissensgarten
Zwei Projekte der Corporate Learning Community haben dazu geführt, dass ich seit 2020/21 nicht nur IRL gärtnere, sondern ebenso #DigitalGardening für mich entdeckt habe: Die Initiative #CLCDoOO (04/2021 – 06/2021) sowie das Jahresprojekt #meinziel22 (01/22-05/22 ff).
Im Ergebnis ist durch die beiden Projekte folgender PKM-Workflow entstanden, den ich erst kürzlich überarbeitet habe:
Die größte Veränderung meines PKM-Workflows war für mich, als ich im Oktober 2023 meine Twitter/X-App auf dem Handy löschte. Vorausgegangen war dieser Entscheidung, dass ich die App „Mona für Mastodon“ testete und schließlich kaufte. Ausgelöst wurde dies dadurch, dass Twitter oder X wie es zu dem Zeitpunkt bereits hieß, immer weniger der Ort war, den ich weiterhin im Kern meines Persönlichen Lernnetzwerkes (#PLN) haben wollte.
Ein Jahr nach dem Elon Musk die Plattform gekauft hatte, war für mich die Entscheidung gefallen. Nachdem ich im November 2022 wie viele andere einen Account bei Mastodon anlegte, aber dennoch relevante Personen und Institutionen vermisste sowie etwas mit der User Experience haderte, reifte der Enschluss im Spätsommer 2023, den nächsten Schritt zu tun. Geholfen hat mir dabei, dieses Video des Datenanalyst Luca Hammer (07.06.2023), der unter dem Titel „Abschied von Twitter: Er ist nötig und fällt schwer, aber zusammen schaffen wir das“, die Probleme der Plattform analysiert und dazu rät, diese zu verlassen. Als die starke Abwanderungsbewegung im Herbst 2023 weg von X (ehemals Twitter) einsetzte und diverse (insbesondere deutsche) Institutionen und Personen zum Konkurrenten Bluesky wechselten, las ich zum Glück in meinem PLN von der iOS App „Mona für Mastodon“ und bin seitdem ein zufriedener User. Neben Mastodon setze ich weiterhin auf mein LinkedIn-Profil und bereue es nicht, dass ich den Bluesykpe-Hype ignoriert habe.
Bestärkt wurde ich erst kürzlich in meiner Entscheidung, als mir die Bedeutung von Activity Pub (das Protokoll auf dem Mastodon und das Fediverse basiert) klarer und klarer wurde und ich erfuhr, dass Threads und Flipboard Teil des Fediverse werden sollen. Empfehlen kann ich in diesem Zusammenhang diesen Podcast mit Mastodon-Gründer Eugen Rochko. Als Gegenpunkt soll der Blogbeitrag „How to Kill a Decentralised Network (such as the Fediverse)“ aber nicht unerwähnt bleiben, der die Gefahren beleuchtet.
Zurück zu meinem aktuellen PKM-Setup und damit verbundenen Neuerungen:
- ✅ Kürzlich habe ich – inspiriert durch Nele Hirsch – meinen WordPress-Blogs an das Fediverse angebunden. Mal sehen, was dieses Experiment bewirkt! Da ich realtiv wenig Content über meinen Blog teile, wird sich wahrscheinlicht nicht viel verändern, aber ich wollte die Funktionalität erproben.
- ✅ Die Einbindung von Zotero, ein Open Source Literaturverwaltungsprogramm, in meinen PKM-Workflow war schon lange geplant und wird sicherlich mehr Veränderung bringen: Nun ist es mir endlich geglückt, Logseq und Zotero zu verbinden! Hilfreich war hierbei insbesondere diese Anleitung und dieser Erfahrungsbericht. Künftig werde ich austarieren müssen, wann ein Link „nur“ ein Lesezeichen ist (primär erfolgt die Linksammlung via raindrop.io), ab wann eine Quelle von Zotero erfasst wird (z.B. Literatur mit einer DOI) und wie die Annotationen über Logseq organisiert werden.
- ✅ Relativ neu ist ebenso, dass ich einen RSS-Feed-Reader über meine Nextcloud nutze und via iOS-App Nextnews auf das Plugin Nextcloud News zugreifen kann. Allerdings rezipiere ich die meisten Blogbeiträge weiterhin über Mastodon oder LinkedIn und weniger über diesen Reader. Künftig könnte sich dies jedoch verändern, da dieser Blogbeitrag von Nele Hirsch in Verbindung mit der Idee RSS als ‚Brücke‘ angesichts der Netzwerk-Zersplitterung zu nutzen, mir erneut das Potential von RSS vor Augen geführt hat. So ist es z.B. möglich, dass ich Bluesky-Accounts via RSS-Parrot bei Mastodon folge.
- 🚧 Seit kurzem experimentiere ich zudem damit, über meine Nextcloud mit Hilfe des Plugins „Bookmarks“ und der iOS-App nextBookmark Lesezeichen zu organisieren. Bisher handelt es sich aber nur um ein Backup der raindrop.io-Datenbank.
Abschließend bleibt noch zu erwähnen, dass mich die folgenden Beiträge von Simon Dückert dazu bewogen haben, wieder vermehrt über meinen PKM-Ansatz nachzudenken: KCLO: Deine persönliche Wissenslandkarte (pWLK) sowie Ein Tag an meinem Wissensarbeitsplatz – v2023.
#CLCDoOO #DigitalGardening #HybrideArbeitswelt
https://www.torbenmau.de/?p=656
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Hallo #CLCDoOO und #DSGVO Wissende,
ich habe auf meinem #WordPress Blog zum #AcitvityPub noch folgende das Fediverse betreffende Plugins installiert: Enable Mastodon Apps, Friends, NodeInfo, WebFingerWas davon erfasst Nutzerdaten und wie muss ich das in meiner Datenschutzerklärung einbinden?
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Heute hat der 4te Regeltermin zum #CLCDoOO Hackathon stattefunden. Worüber wir heute gesprochen haben, findest du in den Kommentaren. @FrankGerich @GadgetGedanken @khpape
Nächster Termin am 01.07. um 13-14 Uhr: https://colearn.de/event/regeltermin-domain-of-ones-own-clcdooo-5/
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@momeissn @FrankGerich @khpape
Wechseln wir fest auf den ersten Samstag im Monat? Oder bleibt das eine Ausnahme im Mai und Juni? -
@sdueckert Hatte nicht vor, das öfter zu ändern 😔 da ich auf #KarlskronPolitik nur so 1-3 Beiträge im Monat veröffentlicht, wie ich die URL ein wenig kürzer gestalten. #WordPress birgt den Aufruf scheinbar sauber um. Nur eben die SearchConsole scheint da richtig zu sein.
Beruhigt sich der Suchmaschinenriese alleine oder muss ich tätig werden? Sitemaps passen bzw. zeigen die neuen Permalinks.
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Ich habe auf #WordPress meine #Permalinks von
Tag und Name - ...domain/yyyy/mm/dd/...
auf
Monat und Name - ...domain/yyyy/mm/...
geändert. Jetzt bringt mir #GoogleSearchConsole den Fehler, Google hätte eine andere #kanonischeURL bestimmt.Wie kann ich Google von meinen geänderten Permalinks überzeugen?
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@simondueckert
War kurz angesprochen, dass das üblich wäre, als wir unseren #CLCDoOO #WordPress #Hackathon mit @stk hatten. Alte Beiträge würden gerne verwendet, um #Spam zu platzieren. Den Spam filtert mir #AntiSpamBee ganz gut automatisch. Die Kommentare die sonst kamen waren für mich immer ein Grund zum Feiern - #Wertschätzung.
Leider konnte ich meine Kommentare aus #Disqus von #Blogger nicht auf mein neues WP retten. Da ging leider einiges verloren. -
Warum ich #Kommentar|e auch in alten Beiträgen meines #Blog noch zulasse?
Weil ich mir damit die Möglichkeit zum #Austausch mit Leser:innen aufrecht erhalte.Heute kam eine #Frage zu einem Artikel aus 2017: https://www.gadgetgedanken.de/2017/09/android-auto-im-audi-a3/
Und genau solche #Interaktion|en
faszinieren und freuen mich immer wieder. -
Heute hat der 3te Regeltermin zum #CLCDoOO Hackathon stattefunden. Worüber wir heute gesprochen haben, findest du in den Kommentaren. @FrankGerich @GadgetGedanken @khpape
Nächster Termin am 03.06. um 13-14 Uhr: https://colearn.de/event/regeltermin-domain-of-ones-own-clcdooo-4/
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@momeissn
Gefällt mir auch nicht so gut, das auch für Darstellung beim Bearbeiten und der Veröffentlichung zeitweise grob unterscheiden.Würde ich versuchen im css der Seite zu korrigieren. Beim twenty-twentythree #WordPressTheme hat das geklappt. Konnte da Schriftfarben anpassen. Sollte auch für Schriftart und Schriftgröße der Überschriften gehen.
Kann gerade leider nicht suchen, wo sich die CSS Files verstecken. -
Zweiter Regeltermin für #Website bauen vom #CLCDoOO hat gestern stattgefunden.
Informationen zum Format, Teilnahme und nächste Termine findest du hier: https://colearn.de/wir-verstetigen-den-clcdooo-hackathon/.Takeaways und Herausforderungen von gestern in den Kommentaren. @GadgetGedanken @FrankGerich @khpape @tmz @stk @ewingo13 @Loci @lissy @Katjahh
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Gleich geht es weiter mit unserem #CLCDoOO Regeltermin. Wer gerade an seiner #Wordpress #Website arbeitet, kann sich gerne unserem Erfahrungsaustausch anschließen. Von 13-14 Uhr über Teams. Alle Infos findest du hier: https://colearn.de/event/regeltermin-domain-of-ones-own-clcdooo-2/
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Heute um 13:00 findet wieder unsere kleine Runde zum #CLCDoOO mit Austausch zu unseren #WordPress Blogs statt.
Infos und Link zur Teams-Besprechung: https://colearn.de/wir-verstetigen-den-clcdooo-hackathon/Mal sehen ob jemand weiß, wie ich eine eigenes template für einen #Gutenberg Block erstelle. Die out of the box Galerie gefällt mir nicht trennt und ich würde gerne ein Templates erstellen, damit ich meine Lösung nicht jedes Mal neu zusammenstellen muss.
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Beim #clcdooo haben wir u. a. gelernt, dass man für die verschiedenen Dienstleister mit denen man auf seiner Website arbeitet #Auftragsdatenverarbeitung s Verträge abschließen sollte. Meistens sind die Vorlagen einfach zu finden (zB vom Hoster #Allinkl).
Weiß jemand wo ich den ADV Vertrag von #Microsoft finde (wenn man zB MS Teams oder MS Bookings verwendet)?
🙏 @khpape @tmz @stk @achimschmidt @FrankGerich!
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Mein aktuelles Learning zum Thema #Website bauen mit #Wordpress:
Lege gleich zu Beginn ein #ChildTheme an!Warum?
Wenn du Änderungen am Theme vornimmst, kann es passieren, dass sie nach einem Update rückgängig gemacht werden und sich Pfade verändern. Ich habe zB die Kontakt-Seite umbenannt von "Contact" zu "Kontakt". Nach dem Update war der Name wieder "Contact" Mit einem Child Theme passiert dir das nicht nicht. #clcdooo
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Meine Ausgangsfrage hat eine rege Diskussion angeregt und zeigt deutlich, dass das Thema "Short-Links" nicht trivial ist.
Vielen Dank für die interessanten Impulse @tmz @stk @achimschmidt @FrankGerich!
Wie so oft gibt es bei #CyberSecurity kein einfaches richtig oder falsch sondern es kommt darauf an.
Grundsätzlich ist der Hinweis vorsichtig zu sein immer gut. Wer die Second Level Domain nicht kennt, ist gut beraten nicht blind zu klicken. 🙏 #clcdooo @khpape
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@stk @tmz @achimschmidt @FrankGerich @khpape #clcdooo
Wow. Hier hat sich zum Thema kurze Links eine spannende Diskussion entwickelt, die meinen Horizont wieder einmal erweitert hat. 🙌Wie so oft im Internet gibt es extrem viele Graustufen & es ist super, zu wissen, wo es Probleme geben kann.
Danke für die Links!
Anbei noch zwei Anbieter mit denen man ShortLinks wieder lang machen kann, wenn man einen Link nicht traut:
• https://checkshorturl.com/
• http://unshorten.link -
Startpunkt des #CLCDoOO Projektes von @khpape. #OERxDomains
https://share.snipd.com/snip/431c882e-e29c-4d36-9af5-9c50234bb7e2
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Startpunkt des #CLCDoOO Projektes von @khpape. #OERxDomains
https://share.snipd.com/snip/431c882e-e29c-4d36-9af5-9c50234bb7e2
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Startpunkt des #CLCDoOO Projektes von @khpape. #OERxDomains
https://share.snipd.com/snip/431c882e-e29c-4d36-9af5-9c50234bb7e2
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Startpunkt des #CLCDoOO Projektes von @khpape. #OERxDomains
https://share.snipd.com/snip/431c882e-e29c-4d36-9af5-9c50234bb7e2
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@stk @khpape @GadgetGedanken @tmz #clcdooo
Cool. Jetzt finde ich es auch in der Matrix. 🙌
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@momeissn Du kannst ja Mal testweise an der roten Pille lecken: https://selfhtml.org
Ein bisschen rudimentäre htlm-Kenntnisse sind immer wieder nützlich.Gut, dass ich mir den Seitencode ansehen könnte, um zu sehen welches #WordPressTheme benutzt wird: So einfach und man kommt sich nicht drauf. Danke, @stk
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Viele Homepages sind auf Basis #Wordpress erstellt. Kann man und wenn ja, wie ... erkennen, welches Theme verwendet wurde?
Warum? Besonders, wenn einem eine Site gefällt, wäre es nett schnell das Theme zu erkennen mit der sie gebaut wurde. 🤔
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Habt ihr Erfahrungen mit #Wordpress #Plugins für das Erstellen von personalisierten Links (zB mit PrettyLinks oder Redirect)?
Gibt es etwas, das dafür oder dagegen spricht? Habt ihr ein anderes/besseres Plugin? #clcdooo @khpape @stk @achimschmidt @tmz
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Erster Regeltermin für #Website bauen vom #CLCDoOO.
Informationen zum Format, Teilnahme und nächste Termine findest du hier: https://colearn.de/wir-verstetigen-den-clcdooo-hackathon/
Takeaways von heute:
1. BackupPlugin #UpdraftPlus installieren und 1x pro Mo ein automatisches Backup zB auf OneDrive speichern
2. Plugin fürs Erstellen von personalisierte Links installieren (zB für Teams, Boards, …). Mögliche Anbieter #PrettyLinks oder #Redirect.
3. Bestätigungssite von #Mailpoet nicht verändern, sondern eine neue anlegen. -
Erster Regeltermin für #Website bauen vom #CLCDoOO.
Informationen zum Format, Teilnahme und nächste Termine findest du hier: https://colearn.de/wir-verstetigen-den-clcdooo-hackathon/
Takeaways von heute:
1. BackupPlugin #UpdraftPlus installieren und 1x pro Mo ein automatisches Backup zB auf OneDrive speichern
2. Plugin fürs Erstellen von personalisierte Links installieren (zB für Teams, Boards, …). Mögliche Anbieter #PrettyLinks oder #Redirect.
3. Bestätigungssite von #Mailpoet nicht verändern, sondern eine neue anlegen. -
Erster Regeltermin für #Website bauen vom #CLCDoOO.
Informationen zum Format, Teilnahme und nächste Termine findest du hier: https://colearn.de/wir-verstetigen-den-clcdooo-hackathon/
Takeaways von heute:
1. BackupPlugin #UpdraftPlus installieren und 1x pro Mo ein automatisches Backup zB auf OneDrive speichern
2. Plugin fürs Erstellen von personalisierte Links installieren (zB für Teams, Boards, …). Mögliche Anbieter #PrettyLinks oder #Redirect.
3. Bestätigungssite von #Mailpoet nicht verändern, sondern eine neue anlegen. -
Erster Regeltermin für #Website bauen vom #CLCDoOO.
Informationen zum Format, Teilnahme und nächste Termine findest du hier: https://colearn.de/wir-verstetigen-den-clcdooo-hackathon/
Takeaways von heute:
1. BackupPlugin #UpdraftPlus installieren und 1x pro Mo ein automatisches Backup zB auf OneDrive speichern
2. Plugin fürs Erstellen von personalisierte Links installieren (zB für Teams, Boards, …). Mögliche Anbieter #PrettyLinks oder #Redirect.
3. Bestätigungssite von #Mailpoet nicht verändern, sondern eine neue anlegen. -
@ewingo13 @stk @AnnetteSell @momeissn @FrankGerich
Und dort findet sich die #CLC Seite zu diesem Treffen: https://colearn.de/wir-verstetigen-den-clcdooo-hackathon/Danke für den #CLCDoOO Austausch heute. Ich konnte mein Hirn im ein paar neue Gedankengänge erweitern. #Inspiration
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Gerade bin ich beim #CLCDoOO Treffen, dass wir als Regelmeeting nach den dem #Hackathon mit @stk . Eine #COMMUNITY OF PRACTISE in der wir uns austauschen und von einander lernen! @AnnetteSell
@momeissn @GadgetGedanken @FrankGerich -
Yes! @wallabag #Wallabag läuft jetzt auf meinem eigenen Webspace! Es hat mich nur einen halben Tag gekostet, weil ich doch keine Ahnung von dem ganzen Kram habe, aber jetzt scheints zu laufen. Endlich Artikel auf meiner #DoOO sammeln :)
Das + jede Menge Rumprobiererei hat zum Erfolg geführt:
https://webhostblogger.de/wallabag-im-webhosting-installieren-so-gehts/ -
Yes! @wallabag #Wallabag läuft jetzt auf meinem eigenen Webspace! Es hat mich nur einen halben Tag gekostet, weil ich doch keine Ahnung von dem ganzen Kram habe, aber jetzt scheints zu laufen. Endlich Artikel auf meiner #DoOO sammeln :)
Das + jede Menge Rumprobiererei hat zum Erfolg geführt:
https://webhostblogger.de/wallabag-im-webhosting-installieren-so-gehts/