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1000 results for “indonische”
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Auch mesophotische (unterster Bereich mit Licht, 30–150 m) #Korallenriffe sind vom #Klimawandel betroffen! Am #ChagosArchipel im #IndischenOzean wurden trotz kühlerer Tiefen #Bleichereignisse in 90m Tiefe entdeckt. Ursache war das Vordringen wärmeren Wassers beeinflusst durch natürliche Besonderheiten des Indischen Ozeans.
#DOI: 10.1038/s41467-023-42279-2
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USA – Assata Shakur: Meistgesucht, aber nie geschnappt | nd-aktuell.de
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1194352.usa-assata-shakur-meistgesucht-aber-nie-geschnappt.html
> 1979 wurde Assata Shakur, Mitglied der Black Liberation Army, spektakulär aus einem US-Gefängnis befreit, seit 1984 lebte sie auf Kuba. Nun ist Shakur, Patentante des weltberühmten Rappers Tupac, auf der Insel gestorben.
Am Ende haben die US-Behörden sie nicht gekriegt: Am vergangenen Donnerstag starb die schwarze Revolutionärin Assata Shakur auf Kuba, wo sie 1984 politisches Asyl erhalten hatte. Obwohl das FBI sie, als erste Frau überhaupt, auf der Liste der »meistgesuchten Terroristen« führte und eine Belohnung von zwei Millionen US-Dollar auf ihre Ergreifung ausgelobt hatte, schützte die Regierung in Havanna sie bis zuletzt vor dem Zugriff der USA.
"... Neben dem seit Jahrzehnten im Todestrakt sitzenden #MumiaAbuJamal und der Professorin #AngelaDavis war #Shakur eine der drei ikonischen Figuren der radikalen schwarzen Bewegung der Gegenwart.
Ihr #Widerstand gegen das Gefängnisregime in den #USA, ihr Ausbruch aus einer Haftanstalt 1979 und ihr Internationalismus sind für die abolitionistische und antirassistische Bewegung bis heute wichtige Referenzen. In Erinnerung bleibt Shakur aber auch wegen ihrer Autobiographie, in der sie die Entstehung und Transformation der radikalen marxistischen schwarzen Bewegung der 1960er und 1970er Jahre anhand der eigenen Lebensgeschichte erzählt. ...."Bitte lest den ganzen Text!
#Mumia -
#schweiz #iran : #bedrohung / #paranoia / #propaganda
(Todgeweihte Schweizer_innen!)
„Der Iran hat zwei Raketen auf einen US-Stützpunkt im Indischen Ozean gefeuert. Die Raketen flogen so weit wie noch nie.“
Siehe auch:
„Patriot-Lieferung an Schweiz verzögert sich um mindestens 5 Jahre“
https://www.srf.ch/news/schweiz/wegen-iran-krieg-patriot-lieferung-an-schweiz-verzoegert-sich-um-mindestens-5-jahre -
Gletscherseen im #Klimawandel – Die Studie eines multidisziplinären Teams aus neun Ländern mit Beteiligung der Uni Potsdam hat Ursachen, Dynamik und Auswirkungen der verheerenden #Flut im indischen #Sikkim im Oktober 2023 untersucht und ihre Ergebnisse nun in der Zeitschrift"Science" veröffentlicht. Mehr Infos: https://www.uni-potsdam.de/de/medieninformationen/detail/2025-01-31-gletscherseen-im-klimawandel-aus-der-katastrophalen-ueberschwemmung-in-sikkim-indien
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𝗩𝗮𝗻𝗮𝗳 𝗱𝗲𝘇𝗲 𝗱𝗮𝘁𝘂𝗺 𝗶𝘀 𝗱𝗲 𝘀𝗽𝗶𝗻-𝗼𝗳𝗳 𝘃𝗮𝗻 𝗙𝗹𝗼𝗱𝗱𝗲𝗿 𝘁𝗲 𝘇𝗶𝗲𝗻 𝗯𝗶𝗷 𝗩𝗶𝗱𝗲𝗼𝗹𝗮𝗻𝗱
Goed nieuws voor de fans van 'Flodder': de beruchte familie is terug van weggeweest. Veertig jaar na de iconische eerste film maakt Videoland ruimte voor een gloednieuwe spin-off, genaamd 'Kees Flodder'. De streamingsdienst kondigt woensdagmiddag aan dat de eerste afleveringen vanaf 18 mei...
https://www.rtl.nl/boulevard/artikel/5590854/vanaf-deze-datum-spin-flodder-videoland
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Gemeingut in BürgerInnenhand
https://www.gemeingut.org/civi-public/petition/sign/?sid=36&reset=1
"... Der Erhalt des SEZ liegt wegen seiner
geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen und städtebaulichen Bedeutung #imInteressederAllgemeinheit und
erfüllt damit gleich mehrfach die Anforderungen des Berliner Denkmalschutzgesetzes.#Geschichtlich:
Im Wettstreit der politischen Systeme wurde das SEZ in #Ostberlin als Vorzeigebauwerk erbaut, von einer Westfirma, die dafür undercover einen 1972 aus dem Osten geflüchteten #Architekten beauftragte, #GünterReiß.#Künstlerisch
gelang auf diesem Weg ein #ikonischesWerk der #Ostmoderne, mit seiner markanten Dachkonstruktion und Farbgebung, den lichtdurchfluteten Innenräumen und elegant ineinandergreifenden Nutzungen.#Wissenschaftlich
ist das nach der Ölkrise gebaute SEZ für seine Zeit energetisch innovativ, unter anderem wurde die #Abwärme der #Eisbahn für das Heizen des #Schwimmbad s genutzt.#Städtebaulich
stellt das SEZ einen hervorragend gestalteten Übergang vom #VolksparkFriedrichshain zur Kreuzung Leninallee/Dimitroffstraße (heute Landsberger Allee/Danziger Straße) und zum dichtbesiedelten Wohngebiet dar.Sicher wollen Sie sich nicht dem Verdacht aussetzen, die #Architektur in #Westberlin für erhaltenswürdiger anzusehen als in Ostberlin.
Sie haben
im Westen den #Teufelsberg unter Schutz stellen lassen, das #ICCBerlin sowie Bauten der Internationalen #Bauausstellung von 1987.Im Osten waren es Plattenbauten und einige U-Bahnhöfe
– aber nicht das 1981 gebaute SEZ!Wieso nicht? ..."
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𝗦𝗵𝗮𝗸𝗶𝗿𝗮 16 𝗷𝗮𝗮𝗿 𝗻𝗮 𝗵𝗲𝘁 𝗶𝗰𝗼𝗻𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗪𝗮𝗸𝗮 𝗪𝗮𝗸𝗮 𝘁𝗲𝗿𝘂𝗴 𝗺𝗲𝘁 𝗻𝗶𝗲𝘂𝘄 𝗪𝗞-𝗹𝗶𝗲𝗱
Shakira (49) heeft een teaser gedeeld van haar nieuwe WK-nummer, dat ze binnenkort samen met Burna Boy (34) uitbrengt. De zangeres weet als geen ander hoe je een wereldhit scoort tijdens het voetbaltoernooi: in 2010 was ze verantwoordelijk voor het iconische 'Waka Waka', dat uitgroeide tot...
https://www.rtl.nl/boulevard/artikel/5599240/shakira-16-jaar-na-waka-waka-terug-wk-hit
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Es gibt einen europäischen Hebel gegen Trump – aber die alten weissen Männer sind dafür zu doof
Florian Rötzer (72) und Moshe Zuckermann (wird 77) raubten mir letzte Nacht meinen Schlaf. Vor einem halben Jahr haben sie ein Buch vollendet, und schon ist es veraltet. Lesen Sie selbst: “Sind die digitalen Medien ein Trojanisches Pferd, das die Menschen so verblödet, dass KI diese Leere auffüllen kann? – Wir haben ja zusammen ein Buch geschrieben. Früher hätte man von einem Briefwechsel gesprochen. Wir haben den Titel gewählt: ‘Durch die Wüste der Gegenwart’. Es ist schon etwa ein halbes Jahr her, dass wir das Manuskript abgeschlossen haben. Hast du denn seitdem etwas erlebt, was ein bisschen über das von uns festgestellte Wüstenartige hinausginge, vielleicht gar eine kleine Oase gesichtet?”
Was lehrt uns das? Sie wissen es nicht.
Was sagt es uns, wenn ein CDU-Mann in der hiesigen Medienöffentlichkeit der Erste ist, der einen WM-Boykott in die Debatte wirft? Hat er diese Agenda damit etwa kontaminiert. Die unverwüstliche Alina Schwermer/taz ordnet das wie immer angemessen ein:
“WM-Boykott als Ultima Ratio: Würden Sie wegen Trump auf Fußball verzichten? – Wenn Trump Grönland annektiert, sollte Europa dann die Fußball‑WM 2026 in Nordamerika boykottieren? Oder besser schon vorher damit drohen?”
Realistische oppositionelle Fussballfans kamen auf die gute Idee, den DFB in die Bredouille zu bringen, indem sie eine Urabstimmung über einen WM-Boykott zu fordern – für 2034! (in Saudi-Arabien). Insofern entbehrt die Formulierung des taz-Layouts “besser schon vorher”, gemünzt auf dieses Jahr, nicht einer gewissen satirischen Qualität. Denn gemünzt auf #boycottqatar2022 war ja die nicht vollkommen abwegige Ausrede: “zu spät”.
Ja gut, unter dem real existierenden Trump sind all diese Massstäbe umgeworfen. Weil er es kann.
Was also kann “Europa”? (was immer das sein mag)
Zu was ist ein politisches Gebilde unter dieser Bezeichnung fähig? Gelegentlich beansprucht die EU eine konsistente Verkörperung davon zu sein. Von neoliberaler Ideologie durch- und zersetzt hat sie den real existierenden Fussballkapitalismus als politische Kanonenkugel frei flottieren lassen. Kann sie ihn nun noch als Hebel nutzen. Ich fürchte nein. Obwohl er jetzt der ideale Hebel wäre.
Denn die Fussball-WM ist zweifellos in diesem Jahr das die Welt am meisten beherrschende Medienereignis. Möglicherweise im mehrheitlichen Rest der Welt weit mehr beherrschend, als im Gastgeberland USA selbst. Das möge Trumps Problem sein. Europas Problem sind die nächtlichen TV-Sendezeiten. Europas Stärke wiederum ist, dass es der ökonomisch stärkste Nachfrager dieses kapitalistischen Medienereignisses ist.
Dummerweise haben die dummen Mafiosi, die den europäischen Profifussball (der Herren) beherrschen, sich längst in die Fänge des Trump-Clans begeben. Ähnlich dämlich, wie sich der Fifa-Don Gianni Infantino schon im Darm von Donald Trump eingerichtet hat.
Die stärkste Waffe der europäischen Uefa ist die Champions League. Ihre Umstellung auf ein Ligasystem mit 36 Teilnehmern an acht Spieltagen ist medienstrategisch und sportlich gelungen. Und also ausbaufähig. Infantinos Versuch, das im letzten Sommer mit einer “Club-WM” in den USA zu kontern, ist nur so mittel gelungen: hohe Prämienkosten, aber nur geringe TV-Einnahmen (nur 25% der erwarteten).
Wenn irgendwas im Profifussball (der Herren) noch die erwarteten Einnahmen toppen kann, dann ist es die Uefa-eigene Champions League. Das Einzige, womit sie Gianni Infantino noch das Fürchten lehren kann. Logischerweise können die Europäer (die Herren) also damit auch Infantinos Wirtstier das Fürchten lehren.
Weltweiter Ausbau der Champions League als WM-Konkurrenz
Infantinos “Club-WM” war strategisch keine dumme Idee. Die Uefa hat mit der Champions League die Waffe in der Hand: Ausbau des Liga-Systems plus weltweite Einladung an aussereuropäische Teilnehmer.
Da der Kapitalismus die Tendenz hat, sportliche faire Wettbewerbe zugunsten von Planungssicherheit für Investor*inn*en ausserkraft zu setzen, könnte/muss die Politik das Zepter in die Hand nehmen. Die Champions League lädt also nicht nur die Copa-Libertadores-Halbfinalisten aus Südamerika zur Teilnahme ein. Sondern auch Spitzenclubs aus Afrika (Ägypten, Marokko, Nigeria, Südafrika, Cote d’Ivoire u.a.).
Ein Problem ist der riesige asiatische Markt, der zwar medial durchdrungen ist, aber (noch) kaum sportlich. In China ist das einstige Flaggschiff Guangzhou Evergrande Taobao F.C. in der bisher grössten Immobilienpleite der Geschichte des Kapitalismus untergegangen. So, als wenn die deutschen Steuerbehörden einem am Tegernsee, in der Nähe des Bundeskanzlers, wohnhaften Wurstfabrikanten ein lebenslängliches Betätigungsverbot im Fussball verordnet hätten.
In Indien, dem grössten Land der Welt, sieht es noch bescheidener aus. Allessandro del Piero, der 2006 noch dem “deutschen Sommermärchen” den sportlichen Gnadenschuss versetzt hatte, hat sich dort vergeblich um Entwicklungshilfe bemüht. Gerade darum muss die Uefa einen indischen Teilnehmer gewinnen, um den grössten Markt der Welt vor Trump zu erobern. Unser Autor Gilbert Kolonko steht gewiss für ein bescheidenes Beraterhonorar zur Verfügung.
In Trumps tödlicher Umarmung
Die Uefa hat die Vermarktung ihres fettesten Fisches in die Hände eines US-Vermarkters vergeben. Und der vergab die TV-Rechte für kommende vier Jahre an die Trump-Buddys von Paramount.
Sie raufen sich aktuell mit Netflix um das Monopol auf dem globalen Streaming-Abomarkt. Das ist kein Kampf Gut gegen Böse, sondern banale kapitalistische Vernichtungskonkurrenz – gemäss der Losung des grossen deutschen Führers Peter Thiel.
Es mag ja sein, dass Sie sich “nicht für Fussball interessieren”. Dann kommt es eben so, wie Eric Bonse/taz schreibt: “Trump greift nach Grönland und droht erneut mit Strafzöllen. Statt aufzuspringen und zurückzuschlagen, werden erst einmal Phrasen gedroschen.”
Tipp für die alten Männer
Die amtierenden spanischen Fussballweltmeisterinnen geben ein gutes Beispiel, wie revolutionär und gleichzeitig realpolitisch eine Männermafia im Fussballverband auf links gedreht wird. Ihre Vorgängerinnen im Weltmeisterinnen-Amt aus den USA gaben gegen Trump ein nicht minder gutes Beispiel ab.
Und jetzt DFB, Bundesregierung, Uefa, EU: DU!
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
𝗩𝗮𝗻 𝗛𝗲𝗶𝗱𝗶 𝗞𝗹𝘂𝗺 𝘁𝗼𝘁 𝗟𝗶𝘇𝘇𝗼: 𝗱𝗶𝘁 𝘇𝗶𝗷𝗻 𝗱𝗲 𝗺𝗲𝗲𝘀𝘁 𝗶𝗰𝗼𝗻𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗛𝗮𝗹𝗹𝗼𝘄𝗲𝗲𝗻-𝗼𝘂𝘁𝗳𝗶𝘁𝘀 𝗼𝗼𝗶𝘁
Halloween is het moment waarop Hollywood-sterren alles uit de kast halen. Van bloedstollend mooi tot gruwelijk hysterisch: RTL Boulevard heeft de meest iconische en spraakmakende celebrity-looks op een rijtje gezet.
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Die indische Jugend ist frustriert
Weltmacht Indien? Durchaus möglich in der Zukunft. Doch augenblicklich hat der Subkontinent elementare Sorgen mit den Menschen, die die Zukunft des Landes bestimmen sollen.
Der große Unterschied zwischen den Generationen der Älteren und der Jüngeren Indiens ist: Ein 50-jähriger aus einfachen Verhältnissen hat in der Regel an seinem eigenen Leben bemerkt, dass Indien in den letzten 25 Jahre Fortschritte gemacht hat. Selbst für Menschen aus der unteren Mittelschicht ist heutzutage mindestens der Besitz eines Motorrads und eines Smartphones normal. Alle paar Jahre ist sogar ein drei-Tages-Urlaub an berühmte Bergorte wie Darjeeling drin. Das selbst solche Orte wegen des lokalen Massentourismus zu hässlichen Betonwüsten mit Wassernot geworden sind, ist nebensächlich: Mann und Frau kennt dort den Unterschied zu früher nicht. Wichtig ist, dass die Nachbarn informiert werden können, dass man jetzt auch dort gewesen ist.
Noch wichtiger: Auch die Kinder des kleinen Mannes können heute höhere Schulbildung erringen, selbst wenn sie aus der untersten Kaste wie den Dalits stammen. Dafür wird „nur“ noch viel Fleiß und ein Computer gebraucht – fast jeder höhere Bildungs-Abschluss kann mit Hilfe des Internets per Fernstudium gemacht werden.
Ja, der eigene Stadtfluss ist eine stinkende Brühe und die Luft besonders im Winter durch Abgase verpestet, aber das war seit der eigenen Geburt schon immer so. Auch die Jugend Indiens hat nur verdreckte Luft und „schwarze“ Flüsse erlebt, aber durch das Internet wissen sie, dass dies nicht so sein muss. Doch viele von ihnen, deren Väter noch stolz auf ein eigenes Fahrrad waren, haben jetzt einen Master in Informatik oder ähnliche Abschlüsse. Aber die hat ihnen nicht Herr Modi geschenkt, die haben sie sich hart erarbeitet.
Selber schuld?
Aber wozu, wenn es viel zu wenig gutbezahlte Arbeit gibt, die ein Studium erfordert. Laut einer Studie gehören 83 Prozent aller Arbeitslosen in Indien der Altersgruppe der 15-29-Jährigen an. Das Consulting-Unternehmen Wheebox möchte offenbar mit seinem jährlichen skill report andere Schuldige präsentieren: Demnach sind knapp 44 Prozent aller frisch graduierten jungen Menschen für den indischen Arbeitsmarkt nicht zu gebrauchen. Junge Frauen schneiden dabei als „gebrauchsfähiger“ ab.
Dazu verbreiten die indischen Massenmedien regelmäßig die Meinungen aufstrebender, indischer Unternehmer-Millionäre, die 70, 84 oder 140 Arbeitsstunden pro Woche für angebracht halten. Dass der größte Rucksack für indische Studenten immer noch die schlechte Bildung an den kostenlosen Regierungsschulen ist, wird selten thematisiert. Dafür wird Bildung immer stärker privatisiert.
Brutaler Konkurrenzdruck
Der Konkurrenzdruck in Indien um Jobs unter jungen Menschen ist brutal. In den letzten drei Jahren sprach ich in Indien ausführlich mit etwa 300 jungen Menschen: 12- bis 16-Stunden-Arbeitstage in der IT-Branche sind keine Ausnahmen. Artikel und Studien bestätigen dies.
So gut wie jede gesprochene 30-Jährige fühlte sich schon ausgelaugt wie eine alte Frau, die mit den „Jüngeren“ nicht mehr mithalten kann. Die Selbstmordrate junger Frauen in Indien (15-29 Jahre), ist laut WHO sechs Mal höher als der weltweite Durchschnitt. Jedes Jahr nehmen sich 60.000 junge Menschen in Indien das Leben. Darunter 13.000 Studenten. Knapp eine Million junge Inder versucht es.Gleichzeitig sieht die Jugend das politische Personal ihres Landes: 46 Prozent der Abgeordneten des indischen Parlaments (Lok Sahba) sind verurteilte Kriminelle oder haben ein Strafverfahren laufen.
Zeitungen oder Massenmedien lesen und schauen die Jungen kaum: Sie wissen, dass die indischen Medien sich zu überwiegenden Teilen aus Werbe-Anzeigen der Regierung finanzieren. Im weltweiten Index der Pressefreiheit belegt Indien Platz 151.
Gleichzeitig geht es seit Jahren den „Helden“ der Jugend an den Kragen: Junge Youtuber, Comedian und politischen Kommentatoren werden von den „Herrschenden“ mit Strafanzeigen überflutet: Der Modi-kritische Influencer Dhruv Rathee lebt nach etlichen Strafanzeigen mittlerweile dauerhaft in Deutschland. Alleine auf Youtube hat er 30 Millionen (junge) Fans. In Mumbai wurde dieses Jahr ein Comedy-Club von Hindufanatikern kurz und klein geschlagen, in dem der beliebte Comedian Kunal Kamra aufgetreten war.
Keine Ruhe – nirgends
Selbst die jungen Menschen die dachten, sie hätten ihr Glück an einen der schönen Orte Indiens gefunden, bemerken gerade, dass sie nicht entkommen können. Tausende junge Menschen waren zum Beispiel aus den überfüllten Großstädten in die Nähe von Rishikesh direkt an den Ganges geflüchtet. Dort arbeiteten sie per Computer im Homeoffices und genossen die Ruhe, die Orte ausmachten, die früher bei den westlichen Hippies und Backpackern beliebt waren. Doch zu jedem indischen Fest, wie Divali und zu jedem Event, wie Weihnachten, kommt nun der einheimische Massentourismus. Über Tage bestehen dann alle Straßen im Umkreis von 40 Km aus einer hupenden und Abgase ausspeienden Blechlawine.
Selbst weiter oben in den Bergen gibt es kaum noch ruhigen Orte: Zuhauf lässt die Modi-Regierung Straßen für den religiösen Massentourismus bauen. Dazu riesige Staudämme zur Stromerzeugung, ebenfalls gegen alle wissenschaftlichen Ratschläge. Der lokalen Bevölkerung bleiben Erdrutsche, Tunneleinstürze, Überschwemmungen und Dammbrüche durch Gletscherbrüche und plötzlich absinkende Städte.
Für noch mehr Wachstum fördert die Modi-Regierung nun im Bergstaat Uttarakhand sogenannte Flugtaxis: Also massenweise Hubschrauber, die gutzahlende Kunden über den Stau des Massentourismus des einfachen Mannes zum Ziel bringen sollen. Für die lokale Bevölkerung kommt neben dem Dauer-Hupen noch Lärm aus dem Himmel dazu.
Entkommen ins Ausland
Ein Aufbegehren der indischen Jugend ist jedoch aktuell nicht in Sicht, denn noch besteht dank der überwiegend guten Bildungs-Abschlüsse Hoffnung (ins Ausland zu entkommen): Selbst kleinere deutsche IT-Firmen bekommen jede Woche ein Dutzend „Blindbewerbungen“ aus Indien, erzählten mir die Chefs von zwei IT-Buden. Auch deutsche Universitäten werden mit Anfragen geflutet: aktuell studieren schon mehr als 50.000 junge Menschen aus Indien an deutschen Universitäten.
Aber was wird sein, wenn der europäische Arbeitsmarkt an Fachkräften aus Indien gesättigt ist, oder rechte Regierungen das Kommen noch weiter erschweren? Im September kam es im Unionsstaat Ladakh zu Massenprotesten angeführt von jungen, unzufriedenen Menschen die zu schweren Ausschreitungen mit Toten führten.
Der Aufstand der Jugend in Bangladesch begann, als sie nichts mehr zu verlieren hatte und deswegen sogar ihr Leben aufs Spiel setzte. Alleine in den ersten Tagen des Aufstandes wurden 300 aufständische Studenten von Hasinas Schlägerbanden und der Polizei ermordet. Die jungen Menschen Bangladeschs hatten die schwarzen Flüsse und die verpestete Luft ertragen, solange es noch Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufstieg gab. Doch als klar wurde, dass Premierministerin Hasina und ihre korrupte AwamiLiga das Land verkauft hatten, ging es los.
In Nepal waren die Umstände etwas anders. Die Wut richtete sich nicht nur gegen die Regierung, sondern gegen alle etablierten, politischen Parteien. Auch ahnte noch niemand das kommende Ausmaß von Gewalt, als die ersten demonstrierenden Umzüge friedlicher junger Menschen loszogen. Doch als die ersten Nachrichten von getöteten Demonstranten kamen, entlud sich die Frustration und Perspektivlosigkeit in Gewalt.
In Indien besteht jedoch berechtigte Hoffnung, dass es anders ausgeht
Mit bis zu 330 Sonnentagen im Jahr liegt die Energieunabhängigkeit sogar ohne Abgase auf dem Silbertablett. Mit der indischen Pharmaindustrie kann nur China mithalten (noch mit schockierenden Nebenwirkungen).
Mit 1,46 Milliarden vermeintlichen „Kunden“ kann es sich kaum eine Wirtschaft der Erde leisten, es sich mit Indien zu verscherzen. Auch hat das Land Atomwaffen und kein Trump der Welt kann Indien ernsthaft drohen.
Die Amtstage als handlungsstarker Premierminister sind für Narendra Modi schon lange lange vorbei. Er ist für seine hindunationalistischen BJP nur noch ein moderates Feigenblatt. Im September wurde er 75 Jahre alt. Seine hindunationalistische BJP hat kein Gesicht, das es der oberen Mittelklasse in der Zukunft als gemäßigt verkaufen kann. Das wissen selbst Abgeordnete der BJP.
Abwendung von “der Politik”
Schon mit Modi reichte es bei den Wahlen 2024 nur noch zu 36 Prozent. Seitdem muss die BJP mit zwei zusätzlichen (unzuverlässigen) Koalitionspartnern regieren. Den politischen Populismus wie Nationalismus, den die meisten Länder Europas noch vor sich haben, hat Indien nun schon 11 Jahre ausprobiert: Aber die Masse der jungen Menschen sieht darin keine Perspektive mehr. Für die Parlamentswahlen 2024 ließen sich nur noch 38 Prozent der Erstwähler registrieren.
Der im Vergleich zu Modi relativ junge Oppositionsführer Rahul Gandhi (55 Jahre) hat eine große Chance – er spricht von allen etablierten Politikern am besten die Sprache der Jugend. Doch er muss endlich seine Kongress-Partei in den Griff bekommen. Dort haben immer noch die alten korrupten Seilschaften gerade regional das Sagen. Auch diese korrupten Politiker waren es, die einen Populisten wie Modi erst möglich gemacht haben. Auch so etwas haben die meisten jungen Inder verstanden: Nicht Narendra Modi ist schuld an allem. Nur Modi fort und alles wird gut, reicht nicht. Rahul Gandhi hat nun Taten anzubieten, die der Masse der jungen Menschen glaubwürdig eine Perspektive in Aussicht stellt.
65 Prozent der indischen Bevölkerung sind jünger als 35 Jahre. Ältere Menschen können ihren Ärger über die Politik in der Regel nur alle paar Jahre bei Wahlen herauslassen. Jüngere Menschen dagegen haben die Energie, das jederzeit spontan zu tun. Neben Nepal und Bangladesch sind auch Sri Lanka und Nigeria aktuelle Beispiele.
Über Gilbert Kolonko:
Unter der Kennung "Gastautor:innen" fassen wir die unterschiedlichsten Beiträge externer Quellen zusammen, die wir dankbar im Beueler-Extradienst (wieder-)veröffentlichen dürfen. Die Autor*innen, Quellen und ggf. Lizenzen sind, soweit bekannt, jeweils im Beitrag vermerkt und/oder verlinkt.
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Drei Bergsteiger sterben bei Vulkanausbruch in Indonesien
Mindestens drei Menschen sind beim Ausbruch des indonesischen Vulkans Dukono ums Leben gekommen. Sie waren trotz eines Verbots auf dem Berg unterwegs. Der Dukono gehört zu den aktivsten Vulkanen des Landes.
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Evakuierungen wegen Überschwemmungen auf indonesischer Insel Bali
Wegen Überschwemmungen auf der indonesischen Ferieninsel Bali sind Hunderte Menschen evakuiert worden, darunter auch Touristen. Berichten zufolge erlebt die Insel eine der heftigsten Regenzeiten seit Jahren.
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Am MountainMonday gibt es von mir den Blick von der Caldera des Indonesischen Vulkans Bromo. Höhe ca. 2300m.
Vorne links ein aktiver Krater des Bromo und im Hintergrund ist der ebenfalls aktive Vulkan Semeru zu sehen. -
Tote und Vermisste nach Erdrutsch auf indonesischer Insel
Heftige Regenfälle haben auf der indonesischen Insel Java einen folgenschweren Erdrutsch ausgelöst. Mindestens sieben Menschen starben, Dutzende werden noch vermisst.
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Dreckiges Leder für Deutschland
Im ost-indischen Kolkata wird Leder unter schlimmen Bedingungen für Mensch und Umwelt gegerbt. Deutsche Unternehmen sind die zweitgrößten Einkäufer, weil das Leder aus diesem Grund billig ist.
Weit über mir fliegt ein Zug Wildvögel und erinnert daran, dass ich mich in den östlichen Feuchtgebieten Kolkatas befinde. Seit 2002 sind sie durch die internationale Ramsar-Konvention geschützt. Die Männer auf den Bänken neben mir, in ihren verdreckten Hosen und Lungis (Wickelrock), albern miteinander herum, in diesem für Bengalen typisch lauten Tonfall, als wollten sie die 15,8 Millionen Bewohner im 20 Km entfernten Kolkata an den Gesprächen teilhaben lassen. Auch die Gemüse- Fleisch- und Fischstände aus Bambus auf der anderen Straßenseite nähren den Eindruck in einem Dorf zu sein, umgeben von intakter Natur.
Doch der intensive süß-saure Chemiegestank lässt keinen Zweifel, dass dies hier der Marktplatz des größten Gerbereiparks Asiens ist: Der Bantala Leder-Komplex.
Dann spaziere ich zwei Stunden über das 4,5 km² große Gelände mit seinen etwa 500 Gerbereien und Lederverarbeitungsbetrieben – jedes Jahr werden es mehr.
Seitdem die Behörden im südlichen Bundesstaat Tamil Nadu, eine ehemalige Lederhochburg, verstärkt gegen die dreckigen Gerbereien vorgeht. wirbt die Chief Ministerin von West Bengalen, dass diese nach Bantala umsiedeln.
Auch die Gerbereien aus Kanpur im Bundesstaat Uttar Pradesh folgten. Dort regiert seit 2017 ein radikaler Hindu-Priester als Chief Minister, mit dem Künstlernamen Yogi Adityanath. Geboren als Herr Ajay Mohan Singh Bisht. Er hatte den Ledergerbereien in Kanpur aus einem Grund den Kampf angesagt: dort arbeiten vorwiegend Muslime. Offiziell tat „Yogi“ so, als wolle er damit die Umwelt schützen. Doch wie auch ich in einer Reportage aufzeigte, wurden die dreckigen Industrien in der Stadtmitte Kanpurs nicht geschlossen, denn sie wurden von Hindus geführt. Ihr kupfergefärbten Abwasser wurde ungefiltert über die Felder in einen Kanal geleitet.
Auch heute blubbert auf dem Bantala Leder-Komplex das chromverseuchte Abwasser in Kilometer langen Gräben vor sich hin. Es sickert auch aus den Gerbereien direkt auf die Wege, oder schießt aus kaputten Abwasserrohren.
Bei meinem letzten Besuch im Februar waren fast alle Wege und Straßen des Komplexes mit stinkenden Abwässern überschwemmt. Beim Reinigen der Kanalisation auf dem Gelände war einiges schief gegangen. Die Behörden warfen den Gerbereien vor, dass sie trotz der Kanalisationsarbeiten weiter Abwasser einleiteten. Drei Arbeiter starben in den Abwasserrohren. Am 25. November kam es zu einem Brand auf dem Gelände – sechs Arbeiter wurden verletzt. Vor drei Jahren geriert eine Gerberei in Brand. Die hauseigene Feuerwehr war völlig überfordert, so dass ihre Kollegen aus Kolkata anrücken mussten.
Als ich den Sektor 2 des Leder-Komplexes erreiche, bin ich schockiert: Es sieht noch schlimmer aus, als im letzten Jahr: Alle Wege sind mit toxischem Abwasser überschwemmt – die Stimmung unter den Arbeitern ist gereizt. Eine Gasse weiter steht ein Laster schräg auf der Kreuzung. Ein Reifen steckt in einem Straßenloch – Achsenbruch. Chemikalien laufen aus den beschädigten Fässern auf die ungepflasterte Straße. Nach Angaben der bengalischen Regierung hat sie 150.000 Millionen Euro in den Lederkomplex und in ein neues Abwassersystem investiert. Im September 2024 hieß es, die Arbeiten seien bald abgeschlossen – in wenigen Tagen beginnt das Jahr 2026.
“Warum fotografiserst du hier?”
Als ich ein Foto vom verunglückten Laster mache, kommt ein wütender Vorarbeiter auf mich zu: „Warum fotografierst du hier? Der Fahrer ist selber schuld. Der Sektor ist gesperrt, denn wegen Kanalisationsarbeiten, stehen auch die Gerbereien still.“ Ich gebe vor, zu einer Gerberei zu wollen, um mir Leder anzuschauen, das beruhigt ihn ein wenig: „Wir leiden gerade alle hier. Aber bald sieht alles wie neu aus“, sagte er nun gelassener. Ich lächle in mich hinein. Aus den Gerbereien in diesem Sektor läuft weiter das Abwasser heraus. An allen Mauern hängen Lederhäute in Massen zum Trocknen. Alles wie letztes Jahr, nur viel schlimmer.
Plötzlich lacht mich in Sektor 1 von einem Teestand ein bekanntes Gesicht an. Doch nach wenigen Augenblicken wechselt das Strahlen in ein leicht enttäuschtes Schmunzeln. Der 40-Jährige Kunal dachte wohl, er hätte einen potentiellen Kunden für seine Gerberei entdeckt. Ich setzte mich neben ihn. Mit einem Seufzer sagt er: „Ja, sieht immer noch böse aus“, in einem Ton, als hätten wir uns gestern gesehen. Auch die Straße hinter uns ist mit chemischen Abwassern überschwemmt. Kunal weiß, dass der wachsende Gerbereipark nicht gut für die Umwelt ist, aber ebenfalls, dass der dringend nötige Arbeitsplätze schafft. Alleine in und um Bantala sollen etwa 250.000 Menschen in der Lederindustrie beschäftigt sein. Kunal ist bewusst, dass das eigentlich ungefährliche Chrom III sich während des Gerbens oft genug in das giftige Chrom VI wandelt. Weil dieser Prozess nur aufwendig und teuer zu verhindern wäre, hat der Westen das Ledergerben ausgelagert. Deutschland ist seit Jahren der zweitgrößte Einkäufer von Lederprodukten aus Kolkata. Die EU als Verbund kauft aktuell 60 Prozent der hiesigen Lederprodukte, seitdem Trump die Einfuhrzölle auf Waren aus Indien massiv erhöht hat.
Aber Kunal kennt auch die alten Gerbereien inmitten Kolkatas in Tangra (New Chinatown). In Bantala stehen die Arbeiter in der Regel zumindest nicht mehr knöcheltief in einer chemischen Brühe. Trotzdem tragen immer noch viele Hauterkrankungen und andere Leiden von der Arbeit davon. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft die berufsbedingte Exposition alleine durch Lederstaub als krebserregend für den Menschen ein. Laut der IARC haben Arbeiter in Ledergerbereien ein erhöhtes Risiko, Atemwegserkrankungen, Hauterkrankungen und verschiedene Krebsarten zu entwickeln, darunter Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren-, Blasen- und Hautkrebs .
Die 10 verseuchtesten Orte der Erde
Bis 2014 kauften die deutschen Einkäufer noch in Dhaka/Hazaribagh Bangladesch. Jahrzehntelang hatten vorwiegend deutsche Aktivisten und Umweltschützer über die schlimmen Zustände berichtet. Dazu wurde Hazaribagh im Jahr 2013 auch noch unter die 10 verseuchtesten Orte der Erde gewählt. Unter Druck gekommen wechselten die deutschen Einkäufer verstärkt nach Indien. Auch in Pakistan äußerten sich damals die Wirtschaftsmedien lobend über die hohen Wachstumszahlen Bangladeschs, ohne die Nebenwirkungen zu erwähnen. Also nicht anders als in Deutschland, wo bei Medien wie der Handelszeitung, oder der FAZ (Paywall) einzig schöne Zahlen aus Bangladesch zählen. So schrieb ich für die pakistanische Zeitung The Dawn eine Reportage aus Hazariabagh – 2013 war das in Pakistan noch möglich. Bei „uns“ hatte „nur“ das Luxemburger Wort Interesse.
Dafür kaufen nun verstärkt die Chinesen das Leder in Bangladesch und lassen es dann in Vietnam weiter verarbeiten – auch Peking achtet mittlerweile mehr auf die Umwelt und lagert die dreckigen Industrien langsam aus.
Über die andauernden Versicherungen der Leder-Komplex Betreiber, dass das Abwasser gereinigt wird, brauche ich mit Kunal nicht mehr sprechen. Auch laut einer aktuellen Studie übersteigen die Chromwerte der aus Bantala in den Kanal geleiteten Abwasser die Grenzwerte in Indien um das 70-fache.
In der gleichen Studie gaben in einer Umfrage unter 30 Arbeitern und Standbesitzern 22 an, dass sie sauberes gefiltertes Trinkwasser auf dem Gelände des Lederkomplexes in Plastikflaschen selber kaufen müssen. Auch das sehen wir beide hier an den Tee- und Essensständen.
Milch mit Chemikalien gepanscht
Auch wenn Kunal mit 40.000 Rupien im Monat (etwa 400 Euro) drei bis vier Mal so viel verdient wie ein Arbeiter in den Gerbereien, hat auch er es immer schwerer über die Runden zu kommen. Auch in Indien sind die Lebensmittelpreise seit Corona stark angestiegen. Ein Liter Milch von Nestle kostet zum Beispiel ungerechnet etwa einen Euro. Ein Liter auf dem Markt 60 bis 80 Cent. Doch obwohl es nur wenige Kontrollen gibt, kommen regemäßig Fälle ans Licht, in denen die Milch auf dem Markt zu 100 Prozent mit Chemikalien zusammen gepanscht wurde.
Vor sieben Jahren wurde das Vertrauen der Kunden Kolkatas bis ins Mark erschüttert: Auf dem Raja-Basar beschlagnahmte die Polizei 20 Tonnen Fleisch, das von Kadavern von Hunden und Katzen stammte. Laut der Behörden wurde das verrottete Fleisch mit Formalin gewaschen und gegen den Gestank mit einer Mischung aus Aluminium-Sulfat und Blei-Sulfat eingesprüht.
Da wundert es nicht, dass Nestlé India and Hindustan Unilever (HUL) auch in Indien schon den Lebensmittel- und Getränkemarkt kontrollieren. Also Tochterunternehmen eines börsenorientierten schweizer- und eines britischen Konzerns, die Wachstum brauchen, da ihre Aktionäre auf die Quartalszahlen starren. Da landet dann auch extra viel Zucker in indischen Nestle Produkten für Babynahrung. Unter den jungen, gebildeten Menschen Indiens heißt es scherzhaft: Nestle Produkte bestehen nur aus Milchpulver und Zucker. So gab Nestle nach dem „Zuckerskandal“ im Wirtschaftsjahr 2024/25 eben 25 Prozent mehr für Werbung in Indien aus: Insgesamt knapp 100 Millionen Euro.
Der 24 ha grosse Müllberg
Als ich mich auf der Rückfahrt im Rumpelbus nach Kolkata befinde, erscheint zwischen den Teichen, Gemüsefeldern und den Gräben mit pechschwarzem Abwasser die vertrauten Berge – eingehüllt in Nebelschwaden. Doch auch sie sind nur ein Trugbild. Es ist der 24 Hektar große Müllberg der Metropole der ständig am Kokeln ist. Das rotgefärbte Sickerwasser, das vom „Berg“ in die umliegenden Gemüsefelder fließt, enthält extrem hohe Konzentrationen von Chrom, Blei, Kadmium, Kupfer und Zink und verunreinigt das Grundwasser.
Seit Jahren sucht die Metropole nach einem neuen Ort für eine Müllhalde, aber sie findet keinen Platz.
Überall um Kolkata werden neue Hochhäuser und Industrien aus der Erde gestampft, auch „aus“ den geschützten Feuchtgebieten.
Doch ist es wirklich nur der Wahnsinn der politischen Verantwortlichen Kolkatas? Auch in Deutschland „schreien“ wirtschaftsfreundliche Medien im Namen der Industrie: Deutschland kann die Welt nicht alleine retten – wie aktuell verstärkt, wenn es um das Lieferkettengesetzt geht. Jede Verantwortung für billiges Leder, Textilien und Medikamente wird geleugnet. Dabei macht es die österreichische Firma Waldviertler vor: Lederschuhe aus heimischer und umweltfreundlicher Produktion. Wählt der Kunde dann noch einen mit austauschbarer Sohle hat er einen Schuh fürs Leben. Dazu gibt es seit langem pflanzliche Alternativen wie Tannine aus Eichenrinde zu chemischen Gerbmitteln wie Chrom.
Modi und der neoliberale Weltmarkt im Nacken
Die Chief Ministerin Mamata Banerjee des Bundesstaates West Bengalen, in dem Kolkata liegt, braucht Wachstum, wenn sie wieder gewählt werden möchte. Narendra Modi liegt ihr im Nacken und dem der neoliberale Weltmarkt. Die Gerbereien bringen Wachstum. Für eine anständige Wasserinfrastruktur ist dagegen kein Geld da. Wenn dann doch mal investiert wird, fehlt es an Zeit: Kolkata wächst wie der Gerberei-Komplex schneller als die Infrastruktur. Auch die Gerbereien Bantalas legen keine Pause ein, die Arbeiten an der Infrastruktur enden im Chaos und noch mehr Umweltverschmutzung.
Auf die katastrophalen Zukunftsfolgen für Kolkata und seine 15,8 Millionen Einwohner werde ich noch genauer eingehen. Die Frage ist nämlich nicht, ob die bengalische Mega-Metropole kollabiert, sondern wann.
Über Gilbert Kolonko aus Kolkata:
Unter der Kennung "Gastautor:innen" fassen wir die unterschiedlichsten Beiträge externer Quellen zusammen, die wir dankbar im Beueler-Extradienst (wieder-)veröffentlichen dürfen. Die Autor*innen, Quellen und ggf. Lizenzen sind, soweit bekannt, jeweils im Beitrag vermerkt und/oder verlinkt.
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Dreckiges Leder für Deutschland
Im ost-indischen Kolkata wird Leder unter schlimmen Bedingungen für Mensch und Umwelt gegerbt. Deutsche Unternehmen sind die zweitgrößten Einkäufer, weil das Leder aus diesem Grund billig ist.
Weit über mir fliegt ein Zug Wildvögel und erinnert daran, dass ich mich in den östlichen Feuchtgebieten Kolkatas befinde. Seit 2002 sind sie durch die internationale Ramsar-Konvention geschützt. Die Männer auf den Bänken neben mir, in ihren verdreckten Hosen und Lungis (Wickelrock), albern miteinander herum, in diesem für Bengalen typisch lauten Tonfall, als wollten sie die 15,8 Millionen Bewohner im 20 Km entfernten Kolkata an den Gesprächen teilhaben lassen. Auch die Gemüse- Fleisch- und Fischstände aus Bambus auf der anderen Straßenseite nähren den Eindruck in einem Dorf zu sein, umgeben von intakter Natur.
Doch der intensive süß-saure Chemiegestank lässt keinen Zweifel, dass dies hier der Marktplatz des größten Gerbereiparks Asiens ist: Der Bantala Leder-Komplex.
Dann spaziere ich zwei Stunden über das 4,5 km² große Gelände mit seinen etwa 500 Gerbereien und Lederverarbeitungsbetrieben – jedes Jahr werden es mehr.
Seitdem die Behörden im südlichen Bundesstaat Tamil Nadu, eine ehemalige Lederhochburg, verstärkt gegen die dreckigen Gerbereien vorgeht. wirbt die Chief Ministerin von West Bengalen, dass diese nach Bantala umsiedeln.
Auch die Gerbereien aus Kanpur im Bundesstaat Uttar Pradesh folgten. Dort regiert seit 2017 ein radikaler Hindu-Priester als Chief Minister, mit dem Künstlernamen Yogi Adityanath. Geboren als Herr Ajay Mohan Singh Bisht. Er hatte den Ledergerbereien in Kanpur aus einem Grund den Kampf angesagt: dort arbeiten vorwiegend Muslime. Offiziell tat „Yogi“ so, als wolle er damit die Umwelt schützen. Doch wie auch ich in einer Reportage aufzeigte, wurden die dreckigen Industrien in der Stadtmitte Kanpurs nicht geschlossen, denn sie wurden von Hindus geführt. Ihr kupfergefärbten Abwasser wurde ungefiltert über die Felder in einen Kanal geleitet.
Auch heute blubbert auf dem Bantala Leder-Komplex das chromverseuchte Abwasser in Kilometer langen Gräben vor sich hin. Es sickert auch aus den Gerbereien direkt auf die Wege, oder schießt aus kaputten Abwasserrohren.
Bei meinem letzten Besuch im Februar waren fast alle Wege und Straßen des Komplexes mit stinkenden Abwässern überschwemmt. Beim Reinigen der Kanalisation auf dem Gelände war einiges schief gegangen. Die Behörden warfen den Gerbereien vor, dass sie trotz der Kanalisationsarbeiten weiter Abwasser einleiteten. Drei Arbeiter starben in den Abwasserrohren. Am 25. November kam es zu einem Brand auf dem Gelände – sechs Arbeiter wurden verletzt. Vor drei Jahren geriert eine Gerberei in Brand. Die hauseigene Feuerwehr war völlig überfordert, so dass ihre Kollegen aus Kolkata anrücken mussten.
Als ich den Sektor 2 des Leder-Komplexes erreiche, bin ich schockiert: Es sieht noch schlimmer aus, als im letzten Jahr: Alle Wege sind mit toxischem Abwasser überschwemmt – die Stimmung unter den Arbeitern ist gereizt. Eine Gasse weiter steht ein Laster schräg auf der Kreuzung. Ein Reifen steckt in einem Straßenloch – Achsenbruch. Chemikalien laufen aus den beschädigten Fässern auf die ungepflasterte Straße. Nach Angaben der bengalischen Regierung hat sie 150.000 Millionen Euro in den Lederkomplex und in ein neues Abwassersystem investiert. Im September 2024 hieß es, die Arbeiten seien bald abgeschlossen – in wenigen Tagen beginnt das Jahr 2026.
“Warum fotografiserst du hier?”
Als ich ein Foto vom verunglückten Laster mache, kommt ein wütender Vorarbeiter auf mich zu: „Warum fotografierst du hier? Der Fahrer ist selber schuld. Der Sektor ist gesperrt, denn wegen Kanalisationsarbeiten, stehen auch die Gerbereien still.“ Ich gebe vor, zu einer Gerberei zu wollen, um mir Leder anzuschauen, das beruhigt ihn ein wenig: „Wir leiden gerade alle hier. Aber bald sieht alles wie neu aus“, sagte er nun gelassener. Ich lächle in mich hinein. Aus den Gerbereien in diesem Sektor läuft weiter das Abwasser heraus. An allen Mauern hängen Lederhäute in Massen zum Trocknen. Alles wie letztes Jahr, nur viel schlimmer.
Plötzlich lacht mich in Sektor 1 von einem Teestand ein bekanntes Gesicht an. Doch nach wenigen Augenblicken wechselt das Strahlen in ein leicht enttäuschtes Schmunzeln. Der 40-Jährige Kunal dachte wohl, er hätte einen potentiellen Kunden für seine Gerberei entdeckt. Ich setzte mich neben ihn. Mit einem Seufzer sagt er: „Ja, sieht immer noch böse aus“, in einem Ton, als hätten wir uns gestern gesehen. Auch die Straße hinter uns ist mit chemischen Abwassern überschwemmt. Kunal weiß, dass der wachsende Gerbereipark nicht gut für die Umwelt ist, aber ebenfalls, dass der dringend nötige Arbeitsplätze schafft. Alleine in und um Bantala sollen etwa 250.000 Menschen in der Lederindustrie beschäftigt sein. Kunal ist bewusst, dass das eigentlich ungefährliche Chrom III sich während des Gerbens oft genug in das giftige Chrom VI wandelt. Weil dieser Prozess nur aufwendig und teuer zu verhindern wäre, hat der Westen das Ledergerben ausgelagert. Deutschland ist seit Jahren der zweitgrößte Einkäufer von Lederprodukten aus Kolkata. Die EU als Verbund kauft aktuell 60 Prozent der hiesigen Lederprodukte, seitdem Trump die Einfuhrzölle auf Waren aus Indien massiv erhöht hat.
Aber Kunal kennt auch die alten Gerbereien inmitten Kolkatas in Tangra (New Chinatown). In Bantala stehen die Arbeiter in der Regel zumindest nicht mehr knöcheltief in einer chemischen Brühe. Trotzdem tragen immer noch viele Hauterkrankungen und andere Leiden von der Arbeit davon. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft die berufsbedingte Exposition alleine durch Lederstaub als krebserregend für den Menschen ein. Laut der IARC haben Arbeiter in Ledergerbereien ein erhöhtes Risiko, Atemwegserkrankungen, Hauterkrankungen und verschiedene Krebsarten zu entwickeln, darunter Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren-, Blasen- und Hautkrebs .
Die 10 verseuchtesten Orte der Erde
Bis 2014 kauften die deutschen Einkäufer noch in Dhaka/Hazaribagh Bangladesch. Jahrzehntelang hatten vorwiegend deutsche Aktivisten und Umweltschützer über die schlimmen Zustände berichtet. Dazu wurde Hazaribagh im Jahr 2013 auch noch unter die 10 verseuchtesten Orte der Erde gewählt. Unter Druck gekommen wechselten die deutschen Einkäufer verstärkt nach Indien. Auch in Pakistan äußerten sich damals die Wirtschaftsmedien lobend über die hohen Wachstumszahlen Bangladeschs, ohne die Nebenwirkungen zu erwähnen. Also nicht anders als in Deutschland, wo bei Medien wie der Handelszeitung, oder der FAZ (Paywall) einzig schöne Zahlen aus Bangladesch zählen. So schrieb ich für die pakistanische Zeitung The Dawn eine Reportage aus Hazariabagh – 2013 war das in Pakistan noch möglich. Bei „uns“ hatte „nur“ das Luxemburger Wort Interesse.
Dafür kaufen nun verstärkt die Chinesen das Leder in Bangladesch und lassen es dann in Vietnam weiter verarbeiten – auch Peking achtet mittlerweile mehr auf die Umwelt und lagert die dreckigen Industrien langsam aus.
Über die andauernden Versicherungen der Leder-Komplex Betreiber, dass das Abwasser gereinigt wird, brauche ich mit Kunal nicht mehr sprechen. Auch laut einer aktuellen Studie übersteigen die Chromwerte der aus Bantala in den Kanal geleiteten Abwasser die Grenzwerte in Indien um das 70-fache.
In der gleichen Studie gaben in einer Umfrage unter 30 Arbeitern und Standbesitzern 22 an, dass sie sauberes gefiltertes Trinkwasser auf dem Gelände des Lederkomplexes in Plastikflaschen selber kaufen müssen. Auch das sehen wir beide hier an den Tee- und Essensständen.
Milch mit Chemikalien gepanscht
Auch wenn Kunal mit 40.000 Rupien im Monat (etwa 400 Euro) drei bis vier Mal so viel verdient wie ein Arbeiter in den Gerbereien, hat auch er es immer schwerer über die Runden zu kommen. Auch in Indien sind die Lebensmittelpreise seit Corona stark angestiegen. Ein Liter Milch von Nestle kostet zum Beispiel ungerechnet etwa einen Euro. Ein Liter auf dem Markt 60 bis 80 Cent. Doch obwohl es nur wenige Kontrollen gibt, kommen regemäßig Fälle ans Licht, in denen die Milch auf dem Markt zu 100 Prozent mit Chemikalien zusammen gepanscht wurde.
Vor sieben Jahren wurde das Vertrauen der Kunden Kolkatas bis ins Mark erschüttert: Auf dem Raja-Basar beschlagnahmte die Polizei 20 Tonnen Fleisch, das von Kadavern von Hunden und Katzen stammte. Laut der Behörden wurde das verrottete Fleisch mit Formalin gewaschen und gegen den Gestank mit einer Mischung aus Aluminium-Sulfat und Blei-Sulfat eingesprüht.
Da wundert es nicht, dass Nestlé India and Hindustan Unilever (HUL) auch in Indien schon den Lebensmittel- und Getränkemarkt kontrollieren. Also Tochterunternehmen eines börsenorientierten schweizer- und eines britischen Konzerns, die Wachstum brauchen, da ihre Aktionäre auf die Quartalszahlen starren. Da landet dann auch extra viel Zucker in indischen Nestle Produkten für Babynahrung. Unter den jungen, gebildeten Menschen Indiens heißt es scherzhaft: Nestle Produkte bestehen nur aus Milchpulver und Zucker. So gab Nestle nach dem „Zuckerskandal“ im Wirtschaftsjahr 2024/25 eben 25 Prozent mehr für Werbung in Indien aus: Insgesamt knapp 100 Millionen Euro.
Der 24 ha grosse Müllberg
Als ich mich auf der Rückfahrt im Rumpelbus nach Kolkata befinde, erscheint zwischen den Teichen, Gemüsefeldern und den Gräben mit pechschwarzem Abwasser die vertrauten Berge – eingehüllt in Nebelschwaden. Doch auch sie sind nur ein Trugbild. Es ist der 24 Hektar große Müllberg der Metropole der ständig am Kokeln ist. Das rotgefärbte Sickerwasser, das vom „Berg“ in die umliegenden Gemüsefelder fließt, enthält extrem hohe Konzentrationen von Chrom, Blei, Kadmium, Kupfer und Zink und verunreinigt das Grundwasser.
Seit Jahren sucht die Metropole nach einem neuen Ort für eine Müllhalde, aber sie findet keinen Platz.
Überall um Kolkata werden neue Hochhäuser und Industrien aus der Erde gestampft, auch „aus“ den geschützten Feuchtgebieten.
Doch ist es wirklich nur der Wahnsinn der politischen Verantwortlichen Kolkatas? Auch in Deutschland „schreien“ wirtschaftsfreundliche Medien im Namen der Industrie: Deutschland kann die Welt nicht alleine retten – wie aktuell verstärkt, wenn es um das Lieferkettengesetzt geht. Jede Verantwortung für billiges Leder, Textilien und Medikamente wird geleugnet. Dabei macht es die österreichische Firma Waldviertler vor: Lederschuhe aus heimischer und umweltfreundlicher Produktion. Wählt der Kunde dann noch einen mit austauschbarer Sohle hat er einen Schuh fürs Leben. Dazu gibt es seit langem pflanzliche Alternativen wie Tannine aus Eichenrinde zu chemischen Gerbmitteln wie Chrom.
Modi und der neoliberale Weltmarkt im Nacken
Die Chief Ministerin Mamata Banerjee des Bundesstaates West Bengalen, in dem Kolkata liegt, braucht Wachstum, wenn sie wieder gewählt werden möchte. Narendra Modi liegt ihr im Nacken und dem der neoliberale Weltmarkt. Die Gerbereien bringen Wachstum. Für eine anständige Wasserinfrastruktur ist dagegen kein Geld da. Wenn dann doch mal investiert wird, fehlt es an Zeit: Kolkata wächst wie der Gerberei-Komplex schneller als die Infrastruktur. Auch die Gerbereien Bantalas legen keine Pause ein, die Arbeiten an der Infrastruktur enden im Chaos und noch mehr Umweltverschmutzung.
Auf die katastrophalen Zukunftsfolgen für Kolkata und seine 15,8 Millionen Einwohner werde ich noch genauer eingehen. Die Frage ist nämlich nicht, ob die bengalische Mega-Metropole kollabiert, sondern wann.
Über Gilbert Kolonko aus Kolkata:
Unter der Kennung "Gastautor:innen" fassen wir die unterschiedlichsten Beiträge externer Quellen zusammen, die wir dankbar im Beueler-Extradienst (wieder-)veröffentlichen dürfen. Die Autor*innen, Quellen und ggf. Lizenzen sind, soweit bekannt, jeweils im Beitrag vermerkt und/oder verlinkt.
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Dreckiges Leder für Deutschland
Im ost-indischen Kolkata wird Leder unter schlimmen Bedingungen für Mensch und Umwelt gegerbt. Deutsche Unternehmen sind die zweitgrößten Einkäufer, weil das Leder aus diesem Grund billig ist.
Weit über mir fliegt ein Zug Wildvögel und erinnert daran, dass ich mich in den östlichen Feuchtgebieten Kolkatas befinde. Seit 2002 sind sie durch die internationale Ramsar-Konvention geschützt. Die Männer auf den Bänken neben mir, in ihren verdreckten Hosen und Lungis (Wickelrock), albern miteinander herum, in diesem für Bengalen typisch lauten Tonfall, als wollten sie die 15,8 Millionen Bewohner im 20 Km entfernten Kolkata an den Gesprächen teilhaben lassen. Auch die Gemüse- Fleisch- und Fischstände aus Bambus auf der anderen Straßenseite nähren den Eindruck in einem Dorf zu sein, umgeben von intakter Natur.
Doch der intensive süß-saure Chemiegestank lässt keinen Zweifel, dass dies hier der Marktplatz des größten Gerbereiparks Asiens ist: Der Bantala Leder-Komplex.
Dann spaziere ich zwei Stunden über das 4,5 km² große Gelände mit seinen etwa 500 Gerbereien und Lederverarbeitungsbetrieben – jedes Jahr werden es mehr.
Seitdem die Behörden im südlichen Bundesstaat Tamil Nadu, eine ehemalige Lederhochburg, verstärkt gegen die dreckigen Gerbereien vorgeht. wirbt die Chief Ministerin von West Bengalen, dass diese nach Bantala umsiedeln.
Auch die Gerbereien aus Kanpur im Bundesstaat Uttar Pradesh folgten. Dort regiert seit 2017 ein radikaler Hindu-Priester als Chief Minister, mit dem Künstlernamen Yogi Adityanath. Geboren als Herr Ajay Mohan Singh Bisht. Er hatte den Ledergerbereien in Kanpur aus einem Grund den Kampf angesagt: dort arbeiten vorwiegend Muslime. Offiziell tat „Yogi“ so, als wolle er damit die Umwelt schützen. Doch wie auch ich in einer Reportage aufzeigte, wurden die dreckigen Industrien in der Stadtmitte Kanpurs nicht geschlossen, denn sie wurden von Hindus geführt. Ihr kupfergefärbten Abwasser wurde ungefiltert über die Felder in einen Kanal geleitet.
Auch heute blubbert auf dem Bantala Leder-Komplex das chromverseuchte Abwasser in Kilometer langen Gräben vor sich hin. Es sickert auch aus den Gerbereien direkt auf die Wege, oder schießt aus kaputten Abwasserrohren.
Bei meinem letzten Besuch im Februar waren fast alle Wege und Straßen des Komplexes mit stinkenden Abwässern überschwemmt. Beim Reinigen der Kanalisation auf dem Gelände war einiges schief gegangen. Die Behörden warfen den Gerbereien vor, dass sie trotz der Kanalisationsarbeiten weiter Abwasser einleiteten. Drei Arbeiter starben in den Abwasserrohren. Am 25. November kam es zu einem Brand auf dem Gelände – sechs Arbeiter wurden verletzt. Vor drei Jahren geriert eine Gerberei in Brand. Die hauseigene Feuerwehr war völlig überfordert, so dass ihre Kollegen aus Kolkata anrücken mussten.
Als ich den Sektor 2 des Leder-Komplexes erreiche, bin ich schockiert: Es sieht noch schlimmer aus, als im letzten Jahr: Alle Wege sind mit toxischem Abwasser überschwemmt – die Stimmung unter den Arbeitern ist gereizt. Eine Gasse weiter steht ein Laster schräg auf der Kreuzung. Ein Reifen steckt in einem Straßenloch – Achsenbruch. Chemikalien laufen aus den beschädigten Fässern auf die ungepflasterte Straße. Nach Angaben der bengalischen Regierung hat sie 150.000 Millionen Euro in den Lederkomplex und in ein neues Abwassersystem investiert. Im September 2024 hieß es, die Arbeiten seien bald abgeschlossen – in wenigen Tagen beginnt das Jahr 2026.
“Warum fotografiserst du hier?”
Als ich ein Foto vom verunglückten Laster mache, kommt ein wütender Vorarbeiter auf mich zu: „Warum fotografierst du hier? Der Fahrer ist selber schuld. Der Sektor ist gesperrt, denn wegen Kanalisationsarbeiten, stehen auch die Gerbereien still.“ Ich gebe vor, zu einer Gerberei zu wollen, um mir Leder anzuschauen, das beruhigt ihn ein wenig: „Wir leiden gerade alle hier. Aber bald sieht alles wie neu aus“, sagte er nun gelassener. Ich lächle in mich hinein. Aus den Gerbereien in diesem Sektor läuft weiter das Abwasser heraus. An allen Mauern hängen Lederhäute in Massen zum Trocknen. Alles wie letztes Jahr, nur viel schlimmer.
Plötzlich lacht mich in Sektor 1 von einem Teestand ein bekanntes Gesicht an. Doch nach wenigen Augenblicken wechselt das Strahlen in ein leicht enttäuschtes Schmunzeln. Der 40-Jährige Kunal dachte wohl, er hätte einen potentiellen Kunden für seine Gerberei entdeckt. Ich setzte mich neben ihn. Mit einem Seufzer sagt er: „Ja, sieht immer noch böse aus“, in einem Ton, als hätten wir uns gestern gesehen. Auch die Straße hinter uns ist mit chemischen Abwassern überschwemmt. Kunal weiß, dass der wachsende Gerbereipark nicht gut für die Umwelt ist, aber ebenfalls, dass der dringend nötige Arbeitsplätze schafft. Alleine in und um Bantala sollen etwa 250.000 Menschen in der Lederindustrie beschäftigt sein. Kunal ist bewusst, dass das eigentlich ungefährliche Chrom III sich während des Gerbens oft genug in das giftige Chrom VI wandelt. Weil dieser Prozess nur aufwendig und teuer zu verhindern wäre, hat der Westen das Ledergerben ausgelagert. Deutschland ist seit Jahren der zweitgrößte Einkäufer von Lederprodukten aus Kolkata. Die EU als Verbund kauft aktuell 60 Prozent der hiesigen Lederprodukte, seitdem Trump die Einfuhrzölle auf Waren aus Indien massiv erhöht hat.
Aber Kunal kennt auch die alten Gerbereien inmitten Kolkatas in Tangra (New Chinatown). In Bantala stehen die Arbeiter in der Regel zumindest nicht mehr knöcheltief in einer chemischen Brühe. Trotzdem tragen immer noch viele Hauterkrankungen und andere Leiden von der Arbeit davon. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft die berufsbedingte Exposition alleine durch Lederstaub als krebserregend für den Menschen ein. Laut der IARC haben Arbeiter in Ledergerbereien ein erhöhtes Risiko, Atemwegserkrankungen, Hauterkrankungen und verschiedene Krebsarten zu entwickeln, darunter Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren-, Blasen- und Hautkrebs .
Die 10 verseuchtesten Orte der Erde
Bis 2014 kauften die deutschen Einkäufer noch in Dhaka/Hazaribagh Bangladesch. Jahrzehntelang hatten vorwiegend deutsche Aktivisten und Umweltschützer über die schlimmen Zustände berichtet. Dazu wurde Hazaribagh im Jahr 2013 auch noch unter die 10 verseuchtesten Orte der Erde gewählt. Unter Druck gekommen wechselten die deutschen Einkäufer verstärkt nach Indien. Auch in Pakistan äußerten sich damals die Wirtschaftsmedien lobend über die hohen Wachstumszahlen Bangladeschs, ohne die Nebenwirkungen zu erwähnen. Also nicht anders als in Deutschland, wo bei Medien wie der Handelszeitung, oder der FAZ (Paywall) einzig schöne Zahlen aus Bangladesch zählen. So schrieb ich für die pakistanische Zeitung The Dawn eine Reportage aus Hazariabagh – 2013 war das in Pakistan noch möglich. Bei „uns“ hatte „nur“ das Luxemburger Wort Interesse.
Dafür kaufen nun verstärkt die Chinesen das Leder in Bangladesch und lassen es dann in Vietnam weiter verarbeiten – auch Peking achtet mittlerweile mehr auf die Umwelt und lagert die dreckigen Industrien langsam aus.
Über die andauernden Versicherungen der Leder-Komplex Betreiber, dass das Abwasser gereinigt wird, brauche ich mit Kunal nicht mehr sprechen. Auch laut einer aktuellen Studie übersteigen die Chromwerte der aus Bantala in den Kanal geleiteten Abwasser die Grenzwerte in Indien um das 70-fache.
In der gleichen Studie gaben in einer Umfrage unter 30 Arbeitern und Standbesitzern 22 an, dass sie sauberes gefiltertes Trinkwasser auf dem Gelände des Lederkomplexes in Plastikflaschen selber kaufen müssen. Auch das sehen wir beide hier an den Tee- und Essensständen.
Milch mit Chemikalien gepanscht
Auch wenn Kunal mit 40.000 Rupien im Monat (etwa 400 Euro) drei bis vier Mal so viel verdient wie ein Arbeiter in den Gerbereien, hat auch er es immer schwerer über die Runden zu kommen. Auch in Indien sind die Lebensmittelpreise seit Corona stark angestiegen. Ein Liter Milch von Nestle kostet zum Beispiel ungerechnet etwa einen Euro. Ein Liter auf dem Markt 60 bis 80 Cent. Doch obwohl es nur wenige Kontrollen gibt, kommen regemäßig Fälle ans Licht, in denen die Milch auf dem Markt zu 100 Prozent mit Chemikalien zusammen gepanscht wurde.
Vor sieben Jahren wurde das Vertrauen der Kunden Kolkatas bis ins Mark erschüttert: Auf dem Raja-Basar beschlagnahmte die Polizei 20 Tonnen Fleisch, das von Kadavern von Hunden und Katzen stammte. Laut der Behörden wurde das verrottete Fleisch mit Formalin gewaschen und gegen den Gestank mit einer Mischung aus Aluminium-Sulfat und Blei-Sulfat eingesprüht.
Da wundert es nicht, dass Nestlé India and Hindustan Unilever (HUL) auch in Indien schon den Lebensmittel- und Getränkemarkt kontrollieren. Also Tochterunternehmen eines börsenorientierten schweizer- und eines britischen Konzerns, die Wachstum brauchen, da ihre Aktionäre auf die Quartalszahlen starren. Da landet dann auch extra viel Zucker in indischen Nestle Produkten für Babynahrung. Unter den jungen, gebildeten Menschen Indiens heißt es scherzhaft: Nestle Produkte bestehen nur aus Milchpulver und Zucker. So gab Nestle nach dem „Zuckerskandal“ im Wirtschaftsjahr 2024/25 eben 25 Prozent mehr für Werbung in Indien aus: Insgesamt knapp 100 Millionen Euro.
Der 24 ha grosse Müllberg
Als ich mich auf der Rückfahrt im Rumpelbus nach Kolkata befinde, erscheint zwischen den Teichen, Gemüsefeldern und den Gräben mit pechschwarzem Abwasser die vertrauten Berge – eingehüllt in Nebelschwaden. Doch auch sie sind nur ein Trugbild. Es ist der 24 Hektar große Müllberg der Metropole der ständig am Kokeln ist. Das rotgefärbte Sickerwasser, das vom „Berg“ in die umliegenden Gemüsefelder fließt, enthält extrem hohe Konzentrationen von Chrom, Blei, Kadmium, Kupfer und Zink und verunreinigt das Grundwasser.
Seit Jahren sucht die Metropole nach einem neuen Ort für eine Müllhalde, aber sie findet keinen Platz.
Überall um Kolkata werden neue Hochhäuser und Industrien aus der Erde gestampft, auch „aus“ den geschützten Feuchtgebieten.
Doch ist es wirklich nur der Wahnsinn der politischen Verantwortlichen Kolkatas? Auch in Deutschland „schreien“ wirtschaftsfreundliche Medien im Namen der Industrie: Deutschland kann die Welt nicht alleine retten – wie aktuell verstärkt, wenn es um das Lieferkettengesetzt geht. Jede Verantwortung für billiges Leder, Textilien und Medikamente wird geleugnet. Dabei macht es die österreichische Firma Waldviertler vor: Lederschuhe aus heimischer und umweltfreundlicher Produktion. Wählt der Kunde dann noch einen mit austauschbarer Sohle hat er einen Schuh fürs Leben. Dazu gibt es seit langem pflanzliche Alternativen wie Tannine aus Eichenrinde zu chemischen Gerbmitteln wie Chrom.
Modi und der neoliberale Weltmarkt im Nacken
Die Chief Ministerin Mamata Banerjee des Bundesstaates West Bengalen, in dem Kolkata liegt, braucht Wachstum, wenn sie wieder gewählt werden möchte. Narendra Modi liegt ihr im Nacken und dem der neoliberale Weltmarkt. Die Gerbereien bringen Wachstum. Für eine anständige Wasserinfrastruktur ist dagegen kein Geld da. Wenn dann doch mal investiert wird, fehlt es an Zeit: Kolkata wächst wie der Gerberei-Komplex schneller als die Infrastruktur. Auch die Gerbereien Bantalas legen keine Pause ein, die Arbeiten an der Infrastruktur enden im Chaos und noch mehr Umweltverschmutzung.
Auf die katastrophalen Zukunftsfolgen für Kolkata und seine 15,8 Millionen Einwohner werde ich noch genauer eingehen. Die Frage ist nämlich nicht, ob die bengalische Mega-Metropole kollabiert, sondern wann.
Über Gilbert Kolonko aus Kolkata:
Unter der Kennung "Gastautor:innen" fassen wir die unterschiedlichsten Beiträge externer Quellen zusammen, die wir dankbar im Beueler-Extradienst (wieder-)veröffentlichen dürfen. Die Autor*innen, Quellen und ggf. Lizenzen sind, soweit bekannt, jeweils im Beitrag vermerkt und/oder verlinkt.
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𝗕𝗮𝘀 𝗲𝗻 𝗔𝗮𝗱 𝘃𝗮𝗻 𝗧𝗼𝗼𝗿 𝗸𝗿𝗶𝗷𝗴𝗲𝗻 𝗺𝘂𝗻𝘁 𝗼𝗺 50-𝗷𝗮𝗿𝗶𝗴𝗲 𝗰𝗮𝗿𝗿𝗶è𝗿𝗲 𝘁𝗲 𝘃𝗶𝗲𝗿𝗲𝗻
Bas en Aad van Toor, bekend als het iconische duo Bassie & Adriaan, krijgen een unieke herdenkingsmunt ter ere van hun vijftigjarige televisiecarrière. De munt wordt uitgegeven omdat het dit jaar precies vijftig jaar geleden is dat de broers voor het eerst als Bassie en Adriaan op televisie...
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Ab 19. März 2026 ist der legendäre VSE der Odakyu Electric Railway im Romancecar Museum Ebina zu sehen. Besucher können erstmals den ikonischen weißen Romancecar betreten und seine Panorama-Sitze erleben.
#VSE #RomancecarMuseum #JapanZug -
𝗚𝗲𝘀𝘁𝗲𝗴𝗴𝗲𝗹 𝗼𝗺 𝗿𝗲𝗰𝗵𝘁𝗲𝗻 𝘃𝗼𝗼𝗿 𝗻𝗶𝗲𝘂𝘄𝗲 𝘁𝗲𝗹𝗲𝘃𝗶𝘀𝗶𝗲𝘀𝗲𝗿𝗶𝗲 𝗕𝗮𝗮𝗻𝘁𝗷𝗲𝗿: '𝗗𝗮𝘁 𝘃𝗶𝗻𝗱𝗲𝗻 𝘄𝗲 𝗷𝗮𝗺𝗺𝗲𝗿'
De iconische rechercheur De Cock keert in 2026 terug op de buis, maar de weg daar naartoe verloopt allesbehalve vlekkeloos. Producent Banijay Benelux werkt namelijk aan een nieuwe reeks, zonder overeenstemming met auteur Peter Römer en uitgeverij De Fontein. En...
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"Bop-A-Lena" einer der Klassiker des DaDa-50s-Punk war einer der ersten Songs, den wir in unserem Haus aufgenommen haben.
Die Instrumente waren teilweise selbst gebastelt.
Einige der Musiker auf der Aufnahme waren damals noch keine, sind dann aber recht bekannt geworden.
Um das, was da in Zusammenarbeit mit vielen Menschen und Freunden entstanden ist, zu erhalten, habe ich schon lange begonnen, die Erich-Mühsam-Stiftung aufzubauen.
Erich Mühsam wegen seines ikonischen „Sich fügen heißt lügen“-Gedichts. Ich denke, das passt zu uns.
Mir ist es auch gelungen, Räume für die Stiftung zu finden. (Ich nenne das nur so, ist keine "echte" Stiftung, aber ich denke, das passt.)
Das hält uns den Rücken frei und wir können Suzy Q Records und Reverend Elvis and the Undead Syncopators und die ganze bildende Kunst retten.
Ich würde mal sagen, die sind standesgemäß und wir gehen nun in die Verhandlungen mit der PYUR.
Long live underground!https://word.undead-network.de/2026/03/23/bop-a-lena-einer-der-klassiker-des-dada-50s-punk-war-einer-der-ersten-songs-den-wir-in-unserem-haus-aufgenommen-haben/
#chemnitz #kunst #musik #pyur #reverendelvis #SuzyqRecords #undead -
Es sind Tweets zu den seit Monaten andauernden indischen Bauernprotesten, die Neu Delhi geärgert haben. Twitter gibt dem politischem Duck nach - versucht aber, die Fahne der Meinungsfreiheit hoch zu halten.
Twitter suspendiert auf Druck der Regierung Konten in Indien | DW | 10.02.2021 #Indien #Twitter #Bauernproteste #Koo #BharatiyaJanataParty #BJP #NarendraModi -
Stimmen aus dem Aufstand in Indonesien: Affan Kurniawan lebt weiter auf den Straßen
Ende August 2025 gab es in ganz Indonesien eine Welle von Protesten. In diesem Bericht zeigen wir ein Interview mit einem inhaftierten indonesischen anarchistischen Autor und verschiedene Statements von anarchistischen Gruppen, die seit Beginn des Aufstands an englischsprachige Medien gegangen sind.
Nach wochenlangen Protesten in ganz Indonesien gegen #Sparmaßnahmen versammelten sich in der Woche vom 25. August massenhaft Demonstranten, um der politischen Elite Indonesiens Herzlosigkeit und #Korruption vorzuwerfen.
Die indonesische #Regierung zahlt den Abgeordneten ein monatliches Gehalt von 100 Millionen Rupiah (etwa 6.081 US-Dollar) – das ist ungefähr das 30-Fache des #Mindestlohns in #Jakarta, wo die höchsten Löhne des Landes gezahlt werden. Die Wut brach aus, als Berichte kursierten, dass die #Abgeordneten zusätzlich 50 Millionen Rupiah pro Monat als #Wohngeld erhielten.
Diese Nachricht kam mitten in einer Zeit hoher #Inflation, neuer Sparmaßnahmen und zunehmender #Armut. #Gewerkschaften, Anarchisten, #Studenten, #Linke, Jugendliche und andere Demonstranten füllten in der Woche vom 25. August die Straßen. Sie wurden von der #Polizei, die dem aktuellen Präsidenten #Prabowo #Subianto dient, der früher #Verteidigungsminister war, hart angegangen.
Am 28. August wurde Affan #Kurniawan, ein 21-jähriger Lieferant, der gerade unterwegs war, um Essen auszuliefern, von einem gepanzerten Fahrzeug der Mobilen Brigade der Nationalpolizei angefahren und getötet.
Als Reaktion auf den Mord an Affan brachen Lieferanten, #Anarchisten und #Jugendliche aus verschiedenen anderen Bevölkerungsgruppen in Aufruhr aus. Demonstranten plünderten mehrere #Polizeistationen, brannten die Häuser von Politikern nieder und plünderten sie und setzten Regierungsgebäude in Brand.
Diese Situation zwang den Premierminister, den Gipfel der Shanghai Cooperation Organization (SCO) in China ausfallen zu lassen. Die Regierung hat angedeutet, dass sie möglicherweise einige der Vergünstigungen für Politiker und einige der Sparmaßnahmen, die den Aufstand ausgelöst haben, kürzen könnte. Präsident Prabowo Subianto hat jedoch die Repressionen verstärkt und das Militär hinzugezogen, was zu mindestens sechs Todesfällen geführt hat – darunter ein Student, der in Yogyakarta, Java, von der Polizei zu Tode geprügelt wurde, und ein Fahrradrikscha-Fahrer, der in Solo, Java, an den Folgen des Einsatzes von Tränengas starb. Die genaue Zahl der Todesopfer ist weiterhin unbekannt.
#Indonesien, das bis 1949 unter niederländischer #Kolonialherrschaft stand, ist nach wie vor stark polarisiert, mit enormen Unterschieden in Bezug auf #Ressourcen und #Macht. In den 1960er Jahren forderte die Gewalt gegen Mitglieder und mutmaßliche Sympathisanten der Kommunistischen Partei Indonesiens (#PKI) mindestens Hunderttausende Menschenleben. Die heutige anarchistische Bewegung entstand Ende der 1980er Jahre, auch dank der Bemühungen von Punkbands. Die Polizei hat 2011 eine „Anti-Anarchie”-Abteilung eingerichtet, und in mehreren Fällen wurden Personen, die als #Anarcho-#Punks angesehen wurden, entführt und in staatlich sanktionierten #Umerziehungslagern eingesperrt. Trotzdem ist die anarchistische Bewegung trotz aller Widrigkeiten weiter gewachsen.
Angesichts der beispiellosen staatlichen #Repressionen auf der ganzen Welt sind die mutigen Aktionen der #Rebellen in #Indonesien eine große Inspiration für alle, die die kapitalistische #Weltordnung ablehnen. Demonstranten in Indonesien haben über verschiedene Formen der Unterdrückung der digitalen Kommunikation berichtet, die sich wahrscheinlich noch verschärfen werden, wenn der Konflikt weiter eskaliert. Wir hoffen, dass dieser vorläufige Bericht die Aufmerksamkeit auf die Situation lenkt und Menschen in anderen Teilen der Welt dazu ermutigt, sich zu informieren und solidarisch zu handeln.
Affan Kurniawan wird nicht vergessen werden, und seinen Mördern wird nicht vergeben werden. Solidarität mit den Mutigen, die dafür auf den Straßen sorgen.
Anarchisten in #Solidarität mit dem Aufstand in Indonesien
Ein Gespräch mit dem anarchistischen Gefangenen und Autor Bima
Bima ist ein anarchistischer #Schriftsteller, #Übersetzer und unabhängiger #Forscher aus Indonesien, der seit 2021 inhaftiert ist. Hinter Gittern bleibt er als Mitglied einer anarchistischen Föderation aktiv. Er ist außerdem Gründer des DIY-Verlags Pustaka Catut und Autor des Buches Anarchy in Alifuru: The History of Stateless Societies in the Maluku Islands, das bei Minor Compositions erschienen ist. Ihr könnt #Bima über #Patreon unterstützen und mehr über eine zuvor aktive FireFund-Kampagne für ihn erfahren.
Wir haben dieses Interview mit Bima in den ersten Septembertagen 2025 geführt.
(...)
Zu meiner vollständigen Übersetzung des bei @CrimethInc erschienenen Beitrages Voices from the Uprising in Indonesia vom 04.09.2025
#Anarchismus #CapitalismIsADeathCult @anarchismhub @anarchism
-
Stimmen aus dem Aufstand in Indonesien: Affan Kurniawan lebt weiter auf den Straßen
Ende August 2025 gab es in ganz Indonesien eine Welle von Protesten. In diesem Bericht zeigen wir ein Interview mit einem inhaftierten indonesischen anarchistischen Autor und verschiedene Statements von anarchistischen Gruppen, die seit Beginn des Aufstands an englischsprachige Medien gegangen sind.
Nach wochenlangen Protesten in ganz Indonesien gegen #Sparmaßnahmen versammelten sich in der Woche vom 25. August massenhaft Demonstranten, um der politischen Elite Indonesiens Herzlosigkeit und #Korruption vorzuwerfen.
Die indonesische #Regierung zahlt den Abgeordneten ein monatliches Gehalt von 100 Millionen Rupiah (etwa 6.081 US-Dollar) – das ist ungefähr das 30-Fache des #Mindestlohns in #Jakarta, wo die höchsten Löhne des Landes gezahlt werden. Die Wut brach aus, als Berichte kursierten, dass die #Abgeordneten zusätzlich 50 Millionen Rupiah pro Monat als #Wohngeld erhielten.
Diese Nachricht kam mitten in einer Zeit hoher #Inflation, neuer Sparmaßnahmen und zunehmender #Armut. #Gewerkschaften, Anarchisten, #Studenten, #Linke, Jugendliche und andere Demonstranten füllten in der Woche vom 25. August die Straßen. Sie wurden von der #Polizei, die dem aktuellen Präsidenten #Prabowo #Subianto dient, der früher #Verteidigungsminister war, hart angegangen.
Am 28. August wurde Affan #Kurniawan, ein 21-jähriger Lieferant, der gerade unterwegs war, um Essen auszuliefern, von einem gepanzerten Fahrzeug der Mobilen Brigade der Nationalpolizei angefahren und getötet.
Als Reaktion auf den Mord an Affan brachen Lieferanten, #Anarchisten und #Jugendliche aus verschiedenen anderen Bevölkerungsgruppen in Aufruhr aus. Demonstranten plünderten mehrere #Polizeistationen, brannten die Häuser von Politikern nieder und plünderten sie und setzten Regierungsgebäude in Brand.
Diese Situation zwang den Premierminister, den Gipfel der Shanghai Cooperation Organization (SCO) in China ausfallen zu lassen. Die Regierung hat angedeutet, dass sie möglicherweise einige der Vergünstigungen für Politiker und einige der Sparmaßnahmen, die den Aufstand ausgelöst haben, kürzen könnte. Präsident Prabowo Subianto hat jedoch die Repressionen verstärkt und das Militär hinzugezogen, was zu mindestens sechs Todesfällen geführt hat – darunter ein Student, der in Yogyakarta, Java, von der Polizei zu Tode geprügelt wurde, und ein Fahrradrikscha-Fahrer, der in Solo, Java, an den Folgen des Einsatzes von Tränengas starb. Die genaue Zahl der Todesopfer ist weiterhin unbekannt.
#Indonesien, das bis 1949 unter niederländischer #Kolonialherrschaft stand, ist nach wie vor stark polarisiert, mit enormen Unterschieden in Bezug auf #Ressourcen und #Macht. In den 1960er Jahren forderte die Gewalt gegen Mitglieder und mutmaßliche Sympathisanten der Kommunistischen Partei Indonesiens (#PKI) mindestens Hunderttausende Menschenleben. Die heutige anarchistische Bewegung entstand Ende der 1980er Jahre, auch dank der Bemühungen von Punkbands. Die Polizei hat 2011 eine „Anti-Anarchie”-Abteilung eingerichtet, und in mehreren Fällen wurden Personen, die als #Anarcho-#Punks angesehen wurden, entführt und in staatlich sanktionierten #Umerziehungslagern eingesperrt. Trotzdem ist die anarchistische Bewegung trotz aller Widrigkeiten weiter gewachsen.
Angesichts der beispiellosen staatlichen #Repressionen auf der ganzen Welt sind die mutigen Aktionen der #Rebellen in #Indonesien eine große Inspiration für alle, die die kapitalistische #Weltordnung ablehnen. Demonstranten in Indonesien haben über verschiedene Formen der Unterdrückung der digitalen Kommunikation berichtet, die sich wahrscheinlich noch verschärfen werden, wenn der Konflikt weiter eskaliert. Wir hoffen, dass dieser vorläufige Bericht die Aufmerksamkeit auf die Situation lenkt und Menschen in anderen Teilen der Welt dazu ermutigt, sich zu informieren und solidarisch zu handeln.
Affan Kurniawan wird nicht vergessen werden, und seinen Mördern wird nicht vergeben werden. Solidarität mit den Mutigen, die dafür auf den Straßen sorgen.
Anarchisten in #Solidarität mit dem Aufstand in Indonesien
Ein Gespräch mit dem anarchistischen Gefangenen und Autor Bima
Bima ist ein anarchistischer #Schriftsteller, #Übersetzer und unabhängiger #Forscher aus Indonesien, der seit 2021 inhaftiert ist. Hinter Gittern bleibt er als Mitglied einer anarchistischen Föderation aktiv. Er ist außerdem Gründer des DIY-Verlags Pustaka Catut und Autor des Buches Anarchy in Alifuru: The History of Stateless Societies in the Maluku Islands, das bei Minor Compositions erschienen ist. Ihr könnt #Bima über #Patreon unterstützen und mehr über eine zuvor aktive FireFund-Kampagne für ihn erfahren.
Wir haben dieses Interview mit Bima in den ersten Septembertagen 2025 geführt.
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Zu meiner vollständigen Übersetzung des bei @CrimethInc erschienenen Beitrages Voices from the Uprising in Indonesia vom 04.09.2025
#Anarchismus #CapitalismIsADeathCult @anarchismhub @anarchism
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Stimmen aus dem Aufstand in Indonesien: Affan Kurniawan lebt weiter auf den Straßen
Ende August 2025 gab es in ganz Indonesien eine Welle von Protesten. In diesem Bericht zeigen wir ein Interview mit einem inhaftierten indonesischen anarchistischen Autor und verschiedene Statements von anarchistischen Gruppen, die seit Beginn des Aufstands an englischsprachige Medien gegangen sind.
Nach wochenlangen Protesten in ganz Indonesien gegen #Sparmaßnahmen versammelten sich in der Woche vom 25. August massenhaft Demonstranten, um der politischen Elite Indonesiens Herzlosigkeit und #Korruption vorzuwerfen.
Die indonesische #Regierung zahlt den Abgeordneten ein monatliches Gehalt von 100 Millionen Rupiah (etwa 6.081 US-Dollar) – das ist ungefähr das 30-Fache des #Mindestlohns in #Jakarta, wo die höchsten Löhne des Landes gezahlt werden. Die Wut brach aus, als Berichte kursierten, dass die #Abgeordneten zusätzlich 50 Millionen Rupiah pro Monat als #Wohngeld erhielten.
Diese Nachricht kam mitten in einer Zeit hoher #Inflation, neuer Sparmaßnahmen und zunehmender #Armut. #Gewerkschaften, Anarchisten, #Studenten, #Linke, Jugendliche und andere Demonstranten füllten in der Woche vom 25. August die Straßen. Sie wurden von der #Polizei, die dem aktuellen Präsidenten #Prabowo #Subianto dient, der früher #Verteidigungsminister war, hart angegangen.
Am 28. August wurde Affan #Kurniawan, ein 21-jähriger Lieferant, der gerade unterwegs war, um Essen auszuliefern, von einem gepanzerten Fahrzeug der Mobilen Brigade der Nationalpolizei angefahren und getötet.
Als Reaktion auf den Mord an Affan brachen Lieferanten, #Anarchisten und #Jugendliche aus verschiedenen anderen Bevölkerungsgruppen in Aufruhr aus. Demonstranten plünderten mehrere #Polizeistationen, brannten die Häuser von Politikern nieder und plünderten sie und setzten Regierungsgebäude in Brand.
Diese Situation zwang den Premierminister, den Gipfel der Shanghai Cooperation Organization (SCO) in China ausfallen zu lassen. Die Regierung hat angedeutet, dass sie möglicherweise einige der Vergünstigungen für Politiker und einige der Sparmaßnahmen, die den Aufstand ausgelöst haben, kürzen könnte. Präsident Prabowo Subianto hat jedoch die Repressionen verstärkt und das Militär hinzugezogen, was zu mindestens sechs Todesfällen geführt hat – darunter ein Student, der in Yogyakarta, Java, von der Polizei zu Tode geprügelt wurde, und ein Fahrradrikscha-Fahrer, der in Solo, Java, an den Folgen des Einsatzes von Tränengas starb. Die genaue Zahl der Todesopfer ist weiterhin unbekannt.
#Indonesien, das bis 1949 unter niederländischer #Kolonialherrschaft stand, ist nach wie vor stark polarisiert, mit enormen Unterschieden in Bezug auf #Ressourcen und #Macht. In den 1960er Jahren forderte die Gewalt gegen Mitglieder und mutmaßliche Sympathisanten der Kommunistischen Partei Indonesiens (#PKI) mindestens Hunderttausende Menschenleben. Die heutige anarchistische Bewegung entstand Ende der 1980er Jahre, auch dank der Bemühungen von Punkbands. Die Polizei hat 2011 eine „Anti-Anarchie”-Abteilung eingerichtet, und in mehreren Fällen wurden Personen, die als #Anarcho-#Punks angesehen wurden, entführt und in staatlich sanktionierten #Umerziehungslagern eingesperrt. Trotzdem ist die anarchistische Bewegung trotz aller Widrigkeiten weiter gewachsen.
Angesichts der beispiellosen staatlichen #Repressionen auf der ganzen Welt sind die mutigen Aktionen der #Rebellen in #Indonesien eine große Inspiration für alle, die die kapitalistische #Weltordnung ablehnen. Demonstranten in Indonesien haben über verschiedene Formen der Unterdrückung der digitalen Kommunikation berichtet, die sich wahrscheinlich noch verschärfen werden, wenn der Konflikt weiter eskaliert. Wir hoffen, dass dieser vorläufige Bericht die Aufmerksamkeit auf die Situation lenkt und Menschen in anderen Teilen der Welt dazu ermutigt, sich zu informieren und solidarisch zu handeln.
Affan Kurniawan wird nicht vergessen werden, und seinen Mördern wird nicht vergeben werden. Solidarität mit den Mutigen, die dafür auf den Straßen sorgen.
Anarchisten in #Solidarität mit dem Aufstand in Indonesien
Ein Gespräch mit dem anarchistischen Gefangenen und Autor Bima
Bima ist ein anarchistischer #Schriftsteller, #Übersetzer und unabhängiger #Forscher aus Indonesien, der seit 2021 inhaftiert ist. Hinter Gittern bleibt er als Mitglied einer anarchistischen Föderation aktiv. Er ist außerdem Gründer des DIY-Verlags Pustaka Catut und Autor des Buches Anarchy in Alifuru: The History of Stateless Societies in the Maluku Islands, das bei Minor Compositions erschienen ist. Ihr könnt #Bima über #Patreon unterstützen und mehr über eine zuvor aktive FireFund-Kampagne für ihn erfahren.
Wir haben dieses Interview mit Bima in den ersten Septembertagen 2025 geführt.
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Zu meiner vollständigen Übersetzung des bei @CrimethInc erschienenen Beitrages Voices from the Uprising in Indonesia vom 04.09.2025
#Anarchismus #CapitalismIsADeathCult @anarchismhub @anarchism
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Stimmen aus dem Aufstand in Indonesien: Affan Kurniawan lebt weiter auf den Straßen
Ende August 2025 gab es in ganz Indonesien eine Welle von Protesten. In diesem Bericht zeigen wir ein Interview mit einem inhaftierten indonesischen anarchistischen Autor und verschiedene Statements von anarchistischen Gruppen, die seit Beginn des Aufstands an englischsprachige Medien gegangen sind.
Nach wochenlangen Protesten in ganz Indonesien gegen #Sparmaßnahmen versammelten sich in der Woche vom 25. August massenhaft Demonstranten, um der politischen Elite Indonesiens Herzlosigkeit und #Korruption vorzuwerfen.
Die indonesische #Regierung zahlt den Abgeordneten ein monatliches Gehalt von 100 Millionen Rupiah (etwa 6.081 US-Dollar) – das ist ungefähr das 30-Fache des #Mindestlohns in #Jakarta, wo die höchsten Löhne des Landes gezahlt werden. Die Wut brach aus, als Berichte kursierten, dass die #Abgeordneten zusätzlich 50 Millionen Rupiah pro Monat als #Wohngeld erhielten.
Diese Nachricht kam mitten in einer Zeit hoher #Inflation, neuer Sparmaßnahmen und zunehmender #Armut. #Gewerkschaften, Anarchisten, #Studenten, #Linke, Jugendliche und andere Demonstranten füllten in der Woche vom 25. August die Straßen. Sie wurden von der #Polizei, die dem aktuellen Präsidenten #Prabowo #Subianto dient, der früher #Verteidigungsminister war, hart angegangen.
Am 28. August wurde Affan #Kurniawan, ein 21-jähriger Lieferant, der gerade unterwegs war, um Essen auszuliefern, von einem gepanzerten Fahrzeug der Mobilen Brigade der Nationalpolizei angefahren und getötet.
Als Reaktion auf den Mord an Affan brachen Lieferanten, #Anarchisten und #Jugendliche aus verschiedenen anderen Bevölkerungsgruppen in Aufruhr aus. Demonstranten plünderten mehrere #Polizeistationen, brannten die Häuser von Politikern nieder und plünderten sie und setzten Regierungsgebäude in Brand.
Diese Situation zwang den Premierminister, den Gipfel der Shanghai Cooperation Organization (SCO) in China ausfallen zu lassen. Die Regierung hat angedeutet, dass sie möglicherweise einige der Vergünstigungen für Politiker und einige der Sparmaßnahmen, die den Aufstand ausgelöst haben, kürzen könnte. Präsident Prabowo Subianto hat jedoch die Repressionen verstärkt und das Militär hinzugezogen, was zu mindestens sechs Todesfällen geführt hat – darunter ein Student, der in Yogyakarta, Java, von der Polizei zu Tode geprügelt wurde, und ein Fahrradrikscha-Fahrer, der in Solo, Java, an den Folgen des Einsatzes von Tränengas starb. Die genaue Zahl der Todesopfer ist weiterhin unbekannt.
#Indonesien, das bis 1949 unter niederländischer #Kolonialherrschaft stand, ist nach wie vor stark polarisiert, mit enormen Unterschieden in Bezug auf #Ressourcen und #Macht. In den 1960er Jahren forderte die Gewalt gegen Mitglieder und mutmaßliche Sympathisanten der Kommunistischen Partei Indonesiens (#PKI) mindestens Hunderttausende Menschenleben. Die heutige anarchistische Bewegung entstand Ende der 1980er Jahre, auch dank der Bemühungen von Punkbands. Die Polizei hat 2011 eine „Anti-Anarchie”-Abteilung eingerichtet, und in mehreren Fällen wurden Personen, die als #Anarcho-#Punks angesehen wurden, entführt und in staatlich sanktionierten #Umerziehungslagern eingesperrt. Trotzdem ist die anarchistische Bewegung trotz aller Widrigkeiten weiter gewachsen.
Angesichts der beispiellosen staatlichen #Repressionen auf der ganzen Welt sind die mutigen Aktionen der #Rebellen in #Indonesien eine große Inspiration für alle, die die kapitalistische #Weltordnung ablehnen. Demonstranten in Indonesien haben über verschiedene Formen der Unterdrückung der digitalen Kommunikation berichtet, die sich wahrscheinlich noch verschärfen werden, wenn der Konflikt weiter eskaliert. Wir hoffen, dass dieser vorläufige Bericht die Aufmerksamkeit auf die Situation lenkt und Menschen in anderen Teilen der Welt dazu ermutigt, sich zu informieren und solidarisch zu handeln.
Affan Kurniawan wird nicht vergessen werden, und seinen Mördern wird nicht vergeben werden. Solidarität mit den Mutigen, die dafür auf den Straßen sorgen.
Anarchisten in #Solidarität mit dem Aufstand in Indonesien
Ein Gespräch mit dem anarchistischen Gefangenen und Autor Bima
Bima ist ein anarchistischer #Schriftsteller, #Übersetzer und unabhängiger #Forscher aus Indonesien, der seit 2021 inhaftiert ist. Hinter Gittern bleibt er als Mitglied einer anarchistischen Föderation aktiv. Er ist außerdem Gründer des DIY-Verlags Pustaka Catut und Autor des Buches Anarchy in Alifuru: The History of Stateless Societies in the Maluku Islands, das bei Minor Compositions erschienen ist. Ihr könnt #Bima über #Patreon unterstützen und mehr über eine zuvor aktive FireFund-Kampagne für ihn erfahren.
Wir haben dieses Interview mit Bima in den ersten Septembertagen 2025 geführt.
(...)
Zu meiner vollständigen Übersetzung des bei @CrimethInc erschienenen Beitrages Voices from the Uprising in Indonesia vom 04.09.2025
#Anarchismus #CapitalismIsADeathCult @anarchismhub @anarchism
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Aktion Aufschrei Waffenhandel
Am Tag der Rheinmetall-Hauptversammlung findet eine Protestaktion in Düsseldorf statt. Diese startet am 12. Mai 2026 um 11:55 Uhr vor der Rheinmetall-Konzernzentrale am Rheinmetall-Platz 1 in 40476 Düsseldorf.
https://aufschrei-waffenhandel.de/
Rheinmetall (12. Mai) und Hensoldt (22. Mai) konfrontieren
die „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“,
der Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre und Ohne Rüstung Leben die Unternehmensführungen mit scharfer Kritik.
Sie werden ihr Rede- und Fragerecht bei den Hauptversammlungen nutzen und so die hochproblematischen Geschäftspraktiken der Konzerne ans Licht holen – etwa gefährliche Expansionsstrategien selbst bei vollen Auftragsbüchern zuhause oder die Unterstützung beim Aufbau eigener Rüstungskapazitäten für Autokraten. In einem aktuellen Briefing fordern die Organisationen ein Ende solcher Geschäfte und klare politische Rahmenbedingungen seitens der #Bundesregierung.
Rheinmetall: Fern jeder Kontrolle
Rheinmetall zählt zu den größten Gewinnern der sogenannten „#Zeitenwende“. Doch selbst die vollen Auftragsbücher zuhause halten Rheinmetall nicht davon ab, seine Internationalisierungsstrategie weiter voranzutreiben. „Rheinmetall entwickelt sich zum globalen Waffenproduzenten ohne Grenzen – bereit, die Nachfrage überall dort zu bedienen, wo der Preis stimmt“, kritisiert Vincenzo Petracca, Sprecher der „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“. Über das südafrikanische Tochterunternehmen #RDM liefert der Konzern nicht nur #Munition, sondern auch Produktionsmaschinen bis hin zu ganzen Munitionsfabriken an Staaten wie Saudi-Arabien, #Ägypten oder die Vereinigten Arabischen Emirate. „So hilft Rheinmetall Autokraten beim Aufbau eigener Rüstungskapazitäten und gibt damit jegliche Form der Kontrolle aus der Hand“, so Petracca weiter.Auch in #Indien soll #Rheinmetall die Strategie verfolgen, Anlagen zu liefern, die eine eigenständige Produktion vor Ort erlauben. „Das ist eine fahrlässige Geschäftsstrategie“, kritisiert Charlotte Kehne von Ohne Rüstung Leben. Nicht nur der ständige Konflikt mit zwei Atommächten und bewaffnete Auseinandersetzungen in mehreren indischen Bundesstaaten machen eine solche Kooperation höchstproblematisch. Zudem strebt Indien danach, #Waffenexporte auszubauen, ist aber nicht einmal Teil des Arms Trade Treaty (ATT), der Mindeststandards für den Waffenhandel formuliert. „Was mit der Munition passiert, die mit Rheinmetall-Anlagen produziert werden soll, ist nicht mehr kontrollierbar! Dabei darf nicht in Vergessenheit geraten, dass Indien auch mit Russland enge Beziehungen pflegt“, warnt Kehne.
Hensoldt plant mit problematischen strategischen Märkten
Auch bei der Hensoldt AG sind die Auftragsbücher prall gefüllt. Insgesamt geht Hensoldt davon aus, zukünftig 50 Prozent des Umsatzes auf dem deutschen, 30 Prozent auf dem europäischen Markt und die restlichen 20 Prozent auf globalen Märkten zu machen – beispielsweise Indien oder der Nahe Osten. „Trotz boomender Auftragslage im Inland und in Europa kalkuliert Hensoldt den Export an problematische Drittstaaten bereits ein – eine riskante und verantwortungslose Strategie, die vor allem auf Gewinnmaximierung abzielt“, kritisiert Jari Bertolini vom Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre.Hensoldt #Südafrika stellte seine Produkte auf der World Defense Show 2026 in Riad vor und machte deutlich, dass der Nahe Osten nicht nur beliefert, sondern auch die Produktion vor Ort unterstützt werden soll. Sowohl in Saudi-Arabien als auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten scheint Hensoldt damit dem Wunsch der Herrscher zu entsprechen, die lokale #Rüstungsindustrie zu stärken. „Hensoldt tut es Rheinmetall somit gleich und hilft Autokraten beim Aufbau eigener Rüstungskapazitäten. Wie das mit dem Bekenntnis zusammenpassen soll, die Einhaltung internationaler Verpflichtungen zum Schutz der Menschenrechte habe für #Hensoldt hohe Priorität, bleibt unklar“, so Bertolini weiter.
Daimler Truck: Rolle rückwärts in puncto Transparenz
Daimler Truck verkauft Militärfahrzeuge, profitiert davon und will diesen Profit weiter steigern. Man stehe zu der Produktion von Militärfahrzeugen, heißt es. Die Präsenz auf der Rüstungsmesse IDEX 2025 in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder der World Defense Show 2026 in Saudi-Arabien unterstreicht, dass der Konzern dabei nicht davor zurückschreckt, an Autokraten und in Krisenregionen zu liefern. „Die konkreten Empfängerländer seiner Militärfahrzeuge lässt Daimer Truck im Dunkeln“, kritisiert Charlotte Kehne von #OhneRüstungLeben. „Nicht einmal zur prozentualen Verteilung auf #EU, #NATO und NATO-gleichgestellte Länder sowie Drittstaaten bezog das Unternehmen auf unsere Fragen hin auf der vergangenen Hauptversammlung Stellung. Nachdem der Konzern 2024 Empfängerländer genannt hatte, kehrte #Daimler Truck somit wieder zu der bereits in den Jahren vor 2024 vorherrschenden Intransparenz zurück – ein fataler Rückschritt“... #Protestaktion -
Aktion Aufschrei Waffenhandel
Am Tag der Rheinmetall-Hauptversammlung findet eine Protestaktion in Düsseldorf statt. Diese startet am 12. Mai 2026 um 11:55 Uhr vor der Rheinmetall-Konzernzentrale am Rheinmetall-Platz 1 in 40476 Düsseldorf.
https://aufschrei-waffenhandel.de/
Rheinmetall (12. Mai) und Hensoldt (22. Mai) konfrontieren
die „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“,
der Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre und Ohne Rüstung Leben die Unternehmensführungen mit scharfer Kritik.
Sie werden ihr Rede- und Fragerecht bei den Hauptversammlungen nutzen und so die hochproblematischen Geschäftspraktiken der Konzerne ans Licht holen – etwa gefährliche Expansionsstrategien selbst bei vollen Auftragsbüchern zuhause oder die Unterstützung beim Aufbau eigener Rüstungskapazitäten für Autokraten. In einem aktuellen Briefing fordern die Organisationen ein Ende solcher Geschäfte und klare politische Rahmenbedingungen seitens der #Bundesregierung.
Rheinmetall: Fern jeder Kontrolle
Rheinmetall zählt zu den größten Gewinnern der sogenannten „#Zeitenwende“. Doch selbst die vollen Auftragsbücher zuhause halten Rheinmetall nicht davon ab, seine Internationalisierungsstrategie weiter voranzutreiben. „Rheinmetall entwickelt sich zum globalen Waffenproduzenten ohne Grenzen – bereit, die Nachfrage überall dort zu bedienen, wo der Preis stimmt“, kritisiert Vincenzo Petracca, Sprecher der „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“. Über das südafrikanische Tochterunternehmen #RDM liefert der Konzern nicht nur #Munition, sondern auch Produktionsmaschinen bis hin zu ganzen Munitionsfabriken an Staaten wie Saudi-Arabien, #Ägypten oder die Vereinigten Arabischen Emirate. „So hilft Rheinmetall Autokraten beim Aufbau eigener Rüstungskapazitäten und gibt damit jegliche Form der Kontrolle aus der Hand“, so Petracca weiter.Auch in #Indien soll #Rheinmetall die Strategie verfolgen, Anlagen zu liefern, die eine eigenständige Produktion vor Ort erlauben. „Das ist eine fahrlässige Geschäftsstrategie“, kritisiert Charlotte Kehne von Ohne Rüstung Leben. Nicht nur der ständige Konflikt mit zwei Atommächten und bewaffnete Auseinandersetzungen in mehreren indischen Bundesstaaten machen eine solche Kooperation höchstproblematisch. Zudem strebt Indien danach, #Waffenexporte auszubauen, ist aber nicht einmal Teil des Arms Trade Treaty (ATT), der Mindeststandards für den Waffenhandel formuliert. „Was mit der Munition passiert, die mit Rheinmetall-Anlagen produziert werden soll, ist nicht mehr kontrollierbar! Dabei darf nicht in Vergessenheit geraten, dass Indien auch mit Russland enge Beziehungen pflegt“, warnt Kehne.
Hensoldt plant mit problematischen strategischen Märkten
Auch bei der Hensoldt AG sind die Auftragsbücher prall gefüllt. Insgesamt geht Hensoldt davon aus, zukünftig 50 Prozent des Umsatzes auf dem deutschen, 30 Prozent auf dem europäischen Markt und die restlichen 20 Prozent auf globalen Märkten zu machen – beispielsweise Indien oder der Nahe Osten. „Trotz boomender Auftragslage im Inland und in Europa kalkuliert Hensoldt den Export an problematische Drittstaaten bereits ein – eine riskante und verantwortungslose Strategie, die vor allem auf Gewinnmaximierung abzielt“, kritisiert Jari Bertolini vom Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre.Hensoldt #Südafrika stellte seine Produkte auf der World Defense Show 2026 in Riad vor und machte deutlich, dass der Nahe Osten nicht nur beliefert, sondern auch die Produktion vor Ort unterstützt werden soll. Sowohl in Saudi-Arabien als auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten scheint Hensoldt damit dem Wunsch der Herrscher zu entsprechen, die lokale #Rüstungsindustrie zu stärken. „Hensoldt tut es Rheinmetall somit gleich und hilft Autokraten beim Aufbau eigener Rüstungskapazitäten. Wie das mit dem Bekenntnis zusammenpassen soll, die Einhaltung internationaler Verpflichtungen zum Schutz der Menschenrechte habe für #Hensoldt hohe Priorität, bleibt unklar“, so Bertolini weiter.
Daimler Truck: Rolle rückwärts in puncto Transparenz
Daimler Truck verkauft Militärfahrzeuge, profitiert davon und will diesen Profit weiter steigern. Man stehe zu der Produktion von Militärfahrzeugen, heißt es. Die Präsenz auf der Rüstungsmesse IDEX 2025 in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder der World Defense Show 2026 in Saudi-Arabien unterstreicht, dass der Konzern dabei nicht davor zurückschreckt, an Autokraten und in Krisenregionen zu liefern. „Die konkreten Empfängerländer seiner Militärfahrzeuge lässt Daimer Truck im Dunkeln“, kritisiert Charlotte Kehne von #OhneRüstungLeben. „Nicht einmal zur prozentualen Verteilung auf #EU, #NATO und NATO-gleichgestellte Länder sowie Drittstaaten bezog das Unternehmen auf unsere Fragen hin auf der vergangenen Hauptversammlung Stellung. Nachdem der Konzern 2024 Empfängerländer genannt hatte, kehrte #Daimler Truck somit wieder zu der bereits in den Jahren vor 2024 vorherrschenden Intransparenz zurück – ein fataler Rückschritt“... #Protestaktion -
Aktion Aufschrei Waffenhandel
Am Tag der Rheinmetall-Hauptversammlung findet eine Protestaktion in Düsseldorf statt. Diese startet am 12. Mai 2026 um 11:55 Uhr vor der Rheinmetall-Konzernzentrale am Rheinmetall-Platz 1 in 40476 Düsseldorf.
https://aufschrei-waffenhandel.de/
Rheinmetall (12. Mai) und Hensoldt (22. Mai) konfrontieren
die „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“,
der Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre und Ohne Rüstung Leben die Unternehmensführungen mit scharfer Kritik.
Sie werden ihr Rede- und Fragerecht bei den Hauptversammlungen nutzen und so die hochproblematischen Geschäftspraktiken der Konzerne ans Licht holen – etwa gefährliche Expansionsstrategien selbst bei vollen Auftragsbüchern zuhause oder die Unterstützung beim Aufbau eigener Rüstungskapazitäten für Autokraten. In einem aktuellen Briefing fordern die Organisationen ein Ende solcher Geschäfte und klare politische Rahmenbedingungen seitens der #Bundesregierung.
Rheinmetall: Fern jeder Kontrolle
Rheinmetall zählt zu den größten Gewinnern der sogenannten „#Zeitenwende“. Doch selbst die vollen Auftragsbücher zuhause halten Rheinmetall nicht davon ab, seine Internationalisierungsstrategie weiter voranzutreiben. „Rheinmetall entwickelt sich zum globalen Waffenproduzenten ohne Grenzen – bereit, die Nachfrage überall dort zu bedienen, wo der Preis stimmt“, kritisiert Vincenzo Petracca, Sprecher der „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“. Über das südafrikanische Tochterunternehmen #RDM liefert der Konzern nicht nur #Munition, sondern auch Produktionsmaschinen bis hin zu ganzen Munitionsfabriken an Staaten wie Saudi-Arabien, #Ägypten oder die Vereinigten Arabischen Emirate. „So hilft Rheinmetall Autokraten beim Aufbau eigener Rüstungskapazitäten und gibt damit jegliche Form der Kontrolle aus der Hand“, so Petracca weiter.Auch in #Indien soll #Rheinmetall die Strategie verfolgen, Anlagen zu liefern, die eine eigenständige Produktion vor Ort erlauben. „Das ist eine fahrlässige Geschäftsstrategie“, kritisiert Charlotte Kehne von Ohne Rüstung Leben. Nicht nur der ständige Konflikt mit zwei Atommächten und bewaffnete Auseinandersetzungen in mehreren indischen Bundesstaaten machen eine solche Kooperation höchstproblematisch. Zudem strebt Indien danach, #Waffenexporte auszubauen, ist aber nicht einmal Teil des Arms Trade Treaty (ATT), der Mindeststandards für den Waffenhandel formuliert. „Was mit der Munition passiert, die mit Rheinmetall-Anlagen produziert werden soll, ist nicht mehr kontrollierbar! Dabei darf nicht in Vergessenheit geraten, dass Indien auch mit Russland enge Beziehungen pflegt“, warnt Kehne.
Hensoldt plant mit problematischen strategischen Märkten
Auch bei der Hensoldt AG sind die Auftragsbücher prall gefüllt. Insgesamt geht Hensoldt davon aus, zukünftig 50 Prozent des Umsatzes auf dem deutschen, 30 Prozent auf dem europäischen Markt und die restlichen 20 Prozent auf globalen Märkten zu machen – beispielsweise Indien oder der Nahe Osten. „Trotz boomender Auftragslage im Inland und in Europa kalkuliert Hensoldt den Export an problematische Drittstaaten bereits ein – eine riskante und verantwortungslose Strategie, die vor allem auf Gewinnmaximierung abzielt“, kritisiert Jari Bertolini vom Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre.Hensoldt #Südafrika stellte seine Produkte auf der World Defense Show 2026 in Riad vor und machte deutlich, dass der Nahe Osten nicht nur beliefert, sondern auch die Produktion vor Ort unterstützt werden soll. Sowohl in Saudi-Arabien als auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten scheint Hensoldt damit dem Wunsch der Herrscher zu entsprechen, die lokale #Rüstungsindustrie zu stärken. „Hensoldt tut es Rheinmetall somit gleich und hilft Autokraten beim Aufbau eigener Rüstungskapazitäten. Wie das mit dem Bekenntnis zusammenpassen soll, die Einhaltung internationaler Verpflichtungen zum Schutz der Menschenrechte habe für #Hensoldt hohe Priorität, bleibt unklar“, so Bertolini weiter.
Daimler Truck: Rolle rückwärts in puncto Transparenz
Daimler Truck verkauft Militärfahrzeuge, profitiert davon und will diesen Profit weiter steigern. Man stehe zu der Produktion von Militärfahrzeugen, heißt es. Die Präsenz auf der Rüstungsmesse IDEX 2025 in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder der World Defense Show 2026 in Saudi-Arabien unterstreicht, dass der Konzern dabei nicht davor zurückschreckt, an Autokraten und in Krisenregionen zu liefern. „Die konkreten Empfängerländer seiner Militärfahrzeuge lässt Daimer Truck im Dunkeln“, kritisiert Charlotte Kehne von #OhneRüstungLeben. „Nicht einmal zur prozentualen Verteilung auf #EU, #NATO und NATO-gleichgestellte Länder sowie Drittstaaten bezog das Unternehmen auf unsere Fragen hin auf der vergangenen Hauptversammlung Stellung. Nachdem der Konzern 2024 Empfängerländer genannt hatte, kehrte #Daimler Truck somit wieder zu der bereits in den Jahren vor 2024 vorherrschenden Intransparenz zurück – ein fataler Rückschritt“... #Protestaktion -
Aktion Aufschrei Waffenhandel
Am Tag der Rheinmetall-Hauptversammlung findet eine Protestaktion in Düsseldorf statt. Diese startet am 12. Mai 2026 um 11:55 Uhr vor der Rheinmetall-Konzernzentrale am Rheinmetall-Platz 1 in 40476 Düsseldorf.
https://aufschrei-waffenhandel.de/
Rheinmetall (12. Mai) und Hensoldt (22. Mai) konfrontieren
die „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“,
der Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre und Ohne Rüstung Leben die Unternehmensführungen mit scharfer Kritik.
Sie werden ihr Rede- und Fragerecht bei den Hauptversammlungen nutzen und so die hochproblematischen Geschäftspraktiken der Konzerne ans Licht holen – etwa gefährliche Expansionsstrategien selbst bei vollen Auftragsbüchern zuhause oder die Unterstützung beim Aufbau eigener Rüstungskapazitäten für Autokraten. In einem aktuellen Briefing fordern die Organisationen ein Ende solcher Geschäfte und klare politische Rahmenbedingungen seitens der #Bundesregierung.
Rheinmetall: Fern jeder Kontrolle
Rheinmetall zählt zu den größten Gewinnern der sogenannten „#Zeitenwende“. Doch selbst die vollen Auftragsbücher zuhause halten Rheinmetall nicht davon ab, seine Internationalisierungsstrategie weiter voranzutreiben. „Rheinmetall entwickelt sich zum globalen Waffenproduzenten ohne Grenzen – bereit, die Nachfrage überall dort zu bedienen, wo der Preis stimmt“, kritisiert Vincenzo Petracca, Sprecher der „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“. Über das südafrikanische Tochterunternehmen #RDM liefert der Konzern nicht nur #Munition, sondern auch Produktionsmaschinen bis hin zu ganzen Munitionsfabriken an Staaten wie Saudi-Arabien, #Ägypten oder die Vereinigten Arabischen Emirate. „So hilft Rheinmetall Autokraten beim Aufbau eigener Rüstungskapazitäten und gibt damit jegliche Form der Kontrolle aus der Hand“, so Petracca weiter.Auch in #Indien soll #Rheinmetall die Strategie verfolgen, Anlagen zu liefern, die eine eigenständige Produktion vor Ort erlauben. „Das ist eine fahrlässige Geschäftsstrategie“, kritisiert Charlotte Kehne von Ohne Rüstung Leben. Nicht nur der ständige Konflikt mit zwei Atommächten und bewaffnete Auseinandersetzungen in mehreren indischen Bundesstaaten machen eine solche Kooperation höchstproblematisch. Zudem strebt Indien danach, #Waffenexporte auszubauen, ist aber nicht einmal Teil des Arms Trade Treaty (ATT), der Mindeststandards für den Waffenhandel formuliert. „Was mit der Munition passiert, die mit Rheinmetall-Anlagen produziert werden soll, ist nicht mehr kontrollierbar! Dabei darf nicht in Vergessenheit geraten, dass Indien auch mit Russland enge Beziehungen pflegt“, warnt Kehne.
Hensoldt plant mit problematischen strategischen Märkten
Auch bei der Hensoldt AG sind die Auftragsbücher prall gefüllt. Insgesamt geht Hensoldt davon aus, zukünftig 50 Prozent des Umsatzes auf dem deutschen, 30 Prozent auf dem europäischen Markt und die restlichen 20 Prozent auf globalen Märkten zu machen – beispielsweise Indien oder der Nahe Osten. „Trotz boomender Auftragslage im Inland und in Europa kalkuliert Hensoldt den Export an problematische Drittstaaten bereits ein – eine riskante und verantwortungslose Strategie, die vor allem auf Gewinnmaximierung abzielt“, kritisiert Jari Bertolini vom Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre.Hensoldt #Südafrika stellte seine Produkte auf der World Defense Show 2026 in Riad vor und machte deutlich, dass der Nahe Osten nicht nur beliefert, sondern auch die Produktion vor Ort unterstützt werden soll. Sowohl in Saudi-Arabien als auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten scheint Hensoldt damit dem Wunsch der Herrscher zu entsprechen, die lokale #Rüstungsindustrie zu stärken. „Hensoldt tut es Rheinmetall somit gleich und hilft Autokraten beim Aufbau eigener Rüstungskapazitäten. Wie das mit dem Bekenntnis zusammenpassen soll, die Einhaltung internationaler Verpflichtungen zum Schutz der Menschenrechte habe für #Hensoldt hohe Priorität, bleibt unklar“, so Bertolini weiter.
Daimler Truck: Rolle rückwärts in puncto Transparenz
Daimler Truck verkauft Militärfahrzeuge, profitiert davon und will diesen Profit weiter steigern. Man stehe zu der Produktion von Militärfahrzeugen, heißt es. Die Präsenz auf der Rüstungsmesse IDEX 2025 in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder der World Defense Show 2026 in Saudi-Arabien unterstreicht, dass der Konzern dabei nicht davor zurückschreckt, an Autokraten und in Krisenregionen zu liefern. „Die konkreten Empfängerländer seiner Militärfahrzeuge lässt Daimer Truck im Dunkeln“, kritisiert Charlotte Kehne von #OhneRüstungLeben. „Nicht einmal zur prozentualen Verteilung auf #EU, #NATO und NATO-gleichgestellte Länder sowie Drittstaaten bezog das Unternehmen auf unsere Fragen hin auf der vergangenen Hauptversammlung Stellung. Nachdem der Konzern 2024 Empfängerländer genannt hatte, kehrte #Daimler Truck somit wieder zu der bereits in den Jahren vor 2024 vorherrschenden Intransparenz zurück – ein fataler Rückschritt“... #Protestaktion