#humanrightswatch — Public Fediverse posts
Live and recent posts from across the Fediverse tagged #humanrightswatch, aggregated by home.social.
-
https://www.europesays.com/afrique/160150/ Éthiopie : la crainte d’une nouvelle guerre grandit autour du Tigré #AddisAbeba #Éthiopie #FrontDeLibération #HumanRightsWatch #LaRégion #Soudan #Tigré
-
Um mês após massacre que matou 20 camponeses em Honduras, famílias seguem sem respostas: ‘Impunidade continua’
-
Um mês após massacre que matou 20 camponeses em Honduras, famílias seguem sem respostas: ‘Impunidade continua’
-
https://www.europesays.com/iran/122914/ Divides, Sectarian violence on display as Lebanon moves on General Amnesty Law #HumanRightsWatch #Islamists #Lebanon #prison
-
Iran dominiert im Slopaganda-Krieg: Mit Legosteinen gegen das Weiße Haus
Der Iran gewinnt mit KI-generierten Lego-Clips etliche Schlachten gegen die Trump-Regierung – zumindest im Netz. Millionenfach geklickt, weltweit geteilt: Der iranische Propaganda-Erfolg basiert auf einem Prinzip, das längst ein eigenständiges Genre geworden ist.
Im Propagandakrieg mit den USA hat der Iran eine Art neue Wunderwaffe entwickelt: KI-generierte Clips in Legostein-Optik. Die Trump-Administration erscheint in den Videos als inkompetent, verzweifelt, dysfunktional, korrupt und politisch angezählt. Mal ist Trump ein Zirkusclown, mal eine senile Karikatur mit einer Liebe zu Diet Coke. Die Lego-Clips sind oft mehrere Minuten lang und bestehen aus Memes, popkulturellen Referenzen sowie schnellen Cuts, mit Rock, Rap oder Trap unterlegt. Regelmäßig kommen neue Videos hinzu, die millionenfach geklickt werden. Dieser Typ von Produktionen wird „Slopaganda“ genannt. Ein Kofferwort aus Slop (englisch für massenhaft produzierten KI-Müll) und Propaganda.
Kaum war der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran verkündet, veröffentlichten offizielle Kanäle des iranischen Regimes ein neues Video. Im Bild ein weinender Lego-Trump, der einen Taco isst. Der Post dazu schreibt: „TACO will always remain TACO“. Eine Anspielung auf „Trump Always Chickens Out“ – das Akronym stammt ursprünglich von der Wall Street. Trump habe demnach kapituliert, Iran gesiegt und der Welt damit gezeigt, wie man den US-Imperialismus zerschlage. Das iranische Konsulat im indischen Hyderabad trollte wenige Tage später nach und veröffentlichte einen KI-Clip, in dem ein frustrierter Trump mit einer abwesenden iranischen Delegation verhandelt. Die iranische Botschaft in Ghana postete darauf den Lego-Clip eines schlafenden Trumps: Er träume wohl davon, den Iran besiegt zu haben. „Lasst ihn schlafen.“
Viele Expert:innen sind vom Erfolg der viralen KI-Clips überrascht und sich in einer Sache einig: Der Iran hat die Propagandaschlacht im Netz längst gewonnen. Das Institute for Strategic Dialogue (ISD) drückt dies in konkreten Zahlen aus. Demnach haben Views und Likes offizieller iranischer Regierungs-Accounts in den ersten 50 Tagen seit Kriegsbeginn um das 30-Fache zugenommen. Zusammen kommen diese Accounts auf über 900 Millionen Views in den sozialen Medien. Die Trump-Administration ist mit ihrem Material weit entfernt von solchen Zahlen.
Hinter den Lego-Clips steht eine iranische Gruppe namens „Explosive Media“. Nach eigenen Angaben weniger als zehn junge Menschen zwischen 19 und 25 Jahren. Die Gruppe bezeichnet sich als „unabhängig“, ihr Sprecher räumte im Interview mit der BBC jedoch ein, dass das iranische Regime „Kunde“ sei und man eine Lizenz für die Internetnutzung habe. So unabhängig wie ein Internetzugang im Iran also sein kann. Für 99 Prozent der iranischen Bevölkerung ist der Internetzugang seit Januar schließlich gesperrt, kritisiert NetBlocks. Das iranische Regime begründet dies mit dem Schutz vor „Desinformation“.
Explosive Media sagte der BBC, das Ziel sei es, Menschen zu erreichen, die sich normalerweise nicht mit Nachrichten zum Iran-Krieg auseinandersetzen. Dass moralische Appelle nicht funktionieren, hat der Iran schnell gemerkt: Die New York Times hat die Evolution iranischer Posts unter die Lupe genommen. Hinweise auf die Zahl toter Kinder erzielten demnach keine Reichweite. KI-Clips gingen demgegenüber durch die Decke. Die Iran-Anthropologin Narges Bajoghli, die seit über einem Jahrzehnt politische Diskurse auf Social Media beobachtet, sagte laut Guardian, sie habe in 15 Jahren noch nie ein Thema erlebt, bei dem sich verschiedene politische Algorithmen so deutlich überlappten. Von MAGA-Konten über moderate Republikaner:innen bis hin zu Linken teilten demnach viele täglich iranische Propaganda-Inhalte.
Anschlussfähig an westliche Internetkultur
„Sie haben es geschafft, genau jene Ästhetik von Identität und Kultur zu treffen, für die das Internet eigentlich da ist“, sagt Renée DiResta gegenüber der New York Timesüber Explosive Media. „Sie haben ein Regime, das brutal und ziemlich schrecklich ist und weltweit nicht gerade einen guten Ruf genoss, in eine Art mutigen, sympathischen Underdog verwandelt.“
Dass die Lego-Clips aus dem Iran stammen, wird dabei nicht direkt offensichtlich. Die KI-Clips sollen anschlussfähig an die westliche Internetkultur sein. Dazu greifen sie insbesondere aktuelle innenpolitische Kontroversen um die Trump-Regierung auf. Der Iran-Krieg ist demnach ein Ablenkungsmanöver von den Epstein-Files. „Kriegsminister“ Pete Hegseth ein spielsüchtiger Trunkenbold und FBI-Chef Kash Patel ebenfalls eine Witzfigur mit Hang zum Alkoholexzess. Die Trump-Administration liefert genug Kontroversen für das Material. Doch auch große gesellschaftliche Zerwürfnisse und historische Kriegsverbrechen werden in den Clips verhandelt. Der Iran reiht sich so bei den historisch Unterdrückten ein. Verkörpert durch die Opfer des Vietnamkriegs, in Gaza, von Hiroshima und Nagasaki oder der Indigenen. Auch die Ikone der US-Bürgerrechtsbewegung Malcolm X ist mit von der Partie.
Der US-Krieg im Iran ist derweil so unpopulär wie der US-Präsident selbst. Der Iran weiß, dass der Krieg militärisch nicht gewonnen werden kann. Die beste Strategie sei es demnach, die öffentliche Meinung auf die eigene Seite zu bringen, sagte Medienanalytiker Marc Owen Jones zu Al Jazeera. In der heutigen Kommunikationslandschaft sei es so, dass „Troll-Propaganda“ und „Smack-Talk“ die Oberhand gewönnen. Trump selbst hatte dies lange Zeit mit seinen „Shitpostings“ auf Truth Social vorgemacht: Ein Clip etwa zeigt ihn in einem Kampfjet, der Exkremente auf „No Kings“-Demonstrierende abwirft.
Der Propagandaforscher Marcus Bösch von der Universität Münster ordnet die Welle an Lego-Clips deshalb nicht als isolierte iranische Erfindung ein, sondern als Reaktion. Das Weiße Haus habe monatelang selbst auf Memes, KI-Content und Referenzen aus Computerspielen gesetzt. Was Iran jetzt liefere, sagt Bösch dem ZDF, sei eine Spiegelung dieser Logik mit eigenen Mitteln.
Es gibt jedoch auch eine technische Begründung für Lego: Die kindlich-unschuldige Comic-Optik ist weniger dem Risiko ausgesetzt, von den Plattformen herausgefiltert zu werden. Ein einfacher technischer Workaround, meint Radio Free Liberty. Hinzu komme, dass KI die Lego-Menschen viel schneller berechnen könne. Sinngemäß: Lego-Körper haben glatte Oberflächen und null Finger. Mimik und Gestik haben die Komplexität von Emojis. Für eine Propagandastrategie, die auch auf Quantität setzt, ist das ideal. Wie der Spielzeughersteller Lego Group das hingegen findet, weiß niemand. Er hat sich bisher nicht geäußert.
Lego-Viralität durch staatliche Propaganda-Strategie
Die Analyseplattform Graphika hat laut Forbes dokumentiert, wie Iran die Clips verbreitete: Explosive Media veröffentlichte das Material auf Telegram und binnen einer Stunde reposteten die staatsnahe iranische Nachrichtenagentur Tasnim und der russische Auslandssender RT diese auf Plattformen wie X. Parallel dazu amplifizierten tausende Accounts die Posts mit gleichen Hashtags und gleicher Rhetorik.
Hinter der organischen Viralität steht also eine koordinierte Verbreitungsstrategie. Das ISD beobachtet rund 150 X‑Accounts iranischer Diplomat:innen und Regierungsstellen und hat dokumentiert, wie sie sich seit Kriegsbeginn gegenseitig amplifizieren. Der Forscher Joseph Bodnar fasst das Prinzip knapp zusammen: Aus dem klassischen „shock and awe“ der Kriegspropaganda sei „shock and share“ geworden. Auf Lego-Optik allein setzt Iran dabei nicht. Die iranische Botschaft in Tadschikistan erzielte laut der ISD-Studie den meistgesehenen Einzelpost. 24,1 Millionen sahen sich an, wie Jesus den US-Präsidenten Trump in eine Feuergrube boxt – und zwar aus dem KI-Bild, das Trump zuvor gepostet hatte. Es zeigt ihn selbst als Jesus.
Die Lego-Propaganda sei nur der sichtbarste Teil einer breiteren iranischen KI-Propaganda, sagt das Reuters Institute: Im selben Informationsraum kursieren Inhalte, die nicht als Satire erkennbar seien. Die staatsnahe iranische Teheran Times postete demnach KI-Fakes von Satellitenbildern eines angeblich von iranischen Drohnen zerstörten US-Radars in Katar. Fast eine Million Views.
Echte Fotos können als KI-Fakes diskreditiert werden, KI-Fakes als echt erklärt werden. In dieser Umgebung nehmen, so das Reuters Institute, Lego-Clips eine Sonderrolle ein: Sie deklarieren sich selbst als Satire und liefern deshalb keine direkten Anhaltspunkte für Faktenchecks.
„Unsere größte Befürchtung ist eine Eskalation der Rhetorik, die den Krieg als Spiel darstellt“, sagt Sam Dubberley von Human Rights Watch. „Für uns ist es in Konflikten entscheidend, zivile Opfer so weit wie möglich zu vermeiden. Wenn man jedoch Memes, Videospiele oder Lego-Videos verwendet, wirkt der Krieg nicht real. Wenn es zu einer solchen ‚Memeifizierung’ des Krieges kommt, verschärft sich die Rhetorik, was zu weiteren Konflikten und mehr zivilen Opfern führen könnte.“
Slopaganda etabliert sich
Aus den KI-Clips ist ein Genre geworden: Slopaganda. Der Fokus liegt auf dem, was klickt und zirkuliert, nicht auf dem, was stimmt. Tote Schulkinder finden weniger Aufmerksamkeit als weinende Lego-Trumps. Iran hat lediglich die Logik der westlichen Internetkultur und Aufmerksamkeitsökonomie utilisiert. Authentizität wird dabei optional. Slopaganda, hat der Guardian präzisiert, ziele nicht auf Faktentreue. Sie wolle nicht überzeugen, sondern Assoziationen erzeugen.
Lucasz Olejnik vom King’s College London spricht von „War Gamification“: Die kindlich vertraute Optik senke die Abwehr des Publikums genau in dem Moment, in dem die politische Botschaft platziert wird. Daniel Butler, Professor für Politikwissenschaft, argumentiert ähnlich, dass Lego-Bilder Krieg und Leid „weniger drastisch“ und „leichter teilbar“ erscheinen lassen. Schreckliche Realitäten würden in die Bildsprache von Spielzeug und Kindheit übersetzt. Zerbombte Schulen würden in Plastikbausteine verwandelt. Der Wert menschlichen Lebens werde gemindert.
YouTube hat den Hauptkanal von Explosive Media Mitte April gesperrt. Er verstoße gegen die Richtlinien zu Spam und Täuschung. Auch Instagram ging teilweise gegen Accounts vor. Am 7. Mai schreibt Explosive Media im Telegram-Channel: „Drei Accounts auf einmal! So etwas machen nur Verlierer. Gibt es noch jemanden, der daran zweifelt, von wem Meta seine Anweisungen bekommt?“ Auf X und TikTok zirkulieren die Clips ungestört – mittlerweile auch auf Spotify.
Ungeachtet dessen, wie die Plattformen mit den iranischen Lego-Clips umgehen, hat sich der Stil längst verselbstständigt. Der US-Filmemacher Drew Ponder mit Sympathien für Bernie Sanders beispielsweise produziert nun eigene Videos wie „Strait Outta Iran“ und „What Shall We Do with the Drunken Hegseth?“. Ursprünglich für iranische Staatsinteressen konzipiert, dienen Lego-Clips nun auch innenpolitischer Trump-Kritik. Selbst im Iran werden sie inzwischen zur Regierungs-Kritik genutzt. Iranwire dokumentiert, dass Regime-Kritiker:innen die Lego-Ästhetik bereits gegen die neue Führung im Iran einsetzen. Ein Video zeigt, wie Mojtaba Khamenei durch eine Geisterbahn fährt und am Ende vom iranischen Volk davongejagt wird.
Denis Glismann ist von April bis Juni 2026 Praktikant bei netzpolitik.org. Er schließt aktuell seinen Master in Politikwissenschaft an der FU Berlin ab. Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Bluesky. Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.
Über Denis Glismann - netzpolitik:
Unter der Kennung "Gastautor:innen" fassen wir die unterschiedlichsten Beiträge externer Quellen zusammen, die wir dankbar im Beueler-Extradienst (wieder-)veröffentlichen dürfen. Die Autor*innen, Quellen und ggf. Lizenzen sind, soweit bekannt, jeweils im Beitrag vermerkt und/oder verlinkt.
-
Iran dominiert im Slopaganda-Krieg: Mit Legosteinen gegen das Weiße Haus
Der Iran gewinnt mit KI-generierten Lego-Clips etliche Schlachten gegen die Trump-Regierung – zumindest im Netz. Millionenfach geklickt, weltweit geteilt: Der iranische Propaganda-Erfolg basiert auf einem Prinzip, das längst ein eigenständiges Genre geworden ist.
Im Propagandakrieg mit den USA hat der Iran eine Art neue Wunderwaffe entwickelt: KI-generierte Clips in Legostein-Optik. Die Trump-Administration erscheint in den Videos als inkompetent, verzweifelt, dysfunktional, korrupt und politisch angezählt. Mal ist Trump ein Zirkusclown, mal eine senile Karikatur mit einer Liebe zu Diet Coke. Die Lego-Clips sind oft mehrere Minuten lang und bestehen aus Memes, popkulturellen Referenzen sowie schnellen Cuts, mit Rock, Rap oder Trap unterlegt. Regelmäßig kommen neue Videos hinzu, die millionenfach geklickt werden. Dieser Typ von Produktionen wird „Slopaganda“ genannt. Ein Kofferwort aus Slop (englisch für massenhaft produzierten KI-Müll) und Propaganda.
Kaum war der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran verkündet, veröffentlichten offizielle Kanäle des iranischen Regimes ein neues Video. Im Bild ein weinender Lego-Trump, der einen Taco isst. Der Post dazu schreibt: „TACO will always remain TACO“. Eine Anspielung auf „Trump Always Chickens Out“ – das Akronym stammt ursprünglich von der Wall Street. Trump habe demnach kapituliert, Iran gesiegt und der Welt damit gezeigt, wie man den US-Imperialismus zerschlage. Das iranische Konsulat im indischen Hyderabad trollte wenige Tage später nach und veröffentlichte einen KI-Clip, in dem ein frustrierter Trump mit einer abwesenden iranischen Delegation verhandelt. Die iranische Botschaft in Ghana postete darauf den Lego-Clip eines schlafenden Trumps: Er träume wohl davon, den Iran besiegt zu haben. „Lasst ihn schlafen.“
Viele Expert:innen sind vom Erfolg der viralen KI-Clips überrascht und sich in einer Sache einig: Der Iran hat die Propagandaschlacht im Netz längst gewonnen. Das Institute for Strategic Dialogue (ISD) drückt dies in konkreten Zahlen aus. Demnach haben Views und Likes offizieller iranischer Regierungs-Accounts in den ersten 50 Tagen seit Kriegsbeginn um das 30-Fache zugenommen. Zusammen kommen diese Accounts auf über 900 Millionen Views in den sozialen Medien. Die Trump-Administration ist mit ihrem Material weit entfernt von solchen Zahlen.
Hinter den Lego-Clips steht eine iranische Gruppe namens „Explosive Media“. Nach eigenen Angaben weniger als zehn junge Menschen zwischen 19 und 25 Jahren. Die Gruppe bezeichnet sich als „unabhängig“, ihr Sprecher räumte im Interview mit der BBC jedoch ein, dass das iranische Regime „Kunde“ sei und man eine Lizenz für die Internetnutzung habe. So unabhängig wie ein Internetzugang im Iran also sein kann. Für 99 Prozent der iranischen Bevölkerung ist der Internetzugang seit Januar schließlich gesperrt, kritisiert NetBlocks. Das iranische Regime begründet dies mit dem Schutz vor „Desinformation“.
Explosive Media sagte der BBC, das Ziel sei es, Menschen zu erreichen, die sich normalerweise nicht mit Nachrichten zum Iran-Krieg auseinandersetzen. Dass moralische Appelle nicht funktionieren, hat der Iran schnell gemerkt: Die New York Times hat die Evolution iranischer Posts unter die Lupe genommen. Hinweise auf die Zahl toter Kinder erzielten demnach keine Reichweite. KI-Clips gingen demgegenüber durch die Decke. Die Iran-Anthropologin Narges Bajoghli, die seit über einem Jahrzehnt politische Diskurse auf Social Media beobachtet, sagte laut Guardian, sie habe in 15 Jahren noch nie ein Thema erlebt, bei dem sich verschiedene politische Algorithmen so deutlich überlappten. Von MAGA-Konten über moderate Republikaner:innen bis hin zu Linken teilten demnach viele täglich iranische Propaganda-Inhalte.
Anschlussfähig an westliche Internetkultur
„Sie haben es geschafft, genau jene Ästhetik von Identität und Kultur zu treffen, für die das Internet eigentlich da ist“, sagt Renée DiResta gegenüber der New York Timesüber Explosive Media. „Sie haben ein Regime, das brutal und ziemlich schrecklich ist und weltweit nicht gerade einen guten Ruf genoss, in eine Art mutigen, sympathischen Underdog verwandelt.“
Dass die Lego-Clips aus dem Iran stammen, wird dabei nicht direkt offensichtlich. Die KI-Clips sollen anschlussfähig an die westliche Internetkultur sein. Dazu greifen sie insbesondere aktuelle innenpolitische Kontroversen um die Trump-Regierung auf. Der Iran-Krieg ist demnach ein Ablenkungsmanöver von den Epstein-Files. „Kriegsminister“ Pete Hegseth ein spielsüchtiger Trunkenbold und FBI-Chef Kash Patel ebenfalls eine Witzfigur mit Hang zum Alkoholexzess. Die Trump-Administration liefert genug Kontroversen für das Material. Doch auch große gesellschaftliche Zerwürfnisse und historische Kriegsverbrechen werden in den Clips verhandelt. Der Iran reiht sich so bei den historisch Unterdrückten ein. Verkörpert durch die Opfer des Vietnamkriegs, in Gaza, von Hiroshima und Nagasaki oder der Indigenen. Auch die Ikone der US-Bürgerrechtsbewegung Malcolm X ist mit von der Partie.
Der US-Krieg im Iran ist derweil so unpopulär wie der US-Präsident selbst. Der Iran weiß, dass der Krieg militärisch nicht gewonnen werden kann. Die beste Strategie sei es demnach, die öffentliche Meinung auf die eigene Seite zu bringen, sagte Medienanalytiker Marc Owen Jones zu Al Jazeera. In der heutigen Kommunikationslandschaft sei es so, dass „Troll-Propaganda“ und „Smack-Talk“ die Oberhand gewönnen. Trump selbst hatte dies lange Zeit mit seinen „Shitpostings“ auf Truth Social vorgemacht: Ein Clip etwa zeigt ihn in einem Kampfjet, der Exkremente auf „No Kings“-Demonstrierende abwirft.
Der Propagandaforscher Marcus Bösch von der Universität Münster ordnet die Welle an Lego-Clips deshalb nicht als isolierte iranische Erfindung ein, sondern als Reaktion. Das Weiße Haus habe monatelang selbst auf Memes, KI-Content und Referenzen aus Computerspielen gesetzt. Was Iran jetzt liefere, sagt Bösch dem ZDF, sei eine Spiegelung dieser Logik mit eigenen Mitteln.
Es gibt jedoch auch eine technische Begründung für Lego: Die kindlich-unschuldige Comic-Optik ist weniger dem Risiko ausgesetzt, von den Plattformen herausgefiltert zu werden. Ein einfacher technischer Workaround, meint Radio Free Liberty. Hinzu komme, dass KI die Lego-Menschen viel schneller berechnen könne. Sinngemäß: Lego-Körper haben glatte Oberflächen und null Finger. Mimik und Gestik haben die Komplexität von Emojis. Für eine Propagandastrategie, die auch auf Quantität setzt, ist das ideal. Wie der Spielzeughersteller Lego Group das hingegen findet, weiß niemand. Er hat sich bisher nicht geäußert.
Lego-Viralität durch staatliche Propaganda-Strategie
Die Analyseplattform Graphika hat laut Forbes dokumentiert, wie Iran die Clips verbreitete: Explosive Media veröffentlichte das Material auf Telegram und binnen einer Stunde reposteten die staatsnahe iranische Nachrichtenagentur Tasnim und der russische Auslandssender RT diese auf Plattformen wie X. Parallel dazu amplifizierten tausende Accounts die Posts mit gleichen Hashtags und gleicher Rhetorik.
Hinter der organischen Viralität steht also eine koordinierte Verbreitungsstrategie. Das ISD beobachtet rund 150 X‑Accounts iranischer Diplomat:innen und Regierungsstellen und hat dokumentiert, wie sie sich seit Kriegsbeginn gegenseitig amplifizieren. Der Forscher Joseph Bodnar fasst das Prinzip knapp zusammen: Aus dem klassischen „shock and awe“ der Kriegspropaganda sei „shock and share“ geworden. Auf Lego-Optik allein setzt Iran dabei nicht. Die iranische Botschaft in Tadschikistan erzielte laut der ISD-Studie den meistgesehenen Einzelpost. 24,1 Millionen sahen sich an, wie Jesus den US-Präsidenten Trump in eine Feuergrube boxt – und zwar aus dem KI-Bild, das Trump zuvor gepostet hatte. Es zeigt ihn selbst als Jesus.
Die Lego-Propaganda sei nur der sichtbarste Teil einer breiteren iranischen KI-Propaganda, sagt das Reuters Institute: Im selben Informationsraum kursieren Inhalte, die nicht als Satire erkennbar seien. Die staatsnahe iranische Teheran Times postete demnach KI-Fakes von Satellitenbildern eines angeblich von iranischen Drohnen zerstörten US-Radars in Katar. Fast eine Million Views.
Echte Fotos können als KI-Fakes diskreditiert werden, KI-Fakes als echt erklärt werden. In dieser Umgebung nehmen, so das Reuters Institute, Lego-Clips eine Sonderrolle ein: Sie deklarieren sich selbst als Satire und liefern deshalb keine direkten Anhaltspunkte für Faktenchecks.
„Unsere größte Befürchtung ist eine Eskalation der Rhetorik, die den Krieg als Spiel darstellt“, sagt Sam Dubberley von Human Rights Watch. „Für uns ist es in Konflikten entscheidend, zivile Opfer so weit wie möglich zu vermeiden. Wenn man jedoch Memes, Videospiele oder Lego-Videos verwendet, wirkt der Krieg nicht real. Wenn es zu einer solchen ‚Memeifizierung’ des Krieges kommt, verschärft sich die Rhetorik, was zu weiteren Konflikten und mehr zivilen Opfern führen könnte.“
Slopaganda etabliert sich
Aus den KI-Clips ist ein Genre geworden: Slopaganda. Der Fokus liegt auf dem, was klickt und zirkuliert, nicht auf dem, was stimmt. Tote Schulkinder finden weniger Aufmerksamkeit als weinende Lego-Trumps. Iran hat lediglich die Logik der westlichen Internetkultur und Aufmerksamkeitsökonomie utilisiert. Authentizität wird dabei optional. Slopaganda, hat der Guardian präzisiert, ziele nicht auf Faktentreue. Sie wolle nicht überzeugen, sondern Assoziationen erzeugen.
Lucasz Olejnik vom King’s College London spricht von „War Gamification“: Die kindlich vertraute Optik senke die Abwehr des Publikums genau in dem Moment, in dem die politische Botschaft platziert wird. Daniel Butler, Professor für Politikwissenschaft, argumentiert ähnlich, dass Lego-Bilder Krieg und Leid „weniger drastisch“ und „leichter teilbar“ erscheinen lassen. Schreckliche Realitäten würden in die Bildsprache von Spielzeug und Kindheit übersetzt. Zerbombte Schulen würden in Plastikbausteine verwandelt. Der Wert menschlichen Lebens werde gemindert.
YouTube hat den Hauptkanal von Explosive Media Mitte April gesperrt. Er verstoße gegen die Richtlinien zu Spam und Täuschung. Auch Instagram ging teilweise gegen Accounts vor. Am 7. Mai schreibt Explosive Media im Telegram-Channel: „Drei Accounts auf einmal! So etwas machen nur Verlierer. Gibt es noch jemanden, der daran zweifelt, von wem Meta seine Anweisungen bekommt?“ Auf X und TikTok zirkulieren die Clips ungestört – mittlerweile auch auf Spotify.
Ungeachtet dessen, wie die Plattformen mit den iranischen Lego-Clips umgehen, hat sich der Stil längst verselbstständigt. Der US-Filmemacher Drew Ponder mit Sympathien für Bernie Sanders beispielsweise produziert nun eigene Videos wie „Strait Outta Iran“ und „What Shall We Do with the Drunken Hegseth?“. Ursprünglich für iranische Staatsinteressen konzipiert, dienen Lego-Clips nun auch innenpolitischer Trump-Kritik. Selbst im Iran werden sie inzwischen zur Regierungs-Kritik genutzt. Iranwire dokumentiert, dass Regime-Kritiker:innen die Lego-Ästhetik bereits gegen die neue Führung im Iran einsetzen. Ein Video zeigt, wie Mojtaba Khamenei durch eine Geisterbahn fährt und am Ende vom iranischen Volk davongejagt wird.
Denis Glismann ist von April bis Juni 2026 Praktikant bei netzpolitik.org. Er schließt aktuell seinen Master in Politikwissenschaft an der FU Berlin ab. Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Bluesky. Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.
-
Iran dominiert im Slopaganda-Krieg: Mit Legosteinen gegen das Weiße Haus
Der Iran gewinnt mit KI-generierten Lego-Clips etliche Schlachten gegen die Trump-Regierung – zumindest im Netz. Millionenfach geklickt, weltweit geteilt: Der iranische Propaganda-Erfolg basiert auf einem Prinzip, das längst ein eigenständiges Genre geworden ist.
Im Propagandakrieg mit den USA hat der Iran eine Art neue Wunderwaffe entwickelt: KI-generierte Clips in Legostein-Optik. Die Trump-Administration erscheint in den Videos als inkompetent, verzweifelt, dysfunktional, korrupt und politisch angezählt. Mal ist Trump ein Zirkusclown, mal eine senile Karikatur mit einer Liebe zu Diet Coke. Die Lego-Clips sind oft mehrere Minuten lang und bestehen aus Memes, popkulturellen Referenzen sowie schnellen Cuts, mit Rock, Rap oder Trap unterlegt. Regelmäßig kommen neue Videos hinzu, die millionenfach geklickt werden. Dieser Typ von Produktionen wird „Slopaganda“ genannt. Ein Kofferwort aus Slop (englisch für massenhaft produzierten KI-Müll) und Propaganda.
Kaum war der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran verkündet, veröffentlichten offizielle Kanäle des iranischen Regimes ein neues Video. Im Bild ein weinender Lego-Trump, der einen Taco isst. Der Post dazu schreibt: „TACO will always remain TACO“. Eine Anspielung auf „Trump Always Chickens Out“ – das Akronym stammt ursprünglich von der Wall Street. Trump habe demnach kapituliert, Iran gesiegt und der Welt damit gezeigt, wie man den US-Imperialismus zerschlage. Das iranische Konsulat im indischen Hyderabad trollte wenige Tage später nach und veröffentlichte einen KI-Clip, in dem ein frustrierter Trump mit einer abwesenden iranischen Delegation verhandelt. Die iranische Botschaft in Ghana postete darauf den Lego-Clip eines schlafenden Trumps: Er träume wohl davon, den Iran besiegt zu haben. „Lasst ihn schlafen.“
Viele Expert:innen sind vom Erfolg der viralen KI-Clips überrascht und sich in einer Sache einig: Der Iran hat die Propagandaschlacht im Netz längst gewonnen. Das Institute for Strategic Dialogue (ISD) drückt dies in konkreten Zahlen aus. Demnach haben Views und Likes offizieller iranischer Regierungs-Accounts in den ersten 50 Tagen seit Kriegsbeginn um das 30-Fache zugenommen. Zusammen kommen diese Accounts auf über 900 Millionen Views in den sozialen Medien. Die Trump-Administration ist mit ihrem Material weit entfernt von solchen Zahlen.
Hinter den Lego-Clips steht eine iranische Gruppe namens „Explosive Media“. Nach eigenen Angaben weniger als zehn junge Menschen zwischen 19 und 25 Jahren. Die Gruppe bezeichnet sich als „unabhängig“, ihr Sprecher räumte im Interview mit der BBC jedoch ein, dass das iranische Regime „Kunde“ sei und man eine Lizenz für die Internetnutzung habe. So unabhängig wie ein Internetzugang im Iran also sein kann. Für 99 Prozent der iranischen Bevölkerung ist der Internetzugang seit Januar schließlich gesperrt, kritisiert NetBlocks. Das iranische Regime begründet dies mit dem Schutz vor „Desinformation“.
Explosive Media sagte der BBC, das Ziel sei es, Menschen zu erreichen, die sich normalerweise nicht mit Nachrichten zum Iran-Krieg auseinandersetzen. Dass moralische Appelle nicht funktionieren, hat der Iran schnell gemerkt: Die New York Times hat die Evolution iranischer Posts unter die Lupe genommen. Hinweise auf die Zahl toter Kinder erzielten demnach keine Reichweite. KI-Clips gingen demgegenüber durch die Decke. Die Iran-Anthropologin Narges Bajoghli, die seit über einem Jahrzehnt politische Diskurse auf Social Media beobachtet, sagte laut Guardian, sie habe in 15 Jahren noch nie ein Thema erlebt, bei dem sich verschiedene politische Algorithmen so deutlich überlappten. Von MAGA-Konten über moderate Republikaner:innen bis hin zu Linken teilten demnach viele täglich iranische Propaganda-Inhalte.
Anschlussfähig an westliche Internetkultur
„Sie haben es geschafft, genau jene Ästhetik von Identität und Kultur zu treffen, für die das Internet eigentlich da ist“, sagt Renée DiResta gegenüber der New York Timesüber Explosive Media. „Sie haben ein Regime, das brutal und ziemlich schrecklich ist und weltweit nicht gerade einen guten Ruf genoss, in eine Art mutigen, sympathischen Underdog verwandelt.“
Dass die Lego-Clips aus dem Iran stammen, wird dabei nicht direkt offensichtlich. Die KI-Clips sollen anschlussfähig an die westliche Internetkultur sein. Dazu greifen sie insbesondere aktuelle innenpolitische Kontroversen um die Trump-Regierung auf. Der Iran-Krieg ist demnach ein Ablenkungsmanöver von den Epstein-Files. „Kriegsminister“ Pete Hegseth ein spielsüchtiger Trunkenbold und FBI-Chef Kash Patel ebenfalls eine Witzfigur mit Hang zum Alkoholexzess. Die Trump-Administration liefert genug Kontroversen für das Material. Doch auch große gesellschaftliche Zerwürfnisse und historische Kriegsverbrechen werden in den Clips verhandelt. Der Iran reiht sich so bei den historisch Unterdrückten ein. Verkörpert durch die Opfer des Vietnamkriegs, in Gaza, von Hiroshima und Nagasaki oder der Indigenen. Auch die Ikone der US-Bürgerrechtsbewegung Malcolm X ist mit von der Partie.
Der US-Krieg im Iran ist derweil so unpopulär wie der US-Präsident selbst. Der Iran weiß, dass der Krieg militärisch nicht gewonnen werden kann. Die beste Strategie sei es demnach, die öffentliche Meinung auf die eigene Seite zu bringen, sagte Medienanalytiker Marc Owen Jones zu Al Jazeera. In der heutigen Kommunikationslandschaft sei es so, dass „Troll-Propaganda“ und „Smack-Talk“ die Oberhand gewönnen. Trump selbst hatte dies lange Zeit mit seinen „Shitpostings“ auf Truth Social vorgemacht: Ein Clip etwa zeigt ihn in einem Kampfjet, der Exkremente auf „No Kings“-Demonstrierende abwirft.
Der Propagandaforscher Marcus Bösch von der Universität Münster ordnet die Welle an Lego-Clips deshalb nicht als isolierte iranische Erfindung ein, sondern als Reaktion. Das Weiße Haus habe monatelang selbst auf Memes, KI-Content und Referenzen aus Computerspielen gesetzt. Was Iran jetzt liefere, sagt Bösch dem ZDF, sei eine Spiegelung dieser Logik mit eigenen Mitteln.
Es gibt jedoch auch eine technische Begründung für Lego: Die kindlich-unschuldige Comic-Optik ist weniger dem Risiko ausgesetzt, von den Plattformen herausgefiltert zu werden. Ein einfacher technischer Workaround, meint Radio Free Liberty. Hinzu komme, dass KI die Lego-Menschen viel schneller berechnen könne. Sinngemäß: Lego-Körper haben glatte Oberflächen und null Finger. Mimik und Gestik haben die Komplexität von Emojis. Für eine Propagandastrategie, die auch auf Quantität setzt, ist das ideal. Wie der Spielzeughersteller Lego Group das hingegen findet, weiß niemand. Er hat sich bisher nicht geäußert.
Lego-Viralität durch staatliche Propaganda-Strategie
Die Analyseplattform Graphika hat laut Forbes dokumentiert, wie Iran die Clips verbreitete: Explosive Media veröffentlichte das Material auf Telegram und binnen einer Stunde reposteten die staatsnahe iranische Nachrichtenagentur Tasnim und der russische Auslandssender RT diese auf Plattformen wie X. Parallel dazu amplifizierten tausende Accounts die Posts mit gleichen Hashtags und gleicher Rhetorik.
Hinter der organischen Viralität steht also eine koordinierte Verbreitungsstrategie. Das ISD beobachtet rund 150 X‑Accounts iranischer Diplomat:innen und Regierungsstellen und hat dokumentiert, wie sie sich seit Kriegsbeginn gegenseitig amplifizieren. Der Forscher Joseph Bodnar fasst das Prinzip knapp zusammen: Aus dem klassischen „shock and awe“ der Kriegspropaganda sei „shock and share“ geworden. Auf Lego-Optik allein setzt Iran dabei nicht. Die iranische Botschaft in Tadschikistan erzielte laut der ISD-Studie den meistgesehenen Einzelpost. 24,1 Millionen sahen sich an, wie Jesus den US-Präsidenten Trump in eine Feuergrube boxt – und zwar aus dem KI-Bild, das Trump zuvor gepostet hatte. Es zeigt ihn selbst als Jesus.
Die Lego-Propaganda sei nur der sichtbarste Teil einer breiteren iranischen KI-Propaganda, sagt das Reuters Institute: Im selben Informationsraum kursieren Inhalte, die nicht als Satire erkennbar seien. Die staatsnahe iranische Teheran Times postete demnach KI-Fakes von Satellitenbildern eines angeblich von iranischen Drohnen zerstörten US-Radars in Katar. Fast eine Million Views.
Echte Fotos können als KI-Fakes diskreditiert werden, KI-Fakes als echt erklärt werden. In dieser Umgebung nehmen, so das Reuters Institute, Lego-Clips eine Sonderrolle ein: Sie deklarieren sich selbst als Satire und liefern deshalb keine direkten Anhaltspunkte für Faktenchecks.
„Unsere größte Befürchtung ist eine Eskalation der Rhetorik, die den Krieg als Spiel darstellt“, sagt Sam Dubberley von Human Rights Watch. „Für uns ist es in Konflikten entscheidend, zivile Opfer so weit wie möglich zu vermeiden. Wenn man jedoch Memes, Videospiele oder Lego-Videos verwendet, wirkt der Krieg nicht real. Wenn es zu einer solchen ‚Memeifizierung’ des Krieges kommt, verschärft sich die Rhetorik, was zu weiteren Konflikten und mehr zivilen Opfern führen könnte.“
Slopaganda etabliert sich
Aus den KI-Clips ist ein Genre geworden: Slopaganda. Der Fokus liegt auf dem, was klickt und zirkuliert, nicht auf dem, was stimmt. Tote Schulkinder finden weniger Aufmerksamkeit als weinende Lego-Trumps. Iran hat lediglich die Logik der westlichen Internetkultur und Aufmerksamkeitsökonomie utilisiert. Authentizität wird dabei optional. Slopaganda, hat der Guardian präzisiert, ziele nicht auf Faktentreue. Sie wolle nicht überzeugen, sondern Assoziationen erzeugen.
Lucasz Olejnik vom King’s College London spricht von „War Gamification“: Die kindlich vertraute Optik senke die Abwehr des Publikums genau in dem Moment, in dem die politische Botschaft platziert wird. Daniel Butler, Professor für Politikwissenschaft, argumentiert ähnlich, dass Lego-Bilder Krieg und Leid „weniger drastisch“ und „leichter teilbar“ erscheinen lassen. Schreckliche Realitäten würden in die Bildsprache von Spielzeug und Kindheit übersetzt. Zerbombte Schulen würden in Plastikbausteine verwandelt. Der Wert menschlichen Lebens werde gemindert.
YouTube hat den Hauptkanal von Explosive Media Mitte April gesperrt. Er verstoße gegen die Richtlinien zu Spam und Täuschung. Auch Instagram ging teilweise gegen Accounts vor. Am 7. Mai schreibt Explosive Media im Telegram-Channel: „Drei Accounts auf einmal! So etwas machen nur Verlierer. Gibt es noch jemanden, der daran zweifelt, von wem Meta seine Anweisungen bekommt?“ Auf X und TikTok zirkulieren die Clips ungestört – mittlerweile auch auf Spotify.
Ungeachtet dessen, wie die Plattformen mit den iranischen Lego-Clips umgehen, hat sich der Stil längst verselbstständigt. Der US-Filmemacher Drew Ponder mit Sympathien für Bernie Sanders beispielsweise produziert nun eigene Videos wie „Strait Outta Iran“ und „What Shall We Do with the Drunken Hegseth?“. Ursprünglich für iranische Staatsinteressen konzipiert, dienen Lego-Clips nun auch innenpolitischer Trump-Kritik. Selbst im Iran werden sie inzwischen zur Regierungs-Kritik genutzt. Iranwire dokumentiert, dass Regime-Kritiker:innen die Lego-Ästhetik bereits gegen die neue Führung im Iran einsetzen. Ein Video zeigt, wie Mojtaba Khamenei durch eine Geisterbahn fährt und am Ende vom iranischen Volk davongejagt wird.
Denis Glismann ist von April bis Juni 2026 Praktikant bei netzpolitik.org. Er schließt aktuell seinen Master in Politikwissenschaft an der FU Berlin ab. Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Bluesky. Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.
Über Denis Glismann - netzpolitik:
Unter der Kennung "Gastautor:innen" fassen wir die unterschiedlichsten Beiträge externer Quellen zusammen, die wir dankbar im Beueler-Extradienst (wieder-)veröffentlichen dürfen. Die Autor*innen, Quellen und ggf. Lizenzen sind, soweit bekannt, jeweils im Beitrag vermerkt und/oder verlinkt.
-
Iran dominiert im Slopaganda-Krieg: Mit Legosteinen gegen das Weiße Haus
Der Iran gewinnt mit KI-generierten Lego-Clips etliche Schlachten gegen die Trump-Regierung – zumindest im Netz. Millionenfach geklickt, weltweit geteilt: Der iranische Propaganda-Erfolg basiert auf einem Prinzip, das längst ein eigenständiges Genre geworden ist.
Im Propagandakrieg mit den USA hat der Iran eine Art neue Wunderwaffe entwickelt: KI-generierte Clips in Legostein-Optik. Die Trump-Administration erscheint in den Videos als inkompetent, verzweifelt, dysfunktional, korrupt und politisch angezählt. Mal ist Trump ein Zirkusclown, mal eine senile Karikatur mit einer Liebe zu Diet Coke. Die Lego-Clips sind oft mehrere Minuten lang und bestehen aus Memes, popkulturellen Referenzen sowie schnellen Cuts, mit Rock, Rap oder Trap unterlegt. Regelmäßig kommen neue Videos hinzu, die millionenfach geklickt werden. Dieser Typ von Produktionen wird „Slopaganda“ genannt. Ein Kofferwort aus Slop (englisch für massenhaft produzierten KI-Müll) und Propaganda.
Kaum war der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran verkündet, veröffentlichten offizielle Kanäle des iranischen Regimes ein neues Video. Im Bild ein weinender Lego-Trump, der einen Taco isst. Der Post dazu schreibt: „TACO will always remain TACO“. Eine Anspielung auf „Trump Always Chickens Out“ – das Akronym stammt ursprünglich von der Wall Street. Trump habe demnach kapituliert, Iran gesiegt und der Welt damit gezeigt, wie man den US-Imperialismus zerschlage. Das iranische Konsulat im indischen Hyderabad trollte wenige Tage später nach und veröffentlichte einen KI-Clip, in dem ein frustrierter Trump mit einer abwesenden iranischen Delegation verhandelt. Die iranische Botschaft in Ghana postete darauf den Lego-Clip eines schlafenden Trumps: Er träume wohl davon, den Iran besiegt zu haben. „Lasst ihn schlafen.“
Viele Expert:innen sind vom Erfolg der viralen KI-Clips überrascht und sich in einer Sache einig: Der Iran hat die Propagandaschlacht im Netz längst gewonnen. Das Institute for Strategic Dialogue (ISD) drückt dies in konkreten Zahlen aus. Demnach haben Views und Likes offizieller iranischer Regierungs-Accounts in den ersten 50 Tagen seit Kriegsbeginn um das 30-Fache zugenommen. Zusammen kommen diese Accounts auf über 900 Millionen Views in den sozialen Medien. Die Trump-Administration ist mit ihrem Material weit entfernt von solchen Zahlen.
Hinter den Lego-Clips steht eine iranische Gruppe namens „Explosive Media“. Nach eigenen Angaben weniger als zehn junge Menschen zwischen 19 und 25 Jahren. Die Gruppe bezeichnet sich als „unabhängig“, ihr Sprecher räumte im Interview mit der BBC jedoch ein, dass das iranische Regime „Kunde“ sei und man eine Lizenz für die Internetnutzung habe. So unabhängig wie ein Internetzugang im Iran also sein kann. Für 99 Prozent der iranischen Bevölkerung ist der Internetzugang seit Januar schließlich gesperrt, kritisiert NetBlocks. Das iranische Regime begründet dies mit dem Schutz vor „Desinformation“.
Explosive Media sagte der BBC, das Ziel sei es, Menschen zu erreichen, die sich normalerweise nicht mit Nachrichten zum Iran-Krieg auseinandersetzen. Dass moralische Appelle nicht funktionieren, hat der Iran schnell gemerkt: Die New York Times hat die Evolution iranischer Posts unter die Lupe genommen. Hinweise auf die Zahl toter Kinder erzielten demnach keine Reichweite. KI-Clips gingen demgegenüber durch die Decke. Die Iran-Anthropologin Narges Bajoghli, die seit über einem Jahrzehnt politische Diskurse auf Social Media beobachtet, sagte laut Guardian, sie habe in 15 Jahren noch nie ein Thema erlebt, bei dem sich verschiedene politische Algorithmen so deutlich überlappten. Von MAGA-Konten über moderate Republikaner:innen bis hin zu Linken teilten demnach viele täglich iranische Propaganda-Inhalte.
Anschlussfähig an westliche Internetkultur
„Sie haben es geschafft, genau jene Ästhetik von Identität und Kultur zu treffen, für die das Internet eigentlich da ist“, sagt Renée DiResta gegenüber der New York Timesüber Explosive Media. „Sie haben ein Regime, das brutal und ziemlich schrecklich ist und weltweit nicht gerade einen guten Ruf genoss, in eine Art mutigen, sympathischen Underdog verwandelt.“
Dass die Lego-Clips aus dem Iran stammen, wird dabei nicht direkt offensichtlich. Die KI-Clips sollen anschlussfähig an die westliche Internetkultur sein. Dazu greifen sie insbesondere aktuelle innenpolitische Kontroversen um die Trump-Regierung auf. Der Iran-Krieg ist demnach ein Ablenkungsmanöver von den Epstein-Files. „Kriegsminister“ Pete Hegseth ein spielsüchtiger Trunkenbold und FBI-Chef Kash Patel ebenfalls eine Witzfigur mit Hang zum Alkoholexzess. Die Trump-Administration liefert genug Kontroversen für das Material. Doch auch große gesellschaftliche Zerwürfnisse und historische Kriegsverbrechen werden in den Clips verhandelt. Der Iran reiht sich so bei den historisch Unterdrückten ein. Verkörpert durch die Opfer des Vietnamkriegs, in Gaza, von Hiroshima und Nagasaki oder der Indigenen. Auch die Ikone der US-Bürgerrechtsbewegung Malcolm X ist mit von der Partie.
Der US-Krieg im Iran ist derweil so unpopulär wie der US-Präsident selbst. Der Iran weiß, dass der Krieg militärisch nicht gewonnen werden kann. Die beste Strategie sei es demnach, die öffentliche Meinung auf die eigene Seite zu bringen, sagte Medienanalytiker Marc Owen Jones zu Al Jazeera. In der heutigen Kommunikationslandschaft sei es so, dass „Troll-Propaganda“ und „Smack-Talk“ die Oberhand gewönnen. Trump selbst hatte dies lange Zeit mit seinen „Shitpostings“ auf Truth Social vorgemacht: Ein Clip etwa zeigt ihn in einem Kampfjet, der Exkremente auf „No Kings“-Demonstrierende abwirft.
Der Propagandaforscher Marcus Bösch von der Universität Münster ordnet die Welle an Lego-Clips deshalb nicht als isolierte iranische Erfindung ein, sondern als Reaktion. Das Weiße Haus habe monatelang selbst auf Memes, KI-Content und Referenzen aus Computerspielen gesetzt. Was Iran jetzt liefere, sagt Bösch dem ZDF, sei eine Spiegelung dieser Logik mit eigenen Mitteln.
Es gibt jedoch auch eine technische Begründung für Lego: Die kindlich-unschuldige Comic-Optik ist weniger dem Risiko ausgesetzt, von den Plattformen herausgefiltert zu werden. Ein einfacher technischer Workaround, meint Radio Free Liberty. Hinzu komme, dass KI die Lego-Menschen viel schneller berechnen könne. Sinngemäß: Lego-Körper haben glatte Oberflächen und null Finger. Mimik und Gestik haben die Komplexität von Emojis. Für eine Propagandastrategie, die auch auf Quantität setzt, ist das ideal. Wie der Spielzeughersteller Lego Group das hingegen findet, weiß niemand. Er hat sich bisher nicht geäußert.
Lego-Viralität durch staatliche Propaganda-Strategie
Die Analyseplattform Graphika hat laut Forbes dokumentiert, wie Iran die Clips verbreitete: Explosive Media veröffentlichte das Material auf Telegram und binnen einer Stunde reposteten die staatsnahe iranische Nachrichtenagentur Tasnim und der russische Auslandssender RT diese auf Plattformen wie X. Parallel dazu amplifizierten tausende Accounts die Posts mit gleichen Hashtags und gleicher Rhetorik.
Hinter der organischen Viralität steht also eine koordinierte Verbreitungsstrategie. Das ISD beobachtet rund 150 X‑Accounts iranischer Diplomat:innen und Regierungsstellen und hat dokumentiert, wie sie sich seit Kriegsbeginn gegenseitig amplifizieren. Der Forscher Joseph Bodnar fasst das Prinzip knapp zusammen: Aus dem klassischen „shock and awe“ der Kriegspropaganda sei „shock and share“ geworden. Auf Lego-Optik allein setzt Iran dabei nicht. Die iranische Botschaft in Tadschikistan erzielte laut der ISD-Studie den meistgesehenen Einzelpost. 24,1 Millionen sahen sich an, wie Jesus den US-Präsidenten Trump in eine Feuergrube boxt – und zwar aus dem KI-Bild, das Trump zuvor gepostet hatte. Es zeigt ihn selbst als Jesus.
Die Lego-Propaganda sei nur der sichtbarste Teil einer breiteren iranischen KI-Propaganda, sagt das Reuters Institute: Im selben Informationsraum kursieren Inhalte, die nicht als Satire erkennbar seien. Die staatsnahe iranische Teheran Times postete demnach KI-Fakes von Satellitenbildern eines angeblich von iranischen Drohnen zerstörten US-Radars in Katar. Fast eine Million Views.
Echte Fotos können als KI-Fakes diskreditiert werden, KI-Fakes als echt erklärt werden. In dieser Umgebung nehmen, so das Reuters Institute, Lego-Clips eine Sonderrolle ein: Sie deklarieren sich selbst als Satire und liefern deshalb keine direkten Anhaltspunkte für Faktenchecks.
„Unsere größte Befürchtung ist eine Eskalation der Rhetorik, die den Krieg als Spiel darstellt“, sagt Sam Dubberley von Human Rights Watch. „Für uns ist es in Konflikten entscheidend, zivile Opfer so weit wie möglich zu vermeiden. Wenn man jedoch Memes, Videospiele oder Lego-Videos verwendet, wirkt der Krieg nicht real. Wenn es zu einer solchen ‚Memeifizierung’ des Krieges kommt, verschärft sich die Rhetorik, was zu weiteren Konflikten und mehr zivilen Opfern führen könnte.“
Slopaganda etabliert sich
Aus den KI-Clips ist ein Genre geworden: Slopaganda. Der Fokus liegt auf dem, was klickt und zirkuliert, nicht auf dem, was stimmt. Tote Schulkinder finden weniger Aufmerksamkeit als weinende Lego-Trumps. Iran hat lediglich die Logik der westlichen Internetkultur und Aufmerksamkeitsökonomie utilisiert. Authentizität wird dabei optional. Slopaganda, hat der Guardian präzisiert, ziele nicht auf Faktentreue. Sie wolle nicht überzeugen, sondern Assoziationen erzeugen.
Lucasz Olejnik vom King’s College London spricht von „War Gamification“: Die kindlich vertraute Optik senke die Abwehr des Publikums genau in dem Moment, in dem die politische Botschaft platziert wird. Daniel Butler, Professor für Politikwissenschaft, argumentiert ähnlich, dass Lego-Bilder Krieg und Leid „weniger drastisch“ und „leichter teilbar“ erscheinen lassen. Schreckliche Realitäten würden in die Bildsprache von Spielzeug und Kindheit übersetzt. Zerbombte Schulen würden in Plastikbausteine verwandelt. Der Wert menschlichen Lebens werde gemindert.
YouTube hat den Hauptkanal von Explosive Media Mitte April gesperrt. Er verstoße gegen die Richtlinien zu Spam und Täuschung. Auch Instagram ging teilweise gegen Accounts vor. Am 7. Mai schreibt Explosive Media im Telegram-Channel: „Drei Accounts auf einmal! So etwas machen nur Verlierer. Gibt es noch jemanden, der daran zweifelt, von wem Meta seine Anweisungen bekommt?“ Auf X und TikTok zirkulieren die Clips ungestört – mittlerweile auch auf Spotify.
Ungeachtet dessen, wie die Plattformen mit den iranischen Lego-Clips umgehen, hat sich der Stil längst verselbstständigt. Der US-Filmemacher Drew Ponder mit Sympathien für Bernie Sanders beispielsweise produziert nun eigene Videos wie „Strait Outta Iran“ und „What Shall We Do with the Drunken Hegseth?“. Ursprünglich für iranische Staatsinteressen konzipiert, dienen Lego-Clips nun auch innenpolitischer Trump-Kritik. Selbst im Iran werden sie inzwischen zur Regierungs-Kritik genutzt. Iranwire dokumentiert, dass Regime-Kritiker:innen die Lego-Ästhetik bereits gegen die neue Führung im Iran einsetzen. Ein Video zeigt, wie Mojtaba Khamenei durch eine Geisterbahn fährt und am Ende vom iranischen Volk davongejagt wird.
Denis Glismann ist von April bis Juni 2026 Praktikant bei netzpolitik.org. Er schließt aktuell seinen Master in Politikwissenschaft an der FU Berlin ab. Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Bluesky. Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.
Über Denis Glismann - netzpolitik:
Unter der Kennung "Gastautor:innen" fassen wir die unterschiedlichsten Beiträge externer Quellen zusammen, die wir dankbar im Beueler-Extradienst (wieder-)veröffentlichen dürfen. Die Autor*innen, Quellen und ggf. Lizenzen sind, soweit bekannt, jeweils im Beitrag vermerkt und/oder verlinkt.
-
Iran dominiert im Slopaganda-Krieg: Mit Legosteinen gegen das Weiße Haus
Der Iran gewinnt mit KI-generierten Lego-Clips etliche Schlachten gegen die Trump-Regierung – zumindest im Netz. Millionenfach geklickt, weltweit geteilt: Der iranische Propaganda-Erfolg basiert auf einem Prinzip, das längst ein eigenständiges Genre geworden ist.
Im Propagandakrieg mit den USA hat der Iran eine Art neue Wunderwaffe entwickelt: KI-generierte Clips in Legostein-Optik. Die Trump-Administration erscheint in den Videos als inkompetent, verzweifelt, dysfunktional, korrupt und politisch angezählt. Mal ist Trump ein Zirkusclown, mal eine senile Karikatur mit einer Liebe zu Diet Coke. Die Lego-Clips sind oft mehrere Minuten lang und bestehen aus Memes, popkulturellen Referenzen sowie schnellen Cuts, mit Rock, Rap oder Trap unterlegt. Regelmäßig kommen neue Videos hinzu, die millionenfach geklickt werden. Dieser Typ von Produktionen wird „Slopaganda“ genannt. Ein Kofferwort aus Slop (englisch für massenhaft produzierten KI-Müll) und Propaganda.
Kaum war der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran verkündet, veröffentlichten offizielle Kanäle des iranischen Regimes ein neues Video. Im Bild ein weinender Lego-Trump, der einen Taco isst. Der Post dazu schreibt: „TACO will always remain TACO“. Eine Anspielung auf „Trump Always Chickens Out“ – das Akronym stammt ursprünglich von der Wall Street. Trump habe demnach kapituliert, Iran gesiegt und der Welt damit gezeigt, wie man den US-Imperialismus zerschlage. Das iranische Konsulat im indischen Hyderabad trollte wenige Tage später nach und veröffentlichte einen KI-Clip, in dem ein frustrierter Trump mit einer abwesenden iranischen Delegation verhandelt. Die iranische Botschaft in Ghana postete darauf den Lego-Clip eines schlafenden Trumps: Er träume wohl davon, den Iran besiegt zu haben. „Lasst ihn schlafen.“
Viele Expert:innen sind vom Erfolg der viralen KI-Clips überrascht und sich in einer Sache einig: Der Iran hat die Propagandaschlacht im Netz längst gewonnen. Das Institute for Strategic Dialogue (ISD) drückt dies in konkreten Zahlen aus. Demnach haben Views und Likes offizieller iranischer Regierungs-Accounts in den ersten 50 Tagen seit Kriegsbeginn um das 30-Fache zugenommen. Zusammen kommen diese Accounts auf über 900 Millionen Views in den sozialen Medien. Die Trump-Administration ist mit ihrem Material weit entfernt von solchen Zahlen.
Hinter den Lego-Clips steht eine iranische Gruppe namens „Explosive Media“. Nach eigenen Angaben weniger als zehn junge Menschen zwischen 19 und 25 Jahren. Die Gruppe bezeichnet sich als „unabhängig“, ihr Sprecher räumte im Interview mit der BBC jedoch ein, dass das iranische Regime „Kunde“ sei und man eine Lizenz für die Internetnutzung habe. So unabhängig wie ein Internetzugang im Iran also sein kann. Für 99 Prozent der iranischen Bevölkerung ist der Internetzugang seit Januar schließlich gesperrt, kritisiert NetBlocks. Das iranische Regime begründet dies mit dem Schutz vor „Desinformation“.
Explosive Media sagte der BBC, das Ziel sei es, Menschen zu erreichen, die sich normalerweise nicht mit Nachrichten zum Iran-Krieg auseinandersetzen. Dass moralische Appelle nicht funktionieren, hat der Iran schnell gemerkt: Die New York Times hat die Evolution iranischer Posts unter die Lupe genommen. Hinweise auf die Zahl toter Kinder erzielten demnach keine Reichweite. KI-Clips gingen demgegenüber durch die Decke. Die Iran-Anthropologin Narges Bajoghli, die seit über einem Jahrzehnt politische Diskurse auf Social Media beobachtet, sagte laut Guardian, sie habe in 15 Jahren noch nie ein Thema erlebt, bei dem sich verschiedene politische Algorithmen so deutlich überlappten. Von MAGA-Konten über moderate Republikaner:innen bis hin zu Linken teilten demnach viele täglich iranische Propaganda-Inhalte.
Anschlussfähig an westliche Internetkultur
„Sie haben es geschafft, genau jene Ästhetik von Identität und Kultur zu treffen, für die das Internet eigentlich da ist“, sagt Renée DiResta gegenüber der New York Timesüber Explosive Media. „Sie haben ein Regime, das brutal und ziemlich schrecklich ist und weltweit nicht gerade einen guten Ruf genoss, in eine Art mutigen, sympathischen Underdog verwandelt.“
Dass die Lego-Clips aus dem Iran stammen, wird dabei nicht direkt offensichtlich. Die KI-Clips sollen anschlussfähig an die westliche Internetkultur sein. Dazu greifen sie insbesondere aktuelle innenpolitische Kontroversen um die Trump-Regierung auf. Der Iran-Krieg ist demnach ein Ablenkungsmanöver von den Epstein-Files. „Kriegsminister“ Pete Hegseth ein spielsüchtiger Trunkenbold und FBI-Chef Kash Patel ebenfalls eine Witzfigur mit Hang zum Alkoholexzess. Die Trump-Administration liefert genug Kontroversen für das Material. Doch auch große gesellschaftliche Zerwürfnisse und historische Kriegsverbrechen werden in den Clips verhandelt. Der Iran reiht sich so bei den historisch Unterdrückten ein. Verkörpert durch die Opfer des Vietnamkriegs, in Gaza, von Hiroshima und Nagasaki oder der Indigenen. Auch die Ikone der US-Bürgerrechtsbewegung Malcolm X ist mit von der Partie.
Der US-Krieg im Iran ist derweil so unpopulär wie der US-Präsident selbst. Der Iran weiß, dass der Krieg militärisch nicht gewonnen werden kann. Die beste Strategie sei es demnach, die öffentliche Meinung auf die eigene Seite zu bringen, sagte Medienanalytiker Marc Owen Jones zu Al Jazeera. In der heutigen Kommunikationslandschaft sei es so, dass „Troll-Propaganda“ und „Smack-Talk“ die Oberhand gewönnen. Trump selbst hatte dies lange Zeit mit seinen „Shitpostings“ auf Truth Social vorgemacht: Ein Clip etwa zeigt ihn in einem Kampfjet, der Exkremente auf „No Kings“-Demonstrierende abwirft.
Der Propagandaforscher Marcus Bösch von der Universität Münster ordnet die Welle an Lego-Clips deshalb nicht als isolierte iranische Erfindung ein, sondern als Reaktion. Das Weiße Haus habe monatelang selbst auf Memes, KI-Content und Referenzen aus Computerspielen gesetzt. Was Iran jetzt liefere, sagt Bösch dem ZDF, sei eine Spiegelung dieser Logik mit eigenen Mitteln.
Es gibt jedoch auch eine technische Begründung für Lego: Die kindlich-unschuldige Comic-Optik ist weniger dem Risiko ausgesetzt, von den Plattformen herausgefiltert zu werden. Ein einfacher technischer Workaround, meint Radio Free Liberty. Hinzu komme, dass KI die Lego-Menschen viel schneller berechnen könne. Sinngemäß: Lego-Körper haben glatte Oberflächen und null Finger. Mimik und Gestik haben die Komplexität von Emojis. Für eine Propagandastrategie, die auch auf Quantität setzt, ist das ideal. Wie der Spielzeughersteller Lego Group das hingegen findet, weiß niemand. Er hat sich bisher nicht geäußert.
Lego-Viralität durch staatliche Propaganda-Strategie
Die Analyseplattform Graphika hat laut Forbes dokumentiert, wie Iran die Clips verbreitete: Explosive Media veröffentlichte das Material auf Telegram und binnen einer Stunde reposteten die staatsnahe iranische Nachrichtenagentur Tasnim und der russische Auslandssender RT diese auf Plattformen wie X. Parallel dazu amplifizierten tausende Accounts die Posts mit gleichen Hashtags und gleicher Rhetorik.
Hinter der organischen Viralität steht also eine koordinierte Verbreitungsstrategie. Das ISD beobachtet rund 150 X‑Accounts iranischer Diplomat:innen und Regierungsstellen und hat dokumentiert, wie sie sich seit Kriegsbeginn gegenseitig amplifizieren. Der Forscher Joseph Bodnar fasst das Prinzip knapp zusammen: Aus dem klassischen „shock and awe“ der Kriegspropaganda sei „shock and share“ geworden. Auf Lego-Optik allein setzt Iran dabei nicht. Die iranische Botschaft in Tadschikistan erzielte laut der ISD-Studie den meistgesehenen Einzelpost. 24,1 Millionen sahen sich an, wie Jesus den US-Präsidenten Trump in eine Feuergrube boxt – und zwar aus dem KI-Bild, das Trump zuvor gepostet hatte. Es zeigt ihn selbst als Jesus.
Die Lego-Propaganda sei nur der sichtbarste Teil einer breiteren iranischen KI-Propaganda, sagt das Reuters Institute: Im selben Informationsraum kursieren Inhalte, die nicht als Satire erkennbar seien. Die staatsnahe iranische Teheran Times postete demnach KI-Fakes von Satellitenbildern eines angeblich von iranischen Drohnen zerstörten US-Radars in Katar. Fast eine Million Views.
Echte Fotos können als KI-Fakes diskreditiert werden, KI-Fakes als echt erklärt werden. In dieser Umgebung nehmen, so das Reuters Institute, Lego-Clips eine Sonderrolle ein: Sie deklarieren sich selbst als Satire und liefern deshalb keine direkten Anhaltspunkte für Faktenchecks.
„Unsere größte Befürchtung ist eine Eskalation der Rhetorik, die den Krieg als Spiel darstellt“, sagt Sam Dubberley von Human Rights Watch. „Für uns ist es in Konflikten entscheidend, zivile Opfer so weit wie möglich zu vermeiden. Wenn man jedoch Memes, Videospiele oder Lego-Videos verwendet, wirkt der Krieg nicht real. Wenn es zu einer solchen ‚Memeifizierung’ des Krieges kommt, verschärft sich die Rhetorik, was zu weiteren Konflikten und mehr zivilen Opfern führen könnte.“
Slopaganda etabliert sich
Aus den KI-Clips ist ein Genre geworden: Slopaganda. Der Fokus liegt auf dem, was klickt und zirkuliert, nicht auf dem, was stimmt. Tote Schulkinder finden weniger Aufmerksamkeit als weinende Lego-Trumps. Iran hat lediglich die Logik der westlichen Internetkultur und Aufmerksamkeitsökonomie utilisiert. Authentizität wird dabei optional. Slopaganda, hat der Guardian präzisiert, ziele nicht auf Faktentreue. Sie wolle nicht überzeugen, sondern Assoziationen erzeugen.
Lucasz Olejnik vom King’s College London spricht von „War Gamification“: Die kindlich vertraute Optik senke die Abwehr des Publikums genau in dem Moment, in dem die politische Botschaft platziert wird. Daniel Butler, Professor für Politikwissenschaft, argumentiert ähnlich, dass Lego-Bilder Krieg und Leid „weniger drastisch“ und „leichter teilbar“ erscheinen lassen. Schreckliche Realitäten würden in die Bildsprache von Spielzeug und Kindheit übersetzt. Zerbombte Schulen würden in Plastikbausteine verwandelt. Der Wert menschlichen Lebens werde gemindert.
YouTube hat den Hauptkanal von Explosive Media Mitte April gesperrt. Er verstoße gegen die Richtlinien zu Spam und Täuschung. Auch Instagram ging teilweise gegen Accounts vor. Am 7. Mai schreibt Explosive Media im Telegram-Channel: „Drei Accounts auf einmal! So etwas machen nur Verlierer. Gibt es noch jemanden, der daran zweifelt, von wem Meta seine Anweisungen bekommt?“ Auf X und TikTok zirkulieren die Clips ungestört – mittlerweile auch auf Spotify.
Ungeachtet dessen, wie die Plattformen mit den iranischen Lego-Clips umgehen, hat sich der Stil längst verselbstständigt. Der US-Filmemacher Drew Ponder mit Sympathien für Bernie Sanders beispielsweise produziert nun eigene Videos wie „Strait Outta Iran“ und „What Shall We Do with the Drunken Hegseth?“. Ursprünglich für iranische Staatsinteressen konzipiert, dienen Lego-Clips nun auch innenpolitischer Trump-Kritik. Selbst im Iran werden sie inzwischen zur Regierungs-Kritik genutzt. Iranwire dokumentiert, dass Regime-Kritiker:innen die Lego-Ästhetik bereits gegen die neue Führung im Iran einsetzen. Ein Video zeigt, wie Mojtaba Khamenei durch eine Geisterbahn fährt und am Ende vom iranischen Volk davongejagt wird.
Denis Glismann ist von April bis Juni 2026 Praktikant bei netzpolitik.org. Er schließt aktuell seinen Master in Politikwissenschaft an der FU Berlin ab. Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Bluesky. Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.
Über Denis Glismann - netzpolitik:
Unter der Kennung "Gastautor:innen" fassen wir die unterschiedlichsten Beiträge externer Quellen zusammen, die wir dankbar im Beueler-Extradienst (wieder-)veröffentlichen dürfen. Die Autor*innen, Quellen und ggf. Lizenzen sind, soweit bekannt, jeweils im Beitrag vermerkt und/oder verlinkt.
-
Irã diz que negociações seguem em curso, mas acordo final está ‘distante’
-
Irã diz que negociações seguem em curso, mas acordo final está ‘distante’
-
https://www.europesays.com/africa/192067/ Tunisia Arrests Opposition Figure in Widening Crackdown #Ayachi(1959) #Hammami #HumanRightsAndHumanRightsViolations #HumanRightsWatch #Kais(1958) #MiddleEastAndNorthAfricaUnrest(2010) #PoliticsAndGovernment #Saied #Tunisia
-
#RightToProtest is under attack in #England and #Wales, reports warn
#HumanRightsWatch and Justice say recent legislative changes have had a chilling effect and should be repealedby Haroon Siddique
Thu 8 Jan 2026"The right to protest is under attack in England and Wales with laws trampling over human rights protections and more oppressive restrictions in the pipeline, two major reports have warned.
"Both Human Rights Watch and the cross-party law reform organisation Justice say recent legislative changes have created a chilling effect on lawful protest and should be repealed. Their reports, simultaneously published on Thursday, also say that proposals for more curbs should be halted.
"They highlight the arrest of Republic #AntiMonarchy protesters during King Charles’s coronation, charges and arrests of #ProPalestinian demonstrators and long sentences for #ClimateProtesters as examples of the crackdown on the right to peaceful dissent.
"Fiona Rutherford, chief executive of Justice, said: 'Year by year, we see police powers grow, as our fundamental right to protest is treated more like a privilege. The law in this area has become dangerously unbalanced, empowering the state to silence voices it should be safeguarding. Reversing this trend is essential to restoring trust, protecting rights and preserving a healthy democracy.'
"Lydia Gall, a senior Europe and Central Asia researcher at Human Rights Watch, said: 'The UK is now adopting protest-control tactics imposed in countries where democratic safeguards are collapsing. The UK should oppose such measures, not replicate and endorse them.'
"Both reports say that the Police, Crime, Sentencing and Courts Act 2022 and the #PublicOrderAct 2023 were watershed moments, criminalising large amounts of previously lawful protest activity and placing a greater emphasis on preemptive containment of protest through criminal law.
The 2022 law granted police authority to impose conditions on public assemblies on grounds such as causing 'serious unease' or being 'too noisy', described by Human Rights Watch as 'vague and subjective'.
"Members of the public can be arrested for carrying items – described as innocuous by Justice – including cable ties, bike locks or glue, on suspicion that they may be used for 'locking‑on'."
Archived version:
https://archive.ph/KORuE#CriminalizingProtest #SilencingDissent #EnvironmentalActivists #GazaGenocide #HumanRights #AntiProtestLaws
#RightToProtest #ACAB #UKPol #JustStopOil #PalestineAction -
#RightToProtest is under attack in #England and #Wales, reports warn
#HumanRightsWatch and Justice say recent legislative changes have had a chilling effect and should be repealedby Haroon Siddique
Thu 8 Jan 2026"The right to protest is under attack in England and Wales with laws trampling over human rights protections and more oppressive restrictions in the pipeline, two major reports have warned.
"Both Human Rights Watch and the cross-party law reform organisation Justice say recent legislative changes have created a chilling effect on lawful protest and should be repealed. Their reports, simultaneously published on Thursday, also say that proposals for more curbs should be halted.
"They highlight the arrest of Republic #AntiMonarchy protesters during King Charles’s coronation, charges and arrests of #ProPalestinian demonstrators and long sentences for #ClimateProtesters as examples of the crackdown on the right to peaceful dissent.
"Fiona Rutherford, chief executive of Justice, said: 'Year by year, we see police powers grow, as our fundamental right to protest is treated more like a privilege. The law in this area has become dangerously unbalanced, empowering the state to silence voices it should be safeguarding. Reversing this trend is essential to restoring trust, protecting rights and preserving a healthy democracy.'
"Lydia Gall, a senior Europe and Central Asia researcher at Human Rights Watch, said: 'The UK is now adopting protest-control tactics imposed in countries where democratic safeguards are collapsing. The UK should oppose such measures, not replicate and endorse them.'
"Both reports say that the Police, Crime, Sentencing and Courts Act 2022 and the #PublicOrderAct 2023 were watershed moments, criminalising large amounts of previously lawful protest activity and placing a greater emphasis on preemptive containment of protest through criminal law.
The 2022 law granted police authority to impose conditions on public assemblies on grounds such as causing 'serious unease' or being 'too noisy', described by Human Rights Watch as 'vague and subjective'.
"Members of the public can be arrested for carrying items – described as innocuous by Justice – including cable ties, bike locks or glue, on suspicion that they may be used for 'locking‑on'."
Archived version:
https://archive.ph/KORuE#CriminalizingProtest #SilencingDissent #EnvironmentalActivists #GazaGenocide #HumanRights #AntiProtestLaws
#RightToProtest #ACAB #UKPol #JustStopOil #PalestineAction -
#RightToProtest is under attack in #England and #Wales, reports warn
#HumanRightsWatch and Justice say recent legislative changes have had a chilling effect and should be repealedby Haroon Siddique
Thu 8 Jan 2026"The right to protest is under attack in England and Wales with laws trampling over human rights protections and more oppressive restrictions in the pipeline, two major reports have warned.
"Both Human Rights Watch and the cross-party law reform organisation Justice say recent legislative changes have created a chilling effect on lawful protest and should be repealed. Their reports, simultaneously published on Thursday, also say that proposals for more curbs should be halted.
"They highlight the arrest of Republic #AntiMonarchy protesters during King Charles’s coronation, charges and arrests of #ProPalestinian demonstrators and long sentences for #ClimateProtesters as examples of the crackdown on the right to peaceful dissent.
"Fiona Rutherford, chief executive of Justice, said: 'Year by year, we see police powers grow, as our fundamental right to protest is treated more like a privilege. The law in this area has become dangerously unbalanced, empowering the state to silence voices it should be safeguarding. Reversing this trend is essential to restoring trust, protecting rights and preserving a healthy democracy.'
"Lydia Gall, a senior Europe and Central Asia researcher at Human Rights Watch, said: 'The UK is now adopting protest-control tactics imposed in countries where democratic safeguards are collapsing. The UK should oppose such measures, not replicate and endorse them.'
"Both reports say that the Police, Crime, Sentencing and Courts Act 2022 and the #PublicOrderAct 2023 were watershed moments, criminalising large amounts of previously lawful protest activity and placing a greater emphasis on preemptive containment of protest through criminal law.
The 2022 law granted police authority to impose conditions on public assemblies on grounds such as causing 'serious unease' or being 'too noisy', described by Human Rights Watch as 'vague and subjective'.
"Members of the public can be arrested for carrying items – described as innocuous by Justice – including cable ties, bike locks or glue, on suspicion that they may be used for 'locking‑on'."
Archived version:
https://archive.ph/KORuE#CriminalizingProtest #SilencingDissent #EnvironmentalActivists #GazaGenocide #HumanRights #AntiProtestLaws
#RightToProtest #ACAB #UKPol #JustStopOil #PalestineAction -
#RightToProtest is under attack in #England and #Wales, reports warn
#HumanRightsWatch and Justice say recent legislative changes have had a chilling effect and should be repealedby Haroon Siddique
Thu 8 Jan 2026"The right to protest is under attack in England and Wales with laws trampling over human rights protections and more oppressive restrictions in the pipeline, two major reports have warned.
"Both Human Rights Watch and the cross-party law reform organisation Justice say recent legislative changes have created a chilling effect on lawful protest and should be repealed. Their reports, simultaneously published on Thursday, also say that proposals for more curbs should be halted.
"They highlight the arrest of Republic #AntiMonarchy protesters during King Charles’s coronation, charges and arrests of #ProPalestinian demonstrators and long sentences for #ClimateProtesters as examples of the crackdown on the right to peaceful dissent.
"Fiona Rutherford, chief executive of Justice, said: 'Year by year, we see police powers grow, as our fundamental right to protest is treated more like a privilege. The law in this area has become dangerously unbalanced, empowering the state to silence voices it should be safeguarding. Reversing this trend is essential to restoring trust, protecting rights and preserving a healthy democracy.'
"Lydia Gall, a senior Europe and Central Asia researcher at Human Rights Watch, said: 'The UK is now adopting protest-control tactics imposed in countries where democratic safeguards are collapsing. The UK should oppose such measures, not replicate and endorse them.'
"Both reports say that the Police, Crime, Sentencing and Courts Act 2022 and the #PublicOrderAct 2023 were watershed moments, criminalising large amounts of previously lawful protest activity and placing a greater emphasis on preemptive containment of protest through criminal law.
The 2022 law granted police authority to impose conditions on public assemblies on grounds such as causing 'serious unease' or being 'too noisy', described by Human Rights Watch as 'vague and subjective'.
"Members of the public can be arrested for carrying items – described as innocuous by Justice – including cable ties, bike locks or glue, on suspicion that they may be used for 'locking‑on'."
Archived version:
https://archive.ph/KORuE#CriminalizingProtest #SilencingDissent #EnvironmentalActivists #GazaGenocide #HumanRights #AntiProtestLaws
#RightToProtest #ACAB #UKPol #JustStopOil #PalestineAction -
#RightToProtest is under attack in #England and #Wales, reports warn
#HumanRightsWatch and Justice say recent legislative changes have had a chilling effect and should be repealedby Haroon Siddique
Thu 8 Jan 2026"The right to protest is under attack in England and Wales with laws trampling over human rights protections and more oppressive restrictions in the pipeline, two major reports have warned.
"Both Human Rights Watch and the cross-party law reform organisation Justice say recent legislative changes have created a chilling effect on lawful protest and should be repealed. Their reports, simultaneously published on Thursday, also say that proposals for more curbs should be halted.
"They highlight the arrest of Republic #AntiMonarchy protesters during King Charles’s coronation, charges and arrests of #ProPalestinian demonstrators and long sentences for #ClimateProtesters as examples of the crackdown on the right to peaceful dissent.
"Fiona Rutherford, chief executive of Justice, said: 'Year by year, we see police powers grow, as our fundamental right to protest is treated more like a privilege. The law in this area has become dangerously unbalanced, empowering the state to silence voices it should be safeguarding. Reversing this trend is essential to restoring trust, protecting rights and preserving a healthy democracy.'
"Lydia Gall, a senior Europe and Central Asia researcher at Human Rights Watch, said: 'The UK is now adopting protest-control tactics imposed in countries where democratic safeguards are collapsing. The UK should oppose such measures, not replicate and endorse them.'
"Both reports say that the Police, Crime, Sentencing and Courts Act 2022 and the #PublicOrderAct 2023 were watershed moments, criminalising large amounts of previously lawful protest activity and placing a greater emphasis on preemptive containment of protest through criminal law.
The 2022 law granted police authority to impose conditions on public assemblies on grounds such as causing 'serious unease' or being 'too noisy', described by Human Rights Watch as 'vague and subjective'.
"Members of the public can be arrested for carrying items – described as innocuous by Justice – including cable ties, bike locks or glue, on suspicion that they may be used for 'locking‑on'."
Archived version:
https://archive.ph/KORuE#CriminalizingProtest #SilencingDissent #EnvironmentalActivists #GazaGenocide #HumanRights #AntiProtestLaws
#RightToProtest #ACAB #UKPol #JustStopOil #PalestineAction -
दिल्ली दंगों में उमर खालिद‑शरजील को सुप्रीम कोर्टे ने क्यों नहीं दी जमानत? अगले एक साल तक अपील भी दायर नहीं कर पाएंगे।
https://aliyesha.com/sub/articles/news/display/nd_umar_khaleed_case_2026_update
#DelhiRiots #UmarKhalid #SharjeelImam #SupremeCourtDecision #NoBail #UAPA #LegalUpdate #IndiaJustice #CourtRuling #PoliticalProtest #HumanRights #TrialProgress #DelhiViolence #JusticeSystem #LawAndOrder #CurrentAffairs #NewsUpdate #IndiaNews #LegalNews #HumanRightsWatch
Enjoy tracker free reading with us. #privacy #privacymatters
-
दिल्ली दंगों में उमर खालिद‑शरजील को सुप्रीम कोर्टे ने क्यों नहीं दी जमानत? अगले एक साल तक अपील भी दायर नहीं कर पाएंगे।
https://aliyesha.com/sub/articles/news/display/nd_umar_khaleed_case_2026_update
#DelhiRiots #UmarKhalid #SharjeelImam #SupremeCourtDecision #NoBail #UAPA #LegalUpdate #IndiaJustice #CourtRuling #PoliticalProtest #HumanRights #TrialProgress #DelhiViolence #JusticeSystem #LawAndOrder #CurrentAffairs #NewsUpdate #IndiaNews #LegalNews #HumanRightsWatch
Enjoy tracker free reading with us. #privacy #privacymatters
-
दिल्ली दंगों में उमर खालिद‑शरजील को सुप्रीम कोर्टे ने क्यों नहीं दी जमानत? अगले एक साल तक अपील भी दायर नहीं कर पाएंगे।
https://aliyesha.com/sub/articles/news/display/nd_umar_khaleed_case_2026_update
#DelhiRiots #UmarKhalid #SharjeelImam #SupremeCourtDecision #NoBail #UAPA #LegalUpdate #IndiaJustice #CourtRuling #PoliticalProtest #HumanRights #TrialProgress #DelhiViolence #JusticeSystem #LawAndOrder #CurrentAffairs #NewsUpdate #IndiaNews #LegalNews #HumanRightsWatch
Enjoy tracker free reading with us. #privacy #privacymatters
-
दिल्ली दंगों में उमर खालिद‑शरजील को सुप्रीम कोर्टे ने क्यों नहीं दी जमानत? अगले एक साल तक अपील भी दायर नहीं कर पाएंगे।
https://aliyesha.com/sub/articles/news/display/nd_umar_khaleed_case_2026_update
#DelhiRiots #UmarKhalid #SharjeelImam #SupremeCourtDecision #NoBail #UAPA #LegalUpdate #IndiaJustice #CourtRuling #PoliticalProtest #HumanRights #TrialProgress #DelhiViolence #JusticeSystem #LawAndOrder #CurrentAffairs #NewsUpdate #IndiaNews #LegalNews #HumanRightsWatch
Enjoy tracker free reading with us. #privacy #privacymatters
-
दिल्ली दंगों में उमर खालिद‑शरजील को सुप्रीम कोर्टे ने क्यों नहीं दी जमानत? अगले एक साल तक अपील भी दायर नहीं कर पाएंगे।
https://aliyesha.com/sub/articles/news/display/nd_umar_khaleed_case_2026_update
#DelhiRiots #UmarKhalid #SharjeelImam #SupremeCourtDecision #NoBail #UAPA #LegalUpdate #IndiaJustice #CourtRuling #PoliticalProtest #HumanRights #TrialProgress #DelhiViolence #JusticeSystem #LawAndOrder #CurrentAffairs #NewsUpdate #IndiaNews #LegalNews #HumanRightsWatch
Enjoy tracker free reading with us. #privacy #privacymatters
-
Burkina Faso issues first sentence for 'homosexuality and related practices'
https://web.brid.gy/r/https://www.advocate.com/world/burkina-faso-homosexuality-conviction-africa
-
Burkina Faso issues first sentence for 'homosexuality and related practices'
https://web.brid.gy/r/https://www.advocate.com/world/burkina-faso-homosexuality-conviction-africa
-
Israel seeks a rebrand amid Gaza genocide
-
Israel seeks a rebrand amid Gaza genocide
-
Sunday, November 30, 2025
Russian victory would cost Europe twice as much as supporting Ukraine, study find -- Successful Ukrainian naval drone strike disables 2 Russian shadow fleet tankers -- Russian drone violated Moldovan airspace during 10-hour attack on Kyiv -- Russia declares Human Rights Watch an 'undesirable organization' ... and morehttps://activitypub.writeworks.uk/2025/11/sunday-november-30-2025/
-
Sunday, November 30, 2025
Russian victory would cost Europe twice as much as supporting Ukraine, study find -- Successful Ukrainian naval drone strike disables 2 Russian shadow fleet tankers -- Russian drone violated Moldovan airspace during 10-hour attack on Kyiv -- Russia declares Human Rights Watch an 'undesirable organization' ... and morehttps://activitypub.writeworks.uk/2025/11/sunday-november-30-2025/
-
Friday, November 28, 2025
Putin demands Ukrainian troops withdraw before ceasefire, as Witkoff set to visit Moscow -- In bomb-shelter classrooms, Ukrainian university students turn to weapons engineering -- US to discuss Ukraine security guarantees AFTER peace deal signed, Rubio tells allies -- Occupation authorities to send 400 Ukrainian children to Russia for mandatory 'exchange' program ... and morehttps://activitypub.writeworks.uk/2025/11/friday-november-28-2025/
-
Human Rights Watch “Cannot Accept” Donations From Riyadh Comedy Fest Performers, Says “Not Too Late” To Call For Release Of Saudi Activists
#Festivals #News #AzizAnsari #HumanRightsWatch #RiyadhComedyFestival #SaudiArabiahttps://deadline.com/2025/10/human-rights-watch-cannot-accept-donations-riyadh-comedy-1236575342/
-
Human Rights Watch “Cannot Accept” Donations From Riyadh Comedy Fest Performers, Says “Not Too Late” To Call For Release Of Saudi Activists
#Festivals #News #AzizAnsari #HumanRightsWatch #RiyadhComedyFestival #SaudiArabiahttps://deadline.com/2025/10/human-rights-watch-cannot-accept-donations-riyadh-comedy-1236575342/
-
Human Rights Watch ‘Cannot Accept’ Donations From Aziz Ansari and Other Comedians Who Performed at Riyadh Comedy Festival
#Variety #News #AzizAnsari #HumanRightsWatchhttps://variety.com/2025/tv/news/human-rights-watch-refuses-aziz-ansari-riyadh-donation-1236544862/
-
Human Rights Watch ‘Cannot Accept’ Donations From Aziz Ansari and Other Comedians Who Performed at Riyadh Comedy Festival
#Variety #News #AzizAnsari #HumanRightsWatchhttps://variety.com/2025/tv/news/human-rights-watch-refuses-aziz-ansari-riyadh-donation-1236544862/
-
Human Rights Watch ‘Cannot Accept’ Donations From Aziz Ansari and Other Comedians Who Performed at Riyadh Comedy Festival
-
Opinión | José Víctor Rodríguez -Sociedad | El tunel oscuro del Metro
La transparencia en los procesos públicos es un principio que sostiene la confianza ciudadana.
Por José Víctor Rodríguez Nájera
En el caso del Sistema de Transporte Colectivo (STC) Metro, este principio parece estar en entredicho, a juzgar por los señalamientos graves que involucran a altos funcionarios de su estructura operativa y sindical. Las acusaciones legales, en poder de este reportero, describen una red de interés que afecta directamente la eficiencia, seguridad y legalidad del transporte urbano de millones de personas.
Desde agosto de 2024, Martín Zamora García, gerente de Ingeniería de Material Rodante, habría transferido información técnica y administrativa de carácter exclusivo del STC-Metro al sindicato nacional, encabezado por Humberto Granados Ruiz, secretario de la Seccional II. Este flujo de datos confidenciales presuntamente permite a ciertos proveedores operar con ventaja en licitaciones, lo que anula la equidad del proceso y abre la puerta a prácticas que bordean la ilegalidad.
Los mecanismos descritos van desde la entrega de especificaciones técnicas hasta la supuesta manipulación del abasto de refacciones. Se alega que los involucrados retardan la compra de insumos clave, como aceites, punteras, carbones o componentes electrónicos, para provocar una situación crítica que les permita negociar con proveedores “elegidos”, quienes acceden a información privilegiada y desarrollan refacciones por encargo, fuera del marco institucional.
El papel del sindicato en este esquema, según las denuncias, se ha desviado del interés colectivo. Humberto Granados Ruiz acumula más de 12 años en el cargo y, se afirma, habría convertido su posición en una oficina paralela de contratación, venta de plazas y filtro de información. Esto incluiría la manipulación del Programa Operativo Anual (POA), proyectos estratégicos, y la designación discrecional de personal no capacitado en puestos recientemente basificados.
Humberto GranadosLa intervención del sindicato del STC-Metro en tareas técnicas, como la revisión de proyectos o la autorización de requerimientos de refacciones, no solo carece de justificación normativa, también mina la autoridad de los responsables administrativos y reduce la eficiencia institucional. El conflicto de interés se multiplica cuando se descubre que algunos de los asesores de ingeniería no provienen del área técnica, sino del sindicato mismo.
Varios contratos recientes han encendido alertas. Uno de ellos es el IMP-4054/2023, para adquisición de herramientas, asignado a través de la intermediaria SIPGO con precios presuntamente inflados. Otro es el STC-GACS-CCE-IMP-4035/2024, para convertidores Mitsubishi, cuya compra se habría concretado sin considerar garantías ni servicio postventa, lo cual ha derivado en la inmovilización de trenes.
Los señalamientos legales incluyen viajes internacionales con fines poco claros, como el del ingeniero Zamora García a Europa acompañado por personal sin la experiencia requerida, en supuestas gestiones con la firma TEXELIS. Incluso se acusa un intento de soborno a empleados de esta empresa para obtener información confidencial. También se vincula a José Alberto González López, director de Material Rodante, y al ingeniero Alfredo Cortez Vergara, quienes habrían avalado contratos sin tener conocimiento técnico suficiente.
Las denuncias penales apuntan a que no se han adquirido piezas clave para el mantenimiento, como diferenciales, enganches o madera para frenos, lo que pone en riesgo la operación segura del servicio. Se cuestiona además la adquisición de tarjetas electrónicas innecesarias y equipos sin utilidad inmediata, como convertidores para compresores KNORR-BREMSE, en lugar de tarjetas requeridas.
El manejo de datos sensibles no se limita a contratos. También se involucran calificaciones de reportes técnicos de trenes de líneas como la «12» y la «A», con supuestas alteraciones para favorecer a la empresa CAF, encargada del material rodante. Esta manipulación de registros no solo representa un fraude técnico, también implica riesgos directos para los usuarios.
El último punto cuestiona los nexos económicos entre funcionarios y proveedores como YITO, PIENSA, FMD, SINERGMAN, ROJIS y SIPGO, empresas que habrían sido favorecidas gracias a visitas periódicas de los involucrados a la Sección II del sindicato. Se pide revisar sus declaraciones patrimoniales y rastrear las ventajas obtenidas por estas compañías durante los últimos años.
Todo este conjunto de hechos exige una auditoría integral e independiente del STC, que encabeza Adrián Rubalcava Suárez. No puede permitirse que los procesos internos funcionen como moneda de cambio en redes clientelares, ni que los trenes se detengan por falta de piezas mientras se benefician a unos cuantos. ¿Será que esta información ya la tiene Clara Brugada en su escritorio?
Punto Cero
Ayer protestó Patricia Zarza Delgado como nueva titular de la Rectoría de la Universidad Autónoma del Estado de México. La nueva fucionaria de la universidad mexiquense resaltó que en su administración habrá un proceso transformador con una política de austeridad, equidad e igualdad; sin embargo, no hay que olvidar que la profesora mexiquense tiene una estrecha relación política con Eruviel Ávila, ex gobernador de aquella entidad federativa.
Patricia Zarza DelgadoInluso, su hermana Luz María Zarza, fue consejera jurídica en la administración del ahora diputado federal, desde esa trinchera definió estrategias legales para acallar los escándalos por la ampliación temporal de los contratos de concesiones de autopistas a la empresa OHL, y por la designación de notarios “carnales”. Luz María Zarza fue promovida por Ávila Villegas como consejera jurídica de la universidad mexiquense, donde “resguardó” jurídicamente los señalamientos de la “Estafa Maestra”, investigación periodística que develó desvíos de recursos de universidades públicas a empresas fantasmas. Ahora, esta institución mexiquense es encabezada por su hermana hasta 2029.
* Periodista mexicano | @JoseVictor_Rdz | Premio Nacional de Derechos Humanos 2017
- Columna anterior: La palabra bajo fuego
¡Conéctate con Sociedad Noticias! Suscríbete a nuestro canal de YouTube y activa las notificaciones, o bien, síguenos en las redes sociales: Facebook, Twitter e Instagram.
También, te invitamos a que te sumes a nuestro canal de información en tiempo real a través de Telegram.
#AmnistíaInternacional #austeridadUniversidades #CAF #cambioUAEMéx #Cdmx #ClaudiaSheinbaum #ComisiónInteramericanaDeLosDerechosHumanosCIDH_ #ComisiónNacionalDeDerechosHumanos #comunidadUniversitariaUAEMéx #contratosMetro #contratosSTC2024 #convertidoresMitsubishi #corrupciónMetro #DerechosHumanos #desabastoMetro #educaciónSuperiorEstadoDeMéxico #estudiantesUAEMéx #gestiónUniversitaria #gidh #GrupoIntegralDeDerechosHumanosGIDH_ #GrupoIntegralDeDerechosHumanosLexMagister_ #HumanRightsWatch #HumbertoGranadosRuiz #inclusiónGéneroUAEMéx #Información #InformaciónMéxico #JoséVíctorRodríguez #JoséVíctorRodríguezNájera #licitacionesMetro #liderazgoFemeninoUniversidades #MartínZamoraGarcía #México #MetroCdmx #Morena #noticia #noticias #NoticiasMéxico #NoticiasSociedad #nuevasRectoras #ONU #Opinión #OrganizaciónDeLasNacionesUnidasONU_ #PatriciaZarza #PremioNacionalDeDerechosHumanos #rectoraUAEMéx #rectorado2025UAEMéx #refaccionesMetro #Segob #sindicatoSTC #SIPGO #SistemaDeTransporteColectivo #SN #Sociedad #SociedadNoticias #SociedadNoticiasCom #sociedadNoticias #SociedadNoticiasCom #STC #TolucaUniversidad #tomaDeProtestaUAEMéx #transformaciónUAEMéx #transparenciaMetro #UAEMéx #UniversidadAutónomaDelEstadoDeMéxico #universidadEstatal #universidadIncluyente #universidadMexicana #universidadPúblicaMéxico
-
XR: Justice Now! besproeit hoofdkantoor Booking.com opnieuw met nepbloed
Afgelopen nacht hebben rebellen van XR: Justice Now! het hoofdkantoor van Booking.com aan de Oosterdokskade in Amsterdam ondergedompeld in nepbloed uit protest tegen de volgens XR financiering en legitimering van illegale nederzettingen in Palestijnse gebieden door Booking.com. Ook hebben zij de tekst Blood Money op het gebouw gespoten. De actie volgt op eerdere acties van XR: Justice Now! en andere actiegroepen. Zo is het pand afgelopen jaar geblokkeerd, zijn ramen van het pand ingeslagen en is het pand vaker met rode verf beklad.
Booking.com blijft accommodaties aanbieden in de illegale Israëlische nederzettingen in de bezette Palestijnse gebieden. Ondertussen krijgt dit steeds meer aandacht in de media. Zo publiceerde The Guardian onlangs een diepgaand artikel over hoe zowel Airbnb als Booking.com bijdragen aan de winst die Israëliërs halen uit gestolen land.[1] Ook bracht Argos een documentaire uit over de oorlogsmisdaden op de Westelijke Jordaanoever, waar Booking.com van profiteert.[2)
In een reactie op het artikel van The Guardian[1] ontkent Booking.com de militaire bezetting. Het bedrijf stelt dat wanneer een regio “geclassificeerd wordt als betwist of getroffen door conflict”, het daarover aanvullende informatie toevoegt. In hetzelfde artikel benadrukt Amnesty International dat “toeristische bedrijven zichzelf medeplichtig maken aan een door bloed doordrenkt systeem van Israëlische oorlogsmisdaden en systematische onderdrukking.” Geen toerisme op gestolen land. Doordat Booking.com actief blijft op de West Bank, werken zij volgens XR mee aan de illegale bezetting en voortdurende annexactie van Palestijns grondgebied.
Het geweld dat ten grondslag ligt aan de illegale nederzettingen van Israël in Palestijnse gebieden en de medeplichtigheid van Booking.com hieraan is veelvuldig en zorgvuldig gedocumenteerd in meerdere onderzoeken van organisaties als PAX, Human Rights Watch, Amnesty International en zelfs de Verenigde Naties, die erkennen dat Booking.com schuldig is aan “het in stand houden en bevorderen van illegale nederzettingen in de bezette Palestijnse gebieden”. [3] [4] [5]
Vier organisaties deden het afgelopen jaar aangifte tegen Booking.com wegens het witwassen van winsten uit oorlogsmisdrijven. [6] Booking.com negeerde eerder de oproep vanuit de VN om dit verdienmodel op te doeken en staat daardoor nog steeds op de zwarte lijst van de VN (herziene editie komt uit 2023). [7]
Booking.com ontkent volgens XR haar verantwoordelijkheid om niet te profiteren van of bij te dragen aan mensenrechtenschendingen en plaatst de verantwoordelijkheid in de schoenen van de consument, die volgens het bedrijf zelf kan bepalen of ze gebruik maken van de aanbiedingen van Booking.com of niet.
Met het verjagen van de Palestijnse mensen van hun eigen land, het verbranden van olijfbomen, dempen en vergiftigen van waterbronnen en de gigantische uitbreidingen van de Israëlische wapenindustrie, ziet XR ook een regelrechte klimaatcatastrofe in de gebieden waar de Palestijnen worden verdreven. Naast de onmenselijkheid van het onrecht dat Palestijnen wordt aangedaan, staat het schenden van het recht op veiligheid, gezondheid, gemeenschap en respect een rechtvaardige klimaattransitie in de weg. Er is geen klimaatrechtvaardigheid op gestolen land.
Bron XR Justice Now! Beeldmateriaal XR. Bronnen- The Guardian, 2025: Seized, settled, let: how Airbnb and Booking.com help Israelis make money from stolen Palestinian land. https://www.theguardian.com/world/ng-interactive/2025/feb/27/seized-settled-let-how-airbnb-and-bookingcom-help-israelis-make-money-from-stolen-palestinian-land
- Argos TV. https://argos.vpro.nl/artikelen/argos-tv-booking-in-de-westbank
- Amnesty International, 2018: Israel and Occupied Palestinian Territories: Destination: Occupation digital tourism and Israel’s illegal settlements in the Occupied Palestinian Territories. https://www.amnesty.org/en/documents/mde15/9490/2019/en/
- PAX: Don’t Buy Into Occupation. https://paxvoorvrede.nl/publicaties/dont-buy-into-occupation-2023/
- Human Rights Watch: Bed and Breakfast on Stolen Land https://www.hrw.org/report/2018/11/20/bed-and-breakfast-stolen-land/tourist-rental-listings-west-bank-settlements
- Aangifte tegen Booking.com wegens witwassen van winsten uit oorlogsmisdrijven https://rightsforum.org/aangifte-tegen-booking-com-wegens-witwassen-van-winsten-uit-oorlogsmisdrijven/
- Booking.com en busbedrijf Egged nog altijd op ‘zwarte’ VN-lijst https://rightsforum.org/booking-com-en-busbedrijf-egged-nog-altijd-op-zwarte-vn-lijst/
Dit is een automatisch geplaatst bericht via ActivityPub.
#actie #AmnestyInternational #BookingCom #Egged #HumanRightsWatch #mensenrechtenschendingen #nepbloedHoofdkantoor #PAX #verdienmodel #VN #WestBank #XRJusticeNow_
-
The #FarRight Group Building a List of Pro-Palestine Activists to Deport
#BetarUS said it has shared with the Trump administration a list of the “names of hundreds of terror supporters.”"This conflation of speech critical to #Israel with #antisemitism or support of Hamas will do little to protect Jews in the United States from hate, said #JonahRubin, with #JewishVoiceForPeace, a progressive #JewishAmerican group that advocates for #Palestinian #HumanRights."
Jonah Valdez
February 6 2025"The premise behind Trump’s more recent order is rooted in #ProjectEsther: a treatise by the authors of #Project2025. The document was billed as 'a blueprint to counter antisemitism' and offered strategies to target and silence critics of Israel, including deportation. A fact sheet about the executive order related by the Trump administration mirrored language from Project Esther and laid bare the order’s intent to 'cancel the student visas of all Hamas sympathizers on college campuses,' vowing to deport 'all the resident aliens who joined in the pro-jihadist protests.'
"Such ideas are increasingly gaining purchase in conservative discourse. Pledges to deport supporters of Palestinian rights were a key part of the Republican Party’s platform. A congressional bill introduced last May called for similar measures.
"#Academia is a key focus of Project Esther and Trump’s executive orders. While the most recent order instructs all agencies within the executive branch to take part in the crackdown, it encourages #surveillance in specific areas, such as #universities and even K-12 schools, where administrators are being told to monitor and report #InternationalStudents for possible deportation.
"On Monday, the Department of Education’s Office of Civil Rights launched investigations into five schools — #ColumbiaUniversity; #UCLABerkley; #NorthwesternUniversity; #UniversityOfMinnesota, Twin Cities; and #PortlandStateUniversity — for #antisemitism, the first use of the executive order.
"'Americans and college students that visit the United States should be able to protest the #Israeli government’s human rights violations in the same way that the United United Nations, the International Criminal Court [#ICC], #AmnestyInternational, #HumanRightsWatch, and other respected institutions have for the past several years, without fear of retaliation,' said Robert McCaw, a leader with the Council on American-Islamic Relations who heads the government affairs department. He decried the order’s fact sheet of peddling anti-Muslim terms such as 'pro-Jihad.'"
"Trump’s efforts have inspired a grassroots campaign to identify possible targets for deportation. On #SocialMedia, groups such as #MothersAgainstCollegeAntisemitism and the #ChicagoJewishAlliance have shared links to the Immigration and Customs Enforcement tip line and called on people to report 'foreign students and faculty who support Hamas' and 'students on visas who are suspected of engaging in pro-terror activities,' respectively."
Read more:
https://theintercept.com/2025/02/06/betar-palestine-school-activists-target-deport-trump/Archived version:
https://archive.ph/fCZve
#McCarthyism #HumanRightsAreNeverWrong #DontSnitch #ICE #ICERaids #ICEArrests #Deportation #CollegeStudents #FreeSpeech #Censorship #Fascism #AuthoritarianRule #authoritarianism #USPol -
The #FarRight Group Building a List of Pro-Palestine Activists to Deport
#BetarUS said it has shared with the Trump administration a list of the “names of hundreds of terror supporters.”"This conflation of speech critical to #Israel with #antisemitism or support of Hamas will do little to protect Jews in the United States from hate, said #JonahRubin, with #JewishVoiceForPeace, a progressive #JewishAmerican group that advocates for #Palestinian #HumanRights."
Jonah Valdez
February 6 2025"The premise behind Trump’s more recent order is rooted in #ProjectEsther: a treatise by the authors of #Project2025. The document was billed as 'a blueprint to counter antisemitism' and offered strategies to target and silence critics of Israel, including deportation. A fact sheet about the executive order related by the Trump administration mirrored language from Project Esther and laid bare the order’s intent to 'cancel the student visas of all Hamas sympathizers on college campuses,' vowing to deport 'all the resident aliens who joined in the pro-jihadist protests.'
"Such ideas are increasingly gaining purchase in conservative discourse. Pledges to deport supporters of Palestinian rights were a key part of the Republican Party’s platform. A congressional bill introduced last May called for similar measures.
"#Academia is a key focus of Project Esther and Trump’s executive orders. While the most recent order instructs all agencies within the executive branch to take part in the crackdown, it encourages #surveillance in specific areas, such as #universities and even K-12 schools, where administrators are being told to monitor and report #InternationalStudents for possible deportation.
"On Monday, the Department of Education’s Office of Civil Rights launched investigations into five schools — #ColumbiaUniversity; #UCLABerkley; #NorthwesternUniversity; #UniversityOfMinnesota, Twin Cities; and #PortlandStateUniversity — for #antisemitism, the first use of the executive order.
"'Americans and college students that visit the United States should be able to protest the #Israeli government’s human rights violations in the same way that the United United Nations, the International Criminal Court [#ICC], #AmnestyInternational, #HumanRightsWatch, and other respected institutions have for the past several years, without fear of retaliation,' said Robert McCaw, a leader with the Council on American-Islamic Relations who heads the government affairs department. He decried the order’s fact sheet of peddling anti-Muslim terms such as 'pro-Jihad.'"
"Trump’s efforts have inspired a grassroots campaign to identify possible targets for deportation. On #SocialMedia, groups such as #MothersAgainstCollegeAntisemitism and the #ChicagoJewishAlliance have shared links to the Immigration and Customs Enforcement tip line and called on people to report 'foreign students and faculty who support Hamas' and 'students on visas who are suspected of engaging in pro-terror activities,' respectively."
Read more:
https://theintercept.com/2025/02/06/betar-palestine-school-activists-target-deport-trump/Archived version:
https://archive.ph/fCZve
#McCarthyism #HumanRightsAreNeverWrong #DontSnitch #ICE #ICERaids #ICEArrests #Deportation #CollegeStudents #FreeSpeech #Censorship #Fascism #AuthoritarianRule #authoritarianism #USPol -
Human Rights Watch denunció la brutal represión en Venezuela tras el fraude electoral#Venezuela #NicolásMaduro #CNE #Crisispolítica #Denuncias #fraudeelectoral #HumanRightsWatch #represión #crímenesdelesahumanidad
https://tinyurl.com/2dgpj2yg -
Human Rights Watch denunció la brutal represión en Venezuela tras el fraude electoral#Venezuela #NicolásMaduro #CNE #Crisispolítica #Denuncias #fraudeelectoral #HumanRightsWatch #represión #crímenesdelesahumanidad
https://tinyurl.com/2dgpj2yg -
Human Rights Watch denunció la brutal represión en Venezuela tras el fraude electoral#Venezuela #NicolásMaduro #CNE #Crisispolítica #Denuncias #fraudeelectoral #HumanRightsWatch #represión #crímenesdelesahumanidad
https://tinyurl.com/2dgpj2yg -
A organização não-governamental Human Rights Watch (HRW) afirmou que Pequim devolveu à força mais de 500 norte-coreanos ao país.
#ong #HRW #China #HumanRightsWatch #Pequim
https://visao.pt/atualidade/mundo/2023-10-13-grande-numero-de-norte-coreanos-provavelmente-repatriados-a-forca-pela-china-seul/ -
A organização não-governamental Human Rights Watch (HRW) afirmou que Pequim devolveu à força mais de 500 norte-coreanos ao país.
#ong #HRW #China #HumanRightsWatch #Pequim
https://visao.pt/atualidade/mundo/2023-10-13-grande-numero-de-norte-coreanos-provavelmente-repatriados-a-forca-pela-china-seul/ -
‘Chilling’ police crackdown of anti-monarchy protests during King’s coronation ‘deeply disturbing’, MPs say
#AntiMonarchy
#Protests
#ProtestBans
#Coronation
#MPs
#Police
#Labour
#Sultana
#NotMyKing
#Osborne
#Bryne
#MET
#PublicOrderBill
#Republic
#Liberty
#HumanRightsWatch
#HomeOffice
https://inews.co.uk/news/chilling-police-crackdown-anti-monarchy-protests-kings-coronation-disturbing-2323846?ITO=msn -
Wegen angeblicher "Untergrabung der Staatsgewalt" müssen zwei prominente chinesische Menschenrechtsanwälte für lange Zeit ins Gefängnis. Ihr Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
China: Hohe Haftstrafen für zwei Bürgerrechtler | DW | 10.04.2023
#China #Urteile #Menschenrechtler #Bürgerrechtler #XuZhiyong #DingJiaxi #YaqiuWang #HumanRightsWatch #Prozess -
Wegen angeblicher "Untergrabung der Staatsgewalt" müssen zwei prominente chinesische Menschenrechtsanwälte für lange Zeit ins Gefängnis. Ihr Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
China: Hohe Haftstrafen für zwei Bürgerrechtler | DW | 10.04.2023
#China #Urteile #Menschenrechtler #Bürgerrechtler #XuZhiyong #DingJiaxi #YaqiuWang #HumanRightsWatch #Prozess