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#waz — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #waz, aggregated by home.social.

  1. #FußballWM2026

    "High Noon für Geheimniskrämer Nagelsmann"
    Aber JETZT lässt er die Hosen runter:
    "Manuel Neuer ist wieder die Nummer eins, Oliver Baumann bleibt nur die Bank."

    "Selbst mit 40 Jahren ist Neuer der einzige deutsche Keeper, der in dieser Saison zumindest phasenweise wieder Weltklasse ausgestrahlt hat"

    DAS ist ..
    (.. zum Neuer-Comeback)
    ".. kurios und zu dünn"
    ".. gewagt, kann aber sinnvoll sein
    ".. die " Aura, die Gegner einschüchtert und Mitspielern Sicherheit gibt"

    Aber: "..Infrage sehen viele Beobachter dadurch auch Nagelsmanns Glaubwürdigkeit nach innen"

    Aha, also NUR mit NEUER gewinnen wir die WM !?

    OFFIZIELLER KADER WM 2026

    Tor: Baumann, Neuer, Nübel
    Abwehr: Anton, Brown , Groß, Kimmich, Nmecha, Pavlovic, Raum, Rüdiger, Schlotterbeck, Stiller, Tah, Thiaw
    Mittelfeld/Angriff: Amiri, Beier, Goretzka , Havertz, Karl, Leweling, Musiala, Sané, Undav, Wirtz, Woltemade

    Welche Trainer spielen mit ?
    #LensingMedia #Waz #NDR ZDF

    #Wir-werden-FußballWeltmeister-2026

  2. Die Stadtzerstörer

    Was Duisburg und Bonn gemeinsam haben

    Wofür braucht die Welt die Bertelsmann-Stiftung? Die Milliardärinnenfamilie Mohn braucht sie zur Steuervermeidung. Und zur politischen Einflussnahme. Ihr verdanken wir die sensationelle Einsicht: “Demokratie genießt hohe Beliebtheit – Befragte sehen Mängel in der Umsetzung”. Darauf wäre ich auch alleine gekommen. Ein markantes Beispiel: die Autobahn GmbH, die unserer gewählten Bundesregierung gehört.

    Hier in Bonn ist die als Urheberin zahlreicher stauverursachender Baustellen und Sperrungen wohlbekannt. Die LKW-Trucks, die täglich über die Kennedybrücke Beuel durchkreuzen, kommen daher. Grund: der Tausendfüssler ist kaputt und muss neu gemacht werden. Die zu meinem Bedauern jüngst abgewählte Oberbürgermeisterin Katja Dörner hatte sich noch mit der Autobahn GmbH über die Bauweise angelegt. Einerseits zu massiv, gross und breit. Andererseits ohne mitgeplante Radschnellwegroute über die Nordbrücke, die im übrigen auch schon kaputt ist, und als Nächste drankommen soll.

    Was ist noch übrig vom Politik-Handwerk?

    Dörner hatte eine kurze Telefonleitung zum NRW-Landesverkehrsminister Krischer, und ebenso zu den grünen Fraktionsspitzen und Regierungsmitgliedern in Berlin. Als die noch in der Regierung waren. Jetzt haben wir einen neuen Oberbürgermeister. Ob der noch Zeit zum Telefonieren hat, bei all den Affären, die er bewältigen muss? Leute, die ihn besser kennen, als ihnen lieb ist, bezweifeln das. Massiv.

    Wiekommichdrauf? Duisburg

    Einer der letzten Wahlsieger der SPD in diesem Land ist Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. Über 78% wählten ihn in der Stichwahl; im ersten Wahlgang verpasste er die absolute Mehrheit nur knapp (46%). Ich bin kein Freund von ihm. Aber ich glaubte, in der SPD werde er auf Händen getragen und verehrt. Wie seine Genossin Bärbel Bas, die in “den schönsten Job der Welt – neben Papst” (zit. nach Franz Müntefering), also den SPD-Vorsitz neben “Dackelblick”-Klingbeil und ins Bundeskabinett gespült wurde. Bas ist Erbin des einstmals sichersten SPD-Wahlkreises der Welt, als den noch der legendäre Günter Schluckebier innehatte: 70%!

    Wie kommichdrauf? In diesem Wahlkreis ereignete sich nun das: Philipp Wahl/WAZ: Duisburgs Oberbürgermeister Link zum A59-Ausbau: ‘Stoppen Sie den Wahnsinn!’ – Der Bundesverkehrsminister will feierlich den Spatenstich für die neue A59-Brücke setzen. Duisburgs Politik wirft ihm ‘Missachtung’ vor. Doch nicht nur das.”

    Dä. Schon bei der Bonner WCCB-Affäre habe ich mich gefragt, was die in den wöchentlichen SPD-Präsidiumssitzungen eingentlich den ganzen Tag machen. Wenn die damalige Bonner OB Bärbel Dieckmann und der damalige Bundesaussenminister Steinmeier dort nebeneinander sassen. Da war noch nicht einmal ein Telefon nötig, um ihn zu bitten, seine Botschaft in Südkorea den Investor Man-Ki Kim überprüfen zu lassen. Das scheint – warum, ist mir ein Rätsel geblieben, und nicht nur mir – unterblieben zu sein. Das wurde sehr, sehr teuer für die verschuldete Stadt. Wie kommichdrauf?

    Vor, während und nach einer Kabinettssitzung

    Heute frage ich mich, was die Genossin Bas, durch deren Direktwahlkreis diese bildschöne Autobahn verläuft und ausgedehnt werden soll, eigentlich so vor, während und nach einer Kabinettssitzung macht. Sprechen die da miteinander? Oder vermeiden die das lieber? Spricht der Genosse Link mit der Genossin Bas? Oder auch lieber nicht?

    Ich kenne diese Autobahn sehr gut. In dem Jahr, als ich ein Auto besass (1978), befuhr ich sie regelmässig. Meine damalige erste feste Freundin hatte ihr Elternhaus in Duisburg-Hamborn. Ihr nicht minder netter Vater war Redakteur der Rheinischen Post, der heute der Bonner General-Anzeiger gehört. Besitzerclan: die Erbengemeinschaft des vormaligen NRW-Ministerpräsidenten Karl Arnold. Ich will nicht abschweifen. Schon vom Auto aus war das Bauwerk einschüchternd und beeindruckend, weil es fast durchgehend auf Brücken und Stelzen die Mitte Duisburgs von Süd nach Nord überquert, unter ihr nicht nur Wohngebiete, auch die City und der grösste Binnenhafen Europas. Und immer schön Seitenwind von West nach Ost. Unter den das Ungeheuer planenden und bauenden Bundes-, Landes- und kommunalen Verkehrspolitikern nicht wenige, eher mehrheitliche Sozialdemokraten. Immerhin: von heute aus gesehen ist eine Lernkurve erkennbar. Eine langsame.

    Frage für Bonn: wie kommuniziert der Bonner OB? Wird er auf Landes- und Bundesebene ernstgenommen? Seine Vorgängerin wurde es. Kann er telefonieren? Hat er die Nummern, die er braucht? Oder ist diese Kulturtechnik schon ausgestorben?

  3. Die Stadtzerstörer

    Was Duisburg und Bonn gemeinsam haben

    Wofür braucht die Welt die Bertelsmann-Stiftung? Die Milliardärinnenfamilie Mohn braucht sie zur Steuervermeidung. Und zur politischen Einflussnahme. Ihr verdanken wir die sensationelle Einsicht: “Demokratie genießt hohe Beliebtheit – Befragte sehen Mängel in der Umsetzung”. Darauf wäre ich auch alleine gekommen. Ein markantes Beispiel: die Autobahn GmbH, die unserer gewählten Bundesregierung gehört.

    Hier in Bonn ist die als Urheberin zahlreicher stauverursachender Baustellen und Sperrungen wohlbekannt. Die LKW-Trucks, die täglich über die Kennedybrücke Beuel durchkreuzen, kommen daher. Grund: der Tausendfüssler ist kaputt und muss neu gemacht werden. Die zu meinem Bedauern jüngst abgewählte Oberbürgermeisterin Katja Dörner hatte sich noch mit der Autobahn GmbH über die Bauweise angelegt. Einerseits zu massiv, gross und breit. Andererseits ohne mitgeplante Radschnellwegroute über die Nordbrücke, die im übrigen auch schon kaputt ist, und als Nächste drankommen soll.

    Was ist noch übrig vom Politik-Handwerk?

    Dörner hatte eine kurze Telefonleitung zum NRW-Landesverkehrsminister Krischer, und ebenso zu den grünen Fraktionsspitzen und Regierungsmitgliedern in Berlin. Als die noch in der Regierung waren. Jetzt haben wir einen neuen Oberbürgermeister. Ob der noch Zeit zum Telefonieren hat, bei all den Affären, die er bewältigen muss? Leute, die ihn besser kennen, als ihnen lieb ist, bezweifeln das. Massiv.

    Wiekommichdrauf? Duisburg

    Einer der letzten Wahlsieger der SPD in diesem Land ist Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. Über 78% wählten ihn in der Stichwahl; im ersten Wahlgang verpasste er die absolute Mehrheit nur knapp (46%). Ich bin kein Freund von ihm. Aber ich glaubte, in der SPD werde er auf Händen getragen und verehrt. Wie seine Genossin Bärbel Bas, die in “den schönsten Job der Welt – neben Papst” (zit. nach Franz Müntefering), also den SPD-Vorsitz neben “Dackelblick”-Klingbeil und ins Bundeskabinett gespült wurde. Bas ist Erbin des einstmals sichersten SPD-Wahlkreises der Welt, als den noch der legendäre Günter Schluckebier innehatte: 70%!

    Wie kommichdrauf? In diesem Wahlkreis ereignete sich nun das: Philipp Wahl/WAZ: Duisburgs Oberbürgermeister Link zum A59-Ausbau: ‘Stoppen Sie den Wahnsinn!’ – Der Bundesverkehrsminister will feierlich den Spatenstich für die neue A59-Brücke setzen. Duisburgs Politik wirft ihm ‘Missachtung’ vor. Doch nicht nur das.”

    Dä. Schon bei der Bonner WCCB-Affäre habe ich mich gefragt, was die in den wöchentlichen SPD-Präsidiumssitzungen eingentlich den ganzen Tag machen. Wenn die damalige Bonner OB Bärbel Dieckmann und der damalige Bundesaussenminister Steinmeier dort nebeneinander sassen. Da war noch nicht einmal ein Telefon nötig, um ihn zu bitten, seine Botschaft in Südkorea den Investor Man-Ki Kim überprüfen zu lassen. Das scheint – warum, ist mir ein Rätsel geblieben, und nicht nur mir – unterblieben zu sein. Das wurde sehr, sehr teuer für die verschuldete Stadt. Wie kommichdrauf?

    Vor, während und nach einer Kabinettssitzung

    Heute frage ich mich, was die Genossin Bas, durch deren Direktwahlkreis diese bildschöne Autobahn verläuft und ausgedehnt werden soll, eigentlich so vor, während und nach einer Kabinettssitzung macht. Sprechen die da miteinander? Oder vermeiden die das lieber? Spricht der Genosse Link mit der Genossin Bas? Oder auch lieber nicht?

    Ich kenne diese Autobahn sehr gut. In dem Jahr, als ich ein Auto besass (1978), befuhr ich sie regelmässig. Meine damalige erste feste Freundin hatte ihr Elternhaus in Duisburg-Hamborn. Ihr nicht minder netter Vater war Redakteur der Rheinischen Post, der heute der Bonner General-Anzeiger gehört. Besitzerclan: die Erbengemeinschaft des vormaligen NRW-Ministerpräsidenten Karl Arnold. Ich will nicht abschweifen. Schon vom Auto aus war das Bauwerk einschüchternd und beeindruckend, weil es fast durchgehend auf Brücken und Stelzen die Mitte Duisburgs von Süd nach Nord überquert, unter ihr nicht nur Wohngebiete, auch die City und der grösste Binnenhafen Europas. Und immer schön Seitenwind von West nach Ost. Unter den das Ungeheuer planenden und bauenden Bundes-, Landes- und kommunalen Verkehrspolitikern nicht wenige, eher mehrheitliche Sozialdemokraten. Immerhin: von heute aus gesehen ist eine Lernkurve erkennbar. Eine langsame.

    Frage für Bonn: wie kommuniziert der Bonner OB? Wird er auf Landes- und Bundesebene ernstgenommen? Seine Vorgängerin wurde es. Kann er telefonieren? Hat er die Nummern, die er braucht? Oder ist diese Kulturtechnik schon ausgestorben?

  4. Philosophie der Enthemmung

    Bei diesem Schlagwort drängt sich zunächst ein Hinweis auf den italienischen Zweig des Epstein-Netzwerkes auf, der dort derzeit kriminalistisch aufgearbeitet werden muss. Michael Braun/taz: Ruby-Affäre in Italien: Lügen und Sexpartys in Uruguay – Nicole Minetti organisierte ‘Abendessen’ für Berlusconi und veruntreute Steuergelder. Zunächst wurde sie begnadigt. Doch nun kommen neue Details ans Licht.”

    Legitime Vorfahren von Trump und Epstein

    Die Aufmachung durch die taz weist treffend darauf hin, dass das gesellschaftspolitische Phänomen “Epstein” schon lange zuvor unter der Bezeichnung “Berlusconi” relevant war. Berlusconi als legitimer Mafia-Vorfahre der Figur Trump. Alle nur Repräsentanten, Figuren, Agenten, Angestellte eines toxischen Herrschaftssystems.

    Wie soll es weitergehen?

    Dazu gibt es recht konkrete Vorstellungen. Nachdem ich kürzlich hier schon auf das von Peter Thiel inspirierte Karp/Palantir-Manifest hingewiesen hatte, erschien jetzt bei der WAZ paywallfrei diese lesenswerte Kritik

    Dirk Hautkapp: Palantir: Tech-CEO verfällt in Größenwahn – und schreibt schräges Manifest – Washington. Alex Karps Manifest ist die Blaupause für eine postdemokratische Ordnung. Ein Datenkonzern als Vormund des Staates? Nein, danke!”

    Es entbehrt nicht einer gewissen sarkastischen Komik, dass von Washington aus auf das Handeln deutscher Bundesländer hingewiesen werden muss. Die kluge Formulierung “Das klingt nach Verantwortung, ist aber eine Selbstermächtigung. Nicht gewählte Institutionen definieren hier den öffentlichen Auftrag, sondern private Akteure.” liesse sich auch auf deutsche Unternehmer- und Verleger*innen-Einlassungen anwenden. Das setzt sich in dieser umständlichen Formulierung fort (hier wurde mal wieder sichtbar am Lektorat in der Redaktion gespart): “Demokratie erscheint hier nicht mehr als Verfahren des mühseligen Ausgleichs von Interessen, sondern als Legitimation für die Durchsetzung, die Geld und Macht besitzen.” Das trifft nicht nur aufs Silicon Valley, sondern auch auf den Ruhrpott zu. “Ökonomisches Interesse und politische Forderung gehen eine Symbiose ein.” Geht doch 😉

    Berliner Dämmerung

    Soweit Kluges aus Washington. Und bei uns dämmert die nächste Bundesregierung hinweg? Meint nicht nur Küppi. Die WAZ hat in Unna SPD-Fraktionschef Miersch belauschen lassen, von dem manche meinen, ihn als Linken zu erinnern, ebenfalls paywallfrei:

    Jonas Stein: Miersch attackiert Merz: ‘So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen’ – Unna. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch stellt die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz infrage und spricht offen über Koalitionsprobleme.”

    Ungläubig werde ich, wo der WAZ-Autor Miersch-Zitate aus der Rheinischen Post, der Konzernmutter des Bonner General-Anzeigers, die gewöhmlich fast alles digital vermauert, liefert. Lesen Sie mal das: “‘Dass es mal ruckelt, gehört dazu.’ Mit seinem Unions-Kollegen Jens Spahn (CDU) ringe er ‘in der Sache auch sehr hart’, aber sie hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres ‘eine feste Vertrauensbasis aufgebaut. Die ist sehr stabil’. Miersch betonte, die Koalition habe einiges auf den Weg gebracht, vom 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen über das Wehrdienstgesetz bis hin zur gemeinsamen Asylpolitik. ‘Jetzt gehen wir große Reformen an, die vorherige Regierungen nicht geschafft haben.'”

    Immerhin sind die Umfragewerte der SPD damit hinreichend erklärt.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  5. Philosophie der Enthemmung

    Bei diesem Schlagwort drängt sich zunächst ein Hinweis auf den italienischen Zweig des Epstein-Netzwerkes auf, der dort derzeit kriminalistisch aufgearbeitet werden muss. Michael Braun/taz: Ruby-Affäre in Italien: Lügen und Sexpartys in Uruguay – Nicole Minetti organisierte ‘Abendessen’ für Berlusconi und veruntreute Steuergelder. Zunächst wurde sie begnadigt. Doch nun kommen neue Details ans Licht.”

    Legitime Vorfahren von Trump und Epstein

    Die Aufmachung durch die taz weist treffend darauf hin, dass das gesellschaftspolitische Phänomen “Epstein” schon lange zuvor unter der Bezeichnung “Berlusconi” relevant war. Berlusconi als legitimer Mafia-Vorfahre der Figur Trump. Alle nur Repräsentanten, Figuren, Agenten, Angestellte eines toxischen Herrschaftssystems.

    Wie soll es weitergehen?

    Dazu gibt es recht konkrete Vorstellungen. Nachdem ich kürzlich hier schon auf das von Peter Thiel inspirierte Karp/Palantir-Manifest hingewiesen hatte, erschien jetzt bei der WAZ paywallfrei diese lesenswerte Kritik

    Dirk Hautkapp: Palantir: Tech-CEO verfällt in Größenwahn – und schreibt schräges Manifest – Washington. Alex Karps Manifest ist die Blaupause für eine postdemokratische Ordnung. Ein Datenkonzern als Vormund des Staates? Nein, danke!”

    Es entbehrt nicht einer gewissen sarkastischen Komik, dass von Washington aus auf das Handeln deutscher Bundesländer hingewiesen werden muss. Die kluge Formulierung “Das klingt nach Verantwortung, ist aber eine Selbstermächtigung. Nicht gewählte Institutionen definieren hier den öffentlichen Auftrag, sondern private Akteure.” liesse sich auch auf deutsche Unternehmer- und Verleger*innen-Einlassungen anwenden. Das setzt sich in dieser umständlichen Formulierung fort (hier wurde mal wieder sichtbar am Lektorat in der Redaktion gespart): “Demokratie erscheint hier nicht mehr als Verfahren des mühseligen Ausgleichs von Interessen, sondern als Legitimation für die Durchsetzung, die Geld und Macht besitzen.” Das trifft nicht nur aufs Silicon Valley, sondern auch auf den Ruhrpott zu. “Ökonomisches Interesse und politische Forderung gehen eine Symbiose ein.” Geht doch 😉

    Berliner Dämmerung

    Soweit Kluges aus Washington. Und bei uns dämmert die nächste Bundesregierung hinweg? Meint nicht nur Küppi. Die WAZ hat in Unna SPD-Fraktionschef Miersch belauschen lassen, von dem manche meinen, ihn als Linken zu erinnern, ebenfalls paywallfrei:

    Jonas Stein: Miersch attackiert Merz: ‘So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen’ – Unna. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch stellt die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz infrage und spricht offen über Koalitionsprobleme.”

    Ungläubig werde ich, wo der WAZ-Autor Miersch-Zitate aus der Rheinischen Post, der Konzernmutter des Bonner General-Anzeigers, die gewöhmlich fast alles digital vermauert, liefert. Lesen Sie mal das: “‘Dass es mal ruckelt, gehört dazu.’ Mit seinem Unions-Kollegen Jens Spahn (CDU) ringe er ‘in der Sache auch sehr hart’, aber sie hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres ‘eine feste Vertrauensbasis aufgebaut. Die ist sehr stabil’. Miersch betonte, die Koalition habe einiges auf den Weg gebracht, vom 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen über das Wehrdienstgesetz bis hin zur gemeinsamen Asylpolitik. ‘Jetzt gehen wir große Reformen an, die vorherige Regierungen nicht geschafft haben.'”

    Immerhin sind die Umfragewerte der SPD damit hinreichend erklärt.

  6. Philosophie der Enthemmung

    Bei diesem Schlagwort drängt sich zunächst ein Hinweis auf den italienischen Zweig des Epstein-Netzwerkes auf, der dort derzeit kriminalistisch aufgearbeitet werden muss. Michael Braun/taz: Ruby-Affäre in Italien: Lügen und Sexpartys in Uruguay – Nicole Minetti organisierte ‘Abendessen’ für Berlusconi und veruntreute Steuergelder. Zunächst wurde sie begnadigt. Doch nun kommen neue Details ans Licht.”

    Legitime Vorfahren von Trump und Epstein

    Die Aufmachung durch die taz weist treffend darauf hin, dass das gesellschaftspolitische Phänomen “Epstein” schon lange zuvor unter der Bezeichnung “Berlusconi” relevant war. Berlusconi als legitimer Mafia-Vorfahre der Figur Trump. Alle nur Repräsentanten, Figuren, Agenten, Angestellte eines toxischen Herrschaftssystems.

    Wie soll es weitergehen?

    Dazu gibt es recht konkrete Vorstellungen. Nachdem ich kürzlich hier schon auf das von Peter Thiel inspirierte Karp/Palantir-Manifest hingewiesen hatte, erschien jetzt bei der WAZ paywallfrei diese lesenswerte Kritik

    Dirk Hautkapp: Palantir: Tech-CEO verfällt in Größenwahn – und schreibt schräges Manifest – Washington. Alex Karps Manifest ist die Blaupause für eine postdemokratische Ordnung. Ein Datenkonzern als Vormund des Staates? Nein, danke!”

    Es entbehrt nicht einer gewissen sarkastischen Komik, dass von Washington aus auf das Handeln deutscher Bundesländer hingewiesen werden muss. Die kluge Formulierung “Das klingt nach Verantwortung, ist aber eine Selbstermächtigung. Nicht gewählte Institutionen definieren hier den öffentlichen Auftrag, sondern private Akteure.” liesse sich auch auf deutsche Unternehmer- und Verleger*innen-Einlassungen anwenden. Das setzt sich in dieser umständlichen Formulierung fort (hier wurde mal wieder sichtbar am Lektorat in der Redaktion gespart): “Demokratie erscheint hier nicht mehr als Verfahren des mühseligen Ausgleichs von Interessen, sondern als Legitimation für die Durchsetzung, die Geld und Macht besitzen.” Das trifft nicht nur aufs Silicon Valley, sondern auch auf den Ruhrpott zu. “Ökonomisches Interesse und politische Forderung gehen eine Symbiose ein.” Geht doch 😉

    Berliner Dämmerung

    Soweit Kluges aus Washington. Und bei uns dämmert die nächste Bundesregierung hinweg? Meint nicht nur Küppi. Die WAZ hat in Unna SPD-Fraktionschef Miersch belauschen lassen, von dem manche meinen, ihn als Linken zu erinnern, ebenfalls paywallfrei:

    Jonas Stein: Miersch attackiert Merz: ‘So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen’ – Unna. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch stellt die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz infrage und spricht offen über Koalitionsprobleme.”

    Ungläubig werde ich, wo der WAZ-Autor Miersch-Zitate aus der Rheinischen Post, der Konzernmutter des Bonner General-Anzeigers, die gewöhmlich fast alles digital vermauert, liefert. Lesen Sie mal das: “‘Dass es mal ruckelt, gehört dazu.’ Mit seinem Unions-Kollegen Jens Spahn (CDU) ringe er ‘in der Sache auch sehr hart’, aber sie hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres ‘eine feste Vertrauensbasis aufgebaut. Die ist sehr stabil’. Miersch betonte, die Koalition habe einiges auf den Weg gebracht, vom 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen über das Wehrdienstgesetz bis hin zur gemeinsamen Asylpolitik. ‘Jetzt gehen wir große Reformen an, die vorherige Regierungen nicht geschafft haben.'”

    Immerhin sind die Umfragewerte der SPD damit hinreichend erklärt.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  7. Philosophie der Enthemmung

    Bei diesem Schlagwort drängt sich zunächst ein Hinweis auf den italienischen Zweig des Epstein-Netzwerkes auf, der dort derzeit kriminalistisch aufgearbeitet werden muss. Michael Braun/taz: Ruby-Affäre in Italien: Lügen und Sexpartys in Uruguay – Nicole Minetti organisierte ‘Abendessen’ für Berlusconi und veruntreute Steuergelder. Zunächst wurde sie begnadigt. Doch nun kommen neue Details ans Licht.”

    Legitime Vorfahren von Trump und Epstein

    Die Aufmachung durch die taz weist treffend darauf hin, dass das gesellschaftspolitische Phänomen “Epstein” schon lange zuvor unter der Bezeichnung “Berlusconi” relevant war. Berlusconi als legitimer Mafia-Vorfahre der Figur Trump. Alle nur Repräsentanten, Figuren, Agenten, Angestellte eines toxischen Herrschaftssystems.

    Wie soll es weitergehen?

    Dazu gibt es recht konkrete Vorstellungen. Nachdem ich kürzlich hier schon auf das von Peter Thiel inspirierte Karp/Palantir-Manifest hingewiesen hatte, erschien jetzt bei der WAZ paywallfrei diese lesenswerte Kritik

    Dirk Hautkapp: Palantir: Tech-CEO verfällt in Größenwahn – und schreibt schräges Manifest – Washington. Alex Karps Manifest ist die Blaupause für eine postdemokratische Ordnung. Ein Datenkonzern als Vormund des Staates? Nein, danke!”

    Es entbehrt nicht einer gewissen sarkastischen Komik, dass von Washington aus auf das Handeln deutscher Bundesländer hingewiesen werden muss. Die kluge Formulierung “Das klingt nach Verantwortung, ist aber eine Selbstermächtigung. Nicht gewählte Institutionen definieren hier den öffentlichen Auftrag, sondern private Akteure.” liesse sich auch auf deutsche Unternehmer- und Verleger*innen-Einlassungen anwenden. Das setzt sich in dieser umständlichen Formulierung fort (hier wurde mal wieder sichtbar am Lektorat in der Redaktion gespart): “Demokratie erscheint hier nicht mehr als Verfahren des mühseligen Ausgleichs von Interessen, sondern als Legitimation für die Durchsetzung, die Geld und Macht besitzen.” Das trifft nicht nur aufs Silicon Valley, sondern auch auf den Ruhrpott zu. “Ökonomisches Interesse und politische Forderung gehen eine Symbiose ein.” Geht doch 😉

    Berliner Dämmerung

    Soweit Kluges aus Washington. Und bei uns dämmert die nächste Bundesregierung hinweg? Meint nicht nur Küppi. Die WAZ hat in Unna SPD-Fraktionschef Miersch belauschen lassen, von dem manche meinen, ihn als Linken zu erinnern, ebenfalls paywallfrei:

    Jonas Stein: Miersch attackiert Merz: ‘So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen’ – Unna. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch stellt die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz infrage und spricht offen über Koalitionsprobleme.”

    Ungläubig werde ich, wo der WAZ-Autor Miersch-Zitate aus der Rheinischen Post, der Konzernmutter des Bonner General-Anzeigers, die gewöhmlich fast alles digital vermauert, liefert. Lesen Sie mal das: “‘Dass es mal ruckelt, gehört dazu.’ Mit seinem Unions-Kollegen Jens Spahn (CDU) ringe er ‘in der Sache auch sehr hart’, aber sie hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres ‘eine feste Vertrauensbasis aufgebaut. Die ist sehr stabil’. Miersch betonte, die Koalition habe einiges auf den Weg gebracht, vom 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen über das Wehrdienstgesetz bis hin zur gemeinsamen Asylpolitik. ‘Jetzt gehen wir große Reformen an, die vorherige Regierungen nicht geschafft haben.'”

    Immerhin sind die Umfragewerte der SPD damit hinreichend erklärt.

  8. Philosophie der Enthemmung

    Bei diesem Schlagwort drängt sich zunächst ein Hinweis auf den italienischen Zweig des Epstein-Netzwerkes auf, der dort derzeit kriminalistisch aufgearbeitet werden muss. Michael Braun/taz: Ruby-Affäre in Italien: Lügen und Sexpartys in Uruguay – Nicole Minetti organisierte ‘Abendessen’ für Berlusconi und veruntreute Steuergelder. Zunächst wurde sie begnadigt. Doch nun kommen neue Details ans Licht.”

    Legitime Vorfahren von Trump und Epstein

    Die Aufmachung durch die taz weist treffend darauf hin, dass das gesellschaftspolitische Phänomen “Epstein” schon lange zuvor unter der Bezeichnung “Berlusconi” relevant war. Berlusconi als legitimer Mafia-Vorfahre der Figur Trump. Alle nur Repräsentanten, Figuren, Agenten, Angestellte eines toxischen Herrschaftssystems.

    Wie soll es weitergehen?

    Dazu gibt es recht konkrete Vorstellungen. Nachdem ich kürzlich hier schon auf das von Peter Thiel inspirierte Karp/Palantir-Manifest hingewiesen hatte, erschien jetzt bei der WAZ paywallfrei diese lesenswerte Kritik

    Dirk Hautkapp: Palantir: Tech-CEO verfällt in Größenwahn – und schreibt schräges Manifest – Washington. Alex Karps Manifest ist die Blaupause für eine postdemokratische Ordnung. Ein Datenkonzern als Vormund des Staates? Nein, danke!”

    Es entbehrt nicht einer gewissen sarkastischen Komik, dass von Washington aus auf das Handeln deutscher Bundesländer hingewiesen werden muss. Die kluge Formulierung “Das klingt nach Verantwortung, ist aber eine Selbstermächtigung. Nicht gewählte Institutionen definieren hier den öffentlichen Auftrag, sondern private Akteure.” liesse sich auch auf deutsche Unternehmer- und Verleger*innen-Einlassungen anwenden. Das setzt sich in dieser umständlichen Formulierung fort (hier wurde mal wieder sichtbar am Lektorat in der Redaktion gespart): “Demokratie erscheint hier nicht mehr als Verfahren des mühseligen Ausgleichs von Interessen, sondern als Legitimation für die Durchsetzung, die Geld und Macht besitzen.” Das trifft nicht nur aufs Silicon Valley, sondern auch auf den Ruhrpott zu. “Ökonomisches Interesse und politische Forderung gehen eine Symbiose ein.” Geht doch 😉

    Berliner Dämmerung

    Soweit Kluges aus Washington. Und bei uns dämmert die nächste Bundesregierung hinweg? Meint nicht nur Küppi. Die WAZ hat in Unna SPD-Fraktionschef Miersch belauschen lassen, von dem manche meinen, ihn als Linken zu erinnern, ebenfalls paywallfrei:

    Jonas Stein: Miersch attackiert Merz: ‘So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen’ – Unna. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch stellt die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz infrage und spricht offen über Koalitionsprobleme.”

    Ungläubig werde ich, wo der WAZ-Autor Miersch-Zitate aus der Rheinischen Post, der Konzernmutter des Bonner General-Anzeigers, die gewöhmlich fast alles digital vermauert, liefert. Lesen Sie mal das: “‘Dass es mal ruckelt, gehört dazu.’ Mit seinem Unions-Kollegen Jens Spahn (CDU) ringe er ‘in der Sache auch sehr hart’, aber sie hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres ‘eine feste Vertrauensbasis aufgebaut. Die ist sehr stabil’. Miersch betonte, die Koalition habe einiges auf den Weg gebracht, vom 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen über das Wehrdienstgesetz bis hin zur gemeinsamen Asylpolitik. ‘Jetzt gehen wir große Reformen an, die vorherige Regierungen nicht geschafft haben.'”

    Immerhin sind die Umfragewerte der SPD damit hinreichend erklärt.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  9. Sonderprüfung im Ordnungsamt Bochum nach Vorwürfen | NRW

    Einzelfälle oder strukturelles Problem? Eine Reihe von Vorwürfen rund um sexuelle Belästigung und rassistische Äußerungen im Ordnungsamt Bochum…
    #Bochum #Deutschland #Deutsch #DE #Schlagzeilen #Headlines #Nachrichten #News #Europe #Europa #EU #"Ordnungsamt" #Belästigung #Einzelfall #Germany #Missstand #Nordrhein-Westfalen #Sonderprüfung #SPD #Stadtspitze #WAZ
    europesays.com/de/978464/

  10. Sonderprüfung im Ordnungsamt Bochum nach Vorwürfen

    Die Stadt Bochum lässt nach Vorwürfen zu möglichem Fehlverhalten bei Mitarbeitern im Ordnungsamt der Stadt mögliche Missstände prüf…
    #Bochum #Deutschland #Deutsch #DE #Schlagzeilen #Headlines #Nachrichten #News #Europe #Europa #EU #"Ordnungsamt" #Behörden #Belästigung #Einzelfall #Germany #Kommune #meta_dpa_regiolinegeo_nordrheinwestfalen #Missstand #Nordrhein-Westfalen #Sonderprüfung #SPD #Stadtspitze #WAZ
    europesays.com/de/978318/

  11. Berührungen, Bemerkungen und eine Praktikantin, die vorgeblich "aus Spaß" mit Handschellen an einen Heizkörper gefesselt wurde.

    Berührungen, Bemerkungen und eine Praktikantin, die vorgeblich " aus Spaß " mit Handschellen an einen Heizkörper gefesselt wurde.#WDR #Bochum #Ordnungsamt #sexuelleÜbergriffe #WAZ #NRW
    Alle wissen es, keiner sagt was: Vorwurf sexueller Übergriffe im Bochumer Ordnungsamt

  12. Bequemer Pessimismus

    Lutz Heuken war nach meiner Lesererinnerung in seinem Berufsleben, das sich bei der einst wichtigen und mächtigen WAZ abspielte, ein durchgehend anständiger Journalist. Unvergesslich bleibt mir, dass er sich Ende der 90er als Ressortchef und Leitartikler gegen den “völkerrechtswidrigen” (zit. der damals amtierende Kanzler Schröder) Kosovo-Feldzug der seinerzeit rot-grünen Bundesregierung und der Nato ausgesprochen hat. Auch heute gibt er im “Blog der Republik” seines früheren Arbeitskollegen Alfons Pieper Einschätzungen zum Ausdruck, denen ich und viele meiner Freund*inn*e*n folgen können. Darum benenne ich hier heute für mich eine Ausnahme.

    “Wir haben versagt – jetzt zahlen wir den Preis” – mit dem ersten Wort fängt es schon an. Das vereinnahmende “Wir” wird auch von mir gelegentlich angewandt, und beste Freund*inn*e*n rügen mich dafür. Mit Recht.

    Heukens “Wir” zieht sich durch den gesamten Text. Er nivelliert damit nicht nur Klassen- und andere -Widersprüche und politische Gegensätze. Wird nicht ansonsten immer wieder über angeblich schreckliche “Polarisierung” gejammert? Die fehlt hier. Dabei gibt es sie wirklich. Sie wird nur von der herrschenden real existierenden und vermachteten Medien- und Parteienlandschaft nicht abgebildet und repräsentiert. Diese wird von Heuken mit Recht kritisiert, aber unzulässig auf ein “Wir” verallgemeinert. Vielleicht, weil er zu anderen, nur teilweise besseren, Zeiten selbst ein Teil davon war?

    Zweifellos gibt er mit seinem an Jammer nicht sparenden Text den Gefühlen und Einschätzungen vieler meiner Freund*inn*e*n Ausdruck. Doch ich fürchte, diese vorgebliche Verzweiflung und Machtlosigkeit dient nur dem Selbstbetrug: ich bin dagegen, aber auf mich hört ja keiner, ich kann ja nichts machen. Falsch.

    Pieper und Heuken trete ich sicherlich nicht zu nahe, wenn ich ihre politische Sozialisation und Denkweise in die Nähe der deutschen Sozialdemokratie rücke. Nirgends ist die politische Verzweiflung heute grösser, als dort. Doch aus der gleichen publizistischen Küche, nur ohne deutsche oder mitteleuropäische Scheuklappen, kommt das:

    Chiara Cordelli/IPG-Journal: Die Tragödie unserer Zeit – Aus Krise wächst Hoffnung: Wie Autoritarismus und Klimachaos neuen demokratischen Aufbruch befeuern.”

    Signora Cordelli hat verstanden, dass der Fortschritt nie linear ist oder sein kann. Er ist immer ein Resultat dialektischer Prozesse und Finessen. Fortschrittliche Kräfte, die nicht dumm bleiben wollen, studieren solche Prozesse aufmerksam, und lernen daraus. So, wie es die Rechten leider auch tun. Heutigen alten und jungen Linken täte es gut, die grassierende machttechnologische Welle zu begreifen, wie es hier ein junger netzpolitik-Praktikant fertigbringt. Zielsicher erfasst der junge Kollege das Zentrum der unbegrenzten Bereicherung durch die Menschheitsplagen unserer Zeit, die sich in Gestalten wie Trump, Musk u.v.a. austoben. Warum sind so viele zu dumm für das, was Denis Glismann kann?

    Am Ende siegen die … nein, falsch. Es gibt kein Ende. Es geht immer weiter, so lange es Menschen gibt – eine Klimakatastrophe kann immer “dazwischen kommen” … Siegen werden immer die, die mehr Menschen und soziales Engagement mobilisieren. “Polarisierung” kann dem sogar dienlich sein. Sie muss halt an elementaren gesellschaftlichen Widersprüchen ansetzen, und darf sich nicht durch von den Herrschenden mobilisierte Scheinwidersprüche spalten lassen.

    Der sog. “konstruktive Journalismus”, nach dem eine mutmassliche Mehrheit sogar hungert und dürstet, damit sie nicht Heuken-artig unter der Wucht der Aufmerksamkeitsökonomie zusammenbricht, hat das noch nicht begriffen. Niemand da draussen kennt ihn, den es z.B. hier oder hier geben soll … Statt brav Fördergelder zu verbrauchen, auch mal in Konflikte reingehen, Gegnerschaft und Interessen benennen, Kampfbereitschaft zeigen – dann würde es vielleicht bemerkt.

    Gesellschaftliche Bündnispolitik ist eine hohe Kunst. Es gab Zeiten, zu denen die SPD diese Kunst beherrschte. Die Grünen schaffen es bis heute nicht. Ob die US-Demokrat*inn*en es wieder erlernen, kann für den Planeten lebenswichtig werden.

    Die chinesischen Oligarchen wissen übrigens schon lange von Signora Cordellis Erkenntnissen. Systemkonkurrenz.

  13. Bequemer Pessimismus

    Lutz Heuken war nach meiner Lesererinnerung in seinem Berufsleben, das sich bei der einst wichtigen und mächtigen WAZ abspielte, ein durchgehend anständiger Journalist. Unvergesslich bleibt mir, dass er sich Ende der 90er als Ressortchef und Leitartikler gegen den “völkerrechtswidrigen” (zit. der damals amtierende Kanzler Schröder) Kosovo-Feldzug der seinerzeit rot-grünen Bundesregierung und der Nato ausgesprochen hat. Auch heute gibt er im “Blog der Republik” seines früheren Arbeitskollegen Alfons Pieper Einschätzungen zum Ausdruck, denen ich und viele meiner Freund*inn*e*n folgen können. Darum benenne ich hier heute für mich eine Ausnahme.

    “Wir haben versagt – jetzt zahlen wir den Preis” – mit dem ersten Wort fängt es schon an. Das vereinnahmende “Wir” wird auch von mir gelegentlich angewandt, und beste Freund*inn*e*n rügen mich dafür. Mit Recht.

    Heukens “Wir” zieht sich durch den gesamten Text. Er nivelliert damit nicht nur Klassen- und andere -Widersprüche und politische Gegensätze. Wird nicht ansonsten immer wieder über angeblich schreckliche “Polarisierung” gejammert? Die fehlt hier. Dabei gibt es sie wirklich. Sie wird nur von der herrschenden real existierenden und vermachteten Medien- und Parteienlandschaft nicht abgebildet und repräsentiert. Diese wird von Heuken mit Recht kritisiert, aber unzulässig auf ein “Wir” verallgemeinert. Vielleicht, weil er zu anderen, nur teilweise besseren, Zeiten selbst ein Teil davon war?

    Zweifellos gibt er mit seinem an Jammer nicht sparenden Text den Gefühlen und Einschätzungen vieler meiner Freund*inn*e*n Ausdruck. Doch ich fürchte, diese vorgebliche Verzweiflung und Machtlosigkeit dient nur dem Selbstbetrug: ich bin dagegen, aber auf mich hört ja keiner, ich kann ja nichts machen. Falsch.

    Pieper und Heuken trete ich sicherlich nicht zu nahe, wenn ich ihre politische Sozialisation und Denkweise in die Nähe der deutschen Sozialdemokratie rücke. Nirgends ist die politische Verzweiflung heute grösser, als dort. Doch aus der gleichen publizistischen Küche, nur ohne deutsche oder mitteleuropäische Scheuklappen, kommt das:

    Chiara Cordelli/IPG-Journal: Die Tragödie unserer Zeit – Aus Krise wächst Hoffnung: Wie Autoritarismus und Klimachaos neuen demokratischen Aufbruch befeuern.”

    Signora Cordelli hat verstanden, dass der Fortschritt nie linear ist oder sein kann. Er ist immer ein Resultat dialektischer Prozesse und Finessen. Fortschrittliche Kräfte, die nicht dumm bleiben wollen, studieren solche Prozesse aufmerksam, und lernen daraus. So, wie es die Rechten leider auch tun. Heutigen alten und jungen Linken täte es gut, die grassierende machttechnologische Welle zu begreifen, wie es hier ein junger netzpolitik-Praktikant fertigbringt. Zielsicher erfasst der junge Kollege das Zentrum der unbegrenzten Bereicherung durch die Menschheitsplagen unserer Zeit, die sich in Gestalten wie Trump, Musk u.v.a. austoben. Warum sind so viele zu dumm für das, was Denis Glismann kann?

    Am Ende siegen die … nein, falsch. Es gibt kein Ende. Es geht immer weiter, so lange es Menschen gibt – eine Klimakatastrophe kann immer “dazwischen kommen” … Siegen werden immer die, die mehr Menschen und soziales Engagement mobilisieren. “Polarisierung” kann dem sogar dienlich sein. Sie muss halt an elementaren gesellschaftlichen Widersprüchen ansetzen, und darf sich nicht durch von den Herrschenden mobilisierte Scheinwidersprüche spalten lassen.

    Der sog. “konstruktive Journalismus”, nach dem eine mutmassliche Mehrheit sogar hungert und dürstet, damit sie nicht Heuken-artig unter der Wucht der Aufmerksamkeitsökonomie zusammenbricht, hat das noch nicht begriffen. Niemand da draussen kennt ihn, den es z.B. hier oder hier geben soll … Statt brav Fördergelder zu verbrauchen, auch mal in Konflikte reingehen, Gegnerschaft und Interessen benennen, Kampfbereitschaft zeigen – dann würde es vielleicht bemerkt.

    Gesellschaftliche Bündnispolitik ist eine hohe Kunst. Es gab Zeiten, zu denen die SPD diese Kunst beherrschte. Die Grünen schaffen es bis heute nicht. Ob die US-Demokrat*inn*en es wieder erlernen, kann für den Planeten lebenswichtig werden.

    Die chinesischen Oligarchen wissen übrigens schon lange von Signora Cordellis Erkenntnissen. Systemkonkurrenz.

  14. So doof wie Trump?

    Die Aufmerksamkeitsökonomie und der Wal

    Antonia Groß/MDR-Altpapier hat es raus: das Zum-Denken-Anregen. Oder was denken Sie hierzu?

    Der ‘Timmy-Krimi’ und der Verkauf von Hoffnung – Eine Woche lang berichten die Medien über einen in der Ostsee gestrandeten Buckelwal. Will er sterben, wer kann ihn retten? Die Debatte zeigt die mediale Sehnsucht nach eindeutigen Geschichten.”

    Nach meiner unmassgeblichen unwissenschaftlichen Meinung war das Todesurteil für den Wal mit seinem Irrweg in die Ostsee gesprochen. Die ist nicht nur rettungslos überfischt, sondern auch vergiftet durch die Militärabfälle zweier Weltkriege und anschliessende Blockkonfrontation mit hemmungsloser Aufrüstung und Manövertätigkeit aller Anrainer (= militärisch-industrieller Komplex). So what? Lasst ihn sterben. Aber ich habe natürlich keine Ahnung.

    Ich könnte stattdessen über den cleveren Verzicht Italiens auf die gefährliche WM-Teilnahme fachsimpeln, aber das wäre an dieser Stelle jetzt zu viel Fussball …

    Wie machen es im Vergleich zu uns Ahnungslosen die Mächtigen? Davon vermittelt Dirk Hautkapp/WAZ eine Ahnung: Kurze Leitung ins Oval Office – Trumps Nummer bekannt: Reporter rufen pausenlos an – der ‘plaudert drauflos’ – Der US-Präsident gibt immer wieder freimütig seine Nummer heraus. Bei nächtlichen Telefonaten spricht er ungehemmt und unzensiert über Details.”

    Dä. Wer die Ahnungslosen sind, scheint mir damit noch nicht abschliessend geklärt.

  15. So doof wie Trump?

    Die Aufmerksamkeitsökonomie und der Wal

    Antonia Groß/MDR-Altpapier hat es raus: das Zum-Denken-Anregen. Oder was denken Sie hierzu?

    Der ‘Timmy-Krimi’ und der Verkauf von Hoffnung – Eine Woche lang berichten die Medien über einen in der Ostsee gestrandeten Buckelwal. Will er sterben, wer kann ihn retten? Die Debatte zeigt die mediale Sehnsucht nach eindeutigen Geschichten.”

    Nach meiner unmassgeblichen unwissenschaftlichen Meinung war das Todesurteil für den Wal mit seinem Irrweg in die Ostsee gesprochen. Die ist nicht nur rettungslos überfischt, sondern auch vergiftet durch die Militärabfälle zweier Weltkriege und anschliessende Blockkonfrontation mit hemmungsloser Aufrüstung und Manövertätigkeit aller Anrainer (= militärisch-industrieller Komplex). So what? Lasst ihn sterben. Aber ich habe natürlich keine Ahnung.

    Ich könnte stattdessen über den cleveren Verzicht Italiens auf die gefährliche WM-Teilnahme fachsimpeln, aber das wäre an dieser Stelle jetzt zu viel Fussball …

    Wie machen es im Vergleich zu uns Ahnungslosen die Mächtigen? Davon vermittelt Dirk Hautkapp/WAZ eine Ahnung: Kurze Leitung ins Oval Office – Trumps Nummer bekannt: Reporter rufen pausenlos an – der ‘plaudert drauflos’ – Der US-Präsident gibt immer wieder freimütig seine Nummer heraus. Bei nächtlichen Telefonaten spricht er ungehemmt und unzensiert über Details.”

    Dä. Wer die Ahnungslosen sind, scheint mir damit noch nicht abschliessend geklärt.

  16. Ich bin völlig geplättet ...
    Da lese ich doch folgende "Analyse" in der waz , warum die SPD "abgewählt" wurde:

    Die SPD sei "ausgeblutet", WahlFORSCHER erklären:

    Die SPD "muss sich dringend umpositionieren, von der Partei der sozialen Gerechtigkeit zu einer Partei der Leistungsgerechtigkeit. An Köpfen herrscht gleichfalls Mangelware."

    "Die Bürger haben inzwischen erkannt, dass in einer Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs ein „Weiter so“ ihrer sozialpolitisch getriggerten Themen nicht der richtige Weg ist"

    "Die SPD gilt damit vor allem als ein Blockierer von dringend notwendigen Politaktivitäten zur Ankurbelung der Wirtschaft."

    waz.de/politik/article41141008

    #SPD #WAZ #Wahlforscher #Wahlanalyse #LandtagswahlBW

  17. Ich bin völlig geplättet ...
    Da lese ich doch folgende "Analyse" in der waz , warum die SPD "abgewählt" wurde:

    Die SPD sei "ausgeblutet", WahlFORSCHER erklären:

    Die SPD "muss sich dringend umpositionieren, von der Partei der sozialen Gerechtigkeit zu einer Partei der Leistungsgerechtigkeit. An Köpfen herrscht gleichfalls Mangelware."

    "Die Bürger haben inzwischen erkannt, dass in einer Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs ein „Weiter so“ ihrer sozialpolitisch getriggerten Themen nicht der richtige Weg ist"

    "Die SPD gilt damit vor allem als ein Blockierer von dringend notwendigen Politaktivitäten zur Ankurbelung der Wirtschaft."

    waz.de/politik/article41141008

    #SPD #WAZ #Wahlforscher #Wahlanalyse #LandtagswahlBW

  18. Ich bin völlig geplättet ...
    Da lese ich doch folgende "Analyse" in der waz , warum die SPD "abgewählt" wurde:

    Die SPD sei "ausgeblutet", WahlFORSCHER erklären:

    Die SPD "muss sich dringend umpositionieren, von der Partei der sozialen Gerechtigkeit zu einer Partei der Leistungsgerechtigkeit. An Köpfen herrscht gleichfalls Mangelware."

    "Die Bürger haben inzwischen erkannt, dass in einer Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs ein „Weiter so“ ihrer sozialpolitisch getriggerten Themen nicht der richtige Weg ist"

    "Die SPD gilt damit vor allem als ein Blockierer von dringend notwendigen Politaktivitäten zur Ankurbelung der Wirtschaft."

    waz.de/politik/article41141008

    #SPD #WAZ #Wahlforscher #Wahlanalyse #LandtagswahlBW

  19. Das Spahn furzt wieder

    Und angeblich “seriöse” Medien rollen ihm immer wieder den Teppich aus

    Frechheit siegt? Jedenfalls hat sich das Spahn heute um mein Aufwachen und meinen Adrenalinspiegel mehr verdient gemacht, als mein leistungsstarker Espresso. Wie hat er das geschafft? Ich unterstelle, dass für ihn diese Mühe gering ist. Er ist so, wie er ist. Alle wissen das. Aber warum kriechen sie als PR-Helfer*innen zu Kreuze, wie es sonst nur Gianni Infantino im Darm von Donald Trump macht?

    Es tut mir ja leid, Sie mit Wiederholungen zu quälen. Aber es muss die Klassenfrage sein, die diese dubiosen Figuren vereint. Die Bossin, deren Leute dem Spahn den roten Teppich für seine Propaganda ausrollen, ist Julia Becker. Sie hat die Macht im einst mächtigen WAZ-Konzern geerbt. Viele Jahrzehnte gehörte er zwei Clans, den Brosts (SPD-nah) und den Funkes (CDU-nah). Milch und Honig flossen in beider Kassen. Im grössten deutschen Ballungsraum Ruhrpott und weit darüber hinaus eroberten sie sich mit den üblichen Mechanismen des Kapitalismus ein Zeitungsmonopol, Fluch und Segen zugleich.

    Segen, weil sie unermesslich reich wurden. Fluch, weil es satt und doof machte. Wie ein schwerer Teppich legte sich ihre Medienmacht über den Ruhrpott, und trocknete seine intellektuellen Potenzen so wirkungsvoll aus (u.a. das, was dort früher als SPD bekannt war), dass die Region heute ein fruchtbarer Acker für Faschisten ist, und sich darin mit dem menschenleeren Sachsen-Anhalt (weniger als halb so viele Einwohner) messen kann. Als Witwe Brost verstorben war, nutzte der greise Günther Grotkamp das Fenster der Gelegenheit, die Brost-Erb*inn*en aus dem Laden rauszukaufen. Intrigenweltmeister Bodo Hombach wurde zum Geschäftsführer ihrer steuermindernden Stiftung. Ich will nicht lästern, die machen auch Gutes.

    Grotkamp kaufte auch dem Springerkonzern u.a. einigen Trash an gedruckten Zeitungen und bunten Zeitschriften für das wachsende Senior*inn*enpublikum ab, mit der Absicht rentable Rationalisierungseffekte in der Herstellung zu erzielen. Es dauerte sehr lange, aber irgendwann musste auch er diese Welt verlassen. Und Julia Becker war die Gewinnerin des Erbes. Wieviel “Gewinn” das real bedeutet, muss angesichts heutiger Medienentwicklung offenbleiben. Ich gehe davon aus, dass die Dame intelligent genug ist, reich und mächtig zu bleiben, auch wenn ihr unternehmerisches Erbe in Unwetter gerät.

    Ich bin sicher, dass sie sich insofern von neureichen Figuren wie dem Österreicher Benko unterscheidet. Dafür spricht ihre sehr bewusste PR-Profilierung gegen den trumpsypathisierenden Medienoligarchen und faktischen Springererben Mathias Döpfner. Aber ihre Klassenzugehörigkeit kann und will sie nicht verleugnen.

    Und also schickt sie ihren von Springer übernommenen leitenden Angestellten Quoos und eine Berliner Ressortleiterin aus, dem Spahn einen Interviewteppich auszurollen. Dankenswerterweise digital eingemauert. Doch als Schlagzeile verkauft und von allen Machtmedien bereitwillig weiterverbreitet wird dieser Furz: „Wenn man 100 wird, kann man nicht mit Mitte 60 aufhören zu arbeiten“.

    Muss der gerade sagen

    Selbst der schon vergessene Andy Scheuer, der seinerzeit von Kabarettprogrammen gerne genommen wurde, war ein Waisenknabe, was die Schädigung von öffentlichem Reichtum und Infrastruktur betraf, im Vergleich zum zeitweiligen “Bundesgesundheitsminister”, den das Spahn 2018-21 zu Beginn des Ausbruchs der Coranakrise gab.

    Er bewies damals, dass er keineswegs so doof ist, wie er aussieht, indem er finanzielle Fundamente für ein Netzwerk goss, in dem er – und eine nur scheinbare Witzfigur, die ehemalige Weinkönigin Klöckner – heute schwimmt, wie ein Fisch im Wasser. Dafür ist letztendlich dieses Premium-Interview mit einem Medium, das sich selbst immer weiter aus der Premiiumklasse entfernt hat, ein klassisches Dokument. In seiner ganzen Ambivalenz.

    Er will den Kanzler beerben. Das hat er ausdrücklich nicht dementiert.

    Ich bin weit entfernt, den Friedrich aus dem Sauerland deswegen nun als “kleineres Übel” zu betrachten. Im Gegenteil, er gehört ja politisch zu den aktiven Teppichausrollern, selbst für den Fall, dass er das subjektiv als erfahrener Gockel gar nicht will.

    Wir müssen sie alle miteinander bekämpfen. Aber wer ist dafür eine organisierende Kraft?

    Meine lange Nase für das Spahn

    Ach übrigens, eh ichs vergesse, und weswegen ich eigentlich diesen Text angefangen habe. Mein Bergmannsvater ist mein Vorbild: er arbeitete als 18-jähriger auf dem Pütt, 1000m und mehr unter Tage. Mit 52 hörte er auf, mit 55 ging er in Rente. Knappschaftsrente! Und lebt (93). Das habe ich abgewandelt. Ich habe erst als 19-jähriger angefangen dauerhaft für (wenig) Geld zu arbeiten, erst mit 30 war ich sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Und schon mit 59 gelang es mir, damit aufzuhören (dank Wohnungserwerb = “private Vorsorge”). Einen rentensparenden Herzinfarkt habe ich letztes Jahr überlebt. Ich ziehe also in bester Tradition des – zu verteidigenden! – Sozialstaates dem Spahn eine lange Nase. Und berate meinen privaten Freund*inn*enkkreis bis heute darin, wie ich das gemacht habe.

    Es ist gerecht und befriedigend.

    Dieser Text ist, dem Anlass angemessen, unsachlich und polemisch. Wenn Sie sachliche Informationen zur Rentenpolitik suchen, lesen Sie bei Roland Appel und Matthias W. Birkwald, langjähriger MdB, weiter. Oder beim Seniorenaufstand.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  20. Das Spahn furzt wieder

    Und angeblich “seriöse” Medien rollen ihm immer wieder den Teppich aus

    Frechheit siegt? Jedenfalls hat sich das Spahn heute um mein Aufwachen und meinen Adrenalinspiegel mehr verdient gemacht, als mein leistungsstarker Espresso. Wie hat er das geschafft? Ich unterstelle, dass für ihn diese Mühe gering ist. Er ist so, wie er ist. Alle wissen das. Aber warum kriechen sie als PR-Helfer*innen zu Kreuze, wie es sonst nur Gianni Infantino im Darm von Donald Trump macht?

    Es tut mir ja leid, Sie mit Wiederholungen zu quälen. Aber es muss die Klassenfrage sein, die diese dubiosen Figuren vereint. Die Bossin, deren Leute dem Spahn den roten Teppich für seine Propaganda ausrollen, ist Julia Becker. Sie hat die Macht im einst mächtigen WAZ-Konzern geerbt. Viele Jahrzehnte gehörte er zwei Clans, den Brosts (SPD-nah) und den Funkes (CDU-nah). Milch und Honig flossen in beider Kassen. Im grössten deutschen Ballungsraum Ruhrpott und weit darüber hinaus eroberten sie sich mit den üblichen Mechanismen des Kapitalismus ein Zeitungsmonopol, Fluch und Segen zugleich.

    Segen, weil sie unermesslich reich wurden. Fluch, weil es satt und doof machte. Wie ein schwerer Teppich legte sich ihre Medienmacht über den Ruhrpott, und trocknete seine intellektuellen Potenzen so wirkungsvoll aus (u.a. das, was dort früher als SPD bekannt war), dass die Region heute ein fruchtbarer Acker für Faschisten ist, und sich darin mit dem menschenleeren Sachsen-Anhalt (weniger als halb so viele Einwohner) messen kann. Als Witwe Brost verstorben war, nutzte der greise Günther Grotkamp das Fenster der Gelegenheit, die Brost-Erb*inn*en aus dem Laden rauszukaufen. Intrigenweltmeister Bodo Hombach wurde zum Geschäftsführer ihrer steuermindernden Stiftung. Ich will nicht lästern, die machen auch Gutes.

    Grotkamp kaufte auch dem Springerkonzern u.a. einigen Trash an gedruckten Zeitungen und bunten Zeitschriften für das wachsende Senior*inn*enpublikum ab, mit der Absicht rentable Rationalisierungseffekte in der Herstellung zu erzielen. Es dauerte sehr lange, aber irgendwann musste auch er diese Welt verlassen. Und Julia Becker war die Gewinnerin des Erbes. Wieviel “Gewinn” das real bedeutet, muss angesichts heutiger Medienentwicklung offenbleiben. Ich gehe davon aus, dass die Dame intelligent genug ist, reich und mächtig zu bleiben, auch wenn ihr unternehmerisches Erbe in Unwetter gerät.

    Ich bin sicher, dass sie sich insofern von neureichen Figuren wie dem Österreicher Benko unterscheidet. Dafür spricht ihre sehr bewusste PR-Profilierung gegen den trumpsympathisierenden Medienoligarchen und faktischen Springererben Mathias Döpfner. Aber ihre Klassenzugehörigkeit kann und will sie nicht verleugnen.

    Und also schickt sie ihren von Springer übernommenen leitenden Angestellten Quoos und eine Berliner Ressortleiterin aus, dem Spahn einen Interviewteppich auszurollen. Dankenswerterweise digital eingemauert. Doch als Schlagzeile verkauft und von allen Machtmedien bereitwillig weiterverbreitet wird dieser Furz: „Wenn man 100 wird, kann man nicht mit Mitte 60 aufhören zu arbeiten“.

    Muss der gerade sagen

    Selbst der schon vergessene Andy Scheuer, der seinerzeit von Kabarettprogrammen gerne genommen wurde, war ein Waisenknabe, was die Schädigung von öffentlichem Reichtum und Infrastruktur betraf, im Vergleich zum zeitweiligen “Bundesgesundheitsminister”, den das Spahn 2018-21 zu Beginn des Ausbruchs der Coranakrise gab.

    Er bewies damals, dass er keineswegs so doof ist, wie er aussieht, indem er finanzielle Fundamente für ein Netzwerk goss, in dem er – und eine nur scheinbare Witzfigur, die ehemalige Weinkönigin Klöckner – heute schwimmt, wie ein Fisch im Wasser. Dafür ist letztendlich dieses Premium-Interview mit einem Medium, das sich selbst immer weiter aus der Premiiumklasse entfernt hat, ein klassisches Dokument. In seiner ganzen Ambivalenz.

    Er will den Kanzler beerben. Das hat er ausdrücklich nicht dementiert.

    Ich bin weit entfernt, den Friedrich aus dem Sauerland deswegen nun als “kleineres Übel” zu betrachten. Im Gegenteil, er gehört ja politisch zu den aktiven Teppichausrollern, selbst für den Fall, dass er das subjektiv als erfahrener Gockel gar nicht will.

    Wir müssen sie alle miteinander bekämpfen. Aber wer ist dafür eine organisierende Kraft?

    Meine lange Nase für das Spahn

    Ach übrigens, eh ichs vergesse, und weswegen ich eigentlich diesen Text angefangen habe. Mein Bergmannsvater ist mein Vorbild: er arbeitete als 18-jähriger auf dem Pütt, 1000m und mehr unter Tage. Mit 52 hörte er auf, mit 55 ging er in Rente. Knappschaftsrente! Und lebt (93). Das habe ich abgewandelt. Ich habe erst als 19-jähriger angefangen dauerhaft für (wenig) Geld zu arbeiten, erst mit 30 war ich sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Und schon mit 59 gelang es mir, damit aufzuhören (dank Wohnungserwerb = “private Vorsorge”). Einen rentensparenden Herzinfarkt habe ich letztes Jahr überlebt. Ich ziehe also in bester Tradition des – zu verteidigenden! – Sozialstaates dem Spahn eine lange Nase. Und berate meinen privaten Freund*inn*enkreis bis heute darin, wie ich das gemacht habe.

    Es ist gerecht und befriedigend.

    Dieser Text ist, dem Anlass angemessen, unsachlich und polemisch. Wenn Sie sachliche Informationen zur Rentenpolitik suchen, lesen Sie bei Roland Appel und Matthias W. Birkwald, langjähriger MdB, weiter. Oder beim Seniorenaufstand.

  21. Das Spahn furzt wieder

    Und angeblich “seriöse” Medien rollen ihm immer wieder den Teppich aus

    Frechheit siegt? Jedenfalls hat sich das Spahn heute um mein Aufwachen und meinen Adrenalinspiegel mehr verdient gemacht, als mein leistungsstarker Espresso. Wie hat er das geschafft? Ich unterstelle, dass für ihn diese Mühe gering ist. Er ist so, wie er ist. Alle wissen das. Aber warum kriechen sie als PR-Helfer*innen zu Kreuze, wie es sonst nur Gianni Infantino im Darm von Donald Trump macht?

    Es tut mir ja leid, Sie mit Wiederholungen zu quälen. Aber es muss die Klassenfrage sein, die diese dubiosen Figuren vereint. Die Bossin, deren Leute dem Spahn den roten Teppich für seine Propaganda ausrollen, ist Julia Becker. Sie hat die Macht im einst mächtigen WAZ-Konzern geerbt. Viele Jahrzehnte gehörte er zwei Clans, den Brosts (SPD-nah) und den Funkes (CDU-nah). Milch und Honig flossen in beider Kassen. Im grössten deutschen Ballungsraum Ruhrpott und weit darüber hinaus eroberten sie sich mit den üblichen Mechanismen des Kapitalismus ein Zeitungsmonopol, Fluch und Segen zugleich.

    Segen, weil sie unermesslich reich wurden. Fluch, weil es satt und doof machte. Wie ein schwerer Teppich legte sich ihre Medienmacht über den Ruhrpott, und trocknete seine intellektuellen Potenzen so wirkungsvoll aus (u.a. das, was dort früher als SPD bekannt war), dass die Region heute ein fruchtbarer Acker für Faschisten ist, und sich darin mit dem menschenleeren Sachsen-Anhalt (weniger als halb so viele Einwohner) messen kann. Als Witwe Brost verstorben war, nutzte der greise Günther Grotkamp das Fenster der Gelegenheit, die Brost-Erb*inn*en aus dem Laden rauszukaufen. Intrigenweltmeister Bodo Hombach wurde zum Geschäftsführer ihrer steuermindernden Stiftung. Ich will nicht lästern, die machen auch Gutes.

    Grotkamp kaufte auch dem Springerkonzern u.a. einigen Trash an gedruckten Zeitungen und bunten Zeitschriften für das wachsende Senior*inn*enpublikum ab, mit der Absicht rentable Rationalisierungseffekte in der Herstellung zu erzielen. Es dauerte sehr lange, aber irgendwann musste auch er diese Welt verlassen. Und Julia Becker war die Gewinnerin des Erbes. Wieviel “Gewinn” das real bedeutet, muss angesichts heutiger Medienentwicklung offenbleiben. Ich gehe davon aus, dass die Dame intelligent genug ist, reich und mächtig zu bleiben, auch wenn ihr unternehmerisches Erbe in Unwetter gerät.

    Ich bin sicher, dass sie sich insofern von neureichen Figuren wie dem Österreicher Benko unterscheidet. Dafür spricht ihre sehr bewusste PR-Profilierung gegen den trumpsypathisierenden Medienoligarchen und faktischen Springererben Mathias Döpfner. Aber ihre Klassenzugehörigkeit kann und will sie nicht verleugnen.

    Und also schickt sie ihren von Springer übernommenen leitenden Angestellten Quoos und eine Berliner Ressortleiterin aus, dem Spahn einen Interviewteppich auszurollen. Dankenswerterweise digital eingemauert. Doch als Schlagzeile verkauft und von allen Machtmedien bereitwillig weiterverbreitet wird dieser Furz: „Wenn man 100 wird, kann man nicht mit Mitte 60 aufhören zu arbeiten“.

    Muss der gerade sagen

    Selbst der schon vergessene Andy Scheuer, der seinerzeit von Kabarettprogrammen gerne genommen wurde, war ein Waisenknabe, was die Schädigung von öffentlichem Reichtum und Infrastruktur betraf, im Vergleich zum zeitweiligen “Bundesgesundheitsminister”, den das Spahn 2018-21 zu Beginn des Ausbruchs der Coranakrise gab.

    Er bewies damals, dass er keineswegs so doof ist, wie er aussieht, indem er finanzielle Fundamente für ein Netzwerk goss, in dem er – und eine nur scheinbare Witzfigur, die ehemalige Weinkönigin Klöckner – heute schwimmt, wie ein Fisch im Wasser. Dafür ist letztendlich dieses Premium-Interview mit einem Medium, das sich selbst immer weiter aus der Premiiumklasse entfernt hat, ein klassisches Dokument. In seiner ganzen Ambivalenz.

    Er will den Kanzler beerben. Das hat er ausdrücklich nicht dementiert.

    Ich bin weit entfernt, den Friedrich aus dem Sauerland deswegen nun als “kleineres Übel” zu betrachten. Im Gegenteil, er gehört ja politisch zu den aktiven Teppichausrollern, selbst für den Fall, dass er das subjektiv als erfahrener Gockel gar nicht will.

    Wir müssen sie alle miteinander bekämpfen. Aber wer ist dafür eine organisierende Kraft?

    Meine lange Nase für das Spahn

    Ach übrigens, eh ichs vergesse, und weswegen ich eigentlich diesen Text angefangen habe. Mein Bergmannsvater ist mein Vorbild: er arbeitete als 18-jähriger auf dem Pütt, 1000m und mehr unter Tage. Mit 52 hörte er auf, mit 55 ging er in Rente. Knappschaftsrente! Und lebt (93). Das habe ich abgewandelt. Ich habe erst als 19-jähriger angefangen dauerhaft für (wenig) Geld zu arbeiten, erst mit 30 war ich sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Und schon mit 59 gelang es mir, damit aufzuhören (dank Wohnungserwerb = “private Vorsorge”). Einen rentensparenden Herzinfarkt habe ich letztes Jahr überlebt. Ich ziehe also in bester Tradition des – zu verteidigenden! – Sozialstaates dem Spahn eine lange Nase. Und berate meinen privaten Freund*inn*enkkreis bis heute darin, wie ich das gemacht habe.

    Es ist gerecht und befriedigend.

    Dieser Text ist, dem Anlass angemessen, unsachlich und polemisch. Wenn Sie sachliche Informationen zur Rentenpolitik suchen, lesen Sie bei Roland Appel und Matthias W. Birkwald, langjähriger MdB, weiter. Oder beim Seniorenaufstand.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  22. Das Spahn furzt wieder

    Und angeblich “seriöse” Medien rollen ihm immer wieder den Teppich aus

    Frechheit siegt? Jedenfalls hat sich das Spahn heute um mein Aufwachen und meinen Adrenalinspiegel mehr verdient gemacht, als mein leistungsstarker Espresso. Wie hat er das geschafft? Ich unterstelle, dass für ihn diese Mühe gering ist. Er ist so, wie er ist. Alle wissen das. Aber warum kriechen sie als PR-Helfer*innen zu Kreuze, wie es sonst nur Gianni Infantino im Darm von Donald Trump macht?

    Es tut mir ja leid, Sie mit Wiederholungen zu quälen. Aber es muss die Klassenfrage sein, die diese dubiosen Figuren vereint. Die Bossin, deren Leute dem Spahn den roten Teppich für seine Propaganda ausrollen, ist Julia Becker. Sie hat die Macht im einst mächtigen WAZ-Konzern geerbt. Viele Jahrzehnte gehörte er zwei Clans, den Brosts (SPD-nah) und den Funkes (CDU-nah). Milch und Honig flossen in beider Kassen. Im grössten deutschen Ballungsraum Ruhrpott und weit darüber hinaus eroberten sie sich mit den üblichen Mechanismen des Kapitalismus ein Zeitungsmonopol, Fluch und Segen zugleich.

    Segen, weil sie unermesslich reich wurden. Fluch, weil es satt und doof machte. Wie ein schwerer Teppich legte sich ihre Medienmacht über den Ruhrpott, und trocknete seine intellektuellen Potenzen so wirkungsvoll aus (u.a. das, was dort früher als SPD bekannt war), dass die Region heute ein fruchtbarer Acker für Faschisten ist, und sich darin mit dem menschenleeren Sachsen-Anhalt (weniger als halb so viele Einwohner) messen kann. Als Witwe Brost verstorben war, nutzte der greise Günther Grotkamp das Fenster der Gelegenheit, die Brost-Erb*inn*en aus dem Laden rauszukaufen. Intrigenweltmeister Bodo Hombach wurde zum Geschäftsführer ihrer steuermindernden Stiftung. Ich will nicht lästern, die machen auch Gutes.

    Grotkamp kaufte auch dem Springerkonzern u.a. einigen Trash an gedruckten Zeitungen und bunten Zeitschriften für das wachsende Senior*inn*enpublikum ab, mit der Absicht rentable Rationalisierungseffekte in der Herstellung zu erzielen. Es dauerte sehr lange, aber irgendwann musste auch er diese Welt verlassen. Und Julia Becker war die Gewinnerin des Erbes. Wieviel “Gewinn” das real bedeutet, muss angesichts heutiger Medienentwicklung offenbleiben. Ich gehe davon aus, dass die Dame intelligent genug ist, reich und mächtig zu bleiben, auch wenn ihr unternehmerisches Erbe in Unwetter gerät.

    Ich bin sicher, dass sie sich insofern von neureichen Figuren wie dem Österreicher Benko unterscheidet. Dafür spricht ihre sehr bewusste PR-Profilierung gegen den trumpsympathisierenden Medienoligarchen und faktischen Springererben Mathias Döpfner. Aber ihre Klassenzugehörigkeit kann und will sie nicht verleugnen.

    Und also schickt sie ihren von Springer übernommenen leitenden Angestellten Quoos und eine Berliner Ressortleiterin aus, dem Spahn einen Interviewteppich auszurollen. Dankenswerterweise digital eingemauert. Doch als Schlagzeile verkauft und von allen Machtmedien bereitwillig weiterverbreitet wird dieser Furz: „Wenn man 100 wird, kann man nicht mit Mitte 60 aufhören zu arbeiten“.

    Muss der gerade sagen

    Selbst der schon vergessene Andy Scheuer, der seinerzeit von Kabarettprogrammen gerne genommen wurde, war ein Waisenknabe, was die Schädigung von öffentlichem Reichtum und Infrastruktur betraf, im Vergleich zum zeitweiligen “Bundesgesundheitsminister”, den das Spahn 2018-21 zu Beginn des Ausbruchs der Coranakrise gab.

    Er bewies damals, dass er keineswegs so doof ist, wie er aussieht, indem er finanzielle Fundamente für ein Netzwerk goss, in dem er – und eine nur scheinbare Witzfigur, die ehemalige Weinkönigin Klöckner – heute schwimmt, wie ein Fisch im Wasser. Dafür ist letztendlich dieses Premium-Interview mit einem Medium, das sich selbst immer weiter aus der Premiiumklasse entfernt hat, ein klassisches Dokument. In seiner ganzen Ambivalenz.

    Er will den Kanzler beerben. Das hat er ausdrücklich nicht dementiert.

    Ich bin weit entfernt, den Friedrich aus dem Sauerland deswegen nun als “kleineres Übel” zu betrachten. Im Gegenteil, er gehört ja politisch zu den aktiven Teppichausrollern, selbst für den Fall, dass er das subjektiv als erfahrener Gockel gar nicht will.

    Wir müssen sie alle miteinander bekämpfen. Aber wer ist dafür eine organisierende Kraft?

    Meine lange Nase für das Spahn

    Ach übrigens, eh ichs vergesse, und weswegen ich eigentlich diesen Text angefangen habe. Mein Bergmannsvater ist mein Vorbild: er arbeitete als 18-jähriger auf dem Pütt, 1000m und mehr unter Tage. Mit 52 hörte er auf, mit 55 ging er in Rente. Knappschaftsrente! Und lebt (93). Das habe ich abgewandelt. Ich habe erst als 19-jähriger angefangen dauerhaft für (wenig) Geld zu arbeiten, erst mit 30 war ich sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Und schon mit 59 gelang es mir, damit aufzuhören (dank Wohnungserwerb = “private Vorsorge”). Einen rentensparenden Herzinfarkt habe ich letztes Jahr überlebt. Ich ziehe also in bester Tradition des – zu verteidigenden! – Sozialstaates dem Spahn eine lange Nase. Und berate meinen privaten Freund*inn*enkreis bis heute darin, wie ich das gemacht habe.

    Es ist gerecht und befriedigend.

    Dieser Text ist, dem Anlass angemessen, unsachlich und polemisch. Wenn Sie sachliche Informationen zur Rentenpolitik suchen, lesen Sie bei Roland Appel und Matthias W. Birkwald, langjähriger MdB, weiter. Oder beim Seniorenaufstand.

  23. Das Spahn furzt wieder

    Und angeblich “seriöse” Medien rollen ihm immer wieder den Teppich aus

    Frechheit siegt? Jedenfalls hat sich das Spahn heute um mein Aufwachen und meinen Adrenalinspiegel mehr verdient gemacht, als mein leistungsstarker Espresso. Wie hat er das geschafft? Ich unterstelle, dass für ihn diese Mühe gering ist. Er ist so, wie er ist. Alle wissen das. Aber warum kriechen sie als PR-Helfer*innen zu Kreuze, wie es sonst nur Gianni Infantino im Darm von Donald Trump macht?

    Es tut mir ja leid, Sie mit Wiederholungen zu quälen. Aber es muss die Klassenfrage sein, die diese dubiosen Figuren vereint. Die Bossin, deren Leute dem Spahn den roten Teppich für seine Propaganda ausrollen, ist Julia Becker. Sie hat die Macht im einst mächtigen WAZ-Konzern geerbt. Viele Jahrzehnte gehörte er zwei Clans, den Brosts (SPD-nah) und den Funkes (CDU-nah). Milch und Honig flossen in beider Kassen. Im grössten deutschen Ballungsraum Ruhrpott und weit darüber hinaus eroberten sie sich mit den üblichen Mechanismen des Kapitalismus ein Zeitungsmonopol, Fluch und Segen zugleich.

    Segen, weil sie unermesslich reich wurden. Fluch, weil es satt und doof machte. Wie ein schwerer Teppich legte sich ihre Medienmacht über den Ruhrpott, und trocknete seine intellektuellen Potenzen so wirkungsvoll aus (u.a. das, was dort früher als SPD bekannt war), dass die Region heute ein fruchtbarer Acker für Faschisten ist, und sich darin mit dem menschenleeren Sachsen-Anhalt (weniger als halb so viele Einwohner) messen kann. Als Witwe Brost verstorben war, nutzte der greise Günther Grotkamp das Fenster der Gelegenheit, die Brost-Erb*inn*en aus dem Laden rauszukaufen. Intrigenweltmeister Bodo Hombach wurde zum Geschäftsführer ihrer steuermindernden Stiftung. Ich will nicht lästern, die machen auch Gutes.

    Grotkamp kaufte auch dem Springerkonzern u.a. einigen Trash an gedruckten Zeitungen und bunten Zeitschriften für das wachsende Senior*inn*enpublikum ab, mit der Absicht rentable Rationalisierungseffekte in der Herstellung zu erzielen. Es dauerte sehr lange, aber irgendwann musste auch er diese Welt verlassen. Und Julia Becker war die Gewinnerin des Erbes. Wieviel “Gewinn” das real bedeutet, muss angesichts heutiger Medienentwicklung offenbleiben. Ich gehe davon aus, dass die Dame intelligent genug ist, reich und mächtig zu bleiben, auch wenn ihr unternehmerisches Erbe in Unwetter gerät.

    Ich bin sicher, dass sie sich insofern von neureichen Figuren wie dem Österreicher Benko unterscheidet. Dafür spricht ihre sehr bewusste PR-Profilierung gegen den trumpsypathisierenden Medienoligarchen und faktischen Springererben Mathias Döpfner. Aber ihre Klassenzugehörigkeit kann und will sie nicht verleugnen.

    Und also schickt sie ihren von Springer übernommenen leitenden Angestellten Quoos und eine Berliner Ressortleiterin aus, dem Spahn einen Interviewteppich auszurollen. Dankenswerterweise digital eingemauert. Doch als Schlagzeile verkauft und von allen Machtmedien bereitwillig weiterverbreitet wird dieser Furz: „Wenn man 100 wird, kann man nicht mit Mitte 60 aufhören zu arbeiten“.

    Muss der gerade sagen

    Selbst der schon vergessene Andy Scheuer, der seinerzeit von Kabarettprogrammen gerne genommen wurde, war ein Waisenknabe, was die Schädigung von öffentlichem Reichtum und Infrastruktur betraf, im Vergleich zum zeitweiligen “Bundesgesundheitsminister”, den das Spahn 2018-21 zu Beginn des Ausbruchs der Coranakrise gab.

    Er bewies damals, dass er keineswegs so doof ist, wie er aussieht, indem er finanzielle Fundamente für ein Netzwerk goss, in dem er – und eine nur scheinbare Witzfigur, die ehemalige Weinkönigin Klöckner – heute schwimmt, wie ein Fisch im Wasser. Dafür ist letztendlich dieses Premium-Interview mit einem Medium, das sich selbst immer weiter aus der Premiiumklasse entfernt hat, ein klassisches Dokument. In seiner ganzen Ambivalenz.

    Er will den Kanzler beerben. Das hat er ausdrücklich nicht dementiert.

    Ich bin weit entfernt, den Friedrich aus dem Sauerland deswegen nun als “kleineres Übel” zu betrachten. Im Gegenteil, er gehört ja politisch zu den aktiven Teppichausrollern, selbst für den Fall, dass er das subjektiv als erfahrener Gockel gar nicht will.

    Wir müssen sie alle miteinander bekämpfen. Aber wer ist dafür eine organisierende Kraft?

    Meine lange Nase für das Spahn

    Ach übrigens, eh ichs vergesse, und weswegen ich eigentlich diesen Text angefangen habe. Mein Bergmannsvater ist mein Vorbild: er arbeitete als 18-jähriger auf dem Pütt, 1000m und mehr unter Tage. Mit 52 hörte er auf, mit 55 ging er in Rente. Knappschaftsrente! Und lebt (93). Das habe ich abgewandelt. Ich habe erst als 19-jähriger angefangen dauerhaft für (wenig) Geld zu arbeiten, erst mit 30 war ich sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Und schon mit 59 gelang es mir, damit aufzuhören (dank Wohnungserwerb = “private Vorsorge”). Einen rentensparenden Herzinfarkt habe ich letztes Jahr überlebt. Ich ziehe also in bester Tradition des – zu verteidigenden! – Sozialstaates dem Spahn eine lange Nase. Und berate meinen privaten Freund*inn*enkkreis bis heute darin, wie ich das gemacht habe.

    Es ist gerecht und befriedigend.

    Dieser Text ist, dem Anlass angemessen, unsachlich und polemisch. Wenn Sie sachliche Informationen zur Rentenpolitik suchen, lesen Sie bei Roland Appel und Matthias W. Birkwald, langjähriger MdB, weiter. Oder beim Seniorenaufstand.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  24. Sparkassen-Einbruch in Gelsenkirchen: Chef weist Vorwürfe zurück

    Nach Einbruch in Gelsenkirchen Sparkassenchef weist Vorwürfe zurück 11.01.2026 – 20:31 UhrLesedauer: 2 Min. Die Sparkassen-Filiale, der…
    #Bochum #Deutschland #Deutsch #DE #Schlagzeilen #Headlines #Nachrichten #News #Europe #Europa #EU #100312362 #Bank #Bankeinbruch #Bankraub #Einbruch #Gelsenkirchen #Germany #MichaelKlotz #Millionenschäden #Nordrhein-Westfalen #Polizei #Schließfach #Uhren #WAZ
    europesays.com/de/711301/

  25. Unsere Lokalzeitung #WAZ berichtet über Verkehrssteuerung mit Ampeln. Da steht: "Des weiteren wertet die Stadt Informationen aus Navigationsgeräten aus"

    Kennt jemand von Euch Schnittstellen dafür?
    Welche Navis machen da mit?

  26. Die #WAZ #Bochum hat eine Übersicht über den "Durchschnitts-Bochumer" erstellt. Zur angegebenen Durchschnittsmiete von 8,42 €/m² sei angemerkt, dass es sich dabei um Angebotsmieten auf Portalen handelt. Genauer ist der Mietspiegel, der 6,90 für die letzten 6 Jahre angibt. Würden alle bestehenden Mieten einbezogen, dürfte der Wert sogar unter 6 €/m² liegen.
    waz.de/lokales/bochum/article4

  27. 2️⃣| Rituelle Gewalt: „Ja, es ist eine Verschwörungstheorie“

    Rituelle Gewalt ist und bleibt eine #Verschwörungstheorie. Das bestätigt nun auch Psychologin Bianca Liebrand in der #WAZ. Bernd hat ein paar Einblicke für euch zusammengetragen:

    skeptix.org/2025/10/18/rituell

    #rgmc #rituellegewalt #mindcontrol #satanicpanic

  28. 📰 | Lydia Benecke im Interview: „Was ich mache, ist #Wissenschaftskommunikation

    Es ist Herbst, die Tage werden kürzer und es raschelt im Blätterwald. 🍂

    Unser Gründungsmitglied Lydia hat der #WAZ ein #Interview zu ihren dem #Skeptival folgenden Auftritten im #Ruhrpott gegeben. Bernd Harder liefert im #SkeptixBlog etwas Begleitmaterial dazu.

    skeptix.org/2025/10/17/lydia-b

  29. Ich denke momentan über eine freiwillige #Selbstverpflichtung nach, keine relevante bzw. kritische #Infrastruktur abzulichten. Darauf achte ich schon länger, habe aber keine feste Defintion.

    Europa wird hybrid angegriffen. Medienschaffende müssen sich der Verantwortung stellen und den bedenklichen Gegebenheiten anpassen.

    #DJU #DPA #RND #FAZ #SZ #bild #NRZ #WAZ

  30. Ich denke momentan über eine freiwillige #Selbstverpflichtung nach, keine relevante bzw. kritische #Infrastruktur abzulichten. Darauf achte ich schon länger, habe aber keine feste Defintion.

    Europa wird hybrid angegriffen. Medienschaffende müssen sich der Verantwortung stellen und den bedenklichen Gegebenheiten anpassen.

    #DJU #DPA #RND #FAZ #SZ #bild #NRZ #WAZ

  31. Ich denke momentan über eine freiwillige #Selbstverpflichtung nach, keine relevante bzw. kritische #Infrastruktur abzulichten. Darauf achte ich schon länger, habe aber keine feste Defintion.

    Europa wird hybrid angegriffen. Medienschaffende müssen sich der Verantwortung stellen und den bedenklichen Gegebenheiten anpassen.

    #DJU #DPA #RND #FAZ #SZ #bild #NRZ #WAZ

  32. Ich denke momentan über eine freiwillige #Selbstverpflichtung nach, keine relevante bzw. kritische #Infrastruktur abzulichten. Darauf achte ich schon länger, habe aber keine feste Defintion.

    Europa wird hybrid angegriffen. Medienschaffende müssen sich der Verantwortung stellen und den bedenklichen Gegebenheiten anpassen.

    #DJU #DPA #RND #FAZ #SZ #bild #NRZ #WAZ

  33. Ich denke momentan über eine freiwillige #Selbstverpflichtung nach, keine relevante bzw. kritische #Infrastruktur abzulichten. Darauf achte ich schon länger, habe aber keine feste Defintion.

    Europa wird hybrid angegriffen. Medienschaffende müssen sich der Verantwortung stellen und den bedenklichen Gegebenheiten anpassen.

    #DJU #DPA #RND #FAZ #SZ #bild #NRZ #WAZ

  34. Mehr als zwiespältig

    Seit Jahrzehnten betrachte ich das Medientreiben über angeblich zunehmende Brutalität unter Kindern und Jugendlichen. In der Regel ist es aufgebauschter Unsinn. Über dieserart “Jugend” wurde bekanntlich in allen Menschheitszeitaltern lamentiert. Und in Kriminalstatistiken ist dokumentiert, dass es eine Lebensphase mit erhöhter Delinquenz – weit mehr bei Männern, als Mädchen, die sind dafür besser im Unterricht – tatsächlich gibt, die sich aber in den meisten Fällen zum Glück auch wieder rauswächst.

    Zu meiner Schulzeit im Ruhrgebiet (1963-1976) gab es in der Tat nicht wenig Brutalität auf den Schulhöfen. Ich entwickelte eine individuelle Technik, mich davon fernzuhalten, weil meine körperliche Konstitution mich andernfalls zu beständigen Niederlagen verurteilt hätte. Diese Kindheitserfahrung führte ich sogar 1975 erfolgreich bei meiner Kriegsdienstverweigerungs-Gewissenprüfung an (ich gewann nur knapp mit 2:1 Richterstimmen).

    Wenn ich zuhause über derartige Vorfälle jammerte, gingen die faktenermittelnden Fragen der Eltern immer in meine Richtung: was hatte ich falsch gemacht? Das war harte Realo-Politik. Denn Fehlverhalten meiner Mitschüler*innen oder Lehrer*innen konnten meine Eltern ja sowieso nicht beeinflussen. Heutige Mittelschichtseltern – meine waren erst im Begriff aus der Arbeiterklasse dorthin aufzusteigen, was sich auch in meiner Biografie dokumentiert – haben dagegen, ich weiss, das ist auch ein Klischee, nichts Eiligeres zu tun, als zum Rechtsanwalt zu laufen. und damit sich häufende Berufsunfähigkeit von Lehrer*inne*n und Erzieher*inne*n herbeizuführen.

    Das Gute am gegenwärtigen Klischee ist gewiss die stärkere empathische Anteilnahme der Eltern zugunsten ihrer Kinder. In meiner Kindheit war die Prügelstrafe noch gesetzlich zulässig – und üblich, in Schulen und Elternhäusern. Darum war das Prügeln auf den Schulhöfen ebenfalls normal – und kein Grund für ausgedehnte Reportagen in lokalen Medien.

    Und jetzt das.

    Die von mir als Feministin wertgeschätzte Meredith Haaf/SZ meldet in einem digital vermauerten Text in einer Münchner Zeitung von Berliner Schulhöfen: “Wieder homophobes Mobbing an einer Berliner Schule – Nach der Carl-Bolle-Grundschule muss sich nun auch die Rütli-Gemeinschaftsschule in Berlin mit schwulenfeindlichem Verhalten ihrer Schüler auseinandersetzen. Der Partner eines Lehrers soll beleidigt und bedroht worden sein.”

    Mobbing? In einer Schule? Wie ist das denn möglich? OK, zu meiner Zeit gab es all die asozialen digitalen Medien nicht. Und die Lokalredaktion des Monopolblattes WAZ war von faulen Säcken geleitet. Lokal-TV oder -Radio gab es überhaupt nicht. Nicht alles daran war besser so.

    Aber boah ey, bin ich froh, dass ich aus der Schule raus bin.

    Zum Gedenken an meinen langjährigen Schulleiter und Bündnispartner.

  35. Mehr als zwiespältig

    Seit Jahrzehnten betrachte ich das Medientreiben über angeblich zunehmende Brutalität unter Kindern und Jugendlichen. In der Regel ist es aufgebauschter Unsinn. Über dieserart “Jugend” wurde bekanntlich in allen Menschheitszeitaltern lamentiert. Und in Kriminalstatistiken ist dokumentiert, dass es eine Lebensphase mit erhöhter Delinquenz – weit mehr bei Männern, als Mädchen, die sind dafür besser im Unterricht – tatsächlich gibt, die sich aber in den meisten Fällen zum Glück auch wieder rauswächst.

    Zu meiner Schulzeit im Ruhrgebiet (1963-1976) gab es in der Tat nicht wenig Brutalität auf den Schulhöfen. Ich entwickelte eine individuelle Technik, mich davon fernzuhalten, weil meine körperliche Konstitution mich andernfalls zu beständigen Niederlagen verurteilt hätte. Diese Kindheitserfahrung führte ich sogar 1975 erfolgreich bei meiner Kriegsdienstverweigerungs-Gewissenprüfung an (ich gewann nur knapp mit 2:1 Richterstimmen).

    Wenn ich zuhause über derartige Vorfälle jammerte, gingen die faktenermittelnden Fragen der Eltern immer in meine Richtung: was hatte ich falsch gemacht? Das war harte Realo-Politik. Denn Fehlverhalten meiner Mitschüler*innen oder Lehrer*innen konnten meine Eltern ja sowieso nicht beeinflussen. Heutige Mittelschichtseltern – meine waren erst im Begriff aus der Arbeiterklasse dorthin aufzusteigen, was sich auch in meiner Biografie dokumentiert – haben dagegen, ich weiss, das ist auch ein Klischee, nichts Eiligeres zu tun, als zum Rechtsanwalt zu laufen. und damit sich häufende Berufsunfähigkeit von Lehrer*inne*n und Erzieher*inne*n herbeizuführen.

    Das Gute am gegenwärtigen Klischee ist gewiss die stärkere empathische Anteilnahme der Eltern zugunsten ihrer Kinder. In meiner Kindheit war die Prügelstrafe noch gesetzlich zulässig – und üblich, in Schulen und Elternhäusern. Darum war das Prügeln auf den Schulhöfen ebenfalls normal – und kein Grund für ausgedehnte Reportagen in lokalen Medien.

    Und jetzt das.

    Die von mir als Feministin wertgeschätzte Meredith Haaf/SZ meldet in einem digital vermauerten Text in einer Münchner Zeitung von Berliner Schulhöfen: “Wieder homophobes Mobbing an einer Berliner Schule – Nach der Carl-Bolle-Grundschule muss sich nun auch die Rütli-Gemeinschaftsschule in Berlin mit schwulenfeindlichem Verhalten ihrer Schüler auseinandersetzen. Der Partner eines Lehrers soll beleidigt und bedroht worden sein.”

    Mobbing? In einer Schule? Wie ist das denn möglich? OK, zu meiner Zeit gab es all die asozialen digitalen Medien nicht. Und die Lokalredaktion des Monopolblattes WAZ war von faulen Säcken geleitet. Lokal-TV oder -Radio gab es überhaupt nicht. Nicht alles daran war besser so.

    Aber boah ey, bin ich froh, dass ich aus der Schule raus bin.

    Zum Gedenken an meinen langjährigen Schulleiter und Bündnispartner.

  36. Abitur-Jahrgang verliert 10.000 Euro – Schülerin verdächtigt

    „Bitte helft uns“ Schülerin plündert Abikasse – 10.000 Euro weg 23.09.2025 – 15:56 UhrLesedauer: 2 Min. Abiturfeier mit…
    #Gelsenkirchen #Deutschland #Deutsch #DE #Schlagzeilen #Headlines #Nachrichten #News #Europe #Europa #EU #"Emscher" #100312364 #Abifeier #Abikasse #Abiturfeier #Abiturjahrgang #Anzahlung #DWD #Germany #Nordrhein-Westfalen #Polizei #Ruhrgebiet #Schule #T-Online #Unwetter #WAZ
    europesays.com/de/444970/

  37. Die #WAZ heute wieder ganz groß dabei mit ihren #PayWall Artikeln - nicht, dass sich noch ein Leser kostenfrei über das Wahlergebnis erkundigen möchte... das geht natürlich nicht!
    Leider gibt es nicht so viele Quellen für wirklich lokales und stadtteilbezogenes sonst würde ich den Kram schon gar nicht mehr aufrufen...

  38. Einbruch in Briefwahlzentrum für Kommunalwahl

    Kommunalwahl in NRW Einbruch in Briefwahlzentrum in Duisburg 14.09.2025 – 17:40 UhrLesedauer: 1 Min. Stimmzettel für die Brie…
    ##Duisburg Deutschland #Deutsch #DE #Schlagzeilen #Headlines #Nachrichten #News #Europe #Europa #EU #Duisburg #"Grundschule" #100312362 #Briefwahl #Briefwahlzentrum #Deutschland #Einbruch #GabiPriem #Germany #Kommunalwahl #Nordrhein-Westfalen #Polizei #Schule #Stimmzettel #Wahlbrief #WAZ
    europesays.com/de/422416/

  39. Negative Campaigning

    Der “Bärendienst” von Baerbock und Habeck für den NRW-Kommunalwahlkampf

    Tierfeindlich will ich hier nicht rüberkommen. Und vorausschicken, dass es in der WAZ-Gruppe einst einen ähnlichen Deal gegeben hat, wie jetzt im faschistennahen Murdoch-Clan. Als die starke und tapfere Anneliese Brost 2010 starb, liess sich ihre Erbengemeinschaft vom Funke-Clan herauskaufen. Dort schwingt jetzt Funke-Erbin Julia Becker das Zepter, und hat ihr Konzernmanagement kürzlich mit abgehalfterten CDU-Männern aufgefüllt. Wie kommichdrauf?

    5 Tage vor der NRW-Kommunalwahl, die zu über einem Drittel durch das Ruhrgebiet geprägt werden wird, der regionalen Heimat der Funke-Mediengruppe, erscheint dort eine Art Doppelporträt von Frau Baerbock und Herrn Habeck. Sie sind offenbar von Autor und Autorin sogar “gut gemeint” – was ihre Wirkung für die Grünen im Verbreitungsgebiet des Mediums eher noch verschlimmert.

    Lesen Sie gerne selbst.

    Christian Unger: Baerbock zur UN: Nur eine Etappe zum nächsten Karriereschritt? – Berlin. Die Noch-Außenministerin tritt heute ihren Job als Präsidentin der UN-Vollversammlung an. Aber hat sie ein ganz anderes Karriereziel?”

    Theresa Martus: Raus aus Deutschland: Das neue Leben des Robert Habeck – Berlin. Berkeley, Berliner Ensemble und ein Buch: Der Ex-Vizekanzler lässt die hauptberufliche Politik hinter sich. Doch er will weiter mitreden.”

    Beide Autor*inn*en arbeiten in der “Hauptstadttoilette” (zit. Friedrich Nowotny) Berlin. Nicht auszuschliessen, dass der Auftrag aus den Redaktionsstuben des Ruhrgebiets kam. Und die dortigen Chefs sind gerissen genug, diese Texte mal nicht in einer Paywall zu vermauern. Warum wohl? Ein unschönes Bild.

    Bei aller Kritik an ihrer Politik habe ich bei Baerbock und Habeck meistens bewundert, wie stark und effizient sie ihre öffentlichen Bilder inszeniert und kontrolliert haben. Wenn ich mal von Habeck in den arabischen Emiraten absehe. Die aktuellen Bilder von Baerbock in New York City in “reinstem Weiss” können mit diesem Timing nicht weiter von der Lebenswelt der Menschen im Ruhrpott entfernt sein. Ich unterstelle, sie selbst kalkuliert ausschliesslich ihre Performance auf dem Diplomaten-Parkett. Bei dem dortigen Smokingpublikum wird sie kaum besser reüssieren können, als sie es nun tut. Absolut rücksichtslos gegenüber ihren Parteifreund*inn*en, die verzweifelt versuchen, die faschistische AfD im Zaum zu halten.

    Das war ja wohl auch das Problem der Ampelpolitik.

    Es geht auch positiv

    Sind Fussballlehrer die besseren Medienberater? Das würde ich mit einem klaren “Nein!” beantworten. Der mich drauf gebracht hat, Christian Streich, ist ja deswegen berühmt und populär, weil er so eine radikale Ausnahmeerscheinung seines Berufsstandes darstellte. Und ausserdem die seltene Begabung bewies, aufzuhören, wenn es am schönsten ist.

    Jan-Frederik Wendt/FR: “Ex-Freiburg-Coach Streich diskutiert mit Rechten auf Campingplatz über Ängste”.

    Nehmen Sie noch Robert Misik/taz dazu, und machen Sie eine Kampagne. Aber achten Sie auf die Bilder!