#juliabecker — Public Fediverse posts
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Hier im Extradienst gibt es noch nicht mal Bilder. Nur Buchstaben. Emotionen sind zwar politisch relevant, tragen zur Sache und zur Problemlösung aber selten bei. Je seltener es wird, umso wichtiger: das Denken im und mit Verstand. Massenmacht und Berühmtheit ist damit nicht zu erreichen. Deutschlands Milliardär*inn*e*n, denen Noch-Massenmedien gehören, wissen das. Die sind ja nicht blöd. Obwohl …
Eine Idee gegen dieses fiese Internet ist ihnen in nunmehr über 30 Jahren noch nicht gekommen. Immer neue Tricks lassen sie ihre IT-Abteilungen ausdenken, die ihre Lage noch schlimmer machen. Ganz vorne dabei die Ippen-Gruppe, die online den Wert der einst politisch relevanten Frankfurter Rundschau seit 2018 konsequent ruiniert.
Konsequent flutet sie die Onlinepräsenz mit billiger KI und belegt in dieser Disziplin einen nationalen Spitzenplatz. Sehr mühselig ist es, in dieser Flut die letzten noch überlebenden – und ach so teuren – qualifizierten Autor*inn*en und Redakteur*inn*en aufzufinden, die noch echte Gedanken mitzuteilen haben. Zunächst muss eine Halde von Popuptrash zur Seite geräumt werden, um zu echten Texten durchzudringen. Und oohps, immer häufiger landet die*der Interessierte dann vor einer Bezahlmauer, die vorne nicht zu erkennen, also beim Teaser/Aufmacher nicht gekennzeichnet war. Aber der Click ist gezählt.
Die in der deutschen Zeitungsverlagswelt sich ausbreitenden Paywalls, die mittlerweile rund 90% des Textangebots gegen Leser*innen*schaft verteidigen sollen, sie schränken faktisch schlicht Informations- und Meinungsfreiheit ein, statt sie zu verteidigen. Wissen soll zahlenden Eliten vorbehalten bleiben. So stellen sich die Milliardär*inne*n ihren Kapitalismus vor. Derweil sich im nichtzahlenden Plebs, vornehmlich dem technikkompetenten jüngeren Teil, längst ausgebreitet hat, wie Mauern zu überwinden sind – übrigens auch bei Alterskontrollen. Auf den Schulhöfen wissen alle bescheid. In Lehrerzimmern, Parteibüros, Regierungen, EU-Komissionen dieser Welt dagegen … Daran scheitert jede Verbotsdebatte. Aber ich will nicht abschweifen.
Mich 69-jährigen nervt das unendlich, neben dem Schaden, den diese Debattenprävention der Demokratie (“vierte Gewalt” – haha) zufügt. Ich habe längst gelernt, wie ich durch die Bezahlmauern durchkomme. Aber es macht Arbeit. Ein wenig. Der Gewohnheits-Sofortismus bei der Netznutzung wird empfindlich gestört. Und ständig die Frage aufgeworfen: muss/will ich das wirklich lesen? In 80-90% der Fälle siegt die Mediendiät. Und es ist wieder Zeit gespart.
Die oben beschriebene schlechte Gewohnheit der verborgenen nicht gekennzeichneten Paywall hat nun auch die Funke-Mediengruppe der durch ihren scheinbar antioligarchischen Widerspruchsgeist verhaltensauffälligen Frau Becker eingeführt. Die Clicks sind die Währung für vorgebliche publizistische Relevanz und die noch verbliebenen Werbekunden. It’s the economy, stupid! Und das Sein bestimmt das Bewusstsein – auch und besonders bei Milliardär*inn*en.
Die grossen Räder werden woanders gedreht. Die FAZ berichtet – selbstverständlich hinter Paywall – über den fetten Datendiebstahl, den das Trump-Regime mit Infantinos Fifa mit ihrer kulissenschiebenden WM gemeinschaftlich begehen. Das “Telefonat” der Herren Trump und Infantino wurde offenbar absichtlich durchgestochen, um die ahnungslosen was-mit-Medien-Fuzzys zu beschäftigen. “Vierte Gewalt” – haha. Den FAZ-Text überlasse ich Ihnen gerne. Falls Sie nicht wissen, wie das geht … (und “nur für den persönlichen Gebrauch”!)
Zu Paywalls finden Sie das Wesentliche hier.
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Hier im Extradienst gibt es noch nicht mal Bilder. Nur Buchstaben. Emotionen sind zwar politisch relevant, tragen zur Sache und zur Problemlösung aber selten bei. Je seltener es wird, umso wichtiger: das Denken im und mit Verstand. Massenmacht und Berühmtheit ist damit nicht zu erreichen. Deutschlands Milliardär*inn*e*n, denen Noch-Massenmedien gehören, wissen das. Die sind ja nicht blöd. Obwohl …
Eine Idee gegen dieses fiese Internet ist ihnen in nunmehr über 30 Jahren noch nicht gekommen. Immer neue Tricks lassen sie ihre IT-Abteilungen ausdenken, die ihre Lage noch schlimmer machen. Ganz vorne dabei die Ippen-Gruppe, die online den Wert der einst politisch relevanten Frankfurter Rundschau seit 2018 konsequent ruiniert.
Konsequent flutet sie die Onlinepräsenz mit billiger KI und belegt in dieser Disziplin einen nationalen Spitzenplatz. Sehr mühselig ist es, in dieser Flut die letzten noch überlebenden – und ach so teuren – qualifizierten Autor*inn*en und Redakteur*inn*en aufzufinden, die noch echte Gedanken mitzuteilen haben. Zunächst muss eine Halde von Popuptrash zur Seite geräumt werden, um zu echten Texten durchzudringen. Und oohps, immer häufiger landet die*der Interessierte dann vor einer Bezahlmauer, die vorne nicht zu erkennen, also beim Teaser/Aufmacher nicht gekennzeichnet war. Aber der Click ist gezählt.
Die in der deutschen Zeitungsverlagswelt sich ausbreitenden Paywalls, die mittlerweile rund 90% des Textangebots gegen Leser*innen*schaft verteidigen sollen, sie schränken faktisch schlicht Informations- und Meinungsfreiheit ein, statt sie zu verteidigen. Wissen soll zahlenden Eliten vorbehalten bleiben. So stellen sich die Milliardär*inne*n ihren Kapitalismus vor. Derweil sich im nichtzahlenden Plebs, vornehmlich dem technikkompetenten jüngeren Teil, längst ausgebreitet hat, wie Mauern zu überwinden sind – übrigens auch bei Alterskontrollen. Auf den Schulhöfen wissen alle bescheid. In Lehrerzimmern, Parteibüros, Regierungen, EU-Komissionen dieser Welt dagegen … Daran scheitert jede Verbotsdebatte. Aber ich will nicht abschweifen.
Mich 69-jährigen nervt das unendlich, neben dem Schaden, den diese Debattenprävention der Demokratie (“vierte Gewalt” – haha) zufügt. Ich habe längst gelernt, wie ich durch die Bezahlmauern durchkomme. Aber es macht Arbeit. Ein wenig. Der Gewohnheits-Sofortismus bei der Netznutzung wird empfindlich gestört. Und ständig die Frage aufgeworfen: muss/will ich das wirklich lesen? In 80-90% der Fälle siegt die Mediendiät. Und es ist wieder Zeit gespart.
Die oben beschriebene schlechte Gewohnheit der verborgenen nicht gekennzeichneten Paywall hat nun auch die Funke-Mediengruppe der durch ihren scheinbar antioligarchischen Widerspruchsgeist verhaltensauffälligen Frau Becker eingeführt. Die Clicks sind die Währung für vorgebliche publizistische Relevanz und die noch verbliebenen Werbekunden. It’s the economy, stupid! Und das Sein bestimmt das Bewusstsein – auch und besonders bei Milliardär*inn*en.
Die grossen Räder werden woanders gedreht. Die FAZ berichtet – selbstverständlich hinter Paywall – über den fetten Datendiebstahl, den das Trump-Regime mit Infantinos Fifa mit ihrer kulissenschiebenden WM gemeinschaftlich begehen. Das “Telefonat” der Herren Trump und Infantino wurde offenbar absichtlich durchgestochen, um die ahnungslosen was-mit-Medien-Fuzzys zu beschäftigen. “Vierte Gewalt” – haha. Den FAZ-Text überlasse ich Ihnen gerne. Falls Sie nicht wissen, wie das geht … (und “nur für den persönlichen Gebrauch”!)
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Jetzt wird die Stimmung schlechter als die Lage – und Merz die Landtagswahlen im September nicht überstehen
Zur Kommunikation des Herrn Nagelsmann komme ich gleich noch. Aber wer berät die SPD-Vorsitzende (“schönster Job nach Papst”) Bärbel Bas? Sie weckt mich heute morgen mit dieser Aussage: “Wer arbeiten kann, muss sich um Arbeit bemühen”. Das ist nah dran an “Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen”. Und ich habe mich nochmal umgedreht. Ich war bewusst vor dem DFB-Desaster ins Bett gegangen.
Brasilien-Japan (2:1) hatte mir gereicht. Jogo bonito ist tot. Trotzdem ist Trump noch bei keinem Spiel aufgetaucht. Aber kommen wir zur deutschen Fussball-Innenpolitik zurück.
Anders als sein Vorgänger vor 20 Jahren Jürgen Klinsmann hat Julian Nagelsmann die kommunikativen Durchstecherei-Brücken zu den Revolverhelden des Springerkonzerns nicht abgebrochen. Zu spät bemerkte er diesen strategischen Fehler. Da hatten sie ihn schon im Schwitzkasten. Hätte er sich mal bei Berti Vogts erkundigt. Denn Dankbarkeit, Solidarität gar, gibt es im was-mit-Medien-Gewerbe nicht. Der Neoliberalismus hat es seit Jahrzehnten streng im Griff. Wo Murdochs und Döpfners oben schwimmen, sollten Männer mit Hirn (Frauen sowieso, Julia Becker tut es auch) sich lieber fernhalten.
Als Nagelsmann merkte, dass sie ihn dennoch in die umsatzträchtige Pfanne hauen, und die fachlich ahnungslosen und lerndesinteressierten sog. Fussballjournalisten anderer Konzerne den Springer-Aggressoren hinterherdackelten, reagierte er beleidigt und verkniffen, kehrte sein Besserwissen wie einen Schutzschild nach aussen – und machte damit alles noch schlimmer. Lucien Favre weiss, was ich meine, und hat sich von diesem Drecksgeschäft zurückgezogen. Wer ist beim DFB eigentlich für was-mit-Medien zuständig? Ist der leitende angestellte Fussballlehrer unberatbar?
Teambuilding ist unter diesen Umständen unmöglich
Die Spielerberaterkonzerne beeinflussen ihre Spieler mit der Strategie “Rette sich, wer kann” und ruiniere nicht deinen Marktwert. Vor, während und nach der WM warten die nächsten Vertragsverhandlungen. Und der dumme DFB versuchte der Öffentlichkeit tatsächlich weiszumachen, das Ausscheiden bei den zwei WMs zuvor habe an “zu viel Politik” gelegen. Noch ein Selbstbetrug. Er kann sich nun nach Herzenslust, darin den Grünen und anderen deutschen Parteien ähnlich, wieder mit sich selbst beschäftigen. Und macht dabei eine Figur, die der SPD seines Vorsitzenden auf fatale Weise ähnelt.
Der nach Selbstverständnis mitgliederstärkste Sportverband der Welt und die älteste Partei Deutschlands
Die sich von Merz, Reiche und Weimer durch die Arena ziehen lassenden, ähneln auf fatale Weise dem Neuendorf-geführten DFB, der brav “unpolitisch” dem Trump-Intimus Infantino hinterherdackelt, und die Norwegerin im Regen stehen lässt, wie die SPD ihre ehemaligen “Stammwähler*innen”. Beide haben sich damit längst selbst aus dem Spiel genommen.
Merz kann ungebremst sein Volk beschimpfen, wie es seine Auftraggeber aus dem verblendeten deutschen Grosskapital ihm aufgetragen haben. Er gräbt so selbst strategisch sein Grab, wie es die deutsche Autoindustrie schon getan hat. Das System Spahn wird ab heute in das Rennen um die Säge-WM einsteigen, den sicheren Sieg bei den Landtagswahlen im September vor Augen.
Sie brennen die “Brandmauer” nieder
Es wird alles sehr schnell gehen. Die Dramaturgie will es, dass am Anfang (6.9.) das beste Wahlergebnis deutscher Faschisten in der BRD stehen wird, bevor zwei Wochen später (20.9.) Berlin und MeckPom folgen. Es wird ihm dann gehen, wie jetzt Nagelsmann. Er wird getan haben, was ihm aufgegeben war, und dann beleidigt auf so viel Undankbarkeit reagieren.
Ergebnis: (fürstliche) Rente mit 71, im schönen Sauerland, oder ins US-Exil bei seinen Ex-Bossen von Blackrock? So jung wie der Kurze Österreicher ist er ja nicht mehr. 63 wäre die bessere Alternative gewesen. Für mich und für uns alle.
Dann steht die Frage: können deutsche Demokrat*inn*en noch Antifaschismus? Oder sind sie auch dazu unfähig? Theoretisch ein klare Mehrheit. Und praktisch auch dazu zu doof?
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Jetzt wird die Stimmung schlechter als die Lage – und Merz die Landtagswahlen im September nicht überstehen
Zur Kommunikation des Herrn Nagelsmann komme ich gleich noch. Aber wer berät die SPD-Vorsitzende (“schönster Job nach Papst”) Bärbel Bas? Sie weckt mich heute morgen mit dieser Aussage: “Wer arbeiten kann, muss sich um Arbeit bemühen”. Das ist nah dran an “Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen”. Und ich habe mich nochmal umgedreht. Ich war bewusst vor dem DFB-Desaster ins Bett gegangen.
Brasilien-Japan (2:1) hatte mir gereicht. Jogo bonito ist tot. Trotzdem ist Trump noch bei keinem Spiel aufgetaucht. Aber kommen wir zur deutschen Fussball-Innenpolitik zurück.
Anders als sein Vorgänger vor 20 Jahren Jürgen Klinsmann hat Julian Nagelsmann die kommunikativen Durchstecherei-Brücken zu den Revolverhelden des Springerkonzerns nicht abgebrochen. Zu spät bemerkte er diesen strategischen Fehler. Da hatten sie ihn schon im Schwitzkasten. Hätte er sich mal bei Berti Vogts erkundigt. Denn Dankbarkeit, Solidarität gar, gibt es im was-mit-Medien-Gewerbe nicht. Der Neoliberalismus hat es seit Jahrzehnten streng im Griff. Wo Murdochs und Döpfners oben schwimmen, sollten Männer mit Hirn (Frauen sowieso, Julia Becker tut es auch) sich lieber fernhalten.
Als Nagelsmann merkte, dass sie ihn dennoch in die umsatzträchtige Pfanne hauen, und die fachlich ahnungslosen und lerndesinteressierten sog. Fussballjournalisten anderer Konzerne den Springer-Aggressoren hinterherdackelten, reagierte er beleidigt und verkniffen, kehrte sein Besserwissen wie einen Schutzschild nach aussen – und machte damit alles noch schlimmer. Lucien Favre weiss, was ich meine, und hat sich von diesem Drecksgeschäft zurückgezogen. Wer ist beim DFB eigentlich für was-mit-Medien zuständig? Ist der leitende angestellte Fussballlehrer unberatbar?
Teambuilding ist unter diesen Umständen unmöglich
Die Spielerberaterkonzerne beeinflussen ihre Spieler mit der Strategie “Rette sich, wer kann” und ruiniere nicht deinen Marktwert. Vor, während und nach der WM warten die nächsten Vertragsverhandlungen. Und der dumme DFB versuchte der Öffentlichkeit tatsächlich weiszumachen, das Ausscheiden bei den zwei WMs zuvor habe an “zu viel Politik” gelegen. Noch ein Selbstbetrug. Er kann sich nun nach Herzenslust, darin den Grünen und anderen deutschen Parteien ähnlich, wieder mit sich selbst beschäftigen. Und macht dabei eine Figur, die der SPD seines Vorsitzenden auf fatale Weise ähnelt.
Der nach Selbstverständnis mitgliederstärkste Sportverband der Welt und die älteste Partei Deutschlands
Die sich von Merz, Reiche und Weimer durch die Arena ziehen lassenden, ähneln auf fatale Weise dem Neuendorf-geführten DFB, der brav “unpolitisch” dem Trump-Intimus Infantino hinterherdackelt, und die Norwegerin im Regen stehen lässt, wie die SPD ihre ehemaligen “Stammwähler*innen”. Beide haben sich damit längst selbst aus dem Spiel genommen.
Merz kann ungebremst sein Volk beschimpfen, wie es seine Auftraggeber aus dem verblendeten deutschen Grosskapital ihm aufgetragen haben. Er gräbt so selbst strategisch sein Grab, wie es die deutsche Autoindustrie schon getan hat. Das System Spahn wird ab heute in das Rennen um die Säge-WM einsteigen, den sicheren Sieg bei den Landtagswahlen im September vor Augen.
Sie brennen die “Brandmauer” nieder
Es wird alles sehr schnell gehen. Die Dramaturgie will es, dass am Anfang (6.9.) das beste Wahlergebnis deutscher Faschisten in der BRD stehen wird, bevor zwei Wochen später (20.9.) Berlin und MeckPom folgen. Es wird ihm dann gehen, wie jetzt Nagelsmann. Er wird getan haben, was ihm aufgegeben war, und dann beleidigt auf so viel Undankbarkeit reagieren.
Ergebnis: (fürstliche) Rente mit 71, im schönen Sauerland, oder ins US-Exil bei seinen Ex-Bossen von Blackrock? So jung wie der Kurze Österreicher ist er ja nicht mehr. 63 wäre die bessere Alternative gewesen. Für mich und für uns alle.
Dann steht die Frage: können deutsche Demokrat*inn*en noch Antifaschismus? Oder sind sie auch dazu unfähig? Theoretisch ein klare Mehrheit. Und praktisch auch dazu zu doof?
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Bei diesem Schlagwort drängt sich zunächst ein Hinweis auf den italienischen Zweig des Epstein-Netzwerkes auf, der dort derzeit kriminalistisch aufgearbeitet werden muss. Michael Braun/taz: “Ruby-Affäre in Italien: Lügen und Sexpartys in Uruguay – Nicole Minetti organisierte ‘Abendessen’ für Berlusconi und veruntreute Steuergelder. Zunächst wurde sie begnadigt. Doch nun kommen neue Details ans Licht.”
Legitime Vorfahren von Trump und Epstein
Die Aufmachung durch die taz weist treffend darauf hin, dass das gesellschaftspolitische Phänomen “Epstein” schon lange zuvor unter der Bezeichnung “Berlusconi” relevant war. Berlusconi als legitimer Mafia-Vorfahre der Figur Trump. Alle nur Repräsentanten, Figuren, Agenten, Angestellte eines toxischen Herrschaftssystems.
Wie soll es weitergehen?
Dazu gibt es recht konkrete Vorstellungen. Nachdem ich kürzlich hier schon auf das von Peter Thiel inspirierte Karp/Palantir-Manifest hingewiesen hatte, erschien jetzt bei der WAZ paywallfrei diese lesenswerte Kritik
Dirk Hautkapp: “Palantir: Tech-CEO verfällt in Größenwahn – und schreibt schräges Manifest – Washington. Alex Karps Manifest ist die Blaupause für eine postdemokratische Ordnung. Ein Datenkonzern als Vormund des Staates? Nein, danke!”
Es entbehrt nicht einer gewissen sarkastischen Komik, dass von Washington aus auf das Handeln deutscher Bundesländer hingewiesen werden muss. Die kluge Formulierung “Das klingt nach Verantwortung, ist aber eine Selbstermächtigung. Nicht gewählte Institutionen definieren hier den öffentlichen Auftrag, sondern private Akteure.” liesse sich auch auf deutsche Unternehmer- und Verleger*innen-Einlassungen anwenden. Das setzt sich in dieser umständlichen Formulierung fort (hier wurde mal wieder sichtbar am Lektorat in der Redaktion gespart): “Demokratie erscheint hier nicht mehr als Verfahren des mühseligen Ausgleichs von Interessen, sondern als Legitimation für die Durchsetzung, die Geld und Macht besitzen.” Das trifft nicht nur aufs Silicon Valley, sondern auch auf den Ruhrpott zu. “Ökonomisches Interesse und politische Forderung gehen eine Symbiose ein.” Geht doch 😉
Berliner Dämmerung
Soweit Kluges aus Washington. Und bei uns dämmert die nächste Bundesregierung hinweg? Meint nicht nur Küppi. Die WAZ hat in Unna SPD-Fraktionschef Miersch belauschen lassen, von dem manche meinen, ihn als Linken zu erinnern, ebenfalls paywallfrei:
Jonas Stein: “Miersch attackiert Merz: ‘So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen’ – Unna. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch stellt die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz infrage und spricht offen über Koalitionsprobleme.”
Ungläubig werde ich, wo der WAZ-Autor Miersch-Zitate aus der Rheinischen Post, der Konzernmutter des Bonner General-Anzeigers, die gewöhmlich fast alles digital vermauert, liefert. Lesen Sie mal das: “‘Dass es mal ruckelt, gehört dazu.’ Mit seinem Unions-Kollegen Jens Spahn (CDU) ringe er ‘in der Sache auch sehr hart’, aber sie hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres ‘eine feste Vertrauensbasis aufgebaut. Die ist sehr stabil’. Miersch betonte, die Koalition habe einiges auf den Weg gebracht, vom 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen über das Wehrdienstgesetz bis hin zur gemeinsamen Asylpolitik. ‘Jetzt gehen wir große Reformen an, die vorherige Regierungen nicht geschafft haben.'”
Immerhin sind die Umfragewerte der SPD damit hinreichend erklärt.
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Bei diesem Schlagwort drängt sich zunächst ein Hinweis auf den italienischen Zweig des Epstein-Netzwerkes auf, der dort derzeit kriminalistisch aufgearbeitet werden muss. Michael Braun/taz: “Ruby-Affäre in Italien: Lügen und Sexpartys in Uruguay – Nicole Minetti organisierte ‘Abendessen’ für Berlusconi und veruntreute Steuergelder. Zunächst wurde sie begnadigt. Doch nun kommen neue Details ans Licht.”
Legitime Vorfahren von Trump und Epstein
Die Aufmachung durch die taz weist treffend darauf hin, dass das gesellschaftspolitische Phänomen “Epstein” schon lange zuvor unter der Bezeichnung “Berlusconi” relevant war. Berlusconi als legitimer Mafia-Vorfahre der Figur Trump. Alle nur Repräsentanten, Figuren, Agenten, Angestellte eines toxischen Herrschaftssystems.
Wie soll es weitergehen?
Dazu gibt es recht konkrete Vorstellungen. Nachdem ich kürzlich hier schon auf das von Peter Thiel inspirierte Karp/Palantir-Manifest hingewiesen hatte, erschien jetzt bei der WAZ paywallfrei diese lesenswerte Kritik
Dirk Hautkapp: “Palantir: Tech-CEO verfällt in Größenwahn – und schreibt schräges Manifest – Washington. Alex Karps Manifest ist die Blaupause für eine postdemokratische Ordnung. Ein Datenkonzern als Vormund des Staates? Nein, danke!”
Es entbehrt nicht einer gewissen sarkastischen Komik, dass von Washington aus auf das Handeln deutscher Bundesländer hingewiesen werden muss. Die kluge Formulierung “Das klingt nach Verantwortung, ist aber eine Selbstermächtigung. Nicht gewählte Institutionen definieren hier den öffentlichen Auftrag, sondern private Akteure.” liesse sich auch auf deutsche Unternehmer- und Verleger*innen-Einlassungen anwenden. Das setzt sich in dieser umständlichen Formulierung fort (hier wurde mal wieder sichtbar am Lektorat in der Redaktion gespart): “Demokratie erscheint hier nicht mehr als Verfahren des mühseligen Ausgleichs von Interessen, sondern als Legitimation für die Durchsetzung, die Geld und Macht besitzen.” Das trifft nicht nur aufs Silicon Valley, sondern auch auf den Ruhrpott zu. “Ökonomisches Interesse und politische Forderung gehen eine Symbiose ein.” Geht doch 😉
Berliner Dämmerung
Soweit Kluges aus Washington. Und bei uns dämmert die nächste Bundesregierung hinweg? Meint nicht nur Küppi. Die WAZ hat in Unna SPD-Fraktionschef Miersch belauschen lassen, von dem manche meinen, ihn als Linken zu erinnern, ebenfalls paywallfrei:
Jonas Stein: “Miersch attackiert Merz: ‘So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen’ – Unna. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch stellt die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz infrage und spricht offen über Koalitionsprobleme.”
Ungläubig werde ich, wo der WAZ-Autor Miersch-Zitate aus der Rheinischen Post, der Konzernmutter des Bonner General-Anzeigers, die gewöhmlich fast alles digital vermauert, liefert. Lesen Sie mal das: “‘Dass es mal ruckelt, gehört dazu.’ Mit seinem Unions-Kollegen Jens Spahn (CDU) ringe er ‘in der Sache auch sehr hart’, aber sie hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres ‘eine feste Vertrauensbasis aufgebaut. Die ist sehr stabil’. Miersch betonte, die Koalition habe einiges auf den Weg gebracht, vom 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen über das Wehrdienstgesetz bis hin zur gemeinsamen Asylpolitik. ‘Jetzt gehen wir große Reformen an, die vorherige Regierungen nicht geschafft haben.'”
Immerhin sind die Umfragewerte der SPD damit hinreichend erklärt.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
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Legitime Vorfahren von Trump und Epstein
Die Aufmachung durch die taz weist treffend darauf hin, dass das gesellschaftspolitische Phänomen “Epstein” schon lange zuvor unter der Bezeichnung “Berlusconi” relevant war. Berlusconi als legitimer Mafia-Vorfahre der Figur Trump. Alle nur Repräsentanten, Figuren, Agenten, Angestellte eines toxischen Herrschaftssystems.
Wie soll es weitergehen?
Dazu gibt es recht konkrete Vorstellungen. Nachdem ich kürzlich hier schon auf das von Peter Thiel inspirierte Karp/Palantir-Manifest hingewiesen hatte, erschien jetzt bei der WAZ paywallfrei diese lesenswerte Kritik
Dirk Hautkapp: “Palantir: Tech-CEO verfällt in Größenwahn – und schreibt schräges Manifest – Washington. Alex Karps Manifest ist die Blaupause für eine postdemokratische Ordnung. Ein Datenkonzern als Vormund des Staates? Nein, danke!”
Es entbehrt nicht einer gewissen sarkastischen Komik, dass von Washington aus auf das Handeln deutscher Bundesländer hingewiesen werden muss. Die kluge Formulierung “Das klingt nach Verantwortung, ist aber eine Selbstermächtigung. Nicht gewählte Institutionen definieren hier den öffentlichen Auftrag, sondern private Akteure.” liesse sich auch auf deutsche Unternehmer- und Verleger*innen-Einlassungen anwenden. Das setzt sich in dieser umständlichen Formulierung fort (hier wurde mal wieder sichtbar am Lektorat in der Redaktion gespart): “Demokratie erscheint hier nicht mehr als Verfahren des mühseligen Ausgleichs von Interessen, sondern als Legitimation für die Durchsetzung, die Geld und Macht besitzen.” Das trifft nicht nur aufs Silicon Valley, sondern auch auf den Ruhrpott zu. “Ökonomisches Interesse und politische Forderung gehen eine Symbiose ein.” Geht doch 😉
Berliner Dämmerung
Soweit Kluges aus Washington. Und bei uns dämmert die nächste Bundesregierung hinweg? Meint nicht nur Küppi. Die WAZ hat in Unna SPD-Fraktionschef Miersch belauschen lassen, von dem manche meinen, ihn als Linken zu erinnern, ebenfalls paywallfrei:
Jonas Stein: “Miersch attackiert Merz: ‘So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen’ – Unna. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch stellt die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz infrage und spricht offen über Koalitionsprobleme.”
Ungläubig werde ich, wo der WAZ-Autor Miersch-Zitate aus der Rheinischen Post, der Konzernmutter des Bonner General-Anzeigers, die gewöhmlich fast alles digital vermauert, liefert. Lesen Sie mal das: “‘Dass es mal ruckelt, gehört dazu.’ Mit seinem Unions-Kollegen Jens Spahn (CDU) ringe er ‘in der Sache auch sehr hart’, aber sie hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres ‘eine feste Vertrauensbasis aufgebaut. Die ist sehr stabil’. Miersch betonte, die Koalition habe einiges auf den Weg gebracht, vom 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen über das Wehrdienstgesetz bis hin zur gemeinsamen Asylpolitik. ‘Jetzt gehen wir große Reformen an, die vorherige Regierungen nicht geschafft haben.'”
Immerhin sind die Umfragewerte der SPD damit hinreichend erklärt.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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Bei diesem Schlagwort drängt sich zunächst ein Hinweis auf den italienischen Zweig des Epstein-Netzwerkes auf, der dort derzeit kriminalistisch aufgearbeitet werden muss. Michael Braun/taz: “Ruby-Affäre in Italien: Lügen und Sexpartys in Uruguay – Nicole Minetti organisierte ‘Abendessen’ für Berlusconi und veruntreute Steuergelder. Zunächst wurde sie begnadigt. Doch nun kommen neue Details ans Licht.”
Legitime Vorfahren von Trump und Epstein
Die Aufmachung durch die taz weist treffend darauf hin, dass das gesellschaftspolitische Phänomen “Epstein” schon lange zuvor unter der Bezeichnung “Berlusconi” relevant war. Berlusconi als legitimer Mafia-Vorfahre der Figur Trump. Alle nur Repräsentanten, Figuren, Agenten, Angestellte eines toxischen Herrschaftssystems.
Wie soll es weitergehen?
Dazu gibt es recht konkrete Vorstellungen. Nachdem ich kürzlich hier schon auf das von Peter Thiel inspirierte Karp/Palantir-Manifest hingewiesen hatte, erschien jetzt bei der WAZ paywallfrei diese lesenswerte Kritik
Dirk Hautkapp: “Palantir: Tech-CEO verfällt in Größenwahn – und schreibt schräges Manifest – Washington. Alex Karps Manifest ist die Blaupause für eine postdemokratische Ordnung. Ein Datenkonzern als Vormund des Staates? Nein, danke!”
Es entbehrt nicht einer gewissen sarkastischen Komik, dass von Washington aus auf das Handeln deutscher Bundesländer hingewiesen werden muss. Die kluge Formulierung “Das klingt nach Verantwortung, ist aber eine Selbstermächtigung. Nicht gewählte Institutionen definieren hier den öffentlichen Auftrag, sondern private Akteure.” liesse sich auch auf deutsche Unternehmer- und Verleger*innen-Einlassungen anwenden. Das setzt sich in dieser umständlichen Formulierung fort (hier wurde mal wieder sichtbar am Lektorat in der Redaktion gespart): “Demokratie erscheint hier nicht mehr als Verfahren des mühseligen Ausgleichs von Interessen, sondern als Legitimation für die Durchsetzung, die Geld und Macht besitzen.” Das trifft nicht nur aufs Silicon Valley, sondern auch auf den Ruhrpott zu. “Ökonomisches Interesse und politische Forderung gehen eine Symbiose ein.” Geht doch 😉
Berliner Dämmerung
Soweit Kluges aus Washington. Und bei uns dämmert die nächste Bundesregierung hinweg? Meint nicht nur Küppi. Die WAZ hat in Unna SPD-Fraktionschef Miersch belauschen lassen, von dem manche meinen, ihn als Linken zu erinnern, ebenfalls paywallfrei:
Jonas Stein: “Miersch attackiert Merz: ‘So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen’ – Unna. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch stellt die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz infrage und spricht offen über Koalitionsprobleme.”
Ungläubig werde ich, wo der WAZ-Autor Miersch-Zitate aus der Rheinischen Post, der Konzernmutter des Bonner General-Anzeigers, die gewöhmlich fast alles digital vermauert, liefert. Lesen Sie mal das: “‘Dass es mal ruckelt, gehört dazu.’ Mit seinem Unions-Kollegen Jens Spahn (CDU) ringe er ‘in der Sache auch sehr hart’, aber sie hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres ‘eine feste Vertrauensbasis aufgebaut. Die ist sehr stabil’. Miersch betonte, die Koalition habe einiges auf den Weg gebracht, vom 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen über das Wehrdienstgesetz bis hin zur gemeinsamen Asylpolitik. ‘Jetzt gehen wir große Reformen an, die vorherige Regierungen nicht geschafft haben.'”
Immerhin sind die Umfragewerte der SPD damit hinreichend erklärt.
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Bei diesem Schlagwort drängt sich zunächst ein Hinweis auf den italienischen Zweig des Epstein-Netzwerkes auf, der dort derzeit kriminalistisch aufgearbeitet werden muss. Michael Braun/taz: “Ruby-Affäre in Italien: Lügen und Sexpartys in Uruguay – Nicole Minetti organisierte ‘Abendessen’ für Berlusconi und veruntreute Steuergelder. Zunächst wurde sie begnadigt. Doch nun kommen neue Details ans Licht.”
Legitime Vorfahren von Trump und Epstein
Die Aufmachung durch die taz weist treffend darauf hin, dass das gesellschaftspolitische Phänomen “Epstein” schon lange zuvor unter der Bezeichnung “Berlusconi” relevant war. Berlusconi als legitimer Mafia-Vorfahre der Figur Trump. Alle nur Repräsentanten, Figuren, Agenten, Angestellte eines toxischen Herrschaftssystems.
Wie soll es weitergehen?
Dazu gibt es recht konkrete Vorstellungen. Nachdem ich kürzlich hier schon auf das von Peter Thiel inspirierte Karp/Palantir-Manifest hingewiesen hatte, erschien jetzt bei der WAZ paywallfrei diese lesenswerte Kritik
Dirk Hautkapp: “Palantir: Tech-CEO verfällt in Größenwahn – und schreibt schräges Manifest – Washington. Alex Karps Manifest ist die Blaupause für eine postdemokratische Ordnung. Ein Datenkonzern als Vormund des Staates? Nein, danke!”
Es entbehrt nicht einer gewissen sarkastischen Komik, dass von Washington aus auf das Handeln deutscher Bundesländer hingewiesen werden muss. Die kluge Formulierung “Das klingt nach Verantwortung, ist aber eine Selbstermächtigung. Nicht gewählte Institutionen definieren hier den öffentlichen Auftrag, sondern private Akteure.” liesse sich auch auf deutsche Unternehmer- und Verleger*innen-Einlassungen anwenden. Das setzt sich in dieser umständlichen Formulierung fort (hier wurde mal wieder sichtbar am Lektorat in der Redaktion gespart): “Demokratie erscheint hier nicht mehr als Verfahren des mühseligen Ausgleichs von Interessen, sondern als Legitimation für die Durchsetzung, die Geld und Macht besitzen.” Das trifft nicht nur aufs Silicon Valley, sondern auch auf den Ruhrpott zu. “Ökonomisches Interesse und politische Forderung gehen eine Symbiose ein.” Geht doch 😉
Berliner Dämmerung
Soweit Kluges aus Washington. Und bei uns dämmert die nächste Bundesregierung hinweg? Meint nicht nur Küppi. Die WAZ hat in Unna SPD-Fraktionschef Miersch belauschen lassen, von dem manche meinen, ihn als Linken zu erinnern, ebenfalls paywallfrei:
Jonas Stein: “Miersch attackiert Merz: ‘So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen’ – Unna. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch stellt die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz infrage und spricht offen über Koalitionsprobleme.”
Ungläubig werde ich, wo der WAZ-Autor Miersch-Zitate aus der Rheinischen Post, der Konzernmutter des Bonner General-Anzeigers, die gewöhmlich fast alles digital vermauert, liefert. Lesen Sie mal das: “‘Dass es mal ruckelt, gehört dazu.’ Mit seinem Unions-Kollegen Jens Spahn (CDU) ringe er ‘in der Sache auch sehr hart’, aber sie hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres ‘eine feste Vertrauensbasis aufgebaut. Die ist sehr stabil’. Miersch betonte, die Koalition habe einiges auf den Weg gebracht, vom 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen über das Wehrdienstgesetz bis hin zur gemeinsamen Asylpolitik. ‘Jetzt gehen wir große Reformen an, die vorherige Regierungen nicht geschafft haben.'”
Immerhin sind die Umfragewerte der SPD damit hinreichend erklärt.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Und angeblich “seriöse” Medien rollen ihm immer wieder den Teppich aus
Frechheit siegt? Jedenfalls hat sich das Spahn heute um mein Aufwachen und meinen Adrenalinspiegel mehr verdient gemacht, als mein leistungsstarker Espresso. Wie hat er das geschafft? Ich unterstelle, dass für ihn diese Mühe gering ist. Er ist so, wie er ist. Alle wissen das. Aber warum kriechen sie als PR-Helfer*innen zu Kreuze, wie es sonst nur Gianni Infantino im Darm von Donald Trump macht?
Es tut mir ja leid, Sie mit Wiederholungen zu quälen. Aber es muss die Klassenfrage sein, die diese dubiosen Figuren vereint. Die Bossin, deren Leute dem Spahn den roten Teppich für seine Propaganda ausrollen, ist Julia Becker. Sie hat die Macht im einst mächtigen WAZ-Konzern geerbt. Viele Jahrzehnte gehörte er zwei Clans, den Brosts (SPD-nah) und den Funkes (CDU-nah). Milch und Honig flossen in beider Kassen. Im grössten deutschen Ballungsraum Ruhrpott und weit darüber hinaus eroberten sie sich mit den üblichen Mechanismen des Kapitalismus ein Zeitungsmonopol, Fluch und Segen zugleich.
Segen, weil sie unermesslich reich wurden. Fluch, weil es satt und doof machte. Wie ein schwerer Teppich legte sich ihre Medienmacht über den Ruhrpott, und trocknete seine intellektuellen Potenzen so wirkungsvoll aus (u.a. das, was dort früher als SPD bekannt war), dass die Region heute ein fruchtbarer Acker für Faschisten ist, und sich darin mit dem menschenleeren Sachsen-Anhalt (weniger als halb so viele Einwohner) messen kann. Als Witwe Brost verstorben war, nutzte der greise Günther Grotkamp das Fenster der Gelegenheit, die Brost-Erb*inn*en aus dem Laden rauszukaufen. Intrigenweltmeister Bodo Hombach wurde zum Geschäftsführer ihrer steuermindernden Stiftung. Ich will nicht lästern, die machen auch Gutes.
Grotkamp kaufte auch dem Springerkonzern u.a. einigen Trash an gedruckten Zeitungen und bunten Zeitschriften für das wachsende Senior*inn*enpublikum ab, mit der Absicht rentable Rationalisierungseffekte in der Herstellung zu erzielen. Es dauerte sehr lange, aber irgendwann musste auch er diese Welt verlassen. Und Julia Becker war die Gewinnerin des Erbes. Wieviel “Gewinn” das real bedeutet, muss angesichts heutiger Medienentwicklung offenbleiben. Ich gehe davon aus, dass die Dame intelligent genug ist, reich und mächtig zu bleiben, auch wenn ihr unternehmerisches Erbe in Unwetter gerät.
Ich bin sicher, dass sie sich insofern von neureichen Figuren wie dem Österreicher Benko unterscheidet. Dafür spricht ihre sehr bewusste PR-Profilierung gegen den trumpsympathisierenden Medienoligarchen und faktischen Springererben Mathias Döpfner. Aber ihre Klassenzugehörigkeit kann und will sie nicht verleugnen.
Und also schickt sie ihren von Springer übernommenen leitenden Angestellten Quoos und eine Berliner Ressortleiterin aus, dem Spahn einen Interviewteppich auszurollen. Dankenswerterweise digital eingemauert. Doch als Schlagzeile verkauft und von allen Machtmedien bereitwillig weiterverbreitet wird dieser Furz: „Wenn man 100 wird, kann man nicht mit Mitte 60 aufhören zu arbeiten“.
Muss der gerade sagen
Selbst der schon vergessene Andy Scheuer, der seinerzeit von Kabarettprogrammen gerne genommen wurde, war ein Waisenknabe, was die Schädigung von öffentlichem Reichtum und Infrastruktur betraf, im Vergleich zum zeitweiligen “Bundesgesundheitsminister”, den das Spahn 2018-21 zu Beginn des Ausbruchs der Coranakrise gab.
Er bewies damals, dass er keineswegs so doof ist, wie er aussieht, indem er finanzielle Fundamente für ein Netzwerk goss, in dem er – und eine nur scheinbare Witzfigur, die ehemalige Weinkönigin Klöckner – heute schwimmt, wie ein Fisch im Wasser. Dafür ist letztendlich dieses Premium-Interview mit einem Medium, das sich selbst immer weiter aus der Premiiumklasse entfernt hat, ein klassisches Dokument. In seiner ganzen Ambivalenz.
Er will den Kanzler beerben. Das hat er ausdrücklich nicht dementiert.
Ich bin weit entfernt, den Friedrich aus dem Sauerland deswegen nun als “kleineres Übel” zu betrachten. Im Gegenteil, er gehört ja politisch zu den aktiven Teppichausrollern, selbst für den Fall, dass er das subjektiv als erfahrener Gockel gar nicht will.
Wir müssen sie alle miteinander bekämpfen. Aber wer ist dafür eine organisierende Kraft?
Meine lange Nase für das Spahn
Ach übrigens, eh ichs vergesse, und weswegen ich eigentlich diesen Text angefangen habe. Mein Bergmannsvater ist mein Vorbild: er arbeitete als 18-jähriger auf dem Pütt, 1000m und mehr unter Tage. Mit 52 hörte er auf, mit 55 ging er in Rente. Knappschaftsrente! Und lebt (93). Das habe ich abgewandelt. Ich habe erst als 19-jähriger angefangen dauerhaft für (wenig) Geld zu arbeiten, erst mit 30 war ich sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Und schon mit 59 gelang es mir, damit aufzuhören (dank Wohnungserwerb = “private Vorsorge”). Einen rentensparenden Herzinfarkt habe ich letztes Jahr überlebt. Ich ziehe also in bester Tradition des – zu verteidigenden! – Sozialstaates dem Spahn eine lange Nase. Und berate meinen privaten Freund*inn*enkreis bis heute darin, wie ich das gemacht habe.
Es ist gerecht und befriedigend.
Dieser Text ist, dem Anlass angemessen, unsachlich und polemisch. Wenn Sie sachliche Informationen zur Rentenpolitik suchen, lesen Sie bei Roland Appel und Matthias W. Birkwald, langjähriger MdB, weiter. Oder beim Seniorenaufstand.
-
Und angeblich “seriöse” Medien rollen ihm immer wieder den Teppich aus
Frechheit siegt? Jedenfalls hat sich das Spahn heute um mein Aufwachen und meinen Adrenalinspiegel mehr verdient gemacht, als mein leistungsstarker Espresso. Wie hat er das geschafft? Ich unterstelle, dass für ihn diese Mühe gering ist. Er ist so, wie er ist. Alle wissen das. Aber warum kriechen sie als PR-Helfer*innen zu Kreuze, wie es sonst nur Gianni Infantino im Darm von Donald Trump macht?
Es tut mir ja leid, Sie mit Wiederholungen zu quälen. Aber es muss die Klassenfrage sein, die diese dubiosen Figuren vereint. Die Bossin, deren Leute dem Spahn den roten Teppich für seine Propaganda ausrollen, ist Julia Becker. Sie hat die Macht im einst mächtigen WAZ-Konzern geerbt. Viele Jahrzehnte gehörte er zwei Clans, den Brosts (SPD-nah) und den Funkes (CDU-nah). Milch und Honig flossen in beider Kassen. Im grössten deutschen Ballungsraum Ruhrpott und weit darüber hinaus eroberten sie sich mit den üblichen Mechanismen des Kapitalismus ein Zeitungsmonopol, Fluch und Segen zugleich.
Segen, weil sie unermesslich reich wurden. Fluch, weil es satt und doof machte. Wie ein schwerer Teppich legte sich ihre Medienmacht über den Ruhrpott, und trocknete seine intellektuellen Potenzen so wirkungsvoll aus (u.a. das, was dort früher als SPD bekannt war), dass die Region heute ein fruchtbarer Acker für Faschisten ist, und sich darin mit dem menschenleeren Sachsen-Anhalt (weniger als halb so viele Einwohner) messen kann. Als Witwe Brost verstorben war, nutzte der greise Günther Grotkamp das Fenster der Gelegenheit, die Brost-Erb*inn*en aus dem Laden rauszukaufen. Intrigenweltmeister Bodo Hombach wurde zum Geschäftsführer ihrer steuermindernden Stiftung. Ich will nicht lästern, die machen auch Gutes.
Grotkamp kaufte auch dem Springerkonzern u.a. einigen Trash an gedruckten Zeitungen und bunten Zeitschriften für das wachsende Senior*inn*enpublikum ab, mit der Absicht rentable Rationalisierungseffekte in der Herstellung zu erzielen. Es dauerte sehr lange, aber irgendwann musste auch er diese Welt verlassen. Und Julia Becker war die Gewinnerin des Erbes. Wieviel “Gewinn” das real bedeutet, muss angesichts heutiger Medienentwicklung offenbleiben. Ich gehe davon aus, dass die Dame intelligent genug ist, reich und mächtig zu bleiben, auch wenn ihr unternehmerisches Erbe in Unwetter gerät.
Ich bin sicher, dass sie sich insofern von neureichen Figuren wie dem Österreicher Benko unterscheidet. Dafür spricht ihre sehr bewusste PR-Profilierung gegen den trumpsypathisierenden Medienoligarchen und faktischen Springererben Mathias Döpfner. Aber ihre Klassenzugehörigkeit kann und will sie nicht verleugnen.
Und also schickt sie ihren von Springer übernommenen leitenden Angestellten Quoos und eine Berliner Ressortleiterin aus, dem Spahn einen Interviewteppich auszurollen. Dankenswerterweise digital eingemauert. Doch als Schlagzeile verkauft und von allen Machtmedien bereitwillig weiterverbreitet wird dieser Furz: „Wenn man 100 wird, kann man nicht mit Mitte 60 aufhören zu arbeiten“.
Muss der gerade sagen
Selbst der schon vergessene Andy Scheuer, der seinerzeit von Kabarettprogrammen gerne genommen wurde, war ein Waisenknabe, was die Schädigung von öffentlichem Reichtum und Infrastruktur betraf, im Vergleich zum zeitweiligen “Bundesgesundheitsminister”, den das Spahn 2018-21 zu Beginn des Ausbruchs der Coranakrise gab.
Er bewies damals, dass er keineswegs so doof ist, wie er aussieht, indem er finanzielle Fundamente für ein Netzwerk goss, in dem er – und eine nur scheinbare Witzfigur, die ehemalige Weinkönigin Klöckner – heute schwimmt, wie ein Fisch im Wasser. Dafür ist letztendlich dieses Premium-Interview mit einem Medium, das sich selbst immer weiter aus der Premiiumklasse entfernt hat, ein klassisches Dokument. In seiner ganzen Ambivalenz.
Er will den Kanzler beerben. Das hat er ausdrücklich nicht dementiert.
Ich bin weit entfernt, den Friedrich aus dem Sauerland deswegen nun als “kleineres Übel” zu betrachten. Im Gegenteil, er gehört ja politisch zu den aktiven Teppichausrollern, selbst für den Fall, dass er das subjektiv als erfahrener Gockel gar nicht will.
Wir müssen sie alle miteinander bekämpfen. Aber wer ist dafür eine organisierende Kraft?
Meine lange Nase für das Spahn
Ach übrigens, eh ichs vergesse, und weswegen ich eigentlich diesen Text angefangen habe. Mein Bergmannsvater ist mein Vorbild: er arbeitete als 18-jähriger auf dem Pütt, 1000m und mehr unter Tage. Mit 52 hörte er auf, mit 55 ging er in Rente. Knappschaftsrente! Und lebt (93). Das habe ich abgewandelt. Ich habe erst als 19-jähriger angefangen dauerhaft für (wenig) Geld zu arbeiten, erst mit 30 war ich sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Und schon mit 59 gelang es mir, damit aufzuhören (dank Wohnungserwerb = “private Vorsorge”). Einen rentensparenden Herzinfarkt habe ich letztes Jahr überlebt. Ich ziehe also in bester Tradition des – zu verteidigenden! – Sozialstaates dem Spahn eine lange Nase. Und berate meinen privaten Freund*inn*enkkreis bis heute darin, wie ich das gemacht habe.
Es ist gerecht und befriedigend.
Dieser Text ist, dem Anlass angemessen, unsachlich und polemisch. Wenn Sie sachliche Informationen zur Rentenpolitik suchen, lesen Sie bei Roland Appel und Matthias W. Birkwald, langjähriger MdB, weiter. Oder beim Seniorenaufstand.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
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Frechheit siegt? Jedenfalls hat sich das Spahn heute um mein Aufwachen und meinen Adrenalinspiegel mehr verdient gemacht, als mein leistungsstarker Espresso. Wie hat er das geschafft? Ich unterstelle, dass für ihn diese Mühe gering ist. Er ist so, wie er ist. Alle wissen das. Aber warum kriechen sie als PR-Helfer*innen zu Kreuze, wie es sonst nur Gianni Infantino im Darm von Donald Trump macht?
Es tut mir ja leid, Sie mit Wiederholungen zu quälen. Aber es muss die Klassenfrage sein, die diese dubiosen Figuren vereint. Die Bossin, deren Leute dem Spahn den roten Teppich für seine Propaganda ausrollen, ist Julia Becker. Sie hat die Macht im einst mächtigen WAZ-Konzern geerbt. Viele Jahrzehnte gehörte er zwei Clans, den Brosts (SPD-nah) und den Funkes (CDU-nah). Milch und Honig flossen in beider Kassen. Im grössten deutschen Ballungsraum Ruhrpott und weit darüber hinaus eroberten sie sich mit den üblichen Mechanismen des Kapitalismus ein Zeitungsmonopol, Fluch und Segen zugleich.
Segen, weil sie unermesslich reich wurden. Fluch, weil es satt und doof machte. Wie ein schwerer Teppich legte sich ihre Medienmacht über den Ruhrpott, und trocknete seine intellektuellen Potenzen so wirkungsvoll aus (u.a. das, was dort früher als SPD bekannt war), dass die Region heute ein fruchtbarer Acker für Faschisten ist, und sich darin mit dem menschenleeren Sachsen-Anhalt (weniger als halb so viele Einwohner) messen kann. Als Witwe Brost verstorben war, nutzte der greise Günther Grotkamp das Fenster der Gelegenheit, die Brost-Erb*inn*en aus dem Laden rauszukaufen. Intrigenweltmeister Bodo Hombach wurde zum Geschäftsführer ihrer steuermindernden Stiftung. Ich will nicht lästern, die machen auch Gutes.
Grotkamp kaufte auch dem Springerkonzern u.a. einigen Trash an gedruckten Zeitungen und bunten Zeitschriften für das wachsende Senior*inn*enpublikum ab, mit der Absicht rentable Rationalisierungseffekte in der Herstellung zu erzielen. Es dauerte sehr lange, aber irgendwann musste auch er diese Welt verlassen. Und Julia Becker war die Gewinnerin des Erbes. Wieviel “Gewinn” das real bedeutet, muss angesichts heutiger Medienentwicklung offenbleiben. Ich gehe davon aus, dass die Dame intelligent genug ist, reich und mächtig zu bleiben, auch wenn ihr unternehmerisches Erbe in Unwetter gerät.
Ich bin sicher, dass sie sich insofern von neureichen Figuren wie dem Österreicher Benko unterscheidet. Dafür spricht ihre sehr bewusste PR-Profilierung gegen den trumpsypathisierenden Medienoligarchen und faktischen Springererben Mathias Döpfner. Aber ihre Klassenzugehörigkeit kann und will sie nicht verleugnen.
Und also schickt sie ihren von Springer übernommenen leitenden Angestellten Quoos und eine Berliner Ressortleiterin aus, dem Spahn einen Interviewteppich auszurollen. Dankenswerterweise digital eingemauert. Doch als Schlagzeile verkauft und von allen Machtmedien bereitwillig weiterverbreitet wird dieser Furz: „Wenn man 100 wird, kann man nicht mit Mitte 60 aufhören zu arbeiten“.
Muss der gerade sagen
Selbst der schon vergessene Andy Scheuer, der seinerzeit von Kabarettprogrammen gerne genommen wurde, war ein Waisenknabe, was die Schädigung von öffentlichem Reichtum und Infrastruktur betraf, im Vergleich zum zeitweiligen “Bundesgesundheitsminister”, den das Spahn 2018-21 zu Beginn des Ausbruchs der Coranakrise gab.
Er bewies damals, dass er keineswegs so doof ist, wie er aussieht, indem er finanzielle Fundamente für ein Netzwerk goss, in dem er – und eine nur scheinbare Witzfigur, die ehemalige Weinkönigin Klöckner – heute schwimmt, wie ein Fisch im Wasser. Dafür ist letztendlich dieses Premium-Interview mit einem Medium, das sich selbst immer weiter aus der Premiiumklasse entfernt hat, ein klassisches Dokument. In seiner ganzen Ambivalenz.
Er will den Kanzler beerben. Das hat er ausdrücklich nicht dementiert.
Ich bin weit entfernt, den Friedrich aus dem Sauerland deswegen nun als “kleineres Übel” zu betrachten. Im Gegenteil, er gehört ja politisch zu den aktiven Teppichausrollern, selbst für den Fall, dass er das subjektiv als erfahrener Gockel gar nicht will.
Wir müssen sie alle miteinander bekämpfen. Aber wer ist dafür eine organisierende Kraft?
Meine lange Nase für das Spahn
Ach übrigens, eh ichs vergesse, und weswegen ich eigentlich diesen Text angefangen habe. Mein Bergmannsvater ist mein Vorbild: er arbeitete als 18-jähriger auf dem Pütt, 1000m und mehr unter Tage. Mit 52 hörte er auf, mit 55 ging er in Rente. Knappschaftsrente! Und lebt (93). Das habe ich abgewandelt. Ich habe erst als 19-jähriger angefangen dauerhaft für (wenig) Geld zu arbeiten, erst mit 30 war ich sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Und schon mit 59 gelang es mir, damit aufzuhören (dank Wohnungserwerb = “private Vorsorge”). Einen rentensparenden Herzinfarkt habe ich letztes Jahr überlebt. Ich ziehe also in bester Tradition des – zu verteidigenden! – Sozialstaates dem Spahn eine lange Nase. Und berate meinen privaten Freund*inn*enkkreis bis heute darin, wie ich das gemacht habe.
Es ist gerecht und befriedigend.
Dieser Text ist, dem Anlass angemessen, unsachlich und polemisch. Wenn Sie sachliche Informationen zur Rentenpolitik suchen, lesen Sie bei Roland Appel und Matthias W. Birkwald, langjähriger MdB, weiter. Oder beim Seniorenaufstand.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Und angeblich “seriöse” Medien rollen ihm immer wieder den Teppich aus
Frechheit siegt? Jedenfalls hat sich das Spahn heute um mein Aufwachen und meinen Adrenalinspiegel mehr verdient gemacht, als mein leistungsstarker Espresso. Wie hat er das geschafft? Ich unterstelle, dass für ihn diese Mühe gering ist. Er ist so, wie er ist. Alle wissen das. Aber warum kriechen sie als PR-Helfer*innen zu Kreuze, wie es sonst nur Gianni Infantino im Darm von Donald Trump macht?
Es tut mir ja leid, Sie mit Wiederholungen zu quälen. Aber es muss die Klassenfrage sein, die diese dubiosen Figuren vereint. Die Bossin, deren Leute dem Spahn den roten Teppich für seine Propaganda ausrollen, ist Julia Becker. Sie hat die Macht im einst mächtigen WAZ-Konzern geerbt. Viele Jahrzehnte gehörte er zwei Clans, den Brosts (SPD-nah) und den Funkes (CDU-nah). Milch und Honig flossen in beider Kassen. Im grössten deutschen Ballungsraum Ruhrpott und weit darüber hinaus eroberten sie sich mit den üblichen Mechanismen des Kapitalismus ein Zeitungsmonopol, Fluch und Segen zugleich.
Segen, weil sie unermesslich reich wurden. Fluch, weil es satt und doof machte. Wie ein schwerer Teppich legte sich ihre Medienmacht über den Ruhrpott, und trocknete seine intellektuellen Potenzen so wirkungsvoll aus (u.a. das, was dort früher als SPD bekannt war), dass die Region heute ein fruchtbarer Acker für Faschisten ist, und sich darin mit dem menschenleeren Sachsen-Anhalt (weniger als halb so viele Einwohner) messen kann. Als Witwe Brost verstorben war, nutzte der greise Günther Grotkamp das Fenster der Gelegenheit, die Brost-Erb*inn*en aus dem Laden rauszukaufen. Intrigenweltmeister Bodo Hombach wurde zum Geschäftsführer ihrer steuermindernden Stiftung. Ich will nicht lästern, die machen auch Gutes.
Grotkamp kaufte auch dem Springerkonzern u.a. einigen Trash an gedruckten Zeitungen und bunten Zeitschriften für das wachsende Senior*inn*enpublikum ab, mit der Absicht rentable Rationalisierungseffekte in der Herstellung zu erzielen. Es dauerte sehr lange, aber irgendwann musste auch er diese Welt verlassen. Und Julia Becker war die Gewinnerin des Erbes. Wieviel “Gewinn” das real bedeutet, muss angesichts heutiger Medienentwicklung offenbleiben. Ich gehe davon aus, dass die Dame intelligent genug ist, reich und mächtig zu bleiben, auch wenn ihr unternehmerisches Erbe in Unwetter gerät.
Ich bin sicher, dass sie sich insofern von neureichen Figuren wie dem Österreicher Benko unterscheidet. Dafür spricht ihre sehr bewusste PR-Profilierung gegen den trumpsympathisierenden Medienoligarchen und faktischen Springererben Mathias Döpfner. Aber ihre Klassenzugehörigkeit kann und will sie nicht verleugnen.
Und also schickt sie ihren von Springer übernommenen leitenden Angestellten Quoos und eine Berliner Ressortleiterin aus, dem Spahn einen Interviewteppich auszurollen. Dankenswerterweise digital eingemauert. Doch als Schlagzeile verkauft und von allen Machtmedien bereitwillig weiterverbreitet wird dieser Furz: „Wenn man 100 wird, kann man nicht mit Mitte 60 aufhören zu arbeiten“.
Muss der gerade sagen
Selbst der schon vergessene Andy Scheuer, der seinerzeit von Kabarettprogrammen gerne genommen wurde, war ein Waisenknabe, was die Schädigung von öffentlichem Reichtum und Infrastruktur betraf, im Vergleich zum zeitweiligen “Bundesgesundheitsminister”, den das Spahn 2018-21 zu Beginn des Ausbruchs der Coranakrise gab.
Er bewies damals, dass er keineswegs so doof ist, wie er aussieht, indem er finanzielle Fundamente für ein Netzwerk goss, in dem er – und eine nur scheinbare Witzfigur, die ehemalige Weinkönigin Klöckner – heute schwimmt, wie ein Fisch im Wasser. Dafür ist letztendlich dieses Premium-Interview mit einem Medium, das sich selbst immer weiter aus der Premiiumklasse entfernt hat, ein klassisches Dokument. In seiner ganzen Ambivalenz.
Er will den Kanzler beerben. Das hat er ausdrücklich nicht dementiert.
Ich bin weit entfernt, den Friedrich aus dem Sauerland deswegen nun als “kleineres Übel” zu betrachten. Im Gegenteil, er gehört ja politisch zu den aktiven Teppichausrollern, selbst für den Fall, dass er das subjektiv als erfahrener Gockel gar nicht will.
Wir müssen sie alle miteinander bekämpfen. Aber wer ist dafür eine organisierende Kraft?
Meine lange Nase für das Spahn
Ach übrigens, eh ichs vergesse, und weswegen ich eigentlich diesen Text angefangen habe. Mein Bergmannsvater ist mein Vorbild: er arbeitete als 18-jähriger auf dem Pütt, 1000m und mehr unter Tage. Mit 52 hörte er auf, mit 55 ging er in Rente. Knappschaftsrente! Und lebt (93). Das habe ich abgewandelt. Ich habe erst als 19-jähriger angefangen dauerhaft für (wenig) Geld zu arbeiten, erst mit 30 war ich sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Und schon mit 59 gelang es mir, damit aufzuhören (dank Wohnungserwerb = “private Vorsorge”). Einen rentensparenden Herzinfarkt habe ich letztes Jahr überlebt. Ich ziehe also in bester Tradition des – zu verteidigenden! – Sozialstaates dem Spahn eine lange Nase. Und berate meinen privaten Freund*inn*enkreis bis heute darin, wie ich das gemacht habe.
Es ist gerecht und befriedigend.
Dieser Text ist, dem Anlass angemessen, unsachlich und polemisch. Wenn Sie sachliche Informationen zur Rentenpolitik suchen, lesen Sie bei Roland Appel und Matthias W. Birkwald, langjähriger MdB, weiter. Oder beim Seniorenaufstand.
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Und angeblich “seriöse” Medien rollen ihm immer wieder den Teppich aus
Frechheit siegt? Jedenfalls hat sich das Spahn heute um mein Aufwachen und meinen Adrenalinspiegel mehr verdient gemacht, als mein leistungsstarker Espresso. Wie hat er das geschafft? Ich unterstelle, dass für ihn diese Mühe gering ist. Er ist so, wie er ist. Alle wissen das. Aber warum kriechen sie als PR-Helfer*innen zu Kreuze, wie es sonst nur Gianni Infantino im Darm von Donald Trump macht?
Es tut mir ja leid, Sie mit Wiederholungen zu quälen. Aber es muss die Klassenfrage sein, die diese dubiosen Figuren vereint. Die Bossin, deren Leute dem Spahn den roten Teppich für seine Propaganda ausrollen, ist Julia Becker. Sie hat die Macht im einst mächtigen WAZ-Konzern geerbt. Viele Jahrzehnte gehörte er zwei Clans, den Brosts (SPD-nah) und den Funkes (CDU-nah). Milch und Honig flossen in beider Kassen. Im grössten deutschen Ballungsraum Ruhrpott und weit darüber hinaus eroberten sie sich mit den üblichen Mechanismen des Kapitalismus ein Zeitungsmonopol, Fluch und Segen zugleich.
Segen, weil sie unermesslich reich wurden. Fluch, weil es satt und doof machte. Wie ein schwerer Teppich legte sich ihre Medienmacht über den Ruhrpott, und trocknete seine intellektuellen Potenzen so wirkungsvoll aus (u.a. das, was dort früher als SPD bekannt war), dass die Region heute ein fruchtbarer Acker für Faschisten ist, und sich darin mit dem menschenleeren Sachsen-Anhalt (weniger als halb so viele Einwohner) messen kann. Als Witwe Brost verstorben war, nutzte der greise Günther Grotkamp das Fenster der Gelegenheit, die Brost-Erb*inn*en aus dem Laden rauszukaufen. Intrigenweltmeister Bodo Hombach wurde zum Geschäftsführer ihrer steuermindernden Stiftung. Ich will nicht lästern, die machen auch Gutes.
Grotkamp kaufte auch dem Springerkonzern u.a. einigen Trash an gedruckten Zeitungen und bunten Zeitschriften für das wachsende Senior*inn*enpublikum ab, mit der Absicht rentable Rationalisierungseffekte in der Herstellung zu erzielen. Es dauerte sehr lange, aber irgendwann musste auch er diese Welt verlassen. Und Julia Becker war die Gewinnerin des Erbes. Wieviel “Gewinn” das real bedeutet, muss angesichts heutiger Medienentwicklung offenbleiben. Ich gehe davon aus, dass die Dame intelligent genug ist, reich und mächtig zu bleiben, auch wenn ihr unternehmerisches Erbe in Unwetter gerät.
Ich bin sicher, dass sie sich insofern von neureichen Figuren wie dem Österreicher Benko unterscheidet. Dafür spricht ihre sehr bewusste PR-Profilierung gegen den trumpsypathisierenden Medienoligarchen und faktischen Springererben Mathias Döpfner. Aber ihre Klassenzugehörigkeit kann und will sie nicht verleugnen.
Und also schickt sie ihren von Springer übernommenen leitenden Angestellten Quoos und eine Berliner Ressortleiterin aus, dem Spahn einen Interviewteppich auszurollen. Dankenswerterweise digital eingemauert. Doch als Schlagzeile verkauft und von allen Machtmedien bereitwillig weiterverbreitet wird dieser Furz: „Wenn man 100 wird, kann man nicht mit Mitte 60 aufhören zu arbeiten“.
Muss der gerade sagen
Selbst der schon vergessene Andy Scheuer, der seinerzeit von Kabarettprogrammen gerne genommen wurde, war ein Waisenknabe, was die Schädigung von öffentlichem Reichtum und Infrastruktur betraf, im Vergleich zum zeitweiligen “Bundesgesundheitsminister”, den das Spahn 2018-21 zu Beginn des Ausbruchs der Coranakrise gab.
Er bewies damals, dass er keineswegs so doof ist, wie er aussieht, indem er finanzielle Fundamente für ein Netzwerk goss, in dem er – und eine nur scheinbare Witzfigur, die ehemalige Weinkönigin Klöckner – heute schwimmt, wie ein Fisch im Wasser. Dafür ist letztendlich dieses Premium-Interview mit einem Medium, das sich selbst immer weiter aus der Premiiumklasse entfernt hat, ein klassisches Dokument. In seiner ganzen Ambivalenz.
Er will den Kanzler beerben. Das hat er ausdrücklich nicht dementiert.
Ich bin weit entfernt, den Friedrich aus dem Sauerland deswegen nun als “kleineres Übel” zu betrachten. Im Gegenteil, er gehört ja politisch zu den aktiven Teppichausrollern, selbst für den Fall, dass er das subjektiv als erfahrener Gockel gar nicht will.
Wir müssen sie alle miteinander bekämpfen. Aber wer ist dafür eine organisierende Kraft?
Meine lange Nase für das Spahn
Ach übrigens, eh ichs vergesse, und weswegen ich eigentlich diesen Text angefangen habe. Mein Bergmannsvater ist mein Vorbild: er arbeitete als 18-jähriger auf dem Pütt, 1000m und mehr unter Tage. Mit 52 hörte er auf, mit 55 ging er in Rente. Knappschaftsrente! Und lebt (93). Das habe ich abgewandelt. Ich habe erst als 19-jähriger angefangen dauerhaft für (wenig) Geld zu arbeiten, erst mit 30 war ich sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Und schon mit 59 gelang es mir, damit aufzuhören (dank Wohnungserwerb = “private Vorsorge”). Einen rentensparenden Herzinfarkt habe ich letztes Jahr überlebt. Ich ziehe also in bester Tradition des – zu verteidigenden! – Sozialstaates dem Spahn eine lange Nase. Und berate meinen privaten Freund*inn*enkkreis bis heute darin, wie ich das gemacht habe.
Es ist gerecht und befriedigend.
Dieser Text ist, dem Anlass angemessen, unsachlich und polemisch. Wenn Sie sachliche Informationen zur Rentenpolitik suchen, lesen Sie bei Roland Appel und Matthias W. Birkwald, langjähriger MdB, weiter. Oder beim Seniorenaufstand.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Der “Bärendienst” von Baerbock und Habeck für den NRW-Kommunalwahlkampf
Tierfeindlich will ich hier nicht rüberkommen. Und vorausschicken, dass es in der WAZ-Gruppe einst einen ähnlichen Deal gegeben hat, wie jetzt im faschistennahen Murdoch-Clan. Als die starke und tapfere Anneliese Brost 2010 starb, liess sich ihre Erbengemeinschaft vom Funke-Clan herauskaufen. Dort schwingt jetzt Funke-Erbin Julia Becker das Zepter, und hat ihr Konzernmanagement kürzlich mit abgehalfterten CDU-Männern aufgefüllt. Wie kommichdrauf?
5 Tage vor der NRW-Kommunalwahl, die zu über einem Drittel durch das Ruhrgebiet geprägt werden wird, der regionalen Heimat der Funke-Mediengruppe, erscheint dort eine Art Doppelporträt von Frau Baerbock und Herrn Habeck. Sie sind offenbar von Autor und Autorin sogar “gut gemeint” – was ihre Wirkung für die Grünen im Verbreitungsgebiet des Mediums eher noch verschlimmert.
Lesen Sie gerne selbst.
Christian Unger: “Baerbock zur UN: Nur eine Etappe zum nächsten Karriereschritt? – Berlin. Die Noch-Außenministerin tritt heute ihren Job als Präsidentin der UN-Vollversammlung an. Aber hat sie ein ganz anderes Karriereziel?”
Theresa Martus: “Raus aus Deutschland: Das neue Leben des Robert Habeck – Berlin. Berkeley, Berliner Ensemble und ein Buch: Der Ex-Vizekanzler lässt die hauptberufliche Politik hinter sich. Doch er will weiter mitreden.”
Beide Autor*inn*en arbeiten in der “Hauptstadttoilette” (zit. Friedrich Nowotny) Berlin. Nicht auszuschliessen, dass der Auftrag aus den Redaktionsstuben des Ruhrgebiets kam. Und die dortigen Chefs sind gerissen genug, diese Texte mal nicht in einer Paywall zu vermauern. Warum wohl? Ein unschönes Bild.
Bei aller Kritik an ihrer Politik habe ich bei Baerbock und Habeck meistens bewundert, wie stark und effizient sie ihre öffentlichen Bilder inszeniert und kontrolliert haben. Wenn ich mal von Habeck in den arabischen Emiraten absehe. Die aktuellen Bilder von Baerbock in New York City in “reinstem Weiss” können mit diesem Timing nicht weiter von der Lebenswelt der Menschen im Ruhrpott entfernt sein. Ich unterstelle, sie selbst kalkuliert ausschliesslich ihre Performance auf dem Diplomaten-Parkett. Bei dem dortigen Smokingpublikum wird sie kaum besser reüssieren können, als sie es nun tut. Absolut rücksichtslos gegenüber ihren Parteifreund*inn*en, die verzweifelt versuchen, die faschistische AfD im Zaum zu halten.
Das war ja wohl auch das Problem der Ampelpolitik.
Es geht auch positiv
Sind Fussballlehrer die besseren Medienberater? Das würde ich mit einem klaren “Nein!” beantworten. Der mich drauf gebracht hat, Christian Streich, ist ja deswegen berühmt und populär, weil er so eine radikale Ausnahmeerscheinung seines Berufsstandes darstellte. Und ausserdem die seltene Begabung bewies, aufzuhören, wenn es am schönsten ist.
Jan-Frederik Wendt/FR: “Ex-Freiburg-Coach Streich diskutiert mit Rechten auf Campingplatz über Ängste”.
Nehmen Sie noch Robert Misik/taz dazu, und machen Sie eine Kampagne. Aber achten Sie auf die Bilder!
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Der “Bärendienst” von Baerbock und Habeck für den NRW-Kommunalwahlkampf
Tierfeindlich will ich hier nicht rüberkommen. Und vorausschicken, dass es in der WAZ-Gruppe einst einen ähnlichen Deal gegeben hat, wie jetzt im faschistennahen Murdoch-Clan. Als die starke und tapfere Anneliese Brost 2010 starb, liess sich ihre Erbengemeinschaft vom Funke-Clan herauskaufen. Dort schwingt jetzt Funke-Erbin Julia Becker das Zepter, und hat ihr Konzernmanagement kürzlich mit abgehalfterten CDU-Männern aufgefüllt. Wie kommichdrauf?
5 Tage vor der NRW-Kommunalwahl, die zu über einem Drittel durch das Ruhrgebiet geprägt werden wird, der regionalen Heimat der Funke-Mediengruppe, erscheint dort eine Art Doppelporträt von Frau Baerbock und Herrn Habeck. Sie sind offenbar von Autor und Autorin sogar “gut gemeint” – was ihre Wirkung für die Grünen im Verbreitungsgebiet des Mediums eher noch verschlimmert.
Lesen Sie gerne selbst.
Christian Unger: “Baerbock zur UN: Nur eine Etappe zum nächsten Karriereschritt? – Berlin. Die Noch-Außenministerin tritt heute ihren Job als Präsidentin der UN-Vollversammlung an. Aber hat sie ein ganz anderes Karriereziel?”
Theresa Martus: “Raus aus Deutschland: Das neue Leben des Robert Habeck – Berlin. Berkeley, Berliner Ensemble und ein Buch: Der Ex-Vizekanzler lässt die hauptberufliche Politik hinter sich. Doch er will weiter mitreden.”
Beide Autor*inn*en arbeiten in der “Hauptstadttoilette” (zit. Friedrich Nowotny) Berlin. Nicht auszuschliessen, dass der Auftrag aus den Redaktionsstuben des Ruhrgebiets kam. Und die dortigen Chefs sind gerissen genug, diese Texte mal nicht in einer Paywall zu vermauern. Warum wohl? Ein unschönes Bild.
Bei aller Kritik an ihrer Politik habe ich bei Baerbock und Habeck meistens bewundert, wie stark und effizient sie ihre öffentlichen Bilder inszeniert und kontrolliert haben. Wenn ich mal von Habeck in den arabischen Emiraten absehe. Die aktuellen Bilder von Baerbock in New York City in “reinstem Weiss” können mit diesem Timing nicht weiter von der Lebenswelt der Menschen im Ruhrpott entfernt sein. Ich unterstelle, sie selbst kalkuliert ausschliesslich ihre Performance auf dem Diplomaten-Parkett. Bei dem dortigen Smokingpublikum wird sie kaum besser reüssieren können, als sie es nun tut. Absolut rücksichtslos gegenüber ihren Parteifreund*inn*en, die verzweifelt versuchen, die faschistische AfD im Zaum zu halten.
Das war ja wohl auch das Problem der Ampelpolitik.
Es geht auch positiv
Sind Fussballlehrer die besseren Medienberater? Das würde ich mit einem klaren “Nein!” beantworten. Der mich drauf gebracht hat, Christian Streich, ist ja deswegen berühmt und populär, weil er so eine radikale Ausnahmeerscheinung seines Berufsstandes darstellte. Und ausserdem die seltene Begabung bewies, aufzuhören, wenn es am schönsten ist.
Jan-Frederik Wendt/FR: “Ex-Freiburg-Coach Streich diskutiert mit Rechten auf Campingplatz über Ängste”.
Nehmen Sie noch Robert Misik/taz dazu, und machen Sie eine Kampagne. Aber achten Sie auf die Bilder!
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Schreckt die Überschrift Sie hinreichend ab?
Im Folgenden lasse ich Sie daran teilhaben, welche Texte mich heute klüger gemacht haben. Der Wichtigste zuerst.
Yanis Varoufakis/Project Syndicate: “Trump will Big Tech die Macht über den Dollar geben” Darum geht es Trump und seinen besten Freunden: aus den Kryptowährungen ein Kettenbriefsystem machen, in dem er (und seine Freunde) der ist, der sich “ganz oben” dumm und dämlich bereichert. Dass ich den Text überhaupt gefunden habe, liegt an den linksradikalen Miesepetern bei den nachdenkseiten, “Hinweise des Tages” – so viel Fairness muss sein. Die Kommentare zu den Links lassen sich überlesen …
Wie funktioniert diese Gangster-Systematik in der US-Regierung? Der hier in Bonn ansässige Schnellschreiber Uwe Kerkow/telepolis vermittelt dazu einen ebenso schnell zu lesenden prägnanten Eindruck und lässt dabei auch die inneren Widersprüche (= Schwachstellen) nicht aus: “Wie Silicon Valley und Pentagon zur Supermacht verschmelzen – Silicon Valley und das Pentagon gehen eine historische Allianz ein. Die Tech-Giganten liefern KI-Expertise, Washington bietet Geld und Macht. Doch zu welchem Preis?”
Um das Denken dieser Gangster besser zu verstehen, eignet sich folgender Text von Tilman Baumgärtel/Jungle World: “Elon Musk und anderen US-Rechten gilt Mitgefühl als selbstmörderisch: Fehler im System – Elon Musk und Ideologen des »Dark Enlightenment« wie der kanadische Marketingprofessor Gad Saad erklären das Mitgefühl zum neuesten »woke mind virus«: toxisch und selbstmörderisch.”
So dumm und dämlich können Medien funktionieren
Oliver Schott/Jungle World: “Eine Journalistenfloskel, die man nicht mehr hören kann: Politiker XY müsse jetzt ‘liefern’: Die Lieferer – Sprachkolumne. Was Journalisten bei der Politik bestellen.”
Zwei weitere Beispiele sind der Paywall von uebermedien entsprungen, und haben von ihrer schockierenden Brisanz leider nichts verloren:
Johanna Bernklau/uebermedien: “Reportage aus Erfurt: ‘Y-Kollektiv’ will sich Klischees genau anschauen, guckt aber dran vorbei – ‘Ausländer kriminell, Ossis rassistisch?’, fragt eine ARD-Doku. Doch statt Vorurteilen wirklich auf den Grund zu gehen, bleibt der Film oberflächlich. Auf ihrem Trip nach Erfurt fragt die Reporterin nicht ausreichend nach, sie ordnet nicht ein. Und lässt problematische Aussagen einfach so stehen.” Die Presenter-Pest – da ist sie wieder. Und die fragliche Dame war noch nicht mal aus dem dummen Westen zum Zoobesuch angereist, sondern – aus Leipzig.
Stefan Niggemeier macht die mächtigste Verlegerin NRWs nackig: “Wie ‘Der Westen’ mit Clickbait für Medienkritik wirbt – Das Funke-Clickbait-Portal ‘Der Westen’ führt Menschen mit einer Schlagzeile zu Friedrich Merz in die Irre. Aber vielleicht dient das alles ja nur dem angeblichen Traum von Verlegerin Julia Becker, eine medienkritische Gesellschaft zu fördern?”
Mehr Intelligenz
versammelt sich alljährlich bei der re:publica. Von den dortigen Diskursen gibt es lesenswerte Nachbereitungen, deren Meinung ich nicht in allen Punkten teile, die aber zur persönlichen Meinungs- und Weiterbildung gut geeignet sind, jedenfalls sich positiv vom dummen Gesülze über “die Digitalisierung” unterscheiden:
Christian Bartels/MDR-Altpapier: “Die Digitalsteuer-Debatte – … die der neue Kulturstaatsminister Weimer anzettelte, nimmt Fahrt auf. Digitalminister Wildberger legte auf zwei ausgesprochen unterschiedlichen Konferenzen erste Auftritte hin. Außerdem: ‘Das Gerät Radio wird vermutlich nicht überleben.'” Zum letztgenannten Punkt markiere ich meinen Dissens. Und Valerie Weber, Ex-WDR-Direktorin, halte ich nur für eine recht begrenzt taugliche Kronzeugin solcher Argumente.
Wie immer eine inhaltliche Fundgrube Thomas Knüwer: “re:publica 2025 – In der Zwischen-Zeit”.
Wohin das Rüstungskapital führen will
Das beschreibt Bojan Stojkovski/IPG-Journal ganz schamfrei und begeistert über die Ukraine: “Operation Startup – Die Ukraine entwickelt sich zum Epizentrum militärischer Innovation – und könnte Europas Verteidigung grundlegend verändern.”
Wenn dieses Gedöns hier durch die Luft fliegt, will ich tot sein.
Und wer tut was dagegen?
Es gibt jede Menge übliche Verdächtige. Aber auch die hier, die sich gegen ihre Diffamierung durch das “Leitmedium” Süddeutsche zu wehren wissen:
Jens Neusser/schwatzgelb: “Präsidentschaftswahl beim Ballspielverein Borussia 09 e.V.: Lügen, Unwahrheiten und andere Diffamierungen“.
Und hierzu jetzt Ihre intellektuelle Hausaufgabe: warum tut die SZ das? Warum hat sie das nötig? Und warum die, für deren Interessen sie hier ficht?
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Schreckt die Überschrift Sie hinreichend ab?
Im Folgenden lasse ich Sie daran teilhaben, welche Texte mich heute klüger gemacht haben. Der Wichtigste zuerst.
Yanis Varoufakis/Project Syndicate: “Trump will Big Tech die Macht über den Dollar geben” Darum geht es Trump und seinen besten Freunden: aus den Kryptowährungen ein Kettenbriefsystem machen, in dem er (und seine Freunde) der ist, der sich “ganz oben” dumm und dämlich bereichert. Dass ich den Text überhaupt gefunden habe, liegt an den linksradikalen Miesepetern bei den nachdenkseiten, “Hinweise des Tages” – so viel Fairness muss sein. Die Kommentare zu den Links lassen sich überlesen …
Wie funktioniert diese Gangster-Systematik in der US-Regierung? Der hier in Bonn ansässige Schnellschreiber Uwe Kerkow/telepolis vermittelt dazu einen ebenso schnell zu lesenden prägnanten Eindruck und lässt dabei auch die inneren Widersprüche (= Schwachstellen) nicht aus: “Wie Silicon Valley und Pentagon zur Supermacht verschmelzen – Silicon Valley und das Pentagon gehen eine historische Allianz ein. Die Tech-Giganten liefern KI-Expertise, Washington bietet Geld und Macht. Doch zu welchem Preis?”
Um das Denken dieser Gangster besser zu verstehen, eignet sich folgender Text von Tilman Baumgärtel/Jungle World: “Elon Musk und anderen US-Rechten gilt Mitgefühl als selbstmörderisch: Fehler im System – Elon Musk und Ideologen des »Dark Enlightenment« wie der kanadische Marketingprofessor Gad Saad erklären das Mitgefühl zum neuesten »woke mind virus«: toxisch und selbstmörderisch.”
So dumm und dämlich können Medien funktionieren
Oliver Schott/Jungle World: “Eine Journalistenfloskel, die man nicht mehr hören kann: Politiker XY müsse jetzt ‘liefern’: Die Lieferer – Sprachkolumne. Was Journalisten bei der Politik bestellen.”
Zwei weitere Beispiele sind der Paywall von uebermedien entsprungen, und haben von ihrer schockierenden Brisanz leider nichts verloren:
Johanna Bernklau/uebermedien: “Reportage aus Erfurt: ‘Y-Kollektiv’ will sich Klischees genau anschauen, guckt aber dran vorbei – ‘Ausländer kriminell, Ossis rassistisch?’, fragt eine ARD-Doku. Doch statt Vorurteilen wirklich auf den Grund zu gehen, bleibt der Film oberflächlich. Auf ihrem Trip nach Erfurt fragt die Reporterin nicht ausreichend nach, sie ordnet nicht ein. Und lässt problematische Aussagen einfach so stehen.” Die Presenter-Pest – da ist sie wieder. Und die fragliche Dame war noch nicht mal aus dem dummen Westen zum Zoobesuch angereist, sondern – aus Leipzig.
Stefan Niggemeier macht die mächtigste Verlegerin NRWs nackig: “Wie ‘Der Westen’ mit Clickbait für Medienkritik wirbt – Das Funke-Clickbait-Portal ‘Der Westen’ führt Menschen mit einer Schlagzeile zu Friedrich Merz in die Irre. Aber vielleicht dient das alles ja nur dem angeblichen Traum von Verlegerin Julia Becker, eine medienkritische Gesellschaft zu fördern?”
Mehr Intelligenz
versammelt sich alljährlich bei der re:publica. Von den dortigen Diskursen gibt es lesenswerte Nachbereitungen, deren Meinung ich nicht in allen Punkten teile, die aber zur persönlichen Meinungs- und Weiterbildung gut geeignet sind, jedenfalls sich positiv vom dummen Gesülze über “die Digitalisierung” unterscheiden:
Christian Bartels/MDR-Altpapier: “Die Digitalsteuer-Debatte – … die der neue Kulturstaatsminister Weimer anzettelte, nimmt Fahrt auf. Digitalminister Wildberger legte auf zwei ausgesprochen unterschiedlichen Konferenzen erste Auftritte hin. Außerdem: ‘Das Gerät Radio wird vermutlich nicht überleben.'” Zum letztgenannten Punkt markiere ich meinen Dissens. Und Valerie Weber, Ex-WDR-Direktorin, halte ich nur für eine recht begrenzt taugliche Kronzeugin solcher Argumente.
Wie immer eine inhaltliche Fundgrube Thomas Knüwer: “re:publica 2025 – In der Zwischen-Zeit”.
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Übermedien [€]: Wie #UseTheNews journalistisches Greenwashing betreibt
Die dpa-Medienkompetenzinitiative bekennt sich zu ihrer Verantwortung für seriösen Journalismus. Aber von unseriösen Praktiken distanziert sie sich nicht.
Wie #UseTheNews journalistisches Greenwashing betreibt | Übermedien -
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Kress: Ranking: Die 10 reichsten Verleger 2023
Wen das Manager Magazin in die Liste der 500 reichsten Deutschen aufgenommen hat - und wer die Gewinner und Verlierer sind.
Top 10: Die reichsten Verleger 2023 -
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Neues von den Oligarch*inn*en
An Hamburgs Hafenkante wächst ein Turm heran. Ob ihm – ökonomisch und metaphorisch gemeint – die Vollendung gelingt, ist zweifelhaft geworden. Ökonomisch könnte er einstürzen, wie die Kinder-Bauklötzchen. Und einen Bundeskanzler darunter begraben. Bauherr ist der Signa-Konzern des österreichischen Oligarchen René Benko. Dessen geschäftsmodell ist s […]
https://extradienst.net/2023/08/08/neues-von-den-oligarchinnen/
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Neues von den Oligarch*inn*en
Benko, Bertelsmann, Becker
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Pressevielfalt kann nicht aufatmen
Trotz des Todes von Günther Grotkamp (96) – Döpfner muss ihm auf ewig dankbar sein
Sollte es im Folgenden emotional und unfair werden, bitte ich vorweg um Entschuldigung. Es liegt u.a. daran, dass ich mit der WAZ lesen gelernt habe (Druckbuchstaben; Schreibschrift gabs bei “Lurchi, dem Salamander”, auch schon pleite). Mit den […]https://extradienst.net/2023/05/17/pressevielfalt-kann-nicht-aufatmen/
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Frauenhandel
Wenn Männer über Frauen handeln, was soll das schon Besseres rauskommen als das? Die Männer in den (öffentlichen) Medien stehen unter Druck, weil sie zu viel öffentliches Geld für Fussball der Herren zum Fenster rausgeschmissen haben. Da fügt es sich, bei den Frauen zu zeigen, dass sie ehrlich sparen wollen. Die Männer bei der Fifa sind, von Saudi-Arabien und […]
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Stürzt er?
Was würde in einer (Medien-)Welt ohne Mathias Döpfner besser?
Im Beueler Extradienst schimpfen und fluchen wir vorzugsweise über die Unprofessionalität von Politiker*inne*n. Weil einige von uns – Roland Appel und ich jedenfalls – selber welche waren. Ich lebte dabei in dem mglw. allzu marxistischen Kinderglauben, dass die Damen und […] -
Mediendämmerung
Jahreszeitgemäss dämmert es jeden Tag früher. Fangen wir ganz oben an, bei Deutschlands reichsten Verleger*inne*n. Schock! Die Hälfte der Genannten ist nicht mal Milliardär*in. Nach den seit dem 19. Jahrhundert geltenden Gesetzen des Raubtierkapitalismus werden sie also morgen oder nächste Woche von Jeff Bezos, Mark Zuckerberg oder Elon Musk – oder gar irgendeinem Chinesen oder Inder – gefressen. Und der Staat, der sie doch beschützen müsste? Wird von einer “Ampel” regiert. Das Ende ist also […]
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Mediendämmerung
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