#dirkhautkapp — Public Fediverse posts
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mit Update nachmittags
Dirk Hautkapp/Funke-Mediengruppe scheint wenig Freude daran zu haben. Ich dagegen meine: ein Versager im Amt eines Kriegsministers ist immer noch besser als ein Könner. “Ex-TV-Moderator: Pentagon im freien Fall: Warum Trump seinen ‘Demolition Man’ feuern muss – Trumps Verteidigungsminister Pete Hegseth entlässt Generäle, vertreibt Fachleute und schwächt Amerikas Militär. Er wird zum Sicherheitsrisiko.”
Eine weitere gute Nachricht hat die Funke-Mediengruppe per Clickbaiting-Betrug in ihrer Paywall vergraben. Es fehlt einem aber auch nichts, wenn es vor der Wand heisst: “Deadline Day: Transferausgaben: England enteilt weiter – wer außer Bayern soll da mithalten? – Sogar die englischen Aufsteiger werfen auf dem Transfermarkt mit Geld um sich. Das wird für die deutschen Klubs zunehmend zum Problem.”
2. gute Nachricht: Deutsche weniger bekloppt
Wenn ich Ihnen das mal übersetzen darf: die Deutschen sind weit weniger verrückt als die Engländer, was ihre Bereitschaft betrifft, ihr knappes Geld für überteuerte Pay-TV-Abos zu verbrennen. Denn das ist die Haupteinnahmequelle des Profifussballs (der Herren) – s. dazu Holger Gertz/SZ in der dortigen – Überraschung! – Paywall. Die verrückten Engländer ziehen darum überproportional verbrecherische Superreiche aus der ganzen Welt, darunter nicht wenige Todesstrafenverhänger, Kopfabschneider und Knochenzersäger, als Investoren an. Nicht jedem gefällt das. Dagegen hat der deutsche Fussball die “50+1-Regel” erfunden, die weniger von den in den Vereinen waltenden Oligarchen als von den radikalen Fans verteidigt wird. Und kürzlich auch dem Bundeskartellamt. Besser so als anders.
Das heisst noch lange nicht, dass es in irgendeiner Weise gerecht zugeht. Hier die Tabelle der Champions-League-Einnahmen. Und hier die entsprechende Bundesliga-Tabelle.
Mann nennt es Kapitalismus. Sport ist was Anderes.
Update nachmittags
Schadenfreude ist die schönste Freude: Immobilienkrise in Hamburger Millionärsvorort
In der FAZ/FAS-Paywall fand ich diese vergnügliche Geschichte von Karin Finkenzeller:
“Auf dieser Insel ist die Party vorbei – Angestachelt durch eine schier endlose Nachfrage wurden Häuser und Wohnungen auf Sylt auf Pump gebaut. Jetzt stehen Hunderte leer. Unternehmer gehen pleite – und manch Käufer wittert seine Chance.”
Sie und ich sollten diese Schadenfreude schnell geniessen, so lange die KI-Blase noch nicht geplatzt ist. Wenn das nämlich passiert, haben nicht mehr die Milliardär*inn*e*n dieser Welt den Schaden, weil die vorher Bescheid und ihr Vermögen in Sicherheit bekommen, sondern Sie und ich, und wer sonst im real existierenden Kapitalismus noch so doof ist, dass sie*er Steuern zahlt.
Den o.g. Text schicke ich Ihnen gerne auf Anforderung nichtgewerblich und “nur zum persönlichen Gebrauch” zu, wie auch einen digital vermauerten Text von Willi Winkler über eine neue Studie zu den Nazis im Staatsdienst der West-BRD bis hinauf ins Bundeskanzleramt.
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mit Update nachmittags
Dirk Hautkapp/Funke-Mediengruppe scheint wenig Freude daran zu haben. Ich dagegen meine: ein Versager im Amt eines Kriegsministers ist immer noch besser als ein Könner. “Ex-TV-Moderator: Pentagon im freien Fall: Warum Trump seinen ‘Demolition Man’ feuern muss – Trumps Verteidigungsminister Pete Hegseth entlässt Generäle, vertreibt Fachleute und schwächt Amerikas Militär. Er wird zum Sicherheitsrisiko.”
Eine weitere gute Nachricht hat die Funke-Mediengruppe per Clickbaiting-Betrug in ihrer Paywall vergraben. Es fehlt einem aber auch nichts, wenn es vor der Wand heisst: “Deadline Day: Transferausgaben: England enteilt weiter – wer außer Bayern soll da mithalten? – Sogar die englischen Aufsteiger werfen auf dem Transfermarkt mit Geld um sich. Das wird für die deutschen Klubs zunehmend zum Problem.”
2. gute Nachricht: Deutsche weniger bekloppt
Wenn ich Ihnen das mal übersetzen darf: die Deutschen sind weit weniger verrückt als die Engländer, was ihre Bereitschaft betrifft, ihr knappes Geld für überteuerte Pay-TV-Abos zu verbrennen. Denn das ist die Haupteinnahmequelle des Profifussballs (der Herren) – s. dazu Holger Gertz/SZ in der dortigen – Überraschung! – Paywall. Die verrückten Engländer ziehen darum überproportional verbrecherische Superreiche aus der ganzen Welt, darunter nicht wenige Todesstrafenverhänger, Kopfabschneider und Knochenzersäger, als Investoren an. Nicht jedem gefällt das. Dagegen hat der deutsche Fussball die “50+1-Regel” erfunden, die weniger von den in den Vereinen waltenden Oligarchen als von den radikalen Fans verteidigt wird. Und kürzlich auch dem Bundeskartellamt. Besser so als anders.
Das heisst noch lange nicht, dass es in irgendeiner Weise gerecht zugeht. Hier die Tabelle der Champions-League-Einnahmen. Und hier die entsprechende Bundesliga-Tabelle.
Mann nennt es Kapitalismus. Sport ist was Anderes.
Update nachmittags
Schadenfreude ist die schönste Freude: Immobilienkrise in Hamburger Millionärsvorort
In der FAZ/FAS-Paywall fand ich diese vergnügliche Geschichte von Karin Finkenzeller:
“Auf dieser Insel ist die Party vorbei – Angestachelt durch eine schier endlose Nachfrage wurden Häuser und Wohnungen auf Sylt auf Pump gebaut. Jetzt stehen Hunderte leer. Unternehmer gehen pleite – und manch Käufer wittert seine Chance.”
Sie und ich sollten diese Schadenfreude schnell geniessen, so lange die KI-Blase noch nicht geplatzt ist. Wenn das nämlich passiert, haben nicht mehr die Milliardär*inn*e*n dieser Welt den Schaden, weil die vorher Bescheid und ihr Vermögen in Sicherheit bekommen, sondern Sie und ich, und wer sonst im real existierenden Kapitalismus noch so doof ist, dass sie*er Steuern zahlt.
Den o.g. Text schicke ich Ihnen gerne auf Anforderung nichtgewerblich und “nur zum persönlichen Gebrauch” zu, wie auch einen digital vermauerten Text von Willi Winkler über eine neue Studie zu den Nazis im Staatsdienst der West-BRD bis hinauf ins Bundeskanzleramt.
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Dirk Hautkapp/WAZ bleibt eine zuverlässige und engagierte Informationsquelle.
“Geld stinkt doch: Epsteins willige Geldhelfer: Wie auch die Deutsche Bank den Sex-Straftäter hofierte – Washington. Welt-Banken predigen oft Compliance und Anstand. Bei Trumps Ex-Buddy Epstein zählte für JPMorgan & Co. offenbar vor allem der Kontostand.”
Mit seinem Text macht er auf den demokratischen Senator Ron Wyden aus Oregon aufmerksam. Oregon, das ist oben links auf der Karte, an der Westküste. Mr. Wyden ist auch nicht mehr ganz jung (77), seit 45 Jahren Kongressmitglied, aber offenbar immer noch sehr fleissig.
Und Überraschung: die Spur führt – mal wieder – zur Deutschen Bank. Mit dabei auch JP Morgan, die Freunde von Gianni Infantino. So viele Zufälle …
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Dirk Hautkapp/WAZ bleibt eine zuverlässige und engagierte Informationsquelle.
“Geld stinkt doch: Epsteins willige Geldhelfer: Wie auch die Deutsche Bank den Sex-Straftäter hofierte – Washington. Welt-Banken predigen oft Compliance und Anstand. Bei Trumps Ex-Buddy Epstein zählte für JPMorgan & Co. offenbar vor allem der Kontostand.”
Mit seinem Text macht er auf den demokratischen Senator Ron Wyden aus Oregon aufmerksam. Oregon, das ist oben links auf der Karte, an der Westküste. Mr. Wyden ist auch nicht mehr ganz jung (77), seit 45 Jahren Kongressmitglied, aber offenbar immer noch sehr fleissig.
Und Überraschung: die Spur führt – mal wieder – zur Deutschen Bank. Mit dabei auch JP Morgan, die Freunde von Gianni Infantino. So viele Zufälle …
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Wie es besser geht als bei den Bayern, das wussten wir im Ruhrpott schon, als ich dort aufwuchs (1957-1976). Gestern wussten es Mikel Arteta und der FC Arsenal des Trump-Finanziers Stan Kroenke. Sie zeigten, wie mann gegen die Qatar-Milliarden spielen muss. Schön ist was Anderes. Und ein aus Leverkusen zugewanderter angeblicher “Hoffnungsträger” liess sich im entscheidenden Moment, kurz vor dem Pausenpfiff intelligent freigespielt, abgrätschen.
Kurz vor dem Pausenpfiff hätte der Herr Havertz den Sack zumachen können. Aber soll mann nun lieber für ihn oder für ihn jubeln? Ich halte mich von beiden fern. Der Arsenal-Romantik, die Nick Hornby noch verbreitet hatte, war auch ich in der Wenger-Ära langjährig verfallen.
Dieser französische Fussballlehrer, der sich heute von Gianni Infantino aushalten lässt, hat in den 90ern die Spielkultur nach England gebracht. Ohne das wäre die Premier League sicher nicht die Geldscheiss-Maschine geworden, die sie heute ist. Wo solche Tore erzielt wurden, kann nicht alles falsch gewesen sein.
Der gestern knapp gescheiterte Arteta hat drei Jahre als Assistent von Josip Guardiola gelernt. Es muss eine Menge gewesen sein. Guardiola im Sold der Völkermörder aus Abu Dhabi ist in Manchester mal wieder ausgebrannt. Einer der besten Fussballer der Wenger-Ära, Cesc Fabregas, der in Como mit einem Haufen Kapital im Rücken erfolgreich gearbeitet hat, soll nun der heisseste Nachfolgekandidat sein. Es muss schon ein Angebot sein, “das man nicht ablehnen kann”, um aus dem idyllischen Städtchen am See nach Nordengland umzuziehen. Allein schon wegen der Küche käme das für mich nicht infrage.
Ich habe es nur vom Ruhrpott nach Bonn gebracht. Schlimmer als die Ruhrpott-SPD ist es jedenfalls nicht geworden. Und wo ist es schöner als hier?
Und jetzt bei Trumps und Infantinos WM zugucken? Gähn! Aus den USA häufen sich die Jammer-Meldungen aus der Tourismusbranche. Wer will denn da noch freiwillig hin? Von einem herrlichen Eigentor der Trump-Administration berichtet der unverwüstliche Dirk Hautkapp/WAZ:
“‘Verheerende Folgen’: Keine Einreise in WM-Städte? Trumps neue Drohung trifft Fans und Fifa – Heimatschutzminister droht demokratischen Gastgeberstädten mit Abzug von Grenzschützern. Für Fans könnte die Landung zum Problem werden.”
Das ist die Panik vor den Midterms-Wahlen Anfang November. Ob sie stattfinden? Fragen Sie nicht mich. Und ist Schadenfreude überhaupt angebracht? Wo ist der Unterschied zum EU-Europa, von leibhaftigen Bayern beherrscht?
Spannender als eine WM
Dann schauen Sie mal hier, was wir dank dieser Irren verpassen und verschenken:
3sat: “NANO Doku: Afrika – Power-Kontinent im Aufbruch – Afrika setzt auf Innovation, um globale Herausforderungen zu meistern – von nachhaltiger Futtermittelproduktion bis KI im Gesundheitswesen. Mit visionären Projekten wächst der Kontinent rasant und ist weltweit führend.” 4 Jahre verfügbar.
Oder schauen Sie mal hier, welche Kunst und politische Kreativität wir in Europa verpassen:
“Koloniales Erbe in Dakar – Das ‘Théodore Monod African Art Museum’ in Dakar stammt aus der französischen Kolonialzeit. Wie lässt sich Kunst aus diesem ethnologischen, kolonial geprägten Kontext befreien?” Verfügbar bis 3.8.
“Aufbruch in Kapstadt – Das MOCAA ist das weltweit größte Museum für afrikanische Gegenwartskunst. Auf über 6.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche erhalten afrikanische Künstlerinnen und Künstler eine eigenständige Plattform von Weltrang. Welche Visionen verfolgen die Kuratorinnen und Kuratoren? Was haben die Künstlerinnen und Künstler der Welt zu erzählen? Wer das Museum betritt gleitet abrupt in eine andere Dimension: Die Umgestaltung des 1921 erbauten und 57 Meter hohen Silokomplexes aus Beton ist beeindruckend.” Verfügbar bis 15.8.
Produziert wurden die letztgenannten beeindruckenden Stücke von denen hier. Gute Gründe für öffentlich-rechtliches TV. Danke.
Und viel spannender als eine WM.
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Wie es besser geht als bei den Bayern, das wussten wir im Ruhrpott schon, als ich dort aufwuchs (1957-1976). Gestern wussten es Mikel Arteta und der FC Arsenal des Trump-Finanziers Stan Kroenke. Sie zeigten, wie mann gegen die Qatar-Milliarden spielen muss. Schön ist was Anderes. Und ein aus Leverkusen zugewanderter angeblicher “Hoffnungsträger” liess sich im entscheidenden Moment, kurz vor dem Pausenpfiff intelligent freigespielt, abgrätschen.
Kurz vor dem Pausenpfiff hätte der Herr Havertz den Sack zumachen können. Aber soll mann nun lieber für ihn oder für ihn jubeln? Ich halte mich von beiden fern. Der Arsenal-Romantik, die Nick Hornby noch verbreitet hatte, war auch ich in der Wenger-Ära langjährig verfallen.
Dieser französische Fussballlehrer, der sich heute von Gianni Infantino aushalten lässt, hat in den 90ern die Spielkultur nach England gebracht. Ohne das wäre die Premier League sicher nicht die Geldscheiss-Maschine geworden, die sie heute ist. Wo solche Tore erzielt wurden, kann nicht alles falsch gewesen sein.
Der gestern knapp gescheiterte Arteta hat drei Jahre als Assistent von Josip Guardiola gelernt. Es muss eine Menge gewesen sein. Guardiola im Sold der Völkermörder aus Abu Dhabi ist in Manchester mal wieder ausgebrannt. Einer der besten Fussballer der Wenger-Ära, Cesc Fabregas, der in Como mit einem Haufen Kapital im Rücken erfolgreich gearbeitet hat, soll nun der heisseste Nachfolgekandidat sein. Es muss schon ein Angebot sein, “das man nicht ablehnen kann”, um aus dem idyllischen Städtchen am See nach Nordengland umzuziehen. Allein schon wegen der Küche käme das für mich nicht infrage.
Ich habe es nur vom Ruhrpott nach Bonn gebracht. Schlimmer als die Ruhrpott-SPD ist es jedenfalls nicht geworden. Und wo ist es schöner als hier?
Und jetzt bei Trumps und Infantinos WM zugucken? Gähn! Aus den USA häufen sich die Jammer-Meldungen aus der Tourismusbranche. Wer will denn da noch freiwillig hin? Von einem herrlichen Eigentor der Trump-Administration berichtet der unverwüstliche Dirk Hautkapp/WAZ:
“‘Verheerende Folgen’: Keine Einreise in WM-Städte? Trumps neue Drohung trifft Fans und Fifa – Heimatschutzminister droht demokratischen Gastgeberstädten mit Abzug von Grenzschützern. Für Fans könnte die Landung zum Problem werden.”
Das ist die Panik vor den Midterms-Wahlen Anfang November. Ob sie stattfinden? Fragen Sie nicht mich. Und ist Schadenfreude überhaupt angebracht? Wo ist der Unterschied zum EU-Europa, von leibhaftigen Bayern beherrscht?
Spannender als eine WM
Dann schauen Sie mal hier, was wir dank dieser Irren verpassen und verschenken:
3sat: “NANO Doku: Afrika – Power-Kontinent im Aufbruch – Afrika setzt auf Innovation, um globale Herausforderungen zu meistern – von nachhaltiger Futtermittelproduktion bis KI im Gesundheitswesen. Mit visionären Projekten wächst der Kontinent rasant und ist weltweit führend.” 4 Jahre verfügbar.
Oder schauen Sie mal hier, welche Kunst und politische Kreativität wir in Europa verpassen:
“Koloniales Erbe in Dakar – Das ‘Théodore Monod African Art Museum’ in Dakar stammt aus der französischen Kolonialzeit. Wie lässt sich Kunst aus diesem ethnologischen, kolonial geprägten Kontext befreien?” Verfügbar bis 3.8.
“Aufbruch in Kapstadt – Das MOCAA ist das weltweit größte Museum für afrikanische Gegenwartskunst. Auf über 6.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche erhalten afrikanische Künstlerinnen und Künstler eine eigenständige Plattform von Weltrang. Welche Visionen verfolgen die Kuratorinnen und Kuratoren? Was haben die Künstlerinnen und Künstler der Welt zu erzählen? Wer das Museum betritt gleitet abrupt in eine andere Dimension: Die Umgestaltung des 1921 erbauten und 57 Meter hohen Silokomplexes aus Beton ist beeindruckend.” Verfügbar bis 15.8.
Produziert wurden die letztgenannten beeindruckenden Stücke von denen hier. Gute Gründe für öffentlich-rechtliches TV. Danke.
Und viel spannender als eine WM.
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Bei diesem Schlagwort drängt sich zunächst ein Hinweis auf den italienischen Zweig des Epstein-Netzwerkes auf, der dort derzeit kriminalistisch aufgearbeitet werden muss. Michael Braun/taz: “Ruby-Affäre in Italien: Lügen und Sexpartys in Uruguay – Nicole Minetti organisierte ‘Abendessen’ für Berlusconi und veruntreute Steuergelder. Zunächst wurde sie begnadigt. Doch nun kommen neue Details ans Licht.”
Legitime Vorfahren von Trump und Epstein
Die Aufmachung durch die taz weist treffend darauf hin, dass das gesellschaftspolitische Phänomen “Epstein” schon lange zuvor unter der Bezeichnung “Berlusconi” relevant war. Berlusconi als legitimer Mafia-Vorfahre der Figur Trump. Alle nur Repräsentanten, Figuren, Agenten, Angestellte eines toxischen Herrschaftssystems.
Wie soll es weitergehen?
Dazu gibt es recht konkrete Vorstellungen. Nachdem ich kürzlich hier schon auf das von Peter Thiel inspirierte Karp/Palantir-Manifest hingewiesen hatte, erschien jetzt bei der WAZ paywallfrei diese lesenswerte Kritik
Dirk Hautkapp: “Palantir: Tech-CEO verfällt in Größenwahn – und schreibt schräges Manifest – Washington. Alex Karps Manifest ist die Blaupause für eine postdemokratische Ordnung. Ein Datenkonzern als Vormund des Staates? Nein, danke!”
Es entbehrt nicht einer gewissen sarkastischen Komik, dass von Washington aus auf das Handeln deutscher Bundesländer hingewiesen werden muss. Die kluge Formulierung “Das klingt nach Verantwortung, ist aber eine Selbstermächtigung. Nicht gewählte Institutionen definieren hier den öffentlichen Auftrag, sondern private Akteure.” liesse sich auch auf deutsche Unternehmer- und Verleger*innen-Einlassungen anwenden. Das setzt sich in dieser umständlichen Formulierung fort (hier wurde mal wieder sichtbar am Lektorat in der Redaktion gespart): “Demokratie erscheint hier nicht mehr als Verfahren des mühseligen Ausgleichs von Interessen, sondern als Legitimation für die Durchsetzung, die Geld und Macht besitzen.” Das trifft nicht nur aufs Silicon Valley, sondern auch auf den Ruhrpott zu. “Ökonomisches Interesse und politische Forderung gehen eine Symbiose ein.” Geht doch 😉
Berliner Dämmerung
Soweit Kluges aus Washington. Und bei uns dämmert die nächste Bundesregierung hinweg? Meint nicht nur Küppi. Die WAZ hat in Unna SPD-Fraktionschef Miersch belauschen lassen, von dem manche meinen, ihn als Linken zu erinnern, ebenfalls paywallfrei:
Jonas Stein: “Miersch attackiert Merz: ‘So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen’ – Unna. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch stellt die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz infrage und spricht offen über Koalitionsprobleme.”
Ungläubig werde ich, wo der WAZ-Autor Miersch-Zitate aus der Rheinischen Post, der Konzernmutter des Bonner General-Anzeigers, die gewöhmlich fast alles digital vermauert, liefert. Lesen Sie mal das: “‘Dass es mal ruckelt, gehört dazu.’ Mit seinem Unions-Kollegen Jens Spahn (CDU) ringe er ‘in der Sache auch sehr hart’, aber sie hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres ‘eine feste Vertrauensbasis aufgebaut. Die ist sehr stabil’. Miersch betonte, die Koalition habe einiges auf den Weg gebracht, vom 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen über das Wehrdienstgesetz bis hin zur gemeinsamen Asylpolitik. ‘Jetzt gehen wir große Reformen an, die vorherige Regierungen nicht geschafft haben.'”
Immerhin sind die Umfragewerte der SPD damit hinreichend erklärt.
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Bei diesem Schlagwort drängt sich zunächst ein Hinweis auf den italienischen Zweig des Epstein-Netzwerkes auf, der dort derzeit kriminalistisch aufgearbeitet werden muss. Michael Braun/taz: “Ruby-Affäre in Italien: Lügen und Sexpartys in Uruguay – Nicole Minetti organisierte ‘Abendessen’ für Berlusconi und veruntreute Steuergelder. Zunächst wurde sie begnadigt. Doch nun kommen neue Details ans Licht.”
Legitime Vorfahren von Trump und Epstein
Die Aufmachung durch die taz weist treffend darauf hin, dass das gesellschaftspolitische Phänomen “Epstein” schon lange zuvor unter der Bezeichnung “Berlusconi” relevant war. Berlusconi als legitimer Mafia-Vorfahre der Figur Trump. Alle nur Repräsentanten, Figuren, Agenten, Angestellte eines toxischen Herrschaftssystems.
Wie soll es weitergehen?
Dazu gibt es recht konkrete Vorstellungen. Nachdem ich kürzlich hier schon auf das von Peter Thiel inspirierte Karp/Palantir-Manifest hingewiesen hatte, erschien jetzt bei der WAZ paywallfrei diese lesenswerte Kritik
Dirk Hautkapp: “Palantir: Tech-CEO verfällt in Größenwahn – und schreibt schräges Manifest – Washington. Alex Karps Manifest ist die Blaupause für eine postdemokratische Ordnung. Ein Datenkonzern als Vormund des Staates? Nein, danke!”
Es entbehrt nicht einer gewissen sarkastischen Komik, dass von Washington aus auf das Handeln deutscher Bundesländer hingewiesen werden muss. Die kluge Formulierung “Das klingt nach Verantwortung, ist aber eine Selbstermächtigung. Nicht gewählte Institutionen definieren hier den öffentlichen Auftrag, sondern private Akteure.” liesse sich auch auf deutsche Unternehmer- und Verleger*innen-Einlassungen anwenden. Das setzt sich in dieser umständlichen Formulierung fort (hier wurde mal wieder sichtbar am Lektorat in der Redaktion gespart): “Demokratie erscheint hier nicht mehr als Verfahren des mühseligen Ausgleichs von Interessen, sondern als Legitimation für die Durchsetzung, die Geld und Macht besitzen.” Das trifft nicht nur aufs Silicon Valley, sondern auch auf den Ruhrpott zu. “Ökonomisches Interesse und politische Forderung gehen eine Symbiose ein.” Geht doch 😉
Berliner Dämmerung
Soweit Kluges aus Washington. Und bei uns dämmert die nächste Bundesregierung hinweg? Meint nicht nur Küppi. Die WAZ hat in Unna SPD-Fraktionschef Miersch belauschen lassen, von dem manche meinen, ihn als Linken zu erinnern, ebenfalls paywallfrei:
Jonas Stein: “Miersch attackiert Merz: ‘So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen’ – Unna. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch stellt die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz infrage und spricht offen über Koalitionsprobleme.”
Ungläubig werde ich, wo der WAZ-Autor Miersch-Zitate aus der Rheinischen Post, der Konzernmutter des Bonner General-Anzeigers, die gewöhmlich fast alles digital vermauert, liefert. Lesen Sie mal das: “‘Dass es mal ruckelt, gehört dazu.’ Mit seinem Unions-Kollegen Jens Spahn (CDU) ringe er ‘in der Sache auch sehr hart’, aber sie hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres ‘eine feste Vertrauensbasis aufgebaut. Die ist sehr stabil’. Miersch betonte, die Koalition habe einiges auf den Weg gebracht, vom 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen über das Wehrdienstgesetz bis hin zur gemeinsamen Asylpolitik. ‘Jetzt gehen wir große Reformen an, die vorherige Regierungen nicht geschafft haben.'”
Immerhin sind die Umfragewerte der SPD damit hinreichend erklärt.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Bei diesem Schlagwort drängt sich zunächst ein Hinweis auf den italienischen Zweig des Epstein-Netzwerkes auf, der dort derzeit kriminalistisch aufgearbeitet werden muss. Michael Braun/taz: “Ruby-Affäre in Italien: Lügen und Sexpartys in Uruguay – Nicole Minetti organisierte ‘Abendessen’ für Berlusconi und veruntreute Steuergelder. Zunächst wurde sie begnadigt. Doch nun kommen neue Details ans Licht.”
Legitime Vorfahren von Trump und Epstein
Die Aufmachung durch die taz weist treffend darauf hin, dass das gesellschaftspolitische Phänomen “Epstein” schon lange zuvor unter der Bezeichnung “Berlusconi” relevant war. Berlusconi als legitimer Mafia-Vorfahre der Figur Trump. Alle nur Repräsentanten, Figuren, Agenten, Angestellte eines toxischen Herrschaftssystems.
Wie soll es weitergehen?
Dazu gibt es recht konkrete Vorstellungen. Nachdem ich kürzlich hier schon auf das von Peter Thiel inspirierte Karp/Palantir-Manifest hingewiesen hatte, erschien jetzt bei der WAZ paywallfrei diese lesenswerte Kritik
Dirk Hautkapp: “Palantir: Tech-CEO verfällt in Größenwahn – und schreibt schräges Manifest – Washington. Alex Karps Manifest ist die Blaupause für eine postdemokratische Ordnung. Ein Datenkonzern als Vormund des Staates? Nein, danke!”
Es entbehrt nicht einer gewissen sarkastischen Komik, dass von Washington aus auf das Handeln deutscher Bundesländer hingewiesen werden muss. Die kluge Formulierung “Das klingt nach Verantwortung, ist aber eine Selbstermächtigung. Nicht gewählte Institutionen definieren hier den öffentlichen Auftrag, sondern private Akteure.” liesse sich auch auf deutsche Unternehmer- und Verleger*innen-Einlassungen anwenden. Das setzt sich in dieser umständlichen Formulierung fort (hier wurde mal wieder sichtbar am Lektorat in der Redaktion gespart): “Demokratie erscheint hier nicht mehr als Verfahren des mühseligen Ausgleichs von Interessen, sondern als Legitimation für die Durchsetzung, die Geld und Macht besitzen.” Das trifft nicht nur aufs Silicon Valley, sondern auch auf den Ruhrpott zu. “Ökonomisches Interesse und politische Forderung gehen eine Symbiose ein.” Geht doch 😉
Berliner Dämmerung
Soweit Kluges aus Washington. Und bei uns dämmert die nächste Bundesregierung hinweg? Meint nicht nur Küppi. Die WAZ hat in Unna SPD-Fraktionschef Miersch belauschen lassen, von dem manche meinen, ihn als Linken zu erinnern, ebenfalls paywallfrei:
Jonas Stein: “Miersch attackiert Merz: ‘So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen’ – Unna. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch stellt die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz infrage und spricht offen über Koalitionsprobleme.”
Ungläubig werde ich, wo der WAZ-Autor Miersch-Zitate aus der Rheinischen Post, der Konzernmutter des Bonner General-Anzeigers, die gewöhmlich fast alles digital vermauert, liefert. Lesen Sie mal das: “‘Dass es mal ruckelt, gehört dazu.’ Mit seinem Unions-Kollegen Jens Spahn (CDU) ringe er ‘in der Sache auch sehr hart’, aber sie hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres ‘eine feste Vertrauensbasis aufgebaut. Die ist sehr stabil’. Miersch betonte, die Koalition habe einiges auf den Weg gebracht, vom 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen über das Wehrdienstgesetz bis hin zur gemeinsamen Asylpolitik. ‘Jetzt gehen wir große Reformen an, die vorherige Regierungen nicht geschafft haben.'”
Immerhin sind die Umfragewerte der SPD damit hinreichend erklärt.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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Bei diesem Schlagwort drängt sich zunächst ein Hinweis auf den italienischen Zweig des Epstein-Netzwerkes auf, der dort derzeit kriminalistisch aufgearbeitet werden muss. Michael Braun/taz: “Ruby-Affäre in Italien: Lügen und Sexpartys in Uruguay – Nicole Minetti organisierte ‘Abendessen’ für Berlusconi und veruntreute Steuergelder. Zunächst wurde sie begnadigt. Doch nun kommen neue Details ans Licht.”
Legitime Vorfahren von Trump und Epstein
Die Aufmachung durch die taz weist treffend darauf hin, dass das gesellschaftspolitische Phänomen “Epstein” schon lange zuvor unter der Bezeichnung “Berlusconi” relevant war. Berlusconi als legitimer Mafia-Vorfahre der Figur Trump. Alle nur Repräsentanten, Figuren, Agenten, Angestellte eines toxischen Herrschaftssystems.
Wie soll es weitergehen?
Dazu gibt es recht konkrete Vorstellungen. Nachdem ich kürzlich hier schon auf das von Peter Thiel inspirierte Karp/Palantir-Manifest hingewiesen hatte, erschien jetzt bei der WAZ paywallfrei diese lesenswerte Kritik
Dirk Hautkapp: “Palantir: Tech-CEO verfällt in Größenwahn – und schreibt schräges Manifest – Washington. Alex Karps Manifest ist die Blaupause für eine postdemokratische Ordnung. Ein Datenkonzern als Vormund des Staates? Nein, danke!”
Es entbehrt nicht einer gewissen sarkastischen Komik, dass von Washington aus auf das Handeln deutscher Bundesländer hingewiesen werden muss. Die kluge Formulierung “Das klingt nach Verantwortung, ist aber eine Selbstermächtigung. Nicht gewählte Institutionen definieren hier den öffentlichen Auftrag, sondern private Akteure.” liesse sich auch auf deutsche Unternehmer- und Verleger*innen-Einlassungen anwenden. Das setzt sich in dieser umständlichen Formulierung fort (hier wurde mal wieder sichtbar am Lektorat in der Redaktion gespart): “Demokratie erscheint hier nicht mehr als Verfahren des mühseligen Ausgleichs von Interessen, sondern als Legitimation für die Durchsetzung, die Geld und Macht besitzen.” Das trifft nicht nur aufs Silicon Valley, sondern auch auf den Ruhrpott zu. “Ökonomisches Interesse und politische Forderung gehen eine Symbiose ein.” Geht doch 😉
Berliner Dämmerung
Soweit Kluges aus Washington. Und bei uns dämmert die nächste Bundesregierung hinweg? Meint nicht nur Küppi. Die WAZ hat in Unna SPD-Fraktionschef Miersch belauschen lassen, von dem manche meinen, ihn als Linken zu erinnern, ebenfalls paywallfrei:
Jonas Stein: “Miersch attackiert Merz: ‘So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen’ – Unna. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch stellt die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz infrage und spricht offen über Koalitionsprobleme.”
Ungläubig werde ich, wo der WAZ-Autor Miersch-Zitate aus der Rheinischen Post, der Konzernmutter des Bonner General-Anzeigers, die gewöhmlich fast alles digital vermauert, liefert. Lesen Sie mal das: “‘Dass es mal ruckelt, gehört dazu.’ Mit seinem Unions-Kollegen Jens Spahn (CDU) ringe er ‘in der Sache auch sehr hart’, aber sie hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres ‘eine feste Vertrauensbasis aufgebaut. Die ist sehr stabil’. Miersch betonte, die Koalition habe einiges auf den Weg gebracht, vom 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen über das Wehrdienstgesetz bis hin zur gemeinsamen Asylpolitik. ‘Jetzt gehen wir große Reformen an, die vorherige Regierungen nicht geschafft haben.'”
Immerhin sind die Umfragewerte der SPD damit hinreichend erklärt.
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Bei diesem Schlagwort drängt sich zunächst ein Hinweis auf den italienischen Zweig des Epstein-Netzwerkes auf, der dort derzeit kriminalistisch aufgearbeitet werden muss. Michael Braun/taz: “Ruby-Affäre in Italien: Lügen und Sexpartys in Uruguay – Nicole Minetti organisierte ‘Abendessen’ für Berlusconi und veruntreute Steuergelder. Zunächst wurde sie begnadigt. Doch nun kommen neue Details ans Licht.”
Legitime Vorfahren von Trump und Epstein
Die Aufmachung durch die taz weist treffend darauf hin, dass das gesellschaftspolitische Phänomen “Epstein” schon lange zuvor unter der Bezeichnung “Berlusconi” relevant war. Berlusconi als legitimer Mafia-Vorfahre der Figur Trump. Alle nur Repräsentanten, Figuren, Agenten, Angestellte eines toxischen Herrschaftssystems.
Wie soll es weitergehen?
Dazu gibt es recht konkrete Vorstellungen. Nachdem ich kürzlich hier schon auf das von Peter Thiel inspirierte Karp/Palantir-Manifest hingewiesen hatte, erschien jetzt bei der WAZ paywallfrei diese lesenswerte Kritik
Dirk Hautkapp: “Palantir: Tech-CEO verfällt in Größenwahn – und schreibt schräges Manifest – Washington. Alex Karps Manifest ist die Blaupause für eine postdemokratische Ordnung. Ein Datenkonzern als Vormund des Staates? Nein, danke!”
Es entbehrt nicht einer gewissen sarkastischen Komik, dass von Washington aus auf das Handeln deutscher Bundesländer hingewiesen werden muss. Die kluge Formulierung “Das klingt nach Verantwortung, ist aber eine Selbstermächtigung. Nicht gewählte Institutionen definieren hier den öffentlichen Auftrag, sondern private Akteure.” liesse sich auch auf deutsche Unternehmer- und Verleger*innen-Einlassungen anwenden. Das setzt sich in dieser umständlichen Formulierung fort (hier wurde mal wieder sichtbar am Lektorat in der Redaktion gespart): “Demokratie erscheint hier nicht mehr als Verfahren des mühseligen Ausgleichs von Interessen, sondern als Legitimation für die Durchsetzung, die Geld und Macht besitzen.” Das trifft nicht nur aufs Silicon Valley, sondern auch auf den Ruhrpott zu. “Ökonomisches Interesse und politische Forderung gehen eine Symbiose ein.” Geht doch 😉
Berliner Dämmerung
Soweit Kluges aus Washington. Und bei uns dämmert die nächste Bundesregierung hinweg? Meint nicht nur Küppi. Die WAZ hat in Unna SPD-Fraktionschef Miersch belauschen lassen, von dem manche meinen, ihn als Linken zu erinnern, ebenfalls paywallfrei:
Jonas Stein: “Miersch attackiert Merz: ‘So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen’ – Unna. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch stellt die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz infrage und spricht offen über Koalitionsprobleme.”
Ungläubig werde ich, wo der WAZ-Autor Miersch-Zitate aus der Rheinischen Post, der Konzernmutter des Bonner General-Anzeigers, die gewöhmlich fast alles digital vermauert, liefert. Lesen Sie mal das: “‘Dass es mal ruckelt, gehört dazu.’ Mit seinem Unions-Kollegen Jens Spahn (CDU) ringe er ‘in der Sache auch sehr hart’, aber sie hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres ‘eine feste Vertrauensbasis aufgebaut. Die ist sehr stabil’. Miersch betonte, die Koalition habe einiges auf den Weg gebracht, vom 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen über das Wehrdienstgesetz bis hin zur gemeinsamen Asylpolitik. ‘Jetzt gehen wir große Reformen an, die vorherige Regierungen nicht geschafft haben.'”
Immerhin sind die Umfragewerte der SPD damit hinreichend erklärt.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Die Aufmerksamkeitsökonomie und der Wal
Antonia Groß/MDR-Altpapier hat es raus: das Zum-Denken-Anregen. Oder was denken Sie hierzu?
“Der ‘Timmy-Krimi’ und der Verkauf von Hoffnung – Eine Woche lang berichten die Medien über einen in der Ostsee gestrandeten Buckelwal. Will er sterben, wer kann ihn retten? Die Debatte zeigt die mediale Sehnsucht nach eindeutigen Geschichten.”
Nach meiner unmassgeblichen unwissenschaftlichen Meinung war das Todesurteil für den Wal mit seinem Irrweg in die Ostsee gesprochen. Die ist nicht nur rettungslos überfischt, sondern auch vergiftet durch die Militärabfälle zweier Weltkriege und anschliessende Blockkonfrontation mit hemmungsloser Aufrüstung und Manövertätigkeit aller Anrainer (= militärisch-industrieller Komplex). So what? Lasst ihn sterben. Aber ich habe natürlich keine Ahnung.
Ich könnte stattdessen über den cleveren Verzicht Italiens auf die gefährliche WM-Teilnahme fachsimpeln, aber das wäre an dieser Stelle jetzt zu viel Fussball …
Wie machen es im Vergleich zu uns Ahnungslosen die Mächtigen? Davon vermittelt Dirk Hautkapp/WAZ eine Ahnung: “Kurze Leitung ins Oval Office – Trumps Nummer bekannt: Reporter rufen pausenlos an – der ‘plaudert drauflos’ – Der US-Präsident gibt immer wieder freimütig seine Nummer heraus. Bei nächtlichen Telefonaten spricht er ungehemmt und unzensiert über Details.”
Dä. Wer die Ahnungslosen sind, scheint mir damit noch nicht abschliessend geklärt.
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Die Aufmerksamkeitsökonomie und der Wal
Antonia Groß/MDR-Altpapier hat es raus: das Zum-Denken-Anregen. Oder was denken Sie hierzu?
“Der ‘Timmy-Krimi’ und der Verkauf von Hoffnung – Eine Woche lang berichten die Medien über einen in der Ostsee gestrandeten Buckelwal. Will er sterben, wer kann ihn retten? Die Debatte zeigt die mediale Sehnsucht nach eindeutigen Geschichten.”
Nach meiner unmassgeblichen unwissenschaftlichen Meinung war das Todesurteil für den Wal mit seinem Irrweg in die Ostsee gesprochen. Die ist nicht nur rettungslos überfischt, sondern auch vergiftet durch die Militärabfälle zweier Weltkriege und anschliessende Blockkonfrontation mit hemmungsloser Aufrüstung und Manövertätigkeit aller Anrainer (= militärisch-industrieller Komplex). So what? Lasst ihn sterben. Aber ich habe natürlich keine Ahnung.
Ich könnte stattdessen über den cleveren Verzicht Italiens auf die gefährliche WM-Teilnahme fachsimpeln, aber das wäre an dieser Stelle jetzt zu viel Fussball …
Wie machen es im Vergleich zu uns Ahnungslosen die Mächtigen? Davon vermittelt Dirk Hautkapp/WAZ eine Ahnung: “Kurze Leitung ins Oval Office – Trumps Nummer bekannt: Reporter rufen pausenlos an – der ‘plaudert drauflos’ – Der US-Präsident gibt immer wieder freimütig seine Nummer heraus. Bei nächtlichen Telefonaten spricht er ungehemmt und unzensiert über Details.”
Dä. Wer die Ahnungslosen sind, scheint mir damit noch nicht abschliessend geklärt.
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“Flood the zone with shit” – die angeblichen “Epstein-Files”
mit Update 24.12.
Das Beste, was ich bisher zum Fall Epstein gelesen habe, war von der linken US-Journalistin Whitney Webb. Die deutsche Übersetzung ihres Fünf- oder Sechsteilers kann ich online nicht mehr finden. Vielleicht ist sie zum Zwecke der Buchvermarktung verschwunden. Die ganze Story ist für Kapitalinteressen aller Art allzu verführerisch, als sie kostenfreier öffentlicher Transparenz auszusetzen. Prohibitive Vermarktung und “Verschwörungstheorien” reichen sich auf diese Weise die Hand, wie es ansonsten Kriegsherren tun.
Eine leuchtende Ausnahme bildet dieses Wochenende Dirk Hautkapp/Funke-Mediengruppe, den ich noch in den Nullerjahren als Lokaljournalisten (damals NRZ) schätzen gelernt habe. Ein durch und durch seriöser Kollege, der noch weiss, wie Journalismus geht. Und den seine Arbeitgeber, anders als fast alle andern, dieses eine Mal nicht digital zugemauert haben:
“Epstein-Akten enthalten brisante Aussage: Hätte das FBI ihn stoppen können? – Washington. Trump hatte versprochen, die Epstein-Akten komplett zu veröffentlichen. Kritiker sprechen nun von bewusster Verzögerung – und drohen mit Klagen.”
Die Antwort auf die Frage der Schlagzeile lautet schlicht: Ja. Und wirft die Frage auf, warum es nicht geschah. Auch darauf ist die Antwort klar und leicht: weil der Kerl zu wertvoll war, um ihm das Handwerk zu legen und im Knast verschwinden zu lassen. Dieses Interesse eint die “Sicherheitsbehörden”, diversen “Dienste” und diversen US-Präsidenten. Und diese intellektuell nicht sonderlich anspruchsvolle Erkenntnis bleibt eine Gefahr für Donald Trump. Er kann es nicht verbergen.
“Asymmetrische Demobilisierung” war ein Rezept von Angela Merkel. Wie wir heute wissen, hat sich das eher nicht bewährt, wenn es einer um Demokratie geht. Jetzt ist es verführerisch für die entleerte parlamentarische Opposition der US-Demokraten. Deren Führung sucht verzweifelt nach einer Alternative zu den Wahlsieger*inne*n Zohran Mamdani und Alexandria Ocasio-Cortez/AOC. Wenn die Trump-Fans beleidigt zuhause bleiben – wie es gewöhnlich eine klare Mehrheit der US-Wähler*innen tut – dann könnten sie sich eine eigene unkontrollierbare Mobilisierung ersparen. Und alle Herrschenden (Arte-Dreiteiler verfügbar bis 10.2.26) wären zufrieden.
Update 24.12.
Dirk Hautkapp/Funke-Mediengruppe setzt seine informative Berichterstattung fort.
“Zweite Tranche öffentlich: Neue Epstein-Akten: FBI-Vermerk bringt Donald Trump in Erklärungsnot – Justizministerium warnt vor ‘sensationslüsternen Behauptungen’. Epsteins Bruder: Es war Mord.”
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“Flood the zone with shit” – die angeblichen “Epstein-Files”
mit Update 24.12.
Das Beste, was ich bisher zum Fall Epstein gelesen habe, war von der linken US-Journalistin Whitney Webb. Die deutsche Übersetzung ihres Fünf- oder Sechsteilers kann ich online nicht mehr finden. Vielleicht ist sie zum Zwecke der Buchvermarktung verschwunden. Die ganze Story ist für Kapitalinteressen aller Art allzu verführerisch, als sie kostenfreier öffentlicher Transparenz auszusetzen. Prohibitive Vermarktung und “Verschwörungstheorien” reichen sich auf diese Weise die Hand, wie es ansonsten Kriegsherren tun.
Eine leuchtende Ausnahme bildet dieses Wochenende Dirk Hautkapp/Funke-Mediengruppe, den ich noch in den Nullerjahren als Lokaljournalisten (damals NRZ) schätzen gelernt habe. Ein durch und durch seriöser Kollege, der noch weiss, wie Journalismus geht. Und den seine Arbeitgeber, anders als fast alle andern, dieses eine Mal nicht digital zugemauert haben:
“Epstein-Akten enthalten brisante Aussage: Hätte das FBI ihn stoppen können? – Washington. Trump hatte versprochen, die Epstein-Akten komplett zu veröffentlichen. Kritiker sprechen nun von bewusster Verzögerung – und drohen mit Klagen.”
Die Antwort auf die Frage der Schlagzeile lautet schlicht: Ja. Und wirft die Frage auf, warum es nicht geschah. Auch darauf ist die Antwort klar und leicht: weil der Kerl zu wertvoll war, um ihm das Handwerk zu legen und im Knast verschwinden zu lassen. Dieses Interesse eint die “Sicherheitsbehörden”, diversen “Dienste” und diversen US-Präsidenten. Und diese intellektuell nicht sonderlich anspruchsvolle Erkenntnis bleibt eine Gefahr für Donald Trump. Er kann es nicht verbergen.
“Asymmetrische Demobilisierung” war ein Rezept von Angela Merkel. Wie wir heute wissen, hat sich das eher nicht bewährt, wenn es einer um Demokratie geht. Jetzt ist es verführerisch für die entleerte parlamentarische Opposition der US-Demokraten. Deren Führung sucht verzweifelt nach einer Alternative zu den Wahlsieger*inne*n Zohran Mamdani und Alexandria Ocasio-Cortez/AOC. Wenn die Trump-Fans beleidigt zuhause bleiben – wie es gewöhnlich eine klare Mehrheit der US-Wähler*innen tut – dann könnten sie sich eine eigene unkontrollierbare Mobilisierung ersparen. Und alle Herrschenden (Arte-Dreiteiler verfügbar bis 10.2.26) wären zufrieden.
Update 24.12.
Dirk Hautkapp/Funke-Mediengruppe setzt seine informative Berichterstattung fort.
“Zweite Tranche öffentlich: Neue Epstein-Akten: FBI-Vermerk bringt Donald Trump in Erklärungsnot – Justizministerium warnt vor ‘sensationslüsternen Behauptungen’. Epsteins Bruder: Es war Mord.”