#dirkhautkapp — Public Fediverse posts
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Bei diesem Schlagwort drängt sich zunächst ein Hinweis auf den italienischen Zweig des Epstein-Netzwerkes auf, der dort derzeit kriminalistisch aufgearbeitet werden muss. Michael Braun/taz: “Ruby-Affäre in Italien: Lügen und Sexpartys in Uruguay – Nicole Minetti organisierte ‘Abendessen’ für Berlusconi und veruntreute Steuergelder. Zunächst wurde sie begnadigt. Doch nun kommen neue Details ans Licht.”
Legitime Vorfahren von Trump und Epstein
Die Aufmachung durch die taz weist treffend darauf hin, dass das gesellschaftspolitische Phänomen “Epstein” schon lange zuvor unter der Bezeichnung “Berlusconi” relevant war. Berlusconi als legitimer Mafia-Vorfahre der Figur Trump. Alle nur Repräsentanten, Figuren, Agenten, Angestellte eines toxischen Herrschaftssystems.
Wie soll es weitergehen?
Dazu gibt es recht konkrete Vorstellungen. Nachdem ich kürzlich hier schon auf das von Peter Thiel inspirierte Karp/Palantir-Manifest hingewiesen hatte, erschien jetzt bei der WAZ paywallfrei diese lesenswerte Kritik
Dirk Hautkapp: “Palantir: Tech-CEO verfällt in Größenwahn – und schreibt schräges Manifest – Washington. Alex Karps Manifest ist die Blaupause für eine postdemokratische Ordnung. Ein Datenkonzern als Vormund des Staates? Nein, danke!”
Es entbehrt nicht einer gewissen sarkastischen Komik, dass von Washington aus auf das Handeln deutscher Bundesländer hingewiesen werden muss. Die kluge Formulierung “Das klingt nach Verantwortung, ist aber eine Selbstermächtigung. Nicht gewählte Institutionen definieren hier den öffentlichen Auftrag, sondern private Akteure.” liesse sich auch auf deutsche Unternehmer- und Verleger*innen-Einlassungen anwenden. Das setzt sich in dieser umständlichen Formulierung fort (hier wurde mal wieder sichtbar am Lektorat in der Redaktion gespart): “Demokratie erscheint hier nicht mehr als Verfahren des mühseligen Ausgleichs von Interessen, sondern als Legitimation für die Durchsetzung, die Geld und Macht besitzen.” Das trifft nicht nur aufs Silicon Valley, sondern auch auf den Ruhrpott zu. “Ökonomisches Interesse und politische Forderung gehen eine Symbiose ein.” Geht doch 😉
Berliner Dämmerung
Soweit Kluges aus Washington. Und bei uns dämmert die nächste Bundesregierung hinweg? Meint nicht nur Küppi. Die WAZ hat in Unna SPD-Fraktionschef Miersch belauschen lassen, von dem manche meinen, ihn als Linken zu erinnern, ebenfalls paywallfrei:
Jonas Stein: “Miersch attackiert Merz: ‘So kann man eigentlich kein Kanzleramt führen’ – Unna. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch stellt die Kanzlertauglichkeit von Friedrich Merz infrage und spricht offen über Koalitionsprobleme.”
Ungläubig werde ich, wo der WAZ-Autor Miersch-Zitate aus der Rheinischen Post, der Konzernmutter des Bonner General-Anzeigers, die gewöhmlich fast alles digital vermauert, liefert. Lesen Sie mal das: “‘Dass es mal ruckelt, gehört dazu.’ Mit seinem Unions-Kollegen Jens Spahn (CDU) ringe er ‘in der Sache auch sehr hart’, aber sie hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres ‘eine feste Vertrauensbasis aufgebaut. Die ist sehr stabil’. Miersch betonte, die Koalition habe einiges auf den Weg gebracht, vom 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen über das Wehrdienstgesetz bis hin zur gemeinsamen Asylpolitik. ‘Jetzt gehen wir große Reformen an, die vorherige Regierungen nicht geschafft haben.'”
Immerhin sind die Umfragewerte der SPD damit hinreichend erklärt.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
“Flood the zone with shit” – die angeblichen “Epstein-Files”
mit Update 24.12.
Das Beste, was ich bisher zum Fall Epstein gelesen habe, war von der linken US-Journalistin Whitney Webb. Die deutsche Übersetzung ihres Fünf- oder Sechsteilers kann ich online nicht mehr finden. Vielleicht ist sie zum Zwecke der Buchvermarktung verschwunden. Die ganze Story ist für Kapitalinteressen aller Art allzu verführerisch, als sie kostenfreier öffentlicher Transparenz auszusetzen. Prohibitive Vermarktung und “Verschwörungstheorien” reichen sich auf diese Weise die Hand, wie es ansonsten Kriegsherren tun.
Eine leuchtende Ausnahme bildet dieses Wochenende Dirk Hautkapp/Funke-Mediengruppe, den ich noch in den Nullerjahren als Lokaljournalisten (damals NRZ) schätzen gelernt habe. Ein durch und durch seriöser Kollege, der noch weiss, wie Journalismus geht. Und den seine Arbeitgeber, anders als fast alle andern, dieses eine Mal nicht digital zugemauert haben:
“Epstein-Akten enthalten brisante Aussage: Hätte das FBI ihn stoppen können? – Washington. Trump hatte versprochen, die Epstein-Akten komplett zu veröffentlichen. Kritiker sprechen nun von bewusster Verzögerung – und drohen mit Klagen.”
Die Antwort auf die Frage der Schlagzeile lautet schlicht: Ja. Und wirft die Frage auf, warum es nicht geschah. Auch darauf ist die Antwort klar und leicht: weil der Kerl zu wertvoll war, um ihm das Handwerk zu legen und im Knast verschwinden zu lassen. Dieses Interesse eint die “Sicherheitsbehörden”, diversen “Dienste” und diversen US-Präsidenten. Und diese intellektuell nicht sonderlich anspruchsvolle Erkenntnis bleibt eine Gefahr für Donald Trump. Er kann es nicht verbergen.
“Asymmetrische Demobilisierung” war ein Rezept von Angela Merkel. Wie wir heute wissen, hat sich das eher nicht bewährt, wenn es einer um Demokratie geht. Jetzt ist es verführerisch für die entleerte parlamentarische Opposition der US-Demokraten. Deren Führung sucht verzweifelt nach einer Alternative zu den Wahlsieger*inne*n Zohran Mamdani und Alexandria Ocasio-Cortez/AOC. Wenn die Trump-Fans beleidigt zuhause bleiben – wie es gewöhnlich eine klare Mehrheit der US-Wähler*innen tut – dann könnten sie sich eine eigene unkontrollierbare Mobilisierung ersparen. Und alle Herrschenden (Arte-Dreiteiler verfügbar bis 10.2.26) wären zufrieden.
Update 24.12.
Dirk Hautkapp/Funke-Mediengruppe setzt seine informative Berichterstattung fort.
“Zweite Tranche öffentlich: Neue Epstein-Akten: FBI-Vermerk bringt Donald Trump in Erklärungsnot – Justizministerium warnt vor ‘sensationslüsternen Behauptungen’. Epsteins Bruder: Es war Mord.”
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“Flood the zone with shit” – die angeblichen “Epstein-Files”
mit Update 24.12.
Das Beste, was ich bisher zum Fall Epstein gelesen habe, war von der linken US-Journalistin Whitney Webb. Die deutsche Übersetzung ihres Fünf- oder Sechsteilers kann ich online nicht mehr finden. Vielleicht ist sie zum Zwecke der Buchvermarktung verschwunden. Die ganze Story ist für Kapitalinteressen aller Art allzu verführerisch, als sie kostenfreier öffentlicher Transparenz auszusetzen. Prohibitive Vermarktung und “Verschwörungstheorien” reichen sich auf diese Weise die Hand, wie es ansonsten Kriegsherren tun.
Eine leuchtende Ausnahme bildet dieses Wochenende Dirk Hautkapp/Funke-Mediengruppe, den ich noch in den Nullerjahren als Lokaljournalisten (damals NRZ) schätzen gelernt habe. Ein durch und durch seriöser Kollege, der noch weiss, wie Journalismus geht. Und den seine Arbeitgeber, anders als fast alle andern, dieses eine Mal nicht digital zugemauert haben:
“Epstein-Akten enthalten brisante Aussage: Hätte das FBI ihn stoppen können? – Washington. Trump hatte versprochen, die Epstein-Akten komplett zu veröffentlichen. Kritiker sprechen nun von bewusster Verzögerung – und drohen mit Klagen.”
Die Antwort auf die Frage der Schlagzeile lautet schlicht: Ja. Und wirft die Frage auf, warum es nicht geschah. Auch darauf ist die Antwort klar und leicht: weil der Kerl zu wertvoll war, um ihm das Handwerk zu legen und im Knast verschwinden zu lassen. Dieses Interesse eint die “Sicherheitsbehörden”, diversen “Dienste” und diversen US-Präsidenten. Und diese intellektuell nicht sonderlich anspruchsvolle Erkenntnis bleibt eine Gefahr für Donald Trump. Er kann es nicht verbergen.
“Asymmetrische Demobilisierung” war ein Rezept von Angela Merkel. Wie wir heute wissen, hat sich das eher nicht bewährt, wenn es einer um Demokratie geht. Jetzt ist es verführerisch für die entleerte parlamentarische Opposition der US-Demokraten. Deren Führung sucht verzweifelt nach einer Alternative zu den Wahlsieger*inne*n Zohran Mamdani und Alexandria Ocasio-Cortez/AOC. Wenn die Trump-Fans beleidigt zuhause bleiben – wie es gewöhnlich eine klare Mehrheit der US-Wähler*innen tut – dann könnten sie sich eine eigene unkontrollierbare Mobilisierung ersparen. Und alle Herrschenden (Arte-Dreiteiler verfügbar bis 10.2.26) wären zufrieden.
Update 24.12.
Dirk Hautkapp/Funke-Mediengruppe setzt seine informative Berichterstattung fort.
“Zweite Tranche öffentlich: Neue Epstein-Akten: FBI-Vermerk bringt Donald Trump in Erklärungsnot – Justizministerium warnt vor ‘sensationslüsternen Behauptungen’. Epsteins Bruder: Es war Mord.”