#memoq — Public Fediverse posts
Live and recent posts from across the Fediverse tagged #memoq, aggregated by home.social.
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Terminology skills workshops for #memoQ users in February 2025.
https://open.substack.com/pub/memoquickies/p/memoq-on-your-own-terms/
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Slides from today's webinar for the Israeli Translator's Association and an invitation to free #memoQ #terminology workshops in February.
https://open.substack.com/pub/memoquickies/p/coming-to-better-terms-with-memoq
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CW: Rollenspiel, Wie funktionieren Übersetzungstools?
Aus gegebenem Anlass ein paar Worte zu #Übersetzungen, #Maschinenübersetzung, #CAT Tools, #memoQ und #mtpe im Kontext von (Tisch-) #Rollenspiel:
Was sind CAT Tools wie MemoQ oder Trados? CAT steht im Übersetzungskontext für Computer Aided Translation. Es sind also Tools, die verschiedene Dateiformate (xml, doc, xls und so weiter) aufbrechen, alle Texte daraus extrahieren und sie in einer möglichst gut lesbaren Form in Blöcken in einen Editor gießen, so dass ich als Übersetzer zum Beispeil Stück für Stück alle Sätze eines Dokuments oder alle Zelen einer Tabelle durchgehen kann.
Wenn das Ursprungsfile klug aufgebaut ist, kann ich mir auch zum Beispiel den Editor so einrichten, dass zu jeder zu übersetzenden Textzeile eine Kommentarzeile angezeigt wird - übersetze ich einen Dialog eines Computerspiels, kann dann dort drin stehen, wer gerade spricht, worauf sich die Person bezieht oder welche Emotion rübergebracht werden soll. Übersetze ich reinen Fließtext ohne Kontextinformationen wie in einem Rollenspielregelwerk, habe ich sowas natürlich nicht zur Verfügung, weil es nicht im Ursprungsdokument steht.
Da helfen mir eher zwei andere Kernfunktionen von CAT Tools: Terminologie-Management und Konkordanzsuche.
CAT Tools führen eine Term Base, in der man feststehende Terminologie einpflegen kann, damit sie immer gleich übersetzt wird. "Sorcerer" soll in unserem Spiel immer ein "Hexer" und nicht manchmal "Zauberer" oder "Hexenmeister" sein.
Konkordanzsuche beschreibt, dass bei jedem Textblock das Tool automatisch im sogenannten Translation Memory schaut, ob ich schon mal einen ähnlichen Text übersetzt habe. Dann schlägt es diesen vor und markiert die Unterschiede. Habe ich also schon "Alrik is a great wizard" übersetzt, erinnert mich das Tool daran, wenn "Alrijida is a great wizard" dran kommt - die Transferleistung, dass Alrijida dann aber ein*e* Zauber*in* ist, muss ich selbst aufbringen.Was haben jetzt CAT Tools mit Maschinenübersetzung oder "KI" zu tun? Ungefähr so viel wie Photoshop mit Midjourney. Eins ist eine fundamentale Eigenleistung der Übersetzenden mit einem elektronischen Werkzeug, das andere ist die aus Plagiaten gespeiste Leistung des Werkzeugs, die am Ende noch ein bisschen bearbeitet wird, meist von einer Person, die eher zum Lektoratssatz als zu dem für volle Übersetzung bezahlt wird und die dementsprechend mehr Text in der gleichen Zeit abarbeiten muss.
Was ist jetzt abseits der ethischen Seite das Problem an Maschinenübersetzung, wenn doch am Ende immer ein Übersetzer oder Redakteur am Text sitzt und ihn weiterbearbeitet, bis er "den Ansprüchen genügt"? Der Haken hier liegt an der Arbeitsweise des menschlichen Gehirns. Maschinenübersetzungen sind meist stark fehlerbehaftet - in einem Feld mit einem relativ kleinen Textkorpus, den die Maschine zum Training nutzen konnte, sollte jede professionelle menschliche Übersetzung der Maschine überlegen sein. Das heißt, im Postediting lektoriert man einen deutlich unterdurchschnittlichen Text, der im Normalfall enorm viele Terminologiefehler aufweist, Kontext nicht begreift und stilistisch uninspiriert ist. Und beim ersten Satz wird man sich auf all diese Fehler stürzen und sie ausmerzen. Beim zweiten auch noch. Beim zweihundertsten ... na ja. Wird so ganz grob der Sinn des Englischen wiedergegeben? Ja? Gut genug, nächster. So funktionieren Menschen. Übersetzende, die viel Machine Translation Post-Editing machen, beschreiben sogar, wie ihr persönlicher Schreibstil in ganz anderen Projekten unter ihrer Arbeit mit den schlechten Maschinentexten leidet. Die Zeitersparnis bei der Maschinenübersetzung existiert nur solange, wie die Nachbearbeitenden nicht die Zeit in Rechnung stellen, in der sie ein tatsächlich gutes Buch lesen, um wieder zu verinnerlichen, wie stilistisch schöne Sprache funktioniert. Wie sich das auswirkt, wenn ein verkleinerter Pool von Festangestellten dauerhaft diese Art von Texten bearbeitet, mag man sich ausmalen.
Die Bedingungen, unter denen im deutschen Pen&Paper-Markt übersetzt wird, sind alles andere als ideal. Unterschiedliche Verlage legen sich hier mehr oder weniger ins Zeug. Die Übersetzenden sind meist von Idealismus getrieben und betreiben Selbstausbeutung. Klar ist aber auch: Die Nutzung von Maschinenübersetzung wird diese Situation eher schlimmer machen und senkt bereits jetzt die Qualität von Büchern, wie manche ja bereits festgestellt haben. An welchem Punkt wir uns abwenden und lieber zum Original greifen oder das System ganz sausen lassen, müssen wir entscheiden.
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CW: Rollenspiel, Wie funktionieren Übersetzungstools?
Aus gegebenem Anlass ein paar Worte zu #Übersetzungen, #Maschinenübersetzung, #CAT Tools, #memoQ und #mtpe im Kontext von (Tisch-) #Rollenspiel:
Was sind CAT Tools wie MemoQ oder Trados? CAT steht im Übersetzungskontext für Computer Aided Translation. Es sind also Tools, die verschiedene Dateiformate (xml, doc, xls und so weiter) aufbrechen, alle Texte daraus extrahieren und sie in einer möglichst gut lesbaren Form in Blöcken in einen Editor gießen, so dass ich als Übersetzer zum Beispeil Stück für Stück alle Sätze eines Dokuments oder alle Zelen einer Tabelle durchgehen kann.
Wenn das Ursprungsfile klug aufgebaut ist, kann ich mir auch zum Beispiel den Editor so einrichten, dass zu jeder zu übersetzenden Textzeile eine Kommentarzeile angezeigt wird - übersetze ich einen Dialog eines Computerspiels, kann dann dort drin stehen, wer gerade spricht, worauf sich die Person bezieht oder welche Emotion rübergebracht werden soll. Übersetze ich reinen Fließtext ohne Kontextinformationen wie in einem Rollenspielregelwerk, habe ich sowas natürlich nicht zur Verfügung, weil es nicht im Ursprungsdokument steht.
Da helfen mir eher zwei andere Kernfunktionen von CAT Tools: Terminologie-Management und Konkordanzsuche.
CAT Tools führen eine Term Base, in der man feststehende Terminologie einpflegen kann, damit sie immer gleich übersetzt wird. "Sorcerer" soll in unserem Spiel immer ein "Hexer" und nicht manchmal "Zauberer" oder "Hexenmeister" sein.
Konkordanzsuche beschreibt, dass bei jedem Textblock das Tool automatisch im sogenannten Translation Memory schaut, ob ich schon mal einen ähnlichen Text übersetzt habe. Dann schlägt es diesen vor und markiert die Unterschiede. Habe ich also schon "Alrik is a great wizard" übersetzt, erinnert mich das Tool daran, wenn "Alrijida is a great wizard" dran kommt - die Transferleistung, dass Alrijida dann aber ein*e* Zauber*in* ist, muss ich selbst aufbringen.Was haben jetzt CAT Tools mit Maschinenübersetzung oder "KI" zu tun? Ungefähr so viel wie Photoshop mit Midjourney. Eins ist eine fundamentale Eigenleistung der Übersetzenden mit einem elektronischen Werkzeug, das andere ist die aus Plagiaten gespeiste Leistung des Werkzeugs, die am Ende noch ein bisschen bearbeitet wird, meist von einer Person, die eher zum Lektoratssatz als zu dem für volle Übersetzung bezahlt wird und die dementsprechend mehr Text in der gleichen Zeit abarbeiten muss.
Was ist jetzt abseits der ethischen Seite das Problem an Maschinenübersetzung, wenn doch am Ende immer ein Übersetzer oder Redakteur am Text sitzt und ihn weiterbearbeitet, bis er "den Ansprüchen genügt"? Der Haken hier liegt an der Arbeitsweise des menschlichen Gehirns. Maschinenübersetzungen sind meist stark fehlerbehaftet - in einem Feld mit einem relativ kleinen Textkorpus, den die Maschine zum Training nutzen konnte, sollte jede professionelle menschliche Übersetzung der Maschine überlegen sein. Das heißt, im Postediting lektoriert man einen deutlich unterdurchschnittlichen Text, der im Normalfall enorm viele Terminologiefehler aufweist, Kontext nicht begreift und stilistisch uninspiriert ist. Und beim ersten Satz wird man sich auf all diese Fehler stürzen und sie ausmerzen. Beim zweiten auch noch. Beim zweihundertsten ... na ja. Wird so ganz grob der Sinn des Englischen wiedergegeben? Ja? Gut genug, nächster. So funktionieren Menschen. Übersetzende, die viel Machine Translation Post-Editing machen, beschreiben sogar, wie ihr persönlicher Schreibstil in ganz anderen Projekten unter ihrer Arbeit mit den schlechten Maschinentexten leidet. Die Zeitersparnis bei der Maschinenübersetzung existiert nur solange, wie die Nachbearbeitenden nicht die Zeit in Rechnung stellen, in der sie ein tatsächlich gutes Buch lesen, um wieder zu verinnerlichen, wie stilistisch schöne Sprache funktioniert. Wie sich das auswirkt, wenn ein verkleinerter Pool von Festangestellten dauerhaft diese Art von Texten bearbeitet, mag man sich ausmalen.
Die Bedingungen, unter denen im deutschen Pen&Paper-Markt übersetzt wird, sind alles andere als ideal. Unterschiedliche Verlage legen sich hier mehr oder weniger ins Zeug. Die Übersetzenden sind meist von Idealismus getrieben und betreiben Selbstausbeutung. Klar ist aber auch: Die Nutzung von Maschinenübersetzung wird diese Situation eher schlimmer machen und senkt bereits jetzt die Qualität von Büchern, wie manche ja bereits festgestellt haben. An welchem Punkt wir uns abwenden und lieber zum Original greifen oder das System ganz sausen lassen, müssen wir entscheiden.
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CW: Rollenspiel, Wie funktionieren Übersetzungstools?
Aus gegebenem Anlass ein paar Worte zu #Übersetzungen, #Maschinenübersetzung, #CAT Tools, #memoQ und #mtpe im Kontext von (Tisch-) #Rollenspiel:
Was sind CAT Tools wie MemoQ oder Trados? CAT steht im Übersetzungskontext für Computer Aided Translation. Es sind also Tools, die verschiedene Dateiformate (xml, doc, xls und so weiter) aufbrechen, alle Texte daraus extrahieren und sie in einer möglichst gut lesbaren Form in Blöcken in einen Editor gießen, so dass ich als Übersetzer zum Beispeil Stück für Stück alle Sätze eines Dokuments oder alle Zelen einer Tabelle durchgehen kann.
Wenn das Ursprungsfile klug aufgebaut ist, kann ich mir auch zum Beispiel den Editor so einrichten, dass zu jeder zu übersetzenden Textzeile eine Kommentarzeile angezeigt wird - übersetze ich einen Dialog eines Computerspiels, kann dann dort drin stehen, wer gerade spricht, worauf sich die Person bezieht oder welche Emotion rübergebracht werden soll. Übersetze ich reinen Fließtext ohne Kontextinformationen wie in einem Rollenspielregelwerk, habe ich sowas natürlich nicht zur Verfügung, weil es nicht im Ursprungsdokument steht.
Da helfen mir eher zwei andere Kernfunktionen von CAT Tools: Terminologie-Management und Konkordanzsuche.
CAT Tools führen eine Term Base, in der man feststehende Terminologie einpflegen kann, damit sie immer gleich übersetzt wird. "Sorcerer" soll in unserem Spiel immer ein "Hexer" und nicht manchmal "Zauberer" oder "Hexenmeister" sein.
Konkordanzsuche beschreibt, dass bei jedem Textblock das Tool automatisch im sogenannten Translation Memory schaut, ob ich schon mal einen ähnlichen Text übersetzt habe. Dann schlägt es diesen vor und markiert die Unterschiede. Habe ich also schon "Alrik is a great wizard" übersetzt, erinnert mich das Tool daran, wenn "Alrijida is a great wizard" dran kommt - die Transferleistung, dass Alrijida dann aber ein*e* Zauber*in* ist, muss ich selbst aufbringen.Was haben jetzt CAT Tools mit Maschinenübersetzung oder "KI" zu tun? Ungefähr so viel wie Photoshop mit Midjourney. Eins ist eine fundamentale Eigenleistung der Übersetzenden mit einem elektronischen Werkzeug, das andere ist die aus Plagiaten gespeiste Leistung des Werkzeugs, die am Ende noch ein bisschen bearbeitet wird, meist von einer Person, die eher zum Lektoratssatz als zu dem für volle Übersetzung bezahlt wird und die dementsprechend mehr Text in der gleichen Zeit abarbeiten muss.
Was ist jetzt abseits der ethischen Seite das Problem an Maschinenübersetzung, wenn doch am Ende immer ein Übersetzer oder Redakteur am Text sitzt und ihn weiterbearbeitet, bis er "den Ansprüchen genügt"? Der Haken hier liegt an der Arbeitsweise des menschlichen Gehirns. Maschinenübersetzungen sind meist stark fehlerbehaftet - in einem Feld mit einem relativ kleinen Textkorpus, den die Maschine zum Training nutzen konnte, sollte jede professionelle menschliche Übersetzung der Maschine überlegen sein. Das heißt, im Postediting lektoriert man einen deutlich unterdurchschnittlichen Text, der im Normalfall enorm viele Terminologiefehler aufweist, Kontext nicht begreift und stilistisch uninspiriert ist. Und beim ersten Satz wird man sich auf all diese Fehler stürzen und sie ausmerzen. Beim zweiten auch noch. Beim zweihundertsten ... na ja. Wird so ganz grob der Sinn des Englischen wiedergegeben? Ja? Gut genug, nächster. So funktionieren Menschen. Übersetzende, die viel Machine Translation Post-Editing machen, beschreiben sogar, wie ihr persönlicher Schreibstil in ganz anderen Projekten unter ihrer Arbeit mit den schlechten Maschinentexten leidet. Die Zeitersparnis bei der Maschinenübersetzung existiert nur solange, wie die Nachbearbeitenden nicht die Zeit in Rechnung stellen, in der sie ein tatsächlich gutes Buch lesen, um wieder zu verinnerlichen, wie stilistisch schöne Sprache funktioniert. Wie sich das auswirkt, wenn ein verkleinerter Pool von Festangestellten dauerhaft diese Art von Texten bearbeitet, mag man sich ausmalen.
Die Bedingungen, unter denen im deutschen Pen&Paper-Markt übersetzt wird, sind alles andere als ideal. Unterschiedliche Verlage legen sich hier mehr oder weniger ins Zeug. Die Übersetzenden sind meist von Idealismus getrieben und betreiben Selbstausbeutung. Klar ist aber auch: Die Nutzung von Maschinenübersetzung wird diese Situation eher schlimmer machen und senkt bereits jetzt die Qualität von Büchern, wie manche ja bereits festgestellt haben. An welchem Punkt wir uns abwenden und lieber zum Original greifen oder das System ganz sausen lassen, müssen wir entscheiden.
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CW: Rollenspiel, Wie funktionieren Übersetzungstools?
Aus gegebenem Anlass ein paar Worte zu #Übersetzungen, #Maschinenübersetzung, #CAT Tools, #memoQ und #mtpe im Kontext von (Tisch-) #Rollenspiel:
Was sind CAT Tools wie MemoQ oder Trados? CAT steht im Übersetzungskontext für Computer Aided Translation. Es sind also Tools, die verschiedene Dateiformate (xml, doc, xls und so weiter) aufbrechen, alle Texte daraus extrahieren und sie in einer möglichst gut lesbaren Form in Blöcken in einen Editor gießen, so dass ich als Übersetzer zum Beispeil Stück für Stück alle Sätze eines Dokuments oder alle Zelen einer Tabelle durchgehen kann.
Wenn das Ursprungsfile klug aufgebaut ist, kann ich mir auch zum Beispiel den Editor so einrichten, dass zu jeder zu übersetzenden Textzeile eine Kommentarzeile angezeigt wird - übersetze ich einen Dialog eines Computerspiels, kann dann dort drin stehen, wer gerade spricht, worauf sich die Person bezieht oder welche Emotion rübergebracht werden soll. Übersetze ich reinen Fließtext ohne Kontextinformationen wie in einem Rollenspielregelwerk, habe ich sowas natürlich nicht zur Verfügung, weil es nicht im Ursprungsdokument steht.
Da helfen mir eher zwei andere Kernfunktionen von CAT Tools: Terminologie-Management und Konkordanzsuche.
CAT Tools führen eine Term Base, in der man feststehende Terminologie einpflegen kann, damit sie immer gleich übersetzt wird. "Sorcerer" soll in unserem Spiel immer ein "Hexer" und nicht manchmal "Zauberer" oder "Hexenmeister" sein.
Konkordanzsuche beschreibt, dass bei jedem Textblock das Tool automatisch im sogenannten Translation Memory schaut, ob ich schon mal einen ähnlichen Text übersetzt habe. Dann schlägt es diesen vor und markiert die Unterschiede. Habe ich also schon "Alrik is a great wizard" übersetzt, erinnert mich das Tool daran, wenn "Alrijida is a great wizard" dran kommt - die Transferleistung, dass Alrijida dann aber ein*e* Zauber*in* ist, muss ich selbst aufbringen.Was haben jetzt CAT Tools mit Maschinenübersetzung oder "KI" zu tun? Ungefähr so viel wie Photoshop mit Midjourney. Eins ist eine fundamentale Eigenleistung der Übersetzenden mit einem elektronischen Werkzeug, das andere ist die aus Plagiaten gespeiste Leistung des Werkzeugs, die am Ende noch ein bisschen bearbeitet wird, meist von einer Person, die eher zum Lektoratssatz als zu dem für volle Übersetzung bezahlt wird und die dementsprechend mehr Text in der gleichen Zeit abarbeiten muss.
Was ist jetzt abseits der ethischen Seite das Problem an Maschinenübersetzung, wenn doch am Ende immer ein Übersetzer oder Redakteur am Text sitzt und ihn weiterbearbeitet, bis er "den Ansprüchen genügt"? Der Haken hier liegt an der Arbeitsweise des menschlichen Gehirns. Maschinenübersetzungen sind meist stark fehlerbehaftet - in einem Feld mit einem relativ kleinen Textkorpus, den die Maschine zum Training nutzen konnte, sollte jede professionelle menschliche Übersetzung der Maschine überlegen sein. Das heißt, im Postediting lektoriert man einen deutlich unterdurchschnittlichen Text, der im Normalfall enorm viele Terminologiefehler aufweist, Kontext nicht begreift und stilistisch uninspiriert ist. Und beim ersten Satz wird man sich auf all diese Fehler stürzen und sie ausmerzen. Beim zweiten auch noch. Beim zweihundertsten ... na ja. Wird so ganz grob der Sinn des Englischen wiedergegeben? Ja? Gut genug, nächster. So funktionieren Menschen. Übersetzende, die viel Machine Translation Post-Editing machen, beschreiben sogar, wie ihr persönlicher Schreibstil in ganz anderen Projekten unter ihrer Arbeit mit den schlechten Maschinentexten leidet. Die Zeitersparnis bei der Maschinenübersetzung existiert nur solange, wie die Nachbearbeitenden nicht die Zeit in Rechnung stellen, in der sie ein tatsächlich gutes Buch lesen, um wieder zu verinnerlichen, wie stilistisch schöne Sprache funktioniert. Wie sich das auswirkt, wenn ein verkleinerter Pool von Festangestellten dauerhaft diese Art von Texten bearbeitet, mag man sich ausmalen.
Die Bedingungen, unter denen im deutschen Pen&Paper-Markt übersetzt wird, sind alles andere als ideal. Unterschiedliche Verlage legen sich hier mehr oder weniger ins Zeug. Die Übersetzenden sind meist von Idealismus getrieben und betreiben Selbstausbeutung. Klar ist aber auch: Die Nutzung von Maschinenübersetzung wird diese Situation eher schlimmer machen und senkt bereits jetzt die Qualität von Büchern, wie manche ja bereits festgestellt haben. An welchem Punkt wir uns abwenden und lieber zum Original greifen oder das System ganz sausen lassen, müssen wir entscheiden.
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CW: Rollenspiel, Wie funktionieren Übersetzungstools?
Aus gegebenem Anlass ein paar Worte zu #Übersetzungen, #Maschinenübersetzung, #CAT Tools, #memoQ und #mtpe im Kontext von (Tisch-) #Rollenspiel:
Was sind CAT Tools wie MemoQ oder Trados? CAT steht im Übersetzungskontext für Computer Aided Translation. Es sind also Tools, die verschiedene Dateiformate (xml, doc, xls und so weiter) aufbrechen, alle Texte daraus extrahieren und sie in einer möglichst gut lesbaren Form in Blöcken in einen Editor gießen, so dass ich als Übersetzer zum Beispeil Stück für Stück alle Sätze eines Dokuments oder alle Zelen einer Tabelle durchgehen kann.
Wenn das Ursprungsfile klug aufgebaut ist, kann ich mir auch zum Beispiel den Editor so einrichten, dass zu jeder zu übersetzenden Textzeile eine Kommentarzeile angezeigt wird - übersetze ich einen Dialog eines Computerspiels, kann dann dort drin stehen, wer gerade spricht, worauf sich die Person bezieht oder welche Emotion rübergebracht werden soll. Übersetze ich reinen Fließtext ohne Kontextinformationen wie in einem Rollenspielregelwerk, habe ich sowas natürlich nicht zur Verfügung, weil es nicht im Ursprungsdokument steht.
Da helfen mir eher zwei andere Kernfunktionen von CAT Tools: Terminologie-Management und Konkordanzsuche.
CAT Tools führen eine Term Base, in der man feststehende Terminologie einpflegen kann, damit sie immer gleich übersetzt wird. "Sorcerer" soll in unserem Spiel immer ein "Hexer" und nicht manchmal "Zauberer" oder "Hexenmeister" sein.
Konkordanzsuche beschreibt, dass bei jedem Textblock das Tool automatisch im sogenannten Translation Memory schaut, ob ich schon mal einen ähnlichen Text übersetzt habe. Dann schlägt es diesen vor und markiert die Unterschiede. Habe ich also schon "Alrik is a great wizard" übersetzt, erinnert mich das Tool daran, wenn "Alrijida is a great wizard" dran kommt - die Transferleistung, dass Alrijida dann aber ein*e* Zauber*in* ist, muss ich selbst aufbringen.Was haben jetzt CAT Tools mit Maschinenübersetzung oder "KI" zu tun? Ungefähr so viel wie Photoshop mit Midjourney. Eins ist eine fundamentale Eigenleistung der Übersetzenden mit einem elektronischen Werkzeug, das andere ist die aus Plagiaten gespeiste Leistung des Werkzeugs, die am Ende noch ein bisschen bearbeitet wird, meist von einer Person, die eher zum Lektoratssatz als zu dem für volle Übersetzung bezahlt wird und die dementsprechend mehr Text in der gleichen Zeit abarbeiten muss.
Was ist jetzt abseits der ethischen Seite das Problem an Maschinenübersetzung, wenn doch am Ende immer ein Übersetzer oder Redakteur am Text sitzt und ihn weiterbearbeitet, bis er "den Ansprüchen genügt"? Der Haken hier liegt an der Arbeitsweise des menschlichen Gehirns. Maschinenübersetzungen sind meist stark fehlerbehaftet - in einem Feld mit einem relativ kleinen Textkorpus, den die Maschine zum Training nutzen konnte, sollte jede professionelle menschliche Übersetzung der Maschine überlegen sein. Das heißt, im Postediting lektoriert man einen deutlich unterdurchschnittlichen Text, der im Normalfall enorm viele Terminologiefehler aufweist, Kontext nicht begreift und stilistisch uninspiriert ist. Und beim ersten Satz wird man sich auf all diese Fehler stürzen und sie ausmerzen. Beim zweiten auch noch. Beim zweihundertsten ... na ja. Wird so ganz grob der Sinn des Englischen wiedergegeben? Ja? Gut genug, nächster. So funktionieren Menschen. Übersetzende, die viel Machine Translation Post-Editing machen, beschreiben sogar, wie ihr persönlicher Schreibstil in ganz anderen Projekten unter ihrer Arbeit mit den schlechten Maschinentexten leidet. Die Zeitersparnis bei der Maschinenübersetzung existiert nur solange, wie die Nachbearbeitenden nicht die Zeit in Rechnung stellen, in der sie ein tatsächlich gutes Buch lesen, um wieder zu verinnerlichen, wie stilistisch schöne Sprache funktioniert. Wie sich das auswirkt, wenn ein verkleinerter Pool von Festangestellten dauerhaft diese Art von Texten bearbeitet, mag man sich ausmalen.
Die Bedingungen, unter denen im deutschen Pen&Paper-Markt übersetzt wird, sind alles andere als ideal. Unterschiedliche Verlage legen sich hier mehr oder weniger ins Zeug. Die Übersetzenden sind meist von Idealismus getrieben und betreiben Selbstausbeutung. Klar ist aber auch: Die Nutzung von Maschinenübersetzung wird diese Situation eher schlimmer machen und senkt bereits jetzt die Qualität von Büchern, wie manche ja bereits festgestellt haben. An welchem Punkt wir uns abwenden und lieber zum Original greifen oder das System ganz sausen lassen, müssen wir entscheiden.
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Here's the edited recording from this month's webinar on quality-checking features of #memoQ
https://memoquickies.substack.com/p/quality-checks-in-memoq?r=3vfy5m
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Since June 2024 the new platform for the best information on all things #memoQ! Articles, videos, configured resources, live webinars and office hours for assistance.
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#memoQ are currently offering the biggest discount on the #Translator Pro edition that I have seen in the history of the company. Also the best deal if your SMA has been lapsed for years. This ends in about two weeks.
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I thought I was done with data migration projects when I left my IT career to become a translator. But now I'm busy restructuring 34 terminology databases as I move my business from one software package to another.
It feels good to flex the old information technology muscles for a week, though I'm much happier as a translator than I was as a professional techie. 😊
#translator #CATtool #translation #DataMigration #MemoQ #CarefTran
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Have you used the #memoQ #PDF Preview tool? This enables tracking of #translation segments in any file format showing the original layout context in an associated PDF.
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Still figuring out whether to switch my #translation business from one CAT tool to another: from #MemoQ to #CafeTran
In the test runs, I like the functionality better in CafeTran, but don't like that you apparently can only have three metadata fields attached to a TM segment. That means losing access to 20 years' worth of detailed metadata.
So far, that's the only drawback. I just need to ponder whether it's a deal breaker.... #translator
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Had an interesting "onboarding interview" for a #translation project today. Not sure yet if we're a good fit, but the discussion crystallized my thoughts on a little functional disconnect in what many companies do to evaluate language service providers.
The subject of "test translations" has been argued over for all of the 20+ years I have been involved in commercial translation work, and I have no intention to add to that debate today. However....
Project managers, "vendor managers", etc. if you are trying to evaluate someone's suitability to work with your company on some project, perhaps instead of simply sending out some text in whatever format as a test translation, you should structure the test in a way that actually reflects your processes.
For example, if your company uses #Trados Studio and you expect prospective team members to translate packages from that tool, then for God's sake, don't just send out the text for the "test" as a PDF, DOCX or whatever. Send a damned package. And if you don't get an SDLRPX back for the SDLPPX you sent, well, you know that there may be other issues ahead. And doing things this way can also save you time and allow you to apply some automated QA as well.
Ditto for any other tool, be it #Phrase, #Wordfast, #memoQ or whatever floats your boat. Do the "test" as a small assignment on your server, send out a package for your favored tool, etc. Too many times I have seen friends and corporate clients get burned by vetting processes that are really not fit for purpose. Don't join that club.
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@barubary @petergarner
Oh, FYI y'all, I was chatting with Stanislav Okhvat (of #TransTools) earlier today, and it seems he's got a tool for use in MS Word that will allow multiple searches using (a) just ordinary text search & replace, (b) Word wildcards and (c) honest-to-God .NET regex like I use to build most of my work libraries. And it looks like these can be managed easy for use by those who aren't particularly technogeeky.I just got a license for testing, and if I like what I see (as I usually do with his work), I'll include it in my workshops next month. I have several client scenarios where the editors are totally CAT-phobic and want to work only in MS Word, and this looks like a great tool to help them clean up some of the formatting trashed by MT or careless human translators.
And in case anyone is wondering, the results can be brought back into the translation management system in #memoQ or #Trados Studio using that monolingual review that Susan Starling and I dreamed up over a decade ago....
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@petergarner Oh, I do that sort of thing (substituting en-dashes for hyphens and such) all the time in #memoQ using #regex. In fact, I gave away a bunch of expressions for that I think and have more that get used for Figure formatting in some cases. MS Word's crap substitute for regex might allow a similar operation; I'll have a look. You can certainly do that with a macro by applying regex in the VBA. That would be worth doing for comparison.
Why en-dashes as opposed to Unicode non-breaking hyphens?
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I'll be repeating my online workshop series on the #memoQ Regex Assistant on March 9, 16 and 23 from 3:00-4:30pm (Lisbon time).
#Regex is a powerful tool for solving problems of text structure in #translation, review and QA (among other things), but its arcane syntax is off-putting to most people, and real mastery takes a long time. But the Regex Assistant eliminates this problem by allowing stored libraries of useful regular expressions to be accessed via plain language names and labels, with detailed descriptions to aid in their use. If you can read, you can use this regex in memoQ (or elsewhere).
This "rebooted" instance of the workshops reorganizes the prior presentation and examples based on questions and help requests from prior participants. As before, attendance is free, but registration is required.
To join us:
https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZEpde-sqTkvGtCdMsrBl825tFrpDQ98FkAI#xl8 #l10n #TranslationStudies #RegularExpressions #localization
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Percy, if you were in a geeky mood you could do something like highlight the text you want to transform and then after exporting the DOCX with the relevant comment level, either:
1. extract the document.xml file from the word subfolder of the DOCX (it's a ZIP file with the extension changed, remember?) and then change the relevant markup to small caps (perhaps with the #memoQ Find&Replace tool), or
2. be a bit less wacky and just change the formatting using a VBA macro in MS Word. You can probably even use a recorded macro in Office to pull such things off if you aren't in the mood to write VBA code.
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The last of my three public talks on the #memoQ #Regex Assistant will be next Thursday, February 2nd, at 12pm Central European Time.
This series has focused on how ordinary, intelligent #translators and reviewers can use the power of #RegularExpressions to solve problems in #translation and #localization without getting bogged down in ugly, non-intuitive syntax.
Attendees are given a useful library of expressions to aid their work, which are organized with understandable names, labels and descriptions - all you need to find and apply them. Most of these expressions should be usable in other tools like #Trados Studio or #Xbench.
Here is a link to obtain access to the last live presentation and Q&A:
https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZ0sf-CorT4iHtIKPVYX3FkORla4IdGfySXa -
1/N - This is the starting post for my experimental threaded course on the use of regular expressions (#regex) for solving problems in #translation and #localization projects. It’s a testing ground of sorts for a talk I’ll be giving for the BP Winter Translation Forum next month and some courses that will probably take place in Lisbon early next year. The content will be dripped out in the weeks ahead, and I may branch it or extend it at any time.
The primary tool discussed will be #memoQ TMS, which uses regex in colorful ways in many features or modules. Much of the material discussed, however, can be applied to other translation support environments and tools. Contributions and questions in comments are always welcome.
I believe that the usual approach to teaching the use of regex for translation and localization projects is sadly mistaken. Unlike most presenters of this subject matter, it is NOT my intention to teach anyone nerdy syntax, though I will show examples containing such. Regex can be a difficult subject even for seasoned programmers, and it is simply idiotic to expect the intelligent masses in the translation sector to master it in any useful way in reasonable time.
My main objectives will be to help people develop an awareness of problems to which regex might be usefully applied, and to offer guidance on how to plan or request solutions and provide suitable data for testing these solutions. As part of this, I will be sharing some favorite resources which you can use to identify specific solutions and go into as much depth as you like.
#TranslationTechThread #memoQ #regex
#xl8 #l10n #TranslationStudies -
#introduction - Greetings to old and new friends. As before in the Other Place, I'll be posting mostly in #English and #German, perhaps in #Portuguese or #Spanish on days when I'm feeling particularly daring, about my usual topics of translation support technologies like #memoQ, Trados Studio, iceni InFix, other OCR tools, terminology, corpus linguistics, etc. or other matters around and about the language services sector or language acquisition.
My time away from the screen is often spent in the gardens of our quinta, which I have converted to #permaculture practice, or with our varied poultry and goats who help keep the hectarage here in good order. I also train our five dogs as I find time and occasionally pretend to hunt, which is really just a good excuse to walk the dogs through the countryside of Portugal or sit quietly at night and listen to the owls while hoping I don't end up with another big boar at my back.