home.social

Search

149 results for “kejne”

  1. Falls ihr euer Buch noch bei Kindle Unlimited bzw. seit Neuestem Kindle+ habt (nicht allgemein KDP), wird ohne euer Einverständnis ein KI-generiertes Hörbuch erstellt, hochgeladen und dem Publikum hingeworfen.
    Aktuell nur in den USA schon freigeschaltet, aber alles eine Frage der Zeit.
    Zumindest in der Infomail ist keine Opt-Out-Option angegeben, also ist "Buch schon mal aus Kindle+ rausnehmen" die einzige Lösung.

    #Servicetröt #Servicetoot #PSA #Bookstodon #Selfpublishing

  2. Rechte in der Polizei

    Angblich wollen viele Berliner Polizeibeamte Berlin verlassen und bewerben sich in anderen Bundesländern.

    Ich weiß es ja nicht, aber es würde mich nicht wundern, wenn sie sich in Magdeburg bewerben. Denn es gibt sicher ganz viele demokratisch gesinnte und engagierte Polizeibeamte – auch in Berlin. Ich habe längere Zeit und über die Jahrzehte verteilt, mehrmals für längere Zeit in Berlin gewohnt und gelebt. Meistens in Kreuzberg und zwar in der Wrangelstraße, also in dem “ganz bösen” Teil Kreuzbergs, wo früher die Mauer verlief und “Anarchos” die Häuser besetzten. Das Georg-von-Rauch Haus am Mariannenplatz war nur 200 Meter von unserer Wohnung entfernt. Görlitzer Park und KottbuserTor in direkter Nachbarschaft. Also mitten drin sozusagen.

    Kaffee für den Wasserwerfer

    Jedes Jahr am 1. Mai parkten die Wasserwerfer in der Wrangelstr. auch vor unserem Haus. Die Kanzel der Fahrzeuge war gleich hoch mit den Fenstern in unserer Hochpaterre-Wohnung. In einem Jahr haben wir den Beamten in der Kanzel frischen Kaffee rausgereicht. Die Polizisten nahmen ihn dankbar und wir scherzten miteinander. Im Hinbllck auf ihren und meinen bevorstehenden Einsatz als “Ordnungsmacht” und ich als Journalist auf der bevorstehenden Demo bat ich die Beamten, doch später in der Oranienstraße auf uns zu achten und uns zu verschonen. Wenig später, während der alljährlichen “Kreuzberger Wasserspiele”, hupte ein Wasserwerfer, vor dem ich stand. Ich habe mich trotzdem lieber etwas weiter zur Seite verzogen. Es war kalt und ich hatte keine Lust mit deren “Wasser mit Geschmack” zu duschen. Die üblichen Einheiten prügelten sich mit alten Bekannten. Viele der überaus gewaltbereiten Beamten waren auch von ihren Frisuren her kaum von den damals noch meist kahlköpfigen Neo-Nazis zu unterscheiden.

    Polizisten bei den REPs

    Wir erinnern uns – ein großer Teil der Kandidaten der Republikaner für die Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses waren Berliner Polizeibeamte. Im “Antifaschistischen Infoblatt” vom 1989 ist zu lesen: “Nicht ganz zu Unrecht werden die Westberliner REPs salopp als ‘Bullen-Partei’ bezeichnet. Mit Bernhard Andres, Frank Degen, Bodo P., Heinz G., Manfred Sp., Peter W., Christa E., Stefan B., Jörg A. und Rainer R. fanden sich schon auffällig viele Angehöriger der Berliner Polizei unter den Berliner REP-Kandidaten und REP-Funktionären wieder. Nicht nur weil eine große Zahl der REP-Mitglieder hier PolizistInnen sind, sondern auch weil ihr Programm in Punkto ‘Ruhe und Ordnung’ auf die Stimmung innerhalb der staatlichen Repressionsorgane zugeschnitten ist…”

    Ich weiß es nicht, aber ich habe den Eindruck die Einsatzhundertschaften werden von Menschen geleitet, deren Lehrmeister und Vorbilder selbst schon in zweiter, dritter oder vierter Generation rechtsextrem denken und sich als Gewaltträger in Uniform betätigen. Ich habe den Eindruck, die West-Berliner Polizei wurde von und mit Nazis aufgebaut und entnazifiziert wurde in West-Berlin überhaupt nicht. Nicht nur in Berlin, auch anderswo gaben sich neben Berlinern auch Einsatzkräfte aus Thüringen und Bayern stets besonders prügelfroh gegenüber Demonstranten. Wenn es keine Gewalt seitens der Demonstranten gab, wurde seitens der Polizei so lange provoziert, bis sich einer der Polizei-Opfer gegen die Beamten wehrte. Damit war dann oftein Anlass “zum Einschreiten” gegeben.

    Aber auch – vermeintlich – auf seiten der Demonstranten gab es immer wieder Provokationen, zum Beispiel in Form von brennenden Autos. Das waren zeitweise so viele, vor allem ältere Autos, die in Kreuzberg brannten, dass auch die Versicherungen mal näher hinschauten. Und siehe da – nicht wenige der Autos waren bereits fahruntauglich, brannten als Schrott vor sich hin. Maqnche hatten keinen Motor mehr und auch andere, wertvolle Bestandteile fehlten, bevor die “Chaoten das Auto anzündeten”.

    Das führte zu mehreren Anzeigen wegen Versicherungsbetrug. Ordnungsamt und Polizei forderten jeweils in den letzten April-Wochen die Bürger auf, in der Nacht zum 1. Mai in bestimmten Straßen keine Autos zu parken.

    Beamtete Steinewerfer

    Wenn das alljährliche Demonstranten-Verprügeln für die Polizei wegen zu geringer Gewaltbereitschaft der Demonstranten – die ja über die Jahre auch nicht jünger wurden und mit zunehmendem Alter deutlich friedlicher wurden – bedroht war, griffen einzelne Beamte zur Selbsthilfe. Wenn niemand anders, also keiner der Demonstranten bereit war, Steine in Richtung Polizei zu werfen, dann mussten das eben die eigenen Leute tun. Dumm nur, wenn nicht alle der möglicherweise auch von einzelnen Vorgesetzten auf Gewalt gebrieften Polizeibeamten über den verdeckten Einsatz polizeilicher Provokateure informiert waren. So kam es am 1. Mai 2011 zu einer Lage, die reichlich peinlich für die Berliner Polizei war. NTV am 4.5.2011l: “Bei der Demonstration am 1. Mai in Berlin-Kreuzberg sollen Polizisten in Uniform Kollegen in Zivil mit Pfefferspray und Faustschlägen verletzt haben. Wie aus dem Polizeibericht hervorgeht, erstatteten zwei Angehörige der Bereitschaftspolizei Anzeige. Es gehe um den ‘Verdacht der Körperverletzung’. Die beiden Beamten waren demnach am Abend des 1. Mai zivil gekleidet am Kottbusser Tor im Einsatz, ‘als sie plötzlich von Pfefferspray getroffen und durch Faustschläge im Gesicht verletzt wurden’. Die beiden Polizisten erlitten Augenreizungen und Prellungen. Dem Bericht nach sollen weitere sechs Polizeibeamte durch Reizgas verletzt worden sein. Das Strafermittlungsverfahren werde durch die zuständige Fachdienststelle des Landeskriminalamtes “mit Priorität bearbeitet”.

    Meinen Informationen zufolge waren die Beamten nicht nur einfach “zivil” gekleidet, sondern in schwarz, zum Verwechseln ähnlich dem berühmten “Schwarzen Block”, wie man ihn von vielen Demonstrationen kennt. Ich habe diesen teilweise quer durch Deutschland reisenden “Chaoten” nie ihre vermeintlich “anti-kapitalistische” Gesinnung abgenommen. Ich ging und gehe weiterhin davon aus, dass es sich bei diesen in Medien immer wieder gerne als “Reise-Chaoten” bezeichneten Personen um Beamte, Angestellte oder zumindest um “freie Mitarbeiter” der jeweiligen Landespolizei oder es jeweiligen Landesverfassungsschutzes handelt.

    Wenn die Innenminister des Bundes – und der Länder – wie derzeit wieder im Hinblick auf die für den 31.10.26 – bevorstehenden Schülerproteste – vermeintlich sorgenvoll von Gewaltbereitschaft und bevorstehenden Straßenschlachten warnen, darf man davon ausgehen, dass sie genau wissen, was passieren wird. Warum? Vielleicht weil sie, die Innenminister, den Einsatz ihrer zivil auftretenden Schläger selbst angeordnet haben. Ich gehe davon aus, dass den Beamten eine grobe Linie vorgegeben wird, und dass sie im Rahmen des “Ermessensspielraums” handeln dürfen. Und weil man aus der Vergangenheit sicher gelernt hat, dürfte “Straffeiheit” garantiert sein.

    Schmerzhafter Irrtum auf Mai-Demo: Polizisten verprügeln Kollegen – n-tv.de

    Über Helmut Lorscheid:

    https://de.everybodywiki.com/Helmut_Lorscheid

  3. Diesel statt Ukraine: Die teuersten Midterms aller Zeiten

    TL;DR: Kurz vor den Midterms sprechen die Umfragen gegen Trump, abschreiben würde ich ihn trotzdem nicht. Für billigeren Diesel lässt er die Ukraine fallen, Musk und andere Milliardäre stecken Rekordsummen in den Wahlkampf, und ausgerechnet der Audi-Chef steht mit ihm im Wahlkampf auf der Bühne. Selbst ein demokratischer Kongress wird Trump in der Außenpolitik wohl kaum bremsen. Europa muss für seine Sicherheit selbst sorgen.

    In wenigen Tagen, am 3. November, wählen die Amerikaner bei den Midterms das Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu. Die Umfragen sehen schlecht aus für Trump und seine Republikaner. Abschreiben würde ich ihn trotzdem nicht. 2016 hatte ihn kaum jemand auf der Rechnung, und auch 2024 hat er viele überrascht.

    Seitdem Trump wieder im Amt ist, ärgere ich mich gefühlt täglich. Das liegt auch an meiner sehr persönlichen Beziehung zu den USA. Seit mehr als 30 Jahren arbeite ich mit oder für amerikanische Unternehmen, drüben habe ich noch immer viele Freunde und Bekannte. Ich war sehr oft dort, meist an der Westküste, aber auch in vielen Städten quer durchs Land und habe die Zeit dort fast immer genossen. Die Ausnahme ist sicher der 11. September 2001, als ich in Costa Mesa im Hotel saß. Daran habe ich mich zum 25. Jahrestag erinnert. Seit Trump war ich nicht mehr dort, und solange er regiert, will ich auch nicht wieder hin.

    Wahlkampfhilfe aus Ingolstadt

    Jetzt bekommt Trump auch noch Wahlkampfhilfe ausgerechnet aus Deutschland. Nicht etwa von seinen Freunden in der AfD, sondern vom Audi-Chef: Am vergangenen Samstag stand Gernot Döllner in Georgia auf Trumps Bühne und verkündete dort ein neues Werk für umgerechnet 3,6 Milliarden Euro. Minuten vorher hatte Trump seinen johlenden Anhängern die übliche Mischung aus Lügen, Hass und Rassismus geboten. Das Rennen in Georgia könnte am 3. November über die Mehrheit im Senat entscheiden. Amtsinhaber Jon Ossoff ist der einzige demokratische Senator, der seinen Sitz in einem Bundesstaat verteidigen muss, den Trump 2024 gewonnen hat. In den Umfragen liegt er vor seinem republikanischen Herausforderer Mike Collins.

    Dass Audi in den USA bauen will, ist nachvollziehbar: Anders als Daimler, BMW und Volkswagen fertigt die Marke dort bisher kein einziges Auto. Aber muss ein deutscher Konzernchef kurz vor der Wahl ausgerechnet in diesem Rennen mit Trump Wahlkampf machen? Mit dem Mann, der Europa mit Zöllen erpresst, unter denen die deutsche Autoindustrie mit sinkenden Umsätzen und Entlassungen leidet? Die Chefs von Daimler, VW und BMW haben 2018 auch bei Trump vorgesprochen, auf eine Wahlkampfbühne haben sie sich nicht gestellt. David Schafbuch nennt Döllners Auftritt bei t-online die perfekte Unterwerfung. Trumps Erpressung wirkt.

    Der Angreifer als Geschäftspartner

    Angesichts der Umfragewerte vor den Midterms ist Trump zudem erneut vor Putin eingeknickt und lässt die Ukraine fallen. Sein Motiv sind die Spritpreise in Amerika. Washington hat die Sanktionen gegen russischen Diesel gelockert, damit Benzin und Diesel in den USA billiger werden. Neue Sanktionen gegen Russland, die der Kongress mit Stimmen beider Parteien beschlossen hatte, setzte Trump in wesentlichen Teilen per Ausnahmegenehmigung aus. Bewilligte Hilfsgelder von 810 Millionen Dollar hält seine Regierung zurück, der US-Rechnungshof nennt das rechtswidrig.

    Vizepräsident J. D. Vance verlangt öffentlich, die Ukraine solle keine russischen Energieanlagen mehr angreifen, und verweist auf die steigenden Energiekosten der Amerikaner. Laut Reuters hat das Weiße Haus Kiew sogar gedroht, die Warnungen vor russischen Raketenangriffen auszusetzen, wenn die Ukraine weiter Raffinerien und Öldepots angreift. Zur selben Zeit hat Russland allein an einem Wochenende eine halbe Million ukrainischer Haushalte vom Strom abgeschnitten. Putin bescheinigt Trump, sich „korrekt verhalten“ zu haben. Der Ukraine wünscht er einen neuen Präsidenten.

    Ich schüttele nur noch den Kopf, wie offen ein amerikanischer Präsident sich auf die Seite des Angreifers stellt. Selenskyj wurde im Februar 2025 im Oval Office vorgeführt, Putin bekam im August 2025 in Alaska den roten Teppich. Seitdem erhöht Trump an einem Tag den Druck auf Moskau und droht am nächsten Kiew. Er behandelt den Kriegsherrn im Kreml als Geschäftspartner und das überfallene Land als Störfaktor. Nikolas Busse schreibt in der FAZ, Trump sei es nie um die Sicherheit der Ukraine oder Europas gegangen, die Ukraine stehe ihm bei Geschäften mit Russland im Weg. Trump wirft Kiew vor, mit den Angriffen auf russische Raffinerien den Dieselpreis zu treiben. Die Hauptursache für die hohen Preise ist laut Busse aber der Krieg gegen Iran, den Trump ohne Zustimmung des Kongresses begonnen hat.

    Christian Stöcker erklärt im Spiegel, wie das System funktioniert: Es geht nicht um Ideologie, sondern um Geld, Öl und Macht. Elon Musk fordert ebenfalls Selenskyjs Rücktritt. Laut Wall Street Journal kam von ihm auch die Anweisung, das militärische Satellitennetz Starshield zu drosseln. Ukrainische Drohnen verloren daraufhin nach Kiewer Angaben an der Front die Verbindung. Stöcker nennt das Kleptokratie, eine Herrschaft der Diebe, die den Staat als Beute behandelt und die Außenpolitik als Tauschgeschäft.

    Europa gewöhnt sich daran

    Genauso schüttele ich den Kopf über unsere Gewöhnung daran. In Deutschland bleibt der Aufschrei aus. Aus dem Außenkanzler Merz ist ein Innenkanzler geworden, schreibt Daniel Mützel bei t-online. Europa tut durchaus etwas: Die EU sichert ihre Milliardenhilfe ab, Deutschland bezahlt Luftverteidigung und Munition, und die Europäer kaufen amerikanische Waffen, die Washington nicht mehr umsonst liefert. Bezahlte Patriot-Raketen kommen trotzdem verspätet an. Ganz unschuldig sind die Europäer selbst nicht. Die EU ist laut Busse noch immer der viertgrößte Käufer russischer Brennstoffe, beim Gas sogar der größte.

    Über die Zukunft der Ukraine will Trump lieber mit Putin und Xi reden, ohne Kiew und ohne die Europäer. Selenskyj sagt im US-Fernsehen offen, die Ukraine würde nicht bestehen, wenn sich die USA offiziell auf Russlands Seite stellen. Diesen Satz muss Europa ernst nehmen. Die verlässlichsten Verbündeten der Ukraine sind noch immer die Europäer, nicht Trump. Aber in vielen Ländern bröckelt die Solidarität. Wir müssen nur in den Osten unserer Republik schauen, wo laut Forschungsgruppe Wahlen 42 Prozent der Bevölkerung weniger Unterstützung für die Ukraine wollen, vom unsäglichen Antrag von AfD und BSW im Landtag von Sachsen-Anhalt gar nicht zu reden.

    Ein Wahlkampf der Milliardäre

    Wie viel Geld in diesem Wahlkampf steckt, sprengt jedes deutsche Maß. Kandidaten, Parteien und Interessengruppen haben laut Wahlkommission FEC bisher mehr als 16 Milliarden Dollar eingesammelt, nicht mitgerechnet sind Spenden, deren Herkunft verschleiert wird. Für Wahlwerbung sind schon mehr als zehn Milliarden Dollar ausgegeben. Möglich macht das ein Urteil des Obersten Gerichtshofs von 2010. Seitdem dürfen sogenannte Super PACs (Political Action Committees) unbegrenzt Geld annehmen, solange sie offiziell unabhängig von den Kandidaten Werbung machen. Im Juni hat das Gericht die Grenzen noch weiter gelockert.

    Elon Musk hat laut FEC-Daten in diesem Jahr mehr als 366 Millionen Dollar gespendet, mehr als die rund 290 Millionen, mit denen er 2024 Trumps Wahlkampf unterstützt hat. Davon gingen laut t-online 158 Millionen an den Fonds, der die Senatsmehrheit der Republikaner sichern soll, und 10 Millionen an Ken Paxton, Musks Kandidaten in Texas. Allein in dieses eine Senatsrennen in Texas sind bis Mitte Oktober mehr als 500 Millionen Dollar geflossen, mehr als 360 Millionen davon auf republikanischer Seite. Trump selbst gibt an, schon mehr als 300 Millionen Dollar in den Wahlkampf seiner Partei gesteckt zu haben, bis zum Wahltag sollen es mehr als 400 Millionen werden.

    Von den 20 größten Geldgebern stehen 14 auf der Seite der Republikaner. Darunter sind die Investoren Marc Andreessen und Ben Horowitz und OpenAI-Mitgründer Greg Brockman, die vor allem eines wollen: weniger Regeln für künstliche Intelligenz und Kryptowährungen. In neun umkämpften Senatsrennen haben die Republikaner im vergangenen Monat 233 Millionen Dollar für Fernsehwerbung ausgegeben, fast doppelt so viel wie die Demokraten.

    Auch die Demokraten haben Großspender, etwa George Soros und Michael Bloomberg mit 80 Millionen Dollar für das Repräsentantenhaus, aber nicht in dieser Masse. Wer so viel Geld in eine Wahl steckt, will etwas dafür haben. Musk hat es vorgemacht: Nach seinen Millionen für Trump zog er ins Weiße Haus ein, strich öffentliche Budgets zusammen und sorgte dafür, dass seine eigenen Firmen verschont blieben.

    Kauft Geld die Wahl?

    Ob Geld allein die Wahl entscheidet, ist trotzdem offen. Im Frühjahr 2025 steckte Musk mehr als 20 Millionen Dollar in eine Richterwahl in Wisconsin. Gewonnen hat die Kandidatin der Demokraten, Susan Crawford, weil sie offen gegen Musk und seine Millionen antrat. Die Fernsehspots der Republikaner bringen ihnen trotz doppeltem Einsatz nur 40 Prozent mehr Reichweite. 72 Prozent der Amerikaner finden, dass Geld eine zu große Rolle in der Politik spielt. Bei den Senatskandidaten sammeln ausgerechnet Demokraten das meiste Geld, darunter James Talarico in Texas, wo seit mehr als 30 Jahren kein Demokrat einen Senatssitz gewonnen hat.

    So unbeliebt wie Trump war vor Zwischenwahlen zuletzt George W. Bush 2006. Nach einer Reuters/Ipsos-Umfrage sind nur noch 31 Prozent der Amerikaner mit seiner Amtsführung zufrieden. Bei der Frage nach der bevorzugten Partei für den Kongress liegen die Demokraten mit 47 zu 35 Prozent vorn. Landesweit haben schon mehr als 13 Millionen Menschen vorzeitig gewählt, vor vier Jahren waren es um diese Zeit rund neun Millionen. Trumps Super PACs müssen inzwischen Millionen in Wahlkreise stecken, die die Republikaner 2024 noch klar gewonnen hatten.

    Auch die Geschichte spricht gegen Trump. Bei Zwischenwahlen verliert die Partei des Präsidenten seit fast 200 Jahren fast immer Sitze, erklärt der Politikwissenschaftler Nick Beauchamp von der Northeastern University bei ZDFheute. Lucas Holtz von der Denkfabrik Third Way, die den gemäßigten Demokraten nahesteht, vergleicht die Lage mit 2006: Damals belasteten der Irak-Krieg, Korruptionsaffären und hohe Benzinpreise die Republikaner, die Demokraten holten das Repräsentantenhaus. Ein Krieg gegen Iran ohne Zustimmung des Kongresses, Bereicherung im Amt, teurer Diesel: Die Liste von 2026 klingt vertraut. Beauchamp gibt allerdings zu bedenken, dass eine Partei mit knapper Mehrheit meist weniger Sitze verliert als eine mit großer.

    Wahlkreise nach Maß

    Doch die Republikaner haben vorgesorgt. Nachdem der Oberste Gerichtshof im Sommer wesentliche Teile des Wahlrechtsgesetzes gekippt hat, das Minderheiten schützt, haben republikanisch regierte Staaten ihre Wahlkreise neu zugeschnitten. In Tennessee zerteilten sie die mehrheitlich Schwarze Stadt Memphis auf drei Wahlkreise, die weit ins ländliche Umland reichen. Unterm Strich könnten die Republikaner so fünf bis zehn Sitze im Repräsentantenhaus gewinnen.

    Die Demokraten halten dagegen. In Kalifornien ließ Gouverneur Gavin Newsom per Volksabstimmung neue Wahlkreise beschließen, die seiner Partei vier bis fünf zusätzliche Sitze bringen können. Den Vorsprung der Republikaner gleicht das nicht aus. Die Demokraten brauchen in beiden Kammern je vier Sitze mehr. Geld kauft in den USA keine Wahl, schreibt Rieke Havertz in der ZEIT. Ohne Millionen ist ein erfolgreicher Wahlkampf in diesem entgrenzten System aber kaum zu gewinnen.

    Die Demokraten und der Mittlere Westen

    Wie gut die Demokraten selbst abschneiden, ist damit nicht gesagt. Holen sie das Repräsentantenhaus zurück, ist das nur zu einem kleinen Teil ihr Verdienst, schreibt Majid Sattar in der FAZ. Ihre Niederlage von 2024 mit Kamala Harris haben sie nie aufgearbeitet. An den Küsten bieten sie Symbolpolitik für kleine Gruppen, die Mitte Amerikas mit ihren materiellen Sorgen erreichen sie kaum. Das gilt vor allem für den Mittleren Westen, der 2024 die Wahl entschieden hat.

    Michigan, Industriestaat im Rostgürtel, galt bis 2016 als sicher demokratisch. Der Senatssitz, um den es jetzt geht, war 36 Jahre in demokratischer Hand, nun ist das Rennen offen. Sattar nennt Michigan ein Laboratorium. Dort tritt mit Abdul El-Sayed ein Demokrat vom linken Rand an: Er fordert eine Krankenversicherung für alle, die Abschaffung der Einwanderungspolizei ICE und ein Ende der Militärhilfe für Israel. In der letzten Umfrage liegt er mit 48 zu 46 Prozent knapp vorn, der Abstand schrumpft. Kamala Harris hat schon für ihn geworben, Obama soll ihm in Detroit helfen.

    Wie viel für Trump in Michigan auf dem Spiel steht, zeigt sein Ton. El-Sayed wäre der erste muslimische Senator der USA. Trump nennt ihn einen „Dschihadisten“, zweifelt an seiner Loyalität zu den USA, bringt ihn mit der Muslimbruderschaft in Verbindung und spielt immer wieder auf den 11. September an. Belege für eine Verbindung zur Muslimbruderschaft gibt es laut AP keine. Selbst Bishara Bahbah, Mitgründer der Gruppe „Arab Americans for Trump“, nennt die Äußerungen rassistisch.

    Umfragen deuten darauf hin, dass sich Kandidaten der Mitte in umkämpften Staaten leichter tun. In den Vorwahlen setzte sich in Michigan trotzdem der linke Flügel durch. Ausgerechnet in Michigan liegt die Zahl der Frühwähler nur auf dem Niveau von 2022. In Iowa ist sie sogar gesunken, dort liegt der Demokrat Josh Turek mit 45 zu 48 Prozent hinten. Im Nachbarstaat Ohio, früher Amerika im Kleinen, steht es zwischen Sherrod Brown und Jon Husted 50 zu 50.

    Einen klaren Hoffnungsträger für 2028 haben die Demokraten noch nicht, ein halbes Dutzend bringt sich laut Sattar in Stellung. Am meisten Aufmerksamkeit bekommt Jon Ossoff aus Georgia, 37 Jahre alt, ein pragmatischer Progressiver. Ossoff redet über das, was die Menschen drückt: Benzinpreise, Krankheitskosten und die riesigen Rechenzentren der Tech-Konzerne, die das Wasser in den Gemeinden belasten. Trump beschimpft ihn vulgär, Ossoff nennt Trump ruhig eine Schande für das Amt. Eine Präsidentschaftskandidatur schließt Ossoff bislang aus. Auch Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom, Josh Shapiro aus Pennsylvania und Gretchen Whitmer aus Michigan werden immer wieder als mögliche Kandidaten genannt.

    Gefährlicher nach dem 3. November

    Es ist wichtig, dass die Demokraten die Midterms gewinnen. Aber Trump macht weiter, auch ohne Mehrheit im Kongress. Darüber müssen wir uns in Europa im Klaren sein. Wie gewohnt teilt Trump nach allen Seiten aus, auch gegen Verbündete. Am Sonntag in Port Huron in Michigan traf es Norwegen. Weil er den Friedensnobelpreis nicht bekommen habe, sei Norwegen ein „beschissenes Land“ geworden, von dort wolle er niemanden mehr aufnehmen. Den Ausdruck hatte Trump früher schon für Haiti, Somalia und den Jemen benutzt.

    Selbst ein demokratischer Kongress kann Trumps Außenpolitik kaum stoppen, warnt die Politikwissenschaftlerin Nevada Joan Lee in einer Analyse für den European Council on Foreign Relations. Trump hält bewilligte Gelder zurück und hebelt Sanktionen per Ausnahmegenehmigung aus. Als „lahme Ente“ wird er nicht harmloser, schreibt David Schafbuch bei t-online. Er wird größere Risiken eingehen, um etwas zu hinterlassen, das seine Amtszeit überdauert. Ich fürchte, ein Deal mit Putin, bei dem die Ukraine nicht mitreden darf, könnte genau so ein Vermächtnis werden. Und die Demokraten haben noch viele Hausaufgaben zu erledigen, wenn sie 2028 auch die Präsidentschaftswahl gewinnen wollen.

    Und niemand weiß, wer und was bei den Republikanern nach Trump kommt. Alle schauen auf ihn, doch Sorgen machen mir auch die Leute in seinem Rücken: die Tech-Milliardäre um Elon Musk und Peter Thiel, die Demokratie und Gleichheit für überholt halten, und Vizepräsident J. D. Vance, dessen politischen Aufstieg Thiel mitfinanziert hat. Dieses Netzwerk hat mit Zufall nichts zu tun, wie ich im August beschrieben habe. Es denkt über Trumps Amtszeit hinaus.

    Europa sollte nicht auf die nächste Kehrtwende in Washington warten. Es braucht eigene Luftverteidigung, eigene Satellitenverbindungen und eine Finanzierung, die nicht vom nächsten Anruf aus dem Weißen Haus abhängt. Und es sollte aufhören, Putins Krieg mit Gaskäufen mitzufinanzieren. Wer die Ukraine für billigeren Diesel aufgibt, gibt auch Europas Sicherheit auf. Den Amerikanern wünsche ich, dass die Demokraten wieder ein schärferes Profil bekommen und die gute Seite der USA, die ich kenne und schätze, sich durchsetzt. Ein Selbstläufer wird das nicht.

    Für die Recherche und für den Entwurf dieses Artikels wurde KI eingesetzt.

    Quellen & Leseempfehlungen

    #Audi #Demokratie #DonaldTrump #ElonMusk #Europa #JDVance #Midterms #PeterThiel #Russland #TechBros #Ukraine #USA #Wahlen #WladimirPutin
  4. 🐾 Lillys Tagebuch – 26.10.2026 🐾

    Heute wollte ich hoch hinaus. 😸 Und ich muss sagen: Das klappt inzwischen immer besser!

    Früher musste ich bei manchen Dingen noch überlegen: Komme ich da wirklich ran? Muss ich springen? Brauche ich vielleicht einen kleinen Umweg?
    Heute ist die Sache viel einfacher: Ich stelle mich hin, strecke mich und mache mich einfach gaaaaaanz lang. 😹

    Je größer ich werde, desto mehr Möglichkeiten eröffnen sich mir nämlich in meinem Reich. Dinge, die vor einiger Zeit noch unerreichbar schienen, befinden sich plötzlich verdächtig nahe an meinen Pfoten. Und wenn ich mich auf meinem Katzenbaum auf die Hinterpfoten stelle, die Vorderpfoten ordentlich nach oben schiebe und den Hals noch ein kleines bisschen länger mache, dann fehlt manchmal gar nicht mehr viel. 🐾

    Auf meinem Katzenbaum habe ich heute deshalb wieder einmal ausgiebig getestet, wie weit meine persönliche Reichweite inzwischen reicht. Erst einmal hochschauen. 👀 Dann Entfernung abschätzen. Danach lang machen. Noch länger. Und noch ein winziges Stückchen länger …

    Meine Zweibeiner beobachten solche Übungen natürlich immer sehr interessiert. Wahrscheinlich fragen sie sich dabei, welches Ziel ich mir da oben schon wieder ausgesucht habe. Aber das bleibt selbstverständlich mein Geheimnis. Eine Katze muss schließlich nicht jeden Plan vorher offenlegen. 😼

    Außerdem muss man vorbereitet sein. Heute ist es vielleicht nur das obere Ende vom Katzenbaum, morgen irgendein Regal und übermorgen … nun ja, wir werden sehen. 😹

    Ansonsten verlief mein Tag ausgesprochen normal. Ein bisschen spielen, durch mein Reich spazieren, kontrollieren, was die Zweibeiner machen, gemütlich herumliegen und natürlich zwischendurch dafür sorgen, dass niemand vergisst, dass hier immer noch eine Katze das Geschehen überwacht.

    Also keine besonderen Vorkommnisse – außer der wichtigen Erkenntnis des Tages:

    Wenn etwas zu hoch ist, muss man nicht gleich aufgeben. Manchmal muss man sich einfach nur ein bisschen länger machen. 😸🐾

    Eure hoch hinauswollende
    Lilly 🐱💕

    #Katze #Katzelilly #Lilly #Lillytagebuch #caturday

  5. @Pit mit "Klatsch" Das ist ein generelles Problem: Es gibt selten Feedback für Bildbeschreibungen und Alt-Texte.

    Ich habe ja einiges an Wissen über Bildbeschreibungen und Alt-Texte zusammengesammelt, genug, um ein ganzes englischsprachiges Wiki über Bildbeschreibungen und Alt-Texte im Fediverse zu schreiben.

    Aber ich habe dieses Wissen größtenteils aus Artikeln, Blogposts usw., die mit dem Fediverse gar nichts zu tun haben. Keiner dieser Artikel, Blogposts etc. geht auf die Mastodon-Kultur ein, allerhöchstens auf das Technische bei Mastodon. Das heißt, den Rest meines Wissens habe ich erlangt, indem ich entweder Einzelposts oder Diskussionen auf Mastodon über Bildbeschreibungen verfolgt habe, oder aus eigenen Experimenten.

    Ich weiß also praktisch nichts aus Feedback, das ich für meine eigenen Bilderposts bekommen habe, weil ich seltenst Feedback bekomme.

    Zugegeben, ich poste auch extrem selten Bilder, weil der Aufwand zu groß ist. Und wenn ich es tue, dann von zwei Kanälen aus, die kaum Reichweite im Fediverse haben. (Auf diesem Kanal poste ich keine Bilder mehr aus Rücksicht auf User auf Mastodon-Servern, deren Version so alt ist, daß Bilder noch nicht hinter CWs verborgen werden.)

    Andererseits weiß ich auch nicht, ob es so gut wäre, wenn ich anderer Leute Alt-Texte rezensiere. Ich habe mehr als 30 Qualitätskriterien für gute Bildbeschreibungen und Alt-Texte, und die würde ich alle anwenden. Wahrscheinlich wäre ich schlimmer als Mastodons eigentliche Alt-Text-Polizei.

    CC: @Felicia-👩🏻‍🦯

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #CW #CWs #CWMeta #ContentWarning #ContentWarnings #ContentWarningMeta #AltText #AltTextMeta #CWAltTextMeta #Bildbeschreibung #Bildbeschreibungen #BildbeschreibungenMeta #CWBildbeschreibungenMeta
  6. @Pflanzen und Bücher Ist es nicht.

    Wenn du irgendeine Bildbeschreibung willst, dann ist das einfach.

    Wenn du eine gute Bildbeschreibung willst, die wirklich hilfreich ist, die auch technisch garantiert funktioniert und die bei Mastodons Alt-Text-Polizei garantiert durchgeht, dann ist es alles andere als einfach. Das kannst du mir glauben.

    Ich habe über 50 englischsprachige Artikel, Blogposts usw. über Bildbeschreibungen und Alt-Texte gelesen. Ich habe jahrelang Mastodon beobachtet im Hinblick auf Alt-Texte, Bildbeschreibungen und Mastodons Erwartungen daran.

    Inzwischen habe ich über 30 Qualitätskriterien für Bildbeschreibungen allgemein und Alt-Texte ganz speziell zusammen, von denen die meisten allgemeingültig und ein paar speziell auf das Fediverse und ganz besonders eine Zielgruppe auf Mastodon zugeschnitten sind.

    Ich arbeite an einem englischsprachigen Wiki über Bildbeschreibungen und Alt-Texte im Fediverse. Ein Wiki, weil ein einziger Artikel dafür nicht ausreicht: https://hub.netzgemeinde.eu/wiki/jupiter_rowland/How(20)to(20)describe(20)images(20)in(20)the(20)Fediverse/Home

    Wenn es wirklich immer so einfach wäre, Bilder optimal zu beschreiben und Alt-Texte optimal zu schreiben, dann gäbe es keinen einzigen von diesen über 50 englischsprachigen Artikeln. Es gäbe kein einziges dieser über 30 Qualitätskriterien. Niemand auf Mastodon würde je von irgendjemand anderem einen Alt-Text kritisieren, denn alle Alt-Texte wären optimal.

    Wenn es wirklich so einfach wäre, würde ich alle paar Tage eigene Bilder posten, und ich würde für jede Bildbeschreibung Sekunden brauchen. Tatsächlich ist mein letzter Bilderpost mit eigenen Bildern schon mehr als zwei Jahre her (nicht auf dem Kanal, von dem ich gerade schreibe; Suchen zwecklos), und ich habe zum Beschreiben von zwei Bildern etwa acht Stunden gebraucht. Und das war noch kurz.

    Es gibt auch diese über 50 Artikel (Links sind im Wiki zu finden). Existierende, sogar handgeschriebene Alt-Texte werden auf Mastodon als nicht gut genug kritisiert. Mastodon-Alt-Texte funktionieren in Screen-Readern schlecht oder gar nicht. Mastodon-Alt-Texte funktionieren im Fediverse außerhalb von Mastodon schlecht oder gar nicht. Mastodon-Bilderposts sind für sehende Menschen, die aufgrund körperlicher Behinderungen keine Alt-Texte öffnen können, unverständlich, weil alle Erklärungen im Alt-Text stehen. Und so weiter.

    Und deshalb gibt's diese über 30 Qualitätskriterien.

    CC: @Jörg Zimmermann @Felicia-👩🏻‍🦯 @Carola Meyer

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #AltText #AltTextMeta #CWAltTextMeta #Bildbeschreibung #Bildbeschreibungen #BildbeschreibungenMeta #CWBildbeschreibungenMeta
  7. Ich bin in einer gefährlichen Stimmung. Mehr denn je möchte ich weg.
    Die Wertschätzung fehlt mir. Ich bin ja immer da, so selbstverständlich, so verlässlich.
    Ich bin so sehr für andere da, dass ich gar nicht mehr weiß, wie ich selbst sein möchte. Meine Stacheln stellen sich auf.
    Je mehr ich mich engagiere, desto höher liegt dann die Messlatte. Ich muss immer höher springen.
    Ganz gleich, wie ich mich verhalte, es ist nie genug. Weil es da ein Vorurteil mich betreffend gibt. Ich bin anders, ich bin verkehrt, und wenn etwas schief läuft, bin ich die Schuldige. Das ist für alle sehr praktisch, es garantiert meinen vollen Einsatz, bei minimaler Gegenleistung.
    Ich habe dazu gerade gar keine Lust mehr, und bin zum ersten Mal in meinem Leben finanziell unabhängig genug, zu tun, was ich möchte.
    Nicht reich, aber ich habe gerade Geld genug, um etwas nur für mich zu tun.

  8. Vor einem Monat war es so weit! Der Autohändler rief überraschend an und teilte mit, dass die Papiere für den Fiat Topolino bereits aus Italien den Weg nach Bünde gefunden haben.

    Fährt schneller als erlaubt! Wir hatten den am 12.09. sehr spontan gekauft und konnten ihn dann leider nicht in der Folgewoche vom Händler abholen, weil dort zwar das Fahrzeug im Schaufenster stand, aber die Papiere in Italien erst noch gedruckt werden mussten. Der Post auf Threads hatte für meine bescheidenen Verhältnisse enorme Reichweite und über 300 Kommentare (abzüglich der geblockten User, die den üblichen Blödsinn zu Elektroautos gepostet haben). In Südeuropa sind die Drucker und die Post jedenfalls nicht langsam und darum konnte ich mich bereits am 26.09. zum Händler kutschieren lassen, um dann mit dem jüngsten Nachwuchs auf dem Beifahrersitzt und mit Alex im 500e hinter uns den kleinen Topolino zu meiner Mama zu holen!

    Testfahrt bei schönstem Wetter.

    Die Fahrt aus Bünde war problemlos, dauerte aber eine gewisse Zeit, weil der Topolino nun nur 45 Km/h schnell fährt. Ben fand es cool und wir haben es auf einer leicht abschüssigen Strecke sogar geschafft, den Tacho auf unglaubliche 51 Km/h zu bringen. Bergauf nach Oberbecksen war mit den 8 PS jedoch nicht mehr als 30 Km/h drin. Schneller darf man dort aber sowieso nicht fahren.

    Ankunft am Südweg.

    Mir gefällt das „Auto“ wirklich gut. Sitzkomfort gibt es irgendwie, reicht aber für die angepeilten Strecken völlig aus. Die Rundumsicht ist unglaublich. Kein Wunder, es ist quasi überall um einen herum das Ende des Autos. Der Topolino ist klein! Trotzdem sitze ich mit über zwei Zentnern und 187cm Größe entspannt auf dem Fahrersitz. Auch der 194cm große Nachwuchs 1.0 kann dort noch Platz nehmen, ohne irgendwo anzustoßen. Ich bin auch schon mal morgens aus Jux damit zur Arbeit gefahren und die von innen beschlagene Scheibe musste vom Gebläse frei gepustet werden. Auch das funktioniert. Allerdings würde ich die Seitenscheiben vor der Fahrt vom Wasser befreien. Der Fahrtwind reicht nicht! Und runter fahren, um danach freie Sicht zu haben, ist auch nicht möglich. Man kann die Seitenscheiben nur zur Hälfte nach oben klappen. Das Gebläse hat sogar eine Mini-Heizung vorgeschaltet, von der man sogar etwas erahnen kann.

    Auch Nachwuchs 2.0 ist angetan!

    Meine Mama hat schon ein bisschen gegrinst, als wir bei ihr zu Hause auf den Hof gefahren sind. Sofort wurde probegesessen und ich habe dann auch sofort auf einer Testfahrt bestanden. Die ging dann bis zu meiner Tante und war auch kein Problem. Danach durfte auch Nachwuchs 2.0 einmal auf dem Fahrersitzt Platz nehmen und vor dem Haus rauf und runter fahren. Mehr als Schritttempo hat er sich allerdings nicht getraut! Und ja, keine Sorge, das ist alles Privatgelände und keine öffentliche Straße!

    Alleine mit dem Auto gefahren ist Mama allerdings noch nicht. Mit ihrem alten Punto in der Zeit aber auch nur ein Mal. Apropos: Hat jemand Interesse an einem roten Fiat Punto? Ist 16 Jahre alt, hat aber 18.000 Kilometer auf dem Tacho!

    https://www.andreas-edler.de/blog/2026/10/fiat-topolino-corallo/ #Auto #Elektromobilität #Fiat #FiatTopolino #klimafreundlicheMobilität #Klimawandel #Konsum #Nachwuchs20 #Test #Verkehr #Verkehrswende
  9. Ich hatte mein Google Pixel 9 Pro offensichtlich schon über zwei Jahre in Benutzung. Die 10er Version habe ich ausgelassen, weil ich wirklich überhaupt keinen Vorteil zu meinem 9er gesehen habe. Auch das Pixel 11 scheint nicht wirklich so viel besser zu sein. Jedoch hat die Kamera einen größeren Zoom. Und ich wollte auch einfach was Neues haben. Zum Verkaufstart gab es ein enorm hohes Rückkkaufsangebot für mein 9 Pro, so dass das 11er nur knapp über 400€ kostete. Da konnte ich nicht nein sagen.

    Der „Postturm“ in Werste von unserem Balkon aus. Die Einrichtung verlief unspektakulär und die beim letzten Mal verkackte Übernahme der Google-Authenticator-Daten war ein Klacks. Das Thermometer des 9er ist auf der Strecke geblieben. Hatte ich nicht auf dem Schirm und störte mich auch ein bisschen. Vielleicht ein bisschen mehr.

    Aber die Kamera finde ich schon ganz cool. Der Werster Postturm ist morgens vor der Arbeit von unserem Balkon aus aufgenommen worden und steht 840 Meter Luftlinie von uns entfernt. Geht schon. Ich weiß gar nicht mehr, ob ich dafür das digitale 120fach-Zoom benutzt habe. Ich glaube es ist nur das optische 10fach-Zoom. Die digitale Variante bearbeitet das Bild mit KI nach und man sieht je nach Motiv schon, dass sich das Smartpone ein paar Dinge dazu denkt. Sieht bei machen Sachen gut aus, weil es einfach nicht auffällt. Oft sind aber Details schief oder z.B. Buchtitel in einem Regal nicht mehr lesbar, obwohl die „Buchstaben“ riesig groß abgebildet werden – nur nicht mehr als Buchstaben erkennbar sind.

    Die Lutternsche Egge

    Die Lutternsche Egge habe ich vom Marktgarten Lohe aus fotografiert, als wir dort unsere Exkursion mit den Grünen hatten. Das sind ziemlich genau 8.500 Meter Luftlinie und es war ein bisschen diesig an dem Tag. Dafür finde ich die Aufnahme OK.

    Ein Rotmilan

    Wie hoch dieser Rotmilan war, kann ich nicht sagen. Ich habe ihn jedenfalls mit einer hohen Zoomstufe frei Hand verfolgt und dann auf den Auslöser gedrückt. Das reicht, um den Vogel identifizieren zu können. Ich bin zufrieden.

    Ich habe das Teil nun seit nicht ganz zwei Monaten in Benutzung und meckere nicht. Das fehlende Thermometer hat mich etwas gestört, aber die Kamera versöhnt mich ein wenig. Ansonsten ist das Pixel 11 Pro solide, aber keine Offenbarung gegenüber dem Großvater 9 Pro. Für zwei Jahre wird es jetzt wieder reichen und mit 400€ bin ich zufrieden. Den „normalen“ Kaufpreis von 1.200€ empfinde ich als viel zu hoch!

    https://www.andreas-edler.de/blog/2026/10/google-pixel-11-pro/ #Foto #Geld #Google #Handy #Hardware #Konsum #Smartphone #Technik #Test
  10. TŌ YŌ (JP, psych)

    Kult 41, Freitag, 6. November um 19:00 MEZ

    TÕ YÕ (JP, psych)
    #psych #world #acid #rock
    “The way Tō Yō blends their Asian sounds with their American psychedelic influences helps to
    create an engaging and delightful musical journey”. – The Third Eye
    Born out of the Far Eastern underground, Tō Yō is a next-generation psychedelic rock trio from Tokyo, Japan.
    Their organic sound and hypnotic rhythms are rooted in the chaotic, genre-defying Tokyo underground,
    driven by a constant desire for experimentation on stage.
    Tō Yō, das in Tokio beheimatete Psychedelic-Quartett, ist im Kontext des japanischen Psychedelic-Rock angesiedelt,
    der eine lange und interessante Geschichte hat, aber auch die Sensibilität der jungen Leute, die heute in Tokio leben,
    in seine Musik einbezieht.
    Der Sound von Tō Yō ist gleichzeitig einzigartig und doch vertraut – aber er ist auch bewegend.
    „Unser Psychedelic-Sound ist manchmal gewalttätig und manchmal naiv“, sagt Sänger und Gitarrist Masami Makino,
    „aber wir glauben auch, dass unser Sound die primitivsten Sinne wecken soll, um das Aufsteigen der Seele
    und ihre unkontrollierbaren Impulse zu sublimieren.“
    Tō Yō ist eine ehrgeizige Band mit einer ehrgeizigen Vision, daher ist es keine Überraschung,
    dass einige ihrer größten Einflüsse für komplexe, bahnbrechende Visionen bekannt sind;
    Far East Family Band, J. A. Seazer und Jimi Hendrix tauchen alle in der Liste der wichtigsten Einflüsse der Band auf.
    Youtobe: https://www.youtube.com/@toyo9972
    Bandcamp: https://toyotoyo.bandcamp.com/album/stray-birds-from-the-far-east
    Spotify: https://open.spotify.com/artist/1HsbWI9eeccgUpzffKCYQT











    Live (WDR) Tō Yō – Freak Valley Festival 2024:
    https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/rockpalast/TOYO-Freak-Valley-Festival-2024-clip-t-y-freak-valley-festival-2024-100.html





















    Einlass: ab 19:00 Uhr
    Beginn: ~20 Uhr
    Konzert endet 22:00 Uhr
    Eintritt:10,- €

    Beachtet bitte:
    Das KULT41 ist ein Ort, an dem sich alle wohlfühlen sollen. Wir dulden keine Abwertungen oder Beleidigungen aufgrund von Geschlechtsidentität, Herkunft, Religion, Aussehen, Behinderung oder anderen Merkmalen. Ebenso wenig tolerieren wir ungewollte Aufdringlichkeiten oder Belästigungen gegenüber Besucher*innen oder Mitarbeitenden.
    Liebe KULT41-Gästinnen und -Gäste,
    wie die meisten wissen, dürft Ihr Euch nach 22 Uhr leider nicht mehr im Hof aufhalten, egal wie wenige oder wie leise Ihr seid. Wir bekommen sonst Ärger mit Nachbarn, Ordnungsamt und der Stadt Bonn. Daher: Bitte geht rein oder in den Bus, wenn unsere Helfer:innen Euch darum bitten. Sie setzen dabei nur eine wichtige Regel um, die dafür sorgt, dass wir weiter viele schöne Veranstaltungen im KULT41 machen können.
    Danke für Euer Verständnis!
    Eintritt: 10,- €

    flyinghigh-bonn.org/event/t-y-

  11. Alle sprechen über dich, aber niemals mit dir
    Die Ausstellung „Subkultur-Hauptstadt Karl-Marx-Stadt" findet nicht etwa in Chemnitz statt, sondern in Leipzig. Die betrachtete Zeit endet auch brav 1990, weil man sonst mit den Menschen zusammenarbeiten müsste, die die letzten 30 Jahre geprägt haben, und das wollen wir nicht. Mit denen redet man nicht.

    Stimmen tut es trotzdem. Es ist eine ganz eigene Kultur, die bis heute fortbesteht. Wahrscheinlich deshalb, weil man immer die Position des Underdogs hat. Man könnte den Hunger auf der Welt besiegen und alle hätten etwas auszusetzen. Irgendwie beleidigend, aber auch befreiend. Hier der Originaltext der Veranstaltung:

    galeriekub.de/index.php?Direct

    Die Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 war nicht zuletzt angetreten, explizit der autodidaktischen künstlerischen Selbstermächtigung Raum zu geben, die in der Stadt ohne Kunstschule-Tradition eine wesentliche Rolle spielte und zum herausragenden Sonderstatus innerhalb des alternativen Kunst- und Subkultur-Spektrums der späten DDR führte. Von Ansätzen abgesehen kam die außergewöhnliche Karl-Marx-Städter Szene der 1980er Jahre aber nicht in den Fokus, was nicht zuletzt auch eine internationale Würdigung hätte sein können.

    „Subkulturhauptstadt Karl-Marx-Stadt“ als Projekt in einer Kooperation des Leipziger Soziokulturellen Zentrums naTo e.V. und der Publikations- und Präsentationsplattform Zonic greift diese Fehlstelle leicht zugespitzt auf und setzt von einer relativen Außenposition zur ergänzenden Korrektur an.

    Es fußt dabei auf diversen Vorgänger-Projekten zur Subkultur des realsozialistischen Raums und entsprechenden Veröffentlichungen, in denen auch der spezielle Charakter der Karl-Marx-Städter Szene vorgestellt wurde. Aus diesen Kontexten ergibt sich auch die maßgebliche Zusammenarbeit mit Dr. Claus Löser, der als Ko-Kurator aus den originalen Zusammenhängen stammt. Er gründete Anfang der 1980er mit dem späteren Künstler Florian Merkel die Artpunk-Band Die Gehirne, gab zwischen 1983 und 1985 mit Frank Bretschneider das originalgrafische Samisdat-Magazin A Drei heraus und veröffentlichte Texte in anderen DDR-Samisdat-Publikationen. Hauptgrund seiner Verfolgung durch die Staatssicherheit war jedoch seine Rolle als wesentlicher Akteur der vor allem mit Super8-Technik arbeitenden Experimentalfilm-Szene, zu deren wichtigstem Archivar und wissenschaftlichem Aufbereiter er später wurde.

    Die Wortwahl von der „Subkulturhauptstadt Karl-Marx-Stadt“ bezieht sich aber auch wertend auf die Vielzahl außergewöhnlicher künstlerisch-subkultureller Aktivitäten, deren Bandbreite vor allem mittels der Ausstellung erfahrbar wird, während in einer Veranstaltungsreihe spezifische Momente kontextualisiert werden. Keine andere Stadt der DDR hatte eine ähnlich schräge Verschränkung von Klang, Poesie, Experimentalfilm, Kunst und performativer Aufführung aufzuweisen. Dass es auch schon eine Eigenwahrnehmung dieses Sonder-Charakters gab, drückte sich z.B. in den Kassetten-Beilagen des Magazins A Drei „Melodie & Harmonie“ und „Klar vor mir Musik“ aus, die den Sound der Stadt einfingen. Ein Novum der Selbstbehauptung der Hauptstadt eines Randbezirks. Deren politische wie kulturpolitische Wirkungsbedingungen in den 1980ern ebenfalls vorgestellt wird, von der staatlichen Repression Anfang der 1980er, vor allem von Punk, bis zur vorsichtig geweiteten, wenn auch weiter überwachten Spielwiese am Ende des Jahrzehnts bzw. des gesellschaftlichen Systems.
    word.undead-network.de/2026/10
    #chemnitz #karlmarxstadt #kunst #leipzig #musik #subkultur #untergrund

  12. Denkt der Mensch nur über das Machbare und Mögliche nach, besteht die Gefahr den Sinn des Seins, sich selbst zu vergessen. Der Glaube liegt dabei im Bereich der Grundentscheidungen, der Mensch muss diese unausweichlich beantworten.

    Für Grundentscheidungen ist der Glaube Bereich und Form, um Stellung zu beziehen. Jeder Mensch muss auf irgendeine Art "glauben". Es ist die nicht nur auf Wissen reduzierbare Form des Standfassens im Ganzen der Wirklichkeit, der Sinngebung. Sie liegt allem Rechnen und Handeln voraus, ermöglicht sie.

    Im Christentum ist nicht allein die Machbarkeit wichtig, das eigentliche "Brot" von dem ein Christ lebt ist der Ort, der Sinn gibt: Gott. Das Menschsein nährt sich von seinem Wort, Sinn, seiner Liebe. Der Sinn ist das Brot. Deshalb ist etwa das menschliche Leben von Empfängnis bis natürlichem Ende heilig, die Feindesliebe lebbar, Menschenwürde keine politische Machbarkeit.

    #fedikirche #katholischekirche #sinn #philosophie #katechese #christentum #prolife

  13. Bürokratie, Fachkräftemangel, Reiche: Das verhängnisvolle Dreieck der Energiewende

    Im September 2026 war mehr als jeder dritte neu zugelassene Pkw in Deutschland ein reines Elektroauto: 34,5 Prozent, so viele wie nie zuvor. Wärmepumpen haben die Hersteller im ersten Halbjahr 195.000 Stück verkauft, 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Laut KfW-Energiewendebarometer wollen inzwischen 66 Prozent der Haushalte selbst etwas für die Energiewende tun. Ein Jahr zuvor waren es 59 Prozent.

    https://9vor9.podigee.io/221-zu-hause-elektrifzieren-pv-solar-wallbox

    Seit 2024 warte ich aufs Einspeisen

    Bei mir steht die PV-Anlage auf dem Dach, Wechselrichter und Speicher sind im Keller, das Auto lädt an der Wallbox. Strom ins Netz einspeisen darf ich noch nicht. Den Antrag beim Netzbetreiber haben wir 2024 gestellt, genehmigt ist er bis heute nicht, auch weil unser damaliger Elektriker nicht hinterher war. Für mich ist das eine Never-Ending-Story, die seit zwei Jahren läuft. Jetzt warte ich seit vier Wochen auf einen Techniker des Netzbetreibers, der sich meine Anlage anschauen soll. Seit 2024 gilt eine Vorschrift, nach der Netzbetreiber Wallboxen und Wärmepumpen bei Engpässen drosseln dürfen. Dafür kommen seit diesem Jahr ein Smart Meter und eine Steuerbox in den Zählerschrank. Das Smart Meter ist schon geraume Zeit gesetzt, jetzt warte ich auf den nächsten Schritt. „Also man hat immer den Eindruck, es geht immer weiter mit den Vorschriften, es wird nicht weniger“, habe ich im Gespräch gesagt.

    Thomas Wetterer kennt das von seiner eigenen Anlage. Er musste sie innerhalb von 14 Tagen im Marktstammdatenregister eintragen, dem amtlichen Verzeichnis aller Stromerzeuger. Danach stand der Eintrag wochenlang auf „Überprüfung“. Als er nachfragte, kam heraus, dass nur kontrolliert wurde, ob eine bestimmte Nummer richtig eingetragen war. Für den Tausch seines alten Zählers hat er 160 Euro bezahlt. Dabei muss der Messstellenbetreiber nach seiner Darstellung einen passenden Zähler kostenlos stellen, wenn eine Solaranlage aufs Dach kommt. Er sagt dazu: „In Deutschland wird ja alles genehmigt. Bevor es genehmigt wird, muss man es antragen, dass es genehmigt wird.“ Den Grund sieht er bei den Menschen in den Behörden: „Manchmal kommt es auch so vor, dass kein Mensch was entscheiden will.“

    Die Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen, wie langsam die neuen digitalen Stromzähler ankommen. Diese Zähler melden Verbrauch und Erzeugung alle 15 Minuten an den Netzbetreiber. Ende Juni 2026 hatten erst 5,9 Prozent der gut 54 Millionen Zählerplätze in Deutschland einen Smart Meter. Gegen 434 Messstellenbetreiber hat die Behörde Verfahren eröffnet, weil sie ihre Pflichtquote von 20 Prozent nicht geschafft haben. Bei 77 von ihnen lag die Quote bei null.

    Der Elektriker schließt an, einstellen muss man selbst

    Ein zweiter Engpass sind die Handwerker. Mein Elektriker hat die Wallbox angeschlossen, gesagt, dass sie jetzt läuft, und ist wieder gefahren. Wer sie so einstellt, dass sie mit Sonnenstrom lädt oder nachts zum günstigen Tarif, wusste weder er noch der Lieferant meiner PV-Anlage. Also habe ich mich mit ChatGPT und ähnlichen Werkzeugen selbst eingearbeitet. Mein Eindruck: Solarteure und Elektriker kennen sich in ihrem Bereich aus. „Die haben nicht das Gesamtbild.“ Sollen Wallbox, Speicher und Wärmepumpe zusammenarbeiten, fehlt jemand, der für das Ganze geradesteht.

    Thomas Wetterer nimmt die Handwerker in Schutz. Sie hätten zu viel zu tun und hätten gelernt, Kabel zu verlegen und Geräte anzuschließen. „Also die Elektriker, die ich kenne, die wollen das anschließen.“ Ob die Wallbox dann abends den Hausspeicher leer lädt, weil keine Sonne mehr scheint, sei nicht mehr ihr Thema. Er rechnet damit, dass ein eigener Beruf entsteht. Diese Leute kämen nach dem Elektriker, würden die Anlage zusammen mit den Kunden einrichten und so lange nachstellen, bis sie wie gewünscht läuft. Das koste Geld, lohne sich aber. Wie groß die Lücke ist, zeigt das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung am Institut der deutschen Wirtschaft: 2024 fehlten in der Bauelektrik im Jahresschnitt mehr als 18.300 Fachkräfte.

    Lars ist den anderen Weg gegangen. Ein E-Auto fährt er seit drei Jahren, in diesem Jahr kamen über einen Komplettanbieter PV-Anlage, Wärmepumpe und eine neue Wallbox dazu. Die alte konnte (angeblich) nicht mit überschüssigem Sonnenstrom laden. Es ging schnell, und Lars ist zufrieden. Die Einweisung in die Wärmepumpe war aber auch bei ihm kurz, den Rest hat er sich beibringen müssen. Ein Mitarbeiter des Anbieters habe ihm offen gesagt, dass Neukunden besser betreut würden als Bestandskunden, weil sich an ihnen mehr verdienen lasse. Über sich sagt Lars: „ich kenne mich halt nicht so gut aus und vertraue dann auf die Unternehmen oder Berater“.

    Bei den KI-Chatbots waren wir uns nicht ganz einig. Mir haben sie bei der Wallbox geholfen, schneller als die klassische Suche bei Google. Thomas Wetterer hat die Erfahrung gemacht, dass man von ChatGPT und Co. oft recht bekommt, auch wenn man falschliegt. „Also wenn man da nicht wirklich selbst schon weiß, wo hingeht, dann kann man mit der KI ziemlich falsch abbiegen.“

    Mieter und Eigentümergemeinschaften kommen kaum mit

    Laut KfW nutzen 34 Prozent der Haushalte mindestens eine Energiewende-Technik, also etwa eine Solaranlage, eine Wärmepumpe oder ein E-Auto. Bei Eigentümern von Ein- und Zweifamilienhäusern sind es 59 Prozent, bei Mietern nur 15 Prozent. Ich wohne in einer Eigentümergemeinschaft mit acht Parteien in einem alten, runderneuerten Haus. Als das Dach neu gemacht wurde, habe ich als einziger der acht Eigentümer eine PV-Anlage draufsetzen lassen. Unsere Gasheizung wird zum Jahresende 27 Jahre alt. Ob danach eine Wärmepumpe kommt oder wieder Gas, kann ich nicht allein entscheiden. Lars hält das für die eigentliche Hürde: Der große Schritt komme erst, wenn in den Städten die großen Mietshäuser auf Strom umgestellt werden.

    Thomas Wetterer nennt dafür zwei Modelle: Mieterstrom und die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung. In beiden Fällen nutzen die Bewohner den Strom aus der Anlage auf ihrem eigenen Dach. „Das Gute daran ist, der Strom verlässt nie das Haus.“ Deshalb fallen keine Netzentgelte an. Ein Projekt, das er gerade begleitet, kommt trotzdem nicht voran: Jede Wohnung braucht einen digitalen Zähler, und den Antrag dafür hat bisher niemand gestellt.

    Die Politik streicht Förderung und baut neue Hürden

    Gleichzeitig ändert die Bundesregierung die Regeln. Am 29. Juli 2026 hat das Kabinett die EEG-Novelle beschlossen. Neue Solaranlagen sollen ab 2027 keine feste Einspeisevergütung mehr bekommen, sondern nur noch 36 Monate lang einen Übergangssatz, der einen Cent unter dem bisherigen liegt. Danach müssen die Betreiber ihren Strom selbst am Markt verkaufen. Außerdem sollen neue Anlagen höchstens die Hälfte ihrer Leistung ins Netz einspeisen dürfen. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen, die EU muss die Regeln genehmigen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche begründet die Kürzung mit den Kosten. Der Zubau geht schon jetzt zurück: Im ersten Halbjahr 2026 kamen nach Daten des Großhändlers EWS rund 388.000 neue Solaranlagen dazu, 18 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

    Ich habe den Eindruck, dass hier bewusst gebremst wird. Ich glaube nicht, dass die Ministerin es den Leuten leichter machen will. Thomas Wetterer sagt es noch deutlicher: „Ja, die kommt ja aus der Gaslobby.“ Vor ihrem Wechsel ins Ministerium war Reiche Vorstandschefin von Westenergie, einer E.ON-Tochter, die Strom- und Gasnetze betreibt. Digitalminister Karsten Wildberger soll laut seinem Auftrag Bürokratie abbauen. Im Zählerschrank merke ich davon bisher nichts.

    Wir würden es alle wieder tun

    Trotz allem würden wir drei es wieder machen. Meine Frau fährt jeden Tag mit dem E-Auto nach Frankfurt und musste den ganzen Sommer über kein einziges Mal an eine öffentliche Ladesäule. Mich freut auch, dass wir weniger abhängig sind von Energiekonzernen und von Politikerinnen und Politikern. Lars sagt, er fühle sich schlicht besser, weil er Geld spart und etwas Sinnvolles tut. Dass Strom und vor allem Gas und Öl auf Dauer billiger werden, glaubt keiner von uns. Thomas Wetterer hat im Januar 2025 einen Tarif bei Octopus Energy abgeschlossen: 30,9 Cent tagsüber, 20,9 Cent nachts zwischen 0 und 5 Uhr. Heute kostet derselbe Tarif 36,9 und 26,9 Cent.

    Sein Rat an alle, die anfangen wollen: zuerst ausrechnen, wie viel Strom man braucht. Am besten das Dach trotzdem voll belegen, auch wenn es für eingespeisten Strom bald nur noch wenige Cent gibt. Nach seiner ersten Woche mit 19,3 Kilowatt Spitzenleistung auf dem Dach dachte er noch, die Anlage sei viel zu groß. Heute fahren zwei E-Autos mit dem Strom. Eine eigene Anlage hält er für besser als eine gemietete, weil man nur so an die eigenen Daten kommt: „lieber noch mal einen Kredit aufnehmen und die eigene Anlage aufs Dach setzen.“ Einen Speicher könne man auch an jede ältere Anlage anschließen, egal was der Elektriker sagt. Mein Rat: Wer sich nicht selbst einarbeiten will, sollte sich jemanden holen, der sich auskennt und dem er vertraut. Und die Energieberatung nutzen, etwa bei der Verbraucherzentrale Hessen.

    Mein Fazit: Die Elektrifizierung im Eigenheim scheitert nicht an der Technik. Sie scheitert an einem Dreieck, das für die Energiewende tödlich ist. Die erste Seite ist die Bürokratie: Anträge, Register, Zählertausch und Steuerboxen, die bei Netzbetreibern und Messstellenbetreibern monatelang liegen bleiben. Die zweite Seite ist fehlendes Fachwissen: Kaum jemand plant Solaranlage, Speicher, Wallbox und Wärmepumpe als Ganzes, baut alles ein und stellt es so ein, dass es zusammenarbeitet. Am Ende stehen Hausbesitzer mit Formularen und einem Chatbot im Keller.

    Die dritte Seite ist eine Bundeswirtschaftsministerin, die den Ausbau der Erneuerbaren aus meiner Sicht bewusst behindert. Die feste Vergütung streichen und die Einspeisung auf die Hälfte begrenzen, und das in einem Jahr, in dem der Zubau ohnehin zurückgeht: Ein Versehen ist das für mich nicht. Katherina Reiche begründet es mit den Kosten. Ich halte es für Politik, die stattdessen die Lobby von Öl und Gas schützt und fördert, aus deren Welt sie kommt.

    Dabei sind Strom vom eigenen Dach, ein Speicher im Keller und ein Auto, das damit fährt, derzeit der einzige Weg, der wirtschaftlich und politisch Sinn ergibt. Jede Kilowattstunde vom Dach ist eine, für die wir kein Gas und kein Öl kaufen müssen: nicht bei Wladimir Putin, nicht bei den Ölstaaten am Golf und nicht als Flüssiggas aus dem Amerika von Donald Trump. Wie teuer diese Abhängigkeit ist, sehen wir gerade an jeder Tankstelle. Wer unabhängiger werden will, macht den Leuten den Einstieg leicht. Manche Politikerinnen und Politiker wollen das offenbar nicht. Eine ganz besonders.

    Jede Seite dieses Dreiecks lässt sich aufbrechen: mit Netzbetreibern, die Anträge digital und fristgerecht bearbeiten, mit einer Anlaufstelle von der Planung bis zur fertig eingestellten Anlage und mit einer Wirtschaftsministerin, die das Mitmachen nicht teurer macht. Erst dann geben die zwei Drittel der Haushalte, die etwas tun wollen, nicht entmutigt auf. Bis dahin gilt, was Thomas Wetterer zum Schluss gesagt hat: „Es gibt alles Mögliche. Einfach mal was machen.“

    Für die Recherche und für den Entwurf dieses Artikels wurde KI eingesetzt.

    https://youtu.be/5mRQr_b08yQ

    Quellen & Leseempfehlungen

    #9vor9 #Bürokratie #Energiewende #KarstenWildberger #KatherinaReiche #LarsBasche #Nachhaltigkeit #Photovoltaik #Solarenergie #ThomasWetterer #Wallbox #Wärmepumpe
  14. Submarine train to Hokkaido with @dnanian

  15. A morning walk to visit the Morioka Morning Market for a treat of warming hittsumi soup, which features a comforting, savory broth and chewy, slippery noodles. Next to the stall making hittsumi was a stall that roasts coffee and sells it by the cup.

  16. Moss on western outer defensive wall of castle

  17. Espresso with the roaster from whence the beans were roasted with @dnanian

  18. My first (though I hope not but possibly my last?) time in GranClass thanks to @dnanian

  19. View of Shinjuku center through the clouds this morning

Share on Mastodon

Enter the server where you have an account.