#katechese — Public Fediverse posts
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Im Christentum ist Gott nicht nur jener, der liebevoll zu den Menschen hinabschaut, sie ruft und zu ihm zieht, sondern er kam selbst ins menschliche Dasein, Schicksal. Als Gott und Mensch war Jesus rein wie Gott und verantwortungsbewusst, verantwortungsbeladen wie der Mensch. Beladen mit der Schuld des Menschen, um diesen aus Gnade davon zu erlösen.
Diese Gnade schafft Gerechtigkeit, rettet aber den Menschen, weil Gott diesen lieben will. Kein Mensch stirbt so, wie Jesus, weil er das Leben, keiner wurde für die Sünde so gestraft, weil Jesus der Reine war, keiner hat das böse Nichts so erfahren, weil er Gottes Sohn war.
Und aus diesem Nichts macht der Schöpfer aus Liebe die neue Schöpfung: den Menschen, der an ihn, seine Liebe, seine Erlösungstat glaubt. Dieser Ruf gilt der Menschheit.
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Als Jesus zum Tod verurteilt wird, kämpft er nicht. Er handelt und redet nicht nach der Logik des Prozesses und Erfordernissen der Selbstverteidigung, sondern anderswoher. Er hat göttliche Wirklichkeit, gesammelte Gegenwärtigkeit, vollkommene Bereitschaft in sich.
Der Kampf, den er austrägt, ist dunkler Art: für die Wahrheit. Sein ganzer Prozess will sie erdrücken, bis der Mensch sie nicht mehr spürt. Das wird besonders an Pilatus deutlich. Der Richter wird von der Macht der Finsternis in die Dunkelheit geführt, bis er den grausamen, schmachvollen Unsinn, den er tut, nicht mehr fühlt.
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Das apokryphe Judasevangelium ist im Umfeld der Gnosis entstanden. In ihm wird Judas als ein einzig Wissender, Guter, sich Opfernder unter den Jüngern dargestellt, der durch seinen Verrat Jesus erst ermöglichte, sein Erlösungswerk am Kreuz zu vollenden. Doch es war keineswegs notwendig, dass sich wider dem "Heiligen Gottes" (Lk 4:34) der Verrat erhebt, damit der Wille Gottes geschieht. Das Bild von Judas mag andererseits auch dem Wunsch entsprochen haben für das quälende Schicksal Jesu einen Schuldigen zu finden und in dessen Verurteilung man den zuinnerst gefühlten Vorwurf an die Juden, an eigenes Versagen, los wurde.
Aber all diese verwickelten psychologisierenden Gedankengänge sind der Hl. Schrift fremd. Sie gehen aus einer gnostischen romantischen Philosophie des Bösen hervor, widersprechen dem Geist der Offenbarung.
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