#katechese — Public Fediverse posts
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Als Jesus zum Tod verurteilt wird, kämpft er nicht. Er handelt und redet nicht nach der Logik des Prozesses und Erfordernissen der Selbstverteidigung, sondern anderswoher. Er hat göttliche Wirklichkeit, gesammelte Gegenwärtigkeit, vollkommene Bereitschaft in sich.
Der Kampf, den er austrägt, ist dunkler Art: für die Wahrheit. Sein ganzer Prozess will sie erdrücken, bis der Mensch sie nicht mehr spürt. Das wird besonders an Pilatus deutlich. Der Richter wird von der Macht der Finsternis in die Dunkelheit geführt, bis er den grausamen, schmachvollen Unsinn, den er tut, nicht mehr fühlt.
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Ein Christ darf sich niemals beruhigen, dass Christus hat sterben müssen. Niemals darf er es als richtig, in Ordnung hinnehmen, dass die Erlösung durch Christi Tod geschah.
Sonst kommt eine Starrheit, Gleichgültigkeit, Unmenschlichkeit in christliches Leben hinein, das es zerstört. Dann würde bald die Sünde relativiert, der sündige Mensch selbst rehabilitiert. Dann würde das Leben des Herrn aufhören ein wirklich gelebtes zu sein, ein wirkliches Kommen, Handeln, Wollen, Erfahren von menschlichen Schicksal. Dann würde er bald nur zu einem Gedanken, einer Idee, einer Option und er wäre zu unreal, um ihn in sein Herz aufzunehmen.
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Als Jesus beim letzten Abendmahl Brot und Wein als sein Leib und Blut bezeichnete, meint der Text genau, was er aussagt. Er saß nicht mit Symbolisten, die deuteln und vergeistigen am Tisch, auch nicht mit Begriffsleuten des 19. und 20. Jahrhunderts, sondern mit einfachen antiken Menschen, die sinnhaft schauen und dachten. Sie waren an das Kultleben gewöhnt.
Auf dem Tisch lag der dahingegebene Leib des Paschalammes, Jesu Worte konnten nur als wirklich verstanden werden. Was er tat, war nicht Symbol der Gemeinschaft, der Hingabe, eine Erinnerung an den waltenden Geist, es war wortwörtlich aufzufassen, wirklich.
Eucharistie ist Gedächtnis, aber göttlicher Art. Keine menschliche Fähigkeit zur Vorstellung, des Nacherlebens, keine weihevolle Vergegenwärtigung von geglaubten Gewesenen, sondern göttliches Gedenken. Es sagt uns, wie der Glaubende zu Gott zu stehen hat: Nicht vor ihm, sondern in ihm.
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Judas als Jünger Jesu zeigt auf, dass man in der Nähe eines heiligen Menschen, sogar von Gottes Sohn, auch etwas anderes als gut werden kann, nämlich gemein, zum Teufel. Menschliche Größe des Nächsten zu ertragen ist schon schwer, wenn man selbst klein ist. Bei einer göttlichen Größe, die eines Erlösers, wird es unmöglich, wenn keine Bereitschaft zum Glauben, zur Liebe da ist. Das Heilig-Gewaltige, die Liebe darin, muss als Maß und Anfang genommen werden, sonst vergiftet man sein Menschsein.
Judas ließ dies zu und wurde zum Bundesgenossen des Feindes, zum Verräter, so wie danach auch Petrus. Der jedoch ging darin nicht unter, weil er bereute, umkehrte, die Liebe Gottes ihm Maß blieb, ihm so Gottes Gnade geschenkt wurde, er eine erste Frucht der Erlösungstat Jesu am Kreuz wurde.
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Das apokryphe Judasevangelium ist im Umfeld der Gnosis entstanden. In ihm wird Judas als ein einzig Wissender, Guter, sich Opfernder unter den Jüngern dargestellt, der durch seinen Verrat Jesus erst ermöglichte, sein Erlösungswerk am Kreuz zu vollenden. Doch es war keineswegs notwendig, dass sich wider dem "Heiligen Gottes" (Lk 4:34) der Verrat erhebt, damit der Wille Gottes geschieht. Das Bild von Judas mag andererseits auch dem Wunsch entsprochen haben für das quälende Schicksal Jesu einen Schuldigen zu finden und in dessen Verurteilung man den zuinnerst gefühlten Vorwurf an die Juden, an eigenes Versagen, los wurde.
Aber all diese verwickelten psychologisierenden Gedankengänge sind der Hl. Schrift fremd. Sie gehen aus einer gnostischen romantischen Philosophie des Bösen hervor, widersprechen dem Geist der Offenbarung.
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Das apokryphe Judasevangelium ist im Umfeld der Gnosis entstanden. In ihm wird Judas als ein einzig Wissender, Guter, sich Opfernder unter den Jüngern dargestellt, der durch seinen Verrat Jesus erst ermöglichte, sein Erlösungswerk am Kreuz zu vollenden. Doch es war keineswegs notwendig, dass sich wider dem "Heiligen Gottes" (Lk 4:34) der Verrat erhebt, damit der Wille Gottes geschieht. Das Bild von Judas mag andererseits auch dem Wunsch entsprochen haben für das quälende Schicksal Jesu einen Schuldigen zu finden und in dessen Verurteilung man den zuinnerst gefühlten Vorwurf an die Juden, an eigenes Versagen, los wurde.
Aber all diese verwickelten psychologisierenden Gedankengänge sind der Hl. Schrift fremd. Sie gehen aus einer gnostischen romantischen Philosophie des Bösen hervor, widersprechen dem Geist der Offenbarung.
#fedikirche #katholischekirche #philosophie #gnosis #judas #juden #katechese #evangelium
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Jesus kämpft nicht darum das Volk auf seine Seite zu bringen, die Führer zu gewinnen. Er weicht nicht aus, greift nicht an, verzichtet nicht auf seine Sendung, ist nicht geschäftig. Er zieht sich aber auch nicht in bloße Bereitschaft zurück, wartet auf das Schicksal. Jesus bringt das ihm Aufgetragene zu Ende, er vollendet.
Die Kirche tut es ihm gleich. Sie bietet das Evangelium an, kämpft um jede einzelne Seele für Gott, nicht um die Macht, um die Meinung, Mehrheit oder Gunst. Sie ist nicht politisch, sondern evangelisierend, nicht anbiedernd, zurückweichend, sondern vollendet das ihr Aufgetragene auf ein Ziel hin.
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