#stefanniggemeier — Public Fediverse posts
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mit Update 3.1.
Das dachte ich heute vor dem Gemüseregal des Bioladens (zuvor mit dem freudschen Tippfehler “Biolandes”!) “Momo”. Mittags um 2 KEINE BANANE! Keine eine. Weder II. Wahl noch die Grünen in den noch nicht ins Regal sortierten Kisten. Morgen beim Fischhändler rechne ich ebenfalls mit DDR-Ähnlichkeit: die Warteschlange. Hatte diesen Niedergang nicht dieser Klugscheisser schon frühmorgens vorhergesagt? Jahre hatte der Spiegel benötigt, den loszuwerden. Wiekommichdrauf?
Update 3.1.
Heute behaupteten Zeuginnen in glaubwürdiger Weise, es seien Bananen dagewesen. Ich habe keine gesehen (13.30 h). Aber es besteht Hoffnung, dass das hier nicht zur DDR wird … Alle an der Kasse kannten dieses Bild … Update Ende
Stefan Niggemeier/uebermedien interviewte den vom RBB aussortierten Medienjournalisten Jörg Wagner, der die DDR noch selbst erlebt hat. Vieles könnte er im RBB wiedererkannt haben. Und vor allem sprach er öffentlich darüber, im Radio. Des RBB. Das hätte es hier im Westen nicht gegeben. Die Letzten, die das versucht hatten, war das WDR-TV-Magazin “Im Glashaus”, mit einem sehr kurzen Leben. Bei uebermedien jetzt paywallfrei und absolut lesenswert:
“Jörg Wagner: ‘Es braucht immer jemanden, der dich beschützt und gute Argumente hat, zu sagen: Lass mal den Wagner machen’ – Mehr als 30 Jahre lang hat er im Hörfunk über Medien berichtet: immer kritisch, immer mit großer Hingabe zum Medium Radio – und nahezu ohne Urlaub. Nun hört Jörg Wagner nicht ganz freiwillig auf mit seinem ‘Medienmagazin’ bei Radio Eins. Wir haben mit ihm auf seine Karriere geblickt, bis zurück zu den Anfängen im legendären DDR-Jugendradio DT64.”
Ich kannte den Kerl all die Jahrzehnte gar nicht. Wen interessiert denn hier im Westen ein ostdeutscher Lokalsender? Erst mit der spektakulären Skandalserie des RBB wurde er bundesweit als Tapferer immer wieder erwähnt. Nun soll das Gras wachsen, und zwar schnell. Der Hebel ist der Gleiche wie bei Zander. Mann kann es auch als Mordserie am Medium Radio bezeichnen.
Verkehrspolitik – werden unsere Enkel*innen noch was erleben?
“Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.” Diese Lebensweisheit eines verstorbenen Bundeskanzlers ändert nichts an der Drogenabhängigkeit von Politik und Medien. In Bonn hat diese Krankheit Ausbildungen als “Westbahn” und als “Seilbahn”. Lange schon nichts mehr von “Wassertaxis” gehört, während die Fähre am Beueler Rheinufer seit Jahren leersteht. Vorbildlich, im Vergleich zu den Rheinanliegerstädten, die täglich unter ihren Autostaus zusammenbrechen, der Hamburger Hafen. Unter den LKW-Containern brechen sie dort trotzdem zusammen.
Nun gibt es von Ben Schwan/heise einen interessanten Blick nach New York City und London: “Schnelles Boot statt Bus und Bahn: Was sich von London und New York lernen lässt – Durch die meisten deutschen Großstädte fließt ein Fluss. Doch gut ausgebauter Bootsverkehr ist selten. Dabei funktioniert das an Themse und East River gut.” Oder lieber Paris?
Der Bonner Oberbürgermeister muss wohl nicht zum Arzt. Keine Zeit.
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mit Update 3.1.
Das dachte ich heute vor dem Gemüseregal des Bioladens (zuvor mit dem freudschen Tippfehler “Biolandes”!) “Momo”. Mittags um 2 KEINE BANANE! Keine eine. Weder II. Wahl noch die Grünen in den noch nicht ins Regal sortierten Kisten. Morgen beim Fischhändler rechne ich ebenfalls mit DDR-Ähnlichkeit: die Warteschlange. Hatte diesen Niedergang nicht dieser Klugscheisser schon frühmorgens vorhergesagt? Jahre hatte der Spiegel benötigt, den loszuwerden. Wiekommichdrauf?
Update 3.1.
Heute behaupteten Zeuginnen in glaubwürdiger Weise, es seien Bananen dagewesen. Ich habe keine gesehen (13.30 h). Aber es besteht Hoffnung, dass das hier nicht zur DDR wird … Alle an der Kasse kannten dieses Bild … Update Ende
Stefan Niggemeier/uebermedien interviewte den vom RBB aussortierten Medienjournalisten Jörg Wagner, der die DDR noch selbst erlebt hat. Vieles könnte er im RBB wiedererkannt haben. Und vor allem sprach er öffentlich darüber, im Radio. Des RBB. Das hätte es hier im Westen nicht gegeben. Die Letzten, die das versucht hatten, war das WDR-TV-Magazin “Im Glashaus”, mit einem sehr kurzen Leben. Bei uebermedien jetzt paywallfrei und absolut lesenswert:
“Jörg Wagner: ‘Es braucht immer jemanden, der dich beschützt und gute Argumente hat, zu sagen: Lass mal den Wagner machen’ – Mehr als 30 Jahre lang hat er im Hörfunk über Medien berichtet: immer kritisch, immer mit großer Hingabe zum Medium Radio – und nahezu ohne Urlaub. Nun hört Jörg Wagner nicht ganz freiwillig auf mit seinem ‘Medienmagazin’ bei Radio Eins. Wir haben mit ihm auf seine Karriere geblickt, bis zurück zu den Anfängen im legendären DDR-Jugendradio DT64.”
Ich kannte den Kerl all die Jahrzehnte gar nicht. Wen interessiert denn hier im Westen ein ostdeutscher Lokalsender? Erst mit der spektakulären Skandalserie des RBB wurde er bundesweit als Tapferer immer wieder erwähnt. Nun soll das Gras wachsen, und zwar schnell. Der Hebel ist der Gleiche wie bei Zander. Mann kann es auch als Mordserie am Medium Radio bezeichnen.
Verkehrspolitik – werden unsere Enkel*innen noch was erleben?
“Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.” Diese Lebensweisheit eines verstorbenen Bundeskanzlers ändert nichts an der Drogenabhängigkeit von Politik und Medien. In Bonn hat diese Krankheit Ausbildungen als “Westbahn” und als “Seilbahn”. Lange schon nichts mehr von “Wassertaxis” gehört, während die Fähre am Beueler Rheinufer seit Jahren leersteht. Vorbildlich, im Vergleich zu den Rheinanliegerstädten, die täglich unter ihren Autostaus zusammenbrechen, der Hamburger Hafen. Unter den LKW-Containern brechen sie dort trotzdem zusammen.
Nun gibt es von Ben Schwan/heise einen interessanten Blick nach New York City und London: “Schnelles Boot statt Bus und Bahn: Was sich von London und New York lernen lässt – Durch die meisten deutschen Großstädte fließt ein Fluss. Doch gut ausgebauter Bootsverkehr ist selten. Dabei funktioniert das an Themse und East River gut.” Oder lieber Paris?
Der Bonner Oberbürgermeister muss wohl nicht zum Arzt. Keine Zeit.
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Was sagt es mir, wenn einer von Deutschlands besten Medienjournalisten, Stefan Niggemeier/uebermedien, sich an einem reimenden Peter Voss abarbeitet? Ich weisses nicht, sagen Sies mir. Woher nimmt der Gute nur die Zeit? Da ist das Sujet von David Goeßmann/Junge Welt schon angemessener: “Klimawandel: Kein Thema – Nur rund ein Prozent der TV-Talkshows von ARD und ZDF befassten sich in diesem Jahr mit der Klimakrise. Über den Klimablackout der deutschen Medien”. In wenigen Tagen digital eingemauert (= “linke Medienpolitik”).
Goeßmann hat telepolis schon wieder verlassen. Warum weiss ich nicht. Viele interessante Texte finde ich dort nicht mehr. Doch, sein Thema “Klima” ist zweifellos wichtig.
Die von ihm erwähnte “Klima vor 8”-Debatte hat einen weitgehend geheim geblieben Ansatz in der Wirklichkeit. Jeden Freitag sendet die ARD nämlich vor der Tagesschau eine “Klimazeit”. Die beim SWR angesiedelte Redaktion arbeitet im Rahmen ihrer Möglichkeiten ordentlich. Nur wird sie nicht im ARD-Programm linear verbreitet, sondern bei tagesschau24. Nichts spräche dagegen, die gleiche Arbeit mit mehr Ressourcen täglich zu machen, und sie so zu verbreiten, dass die Öffentlichkeit sie auch bemerkt.
Aber wie wichtig sind noch die von Goeßmann behandelten und kritisierten Medien? Das von ihm halluzinierte “Millionenpublikum” (“Millionen” = Plural!) ist nämlich schon weg. Was-mit-Medien-Menschen wollen es nicht bemerken, weil es für sie selbst eine brutale Bedeutung hat – sie, auch die, die drüber schreiben und kritisieren, sind ebenfalls immer weniger wichtig. Niemand nimmt sie zur Kenntnis – ausser ihre Artgenoss*inn*en. Die von Goeßmann inhaltlich völlig richtig kritisierten Talktrashs können Billigsekt-Flaschen köpfen, wenn sie nennenswert über 1 Mio. Zuschauer*innen ins Quotenrennen einlaufen. Ebenso die genannten ehemaligen (!) “Leitmedien”. Das war einmal, und sie sind noch nicht gestorben.
Ich zitiere dazu seinen Kollegen Thomas Pany/telepolis, der auf mich seit dem Rötzer-Weggang dort den Eindruck innerer Emigration vermittelt, und verarbeiten “muss”, was ihm die Chefredaktion auf den Schreibtisch wirft:
“Selbst erfolgreiche deutsche Nachrichtenseiten wie spiegel.de erreichen zwar 29 Millionen Nutzer monatlich, diese verbringen dort aber nur 18 Minuten im Monat – gerade einmal eine halbe Minute täglich. Bei der Süddeutschen Zeitung sind es sogar nur neun Minuten monatlich, wie Telepolis unter Berufung auf Martin Andrees Forschung berichtete. ARD-Vorsitzender Florian Hager warnt laut Presseportal: ‘Wir erleben gerade eine Erschütterung gewachsener medialer Strukturen: Demokratien werden weltweit politisch angegriffen, KI-Agenten torpedieren Ausgewogenheit, Tech-Konzerne bestimmen in ihren Monopolen den Blick der Menschen auf die Welt.'”
Die genannten Daten zu Verweildauern kann ich für mich bestätigen. Ich besuche diese Seiten täglich, um zu wissen, welche Themen sie setzen. Lesen tue ich in den seltensten Fällen, immer mit Hilfe von Paywallbohrern. Keine Sensation: wer sich selbst einmauert, wird nicht mehr bemerkt. Besonders steil ist der Absturz für den krisengebeutelten Spiegel (die letzte Verlagsleitung hat wieder hingeschmissen), der einst deutscher Internetmarktführer war …
Was für ein Sack Reis das “Bündnis” der ARD mit den Zeitungsmilliardär*inn*en ist, hat Christian Bartels/MDR-Altpapier mit sehr gemässigtem Sarkasmus eingeordnet:
“Brachiale Ökonomisierung – Beim Privatsender RTL fällt nicht nur die Weihnachtsfeier aus, sondern fallen auch 600 Arbeitsplätze weg. Die ARD und die Presseverbände appellieren überraschend gemeinsam. Und der Appell ‘Liebe ARD, vergeigt es jetzt bitte nicht in Sachen Sparen’ verdient auch Aufmerksamkeit.”
Ich urteile härter. Die Entscheidung der ARD, mit den Verleger*inne*n gemeinsame PR-Sache zu machen, ist eine strategische Fehlentscheidung. Wer sich fast schon freiwillig die Publikation von Texten verbieten lässt, was will der noch? Oder die?
Der Fuchs ist schon längst im Stall und frisst sich durch. Peter Voss war auch so einer …
Dann lieber Fussball
Das Publikum hat andere Interessen. Vorgestern spielten die besten Fussballerinnen der Welt (Spanien) 3:0 gegen die Deutschen, leistungsgerecht. 4 Mio. guckten zwischen 18 und 20 h zu. Nur eine Million mehr waren es dann zur besten Sendezeit bei den Männern (BVB-Bayermonsanto 0:1). Dann lieber gegen St. Pauli verlieren.
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Was sagt es mir, wenn einer von Deutschlands besten Medienjournalisten, Stefan Niggemeier/uebermedien, sich an einem reimenden Peter Voss abarbeitet? Ich weisses nicht, sagen Sies mir. Woher nimmt der Gute nur die Zeit? Da ist das Sujet von David Goeßmann/Junge Welt schon angemessener: “Klimawandel: Kein Thema – Nur rund ein Prozent der TV-Talkshows von ARD und ZDF befassten sich in diesem Jahr mit der Klimakrise. Über den Klimablackout der deutschen Medien”. In wenigen Tagen digital eingemauert (= “linke Medienpolitik”).
Goeßmann hat telepolis schon wieder verlassen. Warum weiss ich nicht. Viele interessante Texte finde ich dort nicht mehr. Doch, sein Thema “Klima” ist zweifellos wichtig.
Die von ihm erwähnte “Klima vor 8”-Debatte hat einen weitgehend geheim geblieben Ansatz in der Wirklichkeit. Jeden Freitag sendet die ARD nämlich vor der Tagesschau eine “Klimazeit”. Die beim SWR angesiedelte Redaktion arbeitet im Rahmen ihrer Möglichkeiten ordentlich. Nur wird sie nicht im ARD-Programm linear verbreitet, sondern bei tagesschau24. Nichts spräche dagegen, die gleiche Arbeit mit mehr Ressourcen täglich zu machen, und sie so zu verbreiten, dass die Öffentlichkeit sie auch bemerkt.
Aber wie wichtig sind noch die von Goeßmann behandelten und kritisierten Medien? Das von ihm halluzinierte “Millionenpublikum” (“Millionen” = Plural!) ist nämlich schon weg. Was-mit-Medien-Menschen wollen es nicht bemerken, weil es für sie selbst eine brutale Bedeutung hat – sie, auch die, die drüber schreiben und kritisieren, sind ebenfalls immer weniger wichtig. Niemand nimmt sie zur Kenntnis – ausser ihre Artgenoss*inn*en. Die von Goeßmann inhaltlich völlig richtig kritisierten Talktrashs können Billigsekt-Flaschen köpfen, wenn sie nennenswert über 1 Mio. Zuschauer*innen ins Quotenrennen einlaufen. Ebenso die genannten ehemaligen (!) “Leitmedien”. Das war einmal, und sie sind noch nicht gestorben.
Ich zitiere dazu seinen Kollegen Thomas Pany/telepolis, der auf mich seit dem Rötzer-Weggang dort den Eindruck innerer Emigration vermittelt, und verarbeiten “muss”, was ihm die Chefredaktion auf den Schreibtisch wirft:
“Selbst erfolgreiche deutsche Nachrichtenseiten wie spiegel.de erreichen zwar 29 Millionen Nutzer monatlich, diese verbringen dort aber nur 18 Minuten im Monat – gerade einmal eine halbe Minute täglich. Bei der Süddeutschen Zeitung sind es sogar nur neun Minuten monatlich, wie Telepolis unter Berufung auf Martin Andrees Forschung berichtete. ARD-Vorsitzender Florian Hager warnt laut Presseportal: ‘Wir erleben gerade eine Erschütterung gewachsener medialer Strukturen: Demokratien werden weltweit politisch angegriffen, KI-Agenten torpedieren Ausgewogenheit, Tech-Konzerne bestimmen in ihren Monopolen den Blick der Menschen auf die Welt.'”
Die genannten Daten zu Verweildauern kann ich für mich bestätigen. Ich besuche diese Seiten täglich, um zu wissen, welche Themen sie setzen. Lesen tue ich in den seltensten Fällen, immer mit Hilfe von Paywallbohrern. Keine Sensation: wer sich selbst einmauert, wird nicht mehr bemerkt. Besonders steil ist der Absturz für den krisengebeutelten Spiegel (die letzte Verlagsleitung hat wieder hingeschmissen), der einst deutscher Internetmarktführer war …
Was für ein Sack Reis das “Bündnis” der ARD mit den Zeitungsmilliardär*inn*en ist, hat Christian Bartels/MDR-Altpapier mit sehr gemässigtem Sarkasmus eingeordnet:
“Brachiale Ökonomisierung – Beim Privatsender RTL fällt nicht nur die Weihnachtsfeier aus, sondern fallen auch 600 Arbeitsplätze weg. Die ARD und die Presseverbände appellieren überraschend gemeinsam. Und der Appell ‘Liebe ARD, vergeigt es jetzt bitte nicht in Sachen Sparen’ verdient auch Aufmerksamkeit.”
Ich urteile härter. Die Entscheidung der ARD, mit den Verleger*inne*n gemeinsame PR-Sache zu machen, ist eine strategische Fehlentscheidung. Wer sich fast schon freiwillig die Publikation von Texten verbieten lässt, was will der noch? Oder die?
Der Fuchs ist schon längst im Stall und frisst sich durch. Peter Voss war auch so einer …
Dann lieber Fussball
Das Publikum hat andere Interessen. Vorgestern spielten die besten Fussballerinnen der Welt (Spanien) 3:0 gegen die Deutschen, leistungsgerecht. 4 Mio. guckten zwischen 18 und 20 h zu. Nur eine Million mehr waren es dann zur besten Sendezeit bei den Männern (BVB-Bayermonsanto 0:1). Dann lieber gegen St. Pauli verlieren.
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Regierungs-Schaumschlägerei am Beispiel Weimer
Geschwätziges Medien-Feuilleton ist der ernsthaften Meinung, der Kerl habe in seiner kurzen Amtszeit schon “mehr geleistet” als seine Amtsvorgängerin Claudia Roth in einer ganzen Legislaturperiode. Solche Einschätzungen bezeugen in erster Linie eigene Geschwätzigkeit und ein Faible für kontinuierliche Schaumschlägerei. Wer das schätzt ist bei ihm richtig.
Mit Bedacht wurde er in diesem Blog bislang wenig erwähnt, besonders von mir. Warum jetzt? Weil der hochgeschätzte Kollege Stefan Niggemeier/uebermedien sich seines Falls angenommen hat.
“Ist es egal, ob es eine Kampagne ist? – Die Vorwürfe gegen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer treffen im Kern zu. Haben Medien dennoch anders darüber berichtet, weil der Absender das rechte Online-Magazin ‘Apollo News’ ist?”
Niggemeier zitiert die freudige Analyse der Rechten, das ihnen eine Rechtsverschiebung des Mediendiskurses gelungen sei. Das sehen sie richtig. Und dazu hat der Schaumschläger essentielle Beiträge geleistet. Es ist seine Absicht, kein Versehen.
Seine Amtsfreiheit das zu tun, ist – neben ihrer Folgenlosigkeit in der materiellen Praxis – auf sein Buddy-Verhältnis mit seinem vorgesetzten Bundeskanzler zurückzuführen, die wiederum mutmasslich auf ihrer beider Wohnhaftigkeit am Tegernsee, an dem auch ein gewisser Steuerstraftäter fotogen über den Sinn der Welt zu sinnieren pflegt (Video ab Minute 4:20), zurückzuführen ist. Vielleicht auch gemeinsamer Golf-“Sport”? Wer will das schon wirklich wissen …
Das Schaumschläger-Amt wurde 1999 von Gerhard Schröder erfunden, um seinem Buddy Michael Naumann öffentliche Beachtung zu schenken. So funktionierte das Amt durchgehend. Der oder die Kanzlerin besetzte es mit guten Freund*inn*en. Angela Merkel hatte eine glückliche Hand mit Monika Grütters, die ihre Kreise nie störte, und fachlich ausreichend ausgerüstet war. Letzteres war (und ist) auch Claudia Roth. Nur war der Kanzler Olaf Scholz weit davon entfernt, zu ihr ein vertrautes Verhältnis zu pflegen (und umgekehrt). Ich kenne beide persönlich. Vertrauen kannte die ganze Ampelkoalition bekanntlich nicht. So ist sie dann ja auch ausgegangen.
Der “Fall Weimer” ist nicht wg. dieser Intrigenarchitektur von Interesse. Sondern wegen der Medienmechanismen. Darum mache ich auf Niggemeier aufmerksam. Der versteht was davon.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Regierungs-Schaumschlägerei am Beispiel Weimer
Geschwätziges Medien-Feuilleton ist der ernsthaften Meinung, der Kerl habe in seiner kurzen Amtszeit schon “mehr geleistet” als seine Amtsvorgängerin Claudia Roth in einer ganzen Legislaturperiode. Solche Einschätzungen bezeugen in erster Linie eigene Geschwätzigkeit und ein Faible für kontinuierliche Schaumschlägerei. Wer das schätzt ist bei ihm richtig.
Mit Bedacht wurde er in diesem Blog bislang wenig erwähnt, besonders von mir. Warum jetzt? Weil der hochgeschätzte Kollege Stefan Niggemeier/uebermedien sich seines Falls angenommen hat.
“Ist es egal, ob es eine Kampagne ist? – Die Vorwürfe gegen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer treffen im Kern zu. Haben Medien dennoch anders darüber berichtet, weil der Absender das rechte Online-Magazin ‘Apollo News’ ist?”
Niggemeier zitiert die freudige Analyse der Rechten, das ihnen eine Rechtsverschiebung des Mediendiskurses gelungen sei. Das sehen sie richtig. Und dazu hat der Schaumschläger essentielle Beiträge geleistet. Es ist seine Absicht, kein Versehen.
Seine Amtsfreiheit das zu tun, ist – neben ihrer Folgenlosigkeit in der materiellen Praxis – auf sein Buddy-Verhältnis mit seinem vorgesetzten Bundeskanzler zurückzuführen, die wiederum mutmasslich auf ihrer beider Wohnhaftigkeit am Tegernsee, an dem auch ein gewisser Steuerstraftäter fotogen über den Sinn der Welt zu sinnieren pflegt (Video ab Minute 4:20), zurückzuführen ist. Vielleicht auch gemeinsamer Golf-“Sport”? Wer will das schon wirklich wissen …
Das Schaumschläger-Amt wurde 1999 von Gerhard Schröder erfunden, um seinem Buddy Michael Naumann öffentliche Beachtung zu schenken. So funktionierte das Amt durchgehend. Der oder die Kanzlerin besetzte es mit guten Freund*inn*en. Angela Merkel hatte eine glückliche Hand mit Monika Grütters, die ihre Kreise nie störte, und fachlich ausreichend ausgerüstet war. Letzteres war (und ist) auch Claudia Roth. Nur war der Kanzler Olaf Scholz weit davon entfernt, zu ihr ein vertrautes Verhältnis zu pflegen (und umgekehrt). Ich kenne beide persönlich. Vertrauen kannte die ganze Ampelkoalition bekanntlich nicht. So ist sie dann ja auch ausgegangen.
Der “Fall Weimer” ist nicht wg. dieser Intrigenarchitektur von Interesse. Sondern wegen der Medienmechanismen. Darum mache ich auf Niggemeier aufmerksam. Der versteht was davon.
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Regierungs-Schaumschlägerei am Beispiel Weimer
Geschwätziges Medien-Feuilleton ist der ernsthaften Meinung, der Kerl habe in seiner kurzen Amtszeit schon “mehr geleistet” als seine Amtsvorgängerin Claudia Roth in einer ganzen Legislaturperiode. Solche Einschätzungen bezeugen in erster Linie eigene Geschwätzigkeit und ein Faible für kontinuierliche Schaumschlägerei. Wer das schätzt ist bei ihm richtig.
Mit Bedacht wurde er in diesem Blog bislang wenig erwähnt, besonders von mir. Warum jetzt? Weil der hochgeschätzte Kollege Stefan Niggemeier/uebermedien sich seines Falls angenommen hat.
“Ist es egal, ob es eine Kampagne ist? – Die Vorwürfe gegen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer treffen im Kern zu. Haben Medien dennoch anders darüber berichtet, weil der Absender das rechte Online-Magazin ‘Apollo News’ ist?”
Niggemeier zitiert die freudige Analyse der Rechten, das ihnen eine Rechtsverschiebung des Mediendiskurses gelungen sei. Das sehen sie richtig. Und dazu hat der Schaumschläger essentielle Beiträge geleistet. Es ist seine Absicht, kein Versehen.
Seine Amtsfreiheit das zu tun, ist – neben ihrer Folgenlosigkeit in der materiellen Praxis – auf sein Buddy-Verhältnis mit seinem vorgesetzten Bundeskanzler zurückzuführen, die wiederum mutmasslich auf ihrer beider Wohnhaftigkeit am Tegernsee, an dem auch ein gewisser Steuerstraftäter fotogen über den Sinn der Welt zu sinnieren pflegt (Video ab Minute 4:20), zurückzuführen ist. Vielleicht auch gemeinsamer Golf-“Sport”? Wer will das schon wirklich wissen …
Das Schaumschläger-Amt wurde 1999 von Gerhard Schröder erfunden, um seinem Buddy Michael Naumann öffentliche Beachtung zu schenken. So funktionierte das Amt durchgehend. Der oder die Kanzlerin besetzte es mit guten Freund*inn*en. Angela Merkel hatte eine glückliche Hand mit Monika Grütters, die ihre Kreise nie störte, und fachlich ausreichend ausgerüstet war. Letzteres war (und ist) auch Claudia Roth. Nur war der Kanzler Olaf Scholz weit davon entfernt, zu ihr ein vertrautes Verhältnis zu pflegen (und umgekehrt). Ich kenne beide persönlich. Vertrauen kannte die ganze Ampelkoalition bekanntlich nicht. So ist sie dann ja auch ausgegangen.
Der “Fall Weimer” ist nicht wg. dieser Intrigenarchitektur von Interesse. Sondern wegen der Medienmechanismen. Darum mache ich auf Niggemeier aufmerksam. Der versteht was davon.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Regierungs-Schaumschlägerei am Beispiel Weimer
Geschwätziges Medien-Feuilleton ist der ernsthaften Meinung, der Kerl habe in seiner kurzen Amtszeit schon “mehr geleistet” als seine Amtsvorgängerin Claudia Roth in einer ganzen Legislaturperiode. Solche Einschätzungen bezeugen in erster Linie eigene Geschwätzigkeit und ein Faible für kontinuierliche Schaumschlägerei. Wer das schätzt ist bei ihm richtig.
Mit Bedacht wurde er in diesem Blog bislang wenig erwähnt, besonders von mir. Warum jetzt? Weil der hochgeschätzte Kollege Stefan Niggemeier/uebermedien sich seines Falls angenommen hat.
“Ist es egal, ob es eine Kampagne ist? – Die Vorwürfe gegen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer treffen im Kern zu. Haben Medien dennoch anders darüber berichtet, weil der Absender das rechte Online-Magazin ‘Apollo News’ ist?”
Niggemeier zitiert die freudige Analyse der Rechten, das ihnen eine Rechtsverschiebung des Mediendiskurses gelungen sei. Das sehen sie richtig. Und dazu hat der Schaumschläger essentielle Beiträge geleistet. Es ist seine Absicht, kein Versehen.
Seine Amtsfreiheit das zu tun, ist – neben ihrer Folgenlosigkeit in der materiellen Praxis – auf sein Buddy-Verhältnis mit seinem vorgesetzten Bundeskanzler zurückzuführen, die wiederum mutmasslich auf ihrer beider Wohnhaftigkeit am Tegernsee, an dem auch ein gewisser Steuerstraftäter fotogen über den Sinn der Welt zu sinnieren pflegt (Video ab Minute 4:20), zurückzuführen ist. Vielleicht auch gemeinsamer Golf-“Sport”? Wer will das schon wirklich wissen …
Das Schaumschläger-Amt wurde 1999 von Gerhard Schröder erfunden, um seinem Buddy Michael Naumann öffentliche Beachtung zu schenken. So funktionierte das Amt durchgehend. Der oder die Kanzlerin besetzte es mit guten Freund*inn*en. Angela Merkel hatte eine glückliche Hand mit Monika Grütters, die ihre Kreise nie störte, und fachlich ausreichend ausgerüstet war. Letzteres war (und ist) auch Claudia Roth. Nur war der Kanzler Olaf Scholz weit davon entfernt, zu ihr ein vertrautes Verhältnis zu pflegen (und umgekehrt). Ich kenne beide persönlich. Vertrauen kannte die ganze Ampelkoalition bekanntlich nicht. So ist sie dann ja auch ausgegangen.
Der “Fall Weimer” ist nicht wg. dieser Intrigenarchitektur von Interesse. Sondern wegen der Medienmechanismen. Darum mache ich auf Niggemeier aufmerksam. Der versteht was davon.
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Aufregen? Ich? Aus dem Alter bin ich raus. Mediendiät ist der Megatrend unserer Zeit. Da bin ich dabei. Manche fragen sich aber dennoch, oder deswegen, wie es sein kann, dass die (zunehmend prekären!) was-mit-Medien-Leute so abgefahren und weggetreten agieren. Ja, warum nur? Kurze Antwort: das Sein bestimmt das Bewusstsein. Zunehmende Prekarität plus Verlust an Zeitsouveränitität. Herdentrieb statt Agendasetting. Ausbildungsmängel statt handwerkliche Seriosität. Lektorate? Korrekturlesen? Recherche? Alles sehr, sehr teuer.
Und dann noch eine Hauptstadt am Rande der Republik, weit, weit weg von der Bevölkerungsmehrheit. In der Stadt selbst wiederum in einer vom Umfeld sozialer Wirklichkeit abgeschlossenen selbstreferentiellen Blase.
Das geht so weit, dass im ARD-“Bericht aus Berlin” morgen der profilierte Friedenspolitiker Linnemann, das ist der, der noch vor wenigen Jahren in Paderborn im Fanschweif des rassistischen Fleischermeisters und Milliardärs Tönnies hinterherdackelte (ein entsprechendes YouTube-Video ist mittlerweile als “privat” deklariert, bei der ARD sind diese Bilder seit Jahren gelöscht), mit einem AfDler, dessen Namen ich mir lieber nicht merke, über irgendwas mit “Frieden” diskutieren soll. Und zum Ausgleich ist am gleichen Abend bei Frau Miosga ein Gast mehr, und eine Meinung weniger. Wenn Sie wissen, wer so eine Anstalt braucht – bitte sagen Sies mir, ich möchte es ehrlich wissen.
Nein, ich rege mich nicht auf, und gehe lieber Fussballgucken – das entspannt besser. Aber wenn Sie immer noch wissen wollen, wie das sein kann, dann lesen Sie doch mal hier bei Stefan Niggemeier/uebermedien, was da heute aus der Paywall entlassen wurde:
“Journalismus-Show in Berlin: ‘The Pioneer’ feiert die Demokratie – oder doch nur sich selbst? – Das Bühnenprogramm von ‘The Pioneer’ verspricht Großes, ist aber ziemlich unaufregend – im Guten wie im Schlechten. Es gibt viel Pathos, viel Musik und viel Gabor Steingart. Eine Reportage aus dem Berliner Theater des Westens.”
Der Autor ist selbstverständlich Teil des Problems. Er lebt und arbeitet im gleichen Berlin-Mitte. Während wir hier im Westen gegen die AfD um die kommunale Demokratie kämpfen, investiert er seine knappe Zeit und Energie in dieses Nichts. Obwohl er doch ein kluger Kerl ist. Warum tut er das? Ich weiss es nicht. Aber was die da tun, die angebliche “vierte Säule” der Demokratie, die unserem Grundgesetz gänzlich unbekannt ist, und das sie “lediglich”, wie viele andere Grundrechte auch, grundrechtlich schützt, dass wir das als Bürger*innen weit weg von dieser Blase mal erfahren – das ist für unsere staatsbürgerliche Weiterbildung über die politische und Medien-Wirklichkeit ja durchaus zuträglich. Oder etwa nicht?
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Aufregen? Ich? Aus dem Alter bin ich raus. Mediendiät ist der Megatrend unserer Zeit. Da bin ich dabei. Manche fragen sich aber dennoch, oder deswegen, wie es sein kann, dass die (zunehmend prekären!) was-mit-Medien-Leute so abgefahren und weggetreten agieren. Ja, warum nur? Kurze Antwort: das Sein bestimmt das Bewusstsein. Zunehmende Prekarität plus Verlust an Zeitsouveränitität. Herdentrieb statt Agendasetting. Ausbildungsmängel statt handwerkliche Seriosität. Lektorate? Korrekturlesen? Recherche? Alles sehr, sehr teuer.
Und dann noch eine Hauptstadt am Rande der Republik, weit, weit weg von der Bevölkerungsmehrheit. In der Stadt selbst wiederum in einer vom Umfeld sozialer Wirklichkeit abgeschlossenen selbstreferentiellen Blase.
Das geht so weit, dass im ARD-“Bericht aus Berlin” morgen der profilierte Friedenspolitiker Linnemann, das ist der, der noch vor wenigen Jahren in Paderborn im Fanschweif des rassistischen Fleischermeisters und Milliardärs Tönnies hinterherdackelte (ein entsprechendes YouTube-Video ist mittlerweile als “privat” deklariert, bei der ARD sind diese Bilder seit Jahren gelöscht), mit einem AfDler, dessen Namen ich mir lieber nicht merke, über irgendwas mit “Frieden” diskutieren soll. Und zum Ausgleich ist am gleichen Abend bei Frau Miosga ein Gast mehr, und eine Meinung weniger. Wenn Sie wissen, wer so eine Anstalt braucht – bitte sagen Sies mir, ich möchte es ehrlich wissen.
Nein, ich rege mich nicht auf, und gehe lieber Fussballgucken – das entspannt besser. Aber wenn Sie immer noch wissen wollen, wie das sein kann, dann lesen Sie doch mal hier bei Stefan Niggemeier/uebermedien, was da heute aus der Paywall entlassen wurde:
“Journalismus-Show in Berlin: ‘The Pioneer’ feiert die Demokratie – oder doch nur sich selbst? – Das Bühnenprogramm von ‘The Pioneer’ verspricht Großes, ist aber ziemlich unaufregend – im Guten wie im Schlechten. Es gibt viel Pathos, viel Musik und viel Gabor Steingart. Eine Reportage aus dem Berliner Theater des Westens.”
Der Autor ist selbstverständlich Teil des Problems. Er lebt und arbeitet im gleichen Berlin-Mitte. Während wir hier im Westen gegen die AfD um die kommunale Demokratie kämpfen, investiert er seine knappe Zeit und Energie in dieses Nichts. Obwohl er doch ein kluger Kerl ist. Warum tut er das? Ich weiss es nicht. Aber was die da tun, die angebliche “vierte Säule” der Demokratie, die unserem Grundgesetz gänzlich unbekannt ist, und das sie “lediglich”, wie viele andere Grundrechte auch, grundrechtlich schützt, dass wir das als Bürger*innen weit weg von dieser Blase mal erfahren – das ist für unsere staatsbürgerliche Weiterbildung über die politische und Medien-Wirklichkeit ja durchaus zuträglich. Oder etwa nicht?
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Aufregen? Ich? Aus dem Alter bin ich raus. Mediendiät ist der Megatrend unserer Zeit. Da bin ich dabei. Manche fragen sich aber dennoch, oder deswegen, wie es sein kann, dass die (zunehmend prekären!) was-mit-Medien-Leute so abgefahren und weggetreten agieren. Ja, warum nur? Kurze Antwort: das Sein bestimmt das Bewusstsein. Zunehmende Prekarität plus Verlust an Zeitsouveränitität. Herdentrieb statt Agendasetting. Ausbildungsmängel statt handwerkliche Seriosität. Lektorate? Korrekturlesen? Recherche? Alles sehr, sehr teuer.
Und dann noch eine Hauptstadt am Rande der Republik, weit, weit weg von der Bevölkerungsmehrheit. In der Stadt selbst wiederum in einer vom Umfeld sozialer Wirklichkeit abgeschlossenen selbstreferentiellen Blase.
Das geht so weit, dass im ARD-“Bericht aus Berlin” morgen der profilierte Friedenspolitiker Linnemann, das ist der, der noch vor wenigen Jahren in Paderborn im Fanschweif des rassistischen Fleischermeisters und Milliardärs Tönnies hinterherdackelte (ein entsprechendes YouTube-Video ist mittlerweile als “privat” deklariert, bei der ARD sind diese Bilder seit Jahren gelöscht), mit einem AfDler, dessen Namen ich mir lieber nicht merke, über irgendwas mit “Frieden” diskutieren soll. Und zum Ausgleich ist am gleichen Abend bei Frau Miosga ein Gast mehr, und eine Meinung weniger. Wenn Sie wissen, wer so eine Anstalt braucht – bitte sagen Sies mir, ich möchte es ehrlich wissen.
Nein, ich rege mich nicht auf, und gehe lieber Fussballgucken – das entspannt besser. Aber wenn Sie immer noch wissen wollen, wie das sein kann, dann lesen Sie doch mal hier bei Stefan Niggemeier/uebermedien, was da heute aus der Paywall entlassen wurde:
“Journalismus-Show in Berlin: ‘The Pioneer’ feiert die Demokratie – oder doch nur sich selbst? – Das Bühnenprogramm von ‘The Pioneer’ verspricht Großes, ist aber ziemlich unaufregend – im Guten wie im Schlechten. Es gibt viel Pathos, viel Musik und viel Gabor Steingart. Eine Reportage aus dem Berliner Theater des Westens.”
Der Autor ist selbstverständlich Teil des Problems. Er lebt und arbeitet im gleichen Berlin-Mitte. Während wir hier im Westen gegen die AfD um die kommunale Demokratie kämpfen, investiert er seine knappe Zeit und Energie in dieses Nichts. Obwohl er doch ein kluger Kerl ist. Warum tut er das? Ich weiss es nicht. Aber was die da tun, die angebliche “vierte Säule” der Demokratie, die unserem Grundgesetz gänzlich unbekannt ist, und das sie “lediglich”, wie viele andere Grundrechte auch, grundrechtlich schützt, dass wir das als Bürger*innen weit weg von dieser Blase mal erfahren – das ist für unsere staatsbürgerliche Weiterbildung über die politische und Medien-Wirklichkeit ja durchaus zuträglich. Oder etwa nicht?
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Aufregen? Ich? Aus dem Alter bin ich raus. Mediendiät ist der Megatrend unserer Zeit. Da bin ich dabei. Manche fragen sich aber dennoch, oder deswegen, wie es sein kann, dass die (zunehmend prekären!) was-mit-Medien-Leute so abgefahren und weggetreten agieren. Ja, warum nur? Kurze Antwort: das Sein bestimmt das Bewusstsein. Zunehmende Prekarität plus Verlust an Zeitsouveränitität. Herdentrieb statt Agendasetting. Ausbildungsmängel statt handwerkliche Seriosität. Lektorate? Korrekturlesen? Recherche? Alles sehr, sehr teuer.
Und dann noch eine Hauptstadt am Rande der Republik, weit, weit weg von der Bevölkerungsmehrheit. In der Stadt selbst wiederum in einer vom Umfeld sozialer Wirklichkeit abgeschlossenen selbstreferentiellen Blase.
Das geht so weit, dass im ARD-“Bericht aus Berlin” morgen der profilierte Friedenspolitiker Linnemann, das ist der, der noch vor wenigen Jahren in Paderborn im Fanschweif des rassistischen Fleischermeisters und Milliardärs Tönnies hinterherdackelte (ein entsprechendes YouTube-Video ist mittlerweile als “privat” deklariert, bei der ARD sind diese Bilder seit Jahren gelöscht), mit einem AfDler, dessen Namen ich mir lieber nicht merke, über irgendwas mit “Frieden” diskutieren soll. Und zum Ausgleich ist am gleichen Abend bei Frau Miosga ein Gast mehr, und eine Meinung weniger. Wenn Sie wissen, wer so eine Anstalt braucht – bitte sagen Sies mir, ich möchte es ehrlich wissen.
Nein, ich rege mich nicht auf, und gehe lieber Fussballgucken – das entspannt besser. Aber wenn Sie immer noch wissen wollen, wie das sein kann, dann lesen Sie doch mal hier bei Stefan Niggemeier/uebermedien, was da heute aus der Paywall entlassen wurde:
“Journalismus-Show in Berlin: ‘The Pioneer’ feiert die Demokratie – oder doch nur sich selbst? – Das Bühnenprogramm von ‘The Pioneer’ verspricht Großes, ist aber ziemlich unaufregend – im Guten wie im Schlechten. Es gibt viel Pathos, viel Musik und viel Gabor Steingart. Eine Reportage aus dem Berliner Theater des Westens.”
Der Autor ist selbstverständlich Teil des Problems. Er lebt und arbeitet im gleichen Berlin-Mitte. Während wir hier im Westen gegen die AfD um die kommunale Demokratie kämpfen, investiert er seine knappe Zeit und Energie in dieses Nichts. Obwohl er doch ein kluger Kerl ist. Warum tut er das? Ich weiss es nicht. Aber was die da tun, die angebliche “vierte Säule” der Demokratie, die unserem Grundgesetz gänzlich unbekannt ist, und das sie “lediglich”, wie viele andere Grundrechte auch, grundrechtlich schützt, dass wir das als Bürger*innen weit weg von dieser Blase mal erfahren – das ist für unsere staatsbürgerliche Weiterbildung über die politische und Medien-Wirklichkeit ja durchaus zuträglich. Oder etwa nicht?
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Künstliche Idiotie wirkt schon als Fantasie
Ich kenne Leute, die meinen heute ernsthaft, “das Internet” habe einstmalige Medienvielfalt kaputtgemacht. Die alten Männer, die das meinen, dokumentieren damit in erster Linie ihr nachlassendes Erinnerungsvermögen. Im real existierenden Kapitalismus hatte Meinungsvielfalt und -freiheit schon unter Rendite- und Profitstreben gelitten, als sich noch niemand Emails ausdrucken lassen konnte. “Enteignet Springer!” wurde 1967/68 gefordert – da hatten viele noch Probleme mit ihrem Matritzendrucker. Wenn sie denn überhaupt über einen verfügten. Müssig zu ergänzen, dass es im seinerzeit real existierenden Sozialismus in dieser Hinsicht nicht besser, sondern eher schlechter aussah. Weswegen auch kaum jemand zu ihm flüchten wollte.
Heute nun fürchten viele den Weltuntergang durch die Künstliche Idiotie (KI/Artificial Intelligence/AI). Gerne ergänze ich an dieser Stelle zum wiederholten Male den Hinweis, dass das englische “Intelligence” dort ein Synonym für Geheimdienste ist, was wiederum in der deutschen Sprache wirklich niemandem ernsthaft einfallen würde. Und alle wissen, warum.
Wie immer bieten die netzpolitik-Kolleg*inn*en dazu wertvolle Diskussionsbeiträge. Z.B.
Esther Menhard (Interview): “‘Es liegt an uns, ob wir KI Macht über uns geben’ – Die KI-Branche will, dass wir ihre Tools für alles nutzen. Dafür vermarktet sie ihre Produkte als Alleskönner, der Mensch wird zum optimierungsbedürften Wesen. Im Gespräch mit netzpolitik.org erklärt die Philosoph*in Maren Behrensen, wie wir einen kritischen und kreativen Umgang mit KI finden können.”
Wie wahr diese Überschrift ist, das erlebte in diesen Tagen der Kollege Stefan Niggemeier/uebermedien: “Dieser Text ist nicht so gemeint – Weniger Witz wagen? Über meinen Text über das Julia-Ruhs-Porträt im ‘Spiegel’ und das Risiko von Ironie in einer polarisierten, kontextlosen Welt.”
Das Beängstigende daran ist, wie Dieter-Nuhr-artig die Strategie der Frau Ruhs aufgeht. Mit einfachsten Mitteln maximaler Lärm. Ausrechenbar wie billigste KI. Kann nicht mehr lange dauern, dass Aldi sie verkauft.
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Künstliche Idiotie wirkt schon als Fantasie
Ich kenne Leute, die meinen heute ernsthaft, “das Internet” habe einstmalige Medienvielfalt kaputtgemacht. Die alten Männer, die das meinen, dokumentieren damit in erster Linie ihr nachlassendes Erinnerungsvermögen. Im real existierenden Kapitalismus hatte Meinungsvielfalt und -freiheit schon unter Rendite- und Profitstreben gelitten, als sich noch niemand Emails ausdrucken lassen konnte. “Enteignet Springer!” wurde 1967/68 gefordert – da hatten viele noch Probleme mit ihrem Matritzendrucker. Wenn sie denn überhaupt über einen verfügten. Müssig zu ergänzen, dass es im seinerzeit real existierenden Sozialismus in dieser Hinsicht nicht besser, sondern eher schlechter aussah. Weswegen auch kaum jemand zu ihm flüchten wollte.
Heute nun fürchten viele den Weltuntergang durch die Künstliche Idiotie (KI/Artificial Intelligence/AI). Gerne ergänze ich an dieser Stelle zum wiederholten Male den Hinweis, dass das englische “Intelligence” dort ein Synonym für Geheimdienste ist, was wiederum in der deutschen Sprache wirklich niemandem ernsthaft einfallen würde. Und alle wissen, warum.
Wie immer bieten die netzpolitik-Kolleg*inn*en dazu wertvolle Diskussionsbeiträge. Z.B.
Esther Menhard (Interview): “‘Es liegt an uns, ob wir KI Macht über uns geben’ – Die KI-Branche will, dass wir ihre Tools für alles nutzen. Dafür vermarktet sie ihre Produkte als Alleskönner, der Mensch wird zum optimierungsbedürften Wesen. Im Gespräch mit netzpolitik.org erklärt die Philosoph*in Maren Behrensen, wie wir einen kritischen und kreativen Umgang mit KI finden können.”
Wie wahr diese Überschrift ist, das erlebte in diesen Tagen der Kollege Stefan Niggemeier/uebermedien: “Dieser Text ist nicht so gemeint – Weniger Witz wagen? Über meinen Text über das Julia-Ruhs-Porträt im ‘Spiegel’ und das Risiko von Ironie in einer polarisierten, kontextlosen Welt.”
Das Beängstigende daran ist, wie Dieter-Nuhr-artig die Strategie der Frau Ruhs aufgeht. Mit einfachsten Mitteln maximaler Lärm. Ausrechenbar wie billigste KI. Kann nicht mehr lange dauern, dass Aldi sie verkauft.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Künstliche Idiotie wirkt schon als Fantasie
Ich kenne Leute, die meinen heute ernsthaft, “das Internet” habe einstmalige Medienvielfalt kaputtgemacht. Die alten Männer, die das meinen, dokumentieren damit in erster Linie ihr nachlassendes Erinnerungsvermögen. Im real existierenden Kapitalismus hatte Meinungsvielfalt und -freiheit schon unter Rendite- und Profitstreben gelitten, als sich noch niemand Emails ausdrucken lassen konnte. “Enteignet Springer!” wurde 1967/68 gefordert – da hatten viele noch Probleme mit ihrem Matritzendrucker. Wenn sie denn überhaupt über einen verfügten. Müssig zu ergänzen, dass es im seinerzeit real existierenden Sozialismus in dieser Hinsicht nicht besser, sondern eher schlechter aussah. Weswegen auch kaum jemand zu ihm flüchten wollte.
Heute nun fürchten viele den Weltuntergang durch die Künstliche Idiotie (KI/Artificial Intelligence/AI). Gerne ergänze ich an dieser Stelle zum wiederholten Male den Hinweis, dass das englische “Intelligence” dort ein Synonym für Geheimdienste ist, was wiederum in der deutschen Sprache wirklich niemandem ernsthaft einfallen würde. Und alle wissen, warum.
Wie immer bieten die netzpolitik-Kolleg*inn*en dazu wertvolle Diskussionsbeiträge. Z.B.
Esther Menhard (Interview): “‘Es liegt an uns, ob wir KI Macht über uns geben’ – Die KI-Branche will, dass wir ihre Tools für alles nutzen. Dafür vermarktet sie ihre Produkte als Alleskönner, der Mensch wird zum optimierungsbedürften Wesen. Im Gespräch mit netzpolitik.org erklärt die Philosoph*in Maren Behrensen, wie wir einen kritischen und kreativen Umgang mit KI finden können.”
Wie wahr diese Überschrift ist, das erlebte in diesen Tagen der Kollege Stefan Niggemeier/uebermedien: “Dieser Text ist nicht so gemeint – Weniger Witz wagen? Über meinen Text über das Julia-Ruhs-Porträt im ‘Spiegel’ und das Risiko von Ironie in einer polarisierten, kontextlosen Welt.”
Das Beängstigende daran ist, wie Dieter-Nuhr-artig die Strategie der Frau Ruhs aufgeht. Mit einfachsten Mitteln maximaler Lärm. Ausrechenbar wie billigste KI. Kann nicht mehr lange dauern, dass Aldi sie verkauft.
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Künstliche Idiotie wirkt schon als Fantasie
Ich kenne Leute, die meinen heute ernsthaft, “das Internet” habe einstmalige Medienvielfalt kaputtgemacht. Die alten Männer, die das meinen, dokumentieren damit in erster Linie ihr nachlassendes Erinnerungsvermögen. Im real existierenden Kapitalismus hatte Meinungsvielfalt und -freiheit schon unter Rendite- und Profitstreben gelitten, als sich noch niemand Emails ausdrucken lassen konnte. “Enteignet Springer!” wurde 1967/68 gefordert – da hatten viele noch Probleme mit ihrem Matritzendrucker. Wenn sie denn überhaupt über einen verfügten. Müssig zu ergänzen, dass es im seinerzeit real existierenden Sozialismus in dieser Hinsicht nicht besser, sondern eher schlechter aussah. Weswegen auch kaum jemand zu ihm flüchten wollte.
Heute nun fürchten viele den Weltuntergang durch die Künstliche Idiotie (KI/Artificial Intelligence/AI). Gerne ergänze ich an dieser Stelle zum wiederholten Male den Hinweis, dass das englische “Intelligence” dort ein Synonym für Geheimdienste ist, was wiederum in der deutschen Sprache wirklich niemandem ernsthaft einfallen würde. Und alle wissen, warum.
Wie immer bieten die netzpolitik-Kolleg*inn*en dazu wertvolle Diskussionsbeiträge. Z.B.
Esther Menhard (Interview): “‘Es liegt an uns, ob wir KI Macht über uns geben’ – Die KI-Branche will, dass wir ihre Tools für alles nutzen. Dafür vermarktet sie ihre Produkte als Alleskönner, der Mensch wird zum optimierungsbedürften Wesen. Im Gespräch mit netzpolitik.org erklärt die Philosoph*in Maren Behrensen, wie wir einen kritischen und kreativen Umgang mit KI finden können.”
Wie wahr diese Überschrift ist, das erlebte in diesen Tagen der Kollege Stefan Niggemeier/uebermedien: “Dieser Text ist nicht so gemeint – Weniger Witz wagen? Über meinen Text über das Julia-Ruhs-Porträt im ‘Spiegel’ und das Risiko von Ironie in einer polarisierten, kontextlosen Welt.”
Das Beängstigende daran ist, wie Dieter-Nuhr-artig die Strategie der Frau Ruhs aufgeht. Mit einfachsten Mitteln maximaler Lärm. Ausrechenbar wie billigste KI. Kann nicht mehr lange dauern, dass Aldi sie verkauft.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger -
Schreckt die Überschrift Sie hinreichend ab?
Im Folgenden lasse ich Sie daran teilhaben, welche Texte mich heute klüger gemacht haben. Der Wichtigste zuerst.
Yanis Varoufakis/Project Syndicate: “Trump will Big Tech die Macht über den Dollar geben” Darum geht es Trump und seinen besten Freunden: aus den Kryptowährungen ein Kettenbriefsystem machen, in dem er (und seine Freunde) der ist, der sich “ganz oben” dumm und dämlich bereichert. Dass ich den Text überhaupt gefunden habe, liegt an den linksradikalen Miesepetern bei den nachdenkseiten, “Hinweise des Tages” – so viel Fairness muss sein. Die Kommentare zu den Links lassen sich überlesen …
Wie funktioniert diese Gangster-Systematik in der US-Regierung? Der hier in Bonn ansässige Schnellschreiber Uwe Kerkow/telepolis vermittelt dazu einen ebenso schnell zu lesenden prägnanten Eindruck und lässt dabei auch die inneren Widersprüche (= Schwachstellen) nicht aus: “Wie Silicon Valley und Pentagon zur Supermacht verschmelzen – Silicon Valley und das Pentagon gehen eine historische Allianz ein. Die Tech-Giganten liefern KI-Expertise, Washington bietet Geld und Macht. Doch zu welchem Preis?”
Um das Denken dieser Gangster besser zu verstehen, eignet sich folgender Text von Tilman Baumgärtel/Jungle World: “Elon Musk und anderen US-Rechten gilt Mitgefühl als selbstmörderisch: Fehler im System – Elon Musk und Ideologen des »Dark Enlightenment« wie der kanadische Marketingprofessor Gad Saad erklären das Mitgefühl zum neuesten »woke mind virus«: toxisch und selbstmörderisch.”
So dumm und dämlich können Medien funktionieren
Oliver Schott/Jungle World: “Eine Journalistenfloskel, die man nicht mehr hören kann: Politiker XY müsse jetzt ‘liefern’: Die Lieferer – Sprachkolumne. Was Journalisten bei der Politik bestellen.”
Zwei weitere Beispiele sind der Paywall von uebermedien entsprungen, und haben von ihrer schockierenden Brisanz leider nichts verloren:
Johanna Bernklau/uebermedien: “Reportage aus Erfurt: ‘Y-Kollektiv’ will sich Klischees genau anschauen, guckt aber dran vorbei – ‘Ausländer kriminell, Ossis rassistisch?’, fragt eine ARD-Doku. Doch statt Vorurteilen wirklich auf den Grund zu gehen, bleibt der Film oberflächlich. Auf ihrem Trip nach Erfurt fragt die Reporterin nicht ausreichend nach, sie ordnet nicht ein. Und lässt problematische Aussagen einfach so stehen.” Die Presenter-Pest – da ist sie wieder. Und die fragliche Dame war noch nicht mal aus dem dummen Westen zum Zoobesuch angereist, sondern – aus Leipzig.
Stefan Niggemeier macht die mächtigste Verlegerin NRWs nackig: “Wie ‘Der Westen’ mit Clickbait für Medienkritik wirbt – Das Funke-Clickbait-Portal ‘Der Westen’ führt Menschen mit einer Schlagzeile zu Friedrich Merz in die Irre. Aber vielleicht dient das alles ja nur dem angeblichen Traum von Verlegerin Julia Becker, eine medienkritische Gesellschaft zu fördern?”
Mehr Intelligenz
versammelt sich alljährlich bei der re:publica. Von den dortigen Diskursen gibt es lesenswerte Nachbereitungen, deren Meinung ich nicht in allen Punkten teile, die aber zur persönlichen Meinungs- und Weiterbildung gut geeignet sind, jedenfalls sich positiv vom dummen Gesülze über “die Digitalisierung” unterscheiden:
Christian Bartels/MDR-Altpapier: “Die Digitalsteuer-Debatte – … die der neue Kulturstaatsminister Weimer anzettelte, nimmt Fahrt auf. Digitalminister Wildberger legte auf zwei ausgesprochen unterschiedlichen Konferenzen erste Auftritte hin. Außerdem: ‘Das Gerät Radio wird vermutlich nicht überleben.'” Zum letztgenannten Punkt markiere ich meinen Dissens. Und Valerie Weber, Ex-WDR-Direktorin, halte ich nur für eine recht begrenzt taugliche Kronzeugin solcher Argumente.
Wie immer eine inhaltliche Fundgrube Thomas Knüwer: “re:publica 2025 – In der Zwischen-Zeit”.
Wohin das Rüstungskapital führen will
Das beschreibt Bojan Stojkovski/IPG-Journal ganz schamfrei und begeistert über die Ukraine: “Operation Startup – Die Ukraine entwickelt sich zum Epizentrum militärischer Innovation – und könnte Europas Verteidigung grundlegend verändern.”
Wenn dieses Gedöns hier durch die Luft fliegt, will ich tot sein.
Und wer tut was dagegen?
Es gibt jede Menge übliche Verdächtige. Aber auch die hier, die sich gegen ihre Diffamierung durch das “Leitmedium” Süddeutsche zu wehren wissen:
Jens Neusser/schwatzgelb: “Präsidentschaftswahl beim Ballspielverein Borussia 09 e.V.: Lügen, Unwahrheiten und andere Diffamierungen“.
Und hierzu jetzt Ihre intellektuelle Hausaufgabe: warum tut die SZ das? Warum hat sie das nötig? Und warum die, für deren Interessen sie hier ficht?
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Schreckt die Überschrift Sie hinreichend ab?
Im Folgenden lasse ich Sie daran teilhaben, welche Texte mich heute klüger gemacht haben. Der Wichtigste zuerst.
Yanis Varoufakis/Project Syndicate: “Trump will Big Tech die Macht über den Dollar geben” Darum geht es Trump und seinen besten Freunden: aus den Kryptowährungen ein Kettenbriefsystem machen, in dem er (und seine Freunde) der ist, der sich “ganz oben” dumm und dämlich bereichert. Dass ich den Text überhaupt gefunden habe, liegt an den linksradikalen Miesepetern bei den nachdenkseiten, “Hinweise des Tages” – so viel Fairness muss sein. Die Kommentare zu den Links lassen sich überlesen …
Wie funktioniert diese Gangster-Systematik in der US-Regierung? Der hier in Bonn ansässige Schnellschreiber Uwe Kerkow/telepolis vermittelt dazu einen ebenso schnell zu lesenden prägnanten Eindruck und lässt dabei auch die inneren Widersprüche (= Schwachstellen) nicht aus: “Wie Silicon Valley und Pentagon zur Supermacht verschmelzen – Silicon Valley und das Pentagon gehen eine historische Allianz ein. Die Tech-Giganten liefern KI-Expertise, Washington bietet Geld und Macht. Doch zu welchem Preis?”
Um das Denken dieser Gangster besser zu verstehen, eignet sich folgender Text von Tilman Baumgärtel/Jungle World: “Elon Musk und anderen US-Rechten gilt Mitgefühl als selbstmörderisch: Fehler im System – Elon Musk und Ideologen des »Dark Enlightenment« wie der kanadische Marketingprofessor Gad Saad erklären das Mitgefühl zum neuesten »woke mind virus«: toxisch und selbstmörderisch.”
So dumm und dämlich können Medien funktionieren
Oliver Schott/Jungle World: “Eine Journalistenfloskel, die man nicht mehr hören kann: Politiker XY müsse jetzt ‘liefern’: Die Lieferer – Sprachkolumne. Was Journalisten bei der Politik bestellen.”
Zwei weitere Beispiele sind der Paywall von uebermedien entsprungen, und haben von ihrer schockierenden Brisanz leider nichts verloren:
Johanna Bernklau/uebermedien: “Reportage aus Erfurt: ‘Y-Kollektiv’ will sich Klischees genau anschauen, guckt aber dran vorbei – ‘Ausländer kriminell, Ossis rassistisch?’, fragt eine ARD-Doku. Doch statt Vorurteilen wirklich auf den Grund zu gehen, bleibt der Film oberflächlich. Auf ihrem Trip nach Erfurt fragt die Reporterin nicht ausreichend nach, sie ordnet nicht ein. Und lässt problematische Aussagen einfach so stehen.” Die Presenter-Pest – da ist sie wieder. Und die fragliche Dame war noch nicht mal aus dem dummen Westen zum Zoobesuch angereist, sondern – aus Leipzig.
Stefan Niggemeier macht die mächtigste Verlegerin NRWs nackig: “Wie ‘Der Westen’ mit Clickbait für Medienkritik wirbt – Das Funke-Clickbait-Portal ‘Der Westen’ führt Menschen mit einer Schlagzeile zu Friedrich Merz in die Irre. Aber vielleicht dient das alles ja nur dem angeblichen Traum von Verlegerin Julia Becker, eine medienkritische Gesellschaft zu fördern?”
Mehr Intelligenz
versammelt sich alljährlich bei der re:publica. Von den dortigen Diskursen gibt es lesenswerte Nachbereitungen, deren Meinung ich nicht in allen Punkten teile, die aber zur persönlichen Meinungs- und Weiterbildung gut geeignet sind, jedenfalls sich positiv vom dummen Gesülze über “die Digitalisierung” unterscheiden:
Christian Bartels/MDR-Altpapier: “Die Digitalsteuer-Debatte – … die der neue Kulturstaatsminister Weimer anzettelte, nimmt Fahrt auf. Digitalminister Wildberger legte auf zwei ausgesprochen unterschiedlichen Konferenzen erste Auftritte hin. Außerdem: ‘Das Gerät Radio wird vermutlich nicht überleben.'” Zum letztgenannten Punkt markiere ich meinen Dissens. Und Valerie Weber, Ex-WDR-Direktorin, halte ich nur für eine recht begrenzt taugliche Kronzeugin solcher Argumente.
Wie immer eine inhaltliche Fundgrube Thomas Knüwer: “re:publica 2025 – In der Zwischen-Zeit”.
Wohin das Rüstungskapital führen will
Das beschreibt Bojan Stojkovski/IPG-Journal ganz schamfrei und begeistert über die Ukraine: “Operation Startup – Die Ukraine entwickelt sich zum Epizentrum militärischer Innovation – und könnte Europas Verteidigung grundlegend verändern.”
Wenn dieses Gedöns hier durch die Luft fliegt, will ich tot sein.
Und wer tut was dagegen?
Es gibt jede Menge übliche Verdächtige. Aber auch die hier, die sich gegen ihre Diffamierung durch das “Leitmedium” Süddeutsche zu wehren wissen:
Jens Neusser/schwatzgelb: “Präsidentschaftswahl beim Ballspielverein Borussia 09 e.V.: Lügen, Unwahrheiten und andere Diffamierungen“.
Und hierzu jetzt Ihre intellektuelle Hausaufgabe: warum tut die SZ das? Warum hat sie das nötig? Und warum die, für deren Interessen sie hier ficht?
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so, so. niggemeier fliegt also bei übermedien raus und seine hälfte wird von einem werbefinanziern medienkonzern übernommen. mal schauen, was das gibt ...
#medien #uebermedien #StefanNiggemeier #BorisRosenkranz #DWDL.de #internet
#^DWDL.de beteiligt sich an ÜbermedienGesellschafterwechsel: Das Kölner Medienmagazin DWDL.de beteiligt sich mit 50 Prozent an der Übermedien GmbH.
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Das Beste von gestern
Gelegentlich habe ich die Boulevardisierung der Frankfurter Rundschau (FR) durch die Ippen-Gruppe gegeißelt. Davon nehme ich auch nichts zurück. Doch gelegentlich sind noch publizistische Perlen zu entdecken. Johannes Varwick ist so eine sichere Nummer, ein Friedensforscher, der Widerworte und Stigmatisierung nicht scheut, weil er sich seiner Vernunft sicher sein kann. […]
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Das Beste von gestern
Gelegentlich habe ich die Boulevardisierung der Frankfurter Rundschau (FR) durch die Ippen-Gruppe gegeißelt. Davon nehme ich auch nichts zurück. Doch gelegentlich sind noch publizistische Perlen zu entdecken. Johannes Varwick ist so eine sichere Nummer, ein Friedensforscher, der Widerworte und Stigmatisierung nicht scheut, weil er sich seiner Vernunft sicher sein kann. […]
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Journalismus-Handwerk – warum immer weniger?
Zwischen 2011 und 2013 war Stefan Niggemeier 1 1/2 Jahre Angehöriger der Redaktion des Spiegel. U.a. verantwortete er seinerzeit seinen gemässigt selbstkritischen in Spiegel-online eingebetteten Spiegel-Blog. In dieser kurzen Zeit muss er eine beträchtliche Menge Feindschaften gesammelt haben. Wenn eine*r über einen Gegenstand “zuviel” weiss, schärft das im besten Falle den kritischen Blick; und im ungünstigen Fall führt es zur unbedachten Begleichung alter Rechnungen. Ich bin mir nicht sicher, wie dieses Mischungsverhältnis im Fall Niggemeier vs. Spiegel heute aussieht. Da es aber verschwindend wenige Medien gibt, die überhaupt noch in Journalismus so investieren, dass sie den Spiegel seriös kritisieren können, lese ich Niggemeiers entsprechende Texte mit grossem informativem Gewinn. Niggemeier scheint mir im aktuellen Fall ein Problem und einen Konflikt zu beleuchten, dem ich in ähnlicher Weise in Strukturen der Grünen begegnet bin.
Das “Gute” wollen, aber Mist bauen …
Ich unterstelle dem von Niggemeier kritisierten Kollegen Buschmann, dass er politisch auf das Richtige hinaus will: Korruptionsstrukturen im Fußballbusiness zutage fördern und moralisch und politisch diskreditieren. Woran es ihm mangeln könnte, ist angemessene Selbstkritik (angesichts des unbarmherzigen Konkurrenzkampfes im eigenen Stall) und kühle politische und vor allem journalistische Abwägung. Strategie und Taktik werden unübersichtlich vermischt, und im Mittelpunkt steht immer das ICH. Ich kenne Buschmann nicht, und kann seinen individuellen Charakter daher nicht seriös einschätzen oder beschreiben – aber ich bin sicher, dass es eine Spiegel-spezifische Deformation gibt, der alle Mitarbeiter*innen ausgesetzt sind, und der Niggemeier, wie viele Andere vor ihm, schnell wieder entfliehen wollte.
Was in diesem von Niggemeier aufgerollten Fall auffällt, ist die Wirkung ins Gegenteil. Die Schwäche unzureichenden Handwerks und mangelnde Charakterstärke wirken sich entlastend für die Fifa-Betrüger aus und stabilisieren ihr Unwesen. Ich weiss auch nicht, warum ich dabei immer an die Linken innerhalb der Grünen denken muss …Keine Interviews für Paid Content!
Einen wichtigen PR-handwerklichen Tipp gibt ihnen Thomas Knüwer, ein ähnlicher Fall wie Niggemeier. Von 1997 bis 2009, also entschieden länger als Niggemeier beim Spiegel, hat er es beim Handelsblatt ausgehalten. Und dann hoffentlich eine gerechte Abfindung mitgenommen, mit der er unmittelbar anschliessend seine Agentur kpunktnull.de gründete. In seinem immer lesenswerten und thematisch vielfältigen Blog indiskretionehrensache.de, den er seit 2005 betreibt, erklärt er am Schadenfreude bereitenden Fall des CDU-Karrieristen Carsten Linnemann, was mann beim Interviewgeben alles falsch machen kann, selbst wenn mann*frau u.U. überhaupt nichts Falsches sagt. Sie als meine Leser*innen wissen ja, dass ich nicht weiss, ob die Figuren im Hauptstadtberlin überhaupt lesen. Wenn ja, sollten sie diesen Knüwer nicht übersehen.
Über Martin Böttger:
Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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Wem gehören die Wohnungen?
Weiter unten: NSU-Vertuschungen / Medien und Flüchtlingspolitik
Es gibt einen ARD-Sender, der sich anmassend “Mitteldeutscher” Rundfunk (MDR) nennt. Die Namensgebung fand zu einer Zeit statt, als unter den Augen von Kurt Biedenkopf bayrische CSU-Kader den Sender der ostdeutschen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kaperten. Zum Glück hat […]https://extradienst.net/2019/01/14/wem-gehoeren-die-wohnungen/