HAZ – so erbärmlich
Was soll ich da große Worte machen?
Lest es einfach selber.
Unter der Überschrift „Zum Jahrestag der Hamas-Angriffe“ und dem erklärenden Untertitel: „Pro-israelische und pro-palästinensische Demonstranten stehen sich am Hauptbahnhof gegenüber“ schreiben die beiden Autorinnen, Stefanie Helbig und Johanna Dietrich folgenden Text:
Am dritten Jahrestag des Hanas-Angriffs auf Israel haben sich gestern Hunderte Menschen in Hannover zu drei verschiedenen Kundgebungen versammelt. Dabei waren pro-israelische und pro-palästinensische Demonstranten nicht weit voneinander entfernt. Zu Zwischenfällen kam es laut Polizei offenbar aber nicht.
Auf dem Ernst-August-Platz vor dem Hauptbahnhof trafen gegen 17 Uhr ein von der Gruppe „Intifada Hannover“ initiierter „Palästina-Marsch“ unter dem Banner „3 Jahre Genozid. 3 Jahre Vertreibung. 3 Jahre Widerstand“ und eine pro-israelische Demonstration des „Iron Dome“ gegen die „Inifada-Gruppe Hannover“ aufeinander. Beide Gruppen standen etwa 70 Meter voneinander entfernt. Wortgefechte oder Auseinandersetzungen waren zunächst nicht zu beobachten. (Hervorhebung von mir. Wozu diese Formulierung??? Es gab zu keiner Zeit „Wortgefechte“ zwischen den Gruppen.)
Ute J., die ihren Nachnamen nicht veröffentlicht sehen möchte, bezeichnete es als eine „Katastrophe, dass eine Palästinenserdemo an so einem Tag überhaupt erlaubt ist“. Mehr als 1200 Israelis wurden bei dem Angriff vor drei Jahren getötet, mehr als 200 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Die israelische Armee marschierte daraufhin in Gaza ein. „Wenn man umgeben ist von Ländern, die nur schreien ‚Weg mit euch!‘, dann ist es auch verständlich, dass man dann handelt und nicht mehr diskutiert“, sagte Elisabeth Wedekind, die sich ebenfalls der pro-israelischen Kundgebung angeschlossen hatte.
Auf der pro-palästinsischen Seite kritisierten einige Teilnehmer, dass sich für die Todesopfer im Gaza „keiner mehr interessiert“. Einige klagten auch, sie würden fälschlicherweise als „Judenhasser“ dargestellt.
Auch auf dem Platz der Göttinger Sieben gab es eine Kundgebung zum Gedenken an das Massaker in Israel vor drei Jahren. „Wir sind heute hier, weil uns die Angst eint, wie der Antisemitismus wieder aufgeflammt ist“, sagte Mark K., Mitglied des Bündnisses Solidarity Unlimited, das die Gedenkveranstaltung am Platz der Göttinger Sieben ausrichtete. Die Polizei zählte rund 150 Anwesende.
Redebeiträge kamen unter anderem von der liberalen jüdischen Gemeinde und dem Verband jüdischer Studierender. Unter den Besuchern herrschte Betroffenheit: „Es ist wunderbar, dass hier auf das schwierige Thema aufmerksam gemacht wird“, sagte ein Teilnehmer.
Im Mittelpunkt stehe auch die Kritik am Antisemitismus in der Linkspartei, betonte Yevgen Bruckmann von der liberalen jüdischen Gemeinde. Marc K. fügte hinzu: „Antisemitismus und Rassismus dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.“
Und unter dem mitgelieferten Bild liest man: Brisantes Aufeinandertreffen. Mehr als 100 Menschen gedachten am Hauptbahnhof des Massakers vom 7. Oktober 2023 – etwa ebenso viele Menschen gingen dort für die Palästinenser auf die Straße.
(Quelle, HAZ, 8. Oktober 2026, Seite 14)
Ist das tatsächlich der Bericht, der die Hannoveraner über das Gedenken an den schrecklichen 7. Oktober 2023 informieren soll?
Kein Wort über den Beginn dieses Tages am Opernplatz, wo sich Menschen zu der Uhrzeit versammelten, als das Massaker begann – 6.29 Uhr – Kein Wort über das Gedenken in der Synagoge in der Heckelstraße … Kein Wort über die Veranstaltung im „Zeit-Zentrum Zivilcourage“. Stattdessen wird von einem „brisanten Aufeinandertreffen“ fabuliert. Ich war vor Ort, nichts, aber auch gar nichts war auch nur annähernd das, was man „brisant“ nennen könnte. Allenfalls könnte man darüber klagen, dass die Freunde der Palästinenser mit ihren Trommeln etwas laut waren und darum diejenigen, die etwas weiter entfernt von der bescheiden kleinen Lautsprecheranlage standen, möglicherweise die ausgezeichneten Redebeiträge nicht so gut verstehen konnten wie ich. Mein Mann und ich standen direkt davor. Auch über die Beiträge in der Gedenkveranstaltung am Hauptbahnhof kein Wort, weder über die Redner, noch über das Gesagte.
Heute bin ich ein wenig in Zeitnot, ich werde aber im Laufe dieses oder des nächsten Tages Links zu den Veranstaltungen, die gut bei Facebook dokumentiert sind, nachreichen.
Nur dies noch: HANNOVER ist, wie man ja wissen könnte, die Hauptstadt des Landes Niedersachsen. Dass es der Stadt ganz offensichtlich nicht gelungen ist, mit den jüdischen Gemeinden, verschiedenen pro-israelischen Gruppen und möglichen kirchlichen Einrichtungen eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des 7. Oktober zu organisieren, ist ein Armutszeugnis erster Güte.
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