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#fskab12 — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #fskab12, aggregated by home.social.

  1. Clint Eastwood – „Million Dollar Baby“ (2004)

    Sie können diesen Film als Box-Film, also als ein klassisches Sport-Drama sehen. Daran wäre nichts falsch. Für mich ist es allerdings ein Film über eine Frau, die sich die Autonomie über ihren Körper erkämpft, und eine Gesellschaft, die ihr diese Autonomie am Ende wieder nimmt. Genau deshalb ist die Geschichte viel radikaler, als das eher konservative Männerkino-Image von Regisseur und Hauptdarsteller Clint Eastwood eigentlich vermuten lässt. Mit Hilary Swank und Morgan Freeman. (ZDF, Wh.)

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  2. Steven Knight – „The Veil“ (Serie, 2024)

    Eigentlich ist diese Serie ein konventioneller Geheimdienstthriller, doch unter der Oberfläche läuft eine zweite Erzählung über Migration, über Kontrolle und über das permanente Sortieren von Leben in legitim und verdächtig. Das ist nichts für einen TV-Binge-Eskapismus, sondern Spiegel einer europäischen Realität. Mit Elisabeth Moss und Yumna Marwan. (ZDF, Wh.)

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  3. Rob Reiner – „Stand By Me“ (1986)

    Wenn man(n) die Lebensmitte schon eine Weile hinter sich hat, dann bekommen nicht nur Erinnerungen an Filme, sondern auch an die eigene Kindheit und Jugend jedes Jahr einen neuen Stellenwert. Nach dem plötzlichen Tod von Rob Reiner und seiner Frau – und der dahinter stehenden Familientragödie vor nur ein paar Tagen -, fällt es mir allerdings tatsächlich schwer, diesen Film nicht auch als ein frühes Vermächtnis seines Regisseurs zu sehen. Auch, weil ich damals, als ich ihn zuerst sehen durfte, das meiste meines eigenen Lebens noch vor mir hatte. (ZDFneo, Wh.)

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  4. „Susan… verzweifelt gesucht“ (1985)

    Madonna ist wohl der einzige Grund, warum sich bis heute fast alle, die alt genug dafür sind, noch an diesen Film erinnern. Für mich ist aber Susan Seidelman und die Tatsache, dass ihr hier einer der definitiven New-York-City Filme der 80er gelungen ist, ein mehr als guter Grund, warum wir ihn überhaupt noch ansehen sollten. Und neben der Stadt gibt es auch noch die eine oder andere darstellerische Sehenswürdigkeit wiederzuentdecken. (ARTE, Wh.)

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  5. Rian Johnson – „Knives Out – Mord ist Familiensache“ (2019)

    Dieser Film, in dem eigentlich nur gesprochen wird, funktioniert nur über den Klang, Rhythmus, Akzent und das soziale Wissen, das über die Sprache in seine Figuren eingeschrieben ist. Sie ist kein Transportmittel für die Geschichte, sondern ihr eigentliches Material. Da ist die synchronisierte Fassung in der ARD-Mediathek nicht nur unbefriedigend, sondern konzeptuell eigentlich völlig verfehlt. Sie gibt zwar den Plot wieder, entzieht dem Werk aber all seine künstlerische Substanz. Nirgendwo ist die Abwesenheit der (englischsprachigen) Originalversion deshalb mehr zu beklagen als hier. (ARD, Wh.)

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  6. Adrian Lyne – „Ein unmoralisches Angebot“ (1993)

    Eine Million Dollar für eine Nacht mit der Frau eines anderen? Adrian Lyne hat 1993 ein Hochglanz-Melodram inszeniert, das vorgab, ein moralisches Dilemma zu untersuchen, in Wahrheit aber nur die ganz alten Hollywood-Fantasien männlicher Macht perpetuiert hat. Frauenkörper als Handelsware, oder Einsatz in einer Wette um die Moral. Mit Demi Moore, Woddy Harrelson und – ausgerechnet – Robert Redford. (ARD, Wh.)

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  7. Sylvester Stallone – „Staying Alive“ (1983)

    Ich habe damals kaum etwas mehr verachtet als „Disco“. Also nicht den Ort (Grüße gehen raus, an alle, die sich noch an „Sigi’s Kalei“ auf der Steeler Straße erinnern!), aber das Genre. Das war für mich ein rotes Tuch. Ich war (Punk-)Rocker! Doch irgendwann musste ich mir eingestehen, dass Pop sich für solche alten Fronten nicht mehr interessiert. Er wartet einfach geduldig. Und eines Tages summe ich plötzlich einen Bee-Gees-Refrain, obwohl ich mir geschworen hatte, niemals einen Bee-Gees-Refrain zu summen. (ARTE, Wh.)

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  8. Steven Spielberg – „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (1977)

    Das ist wirklich ein Film, der heute fast unmöglich erscheint. Ein Blockbuster über Außerirdische, der einmal nicht von Invasion, Krieg oder Zerstörung erzählt, sondern von Neugier, vom Staunen und von der Idee, dass das Fremde nicht zwangsläufig auch eine Bedrohung sein muss. 1977, im selben Jahr wie Star Wars, hat Steven Spielberg ebenfalls in den Himmel geblickt – aber sein Blick war ein völlig anderer. Wo George Lucas vom Abenteuer und Mythos erzählt hat, hat Spielberg nach Transzendenz gesucht. Mit Richard Dreyfuss, François Truffaut und Teri Garr. (3Sat, Wh.)

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  9. Pablo Larraín – „Spencer“ (2021)

    Ein psychologischer Fiebertraum in Designerkleidung. Pablo Larraín verwandelt Weihnachten bei den Windsors in eine surreale Geisterbahnfahrt durch den goldenen Käfig der britischen Monarchie. Das Schloss in diesem Film ist kein Ort, es ist ein Zustand. Tatsächlich gab es für mich nur zwei Gründe, diesen Film zu sehen – den Regisseur und Kristen Stewart. Denn die spielt die Diana nicht, sie bewohnt sie. Allein ihr Gesicht spricht lauter als alle Dialoge. Die berühmteste Frau der Welt wurde von ihr nicht verklärt, sondern vielmehr dekonstruiert. (ARD, Wh.)

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  10. Nicolette Krebitz – „A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe“ (2022)

    Nicolette Krebitz zerlegt die Idee, dass ältere Frauen im Kino gefälligst unsichtbar zu werden haben. Melancholisch, schräg, sexy und manchmal herrlich unangenehm. Ein Film darüber, wie die Liebe klingt, wenn Menschen längst aufgehört haben, noch daran zu glauben. Ein Film wie ein schiefer Popsong um drei Uhr morgens. Halb romantisch, halb kaputt. Und genau deshalb so interessant. Mit Sophie Rois, Milan Herms und dem großen Udo Kier. Mit Sophie Rois, Milan Herms und dem großen Udo Kier. (ARD, Wh.)

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  11. Sydney Pollack – „Tootsie“ (1982)

    Ein Film, als Witz verkleidet und dabei doch eine ziemlich präzise Diagnose. Dieses über 40 Jahre alte Stück Kino wirkt wie eine klassische Travestiekomödie, entpuppt sich dann aber als bissige, erstaunlich ungeduldige Analyse von Geschlechterrollen, Macht und der systemischen Abwertung von Frauen im Entertainmentbetrieb. Und mittendrin Dustin Hoffman, der sich nicht einfach verkleidet, sondern eine männliche Komfortzone frontal zerlegt hat. Mit Jessica Lange, Teri Garr, Bill Murray und Geena Davis. (3Sat, Wh.)

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  12. Mike Newell – „Donnie Brasco“ (1997)

    Ein Krimi mit Al Pacino, noch dazu ein Mafia-Film. Das war früher für mich das größtmögliche Kino. Aber hier ist das anders. Keine Posen, kein Mythos mehr, sondern nur noch kalter Rauch. Auch kein Glanz mehr, oder Orgien mit Kokain und Gewalt. Sondern nur noch ein System, das furchtbar müde wirkt, während es aber doch noch funktioniert. Loyalität ist hier weniger Prinzip als Gewohnheit, und genau darin liegt die Kälte dieses Filmes nach einer wahren Geschichte. Mit Al Pacino, Johnny Depp und Michael Madsen. (ARTE, Wh.)

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  13. Rian Johnson – „Knives Out – Mord ist Familiensache“ (2019)

    Dieser Film, in dem eigentlich nur gesprochen wird, funktioniert nur über den Klang, Rhythmus, Akzent und das soziale Wissen, das über die Sprache in seine Figuren eingeschrieben ist. Sie ist kein Transportmittel für die Geschichte, sondern ihr eigentliches Material. Da ist die synchronisierte Fassung in der ARD-Mediathek nicht nur unbefriedigend, sondern konzeptuell eigentlich völlig verfehlt. Sie gibt zwar den Plot wieder, entzieht dem Werk aber all seine künstlerische Substanz. Nirgendwo ist die Abwesenheit der (englischsprachigen) Originalversion mehr zu beklagen als hier. (ARD, Wh.)

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  14. Steven Spielberg – „Schindlers Liste“ (1993)

    Steven Spielbergs Meisterwerk ist mehr als Holocaust-Kino, es ist inzischen auch ein Spiegel der deutschen Erinnerungspolitik. Zwischen Liam Neesons ikonischem Oskar Schindler, der verdrängten Emilie Schindler und dem kollektiven deutschen Bedürfnis nach moralischer Entlastung zeigt sich, wie bequem Gedenken werden kann, wenn es sich an einem rettenden Ausnahme-Mann festhält. Ein persönlicher Text über Kino, Macht und die Ästhetik des schlechten Gewissens. (ARTE, Wh.)

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  15. Rob Reiner – „Stand By Me“ (1986)

    Wenn man(n) die Lebensmitte schon eine Weile hinter sich hat, dann bekommen nicht nur Erinnerungen an Filme, sondern auch an die eigene Kindheit und Jugend jedes Jahr einen neuen Stellenwert. Nach dem plötzlichen Tod von Rob Reiner und seiner Frau – und der dahinter stehenden Familientragödie vor nur ein paar Tagen -, fällt es mir allerdings tatsächlich schwer, diesen Film nicht auch als ein frühes Vermächtnis seines Regisseurs zu sehen. Auch, weil ich damals, als ich ihn zuerst sehen durfte, das meiste meines eigenen Lebens noch vor mir hatte. (ZDFneo, Wh.)

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  16. Juan José Campanella – „In ihren Augen“ (2009)

    Ich dachte, ich kenne die Geschichte. Weil ich vor Jahren schon die US-Version dieses argentinischen Thrillers gesehen habe. Das war spektakulärer besetzt. Aber in besonderer Erinnerung blieb es mir eben nicht. Doch dann sah ich gestern das Original. Und plötzlich ist alles anders. Das ist kein Thriller, der unterhält. Es ist ein Film, der zeigt, wie tief Gewalt in Systeme eingeschrieben ist. Wie Erinnerung arbeitet. Wie Männer sich gegenseitig schützen. Und wie Liebe daran zerbricht. Sorry, aber das US-Remake wirkt danach nur noch wie weichgespült. Das hier bleibt hängen. Unbequem. Politisch. Und viel näher an der Wahrheit. Mit Ricardo Darín und Soledad Villamil. (ARD, Neu)

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  17. Helmut Dietl – „Rossini – Oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief“ (1997)

    Der Tod von Mario Adorf legt sich heute natürlich wie ein Filter über diesen Film. Plötzlich wirkt alles endgültiger, musealer – und gleichzeitig elektrischer. Denn Helmut Dietls Kinohit war zu seiner Zeit alles andere als ein leiser Abschied, sondern eine laute, lärmende, eitle, funkelnde Satire auf eine Branche, die sich selbst am liebsten im Spiegel sieht. Und das mit einem unglaublichen Ensemble, das zu seiner Zeit wahrscheinlich auf der absoluten Höhe seiner kollektiven Kunst gewesen ist. Unvergesslich! (ARD, Wh.)

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  18. Stanley Kubrick – „Spartacus“ (1960)

    Ein Moment, in dem das Kino seine ganze eigene Geschichte neu überschrieben hat: Dieser Film gehört ganz ohne Zweifel zu den ganz seltenen Fällen. Er ist noch immer ein Monument. Aber auch eines, das immer noch unter seiner Oberfläche brodelt. Kein sauberer Sandalenfilm, sondern ein hochpolitischer Kommentar. Einer, der unter der Last seiner eigenen Entstehungsgeschichte fast zerbrochen ist und genau daraus noch immer seine ganze Wucht zieht. Mit Kirk Douglas, Tony Curtis, Jean Simmons, Peter Ustinov und Laurence Olivier. (ARTE, Wh.)

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  19. Shirin Neshat, Shoja Azari – „Women Without Men“ (2009)

    Geschichte ist für einen Film nie ein beliebiger Hintergrund. Sie greift ein, zerschneidet Biografien, schreibt sich in die Menschen. Hier ist es der Putsch im Iran von 1953, der nicht erklärt wird, sondern zu spüren ist. Straßen, Stimmen, Hitze, und mittendrin die Frauen, die versuchen, sich die Räume zu erkämpfen, die ihnen vorher systematisch entzogen werden. (ARTE, Neu)

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  20. Jean-Marc Vallée – „Dallas Buyers Club“ (2013)

    Ein wirklich immer-wieder-sehenswerter “Oscar”-Gewinner: Sechsmal nominiert und dreimal gewonnen haben 2014 hier vor allem die Hauptdarsteller: Matthew McConaughey und Jared Leto. Für die Adaption eines “literarischen Werkes”, nämlich eines Zeitungsartikels in der “Dallas Morning News”. Also eine Geschichte nach (weitgehend) wahren Begebenheiten. (ARTE, Wh.)

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  21. Laura Poitras – „All die Schönheit und das Blutvergießen“ (2022)

    Ein Dokumentarfilm, der einmal nicht mit einem Skandal beginnt, sondern mit Nähe. Intimität einmal nicht als Pose, sondern als Überlebensstrategie. Dass Laura Poitras daraus einen politischen Film macht, ist keine Überraschung. Eher eine Konsequenz ihres gesamten Werks. Sie untersucht Macht als etwas, das sich in Menschen einschreibt. Hier porträtiert sie Nan Goldin, deren Werk und Leben untrennbar mit Intimität, Schmerz, Widerstand und Erinnerung verbunden ist. (ARTE, Neu!)

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  22. Sandokan – „Der Tiger von Malaysia“ (Serie, 1976)

    Manchmal taucht verschüttet geglaubte Popkultur aus der Kindheit wieder auf wie ein Anruf aus einer anderen Zeit. Der Tiger von Malaysia gehört zu diesen seltsamen Erinnerungsstücken. Eine europäische Abenteuerserie über antikolonialen Widerstand, gedreht in den Siebzigern, getragen von Pathos, Romantik und einem erstaunlich klaren Feindbild: Dem britische Empire. Für mich eine großartige Kindheitserinnerung. Mit dem großen Kabir Bedi. (ARD, Wh.)

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  23. Kerstin Polte – „Immer der Nase nach“ (2021)

    Mitten in einer Arbeitswelt, die ständig „Innovation“ ruft und dabei ganze Generationen aus dem Bild schiebt, erzählt Kerstin Polte eine stille, ziemlich präzise Geschichte über Alter, Arbeit und weibliche Selbstbehauptung. Das ist kein großes Drama, kein grelles Empowermentkino, sondern „nur“ deutsches Fernsehen. Und eine Beobachtung darüber, wie schnell ein Leben aus der Balance geraten kann, wenn gesellschaftliche Erwartungen plötzlich kippen. Mit Claudia Michelsen und Corinna Harfouch. (ZDF, Wh.)

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  24. Bastian Günther – „One of These Days“ (2020)

    Texas. Hitze. Asphalt. Ein Parkplatz als Arena. Ein Wettbewerb, der so banal wirkt, dass er sofort unheimlich wird. Wer am längsten die Hand auf einem Pickup Truck liegen lässt, gewinnt das Auto. Klingt wie eine absurde Realityshow. Ist aber bitterer Ernst. In diesem Film verwandelt Regisseur Bastian Günther diese Prämisse in eine stille Studie über Hoffnung, Ausdauer und ökonomische Verzweiflung. (ARD, Wh.)

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  25. Chris Kraus – „15 Jahre“ (2023)

    Fünfzehn Jahre im Knast – das ist die Langstrecke. Nach verbüßter Schuld sucht eine Frau einen Neustart. Doch der Film interessiert sich nicht für Neuanfänge als Feelgood Erzählung. Chris Kraus setzt dort an, wo Institutionen behaupten, ihre Arbeit sei getan. Gefängnismauern verschwinden zwar, doch die Mechanismen bleiben. Das Ganze spielt im Sumpf zwischen Fürsorge, Kunst und Castingshows, zwischen der Chance auf Freiheit und der auf Revanche. Mit einer überragenden Hannah Herzsprung in einem Cast aus der ersten Liga. (TV-Premiere, ARTE)

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  26. Stephen Frears – „Hi Lo Country“ (1998)

    Weite Landschaften sind im Kino selten unschuldig. Sie versprechen Freiheit und erzählen doch von Besitz. Hier blickt der Brite Stephen Frears auf den amerikanischen Mythos des Westens, aber ohne ihm zu verfallen. Er kommt aus dem britischen Realismus, der Klassenverhältnisse offenlegt, statt sie in Sonnenuntergängen zu verkitschen. Genau diese Distanz macht den Film politisch. Mit Billy Crudup, Woody Harrelson, Sam Elliott, Patricia Arquette und Penélope Cruz. (ARTE, Wh.)

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  27. Terry Gilliam – „12 Monkeys“ (1996)

    Zeitreisen sind bei Terry Gilliam kein Versprechen auf Rettung, sondern eine Form von Gewalt. Erinnerung ist brüchig und die Zukunft bereits kontaminiert. Die Gegenwart ist ein kaum haltbarer Zustand. Das ist keine Science-Fiction der technischen Möglichkeiten, sondern eine Dystopie über eine Kontrollgesellschaft und über die Unmöglichkeit, Wahrheit gegen Institutionen durchzusetzen. Mit Bruce Willis, Brad Pitt und Madeline Stowe. (ARTE, Wh.)

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  28. Martin Scorsese – „Aviator“ (2004)

    Ein Film über Tempo, Beschleunigung und einen Mann, der nie stillsteht, weil er Angst vor sich selber hat. Martin Scorsese interessiert sich hier nicht für ein klassisches Genieporträt. Ihn reizt der totale Crash. Der Moment, in dem Ehrgeiz, Geld, Technik und Ego nicht mehr zusammenpassen. Howard Hughes war dafür die perfekte Figur. Die alte Oligarchen-Schule: Reich. Berühmt. Mächtig. Und innerlich komplett außer Kontrolle. (ARTE, Neu)

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  29. Anders Østergaard – „Winterreise“ (2019)

    Was kann ich über Bruno Ganz schreiben, das andere nicht längst geschrieben haben? Ich habe ihn geliebt und bewundert, schon allein für seine Arbeiten mit Wim Wenders. Wahrscheinlich der größte deutschsprachige Schauspieler meines Lebens. Ein Genie seines Fachs, selbst in seinem Vermächtnis. Dieser Film war sein letzter Film. Und es ist wieder einer, wie es keinen anderen von ihm gibt. (ARD, Wh.)

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  30. Anders Østergaard – „Winterreise“ (2019)

    Was kann ich über Bruno Ganz schreiben, das andere nicht längst geschrieben haben? Ich habe ihn geliebt und bewundert, schon allein für seine Arbeiten mit Wim Wenders. Wahrscheinlich der größte deutschsprachige Schauspieler meines Lebens. Ein Genie seines Fachs, selbst in seinem Vermächtnis. Dieser Film war sein letzter Film. Und es ist wieder einer, wie es keinen anderen von ihm gibt. (ARD, Wh.)

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  31. Anders Østergaard – „Winterreise“ (2019)

    Was kann ich über Bruno Ganz schreiben, das andere nicht längst geschrieben haben? Ich habe ihn geliebt und bewundert, schon allein für seine Arbeiten mit Wim Wenders. Wahrscheinlich der größte deutschsprachige Schauspieler meines Lebens. Ein Genie seines Fachs, selbst in seinem Vermächtnis. Dieser Film war sein letzter Film. Und es ist wieder einer, wie es keinen anderen von ihm gibt. (ARD, Wh.)

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  32. Anders Østergaard – „Winterreise“ (2019)

    Was kann ich über Bruno Ganz schreiben, das andere nicht längst geschrieben haben? Ich habe ihn geliebt und bewundert, schon allein für seine Arbeiten mit Wim Wenders. Wahrscheinlich der größte deutschsprachige Schauspieler meines Lebens. Ein Genie seines Fachs, selbst in seinem Vermächtnis. Dieser Film war sein letzter Film. Und es ist wieder einer, wie es keinen anderen von ihm gibt. (ARD, Wh.)

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  33. Anders Østergaard – „Winterreise“ (2019)

    Was kann ich über Bruno Ganz schreiben, das andere nicht längst geschrieben haben? Ich habe ihn geliebt und bewundert, schon allein für seine Arbeiten mit Wim Wenders. Wahrscheinlich der größte deutschsprachige Schauspieler meines Lebens. Ein Genie seines Fachs, selbst in seinem Vermächtnis. Dieser Film war sein letzter Film. Und es ist wieder einer, wie es keinen anderen von ihm gibt. (ARD, Wh.)

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  34. Claude Miller – „Das Verhör“ (1981)

    Noch so ein Film, der sich auf ewig in meinem Kinogedächtnis festgesetzt hat. Reduziert auf das absolute Minimum, mit einer komplexen psychologischen Handlung, war das ein Werk, das mir für alle Zeit bewiesen hat, wie wenig es braucht, einen großen Film zu schaffen. Hier zählt nur die Geschichte, die überragenden Darsteller:innen und das Auge und Timing des Regisseurs. (ARTE, Wh.)

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  35. Pablo Larraín – „Spencer“ (2021)

    Ein psychologischer Fiebertraum in Designerkleidung. Pablo Larraín verwandelt Weihnachten bei den Windsors in eine surreale Geisterbahnfahrt durch den goldenen Käfig der britischen Monarchie. Das Schloss in diesem Film ist kein Ort, es ist ein Zustand. Tatsächlich gab es für mich nur zwei Gründe, diesen Film zu sehen – den Regisseur und Kristen Stewart. Denn die spielt die Diana nicht, sie bewohnt sie. Allein ihr Gesicht spricht lauter als alle Dialoge. Die berühmteste Frau der Welt wurde von ihr nicht verklärt, sondern vielmehr dekonstruiert. (ARD, Wh.)

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  36. Rian Johnson – „Knives Out“ (2019)

    Dieser Film, in dem eigentlich nur gesprochen wird, funktioniert eigentlich nur über den Klang, Rhythmus, Akzent und das soziale Wissen, das über die Sprache in seine Figuren eingeschrieben ist. Sie ist kein Transportmittel für die Geschichte, sondern ihr eigentliches Material. Da ist die synchronisierte Fassung in der ARD-Mediathek nicht nur unbefriedigend, sondern konzeptuell eigentlich völlig verfehlt. Sie gibt zwar den Plot wieder, entzieht dem Werk aber all seine künstlerische Substanz. Nirgendwo ist die Abwesenheit der (englischsprachigen) Originalversion mehr zu beklagen als hier. (ARD, Neu)

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  37. Christian Petzold – „Roter Himmel“ (2023)

    Die Geschichte beginnt, wie ein harmloser Sommerfilm: ein Haus an der Ostsee, vier Menschen, Sonne, Meer, ein bisschen Drama im Alltag. Doch dann merken wir: Dieser Film von Christian Petzold schwitzt. Die Hitze liegt schwer auf allem, auf den Figuren, auf den Bäumen im Wald, auf dem Publikum. Kein Katastrophenfilm, aber ein Film über die Katastrophe. Kein Alarmgeheule, kein Held, der uns rettet. Das Feuer ist schon da. Still, bedrohlich, unausweichlich. (3Sat, Wh.)

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  38. Barry Sonnenfeld – „Schnappt Shorty“ (1995)

    Ein echter Lieblingsfilm aus den Neunzigern. Und das ist mal kein Nostalgie-Ding, weil wir alle mal so viel jünger waren, sondern ein Film, der bis heute hält, was er damals versprochen hat. Eine knallbunte Postkarte aus einer Ära, in der Coolness noch aus Haltung bestand und nicht aus Branding. Ein Film, der Hollywood mit einem Lächeln auseinandernimmt, das so breit ist, dass es fast schon als Waffe durchgeht. Nicht die Art Satire, die mit erhobenem Zeigefinger wedelt, sondern die Sorte, die im Liegestuhl liegt und trotzdem immer noch präzise trifft. Nicht alle werden diesen Film mögen, doch ich liebe ihn sehr. (ARTE, Wh.)

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  39. Kristen Stewart, Pablo Larraín – „Spencer“ (2021)

    Ein psychologischer Fiebertraum in Designerkleidung. Pablo Larraín verwandelt Weihnachten bei den Windsors in eine surreale Geisterbahnfahrt durch den goldenen Käfig der britischen Monarchie. Das Schloss in diesem Film ist kein Ort, es ist ein Zustand. Tatsächlich gab es für mich nur zwei Gründe, diesen Film zu sehen – den Regisseur und Kristen Stewart. Denn die spielt die Diana nicht, sie bewohnt sie. Allein ihr Gesicht spricht lauter als alle Dialoge. Die berühmteste Frau der Welt wurde hier nicht verklärt, sondern vielmehr seziert. (ARD, Wh.)

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  40. Jamie Foxx, Tommy Lee Jones – „The Burial“ (2023)

    Ein Gerichtssaal kann immer auch eine Bühne sein – für einen Anwalt, der mehr Show liefert als jeder Gangster-Rapper. Maggie Betts hat hier ein Drama nach einer wahren Geschichte, als Clash zwischen alten weißen Männern in grauen Anzügen und einem schwarzen Anwalt inszeniert. Einem, der keine Angst vor der Show oder der Wahrheit hat. Das ist kein Film über das Recht, das ist zuallererst ein Film über Haltung. Mit einem großartigen Jamie Foxx und Tommy Lee Jones, der längst seine eigene Legende spielt. (ARD/One, TV-Premiere)

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  41. Lea Drinda – „Becoming Charlie“ (Serie, 2022)

    Können wir bitte ZDFneo rückwirkend noch mal Respekt zollen? Die haben den Mut gehabt, diese Mini-Serie zu produzieren. Non-binär, divers, queer – mitten im deutschen Alltag, nicht in einer sterilen Hochglanzwelt. Es war ein Risiko, fernab von bewährten Formaten und Einschaltquoten-Maximierung. Produziert für die Mediathek-Nische. Aber genau das macht die Serie wertvoll. Weil öffentlich-rechtlicher Rundfunk auch Innovation und gesellschaftliche Relevanz bedeutet. Diversität wird nicht nur gezeigt, sie wird gefeiert. Das war mutig, unaufgeregt und sogar popkulturell relevant. (ZDFneo)

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  42. „Hundertdreizehn“ (Mini-Serie, 2025)

    Das ist Fernsehen, das wirklich wehtut – aber auf eine notwendige Art und Weise. Rick Ostermann und Arndt Stüwe schicken uns mitten hinein in ein Trauma: Ein Busunfall, Feuer, ein Schockmoment, der sich in sechs Folgen wie ein Echo durch das Leben von über hundert Menschen zieht. Kein Katastrophenporno, wie befürchtet, auch kein Krimi mit moralischem Ausgang, sondern ein Ensemble-Drama über das lange Danach. Über Schweigen, Schuld und die dünne Linie zwischen Verantwortung und Verdrängung. (ARD, Neu!)

    Zu den Mediathekperlen: nexxtpress.de/b/tjj

  43. Kenneth Lonergan – „Manchester by the Sea“ (2016)

    Kenneth Lonergan lässt Casey Affleck, Lucas Hedges und Michelle Williams durch Schmerz, Schuld und leise Komik stolpern. Männer gefangen in Stillstand, Frauen handeln, das Leben läuft trotzdem weiter. Subtil, präzise, menschlich: Sein Film beobachtet Trauma und Verantwortung ganz ohne Pathos – und trifft trotzdem mitten in mein Herz. (ARTE)

  44. Robert Redford – „Ein unmoralisches Angebot“ (1993)

    Ein Film als Provokation: Eine Million Dollar für eine Nacht mit der Frau eines anderen? Adrian Lyne inszenierte 1993 ein Hochglanz-Melodram, das vorgab, ein moralisches Dilemma zu untersuchen, in Wahrheit aber nur die ganz alten Hollywood-Fantasien männlicher Macht perpetuiert hat. Frauenkörper als Handelsware, als Einsatz in einer Wette um die Moral. Mit Demi Moore, Woddy Harrelson und – ausgerechnet – Robert Redford. (ARD, Wh.)

  45. Shirin Neshat, Shoja Azari – „Land of Dreams“ (2021)

    Die USA als Überwachungsstaat, in dem nicht nur Daten, sondern selbst Träume extrahiert, gespeichert und bewertet werden. Ein unglaublicher Film, in dem Migration, Gender, KI und Datenkolonialismus zu surrealen Sequenzen verschmelzen. Die Protagonistin navigiert zwischen Widerstand und Kompliz:innenschaft mit einem totalitären Regime. Das ist satirisch, politisch und visuell unglaublich stark. Eine Allegorie auf Identität, Macht, Kontrolle und die ethische Krise digitaler Gesellschaften. Vielleicht der eine Film, den Sie diesen Monat noch sehen sollten. Weil er einfach völlig anders ist – und so etwas ist wirklich selten! (ARD, Wh.)

  46. Christian Petzold – „Roter Himmel“ (2023)

    Die Geschichte beginnt, wie ein harmloser Sommerfilm: ein Haus an der Ostsee, vier Menschen, Sonne, Meer, ein bisschen Drama im Alltag. Doch dann merken wir: Dieser Film von Christian Petzold schwitzt. Die Hitze liegt schwer auf allem, auf den Figuren, auf den Bäumen im Wald, auf dem Publikum. Kein Katastrophenfilm, aber ein Film über die Katastrophe. Kein Alarmgeheule, kein Held, der uns rettet. Das Feuer ist schon da. Still, bedrohlich, unausweichlich. (ARTE, Neu!)

  47. Charly Hübner – „Sophia, der Tod und ich“ (2025)

    Das ist ein Geschenk, das sich Charly Hübner zuerst selbst gemacht hat. Nach Jahren als prägende Figur im deutschen Fernsehen und auf der Bühne, nach dokumentarischen Expeditionen ins Politische und ins Musikalische, nach den Improvisationsabenteuern mit Lars Jessen und Jan Georg Schütte, nach seiner intensiven Theaterarbeit in Hamburg und anderswo, war klar, dass irgendwann ein Kinodebüt kommen würde. Aber dass es so verspielt, so poppig, so liebevoll schräg ausfallen würde – das überrascht wohl selbst diejenigen, die längst seine Fans sind. (ZDF, Neu!)

  48. Fritz Bauer – „Die Akte General“ (2016)

    Deutschland im Sommer 2025: Die A%D liegt in Umfragen um die 25 Prozent, die Wagenknecht-Partei tut so, als sei Rassismus nur ein Betriebsunfall des Kapitalismus, und Innenminister:innen schwören treu auf die „wehrhafte Demokratie“, während Geheimdienste NSU Akten schreddern. In diesem Klima wirkt „Die Akte General“ wie ein Schlag ins Gesicht – und wie ein Déjà-vu. Der Film zeigt, wie die Bundesrepublik schon einmal Täter:innen deckte, Opfer zum Schweigen brachte und aus Staatsräson lieber Schwamm drüber wischte. Wer das heute sieht, erkennt: Die deutsche Demokratie hat nie gelernt, den braunen Bodensatz wirklich trocken zu legen. (ARD)