#fskab12 — Public Fediverse posts
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Matteo Garrone – „Ich Capitano“ (2023)Europa ist kein Ort, sondern ein Versprechen, das sich selbst längst nicht mehr glaubt. Zwei Jugendliche nehmen dieses Versprechen trotzdem ernst. Sie verlassen Dakar in Senegal mit nichts als der Energie eines Traums, der nicht ihnen gehört, sondern aus Musikvideos, Erzählungen, Gerüchten und fremden Bildern zusammengesetzt ist. Popkultur ist hier ein Fluchtmotor, eine koloniale Nachwirkung, und eine Form von Gewalt. Das ist hart, aber auch sehr stark. (ZDF, Wh.)
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Daniel Kwan, Daniel Scheinert – „Swiss Army Man“ (2016)Ein furzender Leichnam als emotionales Zentrum einer tragischen und existenziellen Erzählung! Daniel Kwan und Daniel Scheinert, damals noch keine Multiversums-Oscar-Maschine, inszenieren hier eine Fantasie über das prekäre Projekt, als Mann ein handlungsfähiges Subjekt zu werden. Und sie tun das mit einer Radikalität, die sich für gar nichts entschuldigt. Das ist kein Gagfilm. Er benutzt den Gag nur, um an etwas ranzukommen, das sonst gern zugedeckt wird: die nackte Bedürftigkeit hinter performativer Männlichkeit. Das ist groß! Mit Paul Dano und Daniel Radcliffe! (ARD, Wh.)
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Daniel Kwan, Daniel Scheinert – „Swiss Army Man“ (2016)Ein furzender Leichnam als emotionales Zentrum einer tragischen und existenziellen Erzählung! Daniel Kwan und Daniel Scheinert, damals noch keine Multiversums-Oscar-Maschine, inszenieren hier eine Fantasie über das prekäre Projekt, als Mann ein handlungsfähiges Subjekt zu werden. Und sie tun das mit einer Radikalität, die sich für gar nichts entschuldigt. Das ist kein Gagfilm. Er benutzt den Gag nur, um an etwas ranzukommen, das sonst gern zugedeckt wird: die nackte Bedürftigkeit hinter performativer Männlichkeit. Das ist groß! Mit Paul Dano und Daniel Radcliffe! (ARD, Wh.)
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Daniel Kwan, Daniel Scheinert – „Swiss Army Man“ (2016)Ein furzender Leichnam als emotionales Zentrum einer tragischen und existenziellen Erzählung! Daniel Kwan und Daniel Scheinert, damals noch keine Multiversums-Oscar-Maschine, inszenieren hier eine Fantasie über das prekäre Projekt, als Mann ein handlungsfähiges Subjekt zu werden. Und sie tun das mit einer Radikalität, die sich für gar nichts entschuldigt. Das ist kein Gagfilm. Er benutzt den Gag nur, um an etwas ranzukommen, das sonst gern zugedeckt wird: die nackte Bedürftigkeit hinter performativer Männlichkeit. Das ist groß! Mit Paul Dano und Daniel Radcliffe! (ARD, Wh.)
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Daniel Kwan, Daniel Scheinert – „Swiss Army Man“ (2016)Ein furzender Leichnam als emotionales Zentrum einer tragischen und existenziellen Erzählung! Daniel Kwan und Daniel Scheinert, damals noch keine Multiversums-Oscar-Maschine, inszenieren hier eine Fantasie über das prekäre Projekt, als Mann ein handlungsfähiges Subjekt zu werden. Und sie tun das mit einer Radikalität, die sich für gar nichts entschuldigt. Das ist kein Gagfilm. Er benutzt den Gag nur, um an etwas ranzukommen, das sonst gern zugedeckt wird: die nackte Bedürftigkeit hinter performativer Männlichkeit. Das ist groß! Mit Paul Dano und Daniel Radcliffe! (ARD, Wh.)
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Daniel Kwan, Daniel Scheinert – „Swiss Army Man“ (2016)Ein furzender Leichnam als emotionales Zentrum einer tragischen und existenziellen Erzählung! Daniel Kwan und Daniel Scheinert, damals noch keine Multiversums-Oscar-Maschine, inszenieren hier eine Fantasie über das prekäre Projekt, als Mann ein handlungsfähiges Subjekt zu werden. Und sie tun das mit einer Radikalität, die sich für gar nichts entschuldigt. Das ist kein Gagfilm. Er benutzt den Gag nur, um an etwas ranzukommen, das sonst gern zugedeckt wird: die nackte Bedürftigkeit hinter performativer Männlichkeit. Das ist groß! Mit Paul Dano und Daniel Radcliffe! (ARD, Wh.)
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Clint Eastwood – „Million Dollar Baby“ (2004)Sie können diesen Film als Box-Film, also als ein klassisches Sport-Drama sehen. Daran wäre nichts falsch. Für mich ist es allerdings ein Film über eine Frau, die sich die Autonomie über ihren Körper erkämpft, und eine Gesellschaft, die ihr diese Autonomie am Ende wieder nimmt. Genau deshalb ist die Geschichte viel radikaler, als das eher konservative Männerkino-Image von Regisseur und Hauptdarsteller Clint Eastwood eigentlich vermuten lässt. Mit Hilary Swank und Morgan Freeman. (ZDF, Wh.)
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Steven Knight – „The Veil“ (Serie, 2024)Eigentlich ist diese Serie ein konventioneller Geheimdienstthriller, doch unter der Oberfläche läuft eine zweite Erzählung über Migration, über Kontrolle und über das permanente Sortieren von Leben in legitim und verdächtig. Das ist nichts für einen TV-Binge-Eskapismus, sondern Spiegel einer europäischen Realität. Mit Elisabeth Moss und Yumna Marwan. (ZDF, Wh.)
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Rob Reiner – „Stand By Me“ (1986)Wenn man(n) die Lebensmitte schon eine Weile hinter sich hat, dann bekommen nicht nur Erinnerungen an Filme, sondern auch an die eigene Kindheit und Jugend jedes Jahr einen neuen Stellenwert. Nach dem plötzlichen Tod von Rob Reiner und seiner Frau – und der dahinter stehenden Familientragödie vor nur ein paar Tagen -, fällt es mir allerdings tatsächlich schwer, diesen Film nicht auch als ein frühes Vermächtnis seines Regisseurs zu sehen. Auch, weil ich damals, als ich ihn zuerst sehen durfte, das meiste meines eigenen Lebens noch vor mir hatte. (ZDFneo, Wh.)
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Andreas Senn – „Unbroken“ (Serie, 2021)Eine TV-Serie als Hochglanz-Thriller, der sichtbar auf die Streaming-Generation geschielt hat, aber ohne seine Identität dabei an Netflix oder Sky zu verkaufen. Das war damals durchaus mutig. Oder wenigstens sehr viel mutiger als der übliche ZDF-Krimi. Dass eine sechs Jahre alte Serie aber heute einmal soviel tagespolitische Relevanz bekommen würde, konnte wohl auch Jens Spahn 2021 noch nicht ahnen. Der ist zu seiner Zeit gerade erst als Bundesgesundheitsminister abgewählt worden. (ZDF, Wh.)
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Robert De Niro – „Der gute Hirte“ (2006)Robert De Niro erzählt, in einem seiner seltenen Filme als Regisseur, von der Entstehung der CIA. Das ist kein Hochspannungs-Thriller, sondern beschreibt die ernüchternde Herkunftsgeschichte einer emotional verarmten Supermacht. Hier gibt es keine coolen Gadgets, keine One-Liner und keine Agentenposen. Nur Männer in grauen Anzügen, die lernen, nichts zu fühlen – und das dann für Professionalität halten. Mit Matt Damon, Angelina Jolie, Martina Gedeck, Joe Pesci und William Hurt. (ZDF, Wh.)
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„Susan… verzweifelt gesucht“ (1985)Madonna ist wohl der einzige Grund, warum sich bis heute fast alle, die alt genug dafür sind, noch an diesen Film erinnern. Für mich ist aber Susan Seidelman und die Tatsache, dass ihr hier einer der definitiven New-York-City Filme der 80er gelungen ist, ein mehr als guter Grund, warum wir ihn überhaupt noch ansehen sollten. Und neben der Stadt gibt es auch noch die eine oder andere darstellerische Sehenswürdigkeit wiederzuentdecken. (ARTE, Wh.)
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Rian Johnson – „Knives Out – Mord ist Familiensache“ (2019)Dieser Film, in dem eigentlich nur gesprochen wird, funktioniert nur über den Klang, Rhythmus, Akzent und das soziale Wissen, das über die Sprache in seine Figuren eingeschrieben ist. Sie ist kein Transportmittel für die Geschichte, sondern ihr eigentliches Material. Da ist die synchronisierte Fassung in der ARD-Mediathek nicht nur unbefriedigend, sondern konzeptuell eigentlich völlig verfehlt. Sie gibt zwar den Plot wieder, entzieht dem Werk aber all seine künstlerische Substanz. Nirgendwo ist die Abwesenheit der (englischsprachigen) Originalversion deshalb mehr zu beklagen als hier. (ARD, Wh.)
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Gary Fleder – „Das Urteil“ (2003)Ein Justizthriller, der auch über zwanzig Jahre nach seiner Premiere eigentlich noch nichts von seiner Wucht eingebüßt hat. Gary Fleder inszeniert einen Prozess gegen einen Waffenhersteller als gnadenloses Spiel um Macht, Moral und Manipulation. Wo andere Gerichtsdramen einfache Heldenfiguren bieten, zwingt dieser Film sein Publikum dazu, im moralischen Zwielicht auszuharren. Denn keine Figur ist eindeutig „gut“ oder „böse“, jede Entscheidung folgt Interessen, Abhängigkeiten oder Kalkül. (ZDF, Wh.)
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Steven Spielberg – „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (1977)Das ist wirklich ein Film, der heute fast unmöglich erscheint. Ein Blockbuster über Außerirdische, der einmal nicht von Invasion, Krieg oder Zerstörung erzählt, sondern von Neugier, vom Staunen und von der Idee, dass das Fremde nicht zwangsläufig auch eine Bedrohung sein muss. 1977, im selben Jahr wie Star Wars, hat Steven Spielberg ebenfalls in den Himmel geblickt – aber sein Blick war ein völlig anderer. Wo George Lucas vom Abenteuer und Mythos erzählt hat, hat Spielberg nach Transzendenz gesucht. Mit Richard Dreyfuss, François Truffaut und Teri Garr. (3Sat, Wh.)
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Don Siegel – „Flucht von Alcatraz“ (1979)Alcatraz ist in der Popkultur schon lange weniger ein Gefängnis als ein Mythos. Der Felsen in der Bucht von San Francisco steht für Isolation, staatliche Macht und die Vorstellung eines Ortes, aus dem eigentlich keine:r entkommen kann. Don Siegel nimmt diesen Mythos vollkommen ernst – und zerlegt ihn zugleich. Die Literaturverfilmung basiert auf dem Sachbuch „Escape from Alcatraz“ des Autors J. Campbell Bruce, das die Fluchtgeschichte aus dem Hochsicherheitsgefängnis detailliert rekonstruiert hat. Mit Clint Eastwood. (ARTE, Wh.)
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Joel Coen, Ethan Coen – „The Big Lebowski“ (1998)Ein Film, der versehentlich aus einem Paralleluniversum in die Kinos gefallen ist. Zu schräg für den Mainstream, zu bekifft für klassische Krimikonventionen und viel zu liebevoll gegenüber all den kaputten Männern darin, um noch als Satire durchzugehen. Die Coen-Brüder haben ihren eigenen amerikanischen Kosmos aus Verlierer:innen, Hochstapler:innen und Menschen, die einfach nur irgendwie durch den nächsten Tag kommen wollen, um einen Protagonisten erweitert, der heute noch wahrscheinlich mehr Anhänger hat, als der amtierende Präsident der USA. (Oder irgendeiner seiner Vorgänger.) Mit Jeff Bridges, John Goodman, Steve Buscemi, Julianne Moore. (ARTE, Wh.)
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Rian Johnson – „Knives Out – Mord ist Familiensache“ (2019)Dieser Film, in dem eigentlich nur gesprochen wird, funktioniert nur über den Klang, Rhythmus, Akzent und das soziale Wissen, das über die Sprache in seine Figuren eingeschrieben ist. Sie ist kein Transportmittel für die Geschichte, sondern ihr eigentliches Material. Da ist die synchronisierte Fassung in der ARD-Mediathek nicht nur unbefriedigend, sondern konzeptuell eigentlich völlig verfehlt. Sie gibt zwar den Plot wieder, entzieht dem Werk aber all seine künstlerische Substanz. Nirgendwo ist die Abwesenheit der (englischsprachigen) Originalversion mehr zu beklagen als hier. (ARD, Wh.)
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Steven Spielberg – „Schindlers Liste“ (1993)Steven Spielbergs Meisterwerk ist mehr als Holocaust-Kino, es ist inzischen auch ein Spiegel der deutschen Erinnerungspolitik. Zwischen Liam Neesons ikonischem Oskar Schindler, der verdrängten Emilie Schindler und dem kollektiven deutschen Bedürfnis nach moralischer Entlastung zeigt sich, wie bequem Gedenken werden kann, wenn es sich an einem rettenden Ausnahme-Mann festhält. Ein persönlicher Text über Kino, Macht und die Ästhetik des schlechten Gewissens. (ARTE, Wh.)
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Rob Reiner – „Stand By Me“ (1986)Wenn man(n) die Lebensmitte schon eine Weile hinter sich hat, dann bekommen nicht nur Erinnerungen an Filme, sondern auch an die eigene Kindheit und Jugend jedes Jahr einen neuen Stellenwert. Nach dem plötzlichen Tod von Rob Reiner und seiner Frau – und der dahinter stehenden Familientragödie vor nur ein paar Tagen -, fällt es mir allerdings tatsächlich schwer, diesen Film nicht auch als ein frühes Vermächtnis seines Regisseurs zu sehen. Auch, weil ich damals, als ich ihn zuerst sehen durfte, das meiste meines eigenen Lebens noch vor mir hatte. (ZDFneo, Wh.)
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Juan José Campanella – „In ihren Augen“ (2009)Ich dachte, ich kenne die Geschichte. Weil ich vor Jahren schon die US-Version dieses argentinischen Thrillers gesehen habe. Das war spektakulärer besetzt. Aber in besonderer Erinnerung blieb es mir eben nicht. Doch dann sah ich gestern das Original. Und plötzlich ist alles anders. Das ist kein Thriller, der unterhält. Es ist ein Film, der zeigt, wie tief Gewalt in Systeme eingeschrieben ist. Wie Erinnerung arbeitet. Wie Männer sich gegenseitig schützen. Und wie Liebe daran zerbricht. Sorry, aber das US-Remake wirkt danach nur noch wie weichgespült. Das hier bleibt hängen. Unbequem. Politisch. Und viel näher an der Wahrheit. Mit Ricardo Darín und Soledad Villamil. (ARD, Neu)
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Helmut Dietl – „Rossini – Oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief“ (1997)Der Tod von Mario Adorf legt sich heute natürlich wie ein Filter über diesen Film. Plötzlich wirkt alles endgültiger, musealer – und gleichzeitig elektrischer. Denn Helmut Dietls Kinohit war zu seiner Zeit alles andere als ein leiser Abschied, sondern eine laute, lärmende, eitle, funkelnde Satire auf eine Branche, die sich selbst am liebsten im Spiegel sieht. Und das mit einem unglaublichen Ensemble, das zu seiner Zeit wahrscheinlich auf der absoluten Höhe seiner kollektiven Kunst gewesen ist. Unvergesslich! (ARD, Wh.)
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Stanley Kubrick – „Spartacus“ (1960)Ein Moment, in dem das Kino seine ganze eigene Geschichte neu überschrieben hat: Dieser Film gehört ganz ohne Zweifel zu den ganz seltenen Fällen. Er ist noch immer ein Monument. Aber auch eines, das immer noch unter seiner Oberfläche brodelt. Kein sauberer Sandalenfilm, sondern ein hochpolitischer Kommentar. Einer, der unter der Last seiner eigenen Entstehungsgeschichte fast zerbrochen ist und genau daraus noch immer seine ganze Wucht zieht. Mit Kirk Douglas, Tony Curtis, Jean Simmons, Peter Ustinov und Laurence Olivier. (ARTE, Wh.)
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Kerstin Polte – „Immer der Nase nach“ (2021)Mitten in einer Arbeitswelt, die ständig „Innovation“ ruft und dabei ganze Generationen aus dem Bild schiebt, erzählt Kerstin Polte eine stille, ziemlich präzise Geschichte über Alter, Arbeit und weibliche Selbstbehauptung. Das ist kein großes Drama, kein grelles Empowermentkino, sondern „nur“ deutsches Fernsehen. Und eine Beobachtung darüber, wie schnell ein Leben aus der Balance geraten kann, wenn gesellschaftliche Erwartungen plötzlich kippen. Mit Claudia Michelsen und Corinna Harfouch. (ZDF, Wh.)
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Chris Kraus – „15 Jahre“ (2023)Fünfzehn Jahre im Knast – das ist die Langstrecke. Nach verbüßter Schuld sucht eine Frau einen Neustart. Doch der Film interessiert sich nicht für Neuanfänge als Feelgood Erzählung. Chris Kraus setzt dort an, wo Institutionen behaupten, ihre Arbeit sei getan. Gefängnismauern verschwinden zwar, doch die Mechanismen bleiben. Das Ganze spielt im Sumpf zwischen Fürsorge, Kunst und Castingshows, zwischen der Chance auf Freiheit und der auf Revanche. Mit einer überragenden Hannah Herzsprung in einem Cast aus der ersten Liga. (TV-Premiere, ARTE)
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İlker Çatak – „Das Lehrerzimmer“ (2023)Misstrauen ist keine Stimmung, sondern ein System. In Schulen zeigt es sich höflich, pädagogisch gerahmt, mit Formularen und Teamsitzungen. In Gesellschaften tarnt es sich als Sicherheitsbedürfnis. İlker Çatak seziert das mit der Präzision eines Kammerspiels. Das hier ist kein Thriller, kein Sozialdrama im klassischen Sinn, sondern eine Versuchsanordnung: Was passiert, wenn der Wunsch nach Gerechtigkeit in totale Kontrolle kippt? (ARTE, TV-Premiere)
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Hans Weingartner – „Die fetten Jahre sind vorbei“ (2004)Ich habe mich schon 2004 fast für „zu alt den Scheiß“ gefühlt. Aber ich fand den Film doch unterhaltsam und sympathisch genug, dass ich’s mir bei anderer Gelegenheit noch ein zweites Mal angesehen habe. Denn Streaming gab es damals noch nicht. Netflix war noch ein DVD-Versand. Zweiundzwanzig Jahre später wirkt das hier auf mich wie ein Jugendfilm mit politischem Auftrag, der seine eigene Bühne leider nie verlassen hat. Und ich bin inzwischen wie der Hardenberg. Mit Daniel Brühl, Stipe Erceg, Julia Jentsch und Burghart Klaußner. (ARD, Wh.)
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Stephen Frears – „Hi Lo Country“ (1998)Weite Landschaften sind im Kino selten unschuldig. Sie versprechen Freiheit und erzählen doch von Besitz. Hier blickt der Brite Stephen Frears auf den amerikanischen Mythos des Westens, aber ohne ihm zu verfallen. Er kommt aus dem britischen Realismus, der Klassenverhältnisse offenlegt, statt sie in Sonnenuntergängen zu verkitschen. Genau diese Distanz macht den Film politisch. Mit Billy Crudup, Woody Harrelson, Sam Elliott, Patricia Arquette und Penélope Cruz. (ARTE, Wh.)
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Craig Gillespie – „I, Tonya“ (2017)Kurz vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Mailand zeigt das ZDF ein Biopic, das eigentlich viel weniger Sportdrama als eine Medienstudie ist. Margot Robbie als Eiskunstläuferin, die Talent, Ehrgeiz und eine explosive Persönlichkeit vereint, entlarvt die mediale Ausschlachtung einer wahren Geschichte mit Ironie und schwarzem Humor. Der Film beobachtet Mechanismen, die aus menschlicher Ambivalenz Unterhaltung machen – fast ohne jede moralische Simplifizierung. Ich finde, das lohnt sich. (ZDF, Wh.)
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Robert De Niro – „Der gute Hirte“ (2006)Robert De Niro, in einem seiner seltenen Filme als Regisseur, erzählt hier die Entstehung der CIA. Und das nicht als Hochspannungs-Thriller, sondern als ernüchternde Herkunftsgeschichte einer emotional verarmten Supermacht. Hier gibt es keine coolen Gadgets, keine One-Liner, keine Heldenposen. Nur Männer in grauen Anzügen, die lernen, nichts zu fühlen – und das für Professionalität halten. Mit Matt Damon, Angelina Jolie, Martina Gedeck, Joe Pesci und William Hurt. (ZDFneo, Neu)
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Alfonso Cuarón – „Children of Men“ (2006)Eine Welt ohne Kinder hat keine Zukunft. Das ist kein Sci-Fi zum Abschalten, sondern ein Film, der uns heute noch unangenehm nahe geht. Flüchtlingslager, Ausnahmezustand, nur Hoffnung im Gepäck. Alfonso Cuarón mixt Action, Politik und Popkultur zu einem Jetzt-Film, der nicht tröstet, sondern wach macht. Kurz Luft holen. Dann ansehen! (ARTE, Wh.)
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Kai Wessel – „An einem Tag im September“ (2025)Eine Produktion wie diese zu „bewerben“ ist natürlich für jede:n Redakteur:in eines Senders eine extragroße Herausforderung. Wer schaut sich denn schon freiwillig eine Nachstellung der mehr oder weniger wahren Geschichte an, wie aus den „Erbfeinden“ Deutschland und Frankreich der Kern der Europäischen Union – wie wir sie heute kennen – geworden ist. Personifiziert von Politikern, die heute schon viel mehr Mythos sind, als dass sie eigentlich noch als historische Persönlichkeiten kritisch hinterfragt werden (können). Wiederholung zum 150. Geburtstag von Konrad Adenauer. (ARTE, Wh.)
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Rian Johnson – „Knives Out“ (2019)Dieser Film, in dem eigentlich nur gesprochen wird, funktioniert eigentlich nur über den Klang, Rhythmus, Akzent und das soziale Wissen, das über die Sprache in seine Figuren eingeschrieben ist. Sie ist kein Transportmittel für die Geschichte, sondern ihr eigentliches Material. Da ist die synchronisierte Fassung in der ARD-Mediathek nicht nur unbefriedigend, sondern konzeptuell eigentlich völlig verfehlt. Sie gibt zwar den Plot wieder, entzieht dem Werk aber all seine künstlerische Substanz. Nirgendwo ist die Abwesenheit der (englischsprachigen) Originalversion mehr zu beklagen als hier. (ARD, Neu)
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Rob Reiner – „Stand By Me“ (1986)Wenn man(n) die Lebensmitte schon eine Weile hinter sich hat, dann bekommen nicht nur Erinnerungen an Filme, sondern auch an die eigene Kindheit und Jugend jedes Jahr einen neuen Stellenwert. Nach dem plötzlichen Tod von Rob Reiner und seiner Frau – und der dahinter stehenden Familientragödie vor nur ein paar Tagen -, fällt es mir allerdings tatsächlich schwer, diesen Film nicht auch als ein frühes Vermächtnis seines Regisseurs zu sehen. Auch, weil ich damals, als ich ihn zuerst sehen durfte, das meiste meines eigenen Lebens noch vor mir hatte. (ZDFneo, Wh.)
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John Cusack, Gene Hackman, Dustin Hoffman, Rachel Weisz – „Das Urteil“ (2003)
Ein Justizthriller, der auch über zwanzig Jahre nach seiner Premiere eigentlich noch nichts von seiner Wucht eingebüßt hat. Gary Fleder inszeniert einen Prozess gegen einen Waffenhersteller als gnadenloses Spiel um Macht, Moral und Manipulation. Wo andere Gerichtsdramen einfache Heldenfiguren bieten, zwingt dieser Film sein Publikum dazu, im moralischen Zwielicht auszuharren. Denn keine Figur ist eindeutig „gut“ oder „böse“, jede Entscheidung folgt Interessen, Abhängigkeiten oder Kalkül. (ZDFneo, Wh.) -
John Cusack, Gene Hackman, Dustin Hoffman, Rachel Weisz – „Das Urteil“ (2003)
Ein Justizthriller, der auch über zwanzig Jahre nach seiner Premiere eigentlich noch nichts von seiner Wucht eingebüßt hat. Gary Fleder inszeniert einen Prozess gegen einen Waffenhersteller als gnadenloses Spiel um Macht, Moral und Manipulation. Wo andere Gerichtsdramen einfache Heldenfiguren bieten, zwingt dieser Film sein Publikum dazu, im moralischen Zwielicht auszuharren. Denn keine Figur ist eindeutig „gut“ oder „böse“, jede Entscheidung folgt Interessen, Abhängigkeiten oder Kalkül. (ZDFneo, Wh.) -
Kenneth Lonergan – „Manchester by the Sea“ (2016)
Kenneth Lonergan lässt Casey Affleck, Lucas Hedges und Michelle Williams durch Schmerz, Schuld und leise Komik stolpern. Männer gefangen in Stillstand, Frauen handeln, das Leben läuft trotzdem weiter. Subtil, präzise, menschlich: Sein Film beobachtet Trauma und Verantwortung ganz ohne Pathos – und trifft trotzdem mitten in mein Herz. (ARTE)
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Jan Georg Schütte et al. – „Wellness für Paare“ (2016)
Dieses Projekt von Jan Georg Schütte ist mehr als ein Fernsehfilm: Es ist ein Labor für Beziehungen, eine Studie menschlicher Nähe und Distanz. In einem abgelegenen Schloss, das zugleich Wellness-Oase und Experimentierfeld ist, werden fünf Paare zusammengebracht, um intime Konflikte auszuloten – ohne Drehbuch, ohne erzählerische Sicherheit. Ohne Netz und doppelten Boden. (ARD, Wh.)
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Konrad Adenauer & Charles de Gaulle – „An einem Tag im September“ (2025)
Eine Produktion wie diese zu „bewerben“ ist natürlich für jede:n Redakteur:in eines Senders eine extragroße Herausforderung. Wer schaut sich denn schon freiwillig eine Nachstellung der mehr oder weniger wahren Geschichte an, wie aus den „Erbfeinden“ Deutschland und Frankreich der Kern der Europäischen Union – wie wir sie heute kennen – geworden ist. Personifiziert von Politikern, die heute schon viel mehr Mythos sind, als dass sie noch als historische Persönlichkeiten kritisch hinterfragt werden können. (ARTE, ZDF, Neu!)
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Pablo Larraín, Natalie Portman – „Jackie“ (2016)
Dieses Biopic über Jackie Kennedy war für Natalie Portman kein Karriereschritt, sondern eine Transformation. In eine Ikone, die selbst bereits eine Kunstfigur war. Die First Lady als Maske, als Spiegel, als Mythos: keine Biografie, sondern eine Performance der Performance einer anderen. Pablo Larraín hat daraus ein Filmporträt gemacht, das nachwirkt, scharfkantig, unruhig, durchaus schwer erträglich – und gerade deshalb wahrhaftig. (ARTE)
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Angelina Jolie, Johnny Depp – „The Tourist“ (2010)
Venedig hat einen eigenen Geruch. Manche sagen, es riecht nach Fäulnis, andere sagen, es riecht nach dem altem Geld eines verrotteten Imperiums. Für Florian Henckel von Donnersmarck war die Lagunenstadt allerdings nur eine Kulisse aus einem Hochglanz-Katalog von LVMH. So viel Reinlichkeit hat noch kein Touristenbüro zustande gebracht. Und in dieser Kulisse schweben zwei Gestalten, die angeblich Menschen darstellen: Angelina Jolie als Dior-Schaufensterpuppe und Johnny Depp als unbeholfener Mathematiklehrer, der aussieht, als trüge er den Anzug seines Anwalts. (ARD)
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Liam Neeson – The Commuter (2018)
In Deutschland reden Bahnfahrer:innen über das Zugfahren fast nur noch in Tonlagen der finalen Verzweiflung. Verspätungen, kaputte Stellwerke, abgerissene Oberleitungen, entnervte Reisende. Der letzte Bahnchef ist inzwischen Geschichte, aber mal ehrlich, dessen Abgang ist auch nur eine Fußnote im Dauerdrama. Wer hierzulande Zug fährt, braucht Leidensfähigkeit. Vielleicht erklärt das, warum ein Film wie dieser auf mich so seltsam befreiend wirkt. Denn er zeigt einen Mann in einem Zug, der tatsächlich fährt. Pünktlich, unaufhaltsam, ohne jede Ausreden. (ZDF, Wh)
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Charly Hübner – „Sophia, der Tod und ich“ (2025)
Das ist ein Geschenk, das sich Charly Hübner zuerst selbst gemacht hat. Nach Jahren als prägende Figur im deutschen Fernsehen und auf der Bühne, nach dokumentarischen Expeditionen ins Politische und ins Musikalische, nach den Improvisationsabenteuern mit Lars Jessen und Jan Georg Schütte, nach seiner intensiven Theaterarbeit in Hamburg und anderswo, war klar, dass irgendwann ein Kinodebüt kommen würde. Aber dass es so verspielt, so poppig, so liebevoll schräg ausfallen würde – das überrascht wohl selbst diejenigen, die längst seine Fans sind. (ZDF, Neu!)
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Fritz Bauer – „Die Akte General“ (2016)
Deutschland im Sommer 2025: Die A%D liegt in Umfragen um die 25 Prozent, die Wagenknecht-Partei tut so, als sei Rassismus nur ein Betriebsunfall des Kapitalismus, und Innenminister:innen schwören treu auf die „wehrhafte Demokratie“, während Geheimdienste NSU Akten schreddern. In diesem Klima wirkt „Die Akte General“ wie ein Schlag ins Gesicht – und wie ein Déjà-vu. Der Film zeigt, wie die Bundesrepublik schon einmal Täter:innen deckte, Opfer zum Schweigen brachte und aus Staatsräson lieber Schwamm drüber wischte. Wer das heute sieht, erkennt: Die deutsche Demokratie hat nie gelernt, den braunen Bodensatz wirklich trocken zu legen. (ARD)