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#fskab12 — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #fskab12, aggregated by home.social.

  1. Andreas Senn – „Unbroken“ (Serie, 2021)

    Eine TV-Serie als Hochglanz-Thriller, der sichtbar auf die Streaming-Generation geschielt hat, aber ohne seine Identität dabei an Netflix oder Sky zu verkaufen. Das war damals durchaus mutig. Oder wenigstens sehr viel mutiger als der übliche ZDF-Krimi. Dass eine sechs Jahre alte Serie aber heute einmal soviel tagespolitische Relevanz bekommen würde, konnte wohl auch Jens Spahn 2021 noch nicht ahnen. Der ist zu seiner Zeit gerade erst als Bundesgesundheitsminister abgewählt worden. (ZDF, Wh.)

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  2. Rian Johnson – „Knives Out – Mord ist Familiensache“ (2019)

    Dieser Film, in dem eigentlich nur gesprochen wird, funktioniert nur über den Klang, Rhythmus, Akzent und das soziale Wissen, das über die Sprache in seine Figuren eingeschrieben ist. Sie ist kein Transportmittel für die Geschichte, sondern ihr eigentliches Material. Da ist die synchronisierte Fassung in der ARD-Mediathek nicht nur unbefriedigend, sondern konzeptuell eigentlich völlig verfehlt. Sie gibt zwar den Plot wieder, entzieht dem Werk aber all seine künstlerische Substanz. Nirgendwo ist die Abwesenheit der (englischsprachigen) Originalversion deshalb mehr zu beklagen als hier. (ARD, Wh.)

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  3. Adrian Lyne – „Ein unmoralisches Angebot“ (1993)

    Eine Million Dollar für eine Nacht mit der Frau eines anderen? Adrian Lyne hat 1993 ein Hochglanz-Melodram inszeniert, das vorgab, ein moralisches Dilemma zu untersuchen, in Wahrheit aber nur die ganz alten Hollywood-Fantasien männlicher Macht perpetuiert hat. Frauenkörper als Handelsware, oder Einsatz in einer Wette um die Moral. Mit Demi Moore, Woddy Harrelson und – ausgerechnet – Robert Redford. (ARD, Wh.)

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  4. Sylvester Stallone – „Staying Alive“ (1983)

    Ich habe damals kaum etwas mehr verachtet als „Disco“. Also nicht den Ort (Grüße gehen raus, an alle, die sich noch an „Sigi’s Kalei“ auf der Steeler Straße erinnern!), aber das Genre. Das war für mich ein rotes Tuch. Ich war (Punk-)Rocker! Doch irgendwann musste ich mir eingestehen, dass Pop sich für solche alten Fronten nicht mehr interessiert. Er wartet einfach geduldig. Und eines Tages summe ich plötzlich einen Bee-Gees-Refrain, obwohl ich mir geschworen hatte, niemals einen Bee-Gees-Refrain zu summen. (ARTE, Wh.)

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  5. Steven Spielberg – „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (1977)

    Das ist wirklich ein Film, der heute fast unmöglich erscheint. Ein Blockbuster über Außerirdische, der einmal nicht von Invasion, Krieg oder Zerstörung erzählt, sondern von Neugier, vom Staunen und von der Idee, dass das Fremde nicht zwangsläufig auch eine Bedrohung sein muss. 1977, im selben Jahr wie Star Wars, hat Steven Spielberg ebenfalls in den Himmel geblickt – aber sein Blick war ein völlig anderer. Wo George Lucas vom Abenteuer und Mythos erzählt hat, hat Spielberg nach Transzendenz gesucht. Mit Richard Dreyfuss, François Truffaut und Teri Garr. (3Sat, Wh.)

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  6. Pablo Larraín – „Spencer“ (2021)

    Ein psychologischer Fiebertraum in Designerkleidung. Pablo Larraín verwandelt Weihnachten bei den Windsors in eine surreale Geisterbahnfahrt durch den goldenen Käfig der britischen Monarchie. Das Schloss in diesem Film ist kein Ort, es ist ein Zustand. Tatsächlich gab es für mich nur zwei Gründe, diesen Film zu sehen – den Regisseur und Kristen Stewart. Denn die spielt die Diana nicht, sie bewohnt sie. Allein ihr Gesicht spricht lauter als alle Dialoge. Die berühmteste Frau der Welt wurde von ihr nicht verklärt, sondern vielmehr dekonstruiert. (ARD, Wh.)

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  7. Jason Reitman – „Tully“ (2018)

    Dieser Film sollte wohl eigentlich nicht von einem über sechzigjährigen, weißen, kinderlosen Mann besprochen werden – und das noch, ausgerechnet am sogenannten Muttertag. Andererseits passt genau diese Irritation erstaunlich gut. Denn Jason Reitmans Film handelt auch davon, wie selbstverständlich Frauen mit Care-Arbeit allein gelassen werden, während Männer danebenstehen und versuchen, ihre eigene Ahnungslosigkeit dennoch irgendwie halb reflektiert zu verwalten. Mit Charlize Theron und Mackenzie Davis. (ARD, Wh.)

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  8. Mike Newell – „Donnie Brasco“ (1997)

    Ein Krimi mit Al Pacino, noch dazu ein Mafia-Film. Das war früher für mich das größtmögliche Kino. Aber hier ist das anders. Keine Posen, kein Mythos mehr, sondern nur noch kalter Rauch. Auch kein Glanz mehr, oder Orgien mit Kokain und Gewalt. Sondern nur noch ein System, das furchtbar müde wirkt, während es aber doch noch funktioniert. Loyalität ist hier weniger Prinzip als Gewohnheit, und genau darin liegt die Kälte dieses Filmes nach einer wahren Geschichte. Mit Al Pacino, Johnny Depp und Michael Madsen. (ARTE, Wh.)

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  9. Rian Johnson – „Knives Out – Mord ist Familiensache“ (2019)

    Dieser Film, in dem eigentlich nur gesprochen wird, funktioniert nur über den Klang, Rhythmus, Akzent und das soziale Wissen, das über die Sprache in seine Figuren eingeschrieben ist. Sie ist kein Transportmittel für die Geschichte, sondern ihr eigentliches Material. Da ist die synchronisierte Fassung in der ARD-Mediathek nicht nur unbefriedigend, sondern konzeptuell eigentlich völlig verfehlt. Sie gibt zwar den Plot wieder, entzieht dem Werk aber all seine künstlerische Substanz. Nirgendwo ist die Abwesenheit der (englischsprachigen) Originalversion mehr zu beklagen als hier. (ARD, Wh.)

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  10. Stanley Kubrick – „Spartacus“ (1960)

    Ein Moment, in dem das Kino seine ganze eigene Geschichte neu überschrieben hat: Dieser Film gehört ganz ohne Zweifel zu den ganz seltenen Fällen. Er ist noch immer ein Monument. Aber auch eines, das immer noch unter seiner Oberfläche brodelt. Kein sauberer Sandalenfilm, sondern ein hochpolitischer Kommentar. Einer, der unter der Last seiner eigenen Entstehungsgeschichte fast zerbrochen ist und genau daraus noch immer seine ganze Wucht zieht. Mit Kirk Douglas, Tony Curtis, Jean Simmons, Peter Ustinov und Laurence Olivier. (ARTE, Wh.)

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  11. Matteo Garrone – „Ich Capitano“ (2023)

    Europa ist hier kein Ort, sondern ein Versprechen, das sich selbst längst nicht mehr glaubt. Zwei Jugendliche nehmen dieses Versprechen trotzdem ernst. Sie verlassen Dakar in Senegal mit nichts als der Energie eines Traums, der nicht ihnen gehört, sondern aus Musikvideos, Erzählungen, Gerüchten und fremden Bildern zusammengesetzt ist. Popkultur ist hier ein Fluchtmotor, eine koloniale Nachwirkung, und eine Form von Gewalt. Das ist hart, aber auch sehr stark. (ZDF, Neu!)

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  12. Marvin Kren – „Der weiße Kobold“ (2022)

    Endlich ein Film, der sich dem TV-Komödien-Prinzip verweigert – und stattdessen lieber eskaliert, überdreht, stolpert und immer weiterläuft. Alles hier ist Bewegung, Reibung, Übermut. Das kann unmöglich aus Deutschland kommen! Mit Frederick Lau, Maya Unger und einem Gastauftritt von Tony Hamady. (ARD, Wh.)

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  13. Jim Abrahams, David Zucker, Jerry Zucker – „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ (1980)

    Es gibt Filme, die haben einen Plot. Und es gibt „Airplane!“ Was David Zucker, Jim Abrahams und Jerry Zucker hier 1980 veranstaltet haben, war kein freundliches, harmloses Parodieren für ein Teenagerpublikum. Es war ein Frontalangriff auf Autorität, Pathos und die sakrale Aura eines Flugzeug-Cockpits. Spoiler: Absolut alles ist immer auch Bühne. Und niemand unter den Anwesenden verlässt den Film unversehrt. Mich hat er für ein ganzes Leben deformiert. Ich habe es genossen! (ARD, Wh.)

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  14. Sandokan – „Der Tiger von Malaysia“ (Serie, 1976)

    Manchmal taucht verschüttet geglaubte Popkultur aus der Kindheit wieder auf wie ein Anruf aus einer anderen Zeit. Der Tiger von Malaysia gehört zu diesen seltsamen Erinnerungsstücken. Eine europäische Abenteuerserie über antikolonialen Widerstand, gedreht in den Siebzigern, getragen von Pathos, Romantik und einem erstaunlich klaren Feindbild: Dem britische Empire. Für mich eine großartige Kindheitserinnerung. Mit dem großen Kabir Bedi. (ARD, Wh.)

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  15. Sandokan – „Der Tiger von Malaysia“ (Serie, 1976)

    Manchmal taucht verschüttet geglaubte Popkultur aus der Kindheit wieder auf wie ein Anruf aus einer anderen Zeit. Der Tiger von Malaysia gehört zu diesen seltsamen Erinnerungsstücken. Eine europäische Abenteuerserie über antikolonialen Widerstand, gedreht in den Siebzigern, getragen von Pathos, Romantik und einem erstaunlich klaren Feindbild: Dem britische Empire. Für mich eine großartige Kindheitserinnerung. Mit dem großen Kabir Bedi. (ARD, Wh.)

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  16. Sandokan – „Der Tiger von Malaysia“ (Serie, 1976)

    Manchmal taucht verschüttet geglaubte Popkultur aus der Kindheit wieder auf wie ein Anruf aus einer anderen Zeit. Der Tiger von Malaysia gehört zu diesen seltsamen Erinnerungsstücken. Eine europäische Abenteuerserie über antikolonialen Widerstand, gedreht in den Siebzigern, getragen von Pathos, Romantik und einem erstaunlich klaren Feindbild: Dem britische Empire. Für mich eine großartige Kindheitserinnerung. Mit dem großen Kabir Bedi. (ARD, Wh.)

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  17. Sandokan – „Der Tiger von Malaysia“ (Serie, 1976)

    Manchmal taucht verschüttet geglaubte Popkultur aus der Kindheit wieder auf wie ein Anruf aus einer anderen Zeit. Der Tiger von Malaysia gehört zu diesen seltsamen Erinnerungsstücken. Eine europäische Abenteuerserie über antikolonialen Widerstand, gedreht in den Siebzigern, getragen von Pathos, Romantik und einem erstaunlich klaren Feindbild: Dem britische Empire. Für mich eine großartige Kindheitserinnerung. Mit dem großen Kabir Bedi. (ARD, Wh.)

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  18. Sandokan – „Der Tiger von Malaysia“ (Serie, 1976)

    Manchmal taucht verschüttet geglaubte Popkultur aus der Kindheit wieder auf wie ein Anruf aus einer anderen Zeit. Der Tiger von Malaysia gehört zu diesen seltsamen Erinnerungsstücken. Eine europäische Abenteuerserie über antikolonialen Widerstand, gedreht in den Siebzigern, getragen von Pathos, Romantik und einem erstaunlich klaren Feindbild: Dem britische Empire. Für mich eine großartige Kindheitserinnerung. Mit dem großen Kabir Bedi. (ARD, Wh.)

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  19. Cord Jefferson – „Amerikanische Fiktion“ (2023)

    Der Literaturbetrieb liebt das Elend, solange es sich gut verkauft. Hier wird diese Obsession nicht nur verspottet, sondern seziert. Präzise, Boshaft, und mit einem Lächeln, das schmerzt. Regisseur und Drehbuchautor Cord Jefferson adaptiert den Roman Erasure von Percival Everett und verwandelt ihn in eine bitterkomische Abrechnung mit einem Kulturbetrieb, der Schwarze Erfahrung normiert, verengt und kolonisiert. (ARD, Free-TV-Premiere!)

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  20. David Lean – „Lawrence von Arabien“ (1962)

    Die Wüste als eine fast „grenzenlose“ Projektionsfläche, Männlichkeit als ein Mythos und das britische Imperium als Fiebertraum. Hier sehen wir keinen „Abenteuerfilm“, sondern eine Obsession in 70 Millimeter. Das vielleicht widersprüchlichste Werk in der Filmografie von David Lean. Ein Epos, mit dem er das Empire zugleich gefeiert und gnadenlos seziert hat. In einem Film, der gleichzeitig eine große antikoloniale Sehnsucht inszeniert und doch an kolonialen Blickregimen festhält. Mit Peter O’Toole, Alec Guinness, Anthony Quinn, Omar Sharif und Claude Rains. (3Sat, Wh.)

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  21. Scott Z. Burns – „The Report“ (2019)

    Folter ist ein System. Und das wird hier mit kühler Präzision seziert. Scott Z. Burns rekonstruiert die jahrelange Recherche des US-Senatsmitarbeiters Daniel J. Jones zur systematischen Anwendung sogenannter „Enhanced Interrogation Techniques“ durch die CIA nach 9/11. Und was dabei sichtbar wird, ist weniger das Monster im Verhörraum als die institutionelle Architektur seiner Legitimation. Mit Adam Driver, Annette Bening und Jon Hamm. (ARD, Free-TV-Premiere)

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  22. Pablo Larraín – „Spencer“ (2021)

    Ein psychologischer Fiebertraum in Designerkleidung. Pablo Larraín verwandelt Weihnachten bei den Windsors in eine surreale Geisterbahnfahrt durch den goldenen Käfig der britischen Monarchie. Das Schloss in diesem Film ist kein Ort, es ist ein Zustand. Tatsächlich gab es für mich nur zwei Gründe, diesen Film zu sehen – den Regisseur und Kristen Stewart. Denn die spielt die Diana nicht, sie bewohnt sie. Allein ihr Gesicht spricht lauter als alle Dialoge. Die berühmteste Frau der Welt wurde von ihr nicht verklärt, sondern vielmehr dekonstruiert. (ARD, Wh.)

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  23. Rian Johnson – „Knives Out“ (2019)

    Dieser Film, in dem eigentlich nur gesprochen wird, funktioniert eigentlich nur über den Klang, Rhythmus, Akzent und das soziale Wissen, das über die Sprache in seine Figuren eingeschrieben ist. Sie ist kein Transportmittel für die Geschichte, sondern ihr eigentliches Material. Da ist die synchronisierte Fassung in der ARD-Mediathek nicht nur unbefriedigend, sondern konzeptuell eigentlich völlig verfehlt. Sie gibt zwar den Plot wieder, entzieht dem Werk aber all seine künstlerische Substanz. Nirgendwo ist die Abwesenheit der (englischsprachigen) Originalversion mehr zu beklagen als hier. (ARD, Neu)

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  24. Kristen Stewart, Pablo Larraín – „Spencer“ (2021)

    Ein psychologischer Fiebertraum in Designerkleidung. Pablo Larraín verwandelt Weihnachten bei den Windsors in eine surreale Geisterbahnfahrt durch den goldenen Käfig der britischen Monarchie. Das Schloss in diesem Film ist kein Ort, es ist ein Zustand. Tatsächlich gab es für mich nur zwei Gründe, diesen Film zu sehen – den Regisseur und Kristen Stewart. Denn die spielt die Diana nicht, sie bewohnt sie. Allein ihr Gesicht spricht lauter als alle Dialoge. Die berühmteste Frau der Welt wurde hier nicht verklärt, sondern vielmehr seziert. (ARD, Wh.)

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  25. Ulrich Tukur – Tatort: „Angriff auf Wache 08“ (2018)

    Seit ich mit diesem Blog begann, habe ich mir geschworen, mich niemals auf das Tatort-Hamsterrad einzulassen um Woche für Woche das ganze Elend (und den seltenen Glanz) des Sonntagabendrituals über mich ergehen zu lassen – nur hier um darüber schreiben zu können. Das können und machen andere viel besser – und vor allem werden sie dafür bezahlt. Aber für diesen einen, mache ich das wieder, mit 7 Jahren Abstand, und ganz freiwillig. Weil es die Wiederholung eines Murot-Tatorts ist. (ARD, Wh.)

  26. Kenneth Lonergan – „Manchester by the Sea“ (2016)

    Kenneth Lonergan lässt Casey Affleck, Lucas Hedges und Michelle Williams durch Schmerz, Schuld und leise Komik stolpern. Männer gefangen in Stillstand, Frauen handeln, das Leben läuft trotzdem weiter. Subtil, präzise, menschlich: Sein Film beobachtet Trauma und Verantwortung ganz ohne Pathos – und trifft trotzdem mitten in mein Herz. (ARTE)

  27. Shirin Neshat, Shoja Azari – „Land of Dreams“ (2021)

    Die USA als Überwachungsstaat, in dem nicht nur Daten, sondern selbst Träume extrahiert, gespeichert und bewertet werden. Ein unglaublicher Film, in dem Migration, Gender, KI und Datenkolonialismus zu surrealen Sequenzen verschmelzen. Die Protagonistin navigiert zwischen Widerstand und Kompliz:innenschaft mit einem totalitären Regime. Das ist satirisch, politisch und visuell unglaublich stark. Eine Allegorie auf Identität, Macht, Kontrolle und die ethische Krise digitaler Gesellschaften. Vielleicht der eine Film, den Sie diesen Monat noch sehen sollten. Weil er einfach völlig anders ist – und so etwas ist wirklich selten! (ARD, Wh.)

  28. John Wayne – „Der Marshal“ (1969)

    Western sind kein Ort für Zweifel. Das Genre lebt von der Klarheit, und sei es unter Staubwolken und Blei. Dieser Film passt in diese Schablone und ist doch eigentlich größer. Die Geschichte ist simpel genug, um in jede Pulp-Anthologie der 50er zu passen. Aber die Verfilmung trägt eben die Patina der Zeit, in der der klassische Studio-Western schon auf der Zielgeraden war. New-Hollywood stand schon vor der Tür, doch Hathaway blieb noch bei der alten Rezeptur. (ARD)