#fskab12 — Public Fediverse posts
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Emilia Jones – „Winner“ (2024)Als Dramödie funktioniert dieser Film nur leidlich. Das Lachen, das befreien soll, bleibt mir nämlich oft im Halse stecken. Um so mehr, angesichts der (Wieder-)Vereidigung des 47. US-Präsidenten. Ein Land, das zweimal denselben Fehler macht, kann eigentlich nicht mehr darauf rechnen, dass ich das noch mit Humor nehme. Aber trotz alledem sehe ich mir das sehr gerne an. Weil es politisches Kino ist, das wir immer dringender brauchen. Auch um das Lachen darüber nicht zu vergessen! Mit Emilia Jones, Connie Britton und Zach Galifianakis. (ZDF, Wh.)
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Emilia Jones – „Winner“ (2024)Als Dramödie funktioniert dieser Film nur leidlich. Das Lachen, das befreien soll, bleibt mir nämlich oft im Halse stecken. Um so mehr, angesichts der (Wieder-)Vereidigung des 47. US-Präsidenten. Ein Land, das zweimal denselben Fehler macht, kann eigentlich nicht mehr darauf rechnen, dass ich das noch mit Humor nehme. Aber trotz alledem sehe ich mir das sehr gerne an. Weil es politisches Kino ist, das wir immer dringender brauchen. Auch um das Lachen darüber nicht zu vergessen! Mit Emilia Jones, Connie Britton und Zach Galifianakis. (ZDF, Wh.)
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Gary Fleder – „Das Urteil“ (2003)Ein Justizthriller, der auch über zwanzig Jahre nach seiner Premiere eigentlich noch nichts von seiner Wucht eingebüßt hat. Gary Fleder inszeniert einen Prozess gegen einen Waffenhersteller als gnadenloses Spiel um Macht, Moral und Manipulation. Wo andere Gerichtsdramen einfache Heldenfiguren bieten, zwingt dieser Film sein Publikum dazu, im moralischen Zwielicht auszuharren. Denn keine Figur ist eindeutig „gut“ oder „böse“, jede Entscheidung folgt Interessen, Abhängigkeiten oder Kalkül. (ZDF, Wh.)
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Gary Fleder – „Das Urteil“ (2003)Ein Justizthriller, der auch über zwanzig Jahre nach seiner Premiere eigentlich noch nichts von seiner Wucht eingebüßt hat. Gary Fleder inszeniert einen Prozess gegen einen Waffenhersteller als gnadenloses Spiel um Macht, Moral und Manipulation. Wo andere Gerichtsdramen einfache Heldenfiguren bieten, zwingt dieser Film sein Publikum dazu, im moralischen Zwielicht auszuharren. Denn keine Figur ist eindeutig „gut“ oder „böse“, jede Entscheidung folgt Interessen, Abhängigkeiten oder Kalkül. (ZDF, Wh.)
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Sebastian Ko – „Geborgtes Weiß“ (2021)Wieder ein Film, der so still ist, dass er vermutlich leicht überhört wird. Eigentlich eine seltene Sorte. Weil es ein Familiendrama ist, das sich weigert, Gefühle zu erklären, und stattdessen nur darauf vertraut, dass hier Gesichter mehr erzählen als Dialoge. Das ist kein kalkulierter Streaming-Hit. Aber ein Film mit Susanne Wolff und Ulrich Matthes. (ARTE, Neu)
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Sebastian Ko – „Geborgtes Weiß“ (2021)Wieder ein Film, der so still ist, dass er vermutlich leicht überhört wird. Eigentlich eine seltene Sorte. Weil es ein Familiendrama ist, das sich weigert, Gefühle zu erklären, und stattdessen nur darauf vertraut, dass hier Gesichter mehr erzählen als Dialoge. Das ist kein kalkulierter Streaming-Hit. Aber ein Film mit Susanne Wolff und Ulrich Matthes. (ARTE, Neu)
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Joe Penna – „Arctic“ (2017)Ein Film, der alles Überflüssige abschüttelt. Keine Backstory, keine Dialoge, keine Erlösungsfantasie. Die Geschichte von Regisseur & Autor Joe Penna beginnt nach dem Absturz, nach dem Schock und nach der letzten Hoffnung auf Rettung. Was bleibt, ist ein Mann in einer überlebensfeindlichen Landschaft und die nüchterne Frage, wie lange Widerstand gegen Kälte, Hunger und Einsamkeit möglich ist, ohne daraus eine Heldenerzählung zu machen. Mit Mads Mikkelsen und Maria Thelma Smáradóttir. (3Sat, Wh.)
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Joe Penna – „Arctic“ (2017)Ein Film, der alles Überflüssige abschüttelt. Keine Backstory, keine Dialoge, keine Erlösungsfantasie. Die Geschichte von Regisseur & Autor Joe Penna beginnt nach dem Absturz, nach dem Schock und nach der letzten Hoffnung auf Rettung. Was bleibt, ist ein Mann in einer überlebensfeindlichen Landschaft und die nüchterne Frage, wie lange Widerstand gegen Kälte, Hunger und Einsamkeit möglich ist, ohne daraus eine Heldenerzählung zu machen. Mit Mads Mikkelsen und Maria Thelma Smáradóttir. (3Sat, Wh.)
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Adrian Lyne – „Ein unmoralisches Angebot“ (1993)Eine Million Dollar für eine Nacht mit der Frau eines anderen? Adrian Lyne hat 1993 ein Hochglanz-Melodram inszeniert, das vorgab, ein moralisches Dilemma zu untersuchen, in Wahrheit aber nur die ganz alten Hollywood-Fantasien männlicher Macht perpetuiert hat. Frauenkörper als Handelsware, oder Einsatz in einer Wette um die Moral. Mit Demi Moore, Woddy Harrelson und – ausgerechnet – Robert Redford. (ARD, Wh.)
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Bernhard Wicki – „Die Brücke“ (1959)Wahrscheinlich ist es der wichtigste Antikriegsfilm der deutschen Geschichte. Ganz sicher ist er es für mich. Persönlich. Auch, weil er eine Geschichte erzählt, die mein Vater hätte erleben können – und nur aus Glück und Zufällen nicht musste. Es ist außerdem ein Film, der zeigt wie ein politisches System seine eigene Zukunft vernichtet. Eines der kompromisslosesten Werke meiner Erinnerung, das auch mein Leben entscheidend geprägt hat. Von Berhard Wicki, mit Folker Bohnet, Fritz Wepper, Cordula Trantow, Michael Hinz, Frank Glaubrecht, Volker Lechtenbrink, Günter Pfitzmann, Vico von Bülow u.v.a. (ARD, Wh.)
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Bernhard Wicki – „Die Brücke“ (1959)Wahrscheinlich ist es der wichtigste Antikriegsfilm der deutschen Geschichte. Ganz sicher ist er es für mich. Persönlich. Auch, weil er eine Geschichte erzählt, die mein Vater hätte erleben können – und nur aus Glück und Zufällen nicht musste. Es ist außerdem ein Film, der zeigt wie ein politisches System seine eigene Zukunft vernichtet. Eines der kompromisslosesten Werke meiner Erinnerung, das auch mein Leben entscheidend geprägt hat. Von Berhard Wicki, mit Folker Bohnet, Fritz Wepper, Cordula Trantow, Michael Hinz, Frank Glaubrecht, Volker Lechtenbrink, Günter Pfitzmann, Vico von Bülow u.v.a. (ARD, Wh.)
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Fritz Lang – „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931)Im Jahr 1931 wird Berlin von einem unheimlichen Kindermörder heimgesucht. Das Hinterhofkind Elsie ist sein neuntes Opfer. In einer durch Angst, neue Presseschlagzeilen und die Ankündigung weiterer Taten aufgeheizten Stimmung verfolgt die Polizei jede Spur… (ARD, Wh.)
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Fritz Lang – „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931)Im Jahr 1931 wird Berlin von einem unheimlichen Kindermörder heimgesucht. Das Hinterhofkind Elsie ist sein neuntes Opfer. In einer durch Angst, neue Presseschlagzeilen und die Ankündigung weiterer Taten aufgeheizten Stimmung verfolgt die Polizei jede Spur… (ARD, Wh.)
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Roger Donaldson – „Thirteen Days“ (2000)Dieser Film ist heute vielleicht nur noch schwer zu vermitteln. Und das nicht nur, weil die Sowjetunion schon länger tot ist, als Fidel Castro, sondern vor allem, weil da kein JFK mehr im Weißen Haus residiert, sondern eben Donald Trump. Und was diesem noch einfallen wird, um die drohende Wahlniederlage im November abzuwenden, vermag ich nicht vorherzusagen. Kuba jedenfalls, ist quasi als nächstes Ziel prädestiniert, um von dem Debakel das diese Administration für die U.S.A. und die Welt ist, abzulenken. (3Sat, Wh.)
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Roger Donaldson – „Thirteen Days“ (2000)Dieser Film ist heute vielleicht nur noch schwer zu vermitteln. Und das nicht nur, weil die Sowjetunion schon länger tot ist, als Fidel Castro, sondern vor allem, weil da kein JFK mehr im Weißen Haus residiert, sondern eben Donald Trump. Und was diesem noch einfallen wird, um die drohende Wahlniederlage im November abzuwenden, vermag ich nicht vorherzusagen. Kuba jedenfalls, ist quasi als nächstes Ziel prädestiniert, um von dem Debakel das diese Administration für die U.S.A. und die Welt ist, abzulenken. (3Sat, Wh.)
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Sylvester Stallone – „Staying Alive“ (1983)Ich habe damals kaum etwas mehr verachtet als „Disco“. Also nicht den Ort (Grüße gehen raus, an alle, die sich noch an „Sigi’s Kalei“ auf der Steeler Straße erinnern!), aber das Genre. Das war für mich ein rotes Tuch. Ich war (Punk-)Rocker! Doch irgendwann musste ich mir eingestehen, dass Pop sich für solche alten Fronten nicht mehr interessiert. Er wartet einfach geduldig. Und eines Tages summe ich plötzlich einen Bee-Gees-Refrain, obwohl ich mir geschworen hatte, niemals einen Bee-Gees-Refrain zu summen. (ARTE, Wh.)
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Sylvester Stallone – „Staying Alive“ (1983)Ich habe damals kaum etwas mehr verachtet als „Disco“. Also nicht den Ort (Grüße gehen raus, an alle, die sich noch an „Sigi’s Kalei“ auf der Steeler Straße erinnern!), aber das Genre. Das war für mich ein rotes Tuch. Ich war (Punk-)Rocker! Doch irgendwann musste ich mir eingestehen, dass Pop sich für solche alten Fronten nicht mehr interessiert. Er wartet einfach geduldig. Und eines Tages summe ich plötzlich einen Bee-Gees-Refrain, obwohl ich mir geschworen hatte, niemals einen Bee-Gees-Refrain zu summen. (ARTE, Wh.)
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Fred Zinnemann – „12 Uhr mittags“ (1952)Das hier ist der eine klassische Western schlechthin! Und politisch eine der schärfsten, mir bekannten Abrechnungen Hollywoods mit Feigheit, Opportunismus und politischer Passivität. Dass der Film mitten in der McCarthy-Ära entstanden ist, war alles andere als ein Zufall. Dass er bis heute so relevant geblieben ist, belegt seine universelle Gültigkeit. Mit Gary Cooper, Grace Kelly und Lloyd Bridges. (ARTE, Wh.)
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Fred Zinnemann – „12 Uhr mittags“ (1952)Das hier ist der eine klassische Western schlechthin! Und politisch eine der schärfsten, mir bekannten Abrechnungen Hollywoods mit Feigheit, Opportunismus und politischer Passivität. Dass der Film mitten in der McCarthy-Ära entstanden ist, war alles andere als ein Zufall. Dass er bis heute so relevant geblieben ist, belegt seine universelle Gültigkeit. Mit Gary Cooper, Grace Kelly und Lloyd Bridges. (ARTE, Wh.)
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Daniel Kwan, Daniel Scheinert – „Swiss Army Man“ (2016)Ein furzender Leichnam als emotionales Zentrum einer tragischen und existenziellen Erzählung? Ja, warum denn nicht! Daniel Kwan und Daniel Scheinert, damals noch keine Multiversums-Oscar-Maschine, inszenieren hier eine Fantasie über das prekäre Projekt, als Mann ein handlungsfähiges Subjekt zu werden. Und sie tun das mit einer Radikalität, die sich für gar nichts entschuldigt. Das ist kein Gagfilm. Er benutzt den Gag nur, um an etwas ranzukommen, das sonst gern zugedeckt wird: die nackte Bedürftigkeit hinter performativer Männlichkeit. Das ist groß! (ARD, Wh.)
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Matt Johnson – „Blackberry“ (2023)Nerd-Alert: Auch ich bin einer von denen, die Anfang der 2000er mit glänzenden Augen auf dieses technische Wunderwerk gestarrt haben. Ein Telefon mit alphanumerischer Tastatur! Eine Schreibmaschine für die Hosentasche! Ich hatte damals irgendeinen Knochen von Siemens, Ericsson oder Nokia, was auch immer die Phone-Policy der Firma gerade hergegeben hat. Während all die coolen Consultants mit denen ich zu tun hatte, längst auf einen BlackBerry umgestiegen sind. Von und mit Matt Johnson. (ARTE, Neu!)
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Matt Johnson – „Blackberry“ (2023)Nerd-Alert: Auch ich bin einer von denen, die Anfang der 2000er mit glänzenden Augen auf dieses technische Wunderwerk gestarrt haben. Ein Telefon mit alphanumerischer Tastatur! Eine Schreibmaschine für die Hosentasche! Ich hatte damals irgendeinen Knochen von Siemens, Ericsson oder Nokia, was auch immer die Phone-Policy der Firma gerade hergegeben hat. Während all die coolen Consultants mit denen ich zu tun hatte, längst auf einen BlackBerry umgestiegen sind. Von und mit Matt Johnson. (ARTE, Neu!)
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Florence Miailhe – „Die Odyssee“ (2021)Einen so wunderbaren Film zu beschreiben, der gleichzeitig so tragisch, so provozierend, so politisch, so schön, so menschlich und so völlig anders ist, als alles, was wir heute sonst in wohl sämtlichen Mediatheken finden, fällt mir schwer. Auch weil ich noch unter dem ersten Eindruck stehe, den dieses Animationswerk von Florence Miailhe bei mir hinterlassen hat. Ein modernes Märchen über Migration aus der knallhart und brutalen, also völlig realistischen Gegenwart. (ARD, Neu!)
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Florence Miailhe – „Die Odyssee“ (2021)Einen so wunderbaren Film zu beschreiben, der gleichzeitig so tragisch, so provozierend, so politisch, so schön, so menschlich und so völlig anders ist, als alles, was wir heute sonst in wohl sämtlichen Mediatheken finden, fällt mir schwer. Auch weil ich noch unter dem ersten Eindruck stehe, den dieses Animationswerk von Florence Miailhe bei mir hinterlassen hat. Ein modernes Märchen über Migration aus der knallhart und brutalen, also völlig realistischen Gegenwart. (ARD, Neu!)
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Edward Dmytryk – „Die Caine war ihr Schicksal“ (1954)Humphrey Bogart als Captain Queeg ist der Typ Vorgesetzte, bei denen alle im Raum merken, dass mit dem etwas nicht stimmt – nur keine:r wagt es auszusprechen. Er verliert sich in Nebensächlichkeiten, sieht Verräter überall und verlangt vor allem eines: Loyalität! Mir scheint, je länger dieser Film existiert, desto unangenehm aktueller wird er wieder mal. Und das nach 72 Jahren! Wer heute amerikanische Nachrichten verfolgt, braucht nicht lange, um Parallelen zu entdecken. (3Sat, Wh.)
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Edward Dmytryk – „Die Caine war ihr Schicksal“ (1954)Humphrey Bogart als Captain Queeg ist der Typ Vorgesetzte, bei denen alle im Raum merken, dass mit dem etwas nicht stimmt – nur keine:r wagt es auszusprechen. Er verliert sich in Nebensächlichkeiten, sieht Verräter überall und verlangt vor allem eines: Loyalität! Mir scheint, je länger dieser Film existiert, desto unangenehm aktueller wird er wieder mal. Und das nach 72 Jahren! Wer heute amerikanische Nachrichten verfolgt, braucht nicht lange, um Parallelen zu entdecken. (3Sat, Wh.)
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Steven Spielberg – „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (1977)Das ist wirklich ein Film, der heute fast unmöglich erscheint. Ein Blockbuster über Außerirdische, der einmal nicht von Invasion, Krieg oder Zerstörung erzählt, sondern von Neugier, vom Staunen und von der Idee, dass das Fremde nicht zwangsläufig auch eine Bedrohung sein muss. 1977, im selben Jahr wie Star Wars, hat Steven Spielberg ebenfalls in den Himmel geblickt – aber sein Blick war ein völlig anderer. Wo George Lucas vom Abenteuer und Mythos erzählt hat, hat Spielberg nach Transzendenz gesucht. Mit Richard Dreyfuss, François Truffaut und Teri Garr. (3Sat, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/steven-spielberg-unheimliche-begegnung-der-dritten-art-1977/ -
Steven Spielberg – „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (1977)Das ist wirklich ein Film, der heute fast unmöglich erscheint. Ein Blockbuster über Außerirdische, der einmal nicht von Invasion, Krieg oder Zerstörung erzählt, sondern von Neugier, vom Staunen und von der Idee, dass das Fremde nicht zwangsläufig auch eine Bedrohung sein muss. 1977, im selben Jahr wie Star Wars, hat Steven Spielberg ebenfalls in den Himmel geblickt – aber sein Blick war ein völlig anderer. Wo George Lucas vom Abenteuer und Mythos erzählt hat, hat Spielberg nach Transzendenz gesucht. Mit Richard Dreyfuss, François Truffaut und Teri Garr. (3Sat, Wh.)
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Don Siegel – „Flucht von Alcatraz“ (1979)Alcatraz ist in der Popkultur schon lange weniger ein Gefängnis als ein Mythos. Der Felsen in der Bucht von San Francisco steht für Isolation, staatliche Macht und die Vorstellung eines Ortes, aus dem eigentlich keine:r entkommen kann. Don Siegel nimmt diesen Mythos vollkommen ernst – und zerlegt ihn zugleich. Die Literaturverfilmung basiert auf dem Sachbuch „Escape from Alcatraz“ des Autors J. Campbell Bruce, das die Fluchtgeschichte aus dem Hochsicherheitsgefängnis detailliert rekonstruiert hat. Mit Clint Eastwood. (ARTE, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/don-siegel-flucht-von-alcatraz-1979/ -
Don Siegel – „Flucht von Alcatraz“ (1979)Alcatraz ist in der Popkultur schon lange weniger ein Gefängnis als ein Mythos. Der Felsen in der Bucht von San Francisco steht für Isolation, staatliche Macht und die Vorstellung eines Ortes, aus dem eigentlich keine:r entkommen kann. Don Siegel nimmt diesen Mythos vollkommen ernst – und zerlegt ihn zugleich. Die Literaturverfilmung basiert auf dem Sachbuch „Escape from Alcatraz“ des Autors J. Campbell Bruce, das die Fluchtgeschichte aus dem Hochsicherheitsgefängnis detailliert rekonstruiert hat. Mit Clint Eastwood. (ARTE, Wh.)
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Hirokazu Koreeda – „Shoplifters – Familienbande“ (2018)„Familie“ ist wohl eine der erfolgreichsten Fiktionen in der Menschheitsgeschichte. Sie soll biologisch sein, natürlich, stabil. Doch Hirokazu Koreeda nimmt diese Vorstellung Schicht für Schicht auseinander, bis nur noch die entscheidende Frage übrig bleibt: „Hat Liebe überhaupt etwas mit Blutsverwandtschaft zu tun? – Oder geht es nicht eigentlich um bedingungslose Solidarität?“ Wie politisch das ist, müssen Sie wohl selbst herausfinden. (ARD, Neu!)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/hirokazu-koreeda-shoplifters-familienbande-2018/ -
Hirokazu Koreeda – „Shoplifters – Familienbande“ (2018)„Familie“ ist wohl eine der erfolgreichsten Fiktionen in der Menschheitsgeschichte. Sie soll biologisch sein, natürlich, stabil. Doch Hirokazu Koreeda nimmt diese Vorstellung Schicht für Schicht auseinander, bis nur noch die entscheidende Frage übrig bleibt: „Hat Liebe überhaupt etwas mit Blutsverwandtschaft zu tun? – Oder geht es nicht eigentlich um bedingungslose Solidarität?“ Wie politisch das ist, müssen Sie wohl selbst herausfinden. (ARD, Neu!)
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Pablo Larraín – „Spencer“ (2021)Ein psychologischer Fiebertraum in Designerkleidung. Pablo Larraín verwandelt Weihnachten bei den Windsors in eine surreale Geisterbahnfahrt durch den goldenen Käfig der britischen Monarchie. Das Schloss in diesem Film ist kein Ort, es ist ein Zustand. Tatsächlich gab es für mich nur zwei Gründe, diesen Film zu sehen – den Regisseur und Kristen Stewart. Denn die spielt die Diana nicht, sie bewohnt sie. Allein ihr Gesicht spricht lauter als alle Dialoge. Die berühmteste Frau der Welt wurde von ihr nicht verklärt, sondern vielmehr dekonstruiert. (ARD, Wh.)
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Rob Marshall – „Die Geisha“ (2005)Zhang Ziyi tanzt in Kimono und Stolz durch eine Welt, die nicht die ihre ist. Und das ist ein Hollywood-Film über japanische „Traditionen“, gedreht von einem US-Regisseur, gespielt von chinesischen Stars, gesprochen in Englisch. Also kein Ausflug in eine andere Kultur, sondern deren totale Aneignung. Schönheit wird hier nur ausgestellt, aber leider nicht verstanden. (ZDF, Wh.)
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Rob Marshall – „Die Geisha“ (2005)Zhang Ziyi tanzt in Kimono und Stolz durch eine Welt, die nicht die ihre ist. Und das ist ein Hollywood-Film über japanische „Traditionen“, gedreht von einem US-Regisseur, gespielt von chinesischen Stars, gesprochen in Englisch. Also kein Ausflug in eine andere Kultur, sondern deren totale Aneignung. Schönheit wird hier nur ausgestellt, aber leider nicht verstanden. (ZDF, Wh.)
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Stanley Nelson Jr. – „Miles Davis: Birth of the Cool“ (2019)Jazz ist für mich schon fast eine sakrale Kunstform. Das ist was für Genies, lange Nächte, zu viel Zigarettenrauch und immer auch Schmerz und elementare Emotionen. Kaum eine Figur wurde in der Geschichte des Jazz wohl so konsequent mythologisiert wie Miles Davis. Der Dokumentarfilm von Stanley Nelson Jr. versucht gar nicht erst, diesen Mythos zu zerstören. Interessanter ist, wie er ihn auseinandernimmt. Schicht für Schicht. Nicht ehrfürchtig, sondern analytisch. Und genau darin liegt der Wert dieses Films. (ARTE, Wh.)
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Stanley Nelson Jr. – „Miles Davis: Birth of the Cool“ (2019)Jazz ist für mich schon fast eine sakrale Kunstform. Das ist was für Genies, lange Nächte, zu viel Zigarettenrauch und immer auch Schmerz und elementare Emotionen. Kaum eine Figur wurde in der Geschichte des Jazz wohl so konsequent mythologisiert wie Miles Davis. Der Dokumentarfilm von Stanley Nelson Jr. versucht gar nicht erst, diesen Mythos zu zerstören. Interessanter ist, wie er ihn auseinandernimmt. Schicht für Schicht. Nicht ehrfürchtig, sondern analytisch. Und genau darin liegt der Wert dieses Films. (ARTE, Wh.)
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Justine Triet – „Anatomie eines Falls“ (2023)Sandra Hüller ist ein Phänomen, das gilt für diesen Blog so sehr, wie für das deutsche und internationale Kino. In ihrem zweiten Film mit Justine Triet zeigt sie, wie schwer es für eine Frau ist, die eigene Realität zu behaupten, wenn die Welt sie unter Beobachtung stellt. Das ist ein Film, der präzise, gesellschaftspolitisch und feministisch zugleich funktioniert. Dass er die internationalen Festivals aufgemischt und mehr Preise gewonnen hat, als ein Mensch nach Hause tragen kann, verhilft ihm deshalb aber nicht auch automatisch zu einem Sendeplatz in der öffentlich-rechtlichen Prime-Time*. Nicht in der ARD. Da muss die Mediathek es eben wieder mal richten. (ARD, Wh.)
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Wolfgang Staudte – „Die Mörder sind unter uns“ (1946)Zwischen den Ruinen ist im Deutschland 1946 kein neues Leben gewachsen. Erstmal wuchs nur die Verdrängung. Genau deshalb trifft dieser Film bis heute viel härter als fast alles, was das deutsche Nachkriegskino später noch produzieren sollte. Dieser Film hat keine Geduld für das beruhigende Märchen vom „Neuanfang“. Es war Wolfgang Staudte, der gezeigt hat, wie die Gesellschaft geistig noch komplett im Faschismus festgesteckt hat. Die Männer trinken, schweigen, verdrängen und funktionieren weiter. Die Städte sind Ruinen, aber der Mythos der Trümmerfrau war einfach kein adäquater Rahmen für Hildegard Knef. (ARD, Wh.)
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Wolfgang Staudte – „Die Mörder sind unter uns“ (1946)Zwischen den Ruinen ist im Deutschland 1946 kein neues Leben gewachsen. Erstmal wuchs nur die Verdrängung. Genau deshalb trifft dieser Film bis heute viel härter als fast alles, was das deutsche Nachkriegskino später noch produzieren sollte. Dieser Film hat keine Geduld für das beruhigende Märchen vom „Neuanfang“. Es war Wolfgang Staudte, der gezeigt hat, wie die Gesellschaft geistig noch komplett im Faschismus festgesteckt hat. Die Männer trinken, schweigen, verdrängen und funktionieren weiter. Die Städte sind Ruinen, aber der Mythos der Trümmerfrau war einfach kein adäquater Rahmen für Hildegard Knef. (ARD, Wh.)
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Sepideh Farsi – „Die Sirene“ (2023)Dieser Film sprengt alle üblichen Erwartungen an einen Kriegsfilm. Animation, Explosionen, Farbfluten – und trotzdem geht es um Abadan, eine südiranische Ölstadt, belagert 1980 während des Irak-Iran-Krieges. Und es geht um einen Jungen, mitten drin, der über keine Superkräfte verfügt, nur Angst, Neugier und ein bisschen Mut. Sepideh Farsi, 1965 in Teheran geboren, erzählt aus dem Exil in Paris über ihre Jugend im Iran, die 45 Jahre zurückliegt – und nutzt Animation nicht als bloßes Stilmittel, sondern auch als Strategie. (ARTE, Wh.)
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Sepideh Farsi – „Die Sirene“ (2023)Dieser Film sprengt alle üblichen Erwartungen an einen Kriegsfilm. Animation, Explosionen, Farbfluten – und trotzdem geht es um Abadan, eine südiranische Ölstadt, belagert 1980 während des Irak-Iran-Krieges. Und es geht um einen Jungen, mitten drin, der über keine Superkräfte verfügt, nur Angst, Neugier und ein bisschen Mut. Sepideh Farsi, 1965 in Teheran geboren, erzählt aus dem Exil in Paris über ihre Jugend im Iran, die 45 Jahre zurückliegt – und nutzt Animation nicht als bloßes Stilmittel, sondern auch als Strategie. (ARTE, Wh.)
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Sam Mendes – „American Beauty“ (1999)Das hier war einmal der Lieblingsfilm einer Generation von Männern, die glaubten, ein paar Hanteln im Keller und ein Joint würden bereits als Systemkritik durchgehen. Genau deshalb ist der Film noch heute so faszinierend. Nicht trotz seines Alters. Wegen seines Alters. Mit Kevin Spacey, Annette Bening und Thora Birch. (ARD, Wh.)
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Joel Coen, Ethan Coen – „The Big Lebowski“ (1998)Ein Film, der versehentlich aus einem Paralleluniversum in die Kinos gefallen ist. Zu schräg für den Mainstream, zu bekifft für klassische Krimikonventionen und viel zu liebevoll gegenüber all den kaputten Männern darin, um noch als Satire durchzugehen. Die Coen-Brüder haben ihren eigenen amerikanischen Kosmos aus Verlierer:innen, Hochstapler:innen und Menschen, die einfach nur irgendwie durch den nächsten Tag kommen wollen, um einen Protagonisten erweitert, der heute noch wahrscheinlich mehr Anhänger hat, als der amtierende Präsident der USA. (Oder irgendeiner seiner Vorgänger.) Mit Jeff Bridges, John Goodman, Steve Buscemi, Julianne Moore. (ARTE, Wh.)
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Joel Coen, Ethan Coen – „The Big Lebowski“ (1998)Ein Film, der versehentlich aus einem Paralleluniversum in die Kinos gefallen ist. Zu schräg für den Mainstream, zu bekifft für klassische Krimikonventionen und viel zu liebevoll gegenüber all den kaputten Männern darin, um noch als Satire durchzugehen. Die Coen-Brüder haben ihren eigenen amerikanischen Kosmos aus Verlierer:innen, Hochstapler:innen und Menschen, die einfach nur irgendwie durch den nächsten Tag kommen wollen, um einen Protagonisten erweitert, der heute noch wahrscheinlich mehr Anhänger hat, als der amtierende Präsident der USA. (Oder irgendeiner seiner Vorgänger.) Mit Jeff Bridges, John Goodman, Steve Buscemi, Julianne Moore. (ARTE, Wh.)
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Andrew Niccol – „Seelen“ (2013)Schon wieder ist hier der Körper einer Frau der Austragungsort eines Kampfes um Kontrolle. Hier geht es um ihre Identität als etwas, das verwaltet, überschrieben und optimiert werden kann. Und weil es ein Science-Fiction von Andrew Niccol ist, ist „Gattaca“ dafür natürlich die Referenz. Und so wirkt er auch wie eine weichere, emotional aufgeladene Variante desselben Gedankengebäudes. Nur eben nicht mehr über genetische Selektion, sondern parasitäre Übernahme durch Aliens. Mit Saoirse Ronan, William Hurt und Diane Kruger. (ZDF, Wh.)
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Jason Reitman – „Tully“ (2018)Dieser Film sollte wohl eigentlich nicht von einem über sechzigjährigen, weißen, kinderlosen Mann besprochen werden – und das noch, ausgerechnet am sogenannten Muttertag. Andererseits passt genau diese Irritation erstaunlich gut. Denn Jason Reitmans Film handelt auch davon, wie selbstverständlich Frauen mit Care-Arbeit allein gelassen werden, während Männer danebenstehen und versuchen, ihre eigene Ahnungslosigkeit dennoch irgendwie halb reflektiert zu verwalten. Mit Charlize Theron und Mackenzie Davis. (ARD, Wh.)
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Jason Reitman – „Tully“ (2018)Dieser Film sollte wohl eigentlich nicht von einem über sechzigjährigen, weißen, kinderlosen Mann besprochen werden – und das noch, ausgerechnet am sogenannten Muttertag. Andererseits passt genau diese Irritation erstaunlich gut. Denn Jason Reitmans Film handelt auch davon, wie selbstverständlich Frauen mit Care-Arbeit allein gelassen werden, während Männer danebenstehen und versuchen, ihre eigene Ahnungslosigkeit dennoch irgendwie halb reflektiert zu verwalten. Mit Charlize Theron und Mackenzie Davis. (ARD, Wh.)
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Nicolette Krebitz – „A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe“ (2022)Nicolette Krebitz zerlegt die Idee, dass ältere Frauen im Kino gefälligst unsichtbar zu werden haben. Melancholisch, schräg, sexy und manchmal herrlich unangenehm. Ein Film darüber, wie die Liebe klingt, wenn Menschen längst aufgehört haben, noch daran zu glauben. Ein Film wie ein schiefer Popsong um drei Uhr morgens. Halb romantisch, halb kaputt. Und genau deshalb so interessant. Mit Sophie Rois, Milan Herms und dem großen Udo Kier. Mit Sophie Rois, Milan Herms und dem großen Udo Kier. (ARD, Wh.)
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Nicolette Krebitz – „A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe“ (2022)Nicolette Krebitz zerlegt die Idee, dass ältere Frauen im Kino gefälligst unsichtbar zu werden haben. Melancholisch, schräg, sexy und manchmal herrlich unangenehm. Ein Film darüber, wie die Liebe klingt, wenn Menschen längst aufgehört haben, noch daran zu glauben. Ein Film wie ein schiefer Popsong um drei Uhr morgens. Halb romantisch, halb kaputt. Und genau deshalb so interessant. Mit Sophie Rois, Milan Herms und dem großen Udo Kier. Mit Sophie Rois, Milan Herms und dem großen Udo Kier. (ARD, Wh.)
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Brian Gibson – „Nicht schuldig“ (1996)Ein Thriller, der eine Frau ins Zentrum stellt und sie zugleich entmündigt. Brian Gibson erzählt von einer Geschworenen in einem Mafia-Prozess, die von einem Killer bedroht wird. Auf den ersten Blick Spannungskino, auf den zweiten ein Lehrstück über das, was der Hollywood-Mainstream in den 90er Jahren über Frauen, Gewalt und Macht wirklich gedacht hat. Mit Demi Moore, Alec Baldwin und James Gandolfini. (ZDF, Wh.)
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Philipp Stölzl – „Die Schachnovelle“ (2021)Es beginnt mit Isolation, aber gemeint ist Kontrolle. Philipp Stölzl inszeniert in seinem Film, nach der Novelle von Stefan Zweig, das Innere eines Mannes als Schlachtfeld und Ort der Zersetzung durch Macht. Die Geschichte kennen Sie vermutlich. In jedem Fall gehört die literarische Vorlage zum Kanon der europäischen Selbstbefragung nach dem Faschismus. Doch dieser Film interessiert sich weniger für die historische Spezifität als für die psychologische Verdichtung eines Ausnahmezustands. Das funktioniert leider nur teilweise. Mit Oliver Masucci, Albrecht Schuch und Rolf Lassgård. (ARD, Wh.)
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Philipp Stölzl – „Die Schachnovelle“ (2021)Es beginnt mit Isolation, aber gemeint ist Kontrolle. Philipp Stölzl inszeniert in seinem Film, nach der Novelle von Stefan Zweig, das Innere eines Mannes als Schlachtfeld und Ort der Zersetzung durch Macht. Die Geschichte kennen Sie vermutlich. In jedem Fall gehört die literarische Vorlage zum Kanon der europäischen Selbstbefragung nach dem Faschismus. Doch dieser Film interessiert sich weniger für die historische Spezifität als für die psychologische Verdichtung eines Ausnahmezustands. Das funktioniert leider nur teilweise. Mit Oliver Masucci, Albrecht Schuch und Rolf Lassgård. (ARD, Wh.)
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Sydney Pollack – „Tootsie“ (1982)Ein Film, als Witz verkleidet und dabei doch eine ziemlich präzise Diagnose. Dieses über 40 Jahre alte Stück Kino wirkt wie eine klassische Travestiekomödie, entpuppt sich dann aber als bissige, erstaunlich ungeduldige Analyse von Geschlechterrollen, Macht und der systemischen Abwertung von Frauen im Entertainmentbetrieb. Und mittendrin Dustin Hoffman, der sich nicht einfach verkleidet, sondern eine männliche Komfortzone frontal zerlegt hat. Mit Jessica Lange, Teri Garr, Bill Murray und Geena Davis. (3Sat, Wh.)
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Sydney Pollack – „Tootsie“ (1982)Ein Film, als Witz verkleidet und dabei doch eine ziemlich präzise Diagnose. Dieses über 40 Jahre alte Stück Kino wirkt wie eine klassische Travestiekomödie, entpuppt sich dann aber als bissige, erstaunlich ungeduldige Analyse von Geschlechterrollen, Macht und der systemischen Abwertung von Frauen im Entertainmentbetrieb. Und mittendrin Dustin Hoffman, der sich nicht einfach verkleidet, sondern eine männliche Komfortzone frontal zerlegt hat. Mit Jessica Lange, Teri Garr, Bill Murray und Geena Davis. (3Sat, Wh.)
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Mike Newell – „Donnie Brasco“ (1997)Ein Krimi mit Al Pacino, noch dazu ein Mafia-Film. Das war früher für mich das größtmögliche Kino. Aber hier ist das anders. Keine Posen, kein Mythos mehr, sondern nur noch kalter Rauch. Auch kein Glanz mehr, oder Orgien mit Kokain und Gewalt. Sondern nur noch ein System, das furchtbar müde wirkt, während es aber doch noch funktioniert. Loyalität ist hier weniger Prinzip als Gewohnheit, und genau darin liegt die Kälte dieses Filmes nach einer wahren Geschichte. Mit Al Pacino, Johnny Depp und Michael Madsen. (ARTE, Wh.)
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Mike Newell – „Donnie Brasco“ (1997)Ein Krimi mit Al Pacino, noch dazu ein Mafia-Film. Das war früher für mich das größtmögliche Kino. Aber hier ist das anders. Keine Posen, kein Mythos mehr, sondern nur noch kalter Rauch. Auch kein Glanz mehr, oder Orgien mit Kokain und Gewalt. Sondern nur noch ein System, das furchtbar müde wirkt, während es aber doch noch funktioniert. Loyalität ist hier weniger Prinzip als Gewohnheit, und genau darin liegt die Kälte dieses Filmes nach einer wahren Geschichte. Mit Al Pacino, Johnny Depp und Michael Madsen. (ARTE, Wh.)
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André Hunebelle – „Fantômas“ (1964-1967)Wenn es hier um Filme geht, die älter sind, als der Autor dieses Blogs, dann ist mindestens Vorsicht geboten. Denn Erinnerung täuscht. Und Nostalgie ist nicht immer hilfreich, weil früher war ja eigentlich kaum etwas wirklich besser war. Aber wenn es um solches Kino geht, dann bin ich eben dessen erstes Opfer. Denn wer (viel) jünger ist, als 40 oder, 50, kennt Louis de Funès möglicherweise nur noch als Meme. Und Jean Marais, den Charaktergiganten des französischen Kinos haben wohl selbst viele von den Älteren längst vergessen. Danke @3sat! Denn heute bin ich wieder 10 Jahre alt und sitze doch noch mal mit offenem Mund vor dem Bildschirm. (ZDF, Wh.)
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Rian Johnson – „Knives Out – Mord ist Familiensache“ (2019)Dieser Film, in dem eigentlich nur gesprochen wird, funktioniert nur über den Klang, Rhythmus, Akzent und das soziale Wissen, das über die Sprache in seine Figuren eingeschrieben ist. Sie ist kein Transportmittel für die Geschichte, sondern ihr eigentliches Material. Da ist die synchronisierte Fassung in der ARD-Mediathek nicht nur unbefriedigend, sondern konzeptuell eigentlich völlig verfehlt. Sie gibt zwar den Plot wieder, entzieht dem Werk aber all seine künstlerische Substanz. Nirgendwo ist die Abwesenheit der (englischsprachigen) Originalversion mehr zu beklagen als hier. (ARD, Wh.)
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Pedro Almodóvar – „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ (1988)Madrid als völlig überdrehter Organismus. Männer verschwinden und Frauen bleiben zurück mit der Arbeit, den Emotionen und dem Chaos. Das ist kein leises Drama über Liebeskummer, sondern eine grellbunte Eskalation dessen, was passiert, wenn patriarchale Beziehungsmodelle kollabieren und die Frauen beschließen, nicht mehr still mitzuleiden, sondern laut zu werden. Damals war es der erste Pedro Almodóvar Film meines Lebens. Und ich liebe ihn dafür noch immer. Mit Carmen Maura und Antonio Banderas. (ARTE, Wh.)
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