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18 results for “luecke_bernhard”

  1. Denk ich an Deutschland in der Nacht … ODER: Die Mitte

    Der Ton ist gereizt. Überall. Und nicht nur irgendwo da draußen. Wer sich im Freundes- und Bekanntenkreis umhört, hört ähnliche Geschichten: Man trifft gemeinsam Vereinbarungen, doch einige halten sich nicht daran. Das gegebene Wort gilt nicht. Manche machen einfach, was sie wollen, sobald die anderen nicht hinschauen. Eigeninteresse setzt ohne Rücksicht die einvernehmlich in Mehrheit getroffene Absprache außer Kraft. Wer das anspricht, bekommt keine Erklärung, sondern beleidigtes Schweigen oder zornige Worte. Oder der andere steht auf und verlässt die Diskussion. Jeder setzt seine Partikularinteressen durch, die Ellenbogen weit ausgefahren. Ich kenne das auch aus meinem eigenen Umfeld. Und was im Kleinen passiert, sehe ich im Großen in ganz Deutschland.

    Schuld sind immer die da oben

    Hinzu kommt eine latente Aufgeregtheit und Gereiztheit, die von bestimmten Gruppen und Medien bewusst angeheizt und gefördert wird. Meinung wird leider oft weiter geBILDet. Spätestens seit Wallraff in den siebziger Jahren sind die Manipulationstaktiken und Wahrheitsverdrehungen von Springer bekannt. Wie kann man sich nach so vielen Jahren noch immer über eine BILD-Zeitung „informieren“ lassen? Noch weiter rechts schwadroniert ein Ex-BILD-Chef bei Nius und hat gerade in unflätigster Weise den Bundespräsidenten nach dessen Reden zum Jubiläum des Bundesverfassungsgerichts und zum Tag der Deutschen Einheit beschimpft. Wie viel Verachtung hält die Meinungsfreiheit aus, titelt Horst Schulte in seinem Blog.

    Ebenso krass oder noch krasser ist das, was man auf den asozialen Medien live verfolgen kann. Besonders beliebt gerade das Thema Tankrabatt. „Wir werden vera..scht“, so und ähnlich lauten die Kommentare auf Facebook und andernorts, weil die Benzinpreise nicht so sinken, wie man es gerne hätte. Und solche Kommentare kommen auch von Bürgern, denen es gut geht, die zwei- bis dreimal im Jahr exklusiv Urlaub machen, luxuriösem Sport nachgehen und ein offensichtlich wirtschaftlich entspanntes Leben führen.

    Latent schwingt bei all diesen Verbalattacken immer mit: Die da oben, die Regierung, die sind daran schuld. Nicht Trump, der einen unnötigen Krieg im Iran angefangen hat. Nicht Putin, der über die Ukraine hergefallen ist und täglich Zivilisten und Kinder ermorden lässt. Nicht die Mineralölkonzerne, die auf Basis der gestiegenen Ölpreise noch dickere Gewinne einsacken. Nein, die Regierung ist schuld, die, um Bürgerinnen und Bürger ruhig zu halten, einen sinnlosen Tankrabatt nach dem Gießkannenprinzip beschließt, während sich zugleich die CDU in Person von Reiche und Merz mit Händen und Füßen dagegen wehrt, die Mineralölkonzerne mit einer Übergewinnsteuer zu belegen.

    Die Republik der Gereizten

    Zu Recht bezeichnet Florian Harms, Chefredakteur von t-online, im Tagesanbruch Deutschland als eine „Republik der Gereizten“. Wir sind in vielen Feldern auf Mittelmaß abgerutscht, nicht nur im Fußball. Die Industrie verliert Arbeitsplätze, der Mittelstand investiert so wenig wie seit 30 Jahren nicht, bei PISA schneiden wir schlechter ab als je zuvor. Das passt nicht zum Selbstbild vieler Deutscher. Es kränkt sie. Und gekränkte Menschen wählen radikaler. Harms empfiehlt einen ehrlicheren Blick auf uns selbst und die Einsicht, dass die demokratische Mitte immer noch der beste Ort ist, um eine Gesellschaft zusammenzuhalten, in der Menschen verschieden leben und denken.

    Giovanni di Lorenzo beginnt seinen Leitartikel „Die Mitte halten“ nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit Migranten, die ihn am Wahlabend auf der Straße ansprechen, weil sie Angst haben. Dann wendet er sich an die Parteien der Mitte, oft despektierlich „Altparteien“ genannt, die hilflos reagieren und so tun, als hätten sie ihre Politik nur schlecht erklärt. Über ihre eigene Mitverantwortung reden sie kaum. Di Lorenzo nennt das Realitätsverweigerung und er fragt, wann Koalitionspartner zuletzt den Eindruck erweckt haben, beschlossene Kompromisse durchzusetzen und geschlossen hinter ihren eigenen Gesetzen zu stehen.

    Verwalter des Stillstands

    Wir alle sehen, wie sich die Welt an vielen Stellen massiv verändert. Wer sich die schmelzenden Gletscher in den Alpen und Naturkatastrophen anderswo anschaut, kann nicht leugnen, dass gerade etwas schiefgeht, dass der Klimawandel erschreckend voranschreitet – auch wenn ein Herr Chrupalla so etwas vehement leugnet. Das ist nur ein Bereich massiver Veränderung.

    Mark Siemons nennt in der FAZ drei solcher Umbrüche: Der Westen verliert Macht, die Künstliche Intelligenz verändert Arbeit und Öffentlichkeit, und der Mensch verändert und zerstört den Planeten wie gerade beschrieben. Keine unserer etablierten Parteien bringt diese Verschiebungen ernsthaft mit ihrem eigenen Programm zusammen und versucht, zumindest Lösungsansätze zu finden. Böse gesagt sehen sie in dieser Beziehung wirklich alt aus. Am ehesten gelingt das noch den Grünen beim Klima, aber selbst dort nur stückweise, schreibt Siemons in der FAZ.

    Wer so tut, als sei alles wie immer, lässt die Menschen hilflos zurück. Dann suchen sie Sündenböcke und fallen auf vermeintlich einfache Antworten herein. Die Bürgerinnen und Bürger glauben nicht mehr, dass es „weiter so“ geht. Linke und AfD, die man auch laut Siemons ausdrücklich nicht in einen Topf werfen darf, verbuchen ihre Erfolge mit dem Versprechen, dass Politik noch etwas grundlegend ändern kann. Die Parteien der Mitte wirken dagegen wie Verwalter des Stillstands, eben „Altparteien“ im Burnout.

    Wie dieser Burnout von innen aussieht, zeigt die ZDF-Reihe Inside CDU. Steffen Haug und Denise Jacobs haben die Partei durch das Jahr 2026 begleitet, vom Parteitag in Stuttgart bis zu den Wahlniederlagen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Schwarz-Rot macht dabei eine Nahtoderfahrung. Die begleitende Doku „Machtbeben: CDU im Abstiegskampf“ fragt, ob das Modell Volkspartei noch trägt. Die Umfragen antworten deutlich: Im ARD-Deutschlandtrend vom 1. Oktober sind nur noch zehn Prozent mit Merz zufrieden, so wenige wie bei keinem Kanzler seit Beginn der Reihe 1997. Die Union liegt bei 20 Prozent, die AfD bei 27. Mal schnell das Thema Gerechtigkeit entdecken, wird Fritze Merz und der CDU nicht automatisch helfen. Gerade ihm nicht. Von wegen Glaubwürdigkeit.

    Bei den Sozis sieht es nicht besser aus. Welche Probleme die SPD hat, habe ich ja des Öfteren hier im Blog niedergeschrieben – zuletzt in „SPD ohne Story“, davor in „Wenn die Sozialdemokratie verstummt, fährt der Zug nach rechts außen“ und „Aufgewachsen mit Brandt und Schmidt“.

    Wo werden Wahlen gewonnen?

    Jahrzehntelang galt die Faustregel: Wahlen werden in der Mitte gewonnen. Axel Fersen stellt sie im Blog des Erhard-Eppler-Kreises infrage. Er verweist auf eine Studie von Jae-Jae Spoon und Heike Klüver, die rund 15.000 Wahlentscheidungen in 16 europäischen Ländern ausgewertet haben. Ihr Befund: Je ähnlicher sich die etablierten Parteien werden, desto eher wandern ihre Wähler zu Parteien außerhalb dieses Kreises ab. Fersens Schluss: „Angleichung ist keine Verteidigung. Sie ist eine Einladung.“ Und die bequeme Ausrede, die Enttäuschten blieben einfach zu Hause, trägt nicht mehr. In Sachsen-Anhalt lag die Wahlbeteiligung bei 77,8 Prozent, so hoch wie nie bei einer freien Landtagswahl dort.

    Hat die demokratische Mitte überhaupt noch eine Mehrheit? Rechnerisch ja, aber sie wird dünner. Im ARD-Deutschlandtrend vom 1. Oktober kommen Union, Grüne und SPD zusammen auf 49 Prozent, mit der FDP, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würde, auf 53. Die schwarz-rote Koalition allein läge bei 33 Prozent. Zählt man die Linke dazu, stehen knapp zwei Drittel hinter Parteien des demokratischen Spektrums, 27 Prozent hinter der AfD. Die Mitte ist also nicht verschwunden. Sie ist zersplittert, unzufrieden und sucht jemanden, der ihr eine Richtung gibt.

    Neue Partei oder alte Denkfaulheit?

    Eine radikale Folgerung aus diesem Zustand zieht Gerald Braunberger, Herausgeber der FAZ. In einem Kommentar rechnet er vor, dass Union und FDP – kenne ich diese Partei überhaupt? – zusammen nur noch auf rund 25 Prozent kommen. Okay, im Gegensatz zu Braunberger reicht mein Verständnis der Mitte auch hinüber zu SPD und den Grünen. Doch sein Befund macht nachdenklich: Die Parteien der Mitte hätten den Kontakt zu den Menschen verloren, die arbeiten, ob angestellt oder selbständig.

    Viele von ihnen wandern zur AfD ab. Braunbergers Merksatz: „Wer die arbeitende Bevölkerung verliert, verliert das Land.“ Er wirft den Etablierten vor, für ihre verbliebene Klientel nur noch Partikularinteressen zu bedienen, die Wählerinnen und Wähler ruhigzustellen und zu befrieden. Eigeninteresse, Egoismus, Rücksichtslosigkeit, Ellenbogenmentalität, das sind Worte, die mir zu Beginn meines Beitrags im eigenen Umfeld aufgefallen sind.

    Braunbergers Vorschlag: eine neue bürgerliche Partei mit neuem Personal. Ich gebe zu, dass mir dieser Gedanke in den vergangenen Tagen und Wochen auch gekommen ist. Eine Partei, STABIL, der demokratischen Mitte verpflichtet, das Gemeininteresse im Blick behaltend und auch Entscheidungen konsequent durchsetzend – aber wohl zu schön, um wahr zu sein?

    Robert Habeck hält dagegen von einer solchen Idee rein gar nichts. Bei Caren Miosga weist der frühere Vizekanzler Gerüchte zurück, er wolle mit Volker Wissing eine neue Partei gründen. Eine neue Partei brächte vielleicht kurzfristig Schwung, aber sie würde das Parteiensystem nur weiter zersplittern. Und sie entkäme nicht der Logik, an der schon die alten Parteien leiden: Jede Partei wolle vor allem sich selbst erhalten. Kein Vorsitzender mache seine Partei freiwillig kleiner, um die Demokratie zu retten. Habeck nennt die Idee einer neuen Partei der Mitte denkfaul – dasselbe Wort, das übrigens Siemons den etablierten Parteien vorhält.

    Politik als Lieferdienst

    Die NZZ am Sonntag liefert eine Erklärung, die über die Parteien hinausreicht. Gordana Mijuk, Virginia Kirst und Tessa Szyszkowitz beschreiben Politik als Lieferdienst. Die Wähler wollen sinkende Mieten, frühere Renten, höhere Sozialleistungen – sofort. Der Soziologe Steffen Mau hat beobachtet, dass viele eine Entscheidung vor allem dann für legitim halten, wenn sie ihnen nützt. Sein Kollege Matthias Quent spitzt es zu: Passt eine Lieferung mal nicht, bekommt der ganze Laden eine schlechte Bewertung.

    Die Angst vor dem Abstieg

    Zweifelsohne sorgen sich viele um das eigene Ein- und Auskommen. Die Mittelschicht schrumpft – gefühlt und real. Nach einer Studie der Bertelsmann Stiftung ist der Anteil der Mittelschicht an der Bevölkerung zwischen 1995 und 2018 um sechs Prozentpunkte auf 64 Prozent gesunken. Wer weiter unten startet, hat viel seltener die Chance auf sozialen Aufstieg. Und die Schere klafft auseinander. Nach dem Entwurf des jüngsten Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung besitzen die reichsten zehn Prozent der Haushalte mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens, die untere Hälfte nur etwa drei Prozent.

    Zwar hat das gewerkschaftsnahe IMK berechnet, dass die realen Einkommensverluste der Jahre 2021 bis 2023 schon Ende 2024 wieder aufgeholt waren. Trotzdem nennen 73 Prozent der Deutschen in einer Allensbach-Umfrage die Preise als ihre größte Sorge, und 59 Prozent fürchten laut einer Umfrage für die R+V, dass ihr Geld auf Dauer nicht mehr reicht. Je weniger Menschen verdienen oder zu verdienen glauben, desto weniger vertrauen sie staatlichen und demokratischen Einrichtungen – und wählen überdurchschnittlich oft radikale Parteien, die ihnen Lösungen versprechen, die sie gar nicht haben.

    In dieser sozialen Frage sieht nicht nur Habeck, sondern auch der Publizist Albrecht von Lucke die größte Gefahr für die Mitte. Für Habeck läuft alles auf denselben Punkt hinaus: Angst um Arbeitsplätze, Wohnungsnot, zu wenig finanzielle Unterstützung, die Sorge, von neuer Technik oder dem Umbau der Energieversorgung überfordert zu werden – das alles laufe auf denselben Punkt hinaus. Es gehe nicht nur darum, wie hoch Miete und Tankrechnung heute sind, sondern um die Aussicht: Jetzt geht es mir noch gut, aber vielleicht in drei oder fünf Jahren nicht mehr. Einzelne soziale Wohltaten nach dem Gießkannenprinzip allein helfen da nicht auf Dauer und vor allem nicht nachhaltig.

    Im Käfer nach Südtirol

    Natürlich trifft die Teuerung viele ärmere Menschen härter, weil sie einen großen Teil ihres Geldes für Miete und Essen ausgeben. Hinzu kommen die, die noch immer glauben, dass ihnen ihr Wohlstand zustehe, weil sie ihn sich erarbeitet und einfach verdient hätten. Ich selbst bin ein Babyboomer, habe erlebt, dass es uns immer besser ging. In meiner Kindheit sind wir im Sommerurlaub nach Südtirol gefahren. Im Käfer, welch ein Luxus. Einige Jahre später flogen die Kids nach Australien und in die USA. Immer mehr, immer weiter, immer luxuriöser und ja nichts vom eigenen Kuchen abgeben.

    Doch diese Zeiten sind vorbei. Es sieht so aus, als ob wir Deutschen (und nicht nur wir) uns an manchen Stellen einschränken müssen. Das tut vielen weh. Und wer glaubt, Kaufkraft verloren zu haben, scheint auch das Vertrauen in die Regierung und unsere Demokratie zu verlieren. Die Parteien der Ränder haben mit diesem Gefühl „Früher war alles besser, wir wollen die guten alten Zeiten zurück“ ihre Wahlkämpfe bestritten. Die Koalition antwortet mit Tankrabatt und Preisdeckel – Politik wie beschrieben als Lieferdienst. Das funktioniert nicht mehr.

    Reformen ja, aber nicht bei mir

    Hinzu kommt ein Dilemma, das Albrecht von Lucke im Blätter-Podcast beschreibt: Grundsätzlich wollen viele Menschen Reformen. Rücken die Reformen ihnen selbst auf den Leib, sagen sie nein. Das ist das Partikularinteresse in seiner alltäglichsten Form. Kompromisse? Schwierig. Lieferdienst eben. Das ist auf Bundesebene genau das, was ich oben im Kleinen beschrieben habe. Eine Absprache gilt, solange sie meinen Interessen nützt und mein Besitzstand gewahrt bleibt. Nützt sie mir nicht mehr oder geht man an meinen Besitz, dann halte ich mich nicht mehr daran.

    Harms überträgt das auf die Koalition: Ausgehandelte Kompromisse werden von Abgeordneten wieder infrage gestellt, weil die eigene Klientel betroffen ist, nichts vom eigenen Kuchen abgeben will. Und die Abgeordneten springen, weil sie ja von diesen Leuten wieder gewählt werden wollen. Doch wer den gestern vereinbarten Kompromiss nicht mehr einhält, dem traut man eine Einigung morgen nicht mehr zu.

    Erklär mir doch mal deine Welt

    Henning Uhle fragt in seinem Blog, wann es aufgehört hat, dass Menschen sich gepflegt streiten und danach gemeinsam ein Bier trinken. Er erinnert sich an die Grillfeste seiner Kindheit: zehn Erwachsene, zehn Meinungen, stundenlange Diskussionen. Heute blockiert man Menschen, weil sie irgendwo auf „Gefällt mir“ gedrückt haben, ohne je ein Wort mit ihnen gewechselt zu haben. Hennings Forderung ist schlicht: Du erklärst mir deine Welt, ich erkläre dir meine. Ach, wenn das doch mit Anstand und ohne Beleidigungen geschehen könnte.

    Claudia Klinger schreibt unter Hennings Beitrag, im persönlichen Umfeld erlebe sie so etwas nicht. Für sie ist die Gereiztheit vor allem ein Phänomen im Netz. Ich wünschte, ich könnte das unterschreiben. Meine Erfahrung ist wie beschrieben eine andere: Die Gereiztheit ist aus den Kommentarspalten in die Wohnzimmer, Vereine und Vorgärten gewandert. Viele giften die anderen nur an. Und wenn jemand anderer Meinung oder gar anders ist, geht das gar nicht, um Gottes willen. Ich habe oft das Gefühl, uns sind Anstand, Respekt und Toleranz in hohem Maße verloren gegangen.

    Claudia hat mich auch auf einen Text aufmerksam gemacht, den sie schon jetzt zum politischen Blogpost des Jahres erklärt. Vanessa Giese sortiert in ihrem Blog Draußen nur Kännchen ihre Gedanken zur Lage und landet auch bei der Mitte: Rechte und Linke hätten eine klare Erzählung von der Zukunft, in der Mitte klaffe ein „schwarzes Loch“. Die CDU wolle vor allem bewahren, die SPD stecke in ihrer Vergangenheit fest. Vanessa wünscht sich ein positives Bild von der Zukunft und einen Plan, der konsequent abgearbeitet wird. Dann, glaubt sie, würden viele Menschen Reformen und sogar höhere Beiträge mittragen.

    Das dicke Brett

    Einen solchen Plan wünschen sich viele von uns. Allein kann und wird es diesen einen Plan nicht geben. Dazu sind die Probleme zu komplex, wirtschaftlich durch weltweite Vernetzung und Abhängigkeiten, weltpolitisch durch Autokraten wie Trump und Putin. Viele Probleme werden wir in Deutschland, wird eine deutsche Regierung nicht allein lösen können, auch keine vom rechten Rand, obwohl die das behaupten.

    Es würde aus meiner Sicht schon viel helfen, wenn man zwar streitet, dann aber Kompromisse schließt oder Entscheidungen akzeptiert, die eine demokratische Mehrheit beschlossen hat. Es ist das Weber’sche dicke Brett, das wir nun einmal in einer weltweit vernetzten Zeit bohren müssen. Die gute alte Zeit kommt nicht zurück und eine Mauer an den Außengrenzen funktioniert einfach nicht. Kompromisse machen oft keinen Spaß, aber sie sind der beste Weg, außer wir wollen uns von Autokraten, Oligarchen oder Diktatoren sagen lassen, was wir gefälligst zu tun haben.

    Überforderung und Ungleichheit erklären manches Verhalten, doch sie entschuldigen sicher nicht alles. Eine Demokratie lebt von Vereinbarungen, die auch dann gelten, wenn sie mir gerade nicht passen und meinen ureigensten Interessen widersprechen. Das gilt für Koalitionsverträge wie für Absprachen in der Familie, im Verein, unter Freunden. Wer heimlich oder offen ausschert oder bei Widerspruch aufsteht und geht, tut unserer freien Demokratie und unserem Wohlstand ganz sicher nichts Gutes. Genau so schrumpft die demokratische Mitte – nicht erst an der Wahlurne, sondern vorher, in tausend gebrochenen Absprachen und abgebrochenen Gesprächen.

    Mitte ist eine Haltung

    Ich glaube, wir müssen dringend realisieren, dass Mitte mehr ist als ein Platz im Parteienspektrum. Demokratische Mitte ist eine Haltung. Sie verlangt, dass ich zuhöre, abwäge, nachgebe und mich an das halte, was wir gemeinsam beschlossen haben. Genau diese Haltung ist in Gefahr, im Bundestag wie am Küchentisch. Di Lorenzo schließt mit einem Satz, den ich unterschreibe: „Die Mitte ist da, sie muss kämpfen, aber sie ist nicht verloren.“ Ob in einer neuen Partei oder in den etablierten, vor Ort im Gespräch oder im Verein: Die Mitte muss sich überall zeigen – so wie es Jürgen Klopp und Hape Kerkeling gerade vormachen. Den Antidemokraten, den Nazis dürfen wir Deutschen nicht erneut das Feld überlassen. Sie würden Deutschland wieder in den Abgrund führen. Nie wieder.

    Ein Komiker und ein Trainer zeigen, wie es geht

    Die demokratische Mitte hat derzeit auch ermutigende Stimmen außerhalb der Parteien. Bundestrainer Jürgen Klopp nutzte seine erste Kader-Nominierung für eine Stellungnahme gegen Rechtsextreme. Mit Blick auf die Wahl in Sachsen-Anhalt sagte er: „Ich würde mir oder uns gerne die Fahne zurückholen.“ Den Nationalstolz will er nicht den falschen Leuten überlassen. Er wirbt für einen Patriotismus, der stolz und offen zugleich ist. Zu den rassistischen Äußerungen rund um die nicht-weißen Spieler im deutschen Kader der Nationalmannschaft hat er sich ebenso deutlich geäußert.

    Hape Kerkeling, Enkel eines politischen Häftlings im Konzentrationslager Buchenwald, sprach im Thüringer Landtag bei der Anhörung zu einem möglichen AfD-Verbot. Wer die verbrecherische Vergangenheit dieses Landes „verharmlost und umdichtet“, habe in unserer Demokratie politisch nichts mehr verloren, sagte er.

    Beide zeigen klare Kante für unsere Demokratie. Daran sollten und können wir uns alle ein Beispiel nehmen.

    KI-generiertes Bild von Bernhard Strohm auf Facebook vom 2. Oktober 2026

    Quellen & Leseempfehlungen

    #afd #allgemein #CDU #Demokratie #Deutschland #Gesellschaft #Habeck #Merz #Mitte #NoAfD #Politik #SPD #Streitkultur #Ungleichheit
  2. Lücke bei hybriden Attacken: Putins Schattenkrieg trifft Europas offene Flanke

    Lücke bei hybriden AttackenPutins Schattenkrieg trifft Europas offene Flanke04.10.2026, 10:31 Uhr Von Lea Verstl Artikel anhören(06:51 min) Nato-Beratungen…
    #EuropeSays #EU #Europa #Deutschland #HybriderKrieg #Kreml #Leipzig #Nato #Politik #Russland #UrsulavonderLeyen #WladimirPutin
    europesays.com/europa/109424/

  3. Wieder schließt sich eine Lücke auf dem Fairphone 5 mit Nura: Nachdem alle 3 Kameras unterstützt werden kann man jetzt auch telefonieren (ohne extra Patches). Vielen Dank an die Entwickler:innen und Tester:innen. Um die Erwartungen etwas zu dämpfen: Das ist alles noch in Entwicklung und noch nicht im Ziel, aber auf dem Weg dahin.

    #nuraeco #linuxmobile #phosh #fairphone

  4. Der Haltungsschaden
    Vor sieben Jahren wurde Walter Lübcke von einem Rechtsextremisten ermordet. Die Umstände der Tat wurden von Ermittlern und Beobachtern wiederholt als die einer Hinrichtung beschrieben. Sein „Vergehen“ bestand in der gedachten Selbstverständlichkeit, öffentlich für die Prinzipien einer offenen Demokratie einzutreten. Er wurde nicht trotz seiner de

    Zum Weiterlesen den Link benutzen.
    guidos-welt.de/der-haltungssch
    #AfD #hessen #nazis #Rhein #union

  5. 2019 wurde der CDU-Politiker Lübcke nach Hetzkampagnen von einem AfD-Anhänger
    erschossen. Es folgten 15 weitere rechte Morde in Halle, Hanau, Idar-Oberstein, Solingen und Magdeburg.

    Heute wirbt der hessische #CDU-Ministerpräsident Boris Rhein der #AfD Vorsitzendenposten in Parlamenten zu geben. Schließlich wurden ja auch AfD-Faschisten demokratisch vom Bürger gewählt.

    Mehr braucht Mensch über #cdu_Faschismussteigbugelhalter nicht mehr zu wissen.

    zdfheute.de/politik/deutschlan

  6. bytesde.com/2051132/ SA hat eine Lücke zurückgeschickt und geht davon aus, dass die Verträge gekündigt werden #Iceland #Island #RepublikIsland

  7. NetScaler absichern: Checkliste für Betreiber in DACH

    NetScaler-Zero-Days und neue SAML-Lücke: So prüfen Betreiber ihre Gateways auf Webshells, sichern den Fernzugang und schützen OT-Netze – Schritt für Schritt.

    #OTSecurity #ICS #KRITIS #NIS2 #Cybersicherheit
    ot-cyber.de/blog/netscaler-abs

  8. BENGALOS IM BUNDESTAG: #Wagenknecht am Ende – stirbt das #BSW? Mit Timo Lehmann

    Was hatte Sahra Wagenknecht für große Pläne für ihre neue Partei.

    Das BSW sollte die Lücke schließen, die die großen Volksparteien in der Politik gelassen haben.

    Zweieinhalb Jahre nach seiner Gründung steht Wagenknecht vor den Scherben ihrer Partei. Seit 2025 ist fast jede Wahl verloren gegangen, nur einmal konnte das BSW in einen #Landtag einziehen.

    Zwei Regierungen sind zerbrochen, und am laufenden Band verlassen Abgeordnete die Partei.

    Jetzt bleibt nur noch Sachsen-Anhalt, um nicht von der Bildfläche zu verschwinden. Ausgerechnet das BSW könnte dort einer rechtextremen #AfD an die Macht helfen.

    Aber geht Wagenknecht wirklich so weit, einen der extremsten AfD-Landesverbände in die Regierung zu bringen? Warum hat das BSW sich so radikalisiert? Und ist das BSW endgültig tot?

    Mediendatei:
    traffic.megaphone.fm/APO287207

    Webseite der Episode:
    podcasters.spotify.com/pod/sho

  9. CEO: Apple-Chef Ternus bestimmt Design-Kurs | Golem.de
    Seit dem Weggang von Jony Ive hatte Apple jahrelang keine feste Stimme in Sachen Ästhetik. Jetzt scheint John Ternus diese Lücke zu füllen.
    golem.de/news/ceo-apple-chef-t

    #apple

  10. ​Wie verbinden Sie lokale Dateisysteme sicher mit der Azure-Cloud, ohne die Firewall-Perimeter durch riskante eingehende Ports aufzuweichen?

    ​Wer eine hybride Integrationslandschaft betreibt, fordert maximale Sicherheit und Datensouveränität.

    ​Genau hier setzt unser Produkt NSYNC Sky:Port an.

    Als performanter Windows-Dienst schliesst er die Lücke zwischen On-Premises und Azure:

    ​Outbound-only Architektur:
    Sky:Port initiiert sämtliche Verbindungen proaktiv von innen nach aussen. Es müssen keine Inbound-Ports auf der Firewall geöffnet werden.

    ​Ehemalige Lücken schliessen:
    Als moderne Alternative zum Microsoft On-Premises Data Gateway (OPDG) verbindet es lokale Verzeichnisse nahtlos mit Azure Blob Storage, Service Bus oder Event Hubs.

    ​Automatische Prozesssicherheit:
    Integrierte Retry-Logiken (Reprocessing) greifen bei Netzwerkabbrüchen sofort und garantieren die verlustfreie Zustellung jeder Datei.

    ​Volle Kontrolle:
    Konfigurierbar über zentrale Dateien oder direkt integriert in das SYMON UI Framework.

    ​Wie sichern Sie den Datentransfer zwischen On-Premises und Cloud in Ihrem Unternehmen ab?​

    Schreiben Sie es in die Kommentare oder kontaktieren Sie uns für einen unverbindlichen Austausch.

    Detaillierte Einblicke in Funktionsweise und Architektur unseres Produkts NSYNC Sky:Port finden Sie hier: nsync.ch/produkte/nsync-skypor

    ​#NSYNC

  11. Die CDU kann es also doch: Disruption. Nur leider an sich selbst. In MV unter fünf Prozent, in Sachsen-Anhalt halbiert, und die Ministerpräsidenten können Merz weder stürzen noch stützen. Albrecht von Lucke über eine Volkspartei im Selbstversuch. #CDU #AfD #Demokratie blaetter.de/ausgabe/2026/oktob

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